Hegel-Lexikon
Hermann Glockner Hegel-Lexikon Leibniz — 3 Oweite, verbeſſerte Auflage T Fr. Frommanns Verlag Günther Holzboog Stuttgart 1957
Bvaaoı 2 MA N N Gedruckt auf Perſia⸗ Dünndruckpapier der Papierfabrik Schoeller & Hoeſch bei Anton Hain KG., Meiſenheim / Glan. Bindearbeit: C. H. Schwabe, Stuttgart.
19 Leibniz T ˙· A Urſächlichkeit, Aſſiſtenz, Harmonie 456, 457. Für die Monaden bleibt nur Harmonie, „an ſich ſeiende Einheit übrig“ 457 e) Drittens „aber müſſen dieſe Monaden zugleich gewiſſe Quali⸗ täten haben, Beſtimmungen an ihnen ſelbſt, innere Aktionen, durch welche ſie von anderen unterſchieden ſind«“ 457 Der Leibniziſche „Grundſatz des Nichtzuunterſcheidenden“ 457, 458 Der nähere Sinn iſt, „daß Jedes an ihm ſelbſt ein Beſtimmtes, ſich von Anderem an ihm ſelbſt Unterſcheidendes ſei“ 458 d) „Die Beſtimmtheit und die dadurch geſetzte Veränderung iſt aber ein innerliches, an ſich ſeiendes Prinzip“, eine „Perzeption“, Vorſtellung. „Alle Monaden ſind vorſtellend“ 458, 459 „Mit anderen Worten, ſie ſind an ſich allgemein.“ „In der Sub— ſtanz ſelbſt iſt die Negativität, die Beſtimmtheit geſetzt, ohne ihre Einfachheit und Inſichſein aufzugeben“ 459. „Dies iſt dieſe Idealität, daß das Unterſchiedene zugleich aufgehoben iſt, als Eins beſtimmt iſt“ 459. »Die Tätigkeit des inneren Prinzips, wo⸗ durch es von einer Perzeption zur anderen fortgeht, iſt ein Be— gehren (appetitus)« 459, 460 e) „Perzeptionen des Bewußtſeins nennt Leibniz Apperzeptio— nen.“ Er unterſcheidet bewußtloſes und bewußtes Vorſtellen 460 f) „Dieſe Monaden machen nun das Prinzip alles Seienden aus. Die Materie iſt nichts anderes als ihr leidendes Vermögen“ 460, 461 g) „Die Körper als Körper ſind Aggregate von Monaden“ 461 2. Unterſcheidung der Monaden in „unorganiſche, organiſche und bewußte“ 461—464 a) „Solche Körper, die keine innere Einheit haben, deren Mo— mente bloß durch den Raum oder äußerlich verbunden ſind, ſind unorganiſche; ſie haben nicht eine Entelechie oder eine Monade, die über die übrigen herrſcht“ 461, 462. „Die Kontinuität iſt ſo nur Raum“ 461, 462 b) In den belebten und beſeelten Körpern hat eine Monade eine Herrſchaft über die übrigen 462. Aber „dies Herrſchen iſt nicht über andere, denn alle ſind ſelbſtändig; es iſt alſo nur ein for— meller Ausdruck“ 462 e) „Die bewußte Monade unterſcheidet ſich nun von den nackten (materiellen) Monaden durch die Deutlichkeit des Vorſtellens“ Glockner, Hegel-Lexikon 87 1377
19 Leibniz 462, 463. Der Menſch iſt „der Erkenntnis notwendiger und ewiger Wahrheiten fähig“ 463. Dieſe ewigen Wahrheiten beruhen auf zwei Grundſätzen; der eine Satz iſt der des Widerſpruchs, der andere der des zureichenden Grundes« 463. Leibniz unterſchied Kanfal: und Final⸗Urſache 463, 464 3. Das Allgemeine, das abſolute Weſen ſpaltet ſich bei Leibniz „in das allgemeine Sein und das Sein als Einheit der Entgegengeſetzten“ 464 a) „Jenes Allgemeine iſt Gott“, „die Monade der Monaden“, „die abſolute Monas“ 464, 466, 468, „der allgemeine zureichende Grund“ 464. Hier kommt dann wieder „der langweilige Beweis“ von Gottes Daſein 464 b) „Die zweite Seite ift die abſolute Beziehung Entgegengeſetzter“, z. B. des Guten und Böſen 464. Zu Leibnizens Optimismus, Gott habe „unter den unendlich möglichen Welten die beſte ausge— wählt“ 465. Voltaire hierzu 465. Leibniz vermochte die Negation nicht zu bewältigen und einzubeziehen 465, 466 () Bezug des zureichenden Grundes auf die Vorſtellung von den Monadeu 466, 468. Charakteriſtik des Widerſpruchs zwiſchen der Einen ſubſtantiellen Monade und den vielen einzelnen Monaden, die ſelbſtändig ſein ſollen 466, 467. Die Einheit der Seele und des Körpers iſt „allgemeiner als Verhältnis von Monaden zu Mo— naden zu faſſen“ 467, 468. Dieſe Einheit iſt „eine präſtabilierte Harmonie“ 467, 468, 469. „Hier verläßt . . . den Leibniz fein Prinzip der Judividuation“ 467. „Jede Monade iſt in ſich ge— ſchloſſen, wirkt nicht auf den Körper; Jedes iſt unendliche Menge von Atomen, und doch iſt ein Entſprechen der Atome“ 468. Dieſe Harmonie legt Leibniz in Gott, „er iſt der zureichende Grund dieſes Entſprechens“ 468. „Jede Monade iſt vorſtellend überhaupt und als ſolche Vorſtellung des Univerſums“ 469, 470. »Im Uni⸗ verfum iſt alles aufs genaueſte verknüpft, es iſt aus Einem Stück, wie ein Ozean: die geringſte Bewegung pflanzt ihre Wirkung bis in jede Weite fort« 469, 470, 472. Zur Freiheit der Magnetnadel 470 [4, 155, 191] Großartig an Leibniz ift dieſe Jutellektualität 470. Aber „die Trennung im Begriffe, die bis zum Entlaſſen aus ſich ſelbſt geht, dem Scheinen in unterſchiedene Selbſtändigkeit, hat er nicht in die Einheit zuſammenzufaſſen gewußt“ 471, 467 1378
19 Leibniz / Leidenſchaft Die abſolute Einheit wird in Gott verlegt 472, 473, 468. Er iſt „gleichſam die Goſſe, worin alle die Widerſprüche zuſammen— laufen“ 472. Der Zuſammenhang der abſoluten Vielheit iſt „nur als Kontinuität aufgefaßt“ 473. „Das Wichtige bei Leibniz liegt in den Grundſätzen, in dem Prinzip der Individualität und dem Satze der Ununterſcheidbarkeit“ 473 Hinweiſe auf Leibnizens Werke 452, 453, 455 Fußn., 457 Fußn., 466 Fußn. 476. Leibniz und Wolff 449 (O ſ. o.), 473, 475, 477, 478, 479 (O Wolff), 529 Der Leibniziſche Vermittlungs-Ausdruck „temperieren“ 483 (O Popularphiloſophie) [4, 126, 127] Berkeley und Leibniz 491 (O Berkeley), Kant und Leibniz 565 (O Kant) 532. Rückblick auf Leibnizens „vorſtellende Monade“ im Reſultat der Geſchichte der Philoſophie 688 (O neueſte Philoſophie) Leidenſchaft 8 2189 10 11 373 [P. St. 6, 276]. „Die Leidenſchaft enthält in ihrer Beſtim— mung dies, daß ſie auf eine Beſonderheit der Willensbeſtimmung beſchränkt iſt, in welche ſich die ganze Subjektivität des Indivi⸗ duums verſenkt“ 374 [P. St. 6, 277]. „Die Leidenſchaft iſt weder gut noch böſe.“ „Es iſt nur eine tote, ja zuoft heuchleriſche Mora— lität, welche gegen die Form der Leidenſchaft als ſolche loszieht“ 375 0 (O Trieb), 3768, 377 @ Bedeutung der Leidenſchaft in der Geſchichte 48. Charakteriſtik „dieſes Schauſpiels der Leidenſchaften“ 48, dieſes „furchtbarſten Gemäldes“ 49. Aber, es iſt nichts Großes in der Welt ohne Leiden: ſchaft vollbracht worden 52 (10, 375 Z]. Die Idee iſt der Zettel, die Leidenſchaften „der Einſchlag des großen Teppiches der vor uns ausgebreiteten Weltgeſchichte“ 52, 53, 54, 56. „Das beſondere Intereſſe der Leidenſchaft iſt alſo unzertrennlich von der Be: tätigung des Allgemeinen“ 63. „Das iſt die Liſt der Vernunft zu nennen, daß ſie die Leidenſchaften für ſich wirken läßt, wobei das, was durch ſie ſich in Exiſtenz ſetzt, einbüßt und Schaden leidet.“ „Die Individuen werden aufgeopfert und preisgegeben“ 63 (O Geſchichtsphiloſophie) 1379
— 1 12 14 Leidenſchaft Im Anfang der chriſtlich-germaniſchen Welt erbitterte und ver— größerte die Religion das Gewaltige der Leidenſchaften 451 (O Germanen) „Wo große Leidenſchaften und Bewegungen einer tiefen Seele ſich auftun, handelt es ſich nicht mehr um die feineren Unter— ſchiede des Geſchmackes und ſeine Kleinigkeitskrämerei mit Ein— zelheiten“ 62. Die Milderung der Gewalt der Leidenſchaften durch die Kunſt findet „ihren allgemeinen Grund darin, daß der Menſch aus der unmittelbaren Befangenheit in einer Empfindung los— gelöſt, derſelben als eines ihm Außeren bewußt wird, zu dem er ſich nun auf ideelle Weiſe verhalten muß“ 81 (O Kunſtwerk) Subjektive Leidenſchaft, beruhend auf Naturgrundlagen des Tem— peraments und Charakters, ſind natürliche Grundlage für Kon— flikte 289, 294 (O Kolliſion) „Sophiſtik der Leidenſchaft“ in der idealen Handlung 300, 301 (O Handlung). Der Ausdruck 29s läßt ſich ſchwer überſetzen, „denn „Leidenſchaft« führt immer den Nebenbegriff des Geringen, Niedrigen mit ſich, indem wir fordern, der Menſch ſolle nicht in Leidenſchaftlichkeit geraten“ 313, 314 (O Individuum) Kenntnis „der Leidenſchaften des Gemüts“ als Vorbedingung künſtleriſcher Produktion 379 (O Genie) Bedeutung der Gleichniſſe als Ausdruck für die Befreiung der Seele von ihren Leidenſchaften 552, 553, 554. „Die Leidenſchaft beſchränkt und feſſelt die Seele in ſich ſelbſt, beengt fie zu einer begrenzten Konzentration und läßt ſie dadurch verſtummen, ein— ſilbig werden oder ins Blaue und Wilde hinein toben und raſen. Aber die Größe des Gemüts, die Kraft des Geiſtes erhebt ſich über ſolche Beſchränktheit, und ſchwebt in ſchöner ſtiller Ruhe über dem beſtimmten Pathos, von dem ſie bewegt wird. Dieſe Befreiung der Seele iſt es, welche die Gleichniſſe zunächſt ganz formell aus— drücken“ 552, 553 (O Gleichnis) Die Leidenſchaft ift eine Folge der Überhebung des Subjektiven über das Subſtantielle 367 (O Skulptur) „Das blinde Walten der Leidenſchaft liegt in der bewußtloſen dumpfen Einheit derſelben mit dem ganzen Gemüt, das nicht aus ſich heraus zur Vorſtellung und zum Ausſprechen ſeiner gelangen kann“ 420. Die Aufgabe der lyriſchen Poeſie iſt das Herz „von 1380
Leidenſchaft / leoniniſche Verſe 14 der unmittelbaren ebenſo ſtummen als vorſtellungsloſen Konzen— tration zu befreien“ 421, 420 (O lyriſche Poeſie) 18 78 (O Sokrates). „Über das Leidenſchaftliche als etwas Wider— ſprechendes iſt von den Stoikern viel raiſonniert worden“ 463 (O Stoiker) 19 Descartes’ Traktat De passionibus 364 (O Descartes) Leidensgeſchichte ſ. Paſſionsgeſchichte, ſ. Chriſtus Leipzig 19 Leibniz und Leipzig 449, 450 (O Leibniz); Schelling und Leipzig 647 (O Schelling) 20 448 Leiter 9 Feuchte und trockene Leiter im Galvanismus 407 H. Waſſer als Leiter der Elektrizität 409 O, 421 (O Galvanismus) lemmatiſch 12 49, 50 16 409 Leo I., der Große 11 442 (O byzantiniſches Reich) Leo X. 19 Konzil von Benevent unter Leo X. 215, 216 (O Pomponatius) Leo III., oſtrömiſcher Kaiſer 11 Unterdrücker des Bilderdienſtes 435 (O byzantiniſches Reich) Leonardo da Vinci 14 Seine Meiſterſchaft des Helldunkels 74, ſein Abendmahl 96 (O Malerei). Charakteriſtik ſeiner Meiſterſchaft 115 (O italieniſche Malerei) leoniniſche Verſe 14 307 (O Reim) 1381
Leontium / Leſſing Leontium, Leontini 18 Gorgias aus Leontium in Sizilien 35 (O Gorgias) Lepanto 11 Schlacht bei Lepanto 542 (O Reformation) lernen 7 „Lernen heißt nicht nur, mit dem Gedächtnis die Worte auswendig lernen — die Gedanken anderer können nur durch Denken auf— gefaßt werden, und dies Nach-denken iſt auch lernen“ 126 (O Eigentum) 18 Platon nennt „das Lernen eine Erinnerung“ 204, 202, 203 (O Plato) Lesbos 18 Epikur auf Lesbos 475 (O Epikur) leſen, vorleſen 14 Gefahr des bloßen Leſens von Poeſie 321 (O Poeſie) „Das Leſen und Vorleſen dramatiſcher Werke“ 512—516 (f. Drama) Leſſing, Gotthold Ephraim „Leſſing ſagte zu ſeiner Zeit, die Leute gehen mit Spinoza wie mit einem toten Hunde um“ 15 (0 Syſtem) 12 Leſſing meint, die Einführung der Tiere in die Fabel „gewähre einen großen Vorteil für die Verſtändlichkeit und Abkürzung der Eppoſition durch die Bekanntſchaft mit den Eigenſchaften der Tiere“ 516 (O Fabel). Leſſings Parabel von den drei Ringen 519 (O Parabel) 13 435 (O Statue) 14 Leſſing, „in feiner Oppoſition gegen das falſche Pathos des franzöſiſchen Alexandriners, verurſachte vornehmlich in die Tragödie die proſaiſche Redeweiſe als die paſſendere einzuführen“ 289. Er wandte ſich ſelbſt in ſeinem Nathan dem Jambus wieder zu 289 (O Verſifikation). Leſſing wandte ſich „mit aller Bildung und Feinheit der Beobachtung“ realer Natürlichkeit der Sprache zu E 1382
14 19 20 17 Leſſing / Leukipp 496. Leſſing iſt „in ſeinem Nathan bemüht, ſeinen moraliſchen Glauben im Gegenſatze religiös bornierter Orthodoxie zu recht— fertigen“ 509 (O Drama) Leſſings Urteil über die äſthetiſierende Aufklärung ſeiner Zeit 530, 531. Streit Mendelsſohns mit Jacobi darüber, ob Leſſing ein Spinoziſt geweſen ſei 532 (O Aufklärung), 536, 537 (O Jacobi) „Über Leſſings Briefwechſel mit ſeiner Frau“ 451-455. „Die Empfindung, die ich teils während des Leſens hatte, teils zurückbehielt, war ganz eigen; es war Intereſſe mit Vergnügen und Wehmut vermiſcht“ 451, 452. Nicht hinlängliches Auskommen ſchob die Verbindung immer auf 451. Auf eine ſechs⸗ jährige Brautzeit folgt eine nur drei Jahre währende Ehe 452. Gründe, weshalb der Leſer mehr zu Wehmut als zu angenehmer Empfindung geſtimmt wird 452, 453. „Nur Unglück erweckt die Stacheln des Gewiſſens“ 453, 454. Leſſings Moralien 454, 453 Charakteriſtik des Tons der Briefe 454. „Der Ausdruck iſt unge⸗ künſtelt und bleibt bei dem Allgemeinen ſtehen, — er zergliedert die Empfindung nicht“ 454. Unterſchied zwiſchen uns und den Griechen 454, 455 Leukipp 208, 209; Leukipp führt die eleatiſche Schule fort 343, 380 „Leukipp und Demokrit“ 208, 209, 369, 380-394 (O griechiſche Philoſophie). Sie ſetzen die eleatiſche Schule fort 380, 343. Vergleichender Rückblick auf Empedokles 380. Ihre Prin⸗ zipe ſind das Atome und das Nichts 380 Leben und Philoſophie Leukipps 381. Leukipp „iſt der Urheber des berüchtigten atomiſtiſchen Syſtems“ 381, 383. Sein großes Verdienſt iſt, „daß er das Körperliche durch den Begriff, oder das Weſen des Körpers in der Tat allgemein beſtimmte“ 381. Rück⸗ blick auf die eleatiſche Schule, auf Heraklits Bewegung 382. Nach Leukipp iſt „Sein ſowohl Prädikat des Seins als des Nichtſeins“. „Das Leere iſt das als ſeiend geſetzte Nichts; das Volle aber, ihm gegenüber, das als Gegenſtand (Realität) überhaupt geſetzte Sein“ 382. „Das Abſolute iſt das Atom und das Leere“ 383. „Das Brinzip iſt alſo, daß das Atome und das Leere das Wahre, das An— undfürſichſeiende iſt“ 383 Nähere Beſtimmungen dieſes Prinzips 383—394 1383
1 2 Leukipp 1. „Das Erſte iſt das Eins, die Beſtimmung des Fürſichſeins“ 383. „Das Fürſichſein iſt eine weſentliche notwendige Gedankenbeſtim⸗ mung.“ Es iſt Eins und „Beziehung auf ſich durch Negation des Andersſein“ 383, „abſolute Negativität, Affirmation“ 384. Ver⸗ gleich dieſes Fürſichſeins mit dem Werden 384 Nähere Beſtimmungen diefes Eins 384, 385. „Die weſentliche Be⸗ ſtimmung iſt das Eins gegenüber der Einheit, dem Sein“; Indi⸗ vidualität, Subjektivität gegenüber dem Allgemeinen 385. Bei Leukipp und Demokrit iſt die Beſtimmtheit phyſikaliſch geblieben 385. Doch ſind „die Atome Leukipps nicht die molecules, die klei⸗ nen Teile der Phyſik“ 385, 386. „Das Prinzip des Eins iſt alſo ganz ideell“, ſo, „daß der Gedanke das wahre Weſen der Dinge iſt“ 386, 385 2. „Von Atom iſt die Überſetzung Individuum“ 386. Sie ſind, „ſelbſt bei der erſcheinenden Vereinigung in dem, was wir Dinge nennen, getrennt voneinander durch das Leere. Dies Leere iſt auch das Prinzip der Bewegung“ 387. Kritik an dieſem Gedanken 387, 388, dieſem „ganz äußerlichen Verhalten; Selbſtändige wer— den verbunden mit Selbſtändigen, bleiben ſelbſtändig“ 388. Kritik an ſolch einer „mechaniſchen Vereinigung“ 388. Charakteriſtik der Atomiſtik neuerer Zeit 388, 389. „Der Gegenſag der Kontinuität und Nichtkontinuität“ iſt der erſte, der über die Gedanken der Atomiſtik hinausgeht 389, 390 3. Leukipp und Demokrit bringen Beziehung unter die Atome, ſetzen mehr Beſtimmungen an den Atomen 390. Leukipp differenziert ſie nach Geſtalt, Ort und Stellung, und „daher ſollen alle Unterſchiede kommen“ 390. Kritik hieran 390, 391 „Ariſtoteles ſagt von Leukipp, »er wollte den Gedanken der Er— ſcheinung und ſinnlichen Wahrnehmung näher bringen«“ 391. Leukipps Bemühung um Geftalt, indem er alles Empfindbare zu einem Greifbaren macht, zu Geſtalt 391, 392 Leukipp hat gewagt aus den „Prinzipien des Atomen und Leeren“ eine Welt zu konſtruieren 392. Bericht des Diogenes Laertius über das Ganze dieſer Welt 392, 393. Kritik dieſer leeren Darſtellung 393, 394. „Das Prinzip und der Fortgang desſelben iſt hoch zu achten; aber ſowie damit an das Konkrete gegangen wird, zeigt ſich die Dürftigkeit für dieſe konkreten weiteren Beſtimmungen“ 394 395 (O Demokrit), 407, 415 (O Anapagoras) 1384
1 O Leukipp / Licht 199 (O Plato), 328, 419 (O Ariſtoteles), 475, 487 (O Epikur) Leviten 11 Stamm der Leviten 263 (O Juden) lex agraria 11 Der Volkstribun Licinius brachte fie in Anregung 390, 391. Nie: buhr, Hegewiſch, Appian und Plutarch, Livius und Cicero hierzu 391. Tiberius Gracchus erneuerte die lieiniſchen Ackergeſetze 398 (O Römer) Liberalismus 11 Im franzöſiſchen Liberalismus herrſcht „das Prinzip der Atome, der Einzelwillen“. „Alles ſoll durch ihre ausdrückliche Macht und ausdrückliche Einwilligung geſchehen. Mit dieſem Formellen der Freiheit, mit dieſer Abſtraktion laſſen ſie nichts Feſtes von Orga— niſation aufkommen“ 563. Ausbreitung des Liberalismus von Frankreich aus über die ganze romaniſche Welt 563, 564 (f. franzöſiſche Revolution) Licht (Brechung, Farbe, perſiſche Religion, Zoroaſter) 1 138, 140 (f. Fichte) 2 „Das Lichtweſen“ 528530 (ſ. unmittelbare Religion), 535, 543, 549, 551 (O Kunſtreligion), 614 (O Philoſophie) 3 196 (O Phyſik) 4 22, 696. Beziehung zwiſchen Licht und Finſternis 102, 114 (O Werden). Anwendung der Differentialrechnung auf das Ver: halten des Lichts 363 (O Mathematik). Licht und Finſternis als Poſitives und Negatives 542, 543 (ſ. Widerſpruch) 6 173—175 (O Phyſik) [P. St. 8, 155—175] 88 219, 220 [P. St. 8, 88 275, 276, mäßig erweitert, f. u.] 173 bis 175 [P. St. 8, 155175]; $ 222 & (f. Phufit) 9 968, 154 „Das Licht“ 155—175 (O Phyſik) [P. St. 6, 173—175] § 275 [P. St. 6, § 219, mäßig erweitert] „Die erſte qualifizierte Materie iſt die Materie als reine Identität mit ſich, als Einheit 1385
Licht der Reflexion⸗in⸗ſich.“ „Dies exiſtierende allgemeine Selbſt der Materie iſt das Licht“ 155, 156 [P. St. 6, 173], 163 9. Der Stern und die Sonne 156 8 [vgl. 6, 176, § 222] Zuſatz. Das Erſte iſt nun die aprioriſche Begriffsbeſtim⸗ mung des Lichts; das Zweite iſt, daß wir zu dieſer Begriffsbe⸗ ſtimmung die Art und Weiſe desfelben in unſerer Vorſtellung auf: ſuchen“ 156 , 160 8. „Die Materie, wie fie erkannt worden als dieſe Unruhe des Wirbels der ſich auf ſich beziehenden Bewegung und als die Rückkehr zum Anundfürſichſeienden, und dies Inſich⸗ fein, welches da iſt gegen das Dafein, iſt das Licht“ 156 8, 165, „Wirklichkeit als eine durchſichtige Möglichkeit“ 157 B. „Das Licht bringt uns in den allgemeinen Zuſammenhang; olles iſt dadurch, daß es im Lichte iſt, auf theoretiſche, widerſtandsloſe Weiſe für uns“ 157 Seine erſte Beſtimmtheit iſt „das ganz allgemeine, noch ganz be⸗ ſtimmungsloſe Manifeſtieren in ſich ſelbſt“ 157 8, 158 O. „Dies iſt die reine Reflexion in ſich, was in der höhern Form des Geiſtes Ich iſt“ 158 8 (ſ. Ich). „Dem Lichte fehlt die konkrete Einheit mit ſich“ 158 8 Seine zweite Beſtimmtheit iſt „abſolute Expanſion im Raume“, „unendliche Erzeugung des Raums“ 1598 Seine dritte Beſtimmung iſt, daß „das Licht an die Grenze ſeiner kommen muß”; „erſt durch dieſe feine Grenze manifeſtiert es ſich“ 159 8, 160 0 Die Realität des Lichtes iſt „die Sonne, der ſelbſtleuchtende Körper“ 1609, 1618. „In den Sternen, in der Sonne iſt allein Lichtmaterie vorhanden“ 161 © „Dieſes erſte Licht müſſen wir vom Feuer trennen.“ „Wärme ge: hört nicht zum Sonnenlicht als ſolchen, ſondern dies erwärmt erſt an der Erde“ 1618, 162 g, 2629. „Weiter freilich muß ſich das Licht auch als ein Produziertes zeigen“ 162. „Sonne und Sterne, als rotierende Zentra, ſind in ihrer Rotation das ſich ſelber Ritzende“ 162 O, 163 O. Alix hierzu 162 g, 163 $ 276 [P. St. 6, 8 220, faſt wörtlich] „Als das abſtrakte Selbſt der Materie iſt das Licht das abſolut⸗leichte, und als Materie ift es unendliches Außerſichſein . . . untrennbares und einfaches Außerſichſein“ 163 [P. St. 6, 173]. In der morgenländiſchen Anſchan⸗ ung iſt das Wahre und Gute eins mit dem Lichte 163 @ [P. St. 6, 173] 1386
Licht 9 Einige Bemerkungen über die empiriſche Exiſtenz der reinen Manifeſtation als Licht 163 H. Das Licht iſt nicht in Maſſen trenn⸗ bar 163, 164 [P. St. 6, 173]. Kritik an der Vorſtellung „von diskreten einfachen Lichtſtrahlen und Teilchen und Bündeln“ 164, 165 [P. St. 6, 173, 174], 166 & (8, 243]. Zur Fortpflanzung des Lichts 164 [P. St. 6, 174], 167 O. Kritik an der Vorſtellung, „daß von jedem Punkte einer ſichtbaren Oberfläche .. . nach allen Rich⸗ tungen Strahlen ausgeſchickt würden“ 164, 165 [P. St. 6, 174] Zuſatz. „Nur das Licht ſelbſt exiſtiert als dieſe reine Manifeſtation, als dieſe abſtrakte unvereinzelte Allgemeinheit“ 165 Z. Gewichts⸗ loſigkeit des Lichts 165 8, 166 8. Erhabenheit der Lichtreligion 166 O. Abermalige Kritik an der Newtoniſchen Wellentheorie des Lichts 166 , 167 g, 164. „Die Fortpflanzung des Lichts fällt in die Zeit“ 167 , 168 Z. Herſchels Sternenräume 168 © S 277 [P. St. 6, 8 221 z. T., |. Phyſik! Verhältnis vom Licht zum Dunklen 168 [P. St. 6, 175], 159 8, 174 8, 325 © Zuſatz. „Die Materie, im Gegenſatz gegen dieſes reine Selbſt, iſt das ebenſo rein Selbſtloſe, die Finſternis; ihr Verhältnis zum Lichte iſt das der reinen Entgegenſetzung“ 169 8, 325 Z. Das Licht iſt „nur als Lichtkörper ſichtbar“ 169. „Die Grenze iſt durch das Finſtere geſetzt, welches erhellt wird“ 169 8 278 8 „Übergang der allgemeinen Begrenzung des Lichts durch das Dunkele zur beſtimmtern Begrenzung“ 1709. Zur groben Vorſtellung der „ſogenannten fixen Polariſation“ 1718. Hin⸗ weis auf Goethe 171 @. Kritik an der Malusſchen Auffaſſung der Lichtmoleküle 1718 und der Polariſation 1710, 1728 Zuſatz. Über die ſchwere Beſtimmung der Zurückwerfung des Lichts 172 8. Das verſchiedene Verhalten der rauhen und glatten Flä— chen 1729, 173 2. Die Finſternis 1749 (0 Phyfit) Das Licht „facht den Prozeß der Elemente an, erregt ihn, regiert ihn überhaupt“ 184 @ (O Element), 204 [P. St. 6, 182]. Die Luft und das Licht 185 8 (O Element), 187—188 [P. St. 6, 180] (ſ. Luft). Verhältnis des Lichts zur Erde 204 [P. St 6, 182 (f. Meteorologie) Bedeutung des Lichts für den Magnetismus 280 (O Magnetis⸗ mus). „Das Licht entſpricht der Luft; und das an der Dunkelheit des Körpers zu einer ſpezifiſchen Trübung individualiſierte Licht iſt die Farbe“ 298 g. Verhältnis des individuellen Körpers zum Licht 302, 303—361 (f. Phyſik). Das Licht 1387
Licht 9 und der Kriſtall 303 9, 306 8 (f. Kriſtall). Die Brechung des 10 11 12 13 Lichts 305 , 308—328 (ſ. Brechung). Zu den zwei Vorſtellungen: „daß das Licht ein Einfaches ſei“ und „daß das Licht zuſammen— geſetzt ſei“ 333 & (f. Farbe) Das elektriſche Licht 369—370 [P. St. 6, 192—193], 372 g, 374 g, 375 0, 384 O (O Elektrizität). Die galvaniſche Tätigkeit als Licht⸗ erſcheinung 421 8, 422 8 (O Galvanismus) Rückblick auf die Stellung des Lichts in der Naturphiloſophie 450 9 (O Organit) Die Pflanze und das Licht 500 , 504 O. Schelling hierzu 500 9, Decandolle hierzu 504 8; das Licht der gallertartigen Meeresgebilde 500 G, 486 und an den Farben der Vögel mittlerer Zonen 501 (O Pflanze), 251 8, 252 , 637 C. Licht und Aſſimi— lation der Pflanze 551 (vgl. 6, 204), 5528, das Licht und die Entfaltung der Blütenknoſpe 5548, und die Entfaltung der Duftſtoffe 555 0 (O Pflanze), 6368 (O Tier) Das Tier und das Licht 636, 637 [ogl. 6, 213] 22 O, 58 8, 618, 255 [P. St. 6, 245]. „Das Licht, das in der perſiſchen Religion als das Abſolute betrachtet wurde, hatte eben— ſoſehr die Bedeutung eines Geiſtigen wie die eines Phyſiſchen“ 55 (O Seele) Dos Licht und der Geſichtsſinn 127 g, 130 9 (O Empfindung) „Die Sonne, das Licht geht im Morgenlande auf. Das Licht iſt aber die einfache Beziehung auf ſich: das in ſich ſelbſt allgemeine Licht iſt zugleich als Subjekt, in der Sonne“ 149 (0 Geſchichts⸗ philoſophie) Bedeutung des Lichts bei den Perſern 161, 234, 235, 236 (O Per⸗ ſien). Das Licht in der Lehre Zoroaſters iſt „die ſinnliche Allge— meinheit ſelbſt, die einfache Manifeſtation“ 239, 240 (ſ. Zoroaſter) 168. Bedeutung des Lichts in der Philoſophie Zorvafters 435, 436, 443 (f. Zoroaſter) Zum bedeutenden Zuſammenhaug zwiſchen Wiſſen und Erleuch— ten, dem Licht der Natur und dem des Geiſtes 62. „Durch das Licht wird alles auf theoretiſche Weiſe für anderes“ 62, 63. „Der Geiſt offenbart ſich ſelbſt“, „das Licht der Natur aber nicht ſich ſelbſt“ 63. Apollo, der Gott des natürlichen und geiſtigen Lichts 63 (O griechiſche Götter). „Die Subjektivität iſt das geiſtige Licht, 1388
Licht / Lichtenberg = das in ſich ſelbſt, in feinen vorher dunkeln Ort ſcheint, und wäh: rend das natürliche Licht nur an einem Gegenſtande leuchten kann, ſich ſelbſt dieſer Boden und Gegenſtand iſt, an welchem es ſcheint, und den es als ſich ſelber weiß“ 125 (O romantiſche Kunſt— form) 14 Bedeutung des Lichts für die Malerei „als das allgemeine Sicht— barmachen der Gegenſtändlichkeit überhaupt“ 23, 24. Das Licht iſt „die reine Identität mit ſich und damit die reine Beziehung auf ſich, die erſte Idealität, das erſte Selbſt der Natur“ 24. Hell und dunkel, Licht und Schatten 24. Vergleich von hell und dunkel in Architektur und Skulptur mit dem in der Malerei 25, 26 (f. Malerei), 64 (O Farbe) „Die Religion des Guten oder des Lichts“ 275, 421, 422—434 (f. perſiſche Religion), 426, 421, Licht und Finſter— nis 427, 428. „Das Licht, das ſich ſelbſt manifeſtiert, darin liegt das Moment des ſich ſelbſt Beſtimmens der Individualität, der Subjektivität“ 429. Es iſt „Seele der Dinge“, kein Symbol 429, 430 (O perſiſche Religion) 16 Das Licht in der perſiſchen Religion und der jüdiſche Gott 45 (O beſtimmte Religion), 49, 81 (O jüdiſche Religion) „Der Lykiſche Apoll hat unmittelbaren Zuſammenhang mit dem Licht“ 105 [13, 63], 118 (O griechiſche Religion) 18 493 Philo faßt Gott, das Weſen als Urlicht 21 (O Philo). Die Lichtſtröme in der kabbaliſtiſchen Philoſophie 28, 29 (O Kabbala) 638 (O Fichte), Schellings Faſſung des Lichts 670 (O Schelling) * Lichtenberg, Georg Chriſtoph Unvorteilhafterweiſe knüpft Jacobi ſeine empfindſamen biſſigen Edikte an ſinnvolle humoriſtiſche Einfälle Lichtenbergs an 369 (O Jacobi) 2 Lichtenbergs Anſicht über den Phyſiognomen 246, 249—250 (O Phyſiognomik) 6 Jacobi „über eine Weisſagung Lichtenbergs, zuerſt gedruckt 1801“ 313 (ſ. Jacobi) — 1389
Lichtenberg / Liebe 9 Lichtenberg über die Regenbildung 2019, 207 (P. St. 6, 183] (O Meteorologie) Lieinius, C. L. Calvus Stolo 11 372, 390, 391 (O Römer) Liebe (Mutterliebe) 1 441 „Das Weſen der wahrhaften Religion ift die Liebe.“ „Sie bewährt ſich im Einzelnen mit abſoluter Aufopferung.“ „Die religiöſe Liebe iſt die unendliche Macht über alles Endliche des Geiſtes.“ „Der Grund der Liebe iſt das Bewußtſein von Gott und ſeinem Weſen als der Liebe und ſie daher zugleich die höchſte Demut“ 225. „Das Vernichten ſeiner Nichtigkeit iſt die Hoheit der Liebe“ 226 (O Religion) 5 201 (O Chemismus) 7 In der Liebe „iſt man nicht einfeitig in ſich, ſondern man beſchränkt ſich gern in Beziehung auf ein Anderes, weiß ſich aber in dieſer Beſchränkung, als ſich ſelbſt“ 60 (O Wille) 182. „Liebe heißt überhaupt das Bewußtſein meiner Einheit mit einem Anderen, ſo daß ich für mich nicht iſoliert bin, ſondern mein Selbſtbewußtſein nur als Aufgebung meines Fürſichſeins ge⸗ winne“ 237—238. Die Liebe iſt „Sittlichkeit in Form des Natürlichen“ 238. „Das erſte Moment in der Liebe iſt, daß ich keine ſelbſtändige Perſon für mich ſein will, und daß, wenn ich dies wäre, ich mich mangelhaft und unvollſtändig fühle. Das zweite Moment iſt, daß ich mich in einer anderen Perſon gewinne, daß ich in ihr gelte, was ſie wiederum in mir erreicht. Die Liebe iſt daher der ungeheuerſte Widerſpruch, den der Verſtand nicht löſen kann .. .“ 238 (O Familie) Die Vorſtellung, „welche die Ehe nur in die Liebe ſetzt“, iſt zu verwerfen. Die Ehe iſt „die rechtlich ſittliche Liebe, wodurch das Vergängliche, Launenhafte und bloß Subjektive derſelben aus ihr verſchwindet“ 240, 242. Zur fälſchlich ſogenannten platoniſchen Liebe 242 (O Ehe) 260 8 3518 0 1390
9 10 11 1 D 13 Liebe Die Liebe „iſt die Empfindung, worin die Selbſtſucht der Einzel— nen und ihr abgeſondertes Beſtehen negiert wird, die einzelne Geſtalt alſo zugrunde geht und ſich nicht erhalten kann“ 674 (O Gattung) Die Einheit des Subjektiven und der Objektivität bildet die Sub— ſtanz auch der geſchlechtlichen Liebe 2918 (O Selbſtbewußtſein) „In der Liebe hat ein Individuum das Bewußtſein ſeiner in dem Bewußtſein des Anderen, iſt ſich entäußert, und in dieſer gegen— ſeitigen Entäußerung hat es fi... gewonnen“ 74—75 (O Staat) Im Chriſtentum iſt der Menſch „nicht mehr im Verhältnis der Abhängigkeit, ſondern der Liebe, in dem Bewußtſein, daß er dem göttlichen Weſen angehört“ 428 (O Chriſtentum) 457 (O Mohammedanismus) „Die Liebe, wenn ſie den einzigen Punkt der Vereinigung bildet, . . . bleibt leer abſtrakt und betrifft nur die Seite der Sinnlichkeit“ 286 (O Kolliſion) „Verliebte ſind vorzüglich an Wünſchen, Hoffnungen und wech— ſelnden Einfällen reich“ 546 (O Gleichnis) Vergleich der Liebe von Kindern zu den Eltern mit der Gatten— liebe 50—51 (O griechiſche Götter) Die Liebe iſt „der allgemeine Inhalt des Romantiſchen in ſeinem religiöſen Kreiſe“. Sie drückt hier „die affirmative unmittelbare Verſöhnung des Geiſtes aus“ 141. In ihrer poſitiven Geſtalt iſt ſie „verſöhnte Empfindung des Menſchlichen und Göttlichen; die heilige Familie, die Mutterliebe Marias, die Liebe Chriſti und die Liebe der Jünger“ 142 (O romantiſche Kunſtform) „Die religiöſe Liebe“ 149—154 (O romantiſche Kunſt⸗ form). Soll der Geiſt „durch die Kunſt eine geiſtige Exiſtenz er— halten, in welcher er nicht nur als reiner Gedanke, als ideell ge— wußt wird, ſondern empfunden und angeſchaut werden kann, ſo haben wir als einzige Form .. . nur die Innigkeit des Geiſtes, das Gemüt, die Empfindung übrig“ 149 a) „In der Liebe ſind nach allen Seiten des Inhalts die Momente vorhanden, welche wir als Grundbegriff des abſoluten Geiſtes angaben; die verſöhnte Rückkehr aus ſeinem Anderen zu ſich ſelbſt“ 149. „Das wahrhafte Weſen der Liebe beſteht darin, das Bewußtſein ſeiner ſelbſt aufzugeben, ſich in einem anderen Selbſt 1391
1 = Liebe zu vergeſſen, doch in dieſem Vergehen und Vergeſſen ſich erſt ſelber zu haben und zu beſitzen“ 149. „Der Inhalt der ſich mit ſich im Andern vermittelnden Subjektivität iſt hier das Abſolute ſelbſt“ 149, 150 b) Die Liebe als in ſich konzentrierte Empfindung iſt dennoch für die Kunſt ergreifbar, weil „Gemüt, Herz, Empfindung, wie geiſtig und innerlich ſie auch bleiben, dennoch immer einen Zuſammen— hang noch mit dem Sinnlichen und Leiblichen haben“ 150 c) „Die Liebe iſt das Ideal der romantiſchen Kunſt in ihrem reli— giöſen Kreiſe. Sie iſt die geiſtige Schönheit als ſolche“ 150. Ab⸗ grenzung gegen das klaſſiſche Ideal 150, 151, 137, 147, 148 a) Die göttliche Liebe in der Geſtalt Chriſtus iſt „die Idee der Liebe in ihrer Allgemeinheit, das Abſolute, der Geiſt der Wahr— heit im Elemente und in der Form der Empfindung“, vermittelnd zwiſchen Gott und Menſchheit 151, 152 6) Die Liebe der Maria, die Mutterliebe iſt „der gelungenſte Gegenſtand der religiöſen romantiſchen Phantaſie“ 152. Über Mutterliebe 152, 142 (ſ. Mutterliebe), 153 Y) „Endlich zeigt ſich die affirmative Verſöhnung des Geiſtes als Empfindung in den Jüngern Chriſti, den Weibern und Frenn— den, die ihm folgen“ 153, 154, 142 (O romantiſche Kunſtform) Die weltliche Liebe als Inhalt der romantiſchen Kunſt— form 167, 178—186 (O romantiſche Kunſtform), 191 a) In der romantiſchen Liebe iſt „das Höchſte die Hingebung des Subjekts an ein Individuum des andern Geſchlechts“ 178, 179. Der Liebende findet „die Wurzeln ſeines Daſeins in einem Andern und genießt doch in dieſem Anderen gerade ganz ſich ſelbſt“ 179. Zur Liebe des Weibes 179 (ſ. Frau). „In dieſer ſub— jektiven Innigkeit der Empfindung kommt die Liebe in der klaſſi— ſchen Kunſt nicht vor“ 179. Die Liebe der Penelope, der Andro— mache, des Paris zur Helena, des Achill zur Briſeis, der Sappho 179-180. „In den kleinen anmutigen Liedern des Anakreon ift die Liebe ein heiterer allgemeiner Genuß“ 180. Behandlung der Liebe in der hohen Tragödie der Alten bei Aſchylos, Sophokles, Euripides 180. Behandlung der Liebe bei den Römern: die mediceiſche Venus, die römiſche Poeſie, Petrarca, Dante 180—181. Im deutſchen Minneſang iſt die Liebe empfindungsvoll, eintönig; bei den Spaniern iſt ſie phantaſiereich, ſpitzfindig, und bei den 1392
13 1 — Liebe ſpäteren Franzoſen galant mit gemachter Empfindung, oder finnlich 181 b) Kolliſionen der Liebe mit der Weltlichkeit als ſolcher 182 a) Die erſte häufigſte Kolliſion iſt „der Konflikt der Ehre und Liebe. Die Ehre nämlich hat ihrerſeits dieſelbe Unendlichkeit als die Liebe, und kann einen Inhalt aufnehmen, welcher ſich der Liebe als abſolutes Hindernis in den Weg ſtellt“ 182, 183 8) Konflikt der Liebe mit den „ewigen ſubſtantiellen Mächten ſelbſt: Intereſſen des Staats, Vaterlandsliebe, Familienpflichten“ 183 y) Konflikt der Liebe mit „äußerlichen Verhältniſſen und Hinder— niſſen“, der „Proſa des Lebens“ 183. Er iſt das beliebte Thema der neueren Zeit 183, 184 c) Die Schranke der romantiſchen Liebe liegt in ihrem Inhalt, welchem „die an und für ſich ſeiende Allgemeinheit abgeht“ 184. Dieſe Liebe iſt „eine bloße Privatſache des ſubjektiven Herzens“ 185, 184. Ihre Kolliſionen behalten deshalb „immer eine Seite der Zufälligkeit und Berechtigungsloſigkeit“ 185, 186 (O roman⸗ tiſche Kunſtform) Abenteuerlichkeit der romantiſchen Liebe 212. Die Liebe bei Arioſt, Dante, Petrarca 214 (O Abenteuerlichkeit) Die romantiſche, religiöſe Liebe iſt der ideale Inhalt der Malerei 34. Charakteriſtik dieſer Liebe und ihre Abgrenzung von „wirk— licher, lebendiger Liebe“ 34, 35 und von „der ſtillen Größe und Selbſtändigkeit der Antike“ 35, 36. „Den Ausdruck der Seligkeit und Freiheit hat erſt die romantiſche religiöſe Liebe“ 36. Mit ihr iſt das Moment des Negativen, die Hingabe verbunden; „dies Opfer macht das Rührende in der Liebe aus“. „Die Rührung iſt das Gefühl des dialektiſchen Widerſpruchs, die Perſönlichkeit aufgegeben zu haben und doch ſelbſtändig zu ſein, ein Widerſpruch, der in der Liebe vorhanden und in ihr ewig gelöſt iſt“ 36. Die religiöſe Liebe hebt „über das Zeitliche und die beſondere Indi— vidualität des Charakters hinaus, der etwas Gleichgültiges wird“ 36. „Vor Gott ſind alle Menſchen gleich“ 37. Über religiöſe Liebe und individuelle Behandlung 37. Hauptgegenſtand der Malerei iſt die in ſich verſöhnte, befriedigte Liebe 38. Gliederung dieſes geſamten Inhalts 38, 38—54 (ſ. Malerei) Glockner, Hegel-Lexikon 88 1393
14 15 16 Liebe Gott Vater als die „Liebe ſelbſt in einfacher Allgemeinheit und ungetrübter Einheit mit ſich“ 38, 38—39, 44; Chriſtus als weſent⸗ liches Objekt der Liebe 39—46, 44 und Marias Mutterliebe zu Chriſtus 44, 38. „Die religiöſe Liebe in ihrer vollſten und innig⸗ ſten menſchlichen Form“ kommt „in der weiblichen empfindenden Natur, in Maria zur Anſchauung“ 45 (ſ. a. Mutterliebe) Darſtellung der Liebe in der Malerei 84, 87, 95 (O Malerei), in der Poeſie 87 „Die höhere Einigkeit meines Selbſtbewußtſeins überhaupt mit dem Allgemeinen, die Gewißheit, Sicherheit und das Gefühl dieſer Identität iſt Liebe, Seligkeit“ 141 (O Gefühl). „Die Furcht Gottes iſt die Vorausſetzung der wahren Liebe“ 161 (O Vorſtellung) 240 (O Kultus) „Der heilige Geiſt iſt die ewige Liebe“ 227. „Die Liebe iſt ein Unterſcheiden zweier, die doch füreinander ſchlechthin nicht unterſchieden ſind. Das Gefühl und Bewußtſein dieſer Identität iſt die Liebe...“ 227. „Beide find nur dieſes Bewußtſein ihres Außer⸗ ſichſeins und ihrer Identität, dies Anſchauen, dies Fühlen, dies Wiſſen der Einheit — das iſt die Liebe“ 227. „Gott iſt die Liebe, d. i. dies Unterſcheiden und die Nichtigkeit dieſes Unterſchieds, ein Spiel dieſes Unterſcheidens, mit dem es kein Ernſt iſt, das ebenſo als aufgehoben geſetzt iſt, d. h. die ewige, einfache Idee“ 227, 228, 239. Liebe und Gegenliebe: „Inſofern die Liebe iſt, ſo iſt der Anfang und alle Handlung nur Beſtätigung ihrer, wodurch ſie zugleich hervorgebracht und unterhalten wird, aber das Her— vorgebrachte iſt ſchon, es iſt eine Beſtätigung, wobei nichts herauskommt, als was ſchon iſt“ 241 (O chriſtliche Religion) Die Liebe Chriſti, des Gottesſohnes 249, 250, 281, 290, 297. Jeſus predigt »Liebe deinen Nächſten als dich ſelbſt« 292. Dem gegenüber iſt „das Herz, das die ganze Menſchheit in ſich einſchließen will, ein leeres Aufſpreizen zur bloßen Vorſtellung, zum Gegenteil der wirklichen Liebe“ 292. „Die Liebe im Sinn Chriſti iſt zunächſt die moraliſche Liebe zum Nächſten im beſonderen Verhältniſſe, in dem man zu ihm ſteht“ 292. „Es iſt hier alfo kein anderer objek⸗ tiver Zweck als dieſe Liebe“ 292. Zum polemiſchen Charakter die⸗ ſer Liebe 292, 293 Im Tode Chriſti liegt das Bewußtſein, „daß Gott die Liebe iſt“ 297, 298, 301—302. „Dieſer Tod iſt die Liebe ſelbſt, als Moment 1394
1 E 14 Liebe / Lied Gottes geſetzt und dieſer Tod iſt das Verſöhnende“ 304. „Die Liebe gleicht alles, auch den abſoluten Gegenſatz aus“ 310. „Auch in der gewöhnlichen Liebe findet ſich dieſe unendliche Abſtraktion von aller Weltlichkeit und das liebende Subjekt ſetzt in ein be— ſonderes Individuum feine ganze Befriedigung; aber dieſe Be: friedigung gehört noch überhaupt der Beſonderheit an“ 310. Charakteriſtik der Zurückdrängung auf das innere Selbſtbewußt— fein im Reich des Geiſtes. Das Selbſtbewußtſein „entäußert ſich ſeiner Beſonderheit und Eigenheit unendlich und hat nur in je— ner Liebe, die in dem unendlichen Schmerze enthalten iſt und aus ihm kommt, unendlichen Wert“ 312, 313, 314, 319. Charakteriſtik der Liebe der Gemeinde, die „durch die Wertloſigkeit aller Be— ſonderheit vermittelt iſt. Die Liebe des Mannes zur Frau, Freundſchaft kann wohl ſtattfinden, aber ſie ſind weſentlich be— ſtimmt als untergeordnet“ 314. Dieſe Liebe „iſt der Begriff des Geiſtes ſelbſt. Gegenftand iſt fie ſich in Chriſtus als dem Mittel: punkt des Glaubens“ 314 (O chriſtliche Religion). Gott ift „dies Manifeſtieren, ſich Objektivieren und identiſch mit ſich in dieſer Objektivierung zu ſein, die ewige Liebe 318 (O Gemeinde) „Die Liebe überhaupt iſt das Ablaſſen von der Beſchränkung des Herzens auf einen beſonderen Punkt, und die Aufnahme der Liebe Gottes in dasſelbe iſt die Aufnahme der Entfaltung ſeines Geiſtes, die allen wahrhaften Inhalt in ſich begreift und in dieſer Objektivität die Eigenheit des Herzens aufzehrt“ 390 (O Gottes— beweiſe) Lied (Kirchen lied, Volkslied) Zu den einfachen Verhältniſſen der Harmonie in den Liedmelo— dien 183 (O Melodie), 197 (O Muſik) Das Lied 460—466 (O lyriſche Poeſie). In ihm breitet ſich „die ganze unendliche Mannigfaltigkeit der lyriſchen Stimmung und Reflexion“ aus 460 aa) Die „Unmittelbarkeit der Freude und des Schmerzes, das Partikulare in ungehemmter Innigfeit ſoll im Liede feinen Aus⸗ druck finden. In ſeinen Liedern iſt ſich jedes Volk daher auch am meiſten heimiſch und behaglich“ 460. „Es fängt von ſich im Ge⸗ müte an“ und haftet „in ein und demſelben Inhalte feſt“ 461. Das Innere und deſſen Bewegung wird offen und ausgelaſſen ausgeſprochen, ſo im Orient und beſonders in der mohammeda⸗ 1395
14 16 11 20 14 11 13 Lied / Lingam niſchen Poeſie, oder wird mehr durch Verſtummen ahnen laſſen, ſo im nordiſchen Lied 462 Aber die Liedarten: das Volkslied 462 —463 (ſ. Volkslied). „Ihnen gegenüber ſtehn die Lieder einer ſchon in ſich vielſach bereicherten Bildung“ 463. Die anakreontiſchen Lieder, die Gedichte des Hafis, Goethes weſtöſtlicher Divan 463. Drittens iſt „ein höherer allge— meiner Inhalt nicht ausgeſchloſſen“. Dies zeigen z. B. proteſtan⸗ tiſche Geſänge für kirchliche Erbauung 463, 464 BB) In den Sonetten, Seſtinen, Elegien, Epiſteln uff. hebt ſich die Unmittelbarkeit des Empſindens und Außerns zur Vermitt— lung der Reflexion 464, 465. Beſonders die Italiener glänzen in ihren Sonetten und Seſtinen 464 yy) Lieder mit großartigem Grundgedanken, wie viele lyriſche Gedichte Schillers 465, 466 Zu jenem lutheriſchen Lied Gott ſelbſt iſt tot« 306 (O chriſtliche Religion) Ligurer 393 (O Römer) Lindner, J. G., Rektor in Riga Lindners Brieſwechſel mit Hamann 220, 221, 222, 223, 225, 227, 228. Lindners Schilderung von Hamann, beſonders in Beziehung auf feine Religioſität 236, 238, 239 (O Hamann) 265 (O Hamann) Linearperſpektive Linearperſpektive in der Malerei 60—61 (O Malerei). Zerlegung in einen nahen Vorgrund und einen entſernten Hintergrund, welche durch den Mittelgrund wieder in Verbindung treten 60, 61. Linearperſpektive und Luſtperſpektive 70, 71. Charakteriſtik der Luſtperſpektive; ihre Bedentung in der Landſchaſtsmalerei 71, ihre Erlernbarkeit als eine ganz geometriſche Wiſſenſchaft 75 (O Malerei) Lingam 214 (O Indien) Lingamkultus 279 (O ſymboliſche Architektur) 1396
Lingam / Linne 15 Lingamkultus 376 (f. indiſche Religion) 17 168 (ſ. Sankhya) 1 — 2 Lin ie 23—24. Stellung der Mathematik zu Linie, Ebene, Körper 24. Auf dem Übergang der Linie in das Quadrat beruht die land— läufige Spaltung der Kräfte 26 (O Planet) 145, 146 (O Grenze). „Das Bild des Progreſſes ins Unendliche iſt die gerade Linie“ 173 (O Unendlichkeit) 246 (O Zahl), Funktion der geraden Linie 309, Multiplikation von Linien mit Linien 378 (O Mathematik) Die Linie als „das erſte Anders-, d. i. Räumlich-ſein des Punk: tes“ 74 [P. St. 6, 152]. Die Linie beſteht nicht aus Punkten. Sie iſt die zweite Negation 75 [P. St. 6, 152, 153]. Zu Kants Einfall: daß die gerade Linie „der kürzeſte Weg zwiſchen zwei Punkten ſei“, ſei ein ſynthetiſcher Satz 75, 76 [P. St. 6, 153, 154]. Zweidimenſionalität der krummen Linie 768 (O Raum) Aberwiegen der geraden Linie bei der Pflanze 5258, 509 @ (O Pflanze) Bei den Pythagoreern drückt die Linie die Dyas aus 276, 277 (O Pythagoras) Link, Heinrich Friedrich Zitate aus Link, Grundlehren der Anatomie und Phyſiologie der Pflanzen (Göttingen, 1807), ſowie aus den Nachträgen zu den Grundlehren 5050 Fußn., 507 8, 508 8, 5140, 526 H, 529 g, 5300 Fußn., 532 8 Fußn., 533 8 Fußn., 534 Fußn., 535 g, 536 0, 539 C, 542 0 Fußn., 543 O, 544 8, 547 0, 549 0 Fußn., 550 8 Fußn., 5530 Fußn., 5548 Fußn., 5558 Fußn., 5570 Fußn., 559 Fußn., 5629 Fußn., 5658, 5670 Fußn. (OPflanze) 513 8 (O Pflanze) Link, Rollaboratur-Lehrer 3 282 (O Gymnaſialreden) Linné, Karl von 9 182 g; 532 G, 539 8, 563 0 (O Pflanze); 686 0 (O Gattung) 1397
1 — 17 1 1 1 O m DS = — = — Linosklage / Literatur Linosklage 277 (O ägyptiſche Religion) Lipſius, Juſtus „Lipſius wollte ein Stoiker fein“ 77 (O Philoſophiegeſchichte) Wiedererwachen der ſtoiſchen Philoſophie durch Lipſius 216, 217 (O Wiederaufleben) Liſt (Inſtinkt) 52, 68 (O Phänomenologie) „Die Liſt des Begriffs“ 417 (O Maß) „Liſt der Vernunft“ bei Verfolgung von Zweck 226 (O Teleologie) „gilt der Vernunft“ 127 [8, 420] „Die Vernunft ift ebenfo liſtig als mächtig. Die Lift befteht über— haupt in der vermittelnden Tätigkeit, welche, indem ſie die Ob— jekte ihrer eigenen Natur gemäß aufeinander einwirken und ſich aneinander abarbeiten läßt, ohne ſich unmittelbar in dieſen Pro— zeß einzumiſchen, gleichwohl nur ihren Zweck zur Ausführung bringt. Man kann in dieſem Sinne ſagen, daß die göttliche Vor— ſehung, der Welt und ihrem Prozeß gegenüber, ſich als die abſo— lute Lift verhält“ 420 0 (O Teleologie) Die Lift der menſchlichen Vernunft gegenüber der Natur 35 g, 360 (O Naturbetrachtung) „Das iſt die Liſt der Vernunft zu nennen, daß ſie die Leidenſchaf— ten für ſich wirken läßt, wobei das, was durch ſie ſich in Exiſtenz ſetzt, einbüßt und Schaden leidet“ 63 (O Geſchichtsphiloſophie) „Liſt und Verſchlagenheit iſt der Grundcharakter des Inders“ 216 (O Indien) 101 (0 griechiſche Religion) Literatur „Maximen des Journals der deutſchen Lite: ratur (1800)“ 539—547 Über den allgemeinen Zweck des Journals 541546: a) „Alle Aufſätze, die nicht die Kritik einer Schrift enthalten, find ausgeſchloſſen“ 541 1398
2 D Literatur / Literatur⸗Briefe b) Vollſtändigkeit wird nicht angeſtrebt 541 c) Das Detail der beſondern eigentlichen Wiſſenſchaften bleibt weg 541, 542. Die allgemeinen Werke über Einzelwiſſenſchaften ſollen berückſichtigt werden 542 d) Die Kritiken ſollen „mehr von der abhaudelnden Art“ ſein 542 e) Geſtattet die Neuheit des Inhalts noch keine eigentliche Beur⸗ teilung, fo iſt „eine hiſtoriſche Darlegung ſeines Inhalts (Ana: lyſe) zu geben“ 542, 543 ) Rezenſionen, die „ein Dialog mit dem Autor find”, und überhaupt alles, „was nur perſönliche Meinung des Rezenſenten ſein ſollte“ haben keinen Platz 543 g) „Sich hingegen auf den weſentlichen Inhalt von Werken aus beſtimmten Fächern einzulaſſen, hat ebenſoſehr allgemeines In— tereſſe, als es der Wiſſenſchaft förderlich iſt“ 543. Beiſpiele 543 h) Die Kritik hat ſich gegen Althergebrachtes zu wenden, „um zu— nächſt wenigſtens Verwunderung und Nutzen zu erregen, und weiterhin Nachdenken zu veranlaſſen“ 544 i) Es darf dabei aber nicht zu „leerem Formalismus, unreifem Gebraue halb aufgefaßter Begriffe, ſeichten und meiſt ſogar läp— piſchen Einfällen“ kommen 544, 545. Dem ,„windiſchmaunſchen, görresſchen und größtenteils auch dem ſteffensſchen Weſen“, „die: ſem rohen Waldſtrome, der Vernunft und Wiſſenſchaft zu ver— wirren droht“, „hat ſich eine wiſſenſchaftliche Kritik vornehmlich zu widerſetzen“ 545 k) Das Mittelmäßige und Schlechte hat keine Schonung und Tole— ranz zu gewärtigen 545. Ebenſo hat alles, „was von einem pruritus, ſich zu reiben oder zu zeigen, herrührt“, entfernt zu bleiben 545, 546 Zuſammenfaſſung der entwickelten Forderungen 546 Einiges über die äußere Einrichtung 546, 547 Einiges zu den „Kriſen in der deutſchen Literatur“ 139, 140, 141, 142 (ſ. Solger) Literatur⸗Briefe 20 Hamanns Beziehung zu den Literatur-Briefen 241, 255 (O Ha⸗ mann) 1399
17 1 1 1 O er — — — 82 — — Liverpool / Locke Liverpool 89 Liverpool, Charles Jenkinſon, Graf von 518 Fußn. Livius, Titus Zu Livius' „lapidibus pluit“ 210 8 (O Meteorologie) „Livius läßt die alten Könige Roms, die Konſuln und Heerführer Reden halten, wie ſie nur einem gewandten Advokaten der Livia— niſchen Zeit zukommen“ 29, 30 [14, 370]. Vergleich mit Polybius 30. Seine Abſtraktheit 30 (O Geſchichtsſchreiber) „Livius ſagt in ſeiner Vorrede: »In unſeren Zeiten können wir weder unſere Fehler, noch die Mittel gegen dieſelben ertragen«“ 359 (O Griechen) Livius zur römiſchen Geſchichte 367, 368, über die römiſchen Kö— nige 383, 386, die ältefte römiſche Verfaſſung 384, die republika— niſche Konſulnzeit 386, die agrariſchen Geſetze 391, die Rhetorik der Feldherrn 393 (O Römer) 411 (O Chriſtentum) 118 (O Satire) 370 (O Handlung) 150 (O Philoſophiegeſchichte) 149 (O Solger) Livland 130 (O Geographie) Locke, John 18 (O Planet). Schulzes Kritik am Lockeſchen Syſtem 263 (O Skep— tizismus). Der Lockeanismus und die Glüdfeligfeitslehre ver— wandelten die Philoſophie in empiriſche Pſychologie 289 (O Glaube). Locke und Kant 296, 307. Die Kantiſche Philoſophie ſchränkt ſich, wie Locke, in die „Betrachtung des endlichen Ver— ſtaudes ein“ 296 (O Kant). Locke und Jacobi 331, 374 (O Jacobi). „Nach der Aufgabe der Philoſophie, wie ſie durch die Lockeſche und 1400
1 6 8 1 0 Locke ne ee ee re et Fe ae Fe m rn ee Humeſche Kultur beſtimmt worden ift, fol vom Standpunkt des Subjekts die Welt berechnet und nunmehr erklärt werden“ 393 (O Fichte), 374 Die ſranzöſiſche Philoſophie hat den Weg des Lockeanismus eingeſchlagen, „den Weg, aus dem unmittelbar Gegebenen der Er— ſcheinungswelt den Gedanken abzuleiten“ 315 (O Jacobi) Bei Locke und allen Empirikern hat das Denken „nur die Bedeu— tung der Abſtraktion oder der formellen Identität“ 437 0 (O Er⸗ kennen) Kritik an der Meinung, des Ariſtoteles Philoſophie „ſei Empiris— mus, der ſchlechteſte Lockeanismus“ 299, 385, 386 (O Ariſtoteles) 488 (O Epikur) 296, 366, 410. Locke und Malebranche 413 (O Malebranche) „Locke“ 274, 330, 417—439 (O neuere Philoſophie). Locke „zeigte das Allgemeine, den Gedanken überhaupt in dem ſinnlichen Sein auſ, oder zeigte, daß wir das Allgemeine, Wahre aus der Er— ſahrung haben“ 417, 418. Kritik an dieſem „trivialften, ſchlechte— ſten Gedanken“ 417 Locke und Leibniz 417, 418, beider Stellung zu Spinoza 418, 419, 410, 449. „Gegen die ſtarre Einheit der ſpinoziſtiſchen Subſtanz hält das Bewußtſein an den Unterſchieden ſeſt“ 418, 419, 423, 434, 449. „In Locke iſt das Endliche das Erſte, das Fundament; von ihm wird zu Gott übergegangen“ 419. „Ganz außer den Augen geſetzt iſt bei Locke die Wahrheit an und für fid) ſelbſt“ 419, 420, 421, 424, 428, 437. „Das Intereſſe beſchränkt fi auf die Form des Übergehens des Objektiven oder des Geſühls in die Form von Vorſtellung“ 419, 423. Verhältnis Spinozas und Male— branches hierzu 419, 420 Im Gegenſatz zu Malebranche find für Locke „die einzelnen Wahr: nehmungen das Erſte“ 420, 419, 418, 427. Kants Vorwurf gegen Locke 420, 421 Lockes große Wirkung, beſonders auſ Franzoſen und Engländer 421, 423, 434, 435, 438 Die Lebensumſtän de Lockes find Privatbegebenheiten 421. Geburt, Studium der Arzneikunde 421, Freundſchaſt mit Ghaftsbury, Aufenthalt in Montpellier und Holland 422. Wilhelm von Oranien 422. Sein Werk über den menſchlichen Verſtand 423. Tod 423 1401
Locke 19 Der kurze Gedanke von Lockes Philoſophie 423 bis 424: a) Die allgemeine Vorſtellung, das Wahre, die Erkennt⸗ nis beruht auf Erfahrung 423. Es iſt „metaphyſizierender Empi⸗ rismus“ 423, 437, der umgekehrte Weg von Spinoza und Des⸗ cartes 423. 8) Sein Gang iſt nicht dialektiſch, ſondern es wird „das Allgemeine aus dem empiriſch Konkreten analyſiert“ 424 18, 437 C]. y) Wo das Denken von Haus aus konkret iſt, kann die Frage nach der Beziehung zwiſchen Denken und Ausdehnung gar noch nicht geſtellt werden 424 Die näheren Gedanken Lockes 424436 a) Stellung Lockes zu Carteſius, deſſen Theorie von angeborenen Ideen er beſtreitet 425—427, 366, 410, 418, 419, 439. Lockes Wi⸗ derlegung iſt empiriſch 426. Wiedergabe ſeiner Gründe 426, 427. Schiefheit des Ausdrucks: angeborene Ideen. Zu Platons Ideen 427 6) Locke geht im zweiten Buch zu dem Urſprung der Ideen über 427. Seine Ideen ſind aber nichts anderes als Vorſtellungen 427, 428, 429. Auf die Frage, wie der Menſch zu ſeinen Ideen kommt, lautet die Antwort: durch die Erfahrung 428, 429, 430. Kritik eines ſolchen bloß pſychologiſchen Weges 428, 429, 430, an ſeinem ganz ſeichten Räſonnement 429. Zu Lockes Hauptbemühen, auf⸗ zuzeigen, wie die metaphyſiſchen Begriffe aus der Erfahrung ent: ſpringen 430 y) Lockes Ausgang iſt, daß „alles Erfahrung iſt“ 430, 428, 429. Unterſcheidung primärer und ſekundärer Qualitäten 430, 488. Descartes 430, 431. Ariſtoteles 431 d) Der intellectus, der Verſtand iſt es, der jetzt das Allgemeine findet und erfindet 431. Lockes Erwiderung auf den Einwand des Biſchofs von Woreeſter 431. Lockes Anſicht über das Zuſtandekom⸗ men „allgemeiner Begriffe“ 432, 431 und die Aktivität des Ver⸗ ſtandes 431, 432. Lockes triviale Ableitung aus der Erfahrung zeigt ſich u. a. an den allgemeinen Vorſtellungen von Raum und Zeit 433, 434. Ableitung der Begriffe: Subſtanz, Vermögen, Ur⸗ ſache und Wirkung 433, 434, und der Ideen Freiheit und Not: wendigkeit 434 e) Locke über den Gattungsbegriff 435. Seine Unterſcheidung in reelle Weſen und Namenweſen 435. Über die Mißgeburt 435. Hegel hierzu 435, 436. Lockes Kampf gegen die allgemeinen Sätze 1402
19 — Locke / Logik „A = A, und „Wenn etwas A iſt, fo kann es nicht B fein” 436 „Dies iſt die Lockeſche Philoſophie“ 436, 437. Aber „bei dieſem Ableiten und pſychologiſchen Entſtehen iſt das, was allein der Philoſophie obliegt, der Geſichtspunkt, ob dieſe Gedanken und Verhältniſſe an und für ſich Wahrheit haben, gar nicht vorhanden“ 437, 419, 420, 421, 424, 428. „Die Lockeſche Philoſophie iſt, wenn man will, eine Metaphyſik“ 437, 438, 423. Jedenfalls iſt ſie „die allgemeine Weiſe des denkenden Verhaltens“ 438. Über New⸗ ton als „Philoſophen“ 438. „Philoſophieren des räſonierenden Denkens iſt das, was jetzt allgemein geworden iſt“ 438, 439 (O neuere Philoſophie) Zitate aus: „An Essay concerning human Understanding“ 428, 431, 432, 433, 434 Newton und Locke 447. „Locke iſt die Metaphyſik dieſer empiriſchen Philoſophie“ 449 (O Newton) Leibniz und Locke 449, 452, 454 (O Leibniz), 410, 411, 417, 418, 419 (f. o.) Berkeley und Locke 488, 490 (O Berkeley) Hume und Locke 494, 495; Hume „vollendete den Lockeanismus“ 495, 500 (O Hume) 510, 524, 529. Kant und Locke 556, 568 (O Kant), 420, 421 (ſ. o.) 681 Logik (Begriff) 53 (O Fichte), 151. „Die logiſche Erkenntnis, wenn ſie wirklich bis zur Vernunft fortgeht, muß auf das Reſultat geführt werden, daß fie in der Vernunft ſich vernichtet; fie muß als ihr oberſtes Geſetz die Antinomie erkennen“ 152. Betrachtung des „wahren Geſchäfts der auf Logik reduzierten Philoſophie“ 159—165, 166, 167 (f. Reinhold) 37, 45 (O Phänomenologie), „logiſche Geſetze“ 233—235 (f. Ver⸗ nunft) „Logik“ 99, 113—142 (O Propädeutif) Einleitung 113—117 8 1—5 f. Denken 8 6 „Der Gedanken find dreierlei: 1. Die Kategorien; 2. die Re: flexionsbeſtimmungen; 3. die Begriffe“. 1 und 2 machen die ob⸗ 1403
Logik jektive und 3 die eigentliche oder ſubjektive Logik aus 115, 138, 145 Erläuterung. Das Sein iſt 1. das unmittelbare, 2. das innnerliche und 3. im Begriff verbunden mit dem Weſentlichen 116. Weſen, Begriff, Idee 116 8 7 Die Wiſſenſchaft ſetzt voraus, daß der Geiſt nicht mehr, wie er in der Lehre vom Bewußtſein betrachtet wird, der Erſcheinung an— gehört 116, 117. „Die Wiſſenſchaft ſucht nicht die Wahrheit, ſon— dern iſt in der Wahrheit und die Wahrheit ſelbſt“ 117 Erſter Teil. „Das Sein“ 117—122 (f. Sein) Zweiter Teil. „Das Weſen“ 122—129 (ſ. Weſen) Anhang über die Antinomien 129—138 (ſ. Antinomie) Dritter Teil. „Der Begriff“ 138—142 (ſ. Begriff) Unterſcheidung von objektiver und ſubjektiver Logik 138, 115, 145 (f. Vegriff) „Logik“ 170—191 (O Enzyklopädie) § 12 Die drei Seiten des Logiſchen ſind: die abſtrakte oder ver— ſtändige, die dialektiſche oder negativ vernünftige, die ſpekulative oder poſitiv vernünftige 170 § 13 Verſtand und Vernunft ſubjektiv genommen, iſt die Logik „eine bloß formelle Wiſſenſchaft“ 171 S 14 An ſich ſelbſt iſt die Logik ſpekulative Philoſophie 171 § 15 Dreiteilung der Logik in ontologiſche und ſubjektive Logik und in die Ideenlehre 171 Erſter Abſchnitt. „Ontologiſche Logik“ 171, 172—180 I. „Sein“ 172—175 (f. Sein) II. „Weſen“ 175—179 (f. Weſen) III. „Wirklichkeit“ 179—180 (f. Wirklichkeit) Zweiter Abſchnitt. „Subjektive Logik“ 171, 180—187 I. „Begriff“ 180—181 (f. Begriff) II. „Urteil“ 181—182 (f. Urteil) III. „Schluß“ 183—187 (f. Schluß) Dritter Abſchnitt. „Ideeulehre“ 188191 (f. Idee) Logik als Gegenſtand im Gymnaſialunterricht 303, 304, 305, 306, 307, 311 (. Philoſophieunterricht), 318, 324. Hinweis auf die eigene Logik 321, 307. „Als Hauptgegenſtand aber würden ſich die Anfangsgründe der Logik anſehen laſſen“ 331-333. Zeit und Stufenfolge ihres Vortrags 334 (ſ. Philoſophie unterricht) 1404
m Logik . A—ꝛ—j—̊—ᷣb ee I ̃ ·˙—m—m re RE „Wiſſenſchaft der Logik“, 4 und 5 Erſter Teil: „Die objektive Logik“, 4 Vorrede zur erſten Ausgabe 13—19. Die Umänderung der philoſophiſchen Denkweiſe ſeit etwa fünfundzwanzig Jahren blieb ohne Einfluß auf die Logik 13, 15, 20. Dafür Ausrottung deſſen, was vor dieſem Zeitraum Metaphyſik hieß 13. Dieſe Aus: rottung wird gerechtfertigt durch die kantiſche Philoſophie, das Geſchrei der modernen Pädagogik und die Not der Zeit 14. Auch die Theologie gab die Metaphyſik auf 14 Stellung der Logik in der modernen Philoſophie 13, 15. Das Vor— urteil, fie lehre Denken iſt überwunden 15 [5, 143]. Geſtalt und Inhalt ſind nicht erneuert worden 15, 13, 16. Die Zeit der Gä— rung und ihre Feindſeligkeit gegen die ausgebreitete Syſtematiſie— rung, ſowie ihre Furcht „ſich in der Ausdehnung des Beſondern zu verlieren“ klingt ab 16. Mir iſt es „um einen neuen Begriff wiſſenſchaftlicher Behandlung zu tun“ 16 Zur philoſophiſchen Methode 17, 18, Verſtand und Vernunft 17. Der Geiſt iſt höher als beides, iſt „verſtändige Vernunft, oder ver— nünftiger Verſtand“ 17. Seine geiſtige Bewegung iſt „die imma— nente Entwickelung des Begriffes“ 17. „In dieſer Weiſe habe ich das Bewußtſein in der Phänomenologie des Geiſtes darzuſtellen verſucht“ 18. Beziehung der Phänomenologie zur Logik 18, 43, 44, 45. Gliederung des geplanten „Syſtems der Wiſſenſchaft“, deſſen erſter Teil die Phänomenologie enthält, und deſſen zweiter die Logik, die Natur- und Geiſtesphilofophie hätte enthalten ſol— len 18, 19. Gliederung des erſten und zweiten Bandes der Logik 19 Vorrede zur zweiten Ausgabe 20-35. Charakteriſtit des Neuen in der vorliegenden Bearbeitung der Wiſſenſchaft der Logik 20, 21. Dabei waren das erworbene Material, die bekannten Denkformen eine notwendige Bedingung 20, 21. Niederſchlag der Denkformen in der Sprache 21, 31, in der deutſchen Sprache 21, 22. Ihr Reichtum an Worten mit entgegengeſetzter Vedeutung 22. Entbehrlichkeit einer beſondern philoſophiſchen Terminologie 22. Einfluß der fortſchreitenden Bildung auf die Denkverhältniſſe 22. Aber „was bekannt iſt, iſt darum nicht erkannt“ 23 „Über den Gang des Erkennens von dieſem Bekannten aus, über das Verhältnis des wiſſenſchaftlichen Denkens zu dieſem natür1405
Logit lichen Denken, die allgemeinen Momente anzugeben, ſoll dieſes Vorwort beſtimmt ſein“ 23—34. Ein unendlicher Fortſchritt iſt zunächſt die Befreiung der Formen des Denkens von dem Stoff 23, 29. Platons und Ariſtoteles' Verdienſt hierbei 23, 24. Die Logik beſchäftigt ſich nur in ihren Gedanken für ſich in ihrer voll⸗ ſtändigen Abſtraktion 24. Eignung der Jugend für das Studium der Logik 24, 25. Gebrauch der Kategorien als „Abbreviaturen“ und „zur näheren Beſtimmung und Findung der gegenſtändlichen Verhältniſſe“ 25, 31. Kritik an ſolchem Gebrauch der Logik 25, 26. 27. „Wie ſollen wir, ich mich als das Allgemeine über fie hinaus: ſtellen, ſie die ſelbſt das Allgemeine als ſolches ſind?“ 26. Inſofern „das ſubjektive Denken unſer eigenſtes, innerlichſtes Tun iſt, und der objektive Begriff der Dinge die Sache ſelbſt ausmacht, ſo kön— nen wir aus jenem Tun nicht heraus ſein, nicht über demſelben ſtehen“ 26, 27. Kritik an der kritiſchen Philoſophie, welche die Denkbeſtimmungen „nur als zum Gebrauch und als Mittel“ nimmt 27, 28. Aber „der Begriff der Sache iſt das in ihr ſelbſt Allgemeine“ 27, 28. „Dieſe logiſche Natur, die den Geiſt beſeelt, in ihm treibt und wirkt, zum Bewußtſein zu bringen, dies iſt die Auf: gabe“ 28. Unterſchied zwiſchen dem inſtinktartigen und intelligentem Tun 28, 29 Die oben hervorgehobene Befreiung der Formen des Denkens von dem Stoff, die Iſolierung der Begriffe und der Momente des Be⸗ griffs, darf nicht in dem Sinn mißverſtanden werden, als ob der Gegenſtand der Logik „bloße Formen“ ſeien 29. Gegen ſolche „Schullogik und Schulmetaphyſik“ wendet ſich das „inſtinktartige Tun natürlicher Logik“ 29, 25, 27, 56. Zur Form der Identität: A = A 29, 30, den Regeln des Schließens, die „gleichgültige Mit⸗ tel wenigſtens ebenſoſehr des Irrtums und der Sophiſterei“ ſind 30. Es muß „der Inhalt mit in die denkende Betrachtung gezogen werden“ 30. „Mit dieſer Einführung des Inhalts in die logiſche Betrachtung, ſind es nicht die Dinge, ſondern die Sache, der Be— griff der Dinge, welcher Hegenſtand wird“ 30, 31. Es iſt „ein Be: griff“, „ein beſtimmter Begriff“, „der Begriff ſelbſt“ 31. „Er iſt nur Gegenſtand, Produkt und Inhalt des Denkens, und die an und für ſich ſeiende Sache, der Logos, die Vernunft deſſen, was iſt, die Wahrheit deſſen, was den Namen der Dinge führt“ 31. Die Darſtellung der „Entwickelung des Denkens in feiner Not: wendigkeit“ iſt „ganz immanent plaſtiſch“ 31, 32. „Ein plaſtiſcher 1406
2 Logik Vortrag erfordert dann auch einen plaſtiſchen Sinn des Aufneh— mens und Verſtehens“, „plaſtiſche Jünglinge“ 32. Zur Unbildung der meiſten Gegner und Kritiker 33. Zu den Einwürfen und Angriffen „auf die erſten Begriffe oder Sätze der Logik, das Sein und Nichts und das Werden“ 33. Zur Schwierigkeit des Anfangs überhaupt und Kritik des üblichen Anfangs 33, 34. Zur platoniſchen Darſtellung 34, 35 Einleitung 16, 36—66. „Allgemeiner Begriff der Logik“ 36—58, 60. Die Logik kann keine „Geſetze des Denkens vorausſetzen“, „auch der Begriff ſelbſt der Wiſſenſchaft überhaupt gehört zu ihrem Inhalte, und zwar macht er ihr letztes Reſultat aus“ 36, 37. Nur „einige Erläuterungen und Reflexionen, in räſonnierendem und hiſtoriſchem Sinne“ können vorausgeſchickt werden 37. Kritik der Anſicht, das begreifende Denken mache „die bloße Form einer Erkenntnis aus“, „die Logik abſtrahiere von allem Inhalte“ 37, 38, 39. Kritik des „bisherigen Begriffs der Logik“, der Vorausſetzung der „Trennung des Inhalts der Er— kenntnis und der Form derſelben, oder der Wahrheit und der Gewißheit“ 38. Es wird dabei vorausgeſetzt, der Stoff des Erken— nens ſei außerhalb des Denkens, das Objekt ſei ein für ſich Voll⸗ endetes, Fertiges, „das des Denkens zu ſeiner Wirklichkeit voll— kommen entbehren könne“ 38 und die Materie und die Form ge— hörten völlig getrennten Sphären an 38, 39. Demgegenüber nahm die ältere Metaphyſik an, „daß das, was durchs Denken von und an den Dingen erkannt werde, das allein an ihnen wahrhaft Wahre ſei“ 39 Charakteriſtik des reflektierenden Verſtandes 39, 40, 49. Rückfall des Wiſſens zur Meinung 40. Zur Einſicht „von dem notwendigen Widerſtreite der Beſtimmungen des Verſtandes mit ſich ſelbſt“ 40. „Der Widerſpruch iſt eben das Erheben der Vernunft über die Beſchränkungen des Verſtandes und das Auflöſen derſelben“ 40, 41. Statt von hier aus den letzten Schritt in die Höhe zu tun, iſt die Erkenntnis zur ſinnlichen Exiſtenz zurückgeflohen und hat das Ding an ſich von ſeiner Erſcheinung getrennt 41. Die kritiſche Philoſophie wendet die Formen des Verſtandes nicht auf die Dinge an ſich an 41. Widerſtreit in den Beſtimmungen des End— lichen und Unendlichen 41, 42 Stellung des tranſzendentalen Idealismus zum Geſpenſt des 1407
Logik 4 Ding an ſich 42. Zur ſogenannten Gehaltloſigkeit der logiſchen Formen 43 Angabe des Standpunkts, nach welchem die Logik zu betrachten iſt 43. Hinweis auf den Gang der Phänomenologie 43, 44, 45, 51. 18. Kritik des Verfahrens, die Wiſſenſchaft mit ihrer Definition anzufangen 45, 44. Der Begriff der reinen Wiſſenſchaft und ſeine Deduktion iſt Reſultat der Phänomenologie und wird hier in der Logik vorausgeſetzt 45. Die reine Wiſſenſchaft „enthält den Ge— danken, inſofern er ebenſoſehr die Sache an ſich ſelbſt iſt, oder die Sache an ſich ſelbſt, inſofern ſie ebenſoſehr der reine Gedanke iſt“ 45. Charakteriſtik des Reiches der Logik als „die Wahrheit, wie ſie ohne Hülle an und für ſich ſelbſt iſt“ 46, 45, als „Darſtellung Got— tes“ 46. Der Nus, der Gedanke als Prinzip der Welt bei Anaxa— goras 46. Kritik der Vorſtellung, daß „die Wahrheit etwas Hand— greifliches ſein müſſe“ 46, daß z. B. die platoniſchen Ideen Hand— greiflichkeit hätten 46. In der gewöhnlichen Logik wird den Denk— beſtimmungen auch objektiver Wert beigemeſſen 46, 47 Die kritiſche Philoſophie gab der Logik „eine weſentlich ſubjektive Bedeutung“ 47. Kants Lob für die ſo frühe Vollendung der Logik 47,48. Die Logik hat ſeit Ariſtoteles keine Veränderung erlitten 48. Tatſächlich aber bedarf ſie totaler Umarbeitung 48. Zur Schein— erweiterung „durch pſychologiſches, pädagogiſches und ſelbſt phy— ſiologiſches Material“ 48, 49. Kritik an dem völlig analytiſchen Verfahren und begriffloſen Kalkulieren der bisherigen Logik 49, 50. Dies „tote Gebein der Logik“ 50. Notwendigkeit einer Me— thode, welche die Logik fähig macht, „reine Wiſſenſchaft zu ſein“ 50. Die mathematiſche Methode iſt dazu ganz unfähig 50. „Bisher hatte die Philoſophie ihre Methode noch nicht gefunden“ 50. In der Phänomenologie des Geiſtes wird ein Beiſpiel philoſophiſcher Methode gegeben 51. Charakteriſtik der wahrhaften Methode der philoſophiſchen Wiſſenſchaft 50—52 (f. Dialektik) In Gemäßheit dieſer Methode haben die Einteilungen und Über— ſchriften der Bücher nur hiſtoriſchen Wert und ſind nur zum Be— huf einer vorläufigen Überſicht gemacht, find „Inhaltsanzeige“ 53, 52, 59. Kritik an den üblichen Einteilungen der Logik 52, 53. „Die Notwendigkeit des Zuſammenhangs und die immanente Ent— ſtehung der Unterſchiede muß ſich in der Abhandlung der Sache ſelbſt vorfinden, denn ſie fällt in die eigene Fortbeſtimmung des Begriffes“ 53 1408
Logik Stellung der Dialektik in der Logik 53—54 (f. Dialektik). Die Dialektik macht dem ungeübten Denken große Schwierigkeit 55 Das Verhältnis des Individuums zur Logik iſt ſehr verſchieden 55. Der Anfänger „findet in der Logik zunächſt ein iſoliertes Syſtem von Abſtraktionen“ 56, 55. „Erſt aus der tieferen Kennt: nis der anderen Wiſſenſchaften erhebt ſich für den ſubjektiven Geiſt das Logiſche als ein nicht nur abſtrakt Allgemeines, ſondern als das den Reichtum des Beſonderen in ſich ſaſſende Allgemeine“ 57. „Das Syſtem der Logik iſt das Reich der Schatten, die Welt der einfachen Weſenheiten, von aller ſinnlichen Konkretion befreit. Das Studium dieſer Wiſſenſchaft, der Aufenthalt und die Arbeit in dieſem Schattenreich iſt die abſolute Bildung und Zucht des Bewußtſeins“ 57, 58 „Allgemeine Einteilung der Logik“ 59-66. Zur Vorläufigkeit der Einteilung 59, 52, 53. Vorausſetzung iſt Zu— ſammenhang der Einteilung mit dem Begriff 59. Einteilung iſt „nicht ein Urteil über irgend einen äußerlich genommenen Gegen— ſtand, ſondern das Urteilen, d. i. Beſtimmen des Begriffs an ihm ſelbſt“ 59, 60 Zuſammenſaſſung des in der Einleitung über den Begriff der Logik Geſagten 60. In ihr iſt „der Gegenſatz des Bewußtſeins von einem ſubjektiv — für ſich Seienden und einem zweiten ſolchen Seienden, einem Objektiven, überwunden, und das Sein als reiner Begriff an ſich ſelbſt, und der reine Begriff als das wahr: hafte Sein wird gewußt“ 60, 61. Dieſe „Einheit bleibt das Ele— ment“ 61. „So iſt es der ganze Begriff, der das eine Mal als ſeiender Begriff, das andere Mal als Begriff zu betrachten iſt“ 61. Damit teilt ſich die Logik in die des Begriffs als Seins und die des Begriffs als Begriffs, in die objektive und ſubjektive Lo— gik 61, 66. Beide müſſen in Beziehung auſeinander ſtehen 61, 62. „Dies iſt die Lehre von dem Weſen, die zwiſchen der Lehre vom Sein und der vom Begriff inmitten ſteht“ 62, 66, 481. Kants tranſzendentale Logik entſpricht zum Teil der objektiven Logik 62 Charakteriſtik von Kants tranſzendentaler Logik 62—65. a) Sie bezieht „ſich a priori auf Gegenſtände“, enthält „die Regeln des reinen Denkens eines Gegenſtandes“ 63. 8) Sie geht „zugleich auf den Urſprung unſerer Erkenntnis, inſoſern ſie nicht den Ge— genſtänden zugeſchrieben werden könne“ 63. Kants Hauptgedanke iſt, „die Kategorien dem Selbſtbewußtſein, als dem ſubjektiven Glockner, Hegel⸗Lexikon 89 1409
Logik 4 Ich, zu vindizieren“ 63. Das Ding an ſich iſt Folge davon 63. Über das Denken an ſich 64. Da Kants Intereſſe ganz auf das ſoge⸗ nannte Tranſzendentale der Denkbeſtimmungen gerichtet war, ſind dieſe ſelbſt in ihrer Beſtimmtheit und ihrem Verhältnis zu⸗ einander nicht zu einem Gegenſtande der Betrachtung gemacht worden 64 Mit Kant tritt die objektive Logik an die Stelle der vormaligen Metaphyſik 64, 65, beſonders an die Stelle der Ontologie 65 „Die ſubjektive Logik iſt die Logik des Begriffs, — des Weſens, das ſeine Beziehung auf ein Sein oder ſeinen Schein aufgehoben hat“ 65 Beſtimmter hat die Logik zwei Teile und drei Hauptkapitel: Erſter Teil: Die objektive Logik 67—721, 72, 5, 6 Erſtes Buch: „Die Lehre vom Sein“ 19, 61, 66, 67—478 (f. Sein). Rückblick auf dieſes erſte Buch 5, 172 Zweites Buch: „Das Weſen“ 19, 62, 66, 410, 466, 471, 478, 479— 721 (f. Weſen). Rückblick auf dieſes zweite Buch 5, 172 5 Zweiter Teil: „Die ſubjektive Logik“ oder „Die Lehre vom Begriff 4, 19, 61, 66, 697, 721; 5, 1-353 Vorbericht des Verfaſſers 3—4. Bitte um Nachſicht wegen der Schwierigkeit, vorgefundenes, verknöchertes Material in Flüſſigkeit zu bringen 3. Außerdem bittet die Größe des Gegen— ſtandes und die vorgebliche „Unerreichbarkeit der Wahrheit“ um Nachſicht 4 „Vom Begriff im Allgemeinen“ 5—31 (f. Begriff). Rückblick auf die objektive Logik, welche „die genetiſche Expoſition des Begriffes“ ausmacht 6. Kants Auffaſſung der Logik 23. Ver⸗ hältnis der Logik zur Idee 26, 27. Wohl iſt die Logik „die formelle Wiſſenſchaft, aber die Wiſſenſchaft der abſoluten Form, welche in ſich Totalität iſt, und die reine Idee der Wahrheit ſelbſt enthält“ 27. „Angewandte Logik“ 29 (O Begriff) „Einteilung“ 31—3g. Betrachtung des Begriffs als „Einheit des Seins und Weſens“, als „Wahrheit des ſubſtantiellen Ver⸗ hältniſſes“ 31. Seine Unterſchiede „ſind ſelbſt der ganze Begriff; in ihrer Beſtimmtheit allgemeine, und identiſch mit ihrer Negation“ 32 Erſter Abſchnitt 32—33. Zuerſt iſt der Begriff „nur an ſich die Wahrheit; weil er nur ein Inneres iſt, ſo iſt er ebenſoſehr nur ein 1410
O Logik Außeres“ 32. Er iſt zuerſt ein Unmittelbares; „er erſcheint als der beſtimmte Begriff, als die Sphäre des bloßen Verſtandes“, als „ſubjektives Denken“, als „eine der Sache äußerliche Re— flexion“ 32. „Dieſe Stufe macht daher die Subjektivität oder den formellen Begriff aus“ 32, 33, 34—171 (ſ. Subjektivität) Zweiter Abſchnitt 33. „Der Begriff in feiner Objektivität ift die an- und fürſichſeiende Sache ſelbſt“ 33. „Die Objektivität ift der aus ſeiner Innerlichkeit hervorgetretene und in das Dafein über— gegangene reale Begriff“ 33. „Eins mit der Sache iſt er in fie verſenkt“ 33, 172—235 (ſ. Objektivität) Dritter Abſchnitt 33. Als „Seele des objektiven Daſeins“ muß ſich der Begriff „die Form der Subjektivität geben, die er als for— meller Begriff unmittelbar hatte“ 33. „In dieſer Vollendung, worin er in ſeiner Objektivität ebenſo die Form der Freiheit hat, iſt der adäquate Begriff die Idee“ 33, 236—353 Erſter Abſchnitt: „Die Subjektivität“ 32—33 (f. o.), 34 bis 171 (ſ. Subjektivität). Zum Begriff „empiriſcher Logik“ 52 Zweiter Abſchnitt: „Die Objektivität“ 33, 35, 121, 171, 172—235 (f. Objektivität). Unterſcheidung von reiner und angewandter Logik 244, 29 Dritter Abſchnitt: „Die Idee“ 33, 50, 180, 235, 236—353 (ſ. Idee). Abgrenzung des Gebietes der Logik 244, 245 (O Leben) Abgrenzung des Gebietes der Idee des Geiſtes, welche logiſcher Gegenſtand iſt 272, 270, 273 (O Erkennen). Ziel, Refultat und Mangel der Logik 352 (ſ. Idee) Hinweis auf die dem Publikum übergebene Logik 5, auf die Logik im allgemeinen 20 „Die Wiſſenſchaftder Logik“ 29, 31—144 (O Enzyklo⸗ pädie) [P. St. 8, 66—200] Vorbegriff 33—50 [P. St. 8, 66— 200, ſtark erweitert] 8 12 [P. St. 8, 8 19, faſt wörtlich |. u.] 33—34 [P. St. 8, 66—67 8 13 [P. St. 8, 8 79, faſt wörtlich ſ. u.] 34 [P. St. 8, 184—185] 88 14, 15, 16 [P. St. 8, 88 80, 81, 82, faſt wörtlich ſ. u.] 34—36 IP. St. 8, 185—198] 8 17 8 „Dem Inhalte nach werden in der Logik die Beſtimmungen des Denkens an und für ſich ſelbſt betrachtet“ 36. Es ſind „Be⸗ griffe mit dem Wert und der Bedeutung des an und für ſich ſeien— 1411
-ı E Logik den Grundes von Allem. Die Logik ift daher weſentlich ſpeku— lative Philoſophie“ 36—37 Q& Form und Inhalt im Spekulativen 37 Z. Zur bloßen „Verſtan⸗ des⸗Logik 37 g, 36 [P. St. 8, 196]. Zur ſubjektiven und objektiven Seite der rein ſpekulativen Philoſophie 37 Z. Ihre Bedeutung als „ſpekulative Theologie“ 38 8 § 18 [P. St. 8, S 27, etwas verändert, f. u.] Die Logik als ſpeku⸗ lative Philoſophie tritt an die Stelle der vormaligen Metaphyſik 38 (vgl. 8, 99) § 19 [P. St. 8, S 28, wörtlich f. u.] 38—39 [P. St. 8, 100 —103] § 20 [P. St. 8, $ 30, wörtlich ſ. u.] 39 [P. St. 8, 104] SS 20—25 [P. St. 8, SS 30, 32—36, wörtlich ſ. u.] 39—42 [P. St. 8, 104, 105—115] § 26 [ogl. 8, 88 37— 839] Die vormalige Metaphyſik unterlag zwei Angriffen: I. Der eine iſt das auf Empirismus ſich gründende Philoſophieren 42, 43 (vgl. 8, 116—122 f. Empirismus) II. Der andere gründet ſich auf die kantiſche Philoſophie 43—49 (ſ. Kritizismus) [P. St. 8, 123—163 f. Kritizismus] § 37 [P. St. 8, $ 83, etwas erweitert] Die Logik zerfällt in: Die Logik des Seins 50, 51—67 (ſ. Sein) [P. St. 8, 201 bis 260] Die Logik des Weſens 50, 68—95 (f. Weſen) [P. St. 8, 261—352 Die Logik des Begriffs oder der Idee 50, 96 bis 144 (f. Begriff) [P. St. 8, 353—452] „Die Natur des ſpekulativen Wiſſens habe ich in meiner Wiſſen— ſchaft der Logik ausführlich entwickelt“ 20. Stellung moderner Seichtigkeit zur Logik 31, Fußn. (O Rechtsphiloſophie) Die Logik iſt in dieſem Grundriß vorausgeſetzt 20, 81, 82, 85 (ORechtsphiloſophie), 369, 387 (O Verfaſſung) 5 [P. St. 6, 5]. Hinweis auf die Ausführungen über die Wirklich— keit in der Logik 48 O. Verhältnis der ſpekulativen Logik zur vorigen Logik und Metaphyſik 53 (O Syſtem) „Die Wiſſenſchaft der Logik“ 39, 64 [P. St. 6, 29] (O Syſtem), 66—452 [P. St. 6, 31—144] 1412
Logik Vorbegriff 66—200 [P. St. 6, 33—50] § 19 [P. St. 6, § 12, faſt wörtlich] „Die Logik iſt die Wiſſenſchaft der reinen Idee, das iſt, der Idee im abſtrakten Elemente des Denkens“ 66 [P. St. 6, 33]. „Die Logik iſt die Wiſſenſchaft des Denkens, ſeiner Beſtimmungen und Geſetze“, die das Denken „ſich ſelbſt gibt, nicht ſchon hat und in ſich vorfindet“ 66 [P. St. 6, 33], 71 8, 89 g. Sie iſt die ſchwerſte Wiſſenſchaft, denn fie hat es mit reinen Abſtraktionen zu tun; ſie iſt die leichteſte, weil die Denkbeſtimmungen „die einfachſten und das Elementariſche ſind“ 66, 67 [P. St. 6, 33, 34], 87 C. Der Nutzen der Logik iſt Übung im Denken 66 [P. St. 6, 34], 778 Zuſatz 1. Die Antwort auf die Frage, was der Gegenſtand unſerer Wiſſenſchaft ſei, lautet: die Wahrheit 67. Über die verſchiedenen Einſtellungen zur Wahrheit 67 B, 68 g, 69 2 (1. Wahrheit) Zuſatz 2. Der Gegenſtand der Logik ift weiterhin das Denken 69 g. Der Gedanke allein „erreicht das Höchſte, die Natur Gottes“; die Form des Gefühls dagegen „iſt die niedrigſte Form für den gei— ſtigen Inhalt“ 698, 708. Zur geringen und hohen Meinung von der Logik 70 8, 71 Zuſatz 3. Es iſt im Intereſſe der Religion, des Staats, des Rechts und der Sittlichkeit die Logik „in einem tieferen Sinne als dem der Wiſſenſchaft des bloß formellen Denkens zu erfaſſen“; denn wildes Darauflosdenken untergrub ſchon Staatsverfaſſun— gen und Religionen 71, 728 8 20 — 8 23 (f. Denken) 72—83 H. Charakteriſtik der formellen Logik 76 O. Ariſtoteles iſt ihr Begründer; die Scholaſtik hat ſie weiter ausgebaut und heute iſt fie noch mit pſychologiſchem Stoff vollgepfropft 76 H. Nutzen folder formellen Logik 778, 67 (O Denken) § 24 0 Dieſe Gedanken find objektive Gedanken. „Die Logik fällt daher mit der Metaphyſik zuſammen, der Wiſſenſchaft der Dinge in Gedanken gefaßt, welche dafür galten, die Weſenheiten der Dinge auszudrücken“ 83 g, 97 Zuſatz 1. „Das Logiſche iſt, dem Bisherigen zufolge, als ein Sy⸗ ſtem von Denkbeſtimmungen überhaupt aufzuſuchen, bei welchen der Gegenſatz des Subjektiven und Objektiven (in ſeiner gewöhn— lichen Bedeutung) hinwegfällt“ 84 ©. Schelling ſpricht von „verſteinerter“ Intelligenz der Natur; die Alten ſagten: der „ode regiere die Welt 84 Z. „Das Denken, wie es die Subſtanz der 1413
Logik äußerlichen Dinge ausmacht, iſt auch die allgemeine Subſtanz des Geiſtigen“ 84 B, 85 O. „Ich iſt das Denken als Denkendes“ 85 g, 75 O. „Bei Allem aber iſt das Ich, oder in Allem iſt das Denken“ 86 Z. Entweder iſt der Inhalt ein gedachter, aber die Form nicht, oder umgekehrt gehört die Form dem Gedanken an, aber der In⸗ halt nicht 86 8, 879 Zuſatz 2. „In der Logik haben wir es mit dem reinen Gedanken, oder den reinen Denkbeſtimmungen zu tun“ 87 8, 66. „Der Geiſt iſt rein bei ſich ſelbſt und hiermit frei“ 87 O. Definition der Frei⸗ heit 87 & (ſ. Freiheit). Vergleich der Logik mit Naturphiloſophie und Geiſtesphiloſophie 87 8, 88 Z. Zur Form des Schließens 88 Z. „Die Logik iſt der allbelebende Geiſt aller Wiſſenſchaften“ 88 , 89 O. Die Denkbeſtimmungen in der Sprache 88 g. Zur Frage nach der Wahrheit der Gedankenbeſtimmungen 89 8, 90 2. Zur Wahrheit 89 8, 90 8 (ſ. Wahrheit). Welches find die Formen des Unendlichen und welches die Formen des Endlichen? 290g, 910 Zuſatz 3. Man kann das Wahre durch Erfahrung und durch Re— flegion erkennen 91 9. „Die vollkommenſte Weiſe des Erkennens iſt die in der reinen Form des Denkens“ 91 @ Überſchätzung der Form des unmittelbaren Wiſſens 92 g. Zur Form des reflektierenden und des philoſophiſchen Erkennens 929. Über das notwendige Verlaſſen der natürlichen Einheit 92 9. Der Mythus des Sündenfalls 92 8, 93 &, 94 © (f. Sünden⸗ fall). Zur kirchlichen Lehre von der Erbſünde 958, 968, 970 (f. Erbfünde) S 250 „Objektive Gedanken“ find der „abfolute Gegenſtand“ und das „Ziel der Philoſophie“ 97 8, 83 Z. Daran knüpft ſich die Frage, ob die Denkbeſtimmungen der Wahrheit angemeſſen ſeien 97 9. Verſtand heißt das Denken, das nur endliche Beſtimmungen hervorbringt 97 9. Dieſe find ſubjektiv und beſchränkten Inhalts 97 Betrachtung der dem Denken zur Objektivität gegebenen Stellun⸗ gen 97. Hinweis auf den Gang der Phänomenologie 988 (1. Phänomenologie) A. „Erſte Stellung des Gedankens zur Objekti— vität“ 979, 99—115 [P. St. 6, 38—42] § 26 0 „Die erſte Stellung iſt das unbefangene Verfahren, wel: 1414
Logik 8 ches ... den Glauben enthält, daß durch das Nachdenken die Wahr: heit erkannt, das, was die Objekte wahrhaft find, vor das Bewußt⸗ fein gebracht werde“ 998 § 27 [P. St. 6, 8 18, verändert] Dieſes Denken kann echt ſpekula⸗ tives Philoſophieren ſein, kann aber auch „in dem noch unauf— gelöſten Gegenſatze verweilen“ 99 [vgl. 6, 38]. Die vormalige Metaphyſik war letztere „bloße Verſtandes-Anſicht der Vernunft⸗ gegenſtände“ 99 [P. St. 6, 38], 100 g, 101 8, 102 8, 113 828 [P. St. 6, 819, wörtlich! Die vormalige Metaphyſik „betrad): tete die Denkbeſtimmungen als die Grundbeſtimmungen der Dinge“. Vergleich ihres Wertes mit der ſpäteren kritiſchen Philo— ſophie 100 [P. St. 6, 38] 1. Jene Beſtimmungen wurden für fähig genommen, „Prädikate des Wahren zu ſein“ 100. Aufzählung ſolcher Prädikate, wie Da— ſein, Unendlichkeit, welche Gott oder der Welt beigelegt wurden 100 [P. St. 8, 38], 102 8 Zuſatz. Charakteriſtik des näheren Verfahrens der alten Meta: phyſik 101, 1009. Sie ging „nicht über das bloß verſtändige Denken hinaus“ 101, 1028. Unterſcheidung dieſes Denkens vom unendlichen, vernünftigen 1018, 102 @. Beifpiele für die Denk⸗ art der alten Metaphyſik, für ihre Prädikate 102 . „Die wahr: hafte Erkenntnis eines Gegenſtandes muß von der Art ſein, daß derſelbe ſich aus ſich ſelbſt beſtimmt und ſeine Prädikate nicht äußerlich erhält“ 103 S. Vergleich mit der orientaliſchen Erkennt— nis 103 g, 1043 8 29 Ober den beſchränkten Inhalt und die äußerliche Hernahme der Prädikate in der alten Metaphyſik 103 8, 104 @ 8 30 [P. St. 6, 8 20, wörtlich] 2. Die vormalige Metaphyſik nahm ihre Gegenſtände, wie Seele, Welt, Gott aus der Vorſtellung. Die Vorſtellung allein war der Maßſtab, „ob die Prädikate paſſend und genügend ſeien oder nicht“ 104 [P. St. 6, 39], 105 8, 107 [P. St. 6, 39], 120 & 8310 Die Vorſtellungen von Seele, Welt, Gott geben nur ſchein— bar dem Denken feſten Halt. Sie bedürfen vielmehr der feſten Beſtimmungen durch das Denken 104 O, 120 Z. Dies drückt jeder Satz aus, wie z. B. der: Gott iſt ewig 104 8, 105 8, 202 8 Zuſatz. Unfreiheit des ſcholaſtiſchen Denkens und der alten Meta— phyſik 105. Vergleich des alten Philoſophen mit dem in ſeine ganze Bildung eingehüllten modernen 105 © 1415
Logik 8 8 32 [P. St. 6, 21, faſt wörtlich! 3. Die vormalige Metaphyſik war Dogmatismus 105—107 [P. St. 6, 39] (ſ. Dogmatismus) 8 33 [P. St. 6, § 22, wörtlich! Die Ontologie — „die Lehre von den abſtrakten Beſtimmungen des Weſens“ macht den erſten Teil der alten Metaphyſik aus 107 [P. St. 6, 39]. Kriterium der Wahr⸗ heit war allein der Mangel des Widerſpruchs 107 [P. St. 6, 40] S 34 [P. St. 6, 8 23, wörtlich] „Der zweite Teil war die rationelle Pſychologie oder Pneumatologie, welche die metaphyſiſche Natur der Seele nämlich des Geiſtes als eines Dinges betrifft“ 107, 108 [P. St. 6, 40], 108 , 109 Zuſatz. Vergleich folder „rationellen“ Pſychologie mit der heuti— gen, empiriſchen 108 8, 109 8 § 35 [P. St. 6, S 24] „Der dritte Teil, die Kosmologie, handelte von der Welt“, „von der Freiheit des Menſchen, und dem Ur— ſprunge des Böſen“ 109 [P. St. 6, 41], 110 2, 1118 Zuſatz. Charakteriſtik ihres Gegenftandes und ihrer Betrachtungs— weiſe, ihrer hauptſächlichen Fragen und ihrer kosmologiſchen Ge— ſetze 110 8. Zu den Fragen nach der Freiheit, dem Urſprung des Böſen, nach Freiheit und Notwendigkeit, nach Gut und Böſe 1108, 1112 $ 36 [P. St. 6, 8 25, wörtlich] Der vierte Teil war die natürliche Theologie 11—115 [P. St. 6, 41—42] (f. natürliche Theologie) B. „Zweite Stellung des Gedankens zur Objek— tivität“ 116—163 [P. St. 6, 42—49J, 97 © J. „Empirismus“ 116—122 [P. St. 6, 42—43] (f. Empirismus) II. „Kritizismus“ 123—164 [P. St. 6, 49] (f. Kritizismus). Hin⸗ weis auf die Wiſſenſchaft der Logik bezüglich der Antinomien 141 (O Antinomie) 6. „Dritte Stellung des Denkens zur Objekti— vität“ 164-1840, 970 „Das unmittelbare Wiſſen“ 164-184 9 (f. unmittel: bares Wiſſen) „Näherer Begriff und Einteilung der Logik“ 184200 [P. St. 6, 34—36, 50] 8 79 [P. St. 6, $ 13, wörtlich] „Das Logiſche hat der Form nach drei Seiten: q) die abſtrakte oder verſtändige, 6) die dialektiſche oder negativ-vernünftige, y) die ſpekulative oder pofitiv-ver1416
E 10 Logik nünftige“ 184 [P. St. 6, 34]. Dieſe drei Seiten find „Momente jedes Logiſch-Reellen, das iſt jedes Begriffes oder jedes Wahren überhaupt” 185, 184 [P. St. 6, 34] § 80 [P. St. 6, § 14, wörtlich] a) „Das Denken als Verſtand“ 185 P. St. 6, 34], 185—189 g (f. Verſtand) § 81 [P. St. 6, S 15, wörtlich] 8) Das Denken als Dialektik 189 bis 190 [B. St. 6, 35], 190—195 & (f. Dialektik) § 82 [P. St. 6, S 16, wörtlich] y) Das Denken als das Spekulative 195—196 [P. St. 6, 36], 196—198 (ſ. Spekulatives) § 83 [P. St. 6, § 37, fait wörtlich ſ. o.] Die Logik zerfällt in die Lehre vom Sein, vom Weſen, von dem Begriffe und der Idee. Es iſt die Lehre von dem Gedanken in ſeiner Unmittelbarkeit, dem Begriffe an ſich, in ſeiner Reflexion und Vermittlung, dem Für— ſichſein und Schein des Begriffes und „in ſeinem Zurückgekehrt— ſein in ſich ſelbſt und feinem entwickelten Bei⸗-ſich-ſein, — dem Begriffe an und für ih” 199 [P. St. 6, 50], 356 [P. St. 6, 96] Zuſatz. Dieſe Einteilung iſt „als eine bloße Antizipation zu be— trachten“ 199. Über das Verhältnis der drei Hauptſtufen 199 g, 2008 Erſte Abteilung der Logik. „Die Lehre vom Sein“ 201 bis 260 [P. St. 6, 51—67] (f. Sein), 199 [P. St. 6, 50] Zweite Abteilung der Logik: „Die Lehre vom Weſen“ 261 bis 352 [P. St. 6, 68—95] (ſ. Weſen), 199 [P. St. 6, 50], 202 g, 204 , 259 8, 260 Dritte Abteilung der Logik. „Die Lehre vom Begriff“ 353—452 [P. St. 6, 96—144] (ſ. Begriff), 199 [P. St. 6, 50], 268 [P. St. 6, 70], 285 C, 296 g, 332 2, 346 , 347 B, 349 [P. St. 6, 93] Stellung der Verſtandeslogik zum Begriff 353 @, 354 8, 3569, 359 g, 360 8, 361 2, fie faßt den Begriff „als eine bloße Form des Denkens 353 f, ihr Feſthalten am Gegenſatz von Form und Inhalt 353 B, 354 0 (O Begriff) Abgrenzung der gewöhnlichen Logik von der ſpekulativen 356 bis 357 [P. St. 6, 96— 97], 360 g, 361 8 (O Begriff), 386 g, 390 [P. St. 6, 112], 397 8, 398 8 (O Schluß) 20 8, 257 g, 345 [P. St. 6, 269], 459 g. „Die gewöhnliche Logik irrt, indem ſie meint, der Geiſt ſei ein den Widerſpruch gänzlich von ſich Ausſchließendes“ 329 (O Geiſt). „In der Logik ift das 1417
10 11 14 15 16 Logik Denken, wie es erſt an ſich iſt, und ſich die Vernunft in dieſem gegenſatzloſen Elemente entwickelt“ 361 [P. St. 6, 272] (O Den⸗ ken). Hinweis auf die Einleitung der Logik (8 51 Anm.) bezüglich des Formellen der Erhebung des Geiſtes zu Gott 433 8, 4348 (O Weltgeſchichte). Das Logiſche im Schluß 474 [P. St. 6, 309] (O Philoſophie) „Die Vereinigung des Allgemeinen, an und für ſich Seienden überhaupt, und des Einzelnen, des Subjektiven, daß ſie allein die Wahrheit ſei, dies iſt ſpekulativer Natur, und wird in dieſer allgemeinen Form in der Logik abgehandelt“ 54. Weitere Verweiſe auf die Logik im Hinblick auf die Vereinigung von Freiheit und Notwendigkeit 55 (O Geſchichtsphiloſophie) und bezüglich der lo— giſchen und noch mehr der dialektiſchen Natur des Begriffs 101 (O Weltgeſchichte) Hinweis auf die Entwicklung des Begriffs in der Logik 178 (O Mufih) 126 (O religiöſes Verhältnis); Anleihe aus der Logik bezüglich deſſen, was Sein iſt 134, 135 (0 Gefühl); Verweis auf die Logik bezüglich des Verhältniſſes vom Ich zur allgemeinen Subſtanz 204 (O Endlichkeit), 332. Vergleich des Logiſchen in Natur- und Geiſtesphiloſophie mit dem Logiſchen in der Religion 328 (O be— ſtimmte Religion) 440 Verweis auf die Logik bezüglich des Prozeſſes, „daß das Reſultat und die Vorausſetzung nur der Form nach unterſchieden ſind“ 23 (O beſtimmte Religion), bezüglich der Einheit von Begriff und Sein 215 (O Gottesbeweiſe), bezüglich des Eins, als einer ſchlech⸗ ten Kategorie 239 (O chriſtliche Religion). Anteil des Logiſchen an den Gottesbeweiſen, ſowohl nach der Form, wie nach dem Inhalt 359, 360, 376, 433. Die logiſche Philoſophie zeigt, daß es nichts gibt, „was nicht die Beſtimmung der Vermittelung, ebenſo wie die der Unmittelbarkeit in ſich ſchlöſſe“ 380. Hinweis auf die Logik bezüglich des ſpekulativen Begriffs 410, 454. Die Logik iſt „meta⸗ phyſiſche Theologie, welche die Evolution der Idee Gottes in dem Ather des reinen Gedankens betrachtet, fo daß fie eigentlich der— ſelben, die an und für ſich ſchlechthin ſelbſtändig ift, nur zuſieht“ 434. Hinweis auf die Logik bezüglich der logiſchen Natur des 1418
16 17 18 19 20 4 9 11 Logik / Logos, 26708 Seins 459, bezüglich der Fähigkeit des Schluſſes die Erhebung des Geiſtes von der Zufälligkeit zur abſoluten Notwendigkeit auszu— drücken 466. Verhältnis von Logik und Metaphyſik 466. Verweis auf die Logik bezüglich der Trennung des Endlichen und Unend⸗ lichen 486, bezüglich des Verhältniſſes zwiſchen Form und Materie 521 (O Gottesbeweiſe) 49 (O Entwicklung). Aufgabe der Logik iſt die reine Idee darzu⸗ ſtellen 58, 59. Die verſchiedenen Stufen der Beſtimmung der Idee in ihrem logiſchen Begriffe ſpiegeln ſich in der Aufeinanderfolge der Syſteme der Philoſophie in der Geſchichte 59, 69 (ſ. Philo— ſophiegeſchichte), 384. Die beſonderen, ſyſtematiſchen Wiſſenſchaf— ten ſetzen die Logik voraus 87 (O Wiſſenſchaft). „Es iſt kein Satz des Heraklit, den ich nicht in meine Logik aufgenommen“ 344. Sein „Prinzip iſt weſentlich, und findet ſich in meiner Logik im Anfange, gleich nach dem Sein und dem Nichts“ 350 (O Heraklit) Zu Ariſtoteles' Logik 318, 369, 401 —416, 418. Kritik an ihr, als einer „Logik des Endlichen“ 414, 413 (f. Ariſtote les) Zur Logik der Stoiker 436, 443—452 (ſ. Stoiker) Zu Epikurs Logik 478—483 (ſ. Epikur) Porphyrius' Bemühung um die Logik 70. Verbindung der Ver— ſtandes⸗Logik mit dem Glauben an Theurgie, dem Wunderbaren und Sonderbaren bei den Neuplatonikern 70 (O Porphyrius) Hinweis auf die im Jahre 1811 erſchienene Logik 168 Fußn. Hinweis auf 4, 125 bezüglich des Gebrauchs des Wortes Realität 319, 320; auf 4, 183—218 bezüglich der Ausführungen über das Eins und das Leere 321, 322; auf 4, 672 bezüglich der Spinoziſtiſchen Subſtanz 330. Hinweis auf den erſten und zweiten Teil der Logik 337; Hinweis auf Vorrede, Einleitung und den Schluß der Logik bezüglich der Methode 341. Hinweis auf 4, 90 bezüglich des Werdens 350. Belebung der alten Formen der Schullogik 355—357 (f. Hegel) Logos, 26708 (Name, Wort) 31 49 8, 50 8 423 (O Chriſtentum), 425 (O Kirche) 1419
Logos, 26708 / Longinos 15 370 (O indiſche Religion) 16 „Das Manifeſtierende, ſich Außernde (Logos, Sophia)“ 240. „Das Andersſein, Beſtimmen, überhaupt die Tätigkeit, ſich zu beſtim⸗ men, iſt die allgemeinſte Beſtimmung als 7678, die vernünftig beſtimmte Tätigkeit, auch das Wort“ 245. „Gott iſt Schöpfer, und zwar in der Beſtimmung des Logos“ 245 (O chriſtliche Religion). Die Weltſeele, J6yos der Alten 531 (O Gottesbeweife) 17 235 (O ioniſche Philoſophie), 317 (O Meliſſus); zu Heraklits Frage: „wie fonımt der Aöyos zum Bewußtſein?“ 364, 367 (O He⸗ raklit) 18 144 (O Stilpo), 219, 232, 285 (O Plato), 320, 326, 349, 350, 382, 383, 407, 408, 419 (O Ariſtoteles), 437, 438, 440, 442, 453, 454 (O Stoiker), 444; 501 (O Epikur), 529 (O Karneades) 19 11 (0 Neuplatoniker). »Das Ebenbild und der Abglanz Gottes ift der Aöyos, die denkende Vernunft, der erſtgeborene Sohn, der die Welt regiert und in Ordnung hält« 22, 23; A6yos noowooıxös 24 (O Philo); 26 (O Kabbala); 40, 54, 56, 61 (O Plotin); 313. „Aöyos iſt beſtimmter als Wort. Es iſt ſchöne Zweideutigkeit des griechiſchen Worts, — Vernunft und zugleich Sprache. Denn Sprache iſt die reine Exiſtenz des Geiſtes; es iſt ein Ding, ver— nommen in ſich zurückgekehrt“ 314 (O Böhme) Lohnvertrag (Vertrag) 7 139 (O Vertrag) Lombarden 11 531 (O Reformation) London 19 493 (O Hume) Long, Charles 8 General-Zahlmeiſter der engliſchen Armee 518 Fußn. Longinos, Kaſſios 12 Longins Schrift vom Erhabenen 37, 497 19 36 (O Ammonios Sakkas) 1420
19 11 11 14 13 14 1 — 19 18 12 13 Loreto / Lucullus Loreto, Wallfahrtsort 333 (O Descartes) Lothringen Herzogtum unter den Karolingern 462 (O Karl J.), Abſplitterung Lothringens vom großen Frankreich 468, 474; den Normannen zinspflichtig 468 (O Mittelalter); zu Deutſchland gehörig 474, und geht ihm wieder verluſtig 540 Lotos Der Lotos als Symbol weiblicher Zeugungskraft 214 (O indiſche Religion) Lotti, Antonio 194 (O Mufit) Löwe Der Löwe in der griechiſchen Skulptur 429 (O griechiſche Götter) Lucanus, Markus Annäus Kritik feiner Pharſalia 353 (O Kollifion) Luceres Einer der alten Tribus in Rom 367 (O Römer) Lucifer Böhmes Lucifer 315, 316, 319 (O Böhme) Lucius Aurelius Verus, Mitregent des Antoninus Marcus Aure— tus 435 (O Stoiker) Zucretius Carus Lucretius' Lehrgedicht in Rückſicht auf die Naturphiloſophie Epi⸗ kurs 560 (O Lehrgedicht) Lucullus, L. Licinius Villa des Lucullus 330 (O klaſſiſche Architektur) 1421
Lucumo / Luft Lucumo ſ. Tarquinius Priscus Ludwig J., der Fromme 11 467 (O Mittelalter) 19 160 (O Erigena) — Ludwig IV., der Bayer 11 501; fein Verhältnis zum Papſt 512 (O Mittelalter) 19 184 (O Occam) Ludwig V., von Frankreich 11 473 (O Frankreich) — Ludwig IX., der Heilige 11 510 (O Mittelalter) Ludwig XI., von Frankreich 19 Seine Stellung zu den Nominaliſten 190 (O Buridan) Ludwig XIV., König von Frankreich 11 Seine politiſche und geiſtige Ubermacht 541—542 (O Reformation) 13 236 (O romantiſche Kunſtform) Ludwig XV., König von Frankreich 13 236 (O romantiſche Kunſtform) Ludwig XVIII., König von Frankreich 6 420 (O Württemberg) Luft (Element, Erde, Feuer, Waſſer) 1 506, 507, 528, 535 (O Naturrecht) 2 380 (O Bildung) 6 196 (vgl. 9, 427) 9 185 8, 1878 (O Element) „Die Luft“ 187—191 (O Element) [P. St. 6, 180] § 282 [P. St. 6, 226, wenig verändert] Charakteriſtik der Luft als „negative Allgemeinheit“ 187 [P. St. 6, 180], 195 g. Sie iſt „die 1422
17 Luft / Lukianos verdachtloſe, aber ſchleichende und zehrende Macht über das Indi⸗ viduelle und Organiſche“ 188 [P. St. 6, 180], 189 8 Zuſatz. a) Sie iſt „dieſe Selbſtiſchkeit, frei für ſich genommen, ohne alle geſetzte Individualiſierung“ 188 Z. Beziehung zum Licht 188 0, 185 3, 187 [P. St. 6, 180]. 8) Sie iſt „das ſchlechthin Tä⸗ tige gegen das Individuelle, die wirkſame Identität“ 188 g, 1899. Ihre Feindſchaft gegen das Organiſche, wie Unorganiſche 189 8, 188 8, 190 O. y) „Die Luft leiſtet als Materie überhaupt Widerſtand, aber bloß quantitativ als Maſſe, nicht auf Weiſe des Punktuellen, Individuellen, wie andere Körper“ 190 g. Ihre Kompreſſibilität 190 8, 191 8. Im Funkengeben der komprimier⸗ ten Luft iſt „der abſolute Urſprung des Feuers“ 1918, 190 (O Element) 1982, 199 Z. Bedeutung der Luft im meteorologiſchen Prozeß 199 8, 200 S. Humboldts Unterſuchungen der Luft 202 , 203 @ (O Meteorologie). Licht und Luft 298 8 (O Phyſik); Durchſichtig— keit der Luft 305 8, 306 8 (O Durchſichtigkeit) Bedeutung der Luft für den realen Prozeß 395 8, 396 2, für den chemiſchen Prozeß 397 8, 398 8, 438 8, 439 8 (O Chemismus), für den Galvanismus 405 B, 418 8, 422 9, 423 © (O Galvanis⸗ mus), für den Feuerprozeß 427 (O Feuer), 438 8, 439 C, 440 © (O Chemismus), für den Waſſerprozeß 4318 (O Waſſer) Der Luftprozeß der Pflanze 555—557 9 (f. Pflanze), des tieri⸗ ſchen Organismus 638 8, 636 [P. St. 6, 213], 638—639 @ (O Tier) Die Luft als Prinzip in der Philoſophie des Anagimenes 231, 232, 233, 236 (O Anaximenes). Die Luft als reales Prinzip in der Philoſophie Heraklits 353, 354 (O Heraklit), 373 (O Empedokles) Luftperſpektive 14 Bedeutung der Luftperſpektive für die Landſchaftsmalerei 71 (O Malerei) Lukas, der Evangeliſt 12 421 (O Symbol) 7 Lukianos Zur Willkür im Teſtamentmachen bei den Römern 258 (OFamilie) 13 Wir ſehen „den griechiſchen Syrer Lukian ſich mit heiterem Leicht⸗ ſinn gegen alles, Helden, Philoſophen und Götter kehren“. „Oft 1423
1 1 1 1 = * 9 > 0 DD 0 — Lukianos / Luther bleibt er ſchwatzhaft bei der bloßen Außerlichkeit der Götterge— ſtalten und ihrer Handlungen ſtehn und wird dadurch beſonders für uns langweilig“ 118 (O Satire), 232 (O Künſtler) Lullus, Raimundus Verhältnis der Leibniziſchen Anwendung des kombinatoriſchen Kalküls auf den Schluß und auf die Verbindung anderer Begrifſe zur „verrufenen lullianiſchen Kunſt“ 147 (O Leibniz) „Raimund Lullus“ 196—198 (O Myſtiker). „Er iſt exzen⸗ triſch — eine von den gährenden Naturen, die ſich in allem her— umwerſen“ 196. Sein Leben, ſeine Intereſſen 196, 197. Charak— teriſtik der ars lulliana 197, 198, 408. „Näher war das Haupt— ſtreben dieſes Mannes eine Aufzählung und Anordnung aller Begriſſsbeſtimmungen, der reinen Kategorien, wohinein alle Ge— genſtände fallen, danach beſtimmt werden können, um von jedem Gegenſtand leicht die auf ihn anzuwendenden Begriffe angeben zu können“ 197. Über ſeine Tafeln 197, 198 Giordano Bruno vervollkommnete die lulliſche Kunſt 235, 236 (O Bruno), 408. Vergleich der Ariſtoteliſchen Topik mit der lulli— ſchen Kunſt 235, 243 (O Bruno) Lunariſches ſ. Mond Lunge 599 8 (O Tier) Luſtſpiel (Komödie) 900 Eignung der Figuren aus untergeordneten Ständen für das Luft: ſpiel und das Komiſche überhaupt 263 (O Heroenzeit) Luther, Martin (Abendmahl, Hoſtie) „Die Kirchenväter, Luther und die alten Prediger zitierten, legten aus und handhabten die Bibeltexte auf eine freie Manier, bei der es in Rückſicht des Hiſtoriſch-Gelehrten auf einen Bauernſchuh nicht aukam, wenn ſie deſto mehr Lehre und Erbauung hinein— legen konnten“ 302 (O Philoſophie-Unterricht) „Was Luther als Glauben im Gefühl und im Zeugnis des Geiſtes begonuen, es iſt dasſelbe, was der weiterhin gereifte Geiſt im Be— 1424
.ı 11 1 D 13 16 — —1 19 Luther griffe zu faſſen, und ſo in der Gegenwart ſich zu befreien, und dadurch in ihr ſich zu finden beſtrebt iſt“ 36 (0 Rechtsphiloſophie) 442 (O Völkerwanderung). „Luther ſtellte den großen Satz auf, daß die Hoſtie nur etwas ſei und Chriſtus nur empfangen werde, im Glauben an ihn“ 480 (O Kirche). Luthers Stellung zum „Dieſen“ 522 (ſ. Dieſes). Luthers Auffaſſung des Abendmahls 523, feine Stellung zur Ehe 530 (O Reformation). „Luther hatte die geiſtige Freiheit und die konkrete Verſöhnung erworben: er hat ſiegreich feſtgeſtellt, was die ewige Beſtimmung des Menſchen ſei, müſſe in ihm ſelber vorgehen. Der Inhalt aber von dem, was in ihm vorgehen und welche Wahrheit in ihm lebendig werden müſſe, iſt von Luther angenommen worden ein Gegebenes zu ſein, ein durch die Religion Offenbartes“ 552 (O Aufklärung) Beziehung zwiſchen Luther und dem Bruder Martin in Goethes Götz von Berlichingen 398, 399 (O Originalität) 412 446 Die Lutheriſche Bibelüberſetzung iſt ein Volksbuch 290, das Luthe⸗ riſche Lied „Gott ſelbſt iſt tot« 306 (O Chriſtus). Die Lutheriſche Faſſung der kirchlichen Anſicht 338, des Abendmahls 339 (O Gemeinde) „Wir Lutheraner — ich bin es und will es bleiben —“ 105 (O Phi— loſophie) Luthers Beſtimmung des Zwecks feiner Reformation 109 (O Chriſtentum) Luthers Auffaſſung der Hoſtie 146 (ſ. Hoſtie). „Luther, Melanch⸗ thon haben das Scholaſtiſche ganz verworfen, und aus der Bibel, dem Glauben, dem menſchlichen Gemüt entſchieden“ 218 (O Ci⸗ cero). „Erſt mit Luther begann die Freiheit des Geiſtes, im Kerne, und hatte dieſe Form, ſich im Kerne zu halten“ 254. „Luther hätte nicht ſeine Reformation vollendet, ohne die Bibel ins Deutſche zu überſetzen; und nicht ohne dieſe Form, in eigener Sprache zu den⸗ ken, hätte die ſubjektive Freiheit beſtehen können“ 257 (O Refor⸗ mation). „Es iſt Vorurteil, daß die Reformation nur Trennung von der katholiſchen Kirche, — Luther hat die katholiſche Kirche ebenſoſehr reformiert“ 266, 265 (O neuere Philoſophie) 511, 515 (O franzöſiſche Philoſophie) Glockner, Hegel-Lexikon 90 1425
20 —1 1 E 1 Do 11 17 1 — 13 = 11 16 17 18 19 Luther / Lyon 244 (O Hamann), 430 (O Görres); zu dem Vorwurf, Luther habe die Reformation nicht allein auf die Glaubenslehre erſtreckt, fon: dern auch gegen die öffentliche Ordnung gerichtet 536, 537 (O Augsburger Konfeſſion) Luxus Luxus bedeutet eine „unendliche Vermehrung der Abhängigkeit und Not“ 275, 276 (O Bedürfnis) 325 (O Korporation) Berechtigung des Luxus 166 (O Diogenes) Lycaon Verwandlung des Lycaon in einen Wolf 31, 32 (O klaſſiſche Kunſt— form) Lyder, Lydien Kyrus und die Lyder 249, Ausdehnung und Bildung von Lydien 250. Herodot über die Perfer und Lyder 250 (O Perſien) Kröſus und die Lydier hatten zuerſt die ioniſche Freiheit in Gefahr gebracht 193 (O griechiſche Philoſophie) 399 (O Anaxagoras) Abpe,ðL“ 321 (O Griechen) Lykomedes 428 (O Herbe) Lykurgos 420 (O Württemberg) 331 (O Griechen), 342 (O Sparta) 83 (O jüdiſche Religion) 196, 197 (O ſieben Weiſe) 177 (O Plato) Lyon 161 (O Erigena) 1426
11 1 Do 13 14 Lyrik / lyriſche Poeſie Lyrik ſ. lyriſche Poeſie Lyriker ſ. Dichter lyriſche Poeſie In Theben blühte beſonders die Lyrik 347 (O Peloponneſiſcher Krieg) Von den Künſten „vermag die Lyrik allein in der Erhebung zu Gott den Preis ſeiner Macht und Herrlichkeit anzuſtimmen“ 241 (O Kunſtſchönes). Bedeutung der harmloſen gelegentlichen Situa— tion für die lyriſche Poeſie, z. B. für Pindars Preisgeſänge 277 (O Situation). Die Lyrik eignet ſich wenig zur Darſtellung des totalen Charakters 322, beſſer zu der des beſtimmten Charakters 323 (O Charakter). Die Lyrik vernachläſſigt die Ausführlichkeit und Partikularität des Außeren 343, ſie bedarf auch „am wenig— ſten der äußerlichen hiſtoriſch genau geſchilderten Umgebung“ 371 (O Kunſtſchönes) 169 (O romantiſche Kunſtform) Verweilen der Lyrik beim Einzelnen und Beſonderen 251, 255, 256 (O Poeſie). Die lyriſche Poeſie bedient ſich „ihrer Innerlich— keit und ſubjektiven Ausdrucksweiſe wegen“ gern des Reimes 314 (O Reim) Inhalt der Lyrik iſt „das Subjektive, die innere Welt, das be— trachtende, empfindende Gemüt“; fie kann ſich „das Sich-Aus— ſprechen des Subjekts zur einzigen Form und zum letzten Ziel nehmen“ 323. Hinwendung zum Muſikaliſchen 323 (O epiſche Poeſie). Die lyriſche Poeſie im Vergleich zur epiſchen 333, 334, 376, 377, 380, 381, 388, 416 (O epiſche Poeſie), 419, 421, 422, 425, 431, 434, 436, 442, 446, 473 (ſ. u.). Die lyriſche Poeſie im Vergleich zur dramatiſchen 333, 376 (O epiſche Poeſie), 454, 473 (ſ. u.) „Die lyriſche Poeſie“ 323, 419—478 (O Poeſie). Zur Subjektivität der poetiſchen Phan taſie überhaupt 419. „Aus der Objektivität des Gegenſtandes ſteigt der Geiſt in ſich ſelber nieder, ſchaut in das eigene Bewußtſein, und gibt dem Bedürfniſſe Befriedigung, ſtatt der äußeren Realität der Sache, die Gegenwart und Wirklichkeit derſelben im ſubjektiven Gemüt .. darſtellig zu machen“ 419, 420, 422. Die Sprache des poetiſchen Inneren muß 1427
14 lyriſche Poeſie dennoch eine allgemeine Gültigkeit enthalten 420. Aufgabe der lyriſchen Poeſie iſt die Leidenſchaft zu einem von jeder Zufälligkeit der Stimmungen gereinigten Objekt zu machen, aber nicht ſo weit zu gehen, die Subjektivität des Gemüts in praktiſcher Tätigkeit und Handlung darzuſtellen 420, 421. Die Einteilung hat nach dem allgemeinen Charakter, den beſonderen Beſtimmungen und nach der hiſtoriſchen Entwicklung der Lyrik zu fragen 421 1. „Allgemeiner Charakter der Lyrik“ 421; 421 bis 441 a) Der Inhalt der Lyrik iſt „Beſonderung, Partikularität und Einzelnheit“ der Subjektivität. Damit kann der Inhalt höchſt mannigfaltig fein 422. Lyrik kann „faſt zu allen Zeiten der natio— nalen Entwickelung entſtehen“ 423 a) Innerhalb dieſer Vereinzelung kann das Allgemeine als fol: ches, ſo der weſentliche Gehalt der Religion, Kunſt, ja ſelbſt der wiſſenſchaftliche Gedanke Inhalt der Lyrik werden 423, 327—329, 433, 455, 465 6) „Zu der Sphäre des in ſich Allgemeinen tritt ſodann zweitens die Seite der Beſonderheit“, die ſich mit dem Subſtantiellen ve.weben kann 423. Schillers lyriſche Gedichte und Balladen 423 y) Die Subjektivität als ſolche wird der eigentliche Gehalt, und damit wird die ganze Stufenleiter der Empfindung in ihren momentanen Bewegungen oder einzelnen Einfällen feſtgehalten 424. Ahnlichkeit mit der Genremalerei 424 b) Die Form der Lyrik bleibt vom Subjekte getragen 424, 425. Das lyriſche Gedicht erhält dadurch eine Innerlichkeit der Stim— mung und Reflexion, „die ſich in ſich ſelber ergeht“ und beinahe wo es will anfangen und abbrechen kann 425 a) Lyrik kann an das Epiſche heranſtreifen 425. Heldenlieder, No— manzen, Balladen gehören hierher 425, 426. Nicht der Vorfall ſelbſt, „ſondern die ſich darin wiederſpiegelnde Gemütslage macht den Mittelpunkt aus“ 426. „So iſt der Inhalt zwar epiſch, die Behandlung aber lyriſch“ 426 aa) Das Epigramm 426—427 (. Epigramm) BP) Lyrik als ſchildernde Erzählung 427. Die Romanze, befonders bei den Spaniern 427 yy) Die Ballade 427 —428, 449 (f. Ballade) 90 Lyrik der Gelegenheitsgedichte 428—430 (f. Gelegenheitsge— icht) 1428
14 lyriſche Poeſie y) Lyrik, die „Anregung, wie den Inhalt in ſich ſelber“ ſucht und hat. „Hier wird ſich der Menſch in ſeiner ſubjektiven Innerlichkeit ſelber zum Kunſtwerk“ 431 aa) Beimengung noch von Erzählendem, wie in den anakreonti— ſchen Liedern 431 66) Überhaupt braucht ſich die dargeſtellte Situation „nicht bloß auf das Innere als ſolches zu beſchränken, ſondern darf ſich als konkrete und damit auch äußerliche Totalität erweiſen“ 431. Die anakreontiſchen Lieder 431, die Liebeslieder des Haſis, geſellige Lieder 432, 433 yy) Lyrik, welche ſich auf den Ausdruck rein innerlicher Stim— mungen, Reflexionen beſchränkt 433. Das Volkslied, Goetheiſche Lieder 433 c) Ein dritter Punkt endlich betrifft „die allgemeine Stufe des Bewußtſeins und der Bildung, aus welcher das einzelne Gedicht hervorgeht“ 434—441, 422. Der Lyrik find „vornehmlich ſolche Zeiten günſtig, die ſchon eine mehr oder weniger ſertig gewordene Ordnung der Lebensverhältniſſe herausgeſtellt haben“. Erſt in ſolchen Tagen iſt der einzelne Menſch „in ſich ſelbſt reflektiert” 434, 435. Die Lyrik bedarf einer erworbenen Kunſtbildung und ausgeſprochener Individualität 435 q) „Erſtens die lyriſche Außerungsart der Volkspoeſie“ 435—438 (ſ. Volkslied) 8) Weiterentwicklung von der Volkspoeſie zur Kunſtpoeſie 438440 aa) „Das in ſich zuſammengedrängte Gemüt“ muß „zum freien Vorſtellen ſeiner ſelbſt hindurchdringen“ 438. Die Lyrik „muß die Totalität des innern Lebens“ poetiſch ausſprechen 439 66) Mit dem freien Selbſtbewußtſein wächſt dann auch „die Frei— heit der ihrer ſelbſt gewiſſen Kunſt“ 439 yy) Es entſteht die ſpätere lyriſche Kunſtpoeſie 439, 440. Sie hat „das freie ausgebildete Selbſtbewußtſein des Vorſtellens wie der künſtleriſchen Tätigkeit zur Vorausſetzung und Grundlage“ 440 y) Lyrik als „Erguß einer in ſich kämpſenden und ringenden Seele, die in ihrem Gären ſowohl der Kunſt als dem Denken Gewal tut“ 441. Andernteils „aber iſt auch das in ſich als Denken bern gte Philoſophieren imftande, feine klar geſaßten und ſyſte— matiſch durchgeführten Gedanken mit Empfindung zu beſeelen, durch Anſchauung zu verſinnlichen“, wie dies Schiller in manchen Gedichten tut 441 1429
14 lyriſche Poeſie 2. „Beſondere Seiten der lyriſchen Poeſie“ 421, 441—466. Wichtigkeit der dichtenden Subjektivität und der Ver— zweigungen der verſchiedenen Arten der Lyrik 442, 441 n) „Der lyriſche Dichter“ 442, 442—446 (ſ. Dichter), 425, 426 b) „Das lyriſche Kunſtwerk“ 442, 446—454. Unterſchied des lyriſchen Kunſtwerks vom epiſchen 446 a) Das Epos iſt als Nationalepos von ſeiner größten Bedeutung 446 d) Dem entgegen liegt das Prinzip des lyriſchen Kunſtwerks in „der Beſonderung und Vereinzelung“ 447 AP) Der Einheitspunkt des lyriſchen Gedichts, das „ſubjektive In— nere“, iſt „teils die ganz formelle Einheit des Subjekts mit ſich“, teils zerſplittert und zerſtreut „zur bunteſten Beſonderung und verſchiedenartigſten Mannigfaltigkeit der Porſtellungen, Gefühle, Eindrücke, Anſchauungen“ 447 /) „Am vollſtändigſten lyriſch iſt in dieſer Rückſicht die in einem konkreten Zuſtande konzentrierte Stimmung des Gemüts“ 448 6) Die Entfaltung des lyriſchen Gedichts 448451, 446 da) „Im Gegenſatze epiſcher Ausbreitung hat die Lyrik die Zu— ſammengezogenheit zu ihrem Prinzipe, und muß vornehmlich durch die innere Tiefe des Ausdrucks“ wirken 448. Freilich darf „die Veranſchaulichung äußerer Gegenſtände nicht verbannt ſein“, in welche ſich das Gemüt hineingelegt hat 448, 449. Die Romanze und Ballade 449 66) Epiſoden ſind dem lyriſchen Dichter gleichfalls unverwehrt. Ihre Berechtigung iſt ſubjektiver Art 449 Auch in der Lyrik haben die einzelnen Teile Freiheit und Selbſtändigkeit 450. Der fortleitende Zuſammenhang kann einen ruhigen Verlauf nehmen oder ungebunden und ungeſtüm fort— eilen 450, 451. Horaz 451 y) Die „äußere Form und Realität des lyriſchen Kunſtwerks“ 451—454, 446 aa) Für die Lyrik haben wir „die größte Mannigfaltigkeit ver: ſchiedener Metra und die vielſeitigere innere Struktur derſelben zu fordern“ 451. „Der lyriſche Erguß ſteht zu der Zeit, als äuße— rem Elemente der Mitteilung, in einem viel näheren Verhältnis als das epiſche Erzählen“ 451, 452 BP) Alliteration, Reim und Aſſonanz haben in der Lyrik die größte Bedeutung 452, 453. Die verzweigte Figuration des Reims iſt ihr beſonders eigentümlich 453. So bei den Spaniern 453 1430
14 13 lyriſche Poeſie / Lyriſches yy) Hinwendung der Lyrik zur Muſik, indem das Wort zur wirk— lichen Melodie und zum Geſang wird 453. Weil der lyriſche Inhalt „innerlicher bleibt, muß er äußerlich erregender werden“ 453. Über den Stufengang in der Vereinigung von lyriſcher Poeſie mit Mnuſik 454 c) „Die Arten der eigentlichen Lyrik“ 442, 454466. Die Ein: teilung findet ihren Grund in der Stellung, welche das dichtende Bewußtſein zu ſeinem Gegenſtande einnimmt 455 a) Der Dichter hebt „die Partikularität ſeiner Empfindung und Vorſtellung auf“ und „verſenkt ſich in die allgemeine Anſchauung Gottes oder der Götter“. „Hymnen, Dithyramben, Päane, Pialmen gehören in dieſe Klaſſe“ 455 aa) Rundet der Dichter das Göttliche zu einem objektiven Bilde ab, fo entfteht der Hymnus. Die dem Homer zugeſchriebenen Hymnen 455 AP) „Lyriſcher iſt der dithyrambenmäßige Aufſchwung als ſub— jektiv gottesdienſtliche Erhebung“ 456. Die Griechen find raſch dazu fortgegangen, ſolche Ergüſſe durch Erzählung beſtimmter mythiſcher Situationen zu unterbrechen 456. Über die Pſalmen 456 (ſ. Pſalmen), Propheten 457 (ſ. Propheten), Klopſtock 458 (ſ. Klopſtock) 8) Die Ode 458—460 (ſ. Ode) „) Das Lied 460—466 (f. Lied) 3. „Geſchichtliche Entwickelung der Lyrik“ 421, 466—478. Beſonders auf dem lyriſchen Gebiet iſt „eine konkrete Behandlung nur in zugleich hiſtoriſcher Weiſe möglich“ 466 a) Die orientaliſche Lyrik 467—469 (ſ. orientaliſche Lyrik) b) Die griechiſche und römiſche Lyrik 469—473; 469—472 (ſ. grie⸗ chiſche Lyrik); 472—473 (ſ. römiſche Poeſie) c) Die Lyrik der germaniſchen, romaniſchen und ſlawiſchen Völker— ſchaften 473—478. Hier wird die Lyrik im allgemeinen Charakter der romantiſchen Kunſtform mannigfach und reich ausgebildet 473—475 (ſ. romantiſche Poeſie). Die Lyrik der Gegenwart von Klopſtock 475—478 (f. Klopitod), von Schiller und Goethe 478 (. d. Art.) Lyriſches „Das Lyriſche iſt für die romantiſche Kunſt gleichſam der elementariſche Grundzug, ein Ton, den auch Epopde und Drama an— 1431
13 14 17 18 11 11 19 E Lyriſches / Macht ſchlagen, und der ſelbſt die Werke der bildenden Kunſt als ein allgemeiner Duft des Gemüts umhaucht, da hier Geiſt und Gemüt durch jedes ihrer Gebilde zum Geiſt und Gemüte ſprechen wollen“ 134 (O romantiſche Kunſtform) Die Malerei „verkennt, wenn ſie ſich auf das eigentlich Lyriſche ausſchließlich einläßt, ihre Mittel“ 84 (O Malerei) Charakteriſtik lyriſcher Muſik 208 (O Muſik). Zur lyriſchen Seite im Drama 495, 496 (ſ. Drama) Lyſar dros 404 Lyzeum 306 (O Ariſtoteles) Macartney, George Macartneys Reiſe von Staunton 348 (O Sprache) Macartney über China 170, 171, 184 (O China), 256 (O Syrien) Machiavelli 354 (O Württemberg) Oft wird die berühmte Schrift »Der Fürſt« „als mit den Maximen der grauſamſten Tyrannei erfüllt, mit Abſcheu verworfen, aber in dem hohen Sinne der Notwendigkeit einer Staatsbildung hat Machiavelli die Grundſätze aufgeſtellt, nach welchen in jenen Um— ſtänden die Staaten gebildet werden mußten“ 509, 510 (O Mittel: alter) 252 Macht „Die Gewalt iſt die Erſcheinung der Macht, oder die Macht als Außerliches“ 715 (O Kauſalität) Macht und Gewalt im realen mechaniſchen Prozeß 192. „Die Macht, als die objektive Allgemeinheit und als Gewalt gegen das Objekt, iſt, was Schickſal genannt wird“ 192 (O Mechanismus) Dem Prinzip der Dialektik entſpricht die Vorſtellung von der Macht Gottes 1938 (0 Dialektik). „Gott, als das Weſen, ſowie 1432
Macht E er die Güte iſt, dadurch, daß er den Momenten ſeines Scheinens in fi Exiſtenz verleiht, eine Welt zu erſchaffen, erweiſt ſich zu: gleich als die Macht über dieſelbe und als die Gerechtigkeit, den Inhalt dieſer exiſtierenden Welt, inſofern dieſelbe für ſich exiſtie⸗ ren will, als bloße Erſcheinung zu manifeſtieren“ 2998 (O Er⸗ ſcheinung) Faſſung der Subſtanz als „abfolute Macht“ 338 [P. St. 6, 89] (ſ. Subſtantialität). Faſſung des Begriffs als „die für fie feiende ſubſtantielle Macht“ 353 [P. St. 6, 96] (ſ. Begriff) 12 „Macht beſteht nur darin, ſich im Negativen ſeiner zu erhalten“ 245 (O Handlung) „Die allgemeinen Mächte des Handelns“ 298 bis 305 (ſ. Handlung) (13, 97, 94] Verhältnis der allgemeinen Mächte zur menſchlichen Individuali— tät 305 (ſ. Individuum), 320 (f. Charakter), 325 (O Charakter) Konflikt der ewigen ſubſtantiellen Mächte, die Intereſſen des Staats, Vaterlandsliebe, Familienpflichten uff. mit der roman⸗ tiſchen Liebe 183 (ſ. Liebe) 14 Die in ſich ſelbſt berechtigten Mächte als Inhalt der Tragödie 527 bis 533 (ſ. Tragödie) 15 Auf der Stufe der unmittelbaren Religion tft der Inhalt der Bor: ſtellung von Gott ein Unbeſtimmtes, eine „unbeſtimmte Macht“ 295, 297 (O unmittelbare Religion), 365. „Die ganz erſte Form der Religion, wofür wir den Namen Zauberei haben, iſt dieſes, daß das Geiſtige die Macht über die Natur iſt“ 299. Das Indivi⸗ duum weiß, „daß es ſich in einen höhern Zuſtand verſetzen muß, um dieſe Macht zu haben“ 300. Es iſt direkte Macht, nicht eine indirekte, die wir etwa durch Werkzeuge ausüben 300 (ſ. Zauberei) Unterwerfung des Beſonderen einer beſondern Macht in der chineſiſchen Religion 354, 353 (O chineſiſche Religion). Die be⸗ ſonderen Mächte in der indiſchen Religion 358 (O indiſche Religion). Bedeutung der ſubſtantiellen, allgemeinen Macht im Bud⸗ dhaismus 404, 405, 416 (O Buddhaismus). Das Gute als abſolute Macht in der perſiſchen Religion 423 (O perſiſche Religion). Fort⸗ beſtimmung der Macht zu geiſtiger Freiheit 434 (O ſyriſche Re⸗ ligion). Rückblick auf die Entwicklung der Macht 442, 443 (f. ägyp⸗ tiſche Religion) 1 E 1433
Macht / Magie 16 Zuſammenfaſſende Wiederholung des Begriffs der Macht in den 17 18 9 6 10 bisher betrachteten Religionen 6, 7. Jetzt ſind wir angelangt bei der „ganz freien Macht der Selbſtbeſtimmung“ 7 (ſ. beſtimmte Religion). Die nächſte Wahrheit im Verhältnis von Zweck und Mittel „iſt die allgemeine Macht, wodurch die Mittel an ſich vorhanden ſind für den Zweck“ 30, 31. Charakteriſtik dieſer Macht, „die nach Zwecken tätig iſt“. Sie iſt die „Macht der Weisheit“ 32 (O beſtimmte Religion), 33 (O Schöpfung) Zur Macht, welche der Gläubige in der indiſchen Philoſophie er— reichen kann, wenn „er durch Bildung feines Denkens ſich in die Innerlichkeit erhebt“ 173, 172 (O Sankhya) „Der Menſch iſt mächtig, der das, was die Menſchen tun, auf ihre abſoluten Zwecke zurückzuführen weiß, welche den Menſchen be— wegen. Dies iſt Gegenſtand der Lehre der Sophiſten“ 11 (O So⸗ phiſten) Madonnenbilder ſ. Maria Magdalena ſ. Maria Magdalena Magen 642 [P. St. 6, 214], 644 [P. St. 6, 215], 6518, 654 O, 655 8 (O Tier) Magie (Zauberei) 238, 239 [vgl. 10, 161] Das magiſche Verhältnis zwiſchen der Mutter und dem Kind in ihrem Leibe 159 8, 158 8, zwiſchen Freunden, Familiengliedern 159 H. Das magiſche Verhältnis der fühlenden Seele 161 © [vgl. 10, 161]. Über den Begriff der Magie 161—163 & (O Seele). „Die abſolute Magie wäre die Magie des Geiſtes als ſolchen.“ In die: ſem Verhältnis find Unmittelbarkeit und durch Denken, Anſchau— ung, die Gebärde, die Sprache erfolgende Vermittlung 1618. Magiſche Gewalt zwiſchen Erwachſenem und Kind, und unter den Erwachſenen 161 8, 162 H. Magie des teufliſchen Geiſtes 162 2. Die vermittlungsloſeſte Magie übt der individuelle Geiſt über feine eigene Leiblichkeit aus 162 . Über den fälſchlich dem Menſchengeſchlecht zugeſchriebenen primitiven magiſchen Zuſtand 162 C, 163 1434
Magie / Magnetismus 10 Über die zweierlei Formen des magiſchen Verhältniſſes der Seele 164—204 O. „Die erſte dieſer Formen kann als die formelle Sub: jektivität des Lebens bezeichnet werden“ 1638, 164—174 (ſ. Seele). Die zweite dieſer Formen kann als „die reale Sub— jektivität der fühlenden Seele“ betrachtet werden 174—204 © (ſ. Seele). Notwendigkeit des magiſchen Verhältniſſes zwiſchen Geiſt und Leib 244 (O Gewohnheit) 14 Magie der Farben 70, 73, 74 (ſ. Farbe) 19 Magie in der Philoſophie Bacons 285, 290 (O Bacon) Magna Charta 11 511, 539 (f. England) 20 479 (O Reformbill) Magneſia 11 Sieg der Römer über Antiochus bei Magneſia 395 (O Römer) Magnet (Magnetismus) 21 (O Planet) Zu Leibnizens Einfall über den Magneten und ſeine Freiheit 155, 191 (19, 470] 8 Der Magnet iſt eine „ohnmächtige Darſtellung des Schluſſes, der in der Mitte, in ſeinem Indifferenzpunkt, ſeine Pole zuſammen⸗ ſchließt, die hiermit in ihrer Unterſchiedenheit unmittelbar Eines find“ 88 8 (O Logik). Zur Polarität des Magneten 279 O. Die magnetiſche Materie als Eigenſchaft des Dings 293 [P. St. 6, 78], 2940 (O Ding) 9 148 0 (O Medanit), Unterſcheidung des Magneten vom Magne⸗ tismus 274 O, 2750 (O Magnetismus) 11 418 (0 Chriſtentum), 518 (O Mittelalter) 15 Verſchiedenheit und Untrennbarkeit der Pole des Magneten 73 (O unmittelbares Wiſſen) 17 361 (O Heraklit) — — Magnetismus (Magnet, Somnambulismus) 1 22, 27 (O Planet), 139 (O Fichte) 1435
D a m Magnetismus en] Der Magnetismus im naturphiloſophiſchen Formalismus 47, 50 (O Phänomenologie) 130, 131 (O Verſtand), 213 (O Naturbeobachtung) Der Magnetismus als „die Diremtion des individuellen Einheitspunktes in den Gegenſatz, der aber noch im Begriffe eingeſchloſſen bleibt“ 196 (O Phyſik) 59 (O Begriff), 187 (O Mechanismus), 187-188 [P. St. 9, 272 bis 273 f. u.] (O Geſtalt) Tieriſcher Magnetismus 238 8 (O Seele) 279 3 (f. Magnet), 309 9, 310 9 (O Kraft), 406 8 (O Mechanis⸗ mus) 132 3 (O Mechanik), 216 [P. St. 6, 185, 186] (O Schwere), Kohä— ſion und Magnetismus 2228 (O Kohäſion) De: Magnetismus 266 [vgl. 6, 184], 2718, 272—291 [p 5t. 6, 187—188] § 31%. [P. St. 6, S 238, erweitert] (O Geſtalt). „Der Magnet ftellt auf eine einfache naive Weiſe die Natur des Begriffes, und zwar in ſeiner entwickelten Form als Schluß dar“ 272 [P. St. 6, 187), 275 Z. Die Pole und der Indifferenzpunkt 272 [P. St. 6, 187], der Erdmagnetismus 273 [P. St. 6, 187] Zuſatz. a) Über das Prinzip des Magnetismus als den „Trieb der Geſtaltung“, der noch nicht zur Ruhe gekommen iſt 274, 273 2. Seine Räumlichkeit iſt noch ganz abſtrakt als Linearität 274 8, 272 [P. St. 6, 187] 8) Zur Erſcheinung des Magnetismus 274—278 9, 284 H. „Um feſtzuſtellen, was in dieſem Begriffe enthalten iſt, müſſen wir die ſinnliche Vorſtellung von einem Magnetſtein, oder Eiſen, das mit dem Stein beſtrichen wird, zunächſt gauz vergeſſen“ 274 8, 275 B. „Indem der ſpröde Punkt ſich zu Unterſchieden des Begriffs auf— ſchließt, fo haben wir die Pole“ 275 8, 272 [P. St. 6, 187]. „Zwi⸗ ſchen ihnen im Raume exiſtiert dann and) ihre Einheit, wo ihr Gegenſatz aufgehoben iſt“ 275 8, 276 . Unterſcheidung von paſ— ſiwem ut aktivem Magnetismus 276 8, von Attraktion und Re: pulſion 2768, 277 8, Nordpol und Südpol 2768, 277 H. Die Deklination der Magnetnadel 278 8 y) Über die Körper, an welchen der Magnetismus zur Erſcheinung kommt 278—280. Bindung an Eifen, überhaupt an Metalle 278 8, 1436
Magnetismus 279 H. Bedeutung der Kohäſion hierfür 279 8; der Magneteiſen— ſtein 279 8; Licht und Magnetismus 280 5) Über die Umſtände und Bedingungen, unter welchen der Mag— netismus zur Erſcheinung kommt 280—282 g. Die zwei Indiffe⸗ renzpunkte Brugmanns 281g. Der Kulminationspunkt von van Swinden 2818. Die Inklination 2818, 282 8, 216 [P. St. 6, 185, 186]. Zentripetal- und Zentrifugalkraft 282 & § 313 O Über die Tätigkeit des freien Magnetismus die örtlichen Verhältniſſe zu beſtimmen 282 g, 283 g. Zur Annahme der Iden— tität von Magnetismus, Elektrizität und Chemismus 283 H. Ihre Übereinſtimmung und Unterſchied 2838, 2848, 286 O. „Die Philoſophie hat die Idee ihrer Identität, aber mit ausdrücklichem Vorbehalt ihres Unterſchiedes gefaßt“ 2848 Zuſatz. Charakteriſtik der Beſtimmtheiten der magnetiſchen Be— wegung 284, 285 Z. Zur Beziehung zwiſchen Elektrizität und Magnetismus 2858, 2868, 287 J. Der galvaniſche Prozeß 286 g, 287 H. Ermans Apparat 2879, 288 . Die Nord-Süd— und Oſt⸗Weſt⸗Polarität 288 & § 3148 Parallele der Tätigkeit des Magnetismus mit der des Begriffs 288 8, 289 O. Zum Geſetz des Magnetismus, „daß die gleichnamigen Pole ſich abſtoßen, und die ungleichnamigen ſich an— ziehen“ 289 & Zuſatz. „Die Infektion befteht darin, zum Gegenteil des Erſten gemacht zu werden, um erſt als Anderes (und zwar durch das Erſte als Anderes geſetzt) von ihm identiſch geſetzt zu werden“ 2898, 290 , 291 8. „Im Magnetismus iſt gerade dies vorhan— den, daß gerade inſofern das Identiſche identiſch iſt, es ſich inſo— fern different ſetzt, und gerade inſofern das Differente different iſt, es ſich inſofern identiſch ſetzt“ 290 8, 288 H. „Dies iſt die Wirkſamkeit der totalen Form, als das Identiſch-Setzen des Ent— gegengeſetzten“ 290 H. Der Magnetismus iſt die Mitte zwiſchen der Subjektivität, „die ſich auf einen Punkt hält und dem Flüſ— ſigen, welches nur als Kontinuum iſt“ 291 (O Geſtalt) Der Magnetismus und die Geſtalt, beſtimmt als Kriſtall 291 g, 292 9, 293 0 (0 Kriſtall) 334 g, 433 g, 434 C, 458 G, 502 g, 631 [P. St. 6, 212] Magnetismus und Elektrizität 3672, 368 8, 3699, 371 g, 373 8, 380 8, 381 (O Elektrizität). Der Magnetismus und der chemiſche Prozeß 387 H, 388 2, 389 g, 390 8, 436 @ (O Chemis⸗ 1437
S 1 = 15 17 18 19 11 11 12 14 15 20 11 15 Magnetismus / Mahädena mus). Tieriſcher Magnetismus 7128, 713, feine Heilwirkung 7150 (O Krankheit) Animaliſcher Magnetismus 148, 158, 178, 18 8, 1768, 191 bis 204 & (ſ. Somnambulismus) 77; tieriſcher Magnetismus 311 (ſ. Somnambulismus) 223 (O Thales) 105 (ſ. Somnambulismus) 574, 673, 674. Schelling und der Magnetismus 653, 671, 682 (O Schelling) Magnetismus, animaliſcher ſ. Somnambulismus Magyaren 447 (O Völkerwanderung), 468, 469 (O Mittelalter) Mahabharata (Bhagavad-Gitä, indiſche Poeſie) Zur Epiſode Nala aus dem Gedichte Mahabharata 207 (O Indien) 12, 291; 15, 399] 217, 217—218 Fußn. (O Indien) 291 (O Kolliſion), 462 (O Inder) 333. „Der Ramajana und Maha-Bhahrata legen uns die Welt: anſchauung der Inder in der ganzen Pracht und Herrlichkeit, Ver— wirrung, phantaſtiſchen Unwahrheit und Zerfloſſenheit, und eben— ſo umgekehrt in der ſchwelgenden Lieblichkeit und den individuel— len feinen Zügen der Empfindung und des Gemüts diefer gei— ſtigen Pflanzennaturen dar“ 399 (O indiſche Poeſie) 399 (O indiſche Religion) „Rezenſion von: »Über die unter dem Namen Bhagavad-Gita bekannte Epiſode des Mahabharata; von W. von Humboldt. Berlin, 18264“ 57—131 (f. Humboldt, Wilh. v.), 59, 127 (O Humboldt, Wilh. v.) Mahädeva 213 (O indifche Religion) Mahädeva ift das dritte zu Brahm und Viſchnu. „Es ift die Be⸗ ſtimmung des Werdens überhaupt oder des Entſtehens und Ver— 1438
15 17 17 11 1 — 19 11 19 7 Mahädeéva / Majorat gehens“ 376, 375. Mahädeva nennt ſich Brahm“ 380. Vis⸗ vamitras Gebet zu Mahädeva 388 (O indiſche Religion) 171 (O Sankhya) Maheswara 166, 171 (O Sankhya) Mahmüd von Ghasna 222 (O Indien) Mailand 364 (O Römer), 430 (O byzantiniſches Reich), 509 Maimonides, Rabbi Moſes ben Maimun Maimonides in ſeinem Doctor perplexorum über den Übergang der Philoſophie zu den Arabern 122. Die Ismaeliten, die Sekte Muatzali, die Sekte Aſſaria, die Medabberim 122, 125, 126 (O arabiſche Philoſophie) Zitate aus Maimonides: More Nevochim 126 Fußn., 127 Fußn., 128 Fußn. (O arabiſche Philoſophie) 131—132 (O arabiſche Philoſophie). „An die Araber ſchließen ſich die jüdiſchen Philoſophen an.“ Unter ihnen iſt ausgezeichnet Mo: ſes Maimonides 131. Geburt und Leben, ſein Werk More Nevochim. Wir finden bei ihm „ſehr ſtrenge abſtrakte Metaphyſik, die ſich nach Art Philos mit den moſaiſchen Büchern und deren Explikation verknüpfte“ 131, 132 Mainz 489 (O Mittelalter) 450 (O Leibniz) Maja 122, 125 (O Humboldt, Wilh. v.) Majeſtät Majeſtät des Monarchen 389. „Das Begnadigungsrecht iſt eine der höchſten Anerkennungen der Majeſtät des Geiſtes“ 392 (O Verfaſſung) Majorat 415, 416 (O Verfaſſung) 1439
Major domus / Malebranche Major domus 11 Der major domus unter den Merowingern 459, 460 (O Karl J., der Große) Malaien 10 Zur malaiſchen Raſſe 72 8, 73 @ (O Seele) Malchus ſ. Porphyrios MWalebranche, Nicolas 4 Charakteriſtik des in ſich explizierten und konkreten Idealismus des Malebranche 188, 189 (O Fürſichſein) 10 54 [P. St. 6, 233]; in feiner Philoſophie wird auf „Einheit des Denkens und des Seins, des Geiſtes und der Materie zurückge— gangen und dieſe Einheit in Gott geſetzt“ 59 8 (ſ. Leib — Seele) 19 Über den Gegenſatz des „abſoluten Erkennens und der Wirklich— keit deſſen, was ſo erkannt wird“ in Malebranches Recherches de la vérité 354, 367 (O Descartes) „Malebranche“ 411—417 (O neuere Philoſophie), 274. Nähe ſeiner Philoſophie zum Carteſianismus und Spinozismus. „Es iſt Spinozismus in anderer, frommer, theologiſcher Form“ 411, 413, 414, 415, 416 Geburt, Studiengang, Studium von Descartes’ Werk De homine 411 Sein Hauptwerk De la recherche de la vérité, das zum kleineren metaphyſiſch, zum größeren dempiriſch iſt 411, 416, 420. „Das Wich— tigſte iſt ſeine Vorſtellung von dem Urſprung unſerer Erkenntnis“ 412. Sein Reſultat iſt: »daß wir alle Dinge in Gott ſehen« 412, 415. »Gott iſt fo der Ort der Geiſter, wie der Raum der Ort der Körper« 413, 414. Wichtig iſt, daß Malebranche „auch das Allge— meine, das Denken überhaupt zum Weſentlichen macht“ 413 a) „Das Allgemeine iſt vor dem Beſonderen“ 413, 414, 427. Im Gegenſatz zu Lockes Anſicht iſt hier das Allgemeine die erſte Idee im Menſchen 413. Gott iſt der, der alle Dinge in der Einſachheit ſeiner Natur enthält“ 414 6) Zurückweiſung des Vorwurſes, dies ſei Pantheismus 414. „Das Eine Allgemeine iſt Gott, und ſofern es beſtimmt iſt, iſt es das Beſondere; dies Beſondere ſehen wir nur im Allgemeinen, wie die Körper im Raume“ 414, 415. Vergleich mit Spinoza 414, 415 1440
19 2 12 14 11 12 Malebranche / Malerei y) „Richtung der Seele zu Gott.“ »Der Wille überhaupt iſt die Liebe zu Gott.« „Das Denken iſt nur in der Einheit mit Gott“ 415, 416. Wir ſind nach dem Ebenbilde Gottes. „Die Liebe Gottes beſteht darin, ſeine Affektionen auf die Idee Gottes zu beziehen, wer ſich erkennt und ſeine Affektionen deutlich denkt, liebt Gott“ 416. Zur Logik und Pſychologie Malebranches 416, 417. Zitate aus: De la recherche de la verite 413, 414, 414 Fußn., 415, 415 Fußn., 416, 416 Fußn. (O neuere Philoſophie). Stellung von Leibniz und Locke zu Spinoza und Malebranche 418. Lockes Stel— lung zu Malebranche 418, 419, 420, beſonders zu der recherche ‚te la veritö 420, 427 (O Locke) 524 (O franzöſiſche Philoſophie) Maler 25 Fußn., 361 Aufgabe des Porträtmalers 216, 228 (O Kunſtſchönes). Goethe hat ſich viel Mühe gegeben, die Philoſtratiſchen Gemälde den Malern zur Nachbildung vorſtellig zu machen 370 (O Kunſtſchönes) 392 (O Manier) Zur ſchöpferiſchen Subjektivität des Malers im Hervorbringen des Kolorits 75 (O Farbe) 190 (O Muſik) Malerei (Genremalerei, holländiſche Malerei) 224 (O Kunſt) Zur Malerei der Chineſen 190 (O China) 504 Verhältnis der Malerei zur Natur 75, 76 (O Nachahmung). Ver— dienſt der Schlegels um die ältere italieniſche und niederländiſche Malerei 100 (O Schlegel, Aug. Wilh. und Friedr.) Die Malerei iſt eine der drei Kunſtformen der romantiſchen Kunſt 127, 128—129 (O Aſthetik). Die Malerei iſt „das Sichtbarmachen als ſolches“. Im Gegenſatz zu Architektur und Skulptur hat ſie „ihre Unterſchiede als ideellere, als die Beſonderheit der Farben, und befreit die Kunſt von der ſinnlich räumlichen Vollſtändigkeit des Materiellen, indem ſie ſich auf die Dimenſion der Fläche be— ſchränkt“ 128, 129 Glockner, Hegel⸗Lexikon 91 1441
12 Malerei Zugleich gewinnt der Inhalt „die weiteſte Partikulariſation“ 129 und Subjektivität 131 (O Atthetik) Die Malerei im Dienſte der Kirche 150 (O Aſthetik). In der Dar⸗ ſtellung der chriſtlichen Leidensgeſchichte bleibt die Malerei oft bei der Entzweiung ſtehen. Die niederländiſche Malerei dagegen birgt meiſt eine Verſöhnung des Gemüts in ſich 219, 224. Sucht nach fader, idealiſcher Daritellung und ihre Überwindung 222, 223. Zur jetzigen Kunſtausſtellung (1828), in welcher die Düſſeldorfer Schule mehrere Gemälde ausſtellt, welche ſämtlich Sujets aus der Poeſie haben 224 [14, 84]. Die flüchtigen Scheine der holländiſchen Malerei 224 (O Kunſtſchönes). Verteidigung der holländiſchen Genremalerei 233, 234 (ſ. holländiſche Malerei) Zur Mannigfaltigkeit der maleriſchen Situationen 272, 279. Sie dürfen jedoch nicht bis zur Darſtellung äußerſter Verzweiflung und der Häßlichkeit als ſolcher fortgehen 279 (O Kollifion) Zur Regelmäßigkeit und Symmetrie in der Malerei 335, zur Har— monie in ihr 337, zur Farbenreinheit 339 (O Kunſtſchönes), 199. Zur ſubjektiven Manier in der Malerei 392, 393 (O Manier) 13 Darftellung „der Seligkeit der Marter“ in der Malerei 158 14 (ſ. Märtyrer). Die Malerei ſpielt neben der Poeſie die große Rolle in der ſubjektiven Nachahmung des Vorhandenen 221 (O roman⸗ tiſche Kunſtform) Über den Platz der Malerei in der Einteilung der einzelnen Künſte 258---259 [12, 128—129; 14, 7, 9—124] (O Aſthetik). Sie ſteht am Anfang der Gruppe von Künſten, „welche die Innerlichkeit des Subjektiven zu geſtalten berufen ſind“ 258. „Ihr Gegenſtand iſt nicht mehr Gott als ſolcher, als Objekt des menſchlichen Bewußt— ſeins, ſondern dieſes Bewußtſein ſelbſt, der Gott entweder in feiner Wirklichkeit des ſubjektiv lebendigen Handelns und Lei— dens, oder als Geiſt der Gemeine“ 258 [14, 10]. Sie bedient ſich dabei der Natur oder des menſchlichen Organismus und nimmt als Material die Farbe und zieht die Dreiheit des Raumes in die Fläche zuſammen 259 [14, 7] (O Aſthetik) Vergleich der Malerei mit der Skulptur 355, 356, 357, 358 [14, 9] (O Skulptur) Venetianiſche Malerei 433 (O griechiſche Götter) Stellung der Malerei unter den romantiſchen Künſten 7 „Die Malerei“ 9—124 [12, 127, 128—129; 13, 258—259] 1442
14 Malerei (O Aſthetik). Abgrenzung der Malerei von der Skulptur 9, 10, 18 und Architektur 18. Prinzip der Malerei iſt die Subjektivität; ſie iſt einerſeits „der Grund der Beſonderung“, andererſeits „das Vermittelnde und Zuſammenfaſſende“ 11 Einteilung des folgenden Ganges: Erſtens betrachten wir den all— gemeinen Charakter 11, 12—30, zweitens entwickeln wir die beſonderen Beſtimmungen, begrenzen Auffaſſungsweiſen, Kompo— ſition und Kolorit 11, 30—101 und drittens behandeln wir die verſchiedenen Schulen und ihre hiſtoriſchen Entwicklungsſtufen 11, 101—124 1. „Allgemeiner Charakter der Malerei“ 11, 12—30. Rechtfertigung ihrer Stellung als vorzüglich „roman: tiſche, chriſtliche Kunſt“ 12, 16. Die Malerei der Alten ſteht der des chriſtlichen Mittelalters nach, vor allem aber dem 16. und 17. Jahrhundert 13, 14. „Die Innigkeit der Empfindung, die Seligkeit und der Schmerz des Gemüts, dieſer tiefere, eine geiſtige Beſeelung fordernde Gehalt“ bringt die Malerei zu ihrer eigen— tümlichen Höhe 13. Vergleich der Iſis mit dem Horus auf den Knien mit den ſpäteren Madonnenbildern, z. B. denen Raffaels 13, 14. Bei aller ſinnlichen Schönheit iſt es die geiſtige Beſeelung, durch welche die Meiſterſchaft ſich kund gibt 14. Vergleich mit der griechiſchen Kunſt, z. B. dem Faun mit dem jungen Bacchus 14, 15. Dieſe ſubjektivere Art der Beſeelung in der Malerei wird durch „die Verbreitung in die Fläche“ und „durch die Beſonderung der Farben“ gefordert 15. Die reale Geſtalt verwandelt ſich in künſtleriſchen Schein des innern Geiſtes 15. „Es iſt das Innere des Geiſtes, das ſich im Wiederſchein der Außerlichkeit als Inneres auszudrücken unternimmt“ 15, 16 a) Die Hauptbeſtimmung iſt „für den Inhalt des Maleriſchen die für ſich ſeiende Subjektivität“ 16—18, 126 a) Dadurch kann weder die Individualität ganz in das Subſtan— tielle eingehn, noch kann die äußere Geſtalt ſchlechthin von der inneren Individualität beherrſcht erſcheinen 16, 17 6) Damit dehnt ſich der Umfang der darzuſtellenden Gegenſtände weit aus 17. Charakteriſtik dieſes Umfangs 17 y) Die Malerei ergreift das Gemüt zum Inhalt ihrer Darftellungen 17, 18. Wichtig ſind nicht die Gegenſtände ſelbſt, „ſondern die Lebendigkeit und Seele der ſubjektiven Auffaſſung und Ausfüh⸗ 1443
14 Malerei rung, das Gemüt des Künſtlers, das ſich in feinem Werke ab— ſpiegelt“ 18 ) Das Material der Malerei und jein Verhältnis zum geiſtigen Inhalt 18—27 a) Zuſammenziehung der „räumlichen Totalität der drei Dimen— ſionen“ zur Fläche 19—22 [12, 259; 13, 7, 19]. „Dies Bermindern der drei Dimenſionen zur Ebene liegt in dem Prinzip des Inner— lichwerdens“ 19, 26 aa) Vergleich mit der Skulptur im Hinblick auf das „materiell Räumliche“ 19, 20 36) Indem „der Gegenſtand der Malerei ſeinem räumlichen Da: fein nach nur ein Scheinen des geiſtigen Innern iſt . . ., löſt ſich die Selbſtändigkeit der wirklichen, räumlich vorhandenen Exiſtenz auf, und erhält eine weit engere Beziehung auf den Zuſchauer, als beim Skulpturwerk“ 20, 21, 27 (ſ. Beſchauer), 147 ) Die Reduktion auf die Fläche bedingt das lockere Verhältnis der Malerei zur Architektur 21. „Sic hat urſprünglich nur die Beſtimmung, leere Wandflächen auszufüllen“ 21. In der Gotik ſchmückt ſie leere Flächen als Moſaik 22. Im Ganzen „trennt ſich die chriſtliche religiöſe Malerei von der Baukunſt ab, und ver— ſelbſtändigt ihre Werke, wie z. B. in großen Altargemälden, in Kapellen oder auf Hochaltären“ 22 ) Das phyſikaliſche Element in der Malerei 22—26 aa) Die Malerei bedient ſich des Lichts 23. „Das Prinzip des Lichts iſt das Entgegengeſetzte der zu ihrer Einheit noch nicht auf— geſchloſſenen ſchweren Materie“ 23, 24 66) Das Licht bringt weiterhin „das in ſich ſelbſt ſchon partiku— lariſierte Helle und Dunkele, Licht und Schatten hervor“ 24. In der Malerei gehört, im Gegenſatz zu Architektur und Skulptur, „das Helle und Dunkele mit allen ſeinen Gradationen und fein— ſten Übergängen ſelber zum Prinzip des künſtleriſchen Materials“ 25, 24 1%) „Hell und Dunkel, Schatten und Licht, ſowie ihr Ineinander— ſpielen find... nur eine Abſtraktion“ 25. Das „in ſich ſelbſt ge— trübte, verdunkelte Licht, das aber ebenſo das Dunkle durchdringt und durchleuchtet, gibt das Prinzip für die Farbe, als eigentliches Material der Malerei“ 26, 25. Bedeutung der Farbe in der Ma— lerei 26 y) Ausbildung der Totalität des Erſcheinens in der Malerei 26,27 1444
14 Malerei c) Prinzip der künſtleriſchen Behandlungsart der Malerei 27—30, Die Malerei rückt „die Tiefe des Gegenſtandes“ eng an „die Par— tikularität des Wirklichen und die ſubjektive Kunſt des Machens“ 27, 28 a) Der idealiſchen Malerei kommt es auf Großartigkeit, Ernſt, Tiefe an 22. Die raffaeliſchen Kartons 28, 29 8) Fortgang „vom tiefſten Ernſte zur Außerlichkeit des Bartikularen“, „vom Idealiſchen zur lebendigen Wirklichkeit“ 29 Y) Weite und Unberechenbarkeit der Verſchiedenheit und Sub— jektivität der maleriſchen Darſtellungsweiſe 30 2. „Beſondere Beſtimmtheiten der Malerei“ 11, 30—101. Erftens iſt der Reichtum des romantiſchen Inhalts zu umreißen 21, 31—60. Zweitens find die Formen näher zu beſtim— men, welche auf der Fläche durch Färbung ausdrückbar ſind 31, 60—76. Drittens fragt es ſich, wie es zur Entwicklung der be— ſonderen Arten der Malerei kommt 31, 76—101 a) Der romantiſche Inhalt der Malerei 31—60. Über beſonders für die Malerei geeignete Inhalte 31. Behandlung mythologiſcher Gegenſtände zur Zeit Raffaels, Correggios, Rıubens und in neueſter Zeit 31, 32, oder von Szenen aus der römi— ſchen Welt in der franzöſiſchen Malerei 32. Dennoch iſt „das Spezifiſche der Antike dem Prinzip der Malerei nicht vollkommen gemäß“ 32. Die Malerei vermag „im Außerlichen ſelbſt die volle Innigkeit auszudrücken, und hat ſich deshalb auch die empfin— dungsreiche Tiefe der Seele, und ebenſo die tief eingeprägte Be— ſonderheit des Charakters und Charakteriſtiſchen zum weſentlichen Inhalt zu nehmen“ 32, 33. Statt äußerlicher Drachen und ler— näiſcher Schlangen ſind „die Drachen und Schlangen der eigenen Bruſt, die innere Härtigkeit und Sprödigkeit der Subjektivität“ zu überwinden 33. „Die Empfindung der Heiterkeit und des Glücks muß verklärt und zur Seligkeit geläutert ſein“ 33, 34. Über die Seligkeit 34 (ſ. Seligkeit) a) Das Ideale des Inhalts iſt „die Verſöhnung des ſubjektiven Gemütes mit Gott“ 34. Charakteriſtik der romantiſchen religiöſen Liebe 34, 35, 36. Abgrenzung gegen den Zug von Trauer und Schmerz, wie ihn antike Götter zeigen 35. „Den Ausdruck der Seligkeit und Freiheit hat erſt die romantiſche religiöſe Liebe“ 36 Über das Moment des Negativen in dieſer Liebe, die ja ſich ſelbſt, dieſes Herz opfert 36. „Die Rührung iſt das Gefühl des dialek— 1445
Malerei 14 tiſchen Widerſpruchs, die Perſönlichkeit aufgegeben zu haben und doch ſelbſtändig zu ſein, ein Widerſpruch, der in der Liebe vorhanden und in ihr ewig gelöſt iſt“ 36. Individuelle Behandlung ſteht ganz im Gegenſatz zu dieſer religiöfen Liebe 37. Der „in ſich verſöhnten, befriedigten Liebe“ entſpricht als maleriſcher Gegen: ſtand „die heilige Familie und vornehmlich die Liebe der Madonna zum Kinde“ 38 Gliederung des geſamten Inhalts 38—52 aa) „Der erſte Gegenſtand iſt das Objekt der Liebe ſelbſt“ — Gott Vater 38. Seine maleriſche Darſtellung hat große Schwierigkeiten zu überwinden 38. Van Eycks Darſtellung 38, 39 68) Das weſentliche Objekt der Liebe für die Darſtellung iſt Gott in menſchlicher Individualität — Chriſtus 39—46 Zur Schwierigkeit, wenn Chriſtus in ſeiner Allgemeinheit ſoll ge— faßt werden 39. Über die Chriſtusköpfe von Carracci, van Eyck, Memling 39, 40. Ganz unpaſſend dafür iſt die Schönheit der griechiſchen Form 40, 41. Chriſtus iſt „in den Situationen ſeines wirklichen Lebens“ am gemäßeſten darzuſtellen 40. Freilich, „die Tiefe des Gehalts fängt an zu übermächtig zu werden“ 40, 41. Vorteile der Darſtellung Chriſti als Chriſtuskind und in der Paſſionsgeſchichte 42. Raffaels Chriſtuskinder, van Eycks Chri— ſtuskinder 42. Zur Darſtellung der Leidensgeſchichte 42, 43. Der vollkommenſte Gegenſtand aber iſt „die in ſich befriedigte Liebe“, die Mutterliebe Marias zu Chriſtus 44 (ſ. a. Mutterliebe). Ihr breiter Verlauf 45. Fortgang dieſes Friedens bis zum innerſten Leiden 45, 46. Tod und Himmelfahrt 46 yy) Die maleriſche Darſtellung der Menſchheit, die ſich Gott und ſeine Geſchichte zum Gegenſtand ihrer Liebe macht 46—52. Die ruhige Andacht, die Buße und Konverſion, die innere Verklärung und Seligkeit der Reinigung 47. Bitten und Beten 47 (ſ. Beten). Über die Situation der Anbetung bei Raffael, bei älteren deut— ſchen und niederländiſchen Meiſtern, ſo bei van Eyck 48, 49. Zur hypochondriſchen Frömmigkeit 50. Mariä Himmelfahrt 50, 51 „Hereintreten der Negativität in die geiſtige Andacht der Liebe“ 51—52. Bei der Darſtellung der inneren Pein darf die pofitive Seite nicht fehlen 51, 52 Endlich kann „auch die poſitive Seite der Verſöhnung, die Ver— klärung aus dem Schmerz, die aus der Buße gewonnene Seligkeit für ſich zum Inhalt gemacht werden“ 52 1446
14 Malerei 6) Die Natur, befonders die landſchaftliche Natur als Gegenftand der Malerei 52—54. Ihr Gemütswert 53, 54 *) Das „in fi partikulariſterte Innere“ als Gegenſtand der Malerei 54—60. Dies Innere „muß zu allem und jedem fortgehn, wo hinein der Menſch, als einzelnes Subjekt, ſein Intereſſe legen und worin er ſeine Befriedigung finden kann“ 54, 55 ao) „Die Lebendigkeit und Freudigkeit des ſelbſtändigen Daſeins überhaupt“ wird kunſtgemäßer Gehalt, indem der Menſch „die ganze Energie ſeiner Individualität hineingelegt hat“ 55. Dabei handelt es ſich nicht um täuſchende Naturnachahmung 55, 56. Auch vornehme Verſtandesreflexion darf uns den Genuß nicht ver— flachen 56, 57. Wir find nicht »Feind von allem Rohen« 57. Die Kunſt ſchneidet vielmehr „alle die praktiſchen Verzweigungen ab“, die uns ſonſt mit einem Gegenſtand verbinden 57, 58. Die „Fäden der Bedürftigkeit, der Anziehung, Neigung oder Abneigung“ werden zerriſſen 58 BB) Triumph der Kunſt über die Wirklichkeit ift, „daß fie auch das Flüchtigſte zu fixieren“ vermag und wieder „die konzentrierte momentane Lebendigkeit“ 58, 59 yy) Je geringfügiger die Gegenſtände find, deſto mehr gehört die künſtleriſche Produktion, die Seele und lebendige Liebe der Aus— führung mit zum Inhalt 59, 60 b) Die Formen, welche auf der Fläche durch Färbung aus— drückbar find 60—76, 31 a) Die Linearperſpektive 60—61 (ſ. Linearperſpektive) 8) Die Zeichnung 61 (f. Zeichnung) Y) Die Farbe, das Kolorit 62—76, 69, 70, 81 (f. Farbe) c) Die künſtleriſche Konzeption, Kompoſition, Charakteriſierung und die beſonderen Arten der Malerei 31, 76—101 a) Die allgemeinſten Weiſen der maleriſchen Konzeption und ihre Entwicklung 76, 77—81 aa) Im Anſchluß noch an die Skulptur und Architektur werden auf dem erſten Standpunkt die einzelnen Figuren „in dem ein⸗ fachen, ſelbſtändigen Beruhen auf ſich hingeſtellt“ 77, 82, 91. Chri⸗ ſtus, die Heiligen 77. Niederländiſche, oberdeutſche und byzanti— niſche Malerei 77, 78. Einfarbiger Goldgrund, wundertätige Bil⸗ der, das Porträt 78. Porträts von van Dyck, Kügelgen 79, 80 1447
1 * Malerei 66) Fortgehen zu dramatiſcher Lebendigkeit und Gruppierung 80, 82 yy) Fortentwicklung zur Magie des Scheins unter Vernachläſſi— gung ſogar des Inhalts der Darſtellung 80, 81 6) Die beſtimmteren Seiten der maleriſchen Kompoſition, der Zu— ſammenſtellung und Gruppierung verſchiedener Geſtalten oder Naturgegenſtände „zu einem in ſich abgeſchloſſenen Ganzen“ 81 bis 93, 76, 77 aa) Das Haupterfordernis iſt „die glückliche Auswahl einer für die Malerei paffenden Situation“ 81—89. Abgrenzung einerſeits vom Skulpturartigen 81, 77 und andrerſeits vom Poetiſchen 81. Es muß „der Augenblick aufgeſucht werden, in welchem das Vorher: gehende und Nachfolgende in einem Punkt zuſammengedrängt iſt“ 82, 83. Das eigentlich Lyriſche bleibt von der Malerei ausgeſchloſ— ſen 83, 84. Kritik an den Bildern der Düſſeldorfer Schule, welche 1828 hier ausſtellte 84, 85 [12, 224]. Die Malerei muß „nicht das Feuer oder die ſchwimmende Mattigkeit und Sehnſüchtigkeit des Auges oder die ſüßliche Freundlichkeit des Mundes ſich ohne alle Motive zum Hauptaugenmerk des Ausdrucks machen wollen“ 85, 69, 70. Kritik an Hübner, Schadow 85, 86; die älteren italieniſchen Maler, Giorgione 86, 87. Zur „Poeſie in der Malerei“ 87 Verſtändlichkeit der Situation iſt Hauptſache 87. „In dieſer Rück— ſicht haben religiöſe Gegenftände den großen Vorzug, daß fie all: gemein bekannt ſind“ 87, 88. Das gleiche gilt von Darſtellungen aus der Heimatgeſchichte 88. Mängel der ſogenannten allegoriſchen Darſtellungen 88, 89 BB) Wichtig aber iſt nicht äußerliche Verſtändlichkeit, ſondern allein die erfindungsreiche Geſtaltung der beſtimmten Situationen 89, 90. Über den Vorwurf, den man der raffaelifhen Transfigura— tion gemacht hat 89, 90. Zu Goethes Preisaufgabe: „Die Dar— ſtellung Achills in Weiberkleidern bei der Ankunft des Ulyffes“ 90. Zur Geſtaltung der Situation 90. Fortgehen der Künſtler bis zu ſymboliſchen Beziehungen 91. Die van Eyckiſche Schule 91 yy) Notwendigkeit einer kunſtgemäßen Stellung und Gruppierung der Geſtalten 91. Zunächſt bleibt die Anordnung noch ganz archi— tektoniſch 91, 77, 82. Die pyramidale Gruppierung 91. Die Kreu— zigung 91, das Madonnenbild, wie z. B. die ſiztiniſche Madonna 92. Akzentverteilung innerhalb der Gruppe 92, 93 y) Einiges über die „Charakteriſierungsweiſe, durch welche fi} die 1448
14 Malerei Malerei von der Skulptur und deren idealen Plaſtik unterſchei— det“ 93—101, 76, 77 aa) Entwicklung des Charakteriſtiſchen 93. Bei den Alten bleibt die Beſonderheit noch allgemeiner Art 94, 93. Die Malerei da: gegen entwickelt die ganze Mannigfaltigkeit der auch zufälligen Partikularität 94. Mittelpunkt aber iſt „die Innigkeit der Seele und deren lebendige Subjektivität“ 94. Bedeutung des Häßlichen 94, 95. Michelangelos Teufel 95 Im Religiöſen iſt zwar der Grundzug der reinen Liebe die Haupt— ſache. Mit dieſem Ausdruck aber kann ſich auch die ſinnliche Schön— heit der Formen verbinden 95. Raffael 95, 96, Michelangelo, Leonardo da Vinci 96 BB) Übergang zur Porträtmalerei 96—99 (f. Porträt) ) Verhältnis von der Situation zu dem durch ſie ausgedrückten Inhalt 99. Die Situation iſt entweder momentan oder „greift durch die ganze Seele eines Charakters“. „Dies Letztere ſind die wahrhaften abſoluten Momente für die Charakteriſtik“ 99. „Ewige Mutterſituationen, Muttermomente“ 99. Correggios Maria Mag: dalena 100. „Angemeſſenheit des Innern und Außern, der Be— ſtimmtheit des Charakters und der Situation haben beſonders die Italiener aufs ſchönſte erreicht“ 100, 101. Kügelgen, die echte Genremalerei 100, 101 3. „Hiſtoriſche Entwickelung der Malerei“ 11, 101—124. Notwendigkeit der Anſchauung der einzelnen Kunſt— werke 101, 102. Das Zweckmäßigſte für das Studium und den ſinnvollen Genuß wird eine hiſtoriſche Aufſtellung ſein 102, 103. Den Anfang machen „religiöſe Gegenſtände in einer ſelbſt noch typiſchen Auffaſſung“, dann kommt individuelle Gegenwart in die religiöſe Situation, ſchließlich wendet ſich die Kunſt der weltlichen Seite zu in ihrer ganzen Mannigfaltigkeit 103. Solcher Verlauf findet ſich in der byzantiniſchen, italieniſchen, niederländiſchen und deutſchen Malerei 103 a) Die byzantiniſche Malerei 103—105 (f. byzantiniſches Reich) ) Die italieniſche Malerei 103, 105—117 (ſ. italieniſche Malerei) e) Die deutſche und niederländiſche Malerei 103, 117—124 (ſ. hol⸗ ländiſche Malerei) (O Aſthetik) Malerei der Alten 12, 13, 14, 22, 31, orientaliſche, griechiſche und römiſche 16 (O f. o.) Olmalerei und ihre Eignung für die Fleiſchfarbe 73 (O Farbe) 1449
Malerei / Mani 14 Oberdeutſche und deutſche Malerei 48, 49, 77 (O f. o.), 119 (f. hol: 17 13 19 2 11 11 11 19 ländiſche Malerei) Zuſammenfaſſende Betrachtung der Malerei als eine vorzüglich romantiſche Kunſtform 126, 127 (O Muſik) Vergleich zwiſchen Malerei und Muſik 129, 134, 147, 154, 158, 168, 187, 190, 192, 193, 195, 215 (O Muſik) Vergleich zwiſchen Malerei und Poeſie 82 (O f. o.), 220, 222, 223, 224, 225, 226, 230, 232, 233, 244 (O Poeſie), 291 (O Verſifikation) Beziehung zwiſchen Lyrik und Malerei 424 (O lyriſche Poeſie) 24 Malta 288 (O Labyrinth) Malus, Etienne Louis Seine Auffaſſung von den Lichtmolekülen 1718, 332 [P. St. 6, 176], 370 [P. St. 6, 193] Mamun, Al⸗Mamon 123, 130 (O arabiſche Philoſophie) Mandat 140 (O Vertrag) Mandſchu Die Mandſchu in China 168, 178; die jetzige Mandſchudynaſtie 173 (O China) Maneros Herodot über den Klagegeſang Maneros' in Agypten 276, 277 (O ägyptiſche Religion) Manetho, Prieſter in Heliopolis Er ſchrieb die ägyptiſche Geſchichte 266 (O Agypten) Mani, Stifter des Manichäismus 136 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) 1450
11 15 16 19 — 20 2 12 eri, / Manier icevia Die uavla der delphiſchen Prieſterinnen 311 (O Griechen) Manichäismus 341 (O beſtimmte Religion), 425 (O perſiſche Religion) 490 (O Gottesbeweiſe) 62, 66 (O Plotin). Im Manichäismus tritt der parſiſche Gegenſatz ſtark hervor, worin Gott, als das Licht, dem Böſen entgegentritt 135. Begriff der Weltſeele und des Menſchenſohns 136, der Kreu⸗ zigung 137 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) 436 (O Bayle) 169 (O Solger) Manier „Wenn große Künſtler ein Werk vollenden, ſo kann man ſagen: ſo muß es ſein: das heißt, des Künſtlers Partikularität iſt ganz verſchwunden und keine Manier erſcheint darin“ 68, 69, 77 (O Wille) „Manier“ 391—394 (O Künſtler). Betrachtung der „Identität der Subjektivität des Künſtlers und der wahren Objektivität der Darſtellung“ 391 a) „Die ſubjektive Manier“ 391—394. Abgrenzung der Manier von der Originalität 391. „Die Manier betrifft nur die partikulären und dadurch zufälligen Eigentümlichkeiten des Künſtlers“ 391 a) „Manier iſt eine nur dieſem Subjekt angehörige Auffaſſungs⸗ art und zufällige Eigentümlichkeit der Ausführung“ 391, 392. Sie kann „mit dem wahren Begriff des Ideals in direkten Widerſpruch geraten“ 392 8) Ihr Spielraum find die mehr äußeren Seiten des Kunſtwerkes. Sie findet ſich am meiſten in der Malerei und Muſik 392 aa) In der Malerei äußert ih Manier in der Auffaſſung von Färbung, Beleuchtung, Gruppierung uff. 392. Van der Neer, van Goyen 393 686) Zur Manier in der Technik 393 yy) Gefahr der Ausartung der Manier in ſeelenloſe und kahle Wiederholung und Fabrikation 393 1451
1 1 8 0 = Manier / Mann, Dannesalter y) Die echtere Manier entſpringt „einer Subjektivität, die all» gemeinerer Art iſt, und ganz ſo verfährt, wie es innerhalb der beabſichtigten Darſtellungsart notwendig iſt“ 394, 393. Goethe 393, 394: Horaz 394 (O Künſtler) „Keine Manier zu haben war von jeher die einzig große Manier, und in dieſem Sinne allein ſind Homer, Sophokles, Raffael, Shakeſpeare originell zu nennen“ 400 (O Originalität) Mann, Mannesalter 57 (O Logik) „Das unbefriedigte Streben verſchwindet, wenn wir erkennen, daß der Endzweck der Welt ebenſo vollbracht iſt, als es ſich ewig vollbringt. Dies iſt überhaupt die Stellung des Mannes, während die Jugend meint, die Welt liege ſchlechthin im Argen und es müſſe aus derſelben erſt ein ganz Anderes gemacht werden“ 445 8 (O Wollen) [10, 105 8, 106 g] Stellung des Mannes zur „Anerkennung der objektiven Notwen⸗ digkeit und Vernünftigkeit der bereits vorhandenen fertigen Welt“ 94 (O Seele). „In ſich ſelber fertig, betrachtet der Mann auch die ſittliche Weltordnung als eine nicht erſt von ihm hervor— zubringende, ſondern als eine im Weſentlichen fertige. So iſt er für, nicht gegen die Sache tätig, hat für, nicht gegen die Sache ein Intereſſe, ſteht ſomit über die einſeitige Subjektivität des Jünglings erhaben, auf dem Standpunkt der objektiven Geiſtig— keit“ 97 8, 98 8 (O Lebensalter) 103 8 (O Kind), 105 Z. „Der Mann iſt nicht mehr in feinen beſonderen Trieben und ſubjektiven Anſichten befangen, und nur mit ſeiner perſönlichen Ausbildung beſchäftigt, ſondern hat ſich in die Vernunft der Wirklichkeit verſenkt, und erweiſt ſich für die Welt tätig“ 105 C, 106 @. In der „erhaltenden Hervorbringung und Weiterführung der Welt beſteht die Arbeit des Mannes“ 106 &. Was in den Jugend-Sdealen „wahr iſt, erhält ſich in der praktiſchen Tätigkeit; nur das Unwahre, die leeren Abſtraktionen muß ſich der Mann abarbeiten“ 107 H. Der Mann „hauſt ſich in die objektiven Verhältniſſe ein, und lebt in der Gewohnheit an dieſelben und an feine Geſchäfte“ 107 H. Übergang ins Greiſen— alter 107 g, 108 8 (O Lebensalter) 1452
15 16 — Bu | -ı Mann, Mannesalter / Mann — Weib „Das Mannsalter iſt das der Arbeit für einen beſonderen Zweck, dem der Mann ſich unterwirft, dem er ſeine Kräfte widmet“ 278 (O beſtimmte Religion) Die Forderung, „die göttliche Idee in der Weiſe der Einzelnheit zu verehren und ſich anzueignen“ iſt für das weiche liebende Gemüt, das Weib, leicht. Aber „für den ſelbſtändigen Begriff, den Mann, iſt jene Zumutung unendlich hart“ 309, 310 (O Hrijtlihe Religion) Zur Männerfreundſchaft 314 (f. Freundſchaft) „Mit dem Natürlichen verglichen iſt der Mann abſtrakt, als Den— ker iſt er aber konkreter als das Kind“ 70 (0 Philoſophiegeſchichte) Mann — Weib (Ehe, Frau, männlich — weiblich) 340 (f. Sittlichkeit). „Das Verhältnis des Mannes und der Frau iſt das unmittelbare ſich Erkennen des einen Bewußtſeins im andern und das Erkennen des gegenſeitigen Anerkanntſeins. Weil es das natürliche ſich Erkennen, nicht das ſittliche iſt, iſt es nur die Vorſtellung und das Bild des Geiſtes, nicht der wirkliche Geiſt ſelbſt“ 347, 348, 351. Dies Verhältnis hat „ſeine Wirklichkeit nicht an ihm ſelbſt, ſondern an dem Kinde, . . .“ 348. Charakteriſtik der Sittlichkeit des Weibes und der Mutter im Vergleich mit der des Mannes und Bürgers 349, 353, 354, 365. „Das eine Extrem, der allgemeine ſich bewußte Geiſt, wird mit ſeinem andern Extrem, ſeiner Kraft und ſeinem Element, mit dem bewußtloſen Geiſte, durch die Individualität des Mannes zuſammengeſchloſſen“ 353. „Dagegen hat das göttliche Geſetz ſeine Individualiſierung, oder der bewußtloſe Geiſt des Einzelnen ſein Daſein an dem Weibe, durch welches als die Mitte er aus ſeiner Unwirklichkeit in die Wirklichkeit, aus dem Unwiſſenden und Ungewußten in das be— wußte Reich herauf tritt. Die Vereinigung des Mannes und des Weibes macht die tätige Mitte des Ganzen und das Element aus, das, in dieſe Extreme des göttlichen und menſchlichen Geſetzes entzweit, ebenſo ihre unmittelbare Vereinigung iſt . . .“ 353-354, 355 „Es iſt über das Verhältnis von Mann und Frau zu bemerken, daß das Mädchen in der ſinnlichen Hingebung ihre Ehre aufgibt, was bei dem Manne, der noch ein anderes Feld feiner ſittlichen Tätigkeit als die Familie hat, nicht ſo der Fall iſt. Die Beſtim— 1453
A 20 D 17 19 1 — 11 18 18 Mann — Weib / err mung des Mädchens beſteht weſentlich nur im Verhältnis der Ehe; die Forderung iſt alſo, daß die Liebe die Geſtalt der Ehe er— halte, und daß die verſchiedenen Momente, die in der Liebe ſind, ihr wahrhaft vernünftiges Verhältnis zueinander bekommen“ 245. Das Aufgabengebiet der Frau und des Mannes in der Ehe 246, 247 (O Ehe) 6718, 6728, 6732 (ſ. Geſchlechtsverhältnis) Manning, Bankdirektor 496 (O Reformbill) männlich — weiblich (Mann — Weib) Das männliche und weibliche Prinzip in der Kunſtreligion 550 560 (ſ. Kunſtreligion) Zum Formalismus moderner Schematas, die z. B. männlich und weiblich auf alles anwenden 294 (O Pythagoras) [19, 674] 315 (O Parmenides) 30 (O Gnoſtiker), 674 (O Schelling) Manßur Abu Oſcha'afar, Kalif 458 (O Mohammedanismus) cpr, udvrıs „Die Auslegung und Erklärung der Natur und der natürlichen Veränderungen, das Nachweiſen des Sinnes und der Bedentung darin, das iſt das Tun des ſubjektiven Geiſtes, was die Griechen mit dem Namen wavreia belegten“ 310; „rs iſt der Ausleger 310, 311. „Die „aneia überhaupt iſt Poeſie, nicht willkürliches Phantafieren, ſondern eine Phantaſie, die das Geiſtige in das Natürliche hineinlegt und ſinnvolles Wiſſen iſt“ 312 (O Griechen) Der „htte als Ausleger 9, 97, 103. Die warteia 98, 268 HADTEN Ariftoteles „Von der Weisfagung (Harte) aus Träumen«“ 369 (O Ariſtoteles) 1454
11 20 11 17 1 far 19 13 18 11 17 Manu / Marheineke Manu, das Geſetzbuch Die Geſetze des Manu über das, was die Brahminen äußerlich zu beobachten haben 206, über Strafen für den, welcher die Brah— manen nicht entſprechend ehrt 208, 211 [15, 392]. „Manus Sitten: buch .. . macht die Grundlage der indiſchen Geſetzgebung aus“ 218. Es fängt mit einer Theogonie an; ſeine Entſtehungszeit iſt unklar 218 (O Indien) Zum Anfang des Manu 370. „In Manus Geſetzen finden ſich viele Beſtrafungen bei Verbrechen gegen die Brahmanen 392 11, 208, 211], 393 (O indiſche Religion) Über die Macht, welche die Welt erſchaffen hat, in den Kosmo- und Theogonien, mit welcher Manus Geſetzbuch ſich eröffnet 93. Das Geſetzbuch des Manu t über die Stufenfolge unter den Brahminen 98, 99, 128, 129, über die Kaſtengebote der Brahminen 99, 100, 100 Fußn. (O Humboldt, Wilh. v.) Marathon Schlacht bei Marathon 335 (O Perſerkriege) 299 (O Kenophanes), Schlacht bei Marathon 399 (O Anaxagoras) Marco Polo 166 (O China) Marcus, der Gnoſtiker Marcus über das Erſte, das Undenkbare 29, 30 (O Gnoſtiker) Marcus Aurelius Marcus Aurelius in der Skulptur 396 (O Ohr) 194, 195 (O Plato). Seine „meditationes ad se ipsum“ 435 (O Stoiker) Mardonios Er wurde bei Platää von Pauſanias geſchlagen 335 (O Perſer⸗ kriege) Marheineke, Philipp Konrad Verweis auf „Marheinekes Lehrbuch des chriſtlichen Glaubens und 1455
17 20 1 — 13 14 Marheineke / Maria Lebens. Berlin 1823. 8 133—134“ 37 Fußn. (O Philoſophie⸗ geſchichte) 27 (O Hinrichs); „Decanus theol. facultat. Dr. Marheinecke“ 526 (O Rektoratsrede) Maria, die Gottesmutter (Mutterliebe) Verehrung der Mutter Maria im Mittelalter 481. „Sie iſt aller: dings das ſchöne Bild der reinen Liebe, der Mutterliebe, aber der Geiſt und das Denken iſt noch höher, und über dem Bilde ging die Anbetung Gottes im Geiſte verloren und ſelbſt Chriſtus iſt auf die Seite geſtellt worden“ 481 (O Kirche) 495 (O Kreuzzüge) Die Geſchichte Chriſti, ſeiner Mutter, ſeiner Jünger iſt Inhalt der romantiſchen Kunſt 126 (O romantiſche Kunſtform) „Die Liebe der Maria, die Mutterliebe, iſt der gelungenſte Gegen— ſtand der religiöſen romantiſchen Phantaſie“ 152. „Es hat eine Zeit gegeben, in welcher die Mutterliebe der gebenedeiten Jung— frau überhaupt zu dem Höchſten und Heiligſten gehört hat, und als dies Höchſte verehrt und dargeſtellt worden iſt“ 153 (O Liebe). Maria in Elfenbein dargeſtellt 445 (O Elfenbein). Vergleich der Maria mit dem Kinde mit Iſis, den Horus auf den Knien 456 (O ägyptiſche Skulptur) [14, 13]. Über das Marienbild in der Frauenkirche zu Brügge 464 (O Skulptur) Die byzantiniſchen Madonnenbilder 13, 14. Die Madonnenbilder Raffaels und der Italiener 14, 28 (O Malerei), 112 (O italie— niſche Malerei). Die Liebe der Madonna zum Kinde iſt der ſchlecht— hin gemäße ideale Inhalt der religiöſen Liebe für die Malerei 38, 44, 99. Die religiöſe Liebe in ihrer vollſten und innigſten menſch— lichen Form kommt in der weiblichen empfindenden Natur, in Maria zur Anſchauung 45, 95. Fortgang dieſes Mutterglücks zum innerſten Leiden 45. Charakteriſtik dieſes Schmerzes und Vergleich mit dem der Niobe 46. Tod und Himmelfahrt Mariä; den Tod hat Scorel beſonders ſchön gemalt 46. In der Farbenſymbolik trägt „Maria, wo ſie als thronend, als Himmelskönigin vorgeſtellt iſt, häufig einen roten, wo ſie dagegen als Mutter erſcheint, einen blauen Mantel“ 66 Maria in pyramidaler Gruppierung 91 (O Malerei) 1456
16 19 w 12 13 14 = 1 1 De) 11 12 Maria / Marmontel 311 (O chriſtliche Religion) 199 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Maria Magdalena „Die Liebe iſt ſelbſt über die Rückſichten der Moral hinaus: Maria ſalbt Chriſtus, ſtatt es den Armen zu geben und Chriſtus billigt dies“ 225 (O Religion) Ihr „wird viel vergeben, weil fie viel geliebt hat“ 225 (O Reli: gion) [16, 293] „Man bat gejagt, die Daritellung der Maria Magdalena, der ſchönen Sünderin, die nachher Buße getan, habe ſchon viele zur Sünde verführt, weil es die Kunſt ſo ſchön erſcheinen laſſe Buße zu tun, wozu denn gehöre vorher geſündigt zu haben“ 85 (O Kunſtwerk). In Goethes „Der Gott und die Bajadere“ finden wir „die chriſtliche Geſchichte der büßenden Magdalena in indiſche Vorſtellungsweiſen eingekleidet“ 521 (O Apolog) Am günſtigſten iſt es für die Malerei, „wenn ſie die Bekehrung allein zu einem Bilde ohne weitere Detaillierung des Verbreche— riſchen konzentriert. Von dieſer Art iſt die Maria Magdalena“ 162. Charakteriſtik dieſer „ſchönen Sünderin, in welcher die Sünde ebenſo anziehend iſt, als die Bekehrung“ 162, 163 (O Buße) Charakteriſtik von Correggios Maria Magdalena in Dresden 100 (O Malerei) Zu Chriſtus': „Weib, dir ſind deine Sünden vergeben“ 293 (O chriſtliche Religion) Marinus Er beſchreibt das Leben des Proklos 71, berichtet von den größten Wundern 72 (O0 Proklos). Er war ein Nachfolger des Proklos 93 (O alexandriniſche Philoſophie) Marius, Gajus 399 (O Römer) Marmontel, Jean Francois 385 (O Begeiſterung) Glockner, Hegel-Lexikon 92 1457
13 14 13 13 16 14 11 11 Marmontel / Marſer 252 (O Aſthetik) Würdigung dieſes „empfindungsreichen, feingebildeten, liebens— würdigen Franzoſen“ 204 (O Muſik) Marmor Eignung des Marmors für die Skulptur 447. Er hat „durch das Körnige und das leiſe Hindurchſcheinen des Lichts einen großen Vorzug vor der kreidehaften toten Weiße des Gipſes“ 447. Ver⸗ gleich mit dem Erz 447, 448. Das Vorzugsmaterial des Prariteles und Skopas 447, 448 (O Stein) Mars, der Gott 329 (O klaſſiſche Architektur), Beziehung zwiſchen Achill und Mars 428, 431 (O griechiſche Götter) Über eine Antwort gebende Statue des Mars in Achaja 146 (O griechiſche Religion) 63 (O Sokrates) Mars, der Planet 28 (O Planet) 149 9 (O Mechanik) 68 (O Plotin) Marſchall 462 (Karl I., der Große) Marſeillaiſe 152 (O Muſik) Marſeille 497 (O Kreuzzüge) Marſer Kämpfe der Römer mit den Marſern 393 (O Römer) 1458
Martius / Maſaccio Martius, Karl Friedrich Philipp von 9 Über die Sänger der amerikaniſchen Wälder 252 & Fußn. (O Wärme); über magnetiſche Polarität 280 8 Fußn. (O Magnetismus); über das Vorkommen von Topaſen, Smaragden 477 g, 4789, 478 Fußn. (O Geologie); über den Gummi des Baumes Hymenaea Courbaril L. 539 g (O Pflanze) Zitate aus „Reife nach Braſilien« 2520 Fußn., 280 8 Fußn., 477 0,478, 478 Fußn., 539 8 541 Fußn. (O Pflanze) Märtyrer 13 „Die Märtyrer“ 155, 155—161 (O Gemeinde). Das Mär⸗ tyrertum „als die äußerliche Wiederholung der Leidensgeſchichte, welche zum wirklichen leiblichen Leiden wird“ in der romantiſchen Kunſtform 155, 156 a) Da ſich „die Konverſion des Innern nur in Gräßlichkeit und in der Mißhandlung des Außern darſtellen kann, fo wird dadurch leicht der Schönheitsſinn verletzt, und die Gegenſtände dieſes Kreiſes ſind deshalb ein ſehr gefährlicher Stoff für die Kunſt“ 156, 157 8) Die Darſtellung dieſes negativen Prozeſſes muß zugleich er— gänzt werden durch Veranſchaulichung der „Seligkeit der Marter“ 158. Dies leiſtet die Malerei beſſer als die Skulptur 158 „) Kritik an dieſer Konverſion und religiöfen Verſöhnung 158, 159. Sie bleibt abftraft und „zeigt ſich in dem in ſich einfachen Herzen als eine Intenſität des Glaubens ohne Extenſion, als die Frömmigkeit des mit ſich einſamen Gemüts“ 159. Mit ſolchem „Fanatismus der Heiligkeit“ kann man nicht ſympathiſieren 159, 160. Vergleich ſolchen gräßlichen Eigenſinnes des Fanatismus mit den Duldungen der Inder 160, 161 (O Gemeinde) Vergleich des Märtyrertums mit der inneren Buße und Bekeh⸗ rung 161 (O Buße) 14 Zur Oarſtellung der Grauſamkeit und Gräßlichkeit des körperlichen Leidens der Märtyrer in der Malerei 51 (O Malerei) 19 138 Maſaccio, Tommaſo di Ser Giovanni di Simone Guidi 14 Nach Rumohr übernahm »Maſaccio die Erforſchung des Hell— 1459
1 2 Mafaccio / Maß dunkels, der Rundung und Auseinanderſetzung zuſammengeord— neter Geſtalten« 112 (O italieniſche Malerei) Maß „Maß“ 121—122 (O Sein) § 30 „Das Maß iſt ein ſpezifiſches Quantum, inſofern es nicht äußerlich, ſondern durch die Natur der Sache, durch die Qualität, beſtimmt iſt“ 121 §§ 31 und 32 Das Vermehren und Vermindern innerhalb des Moßes wird durch die Natur der Sache modifiziert, ebenſo wie die Sache ſelbſt verändert wird 121, 122 „Das Maß iſt eine Relation, aber nicht die Relation überhaupt, ſondern beſtimmt die Qualität und Quantität zueinander“ 86 (O Sein) „Das Maß“ 405—478 (O Sein), 84, 85, 86, 220, 391, 402. „Im Maße ſind, abſtrakt ausgedrückt, Qualität und Quantität ver— einigt“ 405, 409. Rückblick auf Sein und Quantität 405. Über die Modalität als Kategorie des tranſzendentalen Idealismus 405, +06. „Dieſe Kategorie hat daſelbſt die Bedeutung, die Beziehung des Gegenſtandes auf das Denken zu ſein“ 405. Sie hat „die Be— ſtimmung der Reflexion in ſich“, d. h. die Objektivität mangelt den Kategorien der Modalität 406. Kants Zuſammenfaſſung von Möglichkeit, Wirklichkeit und Notwendigkeit unter Modalität 406. Seine Form der Triplizität 406. Zu Spinozas Modus, den er „für die Affektionen der Subſtanz“ erklärt 406, 407 Im indiſchen Pantheismus iſt Siwa „der Modus, Veränderung, Eutſtehen und Vergehen, das Feld der Außerlichkeit überhaupt“ 407, 406. Vergleich der indiſchen mit der chriſtlichen Dreiheit 407 (f. Dreiheit), 408 „Hier hat der Modus die beſtimmte Bedeutung das Maß zu fein. Der ſpinoziſtiſche Modus, wie das indiſche Prinzip der Verände— rung iſt das Maßloſe“ 408. Würdigung des griechiſchen Bewußt— ſeins, „daß alles ein Maß hat“ 408. „Das entwideltere, reflektier— tere Maß iſt die Notwendigkeit“, das Schickſal, die Nemeſis 408 8, 254 Zl. Das Maß iſt „die konkrete Wahrheit des Seins“ 409. „Es liegt in dem Maße bereits die Idee des Weſens“; „im Maße iſt das Qualitative quantitativ“ 409, 410 „Das Maß iſt zunächſt unmittelbare Einheit des Qualitetiven und Quantitativen“, ſo daß: 1460
Maß 4 „Erſtens ein Quantum iſt, das qualitative Bedeutung hat, und als Maß iſt“ 410, 412—431 Zweitens wird das Maß „Verhältnis von fpezifiſchen Quantis, als ſelbſtändigen Maßen“ 410, 431—465. Zugrundegehen des Maßes im Maßloſen 410, 462—465 Drittens: Die abſolute Indifferenz, das Werden des Weſens 410, 466—478 „Die Entwicklung des Maßes, die im folgenden verfucht worden, iſt eine der fchwierigſten Materien“; fie hätte einerfeits „zu der abſtrakten Fortbeſtimmung des Quantitativen“ fortzugehen, „an: dererfeits den Zufammenhang dieſer Maßbeftimmungen mit den Qualitäten der natürlichen Dinge anzuzeigen“ 410, 411. Die ver— ſchiedenen Formen, in welchen ſich das Maß realiſiert, gehören „verfchiedenen Sphären der natürlichen Realität“ an 411. Die Geſetze des Maßes haben in der Sphäre des Mechanismus ſtatt; im Phyſikalifchen, noch mehr im Organifchen wird die immanente Entwicklung des Maßes auf die einfache Form des unmittelbaren Maßes reduziert 411. „Noch weniger aber findet im Reich des Geiſtes eine eigentümliche, freie Entwickelung des Maßes ſtatt“ 412 Erſtes Kapitel. „Die ſpezifiſche Quantität“ 410, 412—431 Einteilung: A. Unmittelbares, ſpezififches Quantum 412, 413—417 B. Quantitatives Spezifizieren 412, 413, 417—427 C. Verhältnis von Qualitäten, die zunächſt ein Maß haben 413, 417, 427—431 A. „Das ſpezifiſche Quantum“ 412, 413—417, 422 1. „Das Maß iſt die einfache Beziehung des Quantums auf ſich“ 413, 414. „Alles, was da iſt, hat ein Maß“ 413. Das Quantum als Maß iſt „Beſtimmung der Sache, fo daß dieſe, über dies Quan— tum vermehrt oder vermindert, zugrunde ginge“ 413, 414, 415 Ein Maß als Maßſtab im gewöhnlichen Sinne, iſt „nur äußer— liches“, nicht „urſprüngliches Maß“, ein durch Übereinkommen Allgemeines 414, 418. Unterſcheidung von Quantum und Maß. Die Quantitätsbeſtimmung iſt „das eine Mal die, an welche die Qualität gebunden iſt, das andere Mal aber die, an der unbe— ſchadet jener hin- und hergegangen werden kann“ 415. Ein Etwas, 1461
* Maß das ein Maß hat, geht unter, indem ſein Quantum verändert wird 415, 416 2. Umſchlagen einer bloß quantitativ erſcheinenden Veränderung in eine qualitative 415, 416. Hinweis auf die hierher gehörigen Elenchen 416. Das Falſche iſt, „eine Quantität nur für eine gleich— gültige Grenze, d. h. ſie eben im beſtimmten Sinne einer Quanti⸗ tät zu nehmen“ 416, 417 3. „Das Maß iſt in ſeiner Unmittelbarkeit eine gewöhnliche Qua— lität von einer beſtimmten ihr zugehörigen Größe“ 417. Das Quantum als gleichgültige Grenze, und das Quantum als ſpezi— fiſche Qualität ſind Größenbeſtimmungen eines und desſelben 417 B. „Spezifizierendes Maß“ 412, 413, 422, 417—427. Dasſelbe iſt 1. eine Regel 417, 418, 2. eine ſpezifiſche Quantität 417, 418—421 und 3. Verhältnis der beiden Seiten als Quali: täten von ſpezifiſcher Quantitätsbeſtimmtheit, als „Ein Maß“ 417, 421—427, 413 a) „Die Regel“ 413, 414, 417, 418. Die Regel oder der Maß⸗ ſtab iſt „Einheit gegen ein Quantum“ 418, 414. „Die Vergleichung iſt ein äußerliches Tun, jene Einheit ſelbſt eine willkürliche Größe“ 418 b) „Das ſpezifizierende Maß“ 413, 417, 418-421. „Das Maß iſt ſpezifiſches Beſtimmen der äußerlichen Größe“ 418. Ein Etwas, inſofern es ein Maß in ſich iſt, „verhält ſich als ein Intenſives gegen die Menge“; „es verändert die äußerlich geſetzte Veränderung“ 418, 419, macht ſie zu einer „ſpezifiſch-aufgenom— menen Menge“ 419. Abgrenzung gegen das intenſive und ex— tenſive Quantum 419 Charakteriſtik des „Exponenten, der das Spezifiſche ausmacht“ 419. Unterſcheidung zwiſchen der arithmetiſchen Reihe und der durch die ſpeziſizierende Reaktion der qualitativen Natur des Maßes hervorgebrachten Reihe 420 Anmerkung. Die Temperatur iſt ein Beiſpiel für „eine Qualität, an der dieſe beiden Seiten, äußerliches und ſpezifiſches Quantum zu ſein, ſich unterſcheiden“ 420, 421 e) „Verhältnis beider Seiten als Qualitäten“ 413, 417, 421—427 1. Das Maß als „das immanente quantitative Verhalten zweier Qualitäten zueinander“ 222, 421. „Die qualitative, an ſich be⸗ ſtimmte Seite des Quantums iſt nur als Beziehung auf das äufer1462
— Maß lich Quantitative“; dieſes aber „iſt von der Qualität ſelbſt auch qualitativ unterſchieden“, „iſt das Quantum eines Etwas und ſeiner Qualität“ 421. „Dieſe Qualitäten ſind nach der Maßbeſtim— mung im Verhältnis zueinander“ — eine Maßbeſtimmung 421, 422 2. Das Maß als das realifterte Maß 422—427. „Im Maß tritt die weſentliche Beſtimmung der veränderlichen Größe ein“ 422. Das Quantum iſt zugleich als das Qualitative, und zwar, wie gezeigt, als Potenzverhältnis 422, 423, 419. Charakteriſtik des realiſierten Maßes 422 Zur „intereſſanten Beſtimmung der veränderlichen Größe in der höheren Mathematik“ 423. Die wahrhafte Beſtimmung der reellen veränderlichen Größe iſt, daß ſie die qualitativ, die durch ein Potenzverhältnis beſtimmte iſt 423, 422. Betrachtung von Raum und Zeit in ihrem Maßverhältnis als Größebeſtimmtheiten 423, und als Qualitäten 423, 424. Sie ſtehen ſich als Extenſive und Jutenſive gegenüber 423, 424, im direkten Verhältnis als Divifor und Dividend, im ſpezifizierenden Verhältnis als Potenz und Wurzel 424 Anmerkung. Anwendung des Zuſammenhangs der qualitativen Natur eines Dafeins und feiner Qnuantitätsbeſtimmung im Maße in der Geſchwindigkeit 424, 425, im freien Fall 425 und in der abſolut freien Bewegung der Himmelskörper 425. Über die Auf— gabe einer Mathematik der Natur in Rückſicht auf die abſolnten Maßverhältniſſe 425, 426. Newtons Verſagen 425, 426. Die empi— riſchen Quanta wären „in eine allgemeine Form von Quantitäts— beſtimmungen zu erheben, ſo daß ſie Momente eines Geſetzes oder Maßes werden“ 426. Verdienſt des Galilei und Kepler 426, 427 C. „Das Fürſichſein im Maße“ 413, 427—431 1. „In der ſoeben betrachteten Form des ſpezifizierten Maßes iſt das Quantitative beider Seiten qualitativ beſtimmt“; aber die Qualitäten ſind als „nur verſchiedene“ geſetzt, ſind z. B. Raum überhaupt, Zeit überhaupt 427. Mit dieſer Unmittelbarkeit des Qualitativen iſt eine des Quantitativen verknüpft 427, 428. „Da⸗ her hat denn das ſpezifiſche Maß auch eine Seite zunächſt äußerlicher Veränderung, deren Fortgang bloß arithmetiſch iſt“ 428. „Qualität und Quantum, auch ſo außer dem ſpezifiſchen Maße auftretend, ſind zugleich in Beziehung auf dieſes“ 428 1463
Maß 2. „Das unmittelbar beſtimmte Quantum als ſolches iſt . . . in der Beziehung zu dem ſpezifiſchen Maße als ein äußerlich gegebenes“ 428. Negation der qualitativen Maßbeſtimmung 428. „Als Ne— gation der unterſchiedenen qualitativ beſtimmten Seiten iſt dieſer Exponent ein Fürſichſein, das Schlechthin-beſtimmt-⸗ſein“ 428. Betrachtung des Koeffizienten a im freien Fall 429, 430 3. Das realiſierte Maß 430, 431 Zweites Kapitel. „Das reale Maß“ 410, 431—465. „Das Maß tft beſtimmt zu einer Beziehung von Maßen, welche die Qualität unterſchiedener ſelbſtändiger Etwas, geläufiger: Dinge aus— machen“ 431. Beiſpiele für die nun zu betrachtenden Maßverhält— niſſe ſind: die ſpezifiſche Schwere, chemiſche Eigenſchaften 431, der Klang 432. Die Verhältniſſe ſind direkte 432 Einteilung des realen Maßes 432, 433 1. Das „ſelbſtändige Maß einer Körperlichkeit, das ſich zu andern verhält und in dieſem Verhalten dieſelben . . . ſpezifiziert“ 432, 433—455 2. Das Maß als Reihe von Maßverhältniſſen, als Knotenlinie von ſpezifiſchen Selbſtändigen 432, 433, 455—462 3. Die Maßloſigkeit, die Unendlichkeit des Maßes 433, 462—465 = „Das Verhältnis ſelbſtändiger Maße“ 410, 432, 4933455 Di uhu Verbindung zweier Maße 433, 433—436 Das Maß als Reihe von Maßverhäl tniſſen 433, 430440 Wahlverwandtſchaft 432, 433, 440—455 n) „Verbindung zweier Maße“ 433, 433-36. „Etwas iſt in ſich als Maßverhältnis von Quantis beſtimmt, welche ferner Onalitäten zukommen, und das Etwas iſt die Beziehung von Die: ſen Qnalitäten“ 4233, 434. Die beſtimmte ſpezifiſche Schwere 434 Charakteriſtik des ſpezifiſchen Quantums des Etwas als äußer— liche, gleichgültige Beſtimmtheit 434, im Verhältnis zum anderen, ebenfalls ſpezifiſchen Quantum 434, 135. „Es find zwei Dinge von verſchiedenem inneren Maße, die in Beziehung ſtehen, und in Verbindung treten“ 435. Einerſeits erhält ſich nun jedes der bei— den Maße in der Veränderung, andrerſeits ſpezifizieren ſie ſich gegenſeitig 435, 436 b) „Das Maß als Reihe von Maßverhältniſſen“ 433, 436-440 — — — 1464
2 Maß 1. „Etwas, das Maßverhältnis in ſich iſt, iſt ſelbſtändig, aber dadurch zugleich vereinbar mit einem eben Solchen“ 436. Seine Qua⸗ lität kontinuiert ſich in das andre Maß und in das neue gebildete Maß hinein 436, 437, 456 2. „Dieſe Verbindung mit mehrern, die gleichfalls Maße an ihnen find, gibt verſchiedene Verhältniſſe, die alſo verſchiedene Expo: nenten haben“ 437. „Wahrhaft unterſcheidet ſich das Selbſtändige durch die eigentümliche Reihe der Exponenten, die es, als Einheit angenommen, mit andern ſolchen Selbſtändigkeiten bildet“ 437. „Das Verhältnis ſolcher Reihe innerhalb ihrer macht nun das Qualitative des Selbſtändigen aus“ 437. Vergleich eines Selb— ſtändigen mit feiner Reihe mit einem andern ſolchen Selbſtän— digen 437, 438. „Ihr Verhältnis zu beſtimmen, bedarf es ſelbſt einer gemeinſchaftlichen fürſichſeienden Einheit“ 438. Bildung einer neuen Reihe von Exponenten und ihr Verhältnis unter— einander 438, 439 3. Vergleich mit dem Quantum als Grad 439, 440. Übergang der indifferenten Beziehung zur Wahlverwandtſchaft 440, 433 c) „Wahlverwandtſchaft“ 433, 440—455. Der Ausdruck bezieht ſich auf das chemiſche Verhältnis 440. „Dieſe ſpeziſiſche Beziehung iſt an die Quantität gebunden, und iſt zugleich nicht nur die Beziehung auf ein einzelnes Anderes, ſondern auf eine Reihe ſolcher ihm gegenüberſtehenden Difſerenten“ 440. Solche Verhältniſſe gelten auch in der Muſik 441. „Die Harmonien ſind ausſchließende Wahlverwandtſchaſten“ 441. Unterſcheidung der nur quantitativ beſtimmten Wahlverwandtſchaft von der, welche ſich dieſem quantitativen Unterſchiede entnimmt 441, 442. Um⸗ ſchlagen der extenſiven in die intenſive Größe 442. Die Neutrali— ſation und das Umſchlagen „von gleichgültigen, bloß quantita— tivem Verhalten in ein qualitatives und umgekehrt“ 442, 443 Anmerkung. Die Wahlverwandtſchaft chemiſcher Stoffe 443—454 (ſ. Chemismus). Die unmittelbar ſelbſtändigen Maße, die in der ſpezifiſchen Schwere der Körper repräſentiert werden 454. „Es wäre die Aufgabe vorhanden, die Verhältniserponenten der Reihe der ſpezifiſchen Schweren, als ein Syſtem aus einer Regel zu er— kennen, welche eine bloß arithmetiſche Vielheit zu einer Reihe har— moniſcher Knoten ſpezifizierte“ 454. Zur qualitativen Beziehung zwiſchen den ſpezifiſchen Schweren 455 1465
Maß B. „Knotenlinie von Maßverhältniſſen“ 432, 455—462, 464. Rückblick auf die Wahlverwandtſchaft als aus⸗ ſchließende, fürſichſeiende Einheit 455, 456. Daneben aber „konti⸗ nuiert ſich die ausſchließende Wahlverwandtſchaft auch in die ihr andern Neutralitäten“ 456. Vergleich ſolcher Verhältniſſe mit dem der Affinitäten 456, 457 Charakteriſtik des Übergangs des Quantitativen in Qualitatives 457. Das Fürſichſein iſt der Außerlichkeit und der Quantums⸗ veränderung offen 457. „Aber es tritt ein Punkt dieſer Anderung des Quantitativen ein, auf welchem die Qualität geändert wird, das Quantum ſich als ſpezifizierend erweiſt, fo daß das veränderte quantitative Verhältnis in ein Maß und damit in eine neue Qualität, ein neues Etwas, umgeſchlagen iſt“ 457, 458. All⸗ mählich iſt dabei nur das quantitative Fortgehen, der qualitative Übergang iſt ein Sprung 458, 461 Anmerkung. Charakteriſtik der Knotenlinie von qualitativen Mo— menten im natürlichen Zahlenſyſtem 458. Das harmoniſche Ver— hältnis in der Muſik 459. Die qualitativen Knoten und Sprünge in chemiſchen Miſchungsverhältniſſen 459, 460, ſo in den Ver— bindungen von Sauerſtoff und Stickſtoff 459, an Metalloxyden 459, 460, am Waſſer und ſeinen verſchiedenen phyſikaliſchen Zu— ſtänden 460. Kritik an der Meinung: „Es gibt keinen Sprung in der Natur“ 460, 461. Kritik an der Vorſtellung des allmählichen Entſtehens, die leicht das Entſtehen und Vergehen überhaupt auf— hebt 461, 458. Zum Übergang des Quantitativen in Qualitatives im Moraliſchen 461, oder z. B. bei Vergrößerungen von Staaten 461, 462 C. „Das Maßloſe“ 410, 433, 462—465. Das ausſchließende Maß „wird über ſich hinaus in das Maßloſe getrieben, und geht durch die bloße Anderung feiner Größe zugrunde“ 462. Gegenüberſtellung von qualitativer und quantitativer Unendlichkeit 462, 463. Die „in ihrem Wechſel der Maße in ſich ſelbſt kontinuierende Einheit iſt die wahrhaft beſtehenbleibende, ſelbſtändige Materie, Sache“ 463 Was hiermit vorhanden iſt, iſt a) eine und dieſelbe Sache als perennierend geſetzt 463 8) Setzung dieſer Dieſelbigkeit 463, 464 y) Übergehen des Qualitativen und des Quantitativen in den unendlichen Progreß der Knotenreihe 464. „Dies Übergehen des 1466
2 Maß ee a En ee nen ³ĩ K ĩ A Qualitativen und des Quantitativen ineinander geht auf dem Boden ihrer Einheit vor...“ 464. Herabſetzung der Maße und der damit geſetzten Selbſtändigkeiten zu Zuſtänden 464. „Die Ver⸗ änderung iſt nur Anderung eines Zuſtandes und das Übergehende iſt als darin dasſelbe bleibend geſetzt“ 464 Zuſammenfaſſung der Momente der „Fortbeſtimmung, welche das Maß durchloffen hat“ 464, 465. Zunächſt iſt das Maß unmittelbare Einheit der Qualität und Quantität, iſt weſentlich Verhältnis 465, 464. Dann gibt der reale Unterſchied eine Menge von Maßver⸗ hältniſſen, aber bloße Ordnung 465. „Die Maßbeſtimmung iſt in dieſer Einheit des Subſtrats mit ſich ſelbſt eine aufgehobene, ihre Qualität ein durch das Quantum beſtimmter, äußerlicher Zuſtand“ 465 Drittes Kapitel. „Das Werden des Weſens“ 410, 466—478 A. „Die abſolute Indifferenz“ 466. „Das Sein iſt die abſtrakte Gleichgültigkeit“ — Indifferenz 466. Die abſolute In⸗ differenz iſt durch die Negation aller Beſtimmtheiten des Seins gewonnen. „Die Beſtimmtheit iſt an ihr nur noch als Zuſtand, d. i. als ein qualitatives Außerliches, das die Indifferenz zum Subſtrate hat“ 466. Charakteriſtik dieſes qualitativen Außerlichen als eines Verſchwindenden, als reſultierende Indifferenz 466 B. „Die In differenz als umgekehrtes Verhält⸗ nis ihrer Faktoren“ 410, 467-476. „Es iſt nun zu ſehen, wie dieſe Beſtimmung der Indifferenz an ihr ſelbſt und ſie damit als fürſichſeiend geſetzt iſt“ 467 1. Das Subſtrat der Maßverhältniſſe iſt „deren Kontinuierung ineinander, ſomit das untrennbare Selbſtändige, das in ſeinen Unterſchieden ganz vorhanden iſt“ 467. Es iſt Subſtrat zweier unterſchiedener Quanten, die Summe von ihnen, und dieſe ſtehen deshalb im umgekehrten Verhältniſſe zueinander 467. Es iſt auch Subſtrat zweier Qualitäten 468. „Jede der Qualitäten verhält in der andern ſich zu ſich ſelbſt, und iſt in jeder der beiden Seiten nur in einem verſchiedenen Quantum“ 468 2. Noch aber iſt die Einheit nur als Indifferenz und damit nur als an ſich feſtgehalten, und die Momente ſind noch nicht als für⸗ ſichſeiend, d. i. noch nicht an ihnen ſelbſt und durcheinander ſich zur Einheit aufhebend, beſtimmt 469 2 Nähere Betrachtung dieſes ſo untrennbar Selbſtändigen 469 1467
Maß . a) Das Anſich der Indifferenz und ihr Dafein iſt unverbunden, iſt „nur als äußerlich beſtimmtſeiend und beſtimmtwerdend“ 469 6) Die beiden Momente ſind im umgekehrten quantitativen Ver— hältniſſe 469 Y) Charakteriſtik, wie jede Seite an ihr die Totalität der Indiffe⸗ renz, jede ſich aus der einen Seite in die andere kontinuiert 470 3. Jede Qualität tritt nun innerhalb jeder Seite in die Beziehung zu der andern 470. Sie ſind im Gleichgewicht 470. „Aus dem Grunde ihrer qualitativen Beziehung kann es daher zu keinem quantitativen Unterſchiede und keinem Mehr der einen Qualität kommen“ 471. Übergang zum Weſen 471 Anmerkung. „Das Verhältnis eines Ganzen, das ſeine Beſtimmt— heit in dem Größenunterſchiede qualitativ gegeneinander beſtimm— ter Faktoren haben ſoll, wird bei der elliptiſchen Bewegung der Himmelskörper gebraucht“ 471, 472. Kritik an der üblichen Er— klärung mit Zentripetal- und Zentrifugalkraft 472, 473, 474, 475. Erklärung auf Grund der Überlegung, „daß jede der Seiten des umgekehrten Verhältniſſes an ihr ſelbſt dies ganze umgekehrte Verhältnis iſt . . .“ 474, 475 Kritik an der Erklärung der verſchiedenen Dichtigkeit der Körper 475. Kritik an der Verwendung des Verhältniſſes von Senſibilität und Irritabilität 475 Über die ſpinoziſtiſche Subſtanz, inſofern die abſolute Indifferenz ihre Grundbeſtimmung zu fein ſcheint 475, 476. Kritik an Spinoza 475, 476. „Durch die Beſtimmung der Subſtanz als Indifferenz kommt aber die Reflexion auf den Unterſchied hinzu, er wird nun geſetzt, als das, was er bei Spinoza an ſich iſt, nämlich als änßer— licher, und damit näher als quantitativer“ 476. Charakteriſtik der Indifferenz als Auflöſung des Maßes 476 C. „Übergang in das Weſen“ 410, 476—478. „Die ab⸗ ſalute Indifferenz ift die letzte Beſtimmung des Seins, ehe dieſes zum Weſen wird“ 476. Noch gehört ſie der Sphäre des Seins an und ſie iſt „nur erſt in der einſeitigen Beſtimmung des Anſichſeins und damit ſind die Unterſchiede, die quantitative Differenz und das umgekehrte Verhältnis von Faktoren, als äußerlich an ihr“ 477, 478. Beſtimmung des Seins zum Weſen 478 6 „Maß“ 66—67 (O Sein) [P. St. 8, 253—260] $ 60 [P. St. 8, 8 107, wörtlich ſ. u.] 66 JP. St. 8, 253] 1468
Maß Beziehung der Modalität zu Qualität und Quantität 66 SS 61, 62 [P. St. 8, SS 108, 109, faſt wortlich, ſ. u.] 66—67 [P. St. 8, 255—258] § 63 [wurde in 8 zu SS 110, 111 erweitert, ſ. u.] Übergang zum Weſen 67 [P. St. 8, 258, 259] „Das Maß“ 2029, 251—252 [P. St. 6, 65], 253—260 [P. St. 6, 66—67] S 107 [P. St. 6, S 60, wörtlich! „Das Maß iſt das qualitative Quantum, zunächſt als unmittelbares“ 253 [P. St. 6, 66] Zuſatz. „Das Maß, als die Einheit der Qualität und der Quan— tität, iſt hiermit zugleich das vollendete Sein“ 253 , 202 g. Gott als das Maß aller Dinge 253 G [4, 408]. Dieſe Anſchauung bildet den Grundton mancher althebräiſchen Geſänge 2538, 254 . Ve— deutung der Nemeſis bei den Griechen 2548 [4, 408]. Das Gonnenſyſtem als „Reich der freien Maße“ 254 Z. In der unorga— niſchen Natur tritt das Maß in ſeiner Bedeutung zurück und kommt in der organiſchen Natur wieder hervor 2548, 255 S 108 [P. St. 6, S 61, wenig verändert} Das Quantum als bloßes Quantum iſt einer Vermehrung und Verminderung fähig. Teils „aber iſt die Veränderung des Quantums auch eine Veränderung der Qualität“ 255 [P. St. 3, 66] Zuſatz. Beiſpiele 255 8. „Diele ſcheinbar unbefangene Verände— rung des Quantitativen iſt gleichſam eine Liſt, wodurch das Qua— litative ergriffen wird“ 255 8, 256 g. Die Veranſchaulichung der Antinomie des Maßes durch die Griechen 256 [4, 416]. An einem beſtimmten Punkt macht ſich die qualitative Natur des Maßes geltend; ſo im gewöhnlichen Leben, im Ethiſchen, in der Politik 256 8, 257 § 109 [P. St. 6, 8 62, faſt wörtlich] „Das Maßloſe iſt zunächſt dies Hinausgehen eines Maßes durch ſeine quantitative Natur über feine Qualitätsbeſtimmtheit“ 257 [P. St. 6, 66, 67] Zuſatz. „Man kann dieſen Prozeß des Maßes, welcher ſich ab— wechſelnd als bloße Veränderung der Quantität, und dann auch als ein Umſchlagen der Quantität in Qualität erweiſt, unter dem Bilde einer Knotenlinie zur Anſchauung bringen“ 258. Beiſpiele 258 9,253 0 $ 110 [vgl. 6, $ 63] Zeigt ſich das Maß in das Maßloſe ſich aufzu— heben, und ebenſoſehr mit ſich ſelbſt zuſammenzugehen, ſo iſt die 1469
1 1 1 1 1 8 De 1 7 8 — = Maß / Maſſe Unmittelbarkeit, welche noch dem Maße als ſolchem zukommt, aufgehoben 258 [vgl. 6, 67], 253 8 111 [ogl. 6, § 63] c) Rückblick auf den Übergang der Qualität in die Quantität und der Quantität in die Qualität 258 8, 259 8; 6) auf ihre Einheit, das Maß und y) auf die Aufhebung der Unmittelbarkeit dieſer Einheit und Setzung dieſer Einheit „als das, was ſie an ſich iſt, als einfache Beziehung⸗auf⸗ſich, welche das Sein überhaupt und deſſen Formen als aufgehobene in ſich enthält“ 259 O, 258 H. „Das Weſen“ 259 [P. St. 6, 67] Zuſatz. Der Prozeß des Maßes iſt nicht bloß die ſchlechte Unend— lichkeit des unendlichen Progreſſes, ſondern zugleich wahre Un— endlichkeit 259 C. „Wir erhalten jetzt das in feinen Beſtimmungen negierte, überhaupt das aufgehobene Sein, welches das Weſen iſt“ 2599. „Im Weſen findet kein Übergehen mehr ſtatt, ſondern nur Beziehung“ 259 8, 260 @ (O Sein) „Die wahrhaft philoſophiſche Wiſſenſchaft der Mathematik als Größenlehre würde die Wiſſenſchaft der Maße ſein“ 85 (O Zeit) [P. St. 6, 159] Das Zeitmaß in der Muſik 158—160 (ſ. Muſik) „Die chineſiſche Religion oder die Religion des Maßes“ 342—354, 275, 325—326 (ſ. chineſiſche Religion), 344, 345, 346 Bedeutung der Zahlen, d. i. des Maßes bei Pythagoras 257 (f. Pythagoras) Zu Protagoras' Hauptſatz: »Von allen Dingen iſt das Maß der Menſch; von dem, was iſt, daß es iſt, — von dem, was nicht iſt, daß es nicht ift« 30 (f. Protagoras). Auch die Sophiſten jagen, der Menſch iſt das Maß aller Dinge 70. Sokrates ſagt nicht bloß: „Der Menſch iſt das Maß aller Dinge; ſondern: Der Menſch als denkend iſt das Maß aller Dinge“ 75 (O Sokrates) Maſſageten Krieg des Kyros mit den Maſſageten 250 (O Perſien). Berührung Alexanders des Großen mit den Maſſageten 356 (O mazedoniſches Reich) Maſſe Maſſe und Bewegung 196 (O Mechanik) 1470
18 O0 1 * 12 12 13 Mäßigung / Material Mäßigung Die Tugend der Mäßigung in Platons Republik 282 (O Plato), bei Epikur 511 (O Epikur) Maßloſes „Das Maßloſe“ 462—465, 410, 433 (ſ. Maß) Das Maßloſe 257 [P. St. 6, 66, 67] (f. Maß) „Zum Maßloſen aufgeſpreizt berſtet die Geſtalt, verſchwindet das natürliche Sein und beginnt das Allgemeine für ſich zu werden“ 11 (O beſtimmte Religion) Maßſtab Der Maßſtab im gewöhnlichen Sinn als äußerliches Maß 414, 418 (ſ. Maß) Bedürfnis eines Maßſtabes für die Darftellungen der Kunſt 82, 83 (O Kunſtwerk) Material (Elfenbein, Erz, Holz, Marmor) Bedeutung des Materials, des ſinnlichen Stoffs für die roman⸗ tiſche Kunſtform 127 [14, 6] (O Aſthetik). Bedeutung der Reinheit des Stoffs in Geſtalt, Farbe, Ton für das Naturſchöne 198, 199 (O Naturſchönes), für das Kunſtſchöne 338, 339, 340 (ſ. Kunſt⸗ ſchönes) Bedeutung des Materials für die Architektur 267. Zur Streit— frage, ob die Architektur vom Holzbau ausgegangen oder vom Steinbau 267. Hirt und Vitruv 267 (O Architektur), 307, 308. Für das mechaniſche Verhalten erweiſt ſich der Holzbau als das Nächſte und Naturgemäßeſte 308. Ein Baum bietet ſich ebenſoſehr „zum Pfoſten als zum Balken dar“ 308. „Der Stein dagegen hat von Hauſe aus keine ſo feſt beſtimmte Geſtalt“ 308, 309. „Einer⸗ ſeits läßt ſich in den architektoniſchen Formen immer noch das urſprüngliche Prinzip des Holzbaues erkennen, wenn auch ande: rerſeits Beſtimmungen hinzukommen, welche nicht dem Holzbau als ſolchen angehören“ 309, 327 (O klaſſiſche Architektur) „Material der Skulptur“ 434, 441—449 (O Skulptur). Es herrſcht eine große Mannigfaltigkeit der Beſonderung im Material 442. Dazu kommt bei den Alten eine erſtaunliche Aus⸗ 1471
1 = 14 — 2 10 19 Material / Materialismus bildung und Geſchicklichkeit in der techniſchen Ausführung 442, 443 a) Das Holz 443 (ſ. Holz) b) Als das hauptſächlichſte weitere Material iſt ferner Elfenbein in Verbindung mit Gold, gegoſſenes Erz und Marmor zu nennen 443—448 a) Elfenbein 443, 444, 445 (ſ. Elfenbein) 6) Erz 445—446 (ſ. Erz), die Münzkunſt 446—447 (ſ. Minzkunſt) ) Stein 447 (ſ. Stein), Marmor 447, 448 (ſ. Marmor) c) Edelſteine und Glas 448—449. Wert der alten Gemmen, Ka: meen und Paſten 448. Winckelmann zur Stoſchiſchen Sammlung 448. Die Gemmen 448, 449, die Kameen 449 Zum Material der Malerei 18, 60 (ſ. Malerei), der Muſik 128, 158. „Das ſinnliche Material tritt in die Muſik ſtatt mit ſeiner räumlichen Form, nur mit der zeitlichen Dauer ſeiner Bewegung ein“ 158. Mannigfaltigkeit des Materials, das zum Klingen ge— bracht wird 168, die Luftſäule, die Saite 169, 172, das Flächen— hafte 169, 172: Pauke, Glocke, Harmonika 169, 170, die menſchliche Stimme 170, 171 (O Muſik) Das Material der Poeſie 320, 321 (ſ. Poeſie) 12, 127, 128, 130, 131; 13, 260] Materialismus Er leugnet das Subjettive 87 (O Fichte). Reinholds Anſicht vom Materialismus 148, 149 (O Reinhold) 253 (O Skeptizismus) Ihm gilt die Materie als das wahrhaft Objektive 1218. Heraus— wachſen des Materialismus aus dem Empirismus 1218 (O Em: pirismus), 1608 (O Kritizismus) 237 & (O Quantität). Stellung des Materialismus zum Wiſſen von Gott 312 8 (O Kraft) Der Materialismus ſtellt „das Denken als ein Refultat des Ma: teriellen dar, leitet die Einfachheit des Denkens aus dem Viel— fachen ab“ 59 8, 60 @ (0 Seele) 330 (OMetaphyſik); der Materialismus in der franzöſiſchen Philo— ſophie 507, 508, 510, 513, 523 (ſ. franzöſiſche Philoſophie) 546 (O Jacobi) 1472
— = Materie Materie (Form) Materie und Schwere 20—23 (f. Planet). Zur Erkenntnis der realen Materie 23 (O Planet) Die Materie iſt „nicht ein ſeiendes Ding, ſondern das Sein als allgemeines, oder in der Weiſe des Begriſfs“ 200 (O Naturbeob— achtung). Die „reine Materie“ iſt nur das, „was übrig bleibt, wenn wir vom Sehen, Fühlen, Schmecken und ſo ſort abſtrahie— ren“ 443. Die Aufklärung nennt das abſolute Weſen „Materie“ 443, 444 (O Aufklärung) Auflöſung des Dings in ſeine Eigenſchaften als in für ſich be— ſtehende Materien 124 (O Ding). Es gibt „keine Materie ohne Form und keine Form ohne Materie. — Die Materie und die Form erzeugen ſich wechſelſeitig“ 125 (O Erſcheinung) S 110 (O Mechanik). „Der erfüllte Raum und Zeit iſt die Materie. Das Außereinander des Raums und das Inſichſein der Zeit ab— ſolut in Eins geſetzt, gibt den Begriff der Materie überhaupt“ 195 § 111 (O Mechanik). „Nach dem Moment des Inſichſeins wäre die Materie vereinzelter Punkt; nach dem Momente des Außerſich— ſeins wäre ſie zunächſt eine Menge ſich ausſchließender Atome“ 195 (O Mechanik) Beziehung der Materie zur Schwere 195 [1, 20—23; 9, 67—68 g] Attraktion und Repulſion „werden ſerner vorgeſtellt als in einem Dritten, der Materie zuſammenkommend“ 211. Kant hat „die Materie aus der Repulſiv- und Attraktiv-Kraft konſtruiert“ 211. „Er ſetzt die Vorſtellung der Materie voraus“ 212—217 (f. Kant) 8, 231, 232 0, 233 2; 9, 94] Leibnizens Faſſung der Materie als Quantität 225 (f. Quantität). Kants Antinomie der „ſogenannten unendlichen Teilbarkeit der Materie“ 228—236 (ſ. Antinomie), 646 [8, 239]. Die „in ihrem Wechſel der Maße in ſich ſelbſt kontinuierende Einheit iſt die wahr— haft beſtehenbleibende, ſelbſtändige Materie, Sache“ 463 (ſ. Maß). „Die Materie iſt die einſache unterſchiedsloſe Identität, welche das Weſen iſt, mit der Beſtimmung das Andere der Form zu ſein. Sie iſt daher die eigentliche Grundlage oder Gubjlrat der Form. ..“ 560-566 (f. Form) „Das Beftehen des Dings aus Materien“ 613—616 (f. Ding) 13, 124; 8, 293; 9, 362] Glockner, Hegel-Lexikon 93 1473
6 -ı 8 De} Materie 63 [P. St. 8, 239] (O Quantität), 78—79 (O Exiſtenz) [P. St. 8, 293, 295, |. Ding], 160, 161 [P. St. 9, 88, 89, 90 f. u.], 163—164 [P. St. 9, 97—100 f. u.]. Die SS 206, 207, 208 wurden zum Teil wörtlich, zum Teil verändert in 9, SS 263 und 264 aufgenommen ſ. u.) 5 Beſtimmtheit der Materie macht ihr Sein aus 172 9. Kritik an der „leeren Abſtraktion einer formloſen Materie“ 172 @ O Phyſiß „Die Beſitzergreifung macht die Materie der Sache zu meinem Eigentum, da die Materie für ſich nicht ihr eigen iſt“ 105—107 (f. Eigentum) Kants Verdienſt, „die Auffaſſung der Materie dadurch vervollſtändigt zu haben, daß er dieſelbe als die Einheit von Repulſion und Attraktion betrachtet“ 232 8 (O atomiſtiſche Philoſophie), 2318, 233 @ [4, 211—217; 9, 94] „Das Abſolute iſt reine Quantität, — dieſer Standpunkt fällt im allgemeinen damit zuſammen, daß dem Abſoluten die Beſtimmung von Materie gegeben wird, an welcher die Form zwar vorhanden, aber eine gleichgültige Beſtimmung ſei“ 235 [P. St. 6, 62; 4, 225]. Zu Kants Antinomie der Materie 239 [P. St. 6, 63; 4, 228— 2361 (O Quantität) Die Materien als Eigenſchaften des Dinges 293 (O Ding) [P. St. 6, 78, |. Exiſtenz; 3, 124; 4, 613—616; 9, 362]. „Die Materie iſt die abſtrakte oder unbeſtimmte Reflexion-in-Anderes, oder die Re— flexion-in-ſich zugleich als beſtimmte; ſie iſt die daſeiende Dingheit, das Beſtehen des Dings“ 294, 295 [P. St. 6, 78, ſ. Exiſtenz]; Zu— ſammengehen der vielen verſchiedenen Materien in die „Eine Materie“ 295 [P. St. 6, 79]. Es iſt „der abſtrahierende Verſtand, welcher die Materie in ihrer Iſolierung und als an ſich formlos fixiert, wohingegen in der Tat der Gedanke der Materie das Prin⸗ zip der Form durchaus in ſich ſchließt und darum auch in der Er— fahrung nirgends eine formloſe Materie als exiſtierend vor— kommt“ 296 S. Die Griechen faßten die Materie als formlos in der mythiſchen Geſtalt des Chaos 296 & (J. Ding) „Die unendliche Teilbarkeit der Materie heißt nichts anderes, als daß ſie ein ſich ſelbſt Außerliches iſt“ 56 (O Natur). „Die Materie iſt die Form, in welcher das Außerſichſein der Natur zu ihrem erſten Inſichſein kommt, dem abſtrakten Fürſichſein, das aus1474
Materie PHB ³ĩW—W tr ˙¹ r ſchließend, und damit Vielheit iſt, welche ihre Einheit, als das für⸗ ſichſeiende Viele in ein allgemeines Fürſichſein zuſammenfaſſend, in ſich zugleich und noch außer ſich hat, — die Schwere“ 67-68 8 11, 20—23; 3, 195] In der Mechanik iſt die Materie „als bloße Maſſe formlos“ 68 g; in der Phyſik haben wir „die Enthüllung der Schwere als die Herrſchaft des Fürſichſeins über die Mannigfaltigkeit“; in der Organik haben wir „die Einheit des qualitativen Beſtimmtſeins und der Schwere, die ſich ſelbſt im Leben findet“ 68 8, 69 8 (O Naturphiloſophie) Zum Übergang „von Raum und Zeit zu der Realität, welche als Materie erſcheint“ 88 [P. St. 6, 160, 161], 93 g. Von der Materie wird gejagt, q) „daß fie zuſammengeſetzt iſt“, 6) daß fie undurch— dringlich iſt und Widerſtand leiſtet 89 [P. St. 6, 160, 161]. Dies bedeutet nichts anderes, als daß die Materie „überhaupt für ein Anderes, teils aber ebenſoſehr für ſich iſt“ 89 [P. St. 6, 161] Verhältnis von Materie und Kraft 90 [P. St. 6, 161J. Die Ma— terie iſt „das Reale an Raum und Zeit“ 93. „Wie es keine Be— wegung ohne Materie gibt, ſo auch keine Materie ohne Bewe— gung“ 938 (O Ort) „Materie und Bewegung“ 70, 93-119 [P. St. 6, 162 bis 164, ſ. Mechanik! (O Mechanik). „Endliche Mechanik“ 70, 93—119 [P. St. 6, 162—164] § 262 [P. St. 6, S 204, erweitert, ſ. Phyſit! Attraktion und Re— pulfion der Materie 93, 94 (ſ. Attraktion) [P. St. 6, 162], 96 g. „Die Materie ift untrennbar beides“ 94 @. Die Schwere der Da: terie 94 [P. St. 6, 162 Kants Verdienſt um die „Konſtruktion der Materie“ aus der Attraktivkraft und Repulfivfraft 94 [P. St. 6, 162; 4, 211—217; 8, 2318, 232 8, 233 C]. Freilich nimmt er die beiden Kräfte „als gegeneinander feſte“ an 94 [P. St. 6, 162]. Unterſcheidung zwi— ſchen bloßer Attraktion und der Schwere 948, 95 g. Über die Schwere 95 8, 96 8 (ſ. Schwere) Zuſatz. Repulſion und Attraktion, „beides zuſammen macht, als Schwere, den Begriff der Materie aus“ 96 . Die Kugel 968 Die drei Beſtimmungen der endlichen Mechanik ſind: die träge Materie, der Stoß, der Fall 97 A. „Die träge Materie“ 70,97,97 100 [P. St. 6, 163164] § 263 [P. St. 6, S 206 faſt wörtlich und § 207 etwas verändert] 1475
— — Materie Beſonderung der Materie in Maſſen, in Körper. Der Körper iſt „weſentlich räumlich und zeitlich, aber als im Raume und in der Zeit, und erſcheint als deren gegen dieſe Form gleichgültiger In— halt“ 97 [P. St. 6, 163] Zuſatz. „Die Materie erfüllt den Raum, heißt nichts weiter, als, ſie iſt eine reale Grenze im Raum“ 97 g, 988 § 264 [P. St. 6, $ 208, wenig verändert] Charakteriſtik des Kör— pers als „ein ganz zufälliges Eins“. Die Bewegung iſt ihm äußer— lich. „Er iſt träge“ 98 [P. St. 6, 163, 164]. Er iſt „nur die ab— ſtrakte unmittelbare Einheit der Zeit und des Raums“ 98 8, 99 [P. St. 6, 164] Zuſatz. Widerſtand und Trägheit der Materie. Sie iſt „die Einheit der Momente der Ruhe und Bewegung“ 99 g. Gegenüberſtellung der endlichen und freien Materie 99 8, 100 @ B. „Der Stoß“ 97 C, 100—111 8 [pal. 6, 170—171] (f. Stoß. In der Berührung zweier Körper „beginnt überhaupt die Ideali— tät der Materie“ 1018 (O Stoß) C. „Der Fal!“ 97 C, 111-119 O [ogl. 6, 168 —170] (f. Fall) „Das Ganze der Form im Sonnenſyſtem iſt der Begriff der Ma— terie überhaupt“ 151 (O Mechanik). „Die erſte qualifizierte Materie iſt die Materie als reine Identität mit ſich, als Einheit der Reflexion-in-ſich“, iſt das Licht 155, 156 [P. St. 6, 173], 153 8 (O Licht). Die Poren ſind das Negative neben der Materie, „ſo daß in der Tat die Materie nur als affirmatio, als abſolut-ſelb— ſtändig, ewig angenommen wird“ 2298 (O Kohäſion). Kritik am Verſtande, der von einer Schallmaterie 2348, 255 8, 256 8, von einer Wärmematerie ſpricht 2348, 2538, 2558 (0 Klang, O Wärme), der die elektriſche Spannung einem Andern, einer Materie zuſchreibt 309 Z, 370 8, 3718. Pohls Kritik an jenem „erdichteten elektriſchen Fluidum“ 3798 (0 Elektrizität). Rück⸗ blick auf die Materie 450 8 (0 Organif) Die Materie der Phyſiker und die Lebensmaterie 53 [P. St. 6, 232, 233], 57 g (O Seele) 324 (O Anſchauung) „Die Materie iſt das Formloſe, das mit ſich Identiſche; dies iſt nur ein Moment des Weſens, alſo ein Anderes als die abſolute Macht und ſo iſt es das, was Materie genannt wird“ 52 (0 jü⸗ diſche Religion). Die Materie und das Eins 238. „Die Materie 1476
1 = 17 1 oo Materie iſt noch die ſchlechteſte, äußerſte, ungeiſtigſte Weiſe des Daſeins; aber die Schwere, dies Aufheben des Eins, macht die Grund— beſtimmung der Materie aus“ 238 253 (O chriſtliche Religion) Kant ſagt, der teleologiſche Beweis „erfülle nicht die Idee von Gott, daß er der Schöpfer der Materie, nicht bloß der Form ſei“ 521. Aber ift „dieſe Trennung zwiſchen Form und Materie ſtatt— haft?“ 521 (O Gottesbeweiſe) Kritik an dem Verſtand, welcher die Materie ſchlechthin kontinuier— lich oder punktuell nimmt. „Sie hat aber in der Tat beide Be— ſtimmungen“ 55, 54 (O Philoſophiegeſchichte) Die Materie als Prinzip des Anaximander 228 (ſ. Anaximander). Würdigung von Zenos Dialektik der Materie 328 (f. Zeno). Anaxagoras' Begriff der Materie 422 (ſ. Anaxagoras) Der Begriff der Materie bei Plato 264 (ſ. Plato), 250, 258. Bei Ariſtoteles iſt „der Hauptbegriff der Subſtanz, daß ſie nicht nur Materie iſt“. „Die Materie ſelbſt aber iſt nur die Potenz, eine Möglichkeit, fie iſt nur ore, — nicht die Wirklichkeit, dies iſt die Form; daß ſie wahrhaft ſei, dazu gehört Form, Tätigkeit“ 321, 325. „Die Materie iſt nur das, was an ſich iſt; denn wenn ſie alle Formen annehmen kann, ſo iſt ſie eben nicht ſelbſt das formierende Prinzip. Dabei hat die weſentlich abſolute Subſtanz Möglichkeit und Wirklichkeit, Form und Materie, nicht voneinander getrennt“ 321, 322. Trennung der Form, des Außerlichen, von der Materie macht die Natur des Endlichen überhaupt aus 323, 324. „Die Materie iſt das tote Subſtrat, das Subjekt, »die Hrundlage, an der die Veränderung vorgeht«; die Materie leidet Veränderun— gen“ 324. „»Die Materie iſt das Einfache, — die Möglichkeit«, näher beſtimmt »ift dieſelbe aber als entgegengeſetzt; Etwas wird nur dieſe Materie in der Wirklichkeit, das ſeine Materie auch der Möglichkeit nach war«. Es iſt alfo geſetzt: a) Materie... 6) die Beſtimmtheit ... ) das Bewegende, die reine Tätigkeit“ 324. Bedeutung der Materie für den Verſtand 325, für die abſolute Subſtanz 327. Nach Ariſtoteles wird die Materie nicht ein ande— res, ſondern iſt konſtant 357 (O Ariſtoteles) Bei den Stoikern iſt »das Letzte die Materie, die Subſtanz ohne Qualität«. „Die Qualität überhaupt die Form, »das Tätige iſt das Verhältnis (Aöyos) in der Materie; und dies iſt Gotte, das 1477
1 E 1 S 18 — DD so Materie / Mathematik Tuende oder Qualitative, d. h. das die allgemeine Materie zu etwas Beſonderem Machende“ 438. Die Beziehung Gottes, „der abfolu: ten Form, auf die Materie iſt zu keiner entwickelten Klarheit ge— kommen“ 441 (O Stoiker) Der Begriff der Materie bei Plotin 57, 58, 59. „Sie iſt das der Möglichkeit nach Seiende. Ihr Sein iſt nur ein Werden Verkün⸗ dendes« 58, 60. Beziehung zwiſchen dem Böſen und der Materie 57, 58, 59, 60. „ Inſofern das Denken ſich von ſich abkehrt, ent: ſteht die Materie. Die Materie iſt nur durch die Abſtraktion des Anderen. Was zurückbleibt, wenn wir die Ideen hinwegnehmen, lagen wir, iſt die Materie«, das Böſe“ 63. Notwendigkeit des Böſen, der Materie 63, 64 (f. Plotin) Der Begriff der Materie bei Descartes 359 (f. Descartes) Der Begriff der Materie bei Leibniz 460, 461 (f. Leibniz), bei Fichte 637 (ſ. Fichte), bei Schelling 669 (f. Schelling) , Die Unterweiſung (ro u iiun der Sophiſten 15 (O Sophiſten) Mathematik (Arithmetik, Differentialkalkül, Geometrie, Integral— rechnung, Mechanik) Zur Gefahr der Verwechſlung der Mathematik als formale Er— kenntnisweiſe mit den Verhältniſſen der phyſiſchen Welt ſelbſt 4, 5. In die Mathematik fallen die Größen verhältniſſe des Gegen: ſtandes, die Erkenntnis der Kraft aber gehört in die Phyſik 5, 6. Newton verwirrte die Gebiete von Mathematik und Phyſik 6, 17. Die Mathematik abſtrahiert von den Dingen und doch ſollen ihre Ergebniſſe die Dinge ſelbſt betreffen 24 (O Planet) 228. Über die mathematiſchen Antinomien 312, 313 (ſ. Kant) 346, 542 Über die mathematiſchen Wahrheiten, den mathematiſchen Beweis das mathematiſche Erkennen 40—44 (ſ. Phänomenologie) Über das mathematiſch-Unendliche 121 (O Quantität) Der mathematiſche Schluß: „wenn zwei Größen einer Dritten gleich find, fo find fie unter ſich gleich“ 158, 183 (O Schluß) [5, 138, 139— 142, 307; 6, 114; 8, 392, 392 @] „Mathematik“ 192—194 (O Naturwiſſenſchaft) 1478 +
= . Mathematik § 99 Über Raum und Zeit als die „daſeienden Abſtraktionen, oder reine Form, reine Anſchauung der Natur“ 192 § 100 Ihre Grenzenloſigkeit, ihre Dimenſionen 192 § 101 1. Über die Dimenſionen des Raums 192, 193 § 102 2. Über die Dimenſionen der Zeit 193 § 103 Die Begrenzung des Raums 193 § 104 Die kontinuierliche Größe und die diskrete Größe, deren Prinzip das Eins iſt 193 § 105 Der Raum iſt der Gegenſtand der Geometrie 193 § 106 Das Eins iſt Prinzip für die Arithmetik 194, 193 § 107 Über Arithmetik und Geometrie, die endliche Größen be— trachten und über die Analyſis des Unendlichen, vornehmlich aber die Differential- und Integral-Rechnung, welche unendliche Grö— ßen betrachten 194 § 108 Zur Differential- und Integralrechnung 194 § 109 Zur angewandten Mathematik 194 (O Naturwiſſenſchaft) 323, 329 (O Philoſophie-Unterricht) Nach Ariſtoteles find in Agypten die mathematiſchen Wiſſenſchaf— ten früh ausgebildet worden 24 (O Logik) 32, zur mathematiſchen Methode 50 (O Logik). Die Mathematik verdankt ihre glänzendſten Erfolge der Annahme der unendlich⸗ kleinen Größen, „die in ihrem Verſchwinden ſind, nicht vor ihrem Verſchwinden, denn alsdann ſind ſie endliche Größen“ 117 (O Verden), 275, 276 (O Unendlichkeit). Zur mathematiſchen Definition der Größe 221. Die Mathematik läßt unkontinuierliche Eins nicht gelten 224 (O Quantität) Die Philoſophie hat in ihren konkreten Wiſſenſchaften „das Lo— giſche aus der Logik, nicht aus der Mathematik zu nehmen“ 260, 261 (O Zahl) I. „Die Begriffsbeſtimmtheit des mathemati⸗ ſchen Unendlichen“ 293—337 (O Unendlichkeit). Das ma⸗ thematiſch Unendliche zeitigte der Mathematik große Reſultate, obwohl die Mathematik über die Natur dieſes ihres Inſtruments im Unklaren iſt 293. Es hat für die Philoſophie Wichtigkeit, „weil ihm in der Tat der Begriff des wahrhaft Unendlichen zugrunde liegt“ 293, 294, 296. Die Mathematik wird nicht allein vom Be: griff des mathematiſch Unendlichen gedrückt, ſondern ſie findet den Hauptwiderſpruch an der eigentümlichen Methode ihres Un— 1479
— Mathematik endlichen ſelbſt. „Die Rechnung des Unendlichen erlaubt und er— fordert Verfahrungsweiſen, welche die Mathematik bei Operatio— nen mit endlichen Größen durchaus verwerfen muß, und zugleich behandelt ſie ihre unendlichen Größen wie endliche Quanta“ 294, 295. Widerſpruch zwiſchen der eingeſtandenen Ungenanigkeit im Verfahren mit dem vollkommen genauen Neſultat 295, 296 Betrachtung der Verſuche, den mathematiſchen Begriff des Unend— lichen und ſeinen Gebrauch zu rechtfertigen 296. Nach der Be— ſtimmung des mathematiſch Unendlichen iſt es „kein Quantum als ſolches mehr“, obwohl ſeine „quantitative Beſtimmtheit doch bleibt“ 296, 297. Zu Kants Begriff eines „unendlichen Ganzen“, der der Begriff eines Maximums nicht iſt, wohl aber der eines Quantums 297. Da das mathematiſch Unendliche kein Quantum iſt, ſo wird es von der Kantiſchen Kritik nicht getroffen 297, 298. Kritik an Kants Begriff der Unendlichkeit 298 Ausffihrliche Entwicklung der beiden Beſtimmungen: des wahr— haft Unendlichen und des mathematiſch Unendlichen 298. Das wahrhaft unendliche Quantum iſt „an ihm ſelbſt unendlich“ 298, 299. „Es iſt eine Größebeſtimmtheit in qualitativer Form; ſeine Unendlichkeit iſt, als eine qualitative Beſtimmtheit zu ſein“ 299. Sein „Für⸗Eines“ ſein 299. Dieſer Begriff des Unendlichen liegt dem mathematiſch Unendlichen zugrunde, was ſich deutlich zeigt bei Betrachtung der verſchiedenen Stufen des Quantums „als eines Verhältnis-Moments“ 299 Betrachtung des Quantums „in dem Verhältniſſe, wie es eine ge— brochene Zahl iſt“ 299307. Charakteriſtik des Bruchs als be— ſtimmt durch „zwei andere Zahlen, die Anzahl und Einheit gegen: einander ſind, wobei auch die Einheit eine beſtimmte Anzahl iſt“ 300, 308. Sie ſind nur Momente, ſie gelten nur nach ihrer Be— ſtimmtheit gegeneinander, beginnen „einen qualitativen Charak— ter zu haben“ 300, haben „das Moment der Unendlichkeit an ihnen“ 300. Über den Mangel dieſer Unendlichkeit 300, 301. Der Buchſtabenbruch = ſcheint „ein paffenderer Ausdruck des Unend— lichen zu fein“ 301, 308 Charakteriſtik des Zahlenbruchs als eine unendliche Reihe 301. „Der Bruch ſelbſt heißt die Summe oder der endliche Ausdruck derſelben“ 301, 302, 303, 304. Die Unendlichkeit der Reihe ift „die ſchlechte Unendlichkeit des Progreſſes“ 302, 303, 305. „Die Reihe 1480
Mathematik 4 enthält und ſtellt den Widerſpruch dar, etwas, das ein Verhältnis iſt und qualitative Natur in ihm hat, als ein Verhältnisloſes, als ein bloßes Quantum, als Anzahl, darzuſtellen“ 302. Ungenauig⸗ keit der Reihe 303. „Dagegen iſt aber das, was der endliche Aus⸗ druck, oder die Summe ſolcher Reihe genannt wird, ohne Mangel“ 303, 304, 307. Die ſogenannte Summe, der Bruch iſt ein Ver— hältnis, der wahrhaft unendliche Ausdruck; die Reihe dagegen iſt Aggregat, der endliche Ausdruck 304, 305. Gegenüberſtellung des mathematiſchen und metaphyſiſchen Unendlichen 305. Spinozas Aufſtellung des Begriffs der wahren Unendlichkeit gegen den der ſchlechten 305, 306, 307 (ſ. Spinoza) Betrachtung des Unendlichen, eingeführt bei den „Funktionen veränderlicher Größen“ 307—309. Über die fo wichtig geltende Kategorie der Veränderlichkeit 308, zur Ungenauigkeit des Ausdrucks: veränderliche Größen 308, 309, 310 „Um es deutlich zu machen, worin die wahrhafte Beſtimmung der Momente einer Funktion liegt“, blicken wir nochmals zurück auf den Bruch 308. Vergleich des Bruchs mit der Funktion 308, 309. „Das Verhältnis einer Größe zur Potenz iſt nicht ein Quantum, ſondern weſentlich qualitatives Verhältnis; das Potenzverhältnis ift der Umſtand, der als Grundbeſtimmung anzuſehen iſt“ 309, 310 „Aber es iſt noch eine weitere Stufe, auf der das mathematiſche Unendliche in feiner Eigentümlichkeit hervortritt“ 310-312. In den ſogenannten „unendlich kleinen Differenzen“ find dx und dy „keine Quanta mehr“, ſind „nicht mehr Etwas“, „aber auch nicht Nichts“ 310. „In dieſem Begriff des Unendlichen iſt das Quantum wahrhaft zu einem qualitativen Daſein vollendet“ 310, 311 Kritik an dem Einwurf, daß es keinen Mittelzuftand zwifchen Sein und Nichts gebe 311. Verweis auf das Werden 311, 116—118. Gegen den Vorwurf „was unendlich ſei ..., ſei nicht vergleichbar als ein Größeres oder Kleineres“ 311, 312 „Die wichtigſten Beſtimmungen, welche in der Mathematik über dies Unendliche gegeben worden find“ 312—320 Newton 312—316. Sein Begriff der „verſchwindenden Teilbaren“ und „der Grenzen (limites), der Summen und Verhältniſſe“ 313. „Es ſind Größen verſtanden in ihrem Verſchwinden, d. h. die nicht mehr Quanta find; ferner nicht Verhältniſſe beſtimmter Teile, ſondern die Grenzen des Verhältniſſes“ 313, 314. „In Rückſicht 1481
> Mathematik der Erhaltung des Verhältniſſes im Verſchwinden der Duantorum“ fällt der Ausdruck, „daß vermöge des Geſetzes der Stetigkeit die verſchwindenden Größen noch das Verhältnis, aus dem ſie herkommen, ehe ſie verſchwinden, behalten. — Dieſe Vorſtellung drückt die wahre Natur der Sache aus“ 314, 315 Zu Newtons Unterſcheidung von „erzeugenden Größen oder Prin— zipien“ und „erzeugten Größen“ 315, 316. Würdigung und Kritik ſolcher Beſtimmungen 316 Leibnizens Forderung der Vernachläſſigung der unendlich-kleinen Größen 316. Wolff hierzu 316, 317. Zum Widerſpruch zwiſchen einem „abſolut genauen Refultat“, und der ungenauen Methode, die es hervorbringt 317. Rechtfertigung ſolchen Widerſpruchs 319. Eulers Vorſtellung in dieſer Rückſicht 317, 318, 321, 348 (ſ. Euler). Zum Unterſchied zwiſchen „der Null des Quantums“ und der „qualitativen Null“ 318. „Der Übergang von der Funktion der veränderlichen Größe in ihr Differential“ iſt zu betrachten „als Zurückführung der endlichen Funktion auf das qualitative Ver: hältnis ihrer Quantitätsbeſtimmungen“ 318. Lagranges Urteil über die Vorſtellungen der Grenzen oder letzten Verhältniſſe 318. Euler hierzu 318, 319, 320 Über die wichtigſten Verſuche der Geometer zur Rechtfertigung, daß die ſogenannten unendlichen Größen den gewöhnlichen arith— metiſchen Operationen unterworfen werden 319—327. Ziel iſt „den Kalkül des Unendlichen zur Evidenz der eigentlich geometri— ſchen Methode zurückzubringen und in ihr die Strenge der Be— weile der Alten . . . in der Mathematik zu erreichen“ 320. „Meh⸗ rere haben verſucht, den Begriff des Unendlichen ganz zu ent— behren“ 320. Zur Methode von Landen 320. Vergleich mit Des: cartes“ Tangentenmethode 320, 321. Fermat, Barrow, Leibniz und Euler haben „die Produkte von unendlichen Differenzen, ſo— wie ihre höhern Potenzen nur aus dem Grunde weglaſſen zu dürfen geglaubt, weil ſie relativ gegen die niedrige Ordnung ver: ſchwinden“ 321. Kritik an dem hieraus ſich ergebenden Hauptſatz, die Kurven betreffend, daß „die Inkremente der Abſziſſe und der Ordinate, das Verhältnis der Subtangente und der Ordinate zueinander haben“ 321, 322 Newtons „merkwürdige Prozedur“ „um das arithmetiſch unrich— tige Weglaſſen der Produkte unendlicher Differenzen“ zu beſei— tigen 322, 323. Betrachtung feiner Reihenform 323. Lagrange 1482
Mi Mathematik ſagt, daß Newton „ſich an jenes formelle oberflächliche Prinzip, Glieder wegen ihrer relativen Kleinheit wegzulaſſen, gehalten hatte“ 323, 324. Das geht in der Mechanik nicht, denn hier ſind die Glieder „qualitative Momente eines Ganzen des Begriffs“ 324, 324—325 Fußn. Newton berüdfichtigte nicht „das Glied, das die qualitative Beſtimmung, auf die es ankam, enthält“ 325 Die ganze Schwierigkeit des Prinzips wäre beſeitigt, wenn „die qualitative Bedeutung des Prinzips angegeben, und die Opera— tion hiervon abhängig gemacht wäre“ 325. Es handelt ſich „nicht um eine Summe, ſondern um ein Verhältnis“ 325, 326 Würdigung der Erläuterungen, welche Carnot über die Methode der unendlichen Größen gibt 325. Sein Rückfall in den Irrtum 326 Lagrange hat Newtons Methode der Reihen wieder aufgenommen 326. Charakteriſtik ſeines Funktionen-Kalküls 326, 327 „Der qualitative Charakter überhaupt .. . findet ſich am unmittel— barſten in der Kategorie der Grenze des Verhältniſſes“ 327, 318. Lagranges Urteil hierüber 327. Betrachtung der Vorſtellung der Grenze 327, 328. Betrachtung des Unendlichkleinen als „qualita— tive Beſtimmtheit des Quantitativen“ 328. Betrachtung der Grenze als „Grenze von Etwas“ 328, 329. „Sie ſoll die Grenze des Verhältniſſes ſein, welches die zwei Inkremente zueinander haben“ 328, 329. Kritik des Weges um dieſe Grenze zu finden 329, 330, 331. Kritik an Lagrange 330 Auseinanderſetzung der Verwirrung, welche durch den angeführ— ten „Gebrauch der Vorſtellung von Annäherung in das Auffaſſen der eigentlichen, qualitativen Beſtimmtheit des Verhältniſſes“ gebracht worden iſt 331—833. Wiederholung des Reſultats, daß das qualitative Verhältnis, dasjenige iſt, „was eben durch die Verwandelung endlicher Größen in unendliche reſultiert“ 331. „So verſchwinden im letzten Verhältniſſe z. B. die Quanta der Abſziſſe und der Ordinate; aber die Seiten dieſes Verhältniſſes bleiben weſentlich“ 331. Charakteriſtik des Elements der Ordinate als qualitative Größenbeſtimmung gegen das Element der Abſziſſe 332, 331. „Das Prinzip der einen veränderlichen Größe gegen das der andern ſteht im „Verhältniſſe miteinander“ 332. Dieſes qualitative Verhältnismoment wird verdunkelt, indem das Element z. B. der Ordinate als Differenz oder Inkrement gefaßt wird 332. Damit wird die Grenze zu einem letzten Wert und das letzte Ver— 1483
Mathematik hältnis wird ein Verhältnis der Gleichheit 332, 333. Rechtferti— gung der Behandlung eines Bogens als einer Tangente 333, 334 Betrachtung, in dieſem Zuſammenhang, der Annahme, „daß un— endlich kleine Teile desſelben Ganzen einander gleich ſeien“ und ihrer Anwendung in der Mechanik, „daß in gleichen, und zwar unendlich-kleinen Zeiten unendlichkleine Teile einer Kurve in gleihförmiger Bewegung durchloffen werden“ 334, 335. Zu den Verſuchen älterer Mathematiker, die Ergebniſſe der neuerfundenen Infiniteſimalrechnung „in Worte und Sätze auszudrücken und fie in geometriſchen Verzeichnungen darzuſtellen“ 334, 335, ihnen gegen— ſtändliche Bedeutung und einen reellen Sinn zu geben 335, 336 und „wenigſtens den Schein eines Gerüſtes von Beweis“ zuſtande zu bringen 336. Kritik an den Newtoniſchen Beweiſen 336, 337. „Das leere Gerüſte folder Beweiſe wurde errichtet um phyſtſche Geſetze zu beweiſen. Aber die Mathematik vermag überhaupt nicht Größenbeſtimmungen der Phyſik zu beweiſen, inſofern ſie Geſetze ſind, welche die qualitative Natur der Momente zum Grunde ha— ben“ 336, 337 II. „Der Zweck des Differential-Kalküls aus feiner Anwendung abgeleitet” 337-374 (O Unend— lichkeit), 331. Die Anwendung des Differential-Kalküls, „die Elemente dieſer konkreten Seite ſollen der Gegenſtand dieſer An— merkung fein“ 337, 338. Bedeutung des Satzes dn nN xX 337, 338. Zur begrifflichen Schwierigkeit, daß es „mit dem Weg— laſſen der übrigen Glieder der entſtehenden Reihe außer den erſten, ſeine Richtigkeit habe“ 338. Die Methode des Differential— kalküls zeigt in ſolchem Weglaſſen, daß „ſie nicht für ſich ſelbſt erfunden und aufgeſtellt worden iſt“ 338. „Die Sache hat gleich— ſam als in Kunſtſtücken den Anfang genommen“. Die Art des Verfahrens „ift ſpäter zum Bewußtſein und in abſtrakte Formeln gebracht worden“ 339, 341 Rückblick auf die Begriffsbeſtimmung des Unendlich-Kleinen als „qualitative Onantitäts-Beftimmtheit” 339, 375. „Die weitere stage wäre, wie von ihr der Übergang zur mathematiſchen Ge: ſtaltung und Anwendung be ſchaffen wäre“ 339 „Die qualitative Beſtimmtheit des Quantitativen iſt zuerſt im quantitativen Verhältnis überhaupt aufgewieſen worden“ 340. Weiterhin iſt es aufzuzeigen in dem „noch zu betrachtenden Po— tenzenverhältnis“, in den Potenzenbeſtimmungen 340, 375. Aber 1484
2 Mathematik erſt die Anwendung zeigt, was „der eigentliche Gegenſtand und das Intereſſe für die Differentialrechnung iſt“ 341. Sie iſt früher geweſen als ihre Theorie 341, 339 a) Betrachtung der Gleichungen im Differentialkalkül 341—344. Sie gehören zu den unbeſtimmten und ihre Größen ſind in einer höhern als der erſten Potenz vorhanden 342, 343, 344. Die Grö— ßen ſind veränderlich; wird eine beſtimmt, ſo iſt die andere eine Funktion dieſer Einen 342. Bemerkungen über die ſogenannte Konſtante und ihre Verbindung mit den veränderlichen Größen 342, 343. Bemerkung darüber, daß wenigſtens eine der veränder— lichen Größen oder auch alle ſich in einer höhern Potenz als die erſte befinde 343. „Ihre ſpezifiſche Unbeſtimmtheit, die ſie hier haben, liegt allein darin, daß ſie in ſolchem Potenzverhältniſſe Funktionen voneinander ſind. Dadurch iſt die Veränderung der veränderlichen Größen qualitativ determiniert, damit kontinuier— lich . . .“ 343, 344, 347 6) Betrachtung des Intereſſes, auf welches ſich die Behandlung der Gleichung gerichtet findet 344. „Als die Grundlage der Be— handlung der Gleichung von angegebener Art zeigt ſich, daß die Potenz innerhalb ihrer ſelbſt als ein Verhältnis, als ein Syſtem von Verhältnisbeſtimmungen, geſaßt wird“ 345, 347. Zur Defi— nition der Potenz 345, 253; das Binomium 345, 345— 346 Fußn. „Worauf es ankommt, iſt allein die, hiermit qualitative Beſtimmt— heit der Glieder, welche ſich durch die Potenzierung der als Summe angenommenen Wurzel ergibt“ 346, 345. Über das „Verhältnis der zugrunde liegenden Größe“ „zu den Funktionen ihrer Poten— zierung“ 346 Über die veränderliche Größe, inſoſern ſie innerhalb ihrer ſelbſt als Summe angeſehen wird 346, 347, 345. Es iſt hier „nicht um eine Summe als ſolche, noch um die daraus entſpringende Reihe zu tun, ſondern von der Summe iſt nur die Beziehung aufzu— nehmen“ 347, 343, 344, 348 Was man (Euler, Lagrange) will „ſind nur die ſich ergebenden Potenzbeſtimmungen der veränderlichen Größen, die ſogenannten Koefſizienten zwar des Zuwachſes und der Potenzen desſelben, nach denen die Reihe ſich ordnet und zu denen die unterſchiedenen Koeffizienten gehören“ 348, 349 Zur Frage, zu welchem Zwecke, zu welcher Anwendung die durch die Potenzen-Entwicklung beſtimmten Funktionen geſucht werden 1485
DS Mathematik 349. Es wird die Größe auf die nächſt niedrige Potenz herabgeſetzt 350. Dieſe Operation findet Anwendung bei ſolchen Gegenſtän— den, „bei welchen gleichfalls ein ſolcher Unterſchied von Potenzen— beſtimmungen vorhanden iſt“ 350. So bei Reflexionen auf die Raumbeſtimmtheit 350, dann bei den verſchiedenen Arten von Bewegung 350, 351, 362. „Die Operation des Depotenzierens einer Gleichung . . gibt ein Reſultat, welches an ihm ſelbſt wahr— haft nicht mehr eine Gleichung, ſondern ein Verhältnis iſt; dieſes Verhältnis iſt der Gegenſtand der eigentlichen Differentialrech— nung“ 351. Charakteriſtik der Integralrechnung 351, 365 (ſ. u.) Betrachtung der Operation des Depotenzie— rens 351—365, 373 1. Das einfachſte Beiſpiel iſt die Kurve, die durch eine Gleichung der zweiten Potenz beſtimmt iſt 352—362. Hiſtoriſcher Exkurs: Barrows Verfahren die Tangente zu beſtimmen 352, 353. „Außer— liche Regel“ 352 und ſchulmäßiges Verfahren 353. „Die Manieren Robervals und Fermats laufen auf Ahnliches hinaus“ 353. Dieſe ſogenannten Methoden haben dann Leibniz und Newton von ihrer Zeit übernommen 353, 354 Lähere Analyſis dieſer Methode des Depotenzierens 354, 355. Lagrange trennte die Auflöſung in zwei Teile. Der erſte iſt „das Finden der erſten Funktion aus der gegebenen Kurvenverglei— chung“. Dies gibt „ein lineares Verhältnis“. Der zweite Teil der Auflöſung iſt das Finden „derjenigen Linien au der Kurve, welche in jenem Verhältniſſe ſtehen“ 355, 356, 374 Fußn. Charakteriſtik von Lagranges direktem Vorgehen dabei 355—358. Dann kommt gleichfalls das berüchtigte Inkrement herein, aber der hier ge⸗ machte Gebrauch iſt berechtigt und notwendig 357 Charakteriſtik von Descartes' Tangentenmethode 358—359, 360. „Die ſer Gang iſt für den genialen Griff eines echt analytiſchen Kopfes anzuſehen“ 359. Bemerkung, „daß es ſich keineswegs von ſelbſt verſteht, daß ſolche abgeleitete Gleichung auch richtig iſt“ 360, 361. Bemerkung „in Anſehung des Weglaffens der Konſtante bei dem Differentiieren“ 361. Bemerkung über die Namen von Differentation und Integration 361, 362 2. Ein anderes Hauptgebiet für die Anwendung der Differentialrechuung iſt die Mechanik und hier vor allem die Bewegung 362 bis 365, 350, 351. Zur Gleichung „der ſchlechtgleichförmigen Be1486
Mathematik wegung“ 362, 350, 351, zur Gleichung des Falls 362, 363, zum Verhalten des Lichts 363, 364. Lagrange über die Bewegung, vor— geſtellt durch die Gleichung s — at?. Zum Keplerſchen Geſetz at:. Zur Bedeutung der „Zerlegung der Bewegung in Be— ziehung auf die Beſtimmung ihrer Trajektorie“ 364 Ergebnis der Betrachtung: Die Beſtimmung des DifferentialKalküls beſteht darin, „daß aus einer Gleichung von Potenzen— funktionen der Koeffizient des Entwicklungsgliedes, die ſoge— nannte erſte Funktion gefunden, und das Verhältnis, welches dieſe iſt, in Momenten des konkreten Gegenſtands aufgewieſen werde, durch welche ſo erhaltene Gleichung zwiſchen den beiden Verhältniſſen dieſe Momente ſelbſt beſtimmt ſind“ 365 Betrachtung der Operation des Integrierens 365-372, 351, 366. Abgrenzung von der Form der Reihe 366. Anwendung 366, 367. Objekt iſt das Verhältnis ſelbſt der ur— urſprünglichen zu der abgeleiteten Funktion 367, 370. Charakte— riſtit der gewöhnlichen Methode, welche die Vorſtellung der Dif— ferenz als des Unendlichkleinen gebraucht 367, 368. Über das, was dieſe Methode ſich erſpart zu beweiſen und zu erkennen 368, 369. „Das reelle Intereſſe der Integralrechnung geht . . . ausſchließlich auf das Verhältnis der urſprünglichen und der abge— leiteten Funktion in den konkreten Gegenſtänden zueinander“ 370 Angabe von Lagranges Verfahren an einigen wenigen Beiſpielen 370. Er macht es ſich zur Aufgabe, „zu beweiſen, daß zwiſchen be— ſondern Beſtimmungen eines mathematiſchen Ganzen, z. B. einer Kurve, ein Verhältnis von der urſprünglichen zu der abgeleiteten Funktion ſtattfinde“ 370, 372. Lagranges Rektifikation der Kurve 370, 371, 372. Über den Gebrauch des Unendlichkleinen 371,372 Für das dem Differential- und Integralkalkül Angehörige „möchte der Name des Verhältniſſes einer Potenzenfunktion und der Funktion ihrer Entwickelung oder Potenzierung der paſſendſte ſein“ 373. Gemeinſchaft beider Rechnungsarten mit der Reihe: form 373, 374 III. „Noch andere mit der qualitativen Größen: beftimmtheit zuſammenhängende Formen“ 375 bis 389 (O Unendlichkeit) Zuſammenfaſſender Rückblick auf das Unendlichkleine der Diffe— rentialrechnung als „die qualitative Größenbeſtimmtheit“, als 1487
2 Mathematik Potenzbeſtimmtheit „des Verhältniſſes einer Potenzenfunktion zu der Eutwicklungspotenz“ 375, 340 Betrachtung dieſer qualitativen Beſtimmtheit in weiterer, „ſchwä— cherer Form“ 375. Die unterſchiedenen Potenzenbeſtimmungen von der analytiſchen Seite ſind Zahlengrößen. „Aber in der An— wendung auf räumliche Gegenſtände zeigt ſich das analytiſche Ver— hältnis ganz in ſeiner qualitativen Beſtimmtheit“ 375, 376. Da⸗ bei werden „die räumlichen ihrer Natur nach in Form von kon— tinuierlichen Größen gegebenen Gegenſtände in diskreter Weiſe gefaßt“ 375, 376, 377. Kepler hat „zuerſt den Gedanken jener Um— kehrung des Ganges gehabt und das Diskrete zum Ausgangspunkte gemacht“ 376. Betrachtung „ſeiner Erklärung, wie er den erſten Satz in Archimeds Kreismeſſung verſtehe“ 376, 377. „Das Bedürfnis, dies Moment des qualitativen Übergangs zu erhalten und dafür zu dem Unendlich- kleinen die Zuflucht zu nehmen, muß als die Quelle aller der Vorſtellungen angeſehen werden, welche, indem ſie jene Schwierigkeit ausgleichen ſollen, an ihnen ſelbſt die größte Schwierigkeit ſind“ 377. „Dieſe Nothilfe entbehrlich zu machen, müßte gezeigt werden können, daß in dem analytiſchen Verfahren ſelbſt, welches als ein bloßes Summieren erſcheint, in der Tat ſchon ein Multiplizieren enthalten iſt“ 377, 379. Verhält⸗ nis des Summierens und Multiplizierens zueinander 377, 378. Zur Multiplikation von Linien mit Linien 378. Sie bedeutet „eine Veränderung nicht bloß der Größe, fondern ihrer als qualitativer Beſtimmung der Räumlichkeit, als einer Dimenſion“ 378. Zur Multiplikation von Flächen mit Flächen 378, 379. Charakteriſtik des Qualitativen in der Potenzenbeſtimmtheit mit dem Qualita— tiven hier 379 Betrachtung wie die angebliche bloße Summation in der Tat eine Multiplikation iſt, gezeigt an dem Beiſpiel, „daß der Flächen— inhalt eines Trapezes gleich ſei dem Produkt der Summe der beiden gegenüberſtehenden parallelen Linien in die halbe Höhe“ 379, 380, 381 Das Kriterium für die Methode des Unteilbaren bei Cavallieri 381, 382. Sein allgemeiner Grundſatz 382. Zur Beſtimmtheit einer Figur 382, zur äußeren Grenze als Beſtimmtheit 383, 385, 386. Cavallieri ſagt: „das Kontinuierliche iſt nichts anderes, als die Unteilbaren ſelbſt“ 384, 383. „Man ſieht, daß Cavallieri das⸗ jenige, was zur äußerlichen Exiſtenz des Kontinuierlichen gehört, 1488
a Mathematik von demjenigen unterſcheiden will, worein deſſen Beſtimmtheit fällt und das für die Vergleichung und zum Behufe von Theore— men über dasſelbe allein herauszuheben iſt“ 384. Nach ihm „folgen die Kontinuierlichen nur der Proportion der Unteilbaren“ 384 Zur Form des Dedens der Figuren 385, 383. Über die Gleichheit nur der Winkel, nur der Höhe 385, 386, 383. Cavallieri 386, 387. Barrow, Newton, Leibniz, Tacquet 387. Cavallieris Unterſchei— dung von transitus rectus und transitus obliquus 386, 387. Bar: row verunreinigt die Methode der Unteilbaren bereits durch Her— einnehmen eines Unendlichkleinen 387. Tacquets Einwurf gegen die Methode des Unteilbaren 387. Varrows Erwiderung 387, 388. „Dergleichen Einwürfe oder Unſicherheiten haben ihre Quelle allein in der gebrauchten unbeſtimmten Vorſtellung der unend— lichen Menge von Punkten, aus denen die Linie, oder von Linien, aus denen die Fläche uff. beſtehend angeſehen wird“ 388 „Es iſt die Abſicht dieſer Anmerkungen geweſen, die affirmativen Beſtimmungen, die bei dem verſchiedenen Gebrauch, der von dem Unendlich-kleinen in der Mathematik gemacht wird, ſozuſagen im Hintergrunde bleiben, aufzuweiſen und ſie aus der Nebuloſität hervorzuheben, in welche ſie durch jene bloß negativ gehaltene Kategorie gehüllt werden“ 388, 389. Über die Bedeutung des Un: endlichen in der unendlichen Reihe, in der qualitativen Verſchie— denheit des Diskreten mit dem Kontinuierlichen 388, 389. Die qualitative Veränderung des Übergangs von Linie in Fläche wird durch die Hilfe des Unendlichen nicht beſeitigt, ſondern nur ver— wirrt 389 (O Unendlichkeit) Grundmangel war, „daß bei dem Unendlichen nur nach der nega— tiven Beſtimmung, die Negation des Quantums zu ſein, ſtehen geblieben und nicht zu der einfachen Beſtimmung, dem Affirma— tiven, daß dieſes das Qualitative iſt, fortgegangen wird“ 403, 402 (O Potenz) Über eine „Mathematik der Natur“ 410 und ihre Aufgabe in Nüdſicht auf die abſoluten Maßverhältniſſe 425, 426. Zur Beſtimmung der veränderlichen Größe in der höheren Mathematik 423 (O Maß) 673 57, 58 (f. Begriff). Über den „mathematiſchen Schluß“ 138, 139 bis 142 (. Schluß A. d), 307 [3, 158, 183; 6, 114; 8, 392, 392 2] Glockner, Hegel-Lexikon 94 1489
1 Mathematik 5 Über ſynthetiſche Beſtimmungen in der höheren Mathematik 286. Über den nicht mehr analytiſchen Übergang von der Größe als ſolcher zur hier vorkommenden qualitativen Größenbeſtimmung 286, 287. Er iſt nicht mathematiſch 287. Leibnizens Übergang 287 (O analytiſch) 6 19. „Die Mathematik“ 150—161 (O Naturphiloſophie) SS 197—199 (. Raum) 150—154 [P. St. 9, 70-78] SS 200 —202 (ſ. Zeit) 154159 [P. St. 9, 7887 8 203 (ſ. Ort) 159—161 [P. St. 9, 87—93] 7 118 8 718, 130 8, 186 @. Zur mathematiſchen Definition der Größe > = 234-235 [P. St. 6, 62], 23508, 236 (O Quantität), 2468 (O Sein), der Quantität 2368, 237 @ (0 Quantität). Das Ziel „vorhandene Unterſchiede auf Identität zurückzuführen“ wird in der Mathematik am vollſtändigſten erreicht 2738 (O Unterſchied) Zum quantitativen oder mathematiſchen Schluß 392 [P. St. 6, 114], 392 g (f. Schluß) Zu Kants Anſicht, die Mathematik konſtruiere ihre Begriffe 441 [P. St. 6, 138] Über den Gedanken „einer philoſophiſchen Mathematik, welche dasjenige aus Begriſſen erkannte, was die gewöhnliche mathema— tiſche Wiſſenſchaft aus vorausgeſetzten Beſtimmungen nach der Methode des Verſtandes ableitet“. Allein die Mathematik iſt „eine Wiſſenſchaſt des Verſtandes“ 84 [P. St. 6, 157, 158]. Symbolik ihrer einfachen, erſten Figuren 84, 85 P. St. 6, 158, 159]. „Ma: thematiſche Beſtimmungen, wie das Unendliche, Verhältniſſe des— ſelben, das Unendlichkleine, Faktoren, Potenzen uſſ., haben ihre wahrhaſten Begriſſe in der Philoſophie ſelbſt“ 85 [P. St. 6, 159]. „Die wahrhaft philoſophiſche Wiſſenſchaft der Mathematik als Größenlehre würde die Wiſſenſchaſt der Maße ſein“ 85 [P. St. 6, 159]. „Der Name Mathematik könnte übrigens auch für die philoſophiſche Betrachtung des Raums und der Zeit gebraucht werden“ 86 g, 87 g (O Zeit) Zur beſchränkten Bedeutung der Mathematik für das Phyſika⸗ liſche, da nicht das Phyſikaliſche, ſondern nur die Größe mathe— matiſch bewieſen werden könne 342 8 (O Farbenlehre) Zur Frühreife im mathematiſchen Fache 96 8, 92 @ 1490
11 16 17 18 19 Mathematik Die Chineſen ſind in der Mathematik weit zurück, ſo groß auch ihr Ruhm früher darin war 189 (O China) Über die mathematiſchen Kenntniſſe der Inder 294 (O unmittel— bare Religion) Über den Beweis in der Mathematik 370, 371 (ſ. Beweis), 375, 377, 414 (O Gottesbeweiſe) 24, 38, 59, 60, 348. Ausführungen des Ariſtoteles über das Ma— thematiſche als zwiſchen dem Sinnlichen und den Ideen 254. Aus— führungen von Malchus über das Mathematiſche bei Pythagoras 255, 283 (O Pythagoras) 136, 276, 414 Platons Studium der Mathematik unter Anleitung des berühm— ten Mathematikers Theodorus 173 (f. Platon) Cardanus' Bekanntſchaft mit der Mathematik 221 (O Cardano). Descartes' Studium der Mathematik 332, 333, 337, 353, 363. „Descartes hat der Mathematik ebenſo ein neues Emporſtreben gegeben, als der Philoſophie.“ „Seine Methode macht noch heute eine weſentliche Grundlage der Mathematik aus; Carteſius iſt der Erfinder der analytiſchen Geometrie“ 334 (ſ. Descartes) Bei Spinoza iſt das mangelhaft, daß er mit Definitionen an— fängt. „In der Mathematik läßt man es gelten, die Definitionen find Vorausſetzungen . . . In der Philoſophie ſoll der Inhalt als das an und für ſich Wahre erkannt werden“ 384, 379. „Mathe: matiſches Erkennen und Methode iſt bloß formelles Erkennen und ganz und gar unpaſſend für Philoſophie. Das mathematiſche Er— kennen ſtellt den Beweis an dem ſeienden Gegenſtande als ſolchem dar, gar nicht als begriffenem; es fehlt ihm durchaus der Begriff, der Inhalt der Philoſophie iſt aber der Begriff und das Begrif— fene“ 400, 401, 402 (O Spinoza), 479 Leibniz iſt der Erfinder der Differential-Rechnung 451, 452 (O Leibniz), 477 466. „Wolff hat ſich in der Mathematik ſehr berühmt gemacht“ 475, 480. „Leibnizens Differential- und Integral-Rechnung hat er beſonders in allgemeinen Gebrauch gebracht“ 477 (O Wolff) 559 1491
1 1 1 1 1 1 1 2 3 — <> S 1 Maulwurf / Mäyà, Maja Maulwurf Oft ſcheint der Weltgeiſt „ſich vergeſſen, verloren zu haben; aber innerlich ſich entgegengeſetzt, iſt er innerliches Fortarbeiten — wie Hamlet vom Geiſte feines Vaters jagt, »Brav gearbeitet, wackerer Maulwurf« —, bis er, in ſich erſtarkt, jetzt die Erdrinde, die ihn von ſeiner Sonne, ſeinem Begriffe, fchied, aufſtößt, daß ſie zu— ſammenfällt“ 685. „Auf fein Drängen — wenn der Maulwurf im Innern fortwühlt — haben wir zu hören, und ihm Wirklichkeit zu verſchafſen“ 691 (O neueſte deutſche Philoſophie) mauriſche Architektur Zur „romantiſchen Architektur als ſogenannte mauriſche, gotiſche oder deutſche“ 270, 332—352 (f. romantiſche Architektur) Mauſolos Das Grabmal des Königs Mauſolos von Karien 295 (O ſym— boliſche Architektur) Maxime Zu Kants Grundſatz der reinen praktiſchen Vernunſt, „daß eine Maxime deines Willens zugleich als Prinzip einer allgemeinen Geſetzgebung gelten müſſe“ 465, 466 (O Naturrecht) „Maximen des Journals der deutſchen Literatur (1806) “539—547 (ſ. Literatur) Maximus von Tyrus Maximus Tyrius ein Kommentator Platons 36 (O Ammonios Sakkas) Mäya, Maja 464 0 (O Philoſophie) „Brahm zu ſein, werden wir durch die Maya (die weltliche Täu⸗ ſchung) uns nicht bewußt“ 212 (O indiſche Religion) Kriſchnas ſagt (Bhagavad-Gita Leit. VII. SI 4. Seg.): »Aber auch die göttliche Täuſchung, die Maya, ift meine Täuſchung, die ſchwer zu überſchreiten, die mir folgen aber ſchreiten über die Täuſchung fort« 489, 488 (O indiſche Poeſie) 1492
11 11 18 — wo 2 Mayer / Mechanik Mayer, Johann Tobias Über die Viereckigkeit der Sonnenſtrahlen 332 JP. St. 6, 176], 332 Fußn. Sein „Göttinger Verſtand“ 332 Fußn. Mazarin, Jules 541 mazedoniſches Reich „Das mazedoniſche Reich“ 352—356 (O Griechen). Rück— blick auf Athens Unglück, Spartas kurze Hegemonie, auf Thebens Kriege mit den Phocenſern 352, 353. Plünderung des Tempels zu Delphi und Untergang Griechenlands 353 Auftreten eines „wirklichen gewalthabenden Königtums“, des Königs Philipp von Mazedonien 353. Dann ſtellte ſich der Jüng— ling Alexander an die Spitze der Griechen 353—356 (f. Alexander) 364, 394, 395, 397 (O Römer) 121 (O Sokrates) Mechanik (Mathematik, Mechanismus) Über das Verhältnis von Mechanik und Phyſik in der Aſtronomie 4, 5, 10, 19. Mit der Erkenntnis des Prinzips der Identität trennt die Philoſophie die Mechanik von der Phyſik und gibt die Phyſik der Philoſophie zurück 20 (O Planet) 437. Eindrängen des Prinzips der Mechanik in die Chemie und Naturwiſſenſchaft 524 (O Naturrecht) „Mechanik“ 195—196 (O Phyſik) SS 110, 111 (f. Materie) § 112 Über die Schwere 195 8113 Über die Bewegung 195 § 114 Über die freie Bewegung und „das freie Syſtem der krei⸗ ſenden Bewegung der Himmelskörper“ 195, 196 § 115 Bedeutung der Maſſe in der Größe der Bewegung 196 356. Anwendung des Differential-Ralfüls in der Mechanik 362 bis 364, 350, 351 (. Mathematik). Hinweis auf die abſolute Mechanik im Zuſammenhang mit der Maßbeſtimmung 411, 412, 424, 425, 427, 454 (O Maß) 1493
Do O 8 Mechanik Die elliptiſche Bewegung der Himmelskörper 471—475 (ſ. Maß) Kritik an dem tautologiſchen, leeren Gerede, daß der Grund, daß die Planeten ſich um die Sonne bewegen, die anziehende Kraft der Erde und Sonne gegeneinander ſei 570, 571 (ſ. Grund) „Die Mathematik“ 150—161 (f. d.) entſpricht in I „Raum und Zeit“ 70—93 (ſ. u.). „Die Phyſik“ 162—200 (j. Phyſik) entſpricht in 9gder „Endlichen Mechanik“ 93—119 (f. Ma⸗ terie), 76 und der „Abſoluten Mechanik“ 120-152 (f. u.) und der „Phyſik“ 153—448 (f. Phyſik) „Die Mechanik“ 163—172 [P. St. 9, 93—119 f. „Materie“ und 120—152 f. u.] SS 206—208 [P. St. 9, 88 263 und 264] 163—164 (f. Materie) 52098 „In der Bewegung ſetzt ſich die Zeit räumlich als Ort, aber dieſe gleichgültige Räumlichkeit wird ebenſo unmittelbar zeitlich.“ „Allgemeine Gravitation“ 164 SS 210-211 [P. St. 9, SS 269270 f. u.] 165—166 [P. St. 9, 120-152 f. u.] S 212 [P. St. 9, $ 270, Anm. z. T. ſ. u.] 1. Über die abſolut freie Bewegung 167 [vgl. 9, 117] Die Keplerſchen Geſetze der abſolut freien Bewegung 167—168 P. St. 9, 124, 125, 126 f. u.] § 213 2. Über das Ruhen, den Druck der unſelbſtändigen Kör— per 1688 $ 214 logl. 9, $ 267] Der Fall 168169 9 (f. Fall) S 215 0 [vgl. 9, $ 266] 3. Über die den unſelbſtändigen Körpern äußerliche und zufällige Bewegung von Stoß und Druck 1708. Ihre Aufhebung in der Ruhe durch die Reibung 1708, 171 [P. St. 9, 106]. Über das Geſetz der Trägheit 170, 171 [P. St. 9, 104]. Die „ſtrebende Bewegung“ nach dem Zentrum 171 [P. St. 9, 104]. Zur Pendelbewegung 171 [P. St. 9, 106]. Die gemeine Me⸗ chanik darf nicht in die abſolute übertragen werden 171 [P. St. 9, 196 S 216 [vgl. 9, § 266] „Der Unterſchied von Zentralkörpern und von unſelbſtändigen iſt im Inſichſein der Schwere ſelbſt, deren identiſche Natur ihre Exiſtenz iſt“ 1718. Der unfelbftändige Kör⸗ per „hat nur ein negatives Zentrum der Schwere, einen Schwer— punkt feiner Maſſe“ 171 8, 172 0 [vgl. 9, 103] S 2170 über die eigentümliche Beftimmtheit der Materie 172 g. Kritik an der „leeren Abſtraktion einer formloſen Materie“ 172 Bedeutung der Größenbeſtimmung für die Mechanik 238 & (O Quantität) 1494
Mechanik „Die Idee als Natur iſt erſtens in der Beſtimmung des Außer— einander, der unendlichen Vereinzelung“ — Mechanik 66 [vgl. 6, 150. Hier heißt es nicht Mechanik, sondern Mathematik und Physik. Anm. von I. Gl.]. „In der Mechanik ift das Fürſichſein noch keine individuelle ruhende Einheit, die das Mächtige wäre, die Vielheit unter ſich zu bringen“ 68 8 (O Naturphiloſophie) „Die Mechanik“ 70—152 (O Naturphiloſophie) [P. St. 6, 150161, aber unter der Überschrift „Die Mathematik“. Anm. von H. Gl. / § 2538 Die Mechanik betrachtet „Naum und Zeit“, die endliche Mechanik „Materie und Bewegung“ und die abſolute Mechanik die „freie Bewegung“ 708 Erſtes Kapitel. „Raum und Zeit“ 70 bis 161] A. „Raum“ 70—78 [P. St. 6, 150—154] (ſ. Raum) B. „Die Zeit“ 78—87 [P. St. 6, 154—159] (. Zeit) 6. „Der Ort und die Bewegung“ 87—93 [P. St. 6, 159—161] (. Ort, ſ. Bewegung) Zweites Kapitel. „Materie und Bewegung.“ „End— liche Mechanik“ 70, 93—119 [P. St. 6, 162 —164, aber unter der Überschrift „Die Physik“. Anm. von H. Gl.) (ſ. Materie) Drittes Kapitel. „Abſolute Mechanik 70, 120—152 [P. St. 6, 165—172 f. o], 196 [P. St. 6, 171] § 269 [P. St. 6, S 210, etwas verändert] „Die Gravitation iſt der wahrhafte und beſtimmte Begriff der materiellen Körperlichkeit, der zur Idee realiſiert iſt“ 120 [vgl. 6, 165]. Sie widerſpricht un— mittelbar dem Geſetz der Trägheit 120 [P. St. 6, 165]. Kritik an „der ſo geprieſenen Entdeckung der Kräfte“, der Zentripetal- und Zentrifugalkraft 121, 120 [P. St. 6, 165, 166], 123 , 126 ©, 1288 Zuſatz. Charakteriſtik des Sonnenſyſtems; ſeine abſolut allgemeine Zentralität und feine beſondere Zentralität 1218; feine Be— wegungsformen 1218, 122 9. Über die drei Bewegungen: q) die mechaniſche, B) die halb bedingte, halb freie des Falls und ) die unbedingt freie Bewegung 122 8. Die Kurve 122 8. „Die Be— wegung der Himmelskörper iſt nicht ein ſolches Hin- und Her— gezogenſein, ſondern die freie Bewegung“ 1238 8 270 [P. St. 6, $ 211 und $ 212, die Anm.] „Was die Körper, in welchen der Begriff der Schwere frei für ſich realiſiert iſt, bo— 93 [P. St. 6, 150 1495
> Mechanik trifft, ſo haben ſie zu Beſtimmungen ihrer unterſchiedenen Natur die Momente ihres Begriffs“ 123, 124 [P. St. 6, 166]. Über die Vollkommenheit der planetariſchen Körper, über die Sonne, über den lunariſchen und kometariſchen Körper 124 Z. Würdigung der Keplerſchen Geſetze 124, 125, 126 [P. St. 6, 167, 168]. Kritik an Newtons Beweis der Keplerſchen Geſetze 125, 126 [P. St. 6, 167, 168, 170], 1368, 137 g, 139 8, 140 @, 141 B. Charakteriſtik der „Überſchwemmung der phyſikaliſchen Mechanik mit einer unfäglichen Metaphyſik“ 127 8, 126 H. Zu Newtons „Prinzip der Per: turbation“ 127 H. Über einige Grundzüge „wie die Hauptbeſtim⸗ mungen der freien Bewegung mit dem Begriffe zuſammenhän— gen“ 127 g, 128 Z. Der Vernunftbeweis beruht „allein auf den Begriffsbeſtimmungen des Raums und der Zeit“ 128 [P. St. 6, 168]. Über die in ſich zurückkehrende Bewegung 128 , 122 , über die gleichförmig beſchleunigte Bewegung 128 8, 1128. Charakte⸗ riſtik der Verwirrung, welche durch die Annahme von Zentrifugal— und Zentripetalkraft angerichtet wurde 128 , 129 8, 138 2. Charakteriſtik der ähnlichen Verwirrung, die eintritt bei der Er— klärung, „daß unter dem Aquator der Pendel langſamer ſchwingt“ 130 8, 139 8 „Was nun die Geſtalt der Bahn betrifft, ſo iſt der Kreis nur als die Bahn einer ſchlecht-gleichförmigen Bewegung zu faſſen“ 1308, 133 g. Die Ellipſe iſt die Bahn der gleichförmig zu- und abneh— menden Bewegung — das erſte der Keplerſchen Geſetze 130 8, 133 9. Über den Kreisſektor und die allgemeinen Prinzipien, auf denen das zweite Keplerſche Geſetz, „daß in gleichen Zeiten gleiche Sektoren abgeſchnitten werden, beruht“ 131 8, 1340, 135 2. Über das dritte Keplerſche Geſetz, „das Verhältnis des Würfels der Entfernungen zu den Quadraten der Zeiten“ 132 8, 13585 Zuſatz 132—150 8. Herrſchaft des Geſetzes im Mechaniſchen 1322. Die Geſetze der planetariſchen Bewegung betreffen „die Geſtalt der Bahn und die Geſchwindigkeit der Bewegung“ 132 8 1. Kopernikus' Annahme der Kreisförmigkeit der Bahn 133 2. Aber „die Bewegung im Kreiſe kann nur gleichförmig ſein“ 133 2, 130 2. Oer beſchleunigten Bewegung entſpricht die Ellipſe 133 8, 130 @ 2. Über die Beſtimmtheit des Bogens 133 3, 134 g, 135 C. Hier „liegt der Urſprung der mathematiſchen Vorſtellung von dem Parallelogramm der Kräfte“ 134 g, 1358 1496
Mechanik 3. Zum Keplerſchen Geſetz, „daß die Kubi der mittlern Entfernun— gen verſchiedener Planeten ſich wie die Quadrate ihrer Umlaufs— zeiten verhalten“ 135 g. Würdigung Keplers 1368, 124, 133 g, 139 C. „Newton hat Keplers Ruhm verdunkelt“ 1368, 1398 Voltaire hat die Newtonſche Theorie zu Ehren gebracht und die Deutſchen haben es nachgeſprochen 136 . „Newton ſah in der Schwere das Geſetz der ganzen Bewegung“ 1378 „Wir glauben alſo hier ein Geſetz zu finden, welches zu ſeinen Momenten hat: 1. das Geſetz der Schwere als Attraftivfraft, 2. das Geſetz der Tangentialkraft“ 137 C. Kritik hieran 138 8, 139 O. Nochmalige Kritik an Newtons vollkommen ungenügendem Beweis, daß die Bahn elliptiſch ſei 140 8, 1248, 125 [P. St. 6, 167}, 126 8, 136 8, 137 g, 139 g. Gehalt der Keplerſchen Geſetze 1412 Entfaltung der Schwere zur Totalität des Begriffs, indem zum abſoluten Zentralkörper und den unſelbſtändigen Körpern ohne Zentrum in ſich relative Zentralkörper hinzukommen 142 ©, Charakteriſtik der drei Bewegungsweiſen 1428 1. Charakteriſtik des Zentrums, inſofern es nicht ein Punkt, fondern ausgedehnt iſt 142 8, 143 C. „Jeder Punkt muß alle Orte einnehmen, die er einnehmen kann“ 143 C. „Dies drückt ſich durch In⸗ſich-Rotieren der Sonne um ihren Mittelpunkt herum aus“ 143 @ 2. Die unſelbſtändigen Körper rotieren „um einen Mittelpunkt, der einem andern Körperindividuum gehört, von dem ſie ausge— ſtoßen find“ 143 H. Ihre „Bewegung iſt eine träge und ſtarre De: wegung um den Zentralkörper“ 143, 144 a) Zur Bewegung des Kometen 144 ©, 145 0, 146. Sein Treiben in die Zukunft 145 © b) Zur lunariſchen Bewegung „dienend und ſtrenge von einem Mittelpunkt regiert“ 146 3. „Endlich die Sphäre, welche an und für ſich iſt, die planetariſche, iſt Beziehung auf ſich und auf Anderes; ſie iſt achſendrehende Be— wegung ebenſoſehr, als ihren Mittelpunkt außer ſich habende“ 146 H. „Die polariſche, planetariſche, lunariſche, kometariſche Na— tur werden wir durch alle folgenden Stufen der Natur verfolgen“ 147 g, 148 9, 179 C. Parallelen hierzu im Organiſchen und Gei— ſtigen 147 C, 148 2 Über das Verhältnis der Planetenbahnen zueinander 148 8, 1497
> w 4 2 Mechanik / Mechanismus 149 8. Mögliches Syſtem der vier erſten Planeten 149 g. Ver⸗ irrung der Naturphiloſophie 150 8. S 2718 „Die Subſtanz der Materie, die Schwere, zur Totalität der Form entwickelt, hat das Außerſichſein der Materie nicht mehr außer ihr“ 150 g. „Sie iſt qualifizierte Materie; — Phyſik“ 1509, 152 Zuſatz. Abſchließende Charakteriſtik der Sphäre der Mechanik 151 8. Descartes’ Verhältnis zu ihr 1518. „Die Totalität des Fürſichſeins iſt nur im Ganzen des Sonnenſyſtems geſetzt“. „Das Ganze der Form im Sonnenſyſtem iſt der Begriff der Materie überhaupt” 1518, 152 2. Übergang der Mechanik in die Phyſik 152 8 (O Naturphiloſophie) Kritik an der Anwendung der Beſtimmungen der gemeinen Me— chanik auf die abſolute Mechanik 196 [6, 171, P. St. 181] (O Meteorologie) 452 mechaniſch — dynamiſch Zur „Umwandlung der mechaniſchen Betrachtungsweiſe in die dynamiſche“ 268 (0 Quantum) Mechanismus „Bei dem bloßen Mechanismus werden Gegenſtände durch eine dritte Gewalt verbunden oder verändert, ſo daß dieſe Verbindung oder Veränderung nicht vorher ſchon in ihrer Natur liegt, ſon— dern ihnen äußerlich und zufällig iſt und ſie daher in derſelben ſelbſtändig bleiben“ 162 (O Begriff) [4, 717; 5, 180] 411 (ſ. Maß). „Der Mechanismus beſteht in dieſer Außerlichkeit der Kauſalität, daß die Reflexion der Urſache in ihrer Wirkung in ſich zugleich ein abſtoßendes Sein iſt, oder daß in der Identität, welche die urſächliche Subſtanz in ihrer Wirkung mit ſich hat, ſie ſich ebenſo unmittelbar Außerliches bleibt, und die Wirkung in eine andere Subſtanz übergegangen iſt“ 717 (O Vechſelwirkung) „Der Mechanismus“ 179, 180—200 (O Objektivität). „Die Objektivität ift die in ihre Einheit zurfickgegangene Totalität des Begriffes“ 180, 133, 170, 172, 173, 176. Aber „die Obfektivität iſt noch nicht als Urteil geſetzt.“ „um der objektiven Totalität willen 1498
Mechanismus 5 ſind die Unterſchiedenen vollſtändige und ſelbſtändige Objekte.“ Ihre äußerliche Verbindung macht den Charakter des Mechanis⸗ mus aus 180. „Wie der materielle Mechanismus, fo beſteht auch der geiſtige darin, daß die im Geiſte bezogenen ſich einander und ihm ſelbſt äußerlich bleiben“ 180, 181 [3, 162; 4, 717] A. „Das mechaniſche Objekt“ 181-184, 200, 201. Cha⸗ rakteriſtik des Objektes als Schluß, deſſen Vermittelung ausge⸗ glichen und das daher unmittelbare Identität geworden iſt 181 1. So unterſcheidet ſich das Objekt nicht in Materie und Form 181. „Die Beſonderheit iſt ſchlechthin in die Totalität reflektiert“ 181, 182. Das Objekt iſt „verhältnisloſe Mannigfaltigkeit“ 182. Ver⸗ gleich mit der Leibniziſchen Monade 182, 184 2. Gleichgültigkeit des Objekts gegen die Beſtimmungen als ein— zelne 182. Das Objekt hat „die Beſtimmtheit ſeiner Totalität außer ihm, in anderen Objekten, dieſe ebenſo wieder außer ihnen, und ſo fort ins Unendliche“ 183. Der Determinismus „gibt für jede Beſtimmung des Objekts die eines andern Objekts an“ 183. Das Erklären iſt hier „nur ein leeres Wort“ 184, 183 3. Über den Widerſpruch „zwiſchen der vollkommenen Gleichgültig— keit der Objekte gegeneinander, und zwiſchen der Identität der Beſtimmtheit derſelben, oder ihrer vollkommenen Außerlichkeit in der Identität ihrer Beſtimmtheit“ 184. Er iſt der mechaniſche Pro: zeß 184 B. „Der mechaniſche Prozeß“ 184—194. Vergleich der Objekte „als in ſich abgeſchloſſene Totalitäten“ mit der Monade 184, 185, 182. Charakteriſtik der Leibniziſchen Monade als „eine mangelhafte Reflexion“ 184, 185 (ſ. Leibniz). „Der Mechanismus, da er der Sphäre des Begriffs angehört, hat an ihm dasjenige geſetzt, was ſich als die Wahrheit des Kauſalitäts-Verhältniſſes erwies; daß die Urſache . . . weſentlich ebenſowohl Wirkung, Ge— ſetztſein iſt“ 186 a) „Der formale mechaniſche Prozeß“ 186-190, 193. Der mechaniſche Prozeß iſt zunächſt das Setzen eines Wider— ſpruchs 186 1. „Das Einwirken der Objekte“ iſt „das Setzen der identiſchen Beziehung der Objekte“ 187. Charakteriſtik der Mitteilung 187. Die Einwirkung iſt zunächſt eine „ungehinderte Kontinuierung der Beſtimmtheit des einen in dem andern“ 187. Im Körperlichen 1499
Mechanismus ift der mitteilungsfähige Inhalt „Bewegung, Wärme, Magnetismus, Elektrizität und dergleichen“ 187, 188 2. In der Einwirkung beweiſen die Objekte auch die Beſonderheit; ſie „erhalten ſich als einander äußerlich, und ſtellen die Einzelnheit in jener Allgemeinheit her“ 188 (vgl. 194). „Dieſe Herſtellung iſt die Reaktion überhaupt“ 188. Verhältnis von Reaktion und Ak— tion 188, 189. Reaktion iſt gleich der Aktion 188. Jedes Objekt gibt „nicht die ganze Aktion nur zurück, ſondern hat ſeinen ſpezi— fiſchen Anteil“. übergang der Aktion in Ruhe 189 3. Das Produkt des mechaniſchen Prozeſſes iſt „jene vorausgeſetzte Totalität des Begriffes nun als eine geſetzte“ 189, 190. „Das mechaniſche Objekt iſt überhaupt nur Objekt als Produkt, weil das, was es iſt, erſt durch Vermittelung eines Andern an ihm iſt“ 189. Es iſt aber „das Reſultat des mechaniſchen Prozeſſes nicht ſchon vor ihm ſelbſt vorhanden; ſein Ende iſt nicht in ſeinem An— fang, wie beim Zwecke“ 190 b) „Der reale mechaniſche Prozeß“ 190—193, 194. „Der mechaniſche Prozeß geht in Ruhe über“ 190, 189, 193. Cha⸗ rakteriſtik der Objekte als „zu ſich ſelbſt zurückgegangen“ als „be— ſtimmt unterſchiedene gegeneinander“ 190. Das Reſultat des for— malen Prozeſſes iſt einerſeits „beſtimmungsloſe Ruhe“, andrer— ſeits „Verteilung des Gegenſatzes, den das Objekt überhaupt an ihm hat, unter mehrere ſich mechaniſch zueinander verhaltende Objekte“ 191, 193, 194. „Die Objekte haben nun auch gegeneinan— der dieſen beſtimmteren Gegenſatz der ſelbſtändigen Einzelnheit und der unſelbſtändigen Allgemeinheit“ 191, 194 Das erſte Moment dieſes realen Prozeſſes iſt „wie vorhin die Mit— teilung“. Damit das Schwächere vom Stärkern erfaßt werden kann, muß es „Eine Sphäre mit ihm ausmachen“ 191. „Der Wi⸗ derſtand iſt das nähere Moment der Überwältigung des einen Ob— jekts durch das andere“ 192. Macht und Gewalt, Macht und Schickſal 192. „Ein eigentliches Schickſal hat nur das Selbſt— bewußtſein“ 193 e) „Das Produkt des mechaniſchen Prozeſſes“ 193 194. „Das Produkt des formalen Mechanismus iſt das Ob— jekt überhaupt, eine gleichgültige Totalität, an welcher die Be— ſtimmtheit als geſetzte iſt“ 193. Die Ruhe iſt Neſultat 193, 194, 189, 190, ebenfo „die geſetzte Totalität des Begriffs, die wahrhafte Einzelnheit des Objekts“ 194. Das Objekt iſt „objektiv Einzelnes“ 1500
a Mechanismus 194. „Dieſe Reflexion in ſich iſt nun . .. das objektive Einsſein der Objekte, welches individuelle Selbſtändigkeit, — das Zentrum iſt“ 194. Die Allgemeinheit, an ihr ſelbſt beſondert, iſt das Geſetz 194 C. „Der abſolute Mechanismus“ 194-200 a) „Das Zentrum“ 194—198, 200. „Die leere Mannigfaltig⸗ keit des Objekts iſt nun erſtens in die objektive Einzelnheit, in den einfachen ſelbſt beſtimmenden Mittelpunkt geſammelt“ 194. Die vielen aufeinander wirkenden Objekte ſind in der reellen Mitte zuſammengeſchloſſen 194, 195. Stellung des Zentralkörpers 195, 196. Die Identität der einzelnen Körper mit ihm iſt die Ruhe, das Sein in ihrem Zentrum 195. Dieſe Einheit iſt ein Sollen, Streben 195, 198. Reibung iſt nur die Erſcheinung der Zentralität 195. Charakteriſtik des Zentralkörpers als Indivi— duum, als „nur erſt Mitte, welche noch keine wahrhaften Extreme hat“ 196. Charakteriſtik der relativen Zentral-Individuen; ihr Verhältnis einerſeits zum abſoluten Zentrum, andrerſeits zu den unſelbſtändigen Objekten 196. Charakteriſtik endlich dieſer Un⸗ ſelbſtändigen als „Mitte eines Dritten, des formalen Schluſſes“ 196, 197, als „formale Mitte der Beſonderheit“ 197. Eine Pa⸗ rallele zu dieſem dreifach ineinandergehenden Schluß bildet das Zuſammen von Regierung, Bürger-Individuen und äußerlichem Leben 197 b) „Das Geſetz“ 198—199. „In dem Geſetze tut ſich der be— ſtimmtere Unterſchied von ideeller Realität der Objektivität gegen die äußerliche hervor“ 198. Rückblick auf den „Gegenſatz der ein— fachen Zentralität gegen die Außerlichkeit“ 198. Charakteriſtik der Individualität als den „durch den Unterſchied erweiterten Mittelpunkt“ 198, „als die negative Einheit des Zentrums, welche ſich in die ſubjektive Individualität und die äußerliche Objektivität teilt“ 198, 199. Ihre Einheit iſt Prinzip von Selbſtbewegung. „Die Beſtimmtheit dieſes Beſeelenden, welche der Unterſchied des Begriffes ſelbſt iſt, iſt das Geſetz“ 199. Formale Gleichförmigkeit, Regel und Geſetz 199 c) „Übergang des Mechanismus“ 199—200. Das Ge⸗ ſetz iſt den Körpern „wohl immanent und macht ihre Natur und Macht aus; aber ſein Unterſchied iſt in feine Idealität eingeſchloſ— ſen, und die Objekte ſind nicht ſelbſt in die ideelle Differenz des Geſetzes unterſchieden“ 199, 200. Die Unſelbſtändigkeit des Ob1501
Mechanismus jekts iſt „nicht mehr nur ein Streben nach dem Mittelpunkte“; „ſondern es iſt ein Streben nach dem beſtimmt ihm entgegengeſetz— ten Objekt“ 200. Übergang des freien Mechanismus zum Chemis— mus 200 (O Objektivität) Vergleich des chemiſchen und mechaniſchen Objekts 200, 201 (O Chemismus) Mechanismus und Teleologie 190 (f. o.), 209, 210, 211, 212, 217. „Die Zweckbeziehung hat ſich aber als die Wahrheit des Mechanis⸗ mus erwieſen“ 210, 213, 216. Beziehung des ſubjektiven Zwecks zur Zentralität der objektiven Sphäre 217, 223. Der Mechanis— mus und Chemismus in Dienſte der Teleologie 225, 226, 227 (O Teleologie) 238, 239 (O Idee) „Der Mechanismus“ 119—121 (0 Objekt) [P. St. 8, 406 bis 411] § 142 [P. St. 8, $ 195, faſt wörtlich, aber erweitert ſ. u.] 119 P. St. 8, 406] § 143 [vgl. 8, § 196, völlig verändert] Über die Objekte als „felbftſtändig und Widerſtand leiſtend“ und zugleich „Gewalt erleidend“ 120 § 144 [vgl. 8, $ 196] Zur Aufhebung dieſes Reflexionsverhält⸗ niſſes 1208 5 145 [P. St. 8, $ 197, verändert f. u.] 120 [P. St. 8, 409] $ 146 [P. St. 8, $ 198, faſt wörtlich aber erweitert, . u.] 120, 121 P. St. 8, 409, 410] 8 147 logl. 8, $ 199, völlig verändert] Die Selbſtheit des Objekts beſtimmt ſich, „und die Beſonderung des Begriffs gibt ſich objek— tiven Unterſchied am Objekte“ 1210 logl. 8, 410, 411] (O Objekt) Mechanismus und Chemismus in ihrem Verhältnis zum Zweck 123 8, 127 [P. St. 8, 420] (O Teleologie) 1840 (f. Geſtalt) „Das mechaniſche Verhältnis beſteht in ſeiner oberflächlichen Form überhaupt darin, daß die Teile als ſelbſtändige gegeneinan— der und gegen das Ganze find“ 307 [P. St. 6, 81] „Die Objektivität enthält die drei Formen des Mechanismus, des Chemismus und der Zweckbeziehung“ 405 & (0 Objekt) 595 r Mechanismus“ 406—411 (O Objekt) [P. St. 6, 119 is 121] 1502
oo => 1 S 16 11 Mechanismus / Mecklenburg § 195 [P. St. 6, S 142, wörtlich, aber erweitert] 1. Das Objekt „in ſeiner Unmittelbarkeit iſt der Begriff nur an ſich“ iſt „ein Zu⸗ ſammengeſetztes, ein Aggregat, und die Wirkſamkeit auf Anderes bleibt eine äußerliche Beziehung, — formeller Mechanismus“ 406 [P. St. 6, 119]. Mechanismus gibt es auch auf geiſtigem Gebiet 406 0 Zuſatz. Abgrenzung ſeines Herrſchaftsgebietes in der Natur, in der geiſtigen Welt 406 g, 407 C, 408 H. Seine Bedeutung für das Gedächtnis 408 9, 409 8 (ſ. Gedächtnis) § 196 [vgl 6, SS 143, 144, 145] 2. Das Objekt als „negative Ein⸗ heit mit ſich, Zentralität, Subjektivität“ iſt bezogen auf ein ebenſolches — differenter Mechanismus (Fall, Begierde, Geſelligkeits— trieb u. dgl.) 409 & S 197 [P. St. 6, S 145, nicht viel verändert] Charakteriſtik des ab— ſoluten Mechanismus 409 [P. St. 6, 120] § 198 [P. St. 6, § 146, faſt wörtlich, aber erweitert! Der Schluß (E—B—A) im abſoluten Mechanismus iſt dreifach 409, 410 P. St. 6, 120, 121]. Über den Staat als Syſtem von drei Schlüſ— ſen 410 @ § 199 [vgl. 6, S 147, ſtark verändert; Die Unmittelbarkeit der Eriftenz, welche die Objekte im abſoluten Mechanismus haben, ift ſomit negiert. „So iſt das Objekt als in ſeiner Exiſtenz gegen ſein Anderes different zu ſetzen“ 4118, 410 (O Objekt) Über den „dem Zwecke dienenden Mechanismus“ 420 [P. St. 6, 127]. Vergleich des Chemismus mit dem Mechanismus 411 (O Chemismus). „In dem mechaniſchen und chemiſchen Prozeſſe hat ſich die Selbſtändigkeit des Objekts ſchon an ſich verflüchtigt, und in ihrem Verlaufe unter der Herrſchaft des Zwecks hebt ſich der Schein jener Selbſtändigkeit, das Negative gegen den Begriff, auf“ 421 [P. St. 6, 128] (O Teleologie) „Das Sonnenfyitem war der erſte Organismus.“ Aber „es iſt nur ein Organismus des Mechanismus“ 452 5 (O Drganit) über das „mechaniſche Gedächtnis“ 3568 (O Gedächtnis) [8, 408 CJ, 409 ] 326 (O Gemeinde) Mecklenburg 507 1503
Medabberim / Medien Medabberim 19 Medabberim — die Redenden 122 (O arabiſche Philoſophie) „Philoſophie der Medabberim“ 125—129 (ſ. arabiſche Philoſophie) Meder ſ. Medien Mediei 11 Herrſchaft der Medici in Florenz 509, 531 13 Villa Medici 420, 422 14 Mediceiſche Venus ſ. Venus 19 216 Medici, Coſimo de 17 Gründer einer Akademie der platoniſchen Philoſophie 76, 77 (O Philoſophiegeſchichte) [19, 216] Medici, Loren zo 19 216 Medieus, Friedrich Caſimir 9 Über „die Außerlichkeit der Urſache“ der Reizbarkeit von Pflanzen 506 g, 507 (O Pflanze) Medien 1 — Das mediſche Reich als Element des perſiſchen Reichs 237 (O Per⸗ ſien). In Medien war die Religion des Zoroaſter herrſchend 238 (O Zendvolt). Ninus unterwarf ſich auch Medien 246 (O Aſſyrien) Die Meder 248—249. Sitz dieſes Bergvolks 248. Die Magier find einer der ſechs Stämme der Meder 248, 249. Ekbatana, die Haupt⸗ ſtadt 248, 245. Religion der Meder 248. Sie waren „ein Mittel⸗ volk zur Fortpflanzung der Zendreligion“ 248. Das affyrifch-babyloniſche Reich zerfiel unter Sardanapal in „ein aſſyriſches, ein mediſches und in ein babyloniſches Reich“ 249. „Die Perſer find im nächſten und früheſten Zuſammenhang mit den Medern“ 249. „An der Spitze der Perſer und Meder bekriegte Cyrus Lydien und deſſen König Kröſus“ 249. Zum Staatenſyſtem von Lydien, Medien und Babylonien 250 1504
17 11 11 12 15 17 19 W Medien / Meer Die mediſchen Kriege zur Zeit des Anazagoras 398 (O Anaxa⸗ goras) Medina, Stadt des Propheten 130 Medizin (Arzneikunſt) 542 199, 319 19 62 [P. St. 6, 28], 283 2 Zur Verwirrung in der Medizin, „wenn Irritabilität und Senſi— bilität in umgekehrtem Verhältniſſe fein follen“ 139 8, und „alle Beſtimmung nun nur ein quantitativer Unterſchied ſein ſollte“ 629, 630 [P. St. 6, 210, 211] oder „an die Stelle von Begriffsbeſtimmungen“ geradezu der Kohlenſtoff und Stickſtoff, Sauer— und Waſſerſtoff geſetzt wird 630, 631 [P. St. 6, 211, 212] (O Tier) Die Medizin wird von den Chineſen als etwas bloß Empiriſches getrieben 190 (O China) Herodot berichtet, „daß die Agypter beſondere Arzte für beſondere Krankheiten hätten“ 272, z. B. Augenärzte 271 (O Agypten) Stiftung mediziniſcher Schulen im Mittelalter 487 21 68, 117 In der Renaiſſance reinigte ſich die Medizin von „theoſophiſchem Gebräu“ 90 (O Wiſſenſchaft) Stellung Bacos zur Medizin 290 (ſ. Baco) Meer (Mittelmeer) Bedeutung des Meers für Verkehr und Handel 320 (O Polizei) Die Verteilung des Meers und des Landes in ihrer Beziehung zur Neigung der Erdachſe und der magnetiſchen Achſe 457 [P. St. 6, 201], 466 ©, 467 @ (O Geologie) Das Meer 484488 @ (O Geologie). Seine Bewegung Ebbe und Flut 484 O. Quellen des Meeres: „Die Erde ſchließt ihr abGlockner, Hegel-Lexikon 95 1505
10 11 18 18 Meer / Megariker ſtrakt ſüßes Waſſer aus, das, in dieſen Ergießungen, ſeiner kon— kreten Lebendigkeit, dem Meere zueilt“ 485 H. Charakteriſtik des Meeres als „höhere Lebendigkeit“ 485 . Seine Fruchtbarkeit 485 C, 486 H. Über generatio acquivoca und generatio univoca 485 C, 488 . Des Meeres „konkrete Salzigkeit“, fein „Blühen“, fein „phosphoreszierendes Licht“ 486 8, 487 g. Über das Leuchten des Meeres und das Licht der Sterne 4878, 488 g. „In feiner Flüſſigkeit bleibt das Meer beim elementariſchen Leben“ 488 8 80 8 (O Volksgeiſt) Das vereinigende Meer 133. „Das Meer gibt uns die Vorſtellung des Unbeſtimmten, Unbeſchränkten und Unendlichen, und indem der Menſch ſich in dieſem Unendlichen fühlt, ſo ermutigt dies ihn zum Hinaus über das Beſchränkte; das Meer ladet den Menſchen zur Eroberung, zum Raub, aber ebenſo zum Gewinn und zum Erwerbe ein“ 133, 134 (O Geographie) Megara, Megaris Flucht der Freunde des getöteten Sokrates nach Megara 126, 127 (O Sokratiker). Megara, das Vaterland Euflids 129 (O Euklid), 173, und Stilpos 141 (O Gtilpo). Platons Flucht nach der Hin— richtung des Sokrates zu Euklid nach Megara 173 (O Plato), 127 Megariker Unter den Sokratikern ſind die Megariker „die abſtrakteſten; ſie hielten ſich an die Beſtimmung des Guten. Das Prinzip der mega— riſchen Schule war das einfache Gute, das Gute in einfacher Ge— ſtalt, das Prinzip der Einſachheit; mit der Behauptung der Ein— fachheit des Guten verband ſie die Dialektik. Und ihre Dialektik iſt, daß alles Beſtimmte, Beſchränkte nichts Wahrhaftes ſei“ 127 (O Sokratiker) „Die megariſche Schu le“ 129146 (O Sokratiker). Euklid als Stifter 129, 126. Ihr Feſthalten an den Formen der Allge— meinheit trug den Megarikern den Namen der Eriſtiker ein. „Den Widerſpruch, den die Seite der Einzelnheit in ſich hat, hielten die Megariker feſt“ 129. Ausbildung der Dialektik 129, 127. Sie tre⸗ ten hiermit an die Stelle „der eleatiſchen Schule und der Sophiſten“ 129. Sie ſind „für das Sein als Gutes“ 129 a) „Euklid“ 129—132 (. Euklid) 1506
1 1 1 E — 2 — 1 Megariker / Meinung b) „Eubulides“ 132—141 (f. Eubulides) e) „Stilpo“ 141—146 (f. Stilpo) Stärke der Megariker in den Elenchen 410 (O Ariſtoteles) Mehrheit Über die Beſtimmung, „daß die Minorität der Majorität weichen müſſe, die Mehrheit alſo entſcheidet“ 75, 76 (O Staat) Meiners, Chriſtoph 210 (O Thales) Meinung (Eitelkeit) Der Geiſt „ſtreift vor dem geſchichtlichen Benehmen, das aus irgend einem Intereſſe auf Kenntniſſe von Meinungen auszieht, als ein fremdes Phänomen vorüber, und offenbart ſein Inneres nicht“ 40 (O Fichte) Die Wahrheit der Philoſophie und das Meinen 517, 518, 520. Zur Logik des Meinens 522, 523 (f. Naturrecht) „Die ſinnliche Gewißheit oder das Dieſes und das Meinen“ 81—92 (ſ. Bewußtſein) Zurückfallen des Wiſſens zur Meinung 40 (O Logik) Zur „vermeinten Schwierigkeit, wie aus den unendlich verſchiede— nen Meinungen ſich das, was darin das allgemein Anerkannte und Gültige ſei, unterſcheiden und herausfinden laſſe“ 22, 23 (ſ. Rechtsphiloſophie) In der „öffentlichen Meinung“ iſt „das an und für ſich Allge⸗ meine, das Subſtantielle und Wahre, mit ſeinem Gegenteile, dem für ſich Eigentümlichen und Beſonderen des Meinens der Vielen verknüpft“ 424. „Die öffentliche Meinung iſt die unorganiſche Weiſe, wie ſich das, was ein Volk will und meint, zu erkennen gibt“ 424. Sie enthält „in ſich die ewigen ſubſtantiellen Prinzi— pien der Gerechtigkeit ... in Form des gefunden Menſchenverſtan⸗ des“ 424, 425, 426 Sie verdient „ebenſo geachtet als verachtet zu werden“ 427. Kritik daran, daß man ſagt, es ſei nur ein Meinen und Denken und Sagen und man zugleich für ſein „geiſtigſtes Eigentum“ „hohen Reſpekt und Achtung“ fordert 429, 428 (ſ. Verfaſſung) 1507
1 2 U 2 E oO Meinung „Es tft in der Wiſſenſchaft nicht darum zu tun, was einer meint in feinem Kopfe, ſondern das Ausgeſprochene gilt“ 340 (O be⸗ ſtimmte Religion) „Die Geſchichte der Philoſophie als Vorrat von Meinungen“ 38—43, 39, 40 (f. Philoſophiegeſchichte), 58, 60, 63. „Eine Meinung iſt eine ſubjektive Vorſtellung, ein beliebiger Gedanke, eine Einbildung, die ich ſo oder ſo, und ein Anderer anders haben kann; — eine Meinung iſt mein, ſie iſt nicht ein in ſich allgemeiner, an und für ſich ſeiender Gedanke. Die Philoſophie aber enthält keine Meinungen, — es gibt keine philo— ſophiſchen Meinungen“ 40. „Das, was der Meinung gegenüber ſteht, iſt die Wahrheit. Wahrheit iſt es, vor der die Meinung er— bleicht“ 41. Zum ſchon platoniſchen Gegenſatz von Sofa und e ⁰νν 42 und dann wieder in der römiſchen Verfallszeit unter Auguſtus 42, 43 (O Philoſophiegeſchichte) Nach den Pythagoreern ſei „die Zahl der Fläche die Vorſtellung, die Meinung (drei)“ 284 (O Pythagoras) „Nichts iſt gleichgültiger, als was für Meinungen die Menſchen gehabt haben“ 295 (O Pythagoras) Bedeutung der bloßen Meinung bei Xenophanes im Vergleich zu Parmenides 305, 310. Parmenides' „Lehre der menſchlichen Mei— nungen“ 314 (ſ. Parmenides). Demokrits Faſſung der Meinung (rönos) und der Wahrheit 395 (O Demokrit) „Plato unterſcheidet zunächſt die Wiſſenſchaft, das Erkennen deſ— ſen, was in Wahrheit iſt, von dem Meinen“ 201. „Das Meinen iſt das Mittelding zwiſchen Unwiſſenheit und Wiſſenſchaft, ſein Inhalt eine Vermiſchung des Seins und des Nichts“ 201. „Eine ſolche Vermiſchung des Seins und Nichtſeins iſt das Einzelne, der Gegenſtand der Meinung“ 201, 202. „Andere Seelen aber... nähren ſich vom Futter der Meinung, und fallen auf die Erde“ 211. Das Spekulative iſt „die Verwandlung des ſinnlichen Mei— nens in das Denken“ 223 (O Plato) Nach Epikur ſind die drei Stufen der Erkeuntnis: die Empfin⸗ dung, die Vorſtellung und die Meinung (O0 Ee) 479, 480, 481 (f. Epikur) Charakteriſtik der Eitelkeit des Meinens in unſerer Zeit, beſon⸗ ders auf religiöſem Gebiet 21, 22 (ſ. Hinrichs) 1508
1 1 1 De 11 13 19 — 1 13 17 Meiſterſänger / Meliſſos Meiſterſänger Die Meiſterſänger ſind keine Schilderer; ſie „geben nichts als den Namen“ 342 (O Kunſtſchönes) 440 (O lyriſche Poeſie) Mekka 130 Melampus Herodot erzählt „des Dionyſus Namen habe Melampus den Hellenen gebracht“ 68 (O klaſſiſche Kunſtform), 280 Melanchthon, Philipp „Luther, Melanchthon haben das Scholaſtiſche ganz verworfen, und aus der Bibel, dem Glauben, dem menſchlichen Gemüt ent— ſchieden. Melanchthon zeigt kühle, populare Philoſophie“ 218 (O Cicero) Melchiſedek Zur „Anempfehlung der Religion Melchiſedeks, welche Fichte ein— mal . . . als die reinſte und einfachſte und damit als diejenige auf: gewieſen hat, zu der wir zurückkommen müſſen“ 78 (O Philoſophiegeſchichte) Meleager, griechiſcher Kyniker und Dichter 169 Meliſſos Er gehört zur eleatiſchen Schule 297. Ariſtoteles' Charakteriſtik des Meliſſos 297, 302, 317. Brandis iſt Herausgeber ſeiner Frag— mente 299. Plato über Meliſſus in ſeinem Theätet 307, 308 „Meliſſus“ 316—318 (O eleatiſche Philoſophie). Von Ariſto— teles wird er immer zuſammen mit Parmenides erwähnt 316. Er war Samier 316, 317. Durch Simplicius ſind mehrere Fragmente ſeiner proſaiſchen Schrift über die Natur erhalten 317. Zur Frage, ob das, was bei Ariſtoteles dem Xenophanes zugeſchrieben wird, nicht Meliſſus angehört 317, 302. Ariſtoteles über den Unterſchied 1509
Meliſſos / Melodie, Melodiſches 1 2 der Philoſophie des Meliſſus und der des Parmenides 317, daß Parmenides das Eins dem Begriffe nach, Meliſſus der Materie nach aufzufaſſen ſcheine 317, 297, daß »Parmenides das Eine als begrenzt beſtimmt habe, Meliſſus aber als unbegrenzt« 317. Der Begriff der Grenze bei Parmenides 317, 318 325 (O Zeno) 18 38 (O Gorgias) Melitus 18 Zeuge gegen Sokrates 108 (O Sokrates) Melodie, Melodiſches 9 Zuſammenhang zwiſchen der Melodie und abſtrakten Zahlenverhältniſſen 240 (O Klang) 14 Unterſcheidung des Taktrhythmus vom beſeelten Rhythmus der Melodie 164 (O Muiik) „Die Melodie“ 156, 157, 164, 180—185 (O Muſik). Rückblick auf Takt und Rhythmus, Klang und Tonarten. Von „den Geſetzen der beſonderen Akkorde und ihrer Fortbewegung“ 180. „Das freie Tönen der Seele im Felde der Mufik iſt erſt die Melodie“ 181, 192. Über die Schwierigkeit dies letzte Gebiet zu beſprechen 181 a) Zur engen Verknüpfung der Melodie mit der Harmonie und über die Freiheit in dieſer Verknüpfung 182, 200. Auf dem „in Einklang gebrachten Unterſchied von Harmonie und Melodie liegt das Hauptgeheimnis der großen Kompoſitionen“ 182 A) Zum beſonderen Charakter der Melodie 182—185 aa) Die Melodie kann ſich „auf einen ganz einfachen Kreis von Akkorden und Tonarten beſchränken“ 183. Liedermelodien 183 66) Jeder einzelne Ton der Melodie kann ſich „als ein konkretes Ganzes zu einem Akkord ausfüllen“ 183. „Harmonie und Melodie bleiben dann ein und dasſelbe kompakte Ganze, und eine Ver— änderung in der einen iſt zugleich eine notwendige Veränderung in der anderen Seite“ 183, 184. 3. B. in vierſtimmig geſetzten Chorälen 184 yy) Die tiefere Muſik „ſchreitet zu Gegenſätzen weiter, ruft alle ſtärkſten Widerſprüche und Diſſonanzen auf“. „Es iſt dies ein Kampf der Freiheit und Notwendigkeit“ 184 1510
14 17 13 14 11 12 13 Melodie, Melodiſches / Memnonsſäule, Memnonsſtatue y) Das eigentlich Melodiſche, Sangbare muß ſich „als das Vor— herrſchende, Unabhängige zeigen, das in dem Reichtume ſeines Ausdrucks ſich nicht vergißt und verliert“ 185. Forderung „eines beſtimmten Anfangs und Abſchluſſes, ſo daß die Mitte nur die Vermittelung jenes Anfangs und dieſes Endes iſt“ 185 (O Mufit) Über das Melodiſche im Ausdruck der begleitenden Muſik 192—195 (. Muſik), 181 Bedeutung des Melodiſchen für das Rezitativ 199 (O Rezitativ) Zum Verhältnis des Melodiſchen zum Charakteriſtiſchen: „Die Hauptforderung ſcheint mir in dieſer Beziehung die zu ſein, daß dem Melodiſchen, als der zuſammenfaſſenden Einheit immer der Sieg zugeteilt werde, und nicht der Zerſpaltung in einzeln aus— einander geſtreute charakteriſtiſche Züge“ 205, 206, 210 (ſ. Muſik) Melos, Inſel 381 (O Leukipp) Memling, Hans Er wußte „den Glanz des Goldes, Silbers, das Leuchten der Edel— ſteine, Seide, Sammet, Pelzwerk uff. aufs täuſchendſte nachzu— bilden“ 225 Kritik an Memlings Chriſtuskopf „bei den Gebrüdern Boifferee, jetzt in München“ 39 (O Malerei) Memnonsſäule, Memnonsſtatue (ägyptiſche Architektur) „Die koloſſale Bildſäule des Memnon erklingt vom erſten Blick der jungen Morgenſonne; doch es iſt noch nicht das freie Licht des Geiſtes, das in ihm ertönt“ 265 (O Agypten) (12, 477] In den Memnonen „finden wir die Menſchengeſtalt ſo dargeſtellt, daß ſie das eigenſte Innre der Subjektivität noch außerhalb ihrer hat, und ſich deshalb zur freien Schönheit nicht zu entfalten vermag“ 477. Charakteriſtik der koloſſalen Memnonen 477. Ihr Sym⸗ bolwert 477 (O ägyptiſche Kunſtform) über die großen Memnons-Gtatuen bei Theben 282. Sie wirken „durch ihre Grandioſität und Maſſenhaftigkeit mehr unorganiſch und architektoniſch, als ſkulpturartig, wie denn auch Memnons— Säulen reihenweiſe vorkommen“ 282. Deutungen der koloſſalen Klangſtatuen 282 (O ſymboliſche Architektur) 1511
Memnonsſäule, Memnonsſtatue / Mendelsſohn 13 284, 285 (O ägyptiſche Architektur), 289, 297, 289, 299 (O ſym⸗ boliſche Architektur) Memoiren 11 Die franzöſiſchen Memoires als Beiſpiel urſprünglicher Geſchichts⸗ ſchreibung 28 (O Geſchichtsſchreiber) Memphis 11 268 (O Agypten) Mendelsſohn, Moſes 1 Zu Mendelsſohns ſchlechteſter Form des ontologiſchen Gottes— beweiſes 314 (O Kant). Ein „grelles Stück von deutſchem analy— ſierenden Dogmatismus, ſchlimmer als nach Mendelsſohnſcher Art“ 331 (O Jacobi) Jacobi — Mendelsſohn 338, 374, 375, 376, 378 (O Jacobi) 5 148 (O Schluß). Kants Widerlegung „des Mendelsſohnſchen Be⸗ weiſes von der Beharrlichkeit der Seele“ 268, 269 (f. Kant) 12 Zu Mendelsſohns Zeiten hat man leicht „die Unterſuchung der ſchönen Kunſt zu einer Unterſuchung der Empfindungen gemacht“ 59 (O Kunſtwerh) 18, 147] 15 Mendelsſohn zog die jüdiſche Religion der chriſtlichen vor, weil „ſeine Religion ihm nicht den Glauben an ewige Wahrheiten ge— biete, ſondern nur gewiſſe Geſetze, Handlungsweiſen, Zeremonial— geſetze“ 231 (O Glaube) 16 Ausführungen über den ontologiſchen Gottesbeweis „in Mendels— ſohns Morgenſtunden“ 548 [19, 538] 18 147 [12, 59]; Mendelsſohn hat den Phädon „moderniſiert und in wolffiſche Metaphyſik verwandelt“ 228 (O Plato) 19 Mendelsſohn hat die wolffiſche Philoſophie bearbeitet. Er „hat in populärer, geſchmackvollerer Form philoſophiert“ 482 (O Popu⸗ larphiloſophie). Er philoſophierte „vorzüglich auch über den Ge— ſchmack und die ſchönen Wiſſenſchaften“ 530. „Mendelsſohn fehen wir ſich orientieren am geſunden Menſchenverſtand, ihn zur Regel machen“ 532. „Streit Mendelsſohns mit Jacobi zuerſt darüber, ob Leſſing ein Spinoziſt geweſen und dann über die Lehre Spinozas 1512
19 2 oO 13 18 12 A 11 11 Mendelsſohn / Menes ſelbſt“ 532 (O Aufklärung), 536, 537. Mendelsſohns »Morgen— ſtunden« „ſind trockene wolffiſche Philoſophie“. Er „zeigte Igno— ranz ſelbſt über das äußerlich Hiſtoriſche der ſpinoziſtiſchen Philo— ſophie, viel mehr noch über das Innre“ 537. Stellung Mendels— ſohns zu Jacobi bezüglich des Erkennens 537, 538, 539 (f. Jacobi) 556 (O Kant) Mendelsſohn als Aufklärer 207. Hamann und Mendelsſohn 216, 232, 241, 242, 243, 255, 260, 268 (O Hamann). Zu Mendelsſohns »Jeruſalem« 246—248 (ſ. Hamann). Mendelsſohns zufammenfaſſendes Urteil über Hamann 258 (O Hamann) Mendes Bei den Agyptern wurde der Bock, Mendes, als Gott verehrt; wohl im Sinne der zeugenden Naturkraft 36 (O klaſſiſche Kunſt— form) Menedemus Er wird „als berühmter Eriſtiker aufgeführt“ 129 (O megariſche Schule). „„Menedemus wurde gefragt, ob er feinen Vater zu ſchlagen aufgehört habe?« Man wollte ihn in Verlegenheit ſetzen; Ja oder Nein zu antworten, iſt hier gleich bedenklich.“ „Menede— mus erwiderte: Ich habe weder aufgehört, noch habe ich ihn ge— ſchlagen« 137 (O Eubulides) Menelaos 295 Menenius Agrippa Zum Verhältnis von Staat und politiſcher Verfaſſung paßt die Fabel vom Magen und den übrigen Gliedern 347 (O Religion) Die Reden, welche Livius die alten Könige Roms, die Konſuln und Heerführer halten läßt, kontraſtieren aufs ſtärkſte mit echten aus dem Altertum erhaltenen Sagen, z. B. der Fabel des Mene— nius Agrippa 30 14, 370] Menes, König von Agypten 267, 268 (O Agypten) 1513
12 1 1 1 1 2 — E 0 — Mengs / Menſch Mengs, Anton Raphael Meyer über Mengs Beſtimmung des Ideals 42 (O Aſthetik). Kritik an Mengs „bekannter Muſenverſammlung in der Villa Albani, wo er »die kolorierten Formen ſeines Apollo im Prinzipe der Skulptur auffaßte und ausführte«“ 395 (O Stil) „Solch ein weicher Ausdruck, ſolche Verblaſenheit von Phyſio— gnomien, welche man ſeit Mengs für Idealität zu halten gewohnt iſt, würde durch entſchiedene Farben ganz darniedergeſchlagen werden“ 69 (O Farbe) Menodotos, der Philoſoph 237 (O Skeptizismus) Menoikeus „Die Hauptlehren Epikurs in Rückſicht auf Moral ſind in einem Briefe an Menoikeus enthalten, den Diogenes Laertius aufbewahrt hat“ 506 (O Epikur) Menſch (Individuum, Subjekt) „Die Beſtimmung des Menſchen iſt die denkende Vernunft: Den⸗ ken überhaupt iſt ſeine einfache Beſtimmtheit, er iſt durch dieſelbe von dem Tiere unterſchieden; er iſt Denken an ſich .. . Aber das Denken iſt auch an ihm; der Menſch ſelbſt ift Denken, er iſt da als denkend .. .“ 140 (O Dafein) Über den ſüdlichen Menſchen 5018 (O Pflanze) 680 , 686 8, 694 0, 695 8 (0 Gattung), 699 8 „Erſt der Menſch erhebt ſich über die Einzelnheit der Empfindung zur Allgemeinheit des Gedankens, zum Wiſſen von ſich ſelbſt, zum Erfaſſen ſeiner Subjektivität, ſeines Ichs, — mit Einem Worte — erſt der Menſch iſt der denkende Geiſt und dadurch, und zwar allein dadurch weſentlich von der Natur unterſchieden“ 30 (O Geiſt). „Im Menſchen gelangt der tieriſche Organismus zu feiner vollkommenſten Form“ 99 8 (O Kind) Bedeutung des leidenſ chaftlich wollenden Menſchen für das Große in der Welt und für den Endzweck der Weltgeſchichte 50, 51, 52, 54. Der Menſch als Mittel zum Zweck und der Menſch als Selbſt⸗ zweck 64, 65, 69 (f. Gef chichtsphiloſophie) 1514
11 12 13 Menſch Über den ſogenannten Naturzuſtand des Menſchen 72, 73 (ſ. Na⸗ turzuſtand) „Das Tier iſt mit Gott eins, aber nur an ſich. Nur der Menſch iſt Geiſt, das heißt für ſich ſelbſt. Dieſes Fürſichſein, dieſes Bewußt⸗ ſein iſt aber zugleich die Trennung von dem allgemeinen gött— lichen Geiſt“ 413. „Die Einheit des Menſchen und Gottes iſt in der chriſtlichen Religion geſetzt“ 416, 421 (ſ. Chriſtentum). „Der Menſch, als Endlicher für ſich betrachtet, iſt zugleich auch Ebenbild Gottes und Quell der Unendlichkeit in ihm ſelbſt; er iſt Gelbftzweck, hat in ihm ſelbſt unendlichen Wert und die Beſtimmung zur Ewigkeit“ 427. Sein religiöfes Selbſtbewußtſein 427 (O Kirche) Stellung des Menſchen im Staat 249, im Heroenzeitalter 252 bis 254, in der Gegenwart 264— 266 (ſ. Weltzuftand). Stellung des Menſchen beim Übergang des allgemeinen Weltzuſtandes in die Situation 270 (f. Situation) „Der Menſch iſt dies: den Widerſpruch des Vielen nicht nur in ſich zu tragen, ſondern zu ertragen und darin ſich ſelbſt gleich und getreu zu bleiben“ 324 (O Charakter) Darſtellung des Menſchen in ſeinem Verhältnis zur Natur im Kunſtſchönen 340—355 (f. Kunſtſchönes) In der jüdiſchen Poeſie „liegt die Natur und die Menſchengeſtalt zum erſtenmal entgöttert und proſaiſch vor uns da“ 497. Troſt, Ehre und Befriedigung des Menſchen in dieſer Religion und Poeſie 499. Nichtigkeit des Menſchen in ihr 500. Seine mögliche affirmative Beziehung zu Gott 501 (ſ. Juden) [16, 72] Bedeutung des Menſchen als das Geiſtige, Innre in der bewußten Symbolik 509, 410 (ſ. Fabel) „Der endliche menſchliche Geiſt ſteht der Natur als einer Grenze und Schranke gegenüber, welche er in ſeinem Daſein nur dadurch überwindet, und ſich zur Unendlichkeit in ſich erhöht, daß er theoretiſch im Gedanken die Natur begreift, und praktiſch die Harmonie zwiſchen geiſtiger Idee, Vernunft, dem Guten und der Na: tur zuſtande bringt“ 38 (O griechiſche Götter) Darſtellung des Menſchen in der romantiſchen Kunſtform: a) als das Göttliche in ſich habend 125, 126 b) in ſeiner Erhebung zu Gott und Verſöhnung mit ihm 126—129 e) in ſeinem eigenen menſchlichen Kreiſe ſtehenbleibend 129—130 (ſ. romantiſche Kunſtform) 1515
1 Di 16 17 1 > 2 = Menſch 90 (O beſtimmte Religion). Zur Anſicht unſrer Zeit, daß der Menſch von Natur gut ſei 202 (O Endlichkeit), 226 [16, 204] Der Menſch als Zauberer 317 (f. Zauberei) „Beim Menſchen iſt es zweierlei Weiſe, wie er Objektivität er⸗ reicht. Die erſte iſt, daß er ausſchließend gegen Andres iſt, die zweite iſt die natürliche Weiſe, daß ihm das Zeitliche abgeſtreift wird, dieſe natürliche Weiſe iſt der Tod“ 319 (O Zauberei) Erſt in der ägyptiſchen Religion „tritt der Wert des Menſchen hervor, der nach der Sittlichkeit, dem Recht ſich beſtimmt“ 454 (O ägyptiſche Religion) „Der Menſch, das endliche Bewußtſein iſt der Geiſt in der Be— ſtimmung der Endlichkeit.“ In der beſtimmten Religion iſt der Menſch „als weſentlicher Zweck geſetzt, als Boden der göttlichen Macht, Weisheit“ 41. Damit iſt „der Menſch in einem affirma— tiven Verhältnis zu ſeinem Gott, denn die Grundbeſtimmung iſt, daß er Selbſtbewußtſein iſt“ 41, 42 (ſ. beſtimmte Religion) Bedeutung des Menſchen in der jüdiſchen Religion 72 (f. jüdiſche Religion) [12, 499, 500, 501] Zur „Beſtimmung des Menſchen“ 257 und zur Frage, ob er von Natur gut oder böſe ſei 258 (ſ. chriſtliche Religion), 204, 346 7, 70; 15, 202 ſ. Gutes — Böfes]. Charakteriſtik des natürlichen Menſchen 261 (f. chriſtliche Religion) Zur Anſicht der Auſklärung, daß der Menſch von Natur gut ſei 346 (O Gemeinde) Potentia (Ödrazus) und getus (t,] des Menſchen 49, 50. „Was an ſich iſt, muß dem Menſchen zum Gegenſtand werden, zum Bewußtſein kommen; ſo wird es für den Menſchen“ 50 (O Ent— wicklung) In der chriſtlichen Welt, im modernen Prinzip „wird das Subjekt für ſich ſrei, der Menſch als Menſch frei“ 140 (. chriſtliche Re⸗ ligion). Bedeutung des Menſchen im Orient 153 (O orientaliſche Philofophie) Spinoza zur „Eſſenz des Menſchen“ 392, 393 (O Spinoza) Göſchel zu dem Antworten in den Jacobiſchen Oarſtellungen auf die Frage: was iſt der Menſch? 286—289. Die philoſophiſche Beantwortung dieſer Frage 297 (f. Göſchel) 1516
10 0 16 12 15 E 11 16 19 -ı 10 Menſchenkenntnis / menſchlicher Körper Menſchenkenntnis Die Philoſophie des Geiſtes hat nicht die Bedeutung der ſoge— nannten Menſchenkenntnis 9. Dieſe Menſchenkenntnis bleibt für die Philoſophie gleichgültig; nachteilig aber wird ſie für die Wiſſenſchaft, wenn ſie den ſubſtantiellen Charakter weltgeſchicht⸗ licher Individuen verkennt 118 (O Geiſt) Menſchenliebe (Liebe) Zur „Pflicht der allgemeinen Menſchenliebe“ 95 (O Moral) 292 (ſ. Liebe) Menſchenopfer 300 (O Handlung) 398 (O indiſche Religion) Menſchenrechte Die berühmten Droits de Ihomme et du citoyen machen nur erſt den Grundriß für eine zu entwerfende Geſetzgebung aus 381 (O Württemberg) 554 (O franzöſiſche Revolution) Menſchenſohn (Chriſtus, Gottesſohn, Menſchwerdung) Die Identität von Gott und Menſch „wird angeſchaut in Chriſtus. Als Menſchenſohn iſt er Gottesſohn“ 226 (O Religion) „Chriſtus nennt ſich Gottesfohn und Menſchenſohn: dieſes iſt eigentlich zu nehmen . . . Chriſtus gehört dem menſchlichen Ge— ſchlecht an; dieſes iſt ſein Stamm“ 294 (O chriſtliche Religion) Jeſus der Menſchenſohn bei den Gnoſtikern 136 (ſ. ſcholaſtiſche Philoſophie) Menſchenverſtand ſ. geſunder Menſchenverſtand menſchlicher Körper (Leib — Seele) 101, 102 (O Eigentum) Für die Kunſt iſt „unter den Geſtaltungen die menſchliche die höchſte und wahrhafte, weil nur in ihr der Geiſt ſeine Leiblichkeit und hiermit anſchaubaren Ausdruck haben kann“ 448 @ (O Kunſt) 1517
menſchlicher Körper 1 — Die Griechen hatten das geiſtige Intereſſe „den Körper zum voll— kommenen Organ für den Willen auszubilden“. Wir finden bei ihnen „dieſen unendlichen Trieb der Individuen ſich zu zeigen und ſo zu genießen“ 317 (O Griechen) 12 „Die Naturgeſtalt des menſchlichen Körpers iſt ein ſo ſinnlich Konkretes, das den in ſich konkreten Geiſt darzuſtellen und ihm ſich gemäß zu machen fähig iſt“ 109 (O Aſthetik). Die „menſchliche Geſtalt“ iſt die beſte Verkörperung der „konkreten Idee“, wie ſie ſich in der klaſſiſchen Kunſtform verkörperte 117 (O Idee) Bedeutung des menſchlichen Körpers, und zwar in der Totalität der räumlichen Dimenſionen in der Skulptur 126 (O Skulptur) 13, 257]. Vorzüge und Mängel des menſchlichen Körpers als Naturſchönes 204. Verflochtenheit des menſchlichen Organismus in ſeinem leiblichen Daſein mit den äußeren Naturmächten 207. Seine Beſchränktheit und Partikulariſation 209 (ſ. Naturſchönes) Der menſchliche Körper und das Ideal des Kunſtſchönen 213 (ſ. Kunſtſchönes) Bedeutung der menſchlichen Geſtalt in der indiſchen Kunſt und Religion 455, 456 (ſ. indiſche Kunſt), bei den Agyptern 477, 479 (ſ. ägyptiſche Kunſtform), 470. Bei den Juden liegt „die Natur und die Menſchengeſtalt zum erſtenmal entgöttert und proſaiſch vor uns da“ 497 (ſ. Juden) 13 In der klaſſiſchen Kunſt iſt die Geſtalt „weſentlich die menſchliche, weil die Außerlichkeit des Menſchen allein befähigt iſt, das Geiſtige in ſinnlicher Weiſe zu offenbaren“ 11, 12, 70. Dabei iſt es Sache der Kunſt, „den Unterſchied des bloß Natürlichen und des Geiſti— gen auszulöſchen, und die äußere Leiblichkeit zur ſchönen, durch und durch gebildeten, beſeelten und geiftig-Iebendigen Geftalt zu machen“ 12. Zur Vorſtellung, „daß die Kunſt die menſchliche Ge⸗ ſtalt nachgeahmt habe“ 13 Indem im Romantiſchen „das wirkliche Subjekt die Erſcheinung Gottes iſt, gewinnt die Kunſt jetzt erſt das höhere Recht, die menſchliche Geſtalt und Weiſe der Außerlichkeit überhaupt zum Ausdruck des Abſoluten zu verwenden, obſchon die neue Aufgabe der Kunſt nur darin beſtehen kann, in dieſer Geſtalt nicht die Ver— ſenkung des Innern in die äußere Leiblichkeit, ſondern umgekehrt, die Zurücknahme des Innern in ſich, das geiſtige Bewußtſein Gottes im Subjekt zur Anſchauung zu bringen“ 124. „Die menſchliche 1518
13 menſchlicher Körper Geſtalt wird ſo dargeſtellt, daß ſie unmittelbar gewußt wird, als das Göttliche in ſich habend“ 125, 126 (ſ. romantiſche Kunſtform) „Die Skulptur ergreift, ſtatt ſich zu ihrem Ausdrucke ſymboliſcher, die Geiſtigkeit bloß andeutender Erſcheinungsweiſen zu bedienen, die menſchliche Geſtalt, welche die wirkliche Exiſtenz des Geiſtes iſt“ 359. Die Skulptur „findet die menſchliche Geſtalt als den Grundtypus für ihre Gebilde vor“ 370. „Die menſchliche Geſtalt aber iſt nicht, wie die tieriſche, die Leiblichkeit nur der Seele, ſon⸗ dern des Geiſtes“ 370, 386. Verhältnis des menſchlichen Körpers zum tieriſchen 371, 381, im Hinblick auf das Geſicht 387 (O Skulp— tur), im Hinblick auf die Haltung 401 (.. u.) Die menſchliche Geſtalt als Ausdruck des Gei— ſtigen in der idealen Skulpturgeſtalt 386—416 (O Skulptur) n) Das griechiſche Profil 386—400 (ſ. Skulptur) b) Die Mittel, durch welche die übrigen Glieder zum Ausdruck des Geiſtes mitwirken 400—405. Die Alten haben für die Geſtalt und Ausarbeitung dieſer Glieder „den höchſten Schönheitsſinn be— wieſen“. Sie „müſſen als Glieder der menſchlichen Geſtalt zugleich den Anblick des Geiſtigen geben“ 400. Die Mittel, durch welche die Körperglieder zum Ausdruck des Geiſtes mitwirken, ſind: die Stellung der Glieder zueinander, die Bewegung oder Ruhe in ihrer vollen Schönheit und Freiheit der Form und ſchließlich die beſondere Situation 400, 401 a) In Rückſicht auf die Stellung iſt das erſte die aufrechte Stel— lung des Menſchen 401. „Dies Stehn iſt ein Wollen.“ „Dadurch ſchon hat die aufrechte Stellung einen geiſtigen Ausdruck“ 401. Schön aber wird die aufrechte Stellung „erſt durch die Freiheit ihrer Form“ 402. „Die freie Stellung vermeidet teils die abſtrakte Regelmäßigkeit und Winklichkeit, und bringt auch die Stellung der Glieder in Linien, welche ſich der Form des Organiſchen nähern, teils läßt ſie geiſtige Beſtimmungen hindurchſcheinen, ſo daß aus der Stellung die Zuſtände und Leidenſchaften des Innern erkennbar werden“ 402, 403. „In Anwendung der Stellungen als Gebärde muß die Skulptur jedoch mit großer Vorſicht verfahren“ 402, 403. „Die Ungezwungenheit iſt in dieſer Rückſicht ein Haupt— erfordernis“ 403. Die Gebärde „darf nicht die ſchlechthin ver— änderliche, augenblickliche ſein“ 403 6) Die Bewegung hat in der Skulptur weniger ihren Platz 403. 1519
13 1 1 au E menſchlicher Körper „Es iſt mehr ein in ſich verſunkenes Daſtehn oder Liegen, was zur Darſtellung kommt“; ein „in ſich Trächtiges“ 404 Y) Die bewegte Stellung muß individuell fein und muß „mehr nur eine, für ſich genommen, unweſentlichere Beſtimmtheit, oder auch ein heitres Spiel harmloſer Lebendigkeit auf der Oberfläche der Individualität bleiben, deren Subſtantialität dadurch nichts an ihrer Tiefe, Selbſtändigkeit und Ruhe einbüßt“ 405 c) Die Bekleidung 405—416 (ſ. Kleidung) Über allgemeinere Hauptunterſchiede für die beſtimmtere Beſon⸗ derung der Körperformen und ihres Ausdrucks 423—429. Dar⸗ ſtellung der verſchiedenen Altersſtufen und des verſchiedenen Ge— ſchlechts der griechiſchen Götter 423—425. Bedeutung des Tieri— ſchen 426. Unterſchied zwiſchen der göttlichen und menſchlichen Ge— ſtalt 427 (ſ. griechiſche Götter). Der menſchliche Körper der griechi— ſchen Heroenſkulptur 428, 429 (f. Heroe). Der menſchliche Körper als folder in der griechiſchen Skulptur, z. B. der Ringer, der Diskuswerfer 429 (O Skulptur) Bedeutung der menſchlichen Geſtalt in der ſymboliſchen Skulptur 450 (f. ägyptiſche Skulptur), in der romantiſchen, chriſtlichen Skulptur 450, in der äginetiſchen Skulptur 458 (f. äginetiſche Skulptur), in der hetruriſchen Skulptur 460 (f. etruriſche Skulp— tur) In der ägyptiſchen Religion iſt „die Geſtalt als menſchliche be— ſtimmt und ſo ein Übergang des Gottes aus der tieriſchen zur menſchlichen Geſtalt“ 446 (ſ. ägyptiſche Religion). „Die menſchliche Geſtalt iſt, nach der Seite, daß fie Erſcheinung der Subjektivität iſt, erſt dann notwendig, wenn Gott als Subjekt beſtimmt iſt“ 465 (O ägyptiſche Religion) Über den ſchwer faßlichen Zuſammenhang, „daß die Grundbeſtim⸗ mung und die Seite des Begriffs die abſolute Notwendigkeit und die Seite der Realität, wodurch dieſer Begriff Idee iſt, die menſch— liche Geſtalt iſt“ 121120, 122. Die menſchliche Geſtalt iſt „Geſtalt des Geiſtigen und nur in ihr kann die Realität für das Bewußt⸗ ſein in die Einfachheit der Notwendigkeit zurückgenommen wer⸗ den“ 121. „Der Phyfiologie käme es zu, den menſchlichen Orga— nismus, die menſchliche Geſtalt als die für den Geiſt einzig wahr⸗ haft angemeſſene zu erkennen; ſie hat aber in dieſer Hinſicht noch wenig getan“ 122 (O griechiſche Religion) 1520
18 13 1 O 16 — menſchlicher Körper / Menſchwerdung Kant ſagt: »Das Ideal darf man lediglich an der menſchlichen Ge— ſtalt erwarten « 602 (ſ. Kant) Menſchliches „Das Menſchliche macht den Mittelpunkt und Inhalt der wahren Schönheit und Kunſt aus“ 10 (O klaſſiſche Kunſtform) Das Menſchliche als wirkliche Subjektivität wird in der romanti⸗ ſchen Kunſtform zum Prinzip gemacht 122 (O romantiſche Kunſt⸗ form) „Das Menſchliche gibt, infofern es in Form und Ausdruck als reines Ideal gefaßt wird, die gemäße Geſtalt für das Göttliche ab, welches, als noch an das Sinnliche gebunden, nicht fähig iſt, in die einfache Einheit eines Gottes zuſammenzugehn, und ſich nur durch einen Kreis göttlicher Gebilde auslegen kann“ 426. Unter⸗ ſchied zwiſchen dieſer Göttergeſtalt und der Menſchengeſtalt 427 (O griechiſche Götter) Das griechiſche Volk iſt das menſchlichſte 127 (O griechiſche Re⸗ ligion) Menſchlichkeit Iſt Gott an ihm ſelber die Vermittlung, die der Menſch iſt, weiß der Menſch ſich in Gott, fo treten wir „zur Religion der Menſch— lichkeit und Freiheit“ 95 (ſ. jüdiſche Religion) Die griechiſche Religion ift „eine Religion der Menſchlichkeit, d. h. der konkrete Menſch iſt nach dem, was er iſt, nach feinen Bedürf— niſſen, Neigungen, Leidenſchaften, Gewohnheiten, nach feinen ſitt⸗ lichen und politiſchen Beſtimmungen, nach allem, was darin Wert hat und weſentlich iſt, ſich gegenwärtig in ſeinen Göttern“ 127 (O griechiſche Religion) Menſchwerdung (Anthropomorphismus, Chriſtus, Gottesſohn, Inkarnation) Veranſchaulichung der urſprünglichen Identität von objektiver und ſubjektiver Totalität durch die „Anſchauung der ewigen Menſchwerdung Gottes, des Zeugens des Worts vom Anfang“ 141 (O Fichte). Bedeutung der Menſchwerdung Gottes 422, 423 (. Fichte) Glockner, Hegel⸗Lexikon 96 1521
1 1 1 1 DD 0 1 = a Menſchwerdung „Die Menſchwerdung Gottes, die in der morgenländiſchen Re⸗ ligion vorkommt, hat keine Wahrheit, weil ihr wirklicher Geiſt ohne dieſe Verſöhnung iſt“ 527, 528 (O natürliche Religion) Die Wurzeln des Glaubens an die Menſchwerdung Gottes 576, 577. Die „Menſchwerdung des göttlichen Weſens, oder daß es weſentlich und unmittelbar die Geſtalt des Selbſtbewußtſeins hat, iſt der einfache Inhalt der abſoluten Religion“ 577, 578. Zur Einheit von Denken und Sein in ihr 578, 579. „Das Niedrigſte iſt alſo zugleich das Höchſte, das ganz an die Oberfläche heraus ge⸗ tretene Offenbare iſt eben darin das Tiefſte“ 579. „Gott iſt alſo hier offenbar, wie er iſt; er iſt ſo da, wie er an ſich iſt; er iſt da als Geiſt“ 579 (ſ. offenbare Religion) 592 (O offenbare Religion) „Gott als ein Abſtraktum iſt nicht der wahrhafte Gott, ſondern nur als der lebendige Prozeß, ſein Anderes, die Welt zu ſetzen, welches, in göttlicher Form gefaßt, fein Sohn iſt“ 48 8 (O Natur⸗ betrachtung) Erſt das Chriſtentum hat durch die Lehre von der Menſchwerdung Gottes „dem menſchlichen Bewußtſein eine vollkommen freie Beziehung zum Unendlichen gegeben, und dadurch die begreifende Erkenntnis des Geiſtes in ſeiner abſoluten Unendlichkeit möglich gemacht“ 10 O, 27 0, 34 8, 35 8 (f. Geiſt) Notwendigkeit der Menſchwerdung Gottes 416 (ſ. Chriſtentum) In der chriſtlichen Menſchwerdung Gottes iſt Gott „als abſolute freie Geiſtigkeit zu ſaſſen, in welcher das Moment des Natürlichen und der unmittelbaren Einzelnheit zwar vorhanden ſein, aber gleichmäßig aufgehoben werden muß“ 14, 104 (O klaſſiſche Kunſt⸗ form) Einheit der Abſolutheit mit der Beſonderheit liegt in der chriſt⸗ lichen Vorſtellung von der Menſchwerdung Gottes 86. „Über⸗ haupt iſt dieſe an ſich ſeiende Einheit, beſtimmter die menſchliche Geſtalt, die Menſchwerdung Gottes weſentliches Moment der Religion und muß in der Beſtimmung ihres Gegenſtandes vorkommen“ 87 (f. Kultus), 318, 319 (O Zauberer). „Der Gedanke der Menſchwerdung geht durch alle Religionen hindurch“ 93 (O be⸗ ſtimmte Religion) 1522
15 16 17 18 19 Menſchwerdung Zur großen Gewalt der „unendlichen Idee der Menſchwerdung Gottes — dieſes ſpekulativen Mittelpunktes“ 162 (O Vorſtellung) „Gott iſt nicht mehr das dunkle, in ſich verdumpfte Weſen, er manifeſtiert ſich, öffnet ſich, ſetzt einen Unterſchied und iſt für ein Anderes. Dieſer Unterſchied iſt in ſeinem höchſten Ausdruck der Sohn“ 338 (O Gottesbeweiſe) Brahms Menſchwerdung 375 (ſ. indiſche Religion). „Wenn in der chriſtlichen Religion Gott in Geſtalt des Menſchen verehrt wird, ſo iſt das unendlich unterſchieden; denn das göttliche Weſen wird da angeſchaut in dem Menſchen, der gelitten hat, geſtorben, auf— erſtanden und gen Himmel gefahren iſt“ 404 (O Buddhaismus) 420, 448, 449, 468 51 (O jüdiſche Religion). In der griechiſchen Religion „geht das Erſcheinen und die Seite des Daſeins des Göttlichen noch nicht fort bis zur unmittelbaren Wirklichkeit und Gegenwart als die— fer, d. h. als dieſer Menſch“ 124, 142 [11, 416]. „Erſt wenn die Beſonderung in Gott zur äußerſten Grenze fortgeht, als Menſch, als dieſes empiriſche Selbſtbewußtſein hervortritt, dann iſt, ſo— zuſagen, dieſe Sinnlichkeit und Außerlichkeit als Sinnlichkeit freigelaſſen“ 124, 125 (O griechiſche Religion). Zur ewigen Menſch— werdung Gottes 228, 229. Notwendig iſt, daß „die Einheit der göttlichen und menſchlichen Natur zur Gewißheit komme, daß ſie für ſie die Form unmittelbarer ſinnlicher Anſchauung, äußerlichen Daſeins erhalte, kurz, daß dieſe Idee als in der Welt geſehen und erfahren erſcheine“ 282, 283. „Dieſe Beſtimmung, daß Gott Menſch wird, damit der endliche Geiſt das Bewußtſein Gottes im Endlichen ſelbſt habe, iſt das ſchwerſte Moment in der Religion“ 285 (ſ. chriſtliche Religion) „Daß Gott feinen Sohn gezeugt... jo werden wir uns in der Philoſophie nicht ausdrücken“ 108 (O Philoſophie) 352 (O Heraklit) 71 (O Sokrates). Auffaſſung der Menſchwerdung Gottes als Schluß 253 (O Plato) Zur Zeit Alexanders drängte Griechenland ſich „zur Idee eines Gottes, der Menſch geworden“ 305, 306 (O Ariſtoteles) 5, 6, 7, 8, 9 (O Neuplatoniker)
18 1 1 1 * 6 9 for) «1 > Mephiſtopheles / Merkurius Mephiſtopheles 63 Merkmal (Zeichen) „Die Merkmale ſollen nicht nur weſentliche Beziehung auf das Erkennen haben, ſondern auch die weſentlichen Beſtimmtheiten der Dinge, und das künſtliche Syſtem ſoll dem Syſteme der Natur ſelbſt gemäß ſein, und nur dieſes ausdrücken“ 194, 195. „Das Merkmal, die allgemeine Beſtimmtheit, iſt die Einheit des Ent⸗ gegengeſetzten, des Beſtimmten und des an ſich Allgemeinen“ 196 (O Naturbeobachtung) Das Merkmal des Begriffs 53, 54 (O Begriff). Das Definieren „begnügt ſich mit Merkmalen, d. i. Beſtimmungen, bei denen die Weſentlichkeit für den Gegenſtand ſelbſt gleichgültig iſt, und die vielmehr nur den Zweck haben, daß ſie für eine äußere Reflexion Merkzeichen ſind“ 293 (O Definition) Merkmal und Begriff 100 [P. St. 8, 363] (O Begriff) Kritil an der empiriſchen Naturbetrachtung, die „Merkmale auf— ſucht, nicht in der Meinung, daß ſie die weſentlichen objektiven Beſtimmungen der Dinge ſeien, ſondern nur zu unſerer Bequem: lichkeit dienen, um uns die Dinge daran zu merken“ 438 (O Naturbetrachtung) Der Ausdruck Merkmal „bezeichnet ſogleich den ſubjektiven Zweck, Beſtimmungen nur zum Behuf unſeres Merkens mit Weglaſſung anderer, die auch am Gegenſtande exiſtieren, herauszuziehen“ 373 (O Gottesbeweiſe) Merkur ſ. Hermes Merkur, der Planet 149 0 (O Mechanik), 176 (O Phyſik); Merkur hat das Zeichen des Queckſilbers 182 0, 183 @ (O Planet) 281 (O Pythagoras) Merkurius (Queckſilber) Der Ausdruck „Merkurius“ bei Paracelſus und Böhme 300, 301, 308, 324 (O Böhme) 1524
11 11 12 13 15 10 1 I 18 V 11 14 Meroe / Meſſe Meroe 267, 272 (O Agypten) Merowinger 451, 452 (O Völkerwanderung). „Die letzten Merowinger waren durchaus Weichlinge“ 460 (O Karl der Große) Meru Kriſchnas iſt „Meru unter den Gipfeln der Berge“ 489 (O indiſche Poeſie) 280 (O ſymboliſche Architektur) HEGITNS 433 (O perſiſche Religion) Mesmer, Franz Anton Der Name »animaliſcher Magnetismus« iſt urſprünglich daher entſtanden, „daß Mesmer damit angefangen hat, mit Magneten den magnetiſchen Zuſtand zu erwecken“ 191 8. „Mesmerismus“ 191 (O0 Magnetismus). Zu Mesmers Verſuch „ohne Worte denken zu wollen“ 3558 (O Gedächtnis) le COS dE dtupoiv Mithra iſt Mitte ½%ο oͤb Aupoiv)zwifden Ormuzd und Ahriman 116 (O Philoſophie) [15, 433] HEOÖTNS 404 (O Ariſtoteles) Meſſe (Hoſtie) Meßbeſtimmungen 120 (O Eigentum) Bedeutung der Meſſe 479, 480 (O Kirche). In der Meſſe „iſt das Leben, Leiden und Sterben des wirklichen Chriſtus vorhanden, als das ewige und alle Tage geſchehende Opfer“ 494, 495 (O Kreuz— züge) 207 (O Muſit) 1525
1 1 9 — 17 1 1 1 1 > — 0 — Meſſe / Metall, Metalle „Das Vermittelnde im Kultus iſt vorhanden, es wird vollbracht, am Individuum vollbracht in dem höchſten Punkt, der die Meſſe heißt“ 145, 146, 147 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Meſſenier Verhältnis der Meſſenier zu den Spartanern 341 (O Sparta) Meſſina 298 (O Jenophanes) Meſue, Johannes 123 (f. arabiſche Philoſophie) Metall, Metalle Metall erweicht bei Erhitzen nicht wie Wachs, ſondern ſpringt auf einmal in den Fluß 535 „Schelling und Steffens haben die Reihe der Planeten mit der Reihe der Metalle zuſammengeſtellt“ 182 8 (O Planet) Klang der Metalle 234 8, 2368 (O Klang), die ſpezifiſche Wärme der Metalle 2588 (O Wärme). Die Metalle find „Wärme- und magnetiſche Leiter“ 2798, 2788 (O Magnetismus). Grund für die Undurchſichtigkeit der Metalle 3068, 307 (O DDurchſichtigkeit). Metallität iſt „das materielle Prinzip aller Färbung“ 325 g, 357 H. „Jedes reguliniſche Metall hat feine befondere Farbe“ 358 8, 3590 (0 Farbe). Fähigkeit der Metalle zum chemiſchen Prozeß 363, 3648 (O Phyſik). Ihre elektriſche Leitfähigkeit 3820 (O Elektrizität), 405 (O Galvanismus). Bedeutung der Metalle im Galvanismus 405 [P. St. 6, 194], 413, 414 (O Galvanismus), 429 9 (O Waſſer), 440 g. Metall als Ergebnis der chemiſchen Scheidung 440 O, 443 (O Chemismus) 438 0, 446 g. Rolle der Metalle in der Mineralogie 469 [P. St. 6, 202]. Die Metalle im Flözgebirge 475 8, 4768 (O Geologie) uber das unmittelbare Wiſſen der Metall- und Waſſerfühler 177 C, 178 9 (O Seele). Bedeutung der Metalle zur Erhöhung des magnetiſchen Zuſtandes 194 & Kunſtfertigkeit der Syrier in der Bearbeitung von Metallen 255, 256 (O Syrien) Metalle als Material für die Skulptur 360 (O Skulptur) 1526
12 Metalloide / Metamorphoſe Metalloide 407 O, 414 0, 423 (O Galvanismus) Metamorphoſe „Die Metamorphoſe kommt nur dem Begriff als ſolchem zu, da deſſen Veränderung allein Entwicklung iſt. Der Begriff aber iſt in der Natur teils nur ein Inneres, teils exiſtierend nur als lebendiges Individuum; auf dieſes allein iſt daher die exiſtierende Metamorphoſe beſchränkt“ 58 8 (O Natur) Bei den Pflanzen iſt „die Differenz der organiſchen Teile nur eine oberflächliche Metamorphoſe, und der eine kann leicht in die Funktion des andern übergehen“ 496 [P. St. 6, 203]. Goethes Metamorphoſe der Pflanzen „hat die Vorſtellung aus der Be— mühung um bloße Einzelheiten zum Erkennen der Einheit des Lebens geriſſen“ 508 Z. Mit großem Naturſinn hat Goethe „das Wachstum der Pflanzen als Metamorphoſe eines und desſelben Gebildes beſtimmt“ 515 S, 524 Z. Er faßte „den Unterſchied nur als ein Ausdehnen oder Zuſammenziehen“ 5158, 516 8; Bei— ſpiele hierfür 516 H. Die „Einheit der Form tft das Blatt“ 516 O, 517 Z. Goethe zeigt, „daß dann die Blätter aller Arten zuſammen die vollſtändige Entwickelung eines Blattes zeigen“ 517 , 518 2. Goethe über den Kelch 518 C, 519 8, die Blütenblätter 519 ©, die Blume 5208, 521 0, die nahe Verwandtſchaft der Kronenblätter mit den Staubwerkzeugen 521 @. Über die Nektarien und das Piſtill 522 2, über die Antheren 522 8, 523 O, über die Frucht, die Samenkapſeln, die Sporen der Farnkräuter 423 8, über die Hülſe, die Schote 523 9, 5248, über die Pflanzenaugen 5248 (O Pflanze) Metamorphoſe der Inſekten 664 (O Bildungstrieb) „Die Verwandlungen“ in der bewußten Symbolik 521 bis 524 (O ſymboliſche Kunſtform), 506. Die Metamorphoſen „ſind zwar ſymboliſch⸗mythologiſcher Art“, ſtellen aber zugleich „dem Geiſtigen das Natürliche ausdrücklich gegenüber“ und geben ihm die Bedeutung, „ein Herunterkommen und eine Strafe geiſtiger Exiſtenzen zu fein“ 521, 522 (13, 30, 35]. Beiſpiele 521. Unter⸗ ſcheidung dieſer Verwandlungen von der eigentlichen unbewußten Symbolik 522. „Die Verwandlungen dagegen machen die weſent⸗ liche Unterſcheidung des Natürlichen und Geiſtigen, und bilden 1527
Metamorphofe / Metapher 12 in dieſer Nückſicht den Übergang aus dem Symbolifh-Mythologi: — => — I 20 12 ſchen in das eigentlich Mythologiſche“ 522. Bedeutung Homers und Heſiods für die griechiſche Mythologie 522. „In Ovids Metamorphoſen iſt außer der ganz modernen Behandlung des Mythi— ſchen, das Heterogenſte miteinander vermiſcht“ 522, 523. Nicht ſelten werden ſymboliſche oder mythiſche Geſtalten zu Metamor— phoſen benützt 523 [13, 30] Abgrenzung der Verwandlungen von der Fabel 523, 524 Die Degradation des Tieriſchen wird in den vielen Verwandlun— gen, wie ſie Ovid uns anmutig erzählt, ausgeſprochen 30—34 (ſ. klaſſiſche Kunſtform). Ovids Metamorphoſen 30, 31, 32, 33, 34 (f. Ovid) Begriff der Verwandelung eines Einen in ein Anderes bei Thales und Heraklit 419. „Verwandeln iſt in einem doppelten Sinn zu nehmen, der Exiſtenz nach und dem Begriffe nach“ 419, 420. In allen alten Philoſophien iſt die Verwandelung dem Begriffe nach. In ihnen iſt der Übergang „von einer Qualität in die andere ge— meint“ 420 (O Anaxagoras) Zu Goethes Lehre von der Metamorphoſe 371 (0 Schubarth) Metapher 419 (O Symbol). Die Metapher gehört auf die zweite Stufe der bewußten Symbolik 432, 506, 526 (O ſymboliſche Kunſtform) „Die Metapher“ 533540 (O ſymboliſche Kunſtform). Ver⸗ hältnis zum Gleichnis 533. Ariſtoteles' Unterſcheidung von Ver— gleichung und Metapher 533, 534 a) Der Umfang der Metapher iſt unendlich, ihre Beſtimmung je— doch einfach. „Sie iſt eine ganz ins kurze gezogene Vergleichung.“ Das Bild wird vorgeführt, der eigentliche Sinn desſelben wird getilgt und erſt der Zuſammenhang zeigt die gemeinte Bedeutung in dem Bilde 534. Dadurch kann die Metapher nur „als bloß äußerer Schmuck eines für ſich ſelbſtändigen Kunſtwerkes auf— treten“ 534 6) Die Metapher findet ihre Hauptanwendung im ſprachlichen Ausdruck 534—536 da) Jede Sprache hat ſchon an ſich ſelber eine Menge Metaphern. „Sie entſtehn dadurch, daß ein Wort, welches zunächſt nur etwas ganz Sinnliches bedeutet, auf Geiſtiges übertragen wird“ 535 1528
12 14 Metapher 56) Wirkliche Metaphern ſinken leicht „durch die Abnutzung zu eigentlichen Ausdrücken herunter“ 535 yy) „Sit dies der Fall, fo iſt das Erfinden neuer erſt durch die poetiſche Phantaſie ausdrücklich gemachter Metaphern notwen— dig“ 535, 536. Erſtens werden „Erſcheinungen, Tätigkeiten, Zu⸗ ſtände eines höheren Kreiſes in veranſchaulichender Weiſe auf den Inhalt niedrigerer Gebiete übertragen“ 536. Ferduſt, Calderon, Virgil 536. „Umgekehrt wird dann zweitens Geiſtiges ebenſoſehr durch das Bild von Naturgegenſtänden der Anſchauung näher ge— bracht“ 536. Die Italiener, Shakeſpeare 536 5) Zweck der Metapher iſt größere Lebhaftigkeit in die Darſtellung zu bringen 537. Nachteil der Metapher 537. Die metaphoriſche Diktion iſt „als das Bedürfnis und die Macht des Geiſtes und Gemüts anzuſehn, die ſich nicht mit dem Einfachen, Gewohnten, Schlichten befriedigen, ſondern ſich darüber ſtellen, um zu Ande— rem fortzugehn, bei Verſchiedenem zu verweilen und Zwiefaches in Eins zu fügen“ 537 aa) Grund ſolchen Verbindens iſt der der „Verſtärkung“ 537. Calderon 538. „Es iſt die Bewegung des Gemüts, welche an die Stelle des unmittelbar Angeſchauten gleich ein andres Bild ſetzt“ 538 66) Ein zweiter Grund iſt, „daß der Geiſt, wenn ihn ſeine innere Bewegung in die Anſchauung verwandter Gegenſtände vertieft, ſich zugleich von der Außerlichkeit derſelben befreien will“ 538 yy Ein dritter Grund iſt die „bloß ſchwelgeriſche Luft der Phan— taſie“ oder „der Witz einer ſubjektiven Willkür“ 539. Die Alten bleiben „faft durchweg bei eigentlichen Ausdrücken ſtehn“, „ihr ruhiger vollſtändig ausgeſtaltender Sinn entfernt ſie von dem häufigen Gebrauch der Metaphern“ 539. Der Orient, beſonders die mohammedaniſche Poeſie, dann auch die moderne bedienen ſich „des uneigentlichen Ausdrucks“ 540. Shakeſpeare, die Spa⸗ nier, Jean Paul, Goethe, Schiller 540 (O ſymboliſche Kunſtform) Das Bild, zwiſchen Metapher und Gleichnis ſtehend, iſt „eigentlich nur eine ausführliche Metapher“ 540 (O Bild). In der Metapher iſt die Beziehung zwiſchen Bedeutung und Geſtalt willkürlich 557, 539 Metaphern gehören zur „uneigentlichen“ Verbildlichung 278, 279. Homer, die orientaliſche Poeſie 279, 468, die romantiſche Poeſie 279 (O Poeſie) 1529
SS} 1 2 a Metaphyſik Metaphyſik Bedeutung der Metaphyſik als Unterrichtsgegenſtand für Gym⸗ naſien 306. Verhältnis der Metaphyſik zur Logik 306. Zu den höheren Gründen, weshalb die eigentliche Metaphyſik von dem Gymnaſium auszuſchließen wäre 333. Auszunehmen wären die Beweiſe vom Dafein Gottes 333 (O Philoſophieunterricht) Dasjenige was vor ſünſundzwanzig Jahren „Metaphyſik hieß, ift ſozuſagen mit Stumpf und Stil ausgerottet worden, und aus der Reihe der Wiſſenſchaſten verſchwunden“ 13. Die Kantiſche Philoſophie und der gemeine Menſchenverſtand arbeiteten ſich in die Hände „den Untergang der Metaphyſik zu bewirken“ 14 (O Logik), 47 „Die ältere Metaphyſik hatte . . . einen höhern Begriff von dem Denken als in der neuern Zeit gang und gäb geworden iſt. Jene legte nämlich zugrunde, daß das, was durchs Denken von und an den Dingen erkannt werde, das allein an ihnen wahrhaft Wahre ſei“ 39, 47. Bei Kant tritt die objektive Logik an die Stelle der vormaligen Metaphyſik 64, 47 Stellung der ſpäteren vornehmlich chriſtlichen Metaphyſik zu dem Satze: ex nihilo nihil fit 90 (O Werden) Die Kantiſchen Antinomien ſind es vornehmlich, welche „den Sturz der vorhergehenden Metaphyſik bewirkten“ 226 (O Anti: nomien) 5, 317] Über das mathematiſche und das metaphyſiſche Unendliche 293, 294 (O Mathematik) Die vormalige Metaphyſik hat,den Begriff der mechaniſchen Ur— ſache und des Zwecks nicht unterſucht“ 209 (O Teleologie). „Die Metaphyſik des Geiſtes, ... der Seele, drehte ſich um die Beſtim— mungen von Subſtanz, Einfachheit, Immaterialität“. Ihr Vor⸗ gehen dabei 263, 264. Sie hatte zu ihrem Zwecke „die Wahrheit zu erkennen, und unterſuchte ihre Gegenſtände danach, ob ſie ein Wahrhaſtes ſeien oder nicht, Subſtanzen oder Phänomene. Der Sieg der Kantiſchen Kritik über dieſelbe beſteht aber vielmehr darin, die Unterſuchung, welche das Wahre zum Zwecke hat, und dieſen Zweck ſelbſt zu beſeitigen“ 269 (O Erkennen). Kant und Jacobi haben „die ganze Weiſe der vormaligen Metaphyſik und damit ihre Methode über den Hauſen geworſen“ 317, 318 (O Lehr— ſatz) [6, 340, 341] 1530
> Metaphyſik „Es iſt als ein Verdienſt Kants zu rechnen, die Metaphyſik von dem Geiſt als Dinge, ſomit von der Seele“ befreit zu haben 240 (O Seele) logl. 10, 205] 340, 341, 344 (O Jacobi) Die Logik fällt „mit der Metaphyſik zuſammen, der Wiſſenſchaft der Dinge in Gedanken gefaßt, welche dafür galten, die Weſen— heiten der Dinge auszudrücken“ 83 @ [3, 306; 16, 466, 467] Betrachtung der Manier und des Hauptinhaltes der vormaligen Metaphyſik 99 [P. St. 6, 38], 100 —103 (ſ. Logik) [P. St. 6, 38—39]. Ihre Gegenftünde 104 [P. St. 6, 39], ihr Dogmatismus 105—107 [P. St. 6, 39), ihre vier Teile 107—111 [P. St. 6, 39—42] (f. Lo⸗ gik). Zuſammenfaſſender Rückblick auf das Verfahren der alten Metaphyſik, auf ihre Mängel und ihren Vorzug 115 8 (ſ. Logik), 116 8, 117 & (O Empirismus) Vergleich des Standpunkts des Empirismus mit dem der alten Metaphyſik 120—121 . Sie haben die gleiche Vorausſetzung, nämlich die, daß „im Denken das Wahrhafte der Dinge liege“ 120 2 (ſ. Empirismus) Kants Kritik der alten Metaphyſik 136—144 9 (ſ. Kritizismus). „Metaphyſierender“ Empirismus 1608 (O Kritizismus) Über metaphyſiſche Auffaſſungen in der Phyſik 232 8, 2339 (O atomiſtiſche Philo ſophie), 2448 (O Sein), 2988 (O Ding) 9, 234 8, 253 G, 255 , 256 8] „Das, wodurch ſich die Naturphiloſophie von der Phyſik unter— ſcheidet, iſt näher die Weiſe der Metaphyſik, deren ſich Beide be— dienen; denn Metaphyſik heißt nichts anderes, als der Umfang der allgemeinen Denkbeſtimmungen, gleichſam das diamantene Netz, in das wir allen Stoff bringen und dadurch erſt verſtändlich machen. Jedes gebildete Bewußtſein hat ſeine Metaphyſik .. .“ 44—45 9 (O Naturbetrachtung) [17, 88] Zur „Überſchwemmung der phyſiſchen Mechanik mit einer unfäglichen Metaphyſik“ 127 9, 126 9 (O Mechanih, 256 & (O Wärme). uber den allgemeinen Irrtum des Verſtandes, „daß das Meta: phyſiſche nur ein Gedankending neben, d. i. außer der Wirklichkeit ſei“ 2299 (0 Kohäſton). Kritik an der „Verſtandes-Metaphyſik“, die ſich einen Wärmeſtoff vorſtellt 255 8, 256 ©, 234 2 253 S. „Klang und Wärme exiſtieren nicht ſo für ſich, wie die ſchwere Materie; und der ſogenannte Schall- und Wärmeſtoff ſind bloße 1531
oo 10 ji 15 16 — 17 18 Metaphyſtk Fiktionen der Verſtandes-Metaphyſik in der Phyſik“ 256 8, 257 G. Über das Latentwerden von Wärme 2578, 195 g, 203 g, 259 g, 260 8 (O Wärme) Die Phyſiker über die ſogenannte Metaphyſik in der Theorie des Magnetismus 277 (O Magnetismus). Über den „metaphyſiſchen Galimathias“ in der Farbenlehre 332 [ogl. 6, 176], 171 8, 333 g, 353 @ (O Farbe) Obwohl die vormalige Metaphyſik „den Gegenſatz des Materiellen und Immateriellen als einen unüberwindlichen feſthielt“, machte fie doch die Seele zu einem Dinge, geſetzt in Raum und Zeit 56 8, 58 Z. Ihre Frage, „ob das Eine oder das Viele beim Geiſte das Erſte ſei“ 57 O (O Seele) „In der Philoſophie wird gezeigt, daß die Idee zum unendlichen Gegenſatze fortgeht.“ „Den abſoluten Zuſammenhang dieſes Gegenſatzes zu faſſen, iſt die tiefe Aufgabe der Metaphyſik“ 55 (O Geſchichtsphiloſophie) „Natürliche Religion hat man in neuerer Zeit näher die bloß metaphyſiſche Religion genannt, inſofern Metaphyſik ſo viel hat zu bedeuten gehabt, wie verſtändige Gedanken, Vorſtellungen des Verſtandes, das iſt dieſe moderne verſtändige Religion, was Deismus heißt, das Reſultat der Aufklärung . . .“ 279 (O unmittelbare Religion) „Der metaphyſiſche Begriff“ der Erhebung 327-—342 (f. beſtimmte Religion) Über Fragen, welche „der leeren Metaphyſik des Verſtandes angehören“ 253 (O chriſtliche Religion) „Ich faſſe Logik und Metaphyſik zuſammen, indem die letztere gleichfalls nichts anderes iſt, als daß ſie zwar einen konkreten In⸗ halt, wie Gott, die Welt, die Seele betrachtet, aber ſo, daß dieſe Gegenſtände als Noumene, d. h. deren Gedanke gefaßt werden ſollen“ 466, 467 (O Gottesbeweiſe) [3, 306; 8, 83] Wiſſen und Vorſtellen eines jeden Bewußtſeins ift von Meta— phyſik durchwebt und regiert; „ſie iſt das Netz, in welches aller der konkrete Stoff gefaßt iſt, der den Menſchen in ſeinem Tun und Treiben beſchäftigt“ 88 09, 44-45 8] „Die Metaphyſik“ des Ariſtoteles 318337 (f. Ariſtoteles) Die „Metaphyſik“ Epikurs 484—491 (f. Epikur) 1532
19 20 1 1 17 18 9 Metaphyſik / Meteor Charakteriſtik der „metaphyſiſchen Vereinigung“ des Gegenſatzes in der neueren Philoſophie. Spinoza, Locke und Leibniz „machen die Metaphyſik aus“ 274, 275 (f. neuere Philoſophie). Zur unbe⸗ wußt bleibenden Metaphyſik in jeglicher Empirie 289 (O Bacon) Die „Periode der Metaphyſik“ in der neueren Philoſophie 330 bis 485 (f. neuere Philoſophie), 274, 329. Franzöſiſche und deut⸗ ſche wolffiſche Metaphyſik gehen parallel 330, 331. „Die Meta⸗ phyſik tft die Tendenz zur Subſtanz“ 331 (O neuere Philoſophie). Die Metaphyſik des Descartes 345—351, 363, 364. „In Des⸗ cartes' Metaphyſik iſt einem ganz naiv, gar nicht ſpekulativ zu— mut“ 364 (ſ. Descartes) „Die Lockeſche Philoſophie iſt, wenn man will, eine Metaphyſik: es handelt ſich um allgemeine Beſtimmungen, allgemeine Gedan— ken; und dies Allgemeine ſoll aus Erfahrung, Beobachtung abge— leitet werden“ 437. Sie iſt „metaphyſierender Empirismus“ 423 (ſ. Locke) „Phyſik, hüte dich vor Metaphyſik“, war Newtons Wahlſpruch 447 (O Newton). „Leibniz' Philoſophie iſt Metaphyſik“ 454 (O Leib⸗ niz), 274, 473 Hamanns Losziehen auf die Metaphyſik 249 (ſ. Hamann) „Metaphyſik iſt das Wort, wie Abſtrakt und beinahe auch Denken das Wort iſt, vor dem jeder, mehr oder minder, wie vor einem mit der Peſt Behafteten davon läuft“ 445 (O abſtrakt) Metapontion 250 (O Pythagoras) Metaſtaſio, Pietro 141 (O Muſik) ert ctv, iẽ SS 260, 261 (O Pythagoras) 198, 236 (O Plato) Metempfychofe ſ. Seelenwanderung Meteor 2119 (O Meteorologie) 1533
16 E D Meteor / Meteorologie Bei den Griechen galt ein Meteor als Erſcheinung des Göttlichen 117 (O griechiſche Religion) Meteorologie (Blitz) „Der elementariſche Prozeß“ 181—183 (O Phyſik) [P. St. 9, 196—212 f. it.]. Die SS 230—233 wurden zum Teil wörtlich, zum Teil etwas verändert und erweitert in 9, 88 286 bis 289 aufgenommen (f. u.) Der „meteorologiſche Prozeß“ 155 8, 1548 (O Phyſik) „Der elementariſche Prozeß“ 196-212 (O Phyſik) [P. St. 6, 181—183] § 286 [P. St. 6, §S 230, wenig verändert] Im meteorologiſchen Prozeß „haben die Elemente, als unſelbſtändige Momente, ebenſo allein ihr Beſtehen, als ſie darin erzeugt, als exiſtierende geſetzt werden“ 196 [P. St. 6, 181] Kritik daran, daß „die endliche Phyſik der vereinzelten individuel⸗ len Körper für Dasſelbe genommen wird, als die freie felbftändige Phyſik des Erdenprozeſſes iſt“ 196, 197 [P. St. 6, 181], 389 2. Der Grundmangel „beruht auf der fixen Vorſtellung von der ſub— ſtantiellen un veränderlichen Verſchiedenheit der Elemente“ 197 [P. St. 6, 181, 182], 198 8, 199 8 (f. Element). Kritik an den „nichtsſagenden Vorſtellungen von Auflöſung, Gebunden-, La: tent⸗Werden“ 197 [P. St. 6, 182], 203 O, 257 @ Zuſatz. Man verwechſelt „phyſikaliſche Elemente und individuelle Körper“ 198 8, 199 8. Bedeutung von Waſſer, Luft, Feuer und Erde im elementariſchen Prozeß 199 8, 2009. Kritik an der mechaniſchen Vorſtellung über das Waſſer 2000, 201 H. Green, Lichtenberg 2009, 201 H. Kritik an der chemiſchen Vorſtellung über das Waſſer 201 0, 202. Kritik an der Vorſtellung, Waſſer zerſetze ſich in Waſſer⸗ und Sauerſtoff und beſtehe daraus 202 g, 384 g, 385 8, 398 g, 408 O. Ritter hierzu 202 8, Humboldts Unterſuchungen der Luft 202 H, 203 0 § 287 [P. St. 6, § 231, faſt wörtlich! Bedeutung des Lichts, der Sonne für den Prozeß der Erde. „Das eine Moment dieſes Pro— zeſſes iſt die Diremtion der individuellen Identität“ 204 [P. St. 6, 182] Zuſatz. Einfluß des Lichts auf den bloßen Zuſtand der Erde, auf Wärme und Kälte, Sommer und Winter 204 H, 205 9. Einfluß des Lichts auf qualitative Veränderung im wirklichen Prozeß 1534
Meteorologie 9 2049, 2059. „Der Prozeß iſt die Abwechſelung zwiſchen dem Lunariſchen und Kometariſchen“ 205 ©. Über die Wolkenbildung, die Hagelbildung 205 8. Goethe über den Barometerſtand 206 & § 288 [P. St. 6, § 232, zum Teil etwas vermehrt] „Das andere Moment des Prozeſſes iſt .. die ſich entzündende Verzehrung des verſuchten unterſchiedenen Beſtehens, durch welche ihre weſent— liche Verknüpfung ſich herſtellt, und die Erde ſich als reelle und fruchtbare Individualität geworden iſt“ 206—207 [P. St. 6, 182, 183]. Erdbeben und Vulkane 207 8, das Gewitter 207 [P. St. 6, 183], 208 8 Zuſatz. „Das Aufheben der Spannung iſt als Regen die Reduktion der Erde zur Neutralität“ 207 H. „Die Erde ſpannt ſich in ſich ſelbſt, wie die organiſchen Körper; fie ſetzt ſich um zur Lebendig⸗ keit des Feuers und ebenſo zur Neutralität des Waſſers, in den Vulkanen und den Quellen“ 208 8, 209 g. Goethes Beobachtun— gen über den Barometerſtand 208 2, 209 8, 206 O, über die Pafſatwinde 2098, 210 O und über die Wolken 210 9. Über Stern⸗ ſchnuppen 210 8, 2119, über Steinregen 210 O. 2112. „Der meteorologiſche Prozeß iſt die Erſcheinung dieſes Werdens der Individualität, durch Bewältigung und Rückführung der aus— einandergehen wollenden freien Qualitäten in den konkreten Ein⸗ heitspunkt“ 211, 212 2, 204 § 289 [P. St. 6, S 233, etwas verändert] Charakteriſtik der Erde als „abſtrakter Grund der Individualität“ 212 [P. St. 6, 183] Zuſatz. Zum Verhältnis der Idealität der Materie zum dumpfen Inſichſein der Schwere 2128 (O Phyſik) „Die Elektrizität ſoll alles in der Natur, beſonders die meteorologiſchen Erſcheinungen, bewirken“ 373 (O Elektrizität), 389 8 „Der Chemismus der Erde ift das, was wir als den meteorologi: ſchen Prozeß geſehen haben, den Prozeß der phyſikaliſchen Ele⸗ mente, als der allgemeinen beſtimmten Materien, die noch keine individuellen Körperlichkeiten find” 388 8, 389 g, 391 (O Che⸗ mismus), 196—197 [P. St. 6, 196, 197], 459 Z. Verhältnis des meteorologiſchen Prozeſſes zu allen chemiſchen Prozeſſen 391 8; Verhältnis zum galvaniſchen Prozeß 391 2, Ritter hierzu 3918 (O Chemismus) Verhältnis des meteorologiſchen Prozeſſes zum Lebensprozeß der Erde 483 O, 484 0 (O Geologie) 18 Zur „Meteorologie“ des Ariftoteles 338, 367 (O Ariſtoteles) 1535
1 2 3 Hi E E 2 E 15 Methode Methode (analytiſch, Begriff, Dialektik, Erkennen, Idee, ſynthe⸗ tiſch „Am reinſten gibt ſich die weder ſynthetiſch noch analytiſch zu nennende Methode des Syſtems, wenn ſie als eine Entwicklung der Vernunft ſelbſt erſcheint“ 72 (O Fichte) Zur philoſophiſchen Methode 45, 49, 37 (ſ. Phänomenologie) „Der Gang oder die Methode des abſoluten Wiſſens iſt ebenfoſehr analytiſch als ſynthetiſch“ 167 (ſ. Idee) Über die „Methode“ des Vortrags der philoſophiſchen Vorbe— reitungs⸗Wiſſenſchaften in dem Gymnaſium 303, 310—316 (. Philoſophie unterricht) Dialektiſche Methode 17, 18, 51, 50—52, 53, 54, 118, 236 (f. Dia⸗ lektih Zum modernen Bedürfnis, „daß die Methode mit dem Inhalt, die Form mit dem Prinzip vereint ſei“ 70 (O Sein) Betrachtung der Methode der abſoluten Idee. Ihr Anfang, Fortgang und ihr Reſultat 329—347 (ſ. Idee) Die Enzyklopädie der philoſophiſchen Wiſſenſchaſten im Grund— riſſe ſtellt „eine neue Bearbeitung der Philoſophie nach einer Methode auf, welche noch, wie ich hoffe, als die einzig wahrhaſte, mit dem Inhalte identiſche, anerkannt werden wird“ 4,5 (O Enzy⸗ klopädie) [P. St. 8, 5] „In der philoſophiſchen Erkenntnis iſt die Notwendigkeit eines Begriffs die Hauptſache, und der Gang, als Reſultat, geworden zu ſein, ſein Beweis und Deduktion“ 40 (O Rechtsphiloſophie) In der Rechtsphiloſophie wird „die Methode, wie in der Wiſſen⸗ ſchaſt der Begriff fi aus ſich ſelbſt entwickelt und nur ein immanentes Fortſchreiten und Hervorbringen ſeiner Beſtimmungen iſt“ aus der Logik vorausgeſetzt 81 (O Rechtsphiloſophie) 5 [P. St. 6, 4, 5 ſ. o.]. Die analytiſche Methode 436 [P. St. 6, 136], 449 [P. St. 6, 142] (O analytiſch). Die ſynthetiſche Methode 437 [P. St. 6, 137], 449 [P. St. 6, 142] (O Idee) Die „ſpekulative Methode“ 448451 [P. St. 6, 142—144] (ſ. Idee) „Es kann nur Eine Methode in aller Wiſſenſchaft ſein, da die Methode der ſich explizierende Begriff, nichts Anderes, und dieſer nur Einer iſt“ 75 (ſ. Begriſſ) 1536
Methode / Mexiko 18 Zur „ſokratiſchen Methode“ 58 —69 (f. Sokrates) 19 Zu Bacons „Methode in Rückſicht des wiſſenſchaftlichen Erken— 20 1 1 1 1 1 7 3 2 E — 8 7 — nens“ 282 (O Bacon) Zu Spinozas demonſtrativer, geometriſcher Methode 374, 378, 400 (j. Spinoza), 480 (O Wolff), 665 (O Schelling) [8, 340] Zu Descartes' geometriſcher Methode 378, 400 (O Spinoza) Zu Leibnizens Methode 453, 454 (ſ. Leibniz) Zu Wolffs geometriſcher Methode 477,478, 479, 480, 481 (ſ. Wolff) Zu Schellings geometriſcher Methode 665 (s. Schelling) Ein Nezenſent zu Hegels Methode 340—343 (O Hegel) Meton 371 (O Empedokles) Metopen 314 (O Tempel) Metrik (Poeſie, Verſifikation) Über Metrik als Unterrichtsgegenſtand in der Gymnaſial-Ober— klaſſe 309 (O Philoſophieunterricht) Hermanns Handbuch der Metrik 160 Fußn. (O Kritizismus) Metrodoros aus Chios 229 (O Sleptizismus) Metrodoros aus Lampſakos Ein Schüler Epikurs 477 (O Epikur) NHETOOT 201 (Sieben Weiſe) Metrum ſ. Vers, Verſifikation, Versmaß Mexiko 122, 125, 129 (O Weltgeſchichte) Glockner, Hegel-Lexikon 87 1537
11 1 DD 13 19 19 ww 19 Meyer / Michelet Meyer, Heinrich Meyer über Alexander d. Gr. „verſtändige Kunſtliebe“ 356 (O Alexander der Große) Er verleibt die Goetheſche Beſtimmung des Schönen feiner »Ge— ſchichte der bildenden Künſte bei den Griechen« ein 40. Meyers Stellung zu Hirts Begriff des Charafteriftifhen 40, 41, 42 (O Aſthetik) Zur Einfarbigkeit der Marmorſkulptur 361 (O Skulptur). Zur koloſſalen Minerva des Phidias zu Platää 443 (O Holz). Eignung des Marmors zur Skulptur 448, 447 (O Stein) Meyer, Johann Friedrich von Jezirah, hebräiſch und deutſch von v. Meyer (Leipzig 1830) 27 (O Kabbala) Meyer, Ludwig Arzt und vertrauteſter Freund Spinozas. Herausgeber von Spi— nozas Ethik 370 (O Spinoza) Meyerlein Studienlehramts-Kandidat am Nürnberger Melanchthon-Sym— naſium 277 (O Gymnaſialreden) Michael II., Balbus 160 (O Erigena) Michelangelo 521 (O Reformation) 250 (O Aſthetik), 464 (O Skulptur) Über Michelangelos Teufel 95 und feine charaktervollen Männergeſtalten 95, 96 (O Malerei) Michelet, Karl Ludwig Anmerkungen Michelets in Fußnoten 315—318, 319, 320, 346; 332, 335, 337, 338, 353, 381; 405, 406; 424, 425; 436, 439, 443, 458, 459, 460, 496, 498, 545, 562, 571, 584, 615, 629, 665, 666, 667, 673, 712 1538
13 O 1 A 19 11 17 A 15 20 11 17 14 Miene / Milton Miene Das Mienenhafte iſt aus der Skulptur auszuſchließen 374, 375. Die „Miene iſt nichts anderes, als eben das Sichtbarwerden der ſubjektiven innern Eigentümlichkeit und deren Partikularität des Empfindens, Vorſtellens und Wollens“ 374 (O Skulptur) Mikroskop 338 9 (O Farbenlehre) 386 (O Leukipp) wuxToV 83, 86, 87 (ſ. Proklos) Milet 307 (O Griechen) 210 (O Thales), 226 (O0 Anaximander), 230 (O Anaximenes) Militär Militärgewalt 367 (O Staatsrecht), Militärpflicht 407, Stand der Tapferkeit 436, 437 (ſ. Tapferkeit), Militärſtand 437, 438 (O Ver⸗ faſſung) Mill, James Mill meint „Brahm ſei ein Epitheton des Preiſes, weil er nicht ſelbſt für ſich als dieſer Eine behalten wird, ſondern alles von ſich ſagt, es ſei Brahm“ 379, 380 (O indiſche Religion) [20, 120] 120 (O Humboldt, Wilhelm von) Miltiades 331 (O Griechen), Führer der Schlacht bei Marathon 335 (O Per⸗ ſerkriege) 195 Milton, John Kritik an Miltons verlorenem Paradies 372 (O Handlung). Kritik an dem ſtark lyriſchen Einſchlag ſeiner Epik 377 (O epiſche Poeſie). 1539
14 16 Ne) 1 -1 17 m — = Milton / Minerva Milton ſteht „in einer durch Studium der Alten erlangten Bildung und korrekten Eleganz des Ausdrucks für fein Zeitalter zwar als preiswürdiges Muſter da, an Tieſe aber des Gehalts, an Energie, origineller Erfindung und Ausführung und beſonders an epiſcher Objektivität iſt er dem Dante ſchlechthin nachzuſetzen“ 416 (O epiſche Poeſie) Miltons Teufel „iſt in ſeiner charaktervollen Energie beſſer als mancher Engel“ 261 (O chriſtliche Religion) Milz 601 f, 642 [P. St. 6, 214], 655 8 (O Tier) Mimamſa 163 (f. indiſche Philoſophie) nAUUOS Mios = Nachahmung der Pythagoreer 260, 261 (O Pytha— goras) Mineralien Charakteriſtik des Minerals 506—507 (O Naturrecht) Zum Geſchenk einer Mineralienſammlung für das Melanchthon— Gymnaſium zu Nürnberg 258, 259, 278 (0 Gymnaſialreden) Grundform der Mineralien 191 (O Regelmäßigkeit) Mineralogie 198 (O Organik) 296 (O Ding) 37 (O Philoſophiegeſchichte) 528, 529 (O Roſe) Minerva „Die Eule der Minerva beginnt erſt mit der einbrechenden Däm— merung ihren Flug“ 37 (O Rechtsphiloſophic) 466 C 1546
11 13 18 19 1: 2 11 1 — 16 11 19 Minerva / Mirabaud 374, 379 (O Römer) 321 (O klaſſiſche Architektur), 392, 443 (O Skulptur) 16 (O Sophiſten) 71 (O Proklos) Miniſterium „Bericht vom 7. Februar 1823 an das Königl. Preußiſche Miniſte— rium des Unterrichts“ 325-335 (1. Philoſophieunterricht) „Über die Einrichtung einer kritiſchen Zeitſchrift der Literatur. (An das Miniſterium des Unterrichts eingeſandt.)“ 29--53 (f. Jahr: bücher) Minneſang Charakteriſtik des Minnegeſangs der Deutſchen, Spanier und der ſpäteren Franzoſen 181, 182 (O Liebe) Minorität Kritik an der Beſtimmung, „daß die Minorität der Majorität weichen müſſe“ 75, 76 (O Staat) „Die Wenigen ſollen die Vielen vertreten, aber oft zertreten ſie ſie nur. Nicht minder iſt die Herrſchaft der Majorität über die Mino— rität eine große Inkonſequenz“ 559 (O franzöſiſche Revolution) Minos Vergleich des indiſchen Manu mit dem kretiſchen Minos 218 (O Indien), 207 (O Agypten). Dem Minos wird die Unterdrük— kung der Seeräuberei zugeſchrieben 300 (O Griechen) 135, 156 (O griechiſche Religion) Minyas Schatzhaus des Minhas zu Orchomenus 302 (O Griechen) Mirabaud, angeblicher Verfaſſer des Systerne de la Nature 513, 514 (O franzöſiſche Philoſophie) 1541
Mirbel / Mithra Mirbel, Charles Francois Briſſeau 9 507 (O Pflanze) Mißbrauch 11 Abgrenzung des Begriffes Mißbrauch 519, 520 (O Reformation) Mißgeburt (Zwitter) 5 295 (O Definition) 9 64 (O Natur), 677 0 (O Gattung) 19 Locke meint, „wäre die Gattung an und für ſich, ſo gäbe es keine Mißgeburt“ 435 (O Locke) Miſſionar 15 Miſſionare über die Zauberei 304 (O Zauberei). Franzöſiſche Miſ⸗ ſionare über den Buddhaismus 402, 416, 417 (O Buddhaismus) 17 Konfutſes Lebensbeſchreibung iſt durch franzöſiſche Miſſionare aus den chineſiſchen Originalwerken überſetzt 155 (O chineſiſche Philos ſophie) Mithra 11 „Mitra erſcheint als der Vorſteher des Innern, Höheren im Men» ſchen. Später hat der Mitra eine große Bedeutung als Mittler zwiſchen Ormuzd und den Menſchen bekommen. Schon Herodot erwähnt den Mitradienſt; in Rom wurde er ſpäter als ein ge— heimer ſehr allgemein“ 242 (O Zendvolk), 423 (O Chriſtentum) 15, 433, 454, 456; 16, 175] 12 Mithraskult 439, 442 (O Zoroaſter) 13 Mithrashöhlen 290 (O ſymboliſche Architektur) 15 Mithrasdienſt bei den Römern zur chriſtlichen Zeit 433, 454, 456, und bei uns 433 (O perſiſche Religion) 16 175 (O römiſche Religion) 17 Mithra als Mitte, Mittler zwiſchen Ormuzd und Ahriman 116, 117. Er iſt philoſophiſch intereſſant als „ein einfaches Weſen, deſſen abſoluter Gegenſatz als Gegenſatz des Weſens und der Auf— hebung desfelben erſcheint“ 118 (O Philoſophiegeſchichte) 11, 242] 1542
11 14 2 I 2 Mithridates / Mitte Mithridates Des Mithridates Herrſchaftsbereich und ſeine Stellung zu Rom 399 (O Römer) Mitleid Ariſtoteles hat die Wirkung der Tragödie darin geſetzt, „daß ſie Furcht und Mitleid erregen und reinigen ſolle“ 531. Wie die Furcht hat auch das Mitleiden zweierlei Gegenſtände. „Der erſte betrifft die gewöhnliche Rührung, d. h. die Sympathie mit dem Unglück und Leiden anderer“ 531, 532. „Bemitleidet und be⸗ dauert will aber der edle und große Menſch auf dieſe Weiſe nicht ſein“ 531, 532. Das wahrhafte Mitleiden iſt „die Sympathie mit der zugleich ſittlichen Berechtigung des Leidenden, mit dem Affir— mativen und Subſtantiellen, das in ihm vorhanden ſein muß“ 532 (O Tragödie). „Es iſt die Ehre der großen Charaktere, ſchuldig zu ſein. Sie wollen nicht zum Mitleiden, zur Rührung bewegen“ 553 (O griechiſche Tragödie) Mitte Charakteriſtik des wirklichen Handelns als verbindende Mitte zwiſchen dem Endzweck der Welt und dem Endzweck des Selbſt⸗ bewußtſeins 466 (O Moralität) „Der Geiſt iſt Inhalt ſeines Bewußtſeins zuerſt in der Form der reinen Subſtanz oder iſt Inhalt ſeines reinen Bewußtſeins. Dies Element des Denkens iſt die Bewegung, zum Daſein oder der Einzelnheit herunter zu ſteigen. Die Mitte zwiſchen ihnen iſt ihre ſynthetiſche Verbindung, das Bewußtſein des Anderswerdens oder das Vorſtellen als ſolches“ 583. „Die Vorſtellung macht die Mitte zwiſchen dem reinen Denken und dem Selbſtbewußtſein als ſolchem aus“ 583 (O offenbare Religion) (10, 328] „Die klaſſiſche Zeit ſteht in der ſchönen Mitte zwiſchen der rohen Gediegenheit einer Nation in ihrer bewußtloſen Kindheit und zwiſchen dem verfeinerten Verſtande der Bildung, der alles ana— lyſiert hat und abgeſondert hält“ 285, 286 (O Gymnaſtalreden) 11, 313, 314] „Es gibt gar nichts, das nicht ein Mittelzuſtand zwiſchen Sein und Nichts iſt“ 117 (O Werden) Charakteriſtik der Grenze als Mitte 144, 145 (ſ. Grenze) 1543
** at 10 11 Mitte „Die Alten haben das beftimmte Bewußtfein darüber gehabt, daß die Zahl zwifchen dem Sinnlichen und dem Gedanken in der Mitte ſtehe“ 257 (O Zahl) „Das Weſen ſteht zwiſchen Sein und Begriff und macht die Mitte derſelben und ſeine Bewegung den Übergang von Sein in den Begriff aus“ 484 (O Weſen) „Das Geſetztſein ſteht einerfeits dem Daſein, andererſeits dem Weſen gegenüber, und iſt als die Mitte zu betrachten, welche das Daſein mit dem Weſen und umgekehrt das Weſen mit dem Daſein zuſammenſchließt“ 501 (O Reflexion) „Der Begriff, in ſeine aoſtrakten Momente dirimiert, hat die Einzelnheit und Allgemeinheit zu ſeinen Extremen, und er ſelbſt erſcheint als die zwiſchen ihnen ſtehende Beſonderheit.“ Die Be— ſonderheit macht inſofern „die Mitte aus, als ſie die beiden Mo— mente der Einzelnheit und Allgemeinheit unmittelbar in ſich ver— einigt“ 122 (ſ. Schluß), 62 Charakteriſtik des Magnetismus als Mitte zu den „Extremen der Subjektivität, die ſich auf einen Punkt hält, und des Flüſſigen, welches nur als Kontinuum iſt, aber vollkommen indeterminiert in ſich“ 2918. Er iſt „Mitte zwiſchen Anſichſein und zwiſchen Sich— realiſiert-Haben“ 291 (U Magnetismus) Zur Pflanze als Mitte „zwiſchen mineralogiſchem Kriſtall und freier animaliſcher Geſtalt“ 525 0 (O Pflanze) „Der Leib iſt die Mitte, durch welche ich mit der Außenwelt über— haupt zuſammenkomme“ 2430 (O Gewohnheit) „Die Vorſtellung iſt als die erinnerte Anſchauung die Mitte zwi— ſchen dem unmittelbaren Sich-bettimmt-finden der Intelligenz und zwiſchen derſelben in ihrer Freiheit, dem Denken“ 328 & (O Vor⸗ ſtellung) [2, 583] Charakteriſtik des griechiſchen Geiſtes als „die Mitte zwiſchen der Selbſtloſtigkeit des Menſchen“ „und der unendlichen Subjektivität als reiner Gewißheit ihrer ſelbſt“ 313, 314 03, 285, 286; 13, 15, 16, 17]. „Die Griechen bleiben in der Mitte der Schönheit und erreichen noch nicht den höheren Standpunkt der Wahrheit“ 329 (© Griechen), 411 (0 Chriſtentum) Chrakteriſtik der Ariſtokratie als verbindende Mitte zwiſchen dem Thron und der Freiheit der Bürger 539 (O Reformation) 1544
Mitte 12 Über das Kunſtſchöne als eine der Mitten, „welche jenen Gegen— 13 ſatz und Widerſpruch des in ſich abſtrakt beruhenden Geiſtes und der Natur . .. auflöſen und zur Einheit zurückführen“ 90 (O Kunſtweck) Die Muſik „macht den Durchgangspunkt zwiſchen der abſtrakten räumlichen Sinnlichkeit der Malerei und der abſtrakten Geiſtigkeit der Poeſie“ 130 (O Muſih) Charakteriſtik des Ideals als Mitte zwiſchen dem nur Außerlichen und nur Innerlichen 217 (ſ. Ideal, „zwiſchen dem bloß objektiven bedürftigen Daſein und der bloß innern Vorſtellung“ 226 (O Kunſtſchönes) „Das erſte Wiſſen vom Wahren erweiſt ſich als ein Mittelzuſtand zwiſchen der bloßen geiſtloſen Berſenkung in die Natur und der von ihr durchaus befreiten Geiſtigkeit“ 425 (0 ſymboliſche Kunſt— form) Die Griechen „lebten in der glücklichen Mitte der ſelbſtbewußten ſubjektiven Freiheit und der ſittlichen Subſtanz“ 15, 16. „Ihre Weltanſchauung iſt eben die Mitte, in welcher die Schönheit ihr wahres Leben beginnt und ihr heiteres Reich auffchlägt; die Mitte freier Lebendigkeit, die nicht nur unmittelbar und natürlich da iſt, ſondern aus der geiſtigen Anſchauung erzeugt, durch die Kunſt verklärt wird, — die Mitte einer Bildung der Reflerion und zu— gleich einer Reflexionsloſigkeit .. . — eine Mitte, die jedoch, wie das Leben überhaupt, zugleich nur ein Durchgangspunkt iſt . . .“ 16, 17 [8, 285, 286; 11, 313, 314, 329, 411] Der griechiſche Gott „ſchwebt in der vollen einigen Mitte zwiſchen bloßer Allgemeinheit und ebenſo abſtrakter Beſonderheit“ 74 (O griechiſche Götter) Die Kunſt und Schönheit des vomantiſchen Rittertums ſteht „in der freien Mitte zwiſchen dem abſoluten Gehalt der für ſich feſten religiöſen Vorſtellungen und der bunten Partikularität und Be— ſchränktheit der Endlichkeit und Weltlichkeit“ 168 (O romantiſche Kunſtform) „Der ideale, rein ſchöne Stil ſchwebt in der Mitte zwiſchen dem nur fubftantiellen Ausdrucke der Sache und zwiſchen dem gänz— lichen Heraustreten zum Gefälligen“ 248 (O Stil) „Die Mitte, das eigentlich gediegene Zentrum“ bildet im Syſtem der einzelnen Künſte „die Darſtellung des Abſoluten, des Gottes 1545
Mitte 13 ſelbſt als Gottes, in feiner Selbſtändigkeit für ſich ... abgeſchloſſen 14 in großartiger göttlicher Ruhe und Stille“ 255, 256 (O Aſthetik) Der griechiſche Tempel hält im Hinblick auf ſeine Höhe „eine ſchöne Mitte“ 320 (O Tempel) Charakteriſtik der Skulpturgeſtalt als Mitte zwiſchen dem Objek⸗ tiven, der unorganiſchen Natur, und der Subjektivität, dem Ge⸗ müt, der Empfindung in der ganzen Partikulariſation aller ihrer Regungen 358, 359. Das plaſtiſche Ideal ſteht „in der Mitte dieſer Seligkeit und freien Notwendigkeit, für welche weder die Ab— ſtraktion des Allgemeinen noch die Willkür des Beſonderen, Gültigkeit und Bedeutung behält“ 377 (O Skulptur) 389 (O Geſicht) Die Malerei ſteht in der Mitte zwiſchen den Idealen, Plaſtiſchen, und zwiſchen dem Extreme der unmittelbaren Beſonderheit des Wirklichen 28 (O Malerei) Die poetiſche Phantaſie hat „die Mitte zu halten zwiſchen der ab— ſtrakten Allgemeinheit des Denkens, und der ſinnlich konkreten Leiblichkeit, ſoweit wir letztere in den Darftellungen der bilden— den Künſte haben kennen lernen“ 229, 319. Die urſprüngliche Poeſie „vermag in der gediegenen Mitte zwiſchen der gewöhn⸗ lichen Anſchauung und dem Denken ſtehen zu bleiben“ 276 O Poeſie) 15 Gott iſt „der Anfang von Allem und das Ende von Allem“; „und 1 1 6 2 ebenſo iſt er die Mitte, die alles belebt, begeiſtet und alle jene Ge⸗ ſtaltungen in ihrer Exiſtenz, ſie erhaltend, beſeelt“ 20 (O Reli⸗ gionsphiloſophie) Charakteriſtik der griechiſchen Religion als „ſchöne Mitte“ 96, 97 (O griechiſche Religion) Die Griechen ſtehen „in der ſchönen Mitte“ zwiſchen der orienta⸗ liſchen Subſtantialität und der modernen abſtrakten Subjektivität 190 (O griechiſche Philoſophie) Zu des Pythagoras Satz: »Was im Gegenſatze iſt, hat keine Mitte«; hingegen »was im Verhältniſſe ift, hat eine Mitte« 266. Wir ſehen bei Pythagoras „das theoretiſche Prinzip aus der Wirk— lichkeit zum Teil in den Gedanken erhoben, — die Zahl iſt ein Mittelding: ebenſo das Sittliche aus der allgemeinen bewußten Wirklichkeit ſich ausnehmen und zu einem Bunde, einer Geſell— 1546
17 Mitte / Mittelalter ſchaft werden, — die Mitte zwiſchen der allgemeinen wirklichen Sittlichkeit, und dem, daß der Einzelne als Einzelner für ſeine Sittlichkeit zu ſorgen hat (Moralität), und ſie als allgemeiner Geiſt entflohen iſt“ 293 (O Pythagoras) 18 Platon über die Mitte 251, 252, 256; über die Mitte im vernünf⸗ tigen Schluß 252, 253; über die gedoppelte Mitte im Natürlichen 254; über die Seele als „gleiche Mitte des Ungeteilten und des Geteilten“ 257; über den Raum als „die Mitte, welche die Poſiti⸗ vität und Negativität vereint“ 265, und über die Fläche, die „zwiſchen Linie und Punkt im Raume“ die Mitte iſt 265 (O Plato) 359 (O Ariſtoteles). Der Begriff als Mitte 514 (O Epikur) Mitteilung Charakteriſtik der geiſtigen Mitteilung und der Mitteilung zwi⸗ ſchen materiellen Objekten 187, 188, 191, 192, 193 (ſ. Mechanis⸗ mus), 195 (O Mechanismus) Mittel 2 Mittel und Zweck 305, 307, 308 (O Vernunft) 5 „Das Mittel“ 221—224 (ſ. Teleologie) 11 64 (O Geſchichtsphiloſophie) 18 Ariſtoteles' Auffaſſung vom Mittel 346 (f. Ariſtote les) 11 Mittelalter (Kirche, mittelalterliche Philoſophie, mittelalterliche Poeſie, ſcholaſtiſche Philoſophie) Beginn der förmlichen Staatsbildung im Mittelalter 370, 371 (O Württemberg) „Das Mittelalter“ 466—518 (O Germanen), 440. Die zweite Periode der germaniſchen Welt „beginnt mit der Reaktion aus dem Widerſpruch der unendlichen Lüge, welche das Mittel⸗ alter beherrſcht“ 466. Die erſte Reaktion iſt „die der beſondern Nationen gegen die allgemeine Herrſchaft des Frankenreichs“, „die zweite iſt die der Individuen gegen die geſetzliche Macht und Staatsgewalt.“ „Die dritte Reaktion iſt die der Kirche als Reak— tion des Geiſtigen gegen die vorhandene Wirklichkeit“ 466. „Der Kulminationspunkt dieſer Periode ſind die Kreuzzüge“ 466 1547
11 Mittelalter Erſtes Kapitel. „Die Fendalität und die Hierarchie“ 467-493, 466 Zurerſten Reaktion 467—470. Teilung des Frankenreichs durch Ludwig den Frommen und die ſich daran anſchließenden Kriege 467. Vertrag von Verdun 467. Karl der Dicke 467, 468. Zerſplitterung in viele kleinere Reiche 468. Verſchwinden auch der inneren fränkiſchen Einrichtungen 468 Einfälle von Norden und Weſten durch die Normannen 468, im Oſten durch die Magyaren, im Süden durch die Sarazenen 469, 468. Dieſe drei Völker rückten von allen Seiten in das Reich ein. Die Organiſation des Heerbannes war gegen ſie völlig wirkungs— los 469. „Für den germaniſchen Geiſt, der nur erſt als Gemiit und ſubjektive Willkür war, war noch keine Verpflichtung vorhanden“ 469, 470 Zur zweiten Reaktion 470-475, 466. „Der Sinn für Geſetzlichkeit und Allgemeinheit iſt durchaus nicht vorhanden.“ „Die glänzende Staatsverwaltung Karl des Großen war ſpurlos geſchwunden, und die nächſte Folge davon war die allgemeine Schutzbedürftigkeit der Individuen“ 470, 486, 487. „Sie über: gaben ihre Güter einein Herrn“, „und erhielten ſie zurück, belaſtet mit der Verpflichtung einer Leiſtung an dieſe Herren“ 471. „Dies iſt das Verhältnis des Feudalſyſtems“ 471. Charakteriſtik dieſes „Syſteus von Privatabhängigkeit und Privatverpflichtung“ 471, von Privattapſerkeit und Privathabſucht 471, 472. Das Ganze verſchwand in Punkte der Einzelnheit, „als welche hauptſächlich die Sitze der Biſchöfe und Ergbiſchöſe zu nennen find“ 472 Die kaiſerliche Gewalt war in Oeutſchland eine Scheingewalt 472. Während „das Band der Einheit im Staate noch nicht vorhanden war, haben ſich die beſonderen Territorien für ſich ausgebildet“ 473, 474 Die Verhältniſſe in Frankreich 473, 474 (1. Frankreich) Zuſammenſetzung Deutſchlands ans den großen Herzogtümern Sachſen, Schwaben, Bayern, Kärnten, Lothringen, Burgund uff., aus vielen Bistümern und Erzbistümern 474. Neben dieſem Wahlreich ſank die kaiſerliche Macht zum leeren Schatten herab 474, 172 N Verhältniſſe in Italien 474, 475 (. Italien) und in Spanien 475 1548
11 Mittelalter Die dritte Reaktion 475—487 (f. Kirche), 466 Vom 11. bis 13. Jahrhundert entſtand ein Drang, der ſich auf vielfache Weiſe äußerte, jo in der Baukunſt, befonders in Dombauten, im Seehandel in den Seeſtädten, im Gewerbe; dann in den Wiſſenſchaften, jo in der Scholaſtik, dann in Rechtsſchulen und mediziniſchen Schulen 487. Entſtehung und wachſende Be— deutung der Städte 487. Anſätze von wiedererwachendem Sinn für Freiheit 488—490 (ſ. Stadt) Reaktion der Fürſten, des Kaiſers, gegen die Gewalt der Kirche und gegen die frei werden— den Städte 491—493. Der Kampf zwiſchen Kaiſer und Papſt 491-493 (ſ. Kaiſertum) Zweites Kapitel. „Die Kreuzzüge“ 494— 500 (f. Kreuzzüge), 466. Das Ergebnis der Kreuzzüge war, daß „ſich der Geiſt, unbe— friedigt bei jener Sehnſucht nach der höchſten ſinnlichen Gegen— wart, ſich in ſich zurückgeworfen hat“ 500. Es entſtanden Beſtre— bungen, den Zweck der Geiſtesſreiheit in höherer Reinheit und Berechtigung aufzufaſſen 500 —504. Hieher gehören „die Stiftun— gen von Mönchs- und Ritterorden“ 500, 502. Die Franziskaner und die Dominikaner 501, der Johanniter-, Tempel- und deutſche Orden 302. Eine weitere Richtung iſt die auf die Wiſſenſchaſt 502, 503. Es entwickelt ſich die ſcholaſtiſche Theologie 503 (ſ. Wiſſen⸗ ſchaft, ſ. Scholaſtik). Anfänge der Kunſt, der Malerei, der Poeſie 504 Drittes Kapitel. „Der Übergang der Feudalherr— ſchaft in die Monarchie“ 504 —518. Hervorgehen einer Obergewalt, einer Staatsmacht, „Fortſchritt der Feudalherrſchaſt zur Mouarchie“ 504, 505. Charakteriſtik des Prinzips der Feudal— herrſchaft 504, 505 (f. Feudalſyſtem), des monarchiſchen Prinzips 505 (ſ. Monarchie) Drei verſchiedene Übergänge von der Feudalherrſchaft zur Mon— archie 506. Betrachtung der einzelnen Nationen in ihrem Über— gang 506—512 „In Deutſchland und Italien geſchah der Übergang vom Feudalverhältnis zur Monarchie ſo, daß das Feudalver⸗ hältnis gänzlich verdrängt wurde: die Vaſallen wurden ſelbſtän⸗ dige Monarchen“ 506. In Deutſchland war ſchon immer eine große Verſchiedenheit der Stämme 506, 507. Ein ähnliches Verhältnis 1549
Mittelalter 11 war in Italien 507. „Nach dem Untergange der Hohenſtaufen nahm eine allgemeine Barbarei in Deutſchland überhand, welches in viele Punkte der Gewaltherrſchaft zerſplittert wurde“ 507. Die Habsburger 507 „Jene vollkommene Anarchie wurde aber endlich durch Affoziationen für allgemeine Zwecke gebrochen“ 507. Bildung von Städte⸗ bündniſſen 507 (ſ. Stadt), Bildung des Femgerichts 508, Bildung von Bauerngenoſſenſchaften 508, der Schweizer Bauernverbrüde⸗ rung. Ihr Kampf mit den Habsburgern 508. Die Erfindung des Schießpulvers „war ein Hauptmittel zur Befreiung von der phy⸗ ſiſchen Gewalt und zur Gleichmachung der Stände“ 508, 509 Italiens Übergang zur Monarchie 509—510 (ſ. Italien), 506 Frankreichs Monarchie 510—511 (f. Frankreich) Englands Monarchie 511—512 (ſ. England) Stellung der Päpſte zu ſolchem Intereſſe der Staatsbildung 512—513 (ſ. Päpſte) „Die Härte des ſelbſtſüchtigen, auf ſeiner Einzelheit ſtehenden Ge⸗ mütes — dieſes knorrigen Eichenherzens des germaniſchen Ge⸗ mütes, iſt durch die fürchterliche Zucht des Mittelalters gebrochen und zermürbt worden. Die zwei eiſernen Ruten dieſer Zucht waren die Kirche und die Leibeigenſchaft“ 513, 514. In dieſer Zucht hat ſich der Menſchengeiſt auf ſeine Füße geſtellt 514, 515 „Kunſt und Wiſſenſchaft als Auflöſung des Mittelalters“ 515—518. „Mit der Beruhigung der Welt zur Staatsordnung“ „war noch ein weiterer, konkreterer Auf⸗ ſchwung des Geiſtes zur edleren Menſchlichkeit verbunden“ 515. Das Prinzip des Dieſen hat der Geiſt „nach außen entfaltet und ſich in dieſer Außerlichkeit ergangen“ 515. Die Kirche hat es ver⸗ klärt durch die Kunſt 515, 516. Die Kirche trennte ſich erſt „dann von dem freien Geiſte, aus dem die Kunſt hervorgegangen war, als derſelbe ſich zum Gedanken und zur Wiſſenſchaft erhob“ 516 Das Studium der Alten blühte auf 516. „Außerlich iſt dieſes Wiederaufleben der Wiſſenſchaft durch den Untergang des byzantiniſchen Kaiſertums herbeigeführt worden“ 516, 517 (ſ. Huma⸗ nismus). Bedeutung der Buchdruckerkunſt 517 „Eine dritte Haupterſcheinung .. . wäre dieſes Hinaus des Geiſtes, dieſe Begierde des Menſchen, ſeine Erde kennen zu lernen“ 517. Entdeckung des Seewegs nach Oſtindien, Entdeckung Amerikas 1550
Mittelalter / mittelalterliche Philoſophie 11 517. Eine neue Morgenröte bricht nach der Nacht des Mittelalters herein 518 12 Mangel mittelalterlicher Porträte an einer beſtimmten Situation, in welcher ſich der Charakter des Individuums ausprägen könnte 273 (O Situation) 283, 294 (O Kolliſion), 369 (O Kunſtſchönes), 517 (O Reineke Fuchs), 527 (O Rätfel), 531 (O Allegorie) 13 Mittelalterliche Skulptur ſ. chriſtliche Skulptur 14 Die epiſche Poeſie des chriſtlichen Mittelalters 407—412 (ſ. mittel: alterliche Poeſie) Lyrik des chriſtlichen Mittelalters 475 (O Lyrik) 15 Vereinigung von Religion und Philoſophie im Mittelalter 38 (O Religion). Im Gegenſatz zur neueren Theologie „hat man im Mittelalter mehr das Weſen Gottes betrachtet und beſtimmt“ 114 (O religiöſes Verhältnis), 202 (O Endlichkeit) [6, 362] 294 (O unmittelbare Religion) 16 „Das ganze Mittelalter hat unter Theologie nichts anderes ver: ſtanden, als eine wiſſenſchaftliche Erkenntnis der chriſtlichen Wahrheiten, d. i. eine Erkenntnis weſentlich verbunden mit Philoſophie; das Mittelalter iſt weit entfernt davon geweſen, das hiſtoriſche Wiſſen vom Glauben für Wiſſenſchaft zu halten“ 362, 363 (O Gottesbeweiſe) 18 Charakteriſtik der mittelalterlichen Theologie 417, 416 (O Ariſto— teles) 19 Ein Hauptelement im Mittelalter iſt die Entzweiung, das Gedoppelte 139, 140, 142, 199, 202 (ſ. ſcholaſtiſche Philoſophie) mittelalterliche Kirche ſ. Kirche mittelalterliche Philoſophie 11 494, 503 15 Zur „Signatura rerum, der äußern Qualität“ in der Philoſophie des Mittelalters 289 (O unmittelbare Religion) 17 83 (O Philoſophiegeſchichte), 91 (O Wiſſenſchaft) 19 „Philoſophie des Mittelalters“ 97262 (O Philo⸗ ſophiegeſchichte) 1551
1 => 11 1 — mittelalterliche Philoſophie / mittelalterliche Poeſie Rückblick auf die bisher behandelte Philoſophiegeſchichte 99. „Bisher fiel die Philoſophie innerhalb der griechiſchen (heidniſchen) Religion. Von jetzt an . . . hat die Philoſophie ihre Stelle in der chriſtlichen Welt.“ Mit der Idee des Chriſtentums ſind wir durch die neuplatoniſche Philoſophie ganz bekannt geworden 99, 114 (f. Neuplatoniker) Mit der chriſtlichen Religion iſt „die Einheit der göttlichen und menſchlichen Natur zum Bewußtſein gekommen“, und zwar „q) das Anſichſein dieſer Einheit, 8) in der Wirklichkeit des Kul⸗ tus“ 99, 100, 102 (ſ. Kultus). Zur „Lehre von der Verſöhnung“ 100. „Das Intereſſe des Subjekts ſelbſt wird mit hineingezogen, ſpielt hier die weſentliche Rolle“ 100. Charakteriſtik der Idee des Chriſtentums 101—106 und der Aufgabe, das Prinzip des Chri— ſtentums zum Prinzip der Welt zu machen 106—120 (f. Chriſten⸗ tum), 117, 119, 140 Erſter Abſchnitt. „Arabiſche Philoſophie“ 121132 (ſ. arabiſche Philoſophie), 120 Zweiter Abſchnitt.„Scholaſtiſche Philoſophie“ 132 bis 212 (f. ſcholaſtiſche Philoſophie), 120 Dritter Abechnitt. „Wiederaufleben der Wiſſen— ſchaſten“ 212—262 (f. Wiederaufleben) 17, 205] mittelalterliche Poeſie (romantiſche Poeſie) 504 (O Kreuzzüge), 517 (O Mittelalter) Zur „epiſchen Poeſie des chriſtlichen Mittelalters? 407413 (Oepiſche Poeſie). Betrachtung beſonders derjenigen Werke, welche „aus dem friſchen Geiſte des Mittelalters und befeſtigten Katho— lizismus hervorgegangen ſind“ 407 aa) Die noch echt epiſchen Stoffe nationalen Charakters 407408. Der Cid 407 (f. Cid). Er iſt „durchaus im Sinne und Geiſt des Rittertums, aber zugleich national ſpaniſch“ 408. Das Nibelungenlied, Charakteriſtik und Kritik 408 (ſ. a. Nibelungenlied) 66) Die religiöfen mittelaltrigen Gedichte 408 —410. Sie nehmen ſich „die Geſchichte Chriſti, der Maria, Apoſtel, Heiligen und Märtyrer, das Weltgericht“ zum Inhalt 408. Dantes göttliche Komödie 408, 409 (ſ. Dante) yy) Die epiſche Ritterdichtung 410413. Die Handlungen und Begebenheiten betreffen keine nationalen Intereſſen, ſondern es 1552
14 De} 10 11 mittelalterliche Poeſte / Mittelſtand ſind Taten des Individuums 410. Die Abenteuerlichkeit der Si⸗ tuationen, Konflikte und Verwicklungen führt zu romanzenartiger und romanhafter Behandlung 411. Der fränkiſche Sagenkreis mit Karl dem Großen und feinen Pairs 411. Sein Kampf gegen Garazenen und Heiden 411. Taten Rolands oder des Doolin 412. Der engliſche Sagenkreis mit König Arthur und feiner Tafelrunde 412. Der heilige Gral. Ausbreitungsgebiet des Sagen⸗ kreiſes 412. Sagenkreis um die Familie des Amadis 412 Die großen allegoriſchen Gedichte, wie fie beſonders in Nord— frankreich im 13. Jahrhundert beliebt waren 412. Der Roman de la Rose, die fabliaux und contes 412 (f. a. franzöſiſche Poeſie). „Ein letzter Kreis endlich wendet ſich mit einer ungefähren Kennt: nis des homeriſchen und virgiliſchen Epos und der antiken Sage und Geſchichte den Alten zu“ 413 (O epiſche Poeſie) Erwähnung der Lyrik des chriſtlichen Mittelalters 475 (O roman⸗ tiſche Poeſie) mittelalterliche Skulptur f. chriſtliche Skulptur Mittelmäßigkeit „Das Mittelmäßige dauert, und regiert am Ende die Welt; auch Gedanken hat dieſe Mittelmäßigkeit, ſchlägt damit die vorhandene Welt breit, tilgt die geiſtige Lebendigkeit, macht fie zur bloßen Ge⸗ wohnheit, und fo dauerts“ 82 g, 83 0 (O Zeit) Mittelmeer 729 (O Seele) „Für die drei Weltteile iſt das Mittelmeer das Vereinende, und der Mittelpunkt der Weltgeſchichte“ 130, 133 [10, 729]. „Das Mittelmeer iſt fo das Herz der alten Stadt; denn es iſt das Be⸗ dingende und Belebende derſelben“ 130 (O Geographie) 148 (O Europa), 255, 256 (O Syrien), 275 (O Agypten), 300 (O Griechen), 396 (O Römer) Mittelſtand „Die Mitglieder der Regierung und die Staatsbeamten machen den Hauptteil des Mittelſtandes aus, in welchen die gebildete Intelligenz und das rechtliche Bewußtſein der Maſſe eines Bol: Glockner, Hegel-Lexikon 98 1553
Mittelſtand / Modalität -] kes fällt“ 403. Seine Grenzen 403. „In dem Mittelſtande, zu dem die Staatsbeamten gehören, iſt das Bewußtſein des Staates und die hervorſtechende Bildung.“ „Der Staat, in dem kein Mit: telſtand vorhanden iſt, ſteht noch auf keiner hohen Stufe. So z. B. Rußland“ 403 (O Verfaſſung) Mittler, Ernſt Siegfried 20 Verleger von „Über Sein, Nichts und Werden. Einige Zweifel an der Lehre des Hrn. Prof. Hegel“ 314 (O Jahrbücher) Mnaſeas 18 Vater von Zeno, dem Cittiſchen 432 (O Stoiker) E Mnemonik (Gedächtnis) 10 Die Mnemonik der Alten beſteht darin, „die Namen in Bilder zu verwandeln, und hiermit das Gedächtnis wieder zur Einbildungskraft herabzuſetzen“. Das Verknüpfen kann nicht anders, „als durch ſchale, alberne, ganz zufällige Zuſammenhänge geſchehen“ 354 0, 353 H. Das mnemoniſch Eingeprägte „wird von dem Tableau der Einbildungskraft, ſozuſagen, abgeleſen“ 354 (O Gedächtnis) 19 Die Mnemonik des Giordano Bruno 235, 236 (f. Bruno) Mnemoſyne wo Das produktive Gedächtnis oder die Mnemoſpyne iſt Urſprung der Sprache 210 (O Sprache) Mneſarchos Vater des Pythagoras 238, 239 (O Pythagoras) Moallakat 14 Charakteriſtik der arabiſchen, lyriſch erzählenden Heldenlieder, der Moallakat“ 401 (f. orientaliſches Epos) 1 .ı Modalität (Modus) „Die Modalität gibt keine wahrhaft objektive Beſtimmung, es be— ſteht in ihr weſentlich die Nichtidentität des Subjekts und Objekts“ 34 (O Fichte) 1554 —
E — 1 E 1 1 13 17 18 14 1 -1 19 Modalität / Modephiloſophie „Modalität der Urteile oder Urteile der Beziehung des Begriffs auf das Daſein“ 154—155 (ſ. Urteil) Exkurs über die Modalität als Kategorie des tranſzendentalen Idealismus 405—406 (ſ. Maß) Über das Urteil des Begriſſs, das man Urteil der Modalität nennt 111 (f. Urteil) Beziehung der Modalität zu Qualität und Quantität 662 (O Maß) Zu Kants „Kategorien der Modalität, der Beziehung des Gegen— ſtändlichen auf unſer Denken: Möglichkeit, Daſein, Wirklichkeit und Notwendigkeit“ 567 (O Kant) [4, 406] Mode (Kleidung) Über unſere modernen Anzüge im Vergleich zur antiken Kleidung 228, 229 (O Kunſtſchönes) Veränderlichkeit der Mode 415. „Es iſt die Vernünſtigkeit der Mode, daß ſie über das Zeitliche das Recht, es immer von Neuem wieder zu verändern, ausübt“ 415 (O Kleidung) 245 Fußn. (O Pythagoras) „Die Abhängigkeit von der Mode, Gewohnheit iſt noch immer beſſer, als von der Natur.“ „Es iſt Geckenhaſtigkeit, ſich gegen die Mode zu ſetzen“ 165 (O Diogenes von Sinope) Modellierung Modellierung in der Malerei 74 (f. Farbe) Modephiloſophie Gegen das Geſchwätz über Modephiloſophie 72 (O Philoſophie— geſchichte „Die beſtimmten Philoſophien ſind keine Modephiloſophien und desgleichen, nicht zuſällige, nicht ein Leuchten, das ein Stroh— feuer . .., ſondern ein geiſtiges vernünftiges Fortſchreiten, not— wendig Eine Philoſophie in der Entwickelung, die Enthüllung Gottes, wie er ſich weiß“ 686 (neueſte deutſche Philoſophie) 1555
— 1 A 19 E E Moderatus / Möglichkeit Moderatus aus Cadix Moderatus' Reflexion, warum die Pythagoreer auf die Zahlen gefallen ſeien 257 (O Zahl) [17, 255] 255 (O Pythagoras) Modus (Modalität) Der Modus bei Spinoza iſt nach Subſtanz und Attribut das Dritte. Er erklärt ihn für die Affektionen der Subſtanz 406, 407, 408, 674. Über den Modus mit der beſtimmten Bedeutung das Maß zu fein 408 (ſ. Maß) „Der Modus des Abſoluten“ 669—677 (f. Abſolutes) Der Modus in der Philoſophie Spinozas 381—382, 391, 398 (f. Spinoza) Mögglingen Ort in Württemberg 459 (O Württemberg) Möglichkeit „Alles heißt nur möglich, inſofern es als ein Anſichſein, das ein nur geſetztes, beſtimmt iſt. Ein einzelner Inhalt hat eine ſolche von der Wirklichkeit getrennte Möglichkeit“ 127. „Wahrhaft mög: lich iſt etwas als Totalität ſeiner an ſich ſeienden Beſtimmungen“ 127, 128. „Die Möglichkeit der Subſtanz iſt daher ihre Wirklich— keit“ 128 (O Gubftan;) Kants Kategorie der Möglichkeit 406 (O Maß) „Wirklichkeit, Möglichkeit und Notwendigkeit machen die formellen Momente des Abſoluten, oder die Reflexion desſelben aus“ 663 (O Wirklichkeit) „Zufälligkeit oder ſormelle Wirklichkeit, Möglichkeit und Notwen⸗ digkeit“ 679, 680—685 (f. Wirklichkeit). Relative Notwendigkeit oder reale Wirklichkeit, Möglichkeit und Notwendigkeit“ 679, 685—691 (ſ. Wirklichkeit) Die Wirklichkeit iſt „als Identität überhaupt zunächſt die Möglich keit“. „Die Möglichkeit iſt das Weſentliche zur Wirklichkeit, aber ſo, daß ſie zugleich nur Möglichkeit ſei“ 322. „Die Beſtimmung der Möglichkeit iſt es wohl, welche Kant vermochte, ſie und mit ihr 1556
Möglichkeit / Mohammedaner, mohammedaniſche Religion E die Wirklichkeit und Notwendigkeit als Modalitäten anzu— ſehen . . .“ 322 [P. St. 6, 86]. Möglichkeit und Zufälligkeit 325, 326 [P. St. 6, 87], 326 , 329 [P. St. 6, 87] (ſ. Wirklichkeit). Definttion der realen Möglichkeit überhaupt 330 [P. St. 6, 87] (ſ. Wirklichkeit) 10 „Ebenſo wie der Geiſt die Einheit der Form und des Inhalts dar— ſtellt, iſt er auch die Einheit der Möglichkeit und Wirklichkeit. Wir verſtehen unter dem Möglichen überhaupt das noch Innerliche, noch nicht zur Äußerung, zur Offenbarung Gekommene“ 358 (O Geiſt) 11 Andeutung, „daß der Geiſt von ſeiner unendlichen Möglichkeit, aber nur Möglichkeit anfängt, die feinen abſoluten Gehalt als Anſich enthält, als den Zweck und das Ziel, das er nur erſt in ſeinem Reſultate erreicht, welches dann erſt ſeine Wirklichkeit iſt“ 92, 93 (O Weltgeſchichte) 16 Über das Abſtraktum Möglichkeit 471. „Möglich ſoll ſein, was ſich nicht widerſpricht . . .“ „Zufälligkeit und Möglichkeit find nur da— durch unterſchieden, daß dem Zufälligen ein Dafein zukommt; das Mögliche aber nur die Möglichkeit hat, ein Dafein zu haben“ 471. Begriff der Möglichkeit im ontologiſchen Gottesbeweis 548 (O Gottesbeweiſe) 18 Die Form der Möglichkeit (9% ½-s, potentia) in der Philoſophie des Ariſtoteles 321, 327 (ſ. Ariſtoteles) 19 Plotins Beſtimmung der Möglichkeit 58 (ſ. Plotin) Mohammed (Mohammedaner) 11 „Muhammed iſt Prophet aber Menſch und über des Menſchen Schwächen nicht erhaben“ 454, 455. Von ſeiner Flucht aus Mekka im Jahre 622 beginnt die Zeitrechnung der Muhamedaner 455 (O Mohammedanismus) 17 103 (O Philoſophie) Mohammedaner, mohammedaniſche Religion, Mohammedanismus (Mohammed) 2 Das Innere „iſt zunächſt noch die einfache Finſternis, das Unbe⸗ wegte, der ſchwarze formloſe Stein“ 534 (O natürliche Religion) 1557
0 | 10 1 — Mohammedaner, mohammedaniſche Religion, Mohammedanismus 442 „Es iſt zunächſt die jüdiſche und daun weiter die mohammedaniſche Religion, in welchen Gott als der Herr und weſentlich nur als der Herr aufgefaßt wird“ 265 @. Das Endliche kommt nicht zu feinem Rechte 265 8 (O Weſen), 340 8 (O Spinoza) „Im Mahomedanismus iſt das bornierte Prinzip der Juden durch Erweiterung zur Allgemeinheit überwunden.“ Der Mahomedanis⸗ mus iſt „im eigentlichſten Sinne des Wortes die Religion der Er— habenheit“ 76 H. Alles Kaſtenweſen iſt vernichtet 76 8. Zum poli— tiſchen Leben 77 8 (O Raſſenunterſchiede). Das Bewußtſein des Einen iſt im Mohammedanismus „in der ſchönſten Reinheit und Erhabenheit zu ſehen 466 8, fo bei Oſchelaleddin Rumi 466 8, 467 8, 469 8 (O Philoſophie) Stellung der Neger zum Mohammedanismus 137 (O Afrika). Der Roheit und Willkür tritt zuerſt das mohammedaniſche Prinzip entgegen 156 (O Germanen). Die Religion der Parſen oder Feueranbeter wurde durch die Mohammedaner vernichtet 237 (O Zendvold). Richtung der Kreuzzüge „gegen die einfache ich ſelbſt gleiche Klarheit des Mohammedanismus“ 305 (O Griechen). „Reinigung zum abſtrakten Geiſte“ im Mohammedanismus 453 (O Völkerwanderung) „Der Muhamedanismus“ 453-459 (O Germanen). „Während das Abendland anſängt, ſich in Zufälligkeit, Verwick— lung und Partikularität einzuhauſen“ reinigte ſich in der Revo— lution des Orients das Gemüt und machte „den abſtrakt Einen zum abſoluten Gegenſtande“ 453, 454. Über das Prinzip der Que den 454. Jehovah und Allah 454. „Die Verehrung des Einen iſt der einzige Endzweck des Mohammedanismus, und die Subjek— tivität hat nur dieſe Verehrung als Inhalt der Tätigkeit, ſowie die Abſicht, dem Einen die Weltlichkeit zu unterwerfen“ 454, 455. „Die Verehrung des Einen bleibt das einzige Band, welches alles verbinden ſoll“ 455. Die einfachen Gebote 455. Urſprung des Mohammedanismus; ſeine Zeitrechnung, ſeine ungeheuren Er— oberungen 455. Ziel iſt „den abſtrakten Dienſt geltend zu machen“ 456. Fanatismus und Erhabenheit 456. „Während die Europäer eine Menge von Verhältniſſen haben und ein Konvolut derſelben ſind, iſt im Mohammedanismus das Individuum nur dieſes, und 1558
11 12 13 Mohammedaner, mohammedaniſche Religion, Mohammedanismus zwar im Superlativ, grauſam, liſtig, tapfer, großmütig im höch— ſten Grade“ 457. Die „rückſichtsloſe Innigkeit zeigt ſich auch in der Glut der Poeſie der Araber und Sarazenen“ 457. Begeifterungsfähigkeit, Verhältnis zu Kunſt und Wiſſenſchaft 457, 458 Zerfall des arabiſchen Reiches 458. Verſinken in häßliche Leiden⸗ ſchaften 459. Bedeutung der Araber für das Abendland, indem „Wiſſenſchaft und Kenntniſſe, insbeſondere der Philoſophie, von den Arabern ins Abendland gekommen find” 458, 459 Den Mohammedanern ift es verboten, „lid ein Bild von Gott für die nähere im Sinnlichen ſich umſchauende Anſchauung zu ent— werfen“ 241, 72, 150. Der erhabene Pantheismus iſt „aufs glän⸗ zendſte ausgebildet im Mohammedanismus und ſeiner Kunſt der Myſtik“ 430, 484, 490 Charakteriſtik des orientaliſchen Pantheismus im Mohammeda— nismus 489—492 (O ſymboliſche Kunſtform). Es tritt „von ſeiten des dichtenden Subjekts ein eigentümliches Verhältnis ein“ 489 a) Der Dichter gibt fein eigenes Selbſt auf und faßt „die Imma⸗ nenz des Göttlichen in ſeinem ſo erweiterten und befreiten In⸗ neren auf“ 489, 490, hat ein „beſeligtes trunkenes Leben in Gott“ 490. Oſchelaleddin-Rumi in Rückerts Überſetzung 490 bp) Während in der eigentlichen Erhabenheit „die beſten Gegen⸗ ſtände und herrlichſten Geſtaltungen nur als ein bloßer Schmuck Gottes gebraucht werden“, erhebt dagegen „im Pantheismus die Immanenz des Göttlichen in den Gegenſtänden das weltliche, na— türliche und menſchliche Daſein ſelber zur eigenen ſelbſtändigeren Herrlichkeit“ 490 „Erfüllt von dieſer beſeelten Herrlichkeit iſt das Gemüt in ſich ſelber ruhig, unabhängig, frei, ſelbſtändig, weit und groß“ 490, 491. „Die freie glückliche Innigkeit iſt den Orientalen, hauptſäch⸗ lich den mohammedaniſchen Perſern eigen“ 491. Zu Hafis Ge: dichten 491, 492. Über einige ſpeziellere Bilder, z. B. die Nachtigall und die Roſe 492 Über den glänzenden Pantheismus neueſter perſiſcher Gedichte 492 Beliebtheit der Metapher in der mohammedaniſchen Poeſie 540 (O Metapher) „Im Orient iſt es die mohammedaniſche Religion, die gleichſam den Boden rein gemacht, allen Götzendienſt der Endlichkeit und 1559
We = Mohammedaner, mohammed. Religion, Mohammedanismus / Moldau Phantaſie vertrieben, aber dem Gemüte die ſubjektive Freiheit gegeben hat...” 171, 172 (O roman tiſche Kunſtform) Zur Freiheit der mohammedaniſchen Dichter, „welche in der Leidenſchaft ſelbſt von der Leidenſchaft unabhängig bleibt“ 273 (O Dichter) 369 (O Handlung). Zur „ſorgloſen Heiterkeit und begierdefreien Expanſion“ der mohammedaniſchen Poeſie“ 462 (O Lied). Ihre Ferne von jeglichem dramatiſchen Verſuch 541 (O Drama) Die Kriege der Mohammedaner 235 (O Glaube). Zum Phantheismus neuerer Mohammedaner, insbeſondere des Oſchelaleddin— Rumi 341 (O beſtimmte Religion). Einfachheit des Prinzips der mohammedaniſchen Religion 402 (O Buddhaismus) Geſinnung der Mohammedaner, „ſich der Notwendigkeit zu unter— werfen“ 26 (O Notwendigkeit). Charakteriſtik des Fanatismus im Mohammedanismus 71, 85 (O jüdiſche Religion), 348. Unterſcheidung der äußerlichen Zweckmäßigkeit in der römiſchen Re— ligion von dem Zweck in der mohammedaniſchen Religion 164 (O römiſche Religion). An der mohammedaniſchen Religion hat das Chriſtentum ſeinen Gegenſatz 347, 348. „Der Gegenſatz des Chriſtlichen und Mohammedaniſchen iſt, daß in Chriſtus die Gei— ſtigkeit konkret entwickelt iſt und als Oreieinigkeit, d. h. als Geiſt gewußt wird . . .“ „Der Mohammedaner haßt und verbannt alles Konkrete .. .“ 348, Die Aufklärung „ſteht mit dem Mohammeda— nismus auf einer Stufe, daß Gott keinen Juhalt habe, nicht kon— kret ſei“ 348, 349 (O Gemeinde) 19 Mohammedanismus und arabiſche Philoſophie 121, 125 (O ara⸗ biſche Philoſophie). Raimund Lullus war Miſſionar bei den Mo⸗ hammedanern in Aſien und Afrika 196, 196 (O Lullus). Parallele zwiſchen dem, was Theismus genannt wird, und dem Inhalt des Mohammedanismus 513 (O franzöſiſche Philoſophie) Moira, Moiren 13 49 (O griechiſche Götter) 17 Moioa, die Notwendigkeit, in der Philoſophie Heraklits 366 (O Heraklit) Moldau 11 447 (O Völkerwanderung) 1560
oz) E 17 19 2 14 20 1 10 Molekül / Monade Molekül Die Moleküle der Materie „ſind eine äußerliche Reflexionsbeſtim⸗ mung“ 187 (O Geſtalt) 231 [P. St. 6, 61] „Die Atome Leukipps find nicht die molécules, die kleinen Teile der Phyſtk“ 385, 386. Die bloß mechaniſche Vereinigung der Mole⸗ küle 388, 392 (O Leukipp) Aus der epikureiſchen Philoſophie (Atomiſtik) hat ſich in der Phyſik noch immer die Lehre von den molécules erhalten 216 (OGaſſendi) Moliere, Jean Baptiſte {ber die religiöſen Heuchler (die Tartüffes) 220 (O Iron ie) Bei Moliöre iſt es den Individuen oft mit ihrem Zwecke bitterer Ernſt. Sie können, wenn ſie am Ende darum betrogen ſind, „nicht frei und befriedigt mitlachen“ 577. So iſt Molieres Tartüffe „als Entlarvung eines wirklichen Böſewichts nichts Luſtiges“ 577 (O Komödie) 255 (O Hamann) Möller, N. J. Zu Möllers Bemerkung, daß alle organiſchen Formen „Modifi— kationen der Eilinie, oder auch der Wellenlinie find“ 270 0, 2718 (O Geſtalt) Moment „Etwas iſt nur inſofern aufgehoben, als es in die Einheit mit ſeinem Entgegengeſetzten getreten iſt; in dieſer näheren Beſtim⸗ mung als ein Reflektiertes kann es paſſend Moment genannt werden“ 121. Die Momente am Hebel 121. Sein und Nichts als Momente im Werden und als Momente im Daſein 121, 118 (O Werden) Monade (Leibniz) 312 (O Kant) 1718 (0 Somnambulismus) 1561
1 > Add 1 20 — Monade / Monarch Monade iſt ein ſchon von den Pythagoreern gebrauchter Ausdruck 455 (O Leibniz) Monarch (Fürſt, Monarchie) 393 (ſ. Bildung) Entwicklung der Souveränität zum Monarchen 381, 382, 384, 386 (O Verfaſſung). „Die Perſönlichkeit des Staates iſt nur als eine Perſon, der Monarch, wirklich“ 382. Weshalb der Begriff des Monarchen „der ſchwerſte Begriff für das Räſonnement, d. h. für die reflektierende Verſtandesbetrachtung“ iſt 382, 383, 388. „Sein Begriff iſt, nicht ein Abgeleitetes, ſondern das ſchlecht— hin aus ſich Anfangende zu ſein“ 383, 388. „Es iſt die Spitze, iiber die nicht hinausgegangen werden kann“ 386, 387. „Der Monarch iſt weſentlich als dieſes Individuum, abſtrahiert von allem anderen Inhalte, und dieſes Individuum auf unmittel— bare natürliche Weiſe, durch die natürliche Geburt, zur Würde des Monarchen beſtimmt“ 387, 410. „Diefer Übergang vom Begriff der reinen Selbſtbeſtimmung in die Unmittelbarkeit des Seins und damit in die Natürlichkeit iſt rein ſpekulativer Natur“ 387. Zur Bemerkung, daß es durch den Monarchen von der Zufälligkeit abhänge, „wie es im Staate zugehe, da der Monarch iibel gebildet ſein könne“ 388. „Es iſt bei einer vollendeten Organiſation nur um die Spitze formellen Entſcheidens zu tun, und man braudt zu einem Monarchen nur einen Menſchen, der Jas fagt und den Punkt auf das J ſetzt; denn die Spitze ſoll fo fein, daß die Be— ſonderheit des Charakters nicht das Bedeutende iſt“ 388, 389. „In einer wohlgeordneten Monarchie kommt dem Geſetz allein die ob— jektive Seite zu, welchem der Monarch nur das ſubjektive »Ich will« hinzuzuſetzen hat“ 389 [11, 568]. Betrachtung um die Idee des Monarchen zu erfaſſen 391, 392, 431, 432, 433. Zur Souver⸗ änität des Monarchen 410, 381. Verhältnis des politiſch-ſtändi⸗ ſchen Elements zum fürſtlichen oder monarchiſchen Prinzip 414, 411. Verhältnis des Landvolks zum fürſtlichen Element 415. Das Verhältnis des Staates zu anderen fällt in die fürſtliche Gewalt. Ihr komnit es zu, Krieg und Frieden und andere Traktate zu ſchließen 439 (© Verfaſſung) 568 (O franzöſiſche Revolution) Zur monarchiſchen Gewalt in England 506, 507 (O Reformbill) 1562
— co -1 10 11 Monarchie Monarchie (Monarch) „Die Form eines ſolchen untergeordneten Verhältniſſes, wie der Vertrag iſt, hat ſich in die abſolute Majeſtät der ſittlichen Totalität eingedrängt“, z. B. in die Monarchie 525 (O Naturrecht) Charakteriſtik der Monarchie als eine „Verfaſſung, in welcher die Regierung in den Händen eines Einzelnen iſt und erblich in einer Familie bleibt“ 73. Verteilung der Regierungsgewalt 73. Aus: artung in Deſpotismus 73. „Der Monarchie iſt es weſentlich, daß die Regierung gegen das Privatintereſſe der Einzelnen Nachdruck und gehörige Gewalt hat“ 73, 74 (O Staatsgeſellſchaft) „Die Ausbildung des Staats zur konſtitutionellen Monarchie iſt das Werk der neuern Welt, in welcher die ſubſtantielle Idee die unendliche Form gewonnen hat“ 371. Zur alten Einteilung in Monarchie, Ariſtokratie, Demokratie 371, 372, 373. Montesquieu erkennt die Ehre als das Prinzip der Monarchie 374, 375. Zur Souveränität der Feudal-Monarchie 379. Über ehemalige bloße Feudalmonarchien 394 (O Verfaſſung) Gründe dafür, daß „die monarchiſche Verfaſſung die Verfaſſung der entwickelten Vernunft iſt“ 418 [ogl. 6, 295], 419 C; zur alten Einteilung in Demokratie, Ariſtokratie und Monarchie 420 g, 4210 [7, 371, 372, 373]. Der orientaliſche Deſpotismus iſt keine Monarchie, ebnſowenig die Feudalmonarchie 420 @ Bei der Einteilung der Verfaſſungen in Monarchie, Ariſtokratie und Demokratie iſt zu bemerken, „daß die Monarchie ſelbſt wieder in Defpotismus und in die Monarchie als ſolche unterſchieden werden muß, daß bei allen aus dem Begriffe geſchöpften Ein— teilungen nur die Grundbeſtimmung herausgehoben iſt“ 77, 80 7, 371, 372, 373; 10, 420 , 421 0] (O Staat), 150 (O Geſchichts⸗ philoſophie) 304 (O Griechen). „Der Übergang der Feudalherr— ſchaft in die Monarchie“ 504—515 (f. Mittelalter). Ver⸗ gleich des Prinzips der Feudalherrſchaft mit dem der Monarchie 504, 505. „Die Obergewalt der Monarchie iſt weſentlich eine Staatsgewalt und hat in ſich den ſubſtantiellen rechtlichen Zweck“ 505. In der Monarchie „iſt Einer Herr und Keiner Knecht, denn die Knechtſchaft iſt durch ſie gebrochen, und in ihr gilt das Recht und das Geſetz; aus ihr geht die reelle Freiheit hervor“ 505 1563
1 — 20 * 17 10 1 — 15 16 Monarchie / Mönch (O Mittelalter). Eine erſte Wirkung der Reformation auf die Staatsbildung war Befeſtigung der Monarchie 536. Wichtigkeit eines ſtehenden Heeres, denn es gibt der Monarchie eine unabhängige Macht 537 (O Reformation) Schubarths Stellung zu Hegels Begriff der Monarchie 390, 391 (ſ. Schubarth) Monas (Eins, &) Die Pythagoreer „haben zwiſchen der Monas und dem Eins un— terſchieden; die Monas haben ſie als den Gedanken genommen, das Eins aber als die große Zahl“ 258, 259 (O Zahl) Bei Pythagoras „drückt die /orde oder z 4s noch nicht das Eins als ſolches aus“ 262, 263, 264 (ſ. Pythagoras). Bei den ſpäteren Pythagoreern iſt „die Monas das tätige Prinzip“ 268, 263, 269, Monas (Hermaphrodit) 269, 272. Beziehung der Monas zur Trias 272. Der Punkt verhält ſich als Monas 276. Entſtehung der Zahlen aus der Monas und der unbeſtimmten Dyas 277. Die Seele als die ſich ſelbſt bewegende Zahl finden wir in keiner Ver— bindung mit der Monas ausgeſprochen 284, 285 (O Pythagoras) Mönch (Entſagung, Gelübde) „Mönchiſche Entſagung und Gewaltſamkeit“ befreit nicht von Be— gierden und Trieben 237 8 (O Gewohnheit) Über die Mönche „als naive Chronikenſchreiber“ 28 (O Geſchichts⸗ ſchreiber). Vergleich nackter Fakire mit katholiſchen Bettelmönchen 205 (O Indien). Das Mönchtum hat in Agypten ſeinen Anfang genommen 433 (O byzantiniſches Reich). Trennung des Moham— medanismus von indiſcher und von mönchiſcher Verſenkung in das Abſolute 454 (O Mohammedanismus) Stiftung zweier neuer Mönchsorden, der Franziskaner und Do⸗ minikaner 501. Die Bettelmönche waren „einerſeits das ſtehende Apoſtelheer des Papſtes, andrerſeits ſind ſie auch gegen ſeine Weltlichkeit ſtark aufgetreten“ 501 (O Mittelalter), 531 (O Re: formation) 294 (O unmittelbare Religion), 390 (O indiſche Religion) „Die mönchiſche Abſtraktion enthält dies, daß das Herz nicht kon— kret entfaltet, als ein nicht Entwickeltes ſein ſoll“ 342 (O Ge⸗ meinde) 1564
18 19 — 10 1 19 2 10 Mönch / Mongolen 164 (ſ. Entſagung), 273, 274 (O Plato) 45 (O Plotin), 201, 206 (O ſcholaſtiſche Philoſophie), 276 Mond 6. Newtons Anwendung des Geſetzes der Schwerkraft auf die Bewegung des Mondes 15, 16 (ſ. Planet) Die zentrumloſe Körperlichkeit „beſondert ſich an ihr ſelbſt zum Gegenſatze des lunariſchen und kometariſchen Körpers“ 124 [P. St. 6, 166], 1440 (O Mechanik) „Das Lunariſche und Kometariſche“ 174—180 [P. St. 6, 177—178] (ſ. Phyſik). Dieſer „Körper der Starrheit“ iſt „dienend, und Trabant eines andern, in welchem er feine Achſe hat“ 174 [P. St. 6, 177], 178 8; er „hat keine Atmoſphäre“ 175 [P. St. 6, 177], 1768. Seine Bedeutung für Ebbe und Flut 177 0 [1, 6]. Über das dreifache Verhältnis zwiſchen Sonne, den lunariſchen und kometariſchen Körpern und den Planeten 178 8, 179 g. Bedeutung des Mondes für das Kosmiſche, Einwirkung des periodiſchen Mondwechſels auf das Lebendige 1798 (O Phy: ſik), 147 0 Der Mond führte den Namen des Silbers 1820 (O Planet). Be: ziehung des lunariſchen Prinzips zum Feuer 1858 (O Element), 191 @ 204 [P. St. 6, 182], 205 8, 2068 (f. Meteorologie), 3058 (O Durchſichtigkeit). „Kerzenlicht und Mondſchein“ geben die ſchönſten farbigen Schatten 336 ©, 3519 (0 Farbenlehre). Es iſt nicht ſo ungereimt vom Zuſammenhang des Tieres mit dem Mond, dem terreſtriſchen und ſideriſchen Leben zu ſprechen 635 © (O Tier) Einfluß der Mondveränderungen auf die phyſiſche Natur des Menſchen 67 @ (O Seele) 281 (O Pythagoras) 69 (O Plotin) Mongolen Die mongoliſche Raffe wohnt in Hinteraſien 72 0. Die Mongolen „zeigen den ſchneidenden Gegenſatz des Erhabenen und Unge— 1565
1 B 1 — 1 ai -ı 11 > 10 13 14 19 Mongolen / uorörns heuren einerſeits und des kleinlichſten Pedantismus andererſeits“ 74 O, 76 C. Über ihre Religion 740 (O Raſſenunterſchiede) 131 (O Geographie), 159 (O Orient); 168, 222, 225 (O China). Die Mongolen „verehren den Lama, und mit dieſer Anbetung iſt ein einfacher politiſcher Zuſtand, ein patriarchaliſches Leben verbunden“ 230, 232, 233 (O Buddhaismus). Ihre Verehrung der bloßen Lebendigkeit 281 (O ägyptiſche Religion), 232 458 (O Mohammedanismus) Die Religion der Zauberei bei den Mongolen 303 (O Zauberei) Die Religion des Foe bei den Mongolen 402; ihr Lamadienſt 409 (O Buddhaismus) Monogamie (Ehe) „Die Ehe iſt weſentlich Monogamie“ 247, 248 (O Ehe) Die Monogamie bei den Römern 385, 386. „Die Monogamie gilt an und für ſich und iſt im Prinzip der Innerlichkeit gegründet“ 386 (O Römer) Monokotyledonen Über den Unterſchied der Mono- und Dikotyledonen 532 &, 5478 (O Pflanze), 676 , 6868 (O Gattung) 159 C (O Seele) Monolith Monolith im Tempel zu Buto 285 (O ägyptiſche Architektur) Monolog Monologe haben „in ſolchen Momenten ihre echt dramatiſche Stellung, in welchen ſich das Gemüt aus den früheren Ereigniſſen her einfach in ſich zuſammenfaßt, ſich von ſeiner Differenz gegen Andere oder ſeiner eigenen Zwieſpaltigkeit Rechenſchaft gibt, oder auch langſam herangereifte oder plötzliche Entſchlüſſe zur letzten Entſcheidung bringt“ 498 (O Drama) 40 οννο 30 (O Gnoſtiker) 1566
10 19 Monotheismus / Montesquieu Monotheismus Colebrooke und viele andere haben die indiſche Religion in ihrem Weſentlichen als Monotheismus beſtimmt 465 H. „Der indiſche Monotheismus iſt übrigens ſelbſt ein Beiſpiel, wie wenig mit dem bloßen Monotheismus getan iſt, wenn die Idee Gottes nicht tief in ihr ſelbſt beſtimmt iſt“ 465 O, 466 ©. Kritik daran, die Philo— ſophien der Eleaten oder Spinozas pantheiſtiſch zu nennen. Man hätte ſie richtiger als Monotheismen und in Beziehung auf die Vorſtellung von der Welt, als Akosmismen zu bezeichnen 469 8 O Philoſophie) 105 (O Gott) „Der Begriff des Einen“ 14—19 (f. beſtimmte Religion). „Daß Gott Einer iſt, iſt die Wurzel der Subjektivität, der intellektuellen Welt, der Weg zur Wahrheit“ 49 (O jüdiſche Religion) Der indiſche Pantheismus iſt inſofern zugleich Monotheismus, „als das reine Sein das Eine iſt“ 117, 118 (f. Humboldt, Wilh. v.) Montaigne, Michel 252, 253 (O Wiederaufleben), 219. Monte Cavallo 13 Die Roffebändiger auf dem Monte Cavallo 437 (O Skulptur) — 2 28 Montesquieu, Charles de Sekondat, Baron de Labroͤde et de Montesquieu „hat ſein unſterbliches Werk auf die Anſchauung der Individualität und des Charakters der Völker gegründet“ und die höheren Verhältniſſe der ſtaatsrechtlichen Teile wie auch die niedrigeren Beſtimmungen der bürgerlichen Verhältniſſe „ganz allein aus dem Charakter des Ganzen und ſeiner Indivi— dualität begriffen“ 531 (O Naturrecht) 406 (O Württemberg) Würdigung ſeines echt philoſophiſchen Standpunkts, „die Geſetz— gebung überhaupt und ihre beſondern Beſtimmungen nicht iſoliert und abſtrakt zu betrachten, ſondern vielmehr als abhängiges Moment einer Totalität, im Zuſammenhange mit allen übrigen Be— ſtimmungen, welche den Charakter einer Nation und einer geit ausmachen“ 43, 48 (O Rechtsphiloſophie), 339 (O Staatsrecht). Montesquieus tiefer Blick in ſeiner berühmt gewordenen Angabe 1567
Montesquieu / Moral 7 der Prinzipien von Monarchie, Ariſtokratie, Demokratie 373. Als Prinzip der Demokratie gab er die Tugend an 373 [11, 328, 329; 20, 475], als Prinzip der Ariſtokratie die Mäßigung und der Monarchie die Ehre 374, 375 (O Verfaſſung) 10 84 (O Franzoſen) 11 32 (O Geſchichtsſchreiber), 328, 329 (O Griechen) 19 514, 519, 525 (O franzöſiſche Philoſophie) 20 475 (O Reformbill) Montfaucon, Bernard de 10 229 Montpellier 19 Locke in Montpellier 422 (O Locke) — 2 Moral (Moralität, Pflichten lehre) Fichtes Wiſſenſchaft der Moral 76, 106—118, 415, 416, 425, 426 . Hichte) Zum Verhältnis der Moral und des Naturrechts 509, 511, 515. Umkehrung des Verhältniſſes, „daß nämlich der Moral nur das Gebiet des an ſich Negativen zukommt, dem Naturrecht aber das wahrhaft Poſitive, nach ſeinem Namen, — daß es konſtruieren ſoll, wie die ſittliche Natur zu ihrem wahrhaften Rechte gelangt“ 511 (O Naturrecht) Zur G. fahr, daß „das moraliſche Prinzip ſich in das Syſtem der abſoluten Sittlichkeit eindrängen könnte“ 525 (O Naturrecht) Zum Unterſchied von Recht und Moral 50. „Die Moral fordert nicht nur die Beobachtung des Rechts gegen andere, ſondern ſetzt zum Recht vielmehr die Geſinnung hinzu, das Recht um des Ned: tes willen zu reſpektieren“ 50, 51. „Damit eine Handlung mora— liſchen Wert habe, ift die Einſicht notwendig, ob fie recht oder un— recht, gut oder böſe ſei“ 51. „Die Geſinnung iſt bei der Moral ein weſentliches Moment“ 52. „Nach dem Recht iſt der Menſch dem Menſchen Gegenſtand als ein abſolut freies Weſen; nach der Moral hingegen als ein einzelnes nach ſeinem beſonderen Daſein als Familienglied, als Freund, als ein ſolcher Charakter uff.“ 52, 1568
= Moral 53. Charakteriſtik der Unvollkommenheit des moraliſchen Willens in Rückſicht auf die Geſinnung 53, 54 (O Propädeutik) „Pflichtenlehre oder Moral“ 75—96 (O Propädeutif) § 32 Unterſcheidung von Schuldigkeit und Pflicht 75 § 33 Unterſcheidung von rechtlichem und moraliſchem Verhalten 75, 76 § 34 „Die Geſinnung iſt die ſubjektive Seite der moraliſchen Handlung oder die Form derſelben“ 76, 77 § 35 Die moraliſche Handlungsweiſe bezieht ſich nicht auf die Perſon, ſondern auf den Menſchen in ſeinem beſonderen Daſein 1 § 36 Der Trieb des Menſchen geht auf Vergnügen und Glück— ſeligkeit 77 § 37 Über Subjektivität und Zufälligkeit des Vergnügens 78 838 Die Vernunft erſt lehrt das „Weſentliche des Begehrens— werten kennen“ und „das Handeln um der Sache ſelbſt willen“ 79, 80. Der Verſtand verfeinert zunächſt das Rohe, Wilde und bloß Tieriſche des Vergnügens und erſt die Vernunft macht einen qualitativen Unterſchied, zieht nicht das Größere, ſondern das Würdigere vor 80, 81 § 39 Triebe und Neigungen werden erſt durch ihre Beziehung auf den Willen zu guten und böſen 81 § 40 Die Pflichten des Menſchen als Einzelner 81, 82—88, als Familienglied 81, 82, 88—89, als Glied des Staates 82, 89—91 und als Menſch zu Menſch 82, 91—96 1. „Pflichten gegen ſich“ 82—88, 81, 220 (ſ. Moralität) 841 Der Menſch „hat die gedoppelte Seite feiner Einzelheit und ſeines allgemeinen Weſens. Seine Pflicht gegen ſich iſt inſofern teils ſeine phyſiſche Erhaltung, teils ſein Einzelweſen zu ſeiner allgemeinen Natur zu erheben, ſich zu bilden“ 82. Es iſt ungebildet, z. B. ſich dem Zorn, der Neugierde zu überlaſſen; ferner gegen ſein Schickſal ungeduldig zu werden 82, 83 8 42 Bereich der theoretiſchen Bildung 83—85 (ſ. Bildung) 8 43 Bereich der praktiſchen Bildung 85—86 (f. Bildung) 844 Der Beruf, „der als ein Schickſal erſcheint“ „iſt mit Freiheit zu ergreifen und mit ſolcher auszuhalten und auszuführen“ 86, 87 § 45 „Treue und Gehorſam in feinem Beruf, ſowie Gehorſam m gegen das Schickſal und Selbſtvergeſſenheit in feinem Handeln, Glockner, Hegel-Lexikon 99 1569
wo Moral haben zum Grunde das Aufgeben der Eitelkeit“ 87, 88 (f. Beruf) 8 46 Unterſcheidung zwiſchen realen und formellen Pflichten 88 §§ 47 und 48 Charakteriſtik der Tugend als Moralität von beſtimmter Art 88 II. „Familienpflicht“ 81, 82, 88—89 (ſ. Familie), 220 (O Moralität) III. „Staatspflichten“ 82, 89—91 § 53 Erweiterung der Familie zum Ganzen eines Volkes und Staates, der einerſeits ſich vom Willen des Einzelnen unabhängig macht, andererſeits aber auf die Geſinnung des Einzelnen ange— wieſen iſt 89, 90 § 54 Der Staat „vermittelt als ein wahrhaft höheres moralifches Gemeinweſen die Einigkeit in Sitten, Bildung und allgemeiner Denk- und Handlungsweiſe“ 90 855 „Die Erhaltung des Ganzen geht der Erhaltung des Ein— zelnen vor und alle ſollen dieſe Geſinnung haben“ 90 856 Charakteriſtik des Patriotismus 90, 91 857 Gehorſam gegen die Befehle der Regierung, Anhänglichkeit an die Perſon des Fürſten und an die Verfaſſung und das Gefühl der Nationalehre ſind die Tugenden des Bürgers 91 § 58 Der Staat ruht auf dem „abſolut allgemeinen Willen, der für die Einzelnen an und für ſich verbindlich iſt 91 IV. „Pflichten gegen andere” 91—96; 220, 221 (O Moralität) 559 „Die Pflichten gegen andere find znerft die Rechtspflichten“. Dazu kommt „die Geſinnung, die andern nicht nur als abſtrakte Perſon, ſondern auch in ihrer Beſonderheit ſich ſelbſt gleich zu halten“ 91 § 60 Die Rechtſchaffenheit aber ift die erſte Pflicht, die zugrunde liegen muß 91, 92 861 Zu den beſonderen Pflichten gehört die Wahrhaftigkeit 92. Über die Unwahrhaftigkeit 92 862 Zur Unwahrhaftigkeit gehört das Heucheln einer guten Abſicht oder Geſinnung 92 863 Über das „Jemand die Wahrheit über fein Betragen ſagen“ 92. Es darf dies nur „am rechten Ort und zur rechten Zeit“ ge⸗ ſchehen 93 1570
Moral 3 864 Über Verleumdung und übles Nachreden 93. Charakteriſtik der Heuchelei 93. „Der Zweck oder die Abſicht heiligt nicht die Mittel“ 93, 94 § 65 Charakteriſtik der böſen und der ſchlechten Geſinnung, des Böfen und des Schlechten überhaupt 94 8 66 „Sind wir imſtande, einem andern einen Dienſt zu tun, fo haben wir nur dies, daß er ein Menſch iſt, und feine Not zu be⸗ trachten“ 94. „Es hängt von feinem Willen ab, ob er als Be dürftiger erſcheinen will“ 95 867 Bereich der Pflicht der allgemeinen Menſchenliebe 95 Über die Freundſchaft 95 (ſ. Freundſchaſt) 8 68 Über Eigennutz und den wahren eigenen Nutzen 95 869 „Was Nutzen bringt, iſt eigentlich auch dasjenige, was ſich an und für ſich gehört“ 96, 95 870 Zur Höflichkeit und Falſchheit 96. Griechiſche Humanität und Urbanität bei Sokrates und Plato 96 (O Propädeutik) Zum Zuſammenhang zwiſchen der Bildung und der Moral im Hinblick auf die Erziehung 254, 255, 256 (f. Gymnaſialreden) Über „das Verhältnis der Schule und des Schulunterrichts zur ſittlichen Bildung des Menſchen überhaupt“ 265—272 (f. Gym⸗ naſialreden) 311, 318. Im Eymnaſialunterricht „ließen ſich über die Moral richtige und beſtimmte Begriſfe von der Natur des Willens und der Freiheit, des Rechts und der Pflicht anbringen“ 333 (O Philo⸗ ſophieunterricht) 4 Im Moraliſchen findet ein „Übergang des Quantitativen ins Qualitative ſtatt“ 461 (O Maß) Die moraliſchen Beweggründe „find weſentliche Beſtimmungen der ſittlichen Natur, aber das, was aus ihnen folgt, iſt zugleich eine von ihnen verſchiedene Außerlichkeit, die aus ihnen folgt, und auch nicht folgt; erſt durch ein drittes kommt ſie zu ihnen hinzu“ 580, 581 (ſ. Grund) 7 Unterſchied zwiſchen dem Rechtlichen und Moraliſchen bei ‘Be: trachtung des Zwangsrechtes 149 (O Verbrechen) Zum Gegenſatz von Moral und Politik und zur Forderung, „daß die zweite der erſtern gemäß ſei“ 444, 445 (ſ. Staatsrecht) 11 Wert und Unwert moraliſcher Reflexionen des pragmatiſchen Ge: ſchichtsſchreibers 31 (O Geſchichtsſchreiber). Über moraliſche Re1571
1 — 12 1 — Moral flexionen dem welthiſtoriſchen Individuum gegenüber 60, 61, 62, 63 (O Geſchichtsphiloſophie). „Die Litanei von Privattugenden der Beſcheidenheit, Demut, Menſchenliebe und Mildtätigkeit muß nicht gegen ſie erhoben werden“ 106 (O Weltgeſchichte), 355, 356 (O Alexander) Über moraliſche Unzufriedenheit der Menſchen mit einer ihnen nicht entſprechenden Gegenwart 66. Kritik an ſolch negativem Tadeln 67—69 (O Geſchichtsphiloſophie) Zur Frage, „ob die Menſchen im Fortſchreiten der Geſchichte und der Bildung aller Art beſſer geworden ſeien, ob ihre Moralität zugenommen habe“ 104, 105 (O Weltgeſchichte). Verhältnis der Moral zum Freiheitsbewußtſein 109 (O Weltgeſchichte). Die chine— ſiſche Moral 110, 178, 182, 188 (O China); die indiſche Moral 215—216 (j. Indien) Zur Frage, ob die Kunſt „die Neigungen und Triebe für die mo— raliſche Vollkommenheit vorbereiten und zu dieſem Endziele hin— zuführen habe“ 84 (O Kunſtwerk) „Ein ſittlich tugendhafter Menſch iſt darum nicht auch ſchon mo— raliſch. Denn zur Moral gehört die Reflexion und das beſtimmte Bewußtſein über das, was das Pflichtgemäße iſt, und das Handeln aus dieſem vorhergegangenen Bewußtſein“ 86. Moraliſch wird Entſchluß und Handlung „nur durch die freie Überzeugung von der Pflicht einerſeits, und durch die Beſiegung nicht nur des be— ſondern Willens, der natürlichen Triebfedern, Neigungen, Leiden— ſchaften uff., ſondern auch der edlen Gefühle und höheren Triebe andererſeits“ 86, 87 (O Kunſtwerk). „Im Moraliſchen macht die ſubjektive Seite des Wiſſens von den Umſtänden und der Über— zeugung vom Guten ſowie der innern Abſicht beim Handeln ein Hauptmoment aus“ 258 (O Heroenzeit) Über moraliſche Betrachtungen gegenüber von Schmuck, Putz und Pracht 348 (O Kunſtſchönes) Zur Moral in der Tierfabel 511, 512, 516 (f. Fabel) Bei den Griechen „trat die Gelbftändigfeit des Politiſchen gegen eine davon unterſchiedene ſubjektive Moralität nicht hervor“ 16 (O Griechen) Im modernen Schauſpiel und Drama triumphiert das Moraliſche. „Die Tugend und Pflicht trägt den Sieg davon und das Laſter wird beſchämt und beſtraft, oder zur Reue bewegt, ſo daß die Ver— 1572
Moral 14 ſöhnung nun in dieſem moraliſchen Ende liegen fol, das alles gut macht“ 575 (O Komödie) 15 Bedeutung und Stellung der Moral in der Vernunfttheologie 47 (O Religionsphilofophie) „Das iſt die erhabenſte Moral, daß das Vöſe das Nichtige iſt, und der Menſch dieſen Unterſchied, dieſe Nichtigkeit nicht ſoll gelten laſſen“ 112 (O Gott) Die Moral, die aus der Geſchichte gezogen wird, „enthält wenig— ſtens die weſentlichen ſittlichen Mächte, die dabei gewirkt, die dies hervorgebracht haben“ 158 (O Vorſtellung) In der chineſiſchen Religion liegt „ein moraliſcher Zuſammenhang zwiſchen dem Tun des Menſchen und dem, was in der Natur ge— ſchieht“ 345. „Der ganze Gottesdienſt für die Untertanen reduziert ſich auf ein moraliſches Leben: die chineſiſche Religion iſt ſo eine moraliſche Religion zu nennen“ 346 (O chineſiſche Religion) 16 Über die von Jeſus gegebenen moraliſchen Gebote 291, 292 (O Chriſtus) 17 Zum „Übergang der Form des Sittlichen zu dem Moraliſchen in feiner Exiſtenz“ bei den Pythagoreern 290—293 (ſ. Pythagoras) 18 Die Lehre des Sokrates iſt eigentlich Moral. „Moral heißt, daß das Subjekt aus ſich in ſeiner Freiheit die Beſtimmungen des Guten, Sittlichen, Rechtlichen ſetzt, und, indem es dieſe Veſtim— mungen aus ſich ſetzt, dieſe Beſtimmung des Ausſichſetzens auch aufhebt, ſo daß ſie ewig, an und für ſich ſeiend ſind. Die Sittlich⸗ keit, als ſolche, beſteht mehr in dem, daß das an und für ſich Gute gewußt und getan wurde. Die Athenienſer vor Sokrates waren ſittliche, nicht moraliſche Menſchen“ 46, 47. „Die Sittlichkeit iſt unbefangen, die mit Reflexion verbundene Sittlichkeit iſt Moralität; dieſer Unterſchied iſt durch die kantiſche Philoſophie erregt, ſie iſt moraliſch“ 47 Mit Annikeris „entſteht eine Weiſe moraliſchen Philoſophierens, die bei Cicero und den ſpäteren Peripatetikern, in der Weiſe, wie ſich die ariſtoteliſche Philoſophie zur Zeit des Cicero gemacht hatte, das Übergewicht hatte“ 159, 158 (O Annikeris) Die Idee Platos über die ſittliche Natur des Menſchen hat nicht die Form eines oberſten Moralprinzips 269 (ſ. Plato). Dem von Plato geforderten „ſubſtantiellen Verhältnis der Individuen zur 1573
18 19 Moral / Moralität Sitte fteht die ſubjektive Willkür der Individuen, die Moral, ent⸗ gegen“ 278, 277 (ſ. Plato) „Moral“ der ſtoiſchen Philoſophie 436, 449, 452—472 (. Stoiker) „Moral“ in der Philoſophie Epikurs 500—515 (f. Epikur) Zu Fichtes Deduktion der rechtlichen und moraliſchen Begriffe 639, 638 (O Fichte) Moralität (Moral, Sittlichkeit) Moralität und Legalität in der Philoſophie Fichtes und Kants 475. Gegenüberſtellung von Sittlichkeit und Moralität 510 (O Naturrecht) Charakteriſtik des „Werdens der Moralität“ 277. „Die ſittliche Subſtanz iſt zum ſelbſtloſen Prädikate herabgeſunken, deſſen lebendige Subjekte die Individuen ſind, die ihre Allgemeinheit durch ſich ſelbſt zu erfüllen, und für ihre Beſtimmung aus ſich zu ſorgen haben“ 277 (O Vernunft) „Der feiner ſelbſt gewiſſe Geiſt; die Morali— tät“ 459—516 (O Geiſt) 338, 376. Rückblick auf die ſittliche Welt und die Perſon des Rechts, auf die Welt der Bildung und des Glaubens 459. Endlich wird das Bewußtſein Meiſter über den Gegenſatz „der Gewißheit ſeiner ſelbſt und des Gegenſtandes“ 459, 460. „Das Wiſſen des Selbſt⸗ bewußtſeins iſt ihm alſo die Subſtanz ſelbſt“ 460. „Es iſt ſich un⸗ mittelbar in feiner Subſtanz gegenwärtig, denn fie iſt fein Wiſſen, ſie iſt die angeſchaute reine Gewißheit ſeiner ſelbſt“ 460, 461 a) „Die moraliſche Weltanſchauung“ 461471. „Das Selbſtbewußtſein weiß die Pflicht als das abſolute Weſen“ 461. In ſich ſelbſt beſchloſſen, bildet ſich das moraliſche Selbſt⸗ bewußtſein „eine moraliſche Weltanſchauung“ aus 461. „Dieſer Beziehung liegt zum Grunde ſowohl die völlige Gleichgültigkeit und eigne Selbſtändigkeit der Natur und der moraliſchen Zwecke und Tätigkeit gegeneinander, als auf der andern Seite das Be⸗ wußtſein der alleinigen Weſenheit der Pflicht und der völligen Unſelbſtändigkeit und Unweſenheit der Natur“ 461, 462 Das moraliſche Bewußtſein „erfährt, daß die Natur unbekümmert darum iſt, ihm das Bewußtſein der Einheit ſeiner Wirklichkeit mit der ihrigen zu geben, und es alſo vielleicht glücklich werden läßt, vielleicht auch nicht“ 462 1574
Moralität 2 Aber „das moraliſche Bewußtſein kann nicht auf die Glückſelig— keit Verzicht tun“ 462. Genuß liegt „im Begriffe der Verwirk— lichung“ der Moralität 462, 463. „Die Harmonie der Moralität und der Glückſeligkeit iſt gedacht als notwendig ſeiend, oder ſie iſt poſtuliert“ 463, 466 Da das Bewußtſein ſelbſt auch ein Natürliches iſt, ſeine Triebe und Neigungen dem reinen Willen entgegengeſetzt ſind, wird auch Einheit dieſer gefordert und erſt ſolche Einheit iſt „wirkliche Moralität“ 464. Dieſe Einheit „iſt gleichfalls ein poſtuliertes Sein, ſie iſt nicht da“ 465. „Die Vollendung der Moralität aber iſt ins Unendliche hinauszuſchieben, denn wenn ſie wirklich einträte, ſo höbe ſich das moraliſche Bewußtſein auf“ 465. Sie iſt „als eine abſolute Aufgabe zu denken“ 465, 466 Rückblick auf die bisherigen zwei Poſtulate 466, 467. Das wirkliche Handeln iſt die verbindende Mitte der beiden Extreme 466 Das moraliſche Handeln hat, auf die Wirklichkeit des mannig— faltigen Falles bezogen, ein mannigfaltiges moraliſches Verhält— nis 466. Die dem moraliſchen Bewußtſein allein geltende reine Pflicht muß die vielen Pflichten heiligen 466, 467. „Das Seiende hat nun die Form des Inhalts der Pflicht, oder iſt die Beſtimmt— heit an der beſtimmten Pflicht“ 467, 468. In der wirklichen Hand— lung fällt die Pflicht überhaupt außer das Bewußtſein in ein anderes Weſen, das Bewußtſein und der heilige Geſetzgeber der reinen Pflicht iſt 468 Charakteriſtik der Unvollkommenheit des moraliſchen Bewußt— ſeins 468. Glückſeligkeit kann es ſeiner Unwürdigkeit willen „nur aus Gnade erwarten“ 468, 478, 484. Nur „im Denken iſt es voll: kommen“ 468, 469, in ſeiner Weltanſchauung 469 Das moraliſche Bewußtſein „verhält ſich nur denkend, nicht begreifend“ 469, ſein Geiſt iſt ein vorgeſtelltes, gedachtes 470 Übrig bleibt die Nichtharmonie: „es gibt kein moraliſch vollendetes wirkliches Selbſtbewußtſein“ und es gibt „kein moraliſch Wirk⸗ liches“ 471. Wohl gibt es eines, „aber nur in der Vorſtellung“ 471 b) „Die Verſte llung“ 471484. „In der moraliſchen Welt: anſchauung ſehen wir einesteils das Bewußtſein ſelbſt ſeinen Gegenſtand mit Bewußtſein erzeugen“; „auf der andern Seite aber ſetzt es ſelbſt ihn vielmehr außer ſich hinaus, als ein Jenſeits ſeiner“ 471, 472. Die moraliſche Weltanſchauung iſt ſo „ein ganzes Neſt gedankenloſer Widerſprüche“ 472 1575
DD Moralität Betrachtung des erſten Poſtulats, der „Harmonie der Moralität und der Natur“, und ſeiner Verſtellung 473—476. Um des Handelns, d. h. um der wirklichen Harmonie des Zwecks und der Wirklichkeit willen, wird dieſe Harmonie als nicht wirk— lich, als jenſeits geſetzt 474 Charakteriſtik der Nichtigkeit des wirklichen Handelns, gemeſſen am Zweck der Vernunft, der nichts geringeres als die ganze Welt umfaßt 474 und Charakteriſtik des moraliſchen Handelns, das nicht etwas Zufälliges und Beſchränktes iſt, denn es hat die reine Pflicht zu ihrem Weſen; „dieſe macht den einzigen ganzen Zweck aus“ 474, 475 Dem Bewußtſein iſt es mit der Moralität überhaupt nicht ernſt, wenn wir es als höchſtes Gut gelten laſſen, daß das Moralgeſetz Naturgeſetz werde 475. „In dieſem höchſten Gut hat die Natur nicht ein anderes Geſetz, als die Moralität“ 475. Zuſammen⸗ ſtellung der Momente, durch die das Bewußtſein ſich in ſeinem moraliſchen Vorſtellen fortwälzte, und von denen es jedes wieder in ſeinem Gegenteile aufhebt 475, 476 Betrachtung des zweiten Poſtulats, der Harmonie der Triebe und Neigungen mit dem reinen Willen 476—481. Da die ſelbſtbewußte Sinnlichkeit gerade die Mitte zwiſchen dem reinen Bewußtſein und der Wirklichkeit iſt, kann es nicht ernſt ſein „mit dem Aufheben der Neigungen und Triebe, denn eben ſie ſind das ſich verwirklichende Selbſtbewußtſein“ 476, 477 Nur der Zwiſchenzuſtand der Nichtvollendung kann das Gültige ſein; „ein Zuſtand, der aber doch ein Fortſchreiten zur Vollendung wenigſtens ſein ſoll“ 477. Aber auch dies kann nicht ſein, „denn das Fortſchreiten in der Moralität wäre vielmehr ein Zugehen zum Untergang derſelben“ 477, 478. Damit iſt aber nicht abzu— ſehen, „wie Glückſeligkeit für dies moraliſche Bewußtſein um ſeiner Würdigkeit willen zu fordern iſt“ 478. Sie kann nur als Gnade gewährt werden 478, 468, 484 Kritik damit zugleich an der Behauptung der Disharmonie der Moralität und Glückſeligkeit 478, 479 Die im Bewußtſein unvollendete Moralität poſtuliert nun die Moralität „in einem andern Weſen als in dem wirklichen Be⸗ wußtſein; es iſt ein heiliger moraliſcher Geſetzgeber“ 479. Er erſt heiligt die entſtehenden vielen Pflichten 479, und doch iſt dem moraliſchen Bewußtſein „ſchlechthin nur das heilig, was ihm 1576
Moralität 2 durch ſich ſelbſt und in ihm heilig iſt“, eben „die reine Pflicht als Pflicht“ 480 Das Bewußtſein poſtuliert „reine Moralität“ und in dieſem rein moraliſchen Weſen „nähern ſich die Momente des Widerſpruchs“ 481 Charakteriſierender Rückblick auf ein erſtes unvollendetes Be⸗ wußtſein, in welchem die Moralität nicht ausgeführt iſt; „ſie iſt darin das Anſich im Sinne eines Gedankendinges“ 482 Charakteriſtik eines zweiten Bewußtſeins, in welchem die Moralität als vollendet, d. h. in einem Bewußtſein wirklich iſt 482, 484 Auflöſung dieſes Widerſpruchs, indem es dem Bewußtſein „mit dieſer Beſtimmung und der Auseinanderſtellung der Momente des Selbſts und des Anſichs nicht ernſt iſt“ 482, 483 Flucht in das „reine Gewiſſen, welches eine ſolche moraliſche Welt— vorſtellung verſchmäht; es iſt in ſich ſelbſt der einfache, ſeiner ge— wiſſe Geiſt“ 483, „das erlangte Bewußtſein, daß ſeine Wahrheit eine vorgegebne iſt“ 483, 484 (O Geiſt) c) „Das Gewiſſen, die ſchöne Seele, das Böſe und feine Verzeihung“ 484-516. Riickblick auf die Antinomie der moraliſchen Weltanſchauung 484, 488 Das Gewiſſen 484-504 (f. Gewiſſen). Rückblick auf die Sprache des moraliſchen Bewußtſeins und ihre Abgrenzung von der des ſittlichen Bewußtſeins und der des ſeiner ſelbſt gewiſſen Geiſtes 499, 500 (O Gewiſſen) Die ſchöne Seele 504—505 (ſ. Seele) Das Böfe 505—516 (f. Böfes) Rückblick auf die Religion der Moralität 518, 519 (O Religion) Das moraliſche Selbſtbewußtſein „weiß ſein Wiſſen als die ab⸗ ſolute Weſenheit oder das Sein ſchlechthin als den reinen Willen oder Wiſſen; es iſt nichts, als nur dieſer Willen und Wiſſen“ 605 (O Philoſophie) 3 „Die Moralität“ 219—221 (O praktiſcher Geiſt) 8189 „Die Moralität enthält den Satz: ſchaue dich in deinem Handeln als freies Weſen an; oder ſie fügt das Moment der Sub— jeftivität dem Handeln hinzu“ 219 g 8 190 Aber das Gute als Inhalt der Pflichten, über das Böſe und über das Schlechte 219, 220 (f. a. d. Art.) 1577
w = 1 Moralität 8 191 1. Die Pflichten des Menſchen zu ſich felbft find: Selbſt⸗ erhaltung, Erſchaſſung geiſtiger Unabhängigkeit und Bildung überhaupt 220; 82—88 (ſ. Moral) § 192 2. Charakteriſtik des Familienverhältniſſes als „Natur: einigkeit von Individuen“ 220; 88—89 (ſ. Familie) § 193 3. Über das moraliſche Verhältnis zu andern überhaupt 220, 221; 91—96 (ſ. Moral) „Die Moralität“ 287—292, 281 (O Geiſt) § 4168 „Die Beſonderheit der Perſon wird durch das Urteil der freien Perſönlichkeit weſentliches Moment“ 287 g. Bedeutung des ſubjektiven Intereſſes und des beſonderen Wohles, der Geſin— nung, Einſicht und Abſicht des Guten 2878 § 417 Charakteriſtik des moraliſchen Standpunkts als „das Reflexions⸗Urteil der Freiheit“ 287 Z. Trennung in den allgemei— nen vernünſtigen Willen und eine äußerliche ſelbſtändige Welt mit der Subjektivität als Mitte 287g § 418 In der Handlung wird dann „die äußerliche Welt dem Zweck gemäß“ gemacht 288 8 (vgl. 10, 391) $ 419 [P. St. 10, S 504] 288 (f. Vorſatz) S 420 [P. St. 10, 88 505, 506] 288 (f. Abſicht) 88 421—429 [P. St. 10, SS 507—512] 289—292 (f. Gutes — Böſes) Unterſcheidung von Moralität und Sittlichkeit 85, 86. „Der kan— tiſche Sprachgebrauch bedient ſich vorzugsweiſe des Ausdrucks Moralität, wie denn die praktiſchen Prinzipien dieſer Philoſophie ſich durchaus auf dieſen Begriff beſchränken, den Standpunkt der Sittlichkeit ſogar unmöglich machen, ja ſelbſt ſie ausdrücklich zer⸗ nichten und empören“ 85 (O Rechtsphiloſophie) „Übergang vom Recht in Moralität“ 161-163 (f. Recht) „Die Moralität“ 84, 164-225 (O Rechtsphiloſophie) § 105 „Der moraliſche Standpunkt iſt der Standpunkt des Willens, inſofern er nicht bloß an ſich, ſondern für ſich unendlich iſt“. Die Perſon wird zum Subjekte 164 $ 106 „An der Idee iſt jetzt die Seite der Exiſtenz oder ihr reales Moment, die Subjektivität des Willens“ 164. Die Moralität yſtellt daher im Ganzen die reale Seite des Begriffs der Freiheit dar 1578
V1 Moralität und der Prozeß dieſer Sphäre iſt, den zunächſt nur für ſich ſeien⸗ den Willen“ „identiſch mit dem an ſich ſeienden Willen zu ſetzen“ 164, 165, 166 8 107 Der moraliſche Standpunkt iſt „das Recht des ſubjektiven Willens“ 165, 166 § 108 Der ſubjektive Wille als unmittelbar für ſich und von dem an ſich ſeienden unterſchieden iſt „abſtrakt, beſchränkt und förmell“ 166. Der moraliſche Standpunkt iſt „der Standpunkt des Verhält⸗ niſſes und des Sollens oder der Forderung“. Auftreten des „Standpunkts der Differenz, Endlichkeit und Erſcheinung des Willens“ 167 § 109 Dieſes Formelle enthält die Entgegenſetzung der Subjekti⸗ vität und Objektivität und die ſich darauf beziehende Tätigkeit 167, 168. Der beſondere Inhalt des Willens, der ihn beſchränkt, ſoll in ein unmittelbares Daſein überſetzt werden. Der Zweck iſt hierbei „die einfache Identität des Willens mit ſich in dieſer Entgegenſetzung“ 168 § 110 a) Dieſer Zweck, dieſer Inhalt muß, auch wenn er die „äußerliche Objektivität erhalten hat, meine Subjektivität für mich enthalten“ 168, 169 § 111 b) Der Inhalt, ob er zwar ein Beſonderes enthält, hat die Beſtimmung in ihm ſelbſt „die Objektivität des Begriffes zu haben“, doch „iſt dies nur Forderung“ 169 § 112 c) Die Ausführung meines Zwecks, obwohl ich meine Sub— jektivität in ihr erhalte, hat eine pofitive Beziehung auf den Wil len anderer 169. Sie hat „äußerliches unmittelbares Daſein“, iſt „dem Begriffe angemeſſen“ und iſt „allgemeine Subjektivität“ 169, 170 $ 113 Charakteriſtik der moraliſchen Handlung als „von mir in ihrer Außerlichkeit als die meinige gewußt“, als weſentlich auf ein Sollen bezogen und auf den Willen anderer 170, 171 Vergleich der Außerung des moraliſchen Willens mit dem im formellen Recht 171, 170. Zur gerichtlichen Handlung 171 8114 Das Recht des moraliſchen Willens enthält die drei Seiten: a) „Das abſtrakte oder formelle Recht der Handlung, . .. daß ſie ſo Vorſatz des ſubjektiven Willens ſei“ 171, 172—176 (ſ. Schuld) b) Das Beſondere der Handlung, die Abſicht und das Wohl 171, 172, 17787 (f. Abſicht) 1579
A Moralität e) Das Innere in feiner Allgemeinheit, das Gute und das Ge⸗ wiſſen 172, 187—223 (f. Gutes, ſ. Gewiſſen). Gewiſſen und Mo⸗ ralität 196, 198, 200 (O Gewiſſen) „Übergang von der Moralität in Sittlichkeit“ 223—225 § 141 Charakteriſtik der Sittlichkeit als die konkrete Identität des Guten und des ſubjektiven Willens 223, 224, 225 Den Übergang zeigt die Logik. Hier ſei nur ſoviel geſagt: das abſtrakte, nur fein ſollende Gute und die ebenſo abſtrakte nur gut ſein ſollende Subjektivität ſind an ihnen ſelbſt ihr Gegenteil 223, 224. „Das Sittliche iſt ſubjektive Geſinnung, aber des an ſich ſeienden Rechts“ 224. Über den Unterſchied zwiſchen Sittlichkeit und Moralität und Recht 225, 167, 236 Stellung der Moralität im allgemeinen Stand, in welchem „der Zweck der beſondern Bedürfniſſe und des Wohls herrſchend iſt“ 285 (O Standesunterſchiede), 317 (O Polizei) 10 377 Y (0 Trieb), 3849 (0 Geiſt), 390 © (O Recht — Unrecht) 1 — Ein Moment des freien Willens iſt, daß er in ſich reflektiert iſt, „daß er fein Dafein innerhalb feiner hat, und hierdurch zugleich als partikulärer beſtimmt iſt, — das Recht des ſubjektiven Willens, die Moralität“ 385 0 (O Geiſt) „Die Moralität“ 391—397 (O Geiſt) [P. St. 6, 287—292] § 503 „Jetzt iſt die Willensbeſtimmtheit ins Innere des Sub— jekts geſetzt, und iſt teils an-ſich-ſeiend, teils als das in der tütlichen Außerung vorhandene, ſich begebende, mit derſelben in Ver— hältnis kommende Daſein“ 391 Z. „Der ſubjektive Wille ift inſo— fern moraliſch ſrei, als dieſe Beſtimmungen innerlich als die ſeinigen geſetzt und von ihm gewollt werden“ 391 B. „Dieſe fubjektive oder moraliſche Freiheit iſt es vornehmlich, welche im europäiſchen Sinne Freiheit heißt“ 392 g. Le moral und feine Bedeutung 392 ) „Der Vorſatz“ 392-393 (f. Vorſatz) [P. St. 6, 288] b) „Die Abſicht und das Wohl“ 393 (f. Abſicht) [P. St. 6, 288] c) „Das Gute und das Böſe“ 394397 (f. Gutes — Böſes) [P. St. 6, 289292] „Die Weltgeſchichte bewegt ſich auf einem höheren Boden, als der iſt, auf dem die Moralität ihre eigentliche Stätte hat, welche die Privatgeſinnung, das Gewiſſen der Individuen, ihr eigentüm1580
1 — 12 15 16 17 18 Moralität licher Wille und ihre Handlungsweiſe iſt; dieſe haben ihren Wert, Imputation, Lohn oder Beſtrafung für ſich“ 105, 106 (O Welt— geſchichte) In Griechenland „iſt die unbeſangene Sittlichkeit, noch nicht Mo— ralität, ſondern der individuelle Wille des Subjekts ſteht in der unmittelbaren Sitte und Gewohnheit des Rechten und der Ge— ſetze“ 153 (O Griechenland) [16, 129] Bei den Juden iſt „der Gedanke frei für ſich, und wahrhafte Mo⸗ ralität und Rechtlichkeit kann nunmehr auftreten“ 262 (O Juden) Die Griechen lernten die Moralität erſt nach ihrer Blütezeit kennen 345. „Das Prinzip der Moralität, das eintreten mußte, wurde der Anſang des Verderbens“ 345. „Sokrates iſt als mora— liſcher Lehrer berühmt; vielmehr aber iſt er der Erfinder der Moral. Sittlichkeit haben die Griechen gehabt; aber welche mora— liſche Tugenden, Pflichten uſw., das wollte ſie Sokrates lehren. Der moraliſche Menſch iſt nicht der, welcher bloß das Rechte will und tut, nicht der unſchuldige Menſch, ſondern der, welcher das Bewußtſein ſeines Tuns hat“ 350 (O Griechen) 91 (O Kant) Das Hinausgehen „in die wirkliche Welt iſt der Religion weſent— lich und in dieſem Übergange in die Welt erſcheint die Religion als die Moralität in bezug auf den Staat und deſſen geſamtes Leben. Wie die Religion der Völker beſchaſſen iſt, ſo iſt auch ihre Moralität und Staatsverſaſſung beſchafſen“ 86 (O Kultus), 115, 116 (O religiöfes Verhältnis) 129 (O griechiſche Religion) 293 (O Pythagoras) [18, 76] Sokrates' Prinzip iſt das der ſubjektiven Freiheit. „Im allge— meinen Bewußtſein, im Geiſte des Volkes, dem er angehörte, ſehen wir die Sittlichkeit in Moralität umſchlagen, und ihn an der Spitze als Bewußtſein dieſer Veränderung ſtehen“ 71. „Das In⸗ dividuum muß für ſich, für feine Sittlichkeit ſorgen, — d. h. es wird moraliſch“ 73. „Die Menſchen ſollen das Rechte wiſſen, und es tun mit dieſem Bewußtſein; dies iſt Moralität, und fo unter⸗ ſchieden von der Sittlichkeit, die das Rechte unbewußt tut“ 76. Dies Bewußtſein der Moralität wird leicht gefährlich: „veranlaßt die Aufgeblaſenheit des Individuums von dieſem Dunſte der 1581
Moralität / Moſaik 18 Meinung von ſich, die aus feinem Bewußtſein der Wahl hervor⸗ geht...“ 76 (O Sokrates) Unterſchied zwiſchen Tugend und Moralität 460. „Moralität ent⸗ hält weſentlich meine ſubjektive Reflexion, meine Überzeugung, daß das, was ich tue, den allgemeinen, vernünftigen Willensbe⸗ ſtimmungen, den allgemeinen Pflichten gemäß iſt“ 460 (O Stoiker) Moralphiloſophie 18 Zur Moralphiloſophie des Sokrates ſ. Sokrates. Sokrates hat „der Moral-Philoſophie ihre Entſtehung gegeben“ 221 (O Plato) 19 Zu den vielen Moralphiloſophien in England 501, 502 (O ſchot⸗ tiſche Philoſophie) Mord 11 Bei den Germanen „iſt der Mord nicht als Verbrechen angeſehen und beſtraft worden; er wurde mit einer Geldbuße geſühnt“ 449, 450 (O Völkerwanderung) Morea 13 Labyrinth auf Morea 288 (O Labyrinth) Moreto y Cabana 13 Zu Moretos „Donna Diana“ 174 (O Ehre) Morgenland, morgenländiſch ſ. Orient Möris⸗See 13 286, 287 (O ägyptiſche Architektur) Moritz, Kurfürſt von Sachſen 11 541, 544 (O Reformation) 00% 17 288 (O Pythagoras) 18 371 (0 Ariſtoteles) Moſaik 14 22, 73 (O Malerei) 1582
20 6 12 13 16 17 19 20 Moſer / Moſes Moſer, Friedrich Karl von 243 (O Hamann) Moſer, Johann Jakob 390 (O Württemberg) Moſes 201 (O Krug) 381. Moſes als Geſetzgeber 420 (O Württemberg) 373 (O Verfaſſung) [11, 263 f. u.] Zur Moſaiſchen Schöpfungsgeſchichte 4668 (O Geologie) Spinozas Auffaſſung vom Geſetzbuch Moſis 262, 263. „Der Staat aber ift das dem jüdiſchen Prinzip Unangemeſſene, und der Geſetzgebung Moſis fremd“ 263. „In ihrer Urſprünglichkeit geht die Geſetzgebung nur auf die Familie, doch iſt in den Moſaiſchen Bü— chern ſchon der Wunſch nach einem Könige vorausgeſehen“ 263 (O Juden) (7, 373]; 268 302 (O Griechen). Philos Deutungen der moſaiſchen Urkunde 424 (O Chriſten tum) „Die Nichtigkeit des Menſchen ſpricht ausdrücklicher der 90. Palm, ein Gebet Moſe, des Manns Gottes, aus“ 500 (O Juden) Moſes' Verbot, „das Blut der Tiere zu genießen, weil im Blute das Leben ſei“ 27 (O klaſſiſche Kunſtform) Zu Moſes als Geſetzgeber: „Alles Geſetz iſt vom Herrn gegeben, es iſt ſomit durchaus poſitives Gebot. Es iſt darin eine formelle, abſolute Autorität“ 83, 84 (O jüdiſche Religion) Moſes als Wundertäter 201 (0 abſolute Religion). Zur moſaiſchen Schöpfungsgeſchichte 529 (O Gottesbeweiſe) 103, 104 (O Philoſophie), 196 (O ſieben Weiſe) 271. Spinozas kritiſche Behandlung der moſaiſchen Bücher 369 (O Spinoza) Görres' Faſſung der ſechs Schöpfungsmomente der moſaiſchen Darſtellung 434, 435 (O Görres) 1583
Mozart / Müllner Mozart, Wolfgang Amadeus 12 Zur Zauberflöte 376 (O Kunſtſchönes) [14, 203, 524] 14 Zu Mozarts Symphonien 171 (O Mufit) 194, 203 (O Muſik), 524 (O Drama) Mucius Scävola 3 207 (O Traum) Muhammed ſ. Mohammed Müller⸗Arnoldſcher Prozeß 7 402 (O Verfaſſung) Müller 3 Lehrer der Mathematik am Nürnberger Gymnaſtum 262 (O Gym: naſtalreden) Müller, Johannes von 6 Jacobis Briefe an Joh. Müller 313 (O Jacobi) 7 Zitat aus einem Brief Joh. von Müllers 31 Fußn. (O Rechtsphiloſophie) 11 Joh. von Müllers Schweizergeſchichte gehört zur kompilatoriſchen 1 1 20 1 in Geſchichtsſchreibung 29. „Johannes von Miller hat feiner Ge: ſchichte in dem Beſtreben den Zeiten, die er beſchreibt, treu in feiner Schilderung zu fein, ein hölzernes, hohlfeierliches, pedan— tiſches Ausſehen gegeben“ 30. Seine moraliſchen Abſichten in ſei— ner allgemeinen, wie bei feiner Schweizergeſchichte 31, 32 (O Ge— ſchichtsſchreiber). Seine Feſtſetzung der Sündflut in das Jahr 3473 vor Chriſtus 164 (O China) Müller, Karl Otfried Müllers Auffaſſung von Helios und Apollo 321 (O Griechen). Seine Geſchichte der Dorier 343, Fußn. (O Sparta) Müllers Verdienſt um Solgers Nachlaß 202 (O Solger) Müllner, Amadeus Gottfried Adolf Der Held in Müllners „Schuld“ gibt nur einen ekelhaften Anblick 543 (O Drama) 1584
Müllner / Münſter 20 Über die „müllneriſchen Rabenſtein-Tragödien“ 192 (O Solger) Multiplikation 4 „Die Multiplikation iſt die Aufgabe, eine Anzahl von Einheiten, die ſelbſt eine Anzahl find, zuſammenzuzählen“ 252, 253 (O Rech⸗ nungsarten) Mumien (Totenverehrung) 11 287 (O Agypten) 15 460, 463, 471 (f. ägyptiſche Religion) Mummius Lucius 13 Plünderer Korinths 445 (O Erz) München 19 Occam ſtarb in München 185 (O Occam). Schelling als „Sekretär der Akademie der bildenden Künſte in München“ 647 (O Schel— ling) 20 Görres' drei Münchner Reden 414—441 (ſ. Görres) Muncke, Georg Wilhelm 9 Herausgeber von Gehlers phyſikaliſchem Wörterbuch 378 @ (O Elektrizität) Mund 9 607 O, 610 9, 6112, 658 g (O Tier) 10 148 8 (O Stimme) 13 Der Mund der idealen Skulpturgeſtalt 390, 375 (O Skulptur). Er ſteht „in Mannigfaltigkeit und Reichtum des Ausdrucks nur dem Auge nach“ 397. Schillers Mund 398 (O Skulptur) Der Mund in der ägyptiſchen Skulptur 455 (O ägyptiſche Skulp⸗ tur). Behandlung des Mundes in der äginetiſchen Skulptur 459 (O äginetiſche Skulptur) Münſter 11 Die Wiedertäufer in Münſter 526, 545 (0 Reformation) Glockner, Hegel-Lexikon 100 1585
1 = 12 15 18 11 13 16 [I Münzkunſt / Muſik Münzkunſt Münzkunſt der Alten 421 (O Attribut), 428 (O Heroe) In der Münzkunſt „haben die Alten vollendete Meiſterwerke der Schönheit geliefert“ 446. „Seinen Gipfel erreichte dieſer Zweig der Kunſt zur Zeit Alexanders“ 447. „Die römiſchen Kaiſermün⸗ zen verſchlechtern ſich ſchon“ 447. Zur großen Vortrefflichkeit der Münzen Napoleons 447 (O Material). Den äußern Zuſammen⸗ hang der klaſſiſchen und ägyptiſchen Kunſt „glaubt Creuzer be— ſonders in den Münzen am ſichtbarſten zu finden, und hält vor— nehmlich viel auf alt-attiſche Münzen“ 451 (O ägyptifche Skulptur) Murillo, Bartolomé Eſtéban Über Murillos Betteljungen in der Münchner Zentralgalerie 234 Murti (Trimurti) Murti = Geſtalt. Alle Emanationen des Abſoluten werden Murti genannt 367 (O indiſche Religion) Mufäos Er trug „Bildung überhaupt“ „in Myſterien und Orakelſprüche eingehüllt“ vor 14 (O Sophiſten) Muſen „Die Najaden oder Quellen ſind der äußerliche Anfang der Mu— fen“ 310 (13, 64; 16, 106]. Ihr unſterblicher Gefang aber „find die Produktionen des ſinnig horchenden Geiſtes, der in ſeinem Hinauslauſchen in ſich ſelbſt produziert“ 310, 322. Apollo und die Muſen 322 (O Griechen) 45, 64 (O griechiſche Götter), 169 (O Poeſie). Die Alten ſtellen die Muſen bekleidet dar 409 (O Skulptur) 106, 138 (O griechiſche Religion). „Dieſe göttlichen Naturen find dieſe Mächte und Tätigkeiten ſelbſt, die Muſe iſt ſelbſt dies Did)ten“ 160 (O römiſche Religion) Muſik (Akkord, Inſtrumentalmuſik, italieniſche Muſik, Kirchen⸗ muſik, Klang) 224 (O Kunſt) 1586
4 8 9 10 12 13 Muſik Charakteriſtik muſikaliſcher Verhältniſſe 458, 459 (O Maß) Herrſchaft der Zahl im harmoniſchen Zuſammenſtimmen der Töne 249 O, 253 @ (O Sein) Zu Keplers Gedanken, „die Anordnung des Sonnenſyſtems nach den Geſetzen der muſikaliſchen Harmonie zu faſſen“ 180 (O Planet), 181 [P. St. 6, 179] Einklang und Verſchiedenheit der Töne in der Muſik 2398 (f. Klang) Frühreife muſikaliſcher Genies 96 (O Lebensalter) [12, 54; 14, 214] Die Muſik „hat wenigen oder keinen geiſtigen Stoff im Bewußt⸗ ſein vonnöten“ 54. Daher die Frühreife muſikaliſcher Genies 54 (O Kunſtwerk) [10, 96 8] 127. „Die zweite Kunſt, durch welche das Romantiſche ſich verwirklicht, iſt der Malerei gegenüber die Muſik. Ihr Material, ob⸗ ſchon noch ſinnlich, geht zu noch tieferer Subjektivität und Be⸗ ſonderung fort.“ Sie hebt den Raum auf und idealiſiert ihn „in das individuelle Eins des Punktes“ 129. Seine zeitliche Idealität iſt „der Ton, das negativ geſetzte Sinnliche“ 129. Die Muſik „macht den Durchgangspunkt zwiſchen der abſtrakten räumlichen Sinnlichkeit der Malerei und der abſtrakten Geiſtigkeit der Poeſie“ 130 (O Aſthetik) Zur Bewegung in der Muſik 176 (0 Naturſchönes). Die italieniſche Muſik zeigt einen Grundzug aller romantiſchen Kunſt: „das Lä⸗ cheln durch Tränen“ 220. Zum Lachchor in Webers Freiſchütz und dem Lachduett in ſeinem Oberon 220, 221 (O Kunſtſchönes) 272 (O Situation). Regelmäßigkeit und Symmetrie in der Muſik 333, 335. Sie ſind dafür wichtige Beſtimmungen, weil die Muſik „in der Zeitdauer der Töne eine Seite der bloßen Außerlichkeit als ſolcher hat, welche keiner anderen konkreteren Geſtaltungsweiſe fähig iſt“ 335. Harmonie der Muſik 337, 338 (O Kunſtſchönes). „Manier“ findet ſich am meiſten in der Malerei und Muſik, „weil dieſe Künſte für die Auffaffung und Ausführung die meiſte Breite äußerlicher Seiten darbieten“ 392 392 (O Manier) Der Grundton des Romantiſchen iſt muſikaliſch 134 (O roman⸗ tiſche Kunſtform) 1587
1 DS 14 Muſik Die Muſik gehört zu den Künſten, „welche die Innerlichkeit des Subjektiven zu geſtalten berufen ſind“ 258, 259. „Ihr eigentliches Element iſt das Innere als foldes, die für ſich geſtaltloſe Emp— findung“ 259. Zum Material der Muſik, dem Ton, und zu ihrer Geſtaltung 259 (O romantiſche Künfte) 306 (O klaſſiſche Architektur) „Die Muſik“ 125—219, 7—8 [12, 127, 129—130; 13, 259]. Zuſammenfaſſende Betrachtung der bisher betrachteten Kiinſte, der Architektur 125, der Skulptur 125, 126 und der Malerei, mit welcher ſich das Gebiet des Romantiſchen eröffnet 126, 127 1. Die Muſik gibt ſich „als ſubjektive Innerlichkeit“ kund, indem ſie nicht nur die eine Raumdimenſion tilgt, ſondern „die totale Räumlichkeit überhaupt“ 127 [12, 129]. Ihr Material iſt der Ton 127, 128 (ſ. Ton). Ihr Sinn iſt theoretiſch, iſt das Gehör 128 (f. Gehör) 2. Dem abſtrakten Ton entſpricht das ganz objektloſe Innere. Hauptaufgabe der Muſik iſt, „die Art und Weiſe wiederklingen zu laſſen, in welcher das innerſte Selbſt ſeiner Subjektivität und ideellen Seele nach in ſich bewegt iſt“ 129 3. Die Wirkung der Muſik geht auf die „letzte ſubjektive Inner— lichkeit als ſolche; fie ift die Kunſt des Gemiits, welche ſich unmittel— bar an das Gemüt ſelber wendet“ 129. Vergleich mit der Malerei 129, 130. „Dieſe gegenftandlofe Innerlichkeit in Betreff auf den Inhalt wie auf die Ausdrucksweiſe macht das Formelle der Muſik aus“ 130 Über den Verlauf der weiteren Betrachtung 130131 1. Allgemeiner Charakter der Muſik“ 131153, 130 a) Vergleich der Muſik mit den bildenden Künſten und mit der Poeſie 131—142, 130, 131 a) Verhältnis der Muſik zur Architektur 132—133 [13, 306] aa) Muſik und Architektur find darin verwandt, daß „die klaſſiſche Identität des Inneren und feines äußerlichen Daſeins“ nicht vor— handen iſt. In der Architektur noch nicht, in der Muſik nicht mehr 132 BP) Beide, Architektur und Muſtik, nehmen „ihre Formen nicht aus dem Vorhandenen, ſondern aus der geiſtigen Erfindung” 132. 1588
Muſik 14 „In der Muſik herrſcht ebenſoſehr die tiefſte Innigkeit und Seele, als der ſtrengſte Verſtand“ 133 vy) Nur beider Material „ſteht ſich direkt gegenüber“ 133 6) Verhältnis der Muſik zu Skulptur und Malerei 133—138 aa) Zur Skulptur hat die Muſik faſt kein Verhältnis 134, zur Malerei hat fie mehr, „teils wegen der überwiegenden Junerlich— keit des Ausdrucks, teils auch in bezug auf die Behandlung des Materials“ 134, 135. Verſchiedenheit im Hinblick auf die Freiheit der Ausführung 134, 135, 129. „Der bildende Künſtler braucht nur dasjenige, was in der Vorſtellung eingehüllt, was ſchon von Hauſe aus darin iſt, hervor, d. h. heraus zu bringen“ 135, 136 BB) Sehr verſchieden ſind Muſik und bildende Kunſt im Hinblick auf Umfang und Ausbildung des Inhalts, d. h. des Themas 136. „In einem muſikaliſchen Thema iſt die Bedeutung, die es aus— drücken ſoll, bereits erſchöpft“ 136. Die Einheit wird durch die Ausarbeitung nicht „vertiefter und konzentrierter, ſondern iſt eher eine Ausweitung, Verbreitung, ein Auseinandergehen, eine Entfernung und Zurückführung“ 136, 137 yy) Charakteriſtik der Freiheit des Muſikers 137, 138. Der Um⸗ kreis der Geſetzmäßigkeit und Notwendigkeit von Formen fällt vornehmlich in das Bereich der Töne ſelbſt 137, 138 y) Verhältnis der Muſik zur Poeſie 138—142. Sie haben die meiſte Verwandtſchaft, denn ſie bedienen ſich des gleichen ſinn— lichen Materials, des Tons 138 aa) Vergleich der Bedeutung des Tons in Poeſie und Muſik 138139. Bedeutung des Zeichens für die Sprache 138. „Die Muſik drückt das Tönen nicht zum Sprachlaut herunter, ſondern macht den Ton ſelbſt für ſich zu ihrem Elemente, fo daß er, inſo⸗ weit er Ton iſt, als Zweck behandelt wird“ 139 66) „An innerer Objektivität der Anſchauungen und Vorſtellun⸗ gen“ bleibt die Muſik weit hinter der Poeſie zurück 139, 140. Die Muſtk kann nur den Anſtoß geben zu Vorſtellungen, die aber dann „unſere“ Vorſtellungen find 140, 141 yy) Die Muſik kann ſich aber „verſchwiſtern mit einem durch die Poeſie ſchon fertig ausgebildeten und als Verlauf von Empfindungen, Betrachtungen, Begebniſſen und Handlungen klar aus— geſprochenen Inhalt“ 141. Anforderungen an den muſikaliſchen Text 141. „Der Dichter muß ſich, wenn der Muſiker freien Spiel⸗ 1589
14 Muſik raum behalten ſoll, nicht als Dichter bewundern laſſen wollen“ 141, 142, 187. Metaſtaſio, Schiller 141, 142 b) Die Art und Weiſe der Muſik, einen Inhalt zu faſſen und dar— zuſtellen 142—146, 130, 131. Die Muſik vermag „ſich nicht nur von jedem wirklichen Text, ſondern auch von dem Ausdruck irgend eines beſtimmten Inhalts zu befreien“ 142, 143. Gefahr der Leere und Bedeutungsloſigkeit 143 a) Die eigentümliche Aufgabe der Muſik iſt, jedweden Inhalt „in der Sphäre der ſubjektiven Innerlichkeit lebendig“ zu machen 143 aa) „Die Innerlichkeit als ſolche ift daher die Form, in welcher fie ihren Inhalt zu faſſen vermag“ 143, 193. „Subjektive Innigkeit ſelbſt wird zu ihrem eigentlichen Gegenſtande“ 144 66) „Die abſtrakte Innerlichkeit nun hat zu ihrer nächſten Be— ſonderung . . . die Empfindung, die ſich erweiternde Subjektivität des Ich“ 144, 188 yy) Ausbreitung der Empfindung „zum Ausdruck aller befonderen Empfindungen“ 144 6) Bedeutung des Tons als Interjektion 144, 192. „Die Muſik muß . . . die Empfindungen in beſtimmte Tonverhältniſſe bringen, und den Naturausdruck ſeiner Wildheit, ſeinem rohen Er— gehen entnehmen und ihn mäßigen“ 145 y) Die Muſik „iſt erſt Kunſt als die kadenzierte Interjektion“ 145. Für die Eignung des Tons zum Ausdruck der Empfindung, iſt es von größter Bedeutung, daß er „dem ideellen Bereich der Zeit“ angehört 146 c) Gründe für die elementariſche Macht der Muſik auf das Ge⸗ müt 146—153, 130, 131 a) Pergleich hierin mit der Skulptur, deren Werke „als Objekt der Anſchauung die meiſte Selbſtändigkeit“ haben, und mit der Malerei, die mit dem Beſchauer ſchon in näherem Zuſammenhang ſteht 147 aa) Die Muſik geht nicht „zu einem dauernden äußerlichen Be⸗ ſtehen im Raume und zur Anſchaubarkeit einer für ſich ſeienden Objektivität“ fort, auch macht ſie „nicht die Trennung des äußer— lichen Materials von dem geiſtigen Inhalt wie die Poeſie“, ſon⸗ dern „ſie dringt mit ihren Bewegungen unmittelbar in den in— neren Sitz aller Bewegungen der Seele ein“ 148. Gefahr des Sich— verlierens 148, 149, der bloßen Verſtandesanalyſe 149 1590
Muſik 14 AP) Das Subjekt wird „feinem einfachen Selbſt, dem Zentrum ſeines geiſtigen Daſeins nach in das Werk hineingehoben und ſelber in Tätigkeit geſetzt“ 149. Der Marſch 149, 150, die Tafelmuſik 150 ) Zum „Zuſammenhang des ſubjektiven Innern mit der Zeit als ſolcher, welche das allgemeine Element der Muſik ausmacht“ 150, 151. Verhältnis des wirklichen Ich zur Zeit, zum Ton in der Zeit 151 6) Zu dem bloß abſtrakten Tönen in ſeiner zeitlichen Bewegung kommt als zweite Seite „ein Inhalt“ 151. Orpheus 151, 152. Tyrtäus 152, die Marſeillaiſe, die Regimentsmuſik 152, 153 y) Die Reproduktion der Muſik iſt an ein lebendiges Subjekt ge⸗ bunden 153. „Durch dieſe Subjektivität in Rückſicht auf die Ver: wirklichung des muſikaliſchen Kunſtwerks vervollſtändigt ſich erſt die Bedeutung des Subjektiven in der Muſik“ 153 2. „Beſondere Beſtimmtheit der muſikaliſchen Ausdrucksmittel“ 130, 154—186. Zur Frage „wodurch es möglich und notwendig werde, daß die Töne kein bloßer Natur⸗ ſchrei der Empfindung, ſondern der ausgebildete Kunſtausdruck derſelben ſeien“ 154. Der einzelne Ton iſt ſelbſtändig; muſikaliſche Geltung jedoch bekommt er erſt „in Beziehung auf andere Töne“ 154, 155. Außerlichkeit dieſer Beziehung 155. Bedeutung des Quantums, und der Verſtandesform überhaupt, wie fie im Quan⸗ titativen herrſchend iſt 155. Verwandtſchaft hierin mit der Archi— tektur 156 „Erſtens haben wir uns mit der bloß zeitlichen Dauer und Be— wegung zu beſchäftigen“, mit Zeitmaß, Takt und Rhythmus 156, 157, 158—166 Zweitens hat es die Muſik „mit der konkreten Zeit der ihrem Klang nach beſtimmten Töne zu tun“, mit der Harmonie 156, 157, 166—180 Drittens endlich iſt es die Melodie 156, 157, 180—185 ) „Zeitmaß, Takt, Rhythmus“ 188-166, 156, 157, 180 a) Während „die Geſtalten der Skulptur und Malerei im Raum nebeneinander ſind“, tritt in die Muſik das ſinnliche Material „nur mit der zeitlichen Dauer ſeiner Bewegung ein“ 158 1591
1 » Muſik dd) Charakteriſtik der Zeit als Aufeinanderfolge zählbarer Zeit— punkte und als Dauer 158, 159 66) Die Muſik bringt in die Zeit das Maß 159. Zur Frage, „weshalb denn überhaupt die Muſik ſolcher Maße bedürfe“ 159. „Das Ich iſt nicht das unbeſtimmte Fortbeſtehen und die haltungsloſe Dauer, ſondern wird erſt zum Selbſt, als Sammlung und Rück— kehr in ſich“ 159, 160 yy) An die Stelle der leeren Unbeſtimmtheit tritt umgekehrt die „ebenſo unbeſtimmte Mannigfaltigkeit von beſonderen Quanti— täten“. Nun müffen die einzelnen Quanta in eine Einheit gebracht werden 160 6) „Dies führt uns zu der weiteren Regulierung, welche durch den Takt herkommt“ 160—163 (f. Takt), 158, 157 y) Der Rhythmus 163—166, 157, 158 (ſ. Rhythmus) b) „Die Harmonie“ 156, 157, 166—180. „Das Erſte, was ſich unſerer Betrachtung darbietet, iſt der Unterſchied der beſon— deren Inſtrumente“ 167, 168—172. Zweitens ift das muſikaliſche Tönen „in ſich ſelbſt eine gegliederte Totalität unterſchiedener Töne, Tonreihen und Tonarten“ 167, 172—176. Drittens iſt die Muſik „ein konkretes Zuſammenklingen“ 167, 176—180 a) Der Unterſchied der Inſtrumente 168—172, 167, 180. Vergleich mit dem ſinnlichen Material, das die bildenden Künſte vorfinden 168 aa) Die Muſik muß ſich, die menſchliche Stimme ausgenommen, „ihre übrigen Mittel zum wirklichen Tönen erſt durchgängig ſelber herbeiſchaffen, bevor fie überhaupt nur exiſtieren kann“ 168 66) Mannigfaltigkeit des Materials, das zum Klingen gebracht wird 168—171 (f. Material) *) Die Totalität „von Inftrumenten kann die Muſik entweder einzeln oder in vollem Zuſammenſtimmen gebrauchen“ 171—172. Zur Schwierigkeit kunſtgemäßer Zuſammenſtellung 171. Zu Mo— zarts Symphonien 171, 172 6) „Die Beſtimmtheit des Tones in ſich ſelbſt, und die Relation zu andern Tönen“ 172—176, 167. Dies objektive Verhältnis be— ruht „auf quantitativen Unterſchieden und Zahlenproportionen“ 172 aa) Die Lehre von den Intervallen 172174. Bedeutung der ver— ſchiedenen Saitenlänge 173. „Das numeriſche Verhältnis der 1592
14 Muſik Schwingungen in derſelben Zeitdauer iſt und bleibt die Grund— lage für die Beſtimmtheit der Töne“ 173, 174. Zur Oktave, Quinte, Terz uſw. 174 BB) Die Tonleiter 174, 175, 172, 180, die Tonika 175 Y) Die Tonarten, hervorgehend aus der Tonleiter 175—176, 172, 180. Die Dur: und Molltonart 176 „) Das Syſtem der Akkorde 176—180, 167 ca) Zum Begriff des Akkords 176 und zur Harmonie 177 66) Zur „Totalität beſonderer Akkorde“ 177—179. Über die kon⸗ ſonierenden Akkorde, deren Grundlage der Dreiklang abgibt 177. Hervortreten tieferer Entgegenſetzung und Aufhebung des Wider— ſpruchs in höherer Einheit 178. Über die „diſſonierenden ſoge⸗ nannten Septimen- und Nonen-Akkorde“ 178, 179 und zur not⸗ wendigen Auflöſung von Diſſonanzen 179 yy) Die Bewegung von Akkord zu Akkord 179, 180 c) „Die Melodie“ 180-185, 156, 157, 164 (f. Melodie), 186 3. „Verhältnis der muſikaliſchen Ausdrucksmittel zu deren Inhalt“ 186—219, 130—131. Jetzt handelt es ſich „um einen Inhalt, der in Rhythmus, Harmonie und Melodie einen kunſtgemäßen Ausdruck erhalten ſoll“ 186. Die Muſtk kann begleiten und kann ſich in ihrem eigenen Felde ver: ſelbſtändigen 187. Dieſer Unterſchied tut ſich dann in der Vokal⸗ und Inſtrumentalmuſik hervor 187. Vergleich mit der Architektur 186, mit Skulptur und Malerei 187. Verhältnis zwiſchen Text und begleitender Muſik 187, 191. Zur doppelten Art der Inner⸗ lichkeit 188. In den alten Kirchenmuſiken ſpricht „ſich nicht eine ſubjektive Empfindung der Rührung aus“, „ſondern gleichſam die Sache ſelbſt“ 188. Das „ſubjektive Moment der Empfindung“ aber „iſt die Muſik ganz ebenſo zu organiſieren imſtande“ 189. Ver⸗ hältnis der Vokal- und Inſtrumentalmuſik zum Inhalt 188, 190. Bedeutung der Konzeption einerſeits und der Exekution anderer⸗ ſeits 190 a) „Die begleitende Muſik“ 186, 187, 188, 190-191, 191-210, 131. Der Text darf die Muſtk nicht merkbar in ihrer freien Produktion hemmen und die Muſik darf ſich ihrerſeits nicht gänzlich vom Inhalt des Textes emanzipieren 191, 192 „Innerhalb dieſer echten Freiheit laſſen ſich näher drei verſchie⸗ dene Arten des Ausdrucks unterſcheiden“ 192 1593
1 . Muſik a) Das eigentlich Melodiſche im Ausdruck, die tönende Seele iſt der eigenſte Inhalt für die Muſik 192—195 aa) Der Naturſchrei des Gefühls iſt der Ausgangspunkt für die Muſik; ſie darf aber nicht dabei ſtehenbleiben 192, 193, 145 BB) Die Muſik hat „im Jubel der Luft, wie im höchſten Schmerze noch frei und in ihrem Erguſſe ſelig zu fein” 194, 193. Zur wahr⸗ haſt idealiſchen Muſik 194 yy) „Wenn daher die Beſonderheit der Empfindung dem Melodiſchen nicht fehlen darf, fo fol die Muſik dennoch ... die Seele, die in dieſe Empfindung ſich verſenkt, zugleich darüber erheben“ 194, 195. Zur Gefahr, in das melodiſche Klingen als ſolches abzu— gleiten 195, 148, 149 8) Es iſt notwendig in Betreff auf den Inhalt und die beſonderen Verhältniſſe und Situationen, in welche das Gemüt ſich eingelebt hat, „dem Ausdruck ſelber die gleiche Beſonderung zu geben“ 196. „Das Nähere des Inhalts iſt nun eben das, was der Text angibt“ 196. Ein Lied ſchlägt vornehmlich einen Gemütston an 196, 197 aa) Das Rezitativ 197—198. Hier wird die Muſik „im Unter— ſchiede des melodiſchen Ausdrucks zu einer tönenden Deklama— tion“. Sie ſteht „zwiſchen dem Melodiſchen als ſolchem und der poetiſchen Rede“ 198, 210 BP) Seine hauptſächliche Anwendung erhält das Rezitativ einer: ſeits im Oratorium, andererſeits im dramatiſchen Geſang 199 yy) Dem Rezitativ geht die beſtimmte Gliederung und Abrun— dung, der Ausdruck von Seeleninnigkeit und Einheit ab 199, 200 y) Die dritte Ausdrucksweiſe, der melodiſche Geſang, kann ſich „gegen die beſondere Charakteriſtik hinwenden“ und dabei aber „der charakteriſierenden Deklamation die organiſche Gliederung und einheitsvolle Abgeſchloſſenheit angedeihen laſſen“ 200—210 ad) Die Beſchaffenheit des Textes 201, 201—204, 141, 196. Die Hauptforderung beſteht darin, „daß der Inhalt in ſich ſelbſt wahrhafte Gediegenheit habe“ 201, 202. Er darf nicht gedankenſchwer und von philoſophiſcher Tiefe ſein 202. Schillers Lyrik, die Chöre des Aſchylos und Sophokles 202. Schlechte Sehnſüchtigkeit und Schöntuerei romantiſcher Poeſie iſt ebenſalls ungeeignet 202. Am paſſendſten iſt eine Poeſie „im Lyriſchen wahr, höchſt einfach, mit wenigen Worten die Situation und Empfindung andeutend; im Dramatiſchen ohne allzu verzweigte Verwickelung klar und leben⸗ dig, das Einzelne nicht ausarbeitend, überhaupt mehr bemüht, 1594
Muſik 14 Umriſſe zu geben, als dichteriſch vollſtändig ausgeprägte Werke“ 203. Über den Text der Zauberflöte, die alten lateiniſchen Texte der großen Meſſe 203, 204, das große Requiem 204, Händels Texte 204 Brauchbarkeit lyriſcher kleinerer Gedichte 204, 208. Für das dra⸗ matiſche Feld ſchufen Brauchbares: Metaſtaſio, Marmontel, Gluck 204, 208—-210 68) Verhältnis des Charakteriſtiſchen zum Melodiſchen 204—207. „Die Hauptforderung ſcheint mir... die zu fein, daß dem Melo— diſchen, als der zuſammenfaſſenden Einheit immer der Sieg zu— geteilt werde“ 205. Gefahr der Kontraſte in der heutigen drama— tiſchen Muſik 205, 206. „Die wahrhaft muſikaliſche Schönheit liegt .. . darin, daß zwar vom bloß Melodiſchen zum Charaftervollen fortgegangen wird, innerhalb dieſer Beſonderung aber das Melodiſche als die tragende, einende Seele bewahrt bleibt“ 206. Händel, Gluck, Piccini 206. Rouſſeau, Roffini 206, 207 yy) Über die vornehmlichſten Arten der begleitenden Mufit 207 bis 210. Zur kirchlichen Muſik, die „größtenteils von epiſcher Ge— diegenheit bleibt“ 207. Die Meſſe 207, 208, die proteſtantiſche Kirchenmuſik; Bach, das Oratorium 208. Zur lyriſchen Muſik 208, 204. Zur dramatiſchen Muſik 208 —210, 204. Rolle der Muſik in der alten Tragödie 208, 209. Die Operette und die Oper 209, das Vaudeville 209, 210 e b) „Die ſelbſtändige Muſik“ 210-215, 131, 186, 188, 191. Rückblick 210. Soll die Subjektivität in der Muſik zu ihrem vollen Recht kommen, ſo muß ſie ſich von einem gegebenen Text los machen 210, 211. Der Akt der Befreiung beginnt ſchon inner: halb der begleitenden Muſik 211, ;. B. in der Oper 211, 212 a) Die Inſtrumentalmuſik iſt die eigentliche Sphäre der ſelbſtän⸗ digen Muſik 212 6) Charakteriſtik des muſikaliſchen Hin und Her, Auf und Ab der harmoniſchen und melodiſchen Bewegungen 212, 213. Der Dilet⸗ tant und Kenner fangen an ſich weſentlich zu unterſcheiden 213. Zum Verhältnis des Komponiſten zu ſeinem Werk 213, 214. Mög⸗ liche Stoffleerheit der muſikaliſchen Produktion; Frühreife des muſikaliſchen Genies 214 [10, 96; 12, 54] ) Das allgemeine Prinzip dieſer Stufe iſt „die Subjektivität in ihrem ungebundenen muſikaliſchen Schaffen“ 214. Hineinſpielen der Willkür 214, 215 1595
1 1 in a A von Muſik / Muſiker e) „Die künſtleriſche Exekution“ 215—219, 190, 191. Zur Gegenwärtigkeit des muſikaliſchen Kunſtwerks gehört der ausübende Künſtler 215. Wir können „zwei verſchiedene Haupt— arten der ausübenden muſikaliſchen Kunſt unterſcheiden“ 215 a) Das Epos verlangt von dem vortragenden Rhapſoden Ge— horſam gegen die objektive Gediegenheit ſeines Stoffes und zu— gleich Beſeelung dieſes Stoffes 215, 216 8) Kunſtwerke, „in welchen die ſubjektive Freiheit und Willkür ſchon von ſeiten des Komponiſten her überwiegt“, verlangen, „daß der Künſtler ſelbſt im Vortrage komponiert, Fehlendes er— gänzt ...“ 216, 217. Die italieniſche Oper 217 Y) Wunderbar iſt die künſtleriſche Produktion auf einem Inſtru— ment, das „ein vollendet durchgebildetes eigenſtes Organ der künſtleriſchen Seele“ werden kann 217, 218. Wir genießen „das wundervolle Geheimnis, daß ein äußeres Werkzeug zum vollkom— men beſeelten Ogan wird“ 219 (O romantiſche Künſte) Verhältnis der Muſik zur Malerei 129, 134, 147, 154, 158, 168, 187, 190, 192, 193, 195, 215 (O ſ. o.) Verhältnis der Muſik zur Skulptur 134 —136, 147, 158, 168, 187, 193, 195 (f. Skulptur) Verhältnis der Mufit zur Architektur 132, 133, 161, 162, 186 (ſ. Architektur) Verhältnis der Muſik zur Poe ſie 138, 141, 164, 196, 201, 202, 205, 221, 222, 224, 226, 230, 232, 233, 244, 275, 291, 294, 296 (f. Poeſie), 453 Muſiktert 141—142, 196, 201—204 (0 f. o.), 221 Gegenwärtige Muſik (f. Gegenwart) 345 (O cineſiſche Religion) Die Muſik bei den Pythagoreern und bei den Griechen überhaupt 249, 278, 279 (f. Pythagoras) 14 (© Sophiſten) Muſiker Zur Freiheit des Muſikers vom Text 134, 135, 137 (O Mufif). Seine häufige Geiſtloſigkeit 181 (O Melodie), 214; ſein Verhältnis zum Inhalt feines Werkes 213 (O Mufit). Vergleich des Muſikers mit dem bildenden Künſtler 272 (O Dichter), 134, 135, 137 (O Muſik) 1596
14 nn oo 1 — 17 A 10 Muſiker / Mutter — Kind Charakteriſtik des Komponiſten 214, 215 (O Muſik), 181 (O Me⸗ lodie). Vergleich des ausübenden Muſikers mit dem Schauſpieler 215 (O Mufik), 523 Muskelſyſtem „Die Irritabilität als Muskelſyſtem“ 210, 216 (O Naturbeob: achtung) 220 Der Muskel als „abſtrakte (ſenſible) Irritabilität, die einfache Veränderung der Rezeptivität in Reaktivität“ 588 [P. St. 6, 207], 597 C. Der Muskel iſt „Prozeß des Mechanismus nach außen“ 597 H. Zu Treviranus' Satz, daß mit der Zuſammenziehung eine wirkliche Zunahme der Kohäfion verbunden iſt« 597 Z. Ermans Verſuch 597 3, 598 C. Zur Reizbarkeit der Muskeln 598 H. „Die Bewegung der Muskeln iſt die elaſtiſche Irritabilität“ 598 8 (O Tier) Mut „Den Willen und Mut der Wahrheit“ ſich bewahren 8 8. „Der Mut der Wahrheit, Glauben an die Macht des Geiſtes iſt die erſte Bedingung des philoſophiſchen Studiums“ 36 (O Syſtem) „Das iſt eben der Mut gebildeter Nationen, daß er ſeine Stärke nicht in den Arm allein ſetzt, ſondern weſentlich in den Verſtand, die Anführung, den Charakter der Anführer, und, wie bei den Alten, in den Zuſammenhalt und das Bewußtſein des Ganzen“ 509 „Der Mut der Wahrheit, der Glaube an die Macht des Geiſtes iſt die erſte Bedingung der Philoſophie.“ „Das zuerſt verborgene und verſchloſſene Weſen des Univerſums hat keine Kraft, die dem Mute des Erkennens Widerſtand leiſten könnte“ 22 (O Philoſophiegeſchichte) Mutter — Kind Vorzüglich iſt in erſter Zeit für das Kind „die Erziehung der Mutter wichtig, denn die Sittlichkeit muß als Empfindung in das Kind gepflanzt worden fein“ 254 (O Familie) Über das Verhältnis des Kindes im Mutterleib 158. „Das eine iſt noch kein Selbſt, noch nicht undurchdringlich, ſondern ein wi— 1597
Mutter — Kind / Mutterliebe 10 derſtandloſes; das andere iſt deſſen Subjekt, das einzelne Selbſt 13 beider. — Die Mutter ift der Genius des Kindes ...“ 158 8, 159 @ (O Seele) „Das Kind im Mutterleibe“ 164 S, 165—167 & (O Seele). „Das Kind im Mutterleibe zeigt uns eine Seele, die noch nicht im Kinde, ſondern nur erſt in der Mutter wirklich für ſich iſt, ſich noch nicht für ſich tragen kann, vielmehr nur von der Seele der Mutter getragen wird“ 165 H. „Das Selbſt des Kindes vermag dem Selbſt der Mutter noch gar keinen Widerſtand ent⸗ gegenzuſetzen“ 165 8, 166 S. Über das Muttermal 166 G, 159 ©. Der Säugling iſt der Macht der Empfindung der Mutter noch ſehr unterworfen 1668, 167 Mutterliebe (Frau, Liebe, Maria) Das Muttergefühl der Maria zu Chriſtus iſt in der romantiſchen Kunſt zu einem hohen geiſtigen Gegenſtand erhoben 36. „Bei den Griechen aber gehört dieſe anmutigſte Liebe noch dem untergeord— neten Kreiſe der Faunen an, um zu bezeichnen, daß fie ihren Urſprung aus dem Tieriſchen, Natürlichen herleite, und deshalb auch dieſer Sphäre könne zugeteilt werden“ 36, 37 (O griechiſche Götter), 427 „Die Liebe der Maria, die Mutterliebe, iſt der gelungenſte Gegen— ſtand der religiöfen romantiſchen Phantaſie. Am meiſten real, menſchlich, ift fie doch ganz geiſtig, ohne Intereſſe und Bedürftigkeit der Begierde, nicht ſinnlich und doch gegenwärtig; die abſolut befriedigte ſelige Innigkeit. — Sie iſt eine Liebe ohne Verlangen“ 152. Sie hat „einen unmittelbaren Halt in dem natürlichen Zu— ſammenhange“ 152. Die Mutterliebe, dies Bild gleichſam des Geiſtes, tritt in der romantiſchen Kunſt an die Stelle des Geiſtes ſelber 153 (O Liebe) Die griechiſchen Göttinnen ſind immer kinderlos dargeſtellt. „Der majeſtätiſchen Gattin des Zeus einen Sohn zuzugeſellen war der antiken Anſchauung zu niedrig“ 427. „Dies macht einen wich⸗ tigen Gegenſatz der klaſſiſchen Kunſt gegen die romantiſche aus, in welcher die Mutterliebe einen Hauptgegenſtand abgibt“ 427 (O griechiſche Götter). Vergleich der Iſis, welche den Horus auf den Knien hält, mit der Maria mit dem Kinde in der chriſtlichen Kunſt 456 [14, 13] 1598
14 1 2 11 11 11 13 17 o 3 10 Mutterliebe / Myſterien 13. Die Liebe der Madonna zum Kinde iſt der ſchlechthin gemäße ideale Inhalt in der Malerei 38, 44. Abgrenzung der Mutterliebe von der Geſchwiſterliebe, der Vaterliebe 44, 45. Die Darſtellung der Liebe Marias zu Chriſtus erhält einen breiten Verlauf. Der Frieden geht bis zum innerſten Leiden fort 45, 99 (O Malerei) Mutterſprache ſ. deutſche Sprache ſlvetv, He οο 112 (O Philoſophie) Myfenä 302 (O Griechen) Mykerinos 269 (O Agypten) Mylitta, Iſtar 247 (O Babylon) Myron Die Kuh des Myron 429. Goethes Schilderung davon 429, 430 (O Tier). Der Diskuswerfer und Läufer des Myron 437 (O Skulp⸗ tur). Myrons Hekate aus Holz 443 (O Holz). Sonſt bediente er fi) hauptſächlich des Erzes 447 Myſon Er wird zu den ſieben Weiſen gezählt 194 (O ſieben Weiſe) Myſterien (Abendmahl, Eleuſis) Das Myſterium im Genuſſe des Opfers 550. „Das Myſtiſche tft nicht Verborgenheit eines Geheimniſſes oder Unwiſſenheit, ſon⸗ dern beſteht darin, daß das Selbſt ſich mit dem Weſen eins weiß und dieſes alſo geoffenbart iſt“ 550. Das Myſterium des Brotes und des Weins, der Ceres und des Bacchus iſt noch nicht „Myſte⸗ rium des Fleiſches und Blutes“ 551 (O Kunſtreligion) 567 (O griechiſche Komödie) „Symbolik von Brot und Wein in den Eleuſiniſchen Myſterien und im Chriſtentum“ 209 (O Einbildungskraft) Von den Myſterien läßt ſich ſagen, „daß ſie Trümmer einer frühe⸗ ren Erkenntnis enthalten“ 163 @ (0 Magie) 1599
11 13 16 Myſterien Die Myſterien waren nur alte Anfänge, „und enthielten ſicherlich keine größere Weisheit, als ſchon im Bewußtſein der Griechen lag. Alle Athener waren in die Myſterien eingeweiht, und nur So— krates ließ ſich nicht initiieren, weil er wohl wußte, daß Wiſſen— ſchaft und Kunſt nicht aus den Myſterien hervorgehen, und nie= mals im Geheimnis die Weisheit liegt“ 313, 323, 324. Die My⸗ ſterien waren alte Gottesdienſte, „und es iſt ebenſo ungeſchicht— lich als töricht, tiefe Philoſopheme darin finden zu wollen, da im Gegenteil nur Naturideen, rohere Vorſtellungen von der allge— meinen Umwandlung in der Natur und von der allgemeinen Le— bendigkeit der Inhalt derſelben waren“ 324. Sie waren „ſinnliche Gebräuche und Darſtellungen, die nur in Symbolen der allgemei— nen Operationen der Natur beſtanden“ 324. Ceres, Proſerpina, Bacchus 324. Sie erinnern nur ſchwach an die Natur des Geiſtes 324 und die „Götter der Kunſt bleiben getrennt von den Göttern der Myſterien“ 325 (O Griechen) [13, 57, 58] Bei den Griechen finden wir Altes in den Myſterien erhalten. Sie „waren nichts Geheimes in dem Sinne, daß das griechiſche Volk nicht mit ihrem Inhalt wäre allgemein bekannt geweſen“ 57. In ihnen war „keine große Weisheit oder tiefe Erkenntnis ver— borgen“ 57. Ihr Symbolwert 58. Demeter, Bacchus 58 (O grie⸗ chiſche Götter) [16, 153] Die Myſterien der Griechen 148, 149, 150, 151 (f. griechiſche Religion). Sie find „ein von Allen Gewußtes, das nur geheim be⸗ handelt, d. h. nur nicht zum Geſchwätze des täglichen Lebens ge⸗ macht wird.“ „Geheim mußten jene Anſchauungen hauptſächlich nur deshalb bleiben, weil die Griechen von ihnen nicht anders als in Mythen, d. h. nicht ohne das Alte zu verändern, hätten ſprechen können“ 151. Auch in dieſem Kultus „bleibt die Heiterkeit die Grundlage“ 151, 152. Vergleich der Reinigung in dieſem Kultus mit dem Prozeß in Tragödie und Komödie 152. Mit dem Kultus der Myſterien tritt notwendig die Vorſtellung von der Unſterblich— keit der Seele ein 152, 153. Symbolcharakter der Myſterien 153. Ceres, Demeter, Bacchus 153. Sie konnten „dem Selbſtbewußtſein der Griechen nicht die wahrhafte Verſöhnung geben“ 154. Sokra⸗ bes Stellung zu den Myſterien 154 [11, 313; 17, 112] (O grie⸗ chiſche Religion) 1600
16 1 A 19 Myſterien Die ſpekulative Idee der chriſtlichen Religion iſt ein Geheimnis, ein suvorjoror, für die ſinnliche Betrachtungsweiſe und für den Verſtand 233, 235. „Myſterium heißt man auch das Unbegreif— liche; was unbegreiflich heißt, iſt eben der Begriff ſelbſt, das Spekulative, daß das Vernünftige gedacht wird: durchs Denken iſt es eben, daß der Unterſchied beſtimmt auseinandertritt“ 235 (O chriſtliche Religion). Der Inhalt der ſpekulativen Idee „heißt Myſterium, weil er dem Verſtande ein Verborgenes iſt, denn er kommt nicht zu dem Prozeß, der dieſe Einheit iſt: daher iſt alles Spekulative dem Verſtande ein Myſterium“ 553 (O Gottesbeweiſe) „Wahrhaft iſt nur dasjenige, was man die Myſterien der Reli⸗ gion genannt hat; ſie ſind das Spekulative der Religion. Bei den Neuplatonikern heißt zwei, „ hõzu (eingeweiht werden): ſich mit ſpekulativen Begriffen beſchäftigen“ 111, 112. In den Eleuſi— niſchen Myſterien war nichts Geheimnisvolles 112, 241. Und die Myſterien in der chriſtlichen Religion, die Dogmata, find das, was man von der Natur Gottes weiß 111. „Die Myſterien ſind ihrer Natur nach, als ſpekulativer Inhalt, geheim für den Ver— ſtand, nicht für die Vernunft; ſie ſind gerade das Vernünftige im Sinne des Spekulativen. Der Verſtand faßt das Spekulative nicht, dies Konkrete, der Verſtand hält die Unterſchiede ſchlechthin ge— trennt feſt; ihren Widerſpruch enthält das Myſterium auch, es iſt aber zugleich auch die Auflöſung desſelben“ 112. Sokrates“ Stellung zu den Myſterien 112 [11, 313; 16, 154] (O Philoſophie) Die Griechen haben den Urſprung des Subſtantiellen ihrer Bil— dung vergeſſen, in den Hintergrund geſtellt, — „vielleicht in das Dunkel der Myſterien, das ſie vor ihnen ſelbſt ſich geheim ge— halten, vergraben“ 188, 189 (O griechiſche Philoſophie). Bei den Griechen beſtand der religiöfe Kultus „in Opfern und feſtlichen Spielen“ 240. „Das Lehren ſelbſt, oder das gegenwärtige zum Vorſtellen Bringen ſcheint den Myſterien aufbehalten geweſen zu ſein“ 240, 241. Auch der Körper war dabei in Anſpruch genommen 241 (O Pythagoras) Die Schrift De mysteriis Aegyptiorum 71 (O Jamblich) Proklus hat alles ſtudiert, was zu den Myſterien gehört 71, 72. Mut gt heißt bei den Alexandrinern „überhaupt ſpekulative Philoſophie. So ſind auch die Myſterien im Chriſtentum für den Verſtand zwar unbegreiflich, ein Geheimnis; aber ſie ſind ſpeku⸗ Glockner, Hegel-Leriton 101 1601
Myſterien / Myſtiker 19 lativ, die Vernunft faßt ſie, — geheim aber ſind ſie nicht, ſie ſind ja geoffenbart“ 72 (O Proklus). Jakob Böhmes Mysterium magnum« 316, 326 (ſ. Böhme) 20 Auffaſſung jüdiſcher Myſterien von katholiſcher Seite, von Gör⸗ res, Abbé Lamennais, Baron Eckſtein 420 (O Görres) Myſtik (Myſterien, Myſtiker) 8 Unter der Bedeutung des Spekulativen iſt zu verſtehen, was man früher als das Myſtiſche zu bezeichnen pflegte 197 Z. Heute iſt Myſtiſches gleichbedeutend mit Geheimnisvollem 198 Z. Hierüber iſt zu bemerken, „daß das Myſtiſche allerdings ein Geheimnis⸗ volles iſt, jedoch nur für den Verſtand, und zwar einfach um des⸗ willen, weil die abſtrakte Identität das Prinzip des Verſtandes, das Myſtiſche aber (als gleichbedeutend mit dem Spekulativen) die konkrete Einheit derjenigen Beſtimmungen ift, welche dem Ver⸗ ſtand nur in ihrer Trennung und Entgegenſetzung für wahr gelten“ 198 8 (O Spekulatives) 12 Verhältnis der chriſtlichen Myſtik zur Kunſt des an ſich erhabenen Pantheismus 430, 484, 485, 490 (O ſymboliſche Kunſtform), 493 bis 494. „Die pantheiſtiſche Einheit in bezug auf das Subjekt hervorgehoben, das ſich in dieſer Einheit mit Gott, und Gott als dieſe Gegenwart mit ſubjektivem Bewußtſein empfindet, gibt überhaupt die Myſtik, wie ſie in dieſer ſubjektiveren Weiſe auch innerhalb des Chriſtentums iſt zur Ausbildung gekommen“ 493. Angelus Sileſius 493, 494. Vergleich mit dem eigentlichen morgenländiſchen Pantheismus 494 (O ſymboliſche Kunſtform) 19 Zum häufigen Gebrauch des Ausdrucks vmyſtiſch« bei den Neu⸗ platonikern. „Myſtagogie iſt eben dieſe ſpekulative Philoſophie, dieſes Sein im Denken, Selbſtgenuß, Anſchauung“ 91 Fußnote (O Proklus) Myſtiker 19 Beziehung zwiſchen den Scholaſtikern Anſelmus und Abälard und den Myſtikern 170 (O Abälard) „Myſtiker“ 194-198 (O0 ſcholaſtiſche Philoſophie). Rückblick auf Hauptmomente der ſcholaſtiſchen Philoſophie 194, 195. Cha⸗ rakteriſtik der Myſtiker im Vergleich mit den eigentlichen kirch⸗ 1602
19 19 20 3 7 8 1 — 12 Myſtiker / Mythologie lichen Scholaſtikern 195. Ihre Beziehung zur neuplatoniſchen Philoſophie und zum Spinozismus 195 a) Johann Charlier 195 (ſ. Gerſon) b) Raimund von Sabunde 195—196 (ſ. Raimund) c) Roger Baco 196 d) Raimund Lullus 196—198 (ſ. Lullus) 297 (O Böhme) Myſtizismus 297 (O Böhme) 153, 156, 157 (O Solger) Mythologie (Heſiod, Homer, Mythus) Lebendige Mythologie eines Volkes macht den Grund und Gehalt feiner Kunſt aus 224 (O Kunſt) 202 (O Gewiſſen) Es beſteht „der Vorzug der griechiſchen vor der nordiſchen Mytho— logie weſentlich auch darin, daß in der erſtern die einzelnen Göt— tergeſtalten zur plaſtiſchen Beſtimmtheit herausgebildet ſind, wäh⸗ rend dieſelben in der letztern im Nebel trüber Unbeſtimmtheit durcheinanderfließen“ 189 8 (O Logik) Die indiſche Mythologie 212 (O Inder). Zur nordiſchen Mytho— logie 449 (O Völkerwanderung) 100 (0 Aſthetik). Zur Mythologie der Alten 415, 416. Die eine Auffaſſung „nimmt die Mythologie als bloß äußerliche Geſchich⸗ ten“ und nimmt fie deshalb bloß hiſtoriſch; „die andere Anſicht dagegen will ſich nicht mit dem bloß Außeren der mythologiſchen Geſtalten und Erzählungen begnügen, | ondern dringt darauf, daß ihnen ein allgemeiner tiefer Sinn einwohne“ 416, 417. „Die Mythologie müſſe deshalb ſymboliſch gefaßt werden“ 417. Be⸗ ſonders Creuzer hat in den mythologiſchen Vorſtellungen der alten Völker „eine innre Vernünftigkeit der Bedeutungen geſucht“ 417 (O Symbol) Vergleich der griechiſchen Mythologie, welche „die Perſonifikation nicht bloß formell und oberflächlich läßt“, mit der indiſchen 456 (O indiſche Kunſt). Altmythiſche Züge in äſopiſchen Fabeln 513 (O Aſopos) [13, 29] 1603
12 1 = 14 15 17 19 — D u oT 18 Mythologie / Mythus Über „die Verwandlungen“ als Übergang „aus dem Symboliſch— Mythologiſchen in das eigentlich Mythologiſche, wenn wir letzte— res nämlich ſo faſſen, daß es in ſeinen Mythen zwar von einem konkreten Naturdaſein .. . ausgeht, doch dies bloß Natürliche fodann ausdrücklich ausſcheidet, indem es den innern Gehalt der natürlichen Erſcheinungen herausnimmt, und als eine vergeiſtigte Macht zu menſchlich im Innern und Außern geſtalteten Göttern kunſtgemäß individualiſiert; wie z. B. Homer und Heſiodus ...“ 522 (O Metamorphoſe) Die griechiſche Mythologie iſt, in ihrem Mittelpunkte aufgefaßt, „nicht von ſymboliſcher Schönheit, ſondern geſtaltet im echten Charakter des Kunſt-Ideals, obſchon einige Reſte des Symboli— ſchen . . . daran haften bleiben“ 10. Ihre Vorausſetzungen und ihre Fortentwicklung zum klaſſiſchen Ideal 25—99 (f. klaſſiſche Kunſtform), 39, 40 (O griechiſche Götter), 68 (O klaſſiſche Kunſt⸗ form), 450 31 (O Malerei) Die indiſche Mythologie 363 (O indiſche Religion) [11, 212; 16, 504] Betrachtung, inwieweit Mythologie ins Bereich der Philoſophie— geſchichte fällt 114, 115, 116—122 (ſ. Philoſophie). „Das Mytho⸗ logiſche kann auch Prätenſion machen, eine Art und Weiſe des Philoſophierens zu ſein“. „Der Inhalt des Mythus iſt der Ge— danke“ 120. Plato, Jacobi 120, 121. Ariſtoteles' Anſicht über die, „welche mythiſch philoſophieren“ 121 (O Philoſophie) 12 (O Neuplatoniker); in der Philoſophie des Proklus finden ſich Formen der alten Mythologie 84, 78, 81, 91 (O Proklus) Mythus Beziehung der Zahl zum Mythus 470 (O ſymboliſche Kunſtform) Das Gedoppelte in jeder Geſchichte, jedem Mythus 157, 158. „Es gibt allerdings Mythen, wo die äußerliche Erſcheinung das Über— wiegende iſt, aber gewöhnlich enthält ein ſolcher Mythus eine Allegorie, wie die Mythen des Plato“ 158 (O Vorſtellung) In Platons Dialogen treten „an die Stelle des Fortgehens im Begrifſe — Mythen, ſelbſtgebildete Bewegungen der Vorſtellung“ 1604
Mythus / Nachahmung 18 187. Interpretation dieſer Mythen durch die Neuplatoniker 187, dann durch die Neuern 188. Wert der Mythen für Platons Philo⸗ ſophie 188. „Der Mythos iſt immer eine Darftellung, die ſich finnlicher Weiſe bedient, ſinnliche Bilder hereinbringt, die für die Vorſtellung zugerichtet ſind, nicht für den Gedanken; es iſt eine Ohnmacht des Gedankens, der für ſich ſich noch nicht feſtzuhalten weiß, nicht auszukommen weiß“ 188, 189. „Die Mythe gehört zur Pädagogie des Menſchengeſchlechts. Iſt der Begriff erwachſen, ſo bedarf er desſelben nicht mehr“ 189 (O Plato; vgl. 2, 64) Mytilene 18 301 (O Ariſtoteles), 475 (O Epikur) Nachahmung (Natürlichkeit) 3 „Das Dichten iſt nicht Nachahmen der Natur. Die Poefie iſt in höherem Sinne wahr, als die gemeine Wirklichkeit“ 209 (O Ein: bildungskraft). „Das Schöne an und für ſich iſt Gegenſtand der Kunſt, nicht die Nachahmung der Natur, die ſelbſt eine nur zeit— liche und unfreie Nachahmung der Idee iſt“ 223 (O Kunſt) 10 Zum Prinzip der Nachahmung der Natur in der Kunſt 448 2 (O Kunſt) 12 Über die Nachahmung der Natur in der Kunſt 50, 71—77 (O Kunſtwerk). Nach dem gewöhnlichen Bewußtſein „ſoll die Nach— ahmung als die Geſchicklichkeit, Naturgeſtalten wie ſie vorhanden ſind auf eine ganz entſprechende Weiſe nachzubilden den weſent— lichen Zweck der Kunſt ausmachen, und das Gelingen dieſer der Natur entſprechenden Darftellung die volle Befriedigung geben“ 71 a) Es iſt zunächſt der ganz formelle Zweck des Wiederholens 71,72 aa) Dieſes Wiederholen kann als überflüſſige Bemühung ange⸗ ſehen werden 72 66) Es kann als ein übermütiges Spiel angeſehen werden, das hinter der Natur zurückbleibt 72. „Heuchelei des Lebens“ 72. Die Mohammedaner dulden keine Nachbildungen 72. Beiſpiele vollen⸗ deter Naturnachahmung 72. Zeuxis 72, neuere Beiſpiele 73 yy) Es bleibt „als Zweck nichts als das Vergnügen an dem Kunſt⸗ ſtück übrig, etwas der Natur Ahnliches hervorzubringen“ 73. Über „bis zur Ekelhaftigkeit ähnliche“ Porträts 73, Kunſtſtücke, die 1605
12 1 1 1 = 4 Di Nachahmung „weder die freie Produktion der Natur, noch ein Kunſtwerk ſind“ 73, 74. Jede Erfindung eines unbedeutenden techniſchen Werkes hat höheren Wert als Kunſtſtücke der Nachahmung 74 ß) Die Richtigkeit der Nachahmung bringt das „objektive Schöne“ zum Verſchwinden 74—75 (15, 151]. Bei der Auswahl der nach⸗ ahmenswerten Objekte regiert der ſubjektive Geſchmack 74, 75. Verſchiedenheit des Geſchmacks 75 y) Die Künſte ſelbſt, beſonders Architektur und Poeſie, beſchränken ſich nicht auf Nachahmung der Natur 75, 76. „Der Zweck der Kunſt muß deshalb noch in etwas anderem als in der bloß formellen Nachahmung des Vorhandenen liegen, welche in allen Fällen nur techniſche Kunſtſtücke, nicht aber Kunſtwerke zutage fördern kann“ 76. Das Prinzip der Naturnachahmung hat in neuerer Zeit die große Aufgabe, „die ins Schwache, Nebuloſe zurückgeſunkene Kunſt zu der Kräftigkeit und Beſtimmtheit der Natur zurückzu— führen“ und gegen das bloß willkürlich Gemachte und Konventio— nelle zu kämpfen 76, 77 (O Kunſtwerk) „Die Wahrheit der Kunſt darf keine bloße Richtigkeit ſein, worauf ſich die ſogenannte Nachahmung der Natur beſchränkt“ 215 (O Kunſtſchönes). Zur Forderung voller Naturtreue bei der Dar: ſtellung der Natur im idealen Kunſtwerk 341, 342, 373 (O Kunſt⸗ ſchönes) 12 (O klaſſiſche Kunſtform). „Die ſubjektive Kunſtnach— ahmung des Vorhandenen“ 219—226 (. romantiſche Kunſtform) Bei Betrachtung folder Gemälde, welche das unmittelbar Gegen« wärtige in den alltäglichen Umgebungen darſtellen, dürfen wir uns den Genuß nicht dadurch verkümmern laſſen, daß wir ſie „aus dem Geſichtspunkte der ſogenannten Natürlichkeit und täuſchen⸗ den Nachahmung der Natur zu bewundern aufgefordert werden“ 55, 56. Die Dennerſchen Porträts 56 (O Malerei). Naturtreue in der Muſik 192—193 (f. Mufit). Noch mehr als die Malerei muß ſich die Poeſie hüten vor zu ge— nauem Detaillieren der partikulären Vollſtändigkeit des realen Daſeins 250 (O Poeſie) [3, 209] Richtigkeit und Schönheit in der Kunſtdarſtellung 151 (O0 An⸗ ſchauung) [12, 74—75] „Die Kunſt ift zwar auch Nachahmung, aber nicht allein, fie kann 1606
Nachahmung / Nacht 15 jedoch dabei ſtehen bleiben; dann iſt ſie aber weder ſchöne Kunſt, noch ein Bedürfnis der Religion“ 464 (O ägyptiſche Religion) Nachdenken 8 Die Tätigkeit des Denkens und die Produktionen desſelben ſind im Religiöſen, Rechtlichen und Sittlichen „gegenwärtig und ent⸗ halten. Allein es iſt verſchieden, ſolche vom Denken beſtimmte und durchdrungene Gefühle und Vorſtellungen, — und Gedanken dar⸗ über zu haben. Die durchs Nachdenken erzeugten Gedanken über jene Weiſen des Bewußtſeins, ſind das, worunter Reflexion, Rä⸗ ſonnement und dergleichen, dann auch die Philoſophie begriffen iſt“ 43 O, 46 0 (O Syſtem) Nachdenken und Philoſophie 49 ©, 50 O, 53 (O Syſtem) Über das Denken als „Nachdenken über Etwas“ 77 O, 78 G, 80 g. Das Reſultat des Nachdenkens 80 9 (ſ. Denken) 208 [P. St. 6, 54] (O Sein), 262 0 (O Weſen) 10 Notwendigkeit des Nachdenkens auch für den Dichter, den Künſt⸗ ler überhaupt 327 0 (O Anſchauung) Nachdruck 7 Geſetze gegen den Nachdruck 127 (f. Eigentum) Nacht 9 „Die Nacht enthält die ſich auflöſende Gärung und den zerrütten⸗ den Kampf aller Kräfte, die abſolute Möglichkeit von allem, das Chaos, das nicht eine ſeiende Materie, ſondern eben in ſeiner Ver⸗ nichtung alles enthält. Sie iſt die Mutter, die Nahrung von Allem ... Der Schauer der Nacht iſt das ſtille Beben und Regen aller Kräfte“ 334 0 (O Farbe) 13 Die Nacht bei Pindar 53 (O griechiſche Götter) 15 50 (O Religionsphilof ophie) 16 Die Nacht in der griechiſchen Theogonie 100, 101. Anrufung der Nacht in den Eumeniden des Aſchylos 106 (O griechiſche Religion). In den neueren Syſtemen geht, in Anlehnung an das Spinozi— ſtiſche „alles nur in dieſe Einheit als in die ewige Nacht“ 510 (O Gottesbeweiſe) 1607
De} 12 12 13 11 11 12 15 2 4 Nachtigall / Name Nachtigall 251 0, 252 8, 252 0 Fußn. (O Wärme) Vorkommen der Nachtigall in der perſiſchen Poeſie 492 (O Mo⸗ hammedanismus) Nacktheit (Kleidung, Scham) Gründe, weshalb es durchaus nicht nachteilig iſt, daß bei uns weniger nackte Statuen gemacht werden als bei den Alten 228 (O Kunſtſchönes) [13, 410] Zur Frage nach der Bekleidung in der Skulptur läßt ſich im all⸗ gemeinen nur ſagen, „daß von ſeiten der ſinnlichen Schönheit allerdings dem Nackten müſſe der Vorzug gegeben werden, daß aber die ſinnliche Schönheit als ſolche nicht der letzte Zweck der Skulptur ſei“ 405, 406. Bei den Lydern und faſt bei allen Bar⸗ baren galt es ſelbſt einem Manne für große Schande nackend ge— ſehen zu werden 406, 407. Gyges 407. Die Agypter ſtellten ihre Statuen nackt dar 407. Bei den Griechen finden wir beides, nackte und bekleidete Figuren 407, 408, 409, 410 (ſ. Kleidung) Najaden 310 (O Griechen) Nala, Nalas 207 (O Indien) 291, 292 (O Kolliſion) 399 (O indiſche Religion) Name (Gedächtnis, Logos, Wort, Zeichen) „Außer dem ſinnlichangeſchauten oder vorgeſtellten Selbſt iſt es vornehmlich der Name als Name, der das reine Subjekt, das leere begriffloſe Eins bezeichnet“ 60 (O Phänomenologie) „Man meint, durch: Die ſes, etwas vollkommen Beſtimmtes aus⸗ zudrücken; es wird überſehen, daß die Sprache, als Werk des Ver⸗ ſtandes, nur Allgemeines ausſpricht, außer in dem Namen eines einzelnen Gegenſtandes; der individuelle Name iſt aber ein Sinn⸗ loſes in dem Sinne, daß er nicht ein Allgemeines ausdrückt, und 1608
10 13 9 13 15 m — -ı 10 Name / Napoleon erſcheint als ein bloß Geſetztes, Willkürliches aus demſelben Grunde, wie denn auch Einzelnamen willkürlich angenommen ge: geben und ebenſo verändert werden können“ 133 (O Daſein) In der Buchſtabenſchrift haben „die Vorſtellungen eigentliche Na⸗ men; der Name iſt das einfache Zeichen für die eigentliche, d. i. ein⸗ fache, nicht in ihre Beſtimmungen aufgelöſte und aus ihnen zuſammengeſetzte Vorſtellung“ 350 9. Der Name iſt „Verknüpfung der von der Intelligenz produzierten Anſchauung und ihrer Be⸗ deutung“ und iſt zunächſt „eine einzelne vorübergehende Produk⸗ tion“ 352 Z. Seine Beziehung zum Gedächtnis 352 (vgl. 6, 270). Das „Namen behaltende Gedächtnis“ 352 Z. Bedeutung des Na⸗ mens für das reproduzierende Gedächtnis 353—356 © und für das mechaniſche Gedächtnis 356—358 © (ſ. Gedächtnis). „Es iſt in Namen, daß wir denken“ 353 8 (O Gedächtnis), 359 (O Denken) Nas Zur griechiſchen Tempelzelle (vaös) 320 (O Tempel) Naphtha 426 0 (O Feuer), 441 (O Chemismus) 41 (O griechiſche Götter) 429, 432 (O perſiſche Religion) Napoleon Code Napoléon 543 (O Literatur) Verhalten der Württembergiſchen Landſtände bei der Ankunft Bonapartes in Frankreich von der Inſel Elba 407, 414, 415, 424, 441 (ſ. Württemberg) „Der Staat muß in ſeiner Verfaſſung alle Verhältniſſe durch⸗ dringen. Napoleon hat z. B. den Spaniern eine Verfaſſung a priori geben wollen, was aber ſ chlecht genug ging“ 376 [P. St. 11, 469, 564]. „Je ne suis pas votre prince, je suis votre maitre, erwiderte Napoleon den Erfurter Abgeordneten“ 392. Zur Arbeits⸗ teilung in dem Regierungsgeſchäft, welche Napoleon ausgearbei⸗ tet hat 398 (O Verfaſſung). Zu Napoleons Ausſpruch vor dem Frieden von Campofornio 442 (O Staatsrecht) 110 0 (O Seele) 1609
Napoleon / Naſe 11 Napoleons Schickſal als welthiſtoriſches Individuum 61 (O Ge⸗ ſchichtsphiloſophie). „Napoleon ſoll geſagt haben: Cette vieille Europe m'ennuie“ 129 (O Amerika) 251, 403, 469, 564. Napoleon über die Natur der Tragödie 361. Napoleon über die geeignetſte italieniſche Stadt, Hauptſtadt Ita⸗ liens zu werden 364 (O Römer). „Eh bien, ſagt Napoleon, wir werden wieder in die Meſſe gehn, und meine Schnurrbärte werden ſagen: das iſt die Parole“ 529 (O Reformation). Charakteriſtik Napoleons und ſeiner Leiſtung 562. „Keine größeren Siege ſind je geſiegt, keine genievolleren Züge je ausgeführt worden; aber auch nie iſt die Ohnmacht des Sieges in einem helleren Lichte er— ſchienen, als damals“ 562 13 77 (O griechiſche Götter), 299 (O ſymboliſche Architektur), 416 (O Kleidung). Zur großen Vortrefflichkeit der Münzen und Me⸗ daillen Napoleons 447 (O Münzkunſt) 19 209 (O ſcholaſtiſche Philoſophie), 552 (O Kant) 20 Zur Konſtitution, welche Napoleon dem Königreich Italien gab 497. Napoleons Urteil über den Vorſchlag, daß die oberſte Negierungsgewalt einem Staatsrat anvertraut werde, der Proclamateur-électeur aber keinen Anteil an derſelben haben ſollte 507, 508 (O Reformbill) Narrheit „Die Narrheit hat irgend eine einzelne, fixe Vorſtellung, die ver— rückt iſt, und iſt mit Richtigkeit der übrigen Vorſtellungen in der fixen Vorſtellung verbunden“ 207, 208 (O Verrücktheit) 10 „Die eigentliche Narrheit“ 219 8, 223—226 & (ſ. Krankheit) = Narſes 11 445 (O Völkerwanderung) Narziß Narziß in Ovids Verwandlungen 33 (O Ovid) Naſe 13 Bedeutung der Naſe im griechiſchen Profil 389, 390 (f. Geſicht). „Die Verſchiedenheit in der Form der Nafe gibt dem Geſicht die 1610 1 =
13 10 16 12 — Naſe / Natur mannigfachſte Geſtalt und die vielſeitigſten Unterſchiede des Aus⸗ drucks“ 397. Deutung verſchiedener Naſenformen 397. Die grie⸗ chiſche Skulptur gibt ihr „eine indifferente, wenn auch immer noch von Individualität leiſe belebte Form“ 397 (O Geſicht) Die Naſe in der ägyptiſchen Skulptur 454, 455 (O ägyptiſche Skulptur), in der äginetiſchen Skulptur 459 (O äginetiſche Skulp⸗ tur) Nation (Volksgeiſt) 70 (O Familie) Erweiterung der Familie zur Nation 261 (O Familie) Zum Nationalcharakter der verſchiedenen Nationen 78—87 (f. Volksgeiſt) „Nation heißt ein Volk, weil es zunächſt durch die Natur iſt“ 70 (O jüdiſche Religion) Nationalökonomie ſ. Staatsökonomie Nationalgedicht (Volksbuch) Charakteriſtik des echten Nationalgedichtes 368369 (ſ. Kunſt⸗ ſchönes) Nationalepos (ſ. epiſche Poeſie) Nationalgeiſt ſ. Volksgeiſt Natur (Notwendigkeit) Begriff der Natur in Fichtes Philoſophie 99, 102—103, 106—118 (ſ. Fichte). Kants Naturbegriff 131, 132, 133, 107 (f. Fichte), 254 (O Skeptizismus). Fichtes Syſtem der Natur in ſeiner Beziehung zum Syſtem der Intelligenz 128, 129, 130, 131, 135, 136, 137, 138. Kant hierzu 131, 132 (. Fichte) Zu Fichtes „durch den reinen Willensakt abſolut und zur empiri⸗ ſchen Realität gemachten Natur“ 416, 417, 418. Sie iſt „in der Kantiſchen und Fichteſchen Moraltheologie ein zu Vernichtendes, an dem der Vernunftzweck ewig erſt zu realiſieren iſt, von Wahr⸗ heit entblößt, das Geſetz der Häßlichkeit und Vernunftwidrigkeit an ſich tragend“ 419, 418, 420 (f. Fichte) 1611
Natur 2 Zum moraliſchen Poſtulat der Harmonie zwiſchen Moralität und Natur, bzw. Moralität und Glückſeligkeit 463, 466, 473—376 (f. Moralität) 3 Definition der Natur als „die abſolute Idee in der Geſtalt des Andersſeins überhaupt“ 191 (ſ. Naturwiſſenſchaft) 4 Beſtimmung der phyſiſchen Natur als das Andere des Geiſtes, als „das Außer⸗ſich⸗ſeiende“, „das ſich Verändernde“ 134 (O Dafein). Fortgehen der Entwickelung des Maßes zu „einer Mathematik der Natur“ 410, 425 (ſ. Maß) 5 Zur „Ohnmacht der Natur, die Strenge des Begriffs nicht feſt— halten und darſtellen zu können, und in dieſe begriffloſe blinde Mannigfaltigkeit ſich zu verlaufen“ 45, 46 (O Begriff) [8, 326; 9, 63 0] Die Natur und der Geiſt ſind unterſchiedene Weiſen, das Daſein der abſoluten Idee darzuſtellen 328, 353 (ſ. Idee) 6 145—150 (f. Naturphiloſophie) [P. St. 9, 49—66 f. u.] 7 „Was für den freien Geiſt, der vom bloßen Bewußtſein wohl unterſchieden werden muß, das Äußerliche iſt, iſt es an und für ſich, darum iſt die Begriffsbeſtimmung der Natur dies, das Außer: liche an ihr ſelbſt zu ſein“ 95 (O Eigentum) 8 Das Walten von Denkbeſtimmungen in der Natur 83 8, 842. Schelling ſpricht von einer Intelligenz, die verſteinert ſei 848 (O Logih) [9, 50; 19, 673] Zum Unterſchied von Idealität und Realität als Geiſt und Natur 228 O, 229 8 (O Eins), als Inneres und Äußeres 315 8 (O Ver⸗ hältnis) Über die „ins Unbeſtimmte ſich verlaufende Zufälligkeit“ in der Natur 327 8, 326 8, 328 © (ſ. Zufälligkeit) [5, 45, 46] Stellung der drei Glieder der philoſophiſchen Wiſſenſchaft, d. h. der logiſchen Idee, der Natur und des Geiſtes im abſoluten Schluß 391 2, 392 8 (ſ. Schluß) Die abſolute Freiheit der Idee ift, daß fie ſich in der abſoluten Wahrheit ihrer ſelbſt ſich entſchließt, „ſich als Natur frei aus fi zu entlaſſen“ 452, 451 [P. St. 6, 144]. „Die Idee als Sein, dieſe ſeiende Idee iſt die Natur“ 452 0, 450 © (O Idee) „Begriff der Natur“ 33, 49—66 (O Naturphiloſophie) [P. St. 6, 147—150 f. Naturphiloſophie] 1612 2
Natur J ⅛ð V § 247 [P. St. 6, § 192, faſt wörtlich] „Die Natur hat ſich als die Idee in der Form des Andersſeins ergeben.“ „Die Außerlichkeit macht die Beſtimmung aus, in welcher ſie als Natur iſt“ 49 P. St. 6, 147; 8, 452] Zuſatz. Zur Frage, wie die göttliche Idee dazukommt, ſich zu einem ſchlechthin Ungleichen zu entſchließen 49 8, 48 8, 47 Z. Sie iſt „in ihrer Unteilbarkeit unendliche Güte und erteilt und gibt dem Andersſein ihre ganze Fülle mit“ 49 g. Die dreierlei Formen des Unterſchiedenen find Allgemeines, Beſonderes, Einzelnes 49 g. Im Logos bleibt das Unterſchiedene aufbehalten in der ewigen Einheit der Idee 49 Z. Im einzelnen Menſchen wird zugleich die Einheit mit dem göttlichen Weſen gefaßt 50 Z. Die Idee in der Beſonderheit iſt die Natur, die zwiſchen beiden Extremen liegt 50 8, 51H. „Die Natur iſt der ſich entfremdete Geiſt“, nach Schel— ling verfteinerte, gefrorene Intelligenz 50 8 [8, 84 8]. „Die Na⸗ tur iſt eine der Weiſen der Idee, ſich zu manifeſtieren“ 51 @ Zur Frage nach der Ewigkeit der Welt 52—54 2 (f. Ewigkeit) § 248 [P. St. 6, § 193, faſt wörtlich]! „Die Natur zeigt in ihrem Daſein keine Freiheit, ſondern Notwendigkeit und Zufälligkeit“ 54 [P. St. 6, 147], 56 8, 57 @ So iſt die Natur nicht zu vergöttern 54, 55 [P. St. 6, 147, 148], 63 Z. „Das Höchſte, zu dem es die Natur in ihrem Daſein treibt, iſt das Leben“ 55 [P. St. 6, 148]. Menſchliche Kunſtwerke ſind natürlichen Dingen nicht nachzuſetzen. Jede geiſtige Form enthält höhere Lebendigkeit 55 [P. St. 6, 148], ſelbſt die Willkür, die zum Böſen fortgeht 56 [P. St. 6, 148, 149] Zuſatz. „Die unendliche Teilbarkeit der Materie heißt nichts an— deres, als daß fie ein ſich ſelbſt Außerliches iſt“ 568. Erſt im Leben kommt es zur Subjektivität. Der Begriff kommt erſt im Leben als Seele zur Exiſtenz 56 Z. Zum Begriff der Polarität in der Phyſik 57 8, zu den Begriffen Vierheit, Fünfheit und Drei⸗ heit in der Natur 57 H. Jakob Böhmes Ahnung vom Negativen in der Natur 57 8, 589. „Das Affirmative in der Natur iſt das Durchſcheinen des Begriffs“ 58 8 n § 249 [P. St. 6, 8 194, wenig verändert, erweitert] Betrachtung der Natur „als ein Syſtem von Stufen“, „deren eine aus der an— dern notwendig hervorgeht“ infolge „exiſtierender Metamor— phoſe“ 58 [P. St. 6, 149, 610 Zuſatz. „Es iſt völlig leer, die Gattungen vorzuſtellen, als ſich 1613
1 © S Natur nach und nach in der Zeit evolvierend; „der Zeitunterſchied hat ganz und gar kein Intereſſe für den Gedanken“ 599. „Man muß nicht meinen, daß man eine ſolche trockene Reihenfolge dynamiſch mache oder philoſophiſch oder begreiflicher ..., wenn man die Vorſtellung von Hervorgehen gebraucht“ 60 @ über die zwei Formen, in denen der Stufengang der Natur gefaßt worden, die Evolution und Emanation 60 8, 618 (ſ. d. Art.) Zur Vorſtellung der Metamorphoſe 61 , 58 g. Kritik an der Vorſtellung der Reihe 62. „Die Kontinuität des Begriffs mit ſich ſelbſt iſt ganz anderer Natur“ 62 8250 8 „Der Widerſpruch der Idee, indem ſie als Natur ſich ſelbſt äußerlich iſt, iſt näher der Widerſpruch: einerſeits der durch den Begriff gezeugten Notwendigkeit ihrer Gebilde und deren ver— nünftigen Beſtimmung in der organiſchen Totalität, — andererfeits der gleichgültigen Zufälligkeit und unbeſtimmbaren Regel⸗ loſigkeit derſelben“ 62 J. Zur „Ohnmacht der Natur“ 63 8, 64 5, 45, 46; 8, 326]. Göttlichkeit iſt an ihr nicht zu verehren 63 8, 54, 55 (f. o.). „Die Natur vermiſcht allenthalben die weſentlichen Grenzen durch mittlere und ſchlechte Gebilde“, durch Mißgeburten 64 § 251 [P. St. 6, § 195, wenig verändert] „Die Natur iſt an ſich ein lebendiges Ganzes.“ Die Idee „geht aus ihrer Unmittelbarkeit und Außerlichkeit, welche der Tod iſt, in ſich, um zunächſt als Lebendiges zu ſein, hebt aber ferner auch dieſe Beſtimmtheit, in welcher ſie nur Leben iſt, auf, und bringt ſich zur Exiſtenz des Geiſtes hervor“ 64, 65 [P. St. 6, 150] Zuſatz. „Der Begriff will die Rinde der Außerlichkeit zerſprengen, und für ſich werden“ 650 (O Naturphilofophie) Natur und Materie 67—68 9 (f. Materie) „Das Ziel der Natur iſt, ſich ſelbſt zu töten, und ihre Rinde des Unmittelbaren, Sinnlichen zu durchbrechen, ſich als Phönix zu verbrennen, um aus dieſer Außerlichkeit verjüngt als Geiſt her⸗ vorzutreten“ 7218 (O Naturphilofophie). „Die Geſtalten der Natur find nur Geſtalten des Begriffs...” 721 Y, 722 @ (f. Begriff) „Der Geiſt hat für uns die Natur zu ſeiner Vorausſetzung“ 19 P. St. 6, 227 208, 21 O, 28 g, 29 3. Zu den unterſcheidenden Beſtimmtheiten der äußeren Natur und des Geiſtes 21—27 N (. Geiſt), 28 O. „Die Natur iſt vom Geiſte geſetzt, — und dieſer 1614
10 11 12 Natur das abſolut Erſte“ 29 8, 35 [P. St. 6, 228], 368 (f. Geiſt), 52 [P. St. 6, 231], 54 (ſ. Seele). Stellung der Natur in den drei Schlüſſen zwiſchen dem Logiſchen, dem Geiſt und der Natur 474, 475 [P. St. 6, 309] (ſ. Philoſophie) In der Geſchichtsphiloſophie haben wir die Natur nicht zu betrach⸗ ten, „wie ſie an ihr ſelbſt gleichfalls ein Syſtem der Vernunft iſt, in einem beſonderen, eigentümlichen Elemente, ſondern nur relativ auf den Geiſt“ 43 (O Geſchichtsphiloſophie). „Die Ver⸗ änderungen in der Natur, ſo unendlich mannigfach ſie ſind, zeigen nur einen Kreislauf, der ſich immer wiederholt; in der Natur geſchieht nichts Neues unter der Sonne, und inſofern führt das vielförmige Spiel ihrer Geſtaltungen eine Langeweile mit ſich“ 89, 90, 91 (ſ. Weltgeſchichte) Verhältnis zwiſchen Geiſt und Natur bei den Juden 260, 261, 262 (ſ. Juden). Stellung der Griechen zur Natur 309. „Dies Herüber⸗ wenden des Natürlichen zum Geiſtigen iſt gerade der griechiſche Geiſt“ 322 (O Griechen) Die Kunſt hebt den Menſchen „mit milden Händen über die Naturbefangenheit hinweg“ 82, 81 (O Kunſtwerh. Betrachtung des Verhältniſſes der Natur zum abſoluten Geiſt, zur abſoluten Idee 136, 137 (ſ. Aſthetik), 169, 170 (. Naturſchönes). Regelmäßig⸗ keit und Symmetrie in der organiſchen und unorganiſchen Natur 191 (O Regelmäßigkeit) Zur Frage: „warum iſt die Natur notwendig unvollkommen in ihrer Schönheit, und woran tritt dieſe Unvollkommenheit heraus“ 200—212 (ſ. Naturſchönes) Zum „Verhältnis der idealen Darſtellung der Kunſt zur Natur“ 222—223 (f. Kunſtſchönes), 20, 74, 153, 200, 212. Möglichkeit der gemeinen Natur in die Kunſt einzutreten 235. Künſtleriſche Dar⸗ ſtellung der den Menſchen umgebenden äußeren Natur 331, 341, 342. Forderung voller Naturtreue 341, gewiſſer Ausführlichkeit 342 und der Zuſammenſtimmung von Menſch und äußerer Natur 343, 344. Künſtleriſche Darſtellung der äußeren Natur, inſofern ſie Werkzeug des Menſchen iſt 345—354 (ſ. Kunſtſchönes), 330 Naturnachahmung 373, 71—77, 215 (ſ. Nachahmung) [13, 12] Erſte Loslöſung des Menſchen von der Natur 423, und damit Beginn der ſymboliſchen Kunſt 424, 433 (ſ. ſymboliſche Kunſt⸗ form) 1615
12 13 1 — * Natur Bedeutung der Natur in der bewußten Symbolik 509. Sie wird „mit proſaiſchen Augen betrachtet als etwas, deſſen Verhältniſſe nur dienen, das menſchliche Tun und Laſſen vorſtellig zu machen“ 514 (ſ. Fabel) 9 (O klaſſiſche Kunſtform). „Der endliche menſchliche Geiſt ſteht der Natur als einer Grenze und Schranke gegenüber, welche er in feinem Dafein nur dadurch überwindet, und ſich zur Unendlichkeit in ſich erhöht, daß er theoretiſch im Gedanken die Natur begreift und praktiſch die Harmonie zwiſchen geiſtiger Idee, Vernunft, dem Guten und der Natur zuſtande bringt“ 38. Stellung der Natur zu den griechiſchen Göttern; ihre Stellung in der Kunſt der Er: habenheit und im Chriſtentum 39 (O griechiſche Götter). Beſiegung der Natur durch die geiſtig individuellen Götter wird im Sturz der Titanen veranſchaulicht 54. Beiſpiele für das „poſitive Zuſam— menſchließen des Geiſtigen und Natürlichen in den Idealen der klaſſiſchen Kunſt“ 62—65 (f. griechiſche Götter) 128, 129 (O romantiſche Kunſtform) Die Natur, beſonders die landſchaftliche Natur, als Gegenſtand der Malerei 53 (O Malerei). Die Naturumgebung, auch die An— ſchauung von dem Ganzen der Natur, als Gegenſtand der epiſchen Poeſie 376—377 (ſ. epiſche Poeſie) „Das Natürliche iſt in der Religion nur Moment des Göttlichen und es muß alſo, wie es für das religiöſe Bewußtſein iſt, zugleich die Beſtimmung der geiſtigen Weiſe an ihm haben“ 96, 97. „Die ſogenannte proſaiſche Anſicht der Natur, wie ſie für das verſtän⸗ dige Bewußtſein iſt, iſt erſt eine ſpätere Trennung“ 97 (f. be⸗ ſtimmte Religion) Stellung der Natur vom religiöfen Standpunkt aus, und zwar zunächſt in mehr ſubjektiver Betrachtung 121—122 und dann in mehr objektiver 122—128 (f. religiöſes Verhältnis). „Die Natur iſt die Idee an ſich und nur an ſich und die Weiſe ihres Daſeins iſt, außer fi) zu fein in vollkommener Außerlichkeit“ 123 (O reli⸗ giöſes Verhältnis). Endlichkeit des Natürlichen 192 (O Endlichkeit) „Der Geiſt als abſoluter iſt zunächſt das Sicherſcheinende, das für ſich ſeiende Fürſichſein; die Erſcheinung als ſolche iſt die Natur...” 218. „Für ſich iſt er Geiſt; das, worin ein Unterſchied ſeiner von ihm iſt, dies iſt Moment der Natur“ 218. „Das Geiſtige iſt die abſolute Einheit des Geiſtigen und Natürlichen“ 218, 219. Die 1616
1 1 5 = Natur drei Momente in dieſer Idee find: „die ſubſtantielle, abſolute, ſubjektive Einheit beider Momente“, „das Unterſcheiden des Geiſtes in ſich ſelbſt“ und das „abſolute Fürſichſein“. Betrachtung dieſer drei Momente und ihrer Beziehung zu Gott 219 (O Religion) In der Religion „iſt vorausgeſetzt die göttliche Einheit der geiſtigen und der natürlichen Welt“ 238, 239. Im Kultus iſt „Gott einmal als Einheit des Natürlichen und Geiſtigen, das andere Mal die abſolute Einheit, die ſelbſt geiſtig iſt. Dieſem Unterſchied entſprechen die beſtimmten Seiten des Kultus“ 240, 241—252 (f. Kultus). Iſt dann die Subjektivität zum Bewußtſein ihrer Un⸗ endlichkeit in ſich gekommen, ſo hat der Menſch „die höchſte Ent— zweiung gegen die Natur überhaupt und gegen ſich geſetzt, dieſe iſt es, die das Gebiet der wahrhaften Freiheit hervorbringt“ 253 (ſ. Kultus) „Die Einheit des Menſchen mit der Natur iſt ein beliebter wohl— klingender Ausdruck, richtig gefaßt heißt er die Einheit des Menſchen mit feiner Natur. Seine wahrhafte Natur aber iſt die rei: heit, die freie Geiſtigkeit .. .“ 288. Verhältnis des primitiven Menſchen zur Natur 289, 290, 291. Verhältnis der denkenden Betrachtung zur Natur 291, 292 (ſ. unmittelbare Religion) Zum „Fluch der Natur“ 357 (ſ. Fluch) „Die Natur kann vom Geiſt überhaupt nicht weggelaſſen werden, gehört zum Geiſt“ 427. Stellung der Natur in der perſiſchen Reli: gion 427. „Das Licht hat dann die Finſternis ſich gegenüber; in der Natur fallen dieſe Beſtimmungen ſo auseinander: das iſt die Ohnmacht der Natur, daß das Licht und ſeine Negation neben— einander ſind, obzwar das Licht die Macht iſt, die Finſternis zu vertreiben“ 427 (ſ. perſiſche Religion) Zum Rätfel der Natur in dem Bilde der Göttin zu Gais 471, 472 (f. ägyptiſche Religion) Betrachtung des „Verhältniſſes des Subjekts zu der Natur“ in der Religion der geiſtigen Individualität 8—9 (ſ. beſtimmte Reli⸗ gion). In der jüdiſchen Religion iſt „das Natürliche, Unmittelbare negiert“ 42, 43 (O beſtimmte Religion), 48, 56. „Die Natur iſt hier entgöttert“ 59, 61, 65 (. jüdiſche Religion). In der griechi⸗ ſchen Religion „iſt das Natürliche, Endliche verklärt im Geiſte“ 43, 44 (O beſtimmte Religion). Zum „Kampf des Geiſtigen und Natürlichen“ in der griechiſchen Religion 99—109 (f. griechiſche Glockner, Hegel⸗Lexikon 102 1617
Natur 16 Religion). Allmählich „tritt die Einheit des Geiſtigen und Natür⸗ 17 18 lichen — und das iſt das Weſentliche — immer mehr hervor“ 102 (O griechiſche Religion) Stellung der Natur in der chriſtlichen Religion, und zwar im Reich des Sohnes 218, 219, 222, 254. „Der Geiſt iſt dies Hervor⸗ gehen vermittelſt der Natur, d. h. an ihr hat er ſeinen Gegenſatz, durch deſſen Aufhebung er für ſich und Geiſt iſt“ 255. Die Natur „iſt nur im Verhältnis zum Menſchen, in dieſem Verhältnis des Menſchen iſt ſie das, was die Seite ſeiner Abhängigkeit heißt“ 255. Die Natur iſt eine Welt, „worin der Menſch Gott erkennt“ 255 (f. chriſtliche Religion), 259 Beſtimmung der Natur als Moment des Geiſtes 412. „Die Natur iſt im Geiſte gehalten, von ihm erſchaffen, und des Scheines ihres unmittelbaren Seins, ihrer ſelbſtändigen Wirklichkeit unerachtet, ift fie an ſich nur ein Geſetztes, Geſchaffenes, im Geiſte Ideelles“ 412. Zur Frage: „Wie paßt die unorganiſche Natur zum Organi— ſchen, wie iſt ſie fähig, dem Organiſchen als Mittel zu dienen?“ 528—531 (f. Gottesbeweiſe) Es gibt Eriftenzen, „die einfeitig der Notwendigkeit angehören; das ſind die natürlichen Dinge. Die Natur iſt darum abſtrakt, kommt nicht zur wahrhaften Exiſtenz“ 55 (O Konkretes). „Die Natur iſt, wie ſie iſt, und ihre Veränderungen ſind deswegen nur Wiederholungen, ihre Bewegung nur ein Kreislauf“ 61 (O Philoſophiegeſchichte) Kenophanes hat ein Buch über die Natur geſchrieben, — „der allgemeine Gegenſtand und Titel damaliger Philoſophie“ 299 (O Kenophanes). Heraklits Werk über die Natur 346. Er faßte als erſter die Natur als Prozeß 362 (0 Heraklit). Empedokles' Faſſung der Natur im Vergleich zu der des Ariſtoteles 378 (ſ. Em⸗ pedokles). Entgötterung der Natur bei Thales, Anaximander 404, bei Anaxagoras 404, 405, 406. „Die Vernunft iſt eben das Her⸗ ausgehen aus ſolcher Unſchuld und Einheit mit der Natur“ 405. Kritik an Sokrates, der für die Natur Urſachen verlangt, „die nicht an ihr zu fein ſcheinen, ſondern die außer ihr in das Bewußtſein überhaupt fallen“ 427 (O Anaxagoras) Gorgias' Werk „Über die Natur« 37 (O Gorgias). „Des Ariftoteles Begriff von der Natur iſt vortrefflicher, als der gegenwärtige; denn die Hauptſache iſt bei ihm die Beſtimmung des 1618
Natur / Naturalismus 18 Zwecks, als die innere Beſtimmtheit des natürlichen Dinges ſelbſt“ 342. Ariſtoteles', Vergleichung der Natur mit der Kunſt (en)“ 348. Gründe für den Verluſt dieſes wahren Begriffs der Natur 348--350 (f. Ariſtoteles) 19 Verachtung der Natur in der dritten Periode der griechiſchen Phi— loſophie, z. B. bei den Neuplatonikern, 6, 18 (O Neuplatoniker) In der chriſtlichen Religion „iſt das Fleiſch, das Natürliche das, was nicht ſein ſoll; die Natürlichkeit iſt das, worin der Menſch nicht bleiben ſoll. Die Natur iſt böſe von Hauſe aus“. „Die erſte Natürlichkeit fol aufgehoben werden. Dies iſt die Idee des Chri⸗ ſtentums überhaupt“ 101, 102 (O Chriſtentum), 133 (O ſchola⸗ ſtiſche Philoſophie) Spinozas Begriffe: natura naturata und natura naturans 392, 395 (ſ. Spinoza) „Die Natur iſt dies, dem Begriff nicht vollkommen adäquat ſein zu können; er hat nur im Geiſte ſeine wahrhafte Exiſtenz“ 435, 436 (O Locke). „Das Vernünftige iſt das Meiſterwerden über das unmittelbar Natürliche“ 443 (O Hobbes) Bedeutung der organiſchen Natur in Kants Kritik der Urteils— kraft 602—606 (ſ. Kant) Schelling „nennt die Natur die tote, erſtarrte Intelligenz“ 673, 8, 84 8, 9, 50], 652. Die Natur zeigt die Abbildungen der erſten abſoluten Ein-bildung des Weſens in die Form 676. Zum „Ber: hältnis der Natur zum Geiſte, und Gott, dem abſoluten“ 678—683 (ſ. Schelling). Schelling hat angefangen „die Natur als die An— ſchauung oder den Ausdruck des Begriffs und ſeiner Beſtimmun— gen aufzuzeigen“ 679, 682 (O Schelling) „Was als wirkliche Natur iſt, iſt Bild der göttlichen Vernunft; die Formen der ſelbſtbewußten Vernunft ſind auch Formen der Natur. Natur und geiſtige Welt, Geſchichte, ſind die beiden Wirk— lichkeiten“ 684 (ſ. neueſte, deutſche Philoſophie) Naturalismus 8 „Der Materialismus, Naturalismus iſt das konſequente Syſtem des Empirismus“ 160 @ (O Kritizismus) 19 330 (f. neuere Philoſophie), 510, 513, 523 (ſ. franzöſiſche Philo⸗ ſophie) 1619
12 1 = d Naturanlage / Naturbeobachtung Naturanlage 52, Naturanlage und Talent 71 (O Kunſtwerk), 382, 383 (O Künſtler) Zur Naturanlage in den alten griechiſchen Göttern 41, 44 (f. grie⸗ chiſche Götter). Sie blieb auch in den neueren Göttern erhalten 56 (O griechiſche Götter) Naturbeobachtung (Naturbetrachtung, Naturphiloſophie) „Beobachtung der Natur“ 192—233 (O Vernunft). Betrachtung, daß „das Wahrgenommene wenigſtens die Bedeutung eines Allgemeinen, nicht eines ſinnlichen Dieſen haben ſoll“ 193, 192. „Das Beſchreiben der Dinge hat noch in dem Gegenſtande ſelbſt die Bewegung nicht; ſie iſt vielmehr nur in dem Beſchreiben“ 193. Der Vorrat fürs Beobachten und Beſchreiben iſt dabei um: erſchöpflich 193, 194 Das Beſchreiben gerät in ein Schwanken, „ob das, was für das Erkennen das Weſentliche und Notwendige iſt, es auch an den Dingen ſei“ 194. Bedeutung des Merkmals 194, 195. Der Inſtinkt der Vernunſt ſindet Unterſcheidungsmerkmale, die eine Weſent— lichkeit oder ein Fürſichſein an ihnen haben; ſo in der Tier- und Pflanzenwelt 195. Da das Merkmal „die Einheit des Entgegen— geſetzten, des Beſtimmten und des an ſich Allgemeinen iſt“, bilden ſich in den Reihen des Fortgangs „Übergänge und Verwirrungen“ 196, 195. Der Vernunftinſtinkt ſucht „nach dem Geſetze und dem Begriffe” ſolchen Übergangs 197, 196 „Dem beobachtenden Bewußtſein iſt die Wahrheit des Geſetzes in der Erfahrung, als in der Weiſe, daß ſinnliches Sein für es iſt, nicht an und ſür ſich ſelbſt“ 197, 198. Für das beim Beobachten bleibende Bewußtſein wird die Realität der Wahrheit des Geſetzes wieder zu einem Gegenſatze gegen den Begriff; aber der Inſtinkt der Vernunft nimmt in der Tat ſolche Geſetze für Wahrheit an 198, 199. „Es hat... in der Erſahrung das Sein des Geſetzes, aber ebenſo dasſelbe als Begriff und nur um beider Umſtände willen zuſammen iſt es ihm wahr“ 199 Der Vernunſtinſtinkt geht darauf „reine Bedingungen des Ge— ſetzes zu ſinden“ 199, 200. Damit werden die Prädikate Materien, „welche weder Körper, noch Eigenſchaften ſind“ 200 Beobachtung des Organiſchen 201227. „Als die 1620
Naturbeobachtung 2 Wahrheit dieſes verſuchenden Bewußtſeins ſehen wir das reine Geſetz“ 201. „Dies was in Wahrheit das Reſultat und Weſen iſt, tritt für dies Bewußtſein nun ſelbſt, aber als Gegenſtand auf“ 201. „Solcher Gegenſtand, welcher den Prozeß in der Einfachheit des Begriffes an ihm hat, iſt das Organiſche“ 201 Die Seiten des Geſetzes find „zunächst die organiſche Natur und die unorganiſche in ihrer Be⸗ ziehung aufeinander“ 201, 202, 221. Solche Geſetze ſind arm und kaum Geſetze zu nennen 202, 203 Die teleologiſche Beziehung verknüpft das Orga— niſche und Unorganiſche durch den Zweckbegriff 203. Charakteriſtit des Organiſchen als realer Zweck ſelbſt 203, 204, 205, 206. Selbſt— gefühl und Selbſtbewußtſein 204, 205. „Das Tier endigt mit dem Selbſtgefühle. Der Vernunftinſtinkt hingegen iſt zugleich Selbſt⸗ bewußtſein“ 205. Er iſt unbefriedigt, „er findet wohl ſich ſelbſt, nämlich den Zweck, und ebenſo dieſen Zweck als Ding. Aber der Zweck fällt ihm erſtlich außer dem Dinge, welches ſich als Zweck darſtellt. Dieſer Zweck als Zweck iſt zweitens zugleich gegenſtänd⸗ lich, er fällt ihm daher auch nicht in ſich als Bewußtſein, ſondern in einen andern Verſtand“ 205 Charakteriſtik des Dinges als „Zweck an ihm ſelbſt“ 205, 206. Charakteriſtik des Organiſchen „als ein Sichſelbſterhaltendes und Inſichzurückkehrendes und Zurückgekehrtes“ 206. Aber das be⸗ obachtende Bewußtſein „macht zwiſchen dem Zweckbegriff und zwiſchen dem Fürſichſein und Sichſelbſterhalten einen Unterſchied, welcher keiner iſt“ 206, 207. Es erkennt die „Einheit der Allge— meinheit und der Tätigkeit“ nicht 27. Ihm entſteht vielmehr „das organiſche Weſen als eine Beziehung zweier ſeiender und feſter Momente“ 207, 208. Ihre Beziehung erzeugt das Geſetz, „daß das Außere der Ausdruck des Innern iſt“ 208 Verhältnis von Innerem und Außerem 208 bis 227. Hier „iſt das organiſche Weſen ungetrennt überhaupt zu Grunde gelegt, als Inhalt des Innern und Außern, und für beide dasſelbe“ 208. Betrachtung „welche Geſtalt das Innere und Außere in ſeinem Sein hat“ 208 Das Innere 208—215, 216, 221, 223. „Die organiſche Gubſtanz als innere iſt die einfache Seele, der reine Zweckbegriff oder das Allgemeine“ 208, 209. „Das Außere, entgegengeſetzt jenem 1621
D Naturbeobachtung ſeienden Innern, beſteht in dem ruhenden Sein des Organiſchen“ 209 Die Momente oder einfachen Weſenheiten des Innern find Senſi— bilität, Irritabilität und Reproduktion 209, 210 (ſ. d. Art.) Die verwirklichten Weſenheiten oder die Geſtalt des Innern ſind das Nerven- und Muskelſyſtem, die Eingeweide der Erhaltung und der Gattung 210. Zur Geſetzlichkeit der allgemeinen organi— ſchen Tätigkeiten oder Eigenſchaften aufeinander 211, 212, 214; ihre qualitative und quantitative Verſchiedenheit 212, 213. „Eines nimmt nur mit dem Anderen ab und nimmt nur mit ihm zu, denn Eines hat ſchlechthin nur Bedeutung, inſoweit das An— dere vorhanden iſt“ 213. „Die reale Intenſion iſt ebenſo ſchlecht— hin ſo groß als die Extenſion, und umgekehrt“ 213. „Die Außer— lichkeit, in der die Momente des organiſchen Begriſſes hier be— trachtet werden, iſt die eigene unmittelbare Außerlichkeit des In— neren, nicht das Außere, welches Außeres im Ganzen, und Geſtalt iſt, und mit welchem das Innere nachher in Beziehung zu betrach— ten iſt“ 214, 215 Das Innere und Außere als Geftalt 215—222, „Wird aber der Gegenſatz der Momente ſo aufgeſaßt, wie er an dem Oaſein iſt, fo ſinken Senſibilität, Irritabilität, Reproduktion zu gemeinen Eigenſchaſten herunter“, gegeneinander gleichgültig 215, 220. Vergleich der einfachen Momente des organiſchen Be— griffs mit den Momenten der Geſtaltung 215, 216. Sie ſind nicht in einem einfachen Syſtem fixiert 216, 217. „Auf dieſe Weiſe geht an dem Organiſchen die Vorſtellung eines Geſetzes überhaupt ver— loren“, denn „das Geſetz will den Gegenſatz als ruhende Seiten auſfaſſen und ausdrücken und an ihnen die Beſtimmtheit, welche ihre Beziehung aufeinander iſt“ 217, 218. Im Organiſchen lautet das Geſetz, „daß das Außere Ausdruck des Innern ſei“ 218 Da „die Momente weſentlich reines Übergehen find, fo ergeben ſich keine ſolche ſeienden Seiten, als für das Geſetz erfordert wer— den“ 218. Das organiſche Sein „zeigt feine weſentliche Beſtimmt— heit nur als den Wechſel ſeiender Beſtimmtheiten“ 219 „Wie ſich daher der Unterſchied als feiender ausdriickt, iſt eben dies, daß er ein gleichgültiger ift, d. h. als Größe” 219, 220. „Kraft“, „Stärke“, „Schwäche“ 220 Übergang zu der Betrachtung, „was das Äußere des Organiſchen ift, und wie an ihm der Gegenſatz ſeines 1622
Naturbeobachtung / Naturbetrachtung 2 Innern und Außern ſich beſtimmt“ 221. „Das Außere für ſich be— — DD trachtet, ift die Geſtaltung überhaupt, das Syſtem des fi im Elemente des Geins gliedernden Lebens...” 221, 222, 223. Die organiſche Geſtalt ift „nach einer Seite gegen die unorganiſche Natur gekehrt, auf der andern aber für ſich und in ſich reflektiert“ 221, „reine Einzelnheit“, „einfaches Inneres“, „Element des Be⸗ ſtehens der ſeienden Glieder der Geſtalt“ 222, „ruhende Beftimmt: heit, die Zahl“ 223, 224, 226 Das Äußere felbft als Inneres und Äußeres oder die organiſche Idee übertragen auf das Unorganiſche 223—227. Cha⸗ rakteriſtik des Innern der Geſtalt als „ſpezifiſche Schwere“ 223, 224. Sie tritt „als eine Eigenſchaft neben andere“ 224. Die Rohäſion 224, 225, 226, 227. Der Prozeß des Unorganiſchen iſt „nur das beſtimmte Verhalten, wie ſein Fürſichſein, ſeine ſpezifiſche Schwere ſich aufhebt“ 225. Bedeutung der Zahl 226, 227, 223, 224 „Das unorganiſche Innere iſt ein einfaches Inneres, das für die Wahrnehmung als ſeiende Eigenſchaft ſich darbietet“ 227. Dem entgegen hat das Fürſichſein des Organiſch-lebendigen „das Prinzip des Andersſeins an ihm ſelbſt“ 227. Es iſt Einheit des ſich ſelbſt gleichen Sichaufſichbeziehens in der reinen Negativität 227, 228 Die Gattung, die Art und Individualität 227—233. Zur Freiheit der Gattung 228 (f. Gattung). Zur Art, als „Schluß, worin das eine Extrem das allgemeine Leben als Allgemeines, oder als Gat⸗ tung, das andere Extrem aber dasſelbe als Einzelnes, oder als allgemeines Individuum iſt“ 230, 231, 229. Aber „die organiſche Natur hat keine Geſchichte; ſie fällt von ihrem Allgemeinen, dem Leben, unmittelbar in die Einzelnheit des Daſeins herunter“ 231, 232. Damit hat die beobachtende Vernunft „nur das Meinen als Ding vor ſich“ 232. Die Beobachtung „kann es nicht über artige Bemerkungen, intereſſante Beziehungen, freundliches Entgegen: kommen dem Begriffe, hinausbringen“ 232, 233 (O Vernunft) Rückblick auf die Naturbeobachtung 233, 266, 267 (O Vernunft) Naturbetrachtung (Naturbeobachtung) Kants Naturbetrachtung 131, 132, 133, 107 (f. Fichte), 254 (O Skeptizismus) Naturbeobachtung 192—233 (. Naturbeobachtung). Zur ſchwär— meriſchen Naturbetrachtung 575 (O offenbare Religion) 1623
2 E > Naturbetrachtung Über den Wert der Naturbetrachtung als Lehrgegenſtand für die Gymnaſial⸗Oberklaſſe 308—309 (ſ. Philoſophieun terricht) „Die Naturbetrachtung bringt durch die Realität, in welcher ihre Gegenſtände ſich feſthalten, dieſes Zwingende mit ſich, die Kate— gorien .. . zu fixieren, und es nicht zu geftatten, daß, wie im Geiſtigen leichter geſchieht, zu Abſtraktionen von dem Gegenſatze und zu Allgemeinheiten übergegangen wird“ 22, 23 (O Logik) Zur Anſicht, daß die Natur der Grund der Welt ſei 578, 579 (O Grund) Bedeutung des Verhältniſſes der Wechſelwirkung bei Betrachtung der Natur und namentlich des lebendigen Organismus 346 (O Wechſelwirkung) „Betrachtungsweiſen der Natur“ 32, 33—492 (O Naturphilofophie) Zuſatz. „Was iſt die Natur?“ 33 H. „Dieſe Frage nach dem Sein hat einen vielfachen Sinn“ 33 O, 34 8. „In welchem Sinne wir dies hier fragen, . . dies ift es, was wir hier unterſuchen wollen“ 34. Wir dürfen nicht mit der Idee der Natur anfangen, ſondern Beſtimmungen durchgehen, „durch die uns die Idee erſt wird“ 34 Solche Beſtimmungen liegen teils in unſerm praktiſchen, teils in unſerm theoretifchen Verhalten gegen die Natur 34 8, 40 $ 245 H. Das praktiſche Verhalten des ſinnlichen Individuums zur Natur gibt den „endlich-teleologiſchen Standpunkt“ 35 (ſ. Teleologie) Zuſatz. „Das praktiſche Verhalten zur Natur iſt durch die Be— gierde, welche ſelbſtſüchtig ift, überhaupt beſtimmt“ 35 8, 42 8 a) Das praktiſche Verhalten hat es nur mit einzelnen Natur— produkten zu tun, verwendet und bemeiſtert fie 35 g, 36 © 6) Das praktiſche Verhalten macht die natürlichen Dinge zu Mit⸗ teln, deren Beſtimmung nicht in ihnen ſelbſt, ſondern in uns liegt 368 y) Das praktiſche Verhalten hebt den Gegenſatz auf, „indem ich dies Andere mit mir identiſch ſetze“. Stillung des Hungers 36 ©. Kritik an der ſchalen, äußerlichen Betrachtung von Zweckmäßig— keit, z. B. um die Weisheit Gottes aufzuzeigen 36 & 8 246 H. Charakteriſtik der heutigen phyſikaliſchen Naturbetrach⸗ tung als einer theoretiſchen und Charakteriſtik der begreifenden 1624
Naturbetrachtung 9 Betrachtung der Naturphiloſophie 37 g. Letztere hat „dasſelbe Allgemeine, aber für ſich, zum Gegenſtand, und betrachtet es in ſeiner eigenen immanenten Notwendigkeit nach der Selbſtbeſtim⸗ mung des Begriffs“ 37 8, 47 Z. Verhältnis der Philoſophie zum Empiriſchen 37 8, 38 S (8, 9], 47 8, 48 8 (ſ. Empirie). Gefahr des Verfahrens nach Analogien 38 Zuſatz. „Beim theoretiſchen Verhalten iſt a) das Erſte, daß wir von den natürlichen Dingen zurücktreten.“ Wir beginnen dabei mit den „ſinnlichen Kenntniſſen der Natur“ 38 g. 5) Die zweite Beziehung der Dinge auf uns iſt, daß ſie die Beſtimmung der Allgemeinheit für uns bekommen, oder daß wir ſie in etwas All— gemeines verwandeln“ 38 8, 39 G. y) Über den Widerſpruch, an— ſtatt die Dinge wahrzunehmen, wie fie find, fie in etwas Allge— meines zu verwandeln 39 9. Die Trennung zwiſchen Objekt und Subjekt, diesſeits und jenſeits wird geſchaffen 39 H. Es tritt die Schwierigkeit ein: „Wie kommen wir Subjekte zu den Objekten hinüber?“ 39 B, 40 O. Beantwortung dieſer Fragen iſt Aufgabe der Naturphiloſophie 40 G Über die Arten der Überbrückung ſolchen Gegenſatzes 40—44 g. Überbrückung durch die Vorſtellung eines „urſprünglichen Stan— des der Unſchuld“, eines paradieſiſchen Naturzuſtandes 400. Kritik hieran 41 O. „Dieſe Einheit der Intelligenz und der An⸗ ſchauung“ iſt „nicht Anfang, ſondern Ziel“ 41 H. „Der Menſch aber muß vom Baum der Erkenntnis des Guten und Böſen gegeſſen haben“ 41 @ (ſ. a. Sündenfall), 42 f. Überbrückung durch praktiſches Verhalten 42 @ (vgl. § 245). Überbrückung durch theoretiſches Verhalten 42 9. Indem die Intelligenz die Dinge denkt, ſetzt fie deren Inhalt in fi 42 8, 43 B. So exiſtieren die Platoniſchen Ideen als die ſubſtantiellen Gattungen in den einzelnen Dingen 43 Schwanken der empiriſchen Naturbetrachtung, ob dies Allgemeine objektiv oder ſubjektiv ſei 43 H. Geſetzen und Gattungen ſchreibt man meiſt Objektivität zu 43 g, 44 O. Die Phyſik ſieht die All⸗ gemeinheiten als ihren Triumph an 44 Z. Der gegen die Iden⸗ titätsphiloſophie gerichtete Vorwurf trifft die Phyſik viel mehr 440 Naturphiloſophie und Phyſik 44—46 0, 47 G (ſ. Naturphiloſo⸗ phie). Zu Goethes »Ins Innere der Natur . . . 46 O, 47 Z. „Das 1625
> 11 12 17 19 Naturbetrachtung begreifende Erkennen iſt die Einheit des theoretiſchen und prak⸗ tiſchen Verhaltens“ 473, 37 Z. Einwendungen gegen dieſen Standpunkt 47 8, 49 g. „Wie kommt das Allgemeine dazu, ſich ſelbſt zu beſtimmen?“ „Wie iſt Gott dazugekommen, die Welt zu ſchaffen“ 47 Z. „Gott hat zweierlei Offenbarungen, als Natur und als Geiſt“ 48 Z. Zweck der Naturphiloſophie iſt, „daß der Geiſt ſein eigenes Weſen, d. i. den Begriff in der Natur, ſein Gegenbild in ihr finde“ 48 Z. „Indem das Innere der Natur nichts Anderes, als das Allgemeine iſt: ſo ſind wir, wenn wir Gedanken haben, in dieſem Innern der Natur bei uns ſelbſt“ 48 (O Naturphiloſophie) „Sinnige Naturbetrachtung“ franzöſiſcher Naturforſcher 676 (O Gattung) Naturanſchauung der Griechen 308, 309, 312 (f. Griechen); umvreia 310 (f. uavreia) Zur ſinnvollen Naturbetrachtung 183. Schönheit der „ſinnlichen Darſtellung des konkreten Begriffs und der Idee“ 183, 184 (ſ. Naturſchönes) Die Verwunderung „kommt da hervor, wo der Menſch, als Geiſt, losgeriſſen von dem unmittelbarſten erſten Zuſammenhange mit der Natur .. von der Natur und feiner eigenen ſingulären Exiſtenz zurücktritt, und in den Dingen nun ein Allgemeines, Anſichſeiendes und Bleibendes ſucht und ſieht“ 423. Das nächſte Produkt dieſer verwunderten Naturbetrachtung iſt, daß der Menſch die Natur als Macht verehrt und das ſubjektive Gefühl vergegenſtändlicht 423 (O ſymboliſche Kunſtform) Naturerkenntnis des Empedokles 373 (ſ. Empedokles) Zur teleologiſchen Naturbetrachtung 427 (O Anaxagoras) Erkennende Naturbetrachtung gibt es in der Scholaſtik nicht 158 (J. ſcholaſtiſche Philoſophie) Kritik an der Naturerkenntnis der Aufklärung in Frankreich 509 (O franzöſiſche Philoſophie). Kritik an Fichtes Naturbetrachtung 637, 638. „Es iſt dies ein bloßes äußerliches Fortgehen von Einem zum Andern, nach der Weiſe der gemeinen teleologiſchen Betrach— tung, daß die Pflanzen und Tiere zur Nahrung des Menſchen vorhanden ſind“ 638 (O Fichte) 1626
Naturell / Naturgeſchichte Naturell 10 „Unter dem Naturell verſteht man die natürlichen Anlagen“; zu ihnen gehören „das Talent und das Genie“ 898, 92 8, 93 (O Seele) Naturforſchung Verhältnis des teleologiſchen Prinzips zur Naturforſchung 210, 211 (O Teleologie) Ein Hauptmangel der neueren Naturforſchung liegt darin, daß ſie an der mechaniſchen Erklärungsweiſe ſo hartnäckig feſthält 407 8 (O Mechanismus) 17 Gegenüberſtellung von Naturforſchung und Naturphiloſophie 360. Wenn wir die Naturforſcher hören, „ſo beobachten ſie nur, ſagen, was ſie ſehen; aber dies iſt nicht wahr, ſondern bewußtlos ver— wandeln ſie unmittelbar das Geſehene durch den Begriff. Und der Streit iſt nicht der Gegenſatz der Beobachtung und des abſtrakten Begriffs, ſondern des beſchränkten fixierten Begriffs gegen den abſoluten Begriff“ 360. „Sie verderben alle Wahr⸗ nehmung der Verwandelungen durch den feſten Begriff“ 361, 362 (O Heraklit) Naturgeiſt 10 Der ſubjektive Geiſt, an ſich oder unmittelbar, iſt Seele oder Naturgeiſt, und Gegenſtand der Anthropologie 46 [P. St. 6, 231], 48 , 49 8 (ſ. Geiſt). „Die beſondern Naturgeiſter“ 70 [P. St. 6, 234] (ſ. Seele) 20 Der Naturgeiſt im endlichen Individuum als Widerſacher des Glaubens 5 (O Hinrichs) a E Naturgeſchichte 1 542 (O Literatur) 7 „Die Lehre von den Tugenden, inſofern ſie nicht bloß Pflichten⸗ lehre iſt, ſomit das Beſondere, auf Naturbeſtimmtheit Gegründete des Charakters umfaßt, wird hiermit eine geiſtige Naturgeſchichte ſein“ 232 (O Sittlichkeit) 8 Die Idee der Natur verläuft ſich in ihrer Vereinzelung in Zu: fälligkeiten, und die Naturgeſchichte gerät in Beſtimmungen der 1627
Naturgeſchichte / natürliche Theologie E Epiſtenz, in Arten und Unterſchiede, die von äußerem Zufall und vom Spiele, nicht durch Vernunft beſtimmt find 62 [P. St. 6, 28] (O Syſtem) 10 Naturgeſchichte des Menſchen 798 (O Volksgeiſt) oO Naturgeſetz (Geſetz) Fichtes Auffaſſung vom Naturgeſetz 418 (f. Fichte) 24 (O Rechtsphiloſophie) 11 550 (O Aufklärung) 15 366 (O indiſche Religion), 405 (O Buddhaismus), 443 (O ägyp⸗ tiſche Religion) 16 „Das Anſich der Natur ſind die Geſetze der Natur, die Natur bleibt ihren Geſetzen treu, tritt nicht aus ihnen heraus, das iſt ihr Subſtantielles, ſie iſt eben damit in der Notwendigkeit“ 259 (O chriſtliche Religion). „Das Intereſſe des Geiftes ift, daß ein ſolches Geſetz an und für ſich wahr iſt, d. h. aber, daß die Vernunft in ihm ihr Gegenbild habe, dann erkennt ſie es als an und für ſich wahr“ 327 (O Gemeinde). Geſetze ſind „Abſtraktionen“ 465 (O Gottesbeweiſe) — 2 — natürliches Recht (Naturrecht, Naturzuſtand) 448, 449 (ſ. Naturrecht) 10 390, 391 (ſ. Naturrecht) 18 271 (. Naturrecht) — natürliche Religion ſ. unmittelbare Religion natürliche Theologie 3 Die natürliche Theologie als Unterrichtsgegenſtand für die Gym⸗ naſial⸗Mittel⸗Klaſſe 303, 305-307. Kants Kritik daran 307 (. Philoſophieunterricht) 318, 324 (O Philos ophieunterricht) Ausrottung der natürlichen Theologie ſeit etwa 25 Jahren 13 (O Rogit) „Die natürliche oder rationelle Theologie“ als 4. Teil der alten Metaphyſik 111—115 © (O Logit) 1628 * E
8 16 12 natürliche Theologie / Natürlichkeit § 36 [P. St. 6, S 25, faſt wörtlich (O Logik)] Sie „betrachtete den Begriff Gottes oder deſſen Möglichkeit, die Beweiſe von ſeinem Daſein und ſeine Eigenſchaften“ 111 [P. St. 6, 41] a) Suche nach Prädikaten, welche „zu dem paſſen oder nicht paſſen, was wir uns unter Gott vorſtellen“ 111 [P. St. 6, 41] b) Es ift verkehrt, Gottes Sein beweiſen zu wollen, denn der Be— weis, der die Verſtandes-Identität zur Regel hat, kann den Über⸗ gang vom Endlichen zum Unendlichen nicht machen 112, 111 [P. St. 6, 41, 42] c) Zur Notwendigkeit, die Eigenſchaften Gottes in den sensum eminentiorem zu treiben 112 [P. St. 6, 42] Zuſatz. Es war in der natürlichen Theologie darum zu tun, feſt— zuſtellen, „wie weit es die Vernunft für ſich in der Erkenntnis Gottes bringen könne“ 112, 113 g. Sie war „nicht Vernunft— wiſſenſchaft, ſondern Verſtandeswiſſenſchaft von Gott“ 1138. Die Vorſtellung von Gott bildete den Maßſtab für die Erkenntnis 113, 104, 107. Gott wurde „als das allerrealſte Weſen defi— niert“ 113 g. Damit wurde die Negation ausgeſchloſſen 113 g, 114 8; Kritik an den Gottesbeweiſen, die einzig aufzeigten, „daß das Sein Gottes von andern Beſtimmungen abhängen ſoll“ 114, 1128, 111, 115 8. Nochmaliger Rückblick auf das Ber: fahren der alten Metaphyſik 1158 Kants Kritik an ihr 144—152 0 (f. Kritizismus) Es war einſeitig, „wenn die vormalige natürliche Theologie nur Gott als Gegenſtand des Bewußtſeins faßte“. Dieſe Betrachtung der Idee Gottes hätte „zur ſubjektiven Seite, zu der des Selbſt— bewußtſeins führen müſſen“ 84 (O Kultus) 329 (O beſtimmte Religion) Die natürliche Theologie „hat den Anfang damit gemacht, den Be⸗ griff Gott zu exponieren“ 406—408 (ſ. Gottesbeweiſe) Natürlichkeit (Nachahmung) Zur Nachahmung der Natürlichkeit in der Kunſt 77 (ſ. Nach⸗ ahmung). Zur „beliebten Natürlichkeit in der Kunſt“, z. B. auf dem Theater 223, 231 (O Kunſtſchönes), 552 (O Gleichnis) [14, 496]. Natürlichkeit und Ideal 231—240 (ſ. Kunſtſchönes). Anwen: dung der Kategorie der Natürlichkeit auf eine Art des Anachronis— mus in der Kunſt 373 (O Kunſtſchönes). Das künſtleriſche Schaf⸗ 1629
Natürlichkeit / Naturphiloſophie 12 fen ſchließt, wie die Kunſt überhaupt, die Seite der Unmittelbar⸗ keit und Natürlichkeit in ſich 382, 384, 52 (O Genie) 13 Natürlichkeit in der romantiſchen Kunſtform 219—226 (ſ. roman⸗ tiſche Kunſtform) 14 Zur ſogenannten Natürlichkeit im Gegenſatze zu einer konventio— nellen Theaterſprache und deren Rhetorik 496, 497 (f. Drama). Man hatte es darin ſo weit gebracht, „daß man ein Brummen und Murmeln der Worte, von denen niemand etwas verſtand, als ein vortreffliches Spiel gelten ließ“ 522. Goethes Stellung hierzu 522, 523 (O Schauſpieler) 15 Zur Natürlichkeit als Erſcheinung Gottes 97, 96 (f. beſtimmte Religion) 16 „Die Trauer der Natürlichkeit iſt an die Hoheit der Beſtimmung des Menſchen geknüpft“ 75, 76 (O jüdiſche Religion) Naturmacht (Titanen) 16 Die Naturmacht in der griechiſchen Religion 99, 100. Kampf der Naturmächte mit den Göttern des Geiſtes 102, 103. Die neuen Götter „vereinigen in ſich das Natürliche und Geiſtige“ 104, 105, 106, 107 (O griechiſche Religion) Naturnachahmung ſ. Nachahmung Naturphiloſophie „Die Wiſſenſchaft vom ſubjektiven Subjekt⸗Objekt hat bisher Tranſzendental-Philoſophie geheißen, die vom objektiven Sub⸗ jekt⸗Objekt — Naturphiloſophie“ 130, 138, 139 (. Fichte) Schelling ſagt: »Die Naturphiloſophie iſt eine phyſikaliſche Er⸗ klärung des Idealismus; — die Natur hat von ferne ſchon die Anlage gemacht zu der Höhe, welche fie in der Vernunft erreicht« 147, 148 (O Rein hold) 3 Gründe dafür, weshalb die Naturphiloſophie als Lehrgegenſtand für die Gymnafial-Oberklaffe wenig geeignet ift 307, 308, 309 (O Philos ophieunterricht), 324 4 Zur neuern Naturphiloſophie, „welche die Natur nicht als ein der Wahrnehmung ſinnlich Gegebenes zum Grunde der Wiſſenſchaft macht, ſondern ihre Beſtimmungen aus dem abſoluten Begriffe 1630 —
4 -] E > Naturphiloſophie erkennt“ 211 (O Kant). Stellung „einer philoſophiſchen Natur⸗ wiſſenſchaft“ zum eptenſiven und intenſiven Quantum 267 (ſ. Quantum) „Die Philoſophie der Natur“ 29 [P. St. 8, 64], 145 bis 224 [P. St. 9, 27-722] (O Syſtem) SS 192—195 find wenig verändert in 9, 88 247—249 und S 251 übernommen worden (f. Natur) 147—150 [P. St. 9, 49—62 und 6465 (ſ. Natur)! $ 196 8 (vgl. $ 252) Die Idee der Natur als Mathematik, Phyſik und Organik 150 @ (vgl. 9, 66) Erſter Teil. „Die Mathematik“ 150—161 (f. Mathe⸗ matik), [P. St. 9, 70—93 — Mechanik ſ. Mechanik! Zweiter Teil. „Die Phyſik“ 150 8, 162 — 200 (ſ. Phyſik) [P. St. 9, 93—152 f. Mechanik und 152—448 f. Phyſik Dritter Teil. „Organiſche Phyſik“ 150 8, 200—224 [P. St. 9, 449—722] (ſ. Organik) Der zweite Teil von Jacobis „Schrift von den göttlichen Dingen“ betrifft die Naturphiloſophie 337338 (ſ. Jacobi) Unſere Zeit gibt von der Natur zu, „daß die Philoſophie ſie zu erkennen habe, wie ſie iſt, daß der Stein der Weiſen irgendwo, aber in der Natur ſelbſt verborgen liege, daß ſie in ſich vernünftig ſei .. .“ 23, 24 Betrachtet man „die Logik als das Syſtem der reinen Denkbeſtim— mungen“, ſo erſcheinen dagegen „die Naturphiloſophie und die Philoſophie des Geiſtes gleichſam als eine angewandte Logik, denn dieſe iſt die belebende Seele derſelben“ 87 H. „Die Naturphilo⸗ ſophie bringt die wahrhaften Formen des Begriffs in den natür⸗ lichen Dingen uns zum Bewußtſein“ 88 8 (O Logik). „Was man in der neuern Zeit Naturphiloſophie genannt hat, das beſteht zum großen Teil in einem nichtigen Spiel mit leeren, äußerlichen Ana⸗ logien, welche gleichwohl als tiefe Reſultate gelten ſollen. Die philoſophiſche Naturbetrachtung iſt dadurch in verdienten Miß⸗ kredit geraten“ 396 (O Schluß) „Die Naturphiloſophie“ 27—722 8, 64 8, 65; P. St. 6, 145— 224] (O Syſte m) Einleitung 29—49 2. Zuſatz. Zur Mißgunſt unſerer Zeit gegen die Philoſophie im Allgemeinen und gegen die Naturphilo ſophie 1631
Naturphiloſophie 9 im Beſonderen 29. Die Idee der Naturphiloſophie iſt „von unge⸗ ſchickten Händen roh ergriffen worden“ und „größtenteils in einen äußerlichen Formalismus verwandelt“ worden 299. „Durch ſolche Schwindeleien iſt die Naturphiloſophie, überhaupt die Schellingſche Philoſophie, in Mißkredit gekommen“ 308, 318 „Was wir hier treiben, iſt nicht die Sache der Einbildungskraft, nicht der Phantaſie; es iſt Sache des Begriffs, der Vernunft“ 318, 30 H. In der Enzyklopädie ift die Naturphiloſophie nur ein Kreis im Ganzen; ſo liegt auch das Hervorgehen der Natur aus der ewigen Idee im Vorhergehenden 318 (vgl. $ 244) Beſtimmung der Naturphiloſophie durch Abſcheidung von Phyſik, Naturgeſchichte, Phyſiologie 318, 32 8, 449. Sie iſt „rationelle Phyſik“ 31 und älter als die Phyſik 32 H. „Beide liegen nicht fo weit auseinander, als man es zunächſt nimmt“; ſie unterſcheiden ſich „nicht wie Wahrnehmen und Denken voneinander, ſondern nur durch die Art und Weiſe des Denkens; ſie ſind beide denkende Erkenntnis der Natur“ 328 Einteilung 32—33 8 A. „Betrachtungsweiſen der Natur“ 33-49, 328, 372, 38 8, 40 8 (f. Naturbetrachtung), 44—45 9, zum Verhält⸗ nis zwiſchen Naturphiloſophie und Phyſik 44—47. „Die Natur⸗ philoſophie nimmt den Stoff, den die Phyſik ihr aus der Erfah⸗ rung bereitet, an dem Punkte auf, bis wohin ihn die Phyſik gebracht hat, und bildet ihn wieder um, ohne die Erfahrung als die letzte Bewährung zu Grunde zu legen“ 44g. Unterſchied zwiſchen beiden 44—45 9 (ſ. Phyſik). Ihre Kategorien 45 8, 468. Zwei Möglichkeiten, das Ungenügende der phyſikaliſchen Denkbeſtim⸗ mungen zu überwinden 458, 46 8 (ſ. Phyſik). „Das wahrhaft Unendliche iſt die Einheit ſeiner ſelbſt und des Endlichen; und das iſt nun die Kategorie der Philoſophie, und daher auch der Natur⸗ philoſophie“ 46 9 (O Naturbetrachtung), 47 ©, 48 8, 49 2 (ſ. Na⸗ turbetrachtung) B. „Begriff der Natur“ 49-66 [P. St. 6, 147150], 33 9 (ſ. Natur) C. „Einteilun g“ 33, 66—69 [P. St. 6, 150] $ 252 (vgl. 6, 8 195) „Die Idee als Natur iſt erftens in der Beſtimmung des Außereinander, der unendlichen Vereinzelung“ — Mechanik 66 (vgl. 6, 150), zweitens in der Beſtimmung der Be1632
Naturphiloſophie ſonderheit — Phyſik und drittens in der Beſtimmung der Sub— jektivität — Organik 66 (vgl. 6, 150), 68 8 Zuſatz. „Die Einteilung geht von dem Standpunkte des Begrifſes, wie er in ſeiner Totalität gefaßt iſt, aus, und gibt die Diremtion desſelben in feine Beſtimmungen an“ 66 Z. Es gibt zwei mögliche Wege der Einteilung: Anfang mit dem konkreten Begriff und Ende mit dem gänzlichen Abſterben des Lebens. Vergleich mit dem Gang der Emanation 66 2, 67 S. Anſang mit dem letzten Außer⸗ ſichſein des Begriffs und Ende mit dem wahrhaften Dafein. Ber: gleich mit der Evolution 678 „Die Materie iſt die Form, in welcher das Außerſichſein der Na: tur zu ihrem erſten Inſichſein kommt“ 67 g, 68 S (f. Materie) Bedeutung der Materie in Mechanik, Phyſik und Organik 68 8, 69 g. „Jede Stufe iſt ein eigentümliches Naturreich.“ „Die eine Stufe iſt die Macht der andern, und das iſt gegenſeitig; hierin liegt der wahre Sinn der Potenzen“ 69 Erſter Abſchnitt. „Die Mechanik“ 66 (vgl. 6, 150), 68 8, 70—152 (ſ. Mechanik) [P. St. 6, 150-161 ſ. Mathematik und 162—200 f. Phyſik]. Verirrung und Berechtigung der Naturphiloſophie 150 (O Mechanik) Zweiter Abſchnitt. „Die Phyſik“ 66 (vgl. 6, 150), 68 , 1508, 152 8, 153—448 [P. St. 6, 162—200] (ſ. Phyfid). „In der Naturphiloſophie liegt eben dies zu Grunde, daß die Gedankenbeſtimmungen ſich als das Wirkende zeigen“ 234 @. Es handelt ſich in der Naturphiloſophie „nur darum, an die Stelle der Verſtandes-Kategorien die Gedankenverhältniſſe des ſpekulativen Begriſſes zu ſetzen, und nach dieſen die Erſcheinung zu ſaſſen und zu beſtimmen“ 258 O. Stellung der Naturphiloſophie zum Magne— tismus 272 [P. St. 6, 187], 276 C. Zur „vormaligen Manier der Naturphiloſophie“ im Vergleich zur heutigen in der Phyſik 411 Dritter Abſchnitt. „Organiſche Phyſik“ 66 (vgl. 6, 150), 68 8, 449—722 [P. St. 6, 200—224] (ſ. Phyſik). Kritik am „bequemen Formalismus“ 631 P. St. 6, 212], 629 g, 630 C, 632 S. Begriff der Naturphiloſophie 7218, 722 H. „Die Schwie— rigkeit der Naturphiloſophie liegt eben darin, einmal, daß das Materielle ſo widerſpenſtig gegen die Einheit des Begriffes iſt, und dann, daß ein Detail den Geiſt in Anſpruch nimmt, das ſich immer mehr häuft. Aber deſſen ungeachtet muß die Vernunft das Glockner, Hegel-Lexikon 103 1633
De} 10 1 1 2 281 18 19 Naturphiloſophie Zutrauen zu ſich ſelbſt haben, daß in der Natur der Begriff zum Begriffe ſpricht .. .“ 7220 (O Geiſt) „Zu ihrem Endreſultate muß die Naturphiloſophie — und mittel⸗ bar die Logik — den Beweis der Notwendigkeit des Begriffs des Geiſtes haben“ 20. Die Philoſophie hat „gewiſſermaßen nur zu⸗ zuſehen, wie die Natur felber ihre Außerlichkeit aufhebt, das Sich— ſelbſtäußerliche in das Zentrum der Idee zurücknimmt, oder dies Zentrum im Außerlichen hervortreten läßt, den in ihr verborge— nen Begriff von der Decke der Außerlichkeit befreit und damit die äußerliche Notwendigkeit überwindet“ 28 8, 29 Z. Die Darſtel⸗ lung des Übergangs von der Notwendigkeit zur Freiheit macht die Naturphiloſophie aus 298 (O Geiſt) 990 (O Kind), 1398 (O Empfindung) 328 (O beſtimmte Religion) Zur Naturphiloſophie des Plato im Timäus 68 (O Philoſophie— geſchichte). Zur ioniſchen Naturphiloſophie 193 (O griechiſche Phi— loſophie) [18, 46]. Thales ift der erſte Naturphiloſoph 212 (O Tha⸗ les), 223. Anaximenes „bezeichnet gleichſam den Übergang der Naturphiloſophie in die Philoſophie des Bewußtſeins“ 232 (O Anaximenes). „Schemata in der neueren Naturphiloſophie“ 272 (O Pythagoras). Zur Naturphiloſophie Heraklits 353, 360, 363 (f. Heraklit). Zur weniger ſpekulativen Naturphiloſophie des Empedokles 373 (O Empedokles) „Die Jonier haben Naturphiloſophie (Phyſik) erfunden“ 48. „Das Gute, was an und für ſich Zweck iſt, iſt auch Prinzip der Natur— Philoſophie“ 75 (O Sokrates). Zu Platons Naturphiloſophie 221, 222, 248— 269 (ſ. Plato). Zur Naturphiloſophie des Ariftoteles 337368, 318 (f. Ariſtoteles), 344, 374. Naturphiloſophie der Stoiker 436, 436—443 (f. Stoiker). Naturphiloſophie — Phyſik Epikurs 491—500 (. Epikur) Die Schemata der neueren Naturphiloſophie 243 (O Bruno) 17, 272]. Zu Bacos Naturphiloſophie 291 (ſ. Baco). Zur rein mechaniſchen Naturphiloſophie des Descartes 362 (O Descartes). Zur Naturphiloſophie in Frankreich 513, 519, 520, 523 (O franzöſiſche Philoſophie). Kants Naturphiloſophie 587, 588 (ſ. Kant) Schellings Naturphiloſophie 648, 650, 652, 672, 673, 682 (ſ. Schel⸗ ling). Schelling iſt „der Urheber der Natur⸗Philoſophie“ 652, 672, 1634
19 — Naturphiloſophie / Naturrecht 673, 678, 679 (O Schelling). „Dadurch hat ſich die Natur-Philo⸗ ſophie beſonders in Mißkredit geſetzt, indem fie auf ganz äußer— liche Weiſe verſahren iſt, ein ſertiges Schema zu Grunde legt, und darunter die Naturanſchauung bringt“ 673, 680, 681, 682, 683 (O Schelling). Charakteriſtik der Schelling⸗-Nachbeter und Naturphiloſophen 680, 681, 682, 683; „ein fo elender Formalis⸗ mus“, „ein Spiel mit läppiſchen Einſällen“ 681 (O Schelling) Naturrecht Darſtellung der „ſubjektiven“ Identität des Subjekts und Ob— jekts in Fichtes Naturrecht 76, 106—108 (f. Fichte) „Über die wiſſenſchaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts, ſeine Stelle in der praktiſchen Philoſophie, und fein Verhältnis zu den poſitiven Rechtswiſſenſchaften“ 435—537 (O Jenaer Schriſten). Die Wil: ſenſchaft des Naturrechts wurde zwar „als ein weſentlicher Teil“ der Philoſophie anerkannt, aber ihr Prinzip wurde „ganz unabhängig von der Idee gehalten“ 437; obwohl die Idee „ſich in dieſer beſtimmten Wiſſenſchaft ſo rein zu reflektieren vermag, als das abſolute Leben in jedem Lebendigen ſich ausdrückt“ 438 Die Vollendung der Wiſſenſchaft fordert Aufnahme der abge— ſonderten Wiſſenſchaft in das rein Ideelle und in einen höheren Zuſammenhang 438. Dadurch erſt werden die Grenzen der Einzel— wiſſenſchaft erkannt 439 Die kritiſche Philoſophie zwang die theoretiſchen Wiſſenſchaften zu dem Geſtändnis, „daß ſie nur im empiriſchen Meinen“ ſeien, und hat „das Abſolute ganz in die praktiſche Philoſophie gelegt, und in dieſer iſt ſie poſitives oder dogmatiſches Wiſſen“ 440 (ſ. Kritizismus) Die ſrüheren Behandlungsarten des Naturrechts haben „ſo wenig das Poſitive als das Negative rein, und ſind Vermiſchungen von beiden“ 440, 441, 442, 443—457 (f. u.). Von gef chichtlichem Inter⸗ eſſe würde ſein, wie der Zuſtand des Naturrechts, trotz aller Ver⸗ zerrungen, die Momente der abſoluten Form darſtellt 440, 441 Als „wahrer Unterſchied des Prinzips der Wiſſenſchaft kann allein anerkannt werden, ob ſie im Abſoluten, oder ob ſie außer der abſoluten Einheit, in dem Gegenſatze iſt“ 441, 440, 442. Sowohl praktiſche Wiſſenſchaſten, wie die praktiſche Empirie überhaupt, 1635
— Naturrecht haben eine Einheit und ſchließen Verhältniſſe in ſich 441, 442. Unterſcheidung zwiſchen wiſſenſchaftlicher und reiner Empirie, und dem entſprechend zwiſchen empiriſchen Wiſſenſchaften und einer rein formellen Wiſſenſchaft 442. Hiernach ergeben ſich die beiden unechten Arten der wiſſenſchaftlichen Behandlung des Naturrechts, „nach welchem das Prinzip der einen Verhältniſſe und Vermiſchungen der empiriſchen Anſchauung und des Allge— meinen, das der anderen aber abſoluter Gegenſatz und abſolute Allgemeinheit iſt“ 442, 443—457, 457—485 Nach Betrachtung dieſer beiden unechten Arten der wiſſenſchaft— lichen Behandlung des Naturrechts 442, 443, 443—457, 457—485 (ſ. u.) folgt „die Betrachtung der Natur und des Verhältniſſes der Wiſſenſchaften des Sittlichen, als philoſophiſcher Wiſſenſchaften ſowie des Verhältniſſes derſelben zu dem, was poſitive Rechts— wiſſenſchaft genannt wird“ 485—515, 515—537 (f. u.) Empiriſche Behandlungsart des Naturrechts 443—457, 442. Ihre Methode iſt, „an einem organiſchen Verhältniſſe“ „irgend eine Beſtimmtheit herauszuheben, und dieſe als das Weſen des Ver— hältniſſes anzuſehen“ 443, 452, 453. Betrachtung der Ehe oder der Strafe als Beiſpiel 443, 444. Es wird eine „Einzelnheit zum Zweck und Weſen des Ganzen gemacht“ 444 und „in die Form der Begriffseinheit geſetzt“ 444, 445. Dieſe formale Einheit gibt „den Schein der Notwendigkeit, welche die Wiſſenſchaft ſucht“ 445. Dieſe Notwendigkeit iſt nur eine „formale analytiſche“ und durch Abſolutheit des Satzes wird eine Abſolutheit des Inhalts erſchlichen und ſo Geſetze und Grundſätze konſtituiert 445, 446 Aber es blitzt „das Bild und das Bedürfnis der abſoluten Ein— heit aller dieſer zuſammenhangsloſen Beſtimmtheiten und einer urſprünglichen einfachen Notwendigkeit“ auf 445, 446—452. „Vors Erſte ſchwebt der empiriſchen Wiſſenſchaft die wiſſenſchaft— liche Totalität, als eine Totalität des Mannigfaltigen, oder als Vollſtändigkeit, dem eigentlichen Formalismus aber als Konſe— quenz vor“ 446, 447. „Dieſe Verbindung der Konſequenz mit der Vollſtändigkeit des Bildes“ „verrückt aber unmittelbar die Gtellung des Wiannigfaltigen, wie es für die reine Empirie iſt“ 447 Verhältnis der empiriſchen Betradtungsweiſe des Naturrechts zur einfachen, ur— ſprünglichen Einheit 447—450 und zu der, die als 1636
— Naturrecht Totalität in dem Reflex des empiriſchen Wiſſens erſcheint 447, 450—452. Um die einfache urſprüngliche Einheit kann es der Empirie nicht zu tun ſein, denn in der Empirie herrſcht Mannig— faltigkeit und in der Einheit iſt das Mannigfaltige unmittelbar vernichtet 447. „Jene urſprüngliche Einheit kann daher nur eine, ſo viel möglich iſt, einfache und geringe Menge von Qualitäten bedeuten, womit ſie zur Erkenntnis der übrigen ausreichen zu können glaubt“ 447, 449. Jenes Ideal iſt das Chaos, und zwar als „Naturzuſtand“ oder als „Natur und Beſtimmung des Men— ſchen“ 448. Vorgehen des gemeinen Verſtandes um zum Bild eines „nackten Naturzuſtandes“ zu kommen 448, 449. Dabei fehlt dem Empirismus alles „Kriterium darüber, wo die Grenze zwi— ſchen dem Zufälligen und Notwendigen gehe“ 449. „Die abgeſon— derten Energien des Sittlichen müſſen in dem Naturzuſtande oder in dem Abſtraktum des Menſchen als in einem ſich gegenſeitig vernichtenden Kriege gedacht werden“ 449, 450 Verhältnis der empiriſchen Betrachtungsweiſe des Naturrechts zur zweiten Einheit, die als Totalität in dem Reflexe des empiriſchen Wiſ— ſens erſcheint 450—452, 447. Von „der Fiktion des Natur: zuſtandes“ wird „zu Geſchichtlichem, als Unterjochung der Schwä— chern durch Mächtigere uſw. fortgegangen“ 450, zu einer „form: loſen und äußern Harmonie“, zu etwas Formellem 451. „Das Göttliche der Vereinigung iſt ein Äußeres für die vereinigten Vielen“ 451, 452. „Der Naturzuſtand und die den Individuen fremde und darum ſelbſt einzelne und beſondere Majeftät und Göttlichkeit des Ganzen des Rechtszuſtandes“ „find die Formen, in welchen die zerſplitterten Momente der organiſchen Sittlich⸗ keit“ „als beſondere Weſenheiten fixiert, und eben dadurch, ſo wie die Idee, verkehrt ſind“ 452 Rechtfertigung der alten durchaus inkonſe⸗ quenten Empirie im Vergleich mit der Konſe⸗ quenz der empiriſchen Wiſſenſchaftlichkeit 453—457. „Die Anordnung der Teile und der ſich modifizieren— den Beſtimmtheiten laſſen den zwar unſichtbaren aber innern vernünftigen Geiſt erraten“ 454, 455, 457. „Für den Verſtand iſt hierbei nichts leichter, als über dieſe Empirie herzufallen“ 454 Kritik der ſcheinbar philoſophiſchen Theorien, die ſich in letzter Zeit groß machten und auch im Naturrecht mit weſenloſen Ab⸗ 1637
— Naturrecht ſtraktionen wie Freiheit, Gleichheit, reinem Staat und pſycholo— giſchem Zwang herrſchten 454, 455. „Mit Recht fordert die Em⸗ pirie, daß ein ſolches Philoſophieren ſich an der Erfahrung orientieren müſſe“ 455, 456; mit Recht wirft fie „ſolchem Bhilojophieren auch ſeinen Undank gegen ſie vor“ 456. Charakteriſtik des Kampfes der Empirie mit der Theorie, der feſt gewordenen Ver— kehrtheit der Anſchauung mit jetzt erſt fixierten Abſtraktionen 456, 457. Der Empirie mangelt das Bewußtſein, und hier liegt ihre Einſeitigkeit 457 Formelle Behandlungsart des Naturrechts 442, 443, 457—485. Es iſt die Form der Wiſſenſchaft, „in welcher der Gegenſatz abſolut und die reine Einheit, oder die Unendlichkeit, das negativ Ab— ſolute rein von dem Inhalt abgeſondert, und für ſich geſetzt iſt: eine rein formelle Wiſſenſchaft“ 442, 443, 451, 457 Weſen der Unendlichkeit „ift ſelbſt nichts anderes, als das unvermittelte Gegenteil feiner ſelbſt zu fein“ 458 (vgl. 440). Ihr abſoluter Übergang ins Entgegengeſetzte kann nur durch Fixierung der Entgegengeſetzten aufgehalten werden 458 Charakteriſtik des teilweiſen Beſtehens und teilweiſe Negiertſeins der beiden Entgegengeſetzten 458, 459, und zwar in der theoreti— ſchen und praktiſchen Vernunft und in der ideellen und reellen 459. Charakteriſtik wie das Ideelle nicht zur Realität kommt, und das Reelle ſchlechthin entgegengeſetzt bleibt 460 Beſtimmung der ſittlichen Vernunft „als das Abſolute in der Form der Einheit“ 460, 663. „Jede, ſowohl die Einheit als die Vielheit, deren Identität das Abſolute iſt, iſt ſelbſt Einheit des Einen und Vielen“ 460. „Aber die Eine, deren ideelle Beſtim⸗ mung die Vielheit iſt, iſt das Beſtehen der Entgegengeſetzten, die poſitive Realität, und darum iſt ihr ſelbſt ein entgegengeſetztes, gedoppeltes Verhältnis notwendig“ 460. Über das zwiefache Verhältnis der Notwendigkeit 460, 461, als phyſiſche und ſittliche Natur 461. In jeder dieſer beiden Erſcheinungen iſt Einsſein und Indifferenz der Freiheit und Notwendigkeit 461, 462. Das Not⸗ wendige iſt zwar für die ſittliche Natur, aber ſie iſt negativ ge— ſetzt 462, relative Identität 462, 463. Die Seite der relativen Identität der ſittlichen Natur darf nicht iſoliert werden 462, ſonſt wird Kauſalität beſtimmend für praktiſche Vernunft 462, 460. Berufung auf das gemeine Bewußtſein 462, 463 1638
— Naturrecht Über den falſchen Verſuch, „in dem negativ Ab— ſoluten ein wahrhaft Abſolutes aufzuzeigen“ 463—485. „Da die reine Einheit das Weſen der praktiſchen Ver⸗ nunft ausmacht“, iſt „nicht einmal eine Mehrheit von Geſetzen möglich“ 463, 464. Kant 464—475. Er hat erkannt, „daß der praktiſchen Vernunft aller Stoff des Geſetzes abgehe“ 464, daß „ſie die abſolute Abſtraktion von aller Materie des Willens“ ſei 465. Ebenſowenig als die Logik die Frage, was die Wahrheit ſei, beantworten kann, ebenſowenig kann man eine Sittengeſetzgebung „bei dieſer abſoluten praktiſchen Vernunft ſuchen, da ihr Weſen darin beſteht, keinen Inhalt zu haben“ 465. Beiſpiele hierfür 466, 467, 468, 469 Zum Grundgeſetz der reinen praktiſchen Vernunft, „daß eine Maxime deines Willens zugleich als Prinzip einer allgemeinen Geſetzgebung gelten müſſe“ 465. Kritik hieran 466, 467, 468, 469. Die „analytiſche Einheit und Tautologie der praktiſchen Vernunft iſt nicht nur etwas Überflüſſiges, ſondern ... etwas Falſches“ 467. Ein Bedingtes, Unreelles wird durch die Verbindung mit der Form der reinen Einheit in ein Unbedingtes und Abſolutes ver— wandelt, und zwar auf einem Schleichweg 468. „Die Abſolutheit, die in dem Satz ſeiner Form nach iſt“, „wird auch auf den Inhalt übergetragen, der feiner Natur nach ein Bedingtes iſt“ 468. Dem Bedingten des Inhalts wird die Abſolutheit der Form unter— ſchoben 468. Vergleich mit der moraliſchen Kunſt der Jeſuiten 469 Zur Vernichtung der Beſtimmtheit durch ihre Aufnahme in den Begriff 469, 470. Die Mapime, allgemein gedacht, hebt ſich ſelbſt auf 470 Charakteriſtik der Einheit der praktiſchen Vernunft 470, 471, 472, 473. Sie iſt weſentlich mit einer Differenz affiziert 471. Sie ſteht im Gegenſatz zur Einheit der Anſchauung, in welcher „die Kraft der Sittlichkeit überhaupt liegt“ 471, 472. Verhalten der Einheit der praktiſchen Vernunft und Verhalten der Einheit der An⸗ ſchauung, z. B. zum Schmerz, oder zum Eigentum 472, 473. „Der Ausdruck der Anſchauung enthält ein: Dieſes; eine lebendige Be⸗ ziehung und abſolute Gegenwart...“ 473. Die Einheit der prak⸗ tiſchen Vernunft erlaubt nur eine relative Identität und von ihrem Fixieren hängt „die neuere Beſtimmung des Begriffs des Naturrechts, und ſeines Verhältniſſes in der ganzen Wiſſenſchaft des Sittlichen ab“ 473 1639
— Naturrecht Betrachtung der unüberwindlichen Trennung in der Wiſſenſchaſt des Naturrechts 473, 474. Es iſt „Beides geſetzt, ein inneres Eins⸗ ſein der Entgegengeſetzten, das das Weſen beider, der abſolute Begriff, iſt; und ein Getrenntſein desſelben unter der Form der Einheit, in welcher er Recht und Pflicht iſt, und unter der Form der Vielheit, in welcher er denkendes und wollendes Subjekt iſt“ 474. Die Seite des Einsſeins iſt „die große Seite der Kantiſchen und Fichteſchen Philoſophie“ 474. Aber „ſie ſetzt die Trennung in Eines und Vieles ebenſo abſolut“ 474. Neben Moralität ſteht die Legalität 475, 515 Fichte 475—485. Zu den Grundbegriſſen des Syſtems der Le— galität 475—485, 515. Reines Selbſtbewußtſein und Subjekt find ſich entgegengeſetzt 475, 476. Beide ſollen durch Zwang vereinigt werden 476, 477. „Es muß ein höchſter pofitiver Punkt fein, von dem das Zwingen nach dem Begriſſe der allgemeinen Freiheit an— fängt“ 477. Auch dieſer Punkt „muß, wie alle anderen Punkte, da: zu gezwungen werden, daß er ſo nach dem Begriffe der allgemei— nen Freiheit zwingt“. Höchſter Wille und allgemeiner Wille müfſen „mit gleicher Gewalt gegenſeitig gezwungen werden und ſich zwingen“ 477, 478. Gleichgewicht aber iſt Tod 477, 478. „Gegen die von der oberſten Gewalt durch ihre Verzweigungen nieder— ſteigende Hierarchie des Zwangs bis zu allen Einzelheiten fol von dieſen wieder eine ebenſolche Pyramide in die Höhe ſich zu einer oberſten Spitze des Gegendruckes gegen die niederſteigende emporheben“ 478. Ein ſolches perpetuum mobile wird ein perpetuum quietum 478, 479. Flucht zu einer ganz formellen Unter— ſcheidung von wirklicher und möglicher Gewalt 479. Zu Fichtes Ephorat 480. Es wird damit gezeigt, „daß die Außerlichkeit und der Zwang, als Totalität gedacht, ſich ſelbſt aufhebt“ 480, 481 Die Begrifſe, welche mit dem Zwang zuſammenhängen, find weſenloſe Abſtraktionen; ſo „die nichtige Abſtraktion eines Begrifſs der allgemeinen Freiheit Aller“, iſoliert von der „Freiheit des Einzelnen“ 481, 482, 483, 484 (ſ. a. Freiheit). „Es iſt die Anſicht der Freiheit völlig zu verwerſen, nach welcher ſie eine Wahl ſein Fol zwiſchen entgegengeſetzten Beſtimmtheiten, ein „Entweder — Oder“ 481, 482. „Sie iſt Freiheit allein, daß fie (pofitiv oder nega⸗ tiv) — A mit . A vereinigt, und fo aufhört in der Beſtimmtheit A zu fein” 482. Zur Idee der Freiheit im Verhältnis zur Frei⸗ heit des Individuums 482, 483. Indem das Individuum „+ A 1640
— Naturrecht ſowohl als — A negiert, iſt es be zwungen, aber nicht ge zwungen“ 484, 486, 487. „Die reine Freiheit iſt in ihrer Erſcheinung der Tod; und durch die Fähigkeit des Todes erweiſt ſich das Sub— jekt als frei...” 484. „Die reine Einzelnheit, die im Tode iſt, iſt ihr eigenes Gegenteil, die Allgemeinheit“ 484, 485. Auf die Strafe angewandt, iſt in ihr allein Wiedervergeltung vernünftig. „Sie kommt aus der Freiheit, und bleibt ſelbſt als bezwingend in der Freiheit“ 485 Betrachtung der Natur und des Verhältniſſes der Wiſſenſchaften des Sittlichen als philoſophiſcher Wiſſenſchaften 443, 485—515. Aufzeigen der abſoluten Form oder der Unendlichkeit in ihren notwendigen Momenten, und wie ſie die Geſtalt der abſoluten Sittlichkeit beſtimmen 485, 486. Vorausgeſetzt wird das Poſitive, „daß die abſolute ſittliche Totalität nichts anderes als ein Volk iſt“ 486. Das Verhältnis von Volk zu Volk iſt ein gedoppeltes: der Friede 486, der Krieg 487. Dieſem Negativen der Unendlich— keit iſt die andere Seite unmittelbar verbunden: die mannigfaltige Realität 487, „das Syſtem der ſogenannten politiſchen Okonomie“ 488. Dieſes Syſtem der Realität, ganz in der Negativität und in der Unendlichkeit, muß dem ſittlichen Ganzen unterworfen blei— ben; der Krieg, die Eiferſucht der Stände hat dafür zu ſorgen 488. Aber das Verhältnis der Realität enthält auch eine Idealität, indem „der Beſitz als Eigentum, und überhaupt die Beſonderheit, auch die lebendige, zugleich als ein Allgemeines beſtimmt wird; wodurch die Sphäre des Rechts konſtituiert iſt“ 489, 494 Beſtimmung des Reflexes des Abſoluten in die— ſem Verhältnis 489. Nach feiner negativen Seite gegen das Be— ſtehen des Reellen und Beſtimmten iſt er als ein Bezwingen be— ſtimmt worden 489, 484, 486, 487. Nach der poſitiven kann er ſich „nur als eine äußere, formale Gleichheit ausdrücken“ 489, 490 Platon zeigt dies in ſeiner Ausführung über die königliche Kunſt der Geſetzgebung 490, 491. Unmöglichkeit der „wahrhaften Ge— rechtigkeit im Konkreten der richterlichen Gewalt“ oder einer voll: kommenen Geſetzgebung 491, 492. So verhält ſich die abſolute Sittlichkeit negativ gegen das Syſtem der Realität 492 Aber es iſt „das Verhältnis, als Seite der Unendlichkeit, ſelbſt ein gedoppeltes; das eine Mal inſofern die Einheit oder das Ideelle, das andere Mal inſofern das Viele oder das Reelle das Erſte und 1641
— Naturrecht Herrſchende iſt“ 493, 460, 461. „Nach jener Seite iſt es eigentlich in der Geſtalt und in der Indifferenz“ 493. Die ewige Unruhe des Begriffes iſt „in der Organiſation ſelbſt ſich ſelbſt aufzehrend und die Erſcheinung des Lebens (das rein Quantitative) hingebend“ 493. Aber es iſt auch „das Beſtehen des Vernichteten geſetzt“, das Reelle 493. Die Realität aber, in welcher die Sittlichkeit objektiv iſt, iſt geteilt in einen Teil, „welcher abſolut in die Indifferenz aufgenommen iſt, und in einen, worin das Reelle als ſolches be⸗ ſtehend, alſo relativ identiſch iſt und nur den Widerſchein der ab⸗ ſoluten Sittlichkeit in ſich trägt“ 494. Damit iſt ein Verhältnis geſetzt der abſoluten Sittlichkeit zur relativen Sittlichkeit 494 „Der Begriff dieſer Sphäre iſt das reelle Praktiſche, ſubjektiv betrachtet der Empfindung oder des phyſiſchen Bedürfniſſes und Genuſſes, objektiv — der Arbeit und des Beſitzes“ 494, 488. Die⸗ ſes Praktiſche, in die Indifferenz aufgenommen, iſt das Recht, und über beiden iſt das Sittliche 494, 489 So bilden ſich zwei Stände 494. Der eine Stand iſt der Stand der Freien, das „Individuum der abſoluten Sittlichkeit“, der „abſolute lebendige Geiſt“, der „göttliche Selbſtgenuß dieſes Gan⸗ zen in der Totalität“ 494. Seine Arbeit geht auf den Tod und ihr Produkt iſt „das Sein und die Erhaltung des Ganzen der ſittlichen Organiſation“ 495. Ariſtoteles und Platon hierzu 495 Der andere Stand iſt „der der nicht Freien“, „deſſen Ar⸗ beit auf die Einzelnheit geht, und alſo die Gefahr des Todes nicht in ſich ſchließt“ 495, 500. Der dritte Stand iſt der die Erde bebauende 495. Platon und Ariſtoteles über den zweiten Stand 495, 496. Verſchwinden des Verhältniſſes der Sklavere! zugleich mit dem Aufhören der Freiheit 496. Mit dem Prinzip der Allge⸗ meinheit und Gleichheit und in der „Vermiſchung unter dem Ge— ſetz der formalen Einheit iſt in Wahrheit der erſte Stand ganz auf⸗ gehoben und der zweite zum alleinigen Volk gemacht“ 497. Gib: bons Schilderung des Verſinkens in die Gleichgültigkeit des Pri⸗ vatlebens bei den Römern 497 Zugleich mit dieſem allgemeinen Privatleben iſt „unmittelbar das formale Rechtsverhältnis, welches das Einzelnſein fixiert und abſolut ſetzt, vorhanden“ 497, 498. Plato über die endloſe Ex⸗ panſion der Geſetzgebung 498, 499 Zur politiſchen Nullität des bourgeois, der „der Gefahr ſich eines gewaltſamen Todes auszuſetzen, entnommen iſt“ 500, 499. Mit 1642
— Naturrecht ihm iſt „die Realität der Sittlichkeit als abſoluter Indifferenz“ zuſtande gebracht 500 Bedeutung des Opfers und des Opferns 500 (ſ. Opfer). „Es ift dies nichts anderes als die Aufführung der Tragödie im Sitt— lichen, welche das Abſolute ewig mit ſich ſelbſt ſpielt: daß es ſich ewig in die Objektivität gebiert, in dieſer ſeiner Geſtalt hiermit ſich dem Leiden und dem Tode übergibt, und ſich aus ſeiner Aſche in die Herrlichkeit erhebt“ 500, 501. Ein Bild dieſes Trauerſpiels iſt der Ausgang jenes Prozeſſes der Eumeniden und Apollos über Oreſt 501 Gegenüberſtellung von Tragödie und Komödie 501, 502. Zur alten göttlichen Komödie 502, 503 und zur modernen Komödie 503, 504 (ſ. Komödie). Zum Trauerſpiel als dem abſoluten Verhältnis 505, 506 (ſ. Tragödie) Über „dasreale abſolute Bewußtſein der Sitt⸗ lichkeit“ unter der äußern Form des erſten Standes 506. Nach der negativen Seite iſt es „der freie gewaltſame Tod“, nach der poſitiven iſt „das Bewußtſein die Ein⸗ zelnheit und Beſonderheit des Individuums“ 506. Das Bewußt⸗ ſein überhaupt aber iſt abſolut in das Poſitive aufgenommen, „welches Einsſein die Idee des abſoluten Lebens der Sittlichkeit iſt“ 506. Vergleich mit dem vollkommenſten Mineral 506, 507, mit den Elementen, mit der Erde 507, 508. „In der abſoluten Sitt— lichkeit iſt die abſolute Form mit der abſoluten Subſtanz aufs Wahrhafteſte verbunden“, fie iſt „die höchſte Identität der Reali— tät und Idealität“ 508 Vergleich des Syſtems der Sittlichkeit mit dem himmliſchen Son⸗ nenſyſtem 508, 509. „In dem Syſteme der Sittlichkeit iſt die außer— einandergefaltete Blume des himmliſchen Syſtems zuſammen⸗ geſchlagen, und die abſoluten Individuen in die Allgemeinheit vollkommen zuſammengeeint, und die Realität oder der Leib aufs höchſte Eins mit der Seele“ 509. Höherſtehen des Geiſtes als die Natur 509 Über das Verhältnis der Sittlichkeit des Individuums zur realen abſoluten Sittlichkeit und das Verhältnis der Moral und des Naturrechts 509—515. „Die Sittlichkeit des Einzelnen iſt ſchlechthin die reale und darum allgemeine abſolute Sittlichkeit; — die Sittlichkeit des Einzelnen 1643
— Naturrecht iſt ein Pulsſchlag des ganzen Syſtems, und ſelbſt das ganze Syſtem“ 510. Wörtliche Beziehung zwiſchen Sittlichkeit und Sitte 510. Die neueren Syſteme der Sittlichkeit, „da fie ein Für-ſich⸗ Sein und die Einzelnheit zum Prinzip machen“, mußten das Wort Moralität annehmen 510 Die Sittlichkeit iſt, inſofern fie ſich am Einzelnen als ſolchem aus— drückt, ein Negatives 510, 511. „Sie iſt die Möglichkeit des allgemeinen Geiſtes“ 511 Moral und Naturrecht 511, 509, 515. „Der Moral kommt nur das Gebiet des an ſich Negativen zu, dem Naturrecht aber das wahr— haft Poſitive, nach ſeinem Namen, — daß es konſtruieren ſoll, wie die ſittliche Natur zu ihrem wahrhaften Rechte gelangt“ 511 Sittlichkeit des zweiten Standes, „der in der feftſtehenden Realität, im Beſitz und Eigentum und außer der Tap— ferkeit“ iſt 512, 513. Es iſt „die Sittlichkeit des bourgeois”; fie ſpricht ſich in Tautologien aus 512, 467, 472 und ift „etwas Ab— hängiges“, „nichts wahrhaft Sittliches“ 512. Sittliche Eigenſchaf— ten können auch in dieſem Stande zu Tugenden werden, „wenn fie in einer höhern Energie ſich wieder individualiſieren“ 513. Faſſung der Ethik als „eine Naturbeſchreibung der Tugenden“ 513 Das „Werden der Sittlichkeit und die Erziehung“ 513, 514 (ſ. Er⸗ ziehung) Hat das abſolut Sittliche ſeinen eigentümlichen, organiſchen Leib an dem Individuum, „ſo muß es auch in der Form der Allgemein— heit und der Erkenntnis, als Syſtem der Geſetzgebung ſich vor— ſtellen. So daß dieſes Syſtem vollkommen die Realität oder die lebendigen vorhandenen Sitten ausdrückt“ 514. Zufammenfaffung der abſoluten Sittlichkeit in den Momenten ihrer Totalität 515. „Ihr Weſen iſt nicht eine Abſtraktion, ſondern die Lebendigkeit des Sittlichen, und ihr Unterſchied betrifft nur das Außere und Negative“ 515 Über das Verhältnis des Naturrechts zu den poſitiven Rechts ⸗ wiſſenſchaften 515—537, 514, 443. Grenze zwiſchen Philoſophie und einer beſtimmten Wiſſenſchaft 515, 516, zwiſchen Philoſophie und poſitiver Rechtswiſſenſchaft, die „weder aus der Philoſophie ausgeſchloſſen, noch ihr entgegengeſetzt“ iſt 516, 517 Vors Erſte muß das Beziehen der poſitiven Wiſſenſchaften auf die Wirklichkeit, ihr Berufen auf die Erfahrung, um es als ein Pofi1644
Naturrecht tives gegen die Philoſophie feſtzuhalten, als unſtatthaft erkannt werden 517, 522. Zur zweideutigen Natur deſſen, was Erfahrung genannt wird 517, 518, 522. Der Wahrheit der Philoſophie muß das Meinen unterliegen 518, 517, 522 Vors Zweite, weil das auf die Wirklichkeit ſich berufende Denken Beſtimmtheiten feſthält, „es iſt dem ausgeſetzt, daß an jeder Beſtimmtheit ihm immer die entgegengeſetzte Beſtimmtheit erwieſen“ wird 518, 519. Die Philoſophie z. B. erweiſt die Nichtigkeit des Zwanges 519, 520, 521. Von jeder Beſtimmtheit kann gezeigt werden, daß ſie gar nicht denkbar und gar nichts iſt, ohne Be— ziehung auf die ihr entgegengeſetzte 521. So ſtehen ſich Freiheit und Zwang ſo bezogen gegenüber 521, 522 und die Handlung, welche ein Verbrechen iſt, erſcheint zugleich notwendig und frei 522. Die Logik des Meinens kann dies nicht begreifen 522 Kritik an einer Rechtswiſſenſchaft, die dadurch poſitiv iſt, „daß ſie ſich an das Meinen und weſenloſe Abſtraktionen hält“ 522 Betrachtung und Erwägung des Grundes des Scheins und des Meinens, wodurch eine Rechtswiſſen— ſchaft poſitiv wird 522. -526. Es wird ein Entgegengeſetztes, Ein⸗ ſeitiges, das „allein in der abſoluten Identität mit dem Entgegen— geſetzten Realität hat, iſoliert, für ſich ſeiend geſetzt, und als etwas Reelles ausgeſprochen“ 523, 522. „Die abſolute klare Einheit der Sittlichkeit iſt darin abſolut und lebendig, daß weder eine einzelne Potenz, noch das Beſtehen der Potenzen überhaupt feſt ſein kann“ 523, 524. „Krankheit und der Anfang des Todes iſt vorhanden, wenn ein Teil ſich ſelbſt organiſiert und ſich der Herrſchaft des Ganzen entzieht“ 524. Beiſpiele 524 Noch ſchlimmer iſt, wenn eine einzelne Potenz und ihr Prinzip „ihre Bedingtheit ſo ſehr vergeſſen, daß ſie über andere über— greifen, und ſich dieſelben unterwerfen“ 524, 525. So hat ſich z. B. das Prinzip des bürgerlichen Rechts eine beſondere Oberherrſchaft iiber das Staats- und Völkerrecht erworben 524, 525. Der Ver⸗ trag „hat ſich in die abſolute Majeſtät der ſittlichen Totalität eingedrängt“ 525. Fichtes Polizeiſtaat 525. Auch „das moraliſche Prinzip könnte ſich in das Syſtem der abſoluten Sittlichkeit ein— drängen“ 525. Die Philoſophie, welche in der Idee des Ganzen über den Teilen ſteht, ſtellt ſich ſolchem Feſtwerden und Iſolieren der einzelnen Prinzipien und ihrer Syſteme entgegen, und dieſes 1645
— Naturrecht Einſchränken ſtellt ſich in der Realität als die „Geſchichte der ſitt⸗ lichen Totalität“ dar 526, 535 „Dieſer Charakter der Poſitivität der Rechtswiſſenſchaften betrifft die Form, durch welche ſich eine Potenz iſoliert und abſolut ſetzt“ 526 Betrachtung der Poſitivität der Rechtswiſ⸗ ſenſchaften auchvonſeiten der Materie 526—531. Betrachtung des Beſonderen als ſolchen 526—527 (ſ. Beſonderes). Beſonderheit „iſt nicht ein Poſitives noch Entgegengeſetztes gegen das lebendige Individuum“, es iſt ihm „anorganiſiert“ 528, 529. „Der Weltgeiſt hat in jeder Geſtalt ſein dumpferes oder entwickel⸗ teres, aber abſolutes Selbſtgefühl, und in jedem Volke, unter jedem Ganzen von Sitten und Geſetzen ſein Weſen, und ſeiner ſelbſt genoſſen“ 529. Über den einzelnen Stufen ſchwebt die Idee der Totalität, die ſich aber aus ihrem ganzen auseinandergeworfenen Bilde wiederſtrahlt, und ſich darin anſchaut und erkennt“ 529, 530 Über die Lehensverfaſſung als ſolche Stufe 530, 531. Montesquieu 531 „Wie oben in Beziehung auf die Wiſſenſchaft gezeigt worden ift, daß jede einzelne Potenz fixiert und die Wiſſenſchaft dadurch poſitiv werden kann: ſo muß eben dies von dem ſittlichen Indi— viduum oder dem Volke behauptet werden“ 531, 532. Die Teilung, „worin Einiges einem neuen Leben entgegenreift, das An— dere aber . . . zurückbleibt, und das Leben fi entfliehen ſieht, iſt allein möglich dadurch, daß die Beſtimmtheit einer Stufe fixiert und formell abſolut gemacht worden iſt“ 532. „Als Sitte und Geſetz Eins war, war die Beſtimmtheit nichts Poſitives“, dann aber trennt ſich Geſetz und Sitte 532—534, 535 (f. Geſetz) Die Philoſophie nimmt ein Beſonderes erſt für ein Poſitives, „infofern es außer dem abſoluten Zuſammenhange des Ganzen als ein eigener Teil Selbſtändigkeit errungen hat“ 535 (. a. Be⸗ ſonderes) Charakteriſtik des Unglücks der Periode des Übergangs 535, 536 Die Philoſophie der Sittlichkeit erkennt die Beſtimmtheit „als abſolut verbunden mit dem Geiſte“ und zugleich als „eine formale Lebendigkeit“ 536. „Sie muß für die hohe Idee der abſoluten Sittlichkeit auch die ſchönſte Geftalt erkennen“ 536, 537 1646
3 7 E 10 11 1 E 19 12 13 Naturreligion 318 (O Philoſophieunterricht) „Naturrecht und Staatswiſſenſchaft“ 17—456 (ſ. Rechtsphiloſo⸗ phie). Zum Verhältnis zwiſchen Naturrecht oder philoſophiſchem Recht und dem poſitiven Recht 42, 43 (O Rechtsphiloſophie) 98 (O Syſtem) Der Ausdruck Naturrecht iſt zweideutig. Er bezeichnet 1. ein Recht „als ein in unmittelbarer Naturweiſe vorhandenes“ und dichtet noch einen Naturzuſtand hinzu, in welchem das Naturrecht gelten ſolle 390, 391 [P. St. 6, 286; 18, 271]; 2. ein Recht „wie es durch die Natur der Sache, d. i. den Begriff, ſich beſtimme“ 390, 391 [P. St. 6, 286]. Das Recht und alle feine Beſtimmungen gründen ſich „auf die freie Perſönlichkeit, — eine Selbſtbeſtimmung, welche . . . das Gegenteil der Naturbeſtimmung iſt“ 391 [P. St. 6, 286] (O Recht — Unrecht) „Das natürliche Recht aber iſt die Freiheit, und die weitere Be⸗ ſtimmung derſelben iſt die Gleichheit in den Rechten vor dem Geſetz“ 554 (O franzöſiſche Revolution) Platon bemüht ſich nicht „um ein Naturrecht, dieſe triviale Ab— ſtraktion über das reale praktiſche Weſen, das Recht“ 269. „Wenn von einem natürlichen Rechte, vom Rechte in einem Natur: zuſtande geſprochen wird, fo iſt ein ſolcher Naturzuſtand unmittel— bar ein ſittliches Unding“ 271 (ſ. a. Naturzuſtand), 272 (O Plato) 10, 390, 391] Ariſtoteles konnte ebenfalls „den Gedanken eines ſogenannten Naturrechts“ nicht haben 400 (O Ariſtoteles) „Fichte hat auch Moral, Naturrecht verfaßt; er behandelt ſie aber nur als Wiſſenſchaften des Verſtandes“ 638, 639 (O Fichte) Naturreligion (beſtimmte Religion, unmittelbare Religion) In den Naturreligionen wird das Erſcheinende ſelber „als die unmittelbare Wirklichkeit und Gegenwart des Abſoluten gefaßt“ 435 (O ſymboliſche Kunſtform) „Die zunächſt liegende reichhaltige Quelle machen die ſymboliſchen Naturreligionen aus, welche der griechiſchen Mythologie zu der in ihr umgewandelten Grundlage dienen“ 86 (0 griechiſche Götter) 1647
1 1 ME oa Naturreligion Die Kosmogonien gehören vorzugsweiſe den orientalifchen Naturreligionen an 330 (ſ. Kosmogonie) Charakteriſtik der beiden Stufen der Naturreligion 96—97 (ſ. be⸗ ſtimmte Religion). Der Kultus in der Naturreligion 241—244 (f. Kultus), 249 Die verſchiedenen Stufen der Naturreligion 274—275 (f. beſtimmte Religion), 279—324, 273—274 (f. unmit⸗ telbare Religion). Die unmittelbare Religion iſt das, „was man in neuerer Zeit natürliche Religion genannt hat, dieſe trifft mit der Naturreligion zuſammen, inſofern man in dieſer den Gedan— ken heraushebt. Unter Naturreligion hat man in neuerer Zeit verſtanden, was der Menſch durch ſich, durch das natürliche Licht ſeiner Vernunft von Gott herausbringen und erkennen kann. Man hat ſie ſo der geoffenbarten entgegengeſetzt und behauptet, nur das könne für den Menſchen wahrhaft ſein, was er in ſeiner Vernunft habe“ 279. Die Naturreligion iſt ſo beſtimmt, „daß in ihr das Geiſtige mit dem Natürlichen in dieſer erſten ungetrübten, ungeſtörten Einheit ſei“ 280, 274. „Ihre Beſtimmtheit iſt im All— gemeinen die Einheit des Natürlichen und Geiſtigen, ſo daß die objektive Seite, Gott, als Natürliches geſetzt und das Bewußtſein befangen iſt in natürlicher Beſtimmtheit“ 295. Den Anfang der Naturreligion macht die unmittelbare Neligion 295, 296 (f. un— mittelbare Neligion) Charakteriſtik des Übergangs vom Endlichen zum Unendlichen in der Naturreligion 331. In ihr „wird irgend eine einzelne, un— mittelbare Exiſtenz, eine natürliche oder geiſtige, ein Endliches über dieſen ſeinen Umfang unendlich erweitert, und in der be— beſchränkten Anſchauung ſolches Gegenſtandes wird zugleich un— endliches Weſen, freie Subſtantialität gewußt“ 331 (O beſtimmte Religion). Das Bewußtſein „des Göttlichen als des Subſtan— tiellen“ enthält bereits auf dieſer Stufe Beſtimmung 335 (O Got⸗ tesbeweife) Die indiſche Religion gehört noch der Naturreligion an 357, 377. Machtbegriff in ihr 365 (O indiſche Religion). Auch der Buddhais⸗ mus iſt noch Naturreligion 401, 403, 408 (O Buddhaismus) „Die Naturreligion im bergang zur Religion der Freiheit“ 417-472 (f. beſtimmte Religion). Die ägyp⸗ tiſche Religion iſt die letzte Beſtimmung der Naturreligion. Sie 1648
Naturreligion / Naturſchönes 15 macht „den Übergang zu der Religion der freien Subjektivität“ 439, 444 (O ägyptiſche Religion) 16 Zur ſchweren Faßbarkeit der Naturreligion 3 (O beſtimmte Re⸗ ligion) 5, 10, 11, 46 (O beſtimmte Religion), 49, 84 (O jüdiſche Religion), 114, 129, 149, 153 (O griechiſche Religion). Vergleich der Natur⸗ religion mit der abſoluten Religion 209, 229 (O chriſtliche Re: ligion) Naturſchilderung 12 341, 342, 343, 344 (f. Kunſtſchönes) Naturſchönes (Schönes) „Das Naturſchöne erſcheint nur als ein Reflex des dem Geiſte angehörigen Schönen, als eine unvollkommene, unvollſtändige Weiſe, eine Weiſe, die ihrer Subſtanz nach im Geiſte ſelber ent— halten iſt“ 21, 20, 22 (O Aſthetik) „Das Naturſchöne“ 153, 166—212 (O Äfthetif) A. „Das Naturſchöne als ſolches“ 166—188 1. Die verſchiedene Art und Weiſe, „in welcher der Begriff, um als Idee zu ſein, in ſeiner Realität Exiſtenz gewinnt“ 166—176 a) Sein völliger Übergang in die ſinnliche Materialität des nur mechaniſchen und phyſikaliſchen vereinzelten beſonderen Körpers 166, 167. Die Unterſchiede des Begriffs „erhalten keine ſelbſtän— dige Exiſtenz, und ſeine ideelle Einheit tritt als ideelle nicht her⸗ vor“ 167 b) Freiwerden der Begriffsunterſchiede in der Objektivität 167 bis 169. Der Begriff macht ſich in der Weiſe geltend, daß die be⸗ ſonderen Körper ſich zu ein und demſelben Syſteme zuſammen⸗ ſchließen 167. Das Sonnenſyſtem 167, 168. Mängel ſolcher Exi⸗ ſtenz der idealen Einheit des Begriffs 168, 169. Die einzelnen Körper ſind nur ſich zueinander verhaltende Teile, keine Glieder 169 (f. Glied), 170 c) Daſein des Begriffs als Idee des Lebens und der Lebendigkeit 169176. Die Momente der Lebendigkeit 169 (ſ. Leben) a) Zur Unterſcheidung und Einheit von Seele und Leib 169-171. „Den Leib und feine Gliederung haben wir anzuſehn als die 1649 1 W Glockner, Hegel-Lexikon 104
12 Naturſchönes Exiſtenz der ſyſtematiſchen Gliederung des Begriffs ſelbſt“ 170 bis 171 (ſ. Leib — Seele) 6) Zum Widerſpruch in der Einheit von Leib und Seele 171, 172. Im vollendeten Prozeß des Lebens ſind „alle Glieder des Orga⸗ nismus ſtets erhalten, und ſtets in die Idealität ihrer Belebung zurückgenommen“ 172, 173 (ſ. Glied) y) „Die Realität, welche die Idee als natürliche Lebendigkeit ge⸗ winnt, iſt erſcheinende Realität“ 173—176 (ſ. Erſcheinung). Die Kennzeichnung der Idee des Lebens 174, 175, 176 (ſ. Leben). Die Selbſtbewegung 174, 175, das Tönen der tieriſchen Stimme, das Sehen und Freſſen der Außenwelt 175, 176 2. Schönheit der Lebendigkeit in der Natur 176—183. „Die Naturſchönheit iſt nur ſchön für Anderes, d. h. für uns, für das die Schönheit auffaſſende Bewußtſein“ 176 a) Die Geſtalt des Lebendigen iſt ſchön als ein Scheinendes, „in— dem die bloß reale Mannigfaltigkeit der beſondern Glieder in der beſeelten Totalität der Geſtalt als Schein geſetzt ſein muß“ 177, 176 b) Nähere Art dieſes Scheinens und genauere Betrachtung, auf welche Weiſe die Mannigfaltigkeit ſich zu einem Ganzen zuſam— menſchließt und als Glieder eines Individuums erſcheint 178 bis 180 (f. a. Glied) a) Die Einheit muß ſich „als abſichtsloſe Identität der Unterſchiede dartun und deshalb ſich nicht als abſtrakte Zweckmäßigkeit geltend machen“ 178 5) Die Glieder ſollen für die Anſchauung ſogar den Schein der Zufälligkeit haben 178, 179 Y) Die Einheit beruht auf der Übereinſtimmung einer geheimen inneren Notwendigkeit, der Seele mit der Geſtalt und ihrer Glie— der 179, 180 c) Gründe für die Einheit 180—183 a) Die Einheit kann aus Gewohnheit oder aus ſubjektiver Not⸗ wendigkeit hervorgehen 180, 181 6) Die Einheit kann durch Reflexion bedingt ſein, indem „eine Beſtimmtheit das Leitende für die notwendige Geſtalt und Zu— ſammengehörigkeit aller Glieder“ iſt 181. Ablehnung folder Reflexion 182 y) Die Einheit erſchließt ſich der finnvollen Anſchauung, der finnvollen Betrachtung, die Weſen und Begriff zugleich faßt 182, 183 1650
Naturſchönes 12 3. Mängel der Naturſchönheit des Lebendigen 183—188. Die Ahnung des Begriffs bleibt „nur unbeſtimmt und abſtrakt“, „die innere Einheit bleibt innerlich“, und „die Betrach— tung läßt es bei der Allgemeinheit eines notwendigen beſeelenden Zuſammenſtimmens überhaupt bewenden“ 184 a) „Die Form wohnt der Materie ein“, iſt das Ergebnis „der freien Kraft der Materie ſelbſt“ 184 b) Trotz der Unbeſtimmtheit der Naturſchönheit als innerer Be⸗ ſeelung, machen wir in der Beurteilung, ob ſchön oder häßlich, weſentliche Unterſchiede 185, 186 a) Einſeitige Beſchränktheit der Organiſation, Zwittergeſchöpfe gehören nicht dem Gebiete der lebendigen Naturſchönheit an 186 6) Nicht organiſch lebendige Gebilde haben keine durch den Begriff beſtimmte organiſche Gliederung 186 y) Diüurch Naturſchönheit erweckte Gemütsſtimmungen kommen den Naturgegenſtänden als ſolchen nicht zu 186 c) Grenzen der Naturſchönheit des Lebendigen 186—188. Die Seele des Tieres iſt nicht für ſich ſelbſt ideelle Einheit; „wäre ſie für ſich, ſo manifeſtierte ſie ſich auch in dieſem Fürſichſein für andre“ 187, 188 B. „Die äußere Schönheit der abſtrakten Form als Regelmäßigkeit, Symmetrie, Geſetzmäßig— keit, Harmonie; und die Schönheit als abſtrakte Einheit des ſinnlichen Stoffs“ 188-199. Die Innerlichkeit erſcheint nur „als äußerlich beſtimmende Ein— heit in dem äußerlich Realen“ 188. Die konkrete Einheit kann erſt „analyſiert, d.h. nach den unterſchiedenen Seiten, welche die Einheit enthält, abgeſondert und vereinzelt betrachtet werden“ 188, 189 1. „Die Schönheit der abſtrakten Form“ 188, 189—198 a) „Die Regelmäßigkeit“ 188, 189—194 (ſ. Regelmäßigkeit, ſ. Sym⸗ metrie) b) „Die Geſetzmäßigkeit“ 194—196 (. Geſetzmäßigkeit) c) „Die Harmonie“ 196—198 2. „Die Schönheit als abſtrakte Einheit des sinnlichen Stoffs“ 198199 „Hier tritt die Einheit als das ganz in ſich unterſchiedsloſe Zu⸗ 1651
Naturſchönes 12 ſammenſtimmen des beſtimmten ſinnlichen Stoffes auf“ 198. Reinheit des Stoffs in Geſtalt, Farbe und Ton uff.“ 198 C. „Mangelhaftigkeit des Naturſchönen“ 200 bis 212. Verhältnis und Unterſchied zwiſchen dem Naturſchönen und Kunſtſchönen 200, 20, 153, 212. „Warum iſt die Natur not⸗ wendig unvollkommen in ihrer Schönheit, und woran tritt dieſe Unvollkommenheit heraus“ 200. Charakteriſtik der Idee als „Einheit des Begriffs und ſeiner Realität“ 200, 201. Beiſpiele für die zur Wirklichkeit fortgegangene Idee 201. Zur natürlichen und geiſtigen Einzelheit 201, 202 Betrachtung der unmittelbaren Einzelheit in dreifacher Rückſicht 202—212 1. „Weil das Innce ein nur Innres bleibt, erſcheint auch das Außere nur als ein Äußeres und nicht an jedem Teil von der Seele völlig durchdrungen“ 202—205 a) Der tieriſche Organismus und ſeine Zweckmäßigkeit 202, 203. Vergleich mit der Pflanze 203. Mannigfaltigkeit der tieriſchen Organe 203, 204 b) Der menſchliche Körper zeigt, „daß der Menſch ein beſeeltes empfindendes Eins iſt“ 204. Seine Empfindlichkeit 204. Dennoch „ſcheint die Seele mit ihrem innern Leben auch nicht durch die ganze Realität der leiblichen Geſtalt hindurch“ 204 c) „Derſelbe Mangel tut ſich gleichfalls höher hinauf in der gei⸗ ſtigen Welt und deren Organismen kund, wenn wir ſie in ihrer unmittelbaren Lebendigkeit betrachten“ 205. Der Staat, die Fa— milie, eine beſondere Handlung, das einzelne Individuum 205 2. Das Außere als nur Außeres iſt „in die Verwicklung mit der Außenwelt verflochten, in die Bedingtheit äußerer Umſtände wie in die Relativität von Zwecken und Mitteln... hineingeriſſen“ 206. „Es iſt das Bereich der Unfreiheit, in welcher das unmittel— bar Einzelne lebt“ 206 a) Das einzelne Tier und ſeine Verflochtenheit 206, 207 b) Der menſchliche Organismus in feinem leiblichen Daſein 207 c) Die unmittelbare Wirklichkeit der geiſtigen Intereſſen 207 bis 209. So „die ganze Breite der Proſa im menſchlichen Daſein“ 207, 208 „Was die Menſchen zunächſt intereſſiert iſt nur die Relation zu ihren eigenen Abſichten und Zwecken“ 208, 209 1652
12 9 — 0 = 15 18 Naturſchönes / Naturwiſſenſchaft 3. Das unmittelbar Einzelne iſt beſchränkt und „in ſich ſelbſt partikulariſiert“ 209—211 a) Beſchränktheit der einzelnen Naturlebendigkeit des Tierreichs 209 b) Grenzen des menſchlichen Organismus durch die Raſſe, die Familieneigenheiten, den Beruf, den ſpeziellen Charakter 210, 21¹ Dieſe Mangelhaftigkeit iſt weſentlich als „Endlichkeit“ zu faſſen 211. Die Notwendigkeit des Kunſtſchönen leitet ſich aus den Mängeln der unmittelbaren Wirklichkeit her 212 Naturwiſſenſchaft 131 (O Fichte) „Wiſſenſchaft der Natur“ 191—200 (O Enzyklopädie), 170 8 96 „Die Natur iſt die abfolute Idee in der Geſtalt des Anders⸗ ſein überhaupt“ 191. „Das Werden der Natur iſt das Werden zum Geiſt“ 191 8 97 Betrachtung der Natur „als ein Syſtem von Stufen“ 191, 192 $ 98 Einteilung der Naturwiſſenſchaft in Mathematik 192, 192 bis 194 (f. Mathematik), in Phyſik 192, 195—197 (f. Phyſik, ſ. Mechanik), in Phyſik des Organiſchen 192, 197—200 (ſ. Organik) 411 (O Maß) Tendenz der Naturwiſſenſchaft „neue und immer mehr neue Stoffe, Kräfte, Gattungen, Arten uſw. zu entdecken“, und dann „wieder die bloße Identität ins Auge“ zu faſſen 2758 (O Anter⸗ ſchied) 195 Kritik an dem naturwiſſenſchaftlichen Beſtreben „die unſägliche Menge von Tieren ..., eine neue elende Art von einem elenden Geſchlechte eines Mooſes ..., Inſekts, Geſchmeißes, der Wanzen . .. kennenzulernen“ 411, 417 (O Ariſtoteles) Epikur „macht die Analogie zum Prinzip der Naturbetrachtung, — oder das ſogenannte Erklären; und dies iſt das Prinzip, was noch heute in der Naturwiſſenſchaft gilt“ 492, 491, 495, 496 (O Epikur) 1653
1 eo} m = 6 7 9 10 Naturwiſſenſchaft / Naturzuſtand 270, 271 (O neuere Philoſophie). Schellings Forderung an die Naturwiſſenſchaft 651, 652 (O Schelling) Naturzuſtand (Naturrecht, Paradies, Unſchuld) Der Naturzuſtand als Ideal der einfachen urſprünglichen Einheit für die empiriſche Behandlungsweiſe des Naturrechts 448, 447, 449, 450, 452 (ſ. Naturrecht) „Der Naturzuſtand iſt der Stand der Rohheit, Gewalt und Un— gerechtigkeit. Die Menſchen müſſen aus einem ſolchen in die Staatsgeſellſchaft treten“ 70, 71. Kritik an der „Glückſeligkeit“ und „Unſchuld“ ſolchen Naturzuſtandes 71 (O Staatsgeſellſchaft) Kritik an der Vorſtellung „von einem primitiven Zuſtande des Menſchen, in welchem vor ſeiner innern Anſchauung die Natur und der Geiſt nicht in äußerlicher Unmittelbarkeit, ſondern in ihren Geſetzen und Ideen geſtanden habe“ 238, 239 [P. St. 10, 162, 163 O Magie] (O Seele) Es hängt mit den Vorſtellungen von der Unſchuld des Natur— zuſtandes, von Gitten-Einfalt ungebildeter Völker zuſammen, wenn die Bildung dort als etwas nur Außerliches, dem Verderben an gehöriges, hier als bloßes Mittel für die Befriedigung der Genüſſe und Bequemlichkeit des partikularen Lebens betrachtet wird 267, 268 (O Geſellſchaft). Zur Vorſtellung eines ſogenannten Naturzuſtandes des Menſchen 275 (O Bedürfnis) Zur Vorſtellung eines „urfprünglichen Standes der Unſchuld, wo der Geiſt mit der Natur identiſch iſt und das geiſtige Auge unmittelbar im Zentrum der Natur ſteht, während der Stand— punkt der Trennung des Bewußtſeins der Sündenfall aus der ewigen göttlichen Einheit iſt“ 40. Beziehung ſolcher Vorſtellungen zu den Exzentritäten der Naturphiloſophie 40 8, 41 (O Natur⸗ be trachtung) 162, 163 [P. St. 6, 238, 239 f. o.]. Der Kampf um die gegenſeitige Anerkennung geht bloß im Naturzuſtande auf Leben und Tod 283 9, 2840 (O Selbſtbewußtſein). Zur „ſchalen Träumerei eines Naturglücks“ 376 @, 3770 (O Trieb). Zum Naturrecht im Sinne von natürlichem Recht wurde „zugleich ein Naturzuſtand erdichtet“ 390, 391 [P. St. 6, 286; 18, 271] (O Recht — Unrecht). Zur Erdichtung eines Urzuſtandes und deſſen Urvolk, „das ſich im 1654
10 11 12 15 16 18 19 Naturzuſtand / Naueler Beſitze der wahrhaften Gotteserkenntnis und aller Wiſſenſchaften befunden habe“ 428 0 (O Weltgeſchichte) Der Naturzuſtand iſt „der Zuſtand des Unrechts, der Gewalt, des ungebändigten Naturtriebs unmenſchlicher Taten und Empfin⸗ dungen“ 73, 144. Er iſt eine geſchichtliche Konſtruktion 72 (O Staat), 36; 93, 95 (O Weltgeſchichte), 443. „Es iſt eine ober⸗ flächliche Torheit ſich vorzuſtellen, daß ein ſchönes und wahrhaft freies Leben ſo aus der einfachen Entwickelung eines in ſeiner Blutsverwandtſchaft und Freundſchaft bleibenden Geſchlechts hervorgehen könne“ 298 (O Griechen). Zu Rouſſeaus Irrtum über den Zuſtand der Wilden Amerikas 443, 444 (O Nölkerwanderung) Zur künſtleriſchen Darſtellung der Vorſtellung eines ſogenannten goldenen Zeitalters oder auch eines idylliſchen Zuſtandes 349, 350 (O Idyll) Begründung der Vorſtellung, „der Menſch habe eine wahrhafte, urſpüngliche Religion gehabt im Stande der Unſchuld, ehe noch jene Trennung in ſeine Intelligenz gekommen ſei, die der Abfall genannt wird“ 280, 281. Vorſtellung vom Paradies 282, 283. Ein Hauptfehler iſt, daß die vorgeſtellte Einheit „als Zuſtand in der Zeit vorgeſtellt wird, als ein ſolcher, der nicht hätte verloren gehen ſollen und der nur zufällig verloren gegangen iſt“ 283, 284, 280, 293, 294. „Der Zuſtand der Unſchuld iſt, wo für den Men— ſchen nichts Gutes und nichts Böſes iſt: es iſt der Zuſtand des Tiers“ 285 [16, 260]. Zum beliebten, wohlklingenden Ausdruck „Einheit des Menſchen mit der Natur“ 288, 289, 290, 291 (f. un: mittelbare Religion) 74 (f. Sündenfall), 260 [15, 285 f. o.] 271, 272 (O Plato) 10, 390, 391 f. o.]. Kritik an dem Gerede: „Der von Natur ſchöne edle Menſch ſei edler, höher, als die Pflicht“ 396 (O Ariſtoteles) Hobbes Anſicht über den Naturzuſtand 442. 443, 444 (ſ. Hobbes) 18, 271]. Zum Rouſſeauſchen Naturzuſtans 510 (O franzöſiſche Philoſophie) Naucler, Johannes Über die alten württembergiſchen Gerichte 453, 454 (O Württem⸗ berg) 1655
19 1 — 1 — 12 4 O {a — Neander / Negation Neander, Johann Auguſt Wilhelm Hinweiſe auf Neanders: „Genetiſche Entwickelung der vornehm⸗ ſten gnoſtiſchen Syſteme“ 29 Fußn., 30 Fußn., 31 Fußn., 67 Fuß: note, 137 Fußn. Neapel Neapels Vaſallenverhältnis zum päpſtlichen Stuhle 478 (O Kirche) Der Liberalismus in Neapel 564 (O franzöſiſche Revolution) Necho, Pſammetichs Sohn Sein Kanalbau 270, 269 (O Agypten) Neer, Aert van der Neers Behandlung des Mondlichts 393 (O Manier) Negation (Negatives) Das Eins als Negation 95, 96 (f. Eins). Setzung des Dings als Fürſichſein, oder als abſolute Negation alles Andersſeins 103 104 (f. Wahrnehmung) Zur Einſicht, „daß die Negation Poſitives iſt“ 115 (O Werden). Negation und Qualität 125. Das Etwas iſt die erſte Negation der Negation 130, 131, 125, 129. Unterſcheidung der erſten Negation als Negation überhaupt von der zweiten, der Negation der Ne— gation, welche die konkrete, abſolute Negativität, wie jene erſte nur die abſtrakte Negativität iſt 130 (ſ. Daſein) Zur Grenze als Negation 144 (ſ. Grenze). Das Eins und das Leere iſt „die Beziehung der Negation auf die Negation als eines Andern auf fein Anderes“ 196 (. Eins). Zur Negation in der reflektierenden Bewegung 493 (O Reflexion) Bedeutung der Negation in der Dialektik 342, 343 (ſ. Dialektik) Zur Subſtanz als „die Negation der Negation 319, 318 (O Jacobi) ' Die Strafe als Negation der Negation 152 (O Verbrechen) Die Zeit als „Negation der Negation“, als „ſich auf ſich beziehende Negation“ 78 (O geit) 1656
15 16 1 V 19 20 1 2 3 4 Negation / Negatives, Negativität Die Negation als Moment der ägyptiſchen Religion 447—451 (ſ. ägyptiſche Religion) „Die Negation der Negation iſt das Zurückkehren in ſich und der Geiſt iſt das ewige in ſich Zurückgehen“ 451 Beſtimmung des Weſens im kosmologiſchen Gottesbeweis als Negation der Negation 535. Die Negation im teleologiſchen Gottesbeweis 539 (ſ. Gottesbeweiſe) Das Fürſichſein iſt „Negation der Negation: und dieſe iſt, wie ich es nenne, die abſolute Negativität. Ich bin für mich, da negiere ich das Andersſein, das Negative; und dieſe Negation der Negation iſt alſo Affirmation“ 384 (ſ. Leukipp) Im Spinozismus fehlt die Negation der Negation und damit die Affirmation 375, 382. Spinoza bleibt bei omnis deter minatio est negatio ſtehen 374, 376, 391. „Das Moment der Negativität iſt das, was in dieſer Einen ſtarren Subſtantialität fehlt und man— gelt“ 407. Negation, Privation und Subſtanz 409. „Das Negative iſt a) als Nichts vorhanden“. „B) Das Negative iſt eben als ver— ſchwindendes Moment, nicht an ſich, nur als einzelnes Selbſt— bewußtſein aufgefaßt, nicht als der Böhmeſche Separator“ 410 (O Spinoza) Solgers Erfaſſung der Negation der Negation 165 (O Solger) Negatives, Negativität „Das Poſitive iſt der Natur nach eher als das Negative“ 510, 511 (O Naturrecht) Das Negative iſt nur in Beziehung auf das Poſitive 124 [8, 260]. Überwindung dieſes Gegenſatzes 128—133 (f. Verſtand) Negatives Urteil 149, 150, 181 (f. Urteil) [5, 82— 89; 7, 145 Bedeutung des Negativen in der Dialektik 51 (ſ. Dialektik). „Die Ungleichheit, die in ihr ſelbſt die Beziehung auf ihr Nichtſein, die Gleichheit enthält, iſt das Negative“ 526. Das Poſitive und Ne⸗ gative als die Seiten des Gegenſatzes 526, 527, 528, 529, 530 (f. Gegenſatz). Das Poſitive und Negative in der Arithmetik 530 bis 534 (f. Poſitives). Das Poſitive und Negative als ſelbſtändige Reflexionsbeſtimmungen im Widerſpruch 535 (ſ. Widerſpruch), als Beſtimmungen des Weſens 551, 552 (f. Grund), als Beſtim⸗ mungen des weſentlichen Verhältniſſes 640 (ſ. Verhältnis) 1657
5 7 8 12 13 15 1 2 10 Negatives, Negativität / Neger „Negatives Urteil“ 82—89 (ſ. Urteil). Die Negation der Negation in ihm 88. Das erſte und das zweite Negative in der Dialektik 340—345 (ſ. Dialektik) 145 (ſ. Unrecht) Bedeutung des Poſitiven und Negativen in der Lehre vom Weſen 267 g, 276—281 (f. Unterſchied) [P. St. 6, 73—75], 260 @ Solger kam „auf das dialektiſche Moment der Idee, auf den Punkt, den ich »unendliche abſolute Negativität« nenne“ 105, 106 (f. Solger). Charakteriſtik der abſoluten Negativität der Ironie 221 (O Kunſtſchönes) Stellung des Negativen in der idealen Darſtellung einer Handlung 300. Es findet hier ſeine Stelle nicht 300. „Denn das nur Negative ift überhaupt in ſich matt und platt und läßt uns des— halb entweder leer, oder ſtößt uns zurück“ 300, 301. „Der Teufel für ſich iſt deshalb eine ſchlechte äſthetiſch unbrauchbare Figur“ 301 (O Handlung) Bei den Indern, Parſen „erſcheint der wahre Gott als das Ne— gativwerden feiner ſelber und hat dadurch das Negative zu feiner ihm immanenten Beſtimmung“ 464. „Die unmittelbare und da⸗ durch natürliche Negation in ihrer umfaſſendſten Weiſe iſt der Tod“ 465 (ſ. ſymboliſche Kunſtform), 471 [13, 6; 15, 449, 450] Zum Prozeß der Negativität des Romantiſchen in ſeinem religiö— ſen Kreiſe 141. „Ein Prozeß, der ſich in dem Leben, Leiden und Sterben Gottes für die Welt und Menſchheit und deren mögliche Verſöhnung mit Gott auseinanderlegt“ 141 (f. romantiſche Kunſt— form) Über das Negative in der Religion der Perſer, der Inder und der Agypter 449, 450, 451. (. ägyptiſche Religion) „Bei Heraklit iſt das Moment der Negativität immanent; darum handelt ſich der Begriff der ganzen Philoſophie“ 351 (O Heraklit) Neger 72 g. Schädel der Neger 73 g. Die Neger find eine „Kinder⸗ nation“ 73 g, 74 C. „Fähigkeit zur Bildung iſt ihnen nicht abzuſprechen“ 74. Ihr Geiſt entſpricht „der kompakten, unterſchieds⸗ 1 105 nt des afrikaniſchen Landes“ 74 (O Raſſenunter⸗ iede 1658
11 12 15 10 11 16 18 Neger / Neid Die Neger in Amerika 123, 124 (O Amerika), in Innerafrika 136. Charakteriſtik des afrikaniſchen Negers 137—144 (O Afrika). Sein Bewußtſein „iſt noch nicht zur Anſchauung irgend einer feſten Objektivität gekommen“. Der Neger ſtellt „den natürlichen Men⸗ ſchen in ſeiner ganzen Wildheit und Unbändigkeit dar“ 137. Ihre Religion iſt Zauberei und Fetiſchismus 138. Ihr Totendienſt weiſt auf etwas Höheres hin 139, 140. Ihre Verachtung des Menſchen, des Lebens überhaupt 140, 141. Menſchenfreſſerei 140, Sklaverei 140, 144, Polygamie 141, 143. Eine Verfaſſung gibt es nicht 141. Der Häuptling 141, 142, der König 142, der Scharfrichter 142. Ihr mehr phyſiſcher als geiſtiger Fanatismus 142, 143. Bedeu⸗ tung des Todes des Königs 143, 144. An den Negern können wir ſehen, „daß der Naturzuſtand ſelbſt der Zuſtand abſoluten und durchgängigen Unrechts iſt“ 144 75 (O Nachahmung) Ausbreitung der Zauberei bei den Negern 303, 304, 305. Es gibt Negervölker, „die den Glauben haben, kein Menſch ſterbe eines natürlichen Todes, die Natur ſei nicht die Macht über ihn, ſondern er über fie. Es find dies die Galla- und Gaga⸗Horden“ 305, 306. Tierdienſt der Neger 315, Fetiſchdienſt 316, 317, Zauberei 318. Schilderung von Zauberern 320, 321, 304 (O Zauberei) 468 Neid Der alten Vorſtellung der Nemeſis „ſetzten Plato und Ariſtoteles entgegen, daß Gott nicht neidiſch iſt“ 4538 (O abſolute Religion) 8, 315; 16, 397, 398; 18, 249, 316, 317; 20, 26] Neid gegenüber den welthiſtoriſchen Individuen 61. „Der freie Menſch iſt übrigens nicht neidiſch, ſondern anerkennt das gern, was groß und erhaben iſt, und freut ſich, daß es iſt“ 61. Neid des Therſites 62, 63 (O Geſ chichtsphiloſophie) 397, 398 (O Gottesbeweiſe) 18, 249 f. u.] Zu Platons großen, ſchönen, wahrhaften, naiven Gedanken im Timäus, „daß Gott keinen Neid habe“ 249. „Bei den Alteren da: gegen iſt die Nemefis, Dite, das Schickſal, der Neid die einzige Beſtimmung der Götter, daß ſie das Große herabſetzen“ 249 (O Plato), 316, 317. Auch Ariſtoteles ſagt: »Aber das Göttliche 1659
Neid / Neptun 18 kann nicht neidiſch ſein« 317 (O Ariſtoteles) [8, 315; 10, 453; 16, 397, 398; 20, 26] 20 Entgegen der Vorſtellung älterer griechiſcher Dichter, lehren Plato und Ariſtoteles, daß Gott nicht neidiſch iſt 26 (O Hinrichs) Neith 11 Zur berühmten Inſchrift des Allerheiligſten der Göttin Neith zu Sais 291. „In der ägyptiſchen Neith iſt die Wahrheit noch verſchloſſen: der griechiſche Apoll iſt die Löfung; fein Ausſpruch iſt: Menſch erkenne dich ſelbſt“ 291 (O Agypten) [15, 472] 15 Im Bild der Göttin zu Sais und in der Überſchrift ihres Tempels iſt ausgeſprochen, „daß die Natur ein in ſich Unterſchiedenes ſei, nämlich ein Anderes gegen ihre unmittelbar ſich darbietende Er— ſcheinung, ein Rätſel; ſie habe ein Inneres, Verborgenes“ 472 (ſ. ägyptiſche Religion) Neleus, Erbe der Bibliothek des Ariſtoteles 18 308 (O Ariſtoteles) Nemeſis (Neid) 4 Nemeſis, die Herſtellerin der Mittelmäßigkeit, des Maßes 408 (O Maß) 10, 453 g; 13, 49, 50; 16, 104, 110; 18, 249, 316, 317] 7 430, 431 (O Verfaſſung) 8 Im religiöſen Bewußtſein der Griechen finden wir die Göttlich— keit des Maßes als Nemeſis vorgeſtellt 254 @ (O Maß) 10 „Die gleichmachende Macht“ 453 8 (O abſolute Religion) 13 49, 50 (O griechiſche Götter) 16 103, 104, 110, 113 (O griechiſche Religion) 18 „In der bloßen Vorſtellung der Nemeſis iſt noch keine ſittliche Be⸗ ſtimmung enthalten“ 249 (O Plato); 316, 317 (O Ariſtoteles) Neokles 18 Der Vater Epikurs 474 (O Epikur) Neptun ſ. Poſeidon 1660
9 11 18 19 2 7 9 10 16 A Neptunismus / neuere Philoſophie Neptunismus 208 (O Meteorologie), 459 (O Geologie) Nero, Lucius Domitius Neros Tod 406 (O Römer) Nero und Seneca 469 (O Stoiker) Spinoza zu Neros Muttermord 406 (O Spinoza) Nervenſyſtem 210, 216 (O Naturbeobachtung) Vergleich des Staats mit dem Nervenſyſtem 343 (O Staatsrecht) 588 [P. St. 6, 206]. „Nervenſyſtem“ 594—595 0 (O Tier). „Das Moment der Differenz in der Senſibilität iſt das nach Außen ge— richtete, in Zuſammenhang mit Anderem ſtehende Nervenſyſtem“ 594 Z. Rückenmark, Gehirn, Beziehung zwiſchen Gehirn und äußeren Teilen 594 3, 595 Z. Die ſympathetiſchen Nerven 595 g, 588 [P. St. 6, 206, 207]. Ihr Unterſchied von den Rückenmarks⸗ nerven 5958, 5968, 597 H. Richerand und Bichat über das Syſtem der Ganglien 596 8, 597 0, 602 ©, 613 O; Bedeutung des Rückenmarks für die Blutzirkulation 619 @, 620 @ (O Tier) Kritik an der Annahme mechaniſcher Tätigkeit des Nerven 6418 (O Tier) Der magnetiſche Somnambulismus in ſeiner Beziehung zu den Ganglien, dieſem „Gehirn des reproduktiven Syſtems“ 197 0 (O Magnetismus) Neſtor 119 (O griechiſche Religion) Neuakademiker ſ. Akademie neuere Philoſophie (Gegenwart, neueſte deutſche Philoſophie) Kritik an der Überzeugung der Philoſophie neuerer Zeit, nach welcher „das Wahre ſelbſt nicht erkannt werden könne“ 26. „Es iſt ein großer Eigenſinn, der Eigenſinn, der dem Menſchen Ehre 1661
A 1 A 19 neuere Philoſophie macht, nichts in der Geſinnung anerkennen zu wollen, was nicht durch den Gedanken gerechtfertigt iſt, — und dieſer Eigenſinn iſt das Charakteriſtiſche der neuern Zeit, ohnehin das eigentümliche Prinzip des Proteſtantismus“ 36 (O Rechtsphiloſophie) Die Philoſophie der neuen Zeit macht die dritte Periode in der Philoſophiegeſchichte aus, iſt für ſich hervorgetreten „ſeit der Zeit des Dreißigjährigen Krieges mit Baco, Jakob Böhm und Carte⸗ ſius .. .“ 145 (O Philoſophiegeſchichte), 148 „Neuere Philoſophie“, der Geſchichte der Philoſophie dritter Teil 263, 265—692 (O Philoſophiegeſchichte) Das Mittelalter hat die gleichgültige Trennung zwiſchen religiö— ſem Innern und äußerlicher Welt verarbeitet. „Aber dieſe Überwindung hatte die Form, daß ſie als Verderben der Kirche, als Verendlichung des Ewigen aufgetreten iſt“ 265. Sie machte die Reformation notwendig 265, 266. „Es iſt Vorurteil, daß die Reformation nur Trennung von der katholiſchen Kirche, — Luther hat die katholiſche Kirche ebenſoſehr reformiert“ 265, 266 „Das Andere, das an ſich vollbracht wurde, iſt Verſöhnung des Diesſeits und Jenſeits“ 266. Langſamkeit des Weltgeiſtes wechſelt mit ruckartigem Vorwärtskommen 266. Erfindung des Schieß— pulvers und Entdeckung des Weges nach Oſtindien 266. „Be⸗ rufung auf den sensus communis ſtatt Kirchenväter und Ariſto— teles“ 267. „Das Weltliche will weltlich gerichtet werden; der Richter iſt der denkende Verſtand“ 267. „Gott iſt nur im Geiſte, nicht jenſeits, ſondern das Eigenſte des Individuums“ 267 Die Philoſophie der neuen geit hat „nicht fowohl die Gegenſtände in ihrer Wahrheit zu denken, als das Denken und Begreifen der Gegenſtände, dieſe Einheit ſelbſt, welche überhaupt das Bewußtwerden eines vorausgeſetzten Objekts iſt, zu denken“ 268, 267, 274 Erſtens: Faſſung des abſtrakteſten Gegenſatzes von Denken und Sein 268272, 472. Die Einheit mit der Theologie wird verlaſſen; das Band mit ihr bleibt deswegen ſchlechthin an ſich 268. Bei Böhme beſteht noch Einheit zwiſchen Philoſophie und Theologie, ſonſt aber iſt „das Prinzip der neueren Philoſophie nicht unbefangenes Denken, ſondern hat den Gegenſatz des Denkens und der Natur vor ſich“ 269, 268 Der Weg die Einheit zwiſchen Geiſt und Natur, Denken und Sein 1662
neuere Philoſophie 19 hervorzubringen iſt ein gedoppelter. Der eine läßt die Objektivität und Inhalt des Gedankens aus den Wahrnehmungen entſtehen, iſt realiſtiſch; der andere geht von der Selbſtändigkeit des Denkens aus, iſt idealiſtiſch 270 a) Realiſtiſches Denken 270—272 a) Die Beobachtung geht zuvörderſt auf die phyſiſche Natur 270, 271. Les sciences exactes 270. Beſtimmter Inhalt wird ins All⸗ gemeine, zum Geſetz heraufgehoben 271. Kepler, Newtons Principia philosophiae naturalis 271 6) Die Beobachtung geht zweitens auf „das Geiſtige, wie es in ſeiner Realiſierung eine geiſtige Welt macht, indem es die Staaten bildet“ 271—272. Früher war das alte Teſtament Quelle ftaatsrechtlicher Grundſätze; „jetzt ſuchte man das Recht im Menſchen ſelbſt und in ſeiner Geſchichte“ 271, 272 b) Idealiſtiſches Denken 270, 272. Es geht vom Innern überhaupt aus; die Idee ſelbſt iſt zum Gegenſtande gemacht. „Von England ift die Erfahrung ausgegangen“; „Deutſchland ging von der Tonkreten Idee aus“; „in Frankreich hat ſich mehr die abſtrakte All⸗ gemeinheit geltend gemacht“ 272 Zweitens: „Fragen der jetzigen Philoſophie, Gegenſätze, Inhalt, der jetzt dieſe neuen Zei⸗ ten beſchäftigt“ 272—274 a) Deduktion des Daſeins Gottes aus dem Denken. „Die erſte Form des Gegenſatzes iſt die Idee Gottes und das Sein“ 272 b) „Die zweite Form iſt das Gute und das Böſe“ 272, 273. Es wird verſucht, den Widerſpruch zwiſchen der Allmacht und dem Böſen zu verſöhnen 273 c) „Die dritte Form des Gegenſatzes iſt der von der Freiheit des Menſchen und Notwendigkeit“ 273. a) Freiheit gegenüber der Vorſehung, gegenüber Gott als dem abſolut Determinierenden 273. 8) Freiheit gegenüber der Naturnotwendigkeit 273. y) Gegen⸗ ſatz zwiſchen Endurſache und wirkenden Urſachen 273 d) Das Problem: commercium animi cum corpore 273 Zum Unterſchied dieſer neuen Probleme und der Intereſſen der alten Philoſophie 273, 274 Drittens: Stufen im wiſſenſchaftlichen Fort⸗ gange 274-275. Aufzählung der zu behandelnden Philoſophen 274. Zu den drei Hauptunterſcheidungen: 1663
1 =} neuere Philoſophie a) Ankündigung der Vereinigung und Verſöhnung durch Bacon und Böhme 274 b) Metaphyſiſche Vereinigung. Carteſius, Spinoza, Locke, Leibniz 274, dann Untergang ſolcher Metaphyſik 275 c) Die „Vereinigung ſelbſt, die veranſtaltet werden ſoll, kommt zum Bewußtſein, und wird zum Gegenſtand“ 275. Die Philo⸗ ſophie Kants und die neuere Philoſophie 275 Viertens: Das „äußerliche Geſchichtliche des Lebens der Philoſophen“ 275—277 (ſ. Philoſoph) Erſter Abſchnitt: Baco und Böhme 274, 278-327. „Baco⸗ niſche Philoſophie heißt im Allgemeinen Philoſophieren, das ſich auf Erfahrung, Beobachtung der äußerlichen und geiſtigen Natur des Menſchen in ſeinen Neigungen, Begierden, vernünftigen, rechtlichen Beſtimmungen baſiert“ 278 A. Baco 274, 278 —296 (f. Bacon) B. Böhme 274, 296—327 (ſ. Böhme) Zweiter Abſchnitt: „Periode des denkenden Ver— ſtandes“ 274, 328—534. Dieſe Periode, in welcher das von ſich ausgehende Denken Prinzip iſt, beginnt mit Descartes. Er iſt „einer von den Menſchen, die wieder mit Allem von vorn ange— fangen haben; und mit ihm hebt die Bildung, das Denken der neueren Zeit an“ 328, 329. „Das Denken iſt das Prinzip; was gelten ſoll, gilt nur durch das Denken.“ Aber Denken iſt „Denken von einem Inhalte, der durch die Vorſtellung, Beobachtung, Er— fahrung gegeben wird“ 329. „Einerſeits iſt es eine Metaphyſik, andererſeits die beſonderen Wiſſenſchaften“ 329, 330. Doch iſt „der Gegenſatz von Rationalismus und Empirismus“ noch ein untergeordneter 329, 330. „Die Form der Philoſophie, welche durch das Denken zunächſt erzeugt wird, iſt die der Metaphyſik, die Form des denkenden Verſtandes; die zweite iſt der Skeptizis⸗ mus und Kritizismus gegen den denkenden Verſtand .. .“ 330 Erſtes Kapitel. „Periode der Metaphyſik“ 329, 330 bis 485. Das Erſte iſt die unbefangene, unkritiſche Metaphyſik, — „die ideae innatae des Descartes“. „Das Zweite iſt der Urſprung der Gedanken.“ Locke, Spinoza, franzöſiſcher Materialismus, franzöſiſche Metaphyſik, deutſche Wolffiſche Metaphyſik 330, 331. „Die Metaphyſik ift die Tendenz zur Subſtanz“ 331. Verhältnis zum proteſtantiſchen Prinzip 331 1664
19 neuere Philoſophie .Erfte Abteilung 331-417 Descartes 274, 328, 330, 331—367 (ſ. Descartes) Spinoza 274, 330, 368—411 (f. Spinoza) . Malebrande 274, 411—417 (ſ. Malebranche) „Zweite Abteilung 417—449 Locke 274, 330, 417—439 (ſ. Locke) Hugo Grotius 439—440 (ſ. Grotius) Thomas Hobbes 440—445 (ſ. Hobbes) . Cudworth 445 (ſ. Cudworth) . Bufendorf 445—446 (ſ. Pufendorf) . Newton 446—449 (ſ. Newton) Dritte Abteilung 449482 Leibniz 274, 330, 449—473 (f. Leibniz) Wolff 274, 331, 449, 473—481 (f. Wolff) . Bopularphilofophie 481—482 (ſ. Popularphiloſophie) Rückblick auf dieſes erſte Kapitel, die Periode der Metaphyſik 482—483. Sie brachte „die Gegenſätze des Gedankens zum Be— wußtſein und richtete das Intereſſe auf die Auflöſung des Wider: ſpruchs“ 482. Die Auflöſung iſt noch geſetzt in Gott 482, 472, 483. Kontraſt dieſer Philoſophie mit der von Plato, von Ariſtoteles 483 Wendung zum Fortgang der Philoſophie 483—485. Auf die dürre Verſtandesphiloſophie folgt ein Skeptizismus, der die Beſtim— mungen als ſubjektive des Selbſtbewußtſeins auffaßt 483 Jetzt ſehen wir den Begriff eintreten 483, 484. Rückblick auf die Stoiker, auf den Logos der Alten, auf Descartes, Spinoza 484. „Dieſer Begriff, den wir jetzt in das Denken eintreten ſehen, hat die dreierlei Form: a) als einzelnes Selbſtbewußtſein“ 484; ſeine empiriſche, ganz endliche Form kommt den Engländern zu 485, 6) „als allgemeines Selbſtbewußtſein, das ſich an alle Gegenſtände wendet“ 484. Es kommt den Franzoſen zu 485, y) als „lich ſelbſt denkender Begriff“ 484. „Das Inſichgehen dieſes Inſichſeins, das Denken des abſoluten Begriffs“ kommt den Deutſchen zu 485 Zweites Kapitel. Übergangsper i o de 485 — 534. „Das Ver: kommen des Denkens bis zur Kantiſchen Philoſophie“ 485. Herr⸗ ſchaft allgemeiner Popularphiloſophie mit einem diesſeitigen Halt, was man im allgemeinen „gefunden Menfcenverfiand, ge: ſunde Vernunft genannt hat“ 485. Dies ift die Geſtalt im )) Glockner, Hegel-Lexikon 105 1665
19 20 neuere Philoſophie 18. Jahrhundert, in der Aufklärung 486, 487. Wir haben zu be⸗ trachten: Hume, ſchottiſche Philoſophie und franzöſiſche Philo— ſophie 487 A. Idealismus und Skeptizismus 487—500. Be⸗ deutung der Bewegung des Fürſichſeins als weſentliches Moment des Denkens 487, 484. „Das Denken, ſich faſſend als Bewegung an ihm ſelbſt, iſt Selbſtbewußtſein, formal zuerſt, einzelnes Selbſt⸗ bewußtſein“ 487. Beziehung zum Skeptizismus 487 (ſ. Skeptizis⸗ mus), 485, 486. Der Glaube des Skeptizismus an die Realität macht ihn zum Idealismus 488. „Alle Gegenſtände ſind unſere Vorſtellungen“ 488. Berkeley, Hume, Cudworth 488 1. Berkeley 488—493 (ſ. Berkeley) 2. Hume 485, 487, 488, 493—500 (ſ. Hume) B. Schottiſche Philoſophie 274, 487—506, 512, 518 (f. ſchottiſche Philoſophie) C. Franzöſiſche Philoſophie 274, 485, 487, 501, 506 bis 529 (f. franzöſiſche Philoſophie). 1.—3. (f. franzöſiſche Philo⸗ ſophie). 4. Aufklärung 529—532 (f. Aufklärung), 5. Übergang zu Deutſchland 532—534. Hume und Rouffeau find die beiden Ausgangspunkte der deutſchen Philoſophie 532. Descartes ſetzt dem Denken die Ausdehnung gegenüber und ſetzt ihre Ein— heit in Gott 532. Wolffs Domäne iſt das Beſtimmte, Entwickelte 532, 533 „Von nun an tritt ein ganz anderer Standpunkt ein. Das Un— endliche iſt in die Abſtraktion oder Unbegreiflichkeit verlegt.“ „Wir ſehen das Dritte, die Einheit der Unterſchiede, als ein Nicht⸗Denkbares, Erkennbares beſtimmt; oder dieſe Einheit iſt auf dieſe Weiſe eine gedankenloſe“ 533, 534. Nun erhebt ſich die Frage, „wie das Denken wieder zu Gott komme. Die ſes haben wir in der letzten Periode zu betrachten: Kant, Fichte, Schelling Dritter Abſchnitt: „Neueſte deutſche Philoſophie“ 534—691 (f. neueſte deutſche Philoſophie) Es war die neuere Philoſophie ſelbſt, „welche ihr eigenes Element, den Begriff, ſo ſehr mißverſtand und ihn in dieſen Mißkredit brachte. Sie hat die Unendlichkeit desſelben nicht erkannt, und die endliche Reflexion, den Verſtand, damit verwechſelt, ſo ſehr, daß nur der Verſtand denken, die Vernunft aber nicht denken, ſondern 1666
20 15 16 17 o neuere Philoſophie / neueſte deutſche Philoſophie nur unmittelbar wiſſen, d. i. nur fühlen und anſchauen, ſomit nur ſinnlich ſoll wiſſen können“ 25, 26 (O Hinrichs) neuere Theologie (Gefühlstheologie, Theologie) Stellung der neueren Theologie zum Dogma 54, 55 (ſ. Dogma). Neuere Theologie und ihr unmittelbares Wiſſen 59—64 (ſ. un⸗ mittelbares Wiſſen). Die neuere Theologie geht mehr von der Re⸗ ligion als von Gott aus: „es wird nur gefordert, der Menſch ſoll Religion haben, . .. und es wird ſogar als gleichgültig geſetzt, ob man von Gott etwas wiſſe oder nicht, oder man hält dafür, es ſei dies nur ganz etwas Subjektives, man wiſſe eigentlich nicht, was Gott ſei“ 114 (O religiöſes Verhältnis) „Für den Verſtand iſt Gott das Eine, das Weſen der Weſen. Dieſe unterſchiedsloſe, leere Identität iſt das falſche Gebilde des Ver— ſtandes und der modernen Theologie“ 236. „Die Beſtimmung Gottes als des Dreieinigen iſt der Philoſophie nachgerade ganz ausgegangen, in der Theologie iſt es kein Ernſt mehr damit“ 242 (O chriſtliche Religion) Der Rationalismus in der neueren Theologie „hat die Vernunft immer im Munde, es iſt aber nur trockener Verſtand, von der Vernunft iſt nichts darin zu erkennen als das Moment des Selbſt⸗ denkens, es ift aber nur abſtraktes Denken“ 112, 113 (O0 Philo⸗ fophie) neueſte deutſche Philoſophie (Gegenwart, Modephiloſophie, neuere Philoſophie) „Mancherlei Formen, die bei dem jetzigen Phi⸗ loſophieren vorkommen“ 39—76 (ſ. Fichte) Kritik an der Gegenwart mit ihrem unmittelbaren Wiſſen und an der heute beginnenden Philoſophie 15—18, 18—22, 46—49 (ſ. Phänomenologie) Verhalten der Philoſophie der letzten fünfundzwanzig Jahre zur Metaphyſik 13—16 (. Logik) „Die Krankheit unſerer geit iſt es, welche zu der Verzweifelung gekommen iſt, daß unſer Erkennen nur ein ſubjektives und daß dieſes Subjektive das Letzte ſei“ 810 (O Denken) 122 (O Empirismus) 1667
1 A 19 neueſte deutſche Philoſophie Die Erinnerung, „daß die Idee, wie fie in der neueſten Philo— ſophie gefaßt und dargeſtellt iſt, die entwickelſte, reichſte, tiefſte iſt“, „mache ich deswegen, weil neue, neueſte, allerneueſte Philo— ſophie ein ſehr geläufiger Spitzname geworden iſt“ 72 (O Philo⸗ ſophiegeſchichte) Zum Intereſſe der modernen Philoſophie 141, 142, 143. „Die neuere Zeit hat als Totalität den beſtimmten Gegenſatz und die weſentliche Beziehung beider Seiten. So haben wir den Gegen— ſatz der Vernunft und des Glaubens, der eignen Einſicht und der objektiven Wahrheit“ 143 (O chriſtliche Religion) „Neueſte deutſche Philoſophie“ 534—692 (O Philo⸗ ſophiegeſchichte) In den Philoſophien Kants, Fichtes und Schellings „iſt die Re— volution als in der Form des Gedankens niedergelegt und ausge— ſprochen“ 534, 535, 553. Charakteriſtik der Aufgabe der Philo— ſophie 535 (ſ. Philoſophie). Stellung Kants, Fichtes und Schel— lings zu dieſer Aufgabe 535 A. „Jacobi“ 535—551, 274 (ſ. Jacobi) B. „Kant“ 551—611, 274, 275, 534, 535 (ſ. Kant) C. „Fichte“ 611—646, 274, 534, 535 (ſ. Fichte) D. „Schelling“ 646-683, 274, 534, 535 (f. Schelling). Rückblick auf das Bedürfnis der Philoſophie überhaupt ſeit Descartes bis Schelling 650 (f. Schelling) E. „Reſultat“ 684691 1. „Der nunmehrige Standpunkt der Philoſophie iſt, daß die Idee in ihrer Notwendigkeit erkannt werde“ 684, 691. „Das letzte Ziel und Intereſſe der Philoſophie iſt, den Gedanken, den Begriff mit der Wirklichkeit zu verſöhnen“ 684. „Das Reſultat iſt der Ge— danke, der bei ſich iſt, und darin zugleich das Univerſum umfaßt, es in intelligente Welt verwandelt“ 684, 685. „Tantae molis erat, se ipsam cognoscere mentem“ 685. „Die Geſchichte der Philo— ſophie iſt das Innerſte der Weltgeſchichte“ 685, 686 a) Es iſt „nicht gering zu achten, was der Geiſt, und zwar jetzt erworben“ 686. 6) Es gibt keine Modephiloſophie; es gibt nur „Eine Philoſophie in der Entwicklung, die Enthüllung Gottes, wie er ſich weiß“ 686, 690. y) „Das Prinzip iſt zu erkennen“ 686 2. Überſicht über die Hauptepochen und ihre notwendige Stufen⸗ folge der ganzen Geſchichte der Philoſophie 686—689. Nach 1668
neueſte deutſche Philoſophie 19 „orientaliſchem Taumel der Subjektivität“ kommt „das Licht des Gedankens in den Griechen“ 686 1) Die griechiſche Philoſophie ging vom Gegenſtändlichen aus und verwandelt dasſelbe „in die Idee; — das Sein“ 686 2) Der 08e, der Gedanke, Platons Allgemeines tft „als allgemei⸗ nes Weſen ſich bekannt worden“ 686 3) Auftreten des Begriffs in Ariſtoteles 687 4) Auftreten des Begriffs als Subjekt bei den Stoikern, Epiku— reern und im Skeptizismus 687 5) Der Gedanke der Totalität iſt die konkrete Idee bei den Neu: platonikern 687 6) Das Werk der modernen Zeit iſt das „Sichwiſſen der Idee“, „das ſich ſelbſt Denken des Selbſtbewußtſeins“ 687. Descartes 687, Spinoza 687, 688. Bei ihm „find Denken und Sein entgegen: geſetzt und identiſch“ 687. Leibniz 688 7) Fichtes Subjektivität „a) als Kritik des Denkens, ß) als Trieb zum Konkreten“ 688. „Die abſolut rein unendliche Form iſt aus— geſprochen; — Selbſtbewußtſein, Ich“ 688 8) „Dieſer Blitz ſchlägt in die geiſtige Subſtanz ein, und fo iſt abſoluter Inhalt und abſolute Form identiſch“ 688. Charakteriſtik der „intellektuellen Anſchauung“ 688. Sie wird erkannt a) in: dem die Einheit mit ſeinem Gegenteile begrifſen wird 688, 689; 8) indem die Einheit ſelbſt in ihrem Weſen erkannt wird, und y) indem vom Gegenſatz des Subjektiven und Objektiven gewußt wird, „daß dieſer Gegenſatz auf ſeine abſolute Spitze getrieben, ſich ſelbſt auflöft“ 689. Das iſt „das abſolute Wiſſen“ 689 3. In der Einheit den Gegenſatz und im Gegenſatz die Einheit zu wiſſen, „das iſt nunmehr das Bedürfnis der allgemeinen Zeit und der Philoſophie“ 689-690. „Der Kampf des endlichen Selbſt⸗ bewußtſeins mit dem abſoluten Selbſtbewußtſein, das jenem außer ihm erſchien, hört auſ“ 689, 690 „Hiermit iſt dieſe Geſchichte der Philoſophie beſchloſſen“ 690. Ihr Reſultat iſt, „daß zu aller Zeit nur Eine Philoſophie geweſen iſt“ 690, 686, daß die Folge der philoſophiſchen Syſteme eine not⸗ wendige iſt, und „daß die letzte Philoſophie einer Zeit das Re⸗ ſultat dieſer Entwickelung und die Wahrheit in der höchſten Ge: ſtalt iſt, die ſich das Selbſtbewußtſein des Geiſtes über ſich gibt“ 690. Die letzte Philoſophie „iſt Produkt und Reſultat aller vorhergehenden“ 690, 691, 685, 686 1669
19 20 1 1 1 1 2 4 — — — ou -1 neueſte deutſche Philoſophie / Neuplatoniker „Unſer Standpunkt iſt das Erkennen der Idee, das Wiſſen der Idee als Geiſt, als abſoluter Geiſt“ 691, 684. Die geſchichtliche Reihe iſt das wahrhafte Geiſterreich 691. „Wenn der Maulwurf im Innern fortwühlt — haben wir zu hören, und ihm Wirklich— keit zu verſchaffen“ 691, 685, 692 Charakteriſtik der Zeitphiloſophie, die annimmt, „daß der Menſch nichts von der Wahrheit wiſſe“ 13—15 und „daß der Geiſt, in⸗ dem er freilich erkennend, aber die Wahrheit ihm verſagt iſt, es nur mit Erſcheinungen, mit Endlichkeiten zu tun haben kann“ 15—17 und „daß das Gefühl die wahrhafte und ſogar einzige Form ſei, in welcher die Religioſität ihre Echtheit bewahre“ 17—22 (ſ. Hinrichs), 25, 26 (f. neuere Philoſophie) Neugriechen Fauriels Sammlung neugriechiſcher Lieder 383 (O Genie) Zur Art und Weiſe, in welcher Neugriechen und Italiener den Leib Chriſti an Kruzifixen darſtellten 104. Zur Malerei der Neu: griechen 110 (O italien iſche Malerei) Neuholland Zur geographiſchen Unreife Neuhollands 122 Neuplatoniker (Akademie, Alexandriner) 274 (O Skeptizismus) Die Neuplatoniker machten aus der ägyptiſchen Religion einen reinen Idealismus, indem ſie alles als Symbol einer geiſtigen Be— deutung nahmen 276 (O ägyptiſche Religion) „Viele glauben genug getan zu haben, wenn ſie ſagen, etwas ſei neuplatoniſch, um es aus dem Chriſtentume zu verweiſen“ 424 (O Chriſtentum) 418 [11, 276], 534 38 (O Religion). Zur Anſicht, die Dreieinigkeit ſei von den Neu⸗ platonikern in die chriſtliche Lehre hereingekommen 56 (O Dogma) Die Neuplatoniker erkannten „in der von den Philoſophen früher verworfenen Volksmythologie den allgemeinen Inhalt, indem ſie dieſelbe in Hedankenbedeutung um- und überſetzten“ 111, 114 111, 276; 12, 418, 534] 1670
17 18 19 Neuplatoniker Das err und uveiodaı der Neuplatoniker 112 (O Philoſophie) Charakteriſtik des Schluſſes der griechiſchen Philoſophie in den Neuplatonikern 139 (ſ. griechiſche Philoſophie) Die erſte Periode der Philoſophiegeſchichte geht von Thales bis zu den Neuplatonikern 144 (O Philoſophiegeſchichte). Wunderglaube der Neuplatoniker 243, 244, 253 (O Pythagoras) Charakteriſtik ihrer Interpretation der platoniſchen Dialoge 187. Ihre Stellung, beſonders die des Proklus, zu Platons Parmenides 244. Ihre Weiterbildung der Philoſophie Platos 297 (f. Plato), 521. Eine Form der ariſtoteliſchen Philoſophie iſt „die höchſt ſpekulative der alexandriniſchen Philoſophie — dasſelbe was die neupythagoreiſche, auch die neuplatoniſche genannt, die aber ebenſogut neuariſtoteliſche zu nennen iſt“ 311 (O Ariſtoteles) 19, 10, 13] „Neuplatoniker“ 3—96 (O griechiſche Philoſophie). Rück⸗ blick auf Skeptizismus, Stoizismus und Epikureismus 3, 4. Cha⸗ rakteriſtik der neuen Periode 3, 4. Sie hängt aufs engſte mit dem Chriſtentum zuſammen 3, 6. Die Idee, „daß das abſolute Weſen nichts Fremdes für das Selbſtbewußtſein iſt, daß ihm nichts das Weſen iſt, worin es nicht ſein unmittelbares Selbſtbewußtſein hat, — dies Prinzip ſehen wir nun als das allgemeine des Weltgeiſtes, als allgemeines Glauben und Wiſſen aller Menſchen erſcheinen“ 4, 7, 12. Grundlage bilden platoniſche, ariſtoteliſche und pythagoreiſche Begriffe 4, 10, 11, 13 Dies Prinzip als allgemeines Rechtsprinzip nimmt die Form der Philoſophie in der römiſchen Welt an 4, 5. Es iſt Verſtandes⸗ philoſophie 5 Hieraus erfolgt dann die Wiedergeburt des Geiſtes, die Rückkehr zu Gott und die Erſcheinung Gottes für den Menſchen 5, 6, 7. Zugleich wird die Natur verachtet und ſich unterworfen 6, 18. Un⸗ glaube an das Vergangene, die Geſchichte tritt auf 6; ſie wird in ſich gebrochen in eine innere Bedeutung und einen leeren Bud)ſtaben, der ihre Wirklichkeit iſt 7 (0. Geſchichte) Auf zweierlei Weiſe wird die Unendlichkeit des Selbſtbewußtſeins in ſich aufgefaßt 7, 8. Das Abſolute wird in der Weiſe des Selbſt⸗ bewußtſeins gewußt, aber nicht in Gedanken, ſondern als dieſer einzelne Menſch 7, 8. „Die andere Form iſt, daß dies Konkrete in 1671
Neuplatoniker 19 abſtrakterer Weiſe aufgefaßt wird, im Gedanken“ 8. Die natürliche Seite fehlt dieſer Form noch 8 Definition des abſoluten Geiſtes 8 (ſ. Geiſt), 9, 12. Vorſtellung dieſes geiſtigen Weſens in der chriſtlichen Religion 9, 8, bei den Juden 9, bei den philoſophiſchen oder beſtimmter bei den plato⸗ niſchen Juden 10, 11, 14, fo z. B. in Alexandrien, „wo Morgenland und Abendland aneinander gerungen“, wo „die orientaliſche freie Allgemeinheit“ und „das abendländiſche Denken“ ſich durch— drangen 10. Dieſe neupythagoreiſche und neuplatoniſche Philo— ſophie könnte man auch neuariſtoteliſche nennen 10, 4, 11, 13 18, 311] Abgrenzung gegen die Stoiker 10, 11. „Der ſtoiſche „os, 4670 hat einen Pantheismus vorgeſtellt“ 11. Verendlicht ſich dann die dem Pantheismus zugrundeliegende allgemeine Subſtanz, fo ift „dieſe Verendlichung ohne Rückkehr in ſich ſelbſt“ 12. Jetzt aber will der Geiſt „die Welt mit ſich verſöhnen, die er verlaſſen hat“ 12. „Dies iſt der allgemeine Standpunkt, aus dem Verluſte der Welt ſich eine Welt zu erzeugen, die zugleich in ihrer Außerlichkeit eine innerliche bleibt, und ſo eine verſöhnte iſt; und dies iſt ſo die Welt der Geiſtigkeit, die hier beginnt“ 12, 13, 14. Grundidee iſt „das Denken, das ſich ſelbſt denkt, der vonc, der ſich ſelber zum Gegenſtande hat“; das „Eine und das Andere und die Einheit beider“ 13 „Dieſe Idee entwickelte ſich von Platon und Ariſtoteles aus nicht unmittelbar, ſondern nahm den Umweg des Dogmatismus“, des Skeptizismus 13, 14 Zur jetzigen, ganz anderen Auffaſſung vom Geiſt, von Gott 14. „Gott iſt lebendig, tätig in ſich, das Eine und das Andere und die Einheit der unterſchiedenen Beſtimmungen“ 14, 9. Es kommt „zum Glauben an Gott“, zu einem „Verhältnis des Menſchen zu dieſem ſeinem Gegenſtande, dem abſolut Wahren“ 14, 15 „Wird jene Stellung einſeitig genommen, ſo iſt Gott jenſeits und der Menſch in ſeiner Freiheit diesſeits, der ſich als unendlich er⸗ faßt hat gegenüber dem Objektiven“ 15. Beſtimmt ſich dann der menſchliche Wille „als negativ gegen das Objektive, fo en.fteht = Böſe, das Übel im Gegenſatz gegen das abſolut Affirma tive“ 15, 16 Faſſung Gottes „als das Anundfürſichſeiende, aber als konkret“ 16. Indem Gott in ihm ſelbſt ſich unterſcheidet, tritt Vermittlung 1672
Neuplatoniker 19 des Endlichen, Weltlichen und des Menſchen mit ihm ein 16, 17. Zum Unglück der römiſchen Welt. Die Einheit mit der Natur hatte aufgehört, und „die zeitliche Welt iſt den Menſchen erſchienen als das Negative, als das Nichtwahre“ 17 „Das Verhältnis des Menſchen zu Gott beſtimmt ſich nun als Ordnung des Heils, Kultus, beſonders aber auch als Philo— ſophie . . .“ 17, 18. Sein Verhältnis zu Gott hängt von feiner Gotteserkenntnis ab 18. Negation des Natürlichen 18, 6 A. „Philo“ 18-26 (ſ. Philo) B. „Kabbala und Gnoſtizismus“ 26—31 1. „Kabbaliſtiſche Philoſophie“ 26—29 (ſ. Kabbala) 2. „Gnoſtiker“ 29—31 (f. Gnoſtiker) C. „Alexandriniſche Philoſophie“ 31-93 (f. alexan— driniſche Philoſophie). Zur Schwärmerei und dem Wunderglauben der Neuplatoniker 43, 44 (O Plotin), 70 (O Porphyrius). Schick— ſal der Neuplatoniker unter Juſtinian 93. Fortleben der neu— platoniſchen Ideen in der Kirche 93 (O Proklos) Rückblick auf die griechiſche Philoſophie im Ganzen und die Ein— ordnung der Neuplatoniker in fie 94—96. „Zuerſt ſahen wir das Abſtrakte in natürlicher Form; dann den abſtrakten Gedanken in ſeiner Unmittelbarkeit: ſo das Eine, das Sein“ 94. „So— krates iſt die zweite Stufe, die Stufe des Selbſt, des Gedankens als Selbſt“ 94. „Ariſtoteles hat die höchſte Idee, das Denken des Denkens“ 94, 95. Dogmatismus und Skeptizismus 95. „Drittens wird das Abſolute als Konkretes gewußt“, ſo zuletzt in der neuplatoniſchen Schule 95. Die Idee wird in ihrer ganz konkreten Beſtimmung als Dreieinigkeit, Dreiheit von Dreiheiten gefaßt 95 Der Ausgang von unendlicher Subjektivität, vun der abſoluten Freiheit, dem Ich, dem unendlichen Wert, fehlt den Alexandrinern noch. Dies bedeutet „einen Ruck des Menſchengeiſtes, der Welt, des Weltgeiſtes“ 95, 96. „Die Philoſophen find die Nora, die beim Ruck im innerſten Heiligtum mit und dabei geweſen“ 96 (ſ. Philofoph) Verhältnis der Neuplatoniker zur Idee des Chriſtentums 99, 101, 113, 118. Sie hatten die Lehre, „daß die Dreieinigkeit das Wahre iſt, noch nicht bewieſen; und es fehlte ihr die Form der innerlichen Notwendigkeit“ 101. „Der Geiſt iſt bei ihnen nicht indivi— dueller Geiſt“ 114 (O0 Chriſtentum) 1673
1 D 17 18 19 4 5 8 9 7 11 Neuplatoniker / Neuzeit Verhältnis der Neuplatoniker zur arabiſchen Philoſophie und zur Scholaſtik 124 (O arabiſche Philoſophie) 131, 199. Bedeutung der Neuplatoniker für die Scholaſtik 155, 162 (O ſcholaſtiſche Philoſophie). Johann Scotus Erigena beginnt als erſter nach Ideen der Neuplatoniker zu philoſophieren 160 (O Erigena) Bedeutung der Neuplatoniker für die Myſtik 195 (O Myſtiker), für die Wiedergeburt des Studiums der Alten 214 (O Wiederauf⸗ leben). So bei Fieinus 216 (f. Fieinus), bei Jordano Bruno 237 (O Bruno) 308 (O Böhme), 329 (O neuere Philoſophie), 566 (O Kant), 667 (O Schelling) Rückblick auf die Neuplatoniker im Refultat der Philoſophie— geſchichte 687 (ſ. neueſte deutſche Philoſophie) Neupythagoreer (Akademie, Alexandriner) Verknüpfung von Philoſophie und Religion bei den Neupytha— goreern 38 (O Religion) Nachrichten der Neupythagoreer über das Leben des Pythagoras 236, 244 (O Pythagoras), 253 311 (O Ariſtoteles) Die neupythagoreiſche und neuplatoniſche Philoſophie kann man auch neuariſtoteliſche nennen 10, 13 (O Neuplatoniker) [18, 311] Neutraliſation 437, 442 (O Maß) Chemiſche Neutraliſation 203 (O Chemismus) 412, 413 (O Chemismus) [P. St. 6, 121, 122] 404 0 (O Chemismus). „Neutraliſation, Waſſer⸗ prozeß“ 428-4310 (f. Waſſer) Neuzeit (Gegenwart, Hegel, neueſte deutſche Philoſophie) Über die Tapferkeit in der modernen Welt 439 (ſ. Tapferkeit) „Die neue Zeit“ 441, 519—569 (O Germanen). Sie iſt „die Periode des Geiſtes, der ſich als freien weiß, indem er das Wahr⸗ hafte, Ewige, an und für ſich Allgemeine will“ 519 1674
11 12 15 18 Neuzeit / Newton Erftes Kapitel. „Die Reformation“ 519—536 (ſ.Re⸗ formation) Zweites Kapitel. „Wirkung der Reformation auf die Staatsbildung“ 519, 535, 536— 548 (ſ. Refor⸗ mation) Drittes Kapitel. „Die Aufklärung und Revo⸗ lution“ 519, 548-552 (ſ. Aufklärung), 553—569 (f. franzö⸗ ſiſche Revolution) Über „die nebuloſe Vorſtellung vom Idealiſchen neuerer Zeit“ 330, 331 (O Ideal) „Das Wiſſen, daß der Menſch der Natur, d. h. dem Begriff nach frei iſt, gehört der neuern Zeit an“ 263 (O Religion) „Die Definition neuerer geit iſt: die Identität der Objektivität und Subjektivität, Untrennbarkeit des Ideellen und Reellen, der Seele und des Leibes“ 210 (O Plato) Newton, Iſaac Gegenüberſtellung von Kepler und Newton 4, 6, 17, 18. Newton hat die zahlenmäßig beſtimmte Größe der Schwerkraft mit der zahlenmäßig beſtimmten Größe der Bewegungen am Himmel ver⸗ glichen und im übrigen alles nach mathematiſchen Berechnungen mit Geometrie und Arithmetik ausgeführt 4. Er faßt die Kräfte: wie Anziehung, Stoß, Streben zum Mittelpunkt nicht phyſikaliſch, ſondern ausſchließlich mathematiſch 5. Dennoch richtete er ein aus Phyſik und Mathematik gemiſches Bauwerk auf 6, 17. Kritik an Newtons Beweiſen 6, an ſeiner Zerſpaltung der Kräfte 7, 8, an ſeinen Beiſpielen für die Zentrifugalkraft 9. Newtons Bemühung die Identität von Zentripetalkraft und Schwerkraft zu beweiſen 12. Seine Anwendung des Geſetzes der Schwerkraft auf die Be⸗ wegung des Mondes 15, 16. Sein Erfolg bei Gelehrten und Volk 17, 18. Seine Widerlegung der Theorie des Descartes und Ariſto⸗ teles, daß die Körpergewichte von den Formen abhängen, die die Materie annimmt 18, 19. Newton verlegt den Schwerkraftsmittel⸗ punkt nicht in die Sonne 21, 22 (O Planet) 3 242 (O Gymnaſialreden) Ha Newton über das Unendliche in der Mathematik 312—316 (ſ. Ma⸗ thematik). Newtons merkwürdige Prozedur um das arithmetiſch 1675
0 O E OY Newton unrichtige Weglaſſen der Produkte unendlicher Differenzen oder höherer Ordnungen derſelben bei dem Finden der Differentialien zu beſeitigen 322, 323. Lagrange zu Newton 323, 324 Fußn., 326, 374. Zu Newtons Beweis von ſeinem Fundamentalſatze der Theorie der Gravitation 335, 336. Kritik an Newtons Beweiſen überhaupt 336, 337, ebenſo wie an ſeinen optiſchen Experimenten und dem damit verbundenen Schließen 337. Newtons Erhebung über Kepler 336 (O Mathematik), 426 (O Maß) 353, 387 (O Mathematik), 454 (O Maß). Zu Newtons „mathema⸗ tiſchen Prinzipien der Naturphiloſophie“ 425, 426 (O Maß) 427 Fußn. Newton und die Engländer nennen die Experimentalphyſik Philo⸗ ſophie 22 (O Enzyklopädie) [8, 50, 51; 17, 90, 91; 19, 271, 364, 438, 448, 449] 50, 51 [P. St. 6, 22]. Newtons Verhältnis zur Metaphyſik 232 & 119, 447] (O atomiſtiſche Philoſophie), zu Gott 311 (O Kraft) Nach Newton iſt „der Raum das Senſorium Gottes“ 919 (O Ort). Kritik an feiner Bewegung, die von der vis centrifuga herkommen ſoll 105 8, 108 8 (O Stoß) 1138 Fußn. (O Fall) Zur allgemeinen Redensart, daß Newton erſt die Beweiſe zu Keplers Geſetzen geſunden habe 124, 125 [P. St. 6, 167, 168, 170; 4, 427 Fußn.], 126 [P. St. 6, 170], 132 8, 136 8, 137 H, 140 g. Zu Newtons Prinzip der Perturbation 127 g. Seine Auffaſſung der Schwere 1378, 136 8, 125 [P. St. 6, 170] (O Mechanik) Newtons Barbarei der Kategorien 164 [P. St. 6, 174], 166 0. Kritik an Newtons Wellentheorie des Lichts 167 8 (O Licht). Zu Newtons „irriger Anwendung der Zahlenverhältniſſe der Töne“ auf die Farben 181 [P. St. 6, 179] (O Planet), 342 9. Kritik an Newtons Farbenlehre 329, 330 [P. St. 6, 175], 3318, 332 g, 333 0, 334 8, 335 &; feine Unredlichkeit 330 [P. St. 6, 175], feine Liederlichkeit 3409. Pitatz aus feiner Optik 330 g, 346 &. New⸗ ton trübte die Vorſtellung des Lichts durch Reflexion und Ber: knöcherung der Vorſtellung 335 8, 342 Fußn. G. Kritik an feinem „ſchlagenden Beweis“ durch das Schwungrad 337 g. Darlegung des „Hanges der Newtoniſchen Reflezion“ 337 bis 343 (f. Farbenlehre), 327 8, 354 © Newtons Verwunderung, „daß gewiſſe dünne Lamellen — oder 1676
9 10 12 1 19 A 20 12 Newton / Nibelungen Glaskügelchen — völlig durchſichtig und ohne allen Schein von Schatten, durchs Prisma geſehen, ſich farbig zeigen“ 346 8, 330 8 Zu Newtons Verſuch mit den beiden Meſſerklingen 347 , 348 H. Seine Unfähigkeit, die „geforderten Farben“ zu erklären 3512. Die „Newtoniſchen Verſuche find verzwickt, ſchlecht, kleinlich ge— macht, ſchmierig, ſchmutzig“ 3528 (O Farbenlehre) 222 (O Zerſtreutheit) Goethes »Katzenpaſtetes ſoll auf Newton gehen 520 (O Parabel) 90, 91 (O Wiſſenſchaft), 339 271 (O neuere Philoſophie), 364 (O Descartes). „Newton gilt bei den Engländern für den Philoſophen zur Sorım” 438. „Newton zog aus ſeinen Erfahrungen ſeine Verſtandesſätze; und in Phyſik und Farbenlehre hat er ſchlechte Beobachtungen und noch ſchlech— tere Schlüſſe gemacht“ 438 (O Locke) „Newton“ 446—449 (O neuere Philoſophie). Geburt, Studium und Profeſſur zu Cambridge 446, 447. Sein Verhältnis zu Locke 447, zur Metaphyſik 447 [8, 232 O]. Er führt „die ReflexionsBeſtimmungen von Kräften“ in die Phyſik ein; er war ein „voll⸗ kommener Barbar an Begriffen“ und das höchſte Gegenteil zu Böhme 447. Dieſe Barbarei herrſcht auch in den heutigen phyſtka⸗ liſchen Wiſſenſchaften. „Was die letzten Nefultate der Reflexion find, wird als erſte Gründe hingeſtellt“ 448. „Von den herrlichen newtoniſchen Entdeckungen der Optik iſt keine einzige mehr übrig, als eine, — die Teilung des Lichts in ſieben Farben“ 448. „Die experimentierenden Wiſſenſchaften heißen bei den Engländern ſeit der Zeit Philoſophie; Mathematik und Phyſik heißt newtoniſche Philoſophie“ 448, 449, 271, 364, 438 [6, 22; 8, 50, 51; 17, 90, 91] Leibniz und Newton 449, 450, 451 (O Leibniz) 229 (O Hamann) Nibelungen Verdienſt der beiden Schlegel, die Nibelungen wieder hervorge— zogen und erhoben zu haben 99, 100 (O Aſthetik) Welche kahle, fahle, wenn auch kräftige Individualitäten ſind, im Vergleich zu den homeriſchen Charakteren, der hörne Sigfried, der Hagene von Troy und ſelbſt Volker, der Spielmann 321 (O Cha— rakter). „Wir hören zwar von Worms, dem Rhein, der Donau; 1677
12 1 = 14 20 — Nibelungen / Nichts doch auch hier bleibt es beim Unbeſtimmten und Kahlen ſtehen“ 342. Zwiſchen dem Dichter, welcher die verſchiedenen Sagen zu⸗ ſammenſchloß, und ihrem Entſtehen liegt ein großer Zeitraum 356, 357. „In dem Nibelungenlied ſind wir zwar geographiſch auf einheimiſchem Boden, aber die Burgunder und König Etzel ſind ſo ſehr von allen Verhältniſſen unſrer gegenwärtigen Bildung und deren vaterländiſchen Intereſſen abgeſchnitten, daß wir ſelbſt ohne Gelehrſamkeit in den Gedichten Homers uns weit heimat⸗ licher empfinden können“ 367 (O Kunſtſchönes) 30 (O klaſſiſche Kunſtform). Vergleich der Tapferkeit Achills mit der des hörnernen Siegfried und der des Königs Gunther 94 (O griechiſche Götter) Zur Frage, ob das Nibelungenlied nur von einem Dichter her— rührt 338, 339 (O epiſche Poeſie). „In dem Nibelungenliede fehlt die beſtimmte Wirklichkeit eines anſchaulichen Grundes und Bo— dens“ 346, 348 (O Weltzuſtand). Die Notwendigkeit der Begeb⸗ niſſe bleibt „das dunkle Wirken einer Macht, die nicht ſelbſt als dieſe Macht in ihrem göttlichen Herrſchen beſtimmter individualiſiert und in ihrer Tätigkeit poetiſch vorgeſtellt wird“ 367. „Dies gibt der Darſtellung etwas Starres, Unaufgeſchloſſenes, eine gleichſam objektive und dadurch höchſt epiſche Trauer“ 368 (O Handlung) 389 (O epiſche Poeſie). Die Kolliſion im Nibelungenlied iſt „aller epiſchen Breite zum Trotz, eher dramatiſch tragiſcher als voll— ſtändig epiſcher Art“ 408 (O mittelalterliche Poeſie) 140, Solgers Hochſchätzung des Nibelungenliedes 143, Tiecks Hoch— ſchätzung 157 (O Solger) Nicht⸗Ich ſ. Fichte Nichts (Abgrund, Sein — Nichts) 51 (f. Sein — Nichts). „Das Nichts exiſtiert als T A — A, und iſt ſeinem Weſen nach Unendlichkeit, Denken, abſoluter Begriff, abſolute reine Affirmation“ 346 (O Jacobi) Gründe, weshalb Fichte „das abſolute Nichts“ nicht zu erkennen vermag 409, 411 (0 Fichte) „Der abſolute Begriff iſt das abſolute unmittelbare Gegenteil 1678
Nichts — feiner ſelbſt, und »das Nichts iſt«, wie ein Alter ſagt, „nicht we— niger als das Etwas«“ 507 (O Naturrecht) Über den Skeptizismus, „der in dem Refulate nur immer das reine Nichts ſieht, und davon abſtrahiert, daß dies Nichts beſtimmt das Nichts deſſen iſt, woraus es reſultiert. Das Nichts iſt aber nur, genommen als das Nichts deſſen, woraus es herkommt, in der Tat das wahrhafte Reſultat; es iſt hiermit ſelbſt ein beſtimmtes und hat einen Inhalt“ 73, 79 (ſ. Phänomenologie) Über das Nichts der Wahrnehmung, das „Nichts des Dieſen“ 94, 93 (O Wahrnehmung) „Die Natur iſt Nichts außer ihrem Weſen; aber dies Nichts ſelbſt iſt ebenſoſehr; es iſt die abſolute Abſtraktion, alſo das reine Denken oder Inſichſein, und mit dem Momente ſeiner Entgegenſetzung gegen die geiſtige Einheit iſt es das Böſe“ 594 (O offenbare Religion) 3 „Sein, Nichts, Werden“ und ihre gegenſeitige Beziehung 117, 172 (O Sein) 33 (O Logik). „Nichts“ 88 (O Sein). „Nichts, das reine Nichts; es iſt einfache Gleichheit mit ſich ſelbſt, vollkommene Leerheit, Be⸗— ſtimmungs⸗ und Inhaltsloſigkeit; Ununterſchiedenheit in ihm ſelbſt“ 88. „Nichts Anſchauen oder Denken hat eine Bedeutung; beide werden unterſchieden, ſo iſt (exiſtiert) Nichts in unſerem Anſchauen oder Denken; oder vielmehr iſt es das leere Anſchauen und Denken ſelbſt; und dasſelbe leere Anſchauen oder Denken, als das reine Sein“ 88 (O Sein) Gegenüberſtellung von Nichts und Etwas 89. Bedeutung des Nichts für den Buddhaismus 90. Betrachtung des Satzes: ex nihilo nihil fit 90, 91 (f. Werden). Über den Anfang der Philo— ſophie mit dem fixierten Nichts 111, 113, 115 (O Werden) 508 (O Identität), 551 (O Grund), 659 (O Verhältnis) 8 Zur Definition des Abſoluten als Nichts 207 IP. St. 6, 52, 53] (O Sein) 11 Zur Religion des Fo, des Nichts in China 182 (O China). Ihr Grunddogma lautet: das Nichts iſt das Prinzip aller Dinge 228, 229 (O Buddhaismus) [15, 403, 412] 15 Die Eleaten fügten zu dem Satz: es iſt nur das Eine ausdrücklich hinzu: und das Nichts iſt gar nicht 111 (O Gott) D Ha 1679
1 1 1 i 2 1 1 a = V — 0 — 0 Ne) Nichts / Nicolai „Das Nichts und das Nichtſein ift das Letzte und Höchſte“ im Buddhaismus 403. „Aus Nichts iſt Alles hervorgegangen, in Nichts geht Alles zurück.“ „Gott iſt ſchlechthin nichts Beſtimmtes, das Unbeſtimmte“, „Gott iſt das Nichts“ 403, 412 (ſ. Buddhais⸗ mus) Das Nichts in Gottes Schöpfung 50, 51. „Die Welt iſt das vom Geiſt Geſetzte, ſie iſt gemacht aus ihrem Nichts; das Negative der Welt aber iſt das Affirmative, der Schöpfer; in ihm iſt das Nichts das Natürliche; in ihrem Nichts iſt alſo die Welt entſtanden aus der abſoluten Fülle der Macht des Guten“ 50. „Das Nichts aber, aus welchem die Welt erſchaffen iſt, iſt die Unterſchiedsloſigkeit“ 52. „Gott erſchafft abſolut aus Nichts, da iſt nichts, was gegen ihn voraus wäre“ 53 (ſ. jüdiſche Religion) Das negative Moment im zufälligen Sein des kosmologiſchen Gottesbeweiſes darf nicht „als das bloße Nichts genommen wer— den“ 497. Unterſchied zwiſchen Widerſpruch und Nichts 498, 499 (ſ. Gottesbeweiſe) Das Nichts in der Philoſophie des Parmenides 310, 311. „Das Nichts verkehrt ſich in der Tat in Etwas, indem es gedacht oder geſagt wird. Wir ſagen etwas, denken etwas, wenn wir das Nichts denken und ſagen wollen“ 310 (O Parmenides) Nichts und Sein bei Zeno 324, 325 (ſ. Zeno) Das Atome und das Nichts bei Leukipp und Demokrit 380 (O Leukipp) Sein und Nichts bei Philo 25 (ſ. Philo) Zur Begriſſsverwirrung von Sein, Nichts, Werden 344—349 (J. Hegel). Zu Ohlerts Annahme: „Aus Nichts wird Nichts“ 403 (O Ohlert) Nicolai, Chriſtoph Friedrich 271 (O Skeptizismus) Schilderung einer poetiſchen Illuſion bei Nicolai, dieſem „ſonſt ſtockproſaiſchen Individuum“ 181 (0 Seele) Nicolai als Aſthetiker 530. Eine Probe ſeiner Darſtellung vom Vergnügen tragiſcher Gegenſtände im Trauerſpiel 530—531 1680
Nicolai / Niethammer 19 (O Aufklärung) Nicolai wußte nichts vom Spinozismus 537 (O Jakobi) 20 Nicolai der Aufklärer 207. Nicolai und Hamann 241 (O Hamann) Nicolovius, Ludwig 20 Nicolovius, ein jüngerer Freund Hamanns, lehnte es ab, eine Herausgabe der Hamannſchen Werke zu beſorgen 203 (O Hamann) Niebuhr, Barthold Georg 11 „Niebuhrs Geſchichte muß nur als eine Kritik der römiſchen Geſchichte betrachtet werden, denn ſie beſteht aus einer Reihe von Abhandlungen, die keineswegs die Einheit der Geſchichte haben“ 364. Niebuhrs Verwunderung über die demokratiſche Verfaſſung der Römer unter den Königen 384. Niebuhrs Unterſuchungen über die lex agraria 390, 391 (O Römer) 20 Solger über Niebuhrs römiſche Geſchichte und über Schlegels Rezenſion dieſer Geſchichte 149, 150 (f. Soiger) Niederland ſ. Holland 11 541 (O Reformation) 19 210 niederländiſche Malerei ſ. holländiſche Malerei Niederträchtigkeit Verhältnis des niederträchtigen Bewußtſeins zur Staatsmacht und zu Reichtum 386 (ſ. Bildung) 12 Niederträchtigkeit als Macht in der Handlung 301 (ſ. Handlung) e Niethammer, Immanuel 3 „über den Vortrag der philoſophiſchen Bor: bereitungs-Wiſſenſchaften auf Gymnaſien. Aus einem Brief vom 23. Oktober 1812 an den Königl. Bayeri⸗ ſchen Oberſchulrat Immanuel Niethammer“ 301-316 (f. Philoſophieunterricht) Glockner, Hegel⸗Lexikon 106 1681
Nikanor / Ninos Nikanor, Sohn des Proxenus 18 Er wurde von Ariſtoteles an Kindes Statt angenommen 300 (O Ariſto teles) Nikias 14 519 (O Schauſpielkunſt) Nikolaus von Damaskus, N. Damascenus 19 Kommentator ariſtoteliſcher Werke 36 (O0 Ammonios Sakkas). „De summa philosophiae Aristotelicae“ 124 (O arabiſche Philoſophie) Nikolaus II., Papſt 11 477 (O Kirche) Nikomachos 18 Vater des Ariſtoteles 300 (O Ariſtoteles) Nikomachos von Geraſa 17 Seine Spekulationen über Gott 272 (O Pythagoras) Nil 11 Bedeutung des Nil für die Anſchauung der Agypter 275, 276, 277, 278 (ſ. ägyptiſche Religion) 12 Seine Bedeutung in der unbewußten Symbolik 468, 478 (O ägyp⸗ tiſche Kunſtform) 15 317 (O Zauberei), 457, Oſtris und Nil 457. Der Nil als Symbol des Innern 459 (O ägyptiſche Religion) Ninive 11 245, 246, 249 Ninos 11 Der Stifter des aſſyriſchen Reiches und Ninives 245, 246; ſeine Eroberungen 246 (0 Aſſyrien) 1682
Niobe, Niobiden / vor Niobe, Niobiden 13 Die Niobidengruppe 438 (O Skulptur) 14 Über den Ausdruck des Schmerzes in der Niobe 35 (O Malerei) Nirvana 4 Über das buddhiſtiſche Nirvana 408 (O Maß) [15, 414, 453] 15 414 (O Buddhaismus), 453 (O ägyptiſche Religion) 16 337 (O criſtliche Religion) 17 131, 132 (O0 Philoſophiegeſchichte). „Dies Zurückziehen in den Gedanken iſt in der indiſchen Religion, wie in der indiſchen Philo⸗ ſophie. Die Philoſophie will die Seligkeit erlangen durch das Denken, die Religion durch die Andacht“ 165 (O indiſche Philoſophie) Niſami 14 Seine Liebesepopoeen 402 (O orientaliſches Epos) Nizäiſches Konzil 11 424 (ſ. Chriſtentum) v677 C 8 Die vonas vonroews, welche ſchon Ariſtoteles als die höchſte Form der Idee bezeichnet hat 446 (O Idee) 17 286 (O Pythagoras) 18 Nönoıs in Platons Philoſophie 218, 219, 220 (ſ. Plato), bei Ari⸗ ſtoteles 330, 383 (f. Ariſtoteles) 19 Die vönoıs bei Plotin 56 (ſ. Plotin) vor ov 18 262 (O Plato), 332 (O Ariſtoteles) 19 Nonröv der Neuplatoniker 13 (O Neuplatoniker), des Plotin 56 (O Plotin) 1683
1 = 11 15 — 11 Nominalismus, Nominaliſten / Norden Nominalismus, Nominaliſten Streit der Nominaliſten gegen die Realiſten 155. Er gehört der Scholaſtik an 162 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) „Gegenſatz von Realismus und Nominalis⸗ mus“ 180—190 (ſ. ſcholaſtiſche Philoſophie). Roſcelin iſt der älteſte Nominaliſt 180, 184. Auch Abälard war älterer Nomina⸗ liſt 181, 184. „Die Nominaliſten oder Formaliſten behaupteten, das Univerſale ſei nur Vorſtellung, ſubjektive Verallgemeinerung, Produkt des denkenden Geiſtes; .. . nur das Individuelle ſei das Reale“ 182 (O Roſcellin). „Der kraſſe Nominalismus erklärte die allgemeinen Begriffe für bloße Namen, und ſchrieb allein den Individuen Realität zu: Das Allgemeine (die Univerſalien) hat nur in der Sprache Realität” 183 (O Montagne). Decam war ein Hauptverfechter des Nominalismus 184 (O Occam). Buridan war Nominaliſt 189. Kirchliche und weltliche Verbote gegen die Nominaliſten 189, 190 (O Buridan) Nordamerika (Amerika) 124 (O Amerika) 305 (O Zauberei) Norden In der Form der fixierten Reflexion, als eine Welt von denfendem und gedachtem Weſen, im Gegenſatz gegen eine Welt von Wirklichkeit, fällt dieſe Entzweiung in den weſtlichen Norden 47 (O Fichte). Zur „Hartnäckigkeit des geſunden Menſchenverſtandes“ unter nördlichen Klimaten 59, 60 (O geſunder Menſchenverſtand). Zum Dualismus unſerer nordweſtlichen Welt 187, 188 (f. Kritik) Die große Form des Weltgeiſtes aber, welche ſich in den Philoſophien von Kant, Jacobi und Fichte erkannt hat, „ift das Prinzip des Nordens, und, es religiös angeſehen, des Proteſtantismus; — die Subjektivität, in welcher Schönheit und Wahrheit, in Gefühlen und Geſinnungen, in Liebe und Verſtand ſich darſtellt“ 281, 282 (O Glaube) Der wahre Schauplatz für die Weltgeſchichte iſt die gemäßigte Zone, und zwar iſt es der nördliche Teil derſelben 122 (O Geographie) 1684
12 20 De} 11 — 11 11 1 A D Norden / Notwendigkeit Bei den nordiſchen Völkern iſt „die Muſik und Oper, obgleich ſie die Ausbildung derſelben ſich mit großem Erfolg haben angelegentlich ſein laſſen, ebenſowenig als die Orangenbäume voll⸗ ſtändig einheimiſch geworden“ 382 (O Genie) Görres' Anrede der „Einigen aus dem Norden“ 441 (O Görres) Nordlicht 210 8 (O Meteorologie), 389 8 (O Chemismus) Normandie 468, 474, 510 Normannen 444, 445, 446 (O Völkerwanderung), 465 (O Karl I. der Große), 468 (O Mittelalter), 474 (O Frankreich; 475 (O Kirche), 504, 507 (O Mittelalter) Norwegen 130 (O Geographie), 444 (O Völkerwanderung) Notrecht 186, 187 (f. Abſicht ) Notſtaat 263 (O Geſellſchaft) Notwendigkeit (Freiheit — Notwendigkeit, Schickſal) „Notwendigkeit gehört der Intelligenz an, wie der Natur“ 137 (ſ. Fichte). Das zwiefache Verhältnis der Notwendigkeit 460, 361 (ſ. Naturrecht) „Die Luft und die Notwendigkeit“ 279—283, 278 (f. Vernunft). „Die Notwendigkeit, das Schickſal und dergleichen, iſt eben dieſes, von dem man nicht zu ſagen weiß, was es tue, welches ſeine beſtimmten Geſetze und poſitiver Inhalt ſei, weil es der abſolute als Sein angeſchaute reine Begriff ſelbſt iſt, die einfache und leere, aber unaufhaltſame und unſtörbare Beziehung, deren Werk nur das Nichts der Einzelnheit iſt“ 281, 282 (O Ver⸗ nunft) 1685
Notwendigkeit w „Der Zuſammenhang der Akzidenzen in der Subſtanz ift ihre Notwendigkeit“ 128 (O Subſtanz) „Urteile der Notwendigkeit“ 153—154 (f. Urteil) Kants Kategorie der Notwendigkeit 406 (O Maß) „Wirklichkeit, Möglichkeit und Notwendigkeit machen die formellen Momente des Abſoluten, oder die Reflexion desſelben aus“ 663 (O Wirklichkeit), 679 A. „Zufälligkeit oder formelle Wirklichkeit, Möglichkeit und Not⸗ wendigkeit“ 679, 680 — 685 (ſ. Wirklichkeit) B. „Relative Notwendigkeit oder reale Wirklichkeit, Möglichkeit und Notwendigkeit“ 679, 685—691 (f. Wirklichkeit) C. „Abſolute Notwendigkeit“ 680, 691—696 (f. Wirklichkeit). Die abſolute Notwendigkeit als Verhältnis 696 und als Auslegerin des Abſoluten 697 (ſ. Verhältnis) Notwendigkeit und formelle Kauſalität 703 (O Kauſalität), 719 Erhebung der Notwendigkeit zur Freiheit 719 (ſ. Wechſelwirkung) 5 „Das Urteil der Notwendigkeit“ 101—110 (f. ur⸗ teil), 75, 100 „Der Schluß der Notwendigkeit“ 160—171 (. Schluß), 121 Zur Notwendigkeit im Lehrſatz 304, 318, 319 (O Lehrſatz) 6 „Der Begriff der Notwendigkeit iſt einer der ſchwerſten in der Philoſophie, weil er eben der Begriff ſelbſt aber noch in ſeiner Außerlichkeit iſt“ 90 2 (O Kauſalität) [8, 331] 7 „Die wahrhafte Wirklichkeit iſt Notwendigkeit: was wirklich iſt, iſt in ſich notwendig“ 363 (O Religion) 8 Das denkende Betrachten ſchließt die Forderung in ſich „die Not: wendigkeit feines Inhalts zu zeigen“ 41 [P. St. 6, 21], 528, 56 0, 58 8 (O Syſtem). Die Empirie gewährt keinen „Zuſammen⸗ hang der Notwendigkeit“ 1220 (O Empirismus) In der kritiſchen Philoſophie wird bei dem Faktum beharrt, „daß die Allgemeinheit und Notwendigkeit als... weſentliche Beſtim⸗ mungen ſich in dem, was Erfahrung genannt wird, vorfinden“ 123 , 124 8, 1298 (ſ. Kritizismus) Kants Faſſung der Notwendigkeit als Modalität 322 [P. St. 6, 86] (O Wirklichkeit) „Die entwickelte Wirklichkeit, als der in Eins fallende Wechſel des 1686 Wa
8 10 Notwendigkeit Innern und Äußern, der Wechſel ihrer entgegengeſetzten Be⸗ wegungen, die zu Einer Bewegung vereint ſind, iſt die Notwen⸗ digkeit“ 330 [P. St. 6, 88]. Von der Notwendigkeit verlangen wir, daß fie „die Vermittelung als aufgehoben in ſich enthalte“ 331 g. Von der Blindheit der Notwendigkeit im Gegenſatz zur „zwedmäßigen Tätigkeit“ 3310, 332 9. Die Notwendigkeit gehört zur göttlichen Vorſehung und zum Weſen Gottes 332 8, 333 B. Die Alten faßten die Notwendigkeit als Schickſal 333 O, 334 © Charakteriſtik des modernen Standpunktes als den des Troſtes 333 @, 334 O. Zum Begriff der „äußeren Notwendigkeit“, die „einen beſchränkten Inhalt zu ihrer Sache hat“ 337. Abſchließende Faſſung der Notwendigkeit als „das Eine mit ſich identiſche aber inhaltsvolle Weſen“, „als abſolute Form, Tätigkeit“ 337 IP. St. 6, 88], als „vermittelt“ und „unvermittelt“ 337 0 (f. Wirklich⸗ keit). Das Notwendige als „abſolutes Verhältnis“ 337 H, 338 © (ſ. Subſtantialitätsverhältnis) Gott als Notwendigkeit im Spinoziſtiſchen Syſtem 339 & (ſ. Spi⸗ noza) Begriff der „enthüllten oder geſetzten Notwendigkeit“ in der Wechſelwirkung 347, 348 [P. St. 6, 93], 349, 350, 351 [P. St. 6, 95] (f. Freiheit — Notwendigkeit). Zur „Wahrheit der Notwen⸗ digkeit“, welche die „Freiheit“ iſt und über das „Harte und das Traurige der unmittelbaren oder abſtrakten Notwendigkeit“ 348 Q (ſ. Wechſelwirkung) „Urteil der Notwendigkeit“ 371, 378380 [P. St. 6, 107] (ſ. Ur⸗ teil) „Schluß der Notwendigkeit“ 396—397 [P. St. 6, 114] (ſ. Schluß) Zur Notwendigkeit, „welche das endliche Erkennen im Beweiſe hervorbringt“ 443 [P. St. 6, 139] (. Erkennen), 440 (O Lehrſatz) Herrſchaft von Notwendigkeit und Zufälligkeit in der Natur 54 [P. St. 6, 147]. „Notwendigkeit iſt Untrennbarkeit von Unter⸗ ſchiedenen, die noch gleichgültig erſcheinen“ 562. Widerſpruch zwiſchen der durch den Begriff erzeugten Notwendigkeit der Na: turgebilde und der in der Natur herrſchenden Zufälligkeit 62 0 (ſ. Natur) Wir ſagen mit Recht, „daß in der Natur nicht die Freiheit, ſon⸗ dern die Notwendigkeit herrſche; denn dieſe letztere iſt eben, in ihrer eigentlichſten Bedeutung, die nur innerliche und deshalb 1687
Notwendigkeit 10 auch nur äußerliche Beziehung gegeneinander felbftändiger Exi⸗ ſtenzen“ 21 8, 22 8. Den Übergang der Notwendigkeit in die Freiheit hat die Naturphiloſophie darzuſtellen 28 8, 29 2 (ſ. Geiſt) 25 (O Aſthetik). „Notwendigkeit iſt eine abſtrakte Kategorie, und deutet ein innerlich weſentliches Verhältnis zweier Seiten an; wenn das Eine iſt und weil das Eine iſt, iſt auch das Andere“ 94. „Solch eine Notwendigkeit des Wohlgefallens hat das Schöne ganz ohne Beziehung auf Begriffe, d. h. auſ Kategorien des Ver⸗ ſtandes in ſich“ 95 (O Kant), 166 (O Schönes) 31 (ſ. Religion). „Die Notwendigkeit des religiöſen Standpunk⸗ tes“ 118—128 (ſ. religiöfes Verhältnis). „Die Notwendigkeit und Vermittlung des religiöſen Verhältniſſes in der Form des Den— tens 166—220 (ſ. Denken). „Das heißen wir notwendig: wenn das Eine iſt, fo ift auch damit geſetzt das Andere, die Beſtimmt⸗ heit des Erſten iſt nur, inſofern das Zweite iſt, und umgekehrt“ 171 ( Vorſtellung), 396 (O indiſche Religion) 16 Die Notwendigkeit in der griechiſchen Reli⸗ gion 13, 19—27 (O beſtimmte Religion). Die Notwendigkeit iſt „der Prozeß der Einheit ſelbſt, ſie iſt die Einheit als Bewegung in ſich“. „Die Bewegung, die den Begriff ausmacht, iſt die Einheit, die abſolute Notwendigkeit“ 13, 14, 15 (O beſtimmte Religion), 19, 20 (ſ. beſtimmte Religion) Die drei Arten der Notwendigkeit 20—27 1. „Die äußere Notwendigkeit iſt eigentlich zufällige Notwendigkeit“ 20. Sie iſt „relativ“ 21. „In dieſer äußeren Not⸗ wendigkeit iſt nur das Reſultat notwendig, die Umſtände ſind zufällig. Dieſe, die bedingenden Urſachen und die Refultate, find deshalb verſchieden“ 21; 25 2. Die innere Notwendigkeit iſt dies, daß Urſache und Reſultat Einem angehört 21, 22. „Der Prozeß iſt nur der, daß das, was vorausgeſetzt iſt, auch im Reſultat hervorkommt, mit ſich ſelbſt zuſammengeht, ſich ſelbſt ſindet“ 21, 22, 23. „Not⸗ wendigkeit iſt alſo der Prozeß, daß das Reſultat und die Voraus⸗ ſetzung nur der Form nach unterſchieden ſind“ 23. Betrachtung, wie die Notwendigkeit die Geſtalt von Beweiſen des Dafeins Gottes erhalten hat 23. Über den kosmologiſchen Gottesbeweis 23—25 (ſ. Gottesbeweiſe) 1688 1 D 1 S
16 Notwendigkeit 3. Die abſolute Notwendigkeit „enthält an ihr ſelbſt die Freiheit: denn eben iſt ſie das Zuſammengehen ihrer mit ſich ſelbſt“. „Ihr Prozeß iſt nur der des Sichſelbſtfindens, dies iſt aber die Freiheit“ 25, 26, 28. Das Beiſpiel der Strafe 25 (f. Strafe). Mangel dieſer Freiheit iſt, daß ſie noch formell, ſubjektiv iſt 25. „Die Notwendigkeit iſt das Freieſte .. . alle Vermittelungen ſind wieder darin aufgehoben“ 26. Zur Geſinnung, ſich der Not⸗ wendigkeit zu unterwerfen 26 Die reale Notwendigkeit iſt näher beſtimmt der Zweck 26, 27. „Der Inhalt iſt zunächſt Subjektivität und der Prozeß iſt, daß er ſich realiftert in der Form der Objektivität“ 27 (O beſtimmte Religion) Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit: „Der Begriff der äußeren Notwendigkeit und der Zweckmäßigkeit ſtehen gegeneinander“ 28 (O Zweckmäßigkeit). „Die Notwendigkeit iſt zu einem Moment herabgeſetzt gegen die Zwecke“ 33. Der Zweck „ſteht über ihr, ſie iſt damit nur als eine Seite geſetzt, fo daß nur ein Teil des Erſchaffenen dieſer Macht unterworfen iſt und ſo als zufällig er— ſcheint“ 33 (O Schöpfung) 66 (O jüdiſche Religion). In der griechiſchen Religion ſind „die abſolute Notwendigkeit und die geiſtige, menſchliche Geſtalt noch unterſchieden“ 98. „Die geſtaltloſe Notwendigkeit“ 109 —113, 130; „Die geſetzte Notwendigkeit oder die beſonderen Götter, deren Erſcheinung und Geſtalt“ 113—120 und „Die daſeiende Notwen⸗ digkeit“ oder „Die ſchöne Geſtalt der göttlichen Mächte“ in der griechiſchen Religion 120—126 (f. griechiſche Religion) „Die Notwendigkeit vertieft ſich in den Begriff: Er, die Freiheit iſt die Wahrheit der Notwendigkeit“ 159. Zum „Zuſammenhang nach Urſach und Wirkung“ als Zuſammenhang der Notwendigkeit 159, 156, 157, 162 (ſ. römiſche Religion) Ziel des Gottesbeweiſes, der von der Endlichkeit und Zufälligkeit der Welt ausgeht, iſt „die Unendlichkeit, abſolute Notwendigkeit“ 429, 463—466. Rechtfertigung dieſes Ziels 434, 435. „Die Kate: gorie des Verhältniſſes der Zufälligkeit und der Notwendigkeit iſt diejenige, in welche ſich alle Verhältniſſe der Endlichkeit und der Unendlichkeit des Seins reſumieren und zuſammenfaſſen“ 434, 435. Betrachtung des Schluſſes „von der Zufälligkeit der Welt auf ein abfolut-notwendiges Weſen derſelben“ 463466; zur „abſoluten Notwendigkeit“ 471, 469, 470, 472, 477. Charakteriſtik der „antiken Notwendigkeit“ 472, 473, 474, 475, 505, 506. Zur 1689
Notwendigkeit / Novalis 16 „äußeren Notwendigkeit“ im Verſtandesſchluß des kosmologiſchen Gottesbeweiſes 476, 464, 465, 466 und im endlichen Erkennen 485. Das abſolut⸗Notwendige iſt, weil es iſt“ 503. Nochmalige Betrachtung der abfoluten Notwendigkeit 503—506. Ihr Ver⸗ hältnis zu den weltlichen Dingen 505, 506 (ſ. Gottesbeweiſe) 17 „In der griechiſchen Religion finden wir: ewige Notwendigkeit das iſt abſolutes, ſchlechthin allgemeines Verhältnis, Gedanken⸗ beſtimmung“ 123 (O Philoſophie) Zur „ſchlechthin in ſich beſtimmten abſoluten Notwendigkeit (dvayan, òben)“ des Parmenides 312 (ſ. Parmenides). Der Be⸗ griff der Notwendigkeit (eiuaouevn) bei Heraklit 363 und der der Koꝛga 366 (O Heraklit) 18 Zu Ariſtoteles' „Begriff der Notwendigkeit“ als die eine Beſtim⸗ mung in der Idee der Natur 341, 349, 330 (f. Ariſtoteles). „Außer⸗ liche Notwendigkeit“ iſt Zufall 342 19 Humes Stellung zur Beſtimmung der allgemeinen Notwendig⸗ keit 495, 496, 497 (ſ. Hume), 557 (O Kant) [8, 137, 145] Kant geht hierin bereits von Locke aus 557 (O Kant) voOUHοο, 16 466 17 296 (O eleatiſche Schule) Novalis 12 Die Ironie endet oft „in der bloßen Sehnſüchtigkeit des Gemü⸗ tes“, „wie Novalis z. B., eines der edleren Gemüter, welche ſich auf dieſem Standpunkte befanden, zu der Leerheit von beſtimm⸗ ten Intereſſen zu dieſer Scheu vor der Wirklichkeit getrieben, und zu dieſer Schwindſucht gleichſam des Geiſtes hinaufgeſchraubt wurde“ 221 (O Kunſtſchönes) 19 „Die Subjektivität beſteht im Mangel, aber Triebe nach einem Feſten, und bleibt ſo Sehnſucht. Dieſe Sehnſucht einer ſchönen Seele ſtellt ſich in Novalis' Schriften dar“ 644 (O Fichte) 20 Solgers Stellung zu Novalis' Heinrich von Ofterdingen 142, 143, 195. „Was ſich als die Individualität von Novalis zeigt, iſt, daß das Bedürfnis des Denkens dieſe ſchöne Seele nur bis zur Sehn⸗ ſucht getrieben, und den abſtrakten Verſtand weder zu überwin⸗ 1690
Novalis / Nürnberg 20 den, noch ihm auch zu entfagen vermocht hat. Diefer ift dem edlen Jüngling vielmehr ſo ins Herz geſchlagen, mit ſolcher Treue kann man ſagen, daß die tranſzendente Sehnſucht, dieſe Schwindſucht des Geiſtes, ſich durch die Leiblichkeit durchgeführt, und dieſer konſequent ihr Geſchick beſtimmt hat“ 196 (O Solger) Novelle 14 418 (O epiſche Poeſie) Nubien 13 Nubiens unterirdiſche Architektur 288 (O ſymboliſche Architektur) Nüchternheit 17 Charakteriſtik der Nüchternheit des Denkens 46 (O Philoſophie⸗ geſchichte) Numa Pompilius 11 383, 384 (O Römer) 17 196 (O ſieben Weiſe) Numenios von Agameia 19 Kommentator Platoniſcher Werke 36 (O Ammonios Sakkas) Nürnberg „Nürnberger Grillenſpiel“ 256 (O Skeptizismus) 324 (O Philoſophieunterricht) 19 (O Logik) 4 (O Logik) 11 124 (O Amerika) 13 Zum Chor der Sebalduskirche von Nürnberg 341 (O romantiſche Architektur). Die Skulpturen dieſer Kirche 463 (O chriſtliche Skulptur). Das Gänſe männchen auf dem Markte zu Nürnberg 463 19 450 (O Leibniz) m 9 m 1691
Nus Nus, voös (Denken, Verſtand) 2 Nonc des Anaxagoras 52. „Der „ods, die Einfachheit, iſt die Sub⸗ ſtanz 52 (O Phänomenologie) 4 Anazagoras fol zuerſt den Nus, den Gedanken als Prinzip der Welt ausgeſprochen haben 46 (O Logik). Der Nus als Prinzip, als Anfang der Philoſophie 69 (ſ. Sein) 6 234 (O Seele) 8 528, 84 S, 858 10 „Der paffive »oßs des Ariſtoteles, welcher der Möglichkeit nach Alles iſt“ 53 0 (O Seele). Der „ode des Anaxagoras 558 11 Der „obe des Anaxagoras 37, 350, 557 15 Der „ods des Anaxagoras 405, im Buddhaismus 409 (O Bud: dhaismus) 16 „Die Welt in ein harmoniſches Ganze, ein organiſches Leben, das nach Zwecken beſtimmt iſt; dies haben die Alten als »ods verſtanden, dasſelbe iſt auch mit weiterer Beſtimmung Weltſeele, Aöyos genannt worden“ 531, 538, 539 (O Gottesbeweiſe) 17 138 (O griechiſche Philoſophie), 225 (O Thales), 264, 284 (O Py⸗ thagoras). Der von; des Anagagoras 136, 204 (O griechiſche Philoſophie), 224 (O Thales), 363 (O Heraklit), feine Charakte⸗ riſtik 398 (ſ. Anaxagoras [2, 52; 4, 46; 11, 37, 350, 557; 15, 405: 18, 3, 4. 5, 70]. Bedeutung des vons „der Subjektivität, als We⸗ fen, Reflexion in fi” für den atheniſchen Staat 403. Der „08 als Prinzip des Anaxagoras 408, 409, nach Darſtellung des Ari: ſtoteles 409, 410, 413, 414. Mit dem »ods tritt die Zweckbeſtim⸗ mung ein 410, 413. Die Grenzen der Nusbeſtimmung bei Anaxa⸗ goras 413. Beziehung zu den Homöomerien 417, 421, 422. Die ſpekulative Beziehung des „oßs auf die Materie 422 (f. Anaxa⸗ goras) 430, 431 (O Anagagoras) 18 Faſſung des „ods als „was dem Menſchen Zweck iſt“ 3. Grenzen des voße in der Philoſophie des Anaxagoras 3, 4, 5 (O griechiſche Philoſophie, 70 (O Sokrates) 70 (O Sokrates), 122 (O0 Sokratiker), 130 (O Euklides), „obs in Platons Philoſophie 220, 231, als „tätiges Beſtimmen“ 239, als 1692
Nus / Nützlichkeit 18 „Urſache“ 240, als „Verſtand“ 251. Beziehung zwiſchen »vode und Leber 268 (O Plato) Nods bei Ariſtoteles 325, 330, 331, 332, 333, 336, 389. Unter⸗ ſcheidung zwiſchen aktivem und paſſivem vous 332, 387-388. über den obe „als das Göttlichſte unter Allem“ 333, 334. „Die Natur des obs iſt keine andere, als das Mögliche“ 384. „An ſich it der 500g Alles, aber nicht ohne daß er denkt“ 385. Vergleich mit einem Buch 386. „Er iſt nur als Entelechie“ 388. „Der „ode denkt ſich ſelbſt durch Aufnahme des Denkbaren“ 390. „Nod, der objektiv und ſubjektiv iſt“ 422 (ſ. Ariſtoteles) [19, 600] 525 (O Arkeſilaos) 19 Noös der Stoiker 11 (O Neuplatoniker); „e des Gnoſtikers Baſilides 29 (O Gnoſtiker); * des Plotin 48, 49, 50—54, 55, 56, 61, 63, 66 (f. Plotin), 80 (O Proklus); „obs des Proklus 75, 80, 84, 85, 86, 89, 90, 91 (ſ. Proklus) 94 (O alexandriniſche Philoſophie); vos der Enoſtiker 137 (O ſcholaſtiſche Philoſophie), 188; „oße der Averroiſten 215 (O Pomponatius); vods des Giordano Bruno 228 (O Giordano Bruno) 600 Nützlichkeit Nützlichkeitsſtandpunkt der Aufklärung 432, 433, 445, 446. „Das Nützliche iſt der Gegenſtand, inſofern das Selbſtbewußtſein ihn durchſchaut, und die einzelne Gewißheit ſeiner ſelbſt ſeinen Ge⸗ nuß (fein Fürſichſein) in ihm hat“ 448 (O Aufklärung). „Das Bewußtſein hat in der Nützlichkeit ſeinen Begriff gefunden“ 449. „Die Nützlichkeit iſt noch Prädikat des Gegenſtandes, nicht Subjekt ſelbſt, oder ſeine unmittelbare und einzige Wirklichkeit“ 449. Aus der Rücknahme der Form der Gegenſtändlichkeit des Nützlichen „tritt die wirkliche Umwälzung der Wirklichkeit, die neue Geſtalt des Bewußtſeins, die abſolute Freiheit hervor“ 449, 451 (ſ. Frei⸗ heit) 8 Zum Standpunkt der Nützlichkeit 417 g (O Teleologie) 18 Bedeutung der Nützlichkeit für die Sophiſten 27 (O Sophiſten). Das Nützliche als Akzidenz der Tugend bei den Stoikern 456 (ſ. Stoiker) o 1693
1 A 17 13 5 6 Nyaya / Objekt Nyaya 163. »Die Philoſophie des Gotama wird Nyaya genannt« 177, 163. Sie ift „eine beſonders ausgebildete Dialektik“ 178. Ihre Ordnung 178. Ziel iſt „Glückſeligkeit, endliche Vortrefflichkeit und Befreiung vom Übel“ 178. Zum erſten Hauptpunkt, „der Evidenz des Beweiſes“ 179. Zum zweiten, den zu beweiſenden Gegenſtand 179, 180. Zwölf Gegenſtände werden angegeben 179, 180. Als drittes läßt Gotama „den Zweifel“ folgen 181 (O indiſche Philo⸗ fophie) Dannes 120 (O Philoſophie) Obelisk (ägyptiſche Architektur) 531 (O unmittelbare Religion) Er gehört zur ſymboliſchen Architektur und ſteht zwiſchen Archi— tektur und Skulptur 281; er hat „die ſymboliſche Bedeutung von Sonnenſtrahlen“ 281, 282, 285 (O ſymboliſche Architektur) Objekt (Objektivität, Subjekt — Objekt) „Das mechaniſche Objekt“ 181—184 (ſ. Mechanismus) 96 [P. St. 8, 356], 115 [P. St. 8, 398], 118 [P. St. 8, 399] (f. Be⸗ griff) „Das Objekt“ 118—128 [P. St. 8, 403—422] (O Begriff) $ 140 8 [vgl. 8, § 194, ſehr verändert]. Der Begriff entſchließt ſich zur Objektivität, zur Unmittelbarkeit, die nur an id) iſt 118 G. Zur Definition des Abſoluten als das Objekt, wie ſie in der Leibniziſchen Monade enthalten iſt 119 [P. St. 8, 403 f. a. u.] $ 1410 [vgl. 8, 8 194, ſehr verändert]. „Das Objekt ift, weil es an ſich die Totalität des Begriffes iſt, das unbeſtimmte, jedoch aller Beſtimmungen empfängliche, aber ebenſo gegen alle gleich— gültig bleibende“ 119 0 [ogl. 8, 403 ſ. u.] a) „Der Mechanismus“ 119-121 [P. St. 8, 406—411] (ſ. Mechanismus) b) „Der Chemismus“ 121122 [P. St. 8, 411-413] (. Chemismus) () „Teleolo gie“ 123—128 [P. St. 8, 413—422] (f. Teleologie) 1694
8 12 11 13 Objekt / Objektives Das Objekt als die „Realifierung des Begriffs“ 398—401 [P. St. 6, 115, 118] (. Begriff) „Das Objekt“ 356 [P. St. 6, 96], 403—422 [P. St. 6, 118 bis 128] (O Begriff) 8 194 8 I[ogl. 6, SS 140, 141]. Das Objekt iſt „unmittelbares Sein“, „in ſich Totalität“ und es iſt „ein Zerfallen in Unterſchie⸗ dene, deren jedes ſelbſt die Totalität iſt“ 403 O. „Das Objekt iſt daher der abſolute Widerſpruch der vollkommenen Selbſtändigkeit des Mannigfaltigen, und der ebenſo vollkommenen Unſelbſtändig⸗ keit der Unterſchiedenen“ 403 © „Die Definition: das Abſolute iſt das Objekt, iſt am beſtimmteſten in der Leibniziſchen Monade enthalten“ 403 [P. St. 6, 119] Zuſatz 1. Die Auffaſſung Gottes als Objekt iſt „Standpunkt des Aberglaubens und der knechtiſchen Furcht“ 404 H. Überwindung des Gegenſatzes von Subjektivität und Objektivität in der chriſt⸗ lichen Religion 404 O. Aufgabe der Philoſophie iſt denkende Über⸗ windung dieſes Gegenſatzes, d. h. Zurückführung des Objektiven auf den Begriff, welcher unſer innerſtes Selbſt iſt“ 405 ©, 404 © Zuſatz 2. „Die Objektivität enthält die drei Formen des Mechanis⸗ mus, des Chemismus und der Zweckbeziehung“ 405 & a) „Der Mechanismus“ 4059, 406—411 [P. St. 6, 119 bis 121] (. Mechanismus) b) „Der Chemismus“ 411-413, 405 0 [P. St. 6, 121—122] (. Chemismus) c) „Teleologie“ 4050, 413—422 [P. St. 6, 123—128] (f. Teleologie) 425 O, 426 © (O Idee) Zur Unfreiheit des Objekts im theoretiſchen wie im praktiſchen Verhältnis 163. Freiheit des ſchönen Objekts 163—165 (ſ. Schönes) objektiv — ſubjektiv f. ſubjektiv — objektiv Objektives Vereinigung des Objektiven und Subjektiven in Religion und in der Kunſt 83, in der Philoſophie 84 (O Staat) Aufgabe der Kunſt dem Objektiven gegenüber 256, 255 (O Aſthe⸗ tik). Die epiſche Poeſie gibt ihrem Inhalte die Form der Objektivi⸗ tät 260 (O romantiſche Künſte) 1695
> oa Objektivität Objektivität (Objekt) Charakteriſtik der Objektivität als ein Sein, welches aus dem Begriffe hervorgeht 599 (O Exiſtenz) „Die Objektivität iſt der aus ſeiner Innerlichkeit hervorgetretene und in das Dafein übergegangene reale Begriff“ 33 (O Begriff), 170, 172, 173, 176, 180 „Die Objektivität“ 33, 35, 121, 171, 172—180 (O 2ogif). Rückblick auf das erſte und zweite Buch der Logik und den Über⸗ gang des Begriffs zur Objektivität 172. Bedeutung dieſes Über⸗ gangs im ontologiſchen Gottesbeweis 172—176 (ſ. Gottesbeweiſe) Charakteriſierender Rückblick auf die bisher vorgekommenen For⸗ men der Unmittelbarkeit in der Sphäre des Seins, des Weſens und des Begriffs 176. „Die Objektivität endlich iſt die Unmittelbarkeit, zu der ſich der Begriff durch Aufhebung ſeiner Abſtraktion und Vermittelung beſtimmt“ 177. Wortgebrauch von Sein, Wirk⸗ lichkeit und Objektivität 177, 178 Die Objektivität hat die gedoppelte Bedeutung: Sie ſteht dem ſelbſtändigen Begriffe gegenüber und ſetzt den unendlichen Kampf zwiſchen Ich und Objekt und bedeutet im entgegengeſetzten Sinne das An und Fürſichſeiende 178 Auf dem gegenwärtigen Standpunkt hat zunächſt „die Objektivi⸗ tät die Bedeutung des an- und fürſichſeienden Seins des Be— griffes“. Da der Begriff aber „das freie Fürſichſein feiner Sub— jektivität herzuſtellen hat, ſo tritt ein Verhältnis desſelben als Zwecks zur Objektivität ein“ 179 Erſtes Kapitel. „Der Mechanismus.“ Hier haben die Objekte in ihrem Verhältniſſe zueinander „die ſubjektive Ein⸗ heit des Begriffs nur als innere oder als äußere“ 179, 180-200 (ſ. Mechanismus) 8weites Kapitel. „Der Chemismus.“ Hier zeigt ſich „jene Einheit als immanentes Geſetz der Objekte ſelbſt“ 179, 200—208 (f. Chemismus) Drittes Kapitel. „Teleologie“ 179, 180, 209-235 (s. Teleologie) Die Idee iſt Einheit vom ſubjektiven Begriff und Objektivität 240. Die Objektivität iſt ferner „der aus ſeiner Beſtimmtheit in die Identität mit ſich zuſammengegangene, totale Begriff“ 240 (O Idee), 249, 250 (O Leben) 1696
7 8 12 Objektivität 169 (O Moralität) In der kritiſchen Philoſophie heißt Objektivität „das Element von Allgemeinheit und Notwendigkeit, d. i. von den Denkbeſtimmun⸗ gen ſelbſt“ 124 [ogl. 6, 43], 1278; Kant hat das Gedankenmäßige das Objektive genannt 126 g. Dennoch iſt die Kantiſche Objek— tivität ſelbſt wieder ſubjektiv 127 H. Die Objektivität hat nach den bisherigen Erörterungen eine dreifache Bedeutung: die Bedeu— tung „des äußerlich Vorhandenen“ 127 3, 1268, die Bedeutung „des Allgemeinen und Notwendigen“ 127 2, 124 [vgl. 6, 43], die „Bedeutung des gedachten An-ſich“ 1278 (O Kritizismus) Über: Objektivität — Subjektivität 398 8 (f. Subjektivität) 123, 124 (ſ. Aſthetik). Die Objektivität für ſich betrachtet iſt „nichts anderes als die Realität des Begriffs, aber der Begriff in Form ſelbſtändiger Beſonderung und realer Unterſcheidung aller Mo— mente, deren ideelle Einheit der Begriff als ſubjektiver war“ 158, 159 (O Begriff). Die Objektivität ift „ſelbſtändiges Auseinandertreten der Unterſchiede des Begriffs“ 167 (O Naturſchönes) Zur „wahren Objektivität des Kunſtwerks“ 375—376 (ſ. Kunſt⸗ ſchöne). Die Objektivität der künſtleriſchen Darſtellung 377 (ſ. Künſtler), 388-390 (O Künſtler) a) Zur landläufigen Vorſtellung, die Objektivität ſei die Darſtel— lung der „gemeinen Wirklichkeit“, oder „die bloß äußerliche Objek⸗ tivität“, „welcher die volle Subſtanz des Inhalts fehlt“ 388. Kotze— bue, Goethes Jugendwerke 388 b) Zur Objektivität, deren Inneres „fo ſehr verſchloſſen und konzentriert bleibt, daß es ſich nicht zur bewußten Klarheit hervor— ringen und zur wahren Entfaltung kommen kann“ 388, 389. Volkslieder, Lieder von Goethe 389, 390. Schiller 390 c) In der wahren Objektivität iſt von dem echten Gehalt des Gegenſtandes nichts in dem ſubjektiven Innern zurückbehalten. Die allgemeine Seele und Subſtanz des erwählten Stoffes iſt ebenſoſehr hervorgehoben als die individuelle Geſtaltung des— ſelben in ſich vollendet abgerundet erſcheint 390, 391 (O Künſtler) Betrachtung der „Identität der Subjektivität des Künſtlers und der wahren Objektivität der Darſtellung“, der Originalität 391, 377, 395—400 (ſ. Originalität). Identität der Originalität mit der wahren Objektivität 395, 396, 301 Glockner, Hegel⸗Lexikon 107 1697
13 14 15 16 6 19 = 15 Objektivität / Ochs, Stier Objektivität und Subjektivität des Geiſtes in ihrem Verhältnis zu Architektur und Skulptur 358 (ſ. Skulptur) Objektivität findet ſich in der Skulptur auf zweierlei Weiſe: als „das in ſich Ewige, Unverrückbare, Wahre, der Willkür und Ein⸗ zelnheit nicht anheimfallende Subſtantielle“ 3 und als „äußeres reales Daſein“ im Gegenſatz des nur Innerlichen und Subjek⸗ tiven 4 (O romantiſche Künſte) Objektivität der Muſik 127, 130 (O Muſik) Der „Bruch zwiſchen Subjektivität und Objektivität“ erfolgt erſt in den Übergangsreligionen zur Religion der Freiheit 419 (f. be⸗ ſtimmte Religion) „Nichtobjektivität iſt Inhaltsloſigkeit“ 196 (O abſolute Religion) Obſt 26 [8, 59; 17, 47] Dccam, Wilhelm von Decam, William 184—189 (O ſcholaſtiſche Philoſophie). Er hieß Doctor invincibilis, war Franziskaner 184. Er trieb den Gegenſatz zwiſchen Idealiſten und Realiſten aufs Außerſte, war Haupt⸗ verfechter des Nominalismus 184, 185, 189. Er vertrat die An: ſprüche der Fürſten und verteidigte ſie gegen die Anmaßungen des Papſtes 184, 185 Charakteriſtik ſeines Nominalismus 185, 186. „Der Menſch iſt, iſt Lebendiges“ 185, 186. „Das Allgemeine iſt nicht etwas Reales, das ein ſubjektives Sein für ſich weder in der Seele, noch im Dinge habe“ 187, 188. Bedeutung der Beſtimmung des Allge⸗ meinen für die Bildung der neueren Welt 188. Ariſtoteles, Plo⸗ tin, Proklus 188. Occam wurde ſchließlich in den Bann getan 189, 190, 185 Ochlokratie 73 (O Staatsgeſellſchaft) Ochs, Stier (Apis, Kuh) Hauptſymbol Sivas iſt der Ochs wegen feiner Stärke 376 (O indiſche Religion). Verehrung des himmliſchen Stiers in der per— ſiſchen Religion 432, im Mithradienſt 433 (O perſiſche Religion) 1698
14 d 11 12 13 11 11 Ode / offenbare Religion Ode Die Ode 458—460 (O lyriſche Poeſie). In ihr tritt die „Sub⸗ jektivität des Dichters als eine Hauptſeite an die Spitze“ 458 aa) Ein an ſich ſelbſt gewichtiger Inhalt zeigt das Innere der Dichterſubjektivität davon durchdrungen und erfüllt 458. Zugleich bemächtigt ſich die ſubjektive Begeiſterung des Gegenſtandes 459. Ein Kampf entſteht zwiſchen der hinreißenden Macht des Inhalts und der ſubjektiven poetiſchen Freiheit 459. Pindar, Horaz, Klop— ſtock 459 68) Der Inhalt braucht nicht ſchlechthin gehaltvoll und wichtig zu ſein; Bedeutungsloſes wird erhoben und der Dichter gibt durch ſeine Individualität Inhalt und Form 459, 460. Horaz, Klopſtock 460 472 (O römiſche Poeſie) Sdipus (Sophokles) 360 (O Sittlichkeit) „Odipus, der ſeinen Vater erſchlagen, ohne es zu wiſſen, iſt nicht als Vatermörder anzuklagen, aber in den alten Geſetzgebungen hat man auf das Subjektive, auf die Zurechnung nicht ſo viel Wert gelegt, als heute“ 174 (O Schuld). Man macht noch keinen Unterſchied zwiſchen Tat und Handlung 176 (0 Schuld) Odipus' Löſung des Sphinxrätſels 292 (O Agypten) [12, 481] Sdipus erkennt ſich die Geſamtheit jeiner Frevel zu, obwohl ſie weder in ſeinem Wiſſen noch in ſeinem Wollen gelegen hat 257 (O Heroenzeit) 282, 283, 290 (O Kolliſion), 481 (O ägyptiſche Kunſtform) 185 (O Liebe) Odoaker 432 (O byzantiniſches Reich) Offenbach bei Frankfurt 124 offenbare Religion (abfolute Religion) „Die offenbare Religion“ 569—601 (O Religion), 525 (Offenbare Religion wird im Sinne von „absoluter Religion“ gebraucht. H. Gl.) 1699
offenbare Religion Zuſammenfaſſender Rückblick auf die Leiſtung der Religion der Kunſt und die Menſchwerdung Gottes in ihr: die Bildſäule, der Kultus, die Dichtung der Alten 569, 570, 573, 574. Das Reſultat lautet: „das Selbſt iſt das abſolute Weſen“. Der Geiſt hat in die— ſem Selbſtbewußtſein ſein Bewußtſein verloren 570, 574 Die Umkehrung des Satzes: das Selbſt iſt das abſolute Weſen muß nun „für und durch das Selbſtbewußtſein ſelbſt zuſtande gebracht werden“; „indem es durch ſeine Aufopferung die Sub— ſtanz als Subjekt hervorbringt, bleibt dieſes ſein eignes Selbſt“ 470. Hierdurch iſt „der Geiſt ebenſo Bewußtſein ſeiner als ſeiner gegenſtändlichen Subſtanz, wie einſaches in ſich bleibendes Selbſt— bewußtſein“ 570, 571 Vergleich mit dem Rechtszuſtand und feinem Satze: „Das Selbſt als ſolches, die abſtrakte Perſon iſt abſolutes Weſen“ 571, 574. Vergleich mit der „ſtoiſchen Selbſtändigkeit des Denkens“ und mit dem „unglücklichen Vewußtſein“ 571, 572. Zur Beziehung des unglücklichen Bewußtſeins mit dem komiſchen Bewußtſein 572. Charakteriſtik des unglücklichen Bewußtſeins und ſeines Wiſſens über ſeinen ganzen Verluſt 572 Zur Bedeutung der Werke der Alten für uns heute 572, 573, 574. Die Hervorbringung der Kunſt, der Welt der Perſon und des Rechts, Stoizismus und Skeptizismus, „welche erwartend und drängend um die Geburtsſtätte des als Selbſtbewußtſein werden— den Geiſtes umherſtehen“ 574, 573 Die Einfachheit des reinen Begriffs, der jene Geſtalten als ſeine Momente enthält, hat die zwei Seiten: „daß die Subſtanz ſich ihrer ſelbſt entäußert und zum Selbſtbewußtſein wird“ und „daß das Selbſtbewußtſein ſich feiner entäußert und zur Dingheit oder zum allgemeinen Selbſt macht“ 574. Der Geiſt hat ſo „eine wirk— liche Mutter, aber einen anſichſeienden Vater“ 575 Charakteriſtik des Selbſtbewußtſeins, das „einfeitig nur feine eigne Entäußerung erſaßt“. Ihm iſt „alles Daſein nur nom Standpunkte des Bewußtſeins aus geiſtiges Weſen, nicht an ſich ſelbſt“ 575. Aber die Bedeutung des Gegenſtändlichen muß „an ſich ſein, d. h. einmal dem Bewußtſein aus dem Vegriffe ent— ſpringen“ 575, 576 Nückblick auf das unmittelbare Bewußtſein 575, auf den „hſich ſelbſt wiſſenden Geiſt“, auf die Geſtalt des Selbſtbewußtſeins an 1700
offenbare Religion 2 ſich, auf den Gegenſatz des denkenden Anſich und der feienden Notwendigkeit 576 Daß der abſolute Geiſt ſich die Geſtalt des Selbſtbewußtſeins ge— geben, erſcheint im Glauben der Welt, „daß der Geiſt als ein Selbſtbewußtſein d. h. als ein wirklicher Menſch da iſt, daß er für die unmittelbare Gewißheit iſt, daß das glaubende Bewußtſein dieſe Göttlichkeit ſieht und fühlt und hört“ 576. „Dieſer Gott wird unmittelbar als Selbſt, als ein wirklicher einzelner Menſch, ſinn— lich angeſchaut; jo nur iſt er Selbſtbewußtſein“ 577. Dieſe Menſch⸗ werdung des göttlichen Weſens iſt der Inhalt der abſoluten Reli— gion; in ihr iſt das göttliche Weſen geoffenbart 577, 578. „Die göttliche Natur iſt dasſelbe, was die menſchliche iſt und dieſe Ein— heit iſt es, die angeſchaut wird“ 578. Einheit von Denken und Sein 578, 579. „Das Niedrigſte iſt zugleich das Höchſte, das ganz an die Oberfläche herausgetretene Offenbare iſt eben darin das Tiefſte“ 579. „Gott iſt alſo hier offenbar, wie er iſt; er iſt ſo da, wie er an ſich iſt; er iſt da als Geiſt“ 579, 580 (ſ. a. Menſchwer— dung) Die drei Geſtaltungen des ſich ſelbſt als Geiſt wiſſenden Geiſtes 580, 581 Das erſte Offenbarſein iſt ſelbſt unmittelbar; der Geiſt in der Unmittelbarkeit des Selbſtbewußtſeins iſt „dieſes einzelne Selbſtbewußtſein, dem allgemeinen entgegengeſetzt“. „Die Geſtalt hat noch nicht die Form des Begriffs“ 580. Die nächſte und ſelbſt unmittelbare Form der Allgemeinheit iſt noch nicht die Form des Denkens ſelbſt, des Begriffes als Begriffes, ſondern die Allge— meinheit der Wirklichkeit 580. Dieſer einzelne Menſch vollbringt an ihm als Einzelnen die Bewegung des ſinnlichen Seins, ſein Sein geht in Geweſenſein über 581. Auferſtehung im Geiſte 581. „Der Geiſt bleibt unmittelbares Selbſt der Wirklichkeit, aber als das allgemeine Selbſtbewußtſein der Gemeinde“ 581 Aber „Vergangenheit und Entfernung“ ſind nur unvollkommene Formen 581, 600. Die Form des Vorſtellens iſt noch nicht „das zu ſeinem Begriffe als Begriffe gediehene Selbſtbewußtſein desſelben“ 581, 582. Eine unverſöhnte Entzweiung in ein Diesſeits und Jenſeits iſt vorhanden 582. Der abſolute Geiſt hat in der Gemeinde „wirkliches Selbſt zu werden, ſich in ſich zu reflektieren und Subjekt zu ſein“ 582. Die Zurückführung auf die erſte Ge— meinde iſt ein Irrtum. „Sie verwechſelt den Urſprung als das 1701
offenbare Religion unmittelbare Daſein der erſten Erſcheinung mit der Einfachheit des Begriffes“ 582, 583 Charakteriſtik der drei Momente des Geiſtes: die reine Subſtanz, das Bewußtſein als die Mitte, das Selbſtbewußtſein als die Rück⸗ kehr 583. „Die Vorſtellung macht die Mitte zwiſchen dem reinen Denken und dem Selbſtbewußtſein als ſolchem aus...“ 583, 586, 587 Betrachtung des Inhalts ſelbſt, der z. T. „ſchon als die Vorſtellung des unglücklichen und glaubenden Bewußtſeins vorgekommen iſt“ 583, als „erſehnter“ und als „gegenſtändlicher“ Inhalt 583, 585. „Das Bewußtſein der Gemeinde hingegen hat ihn zu ſeiner Sub— ſtanz, ebenſo als er ihre Gewißheit des eigenen Geiſtes iſt“ 584 Das zweite Offenbarſein des Geiſtes iſt „begreifendes Denken“ 585—592, 584. Das Vorſtellen der Gemeinde iſt nicht dies begreifende Denken 585, 586. Daraus entſteht die Gefahr, daß mit der Form auch der Inhalt verworfen wird oder „man ſetzt ihn zu einer geſchichtlichen Vorſtellung und einem Erbſtück der Tradition herab“ 586 Notwendigkeit des Übergangs aus dem Element des reinen Denkens in das eigentliche Element des Vorſtellens 586, 587. Der ewige oder abſtrakte Geiſt erſchafft eine Welt 587. „Dieſes Erſchaffen iſt das Wort der Vorſtellung für den Begriff ſelbſt ...“ 587 „Sein für Anderes iſt zugleich eine Welt“ 587. Das unmittelbare Daſein ſchlägt in den Gedanken um, und zwar in den ſich ſelbſt entgegengeſetzten Gedanken des Guten und Böſen 588. Pflücken vom Baum der Erkenntnis 588 Das Böſe erſcheint als das erſte Daſein des in ſich gegangenen Bewußtſeins 588. Ja, „es kann ... geſagt werden, daß ſchon der erſtgeborene Lichtſohn, als in ſich gehend, es fei, der abgefallen ...“ 589. Über die Geſtalten des einfachen Gedankens des Andersſeins und das Unnütze des Zählens, z. B. einer Vier- oder Fünfeinig⸗ keit 589, 590 Der Menſch iſt „der ſynthetiſche Boden“ des Kampfes von Gut und Vöſe 590. Zum Gegenſatz des göttlichen Weſens und des natürlichen Daſeins 590, 591. Zur Auflöſung dieſes Gegenſatzes und Verſöhnung durch den Tod 591, 592 Das dritte Offenbarſein des Geiftes iſt der Übergang in das Selbſtbewußtſein als ſolches 592—601. Betrachtung des 1702
offenbare Religion 2 weiteren Fortgangs 592. Menſchwerdung Gottes 592. Das böſe Daſein iſt nicht ein ihm Fremdes und „jene ſich zu fliehen ſcheinende Momente des abſoluten Weſens und des fürſichſeien— den Selbſtes ſind nicht getrennt“ 592, 593. Zu den beiden Sätzen: das Böſe iſt dasſelbe wie das Gute und es iſt nicht dasſelbe, ſon— dern ſchlechthin verſchieden 593. „Nicht das Eine oder das Andere hat Wahrheit, ſondern eben ihre Bewegung“ 594. „Ebenſo iſt die Natur Nichts außer ihrem Weſen; aber dies Nichts ſelbſt iſt ebenſoſehr“ 594 „Der Geiſt iſt alſo in dem dritten Elemente, im allgemeinen Selbſtbewußtſein geſetzt; er iſt ſeine Gemeinde“ 594. „Der geſtorbene göttliche Menſch oder menſchliche Gott iſt an ſich das allgemeine Selbſtbewußtſein; er hat dies für dies Selbſtbewußtſein zu werden“ 595, 597. „Das Inſichgehen beſteht darin, ſich zu überzeugen, daß das natürliche Daſein das Böfe iſt“ 595, 596. „Das Innerlich— werden im Elemente des Selbſtbewußtſeins iſt das Wiſſen von dem Böſen als einem ſolchen, das an ſich im Daſein iſt“ 596. Da es nur „Werden des Gedankens des Böfen iſt“, iſt auch das erſte Moment der Verſöhnung darin 596 Aber dieſe erſte Bewegung iſt ſelbſt nur unmittelbar und es iſt die Vermittlung der Vorſtellung notwendig, jene Vorſtellung, „daß durch das Geſchehen der eignen Entäußerung des göttlichen We— ſens, durch ſeine geſchehene Menſchwerdung und ſeinen Tod das göttliche Weſen mit ſeinem Daſein verſöhnt iſt“ 597, 596. Der Tod muß weiterhin verklärt werden „von dem Nichtſein dieſes Einzelnen zur Allgemeinheit des Geiſtes, der in ſeiner Gemeinde lebt, in ihr täglich ſtirbt und auferſteht“ 597 Das Beſondere erſtirbt in ſeiner Allgemeinheit oder das Element des Vorſtellens iſt in ſeinen Begriff zurückgegangen 597. „Der vom Selbſt ergriffne Tod des Mittlers iſt das Aufheben ſeiner Gegenſtändlichkeit oder ſeines beſondern Fürſichſeins; dies be⸗ ſondre Fürſichſein iſt allgemeines Selbſtbewußtſein geworden“ 597, 598. Der Geiſt wird „ſich ſelbſt wiſſender Geiſt“ 598, „wirk⸗ licher Geiſt“ 599. Das religiöfe Bewußtſein „hebt die Unterſchei⸗ dung ſeines Selbſts von ſeinem Angeſchauten auf, iſt, wie es das Subjekt iſt, ſo auch die Subſtanz, und iſt alſo ſelbſt der Geiſt, eben weil und inſofern es dieſe Bewegung iſt“ 599 „Vollendet aber iſt dieſe Gemeinde noch nicht in dieſem ihrem Selbſtbewußtſein“ 599. „Sie hat nicht auch das Bewußtſein über 1703
o 16 offenbare Religion das, was fie iſt“ 599. Sie gelangt wohl „zum Wiſſen des Inſich⸗ ſeins“ 599, aber das abſolute Selbſtbewußtſein iſt „für das au— dächtige Bewußtſein ein Anderes“ 600. Es hat die Vorſtellung ſeiner Verſöhnung aber als Vorſtellung 600. „Seine eigne Ver⸗ ſöhnung tritt . . . als ein Fernes in fein Bewußtſein ein, als ein Fernes der Zukunft, wie die Verſöhnung, die das andere Selbſt vollbrachte, als eine Ferne der Vergangenheit erſcheint“ 600, 581, 601. „Der Geiſt der Gemeinde iſt ſo in ſeinem unmittelbaren Bewußtſein getrennt von ſeinem religiöſen, das zwar es aus— ſpricht, daß ſie an ſich nicht getrennt ſeien, aber ein Anſich, das nicht realiſiert oder noch nicht ebenſo abſolutes Fürſichſein ge— worden“ 601 (O Religion) Rückblick auf den Geiſt der offenbaren Religion 602 (O Philo— ſophie) „Die offenbare Religion“ 75, 99—100 (O Religionsphiloſophie) (Offenbare Religion wird im Sinne von „absoluter Religion“ gebraucht. H. Gl.). Der wahrhafte Fortgang befteht darin, daß die „Reflexion des Begriffes in ſich ſich abbricht, indem ſie wirklich in ſich zurückgeht“ 99. „Der Begriff der Religion iſt in der Religion ſich ſelbſt gegenſtändlich geworden“ 99. „Dieſes Wiſſen des Geiſtes für fi, wie er an ſich iſt, iſt das An- und Für⸗ ſichſein des wiſſenden Geiſtes, die vollendete, abſolute Religion, in der es offenbar iſt, was der Geiſt, Gott iſt; dies iſt die chriſt— liche Religion“ 99. Definition von „Idealität“ 99 (f. Idealität) Zur ideellen Form des wiſſenden Geiſtes 99, 100 „Die geoffenbarte Religion iſt die offenbare, weil in ihr Gott ganz offenbar geworden“ 100. „Dieſer Gang der Religion iſt die wahrhafte Theodieee“ 100 (O Religionsphilofophie) Spricht man von poſitiver Religion, ſo iſt ſie geoffenbart 175, 176 (O unmittelbares Wiſſen) 279 (O unmittelbare Religton) „Die offenbare Religion“ als die erſte Beſtimmung der abſoluten Religion 192—198 (f. abſolute Religion). „Die abſolute Religion iſt die offenbare, die Religion, die ſich ſelbſt zu ihrem Inhalt, Erfüllung hat“ 193. „Ein Geiſt, der nicht offenbar iſt, iſt nicht Geiſt“ 197. „Gott iſt als Geiſt weſentlich dies ſich Offenbaren, er erſchafft nicht ein Mal die Welt, ſondern iſt der ewige Schöpfer, dies ewige ſich Offenbaren, dieſer Aktus“ 198 1704
16 19 10 16 10 16 17 19 offenbare Religion / Offenbarung „Die geoffenbarte Religion“ 198--207 (f. abſolute Religion) Betrachtung der Idee als göttliche Selbſtoffenbarung 221 (f. ab⸗ ſolute Religion) „Die chriſtliche Religion iſt die offenbare: Gott iſt das Dreieinige, alſo das Offenbare, nicht die Triaden und das Eine unterſchieden: ſondern eben das Eine iſt das Dreifache ſelbſt, d. h. für Anderes ſeiend, in ſich relativ“ 188 (O Decam) offenbaren 34 8, 35 8 (f. Geiſt) „offenbaren heißt dies Urteil der unendlichen Form, ſich beſtim— men, ſein für ein Anderes, dies ſich Manifeſtieren gehört zum Weſen des Geiſtes ſelbſt“ 197, 198 (O chriſtliche Religion) Offenbarung Über die Selbſtoffenbarung des Geiſtes 34 Z. Parallele mit der chriſtlichen Offenbarung 348, 35 S. Zur Offenbarung des Geiſtes als „Setzen der Natur als feiner Welt“ 35 Z. Über die drei ver— ſchiedenen Formen des Sichoffenbarens des Geiſtes 36 8, 37 g, 38 8 (ſ. Geift) 458 [P. St. 6, 308] (O Philoſophie) 192—198 (f. abſolute Religion) 103 (O Philoſophie) Bedeutung der Offenbarung Gottes am Ende der alten Welt 95 (O griechiſche Philoſophie) Bedeutung der Offenbarung Chriſti 133, 134 (f. ſcholaſtiſche Philoſophie) Zum Streit zwiſchen Offenbarung und Vernunft 249—250 (O Wiederaufleben). Der ältere Sinn dieſes Gegenſatzes hat den Glauben, das objektive Credo zum Inhalt. „Der Eine Teil iſt die Lehre der Kirche als Dogma, die Lehre von der Natur Gottes, daß er dreieinig iſt“ 249. Der andere Teil bezieht ſich auf äußer⸗ liche Vorſtellungen. Dazu gehört „der ganze Umfang des Ge— ſchichtlichen“ 249, 250 504. Zur „Offenbarung als unmittelbares Wiſſen“ 544 (f. Jacobi) 1705
Offenbarung / Ohlert 20 Göttliche Offenbarung 20, 26 (O Hinrichs), 284 (O Göſchel), 398 (O Ohlert). Solgers Erfaſſen der göttlichen Offenbarung 165 (O Solger) Offentlichkeit 7 Offentlichkeit der Rechtspflege 304 (O Gericht). Öffentlichkeit der Ständeverhandlungen 423 (O Verfaſſung) 13 Die Griechen verwendeten die Pracht und Schönheit der Kunſt 20 nur für das Offentliche 330, 305. „Überhaupt taten die Griechen alles fürs Offentliche und Allgemeine, in welchem jeder ſeinen Genuß, ſeinen Stolz, ſeine Ehre fand“ 433 Ohlert, Alb. Leop. Jul. „Über: Her Idealrealismus. Erſter Teil.« Auch unter dem Titel: „Der Idealrealismus als Metaphyſik in die Stelle des Idealismus und Realismus geſetzt von Dr. Alb. Leop. Jul. Ohlert . . . Neuſtadt a. d. Orla. 1830, 228 S.«“ 394-413 Über den Charakter des Verfaſſers und den Gang ſeiner Unter— ſuchung 394, 395 Einleitung 395—398. Zur Aufforderung des Verfaſſers „alles früher Geglaubte und Gemeinte zu vergeſſen“ 395, 399, 406, zu ſeinem Bild vom vollendeten Philoſophen 396, zu ſeinen Aus— laſſungen über die Erfahrung als Grund des Wiſſens 396, 397. Der Verfaſſer ſchließt die Einleitung damit, daß »der Menſch ſich nicht mit dem Wiſſen begnügen könne, wenn er gleich möchte« 397. Troſt und Beruhigung gewähre der Glaube 398 Erſtes Buch 395-398. Den Ausgang bilden die Zweifel und Widerſprüche, in welche das Bewußtſein in ſeinen Erfahrungen ſich verwickelt finde 398, 399, 395. Dabei macht der Verfaſſer „es dem Leſer zu leicht, die Annahmen nicht gelten zu laſſen, die einen Widerſpruch hervorbringen ſollen“ 399. Er ſagt mit Recht: »Der Widerſpruch hebe ſich aufe, aber daraus folgt nicht, daß »er nicht exiſtiert« 400, 401 Kritik an der Annahme des Verfaſſers, „daß das Widerſprechende nur in das Verhältnis des ſinnlichen Anſchauens und des Den— kens falle“ 401, 402. Zu dem falſchen Satze, „daß man erfahre, 1706
20 Ohlert daß Alles ſich verändere“ 402; zu des Verſaſſers Räſonnement über Entſtehen und Vergehen, und ſeiner Annahme aus Nichts werde Nichts 402, 403. Zu ſeiner Auſſaſſung des Pantheismus 403. Das Ende des erſten Buches gibt als die drei möglichen Löſungen der Widerſprüche den Idealismus, den Realismus und den Idealrealismus an 403, 404 Zweites Buch 404-409. Der erſte Abſchnitt handelt vom reinen Idealismus in der Geſtalt des Fichteſchen Syſtems 404, 409. Kritik an des Verfaſſers Übergang zur nähern Beſtimmung des Fichteſchen dritten, des ſynthetiſchen Grundſatzes § 53: 404, 405. Kritik an ſeinem Räſonnement „über die unendlich vielfache Tätigkeit des Ich“ 405, 406 Der zweite Abſchnitt gibt die Kritik des reinen Idealismus 406 bis 409. Zur Beantwortung der Frage, ob der Ideulismus die menſchlichen Bedürfniſſe, die ihn erzeugten, befriedige 406. Ver⸗ wechſlung des reinen Selbſtbewußtſeins mit dem, was Egoismus heißt 406. Kritik an 8 64 und feinen Folgerungen 406, 407. Der Verſaſſer hat ganz von der Entwicklungsweiſe und der Methode der Deduktion bei Fichtes Verſuch abgeſehen 407, 408. Schüchtern zeigt ſich der Ausdruck, dialektiſch“ 408. Kritik an dem unbeſtimm⸗ ten Ausdruck des Realen 408, 409. Über des Verfaſſers „großes, gewaltiges, prächtiges Nicht⸗Ich“ 409, 407 Drittes Buch 409-411. Der erſte Abſchnitt gibt die Dar⸗ ſtellung des reinen Realismus 409—410, 395. Schwierigkeit der Darſtellung ſeines Prinzips 409. Mit Recht wird das atomiſtiſche Prinzip zugrunde gelegt 409, 410. Der zweite Abſchnitt bringt die Kritik des Realismus und beginnt mit der intereſſanten Be⸗ merkung, »daß derſelbe mit dem Idealismus, ohne es zu wiſſen, ein und dasſelbe Prinzip habe ... 4 410 Viertes Buch 411-412. Es ſtellt beredt und mit Wärme den Idealrealismus dar 411, 412 Schluß: 412—413. „Dem Herrn Verſaſſer muß alſo zugeſtanden werden, daß er ſich im Mittelpunkte des Bewußtſeins der ſpeku⸗ lativen Idee beſindet“ 412. Aber jeder Leſer muß weſentlich den Beweis vermiſſen, daß die Idee, wie ſie als jene Einheit beſtimmt worden, in der Tat abſolut, das Wahre iſt“ 412, 413. Bloßes „Schauen“ genügt nicht 412, 413. Forderung „wahrhaſter Dialektik“ 413 1707
1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 ws 1 3 6 7 D 9 E 2 2 Ohr / Oldenburg Ohr Von den Ohren ſagt Winckelmann, daß die Alten auf deren Aus» arbeitung den größten Fleiß verwendeten. Sie wurden ſehr ſorg— fältig und individuell behandelt 396. Das Ohr von Markus Aure— lius, der Ringer und Pankratiaſten, des Herkules 396 (O Skulp⸗ tur). Behandlung des Ohres in der ägyptiſchen Skulptur 454, in der äginetiſchen Skulptur 459 Okeanos 320, 321 (O Griechen) 44, 54, 62 (O griechiſche Götter) 100, 101, 105 (O griechiſche Religion) 215 (O Thales) Oken, Lorenz Oken über den Übergang des Zellgewebes in die Spiralgefäße 537g, 538 Z. Er hält die Holzfaſern für Nervenfäden 546 g, 547 , 632 f [19, 674], die Blüte für das Hirn der Pflanze 562 8 (O Pflanze), 632 8, den Rückenwirbel als Grundorganismus des Knochens 593 & (O Tier) Sein Spiel der Analogie 674. „Es grenzt an Verrücktheit“ 683 (O Schelling) Skonomie Ariſtoteles' „ökonomiſches“ Werk 369 (O Ariſtoteles) Oktave 241 8, 245 C, 246 ©, 248 9 (O Klang) 174, 175 (O Muſik) 279 (O Pythagoras) Okzident ſ. Abendland, ſ. Orient — Okzident Oldenburg, Heinrich Oldenburgs Bekanntſchaft mit Spinoza und Leibniz 450 (O Leib⸗ niz) 1708
Olearius / dv Olearius, Godofr. 17 Überſetzer der history of Philosophy by Thom. Stanley ins Lateiniſche 146 (O Philoſophiegeſchichte) Oligarchie 3 73 (O Staatsgeſellſchaft) 11 343 (O Sparta) Om 17 173 (O Sankhya) Omar I., Kalif 11 275 (O Agypten), 457 (O Mohammedanismus) Omen (Aberglaube, Orakel, Zeichen) 2 544 (O Kunſtreligion) 13 Bedeutung der omina für die Griechen 28 (O klaſſiſche Kunſtform), 93 (O griechiſche Götter) [2, 544; 16, 144, 145, 146; 17, 404; 18, 97, 498] 16 Bedeutung des Zeichens in der griechiſchen Religion 144, 145, 146 (ſ. griechiſche Religion) 17 404 (O Anaxagoras) 18 97 (O Sokrates). Wendung der epikureiſchen Philoſophie gegen die omina 498 (O Epikur) Omphale 13 428 (O Heroe) Sup 16 ’Ougn, woher Delphi wohl richtiger den Namen / hat, als nach der andern Bedeutung: Nabel der Erde 145 (O griechiſche Religion) ör (Abgrund) 16 „Das Erſte iſt der Vater, das“ Oy, was als Abgrund, Tiefe, d. i. eben das noch Leere, das Unfaßbare, Unbegreifliche ausgeſagt worden, das über alle Begriffe iſt“ 244 (O chriſtliche Religion) 1709
o» / Oper 18 To 67 211, 228, 264, 358; 16 övrws 6 211; r Oo öv 228, 231; rab tro dv 233 (O Plato) 1 „Gott ſelber als der Eine, als folder, ift nur das 6, das reine Sein (nach Plato)“ 22, 24 (O Philo); rd nodzws 5» bei Proklus 84 (O Proklus); o ꝗ 135 (O ſcholaſtiſche Philoſophie); ro yrοοg 6 188 (O Occam); Vergleich der ſpinoziſtiſchen Idee mit dem 3 der Eleaten 376 (O Spinoza) Ontologie 3 116 (O Logik) Ausrottung der vormaligen Ontologie durch die Philoſophie ſeit etwa fünfundzwanzig Jahren 13, 65 (O Logik) 2 oo Charakteriſtik der Ontologie als erſter Teil der alten Metaphyſik. Sie iſt „die Lehre von den abſtrakten Beſtimmungen des Weſens“ 107 [P. St. 6, 39, 40] (ſ. Logik) 18 244 (f. Plato) ontologiſche Logik 3 171, 172—180 (f. Logik) ontologiſcher Gottesbeweis ſ. Gottesbeweiſe 1 254, 255, 261, 314, 324 (f. Gottesbeweiſe) 4 9398, 126, 127 (ſ. Gottesbeweiſe) 5 172—176 (ſ. Gottesbeweiſe) 7 387, 388 (ſ. Gottesbeweiſe) 8 144—152, 400, 401 (f. Gottesbeweiſe) 10 433 16 15, 16 ‚17, 18, 210—218, 416, 421, 426, 439, 442, 444, 448, 449, 451, 453, 483, 522, 539—546, 546553 (f. Gottesbeweiſe) 19 164, 168, 169, 346, 347, 583 (ſ. Gottesbeweiſe) Oper 12 317 (O Pathos), 382 (O Genie) 1710
Oper / Opfer 14 142, 209, 211, 217 (O Muſik). Charakteriſtik der modernen Oper, deren Acceſſoires eine überwiegende Selbſtändigkeit bekommen haben 523. Der ſinnliche Pomp und das Wunderbare 524 (O Drama) opera operata 11 Befreiung des Menſchen von den verdienten Qualen durch von der Kirche befohlene äußerliche Handlungen, opera operata 482 (O Kirche) Operette 14 Charakteriſtik und Rechtfertigung der Operette 209 (O Muſik) Opfer (Abendmahl, Myſterien) 1 „Die Kraft des Opfers beſteht in dem Anſchauen und Objekti— vieren der Verwickelung mit dem Unorganiſchen; — durch welche Anſchauung dieſe Verwickelung gelöſt, das Unorganiſche abge— trennt, und, als ſolches erkannt, hiermit ſelbſt in die Indifferenz aufgenommen iſt: das Lebendige aber, indem es das, was es als einen Teil ſeiner ſelbſt weiß, in dasſelbe legt, und dem Tode opfert, deſſen Recht zugleich anerkannt und zugleich ſich davon gereinigt hat“ 500 (O Naturrecht) 2 438 (O Aufklärung). Bedeutung und Sinn des Opfers 546, 547, 550 (O Kunſtreligion), 567 (O griechiſche Komödie) 11 „Durch das Opfer drückt der Menſch aus, daß er ſeines Eigen— tums, feines Willens, feiner befonderen Empfindungen ſich ent— äußere“ 83 (O Staat) 13 „Den Griechen galt das Opfern als heilig. Im Opfer zeigt der Menſch, er wolle auf den ſeinen Göttern geweihten Gegenſtand Verzicht leiſten, und ſich ſelbſt den Gebrauch desſelben vernichten. Hier tut ſich nun bei den Griechen ein eigentümlicher Zug darin hervor, daß bei ihnen „Opferne zugleich ein Gaſtmahl anrichten hieß.“ Den ungenießbaren Teil beſtimmten ſie den Göttern, das Fleiſch behielten ſie für ſich ſelber und verſchmauſten es 28 16, 107]. Hieraus iſt in Griechenland ſelbſt ein Mythus entſtanden 28, 29 (O klaſſiſche Kunſtform) 16, 107] 15 Das Opfer 244—246 (O Kultus). Das Opfer enthält „das Auf: geben einer unmittelbaren Endlichkeit“ 244. Es kann ſich hier noch 1711
1 O Opfer / Opfertod nicht „die Negativität in einem innerlichen Prozeß offenbaren“ 244. Es iſt „nur ein Aufgeben eines unmittelbaren Beſitzes und eines natürlichen Daſeins“ 244 Das Opfer kann nun näher ſein „ein bloßes Opfer der Verehrung, des Preiſes“, freudig getan 244, 245. Es kann weiterhin ſein ein „Opfer der Reinigung in Rüdfiht auf eine beſtimmte Verunreini⸗ gung“ 245. Das Opfer iſt hier weſentlich etwas Symboliſches 245, 246. Durch das Opfer wird die „Verendlichung überhaupt, dieſes Fürſichſein wieder aufgehoben“ 246 Der Charakter dieſer gottesdienſtlichen Handlungen iſt zere— moniös 246. Das Peinliche diefes Kultus liegt darin, daß die— jenige Handlung, wodurch die Reinigung von einer andern Hand— lung vollbracht wird, keine notwendige Beziehung auf dieſelbe haben kann 246. So iſt der Sinn trivial, oberflächlich 246 Noch in die Sphäre des Opfers fallen religiöſe Arbeiten, z. B. Tempelbauten 248 (O Kultus). Das Opfer als Sühnung 250 In der jüdiſchen Religion hat das Opfer noch „den Sinn der An: erkennung des Herrn, der Bezeugung der Furcht gegen ihn und dann die weitere Bedeutung, daß dadurch das übrige abgekauft und ausgelöſt wird“ 90, 91 (O jüdiſche Religion) „Prometheus hat die Menſchen gelehrt, das Fleiſch ſelbſt zu eſſen und dem Jupiter nur Haut und Knochen zu laſſen“ 107 [13, 28, 29]. „Eſſen heißt Opfern und Opfern heißt ſelbſt Eſſen“ 137, 136. Die Griechen gebrauchten das Opfer auch zur Aufhebung einer Verletzung, zur Beſänftigung des Götterzorns 154, 155. Be— ziehung zwiſchen Orakel und Opfer 155. Das griechiſche Toten— opfer 156 (O griechiſche Religion) Zum Opfertode Chriſti 304. Auch hier heißt: Opfer „die Natürlich— keit, das Andersſein aufheben“ 304 (O chriſtliche Religion) 20 In den Vedas iſt der Zuſammenhang des Opfers und der Hervor: bringung oder Schöpfung direkter; „aus Tod kommt Leben“ 124, 125 (f. Humboldt, Wilhelm) Opfertod (Tod) 2 Bedeutung des Opfertods für die Gemeinde 597 (f. offenbare Religion) 16 304 (f. chriſtliche Religion) 1712
13 19 DD -] 10 11 13 Sr1o96donos / Orakel Gr ονẽ,Hl¼ 320 (O Tempel) Optik Kritik an Newtons optiſchen Experimenten 337 (O Mathematik) Kritik an Newtons Optik 448 (ſ. Newton) Orakel (Aberglaube, Dämon, Delphi, Dodona, Omen) Das Orakel in der Kunſtreligion 542, 543, 544, 552, 561, 562, 563, 564 (O Kunſtreligion), 572 (O offenbare Religion) Zur Wurzel ſeines Entſtehens 385; das Orakel in der ſchönen Demokratie Athens 386, 387 (O Verfaſſung) 410 (O Naturbetrachtung) 69 0 (O Seele) Das Orakel als Auslegung und Dentung des Natürlichen 311. über das älteſte Orakel zu Dodona und das zu Delphi 311. Im Orakel zeigt ſich ein Mangel des griechiſchen Geiſtes 327. Ver— bundenheit des Orakels mit der Demokratie, wie ſie nur in Grie— chenland geweſen iſt 331—332 (O Griechen), 428. „Zu dem aus ſich ſelbſt Beſchließen gehört eine feſtgewordene Subjektivität des Willens, den überwiegende Gründe beſtimmen; die Griechen aber hatten dieſe Kraft und Stärke desſelben noch nicht“ 331. So brauch— ten ſie das Orakel 331, 332, 536. „Mit dem Fortgange der Demo— kratie ſehen wir freilich, wie in den wichtigſten Angelegenheiten die Orakel nicht mehr befragt, ſondern die beſonderen Anſichten der Volksredner geltend gemacht werden und das Entſcheidende ſind“ 332. Sokrates 332 (O Griechen) Die Orakel 41—44 (O griechiſche Götter). In ihnen geben die Götter, als ſelber ſich Wiſſende und Wollende, dem Menſchen durch Naturerſcheinungen ihre Weisheit kund 42 a) Die offenbarenden Zeichen waren meiſtens ganz einfach. Beiſpiele dafür 42. Neben „unmittelbaren Naturklängen“ „wird auch der Menſch ſelber der Ausſpruch des Orakels“ 42 6) Die Form des Orakels iſt „das ganz unbeſtimmt Natürliche, eine Naturſtimme oder zuſammenhangloſes Tönen von Worten“, deren dunkler Inhalt der Deutung bedarf 42 Glockner, Hegel-Lexikon 108 1713
13 16 18 14 — 12 13 16 D Orakel / Organik, Organiſches y) Das Orakel iſt für den es auslegenden Menſchen doppelſinnig. Es iſt allgemein gehalten; ergreift der Menſch eine Seite davon, ſo ergreift ihn das Schickſal der Tat, indem plötzlich die andre Seite wichtig wird 43, 42. Bedeutung des Orakels in der drama⸗ tiſchen Poeſie der Griechen 43, in der klaſſiſchen Kunſt überhaupt 43, 44 (O griechiſche Götter) Sukzeſſion in Beziehung auf das Orakel geben Aſchylos 105, 106, und Pindar 106. Griechiſche Orakel 106, 117, 145, 146, ihre Dop⸗ pelſinnigkeit 146, 147. Orakel und Opfer 155 (O griechiſche Religion) 177, 178 (O römiſche Religion) Das Orakel hat ſeinen Grund in mangelnder ſubjektiver Freiheit 97, 98, 106; für Sokrates war fein Dämonion Orakel 98, 107 (O Sokrates). Veränderung der Orakel zu Platons Zeit 173. Pla⸗ tons Stellung zur Weisſagung 268 (O Plato) 369 (O Ariſtoteles), 462 (O Stoiker) 6 (O Neuplatoniker). Proklus legte großen Wert auf orphiſche und chaldäiſche Orakel 72 (O Proklus) Oratorium Das Rezitativ im Oratorium 199. Händels Oratorien 206. „Die erſt im Proteſtantismus vollendete Form des Oratoriums“ 208 (O Muſik) Oreſt 381 (O Glaube) 253 (O Heroenzeit), 288, 289, 291 (O Kolliſion), 300 (O Hand— lung), 314 (O0 Individuum), 374 (O Kunſtſchönes) 43 (O Orakel), 50 (O griechiſche Götter), 185, 186 (O Liebe) 104, 128, 135, 156 (O griechiſche Religion) Organik, Organiſches (Organismus) Beobachtung des Organiſchen 201—227 (f. Naturbeobachtung). Das Organiſche iſt der reale Zweck ſelbſt 203, 204, 205, 206, 207, 208. An dem Organiſchen geht die Vorſtellung eines Geſetzes über⸗ haupt verloren 217, 211—214, 218 (ſ. Naturbetrachtung) 1714
3 S = 9 Organik, Organiſches „Phyſik des Organiſchen“ 197—200 (O Phyſik) S 121 Zum Gegenſtand von Geologie und Geognoſie 197, 198 S 122 Zur vegetabiliſchen Natur, zur Pflanze, als Gegenſtand von Pflanzenphyſtiologie und Botanik 198 § 123 Zur animaliſchen Natur als Gegenſtand der Phyſtologie, vergleichenden Anatomie und Zoologie 198, 199 S 124 Beziehung zwiſchen dem Organismus und der unorga— niſchen Natur. Bedürfnis und Erregung 199, 190 S 125 Zur Krankheit des Organismus, zur Medizin 199 § 126 Das tieriſche Gefühl 199, 200 Bedeutung des Maßes für das Organiſche 411 (ſ. Maß) „Organiſche Phyſik“ 150 [vgl. 9, 66], 200—224 [P. St. 9, 449—722] (O Naturphiloſophie) $ 260 [P. St. 9, $ 337, wenig verändert, dann erweitert] 200—201 [P. St. 9, 449—450 f. u.] A. „Die geologiſche Natur“ 201, 201—202 [P. St. 9, 449, 456—496] (ſ. Geologie) B. „Die vegetabiliſche Natur“ 201, 203—205 [P. St. 9, 449, 496—575] (f. Pflanze) C. „Der tierifhe Organismus“ 201, 205—224 [P. St. 9, 450, 575—722] (ſ. Tier) Zur Geſtalt des Unorganiſchen, im Unterſchiede vom Organiſchen 269 g, 270 2 (f. Geſtalt), 3040 (O Phyſth) „Organiſche Phyſik“ 66 [P. St. 6, 150], 68—69 8, 449 bis 722 [P. St. 6, 200— 224] (O Naturphiloſophie) § 337 [P. St. 6, $ 260, wenig verändert, aber erweitert] Charak— teriſtik des unendlichen Prozeſſes, in welchem die Idee zur Exi— ſtenz, zunächſt zur unmittelbaren, zum Leben kommt 449 [P. St. 6, 200]. Dieſes iſt erſtens, als Geſtalt, der geologiſche Organismus, zweitens, als formelle Subjektivität, der vegetabiliſche und drit⸗ tens, als einzelne konkrete Subjektivität, der animaliſche Organismus 449 [P. St. 6, 200—201], 450 ©, 453 ©, 456 Zuſatz. Rückbkick auf die Materie, die gegeneinander beſtimmten, beſonderen Maſſen und die Schwere, auf das Licht und die Ge⸗ ftalt 450 G. „Die Individualität iſt jetzt in ſich ſelbſt ſchwer und lichtig, — die triumphierende Individualität“ 450 8, 451 C. Sie iſt der Gegenſtand dieſes Abſchnittes 451 B. Charakteriſtik des 1715
> Organik, Organiſches Lebens 451—452 (f. Leben). Das Organiſche iſt „die Bewegung feines Werdens“ 453 H. Seine Stufen find das Mineralreich, das Pflanzenreich und das Tierreich, das „erſtarrte Leben“, das be— ginnende Leben und das animaliſche Leben, als der „ſich in Raum und Zeit auslegende Begriff“ 455 8, 454 , 453 H. „Die Emp⸗ findung, das Sich-ſelbſt⸗in⸗ſich⸗Finden iſt das Höchſte, was erſt hier vorhanden iſt“ 455 @ Erſtes Kapitel. „Die geologiſche Natur“ 449 P. St. 6, 201], 453 8, 4548, 456—496 [P. St. 6, 201—202 (. Geologie) § 342 8 (O Geologie). Übergang zum belebten Organismus, zur „an ihr ſelbſt ſich gliedernden Subjektivität“ 490 8, 491 Zuſatz. Was dem unmittelbar Organiſchen fehlt, iſt, daß der Be— griff hier noch unmittelbar iſt 491. Seine Momente ſind phyſiſche Realitäten, „die nicht in ſich ſelbſt reflektiert ſind, nicht ein jener Gleichgültigkeit gegenübertretendes Eins bilden“ 4919. „Das Leben iſt weſentlich dieſe vollkommen flüſſige Durchdringung aller Teile desſelben, d. h. ſolcher, die gleichgültig gegen das Ganze ſind“ 491 9 (f. Leben). Sie haben an ihnen „ihren ſelbſtändigen Kreislauf, der aber das Aufheben ihrer Befonderheit und das Werden des Allgemeinen iſt“ 4918, 4928 Erſtens. „Das Organiſche entzweit ſich in zwei allgemeine Ex⸗ treme, die unorganiſche Natur und die Gattung, deren Mitte es iſt (A—E—B), und mit deren Jedem es hier noch unmittelbar Eins iſt, ſelbſt Hattung und unorganiſche Natur iſt“ 492 0, 493g. Charakteriſtik des Individualiſierungsprozeſſes, in welchem das Individuelle durch die Gattung zum Losreißen von ihr kommt 492 Q, 493 Zweitens. „Wie vorher das Individuelle die Mitte war, und die Seiten die allgemeinen Extreme, ſo iſt jetzt die Gattung das Ele⸗ ment; das Organiſche iſt hier alſo durch die Gattung mit dem Un⸗ organiſchen vermittelt (B—A—E). Erſteres iſt die Macht über das Letztere, weil es das abſolut Allgemeine iſt; — der Ernährungs» Prozeß“ 493 a) „Es iſt nichts für das Organiſche, was es nicht ſelbſt iſt“. Die unorganiſche Welt „iſt nur als aufgehobene, und das Organiſche das Setzen und Tragen derſelben“ 4948 6) „Das Dafein des Organiſchen iſt das ſich vereinzelnde, kon— trahierende Tun der ganzen Erde, das Sich⸗in⸗ſich⸗Reflektieren 1718
Organik, Organiſches / Organismus 9 des Allgemeinen. Aber fie wird ebenſo zum beruhigten Inſich— reflektiertſein“ 4948 Drittens. „Dies hervorgebrachte Wirkliche iſt die Gattung, die Macht gegen das Einzelne und der Prozeß derſelben; ſie hebt dieſes Einzelne auf, bringt ein Anderes hervor, das die Wirklich— keit der Gattung iſt“ 495 Z. „Das Organiſche fo durch das Uns organiſche mit der Gattung vermittelt (E—B—A) iſt das Ge— ſchlechtsverhältnis“ 495. „Aufhebung des Einzelnen und Ge— wordenſein der Gattung, aber als eines einzelnen Wirklichen, das den Kreislauf wieder anfängt“ 495 &. „Im erſten Prozeß haben wir Fürſichſein, im zweiten Vorſtellen und Erkennen eines An— dern, im dritten die Einheit beider, Anderes und es ſelbſt“ 495 9 496 & Zweites Kapitel. „Der vegetabiliſche Orga: nismus“ 449 [P. St. 6, 201], 453 8, 4548, 495 C. 496—975 [P. St. 6, 203—205] (f. Pflanze). „Alles Organiſche iſt das in ſich ſelbſt ſich Unterſcheidende, das die Mannigfaltigkeit in der Einheit erhält“ 499 8 (O Pflanze) Drittes Kapitel. „Der tieriſche Organismus“ 449 [P. St. 6, 201), 450 C, 453 H, 575—722 [P. St. 6, 205—224] (. Tier) T. Organismus (Ganzes, Leben, Organik, Pflanze, Tier) 1 Kant über die organiſche Natur 315, 317, 18 (ſ. Kant) „Anorganiſieren“ 528 (O Naturrecht) 3 Die Familie als Organismus 70 (f. Familie) 5 Die „Objektivität des Lebendigen iſt Organismus; fie iſt das Mittel und Werkzeug des Zwecks“. „Nach der Außerlichkeit des Organismus iſt er ein Vielfaches nicht von Teilen, ſondern von Gliedern“ 251 (O Leben) 7 Vergleich des politiſchen Staates mit dem Leben im organiſchen Körper 378, 379—380, 394, 395 (ſ. Verfaſſung) 8 Bedeutung der organiſchen Natur für die reflektierende Urteils— kraft 154 O, 155 C, 156 0 (1. Kritizismus) (19, 596—600, 602 bis 604, 605] „Die verſchiedenen Teile und Glieder des organiſchen Leibes ha— ben nur in ihrer Vereinigung ihr Beſtehen und getrennt von— 1717
E O 12 1 16 E 19 18 Organismus / öoyarov einander hören fie auf als ſolche zu exiſtieren“ 2948 (O Ding), 306 @ (O Ganzes), 429 —430 [P. St. 6, 133] (. Leben). Ariſtoteles hierzu 430 @ Übergang vom chemiſchen Prozeß zum Organismus 445 [P. St. 6, 200], 447 & (ſ. Chemismus). Das Leben als geologiſcher, vegetabiliſcher und animaliſcher Organismus 449 [P. St. 6, 201] (f. Organik). „Der abſtrakte Begriff des Organismus iſt, „daß die Exiſtenz der Beſonderheiten, indem dieſe als vorübergehende Mo— mente eines Subjektes geſetzt ſind, der Einheit des Begriffes an⸗ gemeſſen iſt“ 452 S. Charakteriſtik des Sonnenſyſtems als „Orga: nismus des Mechanismus“ 452 8 (O Organik). Der Erdkörper hat nur „die Geſtalt des Organismus“ 456 [P. St. 6, 201] (OGeo— logie). Der Organismus der Pflanze iſt „nicht zugleich in Ein— geweide ſyſtematiſiert“ 499 Z. „Der tieriſche Organismus“ 575 bis 722 [P. St. 6, 205— 224], 449 [P. St. 6, 201], 450 8, 453 9, 576 [P. St. 6, 205], 577 B. „Die Funktionen des Organismus“. 585—621 [P. St. 6, 206] (ſ. Tier) Kants Betrachtung des lebendigen Organismus 92 (f. Kant). Gegenüberſtellung von „Teil eines Ganzen und Glied eines Or— ganismus“ 172, 173 (O Naturſchönes) Regelmäßigkeit und Symmetrie des pflanzlichen und animaliſchen Organismus 193 (O Symmetrie) Das Kunſtwerk als Organismus und Totalität 247—256 (ſ. Poeſie) „Das Lebendige iſt dieſe einfache Innerlichkeit, die ſich ſelbſt reali— ſiert in ihren Gliedern, der gegliederte Organismus“ 30 (O Zweck— mäßigteit), 525. „Nach einer Seite iſt der Organismus unendlich, indem er ein Kreis der reinen Rückkehr in ſich ſelbſt iſt, aber iſt zugleich geſpannt gegen die äußerliche unorganiſche Natur und hat Bedürfniſſe“ 526, 527. Zur Frage: Wie paßt die unorganiſche Natur zum Organiſchen? 528—531 (f. Gottesbeweiſe) 365 (O Descartes). Kants Faſſung des Organismus 596—600, 602 —604, 605 (ſ. Kant) [8, 1548, 155 8, 156 2]. Fichtes Be⸗ trachtung des organiſchen Leibes 637 (O Fichte). Schellings Faſ⸗ ſung des Organismus 671, 672, 673 (O Schelling) + OOYCõ%οdc "Ooyavor des Ariſtoteles 369 (f. Ariſtoteles) 1718
9 2 10 11 Orgel / Orient, Orientale Orgel 242 g, 246 O, Abt Voglers eigentümliches Syſtem des Orgelbaus 248 0 (O Klang) Orient, Orientale (Orient — Okzident, orientaliſche Architektur, orientaliſches Epos, orientaliſche Lyrik, orientaliſche Philoſophie, orientaliſche Poeſie, orientaliſche Religion, orientaliſche Skulptur) Zur Freiheit in orientaliſchen Staaten 342 (O Staatsrecht). Zur Einheit von Kirche und Staat im orientaliſchen Deſpotismus 362 (O Religion). 406 (O Verfaſſung) „Das orientaliſche Reich“ 452—453, 451. In ihm hat der Weltgeiſt „zum Prinzip die Geſtalt des ſubſtantiellen Geiſtes, als der Identität, in welcher die Einzelnheit in ihr Weſen verſenkt und für ſich unberechtigt bleibt“ 452, 451 (O Weltgeſchichte). Cha⸗ rakteriſtik ſeiner Theokratie, des Ineinander von weltlicher Re⸗ gierung und Religion, von Natur und Gott, Wirklichkeit und Poeſie 452, 453. Zur Kaſtenherrſchaft 453. Hinweis auf Stuhrs: „Vom Untergange der Naturſtaaten“ 453 „Der Gang der Emanation iſt dem Morgenlande eigen“ 60 S, 618 (f. Emanation). In der morgenländiſchen Anſchauung iſt „das mit ſich identiſche Denken als die Abſtraktion des Wahren und Guten, eins mit dem Lichte“ 163 [P. St. 6, 173] (O Licht) Der Orient hat den Begriff der für-ſich⸗ſeienden Freiheit nicht ge: kannt 380 (O Geiſt) „Die Orientalen wiſſen es noch nicht, daß der Geiſt, oder der Menſch als ſolcher an ſich frei iſt; weil ſie es nicht wiſſen, ſind ſie es nicht; fie wiffen nur, daß Einer frei iſt . .“ „Dieſer Eine iſt darum nur ein Defpot, nicht ein freier Mann“ 45, 46 (O Ge⸗ ſchichtsphiloſophie), 150, 151, 152. „Aus dem Orient laffen ji ſchöne Gemälde von patriarchaliſchem Zuſtande, väterlicher Re⸗ gierung, von Ergebenheit der Völker hernehmen“ 81 (O Staat), 159 Orient 151—153 (O Geſchichtsphilo ſophie). Ihm liegt „das un mittelbare Bewußtſein zugrunde; im Staatsleben finden wir „die realiſierte vernünftige Freiheit, welche ſich entwickelt, ohne in ſich zur ſubjektiven Freiheit fortzugehen“ 151, 153. „Es iſt das Kin⸗ desalter der Geſchichte“ 151, 159. Macht des Herrſchers 151, 152. 1719
1 — Orient, Orientale Das individuelle Prinzip wird als „Licht, welches noch nicht das Licht der perſönlichen Seele iſt“ geahnt 153, 152 „Die orientaliſche Welt“ 158—294 (O Geſchichtsphilo⸗ ſophie). Zum Begriff der „Vorgeſchichte“ 158. „Die orientaliſche Welt hat als ihr näheres Prinzip die Subſtantialität des Gittlichen“ 158. „Der ſubjektive Wille wird von den Geſetzen als von einer äußerlichen Macht regiert“ 158, 160. Das Innerliche wird äußerlich gemacht 159, 160. Auch Religion und Staat ſind eins. „Die Verfaſſung iſt im ganzen Theokratie“ 159 [7, 452, 453] Geſchichtlich⸗geographiſche Gliederung Aſiens 159 China und die Mongolen 159 —160. Das Patriarchaliſche iſt in China „zu einem organiſierten Syſteme weltlichen Staatslebens entwickelt“ 160, 170. Bei den Mongolen nimmt es ſich „in die Ein— fachheit eines geiſtigen, religiöſen Reichs zuſammen“ 160. Ihr Oberhaupt ift der Lama; es kommt zu keinem weltlichen Staatsleben 160 Die zweite Geſtalt iſt Indien 160—161. Charakteriſtik der theokratiſchen Ariſtokratie und ihres Deſpotismus 160, der Iſolierung der Momente der religiöſen Idee 161 Die dritte große Geſtalt iſt das perſiſche Reich 161162. „In Perſien tritt das Theokratiſche als Monarchie auf“ 161. Bedeu⸗ tung des Lichts 161. Perſien macht den äußerlichen Übergang in das griechiſche Leben 162, 163 Erſter Abſchnitt. „China“ 163-191 (f. China) Zweiter Abſchnitt. „Indien“ 191—226 (f. Indien). „Der Buddhaismus“ 227—233 (ſ. Buddhaismus) Dritter Abſchnitt. „Perſien“ 233-260 (f. Perſien). „Judäa“ 260—264 (f. Judäa). „Agypten“ 264—290 (ſ. Agypten) Zur „wilden Poeſie und Verkehrung alles Endlichen im Orient“ 373 (O Römer). In der jüdiſchen Religion iſt „der orientaliſche Gegenſatz vou Licht und Finſternis hier in den Geiſt verlegt, und die Finſternis iſt hier die Sünde“ 414, 415 (O Chriſtentum). Die Revolution des Orients zerſchlug alle Partikularität und Ab⸗ hängigkeit, „indem ſie nur den abſtrakt Einen zum abſoluten Gegenſtande, und ebenſo das reine ſubjektive Bewußtſein, das Wiſſen nur dieſes Einen zum einzigen Zwecke der Wirklichkeit ... machte“ 453. Das Höchſte des orientaliſchen Prinzips iſt nur negativ 453, 454 (ſ. Mohammedanismus) 1720
12 13 15 16 18 19 11 12 13 Orient, Orientale / Orient — Okzident Charakteriſtik des „erſten Kunſtpantheismus des Morgenlandes“ 116 (O Idee). Das Symbol macht den Anfang der Kunſt und ge— hört hauptſächlich dem Morgenlande an 407, 414 (ſ. Symbol), 471 Zum Pantheismus des Morgenlandes 486 (O ſymboliſche Kunſt— form), 489 (f. indiſche Poeſie), 490, 491 (ſ. orientaliſche Poeſie). Das Rätſel fällt ſeiner geſchichtlichen Erſcheinung nach in das Morgenland 527 (O Rätſel) Zur „unfreien morgenländiſchen Einheit“ 15 (O Griechen). Die romantiſche Kunſt iſt im Abendlande zuhauſe und im Morgen— lande, „dieſer erſten Expanſion des ſich zur Befreiung vom End— lichen aufſchließenden Bewußtſeins“ 171 (O romantiſche Kunſt— form). Zur Kleidung der Orientalen 410 (O Kleidung) In der morgenländiſchen Subſtantialität des Bewußtſeins iſt die Kuuſtanſchauung nicht vollendet, „denn dieſe ſetzt die höhere Frei— heit des Selbſtbewußtſeins voraus, das ſich ſeine Wahrheit und Subſtantialität frei gegenüberſtellen kann“ 152 (O Anſchauung) „Die orientaliſche Weltanſchauung iſt im allgemeinen dieſe Erhabenheit, welche alle Vereinzelung in die beſonderen Geſtaltun— gen . . ., das Eine in Allem anſchaut ...“ 508 (O Gottesbeweiſe) 305 (O Ariſtoteles) Im Orient war nur Einer frei 114. Zur Expanſion im Orient, der „Negation alles Konkreten, der Abſtraktion von allen Beſtim— mungen“ 115 (0 Chriſtentum) Orient — Okzident Zur Vereinigung des Morgen- und Abendlandes in der römiſchen Welt 423. Alexandrien als Mittelpunkt der Kommunikation zwi: ſchen Orient und Okzident 423 (. Chriſtentum) [19, 10, 32] Zur „Reinigung zum abſtrakten Geiſte“ im Orient und „zum konkreten Geiſte“ im Abendlande 453 (O Völkerwanderung) Unterſchied zwiſchen orientaler und okzidentaler Poeſie 545, 546 (f. orientaliſche Poeſte) Die romantiſche Kunſtform „iſt in zwei Hemiſphären zuhauſe; in dem Abendlande, dieſem Niedergange des Geiſtes in ſein ſub⸗ jektives Inneres, und im Morgenlande, dieſer erſten Expanſion 1721
Orient — Okzident 1 = des ſich zur Befreiung vom Endlichen aufſchließenden Bewußt⸗ ſeins“ 171, 172 (O romantiſche Kunſtform) 14 „Die morgenländiſche Form des Bewußtſeins iſt im Ganzen poe⸗ tiſcher als die abendländiſche.“ „Das Unzerſplitterte, Feſte, Eine, Subſtantielle bleibt im Orient immer die Hauptſache, und ſolch eine Anſchauung iſt die von Hauſe aus gediegenſte, wenn ſie auch nicht bis zur Freiheit des Ideals hindurchdringt. Das Abendland dagegen, beſonders die neuere Zeit geht von der unendlichen Zer⸗ ſtreuung und Partikulariſation des Unendlichen aus ...“ 245 (O Poeſie), 398 (O orientaliſches Epos) 15 Der Standpunkt der Subſtantialität oder des Anſchauens iſt in feinem richtigen Sinne „orientaliſches Wiſſen, Bewußtſein, Den: ken von dieſer abſoluten Einheit ...“. „Dies orientaliſche Bor: ſtellen iſt entgegengeſetzt dem okzidentaliſchen, wo der Menſch in ſich niedergeht, wie die Sonne, in ſeine Subjektivität: da iſt die Einzelnheit Hauptbeſtimmung, daß das Einzelne das Selbſtändige iſt“ 406 (O Buddhaismus) Orientaliſche und abendländiſche Lyrik 467 (O orientaliſche Lyrik) 16 In der römiſchen Welt „mußte ſich das orientaliſche Prinzip der reinen Abſtraktion mit der Endlichkeit und Einzelnheit des Abendlandes vereinigen“ 188, 187 (O römiſche Religion). Zu den Zeiten um Chriſti Geburt und mehrere Jahrhunderte nachher ſehen wir Verſuche, „die Idee des Dreieinigen zu faſſen, die abend— ländiſche Wirklichkeit durch den orientaliſchen Idealismus zu einer Gedankenwelt verflüchtigt“ 244 (O chriſtliche Religion) 17 „Im Glanze des Morgenlandes verſchwindet das Individuum nur; das Licht wird im Abendlande erſt zum Blitze des Gedankens, der in ſich ſelbſt einſchlägt und von da aus ſich ſeine Welt er— ſchafft“ 133 (O Philoſophiegeſchichte). Gegenüberſtellung der orientaliſchen Anſchauung dem „harten, europäiſchen Verſtand“ 183 (O indiſche Philoſophie). Verarbeitung der „orientaliſchen Subſtantialität der Einheit des Geiſtigen und Natürlichen“ durch die Griechen 190, 191, 192, 193 (f. griechiſche Philoſophie). „Bei den Orientalen ift eine ſinnliche, materielle Seite vorherrſchend; im Abendlande iſt der Gedanke überwiegend, er wird in der Ge— dankenform zum Prinzip gemacht“ 208. Die griechiſchen Philoſophen Kleinaſiens haben, „nach dem Morgenlande gekehrt, das 1722
1 A 19 13 14 Orient — Okzident / orientaliſches Epos Abſolute in einer Naturbeſtimmung erkannt; die reale Beſtim— mung des Abſoluten fällt dahin. Nach Italien fällt die ideale Be⸗ ſtimmung des Abſoluten“ 208 (O griechiſche Philoſophie) Alexandrien, „wo Morgenland und Abendland aneinander ge— rungen“ 10 (f. Neuplatoniker), 31, 32 (O alexandriniſche Philofophie) [11, 423]. Der Negation alles Konkreten, der Abſtraktion von allen Beſtimmungen im Orient, entſpricht „das abendländiſche Niederſteigen in ſich“ 115 (O Chriſtentum). „Das Morgen⸗ land reinigte ſich von allem Beſonderen und Beſtimmten, wäh: rend das Abendland in die Tiefe und Gegenwärtigkeit des Geiſtes niederſtieg“ 121 (O arabiſche Philoſophie) orientaliſche Architektur 270, 272—281, 288—290 (f. ſymboliſche Architektur) orientaliſches Epos „Das orientaliſche Epos“ 397, 398—403 (O epiſche Poeſie). Den Morgenländern iſt die Dichtkunſt überhaupt urſprünglicher 398, 245. Wir begegnen der Lyrik und der epiſchen Dichtung 398 a) Die Chineſen beſitzen kein nationales Epos 398, 399. Später finden wir „kleine Erzählungen und weitausgefponnene Ro: mane“, welche „durch die reizende Zartheit befonders der weiblichen Charaktere“ in Erſtaunen ſetzen 398, 399 8) Die indiſchen Epopoeen 399—400 (f. indiſche Poeſie) y) Die orientaliſch-epiſche Dichtkunſt der Hebräer, Araber und Perſer 400—403 aa) Die Juden haben „viele Elemente urſprünglicher epiſcher Poeſie“, doch waltet das religiöſe Intereſſe verdrängend vor 400, 401 BB) Die Araber find wirkliche Dichter 401. Charakteriſtik der Moal⸗ lakat, ihrer lyriſch erzählenden Heldenlieder 401. Die Gedichte der Hamaſa, der Divan der Hudſeiliten, Tauſend und eine Nacht, die Makamen des Hariri 401 A yy) „Die Blüte der perſiſchen Poeſie fällt in die Zeit ihrer ſchon zu einer neuen Bildung durch den Muhammedanismus umge⸗ wandelten Sprache und Nationalität“ 402. Charakteriſtik des Shahnameh des Firduſi, der Liebesepopoeen, beſonders des Ni⸗ ſami. Meiſter im Didaktiſchen war Saadi, in pantheiſtiſcher My⸗ ſtik Oſchelaleddin Rumi 402, 403 1723
14 — oo 17 orientaliſche Lyrik / orientaliſche Philoſophie orientaliſche Lyrik (Hafis) „Die orientaliſche Lyrik“ 462, 467—469 (O Lyrik). „Das ſubjektive Bewußtſein zeigt ſich ſeinem Inhalt nach auf der einen Seite in das Außere und Einzelne unmittelbar verſunken“, „andererſeits hebt es ſich, ohne feſten Halt in ſich ſelber zu finden, gegen dasjenige auf, was ihm in der Natur und den Verhältniſſen des menſchlichen Dafeins als das Mächtige und Subſtantielle gilt“ 467. Dadurch erhält die orientaliſche Lyrik ihrer Form nach „einen gleichſam objektiveren Ton“ 467. Hafis 467, 468. Die Expanſion des Inneren kann ſich aber auch ins Grenzenloſe verlieren 468. Hymnenartige Erhebung 468. Als nähere Form des Ausdrucks ſind in dieſer Poeſie die Metapher, das Bild und das Gleichnis zuhauſe 468, 469. Zur „Freiheit des Ausdrucks“ 469. Beſonders hervorgetan haben ſich in der orientaliſchen Lyrik die Chineſen, Inder, die Hebräer, Araber und Perſer 469 orientaliſche Philoſophie In orientaliſchen Syſtemen, weſentlich im Buddhaismus, iſt „das Nichts, das Leere, das abſolute Prinzip“ 90 (O Werden) „Spinoza war ſeiner Herkunft nach ein Jude und es iſt überhaupt die orientaliſche Anſchauung, nach welcher alles Endliche bloß als ein Vorübergehendes, als ein Verſchwindendes erſcheint, welche in ſeiner Philoſophie ihren gedankenmäßigen Ausdruck gefunden hat.“ Es fehlt „das abendländiſche Prinzip der Individualität“ 3390 (O Spinoza) 95 (O Philoſophie) „Abſcheiden des Orients und ſeiner Philoſo⸗ phie“ 130—133 (O Philoſophiegeſchichte). Die orientaliſche Philoſophie iſt aus der Philoſophiegeſchichte ausgeſchieden, weil „die Zwecke noch nicht ein Allgemeines für ſich“ find 130. „Die End» lichkeit des Willens iſt Charakter der Orientalen; der Wille will ſich alſo als endlicher, hat ſich noch nicht als allgemeiner gefaßt“ 130. Knechts verhältnis, Deſpotismus. „Die Furcht iſt die regierende Kategorie überhaupt“ 130. Auch in der Neligion iſt „die Furcht des Herrn der Anfang der Weisheit“ 131. Der Paſſivität des Willens ſteht die Herrſchaft der Willkür gegenüber 131, ebenſo die tiefſte Sinnlichkeit der Flucht zur leerſten Abſtraktion 131, 1724
17 19 orientaliſche Philoſophie 132, 133. „Das Orientaliſche iſt ſo aus der Geſchichte der Philo— ſophie auszuſchließen“ 133 „Orientaliſche Philoſophie“ 151—184. Im Bereich der Philoſophiegeſchichte iſt ſie nur ein Vorläufiges, „eine reli— giöſe Weltanſchauung, der es ſehr nahe liegt, für Philoſophie ge: nommen zu werden“ 151 Hauptgründe, warum es nahe liegt, die orientaliſche NReligionsvorſtellung auch als Philoſophie zu betrachten 151—153. Es tritt im Orient nicht, wie in der griechiſchen, römiſchen und chriſtlichen Religion, „das Prinzip der Freiheit der Individualität“ hervor, ſondern die religiöfen Vorſtellungen „haben den Charakter all— gemeiner Vorſtellungen, die daher als philoſophiſche Vorſtellun— gen, philoſophiſche Gedanken erſcheinen“ 152. Beiſpiele 152, 153 Eindringen der orientaliſchen Anſchauungen ins Abendland be— ſonders in den erſten Jahrhunderten des Chriſtentums 152, 153 und beſonders in die gnoſtiſche Philoſophie 153 Ein zweiter Grund liegt darin, daß „Gott, das Auundfürſich— ſeiende, Ewige im Orient mehr im Charakter des Allgemeinen aufgefaßt iſt“ 153. Das Individuum bekommt erſt ſeinen Wert durch Ineinsſetzung mit dieſer Subſtanz 153. „Auch die Negation des Endlichen ift vorhanden“ 153, 154. Wir finden entweder „ger: trümmerung alles Befonderen, ein Maßloſes“ oder Herrſchaft des trockenen Verſtandes 154 1. „ſChineſiſche Philoſophie“ 154—160 (f. chineſiſche Philoſophie) 2. „Indiſche Philoſophie“ 161184 (. indiſche Philo— ſophie) Eine geſchichtliche Vorausſetzung der griechiſchen Philoſophie iſt „die orientaliſche Subſtantialität der Einheit des Geiſtigen und Natürlichen“ 190. „Die orientaliſche maßloſe Kraft der Subſtanz iſt durch den griechiſchen Geiſt zum Maße gebracht, und in die Enge gezogen worden“ 192 (O griechiſche Philoſophie) Anaximander hat einen „orientaliſchen Ton“ 227 (O Anaximan⸗ der) In Spinozas Philoſophie iſt „ein Nachklang des Morgenlandes“ 368, 376 (f. Spinoza) 686 (O neueſte, deutſche Philoſophie) 1725
orientaliſche Poeſte / orientaliſche Religion orientaliſche Poeſie 10 Zum Pantheismus in ſeiner poetiſchen, erhabenſten Geſtalt bei den morgenländiſchen Dichtern 463 (O Philoſophie) 12 Vorliebe orientaliſcher Dichter für Putz, Schmuck und Pracht 348 (O Kunſtſchönes) Zum orientaliſchen Pantheismus des dichtenden Subjekts 489 bis 492 (ſ. Mohammedanismus). Vorliebe für die Metapher 540 [P. St. 14, 279] (O Metapher), für das Bildliche 542 (O Bild), für das Gleichnis 544, 545. Dabei iſt der Orientale im Vergleich zum Dichter des Abendlandes „in feiner Vertiefung weniger ſelbſt— ſüchtig, und dadurch ohne Schmachten und Sehnſucht“ 545, 546 13 Vergleich der morgenländiſchen und abendländiſchen Poeſie 171 (ſ. Orient — Okzident) 14 245 (f. Orient — Okzident), 279 [P. St. 12, 540, 542]. Die drama⸗ tiſche Kunſt iſt im Orient unentwickelt 540, 541 (ſ. Drama) 16 Charakteriſtik der orientaliſchen Weltanſchauung der Erhabenheit 508. „Die Seele ihrer Dichter taucht ſich in dieſen Ozean, ertränkt darin alle Bedürfniſſe, Zwecke und Sorgen eines kleinlichen ge— bundenen Lebens und ſchwelgt in dem Genuß dieſer Freiheit, zu dem ſie alle Schönheit der Welt als Schmuck und Zierrat verwen— den“ 508, 509 (O Gottesbeweiſe) 20 360 (O Hegel) D orientaliſche Religion oo Die wahrhafte Erkenntnis eines Gegenſtandes muß „von der Art ſein, daß derſelbe ſich aus ſich ſelbſt beſtimmt und ſeine Prädikate nicht äußerlich erhält. Verfährt man nun in der Weiſe des Prädizierens, ſo hat der Geiſt dabei das Gefühl der Unerſchöpflichkeit durch ſolche Prädikate. Die Orientalen nennen demnach auf die⸗ ſem Standpunkt ganz richtig Gott den Vielnamigen, den Unendlichnamigen“ 103 9, 104 (O Logit) [15, 168; 16, 229, 230, 418] 10 10 2 Die orientaliſchen Religionen bleiben noch beim abſtrakten Begriff Gottes und des Geiſtes ſtehen 38 8 (O Geiſt). Ihre unterwürfige Ehrfurcht vor dem Herrn 249 0 (O Gebärde) 15 168 (O Vorſtellung), 243, 245 (O Kultus) 1726
16 13 co 2 12 orientaliſche Religion / Originalität Bei den Morgenländern iſt die Religion durchaus an die Nationalität geknüpft 81 (O jüdiſche Religion). 170. 229, 230, 310, 418 (O chriſtliche Religion). 508 (O Gottesbeweiſe) orientaliſche Skulptur 450, 451 (O Skulptur) Originalität „So notwendig das innere Leben der Philoſophie, wenn es ſich zur äußern Geſtalt gebiert, ihr von der Form ſeiner eigentüm⸗ lichen Organiſation mitgibt, ſo ſehr iſt das Originelle des Genies verſchieden von der Beſonderheit, die ſich für Originalität hält und ausgibt; denn dieſe Beſonderheit, wenn ſie näher ins Auge gefaßt wird, hält ſich in Wahrheit innerhalb der allgemeinen Heer— ſtraße der Kultur, und kann ſich nicht einmal rühmen, aus dieſer heraus zur reinen Idee der Philoſophie gekommen zu ſein“ 179, 180 (O Kritik) Zur Sucht nach Originalität im Selbſtdenken 321, 322, 311, 312, 332 (O Philoſophieunterricht) [8, 82; 17, 368; 19, 645] „Die wahre Originalität verlangt, als die Sache hervorbringend, wahre Bildung“ 270 (O Geſellſchaft) Die Einheit der Subjektivität des Künſtlers und der wahren Objektivität der Darſtellung können wir als den Begriff der rechten Originalität bezeichnen 391. Trennung von Originalität und Ma⸗ nier 391 (O Manier), von Originalität und Stil 395 „Originalität“ 395—400 (O Künſtler). Sie ergreift in ſub⸗ jektiver Begeiſterung einen an und für ſich vernünftigen Stoff und geſtaltet denſelben „ebenſoſehr im Weſen und Begriff einer beſtimmten Kunſtgattung, als dem allgemeinen Begriff des Ideals gemäß von Innen her aus der künſtleriſchen Subjektivität“ her⸗ aus 395 a) Originalität iſt „identiſch mit der wahren Objektivität“ 395, 396 6) Originalität ift „vor allem von der Willkür und Subjektivität bloßer Einfälle abzuſcheiden“ 396. In der beſonders in unſrer Zeit gerühmten Originalität des Witzes und Humors leuchtet „die Partikularität des Künſtlers als Hauptſache hervor“ 396, 397. Shakeſpeare hat großen, tiefen Humor 397. Zu Jean Pauls oft 1727
12 17 19 20 nD 19 11 11 Originalität / Ormuzd tiefen, oft barocken Humor. „Die wahre Originalität aber ſchließt ſolche Willkür grade von ſich aus“ 397. Zur Originalität der Ironie 397, 398 (ſ. Ironie) y) Das wahrhafte Kunſtwerk iſt frei von ſchieſer Originalität, ift ein Ganzes im ſtrengen Zuſammenhange 398. Zu Goethes Götz 398, 399, über die Wahlverwandtſchaften 399, 400. „Die echte Originalität des Künſtlers wie des Kunſtwerks liegt nur darin, von der Vernünftigkeit des in ſich ſelber wahren Gehalts beſeelt zu ſein“ 400 „Nur das Bewußtſein als Bewußtſein des Allgemeinen iſt Bewußtſein der Wahrheit; Bewußtſein aber der Einzelnheit und Handeln als einzelnes, eine Originalität, die eine Eigentümlich— keit des Inhalts oder der Form wird, iſt das Unwahre und Schlechte“ 368 (O Heraklit) „Das ſchlechte Gemälde iſt das, wo der Künſtler ſich ſelbſt zeigt; Originalität iſt, etwas ganz Allgemeines zu produzieren. Die Marotte des Selbſtdenkens iſt, daß jeder Abgeſchmackteres hervor— bringt, als ein anderer“ 645 (O Fichte) Kritik an der „Prätenſion eigener Entdeckungen, eigentümlicher neuer Theorien und ſelbſtgeſchaſſener Gedanken“ 40, an der „Sucht nach etwas Beſonderem, die zu einem negativen Geiſte gegen das Gediegene, Geltende und Anerkannte wird“ 41 (O Jahr: bücher) „Weder Kunſtwerke . . ., noch wiſſeuſchaſtliche Werke kann die Singularität hervorbringen“ 240 (O Hamann) Origines 439 (O Aufklärung) Schüler des Ammonios Sakkas 36 (O Ammonios Sakkas) Oriſſa Zum berühmten Tempel des Jagernaut am bengaliſchen Meer— buſen in Oriſſa 205 (O Indien) Ormuzd Ormuzd und Ahriman 240, 241. Die Bilder unter denen Ormuzd verehrt wird 242. Der Kultus 243 (O Zendvolh, 252, 254 (O Per⸗ ſien) 1728
Ormuzd / Ort 12 Er bleibt unabgetrennt von dem ſinnlichen Dafein als Licht und Lichter 436 439, 441 (O Zoroaſter), 444, 464 (O ſymboliſche Kunſtform), 473 (O ägyptiſche Kunſtform) 15 425, 430, 431, 432, 433 (f. perſiſche Religion), 438, 446, 449, 452, 454 (O ägyptiſche Religion) 17 Ormuzd (Roonaoöns) 116, 117 (O Philoſophie), 152 (O orientaliſche Philoſophie) Orpheus 11 Thrazien, das Vaterland des Orpheus 299 (O Griechen) 13 443 14 151, 152 (O Muſik) 18 14 (O Sophiſten) 19 Proklos hielt Orpheus „für den Urheber aller griechiſchen Theo— logie 72 (O Proklos) Irſted, Hans Chriſtian 9 3799. Örfted über die elektriſche und magnetiſche Tätigkeit, inſo⸗ fern fie als Richtungen auf den Raum bezogen find 389 g, 390 © (O Chemismus) Ort 6 Der Ort und die Bewegung 159 —161 (O Mathematik) [P. St. 9, 87—93 f. u.]. §S 203 [P. St. 9, S$ 260, 261, wenig verändert, ſ. u.] 9 „Der Ort und die Bewegung“ 87-93 (O Mechanik) $ 260 [P. St. 6, § 203, etwas verändert] Deduktion des Ortes aus Raum und geit 87 [P. St. 6, 159], 91 Zuſatz. Der Ort iſt die Einheit des Hier und Jetzt 88 8, 918 § 261 [P. St. 6, $ 203, faſt wörtlich] Der Ort als geſetzte Identität des Raumes und der Zeit iſt zunächſt der geſetzte Widerſpruch 880. Die Bewegung 88 [P. St. 6, 160] (ſ. Bewegung). Die Materie als „die unmittelbar identiſche daſeiende Einheit“ von Raum und Zeit 88 [P. St. 6, 160] (ſ. Materie), 93. Der Übergang „von der Idealität zur Realität“ überhaupt 88—89 [P. St. 6, 160]. So z. B. am Hebel, oder in der Bewegung 89, 90 [P. St. 6, 161]. Über die Kraft und die Kräfte 90 [P. St. 6, 161] Glockner, Hegel⸗Lexikon 109 1729
oo 15 20 Ort / Oſſian Zuſatz. „Der Ort iſt das ſchlechthin allgemeine Hier“ 90. Zeno ſprach die Dialektik des Ortes aus, indem er die Unbeweglichkeit aufzeigte 91. Über die Kreisbewegung und die Kreisfläche 92, über das Verhältnis von Materie und Bewegung 93 Orthodoxie Stellung der Orthodoxie zum Wunderglauben 229, 230 (O Glaube) Zu Hamanns chriſtlicher Orthodoxie 208, 236, 237 (f. Hamann) Oryktognoſie (Mineralogie) 3 198 (O Organik) = 11 12 13 15 16 12 469 (O Geologie) [P. St. 6, 202] Oſiris (ägyptiſche Religion, Iſis) 259, 276—277, Oſiris als Totenrichter 277, 288, 289, als Gründer des Orakels 278 (O ägyptiſche Religion) Oſiris als Amenthes 474. Naturbedeutung der Geſchichte von Iſis und Oſiris 477. Ihr geiſtiger Sinn 478, 479 (O ägyptiſche Kunſt⸗ form) 31 (O klaſſiſche Kunſtform), Plutarch über Iſis und Oſiris 61 (O griechiſche Götter) Bedeutung des Oſiris in der ägyptiſchen Religion 452—453, 454— 456. In feiner oberflächlichen Faſſung iſt er belebendes Prinzip; ſein Schickſal bedeutet den Kreislauf der Natur aber auch der Natur des Geiſtes 455. Als geiſtiges Prinzip iſt er Stifter der Ehe, Begründer des Ackerbaus und der Künſte 455, 460. Seine geſchichtlichen Züge 455, 456, ſeine Bedeutung als Nil 457. „Was in der Tat das Innere iſt, iſt Oſiris, das Subjekt, dieſer in ſich zurückkehrende Kreislauf“ 458. Oſiris als Totenrichter 460, 452, 453, 454, 455 (O ägyptiſche Religion) 153, 154 (O Myſterien) Osmanen ſ. Türken Oſſtan Oſſians Helden ſind, trotz ihrer Subjektivität, Beiſpiel, wie der Held und feine Umgebung in der Kunſtdarſtellung Übereinftim1730
12 14 13 14 11 11 19 Oſſian / Oswald mung zeigen muß 344 (O Kunſtſchönes). Zur Naivität der vielen Vergleichungen bei Oſſian 547, 548. „Bei Oſſian iſt dies Ver— weilen bei denſelben Empfindungen und deren Gleichniſſen von der Art, daß es ein in Trauer und ſchmerzlicher Erinnerung er— müdetes und ermattendes Greiſesalter ausdrückt“ 548, 549 (O Gleichnis) [14, 368, 377, 405] 335 (O epiſche Poeſie), 343, 346 (O Weltzuſtand), 351 (O Kollifion), 368 (O Handlung), 377 (O epiſche Poeſie) Oſſian 405—406. Es handelt ſich ſicher um „urſprüngliche Poe— ſien“. Sie ſind vorherrſchend lyriſch 405. „Es iſt Oſſian, der alte erblindete Sänger und Held, der in klagevoller Erinnerung die Tage der Herrlichkeit vor ſich aufſteigen läßt“ 405 [12, 548 549], 368, 377. Der Gehalt der Klagen iſt wiederum echt epiſch 406. Verglichen mit Homer „fehlt die feſte Plaſtik der Geſtalten und die taghelle Klarheit der Veranſchaulichung“ 406 (O epiſche Poeſie) »Oſtade, Adrian van Oſtade iſt ein Meiſter im Feſthalten der „wandelnden Natur in ihren fliehenden Außerungen“ 224 (O holländiſche Malerei) 75 (O Farbe) Oſten (Aſien, Orient) Die beiden Potenzen Oſten und Weſten 23. Oſten und Weſten und die Kometenbahn 27 (O Planet) Oſterreich 378, 462 (O Württemberg) 507, 540, 542, 543. Öfterreid) und die Reformation 528 (O Re: formation), 564; Oſterreich und die franzöſiſche Revolution 564, 565 (O franzöſiſche Revolution) Oſtindien Entdeckung des Seewegs nach Oſtindien 517, 518 (O Mittelalter), 522 [19, 266] Oswald, James James Oswald 504 (O neuere Philoſophie), 502. Nach ihm »iſt das Daſein des göttlichen Weſens ſchlechthin Tatſache, über 1731
19 1 = — = 11 12 13 14 15 19 -1 Dswald / pactum alles Räſonnement und allen Zweifel ſchlechthin erhoben und für den ſittlichen Gemeinfinn unmittelbar gewiß« 504 Oſymandias 282 (O ägyptiſche Architektur) Otho, Marcus Salvius 381 (O Jacobi) Sttingen-Wallerftein, Fürſt von 467, 480, 483 (O Württemberg) Ottonen Die Ottonen haben den Gedanken der Fortſetzung des altrömi— ſchen Kaiſertums aufgenommen 491 (O Kaiſertum) Ovid (Metamorphoſe) „In Ovids Metamorphoſen iſt außer der ganz modernen Behand— lung des Mythiſchen, das Heterogenſte miteinander vermiſcht“ 522, 523 (O Metamorphoſe). Zu Ovids naiver aber oratoriſcher Verwendung des Gleichniſſes 547 (O Gleichnis) Charakteriſtik von Ovids Verwandlungen 30. Alter ihres Stoffes 30. Beiſpiele aus Ovids Verwandlungen 31. Verwandlungen in einen Wolf, in einen Vogel für ſchwere Vergehen; in einen Schwan, Lorbeer, Quelle für leichtere Vergehen 31— 34. Für die Verwandlung der Pieriden iſt wichtig, daß den Göttern im Ge— ſang der Pieriden „eine Schmach aus der Tiergeſtalt gemacht wird“ 34 Vorkommen des Reims bei Ovid 306 (O Neim) Oxford 230 421, 422 (O Locke) paclum Zur „römiſchen Unterſcheidung zwiſchen pactum und contractus“ 136 (O Vertrag) 1732
2 = a Pädagogik Pädagogik (Erziehung, Philoſophieunterricht, Zucht) „Wir ſehen in Anſehung der Kenntniſſe das, was in frühern Zeit— altern den reifen Geiſt der Männer beſchäftigte, zu Kenntniſſen, Übungen und ſelbſt Spielen des Knabenalters herabgeſunken, und werden in dem pädagogiſchen Fortſchreiten die wie im Schatten⸗ riſſe nachgezeichnete Geſchichte der Bildung der Welt erkennen“ 31 (O Phänomenologie) „Gymnaſialreden“ 229—297 (ſ. Gymnaſialreden). Be⸗ deutung des Studiums der Alten 231—245, der Fremdſprache überhaupt 240, 241, der Grammatik 241, 242. „Zentrifugaltrieb der Seele“ 241, 240. „Das Verhältnis der Schule und des Schul: unterrichts zur ſittlichen Bildung des Menſchen überhaupt“ 265 (ſ. Gymnaſialreden) „Amtliche Gutachten über den Philoſophie— Unterricht“ 299—335 (f. Philoſophieunterricht). „Nach der modernen Sucht, beſonders der Pädagogik, ſoll man nicht ſowohl in dem Inhalt der Philoſophie unterrichtet werden, als daß man ohne Inhalt philoſophieren lernen ſoll“ 310, 251. „Der unglück— ſelige Pruritus zum Selbſtdenken und eigenen Produzieren zu erziehen“ 311, 312, 332 [8, 82; 17, 368, 19, 645]. Zum Vorurteil der Pädagogik, „daß das Selbſtdenken in dem Sinne entwickelt und geübt werden ſolle, daß es erſtlich dabei auf das Material nicht ankomme, und zweitens als ob das Lernen dem Selbſtdenken entgegengeſetzt ſei“ 321 „Das Geſchrei der modernen Pädagogik“ half mit die alte Meta⸗ phyſik, das ſpekulative Denken, zu untergraben 14. Gründe, wes⸗ halb die Logik dem Studium der Jugend zunächſt anheim zu fallen hat 24. Zur Erweiterung der Logik „durch pſychologiſches, pädagogiſches und ſelbſt phyſiologiſches Material“ 48, 49 (O Logik) „In pädagogiſcher Rückſicht ift die Zahl für den geeignetſten Ge⸗ genſtand des innern Anſchauens, und die rechnende Beſchäftigung mit Verhältniſſen derſelben für die Tätigkeit des Geiſtes gehalten worden, worin er ſeine eigenſten Verhältniſſe und überhaupt die Grundverhältniſſe des Weſens zur Anſchauung bringe“ 255, 256, 261. „Die Kraftanſtrengung beſteht vornehmlich darin, Begriff— loſes feſtzuhalten, und begrifflos es zu verbinden“ 261 (O Zahl) Bedeutung der Logik für die Pädagogik 143 (O Schluß 4, 15 Über das „Leſenlernen“ 298 (O Einteilung) 1733
7 10 Pädagogik „Pädagogiſcher Zwang“ 148 (O Verbrechen). „Die Pädagogik iſt die Kunſt, die Menſchen ſittlich zu machen: fie betrachtet den Menſchen als natürlich, und zeigt den Weg ihn wiederzugebären, ſeine erſte Natur zu einer zweiten geiſtigen umzuwandeln, jo daß die— ſes Geiſtige in ihm zur Gewohnheit wird“ 234. Zur Antwort des Pythagoreers auf die väterliche Frage, wie er ſeinen Sohn ſittlich erziehen ſoll: mach' „ihn zum Bürger eines Staats von guten Geſetzen“ 235. Zu den pädagogiſchen Verſuchen, den Menſchen dem allgemeinen Leben der Gegenwart zu entziehen (Rouſſeau im Emile) 253. „Wenn auch die Bildung der Jugend in Einſamkeit geſchehen muß, ſo darf man ja nicht glauben, daß der Duft der Geiſterwelt nicht endlich durch dieſe Einſamkeit wehe, und daß die Gewalt des Weltgeiſtes zu ſchwach ſei, um ſich dieſer entlegenen Teile zu bemächtigen“ 235 (O Sittlichkeit) Vollendung der Familie „in der Erziehung der Kinder und der Auflöſung der Familie“ 239 (O Familie), 251—260 (ſ. Familie) Über die Zucht 252 (ſ. Zucht). „Wenn das Gefühl der Unterord— nung bei den Kindern, das die Sehnſucht, groß zu werden, her— vorbringt, nicht genährt wird, ſo entſteht vorlautes Weſen und Naſeweisheit“ 253. „Die ſpielende Pädagogik nimmt das Kindiſche ſchon ſelbſt als etwas, das an ſich gelte, gibt es den Kindern ſo und ſetzt ihnen das Ernſthafte und ſich ſelbſt in kindiſche, von den Kindern ſelbſt gering geachtete Form herab“ 253, 254. „Vorzüg—⸗ lich iſt in der erſten Zeit die Erziehung der Mutter wichtig, denn die Sittlichkeit muß als Empfindung in das Kind gepflanzt wor— den ſein“ 254 (O Familie) Bedeutung des Grammatikunterrichts für die Kinder 88 8 (O Logik). „Die Erziehung und Bildung des Kindes beſteht darin, daß es das, was es zunächſt nur an ſich und damit für Andere (die Erwachſenen) ift, auch für ſich wird“ 316 (O Verhältnis) Das Gedächtnis und die mechaniſche Weiſe des Verhaltens gehört zum Weſen der Pädagogik 408 9 (. Gedächtnis) 880, 104 (f. Erziehung). Über die „völlige Verkehrtheit der ſpielenden Pädagogik“ für das Knabenalter 1018, 102 (O Kind) Über den großen Bildungswert der Erlernung der Buchſtaben⸗ ſchrift 3519 (ſ. Buchſtabenſchrift) 1734
15 18 20 19 13 2 12 16 14 15 17 11 Pädagogik / Pan Zur „pädagogiſchen Frage der neueren Zeit“, „ob die Religion gelehrt werden könne“ 160. „Die Religion hat einen Inhalt, der auf gegenſtändliche Weiſe vorſtellig ſein muß. Darin liegt es, daß dieſer vorgeſtellte Inhalt mitgeteilt werden kann, denn Vorſtel— lungen ſind mitteilbar durch das Wort. Ein Anderes iſt es, das Herz erwärmen, Empfindungen aufregen; das tft nicht lehren ...“ 160, 161 (O Vorſtellung). Religiöſes Wiſſen iſt „weſentlich ein vermitteltes“ 175 (O unmittelbares Wiſſen). „Mit Recht ſpricht man ſchon mit dem Kinde von Gott“ 233 (O Glaube) 178. „Die Mythe gehört zur Pädagogie des Menſchengeſchlechts“ 189 (O Plato) 40, 41 (ſ. Originalität). Zu Baſedow und Campe 212 (ſ. d. Art.) Padua 178 (O Albertus Magnus) Pagode 280 (O ſymboliſche Architektur) Pairie 416 (O Verfaſſung) 285 (O Kolliſion) Pales 172 (O römiſche Religion) Paleſtrina, Giovanni Pierluigi 194 (O Muſik) Pallas Athene ſ. Athene rav (Alles) 111 (O Gott) 273 (O Pythagoras) Pan, der Gott „Das ahnungsvolle, lauſchende, auf die Bedeutung begierige Ver⸗ halten wird uns im Geſamtbild des Pan vorgeſtellt. Pan iſt in 1735
Pan / Pantheismus 11 Griechenland nicht das objektive Ganze, ſondern das Unbeſtimmte, das zugleich mit dem Momente des Subjektiven verbunden iſt: er ift der allgemeine Schauer... Pan, dieſer Schauererweckende, wird dann als Flötenſpieler vorgeführt: es bleibt nicht bloß bei der inneren Ahnung, ſondern Pan läßt ſich auf der ſiebenohrigen Pfeife vernehmen“ 309, 310 (O Griechen) 13 36 (O klaſſiſche Kunſtform) 14 53 (O Malerei) 16 117 (O griechiſche Religion) Panaitios 18 Stoiker, als Lehrer Ciceros bekannt 434 (O Stoiker) Pandion 13 Vater der Philomele 32 (O Ovid) >} O Pankreas 9 642 [P. St. 6, 214], 644 [P. St. 6, 215], 654 O, 655 8 (O Tier) Panlogismus 17 „Die Aufeinanderfolge der Syſteme der Philoſophie in der Ge— ſchichte iſt diefelbe, als die Aufeinanderfolge in der logiſchen Ableitung der Begriffsbeſtimmungen der Idee“ 59, 69. „Das Beſte in der Welt iſt, was der Gedanke hervorbringt“ 65. „In der Reihe der Philoſophien muß darauf hingewieſen werden, wie ſie die Syſtematiſierung der philoſophiſchen Wiſſenſchaften ſelber iſt“ 69 (O Philoſophiegeſchichte) ravrd O 17 Das navra Ger des Heraklit 349 (O Heraklit) Pantheismus (Alles) 530 (O unmittelbare Religion) 315 (O Philoſophieunterricht) 90, 91 (ſ. Werden), 406, 407, 408 (O Maß) Tholuks Gerede von dem Pantheismus 140, Fußn. [10, 468, Fußn.] (O Syſtem). Zu dem Vorwurf: Spinozismus ſei Pan⸗ 1736 O 0 m
8 10 11 12 Pantheismus theismus und Atheismus 147 g, 338 8, 339 Z, 340 0 (ſ. Spi⸗ noza). Der Satz: Aus Nichts wird Nichts iſt „der Satz der Ewigkeit der Materie, des Pantheismus“ 2138 (O Sein) 4, 90, 91; 17, 321] Auffaſſung des Pantheismus als „eine Lehre, welche die endlichen Dinge als ſolche und den Komplex derſelben als Gott betrachtet“ 340 O (ſ. Spinoza) „Der Pantheismus geht nicht zu einer Gliederung und Syſtema⸗ tiſierung über“ 55 @. „Dennoch bildet dieſe Anſchauung für jede geſunde Bruſt einen natürlichen Ausgangspunkt. Beſonders in der Jugend fühlen wir uns durch ein, alles um uns her wie uns ſelber beſeelendes Leben mit der ganzen Natur verbrüdert und in Sympathie, und haben ſomit eine Empfindung von der Welt— ſeele, von der Einheit des Geiſtes und der Natur, von der Im— materialität der Letzteren“ 55 ©, 56 @ (O Seele) Zur Beſchuldigung des Pantheismus, den man der Philoſophie macht 460 ©, 461 ©, 462 g, 463 ©, 473 C, beſonders dem Spino⸗ zismus 461 @ 473. Der Pantheismus der morgenländiſchen Dichter, beſonders der indiſchen, z. B. in der Bhagavad⸗Gita 463 O, 464, 465 O, 466 H. „Dieſes All, als welches ſich Kriſchnas ausſpricht, iſt ebenſo wenig, wie das Eleatiſche Eine und die ſpinoziſtiſche Subſtanz, das Alles“ 465 C, 464 C, 466 ©. Auch im Oſchelaleddin Rumi herrſcht kein Pantheismus 4668, 467 g, 468 H. Zum falſchen Vorwurf, „die Philoſophie behaupte die Identität Gottes und der Welt“ 471 f, behaupte, „daß in der philoſophiſchen Idee Gott zuſammengeſetzt ſei aus Gott und der N Welt“ 472 g. „Pantheismus der Räumlichkeit“ moderner Theo⸗ logen 473 8, 472 8 (0 Philoſophie) „Die indiſche Anſchauung iſt ganz allgemeiner Pantheismus, und zwar ein Pantheismus der Einbildungskraft, nicht des Gedan⸗ kens“ 193, 194 (O Indien) Charakteriſtik des Kunſtpantheismus des Morgenlandes 116 (O Idee), 430. In ihm iſt das „Verhältnis der Subſtanz, als des Abſoluten und Göttlichen, zur Endlichkeit der Erſcheinung“ poſt⸗ tiv 430. Wir finden die Kunſt des an ſich erhabenen Pantheismus „ſeinen Anfängen nach ſchon in Indien, ſodann aufs glänzendſte ausgebildet im Muhammedanismus und ſeiner Kunſt der Myſtik, 1737
Pantheismus 12 ſowie endlich in vertiefterer ſubjektiver Weiſe in einigen Erſchei⸗ 15 nungen der chriſtlichen Myſtik“ 430 (O ſymboliſche Kunſtform) „Der Pantheismus der Kunſt“ 484, 485—494 (O ſymboliſche Kunſtform). „Mit dem Worte Pantheismus iſt man jetziger Zeit ſogleich den gröbſten Mißverſtändniſſen aus⸗ geſetzt“ 485. »Alles« bedeutet in unſerm modernen Sinne: „Alles und Jedes in ſeiner ganz empiriſchen Einzelnheit“. Der Vorwurf des Pantheismus, ſo gebraucht, kann die Philoſophie nicht tref⸗ fen 486. „Das Alles in dem, was man Pantheismus genannt hat, iſt daher nicht dieſes oder jenes Einzelne, ſondern vielmehr das Alles im Sinne des All, d. h. des Einen Subſtantiellen“ 486 Der Pantheismus in dieſer Bedeutung gehört vornehmlich dem Morgenlande an 486. Einerſeits iſt „hier das Göttliche vorgeſtellt als immanent in den verſchiedenſten Gegenſtänden“, andererſeits, indem das Eine ſich in Allem herumwirft, „erſcheinen eben da— durch die Einzelheiten und Partikularitäten als aufgehobene und verſchwindende“ 487, 486, 430 Solche Anſchauungsweiſe vermag ſich künſtleriſch nur durch die Dichtkunſt auszuſprechen 487 1. Die pantheiſtiſche Poeſie der Inder 487 —489 (ſ. indiſche Poe ſie) 2. Der orientaliſche Pantheismus im Mohammedanismus, beſon⸗ ders bei den Perſern 489 —492 (ſ. Mohammedaner), 430. Zum Pantheismus Goethes 492—493 (ſ. Goethe) 3. Die pantheiſtiſche Einheit in der Myſtik 493—494 (ſ. Myſtik), 430 Zurückweiſung des Vorwurfs des Pantheismus, der gegen die Religionsphiloſophie erhoben wird 109, 110, 111 (f. Gott) [10, 471 , 472 g; 12, 486], 224, 225, 226, 227 (f. Glaube) Charakteriſtik des Pantheismus, beſonders im Hinblick auf das Verhältnis von Gott zum Beſonderen 324 (f. beſtimmte Religion) Beiſpiele für die Religion des Pantheismus ſind: „Die chineſiſche Religion“ 275, 325—326, 317, 342—354 (f. chine⸗ ſiſche Religion) Die indiſche Religion 275, 326—327, 355—400 (f. indiſche Reli⸗ gion) Der Buddhaismus 275, 327, 400417 (f. Buddhaismus) Mangel des Pantheismus 339. Jacobis Pantheismus 339, 340. Im Satz des Parmenides: das Sein iſt Alles, ſteckt kein Pantheis⸗ 1738
15 16 17 18 19 20 Pantheismus mus 340. Zur doppelten Bedeutung des Pantheismus 340, 341. Zum Pantheismus neuerer Muhammedaner 341; zum „Pan⸗ theismus des Spiritualismus“ 341 (f. beſtimmte Religion) „Der Ausdruck Pantheismus hat das Zweideutige, welches die Allgemeinheit überhaupt hat.“ Ey , näv heißt das Eine All, das All, welches ſchlechthin Eines bleibt, aber / heißt auch Alles, und ſo iſt es, daß es in die gedankenloſe, ſchlechte, unphiloſophiſche Vorſtellung übergeht“ 406, 408, 339, 340 [12, 485, 486; 16, 507, 508, 509, 510; 20, 118, 119] (O Buddhaismus) Zum Pantheismus der perſiſchen Religion 431 (f. perſiſche Reli gion) 48 (O jüdiſche Religion). Bedeutung der Beſtimmung der Not— wendigkeit für den Pantheismus 507. Der Mißverſtand, der über den Pantheismus obwaltet 507, 508, 509, 510 (O Gottesbeweiſe) Betrachtung der Syſteme des Pantheismus 510—517 (f. Gottes⸗ beweiſe), 505 321 (O Zeno) Pantheismus der ſtoiſchen Philoſophie 437, 440 (ſ. Stoiker) (19, 11] „Der ſtoiſche vods, Adyos hat einen Pantheismus vorgeſtellt“ 11 (O Neuplatoniker). Verluſt der pantheiſtiſchen Anſchauung in der römiſchen Welt 17 (O Neuplatoniker). Pantheismus der orienta— liſchen Dichter, Geſchichtsſchreiber und Philoſophen 127 (O arabi⸗ ſche Philoſophie). Pantheismus des Giordano Bruno 227, 228 (ſ. Bruno) Zum Vorwurf der Spinozismus ſei Atheismus 372, 373. „Spino⸗ zas Syſtem iſt der in den Gedanken erhobene abſolute Pantheis⸗ mus und Monotheismus“ 375 (f. Spinoza). Vorwurf des Pan⸗ theismus gegen Malebranche 414, 413 (f. Malebranche) Entwicklung des indiſchen Pan- und Monotheismus aus Brahm, dieſem reinen Sein 117, 118. Die Theologen verkehren heute den Pantheismus gerade in ſein Gegenteil, in „Allesgötterei“ 118, 119. Für den Inder iſt „in Allem, was exiſtiert, nur das Eine unveränderte Prinzip, das Ungeteilte in dem Teilbaren zu ſehen“ 118 (f. Humboldt, Wilhelm von) Der Pantheismus Jacobis 285 (ſ. Göſchel) 1739
Pantheismus / Papſt 20 „Rezenſion: »Über die Hegelſche Lehre oder: abſolutes Wiſſen und moderner Pantheismus. Leipzig 1829. Bei Chr. E. Kollmann«“ 314362 (ſ. Hegel) Ohlerts Anſicht des Pantheismus 403 (O Ohlert) Pantheon 2 571 (O offenbare Religion) 8 Vergleich der Philoſophiegeſchichte mit einem Pantheon von Göt11 1 1 d 19 1 16 11 tergeſtalten 206 @ (O Sein) Die römiſche Welt iſt dazu „auserkoren, die ſittlichen Individuen in Banden zu ſchlagen, ſowie alle Götter und alle Geiſter in das Pantheon der Weltherrſchaft zu verſammeln, um daraus ein ab— ſtrakt Allgemeines zu machen“ 361 (O Römer) „Das weite Pantheon der Kunſt“ 132 (O Aſthetik) 98 (O griechiſche Religion). „Rom iſt ein Pantheon, wo die Götter nebeneinander ſtehen und ſich gegenſeitig auslöſchen und dem Einen Jupiter Capitolinus unterworfen ſind“ 175, 186, 187 (O römiſche Religion) [19, 7] „Wie alle Götter in Ein Pantheon ſich verſammeln, ſo ſtürzen alle Religionen in Eine, alle Vorſtellungsarten abſorbieren ſich in Einer“ 7 (O Neuplatoniker) Pantomime 524, 525 (O Drama) Bedeutung der Pantomime bei den Römern 179 (O römiſche Re— ligion) Papſt (Kirche) Stellung der Päpſte zu den Karolingern 460, 461 (O Karl I., der Große) Stellung der Päpſte während der Reaktion der Kirche aus dem „Element der Allgemeinheit gegen die in Partikularität geſplit⸗ terte Wirklichkeit“ im Mittelalter 475 (O Kirche). Handel mit dem päpſtlichen Stuhl 476, 477. Nikolaus II., Gregor VII. 477 (f. d. Art.). Autorität der Päpſte 479 (O Kirche) a der Kaiſer gegen den Papſt und die Städte 491 (O Kaiſer⸗ um) 1740
11 19 12 16 19 11 Papſt / Paradies 494, 499, 500 (Kreuzzüge); 504. Bildung eines päpſtlichen Gebiets 509 Die Päpſte im Ausgang des Mittelalters: Auflehnung gegen den Papſt, Schwächung des päpſtlichen Stuhls; Reichstage zu Renfe und Frankfurt 512. Reichsverſammlung im Jahre 1302 ſtritt gegen den Papſt 513. Urſachen für die Schwächung der päpſtlichen Macht waren das Schisma, die Kirchenverſammlung zu Koſtnitz und Baſel, Arnold v. Brescia, Wiklef, Huß und die beginnende Staatenbildung 513 (O Mittelalter) Zur Trennung in Papſt und Kaiſer 119 (ſ. Chriſtentum), 144, 202 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) 271 (O neuere Philoſophie) Parabel Die Parabel gehört zur erſten Stufe der Kunſt der bewußten Symbolik 432, 506, 508 (O ſymboliſche Kunſtform) „Parabel“ 518-520 (O ſymboliſche Kunſtform). Verwandt: ſchaft mit der Fabel 518. Der Inhalt iſt vertiefter und die Form ſubjektiver 518, 519. Die Parabel des Cyrus, die Parabeln des Evangeliums, die Parabel des Boccaz, welche Leſſing im Nathan zu ſeiner Parabel von den drei Ringen benutzt 519, 520. Goethes Parabeln, z. B. in der »Katzenpaſtete« 520 73 (O jüdiſche Religion) Paracelſus, Theophraſtus von Hohenheim Zu Paracelſus Lehre, daß „alle irdiſchen Körper aus vier Elemen⸗ ten beſtehen, Merkurius, Schwefel, Salz und aus der jungfräu⸗ lichen Erde“. Hiervon iſt „der höhere Sinn, daß die reale Körper⸗ lichkeit vier Momente habe“ 183 8 (O Planet), 297 [P. St. 6, 190] (O Phyſik) j Beziehung Jacob Böhmes zu Paracelſus 299, 300 (O Böhme) Paradies (Naturzuſtand, Sündenfall, Unſchuld) „Der erſte paradieſiſche Zuſtand des Menſchen“, als ein geſchicht⸗ liches Faktum aufgenommen, iſt eine Konſtruktion über den An⸗ fang der Geſchichte 93, 94 (O Weltgeſchichte) „Das Paradies iſt ein Park, wo nur die Tiere und nicht die Men— ſchen bleiben konnten“ 413 (O Chriſtentum) 455 1741
Paradies / Paris 15 „In der Bibel wird von einem Paradieſe erzählt, viele Völker — 6 E 19 15 1 — 11 19 haben fo ein Paradies im Rücken . . .“ 282. Kritik an folder Vor⸗ ſtellung, die wohl ihrem weſentlichen Gehalt nach notwendig iſt 282, 295, 283. Die Vorſtellung, „daß das An- und Fürſichſein eine Harmonie ſei“ iſt ganz übereinſtimmend mit dem Begriff 282, 283. Falſch iſt, „daß dieſe Einheit als Zuſtand in der Zeit vor⸗ geſtellt wird“ 283, 284, 280. Gegenüberſtellung der Vorſtellung vom Paradies dem wirklich ſich realiſierenden Begriff und ſeinen Zuſtänden 284. Daß das Paradies als ein verlorenes vorgeſtellt wird, zeigt, „daß eine ſolche Vorſtellung nicht das Wahrhafte enthalte, denn in der göttlichen Geſchichte gibt es keine Vergangen⸗ heit, keine Zufälligkeit“. „Daß das Paradies verloren iſt, zeigt uns, daß es nicht abſolut als Zuſtand weſentlich iſt“ 287. „Dieſer Verluſt des Paradieſes muß vielmehr als göttliche Notwendigkeit betrachtet werden“ 288, 295 (O unmittelbare Religion) Paralogismus Zur polemiſchen Seite der Vernunft bei Kant in den Paralogismen 312 (ſ. Kant) Die überfliegende (tranſzendente) Vernunft begeht Paralogismen 44, 45 [P. St. 8, 139, 140] (ſ. Kritizismus) 139, 140 (O Kritizismus) Charakteriſtik des Paralogismus 577—579 (f. Kant) [8, 139, 140] Paramesvara Paramesvara, das höchſte Weſen in der indiſchen Religion 385 (O indiſche Religion) Parias 209 (O Indien) Paris, die Stadt 468. Paris als Mittelpunkt der ſcholaſtiſchen Theologie 511 (O Mittelalter) 19, 170] 170 (O Abälard), 174 (0 Duns Scotus), 177 (O Alexander von Hales), 332 (O Descartes), 411 (O Malebranche), 450 (O Leibniz), 494 (O Hume), 536 (O Jacobi) 1742
Parlament / Parmenides Parlament 11 Parlament in England 561. „Das Parlament regiert, wenn es 1 1 9 u- — I auch die Engländer nicht dafür anſehen wollen“ 566. Seine Bor: und Nachteile 566, 567 (O franzöſiſche Revolution) 271 (O neuere Philoſophie) Parmenides 231 (O Skeptizismus) Zu Parmenides' Satz: „nur das Sein iſt, und das Nichts iſt gar nicht“ 89, 90 (O Werden), 96 (O Gottesbeweiſe), 104 (O Werden) 8, 206 O; 17, 310]. Dennoch bekommt es Parmenides „mit dem Scheine und der Meinung, dem Gegenteil des Seins und der Wahrheit, zu tun“ 109 237 (O Quantität). Parmenides führt „nach dem abſtrakten Sein die Notwendigkeit, als die alte Grenze, die Allem geſetzt iſt, ein“ 408 (O Maß) 206 G (O Sein) Der Vortrag bei Parmenides iſt „in dem Eingange feines philoſophiſchen Werkes noch poetiſcher Art“ 329 (f. epiſche Poeſie) In Parmenides': „das Sein iſt Alles“ iſt kein Pantheismus 340 (O beſtimmte Religion) Bei Parmenides iſt das Eine „nur das abſtrakte, nicht in ſich reflektierte Unendliche“ 15 (O beſtimmte Religion). Er beſtimmt das Eine als Denken, aber „die Einheit des Seins und des Den⸗ kens bleibt als das Eine, Unbewegte, Starre gefaßt“ 515. Bedeu— tung der Notwendigkeit für ſein Syſtem der Erſcheinungswelt 516 (O Gottesbeweiſe) 208 (O griechiſche Philoſophie). Er gehört zur eleatiſchen Schule. Ariſtoteles über Parmenides 297 (O eleatiſche Philoſophie) 298, 299, 305 (O Kenophanes) „Parmenides“ 306—316 (O eleatiſche Philoſophie). Geburt und Leben 306, 307. Seine Freunde 307, ſeine Reiſe nach Athen 307, 308. Platon über Parmenides im Theätet 307, im Dialog Parmenides 307, 308. Im Vergleich zu Xenophanes „tritt bei Parmenides der Gegenſatz von Sein und Nichtſein beſtimmter, obgleich noch ohne Bewußtſein auf“ 308 1743
17 18 19 13 Parmenides / Parny Sertus Empiricus und Simplieius bewahrten die bedeutendſten Fragmente aus dem Gedichte des Parmenides auf 309 „Das erſte lange Fragment iſt ein allegoriſcher Eingang zu ſeinem Gedichte von der Natur“ 309. Wiedergabe dieſes Eingangs 309 bis 310. Entwicklung weiterhin des doppelten Wiſſens 1. des Denkens, der Wahrheit und 2. der Meinung, als der zwei Teile des Gedichts“ 310, 311 »Es iſt notwendig, daß das Sagen und Denken das Seiende iſt; denn das Sein iſt, aber das Nichts iſt gar nicht« 310 [4, 89, 90, 96, 104; 8, 206 Z]. Polemik gegen das Nichts 311. »Die Wahrheit iſt aber nur das Iſt“ 311. Über das Sein 311, 312. Ariſtoteles ſchreibt dem Parmenides das Begrenzen zu 312. „Es iſt von Wichtigkeit, daß er über den wüſten Begriff des Unendlichen hinausgegangen“ 312. Identität von Denken und Sein 312. Plotin zu Parmenides 312. Folgerungen der Sophiſten 312 Bildliche Darſtellungen des Parmenides 313. Parmenides über die Form, die Kugelgeſtalt 313 [18, 255] Neben dieſe Lehre vom Sein, der Wahrheit, fügt Parmenides die „Lehre der menſchlichen Meinungen“ 314, 318 Die zwei Prinzipe für das Syſtem der erſcheinenden Dinge ſind das Warme und das Kalte, durch deren Verbindung alles iſt 314 Des Parmenides pythagoreiſche Vorſtellungsweiſe 314, 315. Er⸗ klärung der Empfindung und des Denkens 315, 316. Theophraſtus hierzu 315, 316 (O eleatiſche Philoſophie) Parmenides und Meliſſus 316, 317, 318 (O Meliſſus) Parmenides und Zeno 318, 319, 320, 321, 325, 326 (O Zeno), 344 (O Heraklit) 370, 371, 372 (O Empedokles), 399 (O Anaxagoras) 182, 227, 230, 231, 232, zur Dialektik in Platons Parmenides 240—244 (f. Plato) [19, 34] 255 (O Plato), 543 (O Skeptizismus) 23 (0 Philo), 34 (O alexandriniſche Philoſophie), 48 (O Plotin) Parny, Evariſte Déſiré Deforge, Vicomte de Parny wendet ſich in einer Art Epopöde, »la guerre des Dieuxe gegen das Chriſtentum, um durch Scherz und Komik mit offener Frivolität des Witzes, doch mit Laune und Geiſt ſich über die 1744
13 0 O 0 15 11 1 13 15 1 9 — 0 Parny / Parthenon chriſtlichen Vorſtellungen luſtig zu machen 108 (O griechiſche Götter) paroptiſche Farben (Farbe, Farbenlehre) 355 ©, 357 © (O Farbe) Parry, Sir William Edward 178 9 Fußn. 205 8, 2108 (O Meteorologie), 2810 (O Magnetismus), 389 © (O Chemismus) Zur Religion der Eskimos 302 (O Zauberei) [8, 178 @ Fußn.] Parſen (Perſien, perſiſche Religion, Zendvolk, Zoroaſter) „Das Zendvolk“, die alten Parſen 237—243 (ſ. Zendvolk) Die altparſiſche Religion gibt auf der erſten Stufe der unbewuß— ten Symbolik die unmittelbare Einheit von Bedeutung und Ge— ſtalt 435—445 (f. Zoroaſter), 482, 488 (O ſymboliſche Kunſtform), 422 [13, 41 41 (O griechiſche Götter) Die Religion der alten Parſen 429, 430, 434 (T. perſiſche Religion) Partei Zur Dialektik der Partei 189 (O Kritik) „Eine Partei bewährt ſich erſt dadurch als die ſiegende, daß ſie in zwei Parteien zerfällt; denn darin zeigt ſie das Prinzip, das ſie bekämpfte, an ihr ſelbſt zu beſitzen, und hiermit die Einſeitigkeit aufgehoben zu haben, in der ſie vorher auftrat. Das Intereſſe, das ſich zwiſchen ihr und der andern teilte, fällt nun ganz in ſie und vergißt der andern, weil es in ihr ſelbſt den Gegenſatz findet, der es beſchäftigt. Zugleich aber iſt er in das höhere ſiegende Ele⸗ ment erhoben worden, worin er geläutert ſich darſtellt. So daß alfo die in einer Partei entſtehende Zwietracht, welche ein Unglück ſcheint, vielmehr ihr Glück beweiſt“ 442, 443 (O Aufklärung) Parthenon 437 (O Skulptur) Glockner, Hegel-Legifon 110 1745
3 partikular / Pascal partikular Das partikulare Urteil 152, 182 (ſ. Urteil) 5 „Das partikulare Urteil“ 94—96 (f. Urteil) 8 Das partikuläre Urteil 376 [P. St. 6, 107] 11 12 13 14 1 a 1 O EN — 17 Partikularität 55 (O Geſchichtsphiloſophie). Gegenüberſtellung der Revolution des Orients dem Abendland, das „anfängt, ſich in Zufälligkeit, Verwicklung und Partikularität einzuhauſen“ 453 (O Moham⸗ medanismus), 467, 470 (ſ. Mittelalter) Zur Reaktion im Mittelalter, die ſich „vom Element der Allge— meinheit aus, gegen die in Partikularität geſplitterte Wirklich— keit“ richtete 475 (ſ. Kirche) „Englands Verfaſſung iſt aus lauter partikularen Rechten und beſondern Privilegien zuſammengeſetzt“ 565, 566, 567 (O franzöſiſche Revolution) Verhältnis der Partikularität zum Ideal im Kunſtſchönen 243 (O Kunſtſchönes) In der romantiſchen Architektur gewinnt die höchſte Partikularität den vollſten Spielraum 333 (O romantiſche Architektur) Die Poeſie geht mehr noch als alle übrigen Künſte zu Partikulari— ſation fort 244 (O Poeſie) „Das Gefühl iſt darum etwas ſo beliebtes, weil der Menſch ſeine Partikularität darin vor ſich hat“ 149 (O Gefühl) Die Partikulariſation als Moment der abſoluten Idee 219, als „das Reich des Sohnes“ 221 (O abſolute Religion) Pascal, Blaiſe 433 (O Glaube) Pascal zur Frage, „ob eine Handlung nur inſofern böſe ſei, als fie mit böſem Gewiſſen geſchehen“ 205, 205—206 Fußn. (O Ge: oiffen) Pascal gehört zu den Popularphiloſophen. „In feinen Penſées finden ſich die tiefſten Blicke“ 126 (O Philoſophie) 1746
Paſchaſius Radbertus / Pathos Paſchaſius Radbertus 19 „Paſchaſius Radbertus“ 192 (O ſcholaſtiſche Philoſo⸗ phie). Gegen 840 kam die Streitfrage über die Geburt Jeſu, ob ſie natürlich oder übernatürlich geweſen ſei, in Bewegung, und veranlaßte langen Streit. „Paſchaſius Radbertus ſchrieb zwei Bände: De partu beatae virginis“ 192 crete 18 406 (O Ariſtoteles) Paſſatwinde 9 209 8 (O Meteorologie) Paſſionsgeſchichte ſ. Chriſtus Paſſivität „Paſſiv iſt das Unmittelbare, oder Anſichſeiende, das nicht auch für ſich iſt“ 713, 714 (O Kauſalität) „Paſſiv ift eben das, was nur an ſich iſt“ 255 Z. Die Wärme ift „daſeiende Paſſivität überhaupt“ 254 B, 255 8 (O Wärme) * Päſtum 13 Der doriſche Tempel zu Päſtum 324 (O klaſſiſche Architektur) 2 Patagonien 11 123 (O0 Amerika) Patandſchali, Patanjali 20 Die Patandſchali⸗lehre 72, 73, 85 (f. Humboldt, Wilh. v.) rid (Pathos) 16 99 (O griechiſche Religion) Pathognomik 13 Sie iſt für die Skulptur gleichgültig 372, 373 (O Skulptur) Pathos (nad) 12 Vd hoc, die allgemeinen Mächte, welche nicht nur für ſich in ihrer Selbſtändigkeit auftreten, ſondern ebenſoſehr in der Menſchen⸗ 1747
12 14 Pathos bruft lebendig find 313—318 (O Individuum). Das Pathos iſt nicht Leidenſchaft, ſondern „eine in ſich ſelbſt berechtigte Macht des Gemüts, ein weſentlicher Gehalt der Vernünftigkeit und des freien Willens“ 314, 313. Pathos des Oreſt 314 aa) „Das Pathos nun bildet den eigentlichen Mittelpunkt, die echte Domäne der Kunſt; die Darſtellung desſelben iſt das hauptſächlich Wirkſame im Kunſtwerke wie im Zuſchauer“ 314. „Das Pathos bewegt, weil es an und für ſich das Mächtige im menſch— lichen Daſein iſt“ 314. Landſchafts- und Hiftorienmalerei BR) „Das Pathos darf weder im Komiſchen noch im Tragiſchen eine bloße Torheit und ſubjektive Marotte ſein“ 315. Timon bei Shakeſpeare, Schillers »Der Menſchenfeind« 315, Quinktius Hei— meran von Flamming im Roman von Auguſt Lafontaine 315, 316 Auch wiſſenſchaftliche Erkenntniſſe und Wahrheiten geben kein echtes Pathos für die Kunſtdarſtellung 316; desgleichen religiöſe Lehren 316. Der Umfang des hierhergehörigen Pathos iſt klein 317 yy) Forderung „einer Darftellung und Ausmalung“ des Pathos, damit es „nicht nur konzentriert und intenfiv bleibt, ſondern ſich extenſiv äußert, und ſich zur ausgebildeten Geſtalt erhebt“ 317. Das Pathos der Alten, der Franzoſen, der Deutſchen 317. „Die Kraft bloßer Interjektionen iſt eine ſchlechte Kraft, und die Auß— rungsweiſe einer noch rohen Seele“ 317, 318 Das Pathos Goethes, das Schillers 318. Voltaire und Shakeſpeare nach Claudius 318 „Das Pathos alſo muß, um in ſich ſelber, wie die ideale Kunſt es fordert, konkret zu ſein, als das Pathos eines reichen und totalen Geiſtes zur Darſtellung kommen“. Übergang zur Betrach— tung des Charakters 318 (O Individuum) „Das Pathos in konkreter Tätigkeit iſt der menſchliche Charakter“ 319, aber es wird „nur eine, wenn auch eine Hauptſeite, des han— delnden Charakters“ 319. Die Beſtimmtheit der Handlung kommt dadurch hervor, „daß ſich ein beſondres Pathos zum weſentlichen hervorſtechenden Charakterzuge macht“ 322 (O Charakter) Das Pathos enthüllt die wahre Objektivität 375 (O Kunſtſchönes) Subjektives und objektives Pathos im Drama 496 (O Drama). Das individuelle Pathos in der griechiſchen Tragödie 546 (O grie⸗ chiſche Tragödie) 1748
18 7 10 11 12 15 16 3 Pathos / Patriotismus Das allgemeine Gute am Einzelnen als ſolchen, iſt das Pathos, das Allgemeine, das ihn treibt 78, 77 (O Sokrates). „Verände⸗ rung nach den Eigenſchaften (mados)“ als eine der vier Haupt— kategorien bei Ariſtoteles 324 (O Ariſtoteles) Patriarch, patriarchaliſch Der patriarchaliſche Zuſtand iſt weder eine Verfaſſung, noch ein Staat, noch nennt man ſeine Unabhängigkeit Souveränität 450 (O Weltgeſchichte) Der patriarchaliſche Zuſtand widerſtreitet dem Prinzip der Tei⸗ lung der Gewalten, d. i. der entwickelten Freiheit der Momente der Idee 418 8 (O Staatsrecht) Der patriarchaliſche Zuſtand wird „als das Verhältnis angeſehen, in welchem mit dem Rechtlichen zugleich das ſittliche und gemüt⸗ liche Element ſeine Befriedigung finde“ 74. Dem patriarchaliſchen Zustand liegt das Familien verhältnis zugrunde, es iſt der Über⸗ gang zu einem Stamm oder Volke 74, 75. „Das Haupt des patri⸗ archaliſchen Stammes iſt auch der Prieſter desſelben“ 75. Aus patriarchaliſchen Zuſtänden iſt für Verfaſſungseinrichtungen un⸗ ſerer Zeit nichts zu lernen 81 (O Staat) Patriarchaliſche Zuſtände im Orient 81, 151, bei den Bewohnern von Hochländern 132 (O Hochland), ſo in Aſien 147 (O Aſien), in China 159 (O Orient), 170, 172. „Im patriarchaliſchen Zuſtand iſt die religiöfe Erhebung des Menſchen für ſich, einfache Morali— tät und Rechttun“ 182 (O China) Die Mongolen verehren den Lama, und mit dieſer Anbetung iſt ein einfacher politiſcher Zuſtand, ein patriarchaliſches Leben ver: bunden 230, 232 (O Buddhaismus) . Die patriarchaliſchen Charakter der alten Juden 498 (O Juden) Im patriarchaliſchen Verhältnis, in der jüdiſchen Religion iſt Re ligion und die Grundlage des Staates eins und dasſelbe 257 (O Religion) 16, 70 234 (O Glaube) 70 (f. jüdiſche Religion) Patriotismus Patriotismus gründet ſich „auf das Bewußtſein der Abſolutheit 1749
3 2 13 1 — 1 1 S 14 18 Patriotismus / Paul des Staates. Dieſe Geſinnung, Eigentum und Leben für das Ganze aufzuopfern, iſt um ſo größer in einem Volke, je mehr die Einzelnen für das Ganze mit eigenem Willen und Selbſtändigkeit handeln können und je größeres Zutrauen fie zu demſelben haben. (Schöner Patriotismus der Griechen)“ 90—91 (O Moral) „Unter Patriotismus wird häufig nur die Aufgelegtheit zu außer— ordentlichen Aufopferungen und Handlungen verſtanden. Wefentlich aber iſt er die Geſinnung, welche in dem gewöhnlichen Zu— ſtande und Lebensverhältniſſe das Gemeinweſen für die ſub⸗ ſtantielle Grundlage und Zweck zu wiſſen gewohnt iſt“ 345—346. „Wie aber die Menſchen häufig lieber großmütig als rechtlich ſind, ſo überreden ſie ſich leicht, jenen außerordentlichen Patriotismus zu beſitzen, um ſich dieſe wahrhafte Geſinnung zu erſparen, oder ihren Mangel zu entſchuldigen“ 346 (O Staatsrecht) 397 (O Verfaſſung) 188 (O Treue) Patrizier Die römiſchen Patrizier: ihr Kampf mit den Plebejern 368, 369, 387, 389, 390; ſie hatten die sacra in Händen 369, 376, 380, 381; Schmälerung ihrer Macht durch Servius Tullius 383, ihre Stel— lung zu den Königen 385. Kampf der Patrizier und Plebejer nach Vertreibung der Könige 387; ihre Machtſtellung nach Vertreibung der Könige 387. Alle obrigkeitliche und richterliche Gewalt und alles Grundeigentum lag in ihren Händen 387, 388 (O Römer) Bildung des patriziſchen Adels in der mittelalterlichen, deutſchen Stadt 490 (O Stadt) Patroklos 95, 96 (O griechiſche Götter), 186 (O Treue) 156 (O griechiſche Religion) Pauken Die Pauke als Muſikinſtrument 169 (O Material) Paul, Friedrich Dr. Paul hat die Sillen des Timon in einer Doktorarbeit ge: ſammelt 546 (O Timon) 1750
Paulus / Peking Paulus, der Apoſtel 20 313 (O Göſchel) Paulus, Heinrich Eberhard Gottlob 1 Philologiſch⸗kritiſcher und hiſtoriſcher Kommentar über das Neue Teſtament 543 (O Literatur) 6 Paulus’ verdienſtliche Sammlung der Haupturkunden der württembergiſchen Landesgrundverfaſſung 387 (O Württemberg) 19 Herausgeber von Spinozas Werken 371 (O Spinoza) Pauſanias 11 Er ließ vor der Schlacht bei Platää die Opfertiere befragen 332 (O Orakel) 18 Er quält ſich einen ganzen Tag lang, ehe er den Befehl zur Schlacht gibt 97 (O Sokrates) [10, 69] Pauſanias, der griechiſche Schriftſteller 11 Pauſanias über Mycenä 302 (O Griechen) 13 Zur Aufeinanderfolge der griechiſchen Götter 52, zu poſitiven Partikularitäten der einzelnen Götter 88 (O griechiſche Götter), zur koloſſalen Klangſtatue der Agypter 282 (O ägyptifhe Archi⸗ tektur), zu Myrons Hekate aus Holz 443 16 Zur Marsſtatue in Achaja 146 (O griechiſche Religion) 20 Solger über Pauſanias 136 (O Solger) Pax 11 Pax als Gottheit von den Römern verehrt 377 (O Römer) 16, 173] Peel, Sir Robert 10 Sein Verdienſt um die Geſetzgebung 405 (O Rechtspflege) 20 Peel und die engliſche Reformbill 475, 477, 493 (O Reformbill) Peking 15 348 (O chineſiſche Religion), 410 (O Buddhaismus) 1751
Pelagianer / Peloponneſiſcher Krieg Pelagianer 19 138 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Pelasger 11 299, 302 (O Griechen) Pelopidas 11 347 (O peloponneſiſcher Krieg) 17 11 11 16 1 18 V1 Pelopiden 193 (O griechiſche Philoſophie) Peloponnes 297, 307 (O Griechen) Peloponneſiſcher Krieg „Der peloponneſiſche Krieg“ 337, 345—348 (O Grie⸗ chen). Das Prinzip des Verderbens offenbarte ſich unter anderem „in dem Kriege der griechiſchen Staaten gegeneinander“ 345. „Der Kampf wegen der Hegemonie brachte die Staaten gegeneinander auf“ 345. Die Hegemonie beſaß ſeit den mediſchen Kriegen Athen 346. Seine Machtſtellung, ſein Reichtum 346. Perikles 346 Thucydides’ unſterbliches Werk über den Peloponneſiſchen Krieg 346. Schwächung Athens durch die Unternehmungen des Alkibia— des 346. Athen unterliegt den Spartanern und deren dreifachem Verrat 346, 347 . Herrſchaft der Lacedämonier durch eingeſetzte Oligarchien und durch Beſatzungen 347. Erhebung gegen die ſpartaniſche Unter— drückung. Theben mit Pelopidas und Epaminondas übernimmt die Führung, die aber nur kurz währt 347, 352. Auflöſung der Herrſchaft Spartas, der Herrſchaft Thebens und allgemeiner Zer— fall 347, 348 (O Griechen) 155 (O griechiſche Religion) Schlacht von Aegos Potamos 404 (O Anaxagoras) 3, 35. „Der Peloponneſiſche Krieg iſt entſcheidend für die Auf— löſung des griechiſchen Lebens, bereitete ſie vor; was politiſch hier war, machte ſich bei Sokrates im denkenden Bewußtſein“ 50. Teil⸗ nahme des Sokrates an dieſem Krieg 50, 51 (O Sokrates) 1752
11 . A 17 18 19 Pelops / rc Pelops 301 (O Griechen) Penaten 342, 349, 365, 367 242, 245 (O Ehe), 328 (O Staat), 447 (O Weltgeſchichte) 75 (O Staat), 381 (O Römer) 89 (O griechiſche Götter) 540 (O Augsburger Konfeſſion) Pendelbewegung Das Langſamerwerden der Pendelbewegung in den geringeren geographiſchen Breiten und ihre Beziehung zur Zentrifugalkraft 14, 15 (O Planet) 22 (O Planet) 449 (O Chemismus) 106 [P. St. 6, 171], 320 8 (O Brechung). Charakteriſtik der Pen⸗ delbewegung 109 Z, 110 (O Stoß). Zur Verwirrung bei der Er⸗ klärung der Erſcheinung, „daß unter dem Aquator der Pendel langſamer ſchwingt“ 1308, 139 8 (0 Mechanik), 2828 (O Mag⸗ netismus) Penelope Zur Vorſtellung, „das, was die Philoſophie vor ſich bringe, ſei ein ſo übernächtiges Werk, als das Gewebe der Penelope, das jeden Tag von vorne angefangen werde“ 20 (O Rechtsphiloſophie) gas (Grenze) „Das Maß, das res des Plato gegen das Äneıgov, das Be⸗ ſtimmte iſt das Beſte“ 201 (O ſieben Weiſe) Il£oas des Parmenides 313 (ſ. Parmenides) Im Philebos handelt es ſich beſonders um den „Gegenſatz des Un⸗ endlichen und Endlichen, Unbegrenzten und Begrenzenden (ge, dateigor)“ 238, 239. „Die Weisheit iſt, als das pas, die wahr⸗ hafte Urſache, woraus das Vorzügliche entſtehe“ 239 (O Plato) Bei Plotin iſt das Sinnliche in Beziehung auf das Begrenzte 1753
re O / Berifles 19 (n&oas) das Unbeſtimmte, Nichtruhende, Unerſättliche, ſchlechthin Bedürftige 63 (O Plotin) Ilegas bei Proklos 83, 84, 85, 86, 81 (ſ. Proklos) pereeptio 18 Perceptio der Stoiker 444 (O Stoiker) 19 Perzeption bei Leibniz 458, 459 (ſ. Leibniz) Perzipieren und Apperzipieren bei Kant 565 (ſ. Kant) Perfektum 10 „Das beim Perfektum gebrauchte Wort haben hat aber ganz eigentlich die Bedeutung der Gegenwärtigkeit; — was ich geſehen habe, iſt Etwas, das ich nicht bloß hatte, ſondern noch habe, — alfo etwas in mir Gegenwärtiges“ 328 8 (O Anſchauung) Perfektibilität Zur „Frage über die Perfektibilität und Erziehung des Menſchen⸗ geſchlechts“ 447, 448 (O Weltgeſchichte) 11 Trieb der Perfektibilität auf dem Boden des Geiſtigen 89. Stel⸗ lung der katholiſchen Religion und ſtatariſchen Staaten zu ihm 89 (O Weltgeſchichte) A Pergamon 18 308 (O Ariſtoteles) E Pergoleſi, Giovanni Battiſta 14 194 (O Muſik) Periandros von Korinth 17 Periandros als einer der ſieben Weiſen 194, 200 (O ſieben Weiſe) Perikles 10 145 0 (O Empfindung) 1 — 331, 333 (O Griechen). „Perikles war ein Staatsmann von plaftiſchem antiken Charakter: als er ſich dem Staatsleben widmete, tat er auf das Privatleben Verzicht“ 338, 339. „Das einzige Mittel, Macht und Autorität ... zu erlangen, war feine Perſönlichkeit 1754
11 13 17 18 18 13 15 Perikles / Perſephone und die Überzeugung, die er von ſich gab, daß er ein durchaus edler, allein auf das Wohl bedachter Mann ſei, ſowie daß er den übrigen durch Geiſt und Kenntniſſe überlegen wäre“ 339, 338 (O Athen) [18, 54] 346 (O Peloponneſiſcher Krieg), 357 (O Griechen), 442 (O Ger⸗ manen) 377 (O Skulptur) 195. Perikles und Anaxagoras 399, 404, 406, 407 (O Anaxagoras) 18, 116] Charakteriſtik der Größe der Individualität des Perikles 403 (O Anaxagoras) 9, 15, 18 (O Sophiſten), 35 (0 Gorgias), 54, 86, 114, 116, 122 (O Sokrates), 306 (O Ariſtoteles). Verhältnis des Perikles zu Protagoras 29 (O Protagoras) Periktione Platons Mutter 171 (O Plato) Peripatetiker 159 (O Annikeris), Namenerklärung 307. Die unmittelbaren Nach⸗ folger des Ariſtoteles waren Theophraſt, Dikaiarchos, Strato 418, 419 (ſ. d. Art.) „Die peripatetiſche Schule“ 419 (O Ariſtoteles). Sie ſetzte „als Prinzip der Glückſeligkeit, Tugend: Adyos und Neigung“ 419. Sie war zu Ciceros Zeiten eine Art von Popular-Philoſophie gewor⸗ den 419, 310, 311 423, 427 (O Dogmatismus), 546 (O Skeptiker) Peripteros 320, 321 (O Tempel) Perpetuum mobile Umſetzung des perpetuum mobile in ein perpetuum quietum in Fichtes Syſtem der Legalität 478 (O Naturrecht) Perſephone (Prof erpina) Perſephone im Mythus des Adonis 436 (O ſyriſche Religion) 1755
1 18 11 11 13 11 11 Perſepolis / Perſien Perſepolis 264 305, 306 (O Ariſtoteles) Perſerkriege Die Kriege der Griechen mit den Perſern 334 bis 337 (O Griechen). „Die welthiſtoriſche Berührung der Griechen war die mit den Perſern; Griechenland hat ſich darin aufs herr— lichſte dargeſtellt“ 334. Zur Veranlaſſung der mediſchen Kriege 334. Thucydides gab von den mediſchen Kriegen eine glänzende Beſchreibung 334. Machtſtellung von Lacedämon 334, 336. Schlacht und Sieg bei Marathon unter Miltiades 335. Zug des Xerges 335. Thermopylä, Schlacht bei Salamis 335. Sieg bei Pla— tää des Pauſanias über das perſiſche Heer unter Mardonius 335 Dieſe welthiſtoriſchen Siege „haben die Bildung und die geiſtige Macht gerettet und dem aſiatiſchen Prinzipe alle Kraft entzogen“ 336. Orientaliſcher Deſpotismus und freie Individualität ſtanden ſich gegenüber 336. „Niemals iſt in der Geſchichte die Überlegen: heit der geiſtigen Kraft über die Maſſe, und zwar über eine nicht verächtliche Maſſe, in ſolchem Glanze erſchienen“ 336 Beginn des Gegenſatzes zwiſchen Athen und Sparta 336, 337 Perſeus 301 (O Griechen) 89 (O griechiſche Götter) Perſeus, letzter König von Mazedonien 359 (O Griechen) Perſien (Ahriman, Gutes — Böſes, Ormuzd, Parſen, perſiſche Religion, Zendaveſta, Zendvolk, Zoroaſter) „Perſien“ 159, 161—162, 233—290 (O Orient). Zum Kontraft zwiſchen Vorder- und Hinterafien 233. „Die Perſer find das erſte geſchichtliche Volk, Perſien iſt das erſte Reich, das ver⸗ gangen iſt“ 233, 234, 264, 292, 293, 294. In Perſien geht zuerſt das Licht auf, „erſt Zoroaſters Licht gehört der Welt des Bewußt— ſeins an, dem Geiſt als Beziehung auf anderes“ 234, 161. Das 1756
Berfien 11 Allgemeine, welches wir in Brahm gefehen haben, „kommt nun zum Bewußtſein, wird ein Gegenſtand und gewinnt eine affirmative Bedeutung für den Menſchen“ 234, 239. „Der Menſch wird frei und tritt ſo dem Höchſten, das ihm ein Objektives iſt, gegenüber“ 235. „In dem perſiſchen Prinzipe hebt ſich zuerſt die Einheit zum Unterſchiede von dem bloß Natürlichen hervor“ 235. Dieſe Einheit kommt „als das Licht zur Anſchauung“ 235. Die Einheit iſt zum erſten Male ein Prinzip, nicht ein äußeres Band geiſtloſer Ordnung 236 Das Geographiſche von Perſien, das perſiſche Hochland und ſeine Begrenzung, die Talebene, Iran, Perſien, Kurdiſtan, Armenien 236 Erſtes Kapitel. „Das Zendvolk“ 237—243 (f. Zendvolk) Zweites Kapitel. „Die Aſſyrier“244—246,248—249 (ſ. Aſſyrien), „Babylonier“ 244, 245, 246, 247, 248— 249 (ſ. Babylon), „Meder“ 246, 248—249 (ſ. Medien) und das eigentliche Perſervolk 249—250. Mit den Medern beſteht ein enger Zuſammenhang, Cyrus iſt ein Verwandter des mediſchen Königs 249. Cyrus' Krieg mit den Lydern 249, 250, mit Babylon, mit dem Maſſageten 250 Drittes Kapitel. „Das perſiſche Reich und feine Beſtandteile“ 251—290, 161, 233. „Das perſiſche Reich iſt ein Reich im modernen Sinne“ 251. „Die perſiſche Herr⸗ ſchaft dehnt ſich über eine Menge von Nationen aus, und läßt jeder ihr Beſonderes“ 251, 252. Perſien vereinigt in ſich Hochland, Talebenen und Uferland 251. Vergleich mit Indien, China 251, 252 A. „Perſien“ 252—255. Zur Verfaſſung 252, 254, feiner Zend⸗ religion 252. Die Gräber befinden ſich im eigentlichen Perſien. Verhältnis der Könige zu den eigentlichen Perſern 252. Perſiſche Reiterei, ihre ſchweifenden Kriegszüge 253. Herodots Schilderung eines ſolchen Zuges 253, 335. Gründe für den Widerſtand der Griechen 253. Die Fürſtenerziehung, die Satrapen, der König 254 Die Perſer und die Griechen 253, 255 B. „Syrien und das ſemitiſche Vorderaſien“ 251, 255—260 (ſ. Syrien), 264 ©. „Judäa“ 260-264 (. Juden) D. „Agypten“ 264—2% (. Agypten) 162. Vergleich zwiſchen Perſien und Agypten 264 1757
Perſien / perſiſche Religion 1 „Übergang zur griechiſchen Welt“ 290—294 (ſ. Agypten) Bedeutung der Perſer im Peloponneſiſchen Krieg 346, 347 (O Pe⸗ loponneſiſcher Krieg) Vergleich des perſiſchen Prinzips mit dem römiſchen 361, 366 (O Römer). Vergleich Karls des Großen Zeit mit der Periode der Perſerreiche 442 (O Germanen). Perſien unterliegt den Arabern und dem Mohammedanismus 455 (O Mohammedanismus) 12 Die ſymboliſche Kunſtſorm Altperſiens 414 (O Symboh), Zo⸗ roaſters 435—440 (ſ. Zoroaſter). Zur pantheiſtiſchen Kunſt, wie ſie „in der ſpäteren Freiheit und Myſtik der mohammedaniſchen perſiſchen Dichter vorkommt“ 484, 485 (O ſymboliſche Kunſtſorm), 489—492 (ſ. Mohammedanismus) 519 (O Parabel) 13 Die Perſer geben Beiſpiele „der freien Seligkeit der Phantaſie 238, 239 (O Humor). Gartenkunſt der Perſer 352 (O Gartenkunſt) 14 Der Perſer „große Breite und Weitſchweiſigkeit in Bildern und Vergleichen“ 288 (O Poeſie). Epiſche Poeſie der Perſer 402—403 (ſ. orientaliſches Epos). Perſiſche Lyrik 469, 467 (O orientaliſche Lyrik) 15 Perſiſche Religion 422—434, 275, 421 (ſ. perſiſche Religion) 16 168 (O römiſche Religion) ö 17 Zerſtörung der ioniſchen Freiheit durch die Perſer 193 (O grie— chiſche Philoſophie), 210 (O Thales) 18 Alexander der Große und die Perſer 304, 305 (O Ariſtoteles) 19 Plotin zog in dem Heere des Kaiſers Gordian nach Perſien 37 (O Plotin) perſiſche Religion (Perſien) 2 „Das Lichtweſen“ 528— 530 (f. unmittelbare Religion) 10 „Das Licht, das in der perſiſchen Religion als das Abſolute be— trachtet wurde, hatte ebenſoſehr die Bedeutung eines Geiſtigen wie die eines Phyſiſchen“ 55 8 (O Seele) 11 Bedeutung des Lichts 234—236 (ſ. Perſien) 15 In der perſiſchen Religion „iſt das Fürſichſein des Guten noch ein oberflächliches, daher hat es natürliche Geſtalt, aber eine geſtalt— loſe Natürlichkeit — das Licht“ 421 (O beſtimmte Religion) 1758
perſiſche Religion 15 „Die Religion des Guten oder des Lichts“, die perſiſche Religion 275, 421, 422—434 (O beſtimmte Religion) a) „Begriff derſelben“ 422—429 1. Beſtimmung des Inhalts 422—423. Die Beſtimmung iſt nicht eine empiriſche, ſondern das Reine, Allgemeine ſelbſt. Der allge⸗ meine Inhalt „iſt das, was Gutes heißt oder das Wahre“ 422. Dieſes Allgemeine „iſt von dem Geiſt beſtimmt und für den Geiſt“, iſt das Gute 422, „das Gute als abſolute Macht“ 423 2. Verhältnis zum Konkreten 423—424. Der Zuſammenhang mit dem Konkreten liegt im Guten, „worin auch das konkrete Leben ſeine affirmative Wurzel anſchauen und ſich darin ſeiner ſelbſt auf wahrhafte Weiſe bewußt werden kann“ 423. Das Moment der Macht iſt vorhanden, aber als untergeordnet 423. Vergleich mit der indiſchen Religion 423, 424. Jetzt iſt „die Beſtimmtheit in die Allgemeinheit aufgenommen“, jetzt iſt geſagt, „daß die Dinge überhaupt gut find“ 424, 423. „Das Endliche iſt vom Guten geſchaffen und iſt gut“, iſt ſich ſelbſt zweckmäßig 424 3. Mangel dieſes Guten 424—429. Seine Beſtimmung iſt „doch ſelbſt noch abſtrakt“ 424. „Dazu, daß das Gute nicht abſtrakt ſei, gehört die Entwickelung der Form, das Geſetztſein der Momente des Begriffs“ 424. „Hier haben wir das Gute noch als abſtrakt, als Einſeitiges, damit als abſoluten Gegenſatz zu einem Andern, und dieſes Andere iſt das Böſe“ 425. Dieſe Zweiheit iſt zum all⸗ gemeinen Prinzip geworden 425. Es ſoll zwar das Böſe über⸗ wunden werden, „aber was ſoll, iſt nicht“ 425, 428. Über den Dualismus überhaupt 425, 426 Das Gute hat eine natürliche Weiſe des Daſeins, das Licht 426, 427, 428. Das Licht iſt „abſtrakte Subjektivität im Sinnlichen“ 426, 427. Vergleich zwiſchen dem Guten und dem Licht 426. Ver⸗ hältnis der Natur überhaupt zum Geiſt 427. „Die Natur kann vom Geiſt überhaupt nicht weggelaſſen werden, gehört zum Geiſt“ 427. Auch Gott iſt „Herr der Natur“ 427 „Das Licht hat dann die Finſternis ſich gegenüber“ 427, 428, ſoll ſie überwinden 428, 425. Das Licht entſpricht als Form dem Gubſtantiellen 428. „Licht, das ſich ſelbſt manifeſtiert, darin liegt das Moment des ſich ſelbſt Beſtimmens der Individualität, der Sub⸗ jektivität“; Licht als „Seele der Dinge“ 429 b) „Exiſtenz dieſer Religion“ 429—433. Sie ift die Re⸗ ligion der alten Parſen und von Zoroaſter geftiftet 429. Noch jetzt 1759
1 i 1 * 6 A perſiſche Religion gibt es einige Gemeinden dieſer Religion 429. Herodot über die Parſen. Zend⸗Aveſta als Haupt- und Grundbuch 429 Das Licht iſt nicht Symbol 429. Das Gute und das Licht ſind viel⸗ mehr unmittelbar identiſch 430, 432 [10, 55 8] Bei den Parſen tritt Verehrung auf: „Der Menſch als beſonderes Gutes ſteht dem allgemeinen Guten gegenüber“ 430. Kritik an der Anſicht, die Parſen ſeien Feueranbeter 430 Das Licht in menſchlicher Geſtalt heißt Ormuzd, und iſt eine oberflächliche Perſonifikation 430, 425, 431, 433 [17, 116, 117] Die Sterne find als Genien perſonifiziert 430, heißen die Am— ſchaspand 431. Verhältnis zu Ormuzd 431. Beziehung zum perſi— ſchen Staat 431. Pantheismus 431 Die Sonne und die Planeten ſind die erſten Hauptgeiſter 431. Die Naphthaquellen 432. Die reinen Geiſter, die Ferver 432, 433. Der Tierdienſt 432. „Das Ideal iſt der himmliſche Stier“ 432. Der Berg der Berge iſt Albordſch 432 [17, 117]. Mithras iſt einer der Gehilfen des Ormuzd, der ea 433. Mithraskult 433 c) „Der Kultus“ 433—434. „Er hat den Zweck, Ormuzd in ſeiner Schöpfung zu verherrlichen und die Verehrung des Guten in Allem iſt Anfang und Ende“ 433. Die Gebete ſind einfach. Hauptbeſtimmung iſt, „daß der Menſch ſich ſelbſt rein halten ſoll im Innern und im Außern“ 433, 434. „Überall ſoll der Parſe das Leben fördern“ 434 (O beſtimmte Religion) Vergleich der perſiſchen Religion mit der ägyptiſchen 438, 439, 440, 441, 450, 452, 453, 459 (O ägyptiſche Religion) 6 (0 beſtimmte Religion). Parallele der jüdiſchen mit der perfiſchen Religion 45 (O beſtimmte Religion), 48, 72, 81 (O jüdiſche Religion) In der perſiſchen Religion war der Gegenſatz des Guten und Bö— ſen außer dem Menſchen. In der chriſtlichen Religion wird ge— fordert, „daß der Menſch dieſen abſtrakten Gegenſatz innerhalb ſeiner ſelbſt habe“ 270, 336 (O chriſtliche Religion) Perſiſche Religion wird wohl auch perſiſche Philoſophie genannt 95. Charakteriſtik der beiden entgegengeſetzten feindſeligen Prin⸗ zipien, des Ormuzd und Ahriman, und ihres Mittlers Mithra 116, 117. In philoſophiſcher Rückſicht iſt „allein dieſer Dualismus merkwürdig. Mit ihm iſt der Begriff notwendig“ 117, 118 (O Phi⸗ loſophie) 1760
13 E Perſius Flaccus / Perſon Berfius Flaccus, Aulus „Unter den Satyrikern iſt beſonders Perſius von vieler Herbig: keit, bitterer als Juvenal“ 118 (O Satire) Perſon (Perſönlichkeit) „Das Individuum, welches das Leben nicht gewagt hat, kann wohl als Perſon anerkannt werden; aber es hat die Wahrheit dieſes Anerkanntſeins als eines ſelbſtändigen Selbſtbewußtſeins nicht erreicht“ 151, 152 (ſ. Selbſtbewußtſein) „Das Allgemeine in die Atome der abſolut vielen Individuen zerſplittert, dieſer geſtorbene Geiſt iſt eine Gleichheit, worin Alle als Jede, als Perſonen gelten“ 368. Charakteriſtik der perſönlichen Selbſtändigkeit des Rechts „als das reine leere Eins der Perſon“ 369, 370, 372. „Ein Individuum als eine Perſon bezeichnen iſt Ausdruck der Verachtung“ 370 (f. Sittlichkeit) Gegenüberſtellung der „einzelnen Perſon“ mit dem „den Begriff erfaſſenden Bewußtſein“ 375 (O Geiſt) Das edelmütige Bewußtſein als Perſon 387 (ſ. Bildung) Rückblick auf die „Perſon des Rechts“ 459 (O Moralität), 485 (ſ. Gewiſſen), 571, 574 (f. offenbare Religion) „Inſofern jeder als ein freies Weſen anerkannt wird, iſt er eine Perſon“ oder „es ſoll jeder von dem andern als Perſon behandelt werden“ 56 (O Recht) „Die Familie macht weſentlich nur Eine Subſtanz, nur Eine Perſon aus“ 88. Eine „moraliſche Vereinigung der Geſinnung in gegenſeitiger Liebe und Zutrauen“ macht die Ehe „zu Einer Per— ſon“ 89 (O Familie) „Der Geiſt als freies, ſelbſtbewußtes Weſen iſt das ſich ſelbſt gleiche Ich, das in ſeiner abſolut negativen Beziehung zuerſt aus— ſchließende Ich, einzelnes freies Weſen oder Perſon iſt“ 217 (O Recht) Zur Perſon im Recht 86 (O Rechtsphiloſophie), 89 (ſ. Recht), 272 (O Bedürfnis). „Der für ſich ſeiende oder abſtrakte Wille iſt die Perſon. Das Höchſte des Menſchen iſt Perſon zu ſein, aber trotz— dem iſt die bloße Abſtraktion Perſon ſchon im Ausdruck etwas Verächtliches“ 90. Unterſcheidung von Subjekt und Perſon 90. „Die Perſon iſt in Einem das Hohe und das ganz Niedrige; es Glockner, Hegel-Lexikon 111 1761
7 10 1 1 1 1 E E2 do Perſon / Perſonifikation liegt in ihr dieſe Einheit des Unendlichen und ſchlechthin Endlichen, der beſtimmten Grenze und des durchaus Grenzenloſen“ 90. Das Rechtsgebot tft: „ſei eine Perſon und reſpektiere die andern als Perſonen“ 91 (O Recht) 100 (O Eigentum). Beſtimmung der Perſon zum Subjekte auf dem moraliſchen Standpunkt 164 (O Moralität), 272 (O Be⸗ dürfnis) „Die Perſönlichkeit des Staates iſt nur als eine Perſon, der Monarch, wirklich“ 382 (O Verfaſſung) „Der freie Wille iſt ſelbſt zunächſt unmittelbar, und daher als einzelner, — die Perſon“ 385 (O Geiſt), 385 [vgl. 6, 282] (ſ. Eigen⸗ tum) 383 8 (O Geiſt), 3910 (O0 Moralität) „Die Individuen als Atome“ in der römiſchen Welt 411 (O Chri— ſtentum) 238, 239 (f. Perſönlichkeit) Perſonifikation (Anthropomorphismus, Inkarnation) Die Götter der Alten ſind „bloß Perſonifikationen, die als ſolche ſich nicht ſelbſt wiſſen, ſondern nur gewußt werden“. Der chriſt— liche Gott ift dagegen der „ſchlechthin ſich wiſſende Gott“ 335 g, 334 0 (O Notwendigkeit) Bei der kunſtgemäßen Erſcheinung der freien Subjektivität ift oft ſchwer zu unterſcheiden, „ob das, was als Subjekt vorgeſtellt iſt, auch wirkliche Individualität und Subjektivität hat, oder nur den leeren Schein derſelben als bloße Perſonifikation an ſich trägt“ 421 (O ſymboliſche Kunſtform) Zur Perſonifikation des Göttlichen in der perſiſchen Religion und Kunſt 436 [15, 430, 441] (ſ. Zoroaſter), in der indiſchen Religion und Kunſt 455, 456 [15, 366, 377, 420]. Die griechiſche Mythologie läßt „die Perſonifikation nicht bloß formell und oberflächlich, ſon⸗ dern bildet daraus Individuen, an welchen die bloße Natur: bedeutung zurücktritt, und das Menſchliche dagegen, das ſolchen Naturinhalt in ſich aufgenommen hat, das Hervorſtechende wird“ 456 (O indiſche Kunſt) In der ägyptiſchen Kunſtform bleibt die menſchliche Geſtalt des Göttlichen „keine bloße Perſonifikation“ 479 (f. ägyptiſche Kunſt⸗ form). Zur Perſonifikation in der Allegorie 528 (f. Allegorie) 1762
Perſonifikation / Perſönlichkeit 13 Die klaſſiſche Kunſtform iſt keine „bloß leiblich hingeſtellte ober— flächliche Perſonifikation, indem der geſamte Geiſt, ſoweit er den Inhalt des Kunſtwerks ausmachen ſoll, in die Leiblichkeit her— austritt und mit ihr ſich vollendet zu identifizieren vermag“ 12, 13 (O klaſſiſche Kunſtform). Sollen, „wie die klaſſiſche Kunſtform es fordert, die Götter in Harmonie mit der Natur geiſtige Indi— viduen ſein, ſo reicht hierzu die bloße Perſonifikation nicht aus. Denn die Perſonifikation, wenn ihr Inhalt eine bloß allgemeine Macht und Naturwirkſamkeit iſt, bleibt ganz formell, ohne in den Gehalt einzugehen, und vermag in demſelben weder das Geiſtige noch deſſen Individualität zur Exiſtenz zu bringen“ 38. In der klaſſiſchen Religion und Kunſt „macht, ſtatt der Perſonifikation, die Subjektivität die Hauptbeſtimmung aus“ 38. Entwicklungs— gang von der bloßen Perſonifikation zur Subjektivität 44—56 (ſ. griechiſche Götter), 60, 61 (O griechiſche Götter) Perſonifikation in der indiſchen Religion 366, 377 (ſ. indiſche Religion), 420 (O beſtimmte Religion) [12, 455, 456]. Perſonifi⸗ kation in der perſiſchen Religion 430 (f. perſiſche Religion), 441 (O ägyptiſche Religion) [12, 436]. „Perſonifikation iſt nämlich, ſolange die Form als der Inhalt noch nicht in ſich entwickelte Sub— jektivität iſt“ 430 (O perſiſche Religion) 465 (O ägyptiſche Religion) 20 „Es iſt in der Betrachtung der Religionen von unbedingter Wich— tigkeit, die bloße Perſonifikation des Gottes oder eines Gottes, die man in allen Mythologien finden kann, von der Perſönlichkeit, die es dem Gehalte nach iſt, zu unterſcheiden“ 113 (O Humboldt, Wilh. v.) Perſönlichkeit (Perſon) 3 „Der Begriff der Perſönlichkeit ſchließt in ſich die Ichheit oder Einzelheit, welche ein Freies oder Allgemeines iſt. Die Menſchen haben durch ihre geiſtige Natur Perſönlichkeit“ 56. Die Perſönlich⸗ keit kann ich nicht als etwas mir Außerliches anſehen 62 (O Recht) 4 Spinozas Subſtanz fehlt „das Prinzip der Perſönlichkeit“ 672 (ſ. Spinoza) [19, 375, 381, 395] 5 Die „individuelle Perſönlichkeit iſt ein Moment des Ich“ 14 (0 Begriff). „Die Perſönlichkeit iſt eine unendlich intenfivere Härte, als die Objekte haben“ 187 (O Mechanismus) 1 ai 1763
1 1 1 16 Perſönlichkeit 5 „Die höchſte zugeſchärfteſte Spitze iſt die reine Perſönlichkeit, die allein durch die abſolute Dialektik, die ihre Natur iſt, ebenſoſehr Alles in ſich befaßt und hält, weil ſie ſich zum Freiſten macht, — zur Einfachheit, welche die erſte Unmittelbarkeit und Allgemein⸗ heit iſt“ 349 (O Idee), 343, 345 (O Dialektik) „In der Perſönlichkeit liegt, daß ich als Dieſer vollkommen nach allen Seiten (in innerlicher Willkür, Trieb und Begierde, ſo wie nach unmittelbarem äußerlichen Daſein) beſtimmte und endliche, doch ſchlechthin reine Beziehung auf mich bin und in der Endlich— keit mich ſo als das Unendliche, Allgemeine und Freie weiß“ 89. „In der Perſönlichkeit iſt das Wiſſen ſeiner als Gegenſtandes, aber als durch das Denken in die einfache Unendlichkeit erhobenen und dadurch mit ſich rein-identiſchen Gegenſtandes“ 89, 90. „Die Perſönlichkeit enthält überhaupt die Rechtsfähigkeit und macht den Begriff und die ſelbſt abſtrakte Grundlage des abſtrakten und daher formellen Rechtes aus“ 90, 91 (O Recht) 382 (O Verfaſſung) In Rom entwickelt ſich der abſtrakte Staat und dieſer Allgemein— heit gegenüber die Perſönlichkeit, „die Freiheit des Ichs in ſich, welche wohl von der Individualität unterſchieden werden muß. Denn die Perſönlichkeit macht die Grundbeſtimmung des Rechts aus: fie tritt hauptſächlich im Eigentum ins Dafein, ift aber gleich— gültig gegen die konkreten Beſtimmungen des lebendigen Geiftes, mit denen es die Individualität zu tun hat“ 362, 365. Charakte⸗ riſtik der Härte und Sprödigkeit der römiſchen Perſönlichkeit 373, 407 (O Römer), 411, 422 (O Chriſtentum) 3 Die klaſſiſche Kunſtform kennt „die Verhärtung des Subjekts in ſich als abſtrakte Perſönlichkeit gegen das Sittliche und Abſolute, die Sünde und das Vöſe“ nicht 15 (O klaſſiſche Kunſtform) 5 Gegenüberſtellung von Subjektivität und Perſönlichkeit 143 (O Gefühl). Die Perſönlichkeit kann „nur ſpekulativ als dieſe Einheit des Selbſtbewußtſeins und des Bewußtſeins, oder des Wiſ— ſens und ſeines Weſens, der unendlichen Form und des abſoluten Juhalts gefaßt werden“ 223 (O Glaube). Der Glaube ſetzt voraus, daß der Menſch „ſich als unendliche Perſönlichkeit weiß“ 240 (O Kultus) „Die Perſönlichkeit iſt dies, was ſich auf die Freiheit gründet, die 1764 -ı — E
16 17 19 20 11 14 20 19 11 11 Perſönlichkeit / Peterskirche erſte, tiefſte, innerſte Freiheit, aber auch die abſtrakteſte Weiſe, wie die Freiheit ſich im Subjekt kund tut, daß es weiß: ich bin Perſon, ich bin für mich, das iſt das ſchlechthin Spröde“ 238. „Die Sittlichkeit, Liebe iſt, ſeine Beſonderheit, beſondere Perſönlichkeit aufzugeben.“ „Das Wahre der Perſönlichkeit iſt eben dies, ſie durch dies Verſenken, Verſenktſein in das Andere zu gewinnen“ 239 (O chriſtliche Religion) Zur „äußeren Perſönlichkeit“ des Pythagoras 245. „Beſondere Perſönlichkeit überhaupt, ſo wie Außerlichkeit in der Tracht und dergleichen, ſind in neueren Zeiten nicht mehr ſo wichtig“ 245 Fußn. (O Pythagoras) Das Prinzip der Perſönlichkeit findet ſich im Spinozismus nicht 375, 381, 395 (ſ. Spinoza) [4, 672] 113 (ſ. Perſonifikation) Perſpektive ſ. Linearperſpektive Peru 122, 125 (O Amerika) Perugino, Pietro 116 (O italien iſche Malerei) Peſtalozzi, Johann Heinrich Zu Solgers frühem und reifem Urteil über Peſtalozzi, „welches Urteil manchen auch jetzt darüber belehren kann, warum die Sache dieſes als Individuum ſo edlen Mannes keine Revolution im Erziehungsweſen hervorgebracht, ſelbſt keine Nuance eines Fort— ſchrittes bewirken gekonnt hat“ 149 (O Solger) Peter J., Kaiſer von Rußland Peter I. und Chriſtian Wolff 474, 475 (O Wolff) Peter von Amiens Sein Kreuzzug 496, 497 (O Kreuzzüge) Peterskirche zu Rom Bau der Peterskirche aus Ablaßgeldern 521 (O Reformation) 1765
10 12 13 14 19 19 19 Petrarca / Peyer Petrarca, Francesco 84 Petrarcas Sonette 371 (O Kunſtſchönes) [13, 181, 214, 239; 14, 107 181 (O Liebe), 214 (O Abenteuerlichkeit). Klopſtock zu Petrarcas Sonetten 239. Hegels Stellung zu Klopſtocks Liebes-Dden „voll moraliſcher Reflexionen .. .“; „während wir in Petrarca die Frei— heit der in ſich ſelbſt geadelten Empfindung bewundern, welche, wie ſehr ſie auch das Verlangen nach der Geliebten ausdrückt, doch in ſich ſelber befriedigt iſt“ 239 (O Humor) Petrarcas Sonette ſind ein Beiſpiel des „Selbſtgenuſſes der Liebe, die in ihrer Trauer, ihren Klagen, Schilderungen, Erinnerungen und Einfällen ihre Glückſeligkeit ſucht“ 107 (O italieniſche Malerei) 214 (O Viederaufleben), 218 Petrus Philo und der Apoſtel Petrus 19 (O Philo) Petrus Lombardus „Petrus Lombardus“ 171—173 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Er ſtellte „ein Ganzes von ſcholaſtiſcher Theologie auf, welches mehrere Jahrhunderte eine Grundlage blieb“ 171, 174. Seine „IV libri sententiarum“ trugen ihm den Namen „Magister sententiarum“ ein 171, 175, 179. „Er ſammelte die Hauptbeſtim⸗ mungen der kirchlichen Lehre aus Konzilien und Kirchenvätern und fügte dann über beſondere Umſtände fubtile Fragen hinzu“ 172, 192, 193. Sein Werk „iſt im ganzen Mittelalter von den doctores theologiae dogmatieae kommentiert worden“ 172, 174 Thomas von Aquino über Petrus Lombardus 173 (O Thomas von Aquino). Duns Scotus ſchrieb Kommentarien über den Magister sententiarum 175 (O Duns Scotus). Albertus Magnus kommentierte ihn ebenfalls 179 (O Albertus Magnus) 192, 193 Peyer, Iſaak Seine Stiftung für das Nürnberger Gymnafium 257 (O Gym⸗ naſialreden) 1766
17 19 1 1 0 1 > 1: wo 11 13 11 Peyron / Pfingſten Peyron, Vittore Amadeo Seine Ausgabe: „Empedoclis et Parmenidis fragmenta“ 370 (O Empedokles) Pfaff, Chriſtian Heinrich „Pfaffs und Scheels Nordiſches Archiv für Naturkunde uſw.“ 651 9, 652 g (O Tier) Pfaff, Chriſtoph Matthäus Pfaffs Stellung zu Leibnizens Theodizee 452 (O Leibniz) Pfand, Verpfändung 140 (O Vertrag) Pfeffel, Gottlieb Konrad Pfeffel tut in ſeinen Fabeln der Tiernatur Gewalt an 514, 515 (O Fabel) Pfeiffer, Auguſt Friedrich Pfeiffer in Erlangen gab Philons Werke heraus 19 (O Philon) Pfeiler Die zum Pfeiler gewordene Säule in der romantiſchen Architek— tur, in der chriſtlichen Kirche 335, 338—340, 342 (f. Säule) Die äußeren Strebepfeiler; ihr Auslaufen in ſpitzen Türmchen 345 (O romantiſche Architektur) Pferd 124 (O Amerika), 132 (O Hochland), 301 (O Griechen) Der Pferdekopf in der Skulptur 384 (O Skulptur). Eignung des Pferdes zur künſtleriſchen Darſtellung 426 (O griechiſche Götter) Pfingſten „Erſt am Pfingſtfeſte wurden die Apoſtel des heiligen Geiſtes voll“ 417 (O Chriſtentum) 1767
Pfingſten / Pflanze 16 Beziehung zwiſchen der Entſtehung der Gemeinde und der Aus⸗ gießung des heiligen Geiſtes 305 (O chriſtliche Religion), 317, 318, 331 (O Gemeinde) 19 Bedeutung des Pfingſtfeſtes 134 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Pflanze 1 138 (O Fichte) 2 „Die Pflanze kommt nicht zum Fürſichſein, ſondern berührt nur die Grenze der Individualität“ 195 (O Merkmal) „Die Pflanze und das Tier“ in der natürlichen Religion 530—531, 532, 533 (ſ. unmittelbare Religion), in der Kunſtreligion 539 (O Kunſtreligion) 3 33, 238. Zur vegetabiliſchen Natur, zur Pflanze als Gegenſtand von Pflanzenphyſiologie und Botanik 198 (0 Organik) 4 660 5 Über den Inſtinkt der Vernunft bei der Aufſtellung des Pflanzen⸗ ſyſtems 303, 304 (O Einteilung) 6 „Die vegetabiliſche Natur“ 201, 203205 (0 Organih [P. St. 9, 496575] 8 266 [P. St. 9, 8 343 mäßig verändert und erweitert] 203 P. St. 9, 496 f. u.] 8 267 [P. St. 9, 8 344, wenig verändert] 203 [P. St. 9, 499 ſ. u.] § 268 [P. St. 9, § 346 a, ſtark erweitert] 203—204 [P. St. 9, 527—528 f. u.] 8 269 [P. St. 9, 8 347, ſtark verändert] 204 [P. St. 9, 551 ſ. u.] 8 270 logl. 9, 88 347, 348] Zur Produktion des Selbſts der Pflanze nach außen. Sie gebiert ihr Licht in der Blüte 204 [ogl. 9, 551, 561562] § 271 fogl. 9, § 348] Beginn von Geſchlechtsdifferenz und An⸗ deutung des Gattungsprozeſſes 204 [ogl. 9, 562] 3 272 „Der Gattungsprozeß, als unterſchieden von dem Geftaltungs⸗ und Reproduktionsprozeſſe des Individuums, iſt in der Wirklichkeit der vegetabiliſchen Natur ein Überfluß“; aber er be: deutet den Übergang in den höheren Organismus 205 [vgl. 9, 562, 574] 8 286 0; 355 0 (0 Begriff), 366 @ (0 urteil) 1768
Pflanze 9 Linnés Syſtem 1829, 183 (0 Planet), 532 8, 539 g, 563 © (f. u.), 686 (O Gattung), 251 (O Wärme) Die Pflanze iſt „noch nicht wahrhafte Subjektivität“ 454 8, 455 C. „Jede Pflanze iſt nur eine unendliche Menge von Subjekten; und der Zuſammenhang, wodurch ſie als Ein Subjekt erſcheinen, iſt nur oberflächlich. Die Pflanze iſt ſo die Ohnmacht, ihre Gegliede— rung nicht in ihrer Macht zu erhalten, da ihre Glieder ihr als ſelbſtändige entfliehen“ 455 Z. „Die Pflanze findet ſich nicht in ſich, weil ihre Glieder ſelbſtändige Individuen gegen ſie ſind“ 455 0 (O Organik) Zur vorgeſchichtlichen Pflanzenwelt der Erde 4608, 461 (O Geologie) „Der vegetabiliſche Organismus“ 449 [P. St. 6, 201], 453 8, 454 8, 495 g, 496—575 [P. St. 6, 203 —205 f. u.] (O Organik) 8 343 [P. St. 6, 8 266, mäßig verändert und erweitert]. „In der Pflanze, der nur erſt unmittelbaren ſubjektiven Lebendigkeit, iſt der objektive Organismus und die Subjektivität desſelben noch unmittelbar identiſch; wodurch der Prozeß der Gliederung und der Selbſterhaltung des vegetabiliſchen Subjekts ein Außerſich— kommen und zerfallen in mehrere Individuen iſt.“ „Die Differenz der organiſchen Teile iſt nur eine oberflächliche Metamorphoſe, und der eine kann leicht in die Funktion des andern übergehen“ 496 [P. St. 6, 203], 498 8, 499 ® Zuſatz. Idealität der Pflanzenwelt und Wegfall des urſächlichen Verhältniſſes 496 8, 497 H. Abgrenzung des Begriffs des Lebens, d. h. des Lebens an ſich von der Subjektivität des Lebendigen, „worin jeder Teil als belebter exiſtiert“ 497 G. „Aber auch das Lebendige ſelbſt unterſcheidet ſich in Subjektives und Totes“ 497 © Das Leben der Pflanze ift „in ihm ſelbſt noch nicht zum Unter: ſchiede aufgegangen“ 497 Z. Vergleich mit dem Tier 497 J, 498 f, 499 8, 505 g, 515 O. „Es iſt nicht Zu⸗ſich⸗kommen als Indivi⸗ duelles, ſondern eine Vervielfältigung der Individualität“ 498 g, 499 g, 500 H. Schultz über das Wachstum der Pflanzen 498 g, 499 0 8 344 [P. St. 6, 8 267, wenig verändert]. Die Pflanze hat keine Bewegung vom Platze 499 [P. St. 6, 203], 502 g. Sie kennt nicht 1769
Pflanze 9 die ſich unterbrechende Ernährung, und „animaliſcher Wärme und des Gefühls iſt ſie noch weniger fähig“ 499 [P. St. 6, 203] Zuſatz. Das Fehlen des Selbſtgefühls 500 Z. „Der gegliederte Leib iſt bei der Pflanze noch nicht die Objektivität der Seele; die Pflanze iſt ſich noch nicht ſelbſt objektiv“ 500 Z. Ihr Verhältnis zum Licht 500 S, 5018, 504 . Schelling hierzu 500 g. Ihr Streben nach dem Selbſt iſt ein „Außer-ſich⸗geriſſen⸗Werden“ 5008, 501 Z. Willdenow über das ſich dem Lichte Öffnen der Blume 5018 a) Das Selbſt der Pflanze iſt noch ſinnlich, iſt noch nicht reine Zeit in ſich, und ſo iſt die Pflanze an einem beſtimmten Ort 5029, 499. „Die Bewegung der Pflanzen wird durch Licht, Wärme und Luft beſtimmt“ 502 8. Treviranus hierzu 502 , 503 Z. Hufeland hierzu 503 6) Die Pflanze ift „nicht wahrhafte Subjektivität, ſondern ihre Individualität zerfällt immer in ihre Beſonderheit“ 503 9. „Ihr fehlt die Innerlichkeit, die von dem Verhalten nach außen frei wäre“ 504 Z. Licht, Luft und Waſſer haben eine dauernde, ftändige Wirkung 504 O, 500 O, 501 y) Die Pflanze hat keine Eigenwärme 504 O; Hermbſtädt hierzu 504 , Treviranus hierzu 505 8 ö) „Das Inſichſein iſt noch nicht als Nervenſyſtem ſelbſtändig gegen das Außere“ 5069. Die Pflanze hat kein Selbſtgefühl 506 , 500 © Treviranus über die Reizbarkeit der Pflanze 506 Z. Medicus hierzu 506 8, 507 B. Reizbarkeit mehrerer Mimoſenarten 507 g. Rudolphi und Link hierzu 507 2, 508 0 § 345 Z. Die Geſtalt der Pflanze bleibt „den geometriſchen For⸗ men und kriſtalliniſcher Regelmäßigkeit nahe“ 508 8 (12, 193] Zu Goethes Metamorphoſe der Pflanze 508 2. Zur Pflanzen⸗ phyſiologie 508 &, 509 8 Zuſatz. „Die Pflanze geht nicht nur überhaupt nach außen, ſon— dern das Erhalten ihres Selbſts als Individuums iſt nur durch perennierendes Setzen eines neuen Individunms“ 5098 a) Charakteriſtik des Typus der ganzen Pflanze, ihrer Entwick⸗ lung vom Punkt zur Linie 509 O, 525 g. Fortpflanzung durch Knoten 509 g, 510 g. Oberflächlichkeit des Geſchlechtsverhält— niſſes 510. Treviranus über die Conferven 510 9, 5118 6) Zur Teilung in Zweige und Aſte 511 9, 512 f. Fortpflanzung 1770
Bilanze 9 durch Abſenker 5129. Treviranus und Willdenow hierzu 5128 y) Über die Knoſpe 512 H, 513 . Willdenow hierzu 512 8,513 g. Willdenow über das Okulieren 513 H. Treviranus über die Zwie⸗ bel 513 8, 514 Z. Willdenow über die Vermehrung aus Blättern 514 O. „Kurz jeder Teil der Pflanze kann unmittelbar als das vollſtändige Individuum exiſtieren“ 5149. „Eine Pflanze tft fo eigentlich ein Aggregat einer Menge von Individuen, die Ein Individuum ausmachen, deſſen Teile aber vollkommen ſelbſtändig find“ 514 8, 515 @ Zu Goethes Metamorphoſe der Pflanzen 515—524 (ſ. Metamor⸗ phoſe). So „hat Goethe die Einheit auf eine ſinnige Weiſe als geiſtige Leiter dargeſtellt“ 524 Z. Aber „man muß auch auf den Unterſchied der Gebilde aufmerkſam fein, mit dem erſt der eigent— liche Prozeß des Lebens hervortritt“ 524 H. Mittelſtellung der Pflanze „zwiſchen mineralogiſchem Kriſtall und freier animaliſcher Geſtalt“ 525 Z. Zur Geſtalt der Pflanze 525 8, 509 g. Borherrſchen der geraden Linie, der Fläche 525 Z. Herrſchaft der verjtändigen Beſtimmung nach Zahlen 5258, 526 8. Die Säfte der Pflanzen 5268 § 346 S. Zur Dreiheit im Lebensprozeſſe 5268 ($ 217—220 ſ. Leben 8, 431—432), 491—495 (ſ. Organik) Zuſatz. Der erſte, allgemeine Prozeß iſt der „des vegetabiliſchen Organismus innerhalb feiner ſelbſt“, ift „der Geſtaltungsprozeß“ 526 8, 4920, 493 C. Der zweite iſt „der ſpezifizierte Prozeß gegen eine äußere Natur“ 526 g, 527 , 493g, 494 H. „Der Dritte ift der Gattungsprozeß“ 527 A. „Der Geſtaltungsprozeß“ 527—551 [P. St. 6, 203 bis 204], 492 C, 526 © 8, 431] S 346 a [P. St. 6, S 268, ſehr erweitert]. Der innere Prozeß der Beziehung der Pflanze auf ſich ſelbſt iſt einerſeits die unmittel⸗ bare Verwandlung der Ernährungeflüſſigkeit in die ſpezifiſche Natur der Pflanzenart und dieſer in Gebilde, und andrerſeits Vermittlung mit ſich ſelbſt. Als Vermittlung beginnt der Prozeß mit der nach außen gerichteten Diremtion in Burzel und Blatt, mit der nach innen in Holzfaſern und Lebensgefäße 527 (vgl. 6, 204), 5349. Damit iſt Wachstum gegeben, Verhärtung des Holzes und Bildung der Rinde, und ſchließlich „ein Zuſammen⸗ ſchließen des Individuums mit ſich ſelbſt“ in der Knoſpe 528 (vgl. 6, 204) 1771
Pflanze . — ũ??] —u- ß 9 Zuſatz. „Der Geſtaltungs-Prozeß für ſich“ fehlt der Pflanze 528 H. Die Ernährung der Pflanze „iſt ein prozeßloſes Verwandeln“ 528 D, 529 1. „Der Keim iſt das Unenthüllte, welches der ganze Begriff iſt“ 529 H. Das Säen als magiſche Handlung. „Das Korn iſt die Macht, welche die Erde beſchwört, daß ihre Kraft ihm diene“ 529 8 a) „Die Entwickelung des Keimes iſt zuerſt bloßes Wachstum“ 529 O. „Was werden ſoll, iſt ſchon“ 530 g. Beſchreibung des Keimens 5308, 531 Die erſte Diremtion iſt die in Blatt und Wurzel 5318, 534 g, 545 O, 551 Der Stengel 5319. Unterſcheidung in Monokotyledonen und Dikotyledonen 5328, 676 g. Beiſpiele für Monokotyledonen 532 0, 533 b) Das Zellgewebe 533 2, 534 H. „Die zweite, nähere Diremtion iſt das Sich⸗Scheiden der Pflanze felbft in die Holzfaſer oder das tätige Spiral⸗Gefäß, und in andere Gefäße“ 534 @, 536 H. Schultz über die Lebensgefäße 534 8, 5368, Link über die Spiralgefäße 535 0, 5368, 5378, 542 @, über die Ringgefäße 535 8. Das Holz 535 8, die Rinde und das Mark 536 2, die einfachen langen Faſern 536 8, 537 Z. Oken über den Übergang des Zellgewebes in die Spiralgefäße 537 O, 5388 c) Der Prozeß ſelbſt, das allgemeine Leben 538 O. Der pflanzliche Lebensprozeß teilt ſich a) in die Tätigkeit des Einſaugens 538 8, 540 0, 542 0 und 6) in die Tätigkeit, wodurch in den Lebens— gefäßen der Saft die vegetabiliſche Natur erhält 538 H. Bedeu— tung des Blattes hierfür 538 8, 539 8, 543 g. Link über die Funktionen der Gefäße und des Zellgewebes im allgemeinen 539. Über die Spaltöffnungen auf der Oberhaut als Ausleerungsdrüſen 539 8, 545 8; über den Kreislauf des organiſchen Pflan— zenſaftes 540 H. Corti und Amiei hierzu 540 3, 541 8. Schultz hierzu 5418, 542 8 a) Schultz über den Holzſaft, als die noch unvollkommen aſſimi— lierte Nahrung der Pflanze 542 8, 538 8, 540 8. Er zirkuliert in den Holzfaſern und Spiralgefäßen 542 8, 5458 6) Schultz über den aſſimilierten Saft, den Lebensſaft 542 g, 545 H. Der Holzſaft geht in den Blättern, Blumen und Frucht— teilen in den Lebensſaft über 543, 538 8, 539 8. Verſuche hierzu 543 O, 544 9 1772
Pflanze 9 y) Übergang des Lebensſaftes in das Cambium 544 @, 545 g. „Das Cambium iſt das Reſiduum des ganzen individuellen Le⸗ bens“, iſt „die zarte Embryonen-Geſtalt der ganzen, ſchon gebildeten Pflanzen-Totalität“ 544 , 545 8 Zuſammenfaſſung des Bisherigen 545 8, 546 © 2. Der vegetabiliſch gemachte Saft teilt das vorher Indifferente in Rinde und Holz 546 . Charakteriſtik der Holzfaſer 546 g. Oken über fie 546 8, 547 Z. Link über den Verholzungsprozeß 547 H. Unterſchied hierin in den Monokotyledonen und Dikotyle— donen 547 g, 548 8, 549 Z. Verholzung der Dikotyledonen in dem erſten Jahre 548 8, 549 @, in den folgenden Jahren 549 O, 550 @ 3. Die Reſumtion der Individualität in ſich erzeugt die Knoſpe 550 @, 551 @ B. „Aſſimilations-Prozeß“ 493 C, 494 C, 526-527 g, 551—561 [P. St. 6, 204; 8, 431, 432 (O Leben)! § 347 [P. St. 6, S 269, ſtark verändert, vgl. 8 270]. „Der Geſtal⸗ tungsprozeß iſt unmittelbar mit dem zweiten, dem nach außen fi ſpezifizierenden Prozeſſe, verknüpft“ 551 (vgl. 6, 204), 527. Die Pflanze wird nach Erde und Waſſer, nach Licht und Luft hinausgeriſſen 551 (vgl. 6, 204) Zuſatz. Über den Unterſchied des Geſtaltungs- und Aſſimilations⸗ prozeſſes 551 8, 552 H. „Das Selbſt wird nicht Gegenſtand des Selbſts, ſeines eigenen Selbſts; ſondern das zweite Selbſt, zu dem die Pflanze ſich dem Begriffe nach verhalten muß, iſt außer ihr“ 552 8, 551 8, 555 8 Der „geſchloſſene Kreis des Verhaltens nach außen iſt einjährig“ 552 , 553 9. Willdenow und Link über das Fallen der Blätter 553 @ Verhalten der Pflanze zu den Elementen 554—559 © 1. Die Pflanze und das Licht 554—555 9, 500 g, 501 g, 551 g, 552 H. Das Verhältnis zum Licht ſtellt ſich beſonders in der Ent⸗ faltung der Blütenknoſpe dar 554. Verhältnis zwiſchen Licht und Blatt 554 8, 555 C 2. Die Pflanze und die Luft 555—557 H. Das Atmen der Pflanze 555 H, 556 ©. Links Oarſtellung des Prozeſſes der Pflanze mit der Luft 556 B, 557 2. Willdenow über die Organe des Prozeſſes der Pflanze mit der Luft 557 1773
Pflanze 9 3. Die Pflanze und das Waſſer 557—559 B. Verſuche über die Bedeutung des Waſſers für die Pflanze von Helmont, Duhamel und Schrader 558 8, 559 8 „Der Prozeß nach außen iſt einerſeits durch die Wurzel, anderer— ſeits durch das Blatt eingeleitet“ 559 J. Die Blütenknoſpe iſt „zugleich ein Hemmen und Zurücknehmen des Herausgehens, des Wachstums überhaupt“ 559 8, 5618, 563 S. Willdenow über die zwei Triebe im Jahr 559 8, 560 8, 550 H. Vermehrung der Fruchtbarkeit durch Okulieren 560 8, 561 8. Nochmals über die Blüte als „Moment der Rückkehr, des Fürſichſeins, wiewohl die Pflanze nie eigentlich zum Selbſt kommen kann“ 5619. Bedeu— tung der Blume 561 C. „Hattungs-Prozeß“ 4950, 5960, 5270, 561—575 [P. St. 6, 204205; 8, 432, 433 (O Leben)] 8 348 (vgl. 6, SS 270— 272). „Der Gattungsprozeß, als das Ver— hältnis des individuellen Selbſt zum Selbſt, hemmt als Rückkehr in ſich das Wachstum“ 5628 Zuſatz. Charakteriſtik der Blüte als „die höchſte Subjektivität der Pflanze“ 5629. Ofen und Schelling hierzu 562, 574. Über die Bedeutung, daß das Aufhören des Wachstums und die Hem— mung des Hinausſproſſens die Bedingung für die Fruchtbarkeit iſt 563 , 559 8, 5618, 5749. Charakteriſtik der Befruchtung 563 1. Betrachtung deſſen, was ſeit Linne als Geſchlechtsprozeß an— geſehen wird 563—567 @ a) Zur Frage, ob bei der Pflanze Sexualunterſchiede vorhanden find 563 8, 564 H. Die Diöciften 564 B. Auch hier find „die verſchiedenen Individuen . . . nicht in das Prinzip ihrer Entgegenſetzung ganz eingetaucht“ 564 8, 565 ©. „Der ganze Habitus des Individuums muß mit ſeinem Geſchlecht verbunden ſein. Erſt wenn die inneren Zeugungskräfte die ganze Durchdringung und Sättigung erreicht haben, iſt der Trieb des Individuums vor— handen, und das Geſchlechtsverhältnis erwacht“ 564 8, 565 © „Die Pflanze iſt alſo geſchlechtslos“ 565 9. Links Beſchreibung der männlichen und weiblichen Geſchlechtsorgane der Pflanze 565 b) Zur Frage, ob bei den Pflanzen Begattung als ſolche ſtattfin— det 566 0. Beweiſe, daß wirklich Fruktifikation vorhanden iſt 566 1774
D 10 11 12 15 16 Pflanze N ae rn a ³ĩW2A rs SERUM c) Zur Frage, ob Befruchtung notwendig ift 566—567 ©, 568 g, 644, 645. Die Zeugung iſt für die Pflanze ein Luxus, „denn die Erhaltung der Pflanze iſt ſelbſt nur Vervielfältigung ihrer ſelbſt“ 566 8, 5678 2. Faſſung des Gattungsprozeſſes bei den Pflanzen 567—571 8 a) „Der Gattungs-Prozeß iſt bei den Pflanzen formell“ 567 g, 568 8 b) Dort, wo wirklich Berührung vorhanden iſt, ſpringt die An— there auf, der Samenſtaub berührt die Narbe am Piſtill, dann verwelkt das Piſtill und der Fruchtknoten ſchwillt 568 9. Schick— ſal der Geſchlechtsteile 568 8, 5698 c) Schelver über die Befruchtung, die „Vergiftung des Piſtills“ 569 , 570 8, 5718 3. Die Frucht 571—574 0 a) Der Same 571—572 8 b) Die Samenumhüllung 5728 c) Schelvers Anſicht, daß eine Verletzung die Frucht reifen laſſe 572 0, 573 8, 574 H. Pontedera 572 8, Bauhin 573 8, Plinius 573 9. Die Zeit der Blume, die Zeit der Frucht 5748 S 349 (ogl. 6, 8 272). Übergang in den wahrhaften Organismus, in welchem ſich die unmittelbare Einzelnheit und das Außereinander des vegetabiliſchen Lebens als aufgehoben zeigt 574, 575 P. St. 6, 205] Zuſatz. Charakteriſtik der Pflanze als einen untergeordneten Or— ganismus 575 8 (O Organif) Vergleich der Pflanze mit dem Tier 579 8, 583 8, 636 8, 644 [P. St. 6, 216], 657 8 (O Tier) 709 [P. St. 6, 222], 7178 16 8, 22 8 (f. Geiſt). Mitleben der Pflanze mit der Natur 64 8, 67 O, 68 8 (O Seele). „Das Leben des ungebornen Kindes gleicht dem Leben der Pflanze“ 98 8, 99 8 (O Kind) 298 (O Griechen) Regelmäßigkeit und Symmetrie ſind ein Hauptmoment für die Pflanzengebilde 193 (O Symmetrie) [9, 508 2] 90 (O beſtimmte Religion), 280, 281, 288, 290 (O unmittelbare Religion) 17 (O beſtimmte Religion) 1775
Pflanze / Pflicht 17 50, 51, Keim, Trieb und Frucht 51 (O Entwicklung), 54 (O Kon: kretes), 58, 67 (O Philoſophiegeſchichte) 18 Ariſtoteles über die Pflanzen 339, 349 (O Ariſtoteles) 19 Die Gnoſtiker über die Pflanze 67 (O Plotin) 2 2 2 10 1 DD 18 Pflicht (Moral, Moralität, Pflichtenlehre) Was die vielen Pflichten betrifft, ſo gilt dem moraliſchen Bewußt⸗ ſein nur die reine Pflicht in ihnen; die vielen Pflichten als viele ſind beſtimmte und daher als ſolche für das moraliſche Bewußtſein nichts Heiliges 466, 467 (O Moralität), 493 Die Pflicht und das Gewiſſen 489, 492, 493, 496 (O Gewiſſen) Unterſcheidung der Pflicht von der Schuldigkeit, der Rechts— pflichten von den moraliſchen Pflichten 75, der realen von den formellen Pflichten 88, der Pflicht von der Tugend 88 (O Moral). „Pflichten gegen ſich“ 82—88, „Familienpflichten“ 88—89, „Staatspflichten“ 89—91, „Pflichten gegen andere“ 91—96 (f. Moral), 219, 220, 221 (ſ. Moralität) Die Pflicht als Sollen 156 (O Sollen) Das Tun der Pflicht um der Pflicht willen 192, 193; Verdienſt Kants darum 193. Zur Frage: was iſt Pflicht? 193. Die Pflicht ſelbſt, inſofern fie im moraliſchen Selbſtbewußtſein das Wefentliche oder Allgemeine iſt, hat „die inhaltsloſe Identität, oder das Abſtrakte Poſitive, das Beſtimmungsloſe zu ihrer Beſtimmung“ 193. Gefahr eines leeren Formalismus, einer Rednerei „von der Pflicht um der Pflicht willen“ 194, 195, 196 (ſ. Gutes) 229, 230, Pflicht und Recht 236 (O Sittlichkeit) Die Pflicht im Staate, im inneren Staatsrecht 339—341 (ſ. Staatsrecht) „Dasſelbe, was ein Recht iſt, iſt auch eine Pflicht, und was eine Pflicht iſt, iſt auch ein Recht“ 383 &, 384 9 (O Geiſt) Zum Gegenſatz der Pflicht, „welche um der Pflicht willen zur Richtſchnur aus freier Überzeugung und innerem Gewiſſen ge: wählt und ausgeführt wird“ und der Natur, den ſinnlichen Trie⸗ ben und dem, was man zuſammengefaßt Gemüt und Herz nennt 86, 87 (O Kunſtwerk) Wir nennen die „reine entſchließende Individualität, das Wiſſen, was das Rechte iſt, das Gewiſſen, — wie das rein Allgemeine des 1776
Pflicht / Phänarete 18 Bewußtſeins, nicht ein Beſonderes, ſondern eines jeden, die Pflicht“ 93 (O Sokrates) Pflichtenlehre (Moral, Pflicht) „Rechts-, Pflichten- und Religions-Lehre“ 25 bis 98 (ſ. Propädeutik), 303—305 (ſ. Philoſophieunterricht), 324 „Pflichtenlehre oder Moral“ 75—96 (ſ. Moral) 7 Charakteriſtik der ethiſchen, immanenten und konſequenten Pflich⸗ tenlehre 229, 230 (f. Sittlichkeit) Pfoſten 13 Pfoſten und Säule 311 (O Tempel) 0 Phädon 18 126 (O Sokratiker) Phädrus 12 Zur von Phädrus aufbewahrten Fabel von den Schwalben 512 (O Fabel) gYawöuevov 1 Dawöuevor der alten Skeptiker 226 (O Skeptizismus) (Galargös 18 Der Sophismus vom palaxpös 139 (. Eubulides) [8, 256 (O Maß)! Phalaris 17 244 (O Pythagoras) Phallus 13 Herodot über den Phalluskult der Griechen 280. In Indien gin⸗ gen vom Phalluskult Bauwerke in der Geſtalt des Phallus aus 280 (f. ſymboliſche Architektur) 15 376 (O indiſche Religion) Phänarete 18 Phänarete, Mutter des Sokrates 49 (O Sokrates) Glockner, Hegel-Lexikon 112 1777
1 Phänomenologie des Geiſtes Phänomenologie des Geiſtes (Bewußtſein) „Phänomenologie des Geiſtes“ 9—620 Vorrede 11—66: Einleitung der Vorrede 11—22. Eine Vorrede, die Zweck, Veranlaſſung und Verhältnis der Schrift zu früheren oder gleichzeitigen Behandlungen desſelben Gegenſtandes zeigt, ſcheint bei einer philoſophiſchen Schrift unpaſſend zu ſein 11 Eine Angabe des Zwecks würde über den Reſultaten die Aus— führung vernachläſſigen 11, 12, 13. Eine Beſtimmung des Ver⸗ hältniſſes eines philoſophiſchen Werks zu andern Beſtrebungen über den ſelben Gegenſtand wäre eine bloße Verdunkelung 12. Kritik an der Fixierung des Gegenſatzes von wahr und falſch, der Beiſtimmung oder des Widerſpruchs gegen ein anderes philoſo— phiſches Syſtem 12, 13. „Das leichteſte iſt, was Gehalt und Ge— diegenheit hat, zu beurteilen, ſchwerer, es zu faſſen, das ſchwerſte, was beides vereinigt, feine Darftellung hervorzubringen“ 13, 14 „Die wahre Geſtalt, in welcher die Wahrheit exiſtiert, kann allein das wiſſenſchaftliche Syſtem derſelben ſein“ 14, 15, 27. Sie hat „an dem Begriffe allein das Element ihrer Exiſtenz“ 15 Kritik an dem jetzigen Standpunkt des Geiſtes, dem das Wahre als „unmittelbares Wiſſen des Abſoluten“ erſcheint 15—18. Der Geiſt iſt „über das ſubſtantielle Leben, das er ſonſt im Elemente des Gedankens führte, hinaus“; auch hinausgegangen über „das andere Extrem der ſubſtanzloſen Reflexion feiner in ſich ſelbſt“ 15, 16. Jetzt wird „nicht ſowohl Einſicht als Erbauung gefordert“ 16, 17. „Sonſt hatten fie einen Himmel mit weitläufigem Reich— tum von Gedanken und Bildern ausgeſtattet“ 16. „Jetzt ſcheint die Not des Gegenteils vorhanden, der Sinn ſo ſehr in dem Irdiſchen feſtgewurzelt, daß es gleicher Gewalt bedarf, ihn dar— über zu erheben“ 16, 17 Kritik an der leeren Tiefe prophetiſchen Redens, denn „die Kraft des Geiſtes iſt nur ſo groß als ihre Außerung, ſeine Tiefe nur ſo tief, als er in ſeiner Auslegung ſich auszubreiten und ſich zu verlieren getraut“ 17, 18 Charakteriſtik der nun beginnenden Philoſophie 18—22. Cha⸗ rakteriſtik des „qualitativen Sprungs“ in der Geſchichte 18. Aber das erſte Auftreten des Neuen iſt „erſt feine Unmittelbarkeit oder ſein Begriff“ 18, 19. Der eſoteriſche Beſitz muß zugleich exoteriſch, begreiflich werden 19. „Durch den Verſtand zum ver⸗ 1778
Phänomenologie des Geiſtes nünftigen Wiſſen zu gelangen, iſt die gerechte Forderung des Bewußtſeins, das zur Wiſſenſchaft hinzutritt“ 19, 20 Der heute beginnenden Wiſſenſchaſt gegenüber pocht ein Teil „auf den Reichtum des Materials und die Verſtändlichkeit“ und der andere Teil „pocht auf die unmittelbare Vernünſtigkeit und Göttlichkeit“ und verfällt dabei in „einfärbigen Formalismus“ 20, 21, 46. Charakteriſtik dieſes Formalismus 21, 22. „Sein Ab: ſolutes für die Nacht auszugeben, worin, wie man zu ſagen pflegt, alle Kühe ſchwarz ſind, iſt die Naivität der Leere an Erkenntnis“ 22 Erſter Teil der Vorrede 22—32. „Das Abſolute ift Subjekt“ 5, 22. „Es kommt nach meiner Einſicht . .. alles darauf an, das Wahre nicht als Subſtanz, ſondern ebenſoſehr als Subjekt aufzufaſſen und auszudrücken“ 22, 23. „Es iſt das Wer— den ſeiner ſelbſt, der Kreis, der ſein Ende als ſeinen Zweck vor— ausſetzt und zum Anfange hat, und nur durch die Ausführung und ſein Ende wirklich iſt“ 23 Die Subſtanz iſt „als Subjekt die reine einſache Negativität“ 23. Über Form und Weſen 23, 24 (ſ. Form), über das Abſolute als Reſultat 24— 26. „Es iſt von dem Abſoluten zu ſagen, daß es weſentlich Reſultat, daß es erſt am Ende das iſt, was es in Wahr— heit iſt“ 24. Am Anfang iſt das Abſolute nur das Allgemeine, ein Wort 24. Anderswerden, Vermittlung iſt notwendig 24 Zur Notwendigkeit der Vermittlung 24, 25 (ſ. a. Vermittlung). Die Vermittelung oder das Werden oder das Ich 25. Die Re— flexion iſt als poſitives Moment des Abſoluten zu faſſen 25. Charakteriſtik der Vernunſt als „zweckmäßiges Tun“ 25. „Der Zweck iſt das Unmittelbare, Ruhende, das Unbewegte, welches ſelbſt bewegend iſt; ſo iſt es Subjekt“ 25, 26 Hiſtoriſcher Exkurs 26—27. In der Faſſung des Abſoluten als Gott, wird das Abſolute als Subjekt vorgeſtellt 26. Es fehlt die Bewegung des Sichinſichſelbſtreflektierens 26. „Das Subjekt iſt als feſter Punkt angenommen, an den als ihren Halt die Prä⸗ dikate geheftet ſind“ 26, 27 Notwendigkeit des Syſtems. Wobei „der Grund oder das Prinzip des Syſtems in der Tat nur ſein Anfang iſt“ 27, 28 In der Faſſung des Abſoluten als Geiſt iſt ausgedrückt, „daß das Wahre nur als Syſtem wirklich, oder daß die Subſtanz weſentlich Subjekt iſt“ 27, 28. „Das Geiſtige allein iſt das Wirk— 1779
Phänomenologie des Geiſtes 2 liche“ 27. Es iſt das Anſichſeiende, das Andersſein und Fürſich⸗ ſein und das Anundfürſichſein 27, 28. Dies aber nicht nur für uns, ſondern auch für ſich ſelbſt 28 Charakteriſtik des „reinen Selbſterkennens im abſoluten Anders— ſein“, dieſes „Wiſſens im Allgemeinen“ 28, 29, 27. Die Wiſſen⸗ ſchaft kann verlangen, daß das Selbſtbewußtſein ſich in dieſen Ather erhoben habe 28, 29. Aber auch das Individnum kann for— dern, „daß die Wiſſenſchaft ihm die Leiter wenigſtens zu dieſem Standpunkte reiche, ihm in ihm ſelbſt denſelben aufzeige“ 29, 28. „Dies Anſich hat ſich zu äußern und für ſich ſelbſt zu werden, dies heißt nichts anderes, als dasſelbe hat das Selbſtbewußtſein als eins mit ſich zu ſetzen“ 30 Die Erhebung in das Wiſſen iſt die Phänomenologie des Geiftes 30, 5. Ihre Aufgabe iſt, „das Individuum von ſeinem ungebildeten Standpunkte aus zum Wiſſen zu führen“ 30 Über das Verhältnis des Individuums als des unvollſtändigen Geiſtes zum ſelbſtbewußten Geiſt 30, 31 (ſ. Individuum), 32. Kritik an der Ungeduld, welche „das Ziel, die Einſicht des Geiſtes in das, was das Wiſſen iſt“ ohne die Mittel erreichen will 31. „Die Länge dieſes Wegs iſt zu ertragen“ und es iſt bei der indivi⸗ duellen Geſtalt zu verweilen notwendig 31, 32 Zweiter Teil der Vorrede 32—64. Charakteriſtik der „Verwand— lung des Vorgeſtellten und Bekaunten in den Gedanken“ 5, 32—34. Das Individuum durchläuft die Bildungsſtufen des allgemeinen Geiſtes, und kehrt das „bereits erinnerte Anſich in die Form des Fürſichſeins um“ 32, 33. „Das Bekannte überhaupt iſt darum, weil es bekannt iſt, nicht erkannt“ 33, 32 [4, 23; 19, 575] Das fibliche Analyſieren einer Vorſtellung hebt das bloße Be— kanntſein auf 33. „Die Tätigkeit des Scheidens iſt die Kraft und Arbeit des Verſtandes, der wunderſamſten und größten, oder vielmehr der abſoluten Macht“ 33, 34 Charakteriſtik der Verwandlung des Gedankens „in den Begriff“ 5, 34—36. In der alten Zeit erzeugte ſich das Studium „zu einer durch und durch betätigten Allgemeinheit“ 35, 34. „In der neueren Zeit hingegen findet das Individuum die abſtrakte Form vorbereitet“; es muß umgekehrt die feſten beſtimmten Gedanken aufheben und das Allgemeine verwirklichen und begeiſten 35. Charakteriſtik der Methode ſolcher Verflüſſi⸗ 1780
Phänomenologie des Geiſtes 2 gung, durch welche „die reinen Gedanken Begriffe werden“ 35 (f. Dialektik). Ausbreitung dieſer Bewegung zum organiſchen Ganzen 35, 36. „Dieſer Weg wird durch die Bewegung des Ve— griffs die vollſtändige Weltlichkeit des Bewußtſeins in ihrer Not— wendigkeit umfaſſen“ 36 Eine ſolche Darftellung macht den erſten Teil der Wiſſenſchaft aus, „Das Element des unmittelbaren Daſeins“ macht ſeine Be— ſtimmtheit aus 36 Betrachtungen 36—61 Gegenüberſtellende Charakteriſtik der Erfahrungswiſſenſchaft und der Logik oder ſpekulativen Philoſophie 36, 37, 71. In der Phäno— menologie macht „der Geiſt ſein Daſein ſeinem Weſen gleich“, die „Trennung des Wiſſens und der Wahrheit iſt überwunden“ 37, 71 Zur Frage „inwiefern die Phänomenologie des Geiftes negativift, und das Falſche enthält“ 5, 38—39. Kritit an der Bewegungloſigkeit von wahr ind falſch 38. „Die Wahrheit iſt nicht eine ausgeprägte Münze, die fertig gegeben und ſo eingeſtrichen werden kann“ 38, 39. Verſchieden⸗ heit einer „ſogenannten Wahrheit“ und einer „philoſophiſchen Wahrheit“ 39 Die „hiſtoriſchen Wahrheiten“ 40 (. Geſchichtsphilo⸗ ſophie) Die mathematiſchen Wahrheiten 4044. „Die Be— wegung des mathematiſchen Beweiſes gehört nicht dem an, was Gegenſtand iſt, ſondern iſt ein der Sache äußerliches Tun“ 40, 41. Das mathematiſche Erkennen ſtellt „nur das Werden des Daſeins, d. h. des Seins der Natur der Sache im Erkennen als ſolchem dar“, während es die wahre Sache verändert 41 Zur Mangelhaftigkeit des mathematiſchen Erkennens 41—44. „Vors erſte wird die Notwendigkeit der Konſtruktion nicht ein: geſehen“ 41,42. Dann regiert den Beweis eine äußere Bewegung 42, 43, 44. Mangelhaftigkeit von Zweck und Stoff des mathe mati⸗— ſchen Erkennens 42. Zweck oder Begriff der Mathematik iſt die Größe 42, ihr Stoff iſt der Raum und das Eins 42, 46. „Das Wiſſen läuft an der Linie der Gleichheit fort“, kommt „nicht zur qualitativen, immanenten, nicht zur Selbſtbewegung“ 43. Die reine Mathematik „ſtellt auch nicht die Zeit als Zeit dem Raume gegenüber“ 43, 44 1781
Phänomenologie des Geiftes Zur „Natur der philoſophiſchen Wahrheit und ihrer Methode“ 5, 44—54. Die Philoſophie betrachtet „das Wirkliche, Sichſelbſtſetzende und Inſichlebende, das Daſein in ſeinem Begriffe“, den „Prozeß“, die „Erſcheinung“ als „das Ent— ſtehen und Vergehen, das ſelbſt nicht entſteht und vergeht“ 44. „Das Wahre iſt fo der baechantiſche Taumel, an dem kein Glied nicht trunken iſt . . .“ 44, 45 Die Methode dieſer Bewegung 45, 49, 37. Ihre Darſtellung gehört der Logik an, „denn die Methode iſt nichts anderes als der Bau des Ganzen in feiner reinen Weſenheit aufgeſtellt“ 45, 37. Wen⸗ dung gegen die mathematiſche Methode in der Philoſophie 45, 46, 53; gegen „räſonierende Konverſation“ und die „Unmethode des Ahndens und der Begeiſterung und die Willkür des prophe— tiſchen Redens“ 46. Wendung gegen den ſchemati— ſierenden Formalismus 46—49, 20—22. Die Kantiſche, noch unbegriffene Triplizität wird zur abſoluten Bedeutung er— hoben 46, 47. „Es werden dabei teils ſinnliche Beſtimmungen aus der gemeinen Anſchauung aufgenommen“, „teils wird das an ſich Bedeutende ... geradefo unbeſehen und unkritiſch gebraucht wie im gemeinen Leben“ 47. Eine oberflächliche Analogie wird be— nützt 47, 48. Beiſpiele 47, 48, 49. „Der Pfiff einer ſolchen Weis— heit iſt ſobald erlernt, als es leicht iſt, ihn auszuüben“ 48. „Was dieſe Methode . . . hervorbringt, iſt nichts geringeres, als ein ſonnenklarer Bericht über den Organismus des Univerſums“ 49 „Die Wiſſenſchaft darf ſich nur durch das eigene Leben des Be— griffs organiſieren“ 49, 50. Charakteriſtik der Bewegung des Seienden 50. Ihr gegenüber gibt der tabellariſche Verſtand „nur die Inhaltsangabe, den Inhalt ſelbſt aber lieſert er nicht“ 50. „Das wiſſenſchaſtliche Erkennen erfordert vielmehr, ſich dem Leben des Gegenſtandes zu übergeben, oder, was dasſelbe iſt, die innere end desfelben vor ſich zu haben und auszuſprechen“ 50, 51 Bedeutung des Verſtandes nach der Seite der Subſtanz als feiender, ſich ſelbſt gleicher 51, 52. „Das Dafein iſt Qualität, ſichſelbſt— gleiche Beſtimmtheit oder beſtimmte Einſachheit, beſtimmter Ge— danke; dies iſt der Verſtand des Daſeins“ 52. Node des Anapa— goras 52, Kos oder Lohn derer nach ihm 52 (f. Idee). „Eben darin, daß das Daſein als Art beſtimmt iſt, iſt es einfacher Ge: danke; der „ode, die Einſachheit, iſt die Subſtanz“ 52 1782
Phänomenologie des Geiſtes 2 Übergang der Sichſelbſtgleichheit in den reinen Begriff 53. „Die Verſtändigkeit iſt ein Werden, und als dies Werden iſt fie die Ver— nünftigkeit“ 53 Zur „logiſchen Notwendigkeit“, die allein das Spekulative iſt 53. Das hier über die Natur der wiſſenſchaftlichen Methode Geſagte kann „aber für nicht mehr als für eine antizipierte Verſicherung gelten“ 53, 54 „Erfordernis beim Studium der Philoſophie“ 5, 54—64. Es iſt „die Anſtrengung des Begriffs auf fi zu neh: men. Sie erfordert die Aufmerkſamkeit auf ihn als ſolchen, auf die einfachen Beſtimmungen, z. B. des Anſichſeins, des Fürſich⸗ ſeins, der Sichſelbſtgleichheit und ſo fort“ 54. Sowohl die Ge— wohnheit an Vorſtellungen fortzulaufen, als auch das räſonie— rende Denken wird durch den Begriff unterbrochen 54—957. Das räſonierende Denken in ſeinem negativen Verhalten 55, in ſei— nem poſitiven Verhalten 56. Sein Subjekt 56. Das begreifende Denken 56 Gegenüberſtellung des Urteils oder Satzes überhaupt und des ſpe— kulativen Satzes 57, 58. Erläuterung an den Sätzen: „Gott iſt das Sein“ und „das Wirkliche iſt das Allgemeine“ 58, 59 „Eine Schwierigkeit, die vermieden werden ſollte, macht die Ver— miſchung der ſpekulativen und der räſonierenden Weiſe aus“ 59. „Daß die Form des Satzes aufgehoben wird, muß nicht nur auf unmittelbare Weiſe geſchehen“, ſondern das „Zurückgehen des Begriffs in ſich muß dargeſtellt ſein“ 59. „Als Satz iſt das Speku— lative nur die innerliche Hemmung und die nichtdaſeiende Rück— kehr des Weſens in ſich“ 59. Über den Einwand, „daß die dialek— tiſche Bewegung gleichfalls Sätze zu ihren Teilen oder Elementen habe“ 60, 61 „So ſehr als das räſonierende Verhalten, iſt dem Studium der Philoſophie die nicht räſonierende Einbildung auf ausgemachte Wahrheiten hinderlich“ 61. Über das Vorurteil: jeder könne un: mittelbar philoſophieren und es müſſe weder erlernt noch geübt werden 61, 62 Über „das natürliche Philoſophieren als geſunder Menſchenver— ſtand und als Genialität“ 62—64 (ſ. geſunder Menſchenverſtand). „Dieſer gemeine Weg macht ſich im Hausrocke“ 64 „Beſchluß, Verhältnis des Schriftſtellers zum Publikum“ 64—66. Stellung zu Platons Mythen, zu ri: 1783
Phänomenologie des Geiſtes 2 ſtoteles 64, 65. „Wir müſſen überzeugt ſein, daß das Wahre die Natur hat, durchzudringen, wenn ſeine Zeit gekommen“ 65. Un⸗ terſcheidung zwiſchen dem Publikum und denen, „welche ſich als ſeine Repräſentanten und Sprecher betragen“ 65, 66 Einleitung 67—80. Zur natürlichen Vorſtellung, man müſſe „vor⸗ her über das Erkennen ſich verſtändigen, das als das Werkzeug, wodurch man des Abſoluten ſich bemächtige, . . . betrachtet wird“ 67 [15, 69; 16, 366, 367 ſ. Erkenntnis]. Zur Beſorgnis, daß „zwi: ſchen das Erkennen und das Abſolute eine ſie ſchlechthin ſchei— dende Grenze falle“ 67, daß das Werkzeug „eine Formierung und Veränderung“ vornehme, die nicht mehr wieder wegzunehmen ſei 67, 68. Vorausſetzung zu ſolcher Beſorgnis iſt vorzüglich dies, „daß das Abſolute auf einer Seite ſtehe, und das Erkennen auf der anderen Seite für ſich und getrennt von dem Abſoluten“ 69. Tatſache iſt, daß „das Abſolute, das Erkennen, und ſo fort, Worte ſind, welche eine Bedeutung vorausſetzen, die erſt zu erlangen iſt“ 69, 70, 71 Im Folgenden ſoll „die Darſtellung des erſcheinenden Wiſſens vorgenommen werden“ 71, „des Weges des natürlichen Bewußt— ſeins, das zum wahren Wiſſen dringt“ 71, 37, 73, 80. Dem natür⸗ lichen Bewußtſein „gilt das... für Verluſt feiner ſelbſt, was die Realifierung des Begriffs iſt“ 71. Sein Weg iſt der des Zweifels, ja der Verzweiflung und die Reihe ſeiner Geſtaltungen iſt „die ausführliche Geſchichte der Bildung des Bewußtſeins ſelbſt zur Wiſſenſchaft“ 72, 71 „Die Vollſtändigkeit der Formen des nicht realen Bewußtſeins wird ſich durch die Notwendigkeit des Fortganges und Zuſammen— hanges ſelbſt ergeben“ 72, 73. „Die Darſtellung des nicht wahr— haften Bewußtſeins in ſeiner Unwahrheit iſt nicht eine bloß nega— tive Bewegung“, vielmehr muß das Nichts „als beſtimmte Nega— tion“ aufgeſaßt werden und „damit iſt unmittelbar eine neue Form entſprungen“ 73 Das Ziel des Fortgangs in der Darftellung des erſcheinenden Wiſſens iſt da, wo das Wiſſen „hſich ſelbſt findet, und der Begriff dem Gegenſtande, und der Gegenſtand dem Begriffe entſpricht“ 73. Der Fortgang zu dieſem Ziel iſt unaufhaltſam 73, 74. Zur Methode des Fortgangs 74, 75. Vorerſt fehlt ein Maßſtab zur Prüfung der Realität des Erkennens 74, 75. Bei der Unter⸗ 1784
Phänomenologie des Geiſtes 2 ſuchung der Wahrheit des Wiſſens ſcheint das Weſen oder der Maßſtab in uns zu fallen 75, 67. Da aber unſer Gegenſtand der Unterſuchung das Bewußtſein iſt, ſo „gibt das Bewußtſein ſeinen Maßſtab an ihm ſelbſt, und die Unterſuchung wird dadurch eine Vergleichung ſeiner mit ſich ſelbſt ſein“ 76. Für die ganze Unter⸗ ſuchung iſt feſtzuhalten, daß „Begriff und Gegenſtand, Füreinanderes- und Anſichſelbſtſein, in das Wiſſen, das wir unter: ſuchen, ſelbſt fallen“ 76, 77. Eine Zutat von uns iſt überflüſſig und wir ſind auch „der eigentlichen Prüfung überhoben“; „denn das Bewußtſein iſt einerſeits Bewußtſein des Gegenſtandes, andererſeits Bewußtſein ſeiner ſelbſt; Bewußtſein deſſen, was ihm das Wahre iſt, und Bewußtſein ſeines Wiſſens davon. Indem beide für dasſelbe ſind, iſt es ſelbſt ihre Vergleichung“ 77. „Die Prüfung iſt nicht nur eine Prüfung des Wiſſens, ſondern auch ihres Maßſtabes“ 78, 77 Dieſe dialektiſche Bewegung, inſofern der neue wahre Gegenſtand daraus entſpringt, iſt das, was Erfahrung genannt wird 78, 79. In unſerer Darſtellung „zeigt ſich der neue Gegenſtand als ge— worden durch eine Umkehrung des Bewußtſeins ſelbſt“ 79. „Das Anſich wird zu einem für das Bewußtſein Sein des Anſich.“ Mit dem neuen Gegenſtand tritt eine neue Geſtalt des Bewußtſeins auf, „welcher etwas anderes das Weſen iſt, als der vorhergehen— den“ 79, 80. Die Entſtehung des neuen Gegenſtandes erfolgt mit Notwendigkeit und „dieſer Weg zur Wiſſenſchaft iſt ſelbſt ſchon Wiſſenſchaft, „Wiſſenſchaft der Erfahrung des Bewußtſeins“ 80, 79 Die Momente des Ganzen dieſer Erfahrung ſind nicht abſtrakt, ſondern „Geſtalten des Bewußtſeins“ 80 A. „Bewußtſe in“ 81—138 (f. Bewußtſein) B. „Selbſtbewußtſein“ 139—181 (. Selbſtbewußtſein) C. (AA.) „Vernunft“ 182—334 (ſ. Vernunft) (BB.) „Der Geiſt“ 335—516 (ſ. Geiſt) (CC.) „Die Religion“ 517—601, 516 (f. Religion). Rückblick auf die bisherigen Geſtaltungen im Hinblick auf die Religion 517, 520, 521 (f. Religion). Rückblick auf die bisherige Entwicklung bis zu dem „als Selbſtbewußtſein werdenden Geiſte“ 573576 (O offenbare Religion), 614, 615 (O Philoſophie) 1785
Phänomenologie des Geiftes 2 (DD.) „Das abſolute Wiſſen“ 602-620 (ſ. Philoſophie). Gegenüberſtellung von Wiſſenſchaft und Phänomenologie des Geiſtes 617, 616 (O Philoſophie) 3 „Phänomenologie des Geiſtes, oder Wiſſen— ſchaſt des Bewußtſeins“ 101—112, 99 (ſ. Bewußtſein). „Die Lehre vom Bewußtſein .. . iſt die Phänomenologie des Geiſtes“ 102 (O Bewußtſein) Der Geiſt als erſcheinend, inſofern er ſich nämlich als Subjekt auf Anderes als Objekt bezieht, iſt Bewußtſein und Gegenſtand der Phänomenologie des Geiſtes 200 (O Geiſt) Die Phänomenologie des Geiſtes als Unterlage für den Vortrag der Pſychologie in der Mittelklaſſe des Gymnaſiums 305, 306 (O Philoſophieunterricht) 4 Hinweis auf die Vorrede der Phänomenologie des Geiſtes im Hin— blick darauſ, „daß es überhaupt um einen neuen Begriff wiſſen— ſchaſtlicher Behandlung zu tun iſt“ 16, 16 Fußnote. Beziehung der Phänomenologie des Geiſtes zur Logik 18, 17. „In der Phäno⸗ menologie des Geiſtes habe ich das Bewußtſein in ſeiner Fortbe— wegung von dem erſten unmittelbaren Gegenſatz ſeiner und des Gegenſtandes bis zum abſoluten Wiſſen dargeſtellt. Dieſer Weg geht durch alle Formen des Verhältniſſes des Bewußtſeins zum Objekte durch, und hat den Begriff der Wiſſenſchaft zu ſeinem Reſultate“ 43, 44, 45, 18 (O Logik), 51 (O Dialektik), 71 (O Sein) Hinweis auf das in der Vorrede der Phänomenologie über die mathematiſche Methode Geſagte 50 (O Dialektik) Die Phänomenologie des Geiſtes, die Wiſſenſchaft des Bewußt— ſeins iſt in gewiſſer Hinſicht Vorausſetzung der Logik 71, 72, 73 (O Sein), 17, 18 (O Logik) 636 Fußn. (O Erſcheinung) „In der Phänomenologie des Geiſtes, als der Lehre vom Be⸗ wußtſein, wurde durch die Stufen des ſinnlichen Bewußtſeins und dann des Wahrnehmens zum Verſtande aufgeſtiegen“ 17 (O Kant). Charakteriſtik der Phänomenologie als „eine Wiſſen— ſchaſt, welche zwiſchen der Wiſſenſchaft des Naturgeiſtes und des Geiſtes als ſolchem inne ſteht, und den für ſich ſeienden Geiſt zugleich in ſeiner Beziehung auf ſein Anderes, welches hierdurch ſo— wohl... als an ſich ſeiendes Objekt wie auch als negiertes be— ſtimmt iſt, — den Geiſt alſo als erſcheinend am Gegenteil ſeiner ai 1786
Phänomenologie des Geiſtes 5 ſelbſt ſich darſtellend betrachtet“ 272 (O Erkennen) 323 (O Gutes) 6 „Ich habe früher die Phänomenologie des Geiſtes, die wiſſenſchaft— liche Geſchichte des Bewußtſeins, in dem Sinne als erſten Teil der Philoſophie behandelt, daß fie der reinen Wiſſenſchaft voraus: gehen ſolle, da fie die Erzeugung ihres Begriffs iſt“ 48 (O Kriti— zismus) [8, 98] 7 Hinweis auf die Phänomenologie bezüglich der „weiteren Anti: nomien und Geſtaltungen des perennierenden Sollens“ 195 (O Gutes); bezüglich der antiken Tragödie und ihrem rein ſitt— lichen Intereſſe 218 Fußn.; bezüglich des Abſchnittes: das Ge— wiſſen, die ſchöne Seele 220, 219 (O Ironie) 8 Charakteriſtik des Ganges in der Phänomenologie des Geiſtes: Ausgangspunkt, Weg und Ziel 988 (O Logik) 9 29 8, 308 (O Naturphilofophie) 10 Die Phänomenologie des Geiſtes hat den ſubjektiven Geiſt „für ſich oder vermittelt, noch als identiſche Reflexion in ſich und in Anderes“, „den Geiſt im Verhältnis oder Beſonderung“, das „Be: wußtſein“ zu ihrem Gegenſtand 46 [P. St. 6, 231], 48 H. In der Phänomenologie wird die Seele Bewußtſein, Ich, iſt ihrem An: deren gegenüber für fi) 49 8, 50 ©. „Das Ich iſt noch vollkommen leer, eine ganz abſtrakte Subjektivität“ 50 H. Seine Freiheit tft „nur eine abſtrakte, bedingte, relative“. Der Geiſt erſcheint, iſt noch nicht wirklicher Geiſt, daher nennen wir dieſen Teil die Phä— nomenologie 50 & (O Geiſt) 1268 (O Empfindung) „Die Phänomenologie des Geiſtes“ 255—293 (O Geiſt) [P. St. 6, 245— 257], 26, 46 [P. St. 6, 231], 48 © „Das Bewußtſein“ 255— 293 (ſ. Bewußtſein) [P. St. 6, 245— 257], 26 0, 126 8, 149 8, 253 [P. St. 6, 245] (f. Seele). Kritik an der Kantiſchen Philoſophie, inſofern ſie „den Geiſt als Bewußtſein aufgefaßt hat, und ganz nur Beſtimmungen der Phä— nomenologie, nicht der Philoſophie desſelben, enthält“ 259 IP. St. 6, 246]. Hinweis auf die Phänomenologie des Geiſtes bezüglich der Betrachtungen über das Hier und Jetzt 264 [P. St. 6, 248] (O Bewußtſein) 1787
10 1 ai 16 2 > 1 — 10 12 Phänomenologie des Geiſtes / Phantaſie a) „Das Bewußtſein als ſolches“ 263—272 [P. St. 6, 247-251], 155 8, 261 [P. St. 6, 247] (f. Bewußtſein), 264 (f. o.) b) „Das Selbſtbewußtſein“ 272—292 [P. St. 6, 251 bis 256], 261 [P. St. 6, 247], 262 8, 2718 (f. Selbſtbewußtſein) c) „Die Vernunft“ 292—293 [P. St. 6, 256—257], 261 [P. St. 6, 247], 263 8 (ſ. Vernunft) „In der Phänomenologie des Geiſtes iſt dieſer in ſeiner Erſchei— nung als Bewußtſein und die Notwendigkeit ſeines Fortgangs bis zum abſoluten Standpunkt betrachtet. Da ſind die Geſtalten des Geiſtes, die Stufen, die er produziert, ſo betrachtet, wie ſie in ſein Bewußtſein fallen“ 125 (O religiöſes Verhältnis) Die Betrachtung der mannigfaltigen Formen des Verhältniſſes des endlichen Geiſtes zur Natur gehört in die Phänomenologie des Geiſtes oder in die Geiſteslehre 255 (O chriſtliche Religion) 168 Fußn. (O Solger), 327, 330, 358 (O Hegel) Yyavraoia Savraola der alten Skeptiker 227 (O Gfeptizismus), bei Artefi: laos 523 (O Arkeſilaos) Phantaſie (Einbildungskraft) Schulzes Anſicht über „das Verhältnis des Genies und der Phan— tafie zur Philoſophie“ 273, 274, 275 (ſ. Skeptizismus) 339 [P. St. 6, 268], 340 8, zur Zeichen machenden Phantaſie 342 8,3378 (ſ. Einbildungskraft). „Die Phantaſie ift der Mittelpunkt, in welchem das Allgemeine und das Sein, das Eigene und das Gefundenſein, das Innere und Außere vollkommen in Eins geſchaffen ſind“ 342 H. Die Phantaſie als „die nur formelle Ver— nunft“ 342 8 (O Einbildungskraft) Die künſtleriſche Phantaſie „iſt das Vernünftige, das als Geiſt nur iſt, inſofern es ſich zum Bewußtſein hervorzutreiben tätig iſt, doch, was es enthält, noch erſt in ſinnlicher Form vor ſich hin— ſtellt“ 69, 70. Sie iſt inſofern Naturgabe, als „ihr Produzieren eine Seite der Sinnlichkeit in ſich trägt“ 70 (O Kunſtwerk) 132 (O Aſthetik) „Die Phantaſie“ 378-381 (0 Genie). Phantaſie ift „das allgemeine Vermögen zur künſtleriſchen Produktion“ und iſt „mit der bloß paſſiven Einbildungskraft nicht zu verwechſeln“ 378 1788
12 2 1 15 1 E 18 Phantafie a) Zu dieſer ſchöpferiſchen Tätigkeit gehören die Gabe und das Intereſſe „einer beſtimmten Auffaſſung des Wirklichen in ſeiner realen Geſtalt ſo wie das Feſthalten des Erſchauten“ 379, 378. Mit der genauen Bekanntſchaft der Außengeſtalt iſt „die gleiche Vertrautheit mit dem Innern des Menſchen“ zu verbinden 379 6) Der Künſtler „muß das Weſentliche und Wahrhaftige feinem ganzen Umfang und ſeiner ganzen Tiefe nach durchſonnen ha— ben“, nicht in Form philoſophiſcher Gedanken, ſondern „in kon⸗ kreter Geſtalt und individueller Wirklichkeit“ 379, 380. Sowohl Unterſcheidung wie Konzentration des Gemüts ſind notwendig 380 „) „Durch dieſe Empfindung nämlich, die das Ganze durchdringt und beſeelt, hat der Künſtler ſeinen Stoff und deſſen Geſtaltung als ſein eigenſtes Selbſt, als innerſtes Eigentum ſeiner als Sub⸗ jekt“ 380. „Sein Geiſt, ſein Herz muß ſchon tief ergriffen und bewegt worden ſein“ 380, 381 (O Genie) Zur „gärenden Phan taſie“ und ihrer verworrenen Art in der un⸗ bewußten Symbolik auf ihrer zweiten Stufe 446, 445 (O ſym⸗ boliſche Kunſtform) Phantaſie der Inder 448. „Dieſe Phantaſie iſt überhaupt in dem ſteten Prozeß begriffen, das Sinnlichkeitsloſeſte in die äußere Er— ſcheinung mitten hineinzuführen, fo wie umgekehrt das Natür: lichſte und Sinnlichſte wieder durch die äußerſte Abſtraktion aus⸗ zulöſchen“ 459 (O indiſche Kunſtform) (15, 362]. Charakteriſtik des Negativen in der indiſchen Phantaſie 464 (O ſymboliſche Kunſtform). Ihr Reichtum und ihre Leere 489 (O indiſche Poeſie) 539 (O Metapher) Zur künſtleriſchen Phantaſie in der Poeſie 228 (ſ. Poeſie) „Die Religion der Phantaſie“ 355—400 (f. indiſche Religion), 362 Zur Phantaſie in der griechiſchen Religion „als die Mitte zwiſchen dem reinen Denken und der unmittelbaren Naturanſchauung“ 119, 140 (s. griechiſche Religion), 166 (O römiſche Religion) Gegenüberſtellung von Chriſtentum und Phantaſiereligion 361 (O Gottesbeweiſe) Zur Phantaſie der Stoiker 444 (f. Stoiker), 521, 522, 523, des Arkeſilaos 523, 525 (f. Arkeſilaos), des Karneades 529 (O Kar⸗ neades) 1789
11 12 11 -ı 17 13 16 1 O 18 Phantaſtik / Philetas Phantaſtik Es gibt nicht nur eine klaſſiſche Form, ſondern auch einen klaſ— ſiſchen Inhalt. „Mit phantaſtiſchem, ſich nicht in ſich begrenzendem Inhalte . . . wird die Form zugleich maß- und formlos, oder klein— lich und peinlich“ 109 (O Weltgeſchichte) „Die phantaſtiſche Symbolik“ 445—463 (ſ. ſymbo⸗ liſche Kunſtform), 115, 405, 426, 428 Phantaſtik der indiſchen Kunſt und Religion 362 (O indiſche Religion) Pharſalos Schlacht bei Pharſalos 401 (O Römer), 444 (O Völkerwanderung) Phavorinus 45, 46, 47 (O Rechtsphiloſophie) Pherekydes 194 (O ſieben Weiſe), 226 Fußn. (O Unagimander), 233 (O Anari: menes), 239, 286 (O Pythagoras), 408 (O Anapagoras) Phidias 69 238 (O Kunſtſchönes) „Phidias nahm ſeinen Zeus aus Homer“ 18 (O0 Künſtler). Phidias als Meiſter des „idealen, rein ſchönen Stils“ 248 (O Stil). Mehr— farbigkeit ſeines Zeus 361. Phidias als Vertreter des griechiſchen, plaſtiſchen Charakters 377 (O Skulptur) 382, 430, 437, 443, 444, 447 124 (O griechiſche Religion) Philanthropie Kritik an den Anſichten „einer kranken Philanthropie“ über einen unſchuldigen Naturzuſtand der Menſchen 289 (O unmittelbare Religion) Philetas von Kos 136 (O Eubulides) 1790
Philipp II. / Philolaos Philipp II. von Mazedonien 11 353 (O mazedoniſches Reich) 18 Beziehung Philipps zu Ariſtoteles 300, 301, 302 (O Ariſtoteles) Philipp IV., der Schöne, König von Frankreich 11 Er rief als erſter die Städtedeputierten als dritten Stand zur Verſammlung der Geiſtlichkeit und der Barone 510, 513 (O Mit⸗ telalter) Philipp II., König von Spanien 11 129 (O Amerika), 538, 542 (O Reformation), 564 (O franzöſiſche Revolution) 12 233 (O holländiſche Malerei) Philiſter, Philiſterempfindung 10 „Anfangs kann dem Jünglinge der Übergang aus ſeinem idealen Leben in die bürgerliche Geſellſchaft als ein ſchmerzhafter Übergang ins Philiſterleben erſcheinen“ 105 & (f. Jugend) Kritik an dem Maßſtab, welchen „die neueren Philiſter unter den Hiſtorikern“ an Alexander den Großen anlegen 355 (O mazedo— niſches Reich) „Zufriedenheit iſt nur die Billigung meines eigenen Seins, Tuns und Treibens, und das Extrem derſelben gibt ſich in jener Phi— liſterempfindung zu erkennen, zu der es jeder fertige Menſch bringen muß“ 78 (O griechiſche Götter) Der Philiſter als Reſultat im modernen Roman 217 (O Aben⸗ teuerlichkeit) Philo ſ. Philon gyırodosia 18 S) o oανν des Antiſthenes 163 (O Antiſthenes) 1 — 1 = Philoktet 13 199 (O Charakter) Philolaos 17 Philolaos der Pythagoreer 253 (O Pythagoras) 1791
8 — E E 10 11 15 1 I 1 oo 19 13 Philologie / Philomela Philologie (Gelehrſamkeit) 542 (O Literatur) Der Annahme, daß das Studium der Alten die „angemeſſenſte und ſeiner Subſtanz nach die wahrhafte Einleitung in die Philo⸗ ſophie ſei“ ſteht „die ganz gelehrt werdende und zur Wortweisheit tendierende Philologie“ entgegen 302, 322, 323, 328 (O Phi⸗ loſophieunterricht) Die philoſophiſche Enzyklopädie ſchließt bloße Aggregate von Kenntniſſe wie z. B. Philologie aus 27 (O Enzyklopädie) [P. St. 8, 62] 62 [P. St. 6, 27 f. o] Wendung gegen aprioriſches Geſchichtſchreiben von philologiſcher Seite her 428 0 (O Weltgeſchichte) „Bei uns hat ſich die ſogenannte höhere Kritik, wie der Philo— logie überhaupt, ſo auch der Geſchichtsbücher bemächtigt“ 32, 33 (O Geſchichtsſchreiber) Bearbeitung der älteren römiſchen Geſchichte durch die Philologen 363. Im Gegenſatz zu den Geſchichtsſchreibern bedeuten bei ihnen „die allgemeinen Traditionen weniger und fie gehen mehr auf Einzelheiten, welche auf mannigfache Weiſe kombiniert werden können“ 363 (O Römer) Ablehnung der Philologie in der neuen Bibelexegeſe 230 (O Glaube) [3, 302; 19, 261] „Su den eleuſiniſchen Myſterien war aber nichts Unbekanntes . .. und dies will ich in Rückſicht für die Herren Philologen bemerken“ 112 (O Philoſophie) Gottlob, daß die große Anzahl der Schriften Epikurs nicht mehr vorhanden ſind! „Die Philologen würden große Mühe damit ha⸗ ben“ 477 (O Epikur) Ablehnung des „großen neuen Prinzips der Exegeſe, daß die Schriften des Neuen Teſtaments behandelt werden ſollen, wie ein griechiſcher oder lateiniſcher oder anderer Schriftſteller, kritiſch, philologiſch, hiſtoriſch“ 261 (O Reformation) Philomela Philomele in Ovids Metamorphoſen 32, 33 (O Ovid) 1792
11 15 16 19 11 Philon / Philopömen Philon Er verband abſtrakte Formen des Konkreten von Plato und Ariſtoteles mit Vorſtellungen des Unendlichen und erkennt Gott nach dem konkreten Begriffe des Geiſtes mit der Beſtimmung des Aöyos 423. Er fand in der moſaiſchen Urkunde ein Tieferes angedeutet 424 (O Chriſtentum) „Bei den ſpäteren Juden, Philo, iſt die 90% das Erſterſchaffene, das aus dem Einen hervorgeht“ 370 (O indiſche Religion) 243, 244 (O chriſtliche Religion) „Philo“ 18—26 (O Neuplatoniker). Geburt und Leben 18, 19. Seine Werke und ihre Herausgabe 19. Philons Studium Platons 19 [11, 423; 16, 243, 244] und der Bibel 19. Sein Studium der Geſchichte des jüdiſchen Volkes 19. Seine tiefſinnige Interpreta— tion des Geſchichtlichen überhaupt 20, 6 [11, 424 21 Die Grundvorſtellungen des Philon: 1. „Die Hauptſache iſt, Gott zu erkennen“ 21. „Erſtens: Gott kann nur durch das Auge der Seele angeſchaut werden, durch die d“ 21. Sein Weſen iſt das Urlicht 21, 23. „Zweitens: »Das Ebenbild und der Abglanz Gottes iſt der Aöyos, die denkende Ber: nunft, der erſtgeborene Sohn, der die Welt regiert und in Ord⸗ nung hält«“ 22, 23 [16, 243, 244] 2. „Seine Unterſchiede aber, oder die Ideen, machen den Verſtand aus“, Aöyos 23, 24, 25. Er iſt Adam Kadmon 24. Unterſcheidung des Logos als „die erſte ruhende Gedankenwelt“, vom Aöyos nonmonınös 24, 25 3. Der Idealwelt gegenüber „ſteht die ſinnliche, feiende Welt“. Ihr Prinzip iſt das % dv 25, 26. „Philo hatte die richtige Einſicht, daß das Entgegengeſetzte des Seins ebenſo poſitiv iſt als das Sein“ 25. Die Fön 25, 26, 23, 24. Interpretation der Schöp— fungsgeſchichte 26 [11, 424], 19 Zitate aus Philon 23 Fußn., 24 Fußn., 26 Fußn. (O ſ. o.) 26, 27 (O Kabbala), 29 (O Gnoſtiker), 47, 48 (O Plotin), 131 (O arabiſche Philoſophie), 135 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Philopömen 359 (O Griechen) Glockner, Hegel-Lexikon 113 1793
18 19 20 Philoſoph Philoſoph Platons Unterſcheidung zwiſchen dem Philoſophen und den So— phiſten 228 (O Plato) Die Offenbarung Gottes iſt dem Weltgeiſt nicht von einem Frem⸗ den geſchehen 95. „Es ſind Taten des Weltgeiſtes, meine Herren, und darum des Schickſals. Die Philoſophen ſind dabei dem Herrn näher, als die ſich nähren von den Broſamen des Geiſtes; ſie leſen, oder ſchreiben dieſe Kabinetsordres gleich im Original: ſie ſind gehalten, dieſe mitzuſchreiben. Die Philoſophen ſind die avatar, die beim Ruck im innerſten Heiligtum mit und dabeige— weſen; die Anderen haben ihr beſonderes Intereſſe: dieſe Herr— ſchaft, dieſen Reichtum, dies Mädchen. — Wozu der Weltgeiſt 100 und 1000 Jahre braucht, das machen wir ſchneller, weil wir den Vorteil haben, daß es eine Vergangenheit, und in der Ab— ſtraktion geſchieht“ 96 (O griechiſche Philoſo phie) Wir ſahen bei den Alten „die Philoſophen als ſelbſtändige Indi— vidualitäten. Man macht die Forderung, ein Philoſoph ſolle le— ben, wie er lehre, die Welt verachten, nicht in ihren Zuſammen— hang eintreten“ 275, 280. „Es ſind ſo plaſtiſche Individualitäten“ 275, 276. „Sie ſind in der Idee geblieben“ 276. Im Mittelalter, der Übergangsperiode, haben ſich die Philoſophen „auf wilde, un: ſtete Weiſe im Leben herumgetrieben“ 276. In der neueren geit „ſehen wir die Philoſophen im Ganzen mit dem Zuſammenhange der Welt in irgend einer Tätigkeit, in einem gemeinſchaftlichen Stande mit Anderen im Staate; ſie ſind abhängig und in Ver— hältnis“ 276, 277. Der „allgemeine, verſtändige Zuſammenhang iſt von ſolcher Macht, daß jedes Individuum ihm angehört, und doch zugleich eine innere Welt ſich erbauen kann“ 276, 277. „Die moderne Welt iſt dieſe weſentliche Macht des Zuſammenhangs“ 277 (O neuere Philoſophie) Jacob Böhme der „philosophus teutonicus“ 300 (O Böhme) Locke iſt der erſte moderne Philoſoph, inſofern „die Perſönlich— keit, das individuelle Leben gleichgültiger wird“ 421 (O Locke) Kritik an Ohlerts Bild vom Philoſophen, das uns „zu ſehr an die Rednereien der Stoiker und Epikureer von dem Weiſen er— innert“ 396 (O Ohlert) 1794
— Philoſophie Philoſophie (Dialektik, Geiſtesphiloſophie, Geſchichtsphiloſophie, Modephiloſophie, Moralphiloſophie, Naturphiloſophie, Philo⸗ ſophiegeſchichte, Philoſophieren, Religion — Philoſophie, Reli⸗ giousphiloſophie, Spekulation) „Das Weſen der Philoſophie iſt gerade bodenlos für Eigentüm⸗ lichkeiten, und um zu ihr zu gelangen, iſt es (wenn der Körper die Summe der Eigentümlichkeiten ausdrückt) notwendig, ſich à corps perdu hineinzuſtürzen“ 43, 41, 42. Charakteriſtik des wahrhaft Eigentümlichen einer Philoſophie 43, 44 (ſ. Fichte). „Jede Philoſophie iſt in ſich vollendet, und hat, wie ein echtes Kunſtwerk, die Totalität in ſich“ 44 „Bedürfnis der Philoſophie“ 44-49 (ſ. Fichte) „Reflexion als Inſtrument des Philoſophie— rens“ 50—55 (f. Fichte) „Prinzipeiner Philoſophie in der Formeines abſoluten Grundſatzes“ 60-66 (ſ. Fichte) „Verhältnis des Philoſophierens zu einem philoſophiſchen Syſtem“ 70-76 (f. Fichte) „Über das Weſen der philoſophiſchen Kritik überhaupt, und ihr Verhältnis zum gegen— wärtigen Zuſtand der Philoſophie insbefondere“ 171—189 (f. Kritik). „Daß die Philoſophie nur Eine iſt und nur Eine ſein kann, beruht darauf, daß die Vernunft nur Eine iſt“ 174, 175, 218. Zur Trennung von Philoſophie und Un— philoſophie 176. Verhältnis der Philoſophie zum Pöbel und zum gefunden Menſchenverſtand 185, 186 (O Kritik), 191—212 (. Krug) „Verhältnis des Skeptizismus zur Philoſo⸗ phie“ 213—275 (ſ. Skeptizismus). „Die oberflächliche Anſicht der philoſophiſchen Streitigkeiten läßt nur die Differenzen der Syſteme erblicken“, aber tatſächlich „iſt Einigkeit in den Prinzi⸗ pien vorhanden“ 218 (0 Skeptizismus) [8, 59, 60] Zum Gegenfag zwiſchen Philoſophie und poſitiver Religion 279 (O Glaube) Aufgabe der wahren Philoſophie iſt nicht die ſich vorfindenden Gegenſätze zu löſen; „ſondern ihre einzige Idee, welche für ſie Realität und wahrhafte Objektivität hat, iſt das abſolute Aufge⸗ 1795
— Philoſophie hobenſein des Gegenfatzes“ 295 (O Kant) 18, 404 , 425 g; 10, 470 8, 471g; 12, 89, 143, 146] Verhältnis der Philoſophie zur Wiffenfchaft des Naturrechts 437. Die „Philoſophie ſteckt ſich durch die Allgemeinheit des Begriffs einer Beftimmtheit oder einer Potenz willkürlich ihre Grenze im Verhältnis zu einer beſtimmten Wifſſenfchaft“ 515, 516, 517, 518. Sie verhindert in der Wiffenſchaft ein „Feſtwerden und Ifo— lieren der einzelnen Prinzipien und ihrer Syſteme und ihr Über— greifen über andere“ 525, 526. Sie hebt die Anſicht der Einzeln— heit und Zufälligkeit auf 528 (O Naturrecht) „Das abfolute Wiffen“ 602-620 (O Phänomenologie des Geiſtes). Rückblick auf den Geift der offenbaren Religion, dem „fein wirkliches Selbſtbewußtſein nicht der Gegenſtand ſeines Be— wußtſeins iſt“ 602, 603. Der Inhalt des Vorſtellens iſt der ab— ſolute Geiſt; und es iſt allein noch um das Aufheben diefer bloßen Form der Gegenſtändlichkeit zu tun 602, 603 Charakteriſtik des Gegenſtandes 603 (ſ. Gegenſtand) Das Bewußtſein muß ihn als ſich ſelbſt wiſſen: In Anſehung des Gegenſtandes, inſofern er gleichgültiges Sein iſt, ſahen wir die beobachtende Vernunft in dieſem gleichgültigen Dinge ſich ſelbſt fuchen und finden, und ausſprechen, „daß das Sein des Ich ein Ding iſt“, ein Seelending 604 Seinem Begriffe nach iſt aber in dem unendlichen Urteile: „Das Ding iſt Ich“, das Ding aufgehoben 604. Nützlichkeitsſtandpunkt der reinen Einſicht und Aufklärung 604 Das gebildete Bewußtfein weiß, „daß das Ding weſentlich nur Sein für Anderes“ iſt 605 Das moraliſche Bewußtſein weiterhin weiß das Ding „als Wefen oder Inneres, als das Selbſt“ 605 Das Gewiſſen endlich weiß, „daß fein Daſein als ſolches dieſe reine Gewißheit ſeiner felbſt iſt“ 605 „Dies ſind die Momente, aus denen ſich die Verföhnung des Geiſtes mit feinem eigentlichen Bewußtfein zufammenſetzt“ 605, 606. „Das letzte dieſer Momente iſt aber notwendig dieſe Einheit ſelbſt und verbindet .. . fie in der Tat alle in ſich“ 606 Charakteriſtik des Handelns; ſein Gegenfatz zum einfachen Wiſ— fen; der Ausgleich durch die Verzeihung und das Wiſſen des Ich — Id) 606, 608 1796
Philoſophie 2 Charakteriſtik dieſer Verſöhnung des Bewußtſeins mit dem Selbſt— bewußtſein das eine Mal im religiöſen Geiſte, das andere Mal im Bewußtſein ſelbſt als ſolchem 606, 608, in der Form des An— ſichſeins und in der Form des Fürſichſeins 606, 607, 608 Die „Vereinigung beider Seiten iſt noch nicht aufgezeigt“; in ihr kommt der Geiſt dazu ſich zu wiſſen, „wie er an und für ſich iſt“ 607. Sie iſt „die einfache Einheit des Begriffs“ 607. Bis jetzt hatte der Begriff, wie alle übrigen Momente, die Form „eine beſondere Geſtalt des Bewußtſeins zu ſein“, die ſchöne Seele 607, 608. Er iſt „einſeitige Geftalt, indem er ſich feiner Realiſierung entgegen— geſetzt feſthält“ 608. Wir ſahen ſeine Entäußerung und Fortbe— wegung im Handeln und in der Religion 608, ſein „in ſich Re— flektiert- oder Böſeſein“, denn „ſofern dies Entzweien das Für— ſichwerden iſt, iſt es das Böſe; ſofern es das Anſich iſt, iſt es das Gutbleibende“ 609. Charakteriſtik des Ausgleichs der beiden Teile des Gegenſatzes 609, 610. „Was alſo in der Religion Inhalt oder Form des Vorſtellens eines Anderen war, dasſelbe iſt hier eignes Tun des Selbſts; der Begriff verbindet es, daß der Inhalt eignes Tun des Selbſts iſt“ 610 „Dieſe letzte Geſtalt des Geiſtes, der Geiſt, der ſeinem vollſtän⸗ digen und wahren Inhalte zugleich die Form des Selbſts gibt... iſt das abſolute Wiſſen“ 610. Der Begriff iſt „zur Form der Ge— genſtändlichkeit für das Bewußtſein geworden“ 610, 611. „Der Geiſt, in dieſem Elemente dem Bewußtſein erſcheinend, oder was hier dasſelbe iſt, darin von ihm hervorgebracht, iſt die Wiſſen— ſchaft“ 611, 617 Das reine Fürſichſein des Selbſtbewußtſeins iſt „Ich, das dieſes und kein anderes Ich und das eben ſo unmittelbar vermittelt oder aufgehobenes allgemeines Ich iſt“ 611. „In der Wirklichkeit iſt nun die wiſſende Subſtanz früher da, als die Form oder Be⸗ griffsgeſtalt derſelben“ 611, 612. „Zuerſt gehören dem Selbſtbe— wußtſein . .. von der Subſtanz nur die abſtrakten Momente an“ 612. „In dem Begriffe, der ſich als Begriff weiß, treten die Momente früher auf als das erfüllte Ganze, deſſen Werden die Be⸗ wegung jener Momente iſt. In dem Bewußtſein dagegen iſt das Ganze, aber unbegriffene, früher als die Momente“ 612. Cha⸗ rakteriſtik der Zeit als „der Begriff ſelbſt, der da iſt“, als „das äußere angeſchaute vom Selbſt nicht erfaßte reine Selbſt“ 612. 1797
do Philoſophie Sie erſcheint daher „als das Schickſal und die Notwendigkeit des Geiſtes, der nicht in ſich vollendet iſt“ 613 Es wird nichts gewußt, „was nicht in der Erfahrung iſt“ und der Geiſt iſt „die Verwandlung jenes Anſichs in das Fürſich, der Sub— ſtanz in das Subjekt, des Gegenſtandes des Bewußtſeins in Ge⸗ genſtand des Selbſtbewußtſeins, d. h. in ebenſoſehr aufgehobenen Gegenſtand oder in den Begriff“ 613. „Ehe der Geiſt nicht an ſich, nicht als Weltgeiſt ſich vollendet, kann er nicht als ſelbſtbewußter Geiſt ſeine Vollendung erreichen.“ „Die Bewegung, die Form ſeines Wiſſens von ſich hervorzutreiben, iſt die Arbeit, die er als wirkliche Geſchichte vollbringt“ 614. Die religiöſe Gemeinde, zwar noch rohes Bewußtſein, macht den erſten Schritt das abſtrakte Element der Intellektualwelt mit dem wirklichen Selbſt zu be— geiſten 614. Sie erweckt in der Religion des Lichts die „Subſtanz des Aufgangs“, und indem der Geiſt davor zurückſchaudert „be— hauptet er die Individualität gegen ſie“ 614, 615. Durch die Bil⸗ dung und Aufklärung hindurchgehend, ſpricht er „das Weſen als Ich S Ich aus“ 615. Endlich iſt das Ich nicht nur das Selbſt, ſon— dern es iſt die Gleichheit des Selbſts mit ſich, oder „dies Subjekt iſt ebenſoſehr die Subſtanz“ 615. Betrachtung der Subſtanz für ſich allein 615, 616 Der Geiſt aber iſt „dieſe Bewegung des Selbſts, das ſich ſeiner ſelbſt entäußert und ſich in ſeine Subſtanz verſenkt“ 616. Die erſte Reflexion iſt die Unterſcheidung des Subjekts von ſeiner Sub— ſtanz, aber beide dürfen ſich nicht iſolieren und verfeſtigen 616 Im Wiſſen hat der Geiſt die Bewegung ſeines Geſtaltens be— ſchloſſen, er entfaltet ſich zur Wiſſenſchaft 617, 611. „Die Mo⸗ mente ſeiner Bewegung ſtellen ſich in ihr nicht mehr als be— ſtimmte Geſtalten des Bewußtſeins dar, ſondern indem der Unterſchied desſelben in das Selbſt zurückgegangen, als beſtimmte Be⸗ griffe, und als die organiſche in ſich ſelbſt gegründete Bewegung derſelben“ 617. Gegenüberſtellung von Wiſſenſchaft und Phänomenologie des Geiſtes 617, 618. „Die Wiſſenſchaft enthält in ihr ſelbſt dieſe Notwendigkeit, der Form des reinen Begriffs ſich zu entäußern und den Übergang des Begriffs ins Bewußtſein“ 618. Das Wiſſen kennt feine Grenze 618 (f. Grenze). Der Geiſt ſtellt ſein reines Selbſt als die Zeit außer ihm, und ebenſo ſein Sein als Raum anſchauend 618. „Dieſes fein letzteres Werden, die Natur, iſt ſein lebendiges unmittelbares Werden“ 618 1798
IS) 2 2 Philoſophie „Die andere Seite aber ſeines Werdens, die Geſchichte, iſt das wiffende ſich vermittelnde Werden — der an die Zeit entäußerte Geiſt“ 618, 619, eine „Galerie von Bildern“ 619. „Indem ſeine Vollendung darin beſteht, das was er iſt, feine Subſtanz, vollkommen zu wiſſen, ſo iſt dies Wiſſen ſein Inſichgehen, in welchem er fein Dafein verläßt und feine Geſtalt der Erinnerung über— gibt“ 619. Die „Er⸗Innerung“ 619, 620. Ziel des Geiſterreiches und ſeiner Aufeinanderfolge iſt „die Offenbarung der Tiefe und dieſe iſt der abſolute Begriff“ 619. Das Ziel, das abſolute Wiſſen hat zu ſeinem Wege die Erinnerung der Geiſter. Nach der Seite ihres Dafeins ift ihre Aufbewahrung die Geſchichte, nach der Seite der begriffenen Organiſation „die Wiſſenſchaft des erſcheinenden Wiſſens“; beides zuſammen bildet „die Schädelſtätte des abſoluten Geiſtes“ 620: „aus dem Kelche dieſes Geiſterreiches ſchäumt ihm ſeine Unendlichkeit“ 620 „Die Philoſophie überhaupt hat es noch mit konkreten Gegen⸗ ſtänden, Gott, Natur, Geiſt, in ihren Gedanken zu tun, aber die Logik beſchäftigt ſich ganz nur mit dieſen für ſich in ihrer voll⸗ ſtändigen Abſtraktion“ 24 (O Logik) Über den „Anfang in der Philoſophie“ 69—84 (ſ. Sein) Die Ungeeignetheit mathematiſcher Kategorien für die Philoſophie 260, 261 (O Zahl) über den Anfang der Philoſophie, ihren Gegenſtand und ihre Abgrenzung 19—24 (f. Enzyklopädie). Charakteriſtik der Philoſophie als Enzyklopädie der Wiſſenſchaften, als Syſtem 24—26 (ſ. Enzyklopädie) logl. 8, 4142, 44—45 f. Syſtem] „Die Philoſoph ie” 308-310 [P. St. 10, 458—475 f. u.] (O Geiſt) 88 472—476 [P. St. 10, SS 572—576, wenig verändert, ſ. u.] § 477 [ogl. 10, 8 577] Die Idee der ſich wiſſenden Vernunft hat „das abſ olut⸗Allgemeine zu ihrer Mitte, die ſich in Geiſt und Na⸗ tur entzweit“ 309, 310 P. St. 10, 475] Zur Vorſtellung, „was die Philoſophie vor ſich bringe, ſei ein ſo übernächtiges Werk, als das Gewebe der Penelope, das jeden Tag von vorne angefangen werde“ 20 (O Rechts philoſophie) Zur Aufgabe der Philoſophie 32, 33, 35. „Das, was iſt, zu be⸗ greifen, iſt die Aufgabe der Philoſophie, denn das was iſt, iſt die 1799
7 Philoſophie Vernunft“ 35. Die Philoſophie ift „ihre Zeit in Gedanken erfaßt“ 35. Die Philoſophie iſt „nicht ein unmittelbar Anfangendes, ſondern ſie iſt ſich rundend“ 39 (ſ. Rechtsphiloſophie) Zur Trennung philoſophiſcher und hiſtoriſcher Betrachtung 43—45 (O Rechtsphiloſophie), 330. „Die philoſophiſche Betrachtung hat es nur mit dem Inwendigen von allem dieſem, dem gedachten Be⸗ griffe zu tun“ 330 (O Staat) 446 (O Weltgeſchichte) 8 Philoſophie und Empirie 98, 47 8, 58 8 (f. Empirie) Über „das unberufene Herzudringen zum Geſchäfte der Philo— ſophie“ 30 8, 318. Tiefer Ernſt, nicht Eitelkeit, iſt der wahre Boden der Philoſophie 33 8, 35 8 (ſ. Syſtem). „Was im Leben wahr, groß und göttlich iſt, iſt es durch die Idee; das Ziel der Philoſophie ift, fie in ihrer wahrhaften Geſtalt und Allgemeinheit zu erfaſſen“ 36 (O Syſtem) „Syſtem der Philoſophie“ ſ. Syſtem Gegenſtand und Anfang der Philoſophie 41 (f. a. Anfang). Sie hat zunächſt ihre Gegenſtände mit der Religion gemeinſchaftlich 41 [P. St. 6, 21, 23]. „Die Philoſophie kann zunächſt im allge⸗ meinen als denkende Betrachtung der Gegenſtände beſtimmt wer— den“ 429. „Die Philoſophie ſetzt Gedanken, Kategorien, aber näher Begriffe an die Stelle der Vorſtellungen“ 44 H. Parallele zwiſchen Philoſophiegeſchichte und Philoſophie 60, 59 (. Syſtem) logl. 6, 24, 25, 26], 204—206 (f. Philoſophiegeſchichte) Verhältnis der Philoſophie zur Religion 93 @. Ziel der Philoſophie 97 8, 83 (O Logik). Aufgabe der Philoſophie iſt den Gegen⸗ ſatz von Subjektivität und Objektivität durch das Denken zu über: winden 404 & [1, 295] (O Objekt). „In der Philoſophie iſt es von jeher um nichts anderes zu tun geweſen als um die denkende Er— kenntnis der Idee, und allem, was den Namen der Philoſophie verdient, hat ſtets das Bewußtſein einer abſoluten Einheit deſſen, was dem Verſtand nur in ſeiner Trennung gilt, zu Grunde ge— legen“ 425 8 (O Idee) Über die Nichteignung der ſynthetiſchen und analytiſchen Methode für die Philoſophie 439 8, 441 IP. St. 6, 138] (O Erkennen) „Der Geiſt, zunächſt ſelbſt aus dem Unmittelbaren herkommend, dann abſtrakt ſich erfaſſend, will ſich ſelbſt befreien, als die Natur 1800
Philoſophie 9 aus ſich herausbildend; dies Tun des Geiſtes iſt die Philoſophie“ 7210 (O Tod) 10 „Die Philoſophie des Geiſtes“ 7—475 (f. Geiſtes⸗ philoſophie) [9, 64, 65] Die Philoſophie muß „den Geiſt als eine notwendige Entwicklung der ewigen Idee begreifen, und dasjenige, was die beſonderen Teile der Wiſſenſchaft vom Geiſte ausmacht, rein aus dem Begriffe desſelben ſich entfalten laſſen“ 15 8, 36 [P. St. 6, 228], 38-39 8 (j. Geiſt) Philoſophie und Staat 441 8, 444 ©, Platon hierzu 441 O, 443 g, 444 9 (O Platon) Religion und Philoſophie 457, 458 [P. St. 6, 307] (O abſolute Religion). Religion und Kunſt 458 [P. St. 6, 3081 „Die Philoſophie“ 458—475 (O Geiſt) [P. St. 6, 308—310] § 572 [P. St. 6, $ 472, etwas verändert] „Dies Wiſſen iſt der denkend erkannte Begriff der Kunſt und der Religion, in welchem das in dem Inhalte Verſchiedene als notwendig, und dies Not⸗ wendige als frei erkannt iſt“ 458 [P. St. 6, 308] § 573 [P. St. 6, S 473, mäßig verändert und erweitert] „Die Philoſophie beſtimmt ſich hiernach zu einem Erkennen der Not⸗ wendigkeit des Inhalts der abſoluten Vorſtellung, ſowie von der Notwendigkeit der beiden Formen ...“ 458, 459 [P. St. 6, 308] Zum Verhältnis der Philoſophie zur Religion 459 ©. „Wobei es dabei ganz allein ankommt, iſt der Unterſchied der Formen des ſpekulativen Denkens von den Formen der Vorſtellung und des reflektierenden Verſtandes“ 459 0. Verſelbſtändigung des Ber: ſtandes, der dann die Widerſprüche in der Expoſition des Glau⸗ bens aufzeigt 460 ©, 469 O, 470 Zur Beſchuldigung des Atheismus, daß die Philoſophie „zu wenig von Gott habe“ 460 ©, 462 ©, 473 g, und des Pantheismus, „daß ſie zu viel davon habe“ 460 0, 461 0, „daß die Philoſophie die All⸗Eins⸗Lehre oder Pantheismus ſei“ 461. Der Spinozismus 461 g, 469 O, die eleatiſche Philoſophie 469 Z. Hiſtorismus der neueren Theologie 4618, 462 O, ihr „unbeſtimmter Gott“ 461 2, 462 H. Die Beſtimmtheit iſt das Ungöttliche, „die weltliche Exi— ſtenz der Dinge, welche hierdurch in feſter ungeſtörter Subſtan⸗ tialität verbleibt“ 462 2, 463 C. Zu hieraus entſtehenden Schwierigkeiten 472 C, 473 © 1801
10 Philoſophie Betrachtung des ſogenannten morgenländiſchen Pantheismus in feinen Dichtern, im Indiſchen, in der Bhagavad⸗Gita 463 H. Was Kriſchna von ſich ſagt, darf nicht Pantheismus genannt werden. „Es iſt überall der Unterſchied gemacht zwiſchen äußerlichen, unweſentlichen Exiſtenzen und einer weſentlichen unter ihnen, die Er ſei“ 464 C, 485 9 (ſ. a. Pantheismus) Betrachtung des Bewußtſeins des Einen bei den Mohamme⸗ danern, z. B. bei dem vortrefflichen Dfchelaleddin Rumi 4668, 467 g, 467—468 8 Fußn. Tholuk über die Verbindung von Myſtik und Pantheismus 468 8 Fußn. Mängel der Vorſtellungs⸗ weiſe der orientaliſchen Religion und anderer Syſteme, wie z. B. des eleatiſchen oder ſpinoziſtiſchen 469 S. Mit der Scheidung durch den reflektierenden Verſtand in Gott und Erſcheinung, in Un— endliches und Endliches, tritt zugleich die Frage nach der Be— ziehung der Getrennten auf 469 8, 470 Z. Über das fogenannte Unbegreifliche dieſer Beziehung 470 @. Über das Begreifen, und daß es die Philoſophie mit der konkreten Einheit zu tun hat 470 C, 471 2 (ſ. Einheit) [1, 295; 8, 404 Z, 425 8] Zur verſchiedenen Beſtimmtheit dieſer Einheit 4708, 471 g. Phyſik und Chemie faſſen nur „die eine, die äußerlichſte, ſchlech— teſte auf, nämlich die Zuſammenſetzung“ 471 8. Zum falſchen Vorwurf, daß die Philoſophie die Identität Gottes und der Welt behaupte 471 8. Identität ift nur das eine Moment der Beziehung. Sie aber meinen, „daß in der philoſophiſchen Idee Gott zuſammengeſetzt ſei aus Gott und der Welt“ 472 8, 471 g. Über die mögliche Verwicklung der Behauptung der Allgegenwart Gottes mit dem Glauben „an wahrhafte Realität der ſinnlichen Dinge“ 4728, 4738, 462 g. „Die eſoteriſche Betrachtung aber Gottes und der Identität, wie des Erkennens und der Begriffe, iſt die Philoſophie ſelbſt“ 473 g, 474 @ § 574 [P. St. 6, § 474, wenig verändert] „Diefer Begriff der Philoſophie iſt die ſich denkende Idee, die wiſſende Wahrheit, das Logiſche mit der Bedeutung, daß es die im konkreten Inhalte als in ſeiner Wirklichkeit bewährte Allgemeinheit iſt“ 474 [P. St. 6 308]. Erhebung des Logiſchen aus der Erſcheinung 474 [P. St. 6, 309] § 575 [P. St. 6, § 475, wenig verändert] „Die erſte Erſcheinung macht der Schluß aus, welcher das Logiſche zum Grunde als Aus— 1802
10 1 — Philoſophie gangspunkt, und die Natur zur Mitte hat, die den Geiſt mit dem⸗ ſelben zuſammenſchließt“ 474 8 (vgl. 6, 309) 8 576 [P. St. 6, 476, wenig verändert] Im zweiten Schluß iſt der Geift das Vermittelnde des Prozeſſes; er ſetzt die Natur voraus und fchließt fie mit dem Logiſchen zuſammen 474, 475 [P. St. 6, 309]. „Es iſt der Schluß der geiſtigen Reflexion in der Idee“ 475 [P. St. 6, 309] § 577 [P. St. 6, S 477, verändert] „Der dritte Schluß iſt die Idee der Philofophie, welche die ſich wiſſende Vernunft, das abfolutAllgemeine zu ihrer Mitte hat, die ſich in Geiſt und Natur ent⸗ zweit...” 475 [P. St. 6, 309] (O Geiſt) Ariftoteles' Metaphyſik XI. 7. 475—476 © „Philoſophie der Geſchichte“ 23—569 (f. Gefchichtsphiloſophie) „In neueren Zeiten iſt es ſoweit gekommen, daß die Philoſophie ſich des religiöſen Inhalts gegen manche Art von Theologie an— zunehmen hat“ 41. Die Einſicht, zu der die Philoſophie führen ſoll, iſt, „daß die wirkliche Welt iſt, wie fie fein ſoll, daß das wahr: hafte Gute, die allgemeine göttliche Vernunft auch die Macht iſt, ſich ſelbſt zu vollbringen“ 67. „Die Philoſophie will den Inhalt, die Wirklichkeit der göttlichen Idee erkennen und die verſchmähte Wirklichkeit rechtfertigen. Denn die Vernunft ift das Vernehmen des göttlichen Werkes“ 68 (O Geſchichtsphiloſophie) Die Philofophie iſt neben Kunſt und Religion die dritte Ver— einigung des Objektiven und Subjektiven im Geiſte 84, 83 (O Staat), 107 Philoſophie und Bildung 106, 107. Der Philoſophie, welche nur das Bewußtfein vom Denken des Denkens iſt, wird „das eigen: tümliche Material für ihr Gebäude ſchon in der allgemeinen Bildung zubereitet“ 108 (O Weltgefchichte) 556, 560 (f. franzöſiſche Revolution) Iſt die allgemeine Bildung in Widerſprüche geraten, „fo wird es die Aufgabe der Philoſophie die Gegenſätze aufzuheben d. i. zu zeigen, weder der eine in feiner Abſtraktion noch der andere in gleicher Einſeitigkeit hätten Wahrheit, ſondern feien das Sich⸗ ſelbſtauflöfende; die Wahrheit liege erſt in der Verſöhnung und Vermittelung beider, und diefe Vermittelung fei keine bloße For⸗ derung, ſondern das an und für ſich Vollbrachte und ſtets ſich Vollbringende“ 88. Die Philofophie gibt „die denkende Einſicht 1803
Philoſophie 12 in das Weſen des Gegenſatzes, inſofern ſie zeigt, wie das, was 1 We 15 Wahrheit ift nur die Auflöfung desfelben ift, und zwar in der Weiſe, daß nicht etwa der Gegenſatz und feine Seiten gar nicht, ſondern daß fie in Verſöhnung find“ 89 [1, 295; 8, 404 C, 425 9; 10, 470 g, 471 O] (O Kunſtwerk), 143. „Die höchſte Wahrheit, die Wahrheit als ſolche, iſt die Auflöſung des höchſten Gegenſatzes und Widerſpruchs“. „Dieſen Begriff der Wahrheit zu faſſen iſt die Aufgabe der Philoſophie“ 146 (O Aſthetik) Philoſophie und Religion: „Die Philoſophie hat keinen andern Gegenſtand als Gott, und iſt ſo weſentlich rationelle Theologie, und als im Dienſte der Wahrheit fortdauernder Gottesdienſt“ 147, 148. In der Philoſophie ſind die beiden Seiten der Kunſt und der Religion vereinigt: die Objektivität der Kunſt und die Subjektivität der Religion 152 (O Aſthetik) Verhältnis der ſpekulativen Philoſophie zum poetiſchen Kunſt⸗ werk 254, zur poetiſchen Sprache 283 (O Poeſie). Verhältnis der Philoſophie der Alten zur epiſchen Poeſie 329 (O epiſche Poeſte) „Die Stellung der Religionsphiloſophie z ur Philoſophie und zur Religion“ 36—52 (. Religion) 1. „Verhältnis der Philoſophie zur Religion überhaupt“ 36—41 (. Religion und ſ. Religion — Philoſophie). „Die Philoſophie iſt nicht Weisheit der Welt, ſondern Erkenntnis des Nichtweltlichen, . . Erkenntnis deſſen, was ewig iſt, was Gott iſt und was aus ſeiner Natur fließt.“ „Die Philoſophie expliziert daher nur ſich, indem ſie die Religion erpliziert und indem fie ſich expliziert, expliziert ſie die Religion“ 37. Dadurch, daß die Reli⸗ gion „ihren Extremen die Form der Entzweiung abſtreift“, „ist ihr die Philofophie als das ſchlechthin tätige und den Gegenſatz vereinigende Denken unmittelbar nahe gerückt“ 41 (O Religion) 2. „Verhältnis der Religionsphiloſophie zum Syſtem der Philoſophie“ 414 (ſ. Religionsphilo⸗ ſophie). Die Philoſophie und das Abſolute 43 (ſ. Abſolutes) „Jetzt iſt die Zeit gekommen, wo die Philoſophie teils auf eine unbefangene, teils auf eine glückliche und gedeihliche Weiſe ſich mit der Religion beſchäftigen kann“ 51, 52 (O Religionsphiloſo phie) „Die Philoſophie und die gegenwärtige Gleich— gültigkeit der beſtimmten Dogmen“ 55—57 (. Dogma) 1804
15 16 17 Philoſophie „Die Philoſophie und das unmittelbare Riffen“ 59—64 (f. unmittelbares Wiſſen). Exiſtenz der Philoſophie und der Beſchäftigung mit ihr als Staatsanſtalt 60 (O unmittel⸗ bares Wiſſen) 74 (O Religionsphiloſophie). Stellung der Philoſophie zur Vor⸗ ſtellung 167, 168 (ſ. Vorſtellung) „Was nun das Vernünftige ſei, dies zu erkennen, iſt die Sache der Bildung des Gedankens und beſonders die Sache der Philoſophie, die man in dieſem Sinne wohl Weltweisheit nennen kann“ 259 (O Religion) „Das Zeugnis des Geiſtes in ſeiner höchſten Weiſe iſt die Weiſe der Philoſophie, daß der Begriff rein als ſolcher ohne Voraus— ſetzung, aus ſich die Wahrheit entwickelt . ..“ 202. Zur Wendung der Theologie gegen die Philoſophie 205. „Vornehmlich iſt die Philoſophie jetzt weſentlich orthodox; die Sätze, die immer gegolten, die Grundwahrheiten des Chriſtentums werden von ihr erhalten und aufbewahrt“ 207 [11, 41] (f. abſolute Religion), 229 (f. chriſtliche Religion), 328. Stellung der Philoſophie zu der Beſtimmung Gottes als des Dreieinigen 242, 319. „Das iſt der Standpunkt der Philoſophie, daß der Inhalt in den Begriff ſich flüchtet und durch das Denken feine Wiederherſtellung und Recht— fertigung erhält“ 350, 351. Gegenſatz der Philoſophie zur Kirche, indem letztere „bei der Form der Vorſtellung nicht ſtehen bleibt“ 352. „In der Philoſophie erhält die Religion ihre Rechtfertigung vom denkenden Bewußtſein aus“ 353. „Die Philoſophie denkt, was das Subjekt als ſolches fühlt und überläßt es demſelben, ſich mit ſeinem Gefühl darüber abzufinden“ 353. „Das Gefühl iſt ſo nicht durch die Philoſophie verworfen, ſondern es wird ihm durch dieſelbe nur der wahrhafte Inhalt gegeben“ 353, 354 (O Ge⸗ meinde) Verbundenheit von Theologie und Philo ſophie im Mittelalter 362 (O Gottesbeweiſe) „Wenn der Begriff der Philoſophie auf eine nicht willkürliche, ſondern wiſſenſchaftliche Weiſe feſtgeſtellt werden ſoll, ſo wird eine ſolche Abhandlung die Wiſſenſchaft der Philoſophie ſelbſt“. „Ihr Begriff macht nur ſcheinbar den Anfang“ 25. Deshalb iſt „der Begriff der Wiſſenſchaft der Philoſophie“ ihrer Geſchichte vorausgeſetzt 26 (0 Philoſophiegeſchichte), 30, 31 (O Geſchichte) 1805
17 Philoſophie „Erweis der Nichtigkeit der philoſophiſchen Erkenntnis durch die Geſchichte der Philoſophie ſelbſt“ 44-46 (f. Philoſophiegeſchichte) „Erklärungen über die Verſchiedenheit der Philoſophien“ 46—48 (f. Philoſophiegeſchichte) Daß die Wahrheit nur Eine ſei, dieſe Eine Wahrheit zu erkennen, iſt Ausgangspunkt und Ziel der Philoſophie 48 „Die Philoſophie als Erkenntnis der Ent⸗ wickelung des Konkreten“ 56—57 (ſ. Entwicklung). Philoſophie ift „Syſtem in der Entwickelung“ 58, 59, 69. „Zeitliche Entwickelung der mannigfaltigen Phi⸗ loſophien“ 61—66, 63 (ſ. Philoſophiegeſchichte). „Keine Phi⸗ loſophie iſt widerlegt worden. Was widerlegt worden, iſt nicht das Prinzip dieſer Philoſophie, ſondern nur dies, daß dies Prin— zip das Letzte, die abſolute Beſtimmung ſei“ 67. „Die ſpäteſte, jüngſte, neueſte Philoſophie iſt die entwickeltſte, reichſte und tiefſte“ 71 (O Philoſophiegeſchichte). „Nähere Vergleichung der Geſchichte der Philoſophie mit der Philo— ſophie ſelbſt“ 69-80, 75 (f. Philoſophiegeſchichte) „Verhältnis der Philoſophie zu anderen Gebieten“ 80—135 (O Philoſophiegeſchichte) 32, 33. Betrachtung: „welches Verhältnis eine Philoſophie zu ihren geſchichtlichen Umgebungen hat“ und „was vornehmlich ihr eigentümlich iſt“ 80 1. „Geſchichtliche Seite dieſes Zuſammenhan— ges“ 81—86, 80. Weſentlich iſt, „daß Ein Geiſt nur iſt, der ſich in verſchiedenen Momenten manifeſtiert und ausprägt“ 81 a) „Außere, geſchichtliche Bedingung zum Phi— loſophieren“ 81 „Erſt nachdem für die Not des Lebens geſorgt iſt, hat man zu philoſophieren angefangen« ſagt Ariftoteles“ 81. Man kann die Philoſophie „eine Art von Luxus nennen“ 81 b) „Geſchichtlicher Eintritt eines geiftigen Bedürfniſſes zum Philoſophieren“ 82—84. Die Philoſophie beginnt, wenn „der Geiſt über ſeine natürliche Ge⸗ ſtalt hinausgeht, er geht von ſeiner realen Sittlichkeit, Kraft des Lebens zum Reflektieren, Begreifen über“ 82. Er greift „dieſe ſubſtantielle Weiſe der Exiſtenz, dieſe Sittlichkeit, dieſen Glauben“ an; „damit tritt die Periode des Verderbens ein. Der weitere Fortgang iſt dann, daß der Gedanke fi in ſich ſammelt“ und „die 1806
1 2 Philoſophie Philoſophie iſt dann die Verſöhnung des Verderbens, das der Gedanke angefangen hat“ 82. Beiſpiele für ſolchen Anfang der Philoſophie, wenn „die Friſche der Jugend, der Lebendigkeit ſchon fort iſt“ 83. Sokrates, Platon in Griechenland, die Philoſophie in den ioniſchen Staaten in Kleinaſien, in Rom, in Oeutſchland im 15. und 16. Jahrhundert 83 e) „Die Philoſophie als der Gedanke ihrer Zeit“ 84—86. Jede beſtimmte Philoſophie iſt in ihrer Geſtalt abhängig von der beſtimmten Geſtalt des Volkes, unter welchem ſie auftritt 84. „Sie iſt die höchſte Blüte, — iſt der Begriff der ganzen Geſtalt des Geiſtes, das Bewußtſein und das geiſtige We⸗ ſen des ganzen Zuſtandes, der Geiſt der Zeit als ſich denkender Geiſt“ 84, 85 „Die Philoſophie iſt ganz identiſch mit ihrer Zeit“, „iſt Wiſſen des Subſtantiellen ihrer Zeit“ 85. Sie ſteht nur inſofern über ihrer Zeit, als ſie „die innere Geburtsſtätte des Geiſtes, der ſpäter zu wirklicher Geſtaltung hervortreten wird“, iſt 86, 85 2. „Abſcheidung der Philoſophie von den mit ihr verwandten Gebieten“ 86—92, 80. „Dreierlei ver⸗ wandte Seiten find näher herauszuheben und von der Philoſophie abzuſcheiden“ 87 a) „Verhältnis der Philoſophie zur wiffen: ſchaftlichen Bildung“ 87—92 (ſ. Wiſſenſchaft), 125 b) „Verhältnis der Philoſophie zur Religion“ 92—125, 87. Die Philoſophie hat mit der Religion den Gegen: ſtand, das Unendliche, gemeinſam 92, 93. Hier iſt zu zeigen, in⸗ wiefern von Philoſophie das Religiöſe auszuſchließen iſt 93. In den Religionen iſt den Völkern das abſolute Weſen Gegenſtand und zwar als ein Jenſeits. In der Andacht, im Kultus verſöhnen fie ſich mit dieſem Weſen 93, 108. Dies Weſen iſt „die an und für ſich ſeiende Vernunft“ 93, und die Religion „iſt das Werk der ſich offenbarenden Vernunft“ 94. Der Gegenſtand iſt für Religion und Philoſophie der gleiche, jedoch die Form, wie dieſer Inhalt vorhanden iſt, iſt in beiden verſchieden 94. „Die Andacht iſt nur: daran hindenken; die Philoſophie will dieſe Verſöhnung durch denkende Erkenntnis vollbringen, indem der Geiſt ſein Weſen in ſich aufnehmen will“ 94, 108. Da dieſe Trennung oft nicht ſo ſcharf gefaßt werden kann, ſpricht man wohl von perſiſcher, indi— ſcher, orientaliſcher Philoſophie 95 1807
17 Philoſophie Einige nähere Betrachtungen „über die Form, welche religiöſe Vorſtellungen von Philoſophemen unterſcheidet“ 95. Die Reli⸗ gion „hat nicht nur allgemeine Gedanken“, ſie hat ihren „Inhalt auch explieite in der Form des Gedankens“ 95. Man denke an die Kirchenväter, an die ſcholaſtiſche Philoſophie 95, 96. „Die Frage iſt nun: einerſeits, wie unterſcheidet ſich die Philoſophie von der Theologie (Wiſſen der Religion) oder Religion (als Bewußtſein); und dann: inwiefern haben wir in der Geſchichte der Philoſophie auf das Religiöſe Rückſicht zu nehmen“ 96 Erſtens: Unterſchied zwiſchen Philoſophie und Theologie bzw. Religion 96—114. Geſchichtliche Tatſache iſt, daß „die Philoſophie in Gegenſatz gegen die Religion gekommen iſt und umgekehrt“ und daß beide auf einander Rück⸗ ſicht genommen haben 96, 97. Feindlicher Gegenſatz zeigte ſich bei den Griechen, noch mehr in der chriſtlichen Kirche 96, 97 Man hat die menſchliche Vernunft der göttlichen entgegengeſetzt 97, das Menſchliche herabgeſetzt 97, 98, 99 und Gott nur in den natürlichen Dingen bewundert 98. Aber „iſt das Leben, Tun der Tiere ſchon göttlich, ſo muß das menſchliche Tun viel höher ſtehen, in unendlich höherem Sinne göttlich genannt werden“ 98, 99 „Die Form aber, wodurch der an und für ſich allgemeine Inhalt erſt der Philoſophie angehört, iſt die Form des Denkens, die Form des Allgemeinen ſelbſt“ 99. „In der Religion iſt dieſer Inhalt aber durch die Kunſt für die unmittelbare äußere Anſchau— ung, ferner für die Vorſtellung, die Empfindung“ 99, 100, 113. Das davon Wiſſen macht den unendlichen Unterſchied 99, 100 Entwicklung des religiöſen Inhalts: Andacht, Beten iſt der Aus⸗ druck der einfachen Empfindung. Der ſubſtantielle Inhalt iſt noch unentwickelt und völlig unbeſtimmt 100. Die nächſte Form dieſes Inhalts iſt die der unmittelbaren Anſchauung, der ſinnlichen Vor⸗ ſtellung 101. Die Kunſt befeſtigt dies Bewußtſein 101. Homer, Heſiod 101. „Das Gefäß, in welchem es ſich kundtut, iſt das Herz, das vorſtellende Bewußtſein und der Verſtand des Endlichen“ 102. Dieſe Formen allein find für das religiöſe Bewußtſein verſtändlich 102, 103, 106, 113 (f. a. verſtehen) „Die Stellung der Religion iſt dieſe: Die Wahrheit, die durch ſie an uns kommt, iſt äußerlich gegeben“ 103. Offenbarung, poſitive Religion 103. Vergleich zwiſchen Chriſtus und bloßen Religionsſtiftern 103, 104 1808
Philoſophie 17 Beiſpiele, wie die Wahrheit zuerſt in äußerlicher Weiſe an die Menſchen kommt 104. Aber „ſolche Geſtalt der Phantaſie, oder geſchichtlicher Inhalt (wie Chriſtus) ſoll ſür den Geiſt ein Geiſtiges werden“ 104, 106. „Wir ſollen Gott »im Geiſt und in der Wahr— heit« erkennen“ 104. Chriſtus verwirft Wunder, „nur der Geiſt vernimmt den Geiſt“ 104 (ſ. a. Wunder). „Er iſt als allgemein ſich Gegenſtand, ſo als Beſonderes beſtimmt, dieſes Individunm; als allgemeine aber über dies ſein Anderes übergreifend, ſein Anderes und er ſelbſt in Einem“ 104, 105. Der Glaube iſt „die wiſſende Subſtanz im Selbſtbewußtſein, welches ſich verunendlicht und zur Allgemeinheit verhält“ 105 Das erſte Stadium iſt Andacht, Kultus, Genuß des Nachtmahls, das zweite iſt das des entwickelten Bewußtſeins, wo der Inhalt Gegenſtand wird, geſchichtlicher Chriſtus, „relegiert in einen Winkel von Paläſtina“ 106. Die Lutheriſche Auffaſſung des Abendmahls 106. In der hiſtoriſchen Ferne ſtehen bleiben, heißt den Geiſt verwerfen 106. „Das Liigen aber gegen den Geiſt iſt eben dies, daß er nicht ein allgemeiner — nicht ein heiliger — ſei“ 107 „Man fagt: Die Philoſophie erkennt das Weſen“ 107 (ſ. Weſen). „Die Religion iſt nun der Zuſtand, von dieſem Weſen zu wiſſen“ 108. „Der Philoſophie iſt es nun um das zweiſache zu tun, erſt— lich, wie der Religion in der Andacht, um den ſubſtantiellen In— halt, die geiſtige Seele, und zweitens dieſes hervorzubringen, vor das Bewußtſein als Gegenſtand, aber in Geſtalt des Denkens“ 108, 94. Das konkrete Denken iſt das ſpätere 109 (ſ. konkret — abſtrakt) Gang der Entwicklung des Denkens neben der Religion 109. Das Denken iſt zuerſt innerhalb der Religion unfrei 109, 110. Dann erſtarkt es, fühlt ſich als auf ſich beruhend, beſteht ruhig neben der Religion 109, 110. Schließlich beſeindet es die Religion 110 und zuletzt erkennt das Denken in dieſem Andern ſich ſelber 110, 111. Beifpiele in Griechenland 110, 111, in der chriſtlichen Religion 111. „Es handelt ſich nur darum, daß die Form des Begriffs ſo weit vollendet wird, den Inhalt der Religion erſaſſen zu können“ 111. „Wahrhaft iſt nur dasjenige, was man die Myſterien der Religion genannt hat; ſie ſind das Spekulative der Religion“ 111, 112. Dies Spekulative kann der Verſtand nicht faſſen 112 (f. Myſterien) Glockner, Hegel-Lexikon 114 1809
1 1 A E Philoſophie „Die Philoſophie iſt dem ſogenannten Rationalismus in der neueren Theologie entgegen“ 112. Charakteriſtik dieſes Rationa⸗ lismus 112 (ſ. a. Vernunfttheologie). Stellung des Supranatura⸗ lismus zu Religion und Philoſophie 113. Vorteil der Philoſophie vor dem Vorſtellen der Religion 113 Notwendigkeit der Geſtalt der Religion 113, 102, 106, 114 Zweitens: Rückſichtnahme in der Geſchichte der Philoſophie auf das Religiöſe 96, 114—125 (. Philoſophiegeſchichte) Drittens: Ausſchluß der ſich innerhalb einer Religion befindlichen Philoſophie aus die⸗ ſer Philoſophiegeſchichte 124, 125. Dies gilt ſowohl für die Kirchenväter wie für die Scholaſtiker 124, 125 (ſ. Kirchenväter, |. Scholaſtiker) c) „Abſcheidung der Philoſophie von der Po— pular⸗Philoſophie“ 125—127, 87 Rückblick auf das Verhältnis der Philoſophie zu den Wiſſenſchaf— ten und zur Religion 125, 126. Auch die Popular-Philoſophie, die ſcheinbar beides vereinigt, über Gott und die Welt philo— ſophiert, darf nicht in die Philoſophiegeſchichte aufgenommen wer— den 126. Hierher gehören Cicero, Schwärmer und Myſtiker 126, Pascal 126. Auch die z. T. moderne philoſophiſche Richtung, die ſich auf unmittelbare religiöſe Gefühle beruft, die glaubt „das unmittelbare Bewußtſein des Menſchen von Gott ſei der letzte Grund“ iſt nicht in die Philoſophiegeſchichte aufzunehmen 126, 127 3. „Anfang der Philoſophie und ihrer Ge— ſchichte“ 127135 (f. Philoſophiegeſchichte) Einige ſophiſtiſche Einwände und räſonierende Gründe gegen die Philoſophie 24 (O Sophiſten) Platons Vorſtellung vom Wert der Philoſophie 190, 191. Zur Beziehung zwiſchen Philoſophie und Staat 191, 192, 195, 274, 277, 280, 287. Platons Definition von der Philoſophie und dem Philoſophen 197 (ſ. Platon) Ariſtoteles über „die Würde der Philoſophie“ 315 (O Ariſtoteles) Stellung des Skeptizismus zur poſitiven Philoſophie 538, 539. „Die poſitive Philoſophie kann über ihn dies Bewußtſein haben: Sie hat das Negative des Skeptizismus in ihr ſelbſt, er iſt nicht ihr entgegengeſetzt, nicht außer ihr, ſondern ein Moment derfel1810
Philoſophie / Philoſophiegeſchichte 18 ben, aber das Negative in feiner Wahrheit, wie es der Skeptizis⸗ mus nicht hat“ 539, 538, 540, 553, 579, 580 (O Skeptizismus). „Die Skeptiker reiten... die Verſchiedenheit der Philoſophien“ 560, 561, 562, 568, 571 (f. Sextus Empirikus). Gegenüberſtellung von Dogmatismus und ſpekulativer Philoſophie 575, 576 (O Sex⸗ tus Empirikus) 19 In der chriſtlichen Religion iſt das abſolute Weſen vorgeſtellt, aber nicht begriffen; „in der Tat tut die Philoſophie nichts anderes, als dieſe Idee des Chriſtentums begreifen“ 8 Bedeutung der Erfahrung für die Philoſophie 283, 284 (O Ba⸗ con), der Wiſſenſchaft für die Philoſophie 329 (O neuere Philoſophie), 332 (O Descartes), 448 (O Newton) „Die Aufgabe der Philoſophie beſtimmt ſich dahin, die Einheit des Denkens und Seins, welche ihre Grundidee iſt, ſelbſt zum Gegen— ſtande zu machen und ſie zu begreifen, d. i. das Innerſte der Not⸗ wendigkeit, den Begriff zu erfaſſen“ 535 (O neueſte deutſche Phi: loſophie). „In der Philoſophie iſt es darum zu tun, daß das, was als bekannt vorausgeſetzt wird, erkannt wird“ 575 (O Kant). Fichte zur Aufgabe der Philoſophie 616, 618 (f. Fichte) Die Philoſophie und das Publikum 641 (O Fichte), 656 (O Schel⸗ ling) „Das letzte Ziel und Intereſſe der Philoſophie iſt, den Gedanken, den Begriff mit der Wirklichkeit zu verſöhnen. Die Philoſophie iſt die wahrhafte Theodicee, gegen Kunſt und Religion und deren Empfindungen, — dieſe Verſöhnung des Geiſtes, und zwar des Geiſtes, der ſich in ſeiner Freiheit und in dem Reichtum ſeiner Wirklichkeit erfaßt hat“ 684 (O neueſte deutſche Philoſophie) 20 Solgers Anſicht über das Verhältnis von Philoſophie und Reli⸗ gion 170, 171 (. Solger) „Über Philoſophie überhaupt und Hegels Enzyklopädie der philoſophiſchen Wiſſenſchaften insbeſondere. Ein Beitrag zur Be⸗ urteilung der letztern. Von Dr. K. E. Schubarth und Dr. L. A. Carganico. Berlin 1829 in der Enslinſchen Buchhandlung. S. 222” 314, 362—393 (f. Schubarth) Philoſophiegeſchichte 1„Geſchichtliche Anſicht philoſophiſcher Gyſteme“ 39—44 (f. Fichte). Die Geſchichte der Philoſophie hat 1811
Philoſophiegeſchichte 1 feſtzuhalten, daß „die wahre Spekulation ſich in den verſchieden⸗ ſten ſich gegenſeitig als Dogmatismen und Geiſtesverirrungen verſchreienden Philoſophien finden kann“ 72, 73 (O Fichte) 2 Philoſophiegeſchichtliche Betrachtung darf den Gegenſatz des Wah⸗ ren und Falſchen nicht fixieren 12, 13 (O Phänomenologie) 3 324. Die Geſchichte der Philoſophie iſt aus dem Gymnaſialunter⸗ richt auszuſchließen 330 (O Philoſophie unterricht) 4 237 (O Quantität) 6 Die Philoſophiegeſchichte zeigt „an den verſchieden erſcheinenden Philoſophien teils nur Eine Philoſophie auf verſchiedenen Aus⸗ bildungsſtufen auf, teils, daß die beſondern Prinzipien, deren eines einem Syſtem zu Grunde lag, nur Zweige eines und des— ſelben Ganzen ſind“ 25 (O Enzyklopädie) [P. St. 8, 59; 17, 751 7 183 (O Abſicht) 8 „Die Geſchichte der Philoſophie iſt die Geſchichte der Entdeckung der Gedanken über das Abſolute, das ihr Gegenſtand iſt“ 16 8. Zur Unkritik der Bruckerſchen Geſchichte 16. „Die gebildete Er— kenntnis der Gedankenverhältniſſe iſt die erſte Bedingung, ein philoſophiſches Faktum richtig aufzufaſſen“ 168, 17 @. Das un⸗ mittelbare Wiſſen vermag dies nicht 17 @ (O Syſtem) 59 [P. St. 6, 25 f. o.]. „Dieſelbe Entwickelung des Denkens, welche in der Geſchichte der Philoſophie dargeſtellt wird, wird in der Philoſophie ſelbſt dargeſtellt, aber befreit von jener geſchicht— lichen Außerlichkeit, rein im Elemente des Denkens“ 608 (O Sy⸗ ſtem). „Die verſchiedenen Stufen der logiſchen Idee finden wir in der Geſchichte der Philoſophie in der Geſtalt nacheinander hervorgetretener philoſophiſcher Syſteme, deren jedes eine beſon— dere Definition des Abſoluten zu feiner Grundlage hat“ 204 g, 205 O, 206 8 [17, 59, 69—80]. Beider Anfang iſt abſtrakt. Bei beiden iſt auf der nächſtfolgenden Stufe die vorhergehende auf— gehoben 2058, 215 Z. Die Eleaten entſprechen der Stufe des Seins der logiſchen Idee 204 8, 206 8, 215 C. Heraklits Syſtem entſpricht der Stufe des Werdens der logiſchen Idee 214 8, 2158 (O Sein). Die atomiſtiſche Philoſophie entſpricht der Stufe, auf welcher „ſich das Abſolute als Fürſichſein, als Eins, und als viele Eins beſtimmt“ 230, 231 [P. St. 6, 61] (O Eins) 1812
10 1 17 O Philoſophiegeſchichte „Blind iſt die Notwendigkeit nur, inſofern dieſelbe nicht begriffen wird und es gibt deshalb nichts Verkehrteres als den Vorwurf eines blinden Fatalismus, welcher der Philoſophie der Geſchichte darum gemacht wird, weil dieſelbe ihre Aufgabe als die Erfenntnis der Notwendigkeit deſſen, was geſchehen tft, betrachtet“ 332 0. Die Geſchichte der Philoſophie hat die Bedeutung einer Theo⸗ dicee 3328 82 9 (O Griechen). Zu der von der Geſchichte der Philoſophie ge⸗ forderten Unparteilichkeit 428 ©, 429 0, 431 (O Weltgeſchichte) 361, 399 (O Gottesbeweiſe) „Vorleſungen über die Geſchichte der Philoſophie“ 17 — 19, 692 „Vorrede, geſprochen zu Heidelberg den 28ſten Oktober 1816“ 19—22. Ausdruck der Freude, gerade jetzt ſprechen zu dürfen, „wo die Philoſophie ſich wieder Aufmerk— ſamkeit und Liebe verſprechen darf“ 19. Rückblick auf die Not der Zeit 19, 20, 21. Hoffnung, daß neben dem politiſchen Intereſſe auch die Wiſſenſchaft wieder emporblühe 20. Vergleich unſerer Philoſophie mit der darniederliegenden anderer europäiſcher Länder 20, 21. Auch bei uns herrſchen Seichtigkeit, Leerheit und Dünkel 21. Hegels Bekenntnis: „Ich habe mein Leben der Wiſſen⸗ ſchaft geweiht...” 21, 22. Über „den Mut der Wahrheit, den Glauben an die Macht des Geiſtes“ 22 Vorbemerkungen 23—26. Über das große Intereſſe für die Geſchichte der Philoſophie 23. Zur geläufigen Forderung, daß eine Geſchichte die Tatſachen objektiv erzählen möge 23, 24. Es geht ja ſogleich ohne „eine Auswahl der zu erzählenden Begebenhei— ten“ nicht ab 24. „Bei anderen Geſchichten ſteht die Vorſtellung von ihrem Gegenſtande, wenigſtens ſeinen Hauptbeſtimmungen nach, feſt“ 24. In der Wiſſenſchaft der Philoſophie aber finden „ſogleich über ihren Begriff, über das, was ſie leiſten ſoll und könne, die verſchiedenſten Anſichten ſtatt“ 24 Ein tieferer Nachteil iſt, daß allein der wahrhafte Begriff von der Wiſſenſchaft der Philoſophie die Möglichkeit des Verſtändniſſes der Philoſophiegeſchichte gibt 24, 25, 33. Eine Einleitung und Fixierung des Begriffs der Philoſophie, wenigſtens in der Vor⸗ ſtellung, iſt deshalb notwendig 25, 26, 30, 31 „Einleitung in die Geſchichte der Philo— ſophie“ 27—150. Ziel und Intereſſe iſt, den „weſentlichen Zu— 1813
17 Philoſophiegeſchichte ſammenhang dieſer ſcheinbaren Vergangenheit mit der gegenwärtigen Stufe, welche die Philoſophie erreicht hat, zu ſuchen“ 27, „die Galerie der Heroen der denkenden Vernunft“ darzuftellen 27. Im Vergleich mit der politiſchen Geſchichte wird in der Philoſophiegeſchichte weniger auf die Perſönlichkeit und den individuellen Charakter eingegangen 27, 28 Verhältnis zur Vergangenheit, zur Geſchichte 28—31 (f. Ge— ſchichte) Charakteriſtik der drei Punkte, welche in der folgenden Einleitung betrachtet werden 32—34 „Das Erſte wird ſein, die Beſtimmung der Geſchichte der Philo— ſophie zu erörtern: ihre Bedeutung, Begriff und Zweck“ 33, 32, 35—80 (ſ. u. A) „Zweitens muß der Begriff der Philoſophie näher feſtgeſetzt und aus ihm beſtimmt werden, was aus dem unendlichen Stoff und den vielfachen Seiten der geiſtigen Bildung der Völker von der Geſchichte der Philoſophie auszuſchließen iſt“ 33—34, 32, 80—135 . u. B) Drittens muß man erſt eine allgemeine Überſicht haben, ehe man ans Einzelne geht 32—33, 34, 135—150 (ſ. u. C) A. „Begriff der Geſchichte der Philoſophie“ 35—80, 32, 33. Als erſtes begegnet uns der Widerſtreit, daß, ob— wohl der Gedanke an und für ſich iſt, ewig iſt, er doch eine Ge— ſchichte hat 35, 31, 32, 61. Das gleiche Räſonnement könnte für die chriſtliche Religion gelten 35, 36. Unterſcheidung der Geſchichte der äußeren Schickſale von der inneren, des Inhalts ſelbſt 35, 36. Der Widerſtreit könnte nur die innere treffen 35. Zur äußeren und inneren Geſchichte des Chriſtentums 35, 36, 37 Die äußerliche Geſchichte ſowohl der Philoſophie wie der chriſt— lichen Religion ſtellt eine Menge intereſſanter Fragen an uns 36, 37. Vergleich der inneren Geſchichte der Philoſophie mit der des Chriſtentums 37, 36. Betrachtung der Geſchichte anderer Wiſſen⸗ ſchaften 37, z. B. der Votanik, der Mathematik 38 „Die Geſchichte der Philoſophie dagegen zeigt weder das Ver— harren eines zuſatzloſen, einfacheren Inhalts, noch nur den Ver⸗ lauf eines ruhigen Anſetzens neuer Schätze an die bereits erwor⸗ benen; ſondern ſie ſcheint vielmehr das Schauſpiel nur immer ſich erneuernder Veränderungen des Ganzen zu geben .. .“ 38 1814
Philoſophiegeſchichte 17 1. „Gewöhnliche Vorſtellungen über die Geſchichte der Philoſophie“ 38—48 a) „Die Geſchichte der Philoſophie als Vorrat von Meinungen“ 38—43. Zur Anſicht, ihr Inhalt fei zu— fällig 39, 58, 60, 63, ſie ſei „eine Galerie der Narrheiten“ 39. „Dieſe Geſchichte, fo als eine Hererzählung von vielerlei Mei: nungen, wird auf dieſe Weiſe eine Sache einer müßigen Neu⸗ gierde, — oder wenn man will, ein Intereſſe der Gelehrſamkeit“ 39 (f. a. Gelehrſamkeit), 40 Der Vorſtellung, daß in der Philoſophiegeſchichte nur Meinungen herrſchen, wird die Forderung nach Wahrheit gegenübergeſtellt 40, 41. Stellung der Vernunft zur Religion 41, 42. Die Behauptung des Rechts der Vernunft dem Glauben gegenüber iſt dahin umgeſchlagen, „daß die Vernunft nichts Wahres erkennen könne“ 41 Wie in der Philoſophie herrſchen auch in der Theologie heute bloß Mein ungen, oder man treibt Theologie bloß geſchichtlich 41, 42. In der ſokratiſch-platoniſchen Zeit herrſchte bereits der Gegen— fat zwiſchen Meinung und Wahrheit, zwiſchen ase und &momun 42, noch mehr macht er ſich breit in Rom unter Auguſtus 42, 43. Epikureismus. Zur Frage des Pilatus: »Was iſt Wahrheit« 43. Zur Behauptung, daß man die Wahrheit nicht erkennen könne und zu dem Vorurteil, daß im Wiſſen Wahrheit ſei 43 b) „Erweis der Nichtigkeit der philoſophiſchen Erkenntnis durch die Geſchichte der Bhilofophie ſelbſt“ 44-46. Die Verſchiedenheit der mannigfaltigen Meinungen dient zu der Ausrede, daß man bei aller Liebe für die Philoſophie, ſich nicht ernſthaft mit ihr befaſſen könne 44, 45. Cicero gibt in den philoſophiſchen Gedanken über Gott eine ſolche ſchludrige Geſchichte von Anſichten und Meinungen 45 c) „Erklärungen über die Verſchiedenheit der Philoſophen“ 46—48. Die Einſicht des nüchternen Denkens kommt zur Tatſache, daß es verſchiedene Philoſophien gibt und gegeben hat 46. Dieſes nüchterne Denken geht aus ſeiner Nüch— ternheit nicht zum Hunger fort 46. Man darf die Verſchiedenheit nicht fixieren 46. Zunächſt wäre gleich dies zu ſagen, „daß ſo ver— ſchieden die Philoſophien wären, ſie doch dies Gemeinſchaftliche hätten, Philoſophie zu ſein“ 46, 47 1815
1 A Philoſophiegeſchichte Die tiefere Einſicht, was es mit dieſer Verſchiedenheit der philo⸗ ſophiſchen Syſteme für eine Bewandtnis habe, läßt ſich in die einzige Beſtimmung der »Entwickelung« zuſammenfaſſen 48, 47. „In der Bewegung des denkenden Geiſtes ift weſentlich Zuſam— menhang“ 48 2. „Erläuterungen für die Begriffsbeſtim⸗ mung der Geſchichte der Philoſophie“ 48-57. Ziel der Philoſophie 48 (ſ. Philoſophie). Zum Behufe der Er: kenntnis dieſes Zieles ſind zwei Begriffe näher zu betrachten: a) „Der Begriff der Entwickelung“ 49—52 (f. Ent⸗ wicklung) b) „Der Begriff des Konkreten“ 52—56 (f. Kon: kretes), 49 c) „Die Philoſophie als Erkenntnis der Ent⸗ wickelung des Konkreten“ 56—57 (ſ. Entwicklung) 3. „Reſultate für den Begriff der Geſchichte der Philoſophie“ 58—80. Sowohl Philoſophie wie Philoſophiegeſchichte ſind „Syſtem in der Entwickelung“ 58. Dazu iſt notwendig, daß „das Hervorgehen der unterſchiedenen Stufen im Fortſchreiten des Gedankens“ „mit dem Bewußtſein der Not— wendigkeit“ geſchieht 58. Die gedachte, erkannte Notwendigkeit der Beſtimmungen der reinen Idee darzuſtellen iſt Aufgabe der logi— ſchen Philoſophie 58, 59. Die Geſchichte der Philoſophie dagegen ſtellt die „unterſchiedenen Stufen und Entwickelungsmomente in der Zeit, in der Weiſe des Geſchehens“ — „kurz unter dieſer empiriſchen Form“ dar 59. „Nach dieſer Idee behaupte ich nun, daß die Aufeinanderfolge der Syſteme der Philoſophie in der Geſchichte dieſelbe iſt, als die Aufeinanderfolge in der logiſchen Ableitung der Begriffsbeſtimmungen der Idee“ 59, 69—80 8, 60 H, 204 O, 205 2, 206 8]. „Das Studium der Geſchichte der Philoſophie iſt Studium der Philoſophie ſelbſt“ 59, 60. Es gibt „nur eine Geſchichte der Philoſophie, als ein ſolches Syſtem der Entwickelung der Idee aufgefaßt, die den Namen einer Wiffenſchaft verdient“ 60, 61 a) „Zeitliche Entwickelung der mannigfaltigen Philoſophien“ 61—66. Zur Frage, „wie es kommt, daß die Philoſophie als eine Entwickelung in der Zeit erſcheint und eine Geſchichte hat“ 61, 32, 33, 35. Vergleich des bloßen Naturkreis⸗ 1816
Philoſophiegeſchichte 17 laufes mit der Tat des Geiſtes 61, 62. Mit dem „abſoluten Ur⸗ teil, der Unterſcheidung meiner von mir ſelbſt, macht ſich der Geiſt zum Oaſein, ſetzt ſich als ſich ſelbſt äußerlich“ 62. Die Zeit iſt aber eine der Weiſen der Außerlichkeit. Charakteriſtik der ſich in der Zeit entwickelnden Idee und des fortſchreitenden Geiſtes 62. Das Gerede von der Verſchiedenheit der Philoſophien wird nicdergeſchlagen 63. „Die konkrete Idee der Philoſophie iſt die Tätigkeit der Entwickelung, die Unterſchiede, die ſie an ſich enthält, heraus⸗ zuſetzen“ 63. „Die Unterſchiede, die in der Idee liegen, werden als Gedanken geſetzt; das iſt das Erſte. Das Zweite iſt, daß dieſe Unterſchiede zum Beſtehen kommen müſſen, der eine hier, der andere da“ 63, 64 (f. a. Idee). Nach der Erpanfion tritt jedoch Kontraktion ein. „Dies Dritte kann ſelbſt wieder nur der Anfang einer weiteren Entwickelung ſein“ 64 Bedeutung des Glaubens an die Vorſehung 65. Betrachtung über die Länge der Zeit, welche der Geiſt braucht, ſich die Philoſophie zu erarbeiten 65. Der Weltgeiſt „hat Zeit genug“ und „er macht einen ungeheuren Aufwand des Entſtehens und Vergehens“ 65. „Der Weg des Geiſtes ift die Vermittelung, der Umweg“ 66 b) „Anwendung auf die Behandlung der Ge— ſchichte der Philoſophie“ 66-69. „Die erſte Folge aus dem Geſagten ift dieſe, daß das Ganze der Geſchichte der Philoſophie ein in ſich notwendiger, konſequenter Fortgang iſt“ 66 Die zweite Beſtimmung iſt, „daß jede Philoſophie notwendig ge⸗ weſen iſt“ und daß „alle als Momente Eines Ganzen affirmativ in der Philoſophie erhalten find“ 66, 67, 69 (f. a. Philoſophie) Drittens. „Wir werden uns beſonders auf die Betrachtung der Prinzipe beſchränken“ 67, 68. „Bei konkreteren Philoſophien ha⸗ ben wir dann auch die Hauptentwickelungen, Anwendungen zu berückſichtigen“ 68 Viertens. Wir haben in der Geſchichte der Philoſophie, „ob ſie gleich Geſchichte iſt, es doch nicht mit Vergangenem zu tun“ 68, 69. „Das Prinzip ift nicht vergangen; wir f ollen ſelbſt darin präſent ſein“ 69, 66, 67. „Die Geſchichte der Philoſophie hat es mit dem nicht Alternden, gegenwärtig Lebendigen zu tun“ 69 c) „Nähere Vergleichung der Geſchichte der Philoſophie mit der Philoſophie ſelbſt“ 69-80. „In der Reihe der Philoſophien muß darauf hingewieſen wer⸗ 1817
17 Philoſophiegeſchichte den, wie fie die Syſtematiſterung der philoſophiſchen Wiſſenſchaft ſelber iſt“ 69. „Den Anfang macht das, was an ſich iſt, das Un⸗ mittelbare, Abſtrakte, Allgemeine, was noch nicht fortgeſchritten iſt. Das Konkretere, Reichere iſt das Spätere; das Erſte iſt das Armſte an Beſtimmungen“ 69, 59, 70, 71 [8, 60 g, 204 g, 205 g, 215]. Parallele mit der Entwickelung des Menſchen 69, 70 Folgerungen aus dieſer Tatſache ſind: Erſtens. „Die erſten Philoſophien find die ärmſten und abſtrakte⸗ ſten“ 70, 71. „Dies muß man wiſſen, um nicht hinter den alten Philoſophien mehr zu ſuchen, als man darin zu finden berechtigt iſt“ 70, 75. So iſt z. B. die Frage, „ob die Philoſophie des Thales eigentlich Theismus oder Atheismus geweſen ſei“ unberechtigt 70, 71. „Die ſpäteſte, jüngſte, neueſte Philoſophie iſt die ent— wickeltſte, reichſte und tiefſte“ 71. Zur Modephiloſophie 72 (f. a. Modephiloſophie) Zweitens. Die älteren Philoſophien müſſen richtig behandelt wer— den, indem man ihnen „nur dies zuſchreibt, was uns unmittelbar angegeben wird“ 73, 72, 70, 74. Kritik an Bruckers großer Ge⸗ ſchichte der Philoſophie 73. „Es liegt nur gar zu nahe, die alten Philoſophen in unſere Form der Reflexion umzuprägen“ 73, 75. Ein Beiſpiel liefert die Deutung an der Philoſophie des Thales 74, 75 Drittens. „Jede Philoſophie iſt im Ganzen des Ganges eine be— ſondere Entwickelungsſtufe, und hat ihre beſtimmte Stelle, auf der fie ihren wahrhaften Wert und Bedeutung hat“ 75 (6, 25; 8, 59], 76. „Jede Philoſophie iſt Philoſophie ihrer Zeit“ 76. „Sie kann alſo nur Befriedigung für die Intereſſen gewähren, die ihrer Zeit angemeſſen find“ 76. „Es kann deswegen heutigentags keine Platoniker, Ariſtoteliker, Stoiker, Epikureer mehr geben“ 76, 77, 79. Ihre Aufwärmung im 15. und 16. Jahrhundert 76. Man hatte die Meinung, „im Chriſtentum könne ſich keine eigentümliche Philoſophie entwickeln“ 77. Kritik an dem Anſinnen heute zum Standpunkt einer alten Philoſophie zurückzukehren 77, 78, z. B. zu Plato 77, 78, 79. Aber „in dem Geiſte der neueren Zeit ſchlum— mern tiefere Ideen“ 78, 79. „In Plato z. B. finden die Fragen über die Natur der Freiheit, den Urſprung des Übels und des Böſen, die Vorſehung, uff. nicht ihre philoſophiſche Erledigung“ 79. „Erſt in dem chriſtlichen Prinzip iſt weſentlich der individuelle perſönliche Geiſt von unendlichem, abſolutem Werte“ 79, 80 1818
Philoſophiegeſchichte 17 B. „Verhältnis der Philoſophie zu anderen Gebieten“ 80-135 (ſ. Philo ſophie), 32, 33. Die Geſchichte der Philoſophie ſtellt den allgemeinen Charakter des Volks und der Zeit und des allgemeinen Zuſtands in ſeiner höchſten Spitze dar 80 1. „Geſchichtliche Seite dieſes Zuſammenhan⸗ ges“ 81—86 (ſ. Philoſophie) 2. „Abſcheidung der Philoſophie von den mit ihr verwandten Gebieten“ 86—127. Zur Frage, „in⸗ wiefern haben wir in der Geſchichte der Philoſophie auf das Re⸗ ligiöſe Rückſicht zu nehmen“ 96, 114—125 (O Philofophie). Zu: erſt begegnet uns die Mythologie. In ihr „muß der denkende Geiſt den ſubſtantiellen Inhalt, den Gedanken, das Philoſophem, das implieite darin enthalten iſt, aufſuchen“ 114. So taten einft die Neuplatoniker, fo macht es heute Creuzer 114. Verteidigung folcher Interpretation 114, 115 „Allein aus unſerer Geſchichte der Philoſophie muß die Mytho— logie ausgeſchloſſen bleiben“ 115, 116. In der Philoſophie „iſt es uns um die Form zu tun, daß dieſer Inhalt in die Form des Ge— dankens herausgeſetzt iſt“ 116 Deutung der in vielen Mythologien gegebenen Bilder, z. B. Deutung der perſiſchen Lichtreligion als Dualismus von Gut und Böſe 116, 117, 118 (f. a. perſiſche Religion). Philoſophiſch inter⸗ eſſant iſt Mithra als „einfaches Weſen, deſſen abſoluter Gegenſatz des Weſens und der Aufhebung desſelben erſcheint“ 118. „Aber ſolche Mythen gehen die Philoſophie nichts an“ 118. Eine ähnliche Vermiſchung von Bildlichem und Gedanken findet ſich in der phöniziſchen Kosmogonie Sanchuniathons 118, 119 und in der des Chaldäers Beroſus 119, 120 „Das Mythologiſche kann auch Prätenſion machen, eine Art und Weiſe des Philoſophierens zu ſein“ 120. Platons Mythen 120, 121 (ſ. Plato) Jacobis mythiſches Sprechen 120. Ariſtoteles über die mythiſch Sprechenden 121 Über die verwandte Weiſe allgemeinen Inhalt in Zahlen, Linien, geometriſchen Figuren darzuſtellen 121. Der Kreis, die ſich in den Schwanz beißende Schlange 121, die Symbole der Freimaurer, die Zahlen der Pythagoreer, die Dreieinigkeit und die Zahlenſym⸗ bolik in der Philoſophie der Chineſen, des Fos 122 1819
Philoſophiegeſchichte 17 Über wirkliche Gedanken, Philoſopheme in mancher Religion 122, 123, 124, ſo in der indiſchen Religion 123. Aber „das Abſolute in der Philoſophie muß als Gedanke ſein“ 123. „In der griechiſchen Religion finden wir: ewige Notwendigkeit; das iſt abſolutes, ſchlechthin allgemeines Verhältnis, Gedankenbeſtimmung“ 123. Aber dieſe Notwendigkeit „gilt nicht als das wahrhafte, allum— faſſende Sein ſelbſt“ 123, 124 3. „Anfang der Philoſophie und ihrer Ge— ſchichte“ 127—135. „In der Philoſophie iſt der Gedanke, das Allgemeine als Inhalt, der alles Sein iſt“ 127. Wo fängt ſolche Philoſophie und ihre Geſchichte an? 127 a) „Die Freiheit des Denkens als Bedingung des Anfangs“ 127—130. „Die Philoſophie fängt da an, wo das Allgemeine als das allumfaſſende Seiende aufgefaßt wird“ 127, 128 (f. a. Denken), „wo das Abſolute nicht als Vorſtellung mehr iſt, ſondern der freie Gedanke .. . die Idee desſelben erfaßt“ 128. „Nach der praktiſchen Seite hängt damit zuſammen, daß wirkliche Freiheit, politiſche Freiheit aufblühe“ 128, 129, daß „das Subjekt das Bewußtſein der Perſönlichkeit erlangt habe“ 129. „Dies iſt der allgemeine Zuſammenhang der politiſchen Frei— heit mit dem Hervortreten der Freiheit des Gedankens 129, 130 b) „Abſcheiden des Orients und feiner Philo— ſophie“ 130—133 (f. Orient) c) „Beginn der Philoſophie in Griechenland“ 133—135. Die Philoſophie beginnt im Abendland 133 (ſ. Abend⸗ land). „Freiheit finden wir erſt im griechiſchen Volke. Daher fängt hier die Philoſophie an“ 134. Über die Freiheit im Orient, bei den Griechen, im germaniſchen Leben 134, 135 (f. Freiheit) C. „Einteilung, Quellen, Abhandlungsweiſe der Geſchichte der Philoſophie“ 135—150, 32, 34 1. „Einteilung der Geſchichte der Philoſophie“ 135-145. Wir haben zwei große Epochen: die griechiſche Philoſophie und die Philoſophie innerhalb des Chriſtentums 135, 144. Ausdehnung beider Philoſophien 135 (ſ. griechiſche Philoſophie, ſ. germaniſche Philoſophie) Über die näheren Beſtimmungen der beiden Hauptgegenſätze 136. Entwicklung des Gedankens in der griechiſchen Welt 135—139, 141, 142, 143 (ſ. griechiſche Philoſophie). Entwicklung der Sub⸗ 1820
17 Philoſophiegeſchichte jektivität als Prinzip der chriſtlichen Welt 139—143 (ſ. chriſtliche Religion). Hinblick auf die neue Philoſophie 141, 142, 143. „Die neuere Zeit hat als Totalität den beſtimmten Gegenſatz und die weſentliche Beziehung beider Seiten“ 143. „Das Ziel iſt, das Abſolute als Geiſt zu denken, als Allgemeines, das, als die un⸗ endliche Güte des Begriffs, in feiner Realität feine Beſtimmun— gen frei aus fi} entläßt . . .“ 143, 144 Zwiſchen die griechiſche und germaniſche Philoſophie fällt „als Mittel⸗Periode jenes Gären einer neuen Philoſophie“ 144 Kurzer Überblick über die erſte Periode von Thales bis zur neu— platoniſchen Philoſophie, über die zweite Periode und die dritte Periode 144—145 2. „Quellen der Geſchichte der Philoſophie“ 145-149. Die Quellen find im Gegenſatz zur politiſchen Geſchichte nicht die Geſchichtsſchreiber, ſondern die philoſophiſchen Werke 145. Erſt wenn dieſe verloren ſind, müſſen Geſchichtsſchreiber und andre Schriftſteller dienen 145, 146 Die wichtigſten Werke über die Geſchichte der Philoſophie ſind: 1. „The history of Philosophy by Thom. Stanley“ 146 (f. Stanley) 2. Johann Jakob Bruder: Historia critica philosophiae 146— 147 (f. Brucker) 3. Dietrich Tiedemann 147 (ſ. Tiedemann) 4. Joh. Gottlieb Buhle 147—148 (ſ. Buhle) 5. Wilh. Gottl. Tennemann 148 (. Tennemann) Dazu kommen noch drei Kompendien: 1. Friedrich Aſts Grundriß einer Geſchichte der Philoſophie 148, 149 2. Wendts Auszug aus Tennemann 149 3. Rixners Handbuch der Geſchichte der Philoſophie 149 3. „Abhandlungsweiſe in dieſer Geſchichte der Philoſophie“ 149150. „Von der äußerlichen Geſchichte werde ich, was die allgemeine Geſchichte betrifft, nur den Geiſt, das Prinzip der Zeiten berühren“ und von den Philoſophien nur diejenigen namhaft machen, „deren Prinzipe einen Ruck ge— tan“ 149. Zur Forderung, „daß ein Geſchichtsſchreiber der Philo— ſophie kein Syſtem haben“ ſoll 149, 150. Zur Objektivität der politiſchen Geſchichte 150. Auch in ſie legt ſich ſogleich ein Zweck hinein 150. In der Geſchichte der Philoſophie macht ſich „die ſich 1821
Philoſophiegeſchichte / Philoſophieren 17 entwickelnde Vernunft zum Zweck; es iſt kein fremder Zweck, den wir hineintragen“ 150 „Orientaliſche Philoſophie“ 130-133, 151—184 (f. orientaliſche Philoſophie) 1. „Chineſiſche Philoſophie“ 154—160 (f. chineſiſche Philoſophie) 2. „Indiſche Philoſophie“ 161—184 (f. indiſche Philoſophie) „Der Geſchichte der Philoſophie erſter Teil“ 144, 185 — 19, 96 „Griechiſche Philoſophie“ 185 — 19, 96 (f. griechiſche Philoſophie) 18 1—586 (f. griechiſche Philoſophie) 19 1—96 (f. griechiſche Philoſophie). Verſtandesphiloſophie der Rö— mer 5 (O Neuplatoniker). Auseinanderſetzung der Philoſophie mit dem griechiſchen Prinzip 94 (O alexandriniſche Philoſophie) „Der Geſchichte der Philoſophie zweiter Teil“ 97—262, 17, 145 „Philoſophie des Mittelalters“ 97—262 (f. mittel⸗ alterliche Philoſophie) „Der Geſchichte der Philoſophie dritter Teil“ 263—692 „Neuere Philoſophie“ 263—534 (ſ. neuere Philoſophie), 284 „Neueſte deutſche Philoſophie“ 534-683 (f. neueſte deutſche Philoſophie). Das Reſultat der Arbeit des Geiſtes iſt „der Begriff, den er von ſich erfaßt: die Geſchichte der Philoſophie, die klare Einſicht, daß der Geiſt dies gewollt in feiner Ge— ſchichte“ 685. „Die Geſchichte der Philoſophie iſt das Innerſte der Weltgeſchichte“ 685. Rückblick auf die Geſchichte der Alten 686, 687. Über das „allgemeine Refultat der Geſchichte der Philoſophie“ 690—692 (f. neueſte deutſche Geſchichte) Philoſophieren 1 „Neflexion als Inſtrument des Philoſophie⸗ rens“ 50—55 (f. Fichte) „Verhältnis des Philoſophierens zu einem philoſophiſchen Syſtem“ 70—76 (f. Fichte) 123 (O Fichte) 2 ‚Das natürliche Philoſophieren als geſunder Menſchenverſtand und als Genialität“ 5, 62—64 (ſ. geſunder Menſchen verſtand) 1822
3 12 17 18 Philoſophieren / Philoſophieunterricht Zur gewöhnlichen Unterſcheidung des philoſophiſchen Syſtems vom Philoſophieren ſelbſt und zur modernen Sucht, beſonders der Pädagogik, „daß man ohne Inhalt philoſophieren lernen ſoll“ 310, 311, 319, 321 (ſ. Philoſophieunterricht) „Ich erachte das Philoſophieren durchaus als von Wiſſenſchaft⸗ lichkeit untrennbar“ 33 (O Aſthetik) „Außere, geſchichtliche Bedingung zum Philo— ſophieren“ 81 (ſ. Philoſophie) „Geſchichtlicher Eintritt eines geiftigen Be: dürfniſſes zum Philoſophieren“ 82—84 (ſ. Philo⸗ ſophie) Entſtehen eines moraliſchen Philoſophierens bei Anniceris, wie bei Cicero und den ſpäteren Peripatetikern 158, 159 (O Anni⸗ keris) Philoſophieunterricht Gymnaſialreden 229—297 (ſ. Gymnaſialreden) „Amtliche Gutachten über den Philoſophie⸗Unterricht“ 299—335 1. „Aber den Vortrag der philoſophiſchen Bor: bereitungs-Wiſſenſchaften auf Gymnaſien“ 301—316. „Aus einem Brief vom 23. Oktober 1812 an den Königl. Bayeriſchen Oberſchulrat Immanuel Niethammer“ 301 Einleitung 301—302. Über die private Natur dieſer Mit— teilung 301. Der Möglichkeit, daß das Studium der Alten „die wahrhafte Einleitung in die Philoſophie ſei“, ſteht entgegen „die ganz gelehrt werdende und zur Wortweisheit tendierende Philologie“ 302, 322, 323, 328 (ſ. a. Philologie) „Der Vortrag der philoſophiſchen Vorbereitungs-Wiſſenſchaften in dem Gymnaſium bietet zwei Seiten dar: I. Die Lehrgegenſtände ſelbſt, II. Die Methode“ 303 J. Die Lehrgegenſtände 303-310 1. Für die Unterklaſſe ift nach dem Normativ „die Religions, Rechts⸗ und Pflichtenkenntnis beſtimmt“ 303, 303—305. Die Lo⸗ gik muß auf die Mittelklaſſe aufgeſpart werden 303, 304, 305, und es iſt beſſer in der Reihenfolge: Recht, Moral, Religion vor— zugehen 304. Die Gründe, weshalb dieſe Lehrgegenſtände ſehr für die Unterklaſſe paſſen 304, 305 1823
Philoſophieunterricht 3 2. Für die Mittelklaſſe iſt nach dem Normativ „a) Kosmologie, natürliche Theologie, in Verbindung mit den Kantiſchen Kritiken; 8) Pſychologie“ beſtimmt 303, 305—307, 330, 331, 334. Das Logiſche iſt im Ganzen für das Leichtere anzuſehen 305. Verwer⸗ fung der ganz empiriſchen Pſychologie, z. B. Kampes Pfychologie für Kinder, oder Carus' Manier 305. Zur Einteilung des Vor⸗ trags der Pſychologie 305, 306 (ſ. Pſychologie). Zur Logik und Metaphyſik 306. „Nach meiner Anſicht des Logiſchen fällt ohnehin das Metaphyſiſche ganz und gar dahinein“ 306, 307. Dafür kann Kant als Autorität zitiert werden 306, 307. Hinweis Hegels auf ſeine objektive Logik 307. Zu Kants Antinomien und ſeiner Kritik der natürlichen Theologie 307 3. Für die Oberklaſſe iſt „philoſophiſche Enzyklopädie“ vorgeſehen 303, 307310. Sie enthält „den allgemeinen Inhalt der Philo— ſophie“: „1. die Logik, 2. die Philoſophie der Natur, 3. die Philo— ſophie des Geiſtes“ 307. Da Logik und Geiſtesphiloſophie ſchon einmal in der Mittelklaſſe abgehandelt wurden, iſt „nur die zweite Wiſſenſchaft, die Philoſophie der Natur noch für die Enzyklopädie übrig“ 308. Gründe, weshalb gerade die Naturbetrachtung für die Jugend ungeeignet iſt 308, 309. Bedauern, daß die Aſthetik nicht Lehrgebiet iſt 309. „Mehr Begriff von Metrik, auch beſtimmtere Begriffe von der Natur des Epos, der Tragödie, der Komödie u. dgl.“ wären nötig 309, 310. Eine philoſophiſche Anſicht der Geſchichte dagegen kann noch entbehrt werden 310 II. „Methode“ 310-316 A. Zur gewöhnlichen Unterſcheidung des philoſophiſchen Syſtems vom Philoſophieren ſelbſt 310. Kritik an der Trennung des In— halts der Philoſophie vom „philoſophieren lernen ohne Inhalt“ 310, 319, 321. Dazu iſt vors erſte zu ſagen: „Indem man den Inhalt der Philoſophie kennenlernt, lernt man nicht nur das Philoſophieren, ſondern philoſophiert auch ſchon wirklich“ 310. „Zweitens enthält die Philoſophie die höchſten vernünftigen Ge— danken über die weſentlichen Gegenſtände, enthält das Allgemeine und Wahre derſelben; es iſt von großer Wichtigkeit, mit dieſem Inhalt bekannt zu werden, und dieſe Gedanken in den Kopf zu bekommen“ 310, 311, 313, 314. „Das unſyſtematiſche Philofophieren iſt ein zufälliges, fragmentariſches Denken, und gerade die Konſequenz iſt die formelle Seele zu dem wahren Inhalt“ 311. 1824
Philoſophieunterricht 3 Drittens muß „die Philoſophie gelehrt und gelernt werden, ſo gut, als jede andere Wiſſenſchaft“ 311. „Der unglückſelige Pru⸗ ritus, zum Selbſtdenken und eigenen Produzieren zu erziehen, hat dieſe Wahrheit in Schatten geſtellt“ 311—312, 313, 310 B. „Der philoſophiſche Inhalt hat in ſeiner Methode und Seele drei Formen; 1. iſt er abſtrakt, 2. dialektiſch, 3. ſpekulativ“ 313, 315. „Was den Vortrag der Philoſophie auf Gymnaſien betrifft, ſo iſt erſtens die abſtrakte Form zunächſt die Hauptſache“ 313. „Der Jugend muß zuerſt das Sehen und Hören vergehen ...“ 313. Es gibt zwei Wege abſtrakt denken zu lernen 313, 314. Der eine beginnt mit dem Sinnlichen und ſchreitet durch Analyſe zum Abſtrakten fort, der andre beginnt gleich mit dem Abſtrakten 313. Der erſte iſt „naturgemäßer“, der zweite „der Sache gemäß“ 313, 314 Von den drei oben erwähnten Formen des philoſophiſchen Dentens ift das verſtöndige Philoſophieren in der Gymnaſial-Sphäre das vorherrſchende 314, 315, 313; das Dialektiſche (die Kantiſchen Antinomien) iſt das für die Jugend am wenigſten Intereſſante. Beſſer als die Kantiſchen Antinomien iſt die Dialektik der alten Eleatiker 315. Das Spekulative iſt das Schwerſte, es iſt die Wahr⸗ heit 315. Es hat eine gedoppelte Form. Die „gemeine, dem Bor: ſtellen, der Einbildungskraft, auch dem Herzen näher gebrachte Form“ 315, 316. Der „Pantheismus“ 315, die „Dreieinigkeit“ 316. Die andre Form iſt die des Begriffs. Sie „kann nur ſpurſam im Gymnaſial-Vortrag vorkommen“ 316 2. „Über den Vortrag der Philoſophie auf Uni⸗ verſitäten“ 317—324. „Schreiben vom 2. Auguſt 1816 an den Königl. Preußiſchen Regierungsrat und Profeſſor Friedrich v. Raumer“ 317 Gründe für die beſondere Art von Verlegenheit, die ſich für den Vortrag der Philoſophie wahrnehmen läßt 317, 318. Die frühere Form und der frühere Inhalt des philoſophiſchen Vortrags iſt antiquiert und die neu „an die Stelle getretene Idee der Philo⸗ ſophie ſteht noch ohne wiſſenſchaftliche Ausbildung“ 318, 317. Die Jugend findet dann „leicht ein Etwas nicht, zu deſſen Er⸗ wartung ſie ſchon angeregt iſt“ 319, 318. Weiterhin „hat die neue Idee die Forderung noch nicht erfüllt, das weite Feld von Gegen⸗ ſtänden, welche in die Philoſophie gehören, zu einem geordneten, durch ſeine Teile hindurch gebildeten Ganzen zu geſtalten“ 319. Glockner, Hegel-Lexikon 115 1825
= Philoſophieunterricht Ja, ſolche Forderung wurde abgewieſen mit dem Hinweis, „daß die Beſtimmtheit und Mannigfaltigkeit von Kenntniſſen für die Idee überflüffig, ja ihr zuwider und unter ihr ſei“ 319. Franz Baader, Friedrich Schlegel 319, 320. Eine größere Breite „ſahen wir den allgemeinen Ideen mit Hilfe der Phantaſie geben“, oder mit Hilfe kritiſcher und ſkeptiſcher Außereinanderſetzung 320 Eine Folge von dem Allen iſt „Mangel an Kenntniſſen, Un: wiſſenheit ſowohl in philoſophiſchen Begriffen als auch in den ſpeziellen Berufswiſſenſchaſten“ 320, 321 „Ich habe ſoeben die Herausgabe meiner Arbeiten über die Logik beendigt, und muß nun vom Publikum erwarten, wie es dieſe Art und Weiſe auſnimmt“ 321 Aufgabe des Vortrags der Philoſophie auf Univerſitäten iſt „eine Erwerbung von beſtimmten Kenntniſſen“ 321. Zum Vorurteil der Pädagogik, daß es bei der Übung zum Selbſtdenken auf das Material nicht ankomme 321 (f. Pädagogik), 310. Falſche Originalität 321, 322. Die Philoſophie, deutlich und mitteilbar, iſt keine „Idio— ſynkraſie etlicher tranſzendentaler Köpſe“ und wird „ihrer wahr— haften Stellung angemeſſen, zu der Philologie, als der erſten propädeutiſchen Wiſſenſchaft ſür einen Beruf, die zweite ſein“ 322. Die Geſahr des Steckenbleibens iſt beim Studium der Philo— logie größer 322, 323 Die Philoſophie als propädeutiſche Wiſſenſchaft hat „die formelle Bildung und Übung des Denkens zu leiſten“ 323. Erbaulich darf ſie niemals ſein 323. „Das Gehaltvolle für die Einſicht zu recht— fertigen, es in beſtimmte Gedanken zu faſſen und zu begreifen, und es dadurch vor trüben Abwegen zu bewohren, muß das Ge— ſchäft der Philoſophie ſein“ 323. Der alte Stoff bedarf einer Um— bildung 324. Gliederung der Philoſophie in Logik, Naturphilo— ſophie, Philoſophie des Geiſtes 324, 323 3. „Über den Unterricht in der Philoſophie auf Gymnaſien“ 325—335 Bericht vom 7. Februar 1823 an das Königl. Preußiſche Miniſte⸗ rium des Unterrichts“ 325 Zur Aufgabe mich gutachtlich zu äußern, wie eine zweckmäßige Vorbereitung für das Studium der Philoſophie auf der Univerſttät in den Gymnaſien zu leiſten ſei 325, 327. Kritik an der jetzigen Gepflogenheit „auch ungebildete und unwiſſende Jüng⸗ linge zu Univerſitäts⸗Bürgern auſzunehmen, wenn ſolche nur 1826
3 17 Philoſophieunterricht / 7466005 ein Zeugnis über diefe ihre gänzliche Unreife mitbringen“ 325, 326, 327 Die Vorbereitung „zum ſpekulativen Denken und dem Studium der Philoſophie“ auf den Gymnaſien zerfällt in eine materielle und formelle 327. Die materielle Vorbereitung gründet ſich auf das Studium der Alten 328, 329 und auf den dogmatiſchen Inhalt unſerer Religion 328, 329. Die formelle Vorbereitung gründet ſich auf „die Beſchäftigung mit den allgemeinen Vor— ſtellungen und näher mit Gedankenformen, wie ſie dem bloß räſo— nierenden Denken und dem philoſophiſchen gemeinſchaftlich ſind“. „Eine ſolche Beſchäftigung hätte die nähere Beziehung auf das ſpekulative Denken“ 329, 330 Auszuſchließen iſt die Geſchichte der Philoſophie 330 Aufzunehmen in den fraglichen Vorbereitungsunterricht wären: 1. Die empiriſche Pſychologie 330, 331, 334, 305. Sie ließe ſich auf eine Einleitung in die Logik beſchränken 330, 331. Über die Zeit und Stufenfolge ihres Vortrags 334 2. Die Anfangsgründe der Logik 331—333, 334. Bekanntſchaft mit den Kantiſchen Kategorien als ſogenannten Stammbegriffen des Verſtandes und Erwähnung der Antinomien 331. Über Zeit und Stufenfolge ihres Vortrags 334. Vorteile ſolchen Unter— richts 331, 332. Hinweis auf eigene Erfahrungen als Schüler und ſpäter als Rektor 332. Bedeutung der Schulung des Gedächtniſſes 332 (ſ. Gedächtnis) 3. Die Beweiſe vom Daſein Gottes aus der eigentlichen Meta— phyſik, die ja im übrigen vom Gymnaſialunterricht auszuſchließen iſt 333 4. Richtige und beſtimmte Begriffe über die Moral in Verbin— dung mit dem Religions-Unterricht 333. Über Zeit und Stufen— folge ihres Vortrags 334 Zur Schwierigkeit, die Stundenzahl des Unterrichts um zwei neue zu vermehren 334, 335. Über die Lehrbücher für den Philoſophie⸗ unterricht 335 PUO00YPOS Bon Pythagoras wird geſagt, er habe ſich zuerſt den Namen puldaogos ſtatt o gegeben 243. Bedeutung dieſer beiden Bezeichnungen 243 (O Pythagoras) 1827
1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 2 = mn wm 8 1 1 2 0 1 = Philoſtratos / Phönizier TERN LE N en u — — —— Philoſtratos Philoſtrats Gemälde 31 (O Malerei) Phöbe 53 (O griechiſche Götter) Phöbos (Apollo) 561 (O Kunſtreligion) 53 (O griechiſche Götter) „Phöbos iſt der wiſſende Gott“, er iſt „der Nachklang der Sonnen— macht“ 105 (O griechiſche Religion) 107 (O Sokrates) Phokenſer Ihre Kriege mit den Thebanern 352, 353, ihre Plünderung des Tempels zu Delphi 353 (O mazedoniſches Reich) Phönix Der große Gedanke, „daß aus dem Leben Tod, aber aus dem Tod Leben hervorgeht“ iſt bekannt in dem Bild des Phönix. „Dies Bild iſt aber nur aſiatiſch, morgenländiſch, nicht abendländiſch“ 112 (O Weltgeſchichte) [17, 123] Symbolcharakter des Bildes vom Phönix, „der ſich ſelber ver— brennt, doch verjüngt aus dem Flammentode und der Aſche wie— der hervorgeht“ 471. Herodot iiber Abbildungen dieſes Vogels 471 (O ſymboliſche Kunſtform) Symbolcharakter des Bildes vom Phönix 435 (O ſyriſche Neli— gion) 123 (O Philoſophiegeſchichte) Phönizier 348 0 (O Hieroglyphen) 255 (O Syrien), 301 (O Griechen) Phöniziſche Symbolik in Ovids Metamorphoſen 30 (O Ovid). Der Dionyſoskultus ſoll von den Phöniziern gekommen ſein 68 (O klaſſiſche Kunſt) 1828
15 17 2 17 18 11 12 13 18 13 11 11 1 Phönizier / Phyſik Phöniziſche Religion 435 (f. ſyriſche Religion) 118 (O Sanchuniathon), 240 (O Pythagoras) Photios 258 (O Zahl) YoörnoOıs 367 (O Heraklit) 216, 231 (O Plato), 512 (O Epikur) Phrygien Pelops aus Phrygien 301 (O Griechen) Dienſt der Kybele bei den Phrygiern 471 (O ſymboliſche Kunſt— form). Der Aufenthalt Aſops „wird nach Phrygien verlegt, nach dem Lande, welches den Übergang von dem unmittelbar Symboliſchen und dem Gebundenſein an das Natürliche zu dem Lande macht, in welchem der Menſch anfängt, das Geiſtige und ſich ſelbſt zu faſſen“ 513, 514 (O Fabel) Phrygiſche Symbolik in Ovids Metamorphoſen 30 (O Ovid). Ver: ehrung der Gewalt der Zeugung in Phrygien 279 (O ſymboliſche Architektur) 161 (O Antiſthenes) Phryne 377 (O Skulptur) Phtha 269, 278 (O ägyptiſche Religion) Phthiotis Phthiotis, das Vaterland Achills 299 (O Griechen) Phyſik Über das Verhältnis von Mechanik und Phyſtk in der Aſtronomie 4, 5. Gefahr der Verwechſlung der Mathematik mit Phyſik 4. In die Mathematik fallen die Größenverhältniſſe des Gegenſtandes, 1829
Phyſik —— . —— —(ꝭ¶—ĩ — — 1 die Erkenntnis der Kraft aber gehört in die Phyſik 5, 6. Newton brachte die Verwirrung von Mathematik und Phyſik 6, 17. Mit der Erkenntnis des Identitätsprinzips trennt die Philoſophie Mechanik und Phyſik und gibt die Phyſik der Philoſophie zurück 20 (O Planet) Zeitſchrift für ſpekulative Phyſik 147 (O Reinhold) Stellung des neuen Skeptizismus zur Phyſik 228, 253 (O Skep⸗ tizismus), 437, 450 (O Naturrecht), 542, 543 (O Literatur) „Phyſik“ 195—200 (O Naturwiſſenſchaft) J. „Mechanik“ 195—196 (ſ. Mechanik) II. „Phyſik des Unorganiſchen“ 196—197 8 116 „Das durch das Licht individualiſiert und in qualitative Unterſchiede aufgeſchloſſen werdende Schwere iſt die konkrete oder phyſiſche Natur und Gegenſtand der Phyſik überhaupt“ 196 § 117 Über das Licht und die Farbe 196 § 118 Über den Magnetismus 196 8 119 Über Elektrizität, die chemiſchen Elementarſtoffe, die phyſi⸗ ſchen Körper 196, 197. Über letztere als phyſikaliſche Elemente, himmliſche Körper und irdiſche Körper 197 § 120 Über den chemiſchen Prozeß 197 „Phyſik des Organiſchen“ 197 —200 (ſ. Organik) Experimentalphyſik am Nürnberger Gymnaſium 277 (O Gym: naſialreden) = 4 Bedeutung der Denkbeſtimmungen der Kraft und der Polarität in der Phyſik 22 (O Logik). Die „Phyſik leidet in den Molekules, Partikeln ebenſoſehr als die Staatswiſſenſchaft, die von dem einzelnen Willen der Individuen ausgeht“ 196, 195 (O Eins) 18, 231] 211 (O Kant). Bedeutung des Maßes im Phyſikaliſchen 411 (O Maß). 570 (O Grund), 620, 621 (O Ding) 5 263 (O Erkennen). „In der Phyſik find die einzelnen Natur⸗ eigenſchaften oder Materien von ihren mannigfaltigen Verwicke⸗ lungen, in denen ſie ſich in konkreter Wirklichkeit befinden, zu befreien, und mit den einfachen, notwendigen Bedingungen dar— zuſtellen“ 299 (O Einteilung) In den Erfahrungswiſſenſchaften, z. B. der Phyſik, werden Re⸗ flexions⸗Beſtimmungen von beſonderen Kräften an die Spitze 1830
Phyſik 5 geſtellt, um an denſelben die allgemeine Grundlage zu haben, welche nachher auf das Einzelne angewendet und in ihm auf gezeigt wird“ 315, 316 (O Lehrſatz) 6 Newton und die Engländer nennen die Experimentalphyſik Philo⸗ ſophie 22, 22 Fußn. (O Enzyklopädie) 29 (O Enzyklopädie) [P. St. 8, 63] „Die Phyſik“ 150, 162—200 (O Naturphiloſophie) (Dieser Abschnitt entspricht nur 2. T. dem der Physik in 9, da hier in der Enzyklopädie die Kapitel: endliche und absolute Mechanik unter Physik genommen werden, während sie in 9 das 2. und 3. Kapitel vom I. Teil der Naturphilosophie bilden. 93—119 s. Materie, 120 bis 152 s. Mechanik, 153—448 s. u. H. Gl.) 8 204 [P. St. 8, S 262, wenig verändert, ſtark erweitert, |. Mecha⸗ nit] 162— 163 [P. St. 9, 93—94] 8 205 O Die vorerſt nur ſchwere Materie iſt Gegenſtand der Me⸗ chanik; die elementariſche Materie iſt Gegenſtand der elementari⸗ ſchen Phyſik und die individualiſtiſche Materie iſt Gegenſtand der Phyſik der eigentlichen Körperwelt 163 © A. „Die Mechanik“ 163—172 (. Mechanik) [P. St. 9, 93 bi. 119 f. Materie, 120—152 f. u.] B. „Elementarifde Phyſik“ 1638, 172—183 [ogl. 9, 153—212 f. u.] 8 218 O lklingt an 9, 8 290 an, ſ. u.] bergang der Schwere in die Manifeſtation des Weſens, erſcheinend als beſonders qualifizierte Materie, geſtaltloſes Element 172 © Unterſchied zwiſchen dem chemiſchen und phyſikaliſchen Element 172, 173 [P. St. 9, 184] 3) „Die elementariſchen Körper“ 173—179 (entspricht in 9: „Die freien physischen Körper“ 155—183. H. Gl.) 88 219, 220 [P. St. 9, 88 275, 276] 173—175 (f. Licht) § 221 [P. St. 9, 8 277 f. Licht, 8 320 Zuſatz |. Farbe] 175—176 (f. Farbe) 8 222 O [ogl. 9, 8 275, letzter Satz] „Das Licht macht das Daſein oder die phyſikaliſche Bedeutung des Körpers der abſtrakten Zen⸗ tralität aus, welcher als Lichtkörper reell iſt“ 176 [vgl. 9, 156] 8 223 [P. St. 9, 8 279 f. u.] 177-178 [P. St. 9, 174180 f. u.] § 224 [P. St. 9, 8 280, wenig verändert ſ. Planet] 178—179 IP. St. 9, 180—183 f. Planet] 1831
fer} Phyſik b) „Die Elemente“ 179—181 [P. St. 9, 183—196] (f. Ele⸗ ment) c) „Der elementariſche Prozeß“ 181—183 [P. St. 9, 196—212] (ſ. Meteorologie) C. „Individuelle Phyſik“ 1638, 184—200 (entspricht in 9 etwa dem 2. und 3. Kapitel der Physik: „Physik der besonderen Individualität“ 213—265 s. u. und „Physik der totalen Individualität“ 265—386 s. u. H. Gl.) § 234 O [vgl. 9, SS 308, 309] Charakteriſtik des individuellen Kör⸗ pers als „die zur Einzelnheit aus der Allgemeinheit der Schwere durch die Beſonderheit der Elemente zuſammengeſchloſſene Ma⸗ terie“ 184 © a) „Die Geſtalt“ 184—190 [vgl. 9, 267—296] (ſ. Geſtalt) b) „Die Beſonderung der Unterſchiede“ 1848, 190-194 (entspricht in 9 dem 3. Kapitel B „Die Besonderung des individuellen Körpers“ 296—386 s. u. H. Gl.) § 245 [P. St. 9, § 316, verändert, die Anm. wörtlich! 190—191 [P. St. 9, 296—302 f. u.] § 246 „Der Körper individualiſiert das äußerliche Selbſt des Lichts an feiner Dunkelheit zu einer ſpezifiſchen Trübung desſelben, zur Farbe“ 191 0 [vgl. 9, 303-361 f. Licht], die Luft zum Geruche 1910 [vgl. 9, 362—364 f. u.], das Waſſer zum Geſchmack 1910 [vgl. 9, 364—366 f. u.] 88 247— 250 [P. St. 9, SS 323—325] 191—194 [P. St. 9, 366 bis 386] (ſ. Elektrizität) e) „Der Prozeß der Vereinzelung“ 1848, 194—200 (ſ. Chemismus) (entspricht in 9 dem 3. Kapitel G „Der chemische Prozeß“ 386 448 s. Chemismus) „Organiſche Phyſik“ 150, 200—224 [P. St. 9, 449—722] (ſ. Or⸗ ganif) 92 (O Enzyklopädie), 63 [P. St. 6, 29] (O Syſtem), 88 @ (O Logik), 117 (O Empirismus), 231 [P. St. 6, 61] (O Eins), 275 8 (O Anterſchied), 310 & (f. Kraft) Zur Metaphyſik in der Phyſik 232 0, 233 0 (O Eins), 244 © (0 Sein), 298 8 (O Ding). Stellung der deutſchen Phyſiker zur reinen Dynamik und zur Atomiſtik 233 0 (O atomiſtiſche Philoſophie) Kritik an der Phyſik, die häufig keinen Unterſchied macht zwiſchen 1832
Phyſik 8 intenſiver und extenſiver Größe 2448, 2458, 243 G [9, 217] (O Sein). Zur Vorſtellung von der Polarität in der Phyſik 278 8 (O Unterſchied); zum Begriff der Poroſität 297 g, 298 2 (f. Po⸗ roſität). Zur mechaniſtiſchen Betrachtungsweiſe in der Phyſik 406 O, 407 0 (O Mechanismus) 9 Verhältnis zwiſchen Phyſik und Naturphiloſophie: Die Natur⸗ philofophie „ist ſelbſt Phyſik, aber rationelle Phyſik“ 31 8. „Sie iſt alt, ſo alt als die Naturbetrachtung überhaupt“, „ja ſogar älter als die Phyſik“ 32 . Phyſik und Naturgeſchichte liegen „nicht ſo weit auseinander, als man es zunächſt nimmt“. In der empiriſchen Phyſik „iſt viel mehr Gedanke, als ſie zugibt und weiß, fie iſt beſſer, als fie meint“ 32 8 (f. Naturphiloſophie). Ab⸗ grenzung der phyſikaliſchen von der naturphiloſophiſchen Natur— betrachtung 379 (ſ. Naturbetrachtung). Die Phyſik ſieht die „Allgemeinheiten als ihren Triumph an; man kann ſogar ſagen, daß ſie leider nur zu ſehr in dieſe Verallgemeinerung gehe“. Es iſt der Mangel der Phyſik, „daß ſie zu ſehr im Identiſchen iſt; denn die Identität iſt die Grundkategorie des Verſtandes“ 44 g. „Das, wodurch ſich die Naturphiloſophie von der Phyſik unter— ſcheidet, iſt näher die Weiſe der Metaphyſik, deren ſich beide bedie⸗ nen“ 44 O, 45 O. Das Ungenügende der phyſikaliſchen Denkweiſe iſt, daß „das Allgemeine der Phyſik abſtrakt, oder nur formell iſt“, und „der beſtimmte Inhalt eben deswegen außer dem Allgemei— nen, damit zerſplittert, zerſtückelt, vereinzelt, abgeſondert, ohne den notwendigen Zuſammenhang in ihm ſelbſt, eben darum nur als endlicher iſt“ 45 @. Goethe hierzu 45 ©. Überwindung der Verſtandesreflexion 45 8, 46 Kritik an den in der gewöhnlichen Phyſik poſtulierten Kräften 126 O, 128 , 129 2, 130 8, 138 8, 2210 (f. Kraft) 150 2, bergang der Mechanik in die Phyſik 152 0, 150 9 (.. Die: chanik) „Die Phyſik“ 66 [P. St. 6, 150], 68 O, 150 2, 152 J, 153—448 [P. St. 6, 162—200] (O Naturphiloſophie) (Die beiden als „Physik“ bezeichneten Abschnitte von 6 und 9 decken sich nicht. Der in 6 umfaßt Paragraphen, welche in 9 unter „Mechanik“ stehen. H. Gl.) 8 272 Q [vgl. 6, 8 205] „Die Materie hat Individualität“ 153 8 1833
PHynt — 00 -——— —uy— 9 (vgl. 6, 163, 175). Sie entreißt „ſich die Schwere, manifeſtiert ſich, fi an ihr ſelbſt beſtimmend“ 153 © Zuſatz. Die Schwere geht „in die Manifeſtation des Weſens über“ 153 C, 155 O. Die materialifierten Formbeſtimmungen erſcheinen im Sonnenſyſtem unmittelbar und zugleich weſentlich geſetzt 153 H, 154 O. So das Licht 154 © 8 273 O Einteilung der Phyſik ihrem Inhalt nach in Phyſik der allgemeinen, beſonderen und totalen Individualität 154 H. Zu⸗ ſatz. Zur Schwierigkeit dieſes Teils der Natur 154 Erſtes Kapitel. „Phyſik der allgemeinen Individualität“ 154-212 [vgl. 6, 172—183] 8 274 0 Die phyſiſchen Qualitäten find „erſtens, als unmittel⸗ bar“, die phyſiſch beſtimmten himmliſchen Körper, „zweitens, als bezogen auf die individuelle Einheit ihrer Totalität, die phyſiſchen Elemente“, „drittens, als der Prozeß“, „der meteorologiſche Pro⸗ zeß“ 1540, 155 © A. „Die freien phyſiſchen Körper“ 154, 155—183 [vgl. 6, 173—179] Zuſatz. Eintritt in die Sphäre des Weſens. „Dieſes iſt Rückkehr zu fi) ſelbſt in feinem Andern, Scheinen der Beſtimmungen ineinander, die, ſo in ſich reflektiert, ſich jetzt als Formen entwickeln. Dieſe Formen find: Identität, Verſchiedenheit, Gegenſatz, Grund“ 155 1. „Das Licht“ 155—175 [P. St. 6, 173-175), (ſ. Licht), 450 g 2. „Die Körper des Gegenſatzes“ 155, 174—180 (vgl. 185, 191—195) [P. St. 6, 177—178] § 279 [P. St. 6, 223, wenig verändert] Charakteriſtik des Dun⸗ kelen als Gegenſatz an ihm ſelbſt. Sein Zerfallen in die Zweiheit a) der Starrheit oder des lunariſchen Körpers und 6) der Auflöſung und Neutralität, der kometariſchen Körper 174, 175 [P. St. 6, 177] (ſ. Mond, ſ. Komet) Zuſatz. Beide „machen die verſelbſtändigten Seiten der ſich auf⸗ löſenden Erde aus“ 176 8, 177 8 (. Mond, ſ. Komet). Über das dreifache Verhältnis von Sonne, Planeten und den ſelbſtändigen Körpern 178 8, 179 8, 1808 3. „Der Körper der Individualität“ 180—183 [P. St. 6, 178—179] (ſ. Planet), 155 © 1834
Phyſik 9 B. „Die Elemente“ 154, 183—196 [P. St. 6, 179—181] (f. Element) C. „Der elementariſche Prozeß“ 1558, 196—212 [P. St. 6, 181—183] (f. Meteorologie). Unterſcheidung einer end⸗ lichen Phyſik der vereinzelten individuellen Körper von einer freien, ſelbſtändigen Phyſik des Erdenprozeſſes 196—197 [P. St. 6, 181-182], 198—203 8 (f. Meteorologie). Kritik an der „res flektierenden Phyſik“ und ihren beiden Vorurteilen: „Was im freien Zuſammenhange ſtattfindet, muß auch im bedingten, äußer⸗ lichen gemacht werden können“, „was im bedingten ſtattfindet, findet auch im freien ſtatt“ 200 (O Meteorologie) Zweites Kapitel. „Phyſik der beſondern Individualität“ 1548, 213—265 (Dieses Kapitel findet sich 2. T. in 6: Physik C. H. Gl.) 8 290 0 [ogl. 6, § 218] Abgrenzung der phyſikaliſchen Elemente, die noch nicht in ihnen ſelber ein konkretes Fürſichſein ſind, gegen die individualiſierende Mechanik 213 Zuſatz. „Der individuelle Einheitspunkt als Selbſtiſchkeit durch⸗ dringt die Unterſchiedenen und iſt die Seele derſelben: ſo daß ſie nicht mehr außer ihrem Zentrum ſind, ſondern dieſes das Licht iſt, das fie in ihnen ſelbſt haben“ 213 ©, 214 O. „Daß die Qualität zu ihrer Rückkehr in ſich ſelbſt gekommen, das iſt der Standpunkt der Individualität, den wir hier haben“ 214 © § 2910 „Diefe individualifierende Formbeſtimmung iſt zunächſt an ſich oder unmittelbar, ſo noch nicht als Totalität geſetzt“, „ein Verhältnis Verſchiedener“, „mechaniſch bleibende Beziehung“ 214 Schwierigkeit der Abtrennung dieſer „Sphäre der bedingten Individualität“ 214 Zuſatz. Charakteriſtik dieſer Sphäre, dieſes „Werdens der Geſtalt“ 215 @ § 2920 Die Beſtimmtheiten, welche die Schwere erleidet, ſind ſpezifiſche Schwere, Kohäſion, Klang und Wärme 215 8, 216 A. „Die ſpezifiſche Schwere“ 215 8, 216—221 [P. St. 6, 185—187] (f. Schwere), 450 ©. Kritik an der gewöhnlichen Phy⸗ fit und ihrem Begriff der ſpezifiſchen Schwere 216, 217 [P. St. 6, 185] 220 f, 221 0 (O Schwere, ſ. a. Poroſität) B. „Kohäſion“ 215 8, 221—231 0 (f. Kohäſion), 450 © 1835
Phyſik REARON TEE mn nr: un —. ̃ — ñl...... —D——— 9 C. „Der Klang“ 215 8, 216 8, 231—249 2 (ſ. Klang) D. „Die Wärme“ 216 8, 250—265 2 (f. Wärme) [8, 243 2], 249 @ (A—D entspricht etwa in 6 „Physik“ Ca: „Die Gestalt“. H. Gl.) Rückblick auf ſpezifiſche Schwere, Kohäſion, Klang und Wärme 263— 265. Sie gehen als abſtrakte Momente, dem Begriffe nach, der freien Individualität voran 2648, 265 8 (O Wärme) Drittes Kapitel. „Phyſik der totalen Indivi⸗ dualität“ 1548, 265448 0 (Dieses 3. Kapitel zusammen mit dem 2. Kapitel entspricht im 6 „Physik“. C: „Individuelle Physik“ s. O. H. Gl.) 8 308 [vgl. 6, S 234] Entwicklung der Materie, die an ſich die Totalität des Begriffs als ſchwere iſt, zur materiellen Individualität, die unendlich für ſich, aber zugleich bedingt iſt, und zur exiſtierenden Totalität des materiellen Fürſichſeins, die dann an ſich das Leben iſt und im Begriffe in dasſelbe übergeht 265 8, 266 Zuſatz. Entwicklung der Individualität 266 8 (ſ. Individualität) 8 309 O [vgl. 6, 8 234). Einteilung der totalen Individualität als Geſtalt als ſolche, erſcheinend im Magnetismus, als Beſonderung des individuellen Körpers, erſcheinend in der Elektrizität und als chemiſch differenter Körper im chemiſchen Prozeß 266 ©, 2678 Zuſatz. Entwicklung der Geſtalt zur ſich differenzierenden Geſtalt und ſchließlich zur ſich erzeugenden Geſtalt im chemiſchen Prozeß 267 © Es ift „das Geſchäft des Phyſikers, die Identität der Begriffe als Identität der Erſcheinungen aufzuſuchen und darzuſtellen“ 2868 (O Magnetismus) A. „Die Geſtalt“ 263 8, 265 8, 266 8, 267 —296 G [vgl. 6, 184190] (f. Geſtalt) B. „Die Beſonderung des individuellen Kör⸗ pers“ 2668, 296—386 & (entspricht in 6 „Physik“ C b: „Die Besonderung der Unterschiede“ 190194. H. Gl.) $ 316 [ogl. 6,8 245] „Die Geſtaltung, das den Raum beſtimmende Individualiſieren des Mechanismus, geht in die phyſikaliſche Be⸗ ſonderung über“. Der individuelle Körper enthält die an ihm unterſchiedene phyſiſche Totalität als Eigenſchaften oder Prädi⸗ kate: „aber fo, daß fie zugleich ein Verhalten zu ihren ungebun1836
Phyſit 9 denen, allgemeinen Elementen, und Prozeſſe mit denſelben ſind“ 296, 297 [vgl. 6, 190, 282] Über den allgemeinen Gedanken, „daß jeder Körper aus den vier Elementen“ beſtehe. Leichtigkeit der Widerlegung, wenn man unter den Elementen die einzelnen empiriſchen Stoffe verſtehen wollte 297 [P. St. 6, 190, 191]. Würdigung des alten Gedankens, der „weit über das bloße Aufſuchen und das chaotiſche Hererzählen der Eigenſchaften der Körper erhaben iſt“ 297 [P. St. 6, 191] Zuſatz. „Der individuelle Körper, das Irdiſche, iſt die Einheit von Luft, Licht, Feuer, Waſſer“ 298 [vgl. 6, § 246]. Das Licht ſteht im Verhältnis zur Farbe, das Feuer zum Geruch des Kör— pers, das Waſſer zum Geſchmack des Körpers 298 [vgl. 6, 191] Das Verhältnis des Körpers zum ſubjektiven Sinn: a) Die individuelle, in ſich ſelbſt geſchloſſene Geſtalt hat kein prak— tiſches Verhältnis zu Anderem. Zu ihr iſt nur ein theoretiſches Verhältnis möglich, ausgehend von empfindenden, denkenden Naturen 299 8, 3008. „Ein ſolches theoretiſches Verhältnis beſteht näher darin, daß das Empfindende, indem es in Beziehung auf das Andere iſt, darin zugleich in Beziehung auf ſich ſelbſt iſt, ſich frei gegen den Gegenſtand erhält“ 299 8, 300 O, 37, 38 8) Über die fünf Sinne: Geſicht, Geruch, Geſchmack, Gefühl und Gehör 300 2, 301 g. „Die beiden Extreme, den ideellen Sinn des Gehörs und den realen des Gefühls, hatten wir in der totalen Geſtalt; die Unterſchiede der Geſtalt beſchränken ſich auf die drei übrigen Sinne“ 3018, 300 G, 2368 Die Einteilung des Folgenden iſt dieſe: „erſtens Verhältnis des individuellen Körpers zum Lichte; zweitens die differenten Ver— hältniſſe als ſolche, Geruch und Geſchmack; drittens Differenz überhaupt zweier totaler Körper, Elektrizität“ 3029. Der de: miſche Prozeß als wirklicher Prozeß 302 8 1. „Verhältnis zum Licht“ 302, 303—361 Q 8 317 „In der geſtalteten Körperlichkeit iſt die erſte Beſtim⸗ mung ihre mit ſich identiſche Selbſtiſchkeit“, „das Licht“. „Aber die Geſtalt leuchtet als ſolche nicht, ſondern dieſe Eigenſchaft iſt ein Verhältnis zum Lichte“ 303 @ a) „Der Körper iſt, als reiner Kriſtall in der vollkommenen Ho— mogeneität feiner neutral-exiſtierenden inneren Individualiſie⸗ rung, durchſichtig und ein Medium für das Licht“ 303 g, 306 1837
iti unten un 9 Zuſatz. „Die erſte Beſonderung der Geſtalt iſt ihr Verhältnis zum Lichte“ 303 S. Charakteriſtik dieſes Verhältniſſes als ein theore⸗ tiſches, ideelles 304 Z. „Die beſonderen Modifikationen dieſes Verhaltens zum Lichte ſind dann die Farben“ 304 Das Verhältnis „der individualiſierten Materie zum Lichte haben wir nun erſtens als die gegenſatzloſe Identität zu betrachten“, formelle, allgemeine Durchſichtigkeit 305 H, 305—308 C (ſ. Durch⸗ ſichtigkeit) „Das Zweite iſt, daß dieſe Identität gegen Anderes beſondert iſt, die Vergleichung zweier durchſichtiger Medien, — die Brechung“ 305 & b) Die Brechung 305 &, 308—324 © (. Brechung) „Das Dritte iſt die Farbe als Eigenſchaft, — das Metall, das mechaniſch, aber nicht chemiſch Neutrale“ 305 & c) Die Farbe 305 8, 324-361 © (ſ. Farbe, ſ. Farbenlehre). Die Sucht in der empiriſchen Phyſik „nur allgemeine Geſetze zu finden, läßt zu dieſem Ende weſentliche Unterſchiede weg, und ſtellt nach einem abſtrakten Geſichtspunkte das Heterogenſte chaotiſch in eine Linie“ 326 H. „Das Phyſikaliſche kann nicht, nur die Größe, ma— thematiſch bewieſen werden“ 342 8 2. „Der Unterſchied an der beſonderten Körperlichkeit“ 302 8, 362—366 & § 321 logl. 6, § 246] a) „Die ſpezifiſche Individualität als einfacher theoretiſcher Prozeß, die unſcheinbare Verflüchtigung des Körpers an der Luft, — der Geruch“ 362 8, 298 @ Der Niechſtoff, das Ol 362 & Zuſatz. Über Geruch und Geſchmack als die Sinne der Differenz 362 H. Ihre nahe Verwandtſchaft 362 S. Charakteriſtik des Über⸗ ganges 362—364 ® § 322 0 [vgl. 6, 246] Die Neutralität individualiſiert ſich zum Geſchmack 364 g, 365 8 (ſ. Gefhmad). Sein Verhältnis zur Neu— 9 zum Waſſer 364 8, 365 Z. Kriſtalliſationswaſſer 364 0, 2 Zuſatz. „Das Kriſcalliſationswaſſer kommt erſt in der Trennung als Waſſer zur Exiſtenz“ 364 H. Über den Geſchmack 365 © (ſ. Ge⸗ ſchmack). Übergang zur Elektrizität 366 & 3. „Die Totalität in der beſondern Indivi— dualität; Elektrizität“ 267 g, 302 O, 366 8, 366—386 P. St. 6, 191—194] (f. Elektrizität) 1838
9 10 11 12 15 17 18 19 Phyſik C. „Der chemiſche Prozeß“ 267 8, 302 g, 365 S, 366 g, 381 8, 385 [P. St. 6, 194], 386—448 [P. St. 6, 194— 200] (ſ. Che⸗ mismus). „Die Phyſik obſtiniert ſich, im Galvanismus als Prozeß nur Elektrizität zu ſehen“ 406 &, 409 8 (O Galvanismus) „Organiſche Phyſik“ 66 [vgl. 6, 150], 68 8, 449—722 [P. St. 6, 200—224], (ſ. Organih 587 @ 53 [P. St. 6, 232] (O Seele). Statt die „Einheit in ihren verſchie⸗ denen Beſtimmtheiten zu erkennen, faßt die gewöhnliche Phyſik (die Chemie mit eingeſchloſſen) nur die eine, die äußerlichſte, ſchlechteſte auf, nämlich die Zuſammenſetzung“ 4718 (O Philo⸗ ſophie) 189 (O China) 36 (O Aſthetik) 113 (O Gott) 24, 59, 60 (O Philoſophiegeſchichte). Beſchäftigung des Kanade mit Phyſik 178 (O Waiſeshica) Platons Phyſik im Timäus 265, 266 (O Plato). Vergleich der Phyſik des Ariſtoteles mit unſerer modernen Phyſik 337, 339, 340, 346. Ariſtoteles zum phyſikaliſchen Prozeß 338, 361-367 (f. Ariſtoteles). Der wahre Begriff der Natur iſt verlorengegangen auf doppelte Weiſe: durch mechaniſche Philoſophie und theologiſche Phyſik 348—349. Ariſtoteles' Forderung, „daß der Phyſiker von dem Orte (röros, Raum) handelt“ 352. Stellung der Phyſiker zum leeren Raum 354 (O Ariſtoteles) Phyſik oder Naturphiloſophie der Stoiker 436, 436—443 (ſ. Sto⸗ iker). Epikur macht die Analogie zum Prinzip der phyſikaliſchen Betrachtungsweiſe. „Dies iſt das Prinzip, was noch heute in der Naturwiſſenſchaft gilt. Wir haben beſtimmte Vorſtellungen; was wir nicht durch Empfindung haben, beſtimmen wir durch dieſe Vorſtellungen; das iſt das Prinzip moderner Phyſik überhaupt“ 492, 495 (O Epikur) Descartes' Verhältnis zur Phyſik 334, 361, 363, 364. „Die Mecha⸗ nik iſt von Carteſius ausgebildet worden“ 362 (0 Descartes). Newtons Wahlſpruch war: „Phyſik, hüte dich vor Metaphyſik“ 1839
Phyſik / Phyſiognomik 19 447. Er hat „vorzüglich dazu beigetragen, die Reflexions⸗Beſtim⸗ mungen von Kräften in die Phyſik einzuführen; er hat die Wiſ⸗ ſenſchaft auf den Standpunkt der Reflexion gehoben, ſtatt der Geſetze der Phänomene die Geſetze der Kräfte aufgeſtellt“. Dabei war Newton ein vollkommener „Barbar an Begriffen“ 447. „Was die letzten Reſultate der Reflexion ſind, wird als erſte Gründe hingeſtellt“ 448 (ſ. Newton). Nach Kant „gebraucht die Phyſik Gedankenbeſtimmungen ohne deren weitere Unterſuchung“ 587, 588. Kant gab „zu einer ſogenannten dynamiſchen Naturlehre die Veranlaſſung“ 588 (O Kant). Schelling und die Phyſik 588 (O Kant), 653. „Die Phyſiker wiſſen nicht, daß ſie denken, wie jener Engländer Freude empfand, daß er Proſa ſprechen konnte“ 653 (O Schelling), 447 Phyſiognomie 12 Zur „Zufälligkeit ganz partikulärer Phyſiognomien und deren bleibendem Ausdruck“ 210, 211 (O Naturſchönes). Verarbeitung der Phyſiognomie durch den Porträtmaler 216. Zur Phyſiognomie der Toten 231 (O Kunſtſchönes) Phyſiognomik (Lavater, Schädellehre) 2 „Beobachtung der Beziehung des Gelbftbewußtfeins auf feine unmittelbare Wirk⸗ lichkeit; Phyſiognomik und Schädellehre“ 239 bis 271. 239—242 (ſ. Vernunft). Phyſiognomik: 242— 250, 251. „Die Phyſiognomik ſoll ſich aber von anderen ſchlechten Künſten und heilloſen Studien dadurch unterſcheiden, daß fie die be— ſtimmte Individualität von dem notwendigen Gegenſatze eines Innern und Außern, des Charakters als bewußten Weſens, und ebendesſelben als ſeiender Geſtalt betrachtet“ 243. Über Aſtro⸗ logie und Chiromatie 243, 244. Bedeutung der Hand, die „nächſt dem Organ der Sprache am meiſten es iſt, wodurch der Menſch ſich zur Erſcheinung und Verwirklichung bringt“ 244. „Sie iſt das, was der Menſch tut“ 244. Bedeutung des Organs als Mitte und Einheit des Innern und Äußern 244, 245. So die Hand, der Klang und Umfang der Stimme, die Sprache 245. Die nichts vollbringende Bewegung und Form des Geſichts und der Geſtal— tung überhaupt find das zurückgehaltene an dem Individuum bleibende Tun, „Äußerung als Reflexion über die wirkliche 1840
Phyfiognomit / Phyſiologie 2 Außerung“ 245, 246. Es iſt „wohl Ausdruck, aber zugleich auch nur wie ein Zeichen“ 246, 247 Lichtenbergs Urteil über den Phyſiognomen 246, 250, 429. Das erſcheinende unmittelbare Sein der Individualität als ſolches iſt ſowohl Geſicht als Maske, die ſie ablegen kann 247 „Die Individualität gibt dasjenige Inſichreflektiertſein auf, wel⸗ ches in den Zügen ausgedrückt iſt, und legt ihr Weſen in das Werk“ 247. „Dieſer Geſichtspunkt führt uns auf den eigentlichen Gedanken, der der phyſiognomiſchen — wenn man fo will — Wiſſenſchaft zu Grunde liegt“ 247, 250. Dem gegenüber ſteht „das unmittelbare Meinen über die gemeinte Gegenwart des Geiſtes, die natürliche Phyſiognomik, das vorſchnelle Urteil über die innere Natur und den Charakter ihrer Geſtalt bei ihrem erſten Anblicke“ 248. Auch „iſt es nicht der Mörder, der Dieb, welcher er— kannt werden ſoll, ſondern die Fähigkeit, es zu ſein“ 248, 249 Kritik an den Geſetzen, welche dieſe Wiſſenſchaſt zu finden ausgeht 249, 250. „Das wahre Sein des Menſchen iſt ſeine Tat; in ihr iſt die Individualität wirklich“ 250, 251 Die Schädellehre 239, 251—271 (ſ. Schädellehre) Rückblick auf die Phyſiognomik 252, 253, 264 (O Schädellehre) 10 Die Geſtalt iſt zwar die nächſte Exiſtenz des Geiſtes, „aber zugleich in ihrer phyſiognomiſchen und pathognomiſchen Beſtimmtheit ein Zufälliges für ihn. Die Phyſiognomik, vollends aber die Kranio— ſkopie zu Wiſſenſchaſten erheben zu wollen, war daher einer der leerſten Einfälle“ 246 [P. St. 6, 244], 252 H. „Der pathognomiſche Ausdruck bezieht ſich mehr auf vorübergehende Leidenſchaſten, — der phyſiognomiſche Ausdruck hingegen betrifft den Charakter, — alſo etwas Bleibendes“ 2518 (O Gebärde) 13 Bedeutung der Phyſiognomik für die Skulptur 373 (O Skulptur) 18 Ariſtoteles' Phyſiognomik 369 (O Ariſtoteles) Phyſiologie 3 Zur Pflanzen- und Tierphyſiologie 198 (O Organif) 4 15 (O Logik), 475 (O Maß). Zur Erweiterung der Logik durch phyſiologiſches Material 48, 49 (O Logik) 5 143 (O Schluß) 6 321 (O Jacobi) Glockner, Hegel-Lexikon 116 1841
Phyſiologie / Pieriden BAM N —— — — 44 & (O Syſtem), 70 9 (O Logik), 387 & (O Schluß), 407 , 408 © (O Mechanismus) 167 0 (O Licht), zur Phyſiologie der Pflanzen 508 8 (O Pflanze). Kritik an den mechaniſchen Erklärungen der Phyſiologen im Hin— blick auf die Herzaktion 603 & (O Blut). Kritik an der Tierphyſto⸗ logie, die „allen in dem Organismus zu faſſenden Unterſchied in den Formalismus bloß quantitativer Verſchiedenheit“ legt 629, 630 [P. St. 6, 210, 211] (O Tier) 10 568 (O Seele), Forderung einer „pſychiſchen Phyſiologie“ 127 g (O Empfindung) 12 „Die Phyſiologie müßte es zu einem ihrer Hauptſätze machen, daß die Lebendigkeit notwendig in ihrer Entwickelung zur Ge: ſtalt des Menſchen fortzugehen habe, als der einzig für den Geiſt gemäßen ſinnlichen Erſcheinung“ 118 (O Idee) (16, 122] 10 122 (O griechiſche Religion) 18 Zur Phyſiologie in Platons Timäus 248, 265, 266, 267, 268 (O Platon). Ariſtoteles' Phyſiologie 338, 370 (O Ariſtoteles). Kritik an dem Schließen in der Phyſiologie nach Analogie 493, 499 (O Epikur) 19 Descartes' „mechaniſche Phyſiologie“ 365 (O Descartes) Phyſis ſ. Natur Piceini, Nicola 14 204, der Streit der Gluckiſten und Piceiniften 206 (O Mufih) E De} Pictet, Marcus Augufte 9 254 (O Wärme) Picus von Mirandola, Johannes 19 216 (O Wiederaufleben) Piemont 11 469 (O Mittelalter), 564 (O franzöſiſche Revolution) Pieriden 12 Verwandlung der Pieriden in Spechte 522 (O Metamorphoſe) 1842
Pieriden / Pindar 13 In dem Geſang der Pieriden „wird den Göttern eine Schmach aus der Tiergeſtalt gemacht“ 34 (O Ovid) Pietät 2 Zur Pietät der Eltern und Kinder 348 (f. Eltern) 3 Familienpietät 69 (O Staatsgeſellſchaft), 89 (O Familie) 7 Familienpietät 242, 246 (O Ehe), 328 (O Staat). „Die Pietät wird in einer der erhabenſten Darſtellungen derſelben, der ſopho— kleiſchen Antigone, vorzugsweiſe als das Geſetz des Weibes ausge— ſprochen“ 246, 247 (O Ehe) [12, 299] 12 299 (O Handlung) Pietismus 16 Der Pietismus „anerkennt keine objektive Wahrheit“, „hat ſich gegen die Dogmen, den Inhalt der Religion gewendet“. Er be— hält noch die Beziehung auf Chriſtum bei, „aber dieſe Beziehung ſoll im Gefühl, in der inneren Empfindung bleiben“ 346. „Es hat da jeder fo feinen Gott...“ 346, 351 (O Gemeinde) 19 Wolffs Händel zu Halle mit den pietiſtiſchen Theologen, beſon— ders Lange 474 (O Wolff) 20 Zur Leere der pietiſtiſchen Frömmigkeit 166 (O Solger) Pigalle, Jean Baptiſte 12 Zu Pigalles Merkur im Vergleich zu dem von Thorwaldſen 276 (O Situation) Pilatus, Pontius 8 Er ſtellt ſeine „Frage: was iſt Wahrheit? in dem Sinn als einer, der mit ſolchem Worte fertig ſei und wiſſe, daß es keine Erkennt⸗ nis der Wahrheit gebe“ 340 (O Syſtem), 68 8, 69 (0 Logik) 17, 43] 17 43 (O Philoſophiegeſchichte) Pindar 1 503 (O Naturrecht) 10 81 (O Volksgeiſt) 1843
Pindar / Piſiſtratus 12 Pindars Preisgeſänge find im höchſten Sinne des Worts Gelegenheitsgedichte 277 (O Situation), 387 (O Begeiſterung) (14, 428, 429, 430, 443]. Voltaire hat ſich über Pindar luſtig gemacht 360 (O Kunſtſchönes) 368 (O Kunſtſchönes) 13 36 (O klaſſiſche Kunſtform), 52 (O griechiſche Götter) [16, 106] 14 295 (O Verſifikation), 428, 429 (O Gelegenheitsgedicht), 430, 443, 445 (O Dichter). Zur lyriſchen Begeiſterung in vielen der pinda= riſchen Oden 459 (O Ode); Pindar als choriſcher Lyriker 471, 472 (O griechiſche Lyrik) 16 106 (O griechiſche Religion) 18 206 (O Plato) Pinel, Philippe 10 Sein Verdienſt um die menſchlichere Behandlung der Geiſteskran— ken 207 8, 229 g, 230 8, 2318 (O Krankheit) 220 0, 222 8, 223 g, 228 8 (O Krankheit) Pippin, der Kurze 11 460, 461 (O Mohammedanismus) Piſiſtratus 111 (O Herrſchaft) 10 Indem Piſiſtratus die Athener zwang, den Soloniſchen Geſetzen zu gehorchen, machte er ſelbſt die Herrſchaft der Piſiſtratiden über— flüſſig 288 8 (O Herrſchaft) [8, 111; 11, 338; 17, 199 f. u.) 11 334 (O Perſerkriege). Notwendigkeit ſeiner Herrſchaft 337, 338 (O Athen) [17, 199) 17 Solon und Piſiſtratus 197, 198, 199, 200. „Die Herrſchaft des Piſiſtratus gewöhnte die Athenienſer an die Geſetze des Solon, und machte ſie zur Sitte; ſo daß nach Vollendung dieſer Ange— gewöhnung die Oberherrſchaft überflüſſig wurde, und ſeine Söhne aus Athen vertrieben wurden, und jetzt erſt die ſoloniſche Ver— a ſich für ſich erhielt“ 199 (O Solon) > 1844
18 18 17 2 14 arioris / Planet uiorıs 220 (O Platon) Pitane in Nolien Geburtsſtadt von Arkeſilaos 517 (O Arkeſilaos) Pitt, William 440 (O Verfaſſung) Pittakos in Mytilene Einer der ſieben Weiſen 194, 200 (O ſieben Weiſe) Plagiat Schwierigkeit der rechtlichen und geſetzlichen Fixierung eines Plagiats. „Das Plagiat müßte daher eine Sache der Ehre ſein und von dieſer zurückgehalten werden“ 127. „Was aber die Wir⸗ kung der Ehre gegen das Plagiat betrifft, fo iſt dabei dies auffallend, daß der Ausdruck Plagiat oder gar gelehrter Diebſtahl nicht mehr gehört wird — es ſei, entweder daß die Ehre ihre Wirkung getan, das Plagiat zu verdrängen, oder daß es aufgehört hat, gegen die Ehre zu fein...“ 128 (O Eigentum) Plancus, L. Munatius Konſul Plancus und Horaz 444 (O Dichter) Planet (Kepler, Newton) „Dissertatio philosophica de Orbitis Plane tarum“ 1—29 (für den Auszug wurde die Übersegung von G. Lasson benugt. H. Gl.) Zur relativ großen Freiheit der Himmelskörper von der Schwere. Das Sonnenſyſtem iſt ein erhabener und würdiger Ausdruck der Vernunft und Gegenſtand der Philoſophie 3 Dispoſition der folgenden Abhandlung: Über die Begriffe, auf welche gemeinhin ſich die Aſtronomie nach ihrer phyſikaliſchen Seite zu ſtützen pflegt 3, 4—20 Über den Zusammenhalt des Sonnenſyſtems hauptſächlich in be⸗ zug auf die Planetenbahnen 3, 20—27 1845
Planet — —.ñ— .Ü—P— —' — 1 Über den Wert der Philoſophie um die mathematiſchen Verhält⸗ niffe der Größen zu beſtimmen 3, 28—29 ad 1: 4— 20. In dieſem Teil der Phyſik handelt es ſich mehr um die Mechanik des Himmels als um Phyſik, mehr um mathematiſche Geſetze 4. Es war Newton, der die Keplerſchen Geſetze nicht phy⸗ ſiſch, ſondern geometriſch ausdrückte 4. Gefahr der Verwechſlung von Mathematik mit Phyſik 4, 5 (ſ. Mathematik). Geometrie vernachläſſigt die Zeit, Arithmetik den Raum und fie find fo untauglich die wahren Verhältniſſe der realen Natur zu faſſen 4, 5. Die höhere Geometrie kann auch keine wahre Syntheſis von Raum und Zeit herſtellen 5 Newton betrachtet die Kräfte ausſchließlich mathematiſch, obwohl doch die Größenverhältniſſe in die Mathematik, die Erkenntnis der Kraft aber in die Phyſik gehören 5, 6. Sein Bauwerk iſt Ge— miſch aus Phyſik und Mathematik 6 Bei Kepler iſt das ganz anders. Es wäre ihm ein leichtes geweſen dem rein mathematiſchen Ausdruck der von ihm entdeckten un— ſterblichen Geſetze eine phyſikaliſche Geſtalt zu geben 6. Kritik an Newtons Beweiſen, ſeiner Zerſpaltung der Kräfte, des Lichts 7. Er zerſpaltet die einfachen Kräfte, indem er die Hilfslinien, die er benutzt, um ſeine Lehrſätze über ihre meßbaren Größen aufzu— ſtellen, Kräfte nennt 7, 17. Zum Parallelogramm der Kräfte 7, 8. Zentripetal- und Zentrifugalkraft ſtammen nur aus jenem ger: ſpalten der Bewegungsrichtung in mathematiſche Linien 8, 17. Prüfung der Realität der Zentrifugalkraft 8. Die geometriſche Notwendigkeit der Tangente ſchließt keineswegs die Notwendig— keit einer tangentialen phyſiſchen Kraft in ſich 8. Newtons Bei— ſpiele vom geſchleuderten Stein und der abgefeuerten Bleikugel. Kritik daran 9 Ableitung der Theorie der Bewegung a priori durch die Philo— ſophie 9. Bedeutung des Gegenſatzes von Anziehung und Ab— ſtoßung dabei und der Schwerkraft oder Identität, die die Vor— ausſetzung iſt 9, 10. Die wahre Philoſophie verwirft das Prinzip der Experimentalphiloſophie; die beiden Kräfte, einander abſolut entgegengeſetzt, ſind zwar aus der geometriſchen Phyſikbehand— lung entnommen, aber das Verfahren damit darf nicht für ein geometriſches gehalten werden 10. Die phyſiſche Aſtronomie macht, wenn fie von der Zentrifugal-, der Zentripetal- und Schwerkraft zu reden meint, immer ihre Ausſagen über die ganze Notur— 1846
Planet 1 erſcheinung 11. Durch die zahlenmäßig beſtimmte Größe der Zen: tripetal-,Zentriſugal- und Schwerkraft aber wird eine und dieſelbe Erſcheinung, nämlich die geſamte Bewegung ſo beſtimmt, daß es einerlei iſt, ob man irgendein Problem von der Größe der Schwer— kraſt oder der Zentripetal- oder der Zentrifugalkraft aus zur Löſung bringt 11. So können Zentripetal- und Zentrifugalkraft wechſelweiſe gleichgeſetzt werden 11. Zur Leerheit ihrer Unter⸗ ſcheidung 11, 12 Denn die Zentripetalkraſt iſt die Schwerkraft 12. Weiter ſchließt das Geſetz der Zentripetalkraft die Tangentialrichtung, die der Zentrifugalkraft zugeſchrieben wird, bereits ein und enthält ſie in ſich 12. Jeder Kraft muß in der Berechnung das zugerechnet werden, was die andere bewirkt hat 12. Immer wird die Größe der Geſamterſcheinung der Bewegung feſtgeſetzt 13 Die Entgegenſetzung der beiden Kräfte und ihre Darſtellung durch den sinus versus und die Tangente entbehrt des rechten Sinnes 13 Dies zeigt ſich am deutlichſten, wenn die wechſelnden Geſchwindig— keiten eines Körpers erklärt werden ſollen, der ſich in einer Ellipſe bewegt 13, 14 Kritik an der Benützung der Zentriſugalkraft um die Tatſache zu erklären, daß in den geringeren geographiſchen Breiten die Pen⸗ delbewegung langſamer und alſo die Schwerkraft geringer iſt 14, 15. Andere Erklärung dieſer Beobachtung 15 Zu Newtons Unterſcheidung zwiſchen bewegender und beſchleu— nigender Kraft 15. Seine Benutzung dieſer Unterſcheidung 15, 16 Die Erſcheinungen, die man mit dem Abnehmen der Schwerkraft erklären will, kann man auch aus ihrer Verſtärkung ableiten 16, 17. Parallele mit dem Hebel 17 Ergebnis der bisherigen Unterſuchung: Die Unterſcheidung einer Zentripetal- und einer Zentrifugalkraft iſt völlig leer 17, 11, 12. Ihre Geſetze ſind in Wahrheit mathematiſche Geſetze der Bewe— gung 17, 7, 8. Der Schwerkraft wird zu Unrecht Zu- und Ab⸗ nahme zugeſchrieben, und ſie ſteht außerhalb eines quantitativen Verhältniſſes 17. Die Schwerkraft kann nur als identiſch mit ſich bezeichnet werden; fie exiſtiert in Form zweier Faktoren, nämlich des Raums und der Zeit . . . 17. Ihnen allein gehört das quan— titative Verhältnis an 17. Newton iſt die Verwirrung von Mathe⸗ matik und Phyſik zuzuſchreiben 17, 6. Sein Erfolg bei Gelehrten und dem Volk 17, 18 1847
— Planet Aufgabe iſt, den mathematiſchen Berechnungen ihr phyſikaliſches Gewand wieder zu nehmen 18. Beifpiel für das Verfahren der engliſchen Experimentalphiloſophie 18, 19. Newtons Widerlegung der Theorie des Descartes, des Ariſtoteles, daß die Körpergewichte von den Formen abhängen, die die Materie annimmt 18, 19. Newtons Erklärung des Urſprungs von Zentripetal- und Zen⸗ trifugalkraft 19, 20. Kritik an der Anſicht, daß die träge Materie immer durch einen Antrieb von außen, oder was dasſelbe beſagt, von Kräften bewegt werde, die nicht in der Materie ſelbſt lie⸗ gen 20. Das Prinzip der Identität, das in ſich ſelbſt die Ver⸗ ſchiedenheit ſetzt, wird nicht erkannt 20. Die Philoſophie aber erkennt es und trennt damit Mechanik und Phyſik und gibt die Phyſik der Philoſophie zurück 20. Aus dieſem Prinzip wollen wir denn auch die Elemente des Planetenſyſtems zu erkennen und in Kürze zu entwickeln verſuchen 20 ad 2: 3, 20—27. Die Schwere iſt in der Weiſe für die Materie konſtituierend, daß die Materie die objektive Schwere iſt. Sie bil⸗ det eine Linie der Kohäſion 20. Unterſcheidung einer realen und einer idealen Verſchiedenheit der Schwere 20 Zur Kohäſionslinie, die durch die Schwere beſtimmt wird 20—23. Das Sonnenſyſtem iſt der Ausdruck einer ſolchen Linie 20. Die Planeten bilden mit der Sonne ein urſprüngliches Syſtem und werden durch die wahrhafte Kraft ihres inneren Zufammenhanges ſowohl miteinander verbunden wie voneinander ent— fernt gehalten 21 Unterſcheidung des Kraftzentrums vom Indifferenzpunkt etwa des Magneten oder Hebels 21. Newton verlegt den Schwerkraft— mittelpunkt nicht in die Sonne, kommt dadurch in gewiſſe Schwierigkeiten 21, 22. Demgegenüber lehrt die Naturphiloſophie, das wahre Kräftezentrum ſei notwendig die Lichtquelle und darin allein ſei die wahre Kraft und Vollkommenheit der Sonne zu Be 22. Die Sonne ſteht in dem einen Brennpunkt der Ellipfe 2 Übergang von der realen Verſchiedenheit der Schwere zu der idealen, zu der der Potenzen oder des Subjekts und Objekts 23—27. Um die reale Materie zu erkennen, muß dem abſtrakten Begriffe des Raumes die entgegengeſetzte Beſtimmung, die der Subjektivität hinzugefügt werden, die wir mit dem lateiniſchen Ausdruck mens (zu deutſch Sinn) und in bezug auf den Raum 1848
Planet 1 Punkt nennen wollen 23. Zeit und Raum als Elemente der Ma⸗ terie 23, 24. Oſten und Weſten 23. Die Bewegung 23 (f. Be: wegung), 26. Übergang der Zeit in die Linie, die Ebene und das Quadrat 23, 24, 25 Die Reflexion ſcheint mit dieſem Übergang der Zeit in den Raum nichts anfangen zu können 23. Die Mathematik abſtrahiert von den Dingen und doch ſollen ihre Ergebniſſe die Dinge ſelbſt be⸗ treffen. Auch geſtaltet ſie die Linie zur Ebene und dieſe zum Körper aus und führt Linie und Ebene auf den Punkt d. h. das Unendlich-Kleine zurück 24. Der entſtehende Körper iſt ein Qua⸗ drat, der ſeiende dagegen ein Würfel. Der fallende Körper wandelt die Linie ins Quadrat um 25 Über den freien Fall, der die Verſchiedenheit zweier Körper auf— hebt, und die Kreisbewegung, die einen Körper in der Idee ge— ſtaltet 25 Ergebnis. Aus unſern Darlegungen ſind die philoſophiſchen Lehn— ſätze für die Mathematik zu entnehmen und die Beweiſe abzu— leiten 25, 26. Auf der von uns dargelegten Syntheſe von Raum und Zeit und dem Übergange des Sinnes oder der Linie in das Quadrat beruht jene landläufige Schaltung der Kräfte 26 Den Himmelskörpern iſt durch die Kohäfionslinie das Verhältnis ihrer Abſtände voneinander vorgeſchrieben 26. Beziehung zwi— ſchen den Dichtigkeitszentren und dem Ather 26. Die Herſtellung eines Quadrats nach dem Keplerſchen Geſetz 26, 27 Der reine Kreis 27. Die elliptiſche Bewegung im Sonnenſyſtem 27. Der Oſten und der Weſten und die Kometen 27 Einige Bemerkungen über die Abſtände der Planeten 3, 28—29. Unmöglich können Maß und Zahl in der Natur von Vernunft entblößt ſein 28. Die Planetenabſtände zeigen das Verhältnis einer arithmetiſchen Reihe; da aber in ihr das fünfte Glied fehlt, wird nach dem entſprechenden Planeten eifrig geſucht 28 Verdienſt der Pythagoreer um die philoſophiſchen Beziehungen der Zahlen 28. Die Zahlenreihe des Timäus zeigt nach der vierten Zahl einen größeren Abſtand und legt alſo nahe, daß man keinen Planeten zu vermiſſen bräuchte 28, 29 Beziehung der Jupitertrabanten zu dieſer Reihe 29 Beziehung der Saturntrabanten zu dieſer Reihe 29 Zur elliptiſchen Planetenbahn 139 (O Fichte) 1849
Planet / Plaſtik 6 178, 179 [P. St. 9, 180, 181 (. u.) 7 Über das Planetenſyſtem, „das immer dem Auge nur unregel⸗ mäßige Bewegungen zeigt, aber deſſen Geſetze doch erkannt wer— den können“ 272 (O Bedürfnis) Zur Vollkommenheit der planetariſchen Körper 124 9 (f. Mecha⸗ nik), 146 Z, 147 O, über das Verhältnis der Planetenbahnen zu: einander 148 8, 1490 (O Mechanik). Die Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, und die vier kleineren: Veſta, Juno, Ceres, Pallas 149 9 (O Mechanik) Über das dreifache Verhältnis von Sonne, Planeten und unfelbſtändigen Körpern 178 8, 179 8 (O Mond) „Der Körper der Individualität“ 180—183 (O Phyſik) [P. St. 6, 178—179] § 280 [P. St. 6, 224, wenig verändert (O Phyſik)] „Der Gegenſatz in ſich zurückgegangen iſt die Erde oder der Planet überhaupt, der Körper der individuellen Totalität“. Zur Bewegung der Planeten 180 [P. St. 6, 178, 179]. Über ihre Entfernung voneinander, was die Reihe der Planeten betrifft. Zu Keplers Gedanken „die Anordnung des Sonnenſyſtems nach den Geſetzen der muſikaliſchen Harmonie zu faſſen“ 180, 181 [P. St. 6, 179] Zuſatz. „Der Planet iſt das wahrhafte prius, die Subjektivität“ 181. „Die Sonne dient dem Planeten“ 181. Zur „Beſtim— mung der Erde“ 181 0, 182 0 (ſ. Erde) Zum Verſuch Schellings und Steffens' „die Reihe der Planeten mit der Reihe der Metalle“ zuſammenzuſtellen 182 H. Zu Linnäus' und Juſſieus Pflanzenſyſtem 182 8, 183 S. Zu Paracelſus' An⸗ nahme „alle irdiſchen Körper beſtehen aus vier Elementen, Mer⸗ kurius, Schwefel, Salz und aus der jungfräulichen Erde“ 183 8 10 Zum Geſetz der Planetenbewegung 270 (O Geſetz) 15 „Das Herz des Planeten iſt das Verhältnis ſeiner Entfernung von der Sonne, ſeines Umlaufs“ 291 (O unmittelbare Religion) 17 281. Zur Regelmäßigkeit der Planetenabſtände 283, 284 (O Py⸗ thagoras) > 18 Ariſtoteles über die Planetenbewegung 336 (O Ariſtoteles) Plaſtik ſ. Skulptur 1850
12 13 18 plaſtiſch plaſtiſch „Die Oarſtellung keines Gegenſtandes wäre an und für ſich fähig, gar ſtreng ganz immanent plaſtiſch zu ſein, als die der Entwicke— lung des Denkens in ſeiner Notwendigkeit“ 31, 32. „Ein plaſti⸗ ſcher Vortrag erfordert dann auch einen plaſtiſchen Sinn des Aufnehmens und Verſtehens; aber ſolche plaſtiſche Jünglinge und Männer ſo ruhig mit der Selbſtverleugnung eigener Reflexionen und Einfälle, womit das Selbſtdenken ſich zu erweiſen ungeduldig iſt, nur der Sache folgende Zuhörer, wie ſie Plato dichtet, würden in einem modernen Dialoge nicht aufgeſtellt werden können; noch weniger dürfte auf ſolche Leſer gezählt werden“ 32, 33. Die Bil⸗ dung und Zucht des Denkens, „durch welche ein plaſtiſches Ver⸗ halten desſelben bewirkt und die Ungeduld der einfallenden Re— flexionen überwunden würde, wird allein durch das Weitergehen, das Studium und die Produktion der ganzen Entwickelung ver— ſchafft“ 34 (O Logik) „In der alten plaſtiſchen Totalität iſt das Individuum nicht vereinzelt in ſich, ſondern Glied ſeiner Familie, ſeines Stammes“ 259 (O Heroenzeit). Die griechiſchen Götter bleiben bei aller Be⸗ ſtimmtheit allgemeine Weſen. „Aber dieſe Selbſtändigkeit und kummerloſe Ruhe gibt ihnen gerade die plaſtiſche Individualität, welche fi mit dem Beſtimmten keine Sorge und Not macht“ 303 (O Handlung). Zur „plaſtiſchen Abgeſchloſſenheit“ der ſophokle— iſchen tragiſchen Geſtalten 322 (O Charakter) „Auch die handelnden Charaktere, wie die dichtenden und den⸗ kenden, haben in Griechenlands ſchönen Tagen dieſen plaſtiſchen, allgemeinen und doch individuellen, nach außen wie nach innen gleichen Charakter“ 377 (O Skulptur) „Bei Sokrates können die Antwortenden plaſtiſche Jünglinge genannt werden, ſie antworten nur beſtimmt auf die Frage; und dieſe ſind ſo geſtellt, daß ſie die Antwort ſehr erleichtern, alle eigene Willkür iſt ausgeſchloſſen. Dieſe Manier hat das Plaſtiſche ſelbſt in ſich gehabt, und wir ſehen fie in den Darſtellungsweiſen des Sokrates beim Platon und Kenophon“ 65 (O Sokrates) In Platons Dialogen ſind die Unterredenden „plaſtiſche Perſo— nen“; „es iſt einem nicht um feine Vorſtellung ... zu tun“ 185 (ſ. Plato) 1851
Platää / Platon Platãã 10 Die Schlacht bei Platää 69 3 (O Seele) 11 332 (O Orakel), 335 (O Perſerkriege) Platon 1 Platons Ausdruck für „die reelle Entgegenſetzung durch die abfolute Identität“ 126 Fußn. (O Fichte) 230, 235, 245, 266. Zu Platons Parmenides als „Dokument und Syſtem des echten Skeptizismus“ 230, 231, 238. Zum Streit über das Verhältnis des Skeptizismus zum Platonismus 236, 233 (O Skeptizismus) 312 (O Kant), 369 (O Jacobi), 422 (O Fichte). Plato über die königliche Kunſt der Geſetzgebung 490, 491, 491 Fußn.; Platon will die beiden Geſchäfte: das, welches den Namen noLdırevew trägt, und das des Philoſophierens, nicht getrennt, ſondern ſchlechthin verknüpft ſehen 495 [18, 192; 19, 141]. Platon über die Konſtitution des zweiten Standes 495, 496, 496 Fußn. Zur endloſen Expanſion der Geſetzgebung 498, 498 Fußn., 499, 499 Fußn. Platons Ausſpruch, daß deine 267¹6 eine zum Bewundern ſtarke Natur hat« 503. Platons Faſſung der göttlichen Natur als »ein unſterbliches Tier, deſſen Seele und Leib aber auf ewig zuſammengeboren ſind« 506 [9, 48 8, 49 8; 13, 56; 16, 551; 18, 210, 251] 2 Wechſel der Wertſchätzung Platons, beſonders des Parmenides, zu verſchiedenen Zeiten 64, 65 (O Phänomenologie) Platon über die Leber 253, 253 Fußn. (O Schädellehre) 3 „Griechiſche Humanität und Urbanität bei Sokrates und Plato“ 96 (O Moral) Platons Verdienſt um die Befreiung der Denkformen vom Stoff 23. Seine Dichtung „plaſtiſcher Jünglinge und Männer“ 32, 33. Platon hat ſeine Bücher über den Staat ſiebenmal umgearbeitet 34. „Die platoniſche Idee iſt nichts anderes, als das Allgemeine oder beſtimmter der Begriff des Gegenſtandes“ 46 (O Logik). „Die platoniſche Dialektik hat ſelbſt im Parmenides, und anderswo ohnehin noch direkter, teils nur die Abſicht, beſchränkte Behaup⸗ tungen durch ſich ſelbſt aufzulöſen und zu widerlegen, teils aber überhaupt das Nichts zum Reſultate“ 53 (O Logik). Zur Dialektik, 1852 *
2 N E ES) oo Platon nach welcher Plato das Eine im Parmenides behandelt 112, 113 (O Werden), nach welcher er das Viele aus dem Eins ableitet 203 (O Repulſion) [8, 192] 125. Platons Beſtimmung des Anderen 134 (O Dafein). Platons Faſſung der mathematiſchen Beſtimmungen als Mitte zwiſchen dem Sinnlichen und den Ideen 257 (O Zahl). Plato ſetzt der Sophiſterei, dem Räſonnement aus Gründen „die Betrachtung der Idee, d. h. der Sache an und für ſich ſelbſt“ entgegen 581 (O Grund) 271 (O Erkennen). Platons Forderung „die Dinge an und für ſich ſelbſt zu betrachten“ 336. Platon als Urheber der Dialektik 336 und Gegner der Sophiſten 337 (O Dialektik) [8, 191] Platons Faſſung „der Identität des Begrifſes und der Objektivi— tät“ 116 8, 117g (O Begriff) Platon ſaßt in ſeiner Republik „die Natur der griechiſchen Sitt— lichkeit“, verletzte aber „ihren tieferen Trieb, die freie Perſönlich— keit, gerade am tieſſten“ 33, 265, 266, 283, 284, 342. Sein Ein⸗ miſchen in die äußere Vielgeſtaltigkeit 34 (O Rechtsphiloſophie). Zu Platons negativer Dialektik 81 (O Rechtsphiloſophie). „Die Idee des platoniſchen Staats enthält das Unrecht gegen die Per— fon. des Privateigentums unfähig zu fein, als allgemeines Prin— zip“ 100 (O Eigentum), 265, 266. Die Ironie, ein von Plato erborgter Name 216, 217 (O Ironie) 242 (O Ehe), 264, 265, 266 (O Geſellſchaft), 283, 342. Die Lei⸗ ſtungen der Individuen in Platons Staat 406 (O Verfaſſung) Platons Ausbildung der Beſtimmung des Zwecks 16 8 (O Philoſophiegeſchichte) 24 0 (O Gefühlstheologie), 1158 (O natürliche Theologie). Er: ziehung, Entwicklung iſt auch zur platoniſchen Erinnerung er— forderlich 173 &, 174 (O unmittelbares Wiſſen), 356 8 (O Begriff). In der platoniſchen Philoſophie iſt „die Dialektik zuerſt in freier wiſſenſchaſtlicher und damit zugleich objektiver Form“ geſtaltet 191 @. Platon zeigt „in ſeinen ſtrenger wiſſenſchaftlichen Dialogen durch die dialektiſche Behandlung überhaupt die End— lichkeit aller feſten Verſtandesbeſtimmungen“ 192 & (O Dialektik). „Platon ſagt: Gott hat die Welt aus der Natur des Einen und des Andern (rob reh) gemacht; dieſe hat er zuſammengebracht 1853
Platon — . ͤ— —— nn 8 und daraus ein Drittes gebildet, welches von der Natur des Einen und des Andern ift. — Hiermit iſt überhaupt die Natur des End— lichen ausgeſprochen“ 2218, 226 0 (Daſein) 287 0 (0 Grund), 315 O (0 Verhältnis). Ariſtoteles' Polemik gegen Platons Faſſung der Idee als bloße övvauıs 321 O, 322 & (O Wirklichkeit) 9 Platon faßt Gott als „das unſterbliche Lebendige, deſſen Leib und Seele in Eins genaturt find“ 48 B, 49 8 (O Naturbetrachtung) 1, 506]. Keplers Wieder vornehmen der Zahlen in Platons Ti— mäus 149 C (O Mechanik). Goethes Durchnahme deſſen, was Platon über Licht und Farbe ſtatuierte und experimentierte 343 © (O Farbenlehre). Platon faßt „das Sehen als ein In-Eins⸗ Stürzen des äußern und innern Lichtes“ 384 0 (O Elektrizität) 17, 180] 10 59 0 (O Seele), 818 (0 Volksgeiſt). Platon über das Verhältnis der Prophezeiung überhaupt zum Wiſſen des beſonnenen Bewußtſeins 172 8 Fußn. (O Somnambulismus). Platons Faſſung der Gerechtigkeit 376 [P. St. 6, 277] (O Trieb) 380 & (O Geiſt). Platons Erkenntnis über die Entzweiung feiner Zeit zwiſchen der vorhandenen Religion und der Staatsverfaſſung einerſeits und andrerſeits über die tiefen Anforderungen, „welche die ihrer Innerlichkeit nun bewußt werdende Freiheit an die Religion und den politiſchen Zuſtand machte“ 441. Aus folder Er: kenntnis heraus läßt er „Philoſophie und Staatsmacht in Eines zuſammenfallen“ 441 , 443 O, 444 C [1, 495]. Vergleich des Platoniſchen Standpunkts mit dem, „in welchem hier der Staat in Beziehung auf Religion“ betrachtet wurde 441 @, 442 (f. Reli⸗ gion). Die „griechiſche Philoſophie konnte ſich ihrer Religion nur entgegengeſetzt aufſtellen“ 443 9. „Die Form in ihrer unendlichen Wahrheit, die Subjektivität des Geiſtes, brach nur erſt als ſubjek⸗ tives freies Denken hervor, das noch nicht mit der Subſtantialität ſelbſt identiſch war, ſo daß dieſe noch nicht als abſoluter Geiſt ge— faßt wurde“ 4439. Plato hob das Subſtantielle hervor, „vermochte aber nicht, ſeiner Idee des Staates die unendliche Form der Subjektivität einzubilden, die noch vor ſeinem Geiſte verbor— gen war; ſein Staat iſt deswegen an ihm ſelbſt ohne die ſubjektive Freiheit“ 443 H. Die Wahrheit faßt Platon „nur in der Form der gedachten Wahrheit, der Philoſophie“ 443 9. Er konnte nicht 1854
1 = 11 12 13 15 16 Platon dahin fortgehen, „zu ſagen, daß fo lange nicht die wahrhafte Religion in der Welt hervortritt und in den Staaten herrſchend wird, das wahrhafte Prinzip des Staates nicht in die Wirklichkeit gekommen iſt“ 444 8 (O Religion) Zu Platons und Ariſtoteles' Anſicht, daß Gott nicht neidiſch ſei 453 0 (O abſolute Religion) [16, 397; 18, 249, 250; 20, 26] Platon über Anaxagoras 38. Platon wußte nur, „daß Einige frei find, nicht der Menſch als folder” 45 (O Geſchichtsphilo⸗ ſophie) 78 (O Staat), 116 (O Weltgeſchichte), 201 (O Indien), 274 (O Agypten), 339, 340 (O Athen), 343 (O Sparta), 351 (O Grie⸗ chen), 401 (O Römer), 423 (O Chriſtentum), 517 (O Mittelalter), 560 (O franzöſiſche Revolution) Platons Forderung „die Gegenſtände nicht in ihrer Beſonderheit, ſondern in ihrer Allgemeinheit, in ihrer Gattung, ihrem An- und Fürſichſein“ zu erkennen 45, 46. Ablehnung der Inhaltsloſigkeit der Platoniſchen Ideen zu Beginn der Unterſuchung über das Schöne 46 (O Aſthetik), 200, 201 (O Naturſchönes). Platons Oppoſition gegen die Götter Homers und Heſiods 150 (O Aſthetik). Platons Oiſtichon an den Aſter 213 (O Kunſtſchönes). Verhältnis Platons zu Metapher 539 (O Metapher) Platon über Prometheus 46, 47, 48 [16, 107, 108]. Platons Faſ⸗ fung von Seele und Leib „ als in Eins genaturt“ 56 (O griechiſche Götter) 111 (O klaſſiſche Kunſtform), 377 (O Skulptur), 452 (O ägyptiſche Skulptur) 46 (O Religionsphilofophie), 158 (0 Vorſtellung). Platons Faſ⸗ fung der Erinnerung 176 (O unmittelbares Wiſſen). Schon Pla— ton hat „das Unendliche als das Schlechte anerkannt und das Beſtimmte als das Höhere“ 210 (O Endlichkeit). Bedeutung der Geſinnung in Platons Republik 265, 266 (O Religion) 11, 560] 73 (O jüdiſche Religion), 107, 108. Platon zur Unſterblichkeit der Seele 130 (O griechiſche Religion). Platons Faſſung der Drei⸗ heit: „Die Natur des Einen und des Andern, das in ſich Verſ chie⸗ dene, h aregon, und das Dritte, das die Einheit von Beiden iſt“ 243 (O Hriftliche Religion) [17, 170] 397, 551 (O Gottesbeweife) 1855
1 A Platon — — —ͤuwᷣ—— ——ü——— tg Zum Platoniſchen Gegenſatz von Meinung (46 Ea) und Wiſſen⸗ ſchaft (Zuorium) 42. Platons dürftige Naturphiloſophie 68. Gründe, weshalb es heute keinen Platoniker mehr geben kann 76, 78, 79 (ſ. Philoſophiegeſchichte). Platon und Dionyſius 83. Sein Eifern „gegen die Dichter und ihre Götter“ 111 (O Philoſophie). Betrachtung von Platons Mythen 120, 121. „Man meint, die Mythen des Plato ſeien vortrefflicher, als die abſtrakte Weiſe des Ausdrucks“ 120. Zum Teil aber iſt es Unvermögen, ſich auf die reine Weiſe des Gedankens auszudriicken 120. „Der Wert Platos liegt nicht in den Mythen“ 121 (O Philoſophiegeſchichte), 147 (O Philoſophiegeſchichte), 170 (O indiſche Philoſophie), 180 (O Nyaya). „Das Maß, das m2oac des Plato gegen das Airrrınov, das Beſtimmte iſt das Beſte“ 201 (O ſieben Weiſe). „Bei Plato iſt der konkrete, ſich in ſich ſelbſt beſtimmende Gedanke die noch ab— ſtrakte Idee, nur in der Form der Allgemeinheit“ 204. Plato iſt die erſte Quelle für alte, griechiſche Philoſophie 205. „Platos Philoſophie erſcheint oft als entwickelteres Vortragen der Lehren älterer Philoſophen“ 205. Oft iſt „in feinen Darſtellungen nicht geſchieden, was geſchichtlich ihnen angehöre, und welche Entwicke— lungen er ſelbſt ihren Gedanken gegeben hat. So im Parmenides iſt eleatiſche Philoſophie; die weitere Entwickelung dieſer Lehre iſt ihm eigentümlich“ 205 [18, 181, 182]. Zum Verhältnis zwiſchen Ariſtoteles und Platon 205 (O griechiſche Philoſophie) 237, 250, 252, 255, 260. „Ariſtoteles ſchreibt den Ausdruck Teil⸗ nahme (nENrkıc) dem Plato zu, der damit den pythagoreiſchen »Ausdruck Nachahmung vertauſcht habe« 260, 261. „Ariſtoteles ſchreibt es dem Plato zu, daß er zum Unbeſtimmten die Dyas gemacht habe, und das Eins zum Beſtimmten“ 263, 264. Ver⸗ hältnis von Platons Ideen zur pythagoreiſchen Zahl 269, 270, 254. „Plato gibt uns eine Probe von ſolcher Vorſtellung des Univerſums als eines Zahlenſyſtems“ 280. Die Platoniſchen Zah⸗ len 280, 285, 286 (O Pythagoras) Platons Beziehung zur eleatiſchen Schule im Parmenides und Theätet 307, 308. „Es iſt zu bemerken, daß Plato dort, wo be— ſtimmt von der eleatiſchen Schule die Rede iſt, gar nicht des Xenophanes, ſondern nur des Meliſſus und Parmenides er» wähnt“ 308 (O Parmenides). Platon über Zeno 319, 325. Die „höhere Dialektik finden wir bei Plato in ſeinem Parmenides“ 1856
1 1 7 o Platon 325, 326. Die Ausführlichkeit, die wir im Parmenides des Plato ſehen, kommt Zeno nicht zu 329 (O Zeno) Ariſtoteles' Tadel der platoniſchen Ideen 344. Platons Verhält⸗ nis zu Heraklit 348, 349, zu Heraklits Prinzip 352 (O Heraklit) 18, 172, 173, 181, 227; 19, 34] Platons Republik mangelt das „Recht der Beſonderheit, der Subjektivität“ 400, 401 (O Athen). Platon im Phädo über den „ode des Anaxagoras 423 (O Anaxagoras) Platons Schilderung des Verfahrens der Sophiſten in ſeinem Protagoras 12—20, und Fußnoten: 13, 14, 16, 17, 18, 19, 21. Platons Stellung zu den Sophiſten 20, 22, 23 (O Sophiſten), 44, 133. Platon iſt für Protagoras und Gorgias Hauptquelle 28. Plato über Protagoras 30 Fußn., 31, 32, 32 Fußn., 33, 33 Fußn., 34 (O Protagoras). Platon und Sokrates 44, 45, 46, 63, 64, 74, 81. Im Gaſtmahl gibt Plato an, daß Sokrates alle Strapazen auszuſtehen fähig geweſen ſei 50, daß er mäßig geweſen ſei 55, 56; über ſeine Urbanität 56, 57. „Platos Dialoge gehören zu den höchſten Mu— ſtern feiner geſelliger Bildung“ 58, 66. Plato gibt in ſeinem Meno Beiſpiele ſokratiſcher Methode 68, 69 77 Fußn. Über die Freiheit in der platoniſchen Republik 97. Pla: tons Apologie des Sokrates 103 (O Sokrates) Zur Frage, ob Kenophon oder Plato die Perſönlichkeit und Lehre des Sokrates beſſer geſchildert habe 125, 81. Platons Flucht nach Megara 127 (O Sokratiker) 152 (O Ariſtippos aus Kyrene). Zum Prinzip des Sokrates und Plato: »Das Wahre iſt das Allgemeine« 135 (O Eubulides). Pla⸗ ton und Ariſtippos 149 (O Ariſtippos). Platon und Diogenes von Sinope 167 (O Diogenes) „Plato“ 3, 169—297 (O griechiſche Philoſophie). Plato gehört zu den Sokratikern, iſt Freund und Zuhörer des Sokrates 169, 172. Sein Prinzip iſt: „Daß das Abſolute im Gedanken, und alle Realität der Gedanke iſt.“ Er erweiterte das Recht des ſelbſt— bewußten Denkens zum Gebiete der Wiſſenſchaft und erfaßte den Gedanken „als das Weſen des Univerſums“ 169. „Nur Unkennt⸗ nis der Philoſophie erſchwert die Auffaſſung der platoniſchen Philoſophie“ 170 Glockner, Hegel-Lexikon 117 1857
Platon — 7711001 nn 18 „Plato ift eins von den welthiſtoriſchen Individuen“ 170. Seine Bedeutung auch für die chriſtliche Religion. Das Eigentümliche ſeiner Philoſophie iſt „die Richtung auf die intellektuelle, über⸗ ſinnliche Welt, die Erhebung des Bewußtſeins in das geiſtige Reich“ 170 Geburt, Herkunft und Erziehung Platons 171. Seine Dichtkunſt, fein Epigramm an einen After 172 (12, 213]. Platons Beſchäf⸗ tigung mit älteren Philoſophen: mit Heraklit 172, 173, mit Kra⸗ tylos, den Eleaten und Pythagoreern 173. Sein Umgang mit Sophiſten, die Flucht nach Megara 173. Seine Reiſe nach Kyrene, beſonders zu dem Mathematiker Theodorus. Seine hohe Fertig— keit in Mathematik, ſeine Löſung des Delphiſchen Problems, ſeine Reiſen nach Agypten und Großgriechenland 173. Seine Freund— ſchaft mit Dion, ſein Auftreten in der Akademie 174 Platons dreimalige Reife nach Sizilien zu Dionyſius 174—176. Die äußeren und inneren Gründe des Verhältniffes von Plato zu Dionyſius 174, 175. Charakteriſtik des Dionyſius 175, 176. „Platons Hoffnungen ſcheiterten. Es war eine Verirrung Platons, durch Dionyſius die Staatsverfaſſungen den Forderungen ſeiner philoſophiſchen Idee anpaſſen zu wollen“ 177 (f. Verfaſſung). Platons Forderung der Aufhebung alles Privateigentums 177 Platons Tod 178 Ratſchläge für das Studium der Philoſophie Platons 178, 187, 188. Vor allem müſſen wir wiſſen, „was der platonifche Stand— punkt nicht leiſtet“. „Ihn zum höchſten für uns machen .., dies gehört zu den Schwächen unſerer Zeit“ 178, 179. Es kann zur platoniſchen Philoſophie zurückgegangen werden, „um die Idee, was ſpekulative Philoſophie iſt, wieder zu lernen“ 179. Herrn Schleiermachers kritiſche Sonderung der Dialoge iſt „Hyper⸗ Kritik unſerer Zeit“ 179 Zur Form, in welcher ſich Platons Philoſophie uns zeigt 179, 230. Wir haben nur feine Dialoge 179. Tennemanns Unterſchei⸗ dung von Platons exoteriſcher und eſoteriſcher Philoſophie 179. Kritik an ſolch oberflächlichen Vorſtellungen 180 Das Verſtändnis der hiſtoriſchen Seite der Dialoge iſt nicht ſchwer 180. Eine Schwierigkeit ergibt ſich daraus, daß Plato andere, auch ältere Philoſophien, ſo pythagoreiſche, heraklitiſche und eleatiſche Philoſopheme in feine Dialoge aufgenommen hat 181 (17, 205]. „Ihm gehört das eigentümlich an, wie er ſie weiter fortgebildet“ 1858
18 Platon 181, 182. Dennoch iſt Platons Philoſophie keine eklektiſche; „fie bildet vielmehr den Knoten, in dem dieſe abſtrakten einſeitigen Prinzipien jetzt auf konkrete Weiſe wahrhaft vereinigt ſind“ 182 (ſ. Konkretes). Sein Timäus iſt Erweiterung einer pythagore— iſchen Schrift, er erweiterte auch Parmenides 182 „Die Form der platoniſchen Philoſophie iſt die dialogiſche“ 183 (ſ. Dialog). Beiſpiele für ihre Szenerien 183. Plato ſelbſt tritt nie namentlich auf, „damit alles Thetiſche, Behauptende, Dogmati— ſierende“ abgewälzt wird 183. Seine Hauptperſonen und Charak— teriſtik der in den Dialogen herrſchenden Urbanität 184 (ſ. Urba⸗ nität) Abgrenzung dieſer Dialoge von Konverſation 184, 185. „Das Subjektive der Konverſation verſchwindet, — im Plato iſt im Ganzen ſchöner konſequenter dialektiſcher Fortgang“ 184, 185. Bor: und Nachteile der Dialogform 185. Sie muß ſich „auf die gewöhnlichen Vorſtellungen der Bildung überhaupt“ einlaſſen 185. Es fehlt „ſyſtematiſche Expoſition“, es mangelt „in Anſehung der konkreten Beſtimmung der Idee“ 186, 185 „Die bloßen Vorſtellungen vom Weſen und das begreifende Er— kennen“ ſind „in einer ungebundeneren Weiſe vermiſcht“ und gehen zu einer mythiſchen Darſtellung fort 186. a) Die Vorſtel⸗ lung des Weſens trennt ſich wieder von ſeinem Begriffe, „ohne daß es ausgeſprochen wäre, daß der Begriff allein das Weſen iſt“ 186. 6) Für die weitere Ausführung und Nealität treten dann die bloße Vorſtellung und Mythen ein 186, 187 Deshalb haben die Neuplatoniker zu viel herausgeleſen und die Neueren zu wenig; „denn dieſe hingen ſich vorzüglich an die Vorſtellung“ 187, 188, 190 Platon ſelbſt rühmt die mythiſche Darftellung der Philoſopheme 188. Kritik an der mythiſchen Darſtellung als einer Quelle von Mißverſtändniſſen 188. „Es iſt eine Ohnmacht des Gedankens, der für ſich ſich noch nicht feſtzuhalten weiß“ 188, 189. „Die Mythe gehört zur Pädagogie des Menſchengeſchlechts“ 189 [vgl. 2, 64] Kritik an Platos „Manier der Vorſtellung“ 189. Sie iſt einer⸗ ſeits popular, andererſeits beſteht die Gefahr ſie für etwas We⸗ ſentliches zu nehmen 189. Beiſpiele hierfür ſind die Welterſchaf— fung im Timäus, die Teilung der Seele in einen vernünftigen und un vernünftigen Teil 190, 186, die Vorſtellung das Lernen ſei Wiedererinnerung 190. „Kurz alles, was in der Weiſe der Vor— 1859
Platon F ̃ — — — — a 18 ſtellung ausgedrückt iſt, nehmen die Neueren in dieſer Weiſe für Philoſophie“ 190, 187, 188 Die Darſtellung der platoniſchen Philoſophie hat zu entwickeln: 1. „den allgemeinen Begriff Platos von der Philoſophie und dem Erkennen“, 2. „die beſonderen Teile derſelben, die bei ihm hervortreten“ 190 Platons Begriff von der Philoſophie und dem Wert des Erkennens 190-222. Platon ſetzte als Weſen „die ſich mit ſich ſelbſt vermittelnde Einheit des Bewußt⸗ ſeins und Weſens, oder das Erkennen“. „Philoſophie iſt ihm das höchſte Beſitztum“ 191. Hierüber im Timäus 191 Platons Anſicht über die Beziehung der Philoſophie auf den Staat, bzw. die Wirklichkeit, dargeſtellt in der Republik 191, 192. Entweder ſollen „die Philoſophen in den Staaten regieren, oder die jetzt ſogenannten Könige und Gewalthaber wahrhaft und vollſtändig philoſophieren“ 192 [1, 495; 19, 141], 193. Kritik an ſolcher Forderung 193. „Die Idee kommt zuſtande in der Welt, da hat es keine Not; es iſt nicht nötig, daß die Regierenden die Idee haben“ 193 Zur Frage, was Platon in dieſem Zuſammenhange unter Philo— ſophie verſteht 194. Es wechſelt die Bedeutung dieſes Wortes. Bei Platon vermiſcht ſich Philoſophie mit dem Bewußtſein des Über— ſinnlichen 194. Alle damaligen Philoſophen „erklärten ſich gegen die Demokratien der griechiſchen Staaten“ 194. Marcus Aurelius und Friedrich II. als Philoſophen 195. „Wenn Plato ſagt, die Philoſophen ſollen regieren, meint er das Beſtimmen des ganzen Zuſtandes durch allgemeine Prinzipe“ 195 Plato ſpricht in der Republik weiterhin „von dem Unterſchiede des Zuſtandes philoſophiſcher Bildung, und des Mangels an Philoſophie“, wozu er das Höhlengleichnis benützt 196, 197 „Plato ſpricht mit Energie, mit allem Stolze der Wiſſenſchaft — von der ſogenannten Beſcheidenheit der Wiſſenſchaft gegen andere Wiſſenſchaften iſt nichts zu ſinden, noch des Menſchen gegen Gott“ 197 a) Von der Natur des Erkennens, den Ideen überhaupt 197202. „Die Philoſophie iſt ihm überhaupt Wiſſenſchaft des an ſich All⸗— gemeinen“ 197. Philoſophen ſind die, »welche die Wahrheit zu ſchauen begierig find« 197. Erläuterung hierzu in Platons Republik 197, 198 und Fußnoten 1860
Platon 18 Plato „erkennt nur das Allgemeine, die Idee, das Gute als das Weſenhafte. Durch die Darftelung feiner Ideen hat Plato die Intellektualwelt eröffnet“ 199. „Das Weſen der Ideen iſt die Anſicht, daß nicht das ſinnlich Exiſtierende das Wahre iſt, ſondern allein das in ſich beſtimmte Allgemeine“. „Die Liebe zu den Ideen iſt das, was Platon Enthuſiasmus nennt“ 199, 201. Charakteriſtik der Idee als das Allgemeine 199 Der Mißverſtand der platoniſchen Ideen 199 —201. Dem for⸗ malen Denken, das allein das Sinnliche für Realität hält, iſt das Allgemeine nur als Eigenſchaft gegenwärtig oder meint, daß Platon dies Allgemeine als Subſtanzen nimmt. Sie machen die Ideen zu einer Art von Dingen 200. Anderen iſt unſere Vernunft ein ſolches Jenſeits der Realität, daß ſie die Ideen nehmen, „als ob ſie äſthetiſcher Natur wären“ 200, 201. Die Ideen aber „werden durch das Erkennen im Geiſte hervorgebracht“ 201. Platon unterſcheidet Wiſſenſchaft vom bloßen Meinen 201. Das Einzelne iſt eine „Vermiſchung des Seins und Nichtſeins“, iſt Gegenſtand des Meinens 201, 202 b) „Beziehung des Erkennens als des Allge— meinen auf das einzelne Bewußtſein“ 202—217. Zuerſt betrachten wir die ſubjektive Weiſe des Erkennens, ſeinen Inhalt, wie er in der Vorſtellung als Seele erſcheint 202 a) Die Quelle des Göttlichen iſt der Geiſt des Menſchen ſelbſt, ſeine Seele 202, 206. „Was wir zu lernen ſcheinen, iſt nichts anderes, als Wiedererinnerung“ 202, 204. Erörterung dieſer Frage im Meno 203, 204, 205. „Der Geiſt ift die abſolute Gattung; es iſt nichts für ihn, was er nicht an ſich ſelbſt iſt; ſeine Bewegung iſt nur die beſtändige Rückkehr in ihn ſelbſt“ 203. „Er hat oder iſt die innere Gewißheit, alle Realität zu ſein. Indem er dieſen Schein des Andersſeins aufhebt, begreift er das Gegen— ſtändliche, d. h. gibt ſich darin unmittelbar das Bewußtſein ſeiner ſelbſt, und kommt ſo zur Wiſſenſchaft“ 204. Zum Doppelſinn von Erinnerung 204, 205, 206 (f. a. Erinnerung) 8) Der Mythus der Erinnerung iſt dann im Phädrus weiter und glänzender ausgeführt 206. „Es iſt ein Hauptbemühen des Plato, zu zeigen, daß der Geiſt, die Seele, das Denken an und für ſich iſt“ 206. Zuſammenhang dieſer Vorſtellung von der Seele mit ihrer Unſterblichkeit 206, 207. »Das Erſte iſt, daß die Seele un⸗ ſterblich iſt. Denn was ſich ſelbſt bewegt, iſt unſterblich, unver⸗ 1861
18 Platon — . ̃—U—U— ä .. gängliche 207, 208. Unterſchied dieſer Vorſtellung von der Seele mit der unfrigen 207, 208, 212. Das Denken iſt ihre Subſtanz 208, 207. Das Denken iſt die Tätigkeit des Allgemeinen 208, 213 Darlegung der Idee der Seele 208. Über den Mythos, die Seele gleiche der zuſammengeeinten Kraft eines Wagens und Fuhr⸗ manns 208, 209, 190, 186. „Das Eine iſt die Seele als Denken, das Anundfürſichſein; das Andere iſt die Verbindung mit einer Materie“ 209 Gottes Natur iſt dies „Seele und Leib ungetrennt in Einem zu haben: dies aber iſt die Vernunft, deren Form — die Seele — und deren Inhalt unzertrennt eins an ihnen ſelbſt ſind“ 210 [1, 509; 9, 48 C, 49 ©; 13, 56; 16, 551], 256, 257 Platons Beſchreibung, „wie es im Leben des göttlichen Weſens zugeht“, wie die Seele ſchaut »die Gerechtigkeit, die Mäßigkeit (owpooodrn)und die Wiſſenſchaft, nicht von dem, was wir Dinge nennen, ſondern was in Wahrheit an und für ſich ſelbſt iſt (rd dvr 6) « 211, 210, 235. Das „Futter der Meinung“ iſt die Nahrung anderer Seelen 211. Vom Geſchauten bleibt Erinnerung und Enthuſiasmus 211, 199, 201, 207 Das Gleichnishafte ſolcher Vorſtellungen 211, 212 Ausführungen über die Unſterblichkeit der Seele im Phädon 212. Wir treffen hier „die Weiſe des Vorſtellens und des Begriffes“ am wenigſten geſchieden 212 Ein Hauptgedanke iſt, »daß die Seele ſchon vor dieſem Leben exiſtiert habe, weil das Lernen nur reine Erinnerung iſt« 213. Die Unſterblichkeit wird darein geſetzt, daß „das Einfache auf keine Weiſe aufgelöſt und zerſtreut werden könne“ 213. Die Seele aber iſt einfacher Natur 214 Faſſung des Allgemeinen in der Geſtalt eines Seins, z. B. einer Harmonie, Harmonie der Seele 214 a. erhält „das Weſen der Seele ganz im Allgemeinen“ 214, 5) Platons Begriff von „Erziehung und Bildung der Seele“ iſt nicht ſubjektiv idealiſtiſch 215. Plato ſetzt voraus, „daß das, was das wahrhaft Allgemeine iſt, die Idee, das Gute, Schöne vorher im Geiſte ſelbſt einheimiſch iſt, und nur aus ihm ſich entwickelt“ 215, 216. Er ſteht hier im Gegenſatz zu den neueren „ganz abſtrak— ten, rohen Erfahrungsphiloſophen“ 215, und ſteht auf ähnlicher Ebene, wie die proteſtantiſche Religion, in welcher „zum Glauben 1862
18 Platon weſentlich das Zeugnis des Geiftes gehört“ 216. Im Lehren müſſe die Seele „hingewendet werden zu dem, was iſt, zu dem Seienden, bis ſie fähig iſt, dies auszuhalten, und die Klarheit, die Helligkeit des Seienden zu ſchauen“ 216, 217 c) „Unterfhiede des Erkennens, Weiſe der Wiſſenſchaft überhaupt nach Plato“ 217—222. „Die Wahrheit ſetzt Plato allein in das, was durch den Gedanken produziert wird“ 217. Das Gefühl, die Empfindung, das ſinnliche Bewußtſein als Quelle des Wahren lehnt Plato ab 217. „Der Inhalt wird nur durch den Gedanken gefüllt; denn er iſt das All⸗ gemeine“. „Dieſen allgemeinen Inhalt hat Plato als Idee be⸗ ſtimmt“ 218 Nähere Beſtimmung der Unterſchiede in unſerem Be wußtſein 218. Am Ende des 6. Buches der Republik findet ſich der Unterſchied des Sinnlichen und Intellektuellen 218. Er unterſcheidet Denken (oidvolga) und reines Denken (»önoıc). Erſteres geht, wie die Geo⸗ metrie, von Vorausſetzungen aus 218, 219, iſt Räſonnement 220, iſt „zwiſchen dem voßs und der Öofn 220. Letzteres, die vönaıs, iſt „das in der Seele ſelbſt Gedachte“ 218, 219, iſt von der Ver⸗ nunft ſelbſt berührt, »in dem fie durch die Kraft (Vermögen) der Dialektik Hypotheſen macht, nicht als Prinzipien, ſondern in der Tat (70 dvr), nur als Hypotheſen, als Auftritte und Ausgangs⸗ punkte ( Zrußdosıs te zal d)⁵) damit fie bis zum Voraus: ſetzungsloſen (avunodErov), zum Prinzip des Alls gelange (rod navrös doyiv)« 219, 220. Die vier Verhaltungsweiſen der Seele find: a) »dnoıs, P) odd oe, y) rious, Glaube und o) eixacia Vorſtellung, bildliches Wiſſen 220 Ihnen entſprechen: ſinnliches Bewußtſein, räſonierendes Erken⸗ nen, Wiſſenſchaft und als höchſtes „Denken an und für ſich“ 221 Über den näheren Inhalt des Erkennens als Naturphiloſophie, Geiſtes philoſophie und ſpekulative Philoſophie oder Dialektik 221, 222 Platons Philoſophie findet ſich, abgeſondert in drei Teile, in der Republik, im Timäus und im Kritias. Hierzu muß dann noch der Parmenides genommen werden 222 1. „Di alektik“ 190, 222—247 [4, 53, 112, 113, 203; 5, 336; 7, 81; 8, 1912, 192 2; 17 325, 326]. Unterſcheidung zwiſchen einer ſophiſtiſchen Dialektik, deren Reſultat nur negativ iſt, und einer wahrhaften, welche ſich in reinen Begriffen bewegt 222, 1863
18 Platon 221. Die negative Dialektik, die ſich auch bei Plato oft findet, verwirrt „das Vorgeſtellte oder auch die Begriffe“ und räſoniert bloß 222, 223, 225, 226. Die wahrhafte Dialektik zeigt „die notwendige Bewegung der reinen Begriffe“ auf 222, zeigt, daß „das Allge⸗ meine eben die Einheit ſolcher entgegengeſetzten Begriffe“ iſt 223, 226, iſt „objektive Dialektik“ 227, 230 Schwierigkeit des Studiums der platoniſchen Dialektik 223, 226 Platons Einſicht iſt: „Das Allgemeine iſt das Ideelle, das Wahre iſt das Allgemeine, der Gedanke beſtimmt gegen das Sinnliche“ 224. „Man muß im Einzelnen nur das Allgemeine betrachten.“ „Dieſes Allgemeine hat nun Plato die Idee (zidos) genannt, was wir zunächſt Gattung, Art überſetzen“ 224 Beſtimmung dieſes Allgemeinen 224— 226. Die negative Dialektik erkannte das Sinnliche als relativ und löſte das Beſondere auf. Das iſt die gemeinſchaftliche Leiſtung von Plato und den So— phiſten 225. Die wahrhafte Dialektik beſtimmt dann das Allge⸗ meine „als das, welches die Widerſprüche, die Gegenſätze in ſich auflöſt, in ſich aufgelöſt hat, mithin als das Konkrete, als das in ſich Konkrete“ 226, 229 Nähere Beſtimmung der Idee 226, 227—229 a) Platon faßt das Abſolute als das Sein des Parmenides, als das Allgemeine identiſch mit dem Nichts. 6) Er drückt die pytha⸗ goreiſche Dreiheit in Gedanken aus, faßt das Abſolute als Einheit des Seins und Nichtſeins 227, 229. Er vereinigt vorhergehende Prinzipien 227 „Platons Unterſuchung verſiert ganz im reinen Gedanken; und die reinen Gedanken an und für ſich betrachten, heißt Dialektik“ 227. Solche reine Gedanken ſind: Sein und Nichtſein, Eins und Vieles, Unendliches und Begrenztes 228 Platons Unterſcheidung zwiſchen Philoſophen und Sophiſten 228. „Es gehört zum Studium der Dialoge Platons ein intereſſe— loſer, gleichgültiger Geiſt“ 228. Herrliche Einleitungen, ſchöne Szenen dürfen nicht verführen 228, 229. Man muß ſich „von den Dornen und Difteln der Metaphyſik ſtechen laſſen“ 229 Entwicklung der Idee zur beſtimmten Idee 229, 226. Ein Mangel bei Platon iſt, daß viele Dialoge nur negative Dialektik, ſokra— tiſche Unterredung enthalten 230, 229. Andere wiederum „hſtellen Dialektik reiner Gedanken dar; ſo der Parmenides“ 230 Im Sophiſten unterſucht Platon „die reinen 1864
Platon 18 Begriffe oder Ideen .. . von Bewegung und Ruhe, Sichſelbſtgleichheit und Andersſein, Sein und Nichtſein“ 230—238. Beweiſe gegen Parmeni⸗ des, Widerlegung der Sophiſten und Erweiterung des Parmenides 231, 232. „Der Sophiſt iſt weitere Ausführung des Seins und Nichtſeins“ 231. „Das Seiende hat Teil am Sein, aber ebenſo auch am Nichtſein“ 231 Plato drückt im Sophiſten „das nähere Bewußtſein über die Ideen als abſtrakte Allgemeinheiten aus“ 231. Plato widerlegt, »daß das Subſtantielle nur das Körperliche fei« und „daß das Subſtantielle unkörperlich, intellektuell ſei“ 231. Plato ſagt, daß dem wahrhaft Seienden Bewegung, Leben, Seele und Denken nicht abgeſprochen werden können, daß der „ns nirgends und in Keinem ſein könne, wenn es unbewegt iſt 231, 232 Kampf dieſer Dialektik erſtens gegen die allgemeine Dialektik im gewöhnlichen Sinn, die Dialektik der Sophiſten, welche die Gegenſätze nicht vereinigt, und nicht zur Einheit kommt 232, 233. »Das Schwere und Wahrhafte iſt dieſes, zu zeigen, daß das, was das Andere (Ereoov) iſt, Dasſelbe iſt, und was Dasſelbe iſt (raßror J), ein Anderes iſt, und zwar in einer und derſelben Rückſicht« 233, 237. Plato drückt „die Indifferenz in der Differenz“ aus 233, 234 Kampf dieſer Dialektik zweitens gegen die Dialektik der Eleaten und ihren Satz: »Es iſt nur das Sein, und das Nichtſein iſt gar nichte 234, 235 „Das Allgemeine für ſich, — dies iſt es, was durch die platoniſche Dialektik näher beſtimmt wird“ 235. Formen dieſes Allgemeinen ſind: „Das Nichtſein iſt“ 235, 236. „Das Nichtſein, näher be⸗ ſtimmt, iſt die Natur des Anderen“ 236, 237. „Das tätige, leben⸗ dige, konkrete Allgemeine iſt daher das, was ſich in ſich unterſchei⸗ det, aber frei darin bleibt“ 237. Identität des Einen und Vielen 237. Das Zuſammenbringen der Verſchiedenen iſt das wahrhaft Große der platoniſchen Philoſophie 237. Es findet ſich beſonders noch im Philebus und Parmenides 237, 238 „Im Philebus unterſucht Plato die Natur des Vergnügens“ 238—240. „Dem Vergnügen, als dem Unbe⸗ ſtimmten, ſtellt Plato gegenüber das Begrenzende, die Grenze“ 238, 239, 247. Es handelt ſich dann beſonders „um dieſen Gegenſatz des Unendlichen und Endlichen, unbegrenzten und Begrenzenden (vegas, ncigor)“ 238, 239. „Vergnügen iſt das Unbegrenzte 1865
Platon — . UVwÿ——ͤ—äö —ä 18 (Aneoarrov), das ſich nicht beftimmt; nur der vods iſt das tätige Beſtimmen“ 239, 238. „Das Unendliche iſt das Formloſe, die freie Form als Tätigkeit iſt das Endliche.“ Durch die Einheit beider „entſteht alles Schöne und Vollkommene“ 239, 240. „Das Vierte iſt die Urſache und dieſe iſt an ihr eben die Einheit der Unter⸗ ſchiedenen“ 240. „Dieſe Urſache iſt nun der vods, der der Welt vorſteht“ 240 Der Parmenides iſt das Meiſterſtück der plato⸗ niſchen Dialektik 240, 222, 228, 230, 238. Charakteriſtik dieſer Dialektik an Beiſpielen 241, 242. Über den Sinn der Ein⸗ heit des Einen und Vielen 242, 243. „Dieſer Dialog iſt eigentlich die reine Ideenlehre Platons“ 243. „In dem Satze, »das Eine iſte, liegt auch, »das Eine iſt nicht Eines, ſondern Vieles«; und um⸗ gekehrt, »das Viele ift«, ſagt zugleich, »das Viele iſt nicht Vieles, fondern Eines«“ 243. Ein Beiſpiel gibt das Werden 243. Stellung der Neuplatoniker, beſonders Proklus, zum Reſultat des Par⸗ menides 244. Tiedemann hierzu 244 Zur Zweideutigkeit, „daß unter Gott und unter dem Weſen der Dinge zweierlei verſtanden werden kann“ 244 a) „Weſen der Dinge“ kann nur als „das unmittelbare Weſen dieſer unmittelbar gegenſtändlichen Dinge beſtimmt ſein“ 244, 245. Es fehlt die Reflexion 245 8) Andererſeits können dieſe einfachen Weſenheiten „auch als reine Begriffe, rein der Reflexion in ſich ſelbſt angehörend, ge— nommen werden“ 245. Aber „der Begriff iſt weder nur das Un mittelbare in Wahrheit“, „noch nur das in ſich Sichreflektierende“, „ſondern er iſt auch an ſich, d. h. iſt gegenſtändliches Weſen“ 245, 246. „Dies Bewußtſein über die Natur des Begriffs hat Plato nun nicht ſo beſtimmt ausgeſprochen, und damit auch dies nicht, daß dies Weſen der Dinge dasſelbe ift, was das göttliche Weſen“ 245, 246 Kritik an Platons Dialektik: Oft haben äußere Betrachtungen Einfluß auf die Strenge der dialektiſchen Bewegung 246. Vielfach fehlt der Weg von Abſtraktionen wie Sein, Nichtſein, Einheit, Vielheit zu konkreten Ideen wie Schönheit, Wahrheit, Sittlichkeit. Die „Entwickelung, Verpilzung fehlt“ 247. Immerhin liegt in jenen abſtrakten Beſtimmungen „die Quelle für das Konkrete“ 247. „Im Philebus wird ſo das Prinzip der Empfindung, Luſt betrachtet; das iſt ſchon konkret“ 247. „Im atomiſtiſchen Prinzip 1866
Platon 18 der Einheit, Vielheit finden wir fo die Quelle einer Konſtruktion des Staats“ 247 2. „Natur⸗Philoſophie“ 190, 220, 222, 248269. „Die Gr undbeſtimmungen von der Natur-Philoſophie des Plato find im Timäus enthalten“ 248, 222, 247. Beziehung des Timäus zu pythagoreiſchen Werken 248. Die Schwierigkeit des Dialogs liegt in der Vermiſchung von Erkennen und Vorſtellen und in der An⸗ ordnung des Ganzen 248. Platon ſcheint mehrmals von vorne anzufangen 248, 249, 250, 266 Platon leitet die Darlegung des Weſens der Natur oder des We⸗ ſens der Welt mit Gott ein 249. „Gott iſt hier noch ohne Be⸗ ſtimmung“ 249, 250. Platons Gedanke, „daß Gott keinen Neid habe“ 249, 250 [8, 315; 10, 453 C; 16, 397, 398; 20, 26], 316, 317. Gott als „Ordner der Materie“ 250, 251. Gott „ſetzte den Ver⸗ ſtand in die Seele, die Seele aber in den Körper... und ſchloß fie ſo zuſammen, daß die Welt ein beſeeltes, verſtändiges Tier ge⸗ worden iſt“ 251, 210 [1, 506; 9, 48 8, 49 0; 13, 56; 16, 551]. „Wir haben Realität und „ode, — und die Seele, das Band dieſer beiden Extreme; dies iſt das ganz Wahrhafte, Reale“ 251 Zur Beſtimmung der Idee des körperlichen Weſens und der Be— deutung des dritten, als Band in der Mitte 251. »Der Bande ſchönſtes aber iſt, welches ſich ſelbſt und das, was von ihm zu— ſammengehalten wird, aufs höchſte Eins macht« 251, 252. „Das Band iſt das Subjektive, Individuelle, die Macht“ 252, 253, 256 (f. a. Mitte). Der Schluß als höchſte abſolute Form 253. Gegenüberſtellung von Vernunft- und Verſtandesſchluß 252, 253. „Aber das Konkrete ift, daß Gott ein Schluß iſt, der ſich mit ſich ſelbſt zuſammenſchließt“ 253. Vergleich hierin mit der chriſtlichen Religion 253, 254 Im Natürlichen iſt die Mitte gedoppelt, „da dieſe Mitte, als das Differente in ſeinem Unterſchied nach den beiden Extremen hinge⸗ kehrt, in ſich ſelbſt unterſchieden ſein muß“ 254, 255 Die Welt iſt vollkommen, altert und erkrankt nicht; ihre Geſtalt iſt kugelicht 255. Ihre Bewegung iſt Kreisbewegung 255 Gott gab der Welt auch Seele 255, 256. „Und ſo hat Gott durch alles dieſes die Welt als einen ſeligen Gott geboren“ 256, 261, 275 Die Seele »ift das Herrſchende, das Königliche, — das Körperliche aber, das ihr Gehorchendes 256, 261. „Gott hat ſie zur gleichen Mitte des Ungeteilten und des Geteilten gemacht“ 257, 258 1867
Platon CCC — ̃ — ... — 18 Über die pythagoreiſchen Zahlenvorſtellungen 258. Zur Beſtim⸗ mung der Dreieinigkeit 258. Die lebendigen Zahlenſphären der erſcheinenden Größe und des himmliſchen Syſtems 258, 259. Ver⸗ weis auf Böckh in den Studien von Daub und Creuzer 259. Kritik an ſolchen Zahlenverhältniſſen 260 Zur allgemeinen Beſtimmung der Seele, die in die Welt geſetzt iſt 260—261. Ihr Verhältnis zu dem gegenſtändlichen Weſen 261, 262 Der göttlichen Welt als dem Muſter, „das allein im Gedanken (vonröv) und immer in der Sichſelbſtgleichheit iſt“, dieſem ewigen Leben ſetzt Plato „das Syſtem der himmliſchen Bewegung ent— gegen“ 262. Charakteriſtik der wahren Zeit, die ewig iſt, oder Gegenwart iſt 262, 264 Ihre realen Momente ſind die Sonne, der Mond, die Planeten 262, 263. Die himmliſche Bewegung iſt das Bild des Ewigen 263, 262 Die Welt der Veränderlichkeit, des Irrenden, iſt eine dritte Welt 263. Die drei Momente dieſer Sphäre ſind: das Weſen, der Ort und die Erzeugung 263. Dieſem Prinzip entgegen ſteht das ein— fache Moment des , ſchlechte paſſive Materie und weiterhin die Form 264 Die einfache Beſtimmtheit iſt die Form der räumlichen Figur, das Beſtehen des Raums 264. „Der Raum iſt das ideelle Weſen dieſer erſcheinenden Welt, die Mitte, welche die Poſitivität und Negati⸗ vität vereint“ 264, 265. Bedeutung der Fläche, des Dreiecks und des Kreiſes 265 „Von hier geht Plato nun auch in eine Phyſik und Phyſiologie über, in die wir ihm nicht folgen wollen“ 265, 266. Über die notwendige und die göttliche Urſache 266, das Göttliche und Irdiſche 266, 267, über das Herz 267, die Leber 267, 268 (5, 271]. Die Weisſagung ſchreibt Platon „der unvernünſtigen, leiblichen Seite des Menſchen zu“ 268, 269 3. „Philoſophie des Geiſtes“ 190, 221, 222, 269 — 297. Wir finden bei Platon „noch kein ausgebildetes Bewußtſein über den Organismus des theoretiſchen Geiſtes“ 269. „Die reale, die praktiſche Seite des Bewußtſeins iſt vorzüglich das Glänzende bei Plato“ 269. Davon intereſſiert uns „die Idee Platos über die ſittliche Natur des Menſchen“ 269. Plato „erſchien die Realität des Geiſtes“ „als die Organiſation eines Staats“ 269 1868
Platon 18 Plato beginnt in den Büchern von der Republik mit einer Unterſuchung der Gerechtigkeit, und zwar „wie ſie als Gerechtigkeit des Staats iſt“, weil ſie hier „in größeren Zügen ausgedrückt und leichter zu erkennen ſei“ und weil „die Gerechtigkeit in ihrer Realität und Wahrheit allein im Staate tft” 270, 279 [20, 432]. „Die Realität, worin der ganze Geiſt iſt, nicht das Mich-Wiſſen als dieſen Einzelnen, iſt der Staat“ 271. Seine Macht gegen die Willkür 271 Kritik an dem „natürlichen Rechte“, ſofern „vom Rechte in einem Naturzuſtande geſprochen wird“ 271, 272 (ſ. Naturrecht). Platon legt dem Staate „das Subſtantielle, Allgemeine zum Grunde“ 272. „Der Einzelne wolle, handle, lebe und genieße für den Staat ſo daß er ſeine zweite Natur, ſeine Gewohnheit und ſeine Sitte ſei“ 272 Platons Ideal von einer Staatsverfaſſung 272—295. Gegen die übliche Anſicht, Platons Ideal ſei eine Chimäre und ſei überflüſſig, da ſie vortreffliche Menſchen fordre, iſt folgendes zu ſagen: a) In der chriſtlichen Welt iſt das Ideal eines vollkommenen Menſchen gang und gäbe 273. Dabei iſt nicht an Mönche und Quäker zu denken, nicht an jene lahme und feige, ſondern an eine ebenſo energiſche Sanftmut 273, 274. „Das wahrhafte Ideal ſoll nicht wirklich ſein, ſondern iſt wirklich, und allein das Wirkliche“ 274, 275 (ſ. a. vernünftig — wirklich). „Plato hat in der Tat die griechiſche Sittlichkeit nach ihrer ſubſtantiellen Weiſe dargeſtellt“ 275 8) „Auf der anderen Seite iſt eine vollkommene Konſtitution in Beziehung auf ein Volk ſo zu betrachten, daß die Konſtitution nicht für jedes Volk taugt“ 275, 276. Es iſt die Frage, welches ift die wahrhafte Konſtitution, der das Volk zugehen muß 276, 277. „Dieſe Einſicht kann allein durch die Philoſophie erreicht werden. Staatsumwälzungen geſchehen ohne gewaltſame Revolutionen, wenn die Einſicht allgemein iſt“ 277 Der Hauptgedanke in Platons Republik „if der, der als Prinzip der griechiſchen Sittlichkeit anzuſehen .üt: Daß nämlich das Sittliche das Verhältnis des Subſtantiellen habe, als göttlich feſtgehalten werde“ 277. Dieſem ſubſtantiellen Ver⸗ hältnis der Individuen zur Sitte ſteht „die ſubjektive Willkür der Individuen, die Moral“ entgegen 278. Das Prinzip der ſubjek⸗ 1869
18 Platon N Tan m ̃ TT ̃ ̃ x . ͤ ͤ —— tiven Freiheit erkannte Plato „als Prinzip des Verderbens der griechiſchen Staaten“ und er wollte es verbannen und unmöglich machen 278 [7, 33, 100, 265, 266, 283, 284, 324; 10, 443 O; 17, 400, 401], 97, 288, 289— 294. Die Freiheit des Gewiſſens iſt aus der platoniſchen Idee ausgeſchloſſen 278 Erſtens 278—286. „Ich will nun... die Hauptmomente an⸗ geben, inſofern ſie philoſophiſches Intereſſe haben“ 278, 279. Plato betrachtet die Momente des ſittlichen Organismus in drei Geſtalten: a) „wie fie im Staate als Stände find; 6) als Tugenden, Momente des Sittlichen; y) wie ſie Momente des einzelnen Subjekts, der empiriſchen Wirkſamkeit des Willens ſind“ 279, 280 1. Betrachtung der Momente des ſittlichen Organismus, wie ſie im Staate als Stände find 279, 280—281. Den drei Syſtemen der Wirklichkeit des Sittlichen: der Geſetzgebung, der Verteidi— gung, der Sorge für das Einzelne entſprechen a) der regierende, gelehrte, wiſſende Stand, b) der kriegeriſche Stand und c) der Ackerbauer und Handwerker 280, 281 2. Betrachtung der Momente des ſittlichen Organismus, wie ſie im Staate als Tugenden ſind 279, 281—284 a) Die erſte Tugend, „die Weisheit und die Wiſſenſchaft“ kommt den Vorſtehern und Regenten zu. Sie berät das Ganze, und weiß das Allgemeine 281 b) Die zweite Tugend iſt die Tapferkeit. Sie »iſt eine feſte Be— hauptung der gerechten und den Geſetzen gemäßen Meinung von dem, was mächtig, wichtig, zu fürchten ift« 281, 282. Dieſe Tugend entſpricht dem Stand der Tapferen 282 e) Die dritte Tugend iſt „die Mäßigung (swpgooVrn), die Ge⸗ walt über die Begierden und Leidenſchaften“. Sie iſt „die Tugend aller“, und beſonders des dritten Standes 282 d) Die vierte Tugend iſt die Gerechtigkeit 282—284. Sie wird im Staate »darin gefunden, daß jeder Einzelne ſich nur um Eine Sache, die ſich auf den Staat bezieht, bemühe ( &ruumdedew ), wozu feine Natur am geſchickteſten geboren ift« 283, 284. „Der Begriff der Gerechtigkeit iſt die Grundlage, die Idee des Ganzen“ 283. Plato verſteht unter Gerechtigkeit, „daß der Geiſt in ſeiner Tota— lität zu feinem Rechte, Dafein gelange“ 283, 284 3. Betrachtung der Momente des ſittlichen Organismus, wie fie Momente des einzelnen Subjekts, der empiriſchen Wirkſamkeit 1870
Platon 18 des Willens find 279, 284-286. Sie entſprechen den drei realen Momenten des Staates und find a) Bedürfniſſe, Begierden, b) das Vernünftige, der Aöyos, €) der Zorn (Buuds, Gemüt) 285, 286. Wir haben den Schluß dreier Momente: a) die Allgemeinheit, b) die Mitte, der Zorn und c) die Vereinzelung 286 Zweitens 286—295. „Plato gibt dann die Mittel an, den Staat zu erhalten“ 286. „Dies Mittel iſt Erziehung, Bildung“, Sitte 286. „Er will dieſe Sitte direkt hervorbringen in den In⸗ dividuen, zuerſt und vornehmlich in den Wächtern“, dann in den Kriegern 286, 287. Bedeutung von Religion, Kunſt, Wiſſenſchaft, von Muſik, Gymnaſtik und Philoſophie für den Staat 287, 288 „Hier iſt aber der Zirkel vorhanden: Das öffentliche Staatsleben beſteht durch die Sitten, und umgekehrt die Sitten durch Inſtitu— tionen“ 288. Platon iſt nicht idealiſch genug. Er vernachläſſigt die ſubjektive Freiheit 288, 289, 278 (f. o.). „Griechenland beruhte auf der ſubſtantiellen, ſittlichen Freiheit; das Erblühen der ſub⸗ jektiven Freiheit hat es nicht auszuhalten vermocht“ 288, 289 Das Ausſchließen des Prinzips der ſubjektiven Freiheit iſt ein Hauptzug bei der platoniſchen Republik 289 1. Dem Individuum war nicht geſtattet, fi einen Stand zu wäh: len. Es wurde ſeiner Anlage gemäß einem beſtimmten Geſchäfte zugeteilt 289, 290, 294 2. Plato hob in ſeinem Staat das Prinzip des Privateigentums überhaupt auf 290, 291 (. Eigentum), 293, 294 3. Plato hebt auch die Ehe auf, denn „die Familie iſt die erwei⸗ terte Perſönlichkeit“ 291, 293, 294. Die Weiber ſind auch keine Privatperſonen mehr, ſie verrichten männliche Arbeiten 292 So iſt „das Prinzip der Einzelnheit unterdrückt“, die Idee Platons iſt „nur die abſtrakte Idee“ 293, 294. Kritik hieran 293, 294 „Dieſer Mangel der Subjektivität iſt der Mangel der griechiſchen ſittlichen Idee ſelbſt“ 294, 295. Erſt in der chriſtlichen Religion „iſt die Seele des Einzelnen abſoluter Zweck“ 295. Plato aber „hat das Beruhen, Wiſſen, Wollen, Beſchließen des Individuums nicht anerkannt, nicht zu vereinigen gewußt mit ſeiner Idee“ 295 Über den Kritias, der die Geſchichte der Menſchenbildung darſtellt 295, und den Timäus, der von dem ſpekulativen Urſprung des Menſchen und der Natur handelt 295 Noch eine berühmte Seite der platoniſchen Philoſophie iſt „das Aſthetiſche, die Erkenntnis deſſen, was das Schöne iſt“ 296— 297. 1871
1 E Platon Plato hat hierüber den einzigen wahren Gedanken aufgeſaßt, „daß das Weſen des Schönen intellektuell, die Idee der Vernunft iſt“ 296. „Das Weſen des Schönen iſt nur die auf ſinnliche Weiſe als ein Ding vorhandene einſache Idee der Vernunft“ 296, 297 „Dies wäre der Hauptinhalt der platoniſchen Philoſophie.“ Der platoniſche Standpunkt iſt: a) zufällige Geſprächsſorm, ß) tieſſte Begriſſe auf trockenem Gange oder zwiſchen Blumengefilden, y) nicht ſyſtematiſcher Zuſammenhang, d) nicht Subjektivität des Begriffes überhaupt; aber e) ſubſtantielle Idee 297 Weiterentwicklung der Philoſophie Platons: das Allgemeine mußte „im ſtärkſten unendlichen Gegenſatz ſich entzweien, in Selbſtändigkeit des perſönlichen Bewußtſeins, das für ſich iſt“, ſo im Skeptizismus der neuen Akademie 297. Die Neuplatoniker dann machen die Rückkehr, „dieſe Einheit des Selbſtbewußtſeins und des abſoluten Weſens“ 297 Ariſtoteles und Plato 298, 299, 300, 302, 305, 314, 316, 317, 328, 399, 401. Vergleich beider Ideenlehre 319, 316, 320, 322, 326. Polemik gegen Platon 319, 322, 326, 327, 337 (O Ariſtoteles) Rückblick auf die Philoſophie Platons 420 (f. griechiſche Philo⸗ ſophie) Verhältnis der älteren Akademie zu Platon 427, 429 (O Dogma⸗ tismus), 515 Vergleich der Logik der Stoiker mit der Platons 451, 471 (O Stoi⸗ ker) Die neue Akademie und Plato 515, 516. Platons Ideen 516, 517. Platons Timäus 516, 517 (O Akademie). Arkeſilaos und Platon 517, 518, 520—521 (ſ. Arkeſilaos) 561, 576 (O Sextus Empirikus), 581, 543, 547 (O Skeptizismus) Vorkommen von Werken Platons im Abſchnitt „Platon“: Kritias 222, 295, Meno 203, 204, 206, Parmenides 222, 228, 230, 238, 240, 242, 243, 244, 246, Phädo 183, 212, 228, Phädrus 183, 206, 209, 210, 211, 235, 251, Philebus 247, Republik 191, 196, 197—198, 215, 218, 222, 227, 247, 269—295, Sophiſt 230, 230 bis 238, 231, 232, Timäus 182, 189, 191, 222, 246, 247, 248—268, 249, 263, 295, 314 1872
Platon 19 Verhältnis der Neuplatoniker zu Platon 4, 10, 13 (O Reuplatoniker). Philo und Platon 19, 25 (O Philo). Beziehung der alerandriniſchen Philoſophie zu Platon 32, 33, 34, 35 (ſ. alexandriniſche Philoſophie). Ammonios Sakkas und Platon 36 (f. d. Art.) Kommentatoren Platons waren: Numenins und Maximus Ty⸗ rius 36 (O Ammonios Sakkas) Plotin und Plato 38, 40, 44, 54, 67. Sein Plan, die platoniſche Republik zu realiſieren 38 (O Plotin) Proklus und Platon 71, 80, 81, 82, 86, 87. Seine Kommentare zu Platons Dialoge, beſonders der über den Timäus 73. Zur platoniſchen Theologie 73, 74, 76. Sein Studium platoniſcher Dialek— tik 73, 76, 77. Zu Platons Parmenides 74, 76, 77. Proklus nimmt „die Grenze und das Unendliche und das Gemiſchte aus Platons Philebus auf“ 82, 83, 86 (ſ. Proklus) Stellung und Charakteriſtik der platoniſchen Idee im Zuſammen— hang der griechiſchen Philoſophie 94, 95 (f. alexandriniſche Philo— ſophie) 124 (O arabiſche Philofophie), 141, 149 (O ſcholaſtiſche Philo⸗ ſophie), 161 (O Erigena) Albertus Magnus und Platon 180 (O Albertus Magnus) 188. Platons Bedeutung für die Wiedergeburt der Alten im Abendland 214, 215, 216. Verdienſt des Kardinals Beſſarion, des Ficinus 216 (O Ficinus) 269, 270 (O neuere Philoſophie), 366 (O Descartes), 410 (O Spi— noza), 424. Locke beſtreitet Platons Ideen 427. „Locke iſt weit zu— rück in der Natur der Erkenntnis, weiter als Plato, wegen des Urgierens des Für⸗ein⸗Anderes-Seyns“ 436 (O Locke). Cudworth und Platon 445 (ſ. Cudworth) 483 (O neuere Philoſophie), 574 (O Kant). Schelling und Platon 667 (ſ. Schelling) Rückblick auf Platon und ſein Verdienſt um den abſtrakten Ge⸗ danken, das Allgemeine 686. „Man kann jetzt nicht Platoniker ſein“ 691 (O neueſte deutſche Philoſophie) 20 20, 26, 27 (O Hinrichs), 126 (O Humboldt, W. v.). Solger und Platon 136. Tieck und Platon 153, 154, 156. Ein Freund Solgers über Platon im Zuſammenhang einer Beurteilung von Solgers Dialogform 197. Zu Platons Parmenides und Timäus, die „zu Eckſteinen der alexandriniſchen Philoſophie geworden ſind“ 198. Glockner, Hegel-Lexikon 118 1873
20 1 co 14 1 — 19 17 19 Platon / Plotin Zu Platons plaſtiſcher Dialogform 198, 199, 196, 197 (O Solger) 228 (O Hamann), 320, 321 (O Hegel), 362 (O Schubarth), 402 (O Ohlert), 432 (O Görres) Plautus, Titus Maccius Seine Komödien ſind „von den Griechen abgeborgt, und eine Sache mehr der Nachahmung als der ſelbſtändigen Produktion“ 117 (O Satire) Zu ſeiner Tragikokomödie Amphitryo 538 (O Drama). Über das proſaiſch Lächerliche feiner Komödien 577 (O Komödie) Plebejer Kampf der Plebejer mit den Patriziern 368, 369, 382, 386, 387. Ihre Verſchuldung und ihr langſamer Aufſtieg 370. Ihr Be— tragen gegen die Patrizier zu Zeiten der Aufſtände 372, ihre Langmitigkeit 388, 389. Ihr Aufſtieg 389, 390, 392 (O Römer) ονιιj 30 (O Gnoſtiker), 135 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Plinius, Gajus Secundns, der Ältere 5738 (O Pflanze) Zur Bedeutung der Obelisken 281, über labyrinthiſche Gänge 288 (O ſymboliſche Architektur) Zu Alexanders Zug nach Aſien und deſſen Bedeutung für Ariſto— teles 306 (O Ariſtoteles) Plotin 144 (O Philoſophiegeſchichte), Plotin zu Parmenides 312, 313 (O Parmenides) 33 (O alexandriniſche Philoſophie), 36 (O Ammonios Sakkas) „Plotin“ 37—69 (O alexandriniſche Philoſophie). Seine Le⸗ bensgeſchichte haben wir von Porphyrius 37. Geburt, Tod 37, 38. Verhältnis zu Ammonios, Zug mit dem Kaiſer Gordian nach Berſien, ſein Aufenhalt in Rom, ſeine pythagoreiſche Sitte und Tracht 37. Sein Verhältnis zum Kaiſer Gallien, ſein Plan, die plato— niſche Republik zu realiſieren 38 1874
Plotin 19 Seine Schriften ſind nach ſeinem Tod von Porphyrius heraus— gegeben 38, 37; Aufzählung ſeiner 6 Schriften 39. 38 „Im Ganzen iſt die Manier Plotins, daß er immer das Beſondere zurückführt auf das ganz Allgemeine“ 39, 40. Platons Ideen und Ausdruck ſind bei ihm herrſchend, und ebenſogut Ariſtoteles 40, 55 „Eine Darſtellung ſeiner Philoſophie zu geben, iſt ſehr ſchwierig“ 40. „Die Hauptſache, das Charakteriſtiſche in Plotin iſt die hohe, reine Begeiſterung für die Erhebung des Geiſtes zum Guten und Wahren, zu dem, was an und für ſich iſt“ 40, 41. Über die Tu: gend 41, 65 Er tadelt die Gnoſtiker, daß »fie gar nicht von der Tugend und dem Guten fprechen« 41, 65. Seine Ehrung der heidniſchen Götter 41 „Was nun das Nähere ſeiner Philoſophie betrifft, ſo iſt hier nicht mehr vom Kriterium die Rede.“ „Jene Einigkeit der Seele mit ſich ſelbſt in der Ataraxie iſt Ausgangspunkt“ 42. Ablehnung der Anſicht, Plotins Philoſophie ſei Schwärmerei 42, 43, 46, 56. Dieſer Vorwurf iſt inſofern berechtigt, als ſich in Plotins Lebens— beſchreibung viel Wundertätigkeit findet 43, 37 und „die alexan— driniſche Schule überhaupt nicht freizuſprechen vom Wunder— glauben iſt“ 43. Das Wundertun herrſcht in der ganzen damali— gen Welt 43, 44 Weitere Gründe, die Plotin den Vorwurf der Schwärmerei zu— zogen, liegen u. a. darin, „wie er das Verhältnis des einzelnen Bewußtſeins zur Erkenntnis des abſoluten Weſens bejtimmt oder beſchreibt“ 44, 45, 46 und was er unter Ekſtaſe verſteht 44, 45 (f. a. Ekſtaſe), 46 „Dies iſt es, warum Plotin Schwärmer iſt, daß er dieſen Gedan— ken hatte, daß das Weſen Gottes das Denken ſelbſt und gegen— wärtig im Denken iſt“ 46. „Die Idee der plotiniſchen Philoſophie iſt Intellektualismus, oder ein hoher Idealismus, der aber von ſeiten des Begriffs noch nicht vollendeter Idealismus iſt“ 47 Die Hauptgedanken Plotins: 1. Das Erſte, Abſolute iſt, wie bei Philo, „das reine Sein, das Unveränderliche, das Grund und Urſache alles erſcheinenden Seins iſt, deſſen Möglichkeit nicht von ſeiner Wirklichkeit getrennt iſt, ſondern die abſolute Wirklichkeit an ihm ſelbſt iſt“ 47, 48. Es gibt „aus ſich den voös und die Weſenheit (oforar) und Seele und Leben“ 48, 49. Das abſolute Sein „iſt unverkennbar“. „Und das 1875
Blotin EL mn nn 19 Ziel für das ſubjektive Denken ſowohl, als für das Praktiſche iſt das Gute“ 48, 49 „Jenes Sein iſt und bleibt Gott, iſt nicht außer dieſem, ſondern der Zuſammenhang, die Dieſelbigkeit ſelbſt“ 49. „Zu dieſer Sub⸗ ſtanz führt Plotin alles zurück“ 49. Der Übergang von dem „in ſich tätigen Einen“ zum Zweiten wird von Plotin nur in Vor— ſtellungen und Bildern ausgedrückt 50 2. „Das Erſte nun, was dieſe Einheit gezeugt hat, ſein Sohn, iſt der Verſtand (0s), das zweite göttliche Weſen, das andere Prin— zip“ 50. „Der „oßs iſt das Sich-ſelbſt-Finden feiner ſelbſt. Er iſt 5%, das reine Zwei, er ſelbſt und fein Gegenſtand“ 50, 53. „In diefem reinen Denken (Anſchauen) ift der voos wirklich; das iſt die göttliche Tätigkeit ſelbſt“ 51 Der „ots iſt noch das Veiſichſelbſtbleiben der Betrachtung. Der „0e umleuchtet das Sein 51, 52 Kritik an Plotins Vorſtellung vom Hervorgehen, Herausgehen aus Gott 52, 57. „Der Vater zeugt den ewigen Sohn, dies iſt für die Vorſtellung genügend; aber für den Begriff iſt dieſe Form der Unmittelbarkeit der Bewegung, der Beſtimmung nicht hinrei— chend“ 52, 67. Immerhin hat Plotin die Idee als Dreiheit aufge: faßt 52, 53 Der Verſtand iſt „Inhalt der mannigfaltigen Ideen“, das Ge— dachte iſt nicht außer dem „os 53. Das Denken iſt aber auch „Denken des Denkens“ 53. Die ſinnliche Welt iſt von der intellek— tuellen Welt „nur eine entfernte Nachahmung“ 53, 54 „Plotin ſagt auch auf pythagoreiſche Weiſe, daß die Dinge als Zahlen in dieſem 76% find“ 54 Plotins Beſtimmung, wie dieſe vielen Begriffe im Verſtande ſind 54 3. Verhältnis der „veränderlichen Welt“ zur dreifachen Weiſe des Denkens 54, 55. Das Denken denkt a) „das Unveränderliche, die Einheit“ 55, 56, f) „die Unterſcheidung ſeiner von dem Weſen“ 55, 56, 65, y) „die Subſtantialität, das Bleiben im Denkenden iſt die Beſtimmtheit“ 55, 56. „Inſofern der voßs fi ſelbſt als ſich verändernd, aber in dieſer Veränderung auch einfach bei ſich blei— bend denkt, denkt er das Leben überhaupt“ 55, „die ewige Erſchaf— fung der Welt“ 55 Sera und eegyeta find Hauptbeſtimmung 55, 56. Plotin „unterfcheidet im „ods das Denken (voös), das Gedachte (vonröv) 1876
19 Plotin und den Gedanken (rönsız), fo daß der vor; Eins und zugleich Alles ift; die „6% ,s iſt aber die Einheit der Unterſchiedenen“ 56 Dieſe dreifache Weiſe des Denkens „als einfaches, als unter— ſchiedenes und als Veränderung“ „hat drei Prinzipien an ihm“ 56 a) „Die drei Prinzipien find das Eins, der »oßs und die Seele“ 56, 57, 61. Über ihre Beziehung zueinander 56, 57, 61 und über das Hervorgehen (Todndaz), 57, 52 b) „Er ſpricht vom Prinzip der materiellen Welt, vom Urſprung des Böſen“ 57. „Das Allgemeine der Differenz iſt das Negative, und dies iſt die Materie“ 57, 58, 59. Sie iſt „der Begriff der rei— nen Unbeſtimmtheit“ 58, „reine Möglichkeit“ 58, 59. »Sie iſt das der Möglichkeit nach Seiende« 59, 60 c) Über das Böſe, dem Guten gegenüber und über den Urſprung des Böſen 60. „Das Negative gegen das Denken haben dieſe Alexandriner als die Materie geſetzt“ 60, 63, 64. Verhältnis zwi⸗ ſchen Seele, „oßs und Aöyos 60, 6, 56. Über das Gute 61, 62, 48. Das Böſe iſt in dem Nichtſeienden 62 Im 8. Buch der 1. Enneade wird die Frage, wie das Böfe erkannt wird, behandelt 63. »Der Gedanke wird ein Anderer, Nichtge⸗ danke, indem er es wagt, ſich auf das zu richten, was nicht das Seinige ifte 63. „Nicht das Seinige iſt aber die Materie, und das iſt das Böſe“ 63. Charakteriſtik des Sinnlichen 63 und zur Notwendigkeit des Böſen 63, 64, 65. Zur Wichtigkeit der Tugend 65, 41. Seine Kritik an den Gnoſtikern 65, 41, 67. Er „hält feſt als weſentlich den Zuſammenhang des Intelligiblen mit dem Wirk— lichen“ 65, 66. Die Gnoſtiker verflüchtigen die Form des Daſeins 65, 66. Sie hoben auch das Dafein Chriſti auf 66, 65. Die Kreuzi⸗ gung Chriſti erſcheint ihnen als bloß ſcheinbar 67. „Gegen dieſe Gnoſtiker hat ſich alſo Plotin erklärt“ 67 „Dies macht die Haupt-Idee des plotiniſchen Intellektualismus und Idealismus aus, die allgemeinen Vorſtellungen, worauf das Spezielle zurückgeführt wird; dieſe Zurückführungen find oft bild⸗ lich“ 67. Was an ihm zu vermiſſen iſt, iſt a) der Begriff. Plotin „it nicht dialektiſch, weder aus ſich ſelbſt herausgehend, noch als Bewußtſein aus ſich ſelbſt in ſich zurückgehend“ 67, 52 5) Es herrſcht viel Willkür, ohne Notwendigkeit des Begriffs, beim weiteren Herabſteigen, teils zur Natur, teils zum erſcheinenden Bewußtſein 68. Beiſpiel hierfür 68 1877
Plotin / Plutarch 19 Den Abfall, das weitere Körperlichwerden der Seele beſchreiben dann die Nachfolger Plotins 68, 69 (O alexandriniſche Philo⸗ ſophie) Zitate aus Plotin in den Fußnoten 41, 45, 48, 50, 51, 54, 56, 57, 59, 60, 62, 63, 64, 66 (O ſ. o.) Proklus und Plotin 73, 74, 79, 80, 88 (O Proklus) 101, 113 (© Chriſtentum), 118 (O Oecam), 216 (O Fieinus) Ploucquet, Gottfried Sein Kalkul über den Schluß 147, 148 (O Schluß) [16, 376] 16 Er hat „ſich die Mühe gegeben, eine Bezeichnung zu erfinden, wodurch der Zuſammenhang im Schließen auf die Identität, welche die abſtrakte mathematiſche, die Gleichheit iſt, zu bringen, fo daß das Schließen als der Mechanismus der Rechenexempel aufgezeigt iſt“ 376 (O Gottesbeweiſe) 17 Ploucquet behauptet Theismus des Thales 225 (O Thales) Plutarch 11 Nach Plutarch wurde das Grundeigentum ſchon von Lykurg in gleiche Teile geteilt 342 (O Sparta). Er entwarf ein höchſt charak— teriſtiſches Gemälde der Zeiten des Zerfalls des griechiſchen Gei— ſtes 359 (O Griechen) 391, 400 (O Römer) 13 Plutarchs Auffaſſung von Iſis und Oſiris 61 (O griechiſche Göt— ter) 17 Plutarch über die zwei Prinzipien Ormuzd und Ahriman in Zoroaſters Religion 116 (O Philoſophiegeſchichte) 211 Fußn., 216, 224, 224 Fußn. (O Thales), 227, 227 Fußn., 229 (O Anagimander), 231, 232 (0 Anaximenes). Plutarch über Meliſſus 316, 317 (O Meliſſos). Plutarch zu Heraklit 363, 363 Fußn. (O Heraklit) 18 Plutarch zu Stilpo 145, 145 Fußn. (O Stilpo), zu Karneades 528, 528 Fußn. (O Karneades) or Plutarch, Neuplatoniker 19 Proklus und Plutarch 71 (O Proklus) 1878
13 17 ws 10 2 — > 8 10 11 Pluton, Pluto / Poeſie, Dichtkunſt Pluton, Pluto Pluto und Proſerpina 87 (O griechiſche Götter). Pluto in der Skulptur 431 (O griechiſche Götter) meta 232 (O Anaximenes) Pneumatologie 116 (O Logik) Die Pueumatologie oder ſogenannte rationelle Pſychologie 11 B, 129,13 8, 17 8 (f. Pfychologie, rationelle) Pöbel Verhältnis zwiſchen Philoſophie und Pöbel 185 (O Kritik) Entſtehen des Pöbels 318, 325. „Die Armut an ſich macht keinen zum Pöbel: dieſer wird erſt beſtimmt durch die mit der Armut ſich verknüpfende Geſinnung, durch die innere Empörung gegen die Reichen, gegen die Geſellſchaft, die Regierung uſw.“ 318, 319 (O Polizei). Zur Anſicht und Geſinnung des Pöbels 369 (O Ver⸗ faſſung) Poeſie, Dichtkunſt (franzöſiſche Poeſie, indiſche Poeſie, mittelalter— liche Poeſie, romantiſche Poeſie) 62 [19, 681, 682 f. u.] Die dichtende Phantaſie ſteht „im Dienſt der Ideen und der Wahr— heit des Geiſtes überhaupt. Sie ſtreift die zufälligen und will— kürlichen Umſtände des Daſeins ab, hebt das Innere und Weſent— liche desſelben heraus, geſtaltet und verbildlicht es“ 208, 209 (O Einbildungskraft) Charakteriſtik der drei Hauptgattungen der Poeſie, der epiſchen, lyriſchen und dramatiſchen 224 (O Kunſt) Die befreiende Wirkung des Dichtens 147 (O Empfindung). Philoſophie und Poeſie 458 (O Philoſophie ) [P. St. 6, 308] Die Dichtkunſt „tritt in hoher Kühnheit und mit gebildetem Aus— druck ſchon in Zuſtänden eines nicht zu einem rechtlichen Leben vereinten Volkes hervor“ 107 (0 Weltgeſchichte) 504 (O Kreuzzüge) 1879
Poeſie, Dichtkunſt 12 43, 44 (O Aſthetik). Beziehung der Poeſie zur Naturnachahmung 76 (O Nachahmung). Ihr Verhältnis zur Ironie als Kunſtform 103, 104 (O Ironie) Die Poeſie iſt eine der drei Grundtypen der romantiſchen Kunſt⸗ form 127, 130—131 (O Aſthetik). Sie unterwirſt ſtärker als Muſik und Malerei das ſinnliche Element dem Geiſte und feinen Bor» ſtellungen 130. Der Ton wird zum Zeichen, zum Wort, „das aus ſich ſelbſt heraus den unendlichen Raum der Vorſtellung mit der Zeit des Tons verbindet“ 130, 131. „Das Hörbare iſt wie das Sichtbare zur bloßen Andeutung des Geiſtes herabgeſunken“ 131. „Die Dichtkunſt iſt die allgemeine Kunſt des in ſich ſreigewordenen nicht an das äußerlich ſinnliche Material zur Realifation gebun— denen Geiſtes, der nur im inneren Raum und der inneren Zeit der Vorſtellungen und Empſindungen ſich ergeht“ 131. Man kann die Poeſie eine „ſubjektive Kunſt“ nennen, das äußere Material iſt ganz zur Wertloſigkeit herabgeſetzt 131. „Die Poeſie iſt allen Formen des Schönen gemäß und dehnt ſich über alle aus, weil ihr eigentliches Element die ſchöne Phantaſie iſt, und Phantaſie für jede Produktion der Schönheit, welcher Form ſie auch angehören mag, notwendig iſt“ 132 (O Aſthetik) 148 (O Hithetif). In der Poeſie iſt die Mannigfaltigkeit der Gituationen unerſchöpſlich 272 (O Situation). Die Poeſie hat bei Darſtellung einer Handlung „den Zuhörer ſogleich in medias res zu führen“ 296. Die Darſtellung der „Handlung als einer in ſich totalen Bewegung von Aktion, Reaktion und Löſung ihres Kampfs gehört vorzüglich der Poeſie an“ 297 (O Handlung). Die neueſte Poeſie verliert nicht ſelten das Pathos und ſchraubt ſich daſür „zu einer unendlichen Phantaſterei und Lügenhaſtigkeit hinauſ“ 315, oder drüdt ſich „hauptſächlich nur in Interjektionen“ aus 317 (O Pathos) Kritik an der Mangelhaftigkeit moderner Charaktere in der Poeſie 325—327, an der Herrſchaft dunkler Mächte, wohin das Magiſche, Magnetiſche, Dämoniſche, die vornehme Geſpenſtigkeit des Hell⸗ ſehens, die Krankheit des Schlafwanderns uff. gehören 327 (ſ. Charakter). Von allen Künſten iſt am weiteſten verbreitet „die Poeſie, weil in ihr das ſinnliche Material und deſſen Formierung die wenigſten Anforderungen macht“ 383 (O Genie) Poeſie in der Religion Zoroaſters 443 (O Zoroaſter) Dichtkunſt als Ausdruck der pantheiſtiſchen Anſchauungsweiſe: 1880
Poeſte, Dichtkunſt 12 1. Die pantheiſtiſche Poeſie der Inder 487—489 (ſ. indiſche Poeſie) 1 E 2. Die pantheiſtiſche Poeſie im Mohammedanismus, beſonders bei den Perſern 489 —492 (ſ. Mohammedaner) 3. Goethes weſt⸗öſtlicher Divan 493, 494 Die Poeſie der Juden als Beiſpiel der Kunſt der Erhabenheit 496—501 (ſ. Juden) Das Rätſel in der Poeſie 527 (O Rätſel). Die Allegorie in der Poeſie 531 (O Allegorie). Die Metapher in der Poeſie, beſonders in der mohammedaniſchen 539, 540 (O Metapher) „Die beſchreibende Poeſie“, gehörig zur dritten Stufe der bewußten Symbolik 432, 506—507, 556—558 (f. ſymboliſche Kunſtform), 559, 560 Vergleich mit dem Lehrgedicht 560. „Wie in dem Lehrgedicht der Inhalt ſeinem Weſen nach in geſtaltloſer Allgemeinheit bleibt, ſo render Gefühle“ 561, 562. Sehr beliebt ſind, beſonders bei uns Deutſchen, „Naturſchilderungen, und daneben, was einem bei der⸗ gleichen Naturſzenen eben an ſchönen Gefühlen und Herzens⸗ ergießungen einfallen kann“ 562 (O ſymboliſche Kunſtform) 7 (O klaſſiſche Kunſtform), 40 (O griechiſche Götter) Die Poeſie des romantiſchen Rittertums 168-170 (O romantiſche Kunſtform). Gegenüberſtellung der romantiſchen und klaſſiſchen Poeſie 168, 169. Die klaſſiſche Poeſie des Heroentums hat „Inter: eſſen von ſchlechthin ſachlichem Gehalt“ 169. „Ganz anders iſt es in der romantiſchen Poeſie“ 169. Gegenſtand ſind nicht „die Ver⸗ hältniſſe der Eltern und Kinder, der Ehegatten, der Bürger der Stadt, des Staats in ſeiner realiſierten Freiheit“, ſondern „jene konzentrierte Innigkeit des Religiöſen“, die „Tugend der De: mut“, „das Aufgeben der menſchlichen Freiheit und des feſten Beruhens auf ſich“ 170. „Die Poeſie hat hier keine vorausgeſetzte Objektivität vor ſich, keine Mythologie, keine Bildwerke und Ge⸗ ſtaltungen, die für ihren Ausdruck bereits fertig da lägen“ 170, ſondern „nur Grade der Heldenſchaft in Rückſicht auf Liebe, Ehre, Tapferkeit, Treue; Grade, in welche die Schlechtigkeit oder der 1881
Poeſie, Dichtkunſt 13 Adel der Seele hauptſächlich Verſchiedenheiten hereinbringt“ 170, 14 171. Die Tapferkeit iſt weniger der natürliche Mut, ſondern „ſie geht von der Innerlichkeit des Geiſtes, von der Ehre, der Nitterlichkeit aus, und iſt im Ganzen phantaſtiſch“ 171 (O romantiſche Kun ſtform) Die Poeſie ſpielt eine große Rolle in der ſubjektiven Nachahmung des Vorhandenen. Einen beliebten Gegenſtand bildet „das ge= meine häusliche Leben“ 221, 222. Diderot bei den Franzoſen, Goethe und Schiller, Kotzebue und Iffland bei uns 221, 222 (O romantiſche Kunſtform) Die Poeſie iſt eine der drei Künſte, „welche die Innerlichkeit des Subjektiven zu geſtalten berufen find” 258 [12, 130; 14, 8, 222], 259—261 (O romantiſche Künſte). Die Poeſie „iſt die abſolute wahrhafte Kunſt des Geiſtes, und ſeiner Außerung als Geiſt“ 259, 260. „Dem Inhalte nach iſt deshalb die Poeſie die reichſte, unbeſchränkteſte Kunſt“ 260. Ihr Material „iſt nur noch künſtleriſch be— handeltes Mittel für die Außerung des Geiſtes an den Geiſt, und gilt nicht als ein ſinnliches Daſein“ 260. Der Ton erfüllt ſich ganz mit der geiſtigen Welt 260 In ihr wiederholen ſich die Darſtellungensweiſen der übrigen Künſte, indem ſie einerſeits ihrem Inhalte als epiſche Poeſie die Form der Objektivität gibt und andrerſeits als ſubjektive Rede, in der Lyrik, ſich als Inneres hervorkehrt 261, 256. „Drittens endlich geht die Poeſie auch zur Rede innerhalb einer in ſich be— ſchloſſenen Handlung fort.“ Dies iſt die dramatiſche Kunſt 261 (O romantiſche Künſte) Vergleich der Skulptur mit der Poeſie 356 (O Skulptur) Verwandtſchaft der Muſik mit der Poeſie 138142 (f. Muſik) „Die Poeſie“ 220—581 (O Aſthetik) [12, 127, 130-131; 13, 259—261] Einleitung: Von dem begriffsmäßigen Verhältnis der Poeſie zu den übrigen Künſten 220—234 1. Architektur, Skulptur, Malerei bewegen ſich in der „ſinnlichen Außengeſtalt des Geiſtes und der Naturdinge“ 220. Die Muſik trat in das andere Extrem, „in die unexplizierte ſubjektive Kon— zen tration herüber“ 221, 222. „Die Poeſie nun, die redende Kunſt, iſt das Dritte, die Totalität, welche die Extreme der bildenden 1882
Poeſie, Dichtkunſt 14 Künſte und der Muſik auf einer höheren Stufe, in dem Gebiete der geiſtigen Innerlichkeit ſelber, in ſich vereinigt“ 222 2. „Näher aber macht die Poeſie die dritte Seite zur Malerei und Muſik als den romantiſchen Künſten aus“ 222 [12, 127, 130—131; 13, 258] a) Teils ift das Prinzip der Poeſie „das der Geiſtigkeit“, „teils vermag die Poeſie nicht nur das ſubjektive Innre, ſondern auch das Beſondere und Partikulare des äußeren Daſeins“ auseinan⸗ derzulegen 222, 223 b) Die weſentlichen Unterſchiede zwiſchen der Poeſie und den anderen Küuften find groß 223—226 a) Die Poeſie und die Malerei 223—224, 225, 226, 230, 232, 238, 244, 291. Die Poeſie iſt „unfähig die Beſtimmtheit der ſinnlichen Anſchauung zu erreichen“ 223. Sie kann das Vielfache nur als Sukzeſſion geben; wendet fie ſich aber an die geiſtige Anſchaunng, ſo kann ſie „die bunte Reihe zu einem Bilde zuſammenziehn, und weiß dies Bild in der Vorſtellung feſtzuhalten und zu genießen“ 223. Sie vermag „einen Gegenſtand in feiner ganzen innerlichen Tiefe, wie in der Breite ſeiner zeitlichen Entfaltung darzuſtellen“ 224 6) Die Poeſie und die Mufit 224-226, 138, 164, 196, 201, 202, 205, 221, 222, 230, 232, 233, 244, 275, 291, 294, 296, 453. Für die Muſik iſt die Geſtaltung des Tönens als Tönens weſentlicher Zweck 224, 225. Sie „bleibt mit ihrem Ausdrucke bei der abſtrak⸗ teren Allgemeinheit deſſen, was ſie als Inhalt ergreift, und der unbeſtimmteren Innigkeit des Gemüts ſtehen“ 225. In der Poeſie iſt der Ton, das Wort nur Mittel, und ihr Inhalt iſt die geſamte Welt 225, 226 [12, 130, 131] c) Der eigentümliche Charakter der Poeſie im Vergleich mit den übrigen Künſten liegt in der „Herabſetzung der ſinnlichen Er: ſcheinungsweiſe und Ausgeſtaltung alles poetiſchen Inhalts“ 226, 232, 234, 275 a) Die eigentliche Außerlichkeit und Objektivität machen in der Poeſie „das innere Vorſtellen und Anſchauen ſelbſt“ aus 227, 226. „Die Objektivität vertauſcht ihre bisherige äußere Realität mit der innern.“ „Der Geiſt wird ſo auf ſeinem eigenen Boden ſich gegenſtändlich“ 227, 232, 234 8) Dieſes innere Vorſtellen wird die Form „faſt für alles, was den Geiſt auf irgendeine Weiſe intereſſiert und beſchäftigt“ 228, 1883
Poeſie, Dichtkunſt 14 227. Das Feld der redenden Kunſt iſt ein unermeßliches und weites 228 „) Dieſer verſchiedenartige Stoff wird aber nicht durch die Vor— ſtellung als ſolche, ſondern durch die künſtleriſche Phantaſie poe— tiſch 228. Der Inhalt darf weder zu verſtändigem oder ſpekula⸗ tivem Denken, noch zu wortloſer Empfindung werden, noch bloß deutlich ſinnlich fein 228. Die poetiſche Phantaſie hat die Mitte zu halten „zwiſchen der abſtrakten Allgemeinheit des Denkens, und der ſinnlich konkreten Leiblichkeit“ 229. In ihrem Inhalte muß ſie Zweck für ſich ſelbſt ſein 229 3. Vergleich des Verhältniſſes der dichteriſchen Phantaſie zum äußeren Material der Darſtellung mit dem bei den übrigen Kiin— ſten 229—234 a) Nur ein begrenzter Kreis von Darſtellungen entſpricht voll— ſtändig „dem beſondern, realen Dafein in Stein, Farbe oder Ton“ 230. „Die Poeſie nun ſtreift ſich von ſolcher Wichtigkeit des Ma— terials überhaupt in der Weiſe los, daß die Beſtimmtheit ihrer ſinnlichen Außerungsart keinen Grund mehr für die Beſchränkung auf einen ſpezifiſchen Inhalt und abgegrenzten Kreis der Auf— faſſung und Darftellung abgeben kann“ 230, 231. Sie iſt die „all: gemeine Kunſt“ 231 b) Rechtfertigung der Stellung, „welche wir der Dichtkunſt in der wiſſenſchaftlichen Entwickelung gegeben haben“ 231. Rückblick auf den Entfaltungsgang der Kunſt überhaupt 232. Die Poeſie iſt dann diejenige „beſondere Kunſt, an welcher zugleich die Kunſt ſelbſt ſich aufzulöſen beginnt, und für das philoſophiſche Erken— nen ihren Übergangspunkt zur religiöſen Vorſtellung als folder, ſowie zur Proſa des wiſſenſchaftlichen Denkens erhält“ 232, 233 e) Die Geiſtigkeit iſt zugleich der Mangel dieſes letzten Kunſtge⸗ bietes 233. Die Poeſie ſetzt ihr Material zu einem bedeutungs⸗ loſen Zeichen herab und läuft Gefahr, „ſich iiberhaupt aus der Region des Sinnlichen ganz in das Geiſtige hineinzuverlieren“ 233, 234 Nähere Betrachtung der Oichtkunſt ſelber 234—235. Zuerſt iſt „die poetiſche Vorſtellung von der proſaiſchen abzuſcheiden“ 234, dann der „ſprachliche Ausdruck“ zu betrachten und dann die Gattungen der Poeſie abzuhandeln 234, 235, 236—273, 274318, 319—581 J. „Das poetiſche Kunſtwerk im Unterſchiede des proſaiſchen“ 234, 235, 236—273, 319. Schwierigkeit bei 1884
Poeſie, Dichtkunſt 14 der Definition des Poetiſchen 236. Notwendigkeit aus dem Be: griffe, die Realität zu entwickeln 236, 237. Hinweis auf die Ent— wickelungen über das Schöne und das Ideal, „denn die Natur des Poetiſchen fällt im allgemeinen mit dem Begriff des Kunſtſchönen und Kunſtwerks überhaupt zuſammen“ 237 1. „Die poetiſche und proſaiſche Auffaſſung“ 237, 237 —246 a) Ausſchluß der Naturdinge aus dem Inhalt für poetiſche Kon: zeption 237—238. Geiſtige Intereſſen ſind der eigentliche Gegen— ſtand 237. „Die Mächte des geiſtigen Lebens“, „das alles um: faſſende Reich menſchlicher Vorſtellung, Taten, Handlungen, Schickſale, das Getriebe dieſer Welt und die göttliche Weltregie— rung zum Bewußtſein zu bringen“, das iſt Hauptaufgabe der Poeſie 238 b) Da das proſaiſche Bewußtſein den gleichen Inhalt faßt, iſt „nach dem allgemeinen Unterſchiede der proſaiſchen von der poetiſchen Vorſtellungsweiſe“ zu fragen 239, 238 q) „Die Poeſie ift älter als das kunſtreich ausgebildete proſaiſche Sprechen“, ſie verweilt noch in der ſubſtantiellen Einheit 239, 243 ad) „Alles, was fie ergreift, ſtellt ſie als eine in ſich zuſammen— geſchloſſene und dadurch ſelbſtändige Totalität hin“, „belebt, er: ſcheinend, beſeelt“ 239 66) „Das Geſprochene iſt ihr nur deswegen da, um ausgeſprochen zu werden.“ „Nicht die Sache und deren praktiſche Exiſtenz, ſon— dern das Bilden und Reden ift der Zweck der Poeſie“ 239, 240. Herodot 240 yy) Unterſcheidung einer „urſprünglichen Poeſie, welche vor der Ausbildung der gewöhnlichen und kunſtreichen Proſa liegt, und der dichteriſchen Auffaſſung und Sprache, die ſich inmitten eines ſchon vollſtändig fertigen proſaiſchen Lebenszuſtandes und Aus— drucks entwickelt“ 240, 243, 275, 276 6) Das proſaiſche Bewußtſein, das die Poeſie von ſich ausſondern muß, bedarf einer ganz anderen Art des Vorſtellens und Redens 241—243 ad) Es betrachtet „nach dem verſtändigen Zuſammenhang von Urſache und Wirkung, Zweck und Mittel und ſonſtigen Kategorien des beſchränkten Denkens“ 241 BB) Das gewöhnliche Bewußtſein nimmt das, was iſt und geſchieht 1885
14 Poeſie, Dichtkunſt „als bloß Einzelnes, d. h. ſeiner bedeutungsloſen Zufälligkeit nach“ auf 241, 242 yy) Verhältnis des ſpekulativen Denkens zum gewöhnlichen Be⸗ wußtſein und zur poetiſchen Phantaſie 242, 243 (ſ. Denken), 277 y) Die zwei unterſchiedenen Sphären des Bewußtſeins: Poeſie und Profa 243—244. Die urſprüngliche Poeſie hat ein leichteres Spiel 243, 240. Die Poeſie jedoch, die im bewußten Unterſchied dem Proſaiſchen gegenüberſteht, muß die gewohnte Ausdrucks⸗ weiſe zur poetiſchen umwandeln 243, 244 c) Über die Partikulariſation, zu welcher die Poeſie mehr noch als die übrigen Künſte fortgeht 244—246. Architektur, Skulptur und Malerei 244 a) Da die Poeſie „das individualiſierte Vernünftige zur Dar— ſtellung bringt, fo bedarf fie durchweg der Beſtimmtheit des Nationalcharakters“ 244. „Die gleich mannigfaltige Unterſchiedenheit macht ſich nun auch rückſichtlich der Zeitepochen“ geltend 244, 245 6) Unter dieſen Nationalcharakteren, Zeitgeſinnungen und Welt⸗ anſchauungen iſt „die morgenländiſche Form des Bewußtſeins im Ganzen poetiſcher als die abendländiſche, Griechenland aus: genommen“ 245 (f. a. Orient — Okzident) v) Als das Gemeinſame zieht ſich das „allgemein Menſchliche Hin: durch“, ebenſo das Kinnſtleriſche 245. Die griechiſche Poeſie 245, 246 2. „Das poetiſche und proſaiſche Kunſtwerk“ 237, 246—270 a) „Das poetiſche Kunſtwerk überhaupt“ 246, 246— 256. Es muß „zu einer organiſchen Totalität ausgeſtaltet und abgeſchloſſen werden“ 247 a) Der durchgreifende Inhalt muß „vor allem Einheit in ſich ſelbſt haben“ 247—249 aa) Der gewählte Inhalt darf „nicht als abſtraktes Allgemeines gefaßt“ werden, ſondern individuell 247 56) Das Allgemeine und die Individuen dürfen nicht auseinan⸗ derfallen, ſondern müſſen lebendig ineinander verwebt ſein 247; Beiſpiele 247, 248. Bedeutung des Individuums 248 yy) Das Allgemeine muß dennoch „als ſelbſtändig, in ſich fertig und vollendet daſtehn, und eine abgeſchloſſene Welt für ſich aus— machen“ 248. Bei aller Einheit aber iſt Entwickelung, Gliederung notwendig 249 1886
Poeſte, Dichtkunſt 14 8) Die einzelnen Teile des Kunſtwerks müſſen für ſich ſelber aus⸗ gebildet erſcheinen, um in eine organiſche Einheit treten zu kön— nen 249—252 ac) Der Verſtand eilt; der poetiſchen Auffaſſung aber muß „jedes Moment für ſich intereſſant, für ſich lebendig ſein“ 249, 250. Sie organijtert im Kleinen wie im Großen 250. Hüten muß ſie ſich vor weitläufigem Beſchreiben und vor Nachahmung des realen Da— ſeins 250. Epik, Dramatik und Lyrik haben hierin einen ganz verſchieden raſchen Lauf 251 86) Verſelbſtändigung der beſonderen Teile des Kunſtwerks 251 yy) Dieſer Selbſtändigkeit zum Trotz muß die eine Grundbeſtim— mung , hſich als die durchgreifende und die Totalität des Beſondern zuſammenhaltende und in ſich zurücknehmende Einheit“ kund— geben 251, 252. Der Zuſammenhang darf keine bloße Zweckmäßig— keit ſein 252 y) Art der Einheit, die die Teile des Kunſtwerks zuſammenſchließt 252—256 ca) Die einzelnen Teile gehören dem Inhalt inſofern bereits ur— ſprünglich an, als der Inhalt eines poetiſchen Werks konkreter Natur ſein muß, und „ſomit durch ſich ſelber auf eine reichhaltige Entfaltung unterſchiedener Seiten hinleitet“ 252, 253 86) Die „ſeelenvolle Einheit des Organiſchen iſt es, die allein das eigentlich Poetiſche, der proſaiſchen Zweckmäßigkeit gegenüber, hervorzubringen vermag“ 253. Die Teile, die Beſonderheiten, ſind nichts anderes, „als eben jener Inhalt ſelber in Form ſeiner wirk⸗ lichen ihm entſprechenden Realität“ 253. Vergleich des poetiſchen Kunſtwerks mit der ſpekulativen Philoſophie 253, 254 yy) Die Einheit und Gliederung iſt verſchieden in den einzelnen Kunſtformen und Gattungen der Poeſie 254, 255. Beiſpiele geben die ſymboliſche, romantiſche und klaſſiſche Kunſtform 255, das Epos, das Drama, die Lyrik 255, 256 ö b) Unterſchied zwiſchen dem organiſierten Gedicht und zwei be⸗ beſonderen Arten proſaiſcher Darſtellung 246, 256—265 a) Unterſchied zwiſchen Geſchichtsſchreibung und Poeſie 256—260 (ſ. Geſchichtsſchreibung) 6) Unterſchied zwiſchen Beredſamkeit und Poeſie 260 —265 (ſ. Be: redſamkeit) e) Der Begriff des freien Kunſtwerks und die Forderungen an und die Bedingungen für das poetiſche Kunſtwerk 246, 265—270 1887
14 Poeſte, Dichtkunſt a) Folgerungen aus der Betrachtung der Geſchichtsſchreibung 265—267 ad) Die Poeſie hat „den innerſten Kern und Sinn einer Begebenheit, Handlung, eines nationalen Charakters, einer hervorragen⸗ den hiſtoriſchen Individualität herauszufinden“; alles Zufällige hat ſie abzuſtreifen 266 BB) Sie hat „die hiſtoriſchen Fakta und Charaktere, das Lokal uff. nur mehr als individualiſierende Einkleidung“ zu benutzen 266. Schwierigkeiten 266, 267 yy) Die Wirklichkeit des Lebens iſt für die Poeſie gleichſam auch hiſtoriſcher Boden und iſt als ſolcher zu behandeln 267 6) Folgerungen aus der Betrachtung der Redekunſt 267 —269 aa) Die Poeſie hat „ſich vor jedem außerhalb der Kunſt und des reinen Kunſtgenuſſes liegenden Zweck zu bewahren“ 267, 268. Sie darf z. B. nicht religiös erbauen wollen 268 66) Dennoch fol die Dichtkunſt „felber lebendig, mitten ins Leben hineintreten“ 268. Das Gelegenheitsgedicht 269 yy) Das Gelegenheitsgedicht iſt dann Poeſie, wenn es „den Stoff jener Wirklichkeit in ſich hineinzieht und mit dem Recht und der Freiheit der Phantaſie geſtaltet und ausbildet“ 269 y) „So iſt denn jedes wahrhaft poetiſche Kunſtwerk ein in ſich un— endlicher Organismus“ 269, 270 3. „Die dichtende Subjektivität“ 237, 270-273 (ſ. Dichter) II. „Der poetiſche Ausdruck“ 234, 235, 274—318, 319. Rückblick auf das poetiſche Kunſtwerk im Unterſchiede des pro— ſaiſchen 274. Jetzt haben wir zu unterſcheiden: die poetiſche Vorſtellung, welche das Wort vermittelt 274, 275, den ſprachlichen Ausdruck und das klingende Wort 275 1. „Die poetiſche Vorſtellung“ 274, 275—282. Da die Poeſie „die äußerliche Objektivität der übrigen Künſte zu einer innern macht“, iſt für ſie die Vorſtellung von größter Bedeutung 275 a) Die urſprüngliche Poeſie des Vorſtellens 276—280, 239, 240, 243, 275. Sie iſt poetiſch nur dadurch, daß ſie das innerlich We— ſentliche und die Erſcheinung noch in unzerſchiedener Vermitte— lung hält 276. Das dichteriſche Vorſtellen iſt bildlich 276, 277. Es „fügt dem Verſtehen auch noch eine Anſchauung von dem verſtan— denen Objekte hinzu“ 277. „Die poetiſche Vorſtellung nimmt des1888
Poeſie, Dichtkunſt 14 halb die Fülle der realen Erſcheinung in ſich hinein, und weiß Die: ſelbe mit dem Innern und Weſentlichen der Sache unmittelbar zu einem urſprünglichen Ganzen in eins zu arbeiten“ 277 Sie verweilt, iſt in ihrem Ausdruck umſchreibend 277, 278. Homer 278. Unterſcheidung von eigentlicher und uneigentlicher Verbild— lichung 278. Metaphern, Bilder, Gleichniſſe 278. Homer, orienta: liſche Poeſie, romantiſche Phautaſie und romantiſche Poeſie 279, 280 b) Gegenüberſtellung der poetiſchen und proſaiſchen Vorſtellungs⸗ weiſe 280—281. „Geſetz für die proſaiſche Vorſtellung iſt einer⸗ ſeits die Richtigkeit, andererſeits die deutliche Beſtimmtheit und klare Verſtändlichkeit“ 280. „Die Poeſie muß in ein anderes Ele— ment, in die Erſcheinung des Gehalts ſelbſt oder in andere ver— wandte Erſcheinungen hineinleiten“ 281 () Sit die bloße Richtigkeit der proſaiſchen Vorſtellung ſchon zur gewohnten Norm geworden, ſo bedarf „die Poeſie einer abſicht— licheren Energie, um ſich aus der gewohnten Abſtraktion des Ver— ſtellens in die konkrete Lebendigkeit einzuarbeiten“ 281, 282. Schwierigkeiten dieſer Arbeit und Gefahr in Geſuchtes, Gekünſtel— tes, Präziöſes zu verfallen 282 2. „Der ſprachliche Ausdruck“ 275, 282—288. „Das Poetiſche iſt erſt dichteriſch im engeren Sinne, wenn es ſich zu Worten wirklich verkörpert und ausrundet“ 283, 282 a) Die poetiſche Sprache darf wede: alltäglich und trivial noch religiös erbaulich oder wiſſenſchaftlich ſpekulativ ſein 283, 284 b) Die beſondern Mittel der poetiſchen Sprache 284—285 a) „Erſtens gibt es einzelne, der Poeſie vorzugsweiſe eigentüm— liche Wörter und Bezeichnungen“, Wortzuſammenſetzungen, Flexionsformen; am Altertümlichen feſthaltend oder ſprachſchöp— feriſch 284 8) Bedeutung der Wortſtellungen 284. Die Redefigur und ihre Gefahren 284 y) Bedeutung des Periodenbaus 284, 285 e) Verſchiedene Stadien im Hinblick auf Anwendung dieſer Mittel 285—288 a) Iſt die Sprache noch nicht ausgebildet, dann iſt die poetiſche Rede „als Ausſprechen des Innern überhaupt, ſchon etwas Neues, das für ſich Verwunderung erweckt“ 285. „Das Machen der Sprache“ ift die Hauptſache 285. „Der Dichter iſt in der Tat hier Glockner, Hegel-Lexikon 119 1889
1 . Poeſie, Dichtkunſt der Erſte, welcher der Nation gleichſam den Mund öffnet, der Vorſtellung zur Sprache und durch dieſe zu Vorſtellungen ver— hilft“ 285, 286. Homer, Dante 286 6) Hat ſich der ſprachliche Ausdruck „zu völliger Geläufigkeit aus— gebildet“, ſo muß der poetiſche Ausdruck, um Intereſſe zu erregen, von jener gewöhnlichen Sprache abweichen und aufs neue ge— hoben werden 286, 287. Gefahren „dieſes Machens des Aus— drucks“ 287. Cicero, Virgil, Horaz 287. Lehrgedichte und Satiren der Franzoſen. Herders oder Schillers Diktion 287, 288. Die Spanier, Araber, Italiener, Perſer 288, Homer 288 y) Der wahrhaft poetiſche Ausdruck hält ſich ſowohl von „bloß deklamatoriſcher Rhetorik“ als auch vom „Pompe und witzigem Spiel der Diktion“ fern 288. Der Eindruck der Unbefangenheit muß erhalten bleiben 288 3. „Die Verſifikation“ 275, 288—318 (f. Verſifikation) III. „Die Gattungsunterſchiede der Poeſie“ 235, 319—581. Zuſammenfaſſung des bisher Erörterten über das Poetiſche überhaupt, den poetiſchen Ausdruck und die Verſifika— tion 319 1. Die Stellung der Poeſie zur Anſchaulichkeit und zum Denken 319, 320 (ſ. Denken). 2. In ihrem materiellen Beſtehen iſt die Ex— plikation der Poeſie an den lebendigen Menſchen, au den Sprecher gebunden, denn „die Poeſie iſt ihrem Begriffe nach weſentlich tönend“ 321, 320. Das bloße Leſen iſt ungenügend 321, 320. 3. Der Einteilungsgrund für die Gliederung der Dichtarten iſt nur aus dem allgemeinen Begriffe des künſtleriſchen Darſtelleus zu entnehmen 322, 321 A. „Die epiſche Poeſie“ 322—323, 326—418 (ſ. epiſche Poeſie) B. „Die lyriſche Poeſie“ 323, 419—478 (ſ. lyriſche Poeſie) 6. „Die dramatiſche Poeſie“ 323—325, 479—580 (f. dramatiſche Poeſie) Schluß. Bedeutung der Kunſt überhaupt 580, 581 (f. Kunſt) Architektur und Poeſie 220, 222, 226, 230, 232, 233, 244 (O f. o.), 291 (O Verſifikation) Malerei und Poeſie: Vor- und Nachteile der Sukzeſſion in der Poeſie 82 (O Malerei), 220, 222, 223, 225, 226, 230, 232, 244 (O f. o.), 291 (O Verſifikation) 1890
Poeſie, Dichtkunſt / ro 14 Muſik und Poeſie 138—142 (ſ. Muſik), 196, 201, 202 (O Muſik), 164 (O Rhythmus), 221, 222, 224—226 (f. o.), 230, 232, 233, 244 275 (O f. o.), 291, 294, 296 (O Verſifikation) Skulptur und Poeſie 220, 222, 225, 226, 230, 232, 233, 244 (O ſ. o.), 291 (O Verſifikation) (13, 356] Urſprüngliche Poeſie 240, 243, 275, 285 (ſ. o.), 369 (O Handlung) 15 Indiſche Poeſie 396 (O indiſche Religion), 359 17 Das Gedankliche in der Poeſie 122, 123 (O Philoſophiegeſchichte). Auflöſung der poetiſch religiöſen Anſicht durch die Proſa des Verſtandes in Athen zu Anaxagoras' Zeit 404, 405. Aber „der Verluſt jener Anſicht iſt nicht zu beklagen“ 405 (O Anaxagoras) 19 In der Vorleſung 1805/6 heißt es: „Vor 25 Jahren iſt mit der Dichtkunſt derſelbe Fall geweſen, daß die Genialität ſich derſelben bemächtigte, und geradezu blind aus ſich heraus, wie aus einer Piſtole, in der poetiſchen Begeiſterung dichtete. Die Produkte wa— ren entweder Verrücktheit, oder, wenn ſie nicht verrückt waren, ſo platte Proſe, daß der Inhalt für Proſe zu ſchlecht war“ (O Schelling) [2, 62] Poeſie, im Sinne des Poetiſchen überhaupt 12 Zur Frage: „ſoll die Kunſt Poeſie oder Proſa fein?” 223— 231, 235— 239 (f. Kunſtſchönes) Pohl, Georg Friedrich 9 Pohls Charakteriſtik des elektriſchen Gegenſatzes 378 8, 379 0 Zur „überall wuchernden Vorſtellung einer in Bewegung begrif— fenen, ſtrömenden Elektrizität“ 379 (O Elektrizität) Zu Pohls Schrift: »Der Prozeß der galvaniſchen Kette (Leipzig, 1826)« 408 0 (O Galvanismus) noreiv 14 noir 240 (O Poeſie) arotov 17 Begriff der Qualität, , bei Ariſtoteles 410, bei Anaxagoras 415 (O Anaxagoras) 18 Zu Ariſtoteles' Unterſchied nach der Qualität (1 323, 406 (O Ariſtoteles); zum Begriff der Materie, der Subſtanz ohne Qualität (rd roıdr ) der Stoiker 438 (O Stoiker) 1891
Polariſation / Polier Polariſation 9 Polariſation des Lichts 332 (O Farbe) [P. St. 6, 176], 370 [P. St. 6, 192], Polariſation der Elektrizität 370 [P. St. 6, 192] (O Elek⸗ trizität) Polarität 4 In neuerer Zeit ſpielt die „Kategorie der Polarität, die übrigens zu ſehr à tort et à travers in alles, ſelbſt in das Licht eingedrängt wird, die bedeutendſte Rolle“ 22 (O Logik) 8 Bedeutung der Polarität in der Phyſik 278 8, 2798 (O Unter: ſchied) 9 „Man hat in der Phyſik viel von Polarität geſprochen, dieſer mi — — 20 Begriff iſt ein großer Fortſchritt der Phyſik in ihrer Metaphyſik; denn der Gedanke der Polarität iſt eben nichts anderes, als die Beſtimmung des Verhältniſſes der Notwendigkeit zwiſchen zwei Verſchiedenen, die Eines. find, inſofern mit dem Setzen des Einen auch das Andere geſetzt iſt 57 8 (O Natur) Polarität im Magnetismus 272 [P. St. 6, 187] 275 8. Polarität wird heute oft angewandt, wo fie gar nicht hingehört 275 @. Über die ſich im Ermanſchen Apparat kreuzende chemiſche und magne— tiſche Polarität 288 Z. Nord-Süd-Polarität des Magnetismus 288 8 (O Magnetismus), 389 8, 390 (O Chemismus); Oft: Weſt⸗Polarität des chemiſchen Prozeſſes 288 8 (O Magnetismus), 389 g, 390 8 (O Chemismus). Kritik an dem bequemen Formalis— mus ſinnliche Materialien, wie die Nord- und Süd-Polarität des Magnetismus, ſtatt der Begriffsbeſtimmungen zu gebrauchen 631 [P. St. 6, 212] (O Tier) Polemik „Wenn die Kritik ſelbſt einen einſeitigen Geſichtspunkt gegen andere ebenſo einſeitige geltend machen will, ſo iſt ſie Polemik und Parteiſache“ 188, 189 (O Kritik) Polen (Slaven) 149 (O Europa), 447 (O Völkerwanderung), 536, 539, 546 (O Re: formation) Polier, Antoine Louis Henri de Poliers Werk: Mythologie des Indous (1809) 58 Fußn. Polier in Creuzers Symbolik 126 (O Humboldt, W. v.) 1892
rörıe / Politik, politiſch nörıs 18 16 (O Sophiſten) Politik, politiſch (Geſinnung, politiſche Geſchichte) „Politiſches Journal“ 165 (O Reinhold) Charakteriſtik der politiſchen Freiheit eines Volkes 44 (O Propä: deutik) 6 Bedeutung des „Beiſammenſitzens“ für die politiſche Erziehung 473, 474. Das „Aufſteigen zum Allgemeinen gehört zur formellen Seite der politiſchen Erziehung“ 483 (O Württemberg) Zum Gegenſatz von Moral und Politik iſt zu bemerken, „daß das Wohl eines Staats eine ganz andere Berechtigung hat als das Wohl des Einzelnen, und die ſittliche Subſtanz, der Staat, ihr Daſein d. i. ihr Recht unmittelbar in einer nicht abſtrakten ſon dern in konkreter Exiſtenz hat, und daß nur dieſe konkrete Exi ſtenz, nicht einer der vielen für moraliſche Gebote gehaltenen allgemeinen Gedanken, Prinzip ihres Handelns und Benehmens ſein kann“ 444, 445 (O Staatsrecht) „Je ungebildeter jemand iſt, je weniger er die beſtimmten Be ziehungen der Gegenſtände kennt, worauf er ſeine Betrochtung richtet, um ſo geneigter pflegt er zu ſein, ſich in allerhand leeren Möglichkeiten zu ergehen, wie dies z. B. auf dem politiſchen Ge biet mit den ſogenannten Kannengießern der Fall iſt“ 3248 „Die Weltgeſchichte könnte überhaupt dem Kreiſe, worein Mora— lität und der ſo oft ſchon beſprochene Unterſchied zwiſchen Moral und Politik fällt, ganz ſich entheben, . . . indem ſie die Individnen ganz aus dem Spiele und unerwähnt ließe, denn was fie zu be richten hat, ſind die Taten des Geiſtes der Völker“ 106 (O Welt: geſchichte) „Das politiſche Kunſtwerk“ der Griechen 315, 327-356 (f. Grie⸗ chen) 16 71, 83 (O jüdiſche Religion) 18 Die politiſche Wiſſenſchaft in Platons Protagoras 16, 17, 18 (O Sophiſten) Ariſtoteles' „Politik“ 369, 397—401 (ſ. Ariſtoteles) 19 Ausbildung von Moral und Politik in der ſchottiſchen Philo ſophie 502 (O ſchottiſche Philoſophie) 2 .ı O 1 — 1893
1 A 2 politiſche Geſchichte / Polizei politiſche Geſchichte Vergleich der politiſchen Geſchichte mit der Philoſophiegeſchichte im Hinblick auf die Behandlung des Individuums nach feiner Be: ſonderheit 28, im Hinblick auf die Quellen 145, im Hinblick auf objektive Darftellung 150 (ſ. Philoſophiegeſchichte) N Zu Tiedemanns Behandlung der politiſchen Geſchichte 147 (O Tie⸗ demann) Polizei „Die Polizei und Korporation“ 270 (O Geſellſchaft), 310, 310-328 (O Geſellſchaft) § 230 Das in der Beſonderheit wirkliche Recht enthält ſowohl „die ungeſtörte Sicherheit der Perſon und des Eigentums“ als, „daß das beſondere Wohl als Recht behandelt und verwirklicht ſei“ 310, 311 a) „Die Polizei“ 310, 311—323 § 231 Die ſichernde Macht des Allgemeinen bleibt zunächſt „teils auf den Kreis der Zufälligkeiten beſchränkt, teils eine äußere Ord— nung“ 311 § 232 Privathandlungen können eine Zufälligkeit werden, „die aus meiner Gewalt tritt, und den andern zum Schaden und Un— recht gereichen kann oder gereicht“ 311 § 233 Zur Seite des Unrechts der Privathandlung 311 § 234 Unmöglichkeit eine Grenze zu ziehen zwiſchen ſchädlich und unſchädlich, verdächtig oder unverdächtig in dieſer Verſtandes— Unendlichkeit 311, 312 Zuſatz. „Durch dieſe Seiten der Zufälligkeit und willkürlichen Per— ſönlichkeit erhält die Polizei etwas Gehäſſiges“ 312 § 235 Entwicklung „allgemeiner Geſchäfte und gemeinnütziger Veranſtaltungen“, welche die Aufſicht und Vorſorge der öffent— lichen Macht fordern 312 § 236 Notwendigkeit der Regulierung der verſchiedenen Inter: eſſen der Produzenten und Konſumenten, einer allgemeinen Borſorge und Leitung 312, 313, 314 8 237 Die Möglichkeit der Teilnahme an dem allgemeinen Bermögen bleibt von der ſubjektiven Seite her den Zufälligkeiten unterworfen 314 § 238 Verhältnis zwiſchen Familie und bürgerlicher Geſellſchaft 1894
Polizei A 314, 315. Das Individuum wird „Sohn der bürgerlichen Gefellſchaft“ 315 § 239 Die bürgerliche Geſellſchaſt mit dem Charakter der allge: meinen Familie hat die Pflicht und das Recht gegen die Willkür und Zufälligkeit der Eltern, auf die Erziehung Aufſicht und Ein⸗ wirkung zu haben 315 Zuſatz. Über die Grenze zwiſchen den Rechten der Eltern und der bürgerlichen Geſellſchaft 315, 316. Streitigkeiten in Frankreich hierüber 316 $ 240 Zum Recht der Bevormundung gegen Verſchwender 316 Zuſatz. Es iſt darum zu tun, „daß kein Pöbel entſteht“ 316 § 241 Bei den Armen übernimmt die allgemeine Macht die Stelle der Familie 316, 317 § 242 Das Subjektive der Armut erfordert auch eine ſubjektive Hilfe ebenſo in Rückſicht der beſonderen Umſtände als des Gemüts und der Liebe 317. Hier findet die Moralität genug zu tun 317, 318 8 243 Einerſeits finden ſich fortſchreitende Bevölkerung und Induſtrie, Anhäufung von Reichtümern, andererſeits Vereinzelung und Beſchränktheit der beſonderen Arbeit und damit die Abhän⸗ gigkeit und Not der an dieſe Arbeit gebundenen Klaſſe 318 § 244 Die Entwickelung des Pöbels 318, 319 Zuſatz. Die Geſinnung des Pöbels 318, 319 (ſ. Pöbel). „Im Pöbel entſteht das Böſe, daß er die Ehre nicht hat, feine Gubjiſtenz durch feine Arbeit zu finden, und doch ſeine Subſiſtenz zu finden als ſein Recht anſpricht“ 319 8 245 Zur wichtigen Frage, wie der Armut abzuhelſen ſei 319, 320. England 320 $ 246 Umſchau nach Konſumenten bei anderen Völkern 320 § 247 Bedeutung des Meers für Verkehr und Handel 320, 321. Auch die Flüſſe verbinden mehr als ſie trennen 321 8 248 Bedeutung der Koloniſation 321, 322 (ſ. Koloniſation) § 249 Übergang der Polizei als einer äußeren Ordnung und Ver⸗ anſtaltung zur Korporation 322, 323 b) „Die Korpora tion“ 310, 323-328 (ſ. Korporation) „polizeiliche Gewalten“ 395, 398 (ſ. Verfaſſung) 10 „Die Polizei und die Korporation“ 408—409 8 (O Geſellſchaſt) 1895
Polizei / Polykrates 10 8 533 8 In der bürgerlichen Geſellſchaft iſt die Sicherung der Befriedigung des Bedürfniſſes der Zweck 408 g, 409 10 8 534 Das Bewußtſein des weſentlichen Zwecks hat zum Kon⸗ kreten der bürgerlichen Geſellſchaft das Verhältnis einer äußer⸗ lichen Allgemeinheit; ſie erſcheint als tätige Macht, als Staats⸗ Polizei 409. Bedeutung der Korporation für den Bürger 409 Pollentia 11 Schlacht bei Pollentia zwiſchen Stilicho und dem Gotenkönig Alarich 431 (O byzantiniſches Reich) Pollux 12 Kaſtor und Pollux 471 (O ägyptiſche Kunſtform) 13 437 (O Skulptur) 15 436 (O ſyriſche Religion) Polybius 11 Vergleich des Polybius mit Livius 30 (O Geſchichtsſchreiber). Po⸗ lybius Schilderung feines Griechenlands 360 (O Griechen). Seine Schilderung der Berührung zwiſchen Rom und den Griechen 365. Er mußte zuſehen, „wie ſein Vaterland durch die Schändlichkeit der Leidenſchaften der Griechen und die Niederträchtigkeit und unerbittliche Konſequenz der Römer zu Grunde ging“ 394 (O Römer) Polygam ie 11 Polygamie der Neger 141 (O Afrika) Polygnot 14 Goethes Wiederaufnahme der Beſchreibungen des Philoſtrat von Polygnots Gemälden 31, 32 (O Malerei) 18 Polygnots Gemäldeſammlungen in einer Halle, genannt Pöcile 431 (O Stoiker) Polyklet 13 437 (O Skulptur), 447 Polykrates, Tyrann von Samos 17 226 (0 Anaximander), 239, 240, 242 (O Pythagoras) 1896
Polynikes / Popularphiloſophie Polynikes 12 282 (O Kolliſion) 13 52 (O griechiſche Götter) qrOAοοοοοεjõJů 16 „Die Morgenländer nennen Gott den Viel- oder vielmehr den unendlich⸗All⸗namigen“ 418 (O Gottesbeweiſe), 230 (O chriſtliche Religion) Polytheismus ſ. Vielgötterei Pompeji 14 13 (O Malerei) Pompejus 11 400, 403, Pompejus und Cäſar 401 (O Römer) Pomponatius 17 Pomponatius ein reiner Ariſtoteliker 77 (O Philoſophiegeſ chichte) 19, 215] 19 „Pomponatius“ 215 (0 Wiederaufleben) Er war ein Ari⸗ ſtoteliker und zeigte, daß die Seele, „die er als Chriſt glaube, nach Ariſtoteles ſich nicht beweiſen laſſe“ 215. Anſichten der Aver⸗ roiſten und Alexanders Aphrodiſienſis hierüber 215 Der Gegenſatz von Glauben und Vernunft tritt bei ihm ein 246 (O Vanini) Pontedera, Julius 9 5720 (O Pflanze) Pontifex maximus 11 376 (O Römer) Pontus, Schwarzes Meer 12 Der Pontus in Heſiods Theogonie 461, 462 (O Inder) [16, 100, 105 (O griechiſche Religion)! Popularphiloſophie 1 Zwiſchen der Begründungstendenz, die darauf ausgeht, die Phi⸗ loſophie auf Logik zurückzuführen, und philoſophiſcher Schwär⸗ 1897
— 17 Popularphiloſophie / Poroſität merei bildet eine Popular- und Formular⸗Philoſophie eine falſche Mitte 168 (O Reinhold) Kritik an der Manier, welche „ſogleich die philoſophiſchen Ideen, wie ſie hervortreten, populär oder eigentlich gemein zu machen beſtrebt iſt“ 184, 185, 186 (O Kritik) „Abſcheidung der Philoſophie von der Popu— lar-Philoſophie“ 125—127 (ſ. Philoſophie) 18 Sokrates als Popularphiloſoph 47 (O Sokrates). Zur Zeit Ciceros 19 hat die ariſtoteliſche Philoſophie „mehr die Form einer popu— laren Philoſophie“ 310, 419 (O Ariſtoteles), 423, 427 (O Dogma⸗ tismus) „Ciceronianiſche Popularphiloſophie“ 217 bis 219 (ſ. Cicero) Lockes Philoſophie iſt „eine ſehr begreifliche und triviale, eben deshalb aber auch populare Philoſophie, an die ſich das ganze engliſche Philoſophieren, wie es noch heute iſt, anſchließt“ 438, 421, 423, 434, 435 (O Locke) Leibniz über das „Verhältnis des Einfluſſes“ in der Vulgar⸗ philoſophie 456 (O Leibniz) „Popularphiloſophie“ 481—485 (f. neuere Philoſophie), 485 Herrſchaft der Popularphiloſophie in der ſchottiſchen Philoſophie 505 (O Stewart) Bei Fichte finden wir neben der eigentlichen ſpekulativen Philo— ſophie auch populare Philoſophie 613, 612, 635, 639, 640 (O Fichte) Poroſität Zur Poroſität der im Ding ſich durchdringenden und ſich doch nicht berührenden Materien 617, 619, 621 (. Ding) „Die im Ding ebenſo geſetzte Negation als Selbſtändigkeit der Materien kommt in der Phyſik als die Poroſität vor“. „Die Poren ſind nichts Empiriſches, ſondern Erdichtungen des Verſtandes, der das Moment der Negation der ſelbſtändigen Materien auf dieſe Weiſe vorſtellt“ 297 g, 298 G (O Ding) „Die verſchiedene Dichtigkeit der Materie wird durch die An— nahme von Poren erklärt“ 216 [P. St. 6, 185]. Zur Erdichtung der Poren 217 (f. Schwere), 229 8 (O Kohäſion) 1898
17 18 19 11 12 13 Porphyrios / Porträt Porphyrios Über Pythagoras 239, 239 Fußn., 243, 255 (O Pythagoras), 272 Die Iſagoge des Porphyr 410 (O Ariſtoteles) 119, 159] Porphyrios als Kommentator des Ariſtoteles 36 (O Ammonios Sakkas). Porphyrios über Plotin 37, 38 (O Plotin) „Porphyr“ 69—70 (O alexandriniſche Philoſophie). Er iſt Schüler Plotins 69. Würdigung feiner „Einleitung in das Organon des Ariſtoteles“ 70. Seine Bemühungen um die Logik und feine ſeltſame Verbindung von Verſtandeslogik mit Wunder⸗ glauben 70 Des Porphyrius' Iſagoge 159 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) 18, 410] Porſena 387 (O Römer) Porträt Über „bis zur Ekelhaftigkeit ähnliche“ Porträte 73 (O Nach⸗ ahmung), 227, 228 (O Kunſtſchönes). Der Porträtmaler muß „ſchmeicheln“, d. h. alle Außerlichkeiten fortlaſſen und „das Sub: jekt in ſeinem allgemeinen Charakter, und bleibenden geiſtigen Eigentümlichkeiten auffaſſen und wiedergeben“ 216. Zur Partikularität des Porträts 239 (O Kunſtſchönes) 14, 98, 99]. Mittel: altrige Porträte zeigen oft einen Mangel an „beſtimmten Si— tuationen, in denen ſich der Charakter des Individuums aus» prägen könnte“ 273 (O Situation). Die Porträtſtatue in der modernen Skulptur 531 (O Allegorie) Im religiöſen Kreis der romantiſchen Kunſt tritt das Porträt⸗ artige auf, „das die partikulären Züge und Formen, wie ſie gehen und ſtehen, die Bedürftigkeit des Natürlichen, die Mängel der Zeitlichkeit nicht.. verwiſcht“ 139 (O Ideal) Auflöſung der romantiſchen Kunſt ins Porträtartige, ſei es in der Plaſtik, der Malerei oder in den Schilderungen der Poeſie 220 (O romantiſche Kunſtform) Bedeutung der Kleidung für die Porträtſtatue 413—416 (f. Klei⸗ dung). Porträtartiges in der griechiſchen Skulptur 429 (O Skulp⸗ tur), in der etruriſchen Skulptur 460, in der römiſchen Skulptur 461, 462, in der chriſtlichen Skulptur 463 (O Skulptur) 1899
14 1 14 1 1 — Porträt / Poſeidon Große Porträte, wenn ſie durch alle Mittel der Kunſt in voller Lebendigkeit vor uns daſtehn, ſind nicht allein wegen ihrer ganzen Individualität intereſſant, ſondern ſtehen in ihrem Rahmen wie in einer Türe, in welche der Menſch hereintritt 79, 78. Van Dykiſche Porträts, Kügelgen 79 (O Malerei) Die Porträtmalerei 96—99 (O Malerei). Berechtigung des Por⸗ träts 96. „Auch der größte, hochgeſtellteſte Menſch war oder iſt ein wirkliches Individuum, und dieſe Individualität, die Geiſtig⸗ keit in ihrer wirklichſten Beſonderung und Lebendigkeit wollen wir uns zur Anſchauung bringen“ 96. Damit jedoch das Porträt ein echtes Kunſtwerk ſei, muß „in demſelben die Einheit der gei— ſtigen Individualität ausgeprägt und der geiſtige Charakter das Überwiegende und Hervortretende fein” 96, 97. Das Glücklichſte iſt die Mitte zwiſchen der Skizze und der naturtreuen Nach— ahmung 97, 98. Tizians meiſterhafte Porträts. Parallele mit ei⸗ nem wahrhaft künſtleriſchen Geſchichtsſchreiber 97. Gelingt es, den geiſtigen Sinn und Charakter eines Menſchen hinzuſtellen, ſo iſt „ſolch ein Porträt gleichſam getroffener, dem Individuum ähnlicher, als das wirkliche Individuum ſelbſt“ 98, 97. Albrecht Dürer 98. Bedeutung des Knochengerüſts für das menſchliche Ge— ſicht. Die Charakterzeichnung des Porträts aber „beſteht in ande— ren feſten Zügen, in dem Geſicht, verarbeitet durch den Geiſt“ 98. In dieſem Sinn muß das Porträt „ſchmeicheln“ 98 [12, 239], 99 (O Malerei) Das Porträt in der italieniſchen Malerei 97; 105 114 (O italieniſche Malerei) Porträtmaler ſ. Maler Portugal 135 (O Geographie), 445, 446 (O Völkerwanderung), 478 (O Kir— che), 528 (O Reformation) 415 (O Camoes) Poſeidon Erſchaffung des Pferdes durch Poſeidon 301. Er hat zwar noch die Wildheit des Elements an ſich, iſt jedoch auch eine ſittliche Figur: er hat Mauern gebaut und das Pferd geſchaffen 321 (O Griechen) [13, 62; 16, 105] 1900
13 16 15 16 17 1 2 Poſeidon / Poſitives, poſitiv — negativ 60, Gewalt- und CTätigkeitsbereich Poſeidons 62, Kronos und Bofeidon 87 (O griechiſche Götter). Zur Statue des Neptun in der Villa Medicis 422 (O Attribut). Er wird nie alt dargeſtellt 425. Zeus wird in der Milde der Hoheit, Neptun wilder, Pluto düſterer, getrübter gehalten 431 (O griechiſche Götter) 105 (O griechiſche Religion) Poſeidonios 435 (O Stoiker) poſitive Religion (abſolute Religion, geoffenbarte Religion) 279 (f. Glaube) Über „das Verhältnis der philoſophiſchen Betrachtung der Reli: gion zur pofitiven Religion“ 36, 44—52 (f. Religionsphiloſophie), 49 Zur Vorfrage, ob ſich die Vernunft überhaupt mit poſitiver Reli⸗ gion beſchäftigen kann und darf? 65—67. „Der Geiſt, der ſich zum Gegenſtande macht, gibt ſich weſentlich die Geftalt des Erſcheinens, als eines auf höhere Weiſe an den endlichen Geiſt Kom⸗ menden; darin liegt dann, daß der Geiſt zu einer poſitiven Reli— gion kommt“ 70, 71 (. Religionsphilofophie) 175, 176 (O unmittelbares Wiſſen) Unter geoffenbarter Religion verſteht man einerſeits, daß ſie von Gott geoffenbart iſt und andererſeits, daß ſie „poſitive Religion ſei in dem Sinne, daß ſie dem Menſchen von außen gekommen, gegeben worden“ 198. Erörterung des Poſitiven überhaupt 198 bis 200 (f. Poſitives) „Die Stellung der Religion ift dieſe: die Wahrheit, die durch ſie an uns kommt, iſt äußerlich gegeben“. Dies iſt poſitive Religion 103 (O Philoſophie) Poſitives, poſitiv — negativ „Das Poſitive iſt der Natur nach eher als das Negative; oder, wie Ariſtoteles es ſagt: »Das Volk iſt eher der Natur nach, als der Einzelne . .. «“ 510, 511 (O Naturrecht) „Das Poſitive iſt nur als Beziehung auf ein Negatives, oder das Poſitive iſt an ihm ſelbſt der Unterſchied von ſich ſelbſt, wie ebenſo das Negative“ 124 (O Verſtand) Überwindung dieſes Gegenſatzes 128—133 (f. Verſtand) 1901
2 Poſitives, poſitiv — negativ Das poſitive Urteil 149, 181 (O Urteil) „Das Poſitive iſt das Geſetztſein als in die Gleichheit mit ſich reflektiert; aber das Reflektierte ift das Geſetztſein, das iſt, die Negation als Negation, ſo hat dieſe Reflexion in ſich die Be— ziehung auf das Andere zu ihrer Beſtimmung“ 526. Über das Poſitive und das Negative als die Seiten des Gegenſatzes 526 bis 534 (ſ. Gegenſatz) Das Poſitive und Negative in der Arithmetik 530—534 (O Gegen⸗ ſatz). Sie kommen in zwei Formen vor: das erſtemal liegt ein nur verſchiedenes, unmittelbares Daſein zu Grunde, das anderemal iſt das Poſitive das an ſich ſelbſt Poſitive und das Negative das an ſich ſelbſt Negative 530. So in der Mathematik: a und —a ſind entgegengeſetze Größen überhaupt; a iſt die beiden zum Grunde liegende anſichſeiende Einheit. „Das eine iſt ſo gut ein Entgegengeſetztes als das andere“ 530 a und —a find zwei verſchiedene a; „beide haben ein beſon— deres Beſtehen und ſind poſitiv“ 531, 530 Beiſpiele für den erſten Fall, wo in den Entgegengeſetzten auch „ihre identiſche Beziehung“ vorhanden iſt und Beiſpiele für den zweiten Fall 531, 532 „Nicht nur aber ſind die entgegengeſetzten Größen einerſeits bloß entgegengeſetzte überhaupt, andererſeits reale oder gleichgültige. Sondern obzwar das Quantum ſelbſt das gleichgültig begrenzte Sein iſt, ſo kommt doch an ihm auch das an ſich Poſitive und das an ſich Negative vor“ 532, 533. Die Bedeutung des Minus in 8 — (3) 533 „Näher tritt dies bei der Multiplikation und Divifion hervor, hier iſt das Poſitive weſentlich als das Nichtentgegengeſetzte, das Negative hingegen als das Entgegengeſetzte zu nehmen“ 533, 534. Plus und Minus erhalten hier „die beſtimmtere Bedeutung von Poſitivem und Negativem an ſich“, weil das Verhältnis der Faktoren ein qualitatives iſt 533 Betrachtung von — a * Ya und Pa a und von — 4 N — a 533, 534 (O Gegenfaß) Das Poſitive und Negative als ſelbſtändige Reflexionsbeſtim⸗ mungen im Widerſpruch 535 (ſ. Widerſpruch), 551, 552 Über den Satz der äußeren Reflexion: „das Poſitive und Negative iſt dasſelbe“ 541—544 (0. Widerſpruch). Kritik daran, das Poſitive 1902
4 * E E 1 17 18 1 Poſitives, poſitiv — negativ / Poſtulat als Objektives und das Negative als Subjektives zu nehmen 542 (O Widerſpruch) Das Poſitive und Negative als die weſenhafte Beſtimmung des Weſens 551 (O Weſen). Vergleich der Reſlexions-Beſtimmungen des Poſitiven und Negativen mit dem weſentlichen Verhältnis 640 (O Verhältnis) „Das pofitive Urteil“ 76—82 (f. Urteil) Poſitives Recht 42 (O Rechtsphiloſophie) Das Poſitive und Negative haben zwar die Beſtimmung des Seins und des Nichts. „Aber das Poſitive hat für ſich keinen Sinn, ſondern es iſt dasſelbe ſchlechthin auf das Negative be— zogen. Ebenſo verhält es ſich mit dem Negativen“ 2608 (0 Maß), 267 8 (O Weſen) Das Poſitive und Negative im Unterſchied 276 [P. St. 6, 73), 280, 281 [P. St. 6, 74, 75] (ſ. Unterſchied) Über das Poſitive im Zuſammenhang mit poſitiver Religion 198 bis 200 (O abſolute Religion). Das Sinnliche iſt ein Poſitives; die Weiſe der äußerlichen Geiſtigkeit und der ſich äußernden Geiftigkeit iſt ebenſo poſitiv. Auch das Sittliche kommt zunächſt, z. B. durch Erziehung, äußerlich an uns 199. Auch die Geſetze, die bür— gerlichen und die des Staates ſind poſitiv. Doch gelten ſie auch innerlich, weil fie innerlich vernünftig find 199. Das Poſitive bei der Strafe 199, 200. „Was ſeiner Natur nach poſitiv iſt, iſt das Vernunſtloſe“ 200. Unterſcheidung des Poſitiven als ſolchen vom Poſitiven in der Form und als Geſetz der Freiheit 200 Wunder und Zeugniſſe als Pofitives in Rückſicht der Beglaubi— gung 200, 201 (O abfolute Religion). Das zuſällige, beliebige Denken iſt auch poſitiv. „Nur der Begriff für ſich befreit ſich wahr: haft durch und durch von jenem Poſitiven: denn in der Philo⸗ ſophie und Religion iſt dieſe höchſte Freiheit, die das Denken ſelbſt als ſolches iſt“ 205, 206 (O abſolute Religion) 00G 415 (O Anaxagoras) 324, 406 (O Ariſtoteles) Poſtulat (Sollen) „Poſtulate der Vernunft“ 69—70 (f. Fichte). Kant bleibt „mit ſeinen Poſtulaten innerhalb ihrer wahrhaſten und richtigen 1903
1 2 Poſtulat / Potenz, Potenzieren Grenze ſtehen, welche Fichte nicht reſpektiert. Nach Kant ſelbſt find nämlich die Poſtulate und ihr Glauben etwas Subjektives“ 325, 326 (ſ. Kant) Moraliſche Poſtulate 463—467, 473—476, 476481 (ſ. Moralität) 10 Bei Kant iſt die zu geſchehende Erhebung des ſubjektiven Geiſtes zu Gott wieder ein Poſtulat, ein bloßes Sollen 434 9 (O Welt⸗ geſchichte) 12 91 (f. Kant) 19 Kants Poſtulate in der praktiſchen Kritik 593, 594, 595, 607 (f. Kant) Potamon 19 Diogenes Laertius kennzeichnet die Philoſophie des Alexan⸗ 18 2 driners Potamon als eklektiſche und gibt damit den Anlaß, daß Brucker die Alexandriner Eklektiker nennt. Kritik an dieſer Auf— faſſung 34 (O alexandriniſche Philoſophie) notre 406 (O Ariſtoteles) Potentia (Dynamis, Potenz) 403 (f. Dynamis) [11, 93; 18, 321] 92, 93 (O Weltgeſchichte) Bedeutung der potentia, %% für die Entwicklung 49 (ſ. Ent: wicklung). Entgegenſetzung von potentia (derane) und actu ( Eveoyeia) 332 (O Zenon) Ariftoteles’ zwei Hauptſormen, die der Möglichkeit (O5, potentia) und der Wirklichkeit ( Zveoyeıo, actus) 321 (f. Ariſto— teles) Potenz, Potenzieren Das Potenzieren 253, 254 (f. Rechnungsarten). Im Potenzen— verhältnis iſt „die Zahl durch Gleichſetzung ihrer Begrifſs— momente, der Einheit und der Anzahl als zu ſich ſelbſt zurück⸗ gekehrt“ und ſie erhält „damit das Moment der Unendlichkeit, des Fürſichſeins, d. i. des Beſtimmtſeins durch ſich ſelbſt“ 340, 345. Die qualitative Größenbeſtimmtheit bezieht ſich weſentlich auf Potenzenbeſtimmungen, und da die Difſerentialrechuuna das 1904
4 Spezifiſche hat, mit qualitativen Größenformen zu operieren, To muß ihr eigentümlicher mathematiſcher Gegenſtand die Behandlung von Potenzenformen fein 340, 342, 343, 375. Charakteriſtit der Potenz 345, 346 Betrachtung der Operation des Depotenzie⸗ rens 351—865, 373 (ſ. Mathematik) Im Potenzverhältnis „macht ſich die in ihrem Unterſchiede ſich auf ſich beziehende Einheit als einfache Selbſtproduktion des Quantums geltend“ 391 (O Quantität) „Potenzen verhältnis“ 399—404 (Quantität) 1. Charakteriſtik des zum Fürſichſein gekommenen Quantums und ſeiner beiden Momente: Einheit und Anzahl 399, 340, 345, 400. Im Potenzenverhältnis iſt „die Einheit, welche Anzahl an ihr ſelbſt iſt, zugleich die Anzahl gegen ſich als Einheit“ 400. Charakteriſtik des Exponenten 400 2. Beziehung des Potenzenverhältniſſes zum Begriff des Quan— tums 400, 401. Das Quantum iſt im Potenzenverhältnis „in dem Unterſchiede als ſeiner von ſich ſelbſt vorhanden“ 401 3. Das Quantum „ift zu feinem Andern, der Qualität, geworden, inſofern jene Außerlichkeit nur als vermittelt durch es ſelbſt, ſo als ein Moment geſetzt iſt, daß es eben in ihr ſich auf ſich ſelbſt bezieht, Sein als Qualität iſt“ 401, 402, 419 Beziehung von Quantität und Qualität 402. Übergang zum Maß 402 Anmerkung. Rückblick auf das qualitative Moment im Quanti⸗ tativ⸗Unendlichen und den Mangel, daß nicht zum Qualitativen fortgegangen wird 402, 403 (ſ. a. Qualität — Quantität). Be: merfung „über die in der Philoſophie geſchehene Einmiſchung von Formen des Quantitativen in die reinen qualitativen Formen des Denkens“. „Beſonders iſt es das Potenzen verhältnis, welches in neuerer Zeit auf Begriffsbeſtimmungen angewendet worden iſt. Der Begriff in ſeiner Unmittelbarkeit wurde die erſte Potenz, in ſeinem Andersſein oder der Differenz, dem Daſein ſeiner Mo⸗ mente, die zweite und in ſeiner Rückkehr in ſich oder als Totalität die dritte Potenz genannt. — Hiergegen fällt ſogleich auf, daß die Potenz ſo gebraucht eine Kategorie iſt, die dem Quantum weſent⸗ lich angehört; — es iſt bei dieſen Potenzen nicht an die potentia, ob yauis des Ariſtoteles gedacht“ 403. „Unterſchiede, die dem Quan⸗ tum zukommen, ſind oberflächliche Beſtimmungen für den Begriff ſelbſt“ 403, 404 Glockner, Hegel-Lexikon 120 1905
Potenz, Potenzieren / Prädikat Yin „Wird der Potenzausdruck nur als Symbol gebraucht, fo tft dazu, wie zu aller Symbolik zu ſagen, daß die Philoſophie ſolcher Hilfe nicht bedarf“ 404 (O Quantität) Die Potenzbeſtimmung und das Maß 419, 422, 423, 429, 434 (. Maß) „Das eigentlich immanente Qualitative des Quantums iſt . . . nur die Potenz⸗Beſtimmung“ 419, 422, 423 (O Maß) 283, 286 (O analytiſch) In der Natur iſt „die eine Stufe die Macht der andern, und das iſt gegenfeitig; hierin liegt der wahre Sinn der Potenzen“ 698 (O Naturphiloſophie) 85 [P. St. 6, 159] (O Zeit) 19 Schellings Begriff der Potenz 665. „Jede beſtimmte Potenz be— zeichnet eine beſtimmte quantitative Differenz des Subjektiven und Objektiven« 669. Die Materie iſt die erſte Potenz 669, 670, das Licht die zweite 670, der Organismus die dritte 671. Die Triplizität der Potenzen 673 (O Schelling) Potidãa 18 Sokrates' Teilnahme an der langwierigen Belagerung von Po— tidäa 50 (O Sokrates) Prädikat (Eigenſchaft) 2 Die Prädikate Gottes 578 (O offenbare Religion) [3, 98; 4, 91, 92; 7, 348; 8, 100, 101, 111 f. Gott] Das Prädikat im Urteil 140 (O Urteil) Das Prädikat im Urteil 66, 67, 68, 69, 70, 71, 72 (f. Urteil) A. im Urteil des Daſeins 74, 75, und zwar im pofitiven Urteil 76, 79, im negativen Urteil 87, im unendlichen Urteil 91 B. im Urteil der Reflexion 91, 92, und zwar im partikularen Ur— teil 95, im univerſellen Urteil 99, 100 C. im Urteil der Notwendigkeit 101, und zwar im kategoriſchen Urteil 101, 102, im disjunktiven Urteil 105, 110 D. im Urteil des Vegriffs, und zwar im problematiſchen Urteil 114, 115, im apodiktiſchen Urteil 116 (f. Urteil) Kritik an der alten Metaphyſtik, die glaubte, „die Erkenntnis des Abſoluten könne in der Weiſe geſchehen, daß ihm Prädikate beigelegt werden“ 100 [P. St. 8, 38], 102 8, 103 g, 104 & (f. Logik) Suchen der natürlichen oder rationellen Theologie nach Prädikaten 1906 = 0 * 22 E
8 19 — D — A Prädikat / praktiſch Gottes 111 [P. St. 6, 41]. Zur Notwendigkeit ſolche Prädikate in den sensum eminentiorum zu treiben 112 [P. St. 6, 42] (ſ. natür⸗ liche Theologie) Das Prädikat im Urteil (f. Urteil) Prag Descartes' Teilnahme in der Schlacht bei Prag 333 (O Descartes) pragmatiſche Geſchichtsſchreibung ſ. Geſchichtsſchreibung praktiſch Zu Fichtes „praktiſchem Vermögen“ 93—121 (f. Fichte) Zu Jacobis praktiſcher Philoſophie 381385 (ſ. Jacobi) Stellung des Naturrechts in der praktiſchen Philoſophie 435—537 (ſ. Naturrecht) „Der praktiſche Geiſt“ 200, 215—223 (O Geiftesphiloſophie) § 173 „Der praktiſche Geiſt hat nicht nur Ideen, ſondern iſt die lebendige Idee ſelbſt“ 215 8 174 „Der praktiſche Geiſt heißt vornehmlich freier Wille“ 215 § 175 „Der Wille als der innerlich beſtimmende Begriff iſt we— ſentliche Tätigkeit und Handlung“ 215 § 176 Zur Tat, zur Handlung und zur Bedeutung der Schuld 216; 27, 28, 45, 46 (O Propädeutik) 8 177 a) Das praktiſche Gefühl 216 [6, 273276; 10, 366 ©, 367 bis 373] (f. Gefühl) 8 178 b) Der Trieb und die Begierde 216 8 179 c) Forderung der Erhebung des Geiſtes zur Allgemeinheit 217 § 180 Die Freiheit als die einzige Beſtimmung des Geiſtes 217. Sein Geſetz kann ein rechtliches, moraliſches oder politiſches ſein 217 I. „Das Recht“ 217-219 (f. Recht) II. „Die Moralität“ 219—221 (ſ. Moralität) III. „Der Staat“ 221—223 (f. Staat) Beziehung zwiſchen praktiſch und konkret 417 (O Verfaſſung) Über das praktiſche Verhalten zur Natur 35—36 g, 42 0 (ſ. Na⸗ turbetrachtung) ‚Das praktiſche Verhältnis“, der reale praktiſche Pro⸗ zeß als die zweite Form der Aſſimilation 622, 628—660 (j. Tier) 1907
1 1 0 — = 1 — praktiſch / Präſenz „Der praktiſche Geiſt“ 303 8, 304 8, 305-307 ©, 365 bis 381 [P. St. 6, 273—280] (f. Geiſt). „Das praktiſche Gefühl“ 366 C, 367373 [P. St. 6, 273—276] (. Gefühl) praktiſch — theoretiſch Wenn „die Wiſſenſchaft der Natur überhaupt der theoretiſche Teil, die Wiſſenſchaft der Intelligenz der praktiſche Teil der Philoſophie iſt: ſo hat zugleich jede wieder für ſich einen eigenen theoretiſchen und praktiſchen Teil“ 138 (O Fichte) In der praktiſchen Philoſophie „hat für den Begriff, oder an und für ſich ſelbſt, das Empiriſche abſolute Realität“; in der theoreti— ſchen Philoſophie „iſt das Wiſſen von demſelben nichts“ 288 (ſ. Glaube) „Als Wille verhält der Geiſt ſich praktiſch.“ Dies praktiſche Ver— halten iſt von dem theoretiſchen zu unterſcheiden 25, 34. Unter: ſcheidung des paſſiven oder theoretiſchen Bewußtſeins vom prak— tiſchen 25, 26, 34. Charakteriſtik des praktiſchen Vermögens 26. „Das theoretiſche Vermögen fängt von einem Dafeienden, Bor: handenen, Außerlichen an und macht es zu einer Vorſtellung. Das praktiſche hingegen fängt bei einer innerlichen Beſtimmung an. Dieſe heißt Entſchluß ...“ 38 (O Propädeutik) „Das Selbſtbewußtſein ſetzt ſich durch Negation des Andersſeins und iſt praktiſches Bewußtſein. Wenn alſo im eigentlichen Be— wußtſein, das auch das theoretifche genannt wird, die Beſtimmun— gen desſelben und des Gegenſtandes ſich an ſich ſelbſt veränderten, ſo geſchieht dies jetzt durch die Tätigkeit des Bewußtſeins ſelbſt und für dasſelbe“ 107 (ſ. Begierde) 47 (ſ. Kritizismus) „Der Unterſchied zwiſchen Denken und Willen iſt nur der zwiſchen dem theoretiſchen und praktiſchen. Verhalten, aber es ſind nicht etwa zwei Vermögen, ſondern der Wille iſt eine beſondere Weiſe des Denkens: das Denken als ſich überſetzend ins Dafein, als Trieb ſich Daſein zu geben“ 51. „Es geht gegen die Vorſtellung, daß beide getrennt ſind, denn man kann keinen Willen haben ohne Intelligenz“ 52 (O Rechtsphiloſophie) 6, 47] Präſenz Der Philoſophie iſt „in der Vergangenheit alles un verloren, denn die Idee iſt präſent, der Geiſt unſterblich, d. h. er iſt nicht vorbei 1908
Präſenz / Prieſter, Prieſterweihe 11 und iſt nicht noch nicht, ſondern iſt weſentlich itzt“ 120 (O Welt⸗ geſchichte) Prätor 11 386, 405 (O Römer) Praxiteles 13 437, 447 (O Skulptur) Predigt 8 Auch in Predigten wird heute oft „nur räſonierend zu Werke gegangen“ 287 (O Grund) [18, 24] 18 24 (O Sophiſten) Preſſefreiheit 427. „Preſſefreiheit definieren als die Freiheit, zu reden und zu ſchreiben, was man will, ſtehet dem parallel, wenn man die Frei— heit überhaupt als die Freiheit angibt, zu tun, was man will. — Solches Reden gehört der noch ganz ungebildeten Roheit und Oberflächlichkeit des Vorſtellens an“ 428, 429. Die „Unbeſtimm⸗ barkeit des Stoffes und der Form läßt die Geſetze darüber die— jenige Beſtimmtheit nicht erreichen, welche vom Geſetz gefordert wird, und macht das Urteil, indem Vergehen, Unrecht, Verletzung hier die beſonderſte ſubjektiveſte Geftalt haben, gleichfalls zu einer ganz ſubjektiven Entſcheidung“ 428, 429, 430 (ſ. Verfaſſung) Preußen 6 469 (O Württemberg) 11 Entwicklung Preußens zu einer ſelbſtändigen Macht, die mit dem Proteſtantismus neu entſtehen mußte 547. Friedrich der Große, der Siebenjährige Krieg 547 (O Reformation) 17 „Der preußiſche Staat iſt es dann näher, der auf Intelligenz ge⸗ baut iſt“ 20 Fußn. (O Philoſophiegeſchichte) Prevorſt 8 27 (O Syſtem) Prieſter, Prieſterweihe (Geiſtlichkeit) 2 Kampf der Aufklärung gegen die Prieſterſchaft 416, 417, 423 (ſ. Aufklärung) 3 „In der katholiſchen Kirche iſt die Gemeinde in ſich getrennt als Prieſter und Laien. Jene ſind die Bevollmächtigten und üben Ge⸗ 2 1909
1 1 1 i 1 1 1 1 = oO — 5 7 S O — a 1 V Prieſter, Prieſterweihe / Prinzip walt aus“ 226, 227. „Bei den Proteſtanten ſind die Prieſter nur Lehrer. Alle ſind in der Gemeinde vor Gott als dem gegenwär— tigen Geiſt der Gemeinde gleich“ 227 (O Religion) [15, 259] Kritik an der Trennung in Prieſter- und Laienſtand 436 8, 4378 (O katholiſche Kirche) 19, 146, 147] Kritik am Prieſterſtand und der Prieſterweihe 484, 485 (O Kirche) Nach Luther gibt es „keinen Unterſchied mehr zwiſchen Prieſter und Laien“. „Es iſt das Herz, die empfindende Geiſtigkeit des Menſchen, die in den Beſitz der Wahrheit kommen kann und kom— men ſoll, und dieſe Subjektivität iſt die aller Menſchen“ 523 (O Reformation) [19, 254, 257] 234 (O Glaube), 259 (O Religion), 304, 318 (O Zauberei). Der Prieſter bei den Agyptern 462, 463 (O ägyptiſche Religion) Zur „abſurden Vorſtellung, daß Prieſter dem Volke zum Betrug und Eigennutz eine Religion überhaupt gedichtet haben“ 94 (O Philoſophie) [15, 304] 9 (O Sophiſten), 97 (O Sokrates) 146, 147 (O ſcholaſtiſche Philoſophie), 254, 257 (O Reformation) Prinzip „Prinzipeiner Philoſophie in der Formeines abſoluten Grundſatzes“ 60-66 (f. Fichte) Charakteriſtik der Beſonderheit als „weſentlich Prinzip“ 43. Jeder beſtimmte Begriff iſt leer, „inſoſern feine Beſtimmtheit nicht das Prinzip ſeiner Unterſchiede iſt; das Prinzip enthält den Anfang und das Weſen ſeiner Entwickelung und Realiſation“ 48 (O Begriſſ) „Prinzipien als ſolche ſind nur abſtrakte Gedanken, die ihre Wahrheit erſt in der Entwickelung haben, in ihrer Abſtraktion feſtgehalten ſind ſie das ganz unwahre“ 260 (O Religion) „Die Prinzipe ſind erhalten, die neueſte Philoſophie iſt das Neſultat aller vorhergehenden Prinzipe; ſo iſt keine Philoſophie widerlegt worden. Was widerlegt worden, iſt nicht das Prinzip dieſer Philoſophie, ſondern nur dies, daß dies Prinzip das Letzte, die abſolute Beſtimmung ſei“ 66, 67. „Das Prinzip iſt nicht ver⸗ gangen; wir ſollen ſelbſt darin präſent fein“ 69 (O Philoſophie⸗ geſchichte) 79 (O Philo ſophiegeſchichte) 1910
9 — 2 1 11 D 15 19 Prisma / Privatrecht Prisma Gründe für die trübende Wirkung des Prismas 328 . Charafteriſtik feiner Wirkungsweiſe in der Goetheſchen Darſtellung 329 8, 335 0 (O Farbe), 339 8, 345 8, 346 8, 347 (O Farbenlehre). Zur doppelten Strahlenbrechung im Prisma 3338 (O Farbe). Newtons Auffaſſung von der Wirkſamkeit des Prismas 338 2. Seine trübende Wirkung wird völlig überſehen 340 8 (O Farben⸗ lehre) Privateigentum ſ. Eigentum Privatrecht (Recht, römiſches Recht) Ausbildung des Privatrechts zuſammen mit dem Herabſinken eines Volkes in das Privatleben 497, 498. Kritik an dem Über— wuchern des Prinzips und Syſtems des bürgerlichen Rechts, wel— ches auf Beſitz und Eigentum geht 524, 488, 498 (f. Naturrecht) Römiſches Privatrecht 43, 44 (O Rechtsphiloſophie). Das Privatrecht wie das Privatwohl dürfen nicht als an und für ſich gegen das Allgemeine des Staates geltend gemacht werden 185 (O Ab— fit) Verhältnis zwiſchen dem Staat und den Sphären des Privatrechts und Privatwohls 339 (ſ. Staatsrecht) 83 © (O Italien) Entwicklung des Privatrechts in der römiſchen Kaiſerzeit 407. „Das Privatrecht nämlich iſt dies, daß die Perſon als ſolche gilt, in der Realität, welche fte ſich gibt, — im Eigentum. Der leben— dige Staatskörper und die römiſche Geſinnung, die als Seele in ihm lebte, iſt nun auf die Vereinzelung des toten Privatrechts zurückgebracht“ 407, 408 (O Römer). Die Individuen ſind als Atome geſetzt 411, 407. „Dieſer Zuſtand des Recht- iſt vollendete Rechtloſigkeit“, denn die Individuen ſtehen zugleich „unter der harten Herrſchaft des Einen, welche als monas monadum die Macht über die Privatperſonen if „411 (O Chriſtentum) Das Privatrecht bei den Germanen 450, 451 (0 Völkerwanderung) Die Engländer ſind „im Privatrecht, in Freiheit des Eigentums auf unglaubliche Weiſe zurück“ 566 (O England) Beziehung des Privatrechts zum Allgemeinen 393, 394 (O indiſche Religion) Zur Zeit der Neuplatoniker hat ſich die Welt in ihrer Exiſtenz in zwei Teile geteilt, „einerfeits die Atome, die Privatleute und 1911
1 2 11 1 E 2 n e Privatrecht / Produktion andererſeits ein äußerliches Band derſelben“, der Kaiſer. „Es iſt die Zeit der Ausbildung des Privatrechts, des Rechts, was ſich auf das Eigentum der einzelnen Perſon bezieht“ 5 (O Neuplato⸗ niker) Privilegien Die Privilegien als Rechte eines in eine Korporation gefaßten Zweigs der bürgerlichen Geſellſchaft 423 (O Korporation) 451 (O Völkerwanderung) οοοοπν 244 (O chriſtliche Religion) Probabilismus Der Probabilismus „macht zum Prinzip, daß eine Handlung, für die das Bewußtſein irgend einen guten Grund aufzutreiben weiß, es ſei auch nur die Autorität eines Theologen, und wenn es auch andere Theologen von deſſen Urteil noch ſo ſehr abweichend weiß, erlaubt iſt, und daß das Gewiſſen darüber ſicher ſein kann“ 207, 221 (vgl. 180, 185, 191, 192). Es entſcheidet hier die Sub⸗ jektivität 208, 221. Da dies aber nicht zugegeben wird, ſondern ein Grund als das Entſcheidende ausgegeben wird, ſo iſt der Probabilismus eine Geſtalt der Heuchelei 208 (O Gewiſſen) Die Heuchelei des Probabilismus enthält dies, „daß man eine Übertretung als etwas Gutes für das eigene Gewiſſen vorſtellig zu machen ſucht. Sie kann nur eintreten, wo das Moraliſche und Gute durch eine Autorität beſtimmt ift, fo daß es ebenſoviel Auto— ritäten als Gründe gibt, das Böſe als Gutes zu behaupten“ 221, 222 problematiſch Das problematiſche Urteil 154, 155, 182 (ſ. Urteil) Das problematiſche Urteil 111, 113, 114—116 (f. Urteil) 8 Das problematiſche Urteil 3818 (ſ. Urteil) 18 ES} Prodikos von Julis Prodikos in Platons Protagoras 13. Sokrates ſchreibt Prodikos, ſeinem Lehrer, den Mythus von Herkules am Scheideweg zu 28 (O Sophiſten), 50 (0 Sokrates) Produktion Nachahmungen geiſtiger Produktionen 124 (f. Eigentum) 1912
Produktion / Proklos 12 Zur künſtleriſchen Produktion 51, 53, 57 (ſ. Aunftwerk), 377—400 (ſ. Künſtler) Profeſſor 18 Gegenüberſtellung der Sophiſten und unſern „gelehrten Profefforen“ 5, 6 (O Sophiſten) Zur Grenze ſeiner Lehrfreiheit 111, 112 (O Sokrates) 19 251 Profil (Geſicht) 13 Das „griechiſche Profil“ 386—400 (f. Geſicht). Es liegt in der ſpezifiſchen Verbindung der Stirne und Naſe 386. Zum rechten Winkel zwiſchen der Stirn-Naſenlinie und der Naſenwurzel-Ohr— kanallinie 387, 389, 400. Camper und Blumenbach hierüber 387. Die beiden Linien bieten eine ſehr bezeichnende Unterſcheidung des menſchlichen und tieriſchen Ausſehens 387. Verhältnis zwi: ſchen Naſe und Stirn im griechiſchen Profil 390 (O Skulptur) Progreß, unendlicher ſ. unendlicher Progreß Proklos 11 Proklos' Angabe eines Zuſatzes zur Inſchrift der Göttin zu Sais 291 (O Agypten) 17 144 (O Philoſophiegeſchichte) 18 Proklos' Stellung zu Platons Parmenides 244 (O Plato) 19 Proklos' Kommentare zu Platons Dialoge 36 (O Ammonios Sak— kas) „Proklos“ 71-92 (O alexandriniſche Philoſophie). Geburt, Leben und Tod dieſes ſpäteren Neuplatonikers 71. Marinus' Be⸗ ſchreibung ſeines Lebens erzählt viele Wunder 71, 72. Proklos' Aufenthalt in Alexandrien, dann in Athen 71. Sein Studium alles deſſen, „was zu den Myſterien gehört, die orphiſchen Ge⸗ dichte, die Schriften des Hermes, und die religiöſen Anſtalten jeder Art“ 71, 72, 73. MvorHorovheißt aber bei den Alexandrinern „überhaupt ſpekulative Philoſophie“ 72. Proklos' Hymnen auf Gottheiten. Über Orpheus und die orphiſchen und chaldäiſchen Orakel 72 Die Schriften des Proklos ſind teils mathematiſch, teils philoſophiſch; letztere ſind beſonders Kommentare zu Platons Dialoge 73, 74, 36. Couſin hat ſie am vollſtändigſten beſorgt 73. Proklos' 1913
Proklos 19 Buch über die platoniſche Theologie 73, 74. Seine philoſophiſchen Elemente hat Creuzer neu abgedruckt 73, 77 Die Hauptideen von Proklos' Philoſophie ergeben ſich leicht aus feiner platoniſchen Theologie 73. Er hat die platoniſche Dialektik gründlich ſtudiert und er beſchäftigt ſich in dieſer Schrift ſcharf— ſinnig und weitläufig mit der Dialektik des Einen 73, 76, 77, 78 Zu Platons Parmenides 74, 76. Er fand in ihm „die Natur des abſoluten Weſens“ erkannt 74. Proklos' Interpretation der platoniſchen Begriffe, beſonders der Vielheit und Einheit 74, 75 „Proklos fängt von der Einheit an“ 75, 77, 79, 81, geht dann zur Selbſtentzweiung fort, die er als „ein Hervorgehen (19G oò os) beſtimmt 75, 76, 77, 78. Wichtig iſt ſeine Deutung der Produktion im platoniſchen Parmenides 76, 77. Die „platoniſche Dialektik gewinnt für Proklos eine poſitive Bedeutung“ 77, 76. „Die Ein— heit geht heraus aus ſich durch die Überfülle der Möglichkeit (das iſt ariſtoteliſch); und dieſe überfließende Möglichkeit iſt die Wirk— lichkeit überhaupt“ 77. Verhältnis des Vielen zum Einen 78. Über die Henaden 78 „Ausgezeichnet iſt die nähere Beſtimmung der Idee in ihren drei Formen, — die Trinität (79¼48)“ 78. Würdigung dieſer „realen Trinität“. Es ſind „drei Beſtimmungen, die die Totalität aus— machen, aber ſo, daß jede wieder als in ſich erfüllt und konkret zu betrachten iſt“ 79. „Dies beſtimmt ſich nun ſo: Die abſolute Ein— heit, die ſich vervielfältigt in viele Eins, hat damit die Vielheit, wie ſie an dieſem Eins iſt, erzeugt. Vielheit, der Begriff, nicht Viele, iſt ſelbſt Einheit; ſie iſt die Zweiheit überhaupt, oder die Beſtimmtheit, welcher die Unbeſtimmtheit gegenüberſteht. Das Dritte iſt nun ein Ganzes, die Einheit des Beſtimmten und Unbe— ſtimmten oder Gemiſchtes; erſt das Seiende, Subſtantielle, Eins⸗ Vieles (Ev noAid). An diefem wahrhaft Exiſtierenden iſt die Schönheit, Wahrheit und die Symmetrie“ 79, 81, 87. „Das wahrhaft Exiſtierende, aus ſich ſelbſt herausgehend, iſt das Leben“ 79. Hieraus quillt der Verſtand, und aus dieſem die Seele 80, 84 a) Der Mangel an dieſem Hervorgehen iſt das Fehlen der Not— wendigkeit des Begriffs 80 6) Proklus unterſcheidet fi darin von Plotin, „daß er nicht das aus der Einheit unmittelbar Hervorgehende Verſtand nennt“. „Proklus iſt logiſcher, er folgt Platon genauer und hat ein reineres ausgebildeteres Unterſcheiden der Momente“ 80. Den 059 1914
Proklos 19 erkennt er als das Dritte, als das Umkehrende 80. Er macht nicht das Sein zum Prinzip, ſondern die Einheit 80, 81 Drei Sphären bilden die rords. Ihre drei Momente find das Eine, das Unendliche und die Grenze 81. „Dies ſind die abſtrakten Momente, die in ſeiner platoniſchen Theologie ausgeführt ſind“ 81. Das Erſte, Gott, iſt die abſolute Einheit 81, 75, 77, 79, 86. Ihre erſte Produktion find die vielen Eins (Henaden) 81, 79, 86, Götter 81, 82. „Die Dinge ſelbſt ſind in ihrer ſynthetiſchen Natur Ganze .. ., unähnlich der erſten Einheit, und können nicht un— mittelbar mit ihr vereinigt ſein“ 82, 86. „Das Dritte iſt die Grenze, welche dieſe Henaden zuſammenhält und ihre Einheit mit der abſoluten Henade ausmacht; die Grenze ſetzt die Vielen und das Eine ſelbſt als Eines“ 82, 86 Proklus nimmt die Grenze, das Unendliche und das Gemiſchte aus Platons Philebus auf 82 Von jener erſten Grenze haben die Dinge Einung, Ganzheit und Gemeinſchaft«. Die erſte Unendlichkeit aber gibt »alle Trennung und Fruchtbarkeit« 82, 83. „Aus dieſen beiden Prinzipien hat alles ſeinen Fortgang bis zum Hervortreten ins Sein“ 83 „Die Hauptſache find aber die Grundbeſtimmungen des gas, Äneıov und uurrov“ 83, 86, 87 (.. u.). Sie find „als Elemente eines Ganzen“ zu betrachten, „welches die rords iſt, aber fo, daß jedes der einzelnen Drei ſelbſt eine ſolche ganze 798 iſt, aber unter einer dieſer beſonderen Formen, — Eine Dreieinigkeit und drei Dreieinigkeiten“ 84, 87 »Das erſte Sein (H momrens Öv) iſt das Gemiſchtes. Es iſt das „Erſte alles Seienden“ 84, 86, „abſolutes Sein. oν 84, 85, das zweite iſt das „Leben“ 84, 85, 88 und das dritte iſt der „Geiſt“ 84, 79, 89 (ſ. u.). „Hierhin bringt Proklus nun die Formen der alten Mythologie“, die Götter 84, die 5 84, 85. Das dritte, der Geiſt, der Verſtand, „die Grenze“, biegt das Leben wieder zu den Prinzipien zurück 85, 90. Seine dreierlei Formen 85, 86, 91 Das Gemiſchte ift das vierte Moment, iſt „Einheit des neger und eon, iſt Subſtanz 86, 87. „Alles iſt Dreieinigkeit; jenes ſind die drei Momente der abſtrakten Dreieinigkeit, in ihr iſt alles an ſich enthalten“ 87, 90 a) „Dies iſt nun die erſte Trias alles Gedachten: Die Grenze, das Unendliche und das Gemiſchte« 87, 84, 86, 90. Es iſt „der erſte Diakosmos“ 87. Die obo 87, 88, das nögas 87 und das Unend⸗ 1915
Proklos / Prometheus 19 liche 87, 88. Vergleich mit der zweiten Trias 89, mit der dritten 1 1 1 1 3 8 1 —— Trias 90 b) „Die zweite Ordnung iſt im Ganzen das Leben, und ſeine Spitze iſt der „ode“ 88, 88 —89, 84, 85, 90. Dieſe mittlere Einheit erzeugt das mittlere Sein 89. Die Grundlage ift die odola, das zweite iſt die ö vyvaν˖. „und die Einheit dieſer beiden iſt das Leben“ 89. Vergleich mit der erſten Trias 89, mit der dritten Trias 90 c) Die dritte Ordnung (Subſtanz) ſtellt den gedachten »oßs um ſich herum, iſt der voös ſelbſt 89, 90, die abſolute Grenze 90. Vergleich mit der erſten und zweiten Trias 90. Sie „kehrt die intelligible Grenze zum Anfang, und dreht die Ordnung in ſich ſelbſt zurück; denn der Verſtand iſt das Zurücklenken und das dem Gedachten (der Einheit) gemäß Machen“ 90, 85 Rückblick auf die „drei Dreieinigkeiten“ 90. Charakteriſtik des Dreifachen vods 91, 85. Verbindung der drei Dreieinigkeiten mit drei Göttern. Die Drei machen dann den „abſoluten konkreten Gott“ aus 91, 92 Zur Theurgie, die bei den Neuplatonikern und bei Proklus oft vorkommt 92, 71 „Nachfolger des Proklus“ 93—95 (f. alexandriniſche Philoſophie) Zitate und Verweiſe auf Ploklos' Werk in den Fußnoten 76, 77, 79, 80, 82, 83, 84, 85, 86, 88, 89, 90, 91, 92 (Of. o.) 99 (O mittelalterliche Philoſophie), 101, 115 (0 Chriſtentum), 124 (O arabiſche Philoſophie), 160 (O Erigena), 188, 188 Fußn. (O Decam), 216 (0 Fieinus), 229, 237, 238, 241 (O Bruno), 307 (O Böhme) Prokne 32, 33 (O Ovid) o % Die Antizipationen (7 ο⁰ t) in der Kanonik Epikurs 478, 479, 482 (ſ. Epikur) Prometheus Prometheus, der gelehrt hat das Feuer zu erzeugen und von dem⸗ ſelben Gebrauch zu machen 301 (O Griechen) 28, 29 (O klaſſiſ che Kunſtform). Prometheus iſt ein Titan eigener Art, denn als Bringer des Feuers iſt er zugleich Wohltäter der 1916
13 16 18 13 Prometheus / Propädeutik Menſchen 46, 47. Plato über die Stellung des Prometheus 46, 47. Nach ihm „entwendet Prometheus des Hephäſtos und der Athene gemeinſame Weisheit mit dem Feuer“ 47, die Feuerkunſt und die Webkunſt 48. Beide Künſte befriedigen die nächſten Be⸗ dürfniſſe und eben weil Prometheus nichts Geiſtigeres und Sitt⸗ licheres dem Menſchen zuzuteilen im Falle war, gehört er auch nicht dem Geſchlecht der neuen Götter an, ſondern der Titanen 48 16, 108]. Seine Beſtrafung im Sturz der Titanen 54. Sein Er⸗ haltenbleiben auch in der Zeit der neuen Götter 58. Seine Be⸗ freiung durch Herkules 59 (O griechiſche Götter) Prometheus iſt Naturmacht und Wohltäter der Menſchen 106, 107. Er hat die Menſchen auch gelehrt, „das Fleiſch ſelbſt zu eſſen und dem Jupiter nur Haut und Knochen zu laſſen“ 107. Deutung der Leiden des an den Kaukaſus geſchmiedeten Prometheus 107, 108 (O griechiſche Religion), 109 16 (O Sophiſten) ro vα/õs 320 (O Tempel) ro 19 Io oòù Os, das Hervorgehen bei Plotin 57, 64 (ſ. Plotin), bei Pro⸗ klos 75, 77, 80 (ſ. Proklos) Propädeutik „Philoſophiſche Propädeutik (1809/11)” 1—227 Erſter Kurſus. Unterklaſſe. „Rechts-, Pflichten⸗ und Religions⸗Lehre“ 25—98, 303-305 „Einleitung“ 25—28 § 1 Der Gegenſtand dieſer Lehre iſt der menſchliche Wille. Ver⸗ hältnis des beſonderen zum allgemeinen Willen und Unterſchei⸗ dung des praktiſchen und theoretiſchen Verhaltens 25, 34 8 2 Über das Bewußtſein. Unterſcheidung der ſinnlichen und intelligiblen Welt 25. „Die rechtlichen, ſittlichen und religiöſen Be⸗ griffe gehören zur letzteren“ 25 § 3 Unterſcheidung des theoretiſchen oder paſſiven Bewußtſeins vom praktiſchen 25, 26 8 4 Charakteriſtik des praktiſchen Vermögens, des Handelns 26 8 5 Unterſcheidung des Triebs vom eigentlichen. Willen 26. Der Trieb iſt niederes Begehrungsvermögen 26. Verhältnis der Re⸗ flexion zum Trieb 26, 40, 41 1917
Propädeutik 8 6 Charakteriſtik des höheren Begehrungsvermögens 27, 41 § 7 Charakteriſtik der abſtrakten Freiheit des Willens 27. Von außen Kommendes muß der Wille zu dem Seinigen machen 27, 28, 38, 45 8 8 Über die Schuld 27, 45 8 9 Unterſcheidung von Tat und Handlung 27, 28, 38 § 10 Über den „freien Willen“, der „allgemeiner“ Wille ift 28 § 11 Wille und Willkür 28, 47 § 12 Charakteriſtik des Willens, der wahrhaft und abfolut frei iſt 28 „Erläuterungen zur Einleitung“ 29—54 8 1 Charakteriſtik des Abſtrahierens, des abſtrakten Objekts und der abſtrakten Vorſtellung, des konkreten Gegenſtandes und des bloßen Dinges 29. Unterſcheidung der äußerlichen ſinnlichen und der innerlichen ſinnlichen Wahrnehmung 29, 30. Über die An— ſchauung, die vermittelte Vorſtellung 30 § 2 Über den Unterſchied von Erfahrung und Wahrnehmung 30. Können wir nicht ſelbſt die Erfahrung machen, ſo muß man ſich auf die Autorität andrer verlaſſen 31. Wie etwas ſein ſoll aber „geht nur aus dem Weſen oder dem Begriff der Sache hervor“ 31, 32 Außerliche Erfahrung ſchöpfen wir aus dem Weltlauf 32. Inner— liche Erfahrung über das Rechte, Gute und Neligiöfe gibt uns der Ausſchlag unſeres Gemüts oder Gefühls 32, 33 (f. Gefühl). „Das Objektive oder das Allgemeine iſt das Verſtändige oder der Be— griff“ 33 53 Vom Bewußtſein des Bewußtſeins 33. Die äußeren und in— neren Gegenſtände des Bewußtſeins 34 8 4 Über das theoretiſche und praktiſche Bewußtſein 34, 25, 26. Die Tätigkeit im Empfangen des theoretiſchen Bewußtſeins iſt die Aufmerkſamkeit 34 $ 5 Über die Einbildungskraft 35 (f. a. Einbildungskraft). Ihr ausgedehntes Werk iſt die Sprache 35. Zur Buchſtaben- und Hieroglyphenſchrift 35 § 6 Vergleichende Betrachtung des Vorſtellens und Denkens 35, 36 (ſ. Denken, f. Vorſtellung), 37. Denken und Kauſalität 36, 37 87 Über die Beſtimmungen, die Formen des Geiſtes 37, 38. Beim theoretiſchen Vermögen liegt „nur die Form im Beſtimmen des Geiſtes“, „hingegen beim praktiſchen kommt der Inhalt auch vom 1918
Propädeutik 3 Geiſt her“ 38. Fremde Beſtimmungen müſſen aufhören fremde zu ſein, „inſofern ich ſie will“ 38, 27, 28, 45 S 8 Über das praktiſche Vermögen, feinen Entſchluß und fein Übergehen ins Handeln 38, 26 8 9 Charakteriſtik des Handelns als „Vereinigung des Inneren und Äußeren” 38 und als „ein Aufheben vom Außerlichen“ 39 8 10 Zum praktiſchen Verhalten des Tieres; Unterſcheidung zwi— ſchen Inſtinkt, Trieb, Begierde 39. Der Trieb 39, 40 (ſ. Trieb) S 11 Verhältnis von Reflexion und Trieb 40—42. In der Re⸗ flexion „iſt“ der Geiſt „in ſich gegangen“ 41. Die Reflexion auf die Beſchränkung „iſt ſchon ein erſter Schritt über ſie hinaus“ 41. Die Reflexion vergleicht die Triebe und fo fängt „in der Re— flexion der Übergang an von dem niedrigen Begehrungsvermögen zum höheren“ 41, 42, 26, 27 § 12 Charakteriſtik der relativen Reflexion, die über etwas End— liches nicht hinauskommt, ſich über dieſe ganze Sphäre der Triebe nicht erhebt 42. Charakteriſtik dem gegenüber einer „praktiſchen abſoluten Reflexion“ 42. Sie iſt „reine Beziehung auf mich ſelbſt“, „Ich, die Wurzel des unendlichen Weſens ſelbſt“ 43 (ſ. Ich) § 13 Übergang des rein unbeſtimmten Ichs zur Beſtimmtheit 43 § 14 Zur Willensfreiheit, wovon alle andern Freiheiten bloß Arten find 43, 44 (f. Freiheit). „Religionsfreiheit“, „politiſche Freiheit“ 44 § 15 Für den Willen gilt das Kauſalitätsverhältnis nicht 44. „Die Umſtände verhalten ſich nicht als Urſachen und mein Wille nicht als Wirkung derſelben“ 44, 45 8 16 „Einem Menſchen die Schuld einer Handlung beimeſſen, heißt ſie ihm imputieren oder zurechnen“ 45 § 17 Über die Tat in den Darſtellungen der Alten und die Hand⸗ lung in unſerem Begriff 45, 46 § 18 Beziehung zwiſchen dem allgemeinen Willen und dem Ge⸗ ſetz 46. „Die Beſonderheit oder Einzelheit des Menſchen ſteht der Allgemeinheit des Willens nicht im Wege, ſondern iſt ihr unter⸗ geordnet“ 46 § 19 Zur Willkür als der formellen Freiheit 47, 48, 28. 1. Der Wille, der etwas will, bleibt nicht in Gleichheit mit ſich ſelbſt 47. 2. „Aber ich verhalte mich der Form nach darin auch in Gleichheit mit mir ſelbſt oder frei, weil ich, indem ich ſo beſtimmt bin, mich zugleich als etwas Fremdes anſehe .. .“ 47, 48 1919
= Propädeutik 8 20 Unterſcheidung des abſolut freien Willens vom relativ freien oder der Willkür 48, des „reinen Willens“ von der Willkür 49. Die Begierde, der Eigenſinn 48 § 21 „Der Grundſatz des Willens iſt . .., daß feine Freiheit zu— ſtande komme und erhalten werde“ 49 8 22 Stellung des Rechts zum Menſchen als einem freien Weſen 49, 50 (ſ. Recht) § 23 Gegenüberſtellung von Moral und Recht 50, 51 (ſ. Moral). Notwendigkeit der Einſicht, ob eine Handlung recht oder unrecht, gut oder böſe ſei 51. Gegenüberftellung der eigenen Überzeugung dem bloßen Glauben auf die Autorität anderer 51, 31. Zur moraliſchen Seite des Gehorſams 51, 52 (ſ. Gehorſam). Das Verhält⸗ nis von Geſinnung und Moral 52. Bedeutung der Strafe und der Folgen der Handlung für die Handlung ſelbſt 52. Verhältnis des Menſchen zum Menſchen nach dem Recht und nach der Moral 52, 53. Glück, Wohl, Vergnügen, Glückſeligkeit, Seligkeit 53 § 25 Zur Unvollkommenheit des moraliſchen Willens 53, 54 Erſter Abſchnitt. „Rechtslehre“ 55—75 (ſ. Rechts⸗ lehre) Zweiter Abſchnitt. „Pflichtenlehre oder Mo— ral“ 75—96 (ſ. Moral) Dritter Abſchnitt. „Religionslehre“ 96-98 (f. Re⸗ ligionslehre) Sweiter Kurſus. Mittelklaſſe. „Phänomenologie des Geiſtes und Logik“ 99—142 Erſte Abteilung. „Phänomenologie des Gei— ſtes, oder Wiſſenſchaft des Bewußtſeins“ 101 bis 112 (ſ. Bewußtſein) Zweite Abteilung. „Logik“ 113—142 (f. Logik) Dritter Kurſus. Oberklaſſe. „Begriffslehre und philoſophiſche Enzyklopädie“ 143—227 Erſte Abteilung. „Begriffs lehre“ 145168 (ſ. Be⸗ griff) Zweite Abteilung. „Philoſophiſche Enzyklo— pädie“ 168—227 (ſ. Enzyklopädie) „Gymnaſialreden“ 229—297 (f. Gymnaſialreden) „Amtliche Gutachten über den Philoſophie⸗ Unterricht“ 299—335 (f. Philoſophieunterricht) 1920
Prophet / Proſa Prophet (Bibel) 6 464 (f. Bibelſtellen) 11 Die Propheten über den großen Handel und die Sittenloſigkeit in Babylon 249 (O Perſien), 257 (O Syrien) 252 (O Perſien), 258 (O Syrien), 412 (O Chriſtentum) 12 376 (O Kunſtſchönes) 14 Fortgang der Propheten zur „paränetiſchen Lyrik“ 458, 457 O lyriſche Poeſie) 15 233 (O Glaube) 16 82 (O jüdiſche Religion). Chriftus als Prophet 293 (O chriſtliche Religion) prophezeien Kritik an jeglichem „prophetiſchen Reden“ in der Philoſophie 17, 46 (O Phänomenologie) 10 185 8, 186 8 (ſ. Viſion) o Proportion „Ein nach einem logiſch gebildeten Urteile fortſchreitender Unter⸗ richt handelt die Lehre von den Potenzen vor der Lehre über die Proportionen ab“ 254, 255 (O Rechnungsarten) * ar rνονσ 13 284 (O ägyptiſche Architektur) Proſa 11 Bei den Römern „tritt die Proſa des Lebens ein, das Bewußtſein der Endlichkeit für ſich, die Abſtraktion des Verſtandes und die Härte der Perſönlichkeit“ 373. Die „äußerſte Proſa des Geiſtes finden wir in der etruskiſchen Kunſt“ 373. „Wir ſehen ſie dann weiter in der Ausbildung des römiſchen Rechts und in der römi— ſchen Religion“ 373 (O Römer) 12 296 (O Handlung). Zum „proſaiſchen“ Verhältnis zwiſchen den Göttern und dem handelnden Individuum, in welchem „der Gott befiehlt, und der Menſch nur zu gehorchen hat“ 306 (O Indivi⸗ duum). „Die proſaiſche Betrachtung der gegenſtändlichen Welt Glockner, Hegel-Lexikon 121 1921
Proſa / Proſerpina 1 d macht ſich erſt geltend, wenn der Menſch in fi) als geiftiges Selbſt⸗ bewußtſein ſich von der Unmittelbarkeit freigekämpft hat, und der: ſelben in dieſer Freiheit, in welcher er die Objektivität als eine bloße Außerlichkeit verſtändig aufnimmt, gegenüberſteht“ 425 (O ſymboliſche Kunſtform). Zur Geſchichtsſchreibung iſt „proſaiſche Beſonnenheit“ notwendig 447 (O indiſche Kunſt) Proſa der bewußten Symbolik 505 (ſ. ſymboliſche Kunſtform) Bemerkung, „daß ſich weniger proſaiſcher und poetiſcher Stil überhaupt, als vielmehr antiker und moderner Stil durch das Übergewicht des eigentlichen und metaphoriſchen Ausdrucks unterſcheiden“ 539 (O Metapher) 14 Abſcheidung der poetiſchen Vorſtellung von der proſaiſchen 234 „Das poetiſche Kunſtwerk im Unterſchiede des proſaiſchen“ 235, 236—273. 1. „Die poetiſche und proſaiſche Auffaſſung“ 237—246. 2. „Das poetiſche und proſaiſche Kunſt— werk“ 246—270 (ſ. Poeſie). Das Proſaiſche einer hiſtoriſchen Zeit 257—259 und die Stellung des Geſchichtsſchreibers dazu 259—260 (J. Geſchichtsſchreibung) 15 Charakteriſtit unſerer proſaiſchen Weltanſicht im Vergleich mit der indiſchen 357, 358. „Erſt wenn die Proſa, das Denken alle Verhältniſſe durchdrungen hat, daß der Menſch überall abſtrakt denkend ſich verhält, ſpricht er von äußerlichen Dingen“ 358 (O indiſche Religion) 16 Im Gegenſatz zum Orient und dem griechiſchen Leben iſt die jü⸗ diſche Welt „proſaiſch, weſentlich als eine Sammlung von Dingen vorhanden“ 58 (O jüdiſche Religion). Charakteriſtik des Proſa⸗ iſchen der Römer 165—175 (ſ. römiſche Religion) Mit Anaxagoras „tritt Gegenſatz der Proſa des Verſtandes gegen poetiſch religiöſe Anſicht ein“ 404, 405. Die Natur wird entgöttert 405. Aber der Verluſt der poetiſchen Anſicht iſt nicht zu beklagen 405 (ſ. Anaxagoras) Proſerpina (Perſephone) 209 (O Einbildungskraft) 324 (O Myſterien) 1 21 E 1 1 2 — Deutung der Mythe von der Proſerpina 87, 88 (O griechiſche Götter). 423 1922
18 13 18 4s rı / Protagoras 10G r. 406 (O Ariſtoteles) Proſtylos 321 (O Tempel) Protagoras 192 0 (O Dialektik) 404 (O Anaxagoras) Zu Platons Protagoras 12—20 (. Sophiſten). Protagoras führte den Namen Sophiſt ein 14, 28. Sextus Empirikus iſt eine Quelle fiir Protagoras 28 (O Sophiſten) „Protagoras“ 28—35 (O Sophiſten). Sein Leben, ſein Auf— treten als öffentlicher Lehrer 28. Verhältnis zu Perikles 29. Gründe feiner Verbannung aus Athen 29, 30 Seine Philoſophie: Der Hauptſatz ſeines Wiſſens lautet: Von allen Dingen iſt das Maß der Menſch; von dem, was iſt, daß es iſt, — von dem, was nicht iſt, daß es nicht iſt 30. Zweideutigkeit dieſes Satzes, indem „der zufällige Menſch, das Maß ſein kann“ oder aber auch „ſeine allgemeine Subſtantialität das abſolute Maß“ 30, 31. Fortbildung und nähere Beſtimmung dieſes Satzes bei Sokrates und Plato 3] Mit dem Satze des Protagoras iſt das Denten als weſentliches Moment ausgeſprochen 31. Vergleich mit Kant, der ſagt, „daß wir nur Erſcheinungen kennen“ 31, 34. Wichtigteit des anderen Ro: ments, daß „das Subjekt das Tätige, Beſtimmende iſt, den Inhalt hervorbringt“ 31 Weitere Ausführung durch Protagoras ſelbſt 32. Alles iſt nur relativ, iſt nur, was es iſt, in ſeiner Beziehung aufs Bewußtſein 32, 33, 34. Seine triviale Darſtellung folder Relativität 32. Bei. ſpiele 32 Kritik an Protagoras 33, 34, 35 Im Protagoras iſt „die Reflexion auf das Bewußtſein zum Be— wußtſein gekommen“ 34. „Das entwickelte Allgemeine hat das Moment des negativen Sein-für-Anderes an ihm: dies Moment tritt hier hervor, und iſt notwendig zu behaupten“ 35 (O So phiſten) 1923
1 18 1 15 1 1 1 -1 — 2 — "1 0 — O Protagoras / Proteſtantismus Vergleich der Dialektik des Horgias mit der des Protagoras 36 (O Gorgias). Rückblick auf Protagoras 43, 44, 104 (O Sokrates) Plato und Protagoras 202, 232, 233 (O Plato) roörn PUo0oYia 318—337 (f. Ariſtoteles) Proteſtanten (Gefühlstheologie, Proteſtantismus, Reformation) Gründe für den Übertritt mancher Proteſtanten zur katholiſchen Kirche 225 (O Moralität) 369 (O Römer) „Bei den jetzigen Proteſtanten, die nur Kritik und Geſchichte haben, ſind Philoſophie und Wiſſenſchaft ganz auf die Seite geſetzt worden“ 228 (O Glaube) 23 (O Sophiſten) Proteſtantismus (Innerlichkeit, Luther, Reformation) Charakteriſtik des Proteſtantismus als „die große Form des Welt— geiſtes“ 281—283 (ſ. Glaube). Eudämonismus und Aufklärung in ihrem Verhältnis zum Proteſtantismus 286 (O Glaube) Zur „proteſtantiſchen Subjektivität“ bei Jacobi 385, 386, 387, 388 (ſ. Jacobi) 227 (f. Prieſter) [7, 359] Prinzip der neuern Zeit und ohnehin des Proteftantismus iſt: „nichts in der Geſinnung anerkennen zu wollen, was nicht durch den Gedanken gerechtfertigt iſt“ 36 (O Rechtsphiloſophie) 359 (O Religion) Auffaſſung der Hoſtie im Proteſtantismus 436 @ (ſ. Hoſtie) „Zuletzt wird das Prinzip des religiöfen und des ſittlichen Ge⸗ wiſſens ein und dasſelbe, in dem proteſtautiſchen Gewiſſen — der freie Geift in ſeiner Vernünftigkeit und Wahrheit ſich wiſſend“ 445 C (O Religion) Proteſtantismus in Nordamerika 126, 127 (O Amerika) Bedeutung der Subjektivität im Proteſtantismus 524. Sein Ver⸗ hältnis zur Weltlichkeit 530, 531, 545; ſeine abſtrakten Formen von Innerlichkeit 532, 533. „Kampf der proteſtantiſchen Kirche 1924
11 1 1 = 15 16 18 19 Proteſtantismus um eine politiſche Exiſtenz“ 543, in Deutſchland während des Dreißigjährigen Krieges, und in England 544 (ſ. Reformation). Der Proteſtantismus und Preußen 547 (ſ. Preußen). „In der proteſtantiſchen Religion war das Prinzip der Innerlichkeit mit der religiöfen Befreiung und Befriedigung in ſich ſelbſt einge: treten, und damit auch der Glaube an die Innerlichkeit als das Böſe und an die Macht des Weltlichen“ 548 (O Aufklärung). Stellung des Proteſtantismus zur Aufklärung und franzöſiſchen Revolution 555 (ſ. franzöſiſche Revolution) Zur „myſtiſchen Identität“ im Proteſtantismus 435 (O ſymbo— liſche Kunſtform) Überwindung des Mariendienſtes im Proteſtantismus 153 (O Liebe). Bedeutung des Proteſtantismus für die holländiſche Malerei, weil es „dem Proteſtantismus allein zukommt, ſich auch ganz in die Proſa des Lebens einzuniſten, und fie für fi, unab— hängig von religiöſen Beziehungen, vollſtändig gelten und ſich in unbeſchränkter Freiheit ausbilden zu laſſen“ 222 (O holländiſche Malerei) „Das Schachtelweſen unſerer proteſtantiſchen Kirchen“ 333 (O ro: mantiſche Architektur) Proteſtantismus und Staat 258, 259 (ſ. Religion). Die Übereinſtimmung der Religion und des Staates iſt im allgemeinen dem Prinzip nach in proteſtantiſchen Staaten vorhanden; „denn der Proteſtantismus fordert, daß der Menſch nur glaube, was er wiſſe, daß ſein Gewiſſen als ein Heiliges unantaſtbar ſein ſolle; in der göttlichen Gnade iſt der Menſch nichts Paſſives; er iſt mit ſeiner ſubjektiven Freiheit weſentlich dabei und in ſeinem Wiſſen, Wollen, Glauben iſt das Moment der ſubjektiven Freiheit ausdrücklich gefordert“ 262, 263 (O Religion) Stellung der proteſtantiſchen Kirche zum „natürlichen Licht der Vernunft“ 363 (O Gottesbeweiſe) In der proteſtantiſchen Religion „gehört zum Glauben weſentlich das Zeugnis des Geiſtes“ 216 (O Plato) Das proteſtantiſche Prinzip iſt „das von ſich ausgehende Denken, — dieſe Innerlichkeit“ 328. „Das proteſtantiſche Prinzip iſt, daß im Chriſtentum die Innerlichkeit allgemein als Denken zum Be— wußtſein komme, als worauf jeder Anſpruch habe; ja das Denken 1925
Proteſtantismus / Prozeß 19 iſt eines Jeden Pflicht, alles darauf baſiert“ 331 (O neuere Philo⸗ 1 1 1 1 8 1 — D 0 3 > oo ſophie). Stellung der „deutſchen Aufklärung gegen die proteſtan⸗ tiſche Religion“ 512 (O franzöſiſche Philoſophie) ro OO 407 (O Ariſtoteles) Prötos 302 (O Griechen) Provence Die Sarazenen, der Schrecken der Provence 469 (O Mittelalter) Proxenos Ariſtoteles wurde bei Progenus, feinen Verwandten, erzogen 300 (O Ariſtoteles) Prozeß (Bewegung, Vermittlung, Werden) „Es iſt der Prozeß, der ſich ſeine Momente erzeugt und durch— läuft, und dieſe ganze Bewegung macht das Poſitive und ſeine Wahrheit aus“ 44, 45 (ſ. Phänomenologie) Gegenüberſtellung von Zweck und Zweckbeziehung als ſubjektives Tun dem objektiven Tun im Prozeß 162. „Im Prozeſſe ſtehen wirkliche Gegenſtände als ſelbſtändige Extreme in Beziehung, deren innere Beſtimmung aber iſt, vermittelft anderer zu fein und ſich damit zu verbinden“ 162 (O Begriff) 75 (f. Sein). Der Prozeß des Übergehens des Endlichen zum Un— endlichen 163, 164 (ſ. Unendlichkeit) „Der mechaniſche Prozeß“ 184-194 (ſ. Mechanismus). „Der Prozeß“ im Chemismus 202—206 (f. Chemismus). „Der Lebens-Prozeß“ 248, 255—259 (ſ. Leben) „Prozeß der Wirklichkeit“ 330 @, 329 8 (ſ. Wirklichkeit). „Über: gehen in anderes iſt der dialektiſche Prozeß in der Sphäre des Seins und Scheinen in anderes in der Sphäre des Weſens. Die Bewegung des Begriffs iſt dagegen Entwickelung, durch welche nur dasjenige geſetzt wird, was an ſich ſchon vorhanden iſt“ 3558 (O Begriff). „Die Idee iſt weſentlich Prozeß“ 428 [P. St. 6, 132], 429 O, 429452 (f. Idee) 1926
Prozeß 9 „Der ewige göttliche Prozeß iſt ein Strömen nach zwei entgegen— 12 15 geſetzten Richtungen, die ſich ſchlechthin in Einem begegnen und durchdringen“ 67 8 (O Naturphilofophie) „Der meteorologiſche Prozeß“ 155 8. „Der elementariſche Prozeß“ 196—212 [P. St. 6, 181-183] (ſ. Meteorologie) „Der chemiſche Prozeß“ 267 C. „Den Prozeß hatten wir zuerſt als Bewegung in der Mechanik, dann als elementariſchen Prozeß: jetzt haben wir den Prozeß der individualiſierten Materie“ 267 Q (O Phyſik) Chemiſcher Prozeß ſ. Chemismus. Der bloß „formale Prozeß“ im Chemismus 392 2, 393 9, 395 @. „Der reale Prozeß“ 395 © (ſ. Chemismus). Charakteriſtik des Prozeſſes, inſofern er abſtrakt iſt 399 0, 400 , inſofern er in ſich zurückkehrende Totalität und inſoferu er endlich iſt 400 C, 403 H. Vergleich des chemiſchen Pro: zeſſes mit dem organiſchen 400 , 401 8, 402 f (s. Chemismus). „Der Verlauf als reale Totalität wird ein Kreis beſonderer Pro— zeſſe“ 400 8,403 @. a) Der „galvaniſche Prozeß“ 4040, 4054240 (ſ.Galvanismus). b) Der „geuerprozch” 404, 424—4280 (ſ. Feuer). e) „Neutraliſation, Waſſerprozeß“ 404 Y, 428—431 0 (f. Waſſer). d) „Der Prozeß in ſeiner Totalität“ 4040, 431-486 0 (ſ. Chemismus), 449 (ſ. Or: ganif) „Der Geſtaltungsprozeß der Pflanze“ 527—551 [P. St. 6, 203 bis 204], 526 0 (ſ. Pflanze), des Tieres 585—621 [P. St. 6, 206-207], 583 G, 584 & (f. Tier). „Die Geſtalt iſt, als lebendig, weſentlich Prozeß“ 615, 616 [P. St. 6, 207], 616 9 (ſ. Tier). „Der theoretiſche Prozeß“ des Tiers 622—628 P. St. 6, 208] (ſ. Tier) Der reelle Prozeß des Tieres oder ſein praktiſches Verhältnis 622 O, 628—660 [P. St. 6, 209—217] (ſ. Tier) Charakteriſtik des Lebensprozeſſes 172 (. Naturſchönes) Das Endliche iſt nicht das Seiende, ebenſo iſt das Unendliche nicht feſt; dieſe Beſtimmungen find nur Momente des Prozeſſes. Gott iſt ebenſo auch als Endliches und das Ich ebenſo als Unend— liches“ 210, 219, 220 (O Endlichkeit). Prozeß des Geiſtigen, inſo⸗ fern „das Geiſtige die abſolute Einheit des Geiſtigen und Natür— lichen iſt“ 218, 219 (f. Natur). Charakteriſtik des Glaubens als „einen Prozeß, eine Bewegung, Lebendigkeit, Vermittlung“ 228 (ſ. Glaube) 1927
16 1 =] 1 E 19 -1 I — 1 — 12 13 Prozeß / Pjalmen Charakteriſtik des in den griechiſchen Myſterien dargeſtellten Pro⸗ zeſſes 150, 152 (ſ. griechiſche Religion). Der Geiſt iſt „der leben⸗ dige Prozeß, daß die an ſich ſeiende Einheit der göttlichen und menſchlichen Natur für ſich und hervorgebracht werde“ 210 (O ab⸗ ſolute Religion) Der Prozeß des Konkreten 53, 54, 62 (ſ. Konkretes) Heraklit hat als erſter die Natur als Prozeß begriffen 354—360, 411 (ſ. Heraklit). „Die Natur begreifen heißt: fie als Prozeß dar⸗ ſtellen“ 355, 362. Heraklit begriff aber auch das Allgemeine, als Prozeß Unterſchiedener in ſich zurückgehend. Er nannte es „Schick⸗ ſal (eiunaouevn), Notwendigkeit« 363 (O Heraflit) Heraklit und der Stoizismus haben „den allgemeinen ewigen Natur⸗Prozeß richtig aufgefaßt“ 439 (ſ. Stoiker) Schellings Faſſung der konkreten Einheit von Denken und Sein als Prozeß, als lebendige Bewegung in einem Satze 647 (O Schel— ling) Prozeßordnung 302, 303 (ſ. Gericht) Pruritus (Originalität) Zum „pruritus, ſich zu reiben oder zu zeigen“ 545 (O Literatur) „Der unglückſelige Pruritus, zum Selbſtdenken und eigenen Pro— duzieren zu erziehen“ 311, 332 (O0 Philoſophieunterricht) Pſalmen Über die Davidiſchen Pfalmen, „wo der Durſt der Seele nach Gott, der tiefſte Schmerz derſelben über ihre Fehler, das Verlangen nach Gerechtigkeit und Frömmigkeit den Inhalt ansmachen“ 412, 413 (O Chriſtentum), 533 (O Reformation) [14, 50] „Die Pſalmen Davids mit ihrer glänzenden Feier des Herrn in der Güte und dem Zorn ſeiner Allmacht“ 376 (O Kunſtſchönes). Über die Pſalmen, beſonders den 104ten Pſalm, als klaſſiſche Bei⸗ ſpiele der echten Erhabenheit 499. Der 90ſte Pſalm iſt Ausdruck der Nichtigkeit des Menſchen 500 (O Juden) Die ſpäteren Pſalmen ſind Beiſpiele von „Nationalrachſucht“ 8 (O klaſſiſche Kunſtform) 1928
14 16 11 11 11 Pjalmen / Pſychologie 50 (O Malerei). Zum „Schwung der Erhebung“ in vielen Pſal— men des Alten Teſtaments, z. B. im 33ſten Pfalm, ebenſo im 29ſten 456, 457 (O lyriſche Poeſie) Der Ausdruck des Glaubens und der Zuverſicht in den Pſalmen der Juden 66. „Doch erſcheint der Kampf des Menſchen in ſich ſelbſt überall, beſonders in den Pſalmen Davids“ 77 (O jüdiſche Religion) 82 (O jüdiſche Religion) Pſammetich I, Pſammitichos 269 (O Agypten) Pfammetich II, Pfammis 270 (O Agypten) Pſammetich III, Pfammenitos 271 (O Agypten) Pfychologie (Phyfiognomit) Schulzes Stellung zur empiriſchen Psychologie 220. Stellung des neueſten Skeptizismus zur empiriſchen Pſychologie 253, 259, 260, 265. Zur empiriſchen Pfychologie, welche in Schulzes Skeptizis⸗ mus ſteckt 273, 275 (O Skeptizismus) Verwandlung der Philoſophie in empiriſche Pſychologie durch den Lockeanismus und die Glückſeligkeitslehre 289 (O Glaube) 319 (O0 Kant). „Pſychologiſcher Idealismus“ 303, 305, 307 (f. Idealismus) 448 (O Naturrecht) „Pſychologiſche Geſetz e“ 233, 235—239 (O Vernunft). Charakteriſtik pſychologiſcher Geſetze 235, 236, 237. Die beobach⸗ tende Pſychologie muß nach Wahrnehmung des allgemeinen We⸗ ſens am tätigen Bewußtſein „wenigſtens bis zur Verwunderung fortgehen, daß in dem Geiſte, wie in einem Sacke, ſo vielerlei und ſolche heterogene einander zufällige Dinge beiſammen ſein kön⸗ nen“ 236, 237. Kritik auch an ihrem Hererzählen der „unterſchie— denen wirklichen Individualitäten“ 237 N Charakteriſtik der Momente des Inhalts des Geſetzes, das die bewußte Individualität an ſich gefunden hat 237, 238. Die Kugel⸗ 1929
[I en Pſychologie fläche, „die Welt des Individnums, hat unmittelbar die zwei— dentige Bedeutung, an und für ſich ſeiende Welt und Lage, und Welt des Individuums” zu fein 238, 239. Pſychologiſche Not: wendigfeit ift ein leeres Wort 239 „Die pſychologiſche Beobachtung findet fein Geſetz des Verhält— niſſes des Selbſtbewußtſeins zu der Wirklichkeit“ 239. Sie iſt „durch die Gleichgültigkeit beider gegeneinander auf die eigen: tümliche Beſtimmtheit der realen Individualität zurückgetrieben“ 240, 241 (O Vernunft) 251 (O Phyſiognomik), 604 (O Philoſophie) „Der Geiſt aber nach ſeiner Selbſttätigkeit innerhalb ſeiner ſelbſt und in Beziehung auf ſich, unabhängig von der Beziehung auf anderes, wird in der eigentlichen Geiſteslehre oder Pſychologie betrachtet“ 102 (O Bewußtſein) Die Pſychologie betrachtet den Geiſt in feinem Begriff, nach den Beſtimmungen ſeiner Tätigkeit innerhalb ſeiner ſelbſt 200 (O Geiſt) Zur Pſychologie als Lehrgegenſtand auf Gymnaſien 303, 305 bis 307. Im Vergleich mit dem Logiſchen iſt das Pſychologiſche, das ein Konkretes, den Geiſt zu ſeinem Inhalt hat, das ſchwerere. „Aber zu leicht iſt die Pſychologie, wenn fie fo trivial als ganz empiriſche Pſychologie, wie etwa in Kampes Pſpchologie für Kinder, genommen werden ſoll“ 305. Zu Carus' langweiliger Manier 305 „Ich teile den Vortrag der Pſychologie in zwei Teile, a) des er: ſcheinenden, 6) des an und für ſich ſejenden Geiſtes“ 305. Im erſten Teil werden Bewußtſein, Selbſtbewußtſein, Vernunft, im zweiten Gefühl, Anſchauung, Vorſtellung, Einbildungskraft uff. abgehandelt 305, 306 (0 Philoſophieunterricht), 311, 324 318, Eignung der „empiriſchen Pſychologie“ zum Gymnaſial⸗ unterricht 330, 331, beſonders als Einleitung zur Logik 330, 334 (O Philoſophieunterricht) Ausrottung der vormaligen „rationellen Pſychologie“ 13. Zur Erweiterung der Logik mit pſychologiſchem Material 48, 49, 55 (O Logik) [5, 244; 8, 769]. „Die Seele wird in der rationellen Pſychologie, wie dieſe abſtrakte Metaphyſik war, nicht als Geiſt, ſondern als ein nur unmittelbar Seiendes, als Seelending be— trachtet“ 271 (O Quantum) 1930
. a = 0 u 10 Pſychologie Die pſychologiſchen Geſetze, die über das Verhältnis von Stärke und Schwäche der Empfindung aufgeſtellt werden, ſind ganz matt und leer 412 (O Maß) „In der Pſychologie find es das Gefühl und die Anſchauung, und dann die Vorſtellung überhaupt, welche dem Verſtande voraus⸗ geſchickt werden“ 17 (O Begriff) 29 (O Begriff), 244 (O Leben), 264 (O Erkennen). Kants Kritik „an dem Paralogismus, den die rationale Seelenlehre begehe“ 265 (ſ. Kant) 272 (O Erkennen) „Die Lehre vom Geiſte wird gewöhnlich als empiriſche Pſychologie behandelt, und der Geiſt als eine Sammlung von Kräften und Vermögen betrachtet“ 259 ©. Sie hat „in neuern Zeiten von der allgemeinern Bildung des Geiſtes und dem tiefern Begriffe der Vernunft noch am wenigſten Nutzen gezogen“ 259 [P. St. 10, 304, 305]. Kritik an der neuern Wendung, wonach die Pfychologie in ihrem empiriſchen Zuſtande die Grundlage der Metaphyſik aus⸗ machen folle 259 8, 260 0 (O Geiſt) Zur „beliebten pfychologiſchen Anſicht der Geſchichte“ 350 (O Württemberg) 52 (O Rechtsphiloſophie), 63, 71 (O Wille) 63 [ogl. 6, 28], zum pfychologiſchen Ausbau der heutigen Logik 76 0 (O Logik) Der zweite Teil der alten Metaphyſik war die rationelle Pſycho— logie 107, 108 [P. St. 6, 40], 108 0, 109 8 (f. Logik) 117 9 (O Empirismus). Kritik an der Pſychologie, inſofern „die verſchiedenen Formen der geiſtigen Tätigkeit bloß in ihrer Iſolie⸗ rung als ſogenannte beſondere Kräfte und Vermögen nachein⸗ ander aufgezählt und beſchrieben werden“ 306 (O Ganzes), 310 8 (O Kraft) Kritik an der pſychologiſch-pragmatiſchen Geſchichtsauffaſſung 318 9, 319 2, [10, 11 2] 363 [P. St. 6, 100] (O Begriff), 408 O, 409 0 (O Mechanismus). Zur analytiſchen Methode der Pſychologie 437 8 (0 Erkennen) Trennung der Philoſophie von der ſogenannten Menſchenkennt⸗ nis 9 O, 10 B, 11 Z. Zur Pneumatologie oder ſogenannten ratio⸗ nellen Pſychologie 118, 12 8 und zur empiriſchen Pſychologie 1931
Pfychologie 10 118, 12 8. Die rationelle Pſychologie betrachtete „den Geiſt als 11 ein Ding“ 12 8, 13 2, 17 9; fie iſt von der echt ſpekulativen Phi⸗ loſophie auszuſchließen 12 9. Die empiriſche Pfychologie bringt es auch nicht „zur wahrhaften Vereinigung des Einzelnen und Allgemeinen, zur Erkenntnis der konkret allgemeinen Natur oder des Begriffs des Geiſtes“. „Wie den Geiſt überhaupt, fo nimmt die empiriſche Pſychologie auch die beſonderen Vermögen, in welche ſie denſelben zerlegt, als gegeben aus der Vorſtellung auf, ohne durch Ableitung dieſer Beſonderheiten aus dem Begriff des Geiſtes den Beweis der Notwendigkeit zu liefern, daß im Geiſte gerade dieſe und keine anderen Vermögen find” 13 Z. Auch gelten ihr die Beſonderungen, in welche ihr der Geiſt zerfällt, als in ihrer Beſchränktheit ſtarre 13 8, 14 (O Geiſt) 18 g. Gegenſtand der Piychologie iſt „der ſich in ſich beſtimmende Geiſt als Subjekt für ſich“ 46 [P. St. 6, 231], 26 8, 48 0, 50 bis 51, „als ſich ſelber gegenſtändlich werdende Vernunft“ 50 g, 519, als „für ſich ſelbſt ſeiende Vernunft“ 51 8. Kritik an der gewöhnlichen pſychologiſchen Betrachtungsweiſe der Seele, „was ihr geſchieht und was fie tut“ 47 @. Die Seele wird dabei als fertiges Subjekt vorausgeſetzt 47 8 (O Geift), der Gegenſatz von Leib und Seele wird nicht überwunden 56 8 (O Seele), 128 Pſychologie der Lebensalter ſ. Kind, Jüngling, Mann, Greis „Pſychologie“ 294-381 (O Geift) [P. St. 6, 257—280 f. Geift], 26 8, 46 [P. St. 6, 231], 48 O, 50--51 8, 140 @ „Der Geiſt“ 294-381 [P. St. 6, 257280] (f. Geiſt). „Die Pſychologie betrachtet die Vermögen oder allgemeinen Tätigkeits⸗ weiſen des Geiſtes als ſolchen“ 294 8, 295 H. Sie befindet ſich noch immer in einem höchſt ſchlechten Zuſtande, trotzdem ſie, und zwar in ihrem empiriſchen Zuſtande „die Grundlage der Meta⸗ phyſik ausmachen ſolle“ 305, 304 [P. St. 6, 259, 260] (O Geiſt). Kritik an den ſogenannten Geſetzen der Ideen⸗Aſſoziation 335 P. St. 6, 267]. Behandlung des Zeichens und der Sprache durch une Piydologie 345 [P. St. 6, 259] (O Einbildungs⸗ ra „Die großen Menſchen in der Geſchichte, deren eigene partikulare Zwecke das Subſtantielle enthalten, welches Wille des Weltgeiſtes iſt“ dürfen nicht pſychologiſch betrachtet werden 60, 61, 62. „Die geſchichtlichen Perſonen, von ſolchen pſychologiſchen Kammer: 1932
Piychologie / Ptolemäos 11 dienern in der Geſchichtsbeſchreibung bedient, kommen ſchlecht weg“ 62 (O Geſchichtsphiloſophie) [6, 350; 8, 318 8, 319 8; 10, 11] 12 47, 48 (O Aſthetik), 377 (O Künſtler) 15 Kritik an der empiriſchen Pſychologie, die „dasjenige aufnimmt, was und wie es ſich im gewöhnlichen Bewußtſein findet, die Erſcheinung beobachtet und außerhalb derſelben ſetzt, was das Un: endliche darin iſt“ 183 (O vermitteltes Wiſſen) 18 „Das Beſte bis auf die neueſten Zeiten, was wir über Pſychologie haben, iſt das, was wir von Ariſtoteles haben“ 393 (O Ariſtoteles) 19 Ein Teil der Philoſophie von Malebranche iſt Pſychologie 411, 416, 417 (O Malebranche) Kants pfychologiſcher Fortgang vom Verſtande zur Vernunft 574, 568, 576, 618. „Es wird im Seelenſack herumgeſucht, was darin für Vermögen ſich befinden; es findet ſich zufälliger Weiſe noch Vernunft“ 574 (O Kant) [8, 161 ©, 162 C] 20 289 (O Göſchel) Ptolemäer 11 356 (O Alexander der Große) 15 462 (O ägyptiſche Religion) 18 133 (O Eubulides), die ptolemäiſche Bibliothek 308 (O Ariſtoteles) 19 Die Ptolemäer machten Alexandrien zum Hauptſitz der Wiſſen— ſcheften 32, 31, 35, legten die berühmte große Bibliothek an 35 (O alexandriniſche Philoſophie) Ptolemäos J., Soter 18 Ptolemäos und Stilpo 141 (O Stilpo) Ptolemäos, Claudius 7 Galilei und Ptolemäos 360 Fußn. (O Religion) 18 Hegeſias und die damaligen Ptolemäer 158 (0 Hegeſias) 19 124 (O Honain) 20 417 (O Görres) Ptolemäos, der chriſtliche Gnoſtiker 19 30, 31 (O Gnoſtiker) 1933
1 1 1 1 1 8 2 = — ob / Publikum rod 406 (O Ariſtoteles) Publikum (Beſchauer) Verhältnis des Kunſtwerks zum Publikum, „das in dem Kunſt⸗ objekt ſich ſelbſt ſeinem wahrhaften Glauben, Empfinden, Vor— ſtellen nach wiederzuſinden, und mit den dargeſtellten Gegen— ſtänden in Einklang kommen zu können den Anſpruch hat“ 332 (O Kunſtſchönes), 356 „Die Außerlichkeit des idealen Kunſtwerks im Verhältnis zum Publikum“ 355—376 (ſ. Kunſt⸗ ſchönes) Bedeutung des Beſchauers für den gefälligen, angenehmen Stil 250 (f. Effekt); es ſchmeichelt der Eitelkeit, wenn das Kunſtwerk zur ſubjektiven Kunſtrichterſchaſt einlädt 251. Im ſtrengen Stil dagegen ift dem Zuſchauer nichts eingeräumt, „es iſt die Subſtanz des Gehalts, welche in ihrer Darſtellung ſtreng und herb die Sub— jektivität zurückſchlägt“ 251, 252 (O Aſthetik) Verhältnis des Beſchauers zum Gemälde 20, 21 (ſ. Beſchauer) „Verhältnis des dramatiſchen Kunſtwerks zum Publikum“ 480, 501—503 (O Drama). Wir haben es hier „mit Geſinnungen, Charakteren und Handlungen zu tun, welche in ihrer lebendigen Wirklichkeit an uns herantreten ſollen“ 501. Calderon z. B., wiſſenſchaftliche Werke, lyriſche und epiſche Gedichte dagegen haben gleichſam ein Fach-Publikum 501. Für das Drama iſt ein beſtimmtes Publikum in Präſenz und der Dich— ter iſt ihm verpflichtet 501, 502. Freilich kann der Dichter das ja immer gemiſchte Publikum verachten. „Beſonders bei uns Deut— ſchen iſt ſeit der Tieckiſchen Zeit her dieſer Trotz gegen das Publi— kum Mode geworden“ 502. Schlegel, Schiller, die Franzoſen 502 Verhältnis des dramatiſchen Dichters zum Publikum 507, 508 (. Dichter). Das Publikum „hat das Recht zu verlangen, daß ſich in dem Verlauſe und Ausgang der dramatiſchen Handlung, tra— giſch oder komiſch, die Realiſation des an und für ſich Vernünf— tigen und Wahren vollbracht erweiſe“ 508 (O Drama) 151, 152, 153 (f. Beſchauer) 1934
19 19 — 1 — — = Pufendorf / Punkt Pufendorf, Samuel, Freiherr von „Pufendorf“ 445—446 (O neuere Philoſophie). „Wie bei Hugo Grotius, ſo iſt es ebenſo auch bei Pufendorf geſchehen, daß der menſchliche Kunſttrieb, Inſtinkt, Geſelligkeitstrieb uff. zum Prinzip gemacht worden iſt“ 445, 525. Man betrachtete, „was für Triebe und Bedürfniſſe im Menſchen ſind“, und leitete daraus „Pflichten auch für Regierungen und Regenten her, damit die Freiheit des Menſchen auch dabei wäre“ 446 Geburt, Studium, Leben, Werke 446 Pulleyn, Robert 172 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) pullulieren „Die pullulierende Menge“ 503 (O Naturrecht) Puniſche Kriege Der erſte Puniſche Krieg 394, 397, der zweite Puniſche Krieg 394, der dritte Puniſche Krieg 395 (O Römer) Punkt Der Punkt als die Subjektivität des Raums 23. Die ihm eigne Form der Selbſtunterſcheidung iſt die Zeit 23. Übergang in Linie, Ebene und Quadrat 23, 24 (O Planet) Die Materie und der Punkt 195 (ſ. Materie) 4 Punkt und Linie 145, 146. „Der Punkt iſt die ganz abſtrakte oo 17 Grenze, aber in einem Daſein“ 146 (f. Grenze). „Die Raumgröße hat zwar an dem Punkte die dem Eins entſprechende Beſtimmt⸗ heit; der Punkt aber wird, inſofern er außer ſich kommt, ein Anderes, er wird zur Linie“ 246 (O Zahl) Von Naumpunkten zu ſprechen iſt unſtatthaft, denn der Raum iſt ſchlechthin kontinuierlich. „Der Punkt, das Fürſichſein, iſt des⸗ wegen vielmehr die und zwar in ihm geſetzte Negation des Raums” 71 [P. St. 6, 151], 729, 74 [P. St. 6, 152] (O Raum). In der geit hat der Punkt Wirklichkeit 78 © (O Zeit) Der Punkt als Monas 276, als „reines Eins“ bei den Pytha⸗ goreern 277 (O Pythagoras) 1935
Punkt / Pyramiden e e a FE ne an mn 18 Vergleich des Jetzt mit dem Punkt im Raum 383 (O Ariſtoteles) Sertus Empiricus über den Punkt als „die Negation des Raums“, der aber, infofern er die Grenze des Raumes iſt, den Raum auch berührt 579 (O Skeptiker) Purana 11 Sie enthalten die Geſchichte eines Gottes oder eines Tempels, ſind vollkommen phantaſtiſch 218 (O Indien) 14 Purana, d. i. Gedichte der Vorzeit, ſteigen von der Welt⸗ und Götterentſtehung aus in weitem Verlauf bis zu den Genealogien menſchlicher Helden und Fürſten herab 400 (f. indiſche Poeſie) 15 370 (O indiſche Religion) Purismus 4 Affektierter Purismus hat in der Philoſophie keinen Platz 22 (O Logik) Puritanismus 11 544 (O Reformation) Puyſégur, General⸗Lieutenant 10 Sein Verdienſt um den tieriſchen Magnetismus 1968 (O Som: nambulismus) Pygmäen 46 (O griechiſche Götter) Pylades 381 (O Glaube) Oreſt und Pylades 186 (O Treue) 1 E — 1 2 Pyramiden (ägyptiſche Architektur, Grab) Die „Kriſtalle der Pyramiden und Obeliske“ in der unmittelbaren Religion 531 (O unmittelbare Religion), 539 (O Kunſtreligion) 313 (O Polizei) 82 (O Zeit) 345 [P. St. 6, 269] 1936 d — nn | i D
11 12 13 15 — 18 Pyramiden / Pyrrhon 269, 281, 285 (O Agypten) „Die Pyramiden ſtellen uns das einfache Bild der ſymboliſchen Kunſt ſelber vor Augen; ſie ſind ungeheure Kriſtalle, welche ein Inneres in ſich bergen, und es als eine durch die Kunſt produ— zierte Außengeſtalt ſo umſchließen, daß ſich ergibt, ſie ſeien für dies der bloßen Natürlichkeit abgeſchiedene Innre und nur in Be⸗ ziehung auf dasſelbe da“ 475 (O ägyptiſche Kunſtform) Die Pyramiden 293—295 (O ſymboliſche Architektur). Ihre „un⸗ ermeßliche Größe“ bei der Einfachheit ihrer Geſtalt. Herodot und Strabo über den Zweck der Pyramiden 293. Belzonis und Cavi⸗ glias Entdeckungen 293, 294. Bau und Alter 294. Hirt hierüber 294 „Die Pyramiden, ſtaunenswürdig für ſich, werden doch nur zu einfachen Kriſtallen, zu Schalen, die einen Kern, einen abgeſchie⸗ denen Geiſt einſchließen, und zur Aufbewahrung feiner dauern⸗ den Leiblichkeit und Geſtalt dienen“ 294. Die Architektur wird dienend 294 (O ſymboliſche Architektur) Zur Regelmäßigkeit und Abſtraktion der Formen ägyptiſcher Pyramiden 295 (O ſymboliſche Architektur). Zur Gruppierung der Figuren in Pyramidalform in der Malerei 315 (O Tempel) 460, 463, 470 (O ägyptiſche Religion) Pyrrhon (Pyrrhonier) 229, 241, 244, 245, 251 (O Skeptizismus) Man ſtreitet, ob Arkeſilaos den Pyrrho hörte 518 (O Arkeſilaos). „Die Geſchichte des eigentlich ſogenannten Skeptizismus wird gewöhnlich mit Pyrrho angefangen, daher auch der Name Pyr⸗ rhonismus“ 542, 543 (O Skeptiker), 552 „Pyrrho“ 544-546 (O Skeptizismus). Er gilt als Stifter des Skeptizismus 544, 542 [Bd. 1, 244, 245]. Sertus Empiricus über ihn 544, 545. „Der Skeptizismus des Pyrrho geht gegen die unmittelbare Wahrheit teils des Sinnlichen, ſowie des Sittlichen, — nicht dieſe Wahrheit als gedachte“ 544 Über feine unſicheren Lebensumſtände 544, 545. Anaxarch 544, Alexander der Große, 544, 545. Anekdoten über fein perſönliches ſkeptiſches Betragen 545, 546, 551, 552. Von ihm gebildete Freunde hießen Skeptiker, auch Pyrrhonier 545, 546 Glockner, Hegel-Lexikon 122 1937
1 E — 18 9 — — oo 2 Pyrrhon / Pythagoras Trennung der älteren Skeptiker von der neueren ſkeptiſchen Manier 547 (O Sextus Empiricus) Pyrrhonier 235 (O Sxkeptizismus) 545, 546 (O Pyrrhon), 522 (O Sextus Empiricus) Pythagoras (Neupythagoreer, Pythagoreer, pythagoreiſcher Lehr— ſatz, Zahl) Plato und die pythagoreiſche Philoſophie 245 (O Skeptizismus) „Die Schüler des Pythagoras mußten ihre vier erſten Lehrjahre hindurch ſchweigen, d. h. keine eigenen Einfälle und Gedanken haben“ 251 (O Gymnaſialreden) [17, 246, 248] „Es iſt in der Kindheit des Philoſophierens, daß, wie von Pytha— goras, Zahlen . . . zur Bezeichnung allgemeiner, weſentlicher Unterſchiede gebraucht worden ſind“ 403 (O Potenz) Die Bedeutung der Zahl in der Philoſophie des Pythagoras 248 bis 250 0 (O Sein). Pythagoras hat „in Zahlen philoſophiert, und die Grundbeſtimmung der Dinge als Zahl aufgefaßt“ 248 2. Wir erkennen in dem Verſuch, „das Univerſum als Zahl aufzu— faffen, den erſten Schritt zur Metaphyſik“ 248 H. Wie Pythagoras zwiſchen den ioniſchen Philoſophen und den Eleaten ſteht, fo iſt die pythagoreiſche Philoſophie „gleichſam die Brücke zwiſchen dem Sinnlichen und Überſinnlichen“ 2488, 249 0. Die Kritik muß lauten: „Der bloße Gedanke der Zahl reicht noch nicht hin, um das beſtimmte Weſen oder den Begriff der Dinge dadurch auszu— ſprechen“ 249 O. Pythagoras ift alfo mit feiner Zahlenphiloſophie nicht zu weit, ſondern noch nicht weit genug gegangen 249 H. Es iſt „auf keine Weiſe zuläſſig, die Beſtimmtheit des Gedankens überhaupt als bloß numeriſche Beſtimmtheit zu betrachten“ 250 @ (1. a. Zahl) Das Pythagoreiſche Zahlenſyſtem ift das berühmte Beifpiel, wie die erſten Verſuche des reinen Denkens zu Notbehelfen gegriffen haben 85, 84 [P. St. 6, 158], 241 (0 Klang). Es iſt Pythagoras, der das Zuſammenſtimmen der Harmonie der Töne mit Zahlen— verhältniffen fand. Dadurch wurde er veranlaßt, „auch Gedanken— 1938
9 11 14 15 17 Pythagoras verhältniſſe in der Weile von Zahlen auszudrücken“ 240 8 (0 Klang) [8, 2498; 17, 89, 90] 188 (O China), 274. Pythagoras hat die Seelenwanderung in ſeine Lehre mit aufgenommen 286 (O Agypten) 40 (O Malerei). Pythagoras’ goldene Sprüche ſind Beiſpiele für „gehaltvolle Sätze, die gleichſam noch vor dem Unterſchiede des Proſaiſchen und Poetiſchen liegen“ 249 (O Poeſie). Sie haben epiſchen Ton 327 (O Gnomen) 352 89, 90 (O Wiſſenſchaft), 95, 104 (O Philoſophie), 207, 208 (O grie— chiſche Philoſophie), 212 (O Thales), 226, 232, 233 Fußn. (O Ana— ximander) „Pythagoras und die Pythagoreer“ 209, 236—296 (O griechiſche Philoſophie). Die Überlieferung des Lebens von Pythagoras erſcheint uns zunächſt „als ein Zwitter von morgen: und abendländiſchen Vorſtellungen“ 236, 237, 243, 244. „So ver— dorben als ſeine Lebensgeſchichte iſt, ebenſo verdorben wurde ſeine Philoſophie“ 237. Über den ſcheinbaren Tiefſinn Zahlen als Ausdrücke von Ideen zu gebrauchen 237 (ſ. Zahl) Die theoretiſch ſpekulative Seite der pythagoreiſchen Philoſophie kennen wir zum Glück aus Ariſtoteles und Sextus Empiricus 237. Später ſind ihm eine Menge Schriften untergeſchoben wor— den 237, 238. Wir haben nur dürftige Fragmente der Pythago⸗ reer 238 Das Leben des Pythagoras und feiner Schule 238252. Ge: burt, Zeitgenoſſen, Vaterland 238, 239. Sein Vater Mneſarchus 238, 239, fein Lehrer Pherecydes 239, ſein Tod 240. Seine Reiſen, ſeine Kenntnis von Myſterien 240. „Den wichtigſten Einfluß auf Pythagoras hatte ſeine Verbindung mit der ägyptiſchen Prieſter— kaſte“ 241, 242, 287. Ziel war „Verwirklichung der ſittlichen Exi— ſtenz des Menſchen“ 241. Polykrates 242, 240. Pythagoras entfloh den politiſchen Wirren, ging nach Italien, nach Krotön 242. Sein Auftreten als „öffentlicher Volkslehrer“ 242, 243, 245, 247. Er ſoll ſich als erſter nuAoaopos ſtatt % % genannt haben. Be— deutung dieſer beiden Bezeichnungen 243. Wunder, welche von Pythagoras erzählt werden 243, 244. Tatſache iſt ſeine wirklich große Wirkung als Stifter ſeiner Schule, einer Art von Orden, 1939
17 Pythagoras der auf die meiſten italieniſch-⸗griechiſchen Staaten mächtigen Ein⸗ fluß hatte 245, 246, 241 Sein Ausſehen, ſeine Tracht 245, 249, ſeine Beredſamkeit und tiefe Einſicht 245. „Pythagoras ſelbſt war ein ausgearbeitetes Kunſtwerk, eine würdige plaſtiſche Natur“ 246 Die Glieder ſeiner Schule teilten ſich in Exoteriker und Eſoteriker 246, 247, 248. Die Bedeutung der Pflicht des Stillſchweigens während der Lernzeit 246, 248 [3, 251] Pythagoras war „der Erfte, der das Lehren von Wiſſenſchaften in Griechenland eingeführt hat“, er iſt „als der erſte allgemeine Lehrer anzuſehen“ 247, 248 Das Zuſainmenleben im Bund hatte neben der Seite des Unter: richts auch die „Bildung des praktiſchen Menſchen“ zum Ziel 248. Kleidung 248, 245, Tagesordnung 249. Zucht zur Selbſtvergeſſen⸗ heit, Pflege von Muſik, Gymnaſtik, Enthaltſamkeit von beſtimm— ten Speiſen 249, 250. Reflexion über ſich ſelbſt 250, 249. Füh⸗ rung eines geſetzten religiöſen Lebens 250 Schickſal des Bundes, Tod des Pythagoras 250. Alter des Pytha— goras 252. Gründe für den nicht langen Beſtand der pythagore— iſchen Geſellſchaft 251. Das freie Griechenland konnte eine orientaliſche Kaſtenabſonderung nicht gewähren laſſen 251. „Sie hatten gemeinſames Staats leben“ 252 Die Philoſophie des Pythagoras und der Py— thagoreer 252—293. Trennung der Philoſophie des Pytha— goras von der Fortbildung durch die Pythagoreer 252, 253. Hier wird „nur die pythagoreiſche Philoſophie überhaupt“ betrachtet 253. Sie „macht den Übergang von der realiſtiſchen zur Intellek— tual⸗Philoſophie“ 253. Das Abſolute iſt jetzt eine Gedankenbeſtim⸗ mung und „die Beſtimmungen müſſen jetzt geſetzt werden, — das Erſte iſt das ganz Unbeſtimmte (äreoov)” 253, 257 1. »Die Zahl iſt das Weſen aller Dinge, und die Organiſation des Univerſums überhaupt in feinen Beſtimmungen ein harmoniſches Syſtem von Zahlen und deren Verhältniſſen« 253—276. Damit wird „das Weſen als unſinnlich ausgedrückt“ 254 8, 248 @] Im Prinzip der Zahl liegt, daß „die Zahl das nicht bloß Sinn— liche iſt; dann bringt ſie ſogleich die Beſtimmung, die allgemeinen Anterſchiede, Gegenſätze mit ſich“ 254. Ariſtoteles hatte hierfür ein ſehr gutes Bewußtſein 254. Beiſpiel 254. Nach Malchus' Dar1940
Pythagoras 17 ſtellung bediente ſich Pythagoras des Mathematiſchen als einer Mitte zwiſchen Sinnlichem und dem Gedanken 255 Die Zahl ift a) ein reiner Gedanke, der das Eins zum Elemente und zum Prinzip hat 255. Über das Eins 255, 256 (ſ. Eins). „Die Zahl iſt fo nicht unmittelbar Begriff, — das Extrem des Gedankens, des Begriffs in ſeiner höchſten Außerlichkeit, in der Weiſe des Quantitativen, des gleichgültigen Unterſchiedes“ 256 Die Zahl, das Eins enthält 8) „die Realität und den Übergang in ſie“ 255, „die Beſtimmung der Außerlichkeit der Anſchauung“, „die Beſtimmung des Sinnlichen“ 256, 257 Die Pythagoreer nahmen die Zahlen als Begriff, als Idealität der Unterſchiede 257, 256. Ariſtoteles' Gründe, warum ſie gerade die Zahl zum abſoluten Begriff machten 257 Hervortreten des Bedürfniſſes nach a) „der Einen bleibenden allgemeinen Idee; 6) der Gedankenbeſtimmung“ 257, 253. Ariſto⸗ te les hierzu 257, 258 Das Mangelhafte dieſer Philoſophie ift, daß „die Zahlen das Untauglichſte find, Begriffs-Beftimmungen auszudrücken“ 258, 255, 256 [8, 249 2, 250 S]. Zur Bedeutung der Zahl nicht als Form, ſondern als Subſtanz 258 Betrachtung noch der Beſtimmungen, der allgemeinen Bedeutung 258, 257. Die Zahlen erſcheinen als Einheit 258, 259. Die andere Beſtimmung iſt die Zweiheit 259, 260. Noch fehlt „das Begreifen, die Entwickelung der Zweiheit aus der Einheit“. Es ſind „prozeß⸗ loſe, nicht dialektiſche, ruhende Beſtimmungen“ 260 a) Die Einheit iſt „das ganz allgemeine Weſen“ 260. Das „Ver⸗ hältnis der allgemeinen Beſtimmungen zu den konkreten Exiſten⸗ zen haben die Pythagoreer durch »Nachahmunge ausgedrückt (ulunois)“ 260. Parallele mit Platons „Teilnahme (uEdeLıs)“ 260, 261 b) Der Gegenſatz, die Zweiheit (dvas) iſt das Nächſte 261—272, 259. Ariſtoteles über die pythagoreiſche Faſſung des Gegenſatzes von Eins und Zwei 261, 262. Das Gerade und Ungerade 261, das Begrenzte und Unbegrenzte 262, das Eins 262, 263, die Gegenüberſtellung von Eins und Einheit 262, der Gegenſatz als die unbeſtimmte Zweiheit 262. Sertus Empiricus hierzu 262, 263 a) Die Zweiheit ift als Moment des Weſens, oder Begriff allgemein 263. 6) Die Einheit oder Zweiheit im Gegenſatze, ihn mit anderen Beſtimmungen gedacht, kann als die Form oder die 1941
Pythagoras 17 Materie gedacht werden 263, 268. Ariſtoteles ſchreibt es dem Plato zu, daß er zum Unbeſtimmten die Dyas gemacht habe, und das Eins zum Beſtimmten 263, 264, 268. „Eins hat ſogleich ver⸗ ſchiedene Bedeutungen: Einheit (äreıoov) und Subjektivität“ 263, 264 Die weitere Beſtimmung dieſes Gegenſatzes zeigt einen unvoll— kommenen Anſang der Kategorien bei den Pythagoreern. Es werden zehn Gegenſatzpaare angegeben, auf welche ſich alle Dinge zurückführen laſſen 264. Kritik dieſer vermiſchen Auflöſung und bloßen Aufzählung 265 Den weiteren Fortgang dieſer Beſtimmungen bei den ſpäteren Pythagoreern finden wir in der gebildeten Darſtellung des Ger: tus Empiricus 265—268 Erſtens. »Es ſind dreierlei Weiſen (Grundbeſtimmungen) der Dinge ... erftens nach der Verſchiedenheit, zweitens nach dem Gegenſatze, drittens nach dem Verhältniſſe« 265, 266. Zum „Un: terſchied des Verhältniſſes vom Gegenſatze“ 266. „Im Gegenſatze ſei das Entſtehen des Einen der Untergang des Anderen, und um— gekehrt“ 266. „Was im Gegenſatz iſt, hat keine Mitte“ 266, 267 Zweitens. „Die oberſte Gattung“, das „Allgemeinſte, oder das Weſen »desjenigen, was als an und für ſich ſeiend betrachtet wird«“, iſt das Eins (co &r) 267. „Was im Gegenſatze ift, hat zur Gattung, ſagen ſie, das Gleiche und das Ungleiche« und die Gat— tung deſſen, was im gleichgültigen Verhältniſſe iſt, iſt der Über— ſchuß und Mangel, Mehr und Minder 267 Drittens. Die über dieſen drei Gattungen ſtehende höchſte Gat— tung iſt Einheit 268. Verhältnis dieſer Einheit zur unbeſtimmten Dyas 268. Übergang in die Zahlenreihe 268. „Dieſer Übergang 5 qualitativen in den quantitativen Gegenſatz iſt nicht deutlich“ 68 Der Fortſchritt iſt, daß jetzt die Zahlen „reine Begriffe ſind: Ein— heit, Zweiheit und der Gegenſatz von Eins als Grenze, die unbe— ſtimmte Zweiheit; — Allgemeine, welche weſentlich nur ſind durch Beziehung auf das Entgegengeſetzte, oder in denen die Beſtimmt— heit als das Weſentliche iſt“ 269 „Das Spekulative tritt hier als ſpekulativ hervor“ 269, 270. „Bei Plato iſt die Idee keine andere“ 269, 270 Zur Frage der Beziehung der Zahlen, der reinen Begriffe, zur Realität 270. Die Pythagoreer meinten damit weder Urbilder 1942
Pythagoras 17 270, 271, „noch viel weniger Gedanken in unſerem Bewußtſein“, ſondern „die reale Subſtanz des Seienden“ 271. Das Sein des nächſt beſten Seienden iſt „a) Eins zu ſein, 6) Monas und die Dyas an ihm zu haben, und ihren Gegenſatz und Beziehung“ 271 Ariſtoteles über das Verhältnis der pythagoreiſchen Zahl zu den Dingen 271. »Die Zahl ift das Prinzip (day) und die Materie (#29) der Dinge, fo wie ihre Eigenſchaften und Kräften 271 Weitere konkretere Beſtimmungen dieſer Abſtrakta durch Jam— blichos, Porphyrios und Nikomachos 272. Bedeutung der Monas und Dyas bei ihnen 272 e) Die Trias iſt Einheit und Vielheit und gilt dann im Allgemei— nen „für das erſte Vollkommene“ 272, 258. Ariſtoteles über die Trias 272, 273, 274. „Die Chriſten haben in dieſer Dreiheit ihre Dreieinigkeit geſucht und gefunden“ 273 Ariſtoteles' genaue Beſtimmung dieſer Dreiheit 273, 274. „Was vollkommen iſt oder was Realität hat, hat es in der Dreiheit: Anfang, Mitte und Ende“ 273, Sein, Verſchiedenheit, Einheit beider 274 d) Die Tetras iſt die Trias auf entwideltere Weiſe 274. Faſſung der Tetras als Tetraktys, „die wirkſame, tätige Vier“ 274. Ihre Würdigung in einem Gedichtfragment des Empedokles 274, 275 e) Die Dekas iſt die reale Tetras 275. Tetraktys heiße die Vol: endung, welche die vier erſten Zahlen in ſich enthält; 1+ 23 + 4 — 10.« Proklos hierzu 275 „Was von den übrigen Zahlen gefunden wird, iſt unbeſtimmter, und der Begriff verliert ſich in ihnen“ 276 2. Übergang „von den abſtrakt logiſchen Beſtimmungen zu For— men, die eine konkrete Anwendung von Zahlen bedeuten“ 276 bis 286 a) Bedeutung der Zahlen im Räumliden 276278. Sextus Em: pirieus gibt ein Beiſpiel davon 276. Faſſung des Punktes als Einheit, Monas, der Linie als Dyas, der Fläche als Dreiheit, des Körpers als Vierheit 276, 277. Andere entwickeln den Körper aus dem Punkt 277, 276 Zum Fortgang vom Punkte zum wirklichen Raum 277. Es iſt eine Entwicklung in der Form des Geſchehens 277, 278. Viel ſchwerer ift der Übergang von der Raumerfüllung überhaupt zur beſtimmten: Waſſer, Erde ufw. Ihn haben die Pythagoreer nicht gemacht 278 1943
1 1 Pythagoras b) Bedeutung der Zahlen im Muſikaliſchen 276, 278—280. Die Pythagoreer behandelten die Muſik, da in ihr die Zahl das Be⸗ ſtimmende iſt, „als Pſychagogiſches, Pädagogiſches“ 278. Pytha⸗ goras ſoll die Grundtöne der Harmonie gefunden haben 278. Seine Verſuche an Saiten 279. „Hier iſt die Zahl das Wahrhafte, was den Unterſchied beſtimmt“ 279, 280 Kritik an der Verworrenheit und Trübſeligkeit der weiteren Fort⸗ bildung des Univerſums als Zahlenſyſtems 280. Plato gibt uns eine Probe von ſolcher Vorſtellung des Univerſums als eines Zahlenſyſtems 280 c) Bedeutung der Zahlen für die Himmelskörper 280—284. Uri: ſtoteles hierzu 280, 281. Bedeutung der Dekas 281. Ariſtoteles über die nähere phyſikaliſche Beſtimmung der zehn Sphären 281, 282. Das Tönen der Sphären 282. Das Grandioſe und die Not— wendigkeit dieſer Idee. Es iſt hier der Gedanke eines Syſtems des Weltgebäudes gefaßt 282. Grund für die Unhörbarkeit der Sphärenmuſik 282, 283 „Die Muſik der Sphären iſt eine große Vorſtellung der Phantaſie.“ „Die Idee aber, die Bewegung als Maß, notwendiges Sy— ſtem von Zahlen und Zahlenverhältniſſen darzuſtellen, iſt not⸗ wendig“ 283, 282. Die heutige Aſtronomie hat für das Harmo— niſche heute noch keinen Grund gefunden 283, 284 d) Anwendung der Zahl auf die Seele, Beſtimmung auch des Geiſtigen als Zahl 284—285. Die Pythagoreer ſuchten »die Be— ſtimmung des Selbſtbewegens in der Seeles 284. Faſſung des Ver— ſtandes (bobs) als Eins, des Erkennens als Zwei, der Meinung als Drei, der ſinnlichen Empfindung als Vier 284, 285 Über das verwickeltere Verhältnis zu Zahlenbeſtimmungen, das Ariſtoteles von Timäus anführt 285. „Merkwürdig iſt es, daß ſie die Seele als ein Syſtem gefaßt haben, was von dem Syſtem des Himmels ein Gegenbild ſei“ 285, 286 Die Seelenwanderung 286— 289 [11, 286]. Kurzer geſchichtlicher Abriß der nereupigwars 286, 287. Pherecydes, die Inder, die Agypter 286, Pythagoras 287. Bei den Griechen iſt das Bewußt⸗ ſein höherer freier Individualität ſchon zu ſtark geweſen, als daß die Vorſtellung von der Seelenwanderung hätte haften kön⸗ nen 287, 288 Ariſtoteles's beſtimmtere Angaben über die ſogenannte Geelenwanderung des Pythagoras 288. Kritik hieran 288, 289 1944
Pythagoras 17 3. Die praktiſche Philoſophie des Pythagoras 289 — 293. Ariſtoteles über die zehn Tugenden der Pythagoreer 289. Beſtimmung z. B. der Gerechtigkeit als Zahl 289 Die goldenen Worte, eine Reihe von Hexametern, die eine Folge von moraliſchen Denkſprüchen find, werden ſpäteren Pythago— reern zugeſchrieben 289, 290 [14, 249, 327] „Wichtiger iſt der Übergang der Form des Sittlichen zu dem Mo— raliſchen in ſeiner Exiſtenz“ 290. „Der pythagoreiſche Bund iſt willkürliche Exiſtenz, willkürliches Herausheben, nicht ... aner⸗ kannt im Ganzen“ 291. Die goldenen Worte, allgemeine Lebens— regeln find nicht für etwas Spekulatives anzuſehen 291. Charak— teriſtik des rein Spekulativen 291, 292. „Das Spekulative iſt, daß das Weſen des einzelnen Bewußtſeins der Geiſt des Volkes iſt“ 292. Ein Beiſpiel dafür, daß dem Pythagoras die Subſtanz der Sittlichkeit das Allgemeine iſt, gibt die Antwort eines Pytha— goreers auf die Frage eines Vaters, wie er ſeinem Sohn die beſte Erziehung geben könne 292 (1, 514; 7, 235] „Das Spekulative der praktiſchen Philoſophie des Pythagoras iſt eben dies, daß die ſittliche Idee Realität als dieſer Bund erhalten ſollte“ 292, 293. Zu Thales Zeiten ſehen wir das Sittliche als allgemeine Staatsverfaſſung werden; bei Pythagoras ſehen wir „das theoretiſche Prinzip aus der Wirklichkeit zum Teil in den Gedanken erhoben“ 293, 290 Anführung der „Hauptmomente der Kritik, die Ariſtoteles über die pythagoreiſche Zahlenform gibt“ 293. Lebendigkeit, Bewegung, dieſe Beſtimmungen fehlen 293, 294. Ein Übergang von der Zahl zum Konkreten gelingt nicht 294. Vergleich mit dem Formalis— mus moderner Schemata 294 Über wiſſenſchaftliche Gedanken und Entdeckungen des Pythagoras unphiloſophiſcher Art 294. Der pythagoreiſche Lehrſatz 294, 295 (ſ. a. pythagoreiſcher Lehrſatz). Die Annahme eines leeren Raums 295, 296 Vergleich der pythagoreiſchen Philoſophie mit der eleatiſchen Schule 296 (O eleatiſche Schule), 300 (O Kenophanes) 298 (O Kenophanes), 314, 316 (O Parmenides), 344, 365 (O He⸗ raklit), 371 (O Empedofles) 18 77 (O Sokrates), 305 (O Ariſtoteles) 19 Verhältnis der Neuplatoniker zu Pythagoras 4, 10 (O Neuplato⸗ 1945
o — * — 1 Pythagoras / pythagoreiſcher Lehrſatz niker), 70, der Alexandriner zu Pythagoras 32 (O alexandriniſche Philoſophie) Plato und Pythagoras 34 (O alexandriniſche Philoſophie) 43, 54, 65 (O Plotin), 70 (O Jamblichos), 180 (O Albertus Magnus), 217 (O Reuchlin), 243 (O Bruno) 57, 126 (O Humboldt, Wilh. v.) Pythagoreer (Pythagoras) Verdienſt der Pythagoreer um die philoſophiſchen Beziehungen der Zahlen 28 (O Planet) „Die Pythagoreer haben den Gedanken der Einheit, der Die— ſelbigkeit und Gleichheit und den Grund der Übereinſtimmung, des Zuſammenhangs und der Erhaltung von Allem, des mit ſich ſelbſt Identiſchen, als Eins ausgeſprochen“ 257. Die Pythagoreer gingen von dem Zahlen- zum Gedankenausdruck über 257, 258 O Zahl) 235 [1, 514; 17, 292] (f. Bürger) 183 (O Planet) 243 (O chriſtliche Religion) 122 (O Philoſophiegeſchichte) „Pythagoras und die Pythagoreer“ 236296, 237, 238, 246—252, 265, 280, 289 (ſ. Pythagoras) 343, 345 (O Heraklit), 372 (O Empedokles) 18 Platon und die Pythagoreer feiner Zeit 173, 174. Aufnahme älterer pythagoreiſcher Philoſopheme in ſeine Dialoge 181, z. B. im Timäus 182, 248 (O Plato), 258 255, 258 (O Plato), 310, 320 (O Ariſtoteles) 19 Die Alexandriner und Pythagoreer 35 (O alexandriniſche Philo— jophie), 37 (0 Plotin), 135 (O ſcholaſtiſche Philoſophie), 455 (O Leibniz), 566 (O Kant) 20 380 (O Schubarth) pythagoreiſcher Lehrſatz 1 Umwandlung „des pythagoreiſchen Lehrſatzes, welcher allein alle wahrhafte Geometrie iſt, in die Reihen der Funktionen krummer Linien“ 346 (O Jacobi) 1946
o — W D 16 1 —1 13 16 18 1 — — D 13 18 Q -] pythagoreiſcher Lehrſatz / Quaker 39 (O Phänomenologie) 312 (O Philoſophieunterricht) 254 (O Rechnungsarten) „Die völlige Beſtimmtheit aber der Größe des Dreiecks nach 12955 Seiten in ſich ſelbſt enthält der pythagoreiſche Lehrſatz“ 3 (O Lehrſatz) [9, 77 O] 440 [P. St. 6, 137] (O Lehrſatz) 77 (O Raum) Die vielen Beweiſe des pythagoreiſchen Lehrſatzes 414 (O Gottesbeweiſe) 294, 295 (O Pythagoras) Pythia 42 (0 Orakel), 52 (O griechiſche Götter) (16, 106] 146 (O griechiſche Religion) 107 (O Sokrates) Python 321 (O Griechen) Quadrat Werden des Quadrats. Zeit, Linie, Ebene 23,24, 25,26 (0 Planet) 139, 439 Fußn. (O Naturrecht) 75 [P. St. 6, 153] (O Raum) Vergleich des Oblongum mit dem Quadrat im Hinblick auf Ge fälligteit 306 (O klaſſiſche Architektur). Das Quadrat iſt für die romantiſche Architektur unpaſſend 337 (O romautiſche Architektur! Quadratur Yuadratur des Zirkels 136 (O Eubulides) Quäker Das mögliche liberale Verhalten des Staates gegen Quäker, Wiedertäufer uſw. 354 Fußu. (O Religion) 1947
18 * 0 N => * Quäker / Qualität „Quäker, Wiedertäufer uff., die beſtimmten Rechten des Staats, der Verteidigung des Vaterlandes, ſich widerſetzen, können in einem wahren Staate nicht ſtattfinden“ 115, 116 (O Sokrates), 273. „Das Leben im und fürs Allgemeine fordert nicht jene lahme und feige, ſondern eine ebenſo energiſche Sanftmut, — nicht eine Beſchäftigung mit ſich und feinen Sünden, ſondern mit dem All⸗ gemeinen und dem, was für dieſes zu tun iſt“ 273, 274 (O Plato) qualieren Die Qualierung oder Inqualierung, ein Ausdruck in Jakob Böh⸗ mes Philoſophie, bedeutet die Bewegung einer Qualität (der ſauren, herben uff.) in ihr ſelbſt, „inſofern ſie in ihrer negativen Natur (in ihrer Qual) ſich aus Anderem ſetzt und befeſtigt“ 129 (O Dafein) Das Gefühl „qualiert“ nur 18 8 (O Gefühlstheologie) Qualität (Beſtimmtheit, Qualität — Quantität) „Der qualitative Sprung“ in der Natur und im Geiſt 18 (O Phä— nomenologie) „Qualität“ 117—119 (O Sein) § 8 „Die Qualität iſt die unmittelbare Beſtimmtheit, deren Ver⸗ änderung das Übergehen in ein Entgegengeſetztes iſt“ 117 A. „Sein, Nichts, Werden“ 117 (ſ. Sein) B. „Daſein“ 118 (ſ. Daſein) C. „Fürſichſein“ 118—119 (f. Fürſichſein) „Qualität der Urteile oder Urteile der Inhärenz“ 149—151 (f. Urteil) „Schlüſſe der Qualität oder der Inhärenz“ 156 bis 158 (ſ. Schluß) „Qualität“ 172—173 (O Sein) a) „Sein“ 172 (ſ. Sein) b) „Daſein“ 172—173 (f. Daſein) e) „Veränderung“ 173 (ſ. Veränderung) Das Sein als Beſtimmtheit, als Qualität 85, 87—218 (ſ. Sein). In Gott enthält die Qualität Tätigkeit, Schöpfung, Macht 91, 92 (O Sein) Die Qualität als Beſtimmtheit des Daſeins, als ſeiende Be⸗ 1948
Qualität 4 ſtimmtheit 122, 124—129 (ſ. Daſein). Qualität und Eigenſchaft 128, 129 (f. Dafein), 607 Übergang der Qualität in die Quantität 209, 210 (f. Repulſion) 5 „Das Urteil des Daſeins“, das auch das qualitative ge: nannt werden kann 75—91, 74 (ſ. Urteil), 92, 126 Der unmittelbare Verſtandesſchluß kann auch als der qualitative Schluß angeſehen werden 126 (ſ. Schluß), 148 6 „Qualität“ 51—61 [P. St. 8, 203—215] (ſ. Sein) 8 Die drei Stufen des Seins find Qualität, Quantität, Maß 202 & „Qualität“ 203—215 [P. St. 6, 51—61] (ſ. Sein). Das Daſein als Qualität 217 [P. St. 6, 58]. Die Realität als Qualität 218 IP. St. 6, 58] (ſ. Daſein). Das Fürſichſein als „die vollendete Qualität“ 2278, 234 & Übergang von Qualität in Quantität 230 [P. St. 6, 61], 233 9 (ſ. Eins) „Qualitatives Urteil“ 372375 [P. St. 6, 105—106] (ſ. Urteil) „Qualitativer Schluß“ 386—393 [P. St. 6, 110—114] (ſ. Schluß) 12 194, 195 (ſ. Geſetzmäßigkeit) 17 „Ariſtoteles unterſcheidet zuerſt Qualität, , dann Materie und Stoff“ 410 (O Anaxagoras) 18 Bei den Stoikern iſt „die Qualität, überhaupt die Form, das Tä— tige »das Verhältnis (Js) in der Materie; und dies iſt Gotte, das Tuende oder Qualitative, d. h. das die allgemeine Materie zu etwas Beſonderem Machende“ 438 (O Stoiker) 19 Böhme leitet von Qual Quellen ab. „Die Qual, dieſe Negativität geht fort in Lebendigkeit, Tätigkeit: und ſo ſetzt er es auch mit Qualität, woraus er Qualität macht, zuſammen“ 307, 310. Zur „bitteren Qualität“ in Gott 309. Zu Böhmes Hauptbegriff, der Qualität 310—312. „Qualität iſt die Beweglichkeit, Quallen oder Treiben eines Dinges« 310. Ihre zwei Spezies find das Licht und die Grimmigkeit 310, 311. Aufzählung der Qualitäten 311. Über „die ſieben erſten Quellgeiſter“ 311, die ſieben Planeten 311, 312 (O Böhme) Locke unterſcheidet in Anſehung der äußeren Qualitäten primäre 1949
19 Bo .ı Qualität / Qualität — Quantität und ſekundäre Qualitäten; dieſer Unterſchied iſt früher ſchon bei Ariſtoteles vorgekommen, dann auch bei Descartes 430; „die erſten kommen den Gegenſtänden ſelbſt in Wahrheit zu; die an⸗ deren find keine realen Qualitäten, ſondern gründen ſich auf die Natur der Organe des Empſindens“ 430, 431 (O Locke). Kants Kategorien der Qualität 567 (O Kant) Qualität — Quantität 119, 120, 121 (f. Quantität) „Quantität iſt die ſchon negativ gewordene Qualität“ 85. Das Maß iſt eine Relation der Qualität und Quantität zueinander 86 (O Sein), 405, 409 209, 210 (f. Repulſion). „Die Qualität iſt die erſte, unmittelbare Beſtimmtheit, die Quantität die Beſtimmtheit, die dem Sein gleich— gültig geworden, eine Grenze, die ebenſoſehr keine iſt“ 219 Unterſcheidung des qualitativen und quantitativen Unendlichen 274 (O Unendlichkeit) Rückkehr des Quantums zur Qualität 291, 292 (O Quantum) Bedeutung der qualitativen Beſtimmtheit im Quantitativen 293 bis 389 (ſ. Mathematik) Zunächſt erſcheint „die Quantität als ſolche der Qualität gegen— über; aber die Quantität iſt ſelbſt eine Qualität, ſich auf ſich be— ziehende Beſtimmtheit überhaupt, unterſchieden von der ihr an— dern Beſtimmtheit, von der Qualität als ſolcher“ 402. „Die Wahr⸗ heit der Qualität ſelbſt iſt die Quantität; jene hat ſich als in dieſe übergehend gezeigt“ 402 (O Potenz) „Im Maße find, abſtrakt ausgedrückt, Qualität und Quantität vereinigt“ 405, 409 (O Maß) Charakteriſtik des Übergangs des Quantitativen in Qualitatives in der Knotenlinie von Maßverhältniſſen 457; auch im natür— lichen Zahlenſyſtem 458, im Muſikaliſchen 459, im Chemiſchen 459, 460, im Moraliſchen 461, 462 (O Maß) „Im Eigentum iſt die quantitative Beſtimmtheit, die aus der qualitativen hervortritt, der Wert“ 118. „Das Qualitative gibt hier das Quantum für die Quantität, und iſt als ſolches ebenſo erhalten, wie auſgehoben“ 118, 119 (0 Eigentum) „Die Qualität iſt überhaupt die mit dem Sein identiſche, unmit— telbare Beſtimmtheit, im Unterſchied von der . .. Quantität, welche 1950
E D 12 17 18 Qualität — Quantität / Quantität zwar gleichfalls Beſtimmtheit des Seins, jedoch nicht mehr mit demſelben unmittelbar identiſche, ſondern gegen das Sein gleich— gültige, demſelben äußerliche Beſtimmtheit iſt“ 217 (O Dafein), 218 [P. St. 8, 58] Übergang der qualitativen Beſtimmtheit in das Sein als Quan⸗ tität 230 [P. St. 6, 61], 2330 (0 Eins), 255 [P. St. 6, 66] (O Maß), und umgekehrt der Quantität in Qualität 251 [P. St. 6, 65], 252 H, 253, 255 [P. St. 6, 66] Die qualitative Quantität als Maß 252 8 (f. Quantität), 253, 258 8, 259 0 (ſ. Maß), 202 © 629, 630 [P. St. 6, 211] (f. Tier) „Die als äußerlich geſetzte nicht ſchlechthin immanente Beſtimmt— heit iſt überhaupt die quantitative, wogegen die Qualität eine beſtimmte Sache zu dem macht, was ſie iſt“ 190. „Die Größe und deren Anderung als bloße Größe iſt eine für das Qualitative gleichgültige Beſtimmtheit, wenn fie ſich nicht als Maß geltend macht“ 190, 191 (O Symmetrie) 268 (O Pythagoras) Umſchlagen der Quantität in Qualität in den beiden Sophismen vom Häufenden und vom Kahlen 139. Diejes’ Umſchlagen iſt das, was unſer Verſtand nicht anerkennt 140 (O Eubulides) Quantität (Größe, Qualität — Quantität) Übergang des Eins in die Quantität 119 (O Fürſichſein) „Quantität“ 119—121 (O0 Sein, zweiter Abſchnitt) § 21 Zur verſchiedenen Bedeutung von Qualität und Quantität für die Sache 119, 120. „Die Quantität iſt die Beſtimmung, die nicht mehr die Natur der Sache ausmacht, ſondern ein gleich gültiger Unterſchied“ 120 § 22 Sie iſt Kontinuität und hat zugleich auch das Moment der Diskretion 120 S 23 A. „Die Größe iſt entweder kontinuierlich oder diskret. Aber jede dieſer beiden Arten von Größe hat ſowohl die Dis⸗ kretion als die Kontinuität an ihr“ 120 $ 24 und 8 25 B. Das Quantum als intenſive und extenſive Größe 120 (f. extenſiv — inten ſiv) § 26 C. „Das Quantum hat keine an ſich ſelbſt beſtimmte Grenze“ 120. Das unendlich Kleine und das unendlich Große 120 1951
DI Quantität 8 27 Der genauere Begriff „des mathematifdj-Unendlihen” 121 8 28 Gegenüberſtellung von unendlichem Progreß dem „wahr: haft Unendlichen“, das die „Negation der Negation“ iſt 121 8 29 Aufhebung der quantitativen Beſtimmung in eine quali⸗ tative 121 (O Sein) „Quantität der Urteile oder Urteile der Re— flexion“ 151—153 (f. Urteil), 182 „Schlüſſe der Quantität oder Reflexion“ 158—159 (. Schluß) „Quantität“ 173—175 (O Sein) a) „Fürſichſein“ 173—174 (ſ. Fürſichſein) b) „Quantum“ 174—175 (ſ. Quantum) Die Momente des Übergangs der Qualität in die Quantität 209—210 (ſ. Repulfion) „Die Größe (Quantität)“ 85, 219—404 (O Sein). „Die Quantität iſt die Beſtimmtheit, die dem Sein gleichgültig gewor— den, eine Grenze, die ebenſoſehr keine iſt“ 219. „Solche Grenze, die Gleichgültigkeit derſelben an ihr ſelbſt und des Etwas gegen ſie, macht die quantitative Beſtimmtheit desſelben aus“ 219, 222 Unterſcheidung der reinen Quantität vom Quantum 220, 222 bis 238. Der unendliche Progreß des Quantums 220, 242— 389. Das quantitative Verhältnis als „das Quantum in qualitativer Form“ 220, 389 —404. Übergang in das Maß 220 Anmerkung. Abgrenzung der quantitativen von der qualitativen Grenze 220. Die Größe als Quantum 221. Die mathematiſche Größe 221 Erſtes Kapitel. „Die Quantität“ 222— 242 A. „Die reine Quantität“ 220, 222—238. „Die Quantität iſt das aufgehobene Fürſichſein“, das in Attraktion übergegangene Fürſichſein, das „als Einheit des Außerſichſeins Einheit mit ſich ſelbſt iſt“ 222, 219. Begriff der Kontinuität 222 (ſ. Kontinuität) und das Moment der Diskretion 222, 223. „Die Quantität iſt die Einheit dieſer Momente, der Kontinuität und Diskretion“, aber zunächſt in der Form der Kontinuität 223 Anmerkung 1. „Die reine Quantität hat noch keine Grenze, iſt noch nicht Quantum“ 223. Das Moment der Diskretion in ihr kann als „die reale Möglichkeit des Eins“ gefaßt werden 223. Ab⸗ grenzung der Kontinuität von der Zuſammenſetzung, „worin das 1952
Quantität 4 Eins in feiner abſoluten Sprödigkeit und Ausſchließung erhalten bleibt“ 224. Atomiſtik 224. Die Mathematik „läßt ſolche unfon: tinuierliche Eins nicht gelten“ 224 Spinoza iſt es um „den Begriff der reinen Quantität gegen die bloße Vorſtellung“ zu tun 224, 225 Beiſpiele der reinen Quantität ſind Raum, Zeit, Materie über⸗ haupt, Licht, Ich 225. Die Quantität iſt die reine Denkbeſtimmung, die Materie aber dieſelbe in äußerlicher Exiſtenz 225. Leibniz hier⸗ zu 225. Faſſung der Vielheit als einfache Einheit 226, 225 Anmerkung 2. In der Natur der Quantität ſällt die Antinomie der unendlichen Teilbarkeit des Raums, der Zeit, der Materie 226. „Dieſe Antinomie beſteht allein darin, daß die Diskretion ebenſoſehr als die Kontinuität behauptet werden muß“ 226, 228 Zu Kants vier kosmologiſchen Antinomien 226—236 (f. Anti— nomie) „Unendlich ſinnreicher und tiefer als die betrachtete kantiſche An— tinomie ſind die dialektiſchen Beiſpiele der alten eleatiſchen Schule, beſonders die Bewegung betrefſend“ 236, 237. „Sie haben das reine Sein des Parmenides zum Reſultate, indem ſie die Auflöſung alles beſtimmten Seins in ſich ſelbſt aufzeigen, und ſind ſomit an ihnen ſelbſt das Fließen des Heraklit“ 237. Würdi⸗ gung der Auflöſung, die Ariſtoteles von dieſen dialektiſchen Ge⸗ ſtaltungen gibt 237. Er ſetzt der unendlichen Teilbarkeit die Kontinuität entgegen, „ſo daß die unendliche, d. h. abſtrakte Vielheit nur an ſich, der Möglichkeit nach, in der Kontinuität enthalten ſei“ 237, 238. Bayles Mißverſtändnis der ariſtoteliſchen Auſ— löſung 238 B. „Kontinuierliche und diskrete Größe“ 239—241 (ſ. kontinuierlich — diskret) C. „Begrenzung der Quantität“ 241—242. Die diskrete Größe iſt „als unterſchieden von der kontinuierlichen als ein Da⸗ ſein und ein Etwas, deſſen Beſtimmtheit das Eins und als in einem Daſein auch erſte Negation und Grenze iſt“ 241. „Die reale diskrete Quantität iſt ſo eine Quantität, oder Quantum, — die Quantität als ein Daſein und Etwas“ 241, 242 Zweites Kapitel. „Quantum“ 220, 242—389 (ſ. Quan⸗ tum) Drittes Kapitel. „Das quantitative Verhältnis“ Glockner, Hegel-Lexikon 123 1953
* Quantität 220, 389—404. „Das unendliche Quantum iſt als die Einheit bei— der Momente, der quantitativen und qualitativen Beſtimmtheit, zunächſt Verhältnis“ 390, 389, 220. Jedes Quantum hat ſeine Be— ſtimmtheit in der Beziehung auf das andere Quantum 390, 220. „Es findet ſich ſelbſt in ſeinem Jenſeits, welches ein anderes Quantum iſt“ 390. „Dieſe Beziehung iſt ſelbſt auch eine Größe; das Quantum iſt nicht nur im Verhältnis, ſondern es ſelbſt iſt als Verhältnis geſetzt“ 390 Das Verhältnis überhaupt iſt 1. „das direkte Verhältnis“ 390—391, 2. das „indirekte Ver— hältnis“ 391 und 3. das „Potenzen verhältnis“ 391. Übergang zum Maß 391 KA. „Das direkte Verhältnis“ 390—391, 391—394, 401 1. Im direkten Verhältnis „liegt die Beſtimmtheit des einen Quantums gegenſeitig in der Beſtimmtheit des andern“ 391 2. Der Unterſchied des Quantums an ihm ſelbſt iſt „der Unter— ſchied der Einheit und der Anzahl“ 391, 392. Der Exponent iſt erſtens Quantum und zweitens „die einfache Beſtimmtheit als das Qualitative der Seiten des Verhältniſſes“ 392, 393 3. Beide machen nur ein Quantum aus; „nach ihrer Begriffsbe— ſtimmtheit ſind ſie ſelbſt ſomit nicht vollſtändige Quanta“ 392, 393. Sie ſind „in dieſem qualitativen Zuſammenhange als negative gegeneinander zu ſetzen“ 393. Übergang zum umgekehrten Ver— hältnis 393, 394 B. „Das umgekehrte Verhältnis“ 391, 394-399, 401. 1. Es iſt „das aufgehobene direkte Verhältnis“. „Der Exponent gilt als Produkt, Einheit der Einheit und der Anzahl“ 394. „In dem nunmehrigen Verhältuiſſe ift der Exponent, als das beſtimmende Quantum, negativ gegen ſich als Quantum des Verhältuiſſes, hiermit als qualitativ als Grenze geſetzt, daß alſo das Quali— tative für ſich im Unterſchied gegen das Quantitative hervortritt“ 395. Vergleich mit dem direkten Verhältnis, in welchem die Ver: änderung innerhalb des Verhältniſſes gehalten iſt 395, 394 2. Betrachtung dieſer qualitativen Natur des indirekten Verhält⸗ niſſes 395, 396. Das Quantum iſt affirmatives Quantum und zu— gleich Grenze 395, 396. Die beiden Momente innerhalb des Erponenten begrenzen ſich, „jede kontinuiert ſich auf dieſe Weiſe negativ in die andere“ 396; „jede enthält auf dieſe Weiſe auch die andere und iſt an ihr gemeſſen“ 396, 397 1954
Quantität „Der Epponent ift die Grenze der Seiten feines Verhältniſſes, innerhalb deren ſie gegeneinander zu- und abnehmen, dem ſie nach der affirmativen Beſtimmtheit, die er als Quantum iſt, nicht gleich werden können“ 397. Der Exponent iſt ſo „ihr Jenſeits, dem ſie ſich unendlich nähern, aber das ſie nicht erreichen können“, unendlicher Progreß 397, 399. Aber „die ſchlechte Unendlichkeit iſt hier zugleich geſetzt als das, was ſie in Wahrheit iſt, nämlich nur das negative Moment überhaupt“ 397, 398 3. Ergebnis iſt, „daß überhaupt das Ganze als Exponent die Grenze des gegenſeitigen Begrenzens der beiden Glieder, alſo die Negation der Negation, ſomit die Unendlichkeit, affirmatives Ver: halten zu ſich ſelbſt, geſetzt iſt“ 398, 399. Übergang zum Potenzen— verhältnis 399 C. „Potenzen verhältnis“ 391, 399—404 (f. Potenz) Die Quantität als Moment des Maßes 405, 410-411 (ſ. Maß) „Die ſpezifiſche Quantität“ 412—431 (ſ. Maß) Vergleich des Weſens mit der Quantität 483, 484 (ſ. Weſen) Charakteriſtik der Quantität als „Einheit der Kontinuität und der Diskretion“ 646, 647 (O Antinomie) Beſtimmung des Reflexionsurteils als Urteil der Quantität 92, 93, 75 (ſ. Urteil) „Quantität“ 62—65 [P. St. 8, 234— 253] (O Sein) a) „Die reine Quantität” 62—63 [P. St. 8, 234—240 8 52 [P. St. 8, $ 99 wörtlich ſ. u.] 62, 63 [P. St. 8, 234—238] § 53 [vgl. 8, § 100, verändert] Charakteriſtik der Quantität als Einheit der kontinuierlichen und diskreten Größe 63 (vgl. 8, 239) Die Anmerkung iſt in 8, 239 wörtlich übernommen ſ. u. b) „Das Quantum“ 63—64 [P. St. 8. 240— 242] (ſ. Quantum) c) „Der Grad“ 64—65 [P. St. 8, 243—253] (ſ. Sein) „Quantität“ 202.0, 230 [P. St. 6, 61], 234—253 [P. St. 6, 62— 651 a) „Die reine Quantität“ 234—240 [P. St. 6, 62—63) § 99 [P. St. 6, S 52, wörtlich! Die Quantität iſt das reine Sein, an dem die Beſtimmtheit „als auſgehoben oder gleichgültig ge— ſetzt iſt“ 234 [P. St. 6, 62] | 1. Die Größe ift „beſtimmte Quantität“. 2. „Die Mathematik pflegt die Größe als das zu definieren, was vermehrt oder ver: 1955
E Ne} N —1 Quantität mindert werden kann“ 234, 235 [P. St. 6, 62], 252. 3. „Das Ab⸗ ſolute iſt reine Quantität“ 235 [P. St. 6, 62, 63] Zuſatz. Kritik an der mathematiſchen Definition von Größe 235 8, 2369. Überſchätzung des Umfangs der Gültigkeit des Quantita— tiven 236 Z, 237 @. Der „mathematiſche Standpunkt, auf wel: chem die Quantität, dieſe beſtimmte Stufe der logiſchen Idee, mit dieſer ſelbſt identifiziert wird, iſt kein anderer Standpunkt als der des Materialismus“ 237 @. Quantität iſt „eine Stufe der Idee“ 237 H. Die Größenbeſtimmung hat in der Natur eine viel größere Wichtigkeit als in der Welt des Geiſtes 237 g, 288 g. Ihre größte Bedeutung in der Mechanik 238 8 $ 100 (vgl. 6, S 53) Die Quantität iſt in ihrer unmittelbaren Be— ziehung auf ſich kontinuierliche, in der andern in ihr enthaltenen Beſtimmung des Eins iſt fie diskrete Größe 239 (vgl. 6, 63) Zur kontinuierlichen und diskreten Größe 239 [P. St. 6, 63] (ſ. kontinuierlich — diskret) Zuſatz. Die Quantität enthält die Repulſion und Attraktion als ideelle Momente in ſich und es gibt „weder eine bloß kontinuier— liche, noch eine bloß diskrete Größe“ 2398, 240 © b) „Das Quantum“ 240—242 [P. St. 6, 63—64] (ſ. Quan⸗ tum) e) „Der Grad“ 243-253 [P. St. 6, 64—65] (ſ. Sein). Rück⸗ blick auf die Dialektik der Quantität 252. Das Reſultat dieſer Dialektik iſt „nun aber nicht die bloße Rückkehr zur Qualität, ſo als ob dieſe das Wahre, die Qualität dagegen das Unwahre wäre, ſondern die Einheit und Wahrheit dieſer beiden, die qualitative Quantität — oder das Maß“ 2528 (O Quantum) Der quantitative oder mathematiſche Schluß 392 [P. St. 6, 114] (ſ. Schluß) Faſſung des Raums als „reine Quantität“ 71 [P. St. 6, 151] (O Raum) Kritik daran allen in dem Organismus zu faſſenden Unterſchied „in den Formalismus bloß quantitativer Verſchiedenheit, Er— höhung und Verminderung, Stärkung und Schwächung, d. h. in die höchſtmögliche Begriffloſigkeit“ zu kleiden 629, 630 [P. St. 6, 210, 211] (f. Tier) 190, 191 (O Symmetrie), 337 415 (O Anaxagoras) 1956
19 oo Quantität / Quantum Kants Kategorien der Quantität: Einheit, Vielheit und Allheit 566, 567 (f. Kant) Quantum (ertenfiv — intenſiv, Größe) „OJuantum“ 174—175 (O Quantität) § 28 Die Quantität mit gleichgültiger Grenze iſt Quantum 174 § 29 Das Quantum als extenſives und intenſives Quantum 174 (f. extenſiv — intenfiv) § 30 Am Quantum entwickelt ſich „der Progreß ins Unendliche oder die ſchlechte Unendlichkeit“ 175, 121 § 31 Übergang zur qualitativen Größe 175 „Quantum“ 242—389, 220 (O0 Quantität). Einteilung: Die Zahl als „Quantität mit einer Beſtimmtheit oder Grenze“ 242; das Quantum als extenſives und intenſives 242 und „quantita⸗ tive Unendlichkeit“ 242 A. „Die Zahl” 242—261 (f. Zahl) B. „Extenſives und intenſives Quantum“ 242, 262 bis 272 a) „Unterſchied derſelben“ 262—265 1. Das Quantum hat ſeine Beſtimmtheit als Grenze in der An⸗ zahl 262. Es iſt „mit ſeiner Grenze, die ein Vielfaches an ihr ſelbſt iſt, extenſive Größe” 262. Unterſcheidung der extenſiven und kontinuierlichen Größe 262. Gegenüberſtellung von extenſiv — intenſiv und kontinuierlich — diskret 262. Das extenſive Quan⸗ tum iſt „Anzahl einer und derſelben Einheit“. Unterſchied von der Zahl 263 2. Die Zahl hat „die Außerlichkeit, die Beziehung-auf-Anderes innerhalb ihrer ſelbſt“ 263. Die Grenze des Quantums geht „in einfache Beſtimmtheit über“, iſt dann „intenſive Größe“ 263, 264, „Grad“ 264, 242 „Der Grad iſt beſtimmte Größe, Quantum, aber nicht zugleich Menge, oder Mehreres innerhalb ſeiner ſelbſt; er iſt nur eine Mehrheit“ 264, 265 3. Gegenüberſtellung des extenſiven Quantums dem Grad 264, 265. Beziehung des Grades durch ſich ſelbſt auf ſein Anderes 264,5 265. Das Auf- und Abſteigen an der Skala der Grade 265 b) „Identität der ertenfiven und intenſiven Größe“ 265—271. Beziehung zwiſchen Grad und Anzahl oder 1957
2 Quantum der extenſiven Größe 265, 266. Beziehung zwiſchen intenſiver Größe über den Grad hinweg zum extenſiven Quantum 266. „Extenſive und intenſive Größe find eine und dieſelbe Beftimmtheit des Quantums“ 266. Die eine hat die Anzahl als innerhalb ihrer, die andere als außerhalb ihrer 266, 267. „Mit dieſer Iden⸗ tität tritt das qualitative Etwas ein“ 267 Anmerkung 1. Extenſives und intenſives Quantum im gewöhn— lichen Vorſtellen und in der philoſophiſchen Naturwiſſenſchaft 267, 268. Zur Umwandlung der mechaniſchen Betrachtungsweiſe in die dynamiſche 268, 269. Die Kraft und ihre Außerung iſt in beiden Formen, des Intenſiven und Extenſiven vorhanden 268 Auch die Zahl hat die gedoppelte Form. „Sie iſt eine Anzahl, inſofern iſt fie extenfive Größe“; aber fie iſt auch Eins und inſofern ſteht fie auf dem Übergange zur intenſiven Größe 269. Der Grad im Kreiſe 269 Auch die Größe eines konkreteren Gegenſtandes hat die gedoppelte Seite, und zwar als ein Außerliches und als ein Innerliches 269. Die Maſſe iſt als Gewicht ein extenſiv-Großes, als Drud ein in⸗ tenſiv⸗Hroßes 269. Der Wärmegrad als Subjektives und als extenſive Größe 270. Der Grad eines Tones, einer Farbe 270 Anmerkung 2. Kants „eigentümlicher Gebrauch von der An— wendung der Beſtimmtheit des intenſiven Quantums auf eine metaphyſiſche Beſtimmung der Seele“ 270, 271. Betrachtung der Seele in der rationellen Pſychologie als Seelending 271. Kritik hieran 271 c) „Die Veränderung des Quantum s“ 271272. „Ein Quantum iſt ſeiner Qualität nach in abſoluter Kontinuität mit ſeiner Außerlichkeit, mit feinem Andersſein, geſetzt“ 272, 271. Seine Grenze iſt nicht eine ſeiende, ſondern eine werdende 272. „Das Quantum ſchickt ſich ſelbſt über ſich hinaus“, und zwar bis ins Unendliche fort 272 C. „Die quantitative Unendlichkeit“ 242, 273—389 (ſ. Unendlichkeit) „Die Unendlichkeit des Quantums“ 220, 289 —389 (O Unendlichkeit) 1. „Das Unendlichgroße und Unendlichkleine ſind Bilder der Vor— ſtellung, die bei näherer Betrachtung ſich als nichtiger Nebel und Schatten zeigen“ 289, 290 1958
4 = Quantum „Das abſtrakte Nichtſein des Quantums überhaupt, die ſchlechte Unendlichkeit“ 290, der unendliche Progreß, und die Wiederher— ſtellung des Begriffs der Größe in ihm 290, 291 Gegenüberſtellung des „nach ſeinem Begriff beſtimmten Quan— tums“ dem „unmittelbaren Quantum“ 291. Rückkehr des Quan⸗ tums zur Qualität 291, 292. „Das Quantum hat die Unendlichkeit. das Fürſichbeſtimmtſein nicht mehr außer ihm, ſondern an ihm ſelbſt“ 292. „Die Außerlichkeit, welche als Jenſeits erſchien, iſt als das eigene Moment des Quantums beſtimmt“ 292. Das „quantitative Verhältnis“ 292, 293 Anmerkung 1. „Die Begriffsbeſtimmtheit des mathematiſchen Un— endlichen“ 293—337 (ſ. Mathematik) Anmerkung 2. „Der Zweck des Differential-Kalkuls aus ſeiner Anwendung abgeleitet“ 337—374, 331 (ſ. Mathematik) Anmerkung 3. „Noch andere mit der qualitativen Größenbe— ſtimmtheit zuſammenhängende Formen“ 375—389 (f. Mathe: matik) „Das quantitative Verhältnis“ 220, 389—404 (. Quantität) Das Potenzverhältnis ift „die Darſtellung deſſen, was das Quan— tum an ſich iſt, und drückt deſſen Beſtimmtheit oder Qualität aus, wodurch es ſich von anderem unterſcheidet“ 400, 401 (O Potenz) Das Quantum als Maß 410, 412—413. „Das ſpezifiſche Quantum“ 413-417 (ſ. Maß) Das intenſive und extenſive Quantum im Vergleich zum Quan— tum im ſpezifizierenden Maß 419 (. Maß) „Das Quantum“ 63—64 (O Quantität) [P. St. 8, 240—242 S 54 [P. St. 8, § 101] „An der unmittelbaren Einfachheit der Quantität iſt das Negative des Eins Grenze, und die Quantität iſt weſentlich Quantum“ 63 (vgl. 8, 240) $ 55 [P. St. 8, § 102, fait wörtlich ſ. u.] 64 [P. St. 8, 241] „Das Quantum“ 240—242 (O Quantität) [P. St. 6, 63—64] § 101 (vgl. 6, S 54) „Die Quantität weſentlich geſetzt mit der aus— ſchließenden Beſtimmtheit, die in ihr enthalten iſt, iſt Quantum; begrenzte Quantität“ 240 (vgl. 6, 63) Zuſatz. „Das Qnantum iſt das Daſein der Quantität“ 240, 241. Beſtimmung des Juantums als Zahl 241 § 102 [P. St. 6, S 55, erweitert! Die Zahl enthält nach dem Mo— 1959
Quantum / Rache 8 mente der Diskretion die Anzahl, nach dem der Kontinuität die Einheit in ſich 241 [P. St. 6, 64] Das Prinzip der Rechnungsarten muß fein, „Zahlen in das Berhältnis von Einheit und Anzahl zu ſetzen und die Gleichheit die⸗ fer Beſtimmungen hervorzubringen“ 241 O. Das Addieren, Mul⸗ tiplizieren, Erheben in die Potenz 242 Z. Die zu dieſen poſitiven negativen Rechnungsarten 242 © Zuſatz. Die Zahl dient ſowohl der diskreten wie der kontinuier⸗ lichen Größe 242 Quarte 9 240 , 242 C, 243 6 (O Klang) Quatremere de Quincy, Antoine-Chryſoſtöme 13 Sein Meiſterwerk über die Toreutik der Alten 444 (O Elfenbein) Queckſilber (Merkurius) 9 Der Planet Merkur hat das Zeichen des Queckſilbers 182 ©; als eines der vier Elemente des Paracelſus iſt es „die Metallität als flüſſige Sichſelbſtgleichheit, und entſpricht dem Lichte“ 183 @ (O Planet), 297 [P. St. 6, 190] (O Phyſik) Quellen, Quellenbildung 9 208 2, 209 8 (O Meteorologie), 485 8 (O Meer) Quinte 9 Die Quinte in der Muſik 240 9, 2429, 243 O, 245 © (O Klang) 14 174, 175 (0 Mufit) 17 279 (O Pythagoras) Quirinus, der vergötterte Romulus 11 375 (O Römer) Rache 2 130 (O Verſtand) 3 Die Rache iſt eine Wiedervergeltung, inſofern ſie von der be⸗ leidigten Partei ausgeübt wird, Strafe aber, inſofern ſie vom Richter ausgeübt wird 69. Die Rache hat die Form der Willkür 69 (O Recht), 218 1960
Rache / Racine 7 Die Wiedervergeltung hat gegen ſich, „daß ſie als etwas Un⸗ moraliſches, als Rache erſcheint, und daß ſie ſo für ein Perſön⸗ liches gelten kann“ 159, 160. „Die Rache wird hierdurch, daß ſie als poſitive Handlung eines beſonderen Willens iſt, eine neue Verletzung: ſie verfällt als dieſer Widerſpruch in den Progreß ins Unendliche“ 160. Privatrache und Racheübung der Heroen 160. „In einem Zuſtande der Geſellſchaft, wo weder Richter noch Geſetze ſind, hat die Strafe immer die Form der Rache“ 160. Bei ungebildeten Völkern, z. B. den Arabern, iſt die Rache eine un⸗ ſterbliche 161 (O Verbrechen) Gegenüberſtellung von Rache und gerichtlicher Strafe 301, 302 (ſ. Gericht) 10 Die Rache ift, „weil fie von dem Intereſſe unmittelbarer parti— kulärer Perſönlichkeit ausgeht, zugleich eine neue Verletzung, ins Unendliche fort“. Dieſer Progreß hebt ſich in der Strafe auf 389 [P. St. 6, 285] (O Recht — Unrecht), 406 5 (O Rechtspflege) 11 57 (O Geſchichtsphiloſophie). Rachſucht bei den Chineſen 181 (O China), bei den Ägyptern 289 (O Agypten). Blutrache der Araber 449 (O Völkerwanderung) 12 Die Rache kann „an ſich ſelbſt gerecht ſein, aber ſie beruht auf der Subjektivität derer, welche ſich der geſchehenen Tat annehmen und aus dem Recht ihrer eigenen Bruſt und Geſinnung heraus das Unrecht an dem Schuldigen rächen“ 253. Zur Rache des Oreſt 253 (O Heroenzeit). Karl Moors Privatrache 266, 267 (O Welt⸗ zuſtand) 13 Mit der beginnenden Selbſtändigkeit der Individualität iſt u. a. eine unendliche Luſt der Rache verbunden 7, ſo bei den Arabern, den Juden, ſo in den ſpäteren Pſalmen, in den Propheten 7, 8 (O klaſſiſche Kunſtform) Racine, Jean de 12 Racines Phädra dürfte ſich nicht von der Oenone bereden laſſen, denn ein echter Charakter handelt aus ſich ſelbſt 325 (O Charakter) 360 (O Kunſtſchönes) 16 Kritik an der franzöſiſchen Bearbeitung des Hippolyt durch Ra⸗ cine 134 (O griechiſche Religion) 1961
11 0 — 11 1 13 1 — 11 19 Radagaiſus / Raimund de Sabunde Radagaiſus 431 (O byzantiniſches Reich) Raffael Santi 44 (O Fichte) 3170 516 (O Mittelalter) Raffaeliſche Madonnen zeigen Formen, welche „ſchon der jeligen freudigen, frommen zugleich und demütigen Mutterliebe gemäß ſind“ 216. Ein Knabenporträt von ihm in Paris zeigt wunder— bar „Kummerloſigkeit um das Außere und die innere Freiheit im Außern“ 234 (O Kunſtſchönes) 377 (O Künſtler) 18 (O Künſtler). Raffaels Arabesken „in großer Ausdehnung und von höchſter Anmut, Geiſtreichigkeit, Mannigfaltigkeit und Gra— zie“ 301 (O ſymboliſche Architektur) Raffaels Darſtellung der Madonna mit dem Kinde 14. Vergleich Naffaels mit holländiſchen Meiſtern 28 (O Malerei) 31, 40 (O Malerei). Raffaels Chriſtuskinder 42, ſein Papſt Six— tus und die heilige Barbara 48 (O Malerei), ſeine Handzeich— nungen 62 (O Farbe). Zum Vorwurf, den man ſeiner Trans— figuration gemacht hat, „daß ſie in zwei ganz zuſammenhangsloſe Handlungen auseinanderfalle“ 89. Zur pyramidalen Gruppie— rung in der ſixtiniſchen Madonna 92, 95, 96 (O Malerei). Die reinſte Vollendung der Verſchmelzung der lebendigen volleren Wirklichkeit mit der inneren Religioſität des Gemüts erreichte Raffael 115, 116 (O italieniſche Malerei), 120 (O holländiſche Malerei) Raja 209, 211 (O Indien) Raimund de Sabunde Raimund von Sabunde 195-196 (0 Myſtiker). Ein Spa⸗ nier im 15. Jahrhundert, ſchrieb eine theologia naturalis 195. Charakteriſtik ſeiner ſpekulativen Auffaſſung 195, 196 1962
Rama / Rammelsberg Rama (Rämäjana) 12 450, 452, 460 (O indiſche Kunſt) 15 387 (O indiſche Religion) 20 Rama, eine Inkarnation Wiſchnus 127 (O Humboldt, Wilh. v.) Ramajana (indiſche Poeſie, Mahabharata, 11 217 (O Indien) 12 450, 451, 462 (O indiſche Kunſt) 14 333 (O epiſche Poeſie), 349 (O Weltzuſtand), 351, 354 (O Rolli: ſion), 360 (O Handlung), 389 (O epiſche Poeſie). Der Ramajana und Mahäbhärata 399 (ſ. Mahäbhärata). Die abendländiſche Weltanſchauung kann ſich darin weder zurechtfinden, noch damit ſympathiſieren 399. Die Einheit der beſonderen Teile iſt von großer Lockerheit 399, 400 (O indiſche Poeſie) 15 Eine Epiſode aus der Lebensgeſchichte des Visvamitra 387, 388, 389 (O indiſche Religion) 17 163 (O indiſche Philoſophie) 20 72, 89, 90, 93. Hauptzüge aus Ramaja, die zeigen, „was durch jenes Verſinken in ſich bewirkt wird“ 94—97, 98. Gleich in der Einleitung zum Ramajana zeigt ein Beiſpiel, „wie Brahma ſelbſt bis zu einer trivialen Außerlichkeit perſonifiziert erſcheint“ 113, 114, 121. Brahma als Dichter des Ramajana 127 (O Humboldt, Wilh. v.) Rameau, Jean Philippe 20 Rameau, ein Meiſter des Dialogs 198 (O Solger) Ramler, Karl Wilhelm 12 Ramlers „Einleitung in die ſchönen Wiſſenſchaften“ 38 (O Aſthe⸗ tif) Rammelsberg 13 Rammelsberg im Harz bei Goslar 289 (O ſymboliſche Architektur) 1963
19 Ramus / räſonieren, Räfonnement Ramus, Petrus „Petrus Ramus“ 220, 250—252 (O Wiederaufleben). Im Collöge de Navarre „beſchäftigte er ſich mit ariſtoteliſcher Philo— ſophie und Mathematik, und erwarb ſich eine außerordentliche oratoriſche und dialektiſche Fertigkeit“ 250. Er trat öffentlich mit der Theſis auf: »Alles, was Ariſtoteles gelehrt habe, ſei nicht wahr« 250 Als Magiſter griff er die ariſtoteliſche Logik und Dialektik bitter an 250, 252. Er wurde deshalb angeklagt, die Fundamente der Religion und Wiſſenſchaft zu untergraben 250, 251 und mußte mit ſeinem Gegner Goveanus vor fünf Richtern disputieren 251, 252. Ramus wurde verurteilt, aber erſt in der Bartholomäus— nacht von ſeinen Feinden ermordet. Karpentarius hatte dazu Banditen gedungen 252. Der ſcholaſtiſchen Logik ſtellte Ramus ſeine eigene entgegen. Selbſt in Deutſchland gab es Ramiſten, Antiramiſten und Semiramiſten 252 Obwohl Ramus ſpäter lebte, gehört er noch zum Mittelalter 265 (O neuere Philoſophie) Rapter, 20 Kapitän Rapter über „die Jogi“ 102, 103 (O Humboldt, Wilh. v.) 14 1 2 = Raſk, Rasmus Chriftian Die Verslehre der Isländer 312 (O Reim) räſonieren, Räſonnement 71 (O Fichte) 36. Das Räfonieren iſt „die Freiheit von dem Inhalt, und die Eitelkeit über ihn“ 54. Charakteriſtik des räſonierenden Berhaltens im Vergleich zum begreifenden Denken 55, 56, 5. Zur Ver— miſchung der ſpekulativen und räſonierenden Weiſe 59 (O Phä⸗ nomenologie) Charakteriſtik räſonierender Vernunft, welche „die Gründe der Dinge aufſucht, d. h. deren Geſetztſein durch und in einem Andern, welches das inſichbleibende Weſen derſelben, zugleich aber nur ein relativ Unbedingtes ift, indem das Vegründete oder die Folge einen andern Inhalt hat, als der Grund“ 214 (O Denken) Die Richtung auf eigenes Reflektieren und Räfonieren der Ju— 1964
4 10 17 18 19 10 räſonieren, Räſonnement / Raſſenunterſchiede gend iſt einſeitig und ſorgfältig von ihr abzuhalten 251 (O Gym: naftalreden), 311, 312, 314 (O Philoſophieunterricht) „Das Aufſuchen und Angeben von Gründen, worin vornehmlich das Räſonnement beſteht, iſt ein endloſes Herumtreiben, das keine letzte Beſtimmung enthält“ 581 (O Grund) „Der Begriff des Monarchen iſt der ſchwerſte Begriff für das Räſonnement, d. h. für die reflektierende Verſtandesbetrachtung, weil es in den vereinzelten Beſtimmungen ſtehen bleibt, und darum dann auch nur Gründe, endliche Geſichtspunkte und das Ab— leiten aus Gründen kennt“ 382, 383, 389, 390 (O Verfaſſung) „Nicht minder aber, wie im Beginn und Fortgang ſeiner Ent— wicklung, iſt der Begriff im Abſchließen derſelben von unſerer Willkür unabhängig. Bei bloß räſonierender Betrachtungsweiſe erſcheint der Abſchluß allerdings mehr oder weniger willkürlich“ 16 8 (O Geiſt). Frühreife in bezug auf verſtändiges Räſonnement 96 (O Lebensalter) Die Form des Rationalismus iſt Räſonieren, unſreies Räſonie⸗ ren, nicht Begreifen 112, 113 (O Philoſophie) „Die Sophiſten ſind Meiſter im Räſonnement aus Gründen ge⸗ weſen, ſtehen innerhalb der Stufe des reflektierenden Gedankens“ 20, 21, 22, 23. Das räſonierende Denken hat das Bezeichnende, „daß die Pflicht, das zu Tuende nicht aus dem an und für ſich ſeienden Begriffe der Sache genommen wird“ 22. Auch uns liegt das Räſonieren aus Gründen nicht fern 23. Man denke an die Prediger, an Parlamentarier 24 (0 Sophiſten) Das Näfonieren der Stoiker 430 (O Stoiker). Sie haben „Räſon⸗ nement aus Gründen“ 468. „Welche Gründe als gute gelten ſollen, hängt vom Zwecke, Intereſſe ab; dies iſt das Vorausge⸗ ſetzte, dieſe geben ihnen Kraft“ 469 (ſ. Stoiker) Das ſcholaſtiſche Philoſophieren beſtand „in einem ſchulgerechten ſyllogiſtiſchen Räſonieren“ 154 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Das Räſonieren Descartes' 363 (O Descartes), Lockes 429, 438 (O Locke) Raſſenunterſchiede (Volksgeift) 49 g (O Geiſt), 61 (O Seele), 70 P. St. 6, 234] (ſ. Seele) 1965
10 10 1 Raſſenunterſchiede / Rationalismus Beſtimmung der Raſſenverſchiedenheiten des Menſchengeſchlechts in phyſiſcher und geiſtiger Beziehung 72—78 0 (O Seele). Unter⸗ ſcheidung der kaukaſiſchen, äthiopiſchen, mongoliſchen, malaiſchen und amerikaniſchen Raſſe 72 8. Bedeutung der Schädelbildung für die Einteilung 72 8. Charakteriſtik der einzelnen Raſſen, der kaukaſiſchen 72 8, 73 0, der mongoliſchen 72 8, 73 8, der Neger 73 O und der malaiſchen und amerikaniſchen Raſſe 738 Unterſcheidung in geiſtiger Beziehung 73 Z. Die Neger 73 g, 740, die Mongolen 748, 75 8, 768, die Kaukaſier 76 8, 77 Q, die Amerikaner 78 8 (ſ. d. Art.) 79 0 (O Volksgeiſt), 88 8, 95 @ (O Seele), 96 8 (O Lebensalter), 109 8 rational — irrational 8 Auch in der Geometrie, wie ſonſt häufig, tritt „an der Termino— 1 19 2 =) logie die Verkehrung ein, daß was rational genannt wird, das Verſtändige, was aber irrational, vielmehr ein Beginn und Spur der Vernünſtigkeit iſt“ 442 [P. St. 6, 139] 460 8 (O Philoſophie) Rationalismus (Reflexion) Die Philoſophie iſt „dem ſogenannten Rationalismus in der neueren Theologie entgegen; dieſer hat die Vernunſt immer im Munde, es iſt aber nur trockener Verſtand“ 112. „Der Nationalismus iſt der Philoſophie, dem Inhalt und der Form nach, ent— gegengeſetzt; er hat den Inhalt, hat den Himmel leer gemacht, alles zu endlichen Verhältniſſen heruntergeſetzt. Und auch der Form nach iſt er der Philoſophie entgegengeſetzt; denn ſeine Form iſt Räſonieren, unfreies Räſonieren, nicht Begreifen“ 112, 113 O Philoſophie) Gegenſatz von Rationalismus und Empirismus in der neueren Philoſophie 329 Es geſchieht, „daß die bibelgläubigen Chriſten mit ihren Gegnern, die ſich als die Verſtändigen die Rationaliſten nennen, in „Nichts übereinzuſtimmen ſcheinen, als in den Anklagen gegen die ſpeku— lative Philoſophie⸗“ 279, 280, 313 (O Göſchel) 307. Sein Pochen auf die Ezegeſe der Bibel 310 (O Göſchel) 1966
12 15 13 — Rätſel / Raum Rätſel Das Rätſel gehört zur zweiten Stufe der bewußten Symbolik 506, 432 (O ſymboliſche Kunſtform) „Das Rätſel“ 526—528 (O ſymboliſche Kunſtform). „Das eigentliche Symbol iſt an ſich rätſelhaft“ 526. „Das Rätſel aber gehört der bewußten Symbolik an und unterſcheidet ſich von dem eigentlichen Symbol ſogleich dadurch, daß die Bedeutung von dem Erfinder des Rätſels klar und vollſtändig gewußt, und die ver: hüllende Geſtalt, durch welche ſie erraten werden ſoll, daher ab— ſichtlich zu dieſer halben Verhüllung auserwählt iſt“ 526 a) Das Erſte beim Erfinden des Rätſels iſt „der gewußte Sinn“ 526 b) Das Zweite ift die Verhüllung 526, 527 c) Die Einheit der zerſtreuten Prädikate der Geſtalt iſt das Wort der Löſung 527. Das Rätſel iſt „der bewußte Witz der Symbolik“ 527. Hauptſächlich gehört das Rätſel der Kunſt der Rede an, kann aber auch in der Architektur, Gartenkunſt, Malerei Platz finden. „Der geſchichtlichen Erſcheinung nach fällt es vornehmlich in das Morgenland.“ „Auch im Mittelalter bei den Arabern, den Skan— dinaviern und in der deutſchen Poeſie, in dem Sängerkriege auf der Wartburg z. B., ſpielt es eine große Rolle“ 527 An das Rätfel ſchließen ſich an das Wortſpiel, Sinngedicht 527, 528 Vergleich des Rätſels mit dem Bildlichen 533 (O Metapher) „Die Religion des Rätſels“ 275, 421, 422, 437—472 (ſ. ägyptiſche Religion), 464. Die Löſung des religiöfen ägypti— ſchen Rätſels bringen die griechiſche und die jüdiſche Religion 472 Rauch, Chriſtian Daniel Charakteriſierende Würdigung der Goethe-Büſte von Rauch 76, 77 (O griechiſche Götter) 440 (O Skulptur) Raum Zeit und Naum als die Elemente der realen Materie 23, 24. Auf der Syntheſe von Raum und Zeit beruht die landläufige Spal⸗ tung der Kräfte 26 (O Planet) 96 (O Fichte) 1967
Raum EUR AL m temps Te Bee Fu WI Pa ne ̃ ̃ ͤ K ——..—— 1 Zu Jacobis Kritik an Kants Formen der Anſchauung: Raum und Zeit 356, 357, 362, 364 (f. Jacobi) 2 Kritik am mathematiſch gefaßten Raum 42, 43 (O Phänome⸗ nologie) 142 (O Selbſtbewußtſein). Zur Entäußerung des Geiftes in Zeit und Raum 618, 619 (f. Philoſophie) 33 (O Propädeutik) „Die Antinomie in Anſehung des Raums“ 131—133 (f. Anti⸗ nomie) Der Raum in der Mathematik: ſeine Grenzenloſigkeit 192, ſeine Dimenſionen 192, 193, ſeine Begrenzung 193. Der Raum als Gegenſtand der Geometrie 193 (O Mathematik) „Raum und Zeit ſind das abſtrakte Anſchauen oder die allgemeinen Formen der Anſchauung“ 202 (O Erinnerung), 192 S 4 Jacobis anſchauliche Schilderung der Prozedur, um zur Abſtrak⸗ tion des Raumes zu gelangen 107. 109 (O Jacobi) 225 (O Quantität), 233, 234, 235 (ſ. Antinomie) Die Raumgröße in der Geometrie 245, 246 (O Zahl) 350 (ſ. Mathematik), 411, 423 (O Maß). Raum und Zeit in ihrem gegenſeitigen Maßverhältnis zueinander 423, 424, 427 (O Maß) 5 18 (O Kant). Der abſolute Raum der Geometrie 291 (f. Defini⸗ tion), 313, 314 (ſ. Lehrſatz) 353 (O Idee) 6 Der Raum 150—154 (O Mathematik) [P. St. 9, 70—93 f. u.]. Die SS 197—199 wurden faſt wörtlich in 9, SS 254—256 aufgenom⸗ men (f. u.) 7 „Das abſtrakte Außereinander der Natur an ſich iſt der Raum, für ſich aber die Zeit“ 62 (O Wille) 8 128 (f. Kritizismus) [P. St. 6, 43]. In der erſten der kosmologi⸗ ſchen Antinomien iſt dies enthalten, „daß der Raum und die Zeit nicht nur als kontinuierlich, ſondern auch als diskret zu betrach— ten find“ 143 8 (O Antinomie) Die Antinomie des Raums in ihrer Beziehung auf kontinuier— liche und diskrete Quantität 239 [P. St. 6, 63], 240 8 (f. konti⸗ nuierlich — diskret) 1968
Raum 9 „Raum“ 70-78 (O Mechanik) [P. St. 6, 150—154 O Mathe⸗ matik] § 254 [P. St. 6, S 197, faſt wörtlich] „Die erſte oder unmittelbare Beſtimmung der Natur iſt die abſtrakte Allgemeinheit ihres Außer⸗ ſichſeins“, — der Raum 70, 71 [P. St. 6, 150], 73 g. Er iſt das ganz ideelle Nebeneinander, und er iſt ſchlechthin kontinuierlich 71 [P. St. 6, 150]. Zur Kantiſchen Beſtimmung, „daß er wie die Zeit eine Form der ſinnlichen Anſchauung ſei“ 71 [P. St. 6, 150, 151). Man darf nicht von Raumpunkten ſprechen 71 [P. St. 6, 151], 728. Zur Frage der Unendlichkeit des Raums 71 (6, 151; 8, 239] Zuſatz. Während „dem Gedanken des reinen Außerſichſeins in der Anſchauung der Naum entſpricht“, iſt in der empiriſchen Wiſſen⸗ ſchaft „die empiriſche Anſchauung des Raums das Erſte“ 72 8. Die Einheit von Diskretion und Kontinuität „iſt der objektiv beſtimmte Begriff des Raums“ 72 8, 739. Zur Hauptfrage der Metaphyſik, „ob der Raum für ſich real fei oder nur eine Eigen: ſchaft der Dinge“ 73 @. Zu Leibnizens Faſſung, „der Raum fei eine Ordnung der Dinge“ 73 © § 255 [P. St. 6, § 198, faſt wörtlich] a) „Der Raum hat, als an ſich Begriff, überhaupt deſſen Unterſchiede an ihm, und zwar... als die bloß verſchiedenen ganz beſtimmungsloſen drei Dimenſionen“ 73 [P. St. 6, 151], 74. Unterſchiedsloſigkeit von Höhe, Länge und Breite 74 [P. St. 6, 1521 $ 256 [P. St. 6, 8 199, faſt wörtlich] b) „Aber der Unterſchied ift weſentlicher beſtimmter, qualitativer Unterſchied“ als Punkt, Linie, Fläche 74 [P. St. 6, 152]. Kritik an der Annahme, die Linie beſtehe aus Punkten, die Fläche aus Linien 75 [P. St. 6, 152] Zu Kants Definition: die gerade Linie ſei der kürzeſte Weg zwi⸗ ſchen zwei Punkten 75, 76 [6, 153, 154; 8, 438] Zuſatz. Die beiden Hauptſätze, „wodurch die Beſtimmtheit des Dreiecks vollendet iſt“ 768, 77 @ „Der Raum iſt dieſer Widerſpruch, Negation an ihm zu haben, aber ſo, daß dieſe Negation in gleichgültiges Beſtehen zerfällt.“ „Das Sich-Aufheben feiner Momente iſt feine Wahrheit“ 78 G. „Die Wahrheit des Raumes iſt die Zeit, ſo wird der Raum zur Zeit“ 79 (O Zeit), 87 [P. St. 6, 159]. „Der Ort als die geſetzte Identität des Raumes und der geit“ 88 [P. St. 6, 159, 160). Der Raum und die Zeit als Momente der Bewegung 88 [P. St. 6, Glockner, Hegel-Lexikon 124 1969
De} 1 S 12 17 1 E 1 2 = > Raum / Raumſymbolik 159, 160], 918 (f. Ort). Der Raum als Moment der Materie 88, 89 [P. St. 6, 160, 161], 93 (O Ort). „Ein Ziegelſtein für ſich erſchlägt einen Menſchen nicht“; „der Menſch wird durch Raum und geit totgeſchlagen“ 90 [P. St. 6, 161]. Nach Newton iſt „der Raum das Senſorium Gottes“ 918 (O Ort) Unabhängigkeit der Seele vom Raum, beſonders beim Fernſehen 184 H, 185 8 (O Viſion) Die Empfindungen werden durch die Anſchauung räumlich und zeitlich geſetzt. „Das Räumliche ſtellt ſich als die Form des gleich— gültigen Nebeneinanderſeins und ruhigen Beſtehens dar“ 322 , 323 , 327 8 (f. Anſchauung) Abſtrakte Räumlichkeit in der Skulptur 126 (O Skulptur) 54 (O Konkretes), 276, 277. Die Annahme eines leeren Raums bei den Pythagoreern 295 (O Pythagoras) Für Plato iſt „das abſolute ideelle Prinzip oder die reine Materie als ſolche das Beſtehen des Raums“ 264, 265 (ſ. Platon) Ariftoteles’ Lehre vom Raum 337, 350, 352. Widerlegung der An: nahme eines leeren Raums 350, 354 (ſ. Ariſtoteles) 486, 487, 489, 508, 509 (O Epikur) Descartes „waren Naum und Zeit die einzigen Beſtimmungen des materiellen Univerſums“ 361 (O Descartes) Lockes Ableitung der allgemeinen Vorſtellung vom Raum 433, 434 (O Locke). Für Leibniz iſt „der Raum nichts an ſich; er iſt nur in einem Anderen, oder eine Einheit, die unſer Verſtand jenem Aggregate gibt“ 461 (O Leibniz). Berkeleys Unterſuchung des Raums 493 (O Berkeley) Kants Faſſung des Raums als Anſchauungsform 558, 561, 562, 563 (ſ. Kant) Raumer, Friedrich Ludwig Georg von 317 (ſ. Philoſophieunterricht) 132, 151 (f. Solger) Raumer, Karl Georg von 475 C, 475 Fußn. (O Geologie) Raum ſymbolik ſ. Symbolik 1970
20 — 3 Raupach / real, Realismus Raupach, Ernſt Benjamin Salomo „Über die Bekehrten (Antikritiſches)“ 459—469 „(Berliner Schnellpoſt 1826. Nr. 8, 9. Beiwagen zur Verliner Schnellpoſt Nr. 4)” „Vom 11. Januar 1826.“ Einige antikritiſche Bemerkungen zur Kritik (die im 3. Stück der Schnellpoſt erſchienen war) des neuen Raupachſchen Stücks: »Die Bekehrten« 459 Bedauern, daß bei der Erſtaufführung das Haus nicht voll war 459, daß der Schnellpoſt-Artikel nicht zu lebhafterer Anteilnahme aufmunterte 459, 460. Stellungnahme gegen die erſchienene Kritik, nach welcher Raupach ſich zu ſehr gefalle „mit Außerweſentlichem, mit Zufälligem zu ſpielen“ 461. Iſt es denn nicht die Natur des Luſtſpiels eben damit zu ſpielen? 461. Außerdem iſt ein Teil der Verwirrungen in den Bekehrten auch ernſterer Art und auch der Ernſt gehört in die Komödie 461. Ariſtophanes 461, Shakeſpeare 462 Zu Raupachs früheren Arbeiten 462. Über „Alanghu“, das zwei Tage nach den Bekehrten gegeben wurde 462, 463, 464. Hier hat es Raupach mit dem Zufälligen nicht genau genommen 463, 464. Aber die Hauptfigur iſt „ein Bild von lebens- und ſeelenvoller Natürlichkeit“ 464 Die Anſicht der Kritik, daß in den Bekehrten eine überſchraubte Gewaltaufgabe vermittelft eines Zufalls gemacht wird, trifft ganz gegen den alten Grafen zu 464, 465, 466. Zur Gartenſzene 466, zur Szene der Entzweiung 466, 467 „In unſerem Stücke werden die Hauptperſonen zwar bekehrt, doch ſind ſie, Gottlob! nicht ironiſch“ 467, 468. Würdigung des Stückes 468, 469 real, Realismus (ideell — reell, Realijten, Realität) „Der dogmatiſche Realismus“ 87, 88, 126 (ſ. Fichte), 127 (f. ideell — reell). „Freiheit und Notwendigkeit find ideelle Faktoren, alſo nicht in reeller Entgegenſetzung“ 136 (O Fichte) „Das Reale iſt ſchlechthin eine Identität des Allgemeinen und Be⸗ ſonderen“ 527 (O Naturrecht) Die Vorſtellungsweiſe, daß die Dinge „an und für ſich außer dem Bewußtſein find und dieſem ſchlechthin als ein Fremdes und 1971
= . — 1 2 — 19 — real, Realismus / Realität Fertiges gegeben werden“ iſt der Realismus 101, 102 (O Bewußt⸗ ſein) Das Weſen als „realer Schein“ 623, als „realiſiertes Geſetz“ 638 (O Erſcheinung). Die Beziehung von Bedingtem und Bedingung iſt im Verhältnis des Ganzen und der Teile „realiſiert“ 643 (O Ganzes). Zur Kraft „in ihrem Begriffe“ und „in ihrer Realität“ 652, 653 (O Kraft) „Relative Notwendigkeit oder reale Wirklich— keit, Möglichkeit und Notwendigkeit“ 685—691, 678, 679 (ſ. Wirklichkeit) 700 (O Subſtantialitätsverhältnis) 280 (O analytiſch) 98, 99 (O Eigentum) Abſtellung des heutigen Realismus, wonach „die Dinge, wie ſie unmittelbar find, eine wirkliche Exiſtenz haben“ von dem Realis— mus der Scholaſtiker, welcher behauptet, „daß das Allgemeine ein Selbſtändiges, Fürſichſeiendes, Exiſtierendes ſei: die Ideen ſind nicht der Zerſtörung unterworfen, wie die natürlichen Dinge, un— veränderlich, und allein ein wahres Sein“ 181, 183 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Das „realiſtiſche Philoſophieren“ 270, 270-272 (ſ. neuere Philoſophie) 282 (O Bacon) Ohlerts Oarſtellung des Realismus 395, 403, 409 —411 (f. Ohlert) Realiften (Nominaliſten, Univerſalienſtreit) „Der Streit der Nominaliſten gegen die Realiſten“ 154, 155, 162, 180 (O ſcholaſtiſche Philoſophie). Thomas von Aquino war Realiſt 174 (O Thomas), 183. „Diejenigen, welche behaupteten, daß die Univerſalien außer dem denkenden Subjekte unterſchieden vom einzelnen Dinge ein exiſtierendes Reales ſeien, das Weſen der Dinge allein die Idee ſei, hießen Realiſten, — hier in ganz entgegengeſetztem Sinne gegen das, was heutigestags Realismus heißt“ 181 (O Roſcellin) Realität (real, Realismus) Im kritiſchen Idealismus „bleibt von der objektiven Welt die intereſſanteſte Seite, die Seite ihrer Realität unerklärt“ 394. So 1972
1 — ) x 11 12 20 7 4 Realität / Rechnungsarten bei Kant 394, ſo bei Fichte 394, 395, 405. Fichtes Prinzip der Deduktion der Sinnenwelt 396, 397. Die Realität wird in der Kantiſchen Philoſophie „nicht bloß in der ganz bloß empiriſchen Beziehung, wie ſie als Empfindung des empiriſchen Subjekts vor⸗ handen iſt, . . betrachtet; ſondern Kant erkennt fie zugleich als eine höhere Realität, nämlich als organiſches Syſtem und ſchöne Natur“ 405. Für Fichte und Jacobi hat das Endliche, die Er— ſcheinung abſolute Realität 409. Zu Fichtes, Jacobis und Kants Integration der Idealität durch Realität 412, 413—416 (ſ. Fichte). Fichte iſt die „empiriſche Realität ſo ſehr an ſich als Ich“ 416 (O Fichte) Das Dafein als Realität 118 (f. Daſein), 172 „Die Qualität, ſo daß ſie unterſchieden als ſeiende gelte, iſt die Realität“ 125. In ihr iſt es verſteckt, „daß ſie die Beſtimmtheit, alſo auch die Negation enthält“ 125, 129. Zur Mehrdeutigkeit des Wortes Realität 125, 126 20, 319] (ſ. Daſein). Gott als „der In⸗ begriff aller Realitäten“ 126 (f. a. Gottesbeweiſe), 127 Faſſung der wahrhaften Unendlichkeit als „die Realität in höhe⸗ rem Sinn“ 174, 175 (O Unendlichkeit) „Die Qualität, als ſeiende Beſtimmtheit gegenüber der in ihr enthaltenen, aber von ihr unterſchiedenen Negation, iſt Realität“ 218 [P. St. 6, 58, 59], 226 8 (O Daſein), 228 8 (O Eins) Erſt bei den Griechen gibt es „ein reales Daſein und ein ideales“ 116; dieſe Trennung iſt für ein Volk und ſeine Entwicklung von großer Bedeutung 117 (O Weltgeſchichte) „Die Realität, welche die Idee als natürliche Lebendigkeit ge: winnt, iſt erſcheinende Realität. Erſcheinung nämlich heißt nichts anderes, als daß eine Realität exiſtiert, jedoch nicht unmittelbar ihr Sein an ihr ſelbſt hat, ſondern in ihrem Daſein zugleich negativ geſetzt iſt“ 173 (O Naturſchönes) 319, 320 [4, 125, 126 f. o.] Realkontrakt 137, 138 (O Vertrag) Rechnungsarten Die Rechnungsarten 246—255 (O Zahl). Ihre ſyſtematiſche Zu— ſammenſtellung ergibt ſich leicht „aus der Begriffsbeſtimmung der 1973
Les Rechnungsarten Zahl“ 247, 246. Da die Zahl um ihres Prinzipes willen, des Eins, ein äußerlich Zuſammengefaßtes überhaupt iſt, „iſt alles Rechnen das Hervorbringen von Zahlen, ein Zählen oder beſtimmter: Zu— ſammenzählen“ 247. Der qualitative Unterſchied iſt der der Einheit und der Anzahl 247, 244. Herrſchaft von Gleichheit und Ungleichheit 247. Poſitive und negative Rechnungsart 247 1. Das Numerieren, das Zuſammenfaſſen von vielen Eins, das Addieren 248—252. Zu Kants Anſicht: 7 +5 — 12 ſei ein ſyn⸗ thetiſcher Satz 248, 249, iſt zu ſagen, daß das ein Syntheſieren „gänzlich analytiſcher Natur iſt“ 249, 250. „So leer als der Aus⸗ druck Syntheſieren it, ift die Beſtimmung, daß es a priori ge— ſchehe“ 250. „Kants Behauptung von der ſynthetiſchen Beſchaf— fenheit der Grundſätze der reinen Geometrie enthält ebenſowenig etwas Griindliches“ 250, 251. Euklid, Archimedes 251 „Der Begriff, den Kant in den ſynthetiſchen Urteilen a priori auf: geſtellt hat, — der Begriff von Unterſchiedenem, das ebenſo un— trennbar iſt, einem Identiſchen, das an ihm ſelbſt ungetrennt Unterſchied iſt, gehört zu dem Großen und Unſterblichen ſeiner Philoſophie“ 251, 252 Die dem Addieren entſprechende, negative Rechnungsart iſt das Subtrahieren 252 2. „Die nächſte Beſtimmung iſt die Gleichheit der Zahlen, die numeriert werden ſollen“ 252. „Die Multiplikation iſt die Auf— gabe, eine Anzahl von Einheiten, die ſelbſt eine Anzahl find, zu— ſammenzuzählen“ 252, 253. „Die Diviſton iſt die negative Red: nungsart nach derſelben Beſtimmung des Unterſchieds“ 253 3. „Die weitere Gleichheit iſt die der Einheit und der Anzahl ſelbſt“, das Potenzieren 253—255. Das Quadrat und die Wieder⸗ holung des Quadrierens 253. Zur großen Bedeutung des Qua— drats in der Arithmetik 254 „Ein nach einem logiſch gebildeten Urteile fortſchreitender Unter⸗ richt handelt die Lehre von den Potenzen vor der Lehre über die Proportionen ab“ 254, 255. An der Fortbeſtimmung der Red: nungsarten kann der Fortgang des Begriffs nur auf äußerliche Weiſe geſchehen 255 (0 Zahl) 340. Beziehung zwiſchen Summieren und Multiplizieren 377, 378, 379, 380. Zur Multiplikation von Linien mit Linien 378 (O Mathematik). Bedeutung des Minus und Plus bei Addition, Subtraktion, Multiplikation und Diviſion 533, 534 (ſ. Poſitives) 1974
Rechnungsarten / Recht 5 Herrſchaft der analytiſchen Identität in den Rechnungsarten 283 (O analytiſch) Recht (bürgerliches Recht, natürliches Recht, Naturrecht, Privat: recht, Recht — Unrecht, Rechtspflege, römiſches Recht, Staatsrecht) 1 Wird der Beſitz Eigentum, und überhaupt die Beſonderheit, anch die lebendige, zugleich als ein Allgemeines beſtimmt, ſo iſt die Sphäre des Rechts konſtituiert 489, 494. Der Reflex des Abſolu— ten in dieſer Sphäre 489, 490, 491 (O Naturrecht) 2 571, 574 (O offenbare Religion) 3 Im Recht iſt der Inhalt die perſönliche Freiheit 38. Stellung des Rechts zum Menſchen als einem freien Weſen 49—50 (O Propä— deutik). Es hat den Menſchen nicht zum Gegenſtand nach beſonde— ren Beſtimmungen 49, 50. Es iſt unabhängig von der Abſicht, die ein Handeln leitet, und auch unabhängig von der eine Hand— lung leitenden Überzeugung 50. „Endlich kommt es dem Recht auch nicht auf die Geſinnung an, mit der etwas vollbracht wird“ 50 „Recht und Moral ſind voneinander unterſchieden“ 50—54 (ſ. Moral) „Das Recht“ 55—69 (O Rechtslehre) § 2 „Nach dem Recht ſoll bloß der allgemeine Wille geſchehen“ und es „hat den Menſchen nur als freies Weſen überhaupt zum Gegenſtande“ 55 83 „Dem Rechte liegt die Freiheit des Einzelnen zu Grunde und das Recht beſteht darin, daß ich den Andern als ein freies Weſen behandele“ 55, 56. „Durch die Verletzung des Rechts eines Ein⸗ zelnen werden alle in ihrem Recht verletzt“ 56 § 4 „Inſofern jeder als ein freies Weſen anerkannt wird, iſt er eine Perſon“ 56, 217 (ſ. Perſon) 8 5 Der Menſch kann alſo nur dazu gezwungen werden, „den Zwang, den er andern angetan hat, aufzuheben“ 56, 57 8 6 Zur Relativität alles Zwanges 57 87 Das Recht enthält nur Verbote, keine Gebote 57, 58 § 8 Der Beſitz iſt das „Subſumiertſein einer Sache unter meinen Willen 58. Über das Subſumieren, beſonders im Urteil 58 89 „Die erſt in Beſitz zu nehmende Sache muß 1. res nullius fein“ 59, 63 1975
Recht § 10 2. Der Beſitz muß für die Anderen erkennbar ergriffen wer: den, und zwar entweder durch körperliche Ergreifung oder durch Formierung, oder Bezeichnung des Gegenſtandes 59. Die bloße Bezeichnung iſt willkürlich 60 $ 11 Übergang des Beſitzes in Eigentum durch den Akt der An— erkennung 60, 61 (ſ. a. Eigentum) S 12 Zur Möglichkeit der Entäußerung des Eigentums, ſeien es Kräfte und Geſchicklichkeiten oder ſonſtiges Eigentum 61, 62 § 13 Unveräußerlich ſind diejenigen Güter, die meine eigenſte Perſon ausmachen, ſo Freiheit des Willens, Sittlichkeit, Religion 62 § 14 Der Menſch kann einen beſtimmten Gebrauch ſeiner geiſtigen und körperlichen Kräfte veräußern 62, 63 § 15 Der Vertrag 63, 64 (ſ. Vertrag) § 16 Die mit dem Vertrag verbundene Leiſtung 64, 65 § 17 Die zwei möglichen Eingriffe in die Sphäre meiner Freiheit durch einen Anderen find: 1. Der Andre verletzt das Recht qua Recht. Er behandelt mich nicht als Perſon. Das Urteil iſt unend— lich und der Fall gehört ins Kriminalrecht 65, 66, ins bürgerliche Recht 66. 2. Der Andre reſpektiert das allgemeine Recht, aber behauptet, daß es in dieſem beſonderen Fall auf ſeiner Seite ſei 65, 66. Ein ſolches Urteil iſt ein bloß negatives und der Fall gehört ins Zivilrecht oder peinliches Recht 66 $ 18 Der bürgerliche Nedtsftreit 66, 67 $ 19 Der kriminelle Nechtsſtreit 67. Hier wird Gewalttätigkeit beftraft entweder durch Gefängnis, oder durch Verletzung des Leibes und Lebens 67 § 20 Die Wiedervergeltung, jus talionis, „beſteht darin, daß das Unrechte ſich in das Rechte verkehren muß“ 68, 67. Dies iſt nur formales Recht 68 S 21 Die Wiedervergeltung wird durch objektive Handhabung Strafe 68. Trennung von Rache und Strafe 69 (ſ. Rache) „Das Recht“ 217—219 (0 praktiſcher Geiſt) 8 181 Die Perſon 217, 56 (f. Perſon) § 182 „Das Recht iſt das Verhältnis der Menſchen, inſofern ſie abitrafte Perſonen find. Die jenige Handlung iſt widerrechtlich, durch welche der Menſch nicht als Perſon reſpektiert wird“ 217 1 83 Eigentum und Befiß als die äußere Sphäre des Rechts 217, 218 1976
3 -1 Recht § 184 „Ich kann mich meines Eigentums entäußern.“ Unver⸗ äußerlich iſt alles, was meine Freiheit weſentlich in ſich enthält 218 S 185 Erwerb geſchieht nur durch Vertrag 218 § 186 Meine Freiheit kann verletzt werden in meiner Perſon oder in meiner Sache 218 8 187 „In meiner Perſönlichkeit verletzt der Andere unmittelbar ſeine eigene“ 218. Wiedervergeltung durch Rache, oder durch Strafe 218 § 188 Das bürgerliche oder Zivilrecht, das peinliche oder Krimi: nalrecht und das „Naturrecht“ 219 „Das Recht“ 282—287 (O Geiſt) [P. St. 10, 385—391 ſ. u.] SS 402—408 entſprechen in 10: „Eigentum“ (f. Eigentum) SS 409—410 entſprechen in 10: „Vertrag“ (ſ. Vertrag) SS 411—P415 entſprechen in 10: „Das Recht gegen Unrecht“ (ſ. Recht — Unrecht) Die Idee des Rechts als Gegenſtand der Rechtsphiloſophie 38. Das poſitive Recht und ſeine Abgrenzung gegen das philoſophiſche Recht 42, 43, 44 (ſ. Rechtsphiloſophie) „Das abſtrakte Recht“ 84, 88163 (O Rechtsphiloſophie) 8 34 Der an und für ſich freie Wille iſt infolge feiner Unmittel— barkeit „nur ſich abſtrakt auf ſich beziehende Wirklichkeit, — in ſich einzelner Wille eines Subjekts“ 88. „Der Wille wird dadurch ein— zelner Wille — die Perſon“ 89 8 35 Die Allgemeinheit dieſes für ſich freien Willens iſt die for— melle, einfache Beziehung auf ſich, die Perſon 89. Begriff der Perſönlichkeit 89, 90, 91 (ſ. Perſönlichkeit) 8 36 1. Die Perſönlichkeit als „die ſelbſt abſtrakte Grundlage des abſtrakten und daher formellen Rechts“ 91, 90 (ſ. Perſon) § 37 2. Die Beſonderheit des Willens iſt „in der abſtrakten Perſönlichkeit als ſolcher noch nicht enthalten“, iſt Begierde, zu: fälliges Belieben 91 § 38 In Beziehung auf die konkrete Handlung iſt das abſtrakte Recht nur eine Möglichkeit, Erlaubnis oder Befugnis 91, 92. Es gibt daher nur Nechtsgebote 92, 170, 171 8 39 3. Die beſchließende und unmittelbare Einzelnheit der Per: ſon verhält ſich zur vorgefundenen Natur tätig, ſie aufzuheben und ſich Realität zu geben 92 1977
2 Recht S 40 „Das Recht iſt zuerſt das unmittelbare Daſein, welches ſich die Freiheit auf unmittelbare Weiſe gibt“ 92 a) Der Beſitz, welcher Eigentum iſt 92, 94—130 (f. Eigentum) b) Die Eigentümer und der Vertrag 92, 130—142 (f. Vertrag) c) Verhältnis des beſonderen Willens zum an und für ſich ſeien⸗ den Willen 92, 142—163 (ſ. Unrecht) Kritik an dem Schiefen und Begriffloſen der verſchiedenen Ein= teilungen des Rechts 93, 94. Zur Einteilung in Perſonen- und Sachenrecht und das Recht zu Aktionen 93. Die Kantiſche Ein⸗ teilung in ſachliche, perſönliche und dinglich perſönliche Rechte 93, 94. Das perſönliche Recht iſt weſentlich Sachenrecht 93. „Sa— chenrecht iſt das Recht der Perſönlichkeit als ſolcher“ 93. Das römiſche Perſonenrecht 93, 94 Erſter Abſchnitt. „Das Eigentum“ 92,94 —130 (ſ. Eigen: tum) Zweiter Abſchnitt. „Der Vertrag“ 92, 130—142 (f. Ver⸗ trag) Dritter Abſchnitt. „Das Unrecht“ 92, 142—163 (f. Un⸗ recht) Charakteriſtik des abſtrakten Rechts als Zwangsrecht 149 (O Ber: brechen) „Übergang vom Recht in Moralität“ 161-163, 165 § 104 Charakteriſtik, wie das Verbrechen und die rächende Ge⸗ rechtigkeit die Geftalt des ſich entwickelnden Willens darſtellt 161. „So iſt und gilt das Recht, gegen den bloß für ſich ſeienden ein⸗ zelnen Willen bewährt, als durch ſeine Notwendigkeit wirklich“ 161. Die Perſönlichkeit wird zur ſür ſich unendlichen Subjektivität der Freiheit, und ſie macht das Prinzip des moraliſchen Stand— punkts aus 162 Rückblick auf die Entwicklungsmomente des Begriffs der Freiheit im Eigentum, im Vertrag, im Unrecht und jetzt auf dem morali⸗ ſchen Standpunkt 162, 163 (O Rechtsphiloſophie) Recht und Moralität 165, 170, 171, 225 (O Moralität). Recht, Moralität und Sittlichkeit 225 (O Moralität), 233 (O Sittlichkeit) Recht und Pflicht 236 (O Sittlichkeit) Das Recht als Geſetz 287, 287294 (f. Rechtspflege). „Das Daſein des Geſetzes“ 287, 294—300 (ſ. Rechtspflege). „Das Gericht“ 287, 301-310 (. Gericht) 1978
2 10 11 12 13 15 Recht Definition des poſitiven Rechts 287. Unterſcheidung zwiſchen Ge— wohnheitsrecht und Geſetz 287, 288, 290. Kritik an Englands Landrecht 288, 289, 290 (O Rechtspflege). 339—341 (f. Staatsrecht) Das Recht als „Dafein des freien Willens“ 383 g. „Dasſelbe, was ein Recht iſt, iſt auch eine Pflicht, und was eine Pflicht iſt, iſt auch ein Recht“ 383 9, 384 9 (O Geift) „Das Recht“ 385, 385—391 (O Geiſt) [P. St. 6, 282287]. „Der freie Wille iſt ſelbſt zunächſt unmittelbar, und daher als ein: zelner, — die Perſon; das Daſein, welches dieſe ihrer Freiheit gibt, iſt das Eigentum. Das Recht als ſolches iſt das formelle, abſtrakte Recht“ 385 [P. St. 6, 281] a) „Eigentum“ 418, 385—387 [P. St. 6, 282—283] (ſ. Eigentum) b) „Vertrag“ 387 —388 [P. St. 6, 283—284] (ſ. Vertrag) e) „Das Recht gegen das Unrecht“ 388-391 [P. St. 6, 284— 287] (f. Recht — Unrecht) Das formelle Recht 403 O (ſ. Rechtspflege) Rechtszuſtand der Chineſen 178—182 (ſ. China). Das Recht im Orient und bei den Griechen im Vergleich mit dem Recht der Römer 373, 374 (O Römer). Römiſches Recht 373—374 (ſ. d. Art.), römiſches Privatrecht 407, 408, 411 (ſ. Privatrecht). Bei den Germanen hatten die Rechtsbegriffe nichts Tiefes 449. Be⸗ trachtung des Rechts in der Aufklärung 550, 551 Das an die Natur geknüpfte Recht, wie z. B. Verwandtſchaft, Recht der Erbfolge, bildet häufig die Grundlage von Kolliſionen 282, 288 (ſ. Kolliſion) 299 (O Handlung) Das in den alten Göttern Griechenlands perſonifizierte Recht iſt im Gegenſatz zum geſetzlichen Recht mehr das „unverſöhnliche Recht der Rache“ 49. Es verliert zugleich mit dem Untergang der Titanen ſeine unbeſchränkte Gültigkeit 55, 56 (O griechiſche Götter) Im Rittertum erweiſt ſich Recht und Geſetz „noch nicht als ein an und für ſich feſter, nach dem Geſetz und deſſen notwendigem In⸗ halt ſich ſtets vollbringender Zuſtand und Zweck, ſondern als ein ſelbſt nur ſubjektiver Einfall“ 212, 213 (O Abenteuerlichkeit) 77, 78, 90 (O Religion) 1979
Recht / Recht — Anrecht 16 Bei den Römern gewinnt die abſtrakte Perſon, die rechtliche Per⸗ 18 19 e 10 ſon großes Anſehen. „Ein wichtiger Zug iſt dann die Ausbildung des Rechts, der Eigentumsbeſtimmung“ 181 (O römiſche Religion) 199 (O abſolute Religion). Vergleich der Verwirklichung der Frei⸗ heit in der abſoluten Religion mit dem römiſchen formellen Rechtsleben 313 (O chriſtliche Religion) 16 (O Sophiſten). „Das Recht iſt Daſein der Freiheit, Wirklichkeit des Selbſtbewußten, die reale Seite und Weiſe des Geiſtes. Der Staat iſt objektive Wirklichkeit des Rechts“ 270 (O Plato) Das Alte Teſtament als „Quelle aller ſtaatsrechtlichen Grund— ſätze“. Nach der Reformation „ſuchte man das Recht im Menſchen ſelbſt und in feiner Geſchichte“ 271, 272 (O neuere Philoſophie) Recht — Unrecht (Unrecht) Das Recht in der Wiedervergeltung 68, 67 (f. Recht) SS 411—415 entſprechen in 10, SS 496—502, „Das Recht gegen das Unrecht“ (ſ. u.) § 4118 Das Eigentum vieler 284 § 412 fogl. 10, $ 497, verändert] Der bürgerliche Rechtsſtreit als negatives Urteil 284, 285 (vgl. 10, 388) § 413 logl. 10, § 499, ſtark verändert] Das Verbrechen als un— endliches Urteil 285 (vgl. 10, 389) § 414 [P. St. 10, $ 500, mäßig verändert, ſ. u.] 285 [P. St. 10, 389 f. u.] § 415 [vgl. 10, $ 502] Zur Entwicklung der Realität des Rechts 286, Halt in der Moralität 286 [gl. 10, 390]. Das Naturrecht 286 (ſ. Naturrecht). Der Formalismus des Rechts 2868, 287 © „Das Necht gegen das Unrecht“ 388-391 (O Recht) [V. St. 6, 284— 287] 8 4960 1. Unter mehreren Rechtsgründen kann, „indem das Eigentum ſowohl nach der Seite der Perſon als der Sache aus— ſchließend individuell iſt, nur Einer der Rechte“ ſein. Das Recht an ſich ſteht dem Schein des Rechts gegenüber 388 S 497 (vgl. 6, $ 412, verändert] Charakteriſtik des unbefangenen Unrechts. Es iſt ein negatives Urteil, welches den bürgerlichen Rechtsſtreit ausdrückt 388 [vgl. 6, 284, 285] 5 4989 2. Wird der Schein des Rechts als folder gegen das Recht⸗an⸗ſich von dem beſondern Willen gewollt, ſo iſt er böſe; die 1980
10 3 2 = Recht — Anrecht / Rechtslehre äußerliche Anerkennung des Rechts wird von deſſen Wert ge— trennt und nur jene reſpektiert, indem dieſes verletzt wird. Es gibt das Unrecht des Betrugs 388 8, 389 8 § 499 [vgl. 6, $ 413] 3. Wird das Recht-an-ſich und deſſen Schein vom beſonderen Willen negiert, ſo wird der Wille ein gewalt— tätig⸗böſer, der ein Verbrechen begeht 389 (vgl. 6, 285) § 500 [P. St. 6, $ 414, mäßig verändert] Eine ſolche nichtige Handlung iſt die Rache, welche, „weil ſie von dem Intereſſe un— mittelbarer partikulärer Perſönlichkeit ausgeht, zugleich eine neue Verletzung ins Unendliche fort, iſt“. Dieſer Progreß hebt ſich in der Strafe auf 389 [P. St. 6, 285] S 501 Das ſich geltend machende Recht⸗an⸗ſich wird vermittelt a) durch den beſonderen Willen des Richters, 8) durch die Macht der Ausführung, die durch den Verbrecher geſetzte Negation des Rechts zu negieren 389 9. Die Strafe wendet ſich gegen die Per⸗ ſon oder das Eigentum des Verbrechers und übt Zwang gegen ihn aus 390 S 502 [ogl. 6, S 415] Unterſchied zwiſchen Recht und ſubjektivem Willen 390 g. Der ſubjektive Wille „hat weſentlich nur Wahrheit und Realität, indem er in ihm ſelbſt als das Daſein des vernünf⸗ tigen Willens iſt, — Moralität“ 390 [P. St. 6, 286]. Das Natur⸗ recht 390, 391 [P. St. 6, 286] (f. Naturrecht) Rechtſchaffenheit Die Rechtſchaffenheit iſt „die Beobachtung der ſtrengen Pflichten gegen andere“ 91. „Was die Rechtſchaffenheit verlangt, iſt für alle geltende, nicht willkürliche Pflicht“ 91 (O Moral) Die Tugend, „inſofern ſie nichts zeigt, als die einfache Ange⸗ meſſenheit des Individuums an die Pflichten der Verhältniſſe, denen es angehört, iſt Rechtſchaffenheit“ 230 (O Sittlichkeit) Rechtslehre „Rechts-Pflichten- und Religions-Lehre“ 23-98 (ſ. Propädeutit), 303305 (ſ. Philoſophieunterricht) „Rechtslehre“ 55--75 (O Propädentik) N N 81 „Es muß 1. das Recht an ſich und 2. ſein Beſtehen in der Staatsgeſellſchaft betrachtet werden“ 55 j Erſtes Kapitel. „Das Recht“ 55—69 (ſ. Recht) 1981
1 18 -ı -ı Rechtslehre / Rechtspflege Zweites Kapitel. „Die Staatsgeſellſchaft“ 69—75 (f. Staatsgeſellſchaft) 311, 324 (O Philoſophieunterricht) Rechtslehrer Römiſche Rechtslehrer 79 (Philoſophiegeſchichte) Die römiſchen Rechtsgelehrten ſollen ſtoiſche Philoſophen ge⸗ weſen ſein 472, 473 (O Stoiker) Rechtspflege „Die Rechtspflege“ 286-310, 270 (O Geſellſchaft) § 209 Das Relative der Wechſelbeziehung der Bedürfniſſe und der Arbeit, überhaupt die Sphäre des Relativen gibt „dem Rechte das Daſein als allgemein Anerkanntes, Gewußtes und Gewolltes“ 286, 287. Bedeutung der Bildung hierfür 286 § 210 a) „Das Recht als Geſetz“ 287—294 $ 211 „Was an ſich Recht ift, ift in feinem objektiven Daſein geſetzt“, bekannt, iſt Geſetz 287. Das durch den Gedanken für das Bewußtſein beſtimmte Geſetz iſt das poſitive Recht überhaupt 287. Anterſchied zwiſchen Gewohnheitsrecht und Geſetz 287, 288, 290. Kritik an der Meinung, das Gewohnheitsrecht habe den Vorzug ins Leben übergegangen zu ſein 288, 290. Das Geſetzbuch als bloße Sammlung 288. Kritik an Englands Landrecht, feinen „un: geſchriebenen Geſetzen“ 288, 289, 290. Kritik am römiſchen Zitiergeſetz 289, 290 § 212 Nur das Recht, das Geſetz iſt, hat Verbindlichkeit 291. „Im poſitiven Rechte ift daher das, was geſetzmäßig iſt, die Quelle der Erkenntnis deſſen, was Recht iſt, oder eigentlich, was Rechtens iſt; — die poſitive Rechtswiſſenſchaft iſt inſofern eine hiſtoriſche Wiſſenſchaft, welche die Autorität zu ihrem Prinzip hat“ 291. Be⸗ rechtigung der Querfrage, ob eine Rechtsbeſtimmung vernünftig ſei 291 (vgl. 8 3) § 213 Das Recht tritt „auch dem Inhalte nach als Anwendung in die Beziehung auf den Stoff der in der bürgerlichen Geſell⸗ ſchaft ins Unendliche ſich vereinzelnden und verwickelnden Ver⸗ hältniſſe und Arten des Eigentums“ 291, 292. Moraliſche Gebote a bei uns nicht Gegenſtand der poſitiven Geſetzgebung ſein § 214 „Außer der Anwendung auf das Beſondere ſchließt aber 1982
7 10 Rechtspflege das Geſetztſein des Rechts die Anwendbarkeit auf den einzelnen Fall in ſich“ 292. „Damit tritt es in die Sphäre des durch den Be— griff unbeſtimmten Quantitativen“ 292. Hier liegt das „rein Poſitive der Geſetze“ 293. Die Vernunft iſt hier ſtark beſchränkt 293, 294 b) „Das Daſein des Geſetzes“ 287, 294-300 § 215 Daß die Geſetze allgemein bekanntgemacht ſeien, iſt Not: wendigkeit 294, 287, 295. Wohltat eines Landrechtes 295. Der Juriſtenſtand 295 (ſ. Juriſt) § 216 „Für das öffentliche Geſetzbuch find einerſeits einfache all gemeine Beſtimmungen zu fordern, andererſeits führt die Natur des endlichen Stoffs auf endloſe Fortbeſtimmung“ 295. Eine Hauptquelle der Verwicklung der Geſetzgebung liegt in dem Ein— dringen des an und für ſich Rechtlichen in die bloß hiſtoriſchen Inſtitutionen 296. Zur deutſchen Krankheit von einem Geſetzbuch die Vollendung zu fordern 296. Vollſtändigkeit iſt unmöglich 296, 297 § 217 „Das Eigentum beruht auf Vertrag und auf den dasſelbe des Beweiſes fähig und rechtskräftig machenden Förmlichkeiten“ 297. Förmlichkeiten find hier notwendig 297, 298. „Das Weſent— liche der Form iſt, daß das, was an ſich Recht iſt, auch als ſolches geſetzt ſei“ 298 $ 218 „Das Verbrechen iſt nicht mehr nur Verletzung eines ſub— jektiv-Unendlichen, ſondern der allgemeinen Sache, die eine in ſich feſte und ſtarke Exiſtenz hat“ 299. Es gibt Grade von Ge— fährlichkeit der Handlung und Grade in der Milde der Ahndung 299, 300. Die Größe eines Verbrechens iſt nach dem Zuſtande der bürgerlichen Geſellſchaft verſchieden 299, 300 c) „Das Gericht“ 287, 301310 (. Gericht) „Die Rechtspflege“ 403—408 8 (O Geſellſchaft) 8 529 0 1. Die Verwirklichung des formellen Rechts iſt, „daß es als das feſte Allgemeine zum Bewußtſein gebracht, in ſeiner Be— ſtimmtheit gewußt und geſetzt ſei als das Geltende; — das Ge⸗ ſetz 403 0 Die Analyſe des Inhalts verfällt „wegen der Endlichkeit des Stoffes in den Progreß der ſchlechten Unendlichkeit“ 403 , 404.2. Eintreten des Zufälligen und Willkürlichen in das Recht 404 H. Kritik an denjenigen, „welchen Geſetze fogar ein Übel und Un1983
10 2 Rechtspflege / Rechtsphiloſophie heiliges find“ oder ein Geſetzbuch eine Unmöglichkeit, Untunlich⸗ keit 404 Z, 405 C [7, 28, 29]. Notwendigkeit der Trennung der weſentlichen und allgemeinen Beſtimmungen vom beſondern Detail 405 O. Peels Verdienſt um das Recht in England 405 © 8 530 O 2. „Die pofitive Form der Geſetze, als Geſetze ausgeſpro— chen und bekanntgemacht zu ſein, iſt Bedingung der äußerlichen Verbindlichkeit gegen dieſelben“ 405 @, 406 ©. Das Rechtliche des Eigentums erhält „durch die Förmlichkeiten ſeine allgemeine Garantie“ 406 © 8 5318 3. „Die Notwendigkeit, zu welcher das objektive Dafein ſich beſtimmt, erhält das Rechtliche in der Rechtspflege“ 406 g. Das Gericht verwandelt die Rache in Strafe 406 H. Funktion und Notwendigkeit des Geſchworenengerichts 406 @, 407 S, 408 g. Das Geſtändnis als höchſte Spitze der Vergewiſſerung 407 H. Das Beweiſen aus bloßen Umſtänden und Zeugniſſen 407 Z. Das Ge⸗ ſchworenengericht enthält „Vermengung und Verwechſlung von objektiven Beweiſen und von ſubjektiver, ſogenannter mora— liſcher Überzeugung“ 407 O, 408 @ § 5320 „Die Rechtspflege hat die Beſtimmung, nur die abſtrakte Seite der Freiheit der Perſon in der bürgerlichen Geſellſchaft zur Notwendigkeit zu betätigen“ 408 8 Rechtsphiloſophie „Grundlinien der Philoſophie des Rechts oder Naturrecht und Staatswiſſenſchaft im Grundriſſe“ 17—456 Vorrede 19—37. Dieſes Lehrbuch iſt eine mehr ſyſtematiſche Ausführung der Grundbegriffe, wie fie in der Rechtsphiloſophie der Enzyklopädie [10, 385—445] enthalten find 19, 20. Unter: ſchied dieſes Grundriſſes von einem Kompendium 19, 20, ſeine philoſophiſche Art des Fortſchreitens 20, 21. Hinweis auf die Ent⸗ wicklung des ſpekulativen Wiſſens in der Logik 20. Zur Vedeu⸗ tung der Form für den wiſſenſchaftlichen Inhalt 21, 35, 36. Kritik an der Anſicht, die Form fei etwas Außeres, an der Sucht „Wahrheiten entdecken“ zu wollen, und ſtatt deſſen „alten Kohl“ immer wieder aufzukochen 21, 22. Ziel iſt „Wiſſenſchaft“ 22 „Ohnehin über Recht, Sittlichkeit, Staat iſt die Wahrheit ebenſo alt, als in den öffentlichen Geſetzen, der öffentlichen Moral und Religion offen dargelegt und bekannt“ 22. Dieſer vernünftige Inhalt muß „vernünftige Form“ gewinnen 22 1984
A Rechtsphiloſophie Das unbefangene Gemüt hält ſich vertrauensvoll an die öffentlich bekannte Wahrheit 22. Kritik an der ſonſtigen Eitelkeit und Be⸗ ſonderheit des Meinens und Seins 22, 23 und an der Zeitmeinung, eine Philoſophie über den Staat habe weſentlich die Auf— gabe „auch eine Theorie und eben eine neue und beſondere zu er— finden und zu geben“ 23, 24. „Von der Natur gibt man zu, daß die Philoſophie ſie zu erkennen habe, wie ſie iſt“ 23, 24. Warum ſoll die ſittliche Welt nicht auch dieſes Glück genießen? 24, 25 und Fußn. Gegenüberſtellende Betrachtung der „Geſetze der Natur und des Rechts“ 24, 25 Fußn. Der Maßſtab für die Naturgeſetze iſt außer uns, aber „die Nechtsgeſetze find Geſetztes, von Menſchen Her— kommendes“ 24 Fußn. Ziel iſt, daß dem Menſchen ſeine Vernunft im Rechte entgegenkommt 25 Fußn. Kritik am „Atheismus der ſittlichen Welt“, wonach „das Wahre ſich außer ihr befinde“ 25. Jenes unruhige Treiben der Reflexion und Eitelkeit hat die Philoſophie in Mißkredit geſetzt 26. Kritik an der Philoſophie der neuern Zeit, wonach „das Wahre ſelbſt nicht erkannt werden könne“ 26, 31. Herr Fries iſt ein Heer⸗ führer diefer Seichtigkeit. Er ließ den Staat „dieſen gebildeten Bau in den Brei des »Herzens, der Freundſchaft und Begeiſte⸗ rung« zuſammenfließen“ 27. Goethes: „Verachte nur Verſtand und Wiſſenſchaft« 28, 27 Die Anſicht, „daß das Wahre ſelbſt nicht erkannt werden könne“, nimmt auch die Geſtalt der Frömmigkeit an 28. Das ſich dabei einſtellende böſe Gewiſſen beruft ſich auf den Geiſt, auf das Leben und auf das Volk 28, haßt das Geſetz 28, 29 (ſ. Geſetz) Die Folgen dieſer Rabuliſterei der Willkür, die ſich des Namens der Philoſophie bemächtigte, ſind, daß es faſt zur Unehre gewor⸗ den, „über die Natur des Staats noch philoſophiſch zu ſprechen“ 29, und daß ſchließlich auch die Regierungen auf ſolch rabuliſti⸗ fhes Philoſophieren die Aufmerkſamkeit richteten 29, 30 Die wahre Philoſophie ſcheint ſo des Schutzes bedürftig geworden zu fein 30, 31 Aufgabe der Philoſophie iſt, „weil ſie das Ergründen des Ver⸗ nünftigen iſt, eben damit das Erfaſſen des Gegenwärtigen und Wirklichen, nicht das Aufſtellen eines Jenſeitigen, das Gott weiß, wo ſein ſollte“ 32. Die platoniſche Republik iſt Ausdruck eines ſolchen Erfaſſens feiner Zeit durch Platon 33 Glockner, Hegel-Lexikon 125 1985
-] Rechtsphilojophie „Was vernünftig iſt, das iſt wirklich; und was wirklich ift, das iſt vernünftig“; von dieſer Überzeugung geht die Betrachtung des geiſtigen Univerſums aus 33. Es kommt darauf an „in dem Schein des Zeitlichen und Vorübergehenden die Subſtanz, die immanent, und das Ewige, das gegenwärtig iſt, zu erkennen“ 33. Aber „das Vernünftige, was ſynonym iſt mit der Idee . . . umzieht feinen Kern mit der bunten Rinde“ und dieſe iſt nicht Gegenſtand der Philoſophie 33, 34 (ſ. Rinde) Aufgabe dieſer Abhandlung iſt „den Staat als ein in ſich Ver— nünftiges zu begreifen und darzuſtellen“, aber keinen Staat zu konſtruieren, wie er fein ſoll 34. „Hie Rhodus, hie saltus“; „Hier iſt die Noſe, hier tanze“ 35. „Die Vernunft als die Roſe im Kreuze der Gegenwart zu erkennen, und damit dieſer ſich zu erfreuen, dieſe vernünftige Einſicht iſt die Verſöhnung mit der Wirklichkeit“ 35. Dies iſt auch der konkrete Sinn der „Einheit der Form und des Inhalts“ 35, 21 (ſ. Form — Inhalt) Es iſt ein dem Menſchen Ehre machender Eigenſinn „nichts in der Geſinnung anerkennen zu wollen, was nicht durch den Ge— danken gerechtfertigt iſt“; es iſt das auch das „Prinzip des Pro— teſtantismus“ 36 Für das Belehren, wie die Welt ſein ſoll, kommt ohnehin die Philoſophie zu ſpät. „Wenn die Philoſophie ihr Grau in Grau malt, dann iſt eine Geſtalt des Lebens alt geworden .. .“ 36, 37. „Die Eule der Minerva beginnt erſt mit der einbrechenden Däm— merung ihren Flug“ 37 „Berlin, den 25. Juni 1820“ 37 Eiuleitung 38—87 $ 1 Der Gegenſtand der philoſophiſchen Rechtswiſſenſchaft iſt die Idee des Rechts 38. Unterſcheidung der Idee vom „bloßen Be— griff“ 38 Zuſatz. Die Idee iſt „die Einheit des Daſeins und des Begriffs, des Körpers und der Seele“. „Die Idee des Rechts iſt die Frei⸗ heit“ 39 8 2 „Die Rechtswiſſenſchaft iſt ein Teil der Philoſophie“. Sie hat die Idee „aus dem Begriffe zu entwickeln“, d. h. „der eigenen immanenten Entwickelung der Sache ſelbſt zuzuſehen“ 39. Der Be⸗ griff des Rechts, feine Oeduktion iſt als gegeben aufzunehmen 39 Zuſatz. Der Anfang der Philoſophie 39 (. Anfang), 40. Bedeu⸗ tung der Definition für die poſitive Rechtswiſſenſchaft 40, 41. 1986
Rechtsphiloſophie 7 „In der philoſophiſchen Erkenntnis iſt die Notwendigkeit eines Begriffs die Hauptſache, und der Gang, als Reſultat, geworden zu fein, fein Beweis und Deduktion“ 40. Er iſt aus der Vorſtel⸗ lung in ſeine Wahrheit zu erheben 41, 40. Kritik an der bloßen Berufung auf die Tatſachen des Bewußtſeins, auf „die eigne Bruſt und die Begeiſterung“ 41 § 3 Das Recht iſt poſitiv durch die Form und den Inhalt 42. Dem Inhalt nach erhält das Recht ein poſitives Element durch den beſonderen Nationalcharakter eines Volks, durch die Stufe ſeiner geſchichtlichen Entwicklung, dann durch die Anwendung des all— gemeinen Begriffs auf die von außen ſich gebende Beſchaffenheit der Gegenſtände und Fälle und endlich durch die für die Entſchei— dung in der Wirklichkeit erforderlichen letzten Beſtimmungen 42 Verhältnis zwiſchen dem poſitiven Recht und dem Naturrecht 42, 43. Montesquieus wahrhafte hiſtoriſche Anſicht über das geſchicht— liche Element im poſitiven Recht 43. Zur Notwendigkeit rein geſchichtliches Bemühen, geſchichtliches Erklären und Begreifen von philoſophiſcher Betrachtung zu trennen 43—45, 46. Wie ſich geſchichtliches Aufzeigen und philoſophiſche Anſicht über Entſtehen und Begriff einer Sache bekämpfen, dafür findet ſich in Hugos Lehrbuch der Geſchichte des römiſchen Rechts ein Beiſpiel 45, 46, 47, 48. Löſung ſolcher Streitlage 46. Zurückweiſung der Meinung, die Angabe eines guten Grundes für eine ſchlechte Sache recht— fertige dieſelbe 46, 47 Hugos Rühmen der Vernünftigkeit des römiſchen Rechts 48, 49. Seine Anſicht, die juriſtiſchen Klaſſiker verdienten den Mathe⸗ matikern, Metaphyſikern, ja Kant an die Seite geſetzt zu werden 49, 50 § 4 Der Boden des Rechts iſt das Geiſtige, ſein Ausgangspunkt der freie Wille und das Rechtsſyſtem iſt das Reich der verwirk⸗ lichten Freiheit 50 Zuſatz. Die Freiheit iſt ebenſo eine Grundbeſtimmung des Wil— lens, wie die Schwere eine Grundbeſtimmung der Körper iſt 50. „Das Freie iſt der Wille“ 50, 58. Zuſammenhang des Willens mit dem Denken 50, 51, 73 (f. Wille), des theoretiſchen Verhaltens mit dem praktiſchen 51, 52. Zur Freiheit des Willens 52, 53 (f. Wille). Hinweis auf die Enzyklopädie 53, 54 8 5 bis 8 28 Ausführungen über den Willen 54—79 (ſ. Wille) 1987
A Rechtsphiloſophie § 29 „Dies, daß ein Daſein überhaupt, Dafein des freien Willens iſt, iſt das Recht“ 79 Kants Definition des Rechts und Kritik an ihr 79. Kritik an der ſeit Rouſſeau verbreiteten Anſicht, daß der Wille als Wille des Einzelnen „die ſubſtantielle Grundlage und das Erſte fein ſoll“ 79, 80 § 30 Das Recht iſt „etwas Heiliges überhaupt“, weil es das Da⸗ ſein der ſelbſtbewußten Freiheit iſt 80. Das formelle, abſtraktere und das konkretere Recht 80. „Jede Stufe der Entwickelung der Idee der Freiheit hat ihr eigentümliches Recht, weil ſie das Da⸗ fein der Freiheit in einer ihrer eigenen Beſtimmungen iſt“ 80. Kol⸗ liſion der verſchiedenen eigentümlichen Rechte 80. „Nur das Recht des Weltgeiſtes iſt das uneingeſchränkt Abſolute“ 81 § 31 „Die Methode, wie in der Wiſſenſchaft der Begriff ſich ſelbſt entwickelt und nur ein immanentes Fortſchreiten und Hervor— bringen feiner Beſtimmungen iſt“ iſt hier aus der Logik vorausgeſetzt 81. Charakteriſtik der Dialektik 81, 82 (ſ. Dialektih § 32 „Die Beſtimmungen in der Entwickelung des Begriffs ſind einerſeits ſelbſt Begriffe“, andrerſeits „zugleich eine Reihe von Geſtaltungen“ 82. „In ſpekulativerem Sinn iſt die Weiſe des Daſeins eines Begriffes und ſeine Beſtimmtheit Eins und das— ſelbe“ 82 Zuſatz. Charakteriſtik, wie die Idee ſich immer weiter in ſich be⸗ ſtimmt 82, 83, 85, 62. Der anfänglich „abſtrakte Begriff wird aber nie aufgegeben, ſondern er wird nur immer in ſich reicher, und die letzte Beſtimmung iſt ſomit die reichſte“ 83. „Wir wollen nur zuſehen, wie ſich der Begriff ſelbſt beſtimmt und tun uns die Gewalt an, nichts von unſerem Meinen und Denken hinzuzu— geben“ 83. Dabei iſt „die Ordnung der geit in der wirklichen Erſcheinung zum Teil anders, als die Ordnung des Begriffes“ 83, 84 Einteilung 84-87 $ 33 A. Oer unmittelbare Wille in der Sphäre des abſtrakten oder formellen Rechts 84, 86, 88—163 (f. Recht) B. Der Wille als ſubjektive Einzelnheit beſtimmt gegen das All— 177 0 in der Sphäre der Moralität 84, 86, 164—225 (ſ. Mora⸗ ität) C. Die Einheit und Wahrheit dieſer beiden abſtrakten Momente in der Sphäre der Sittlichkeit 84, 87,226—456 1988
7 oo 10 11 20 11 7 Rechtsphiloſophie / Rechtsſtreit a) Der natürliche Geiſt, die Familie 84, 87, 237—262 (ſ. Familie) b) Die bürgerliche Geſellſchaft 85, 87, 237, 262—328 (f. Gefell: ſchaft e) Der Staat 85, 87, 328456 (f. Staat) Grenzen und Mängel folder Einteilung 85. Moralität und Sitt— lichkeit 85, 86 (ſ. Moralität). Der Kantiſche Sprachgebrauch 85 Zuſatz. Umfang des Rechts, welcher Moralität, Sittlichkeit und Weltgeſchichte in ſich begreift 86. Über die Weiſen der Freiheit zunächſt als Eigentum, Vertrag, Verbrechen und Strafe 86, dann in der Sphäre der Moralität 86 und ſchließlich in der der Sittlichkeit 87 Eriter Teil. „Das abftrafte Recht“ 84, 88—163 (f. Recht) Zweiter Teil. „Die Moralität“ 84, 164—225 (ſ. Mo: ralität) Dritter Teil. „Die Sittlichkeit“ 84, 87, 196, 198, 226 bis 456 (f. Sittlichkeit) 48. Verteidigung der Sätze aus der Vorrede zur Philoſophie des Rechts: „was vernünftig iſt, das iſt wirklich, und was wirklich iſt, das iſt vernünftig“ durch Trennung der Erſcheinung von der Wirklichkeit 48 O, 47 (O Syſtem) 207 C, 217 2, 218 0 (O Krankheit) Hinweis auf 7: „Die Weltgeſchichte § 341 bis § 360 und ihren näheren Begriff 25 Fußn. Hinweis auf die Entwicklung des Staats in der Rechtsphiloſophie 72 und auf die Elemente und Mächte des lebendigen Staats 558 Hinweis auf 7, 217 bezüglich Solgers Auffaſſung der Ironie 185. Würdigung von Solgers „Philoſophie des Rechts und Staats“ 201 (O Solger). Hinweis auf 7, 33 bezüglich Platons Auffaſſung der griechiſchen Sittlichkeit in ſeiner Republik 321, und auf die SS 359, 360 bezüglich des germaniſchen Reichs und ſeines Prin⸗ zips der Innerlichkeit 323 (O Hegel) Rechtsſchulen Rechtsſchulen zu Bologna 487 (O Mittelalter) Rechtsſtreit Rechtskolliſionen 144, 145, 146 (O Unrecht) 1989
E — 128 1 18 — 13 Rechtsſtreit / Rechtwinklichkeit Der bürgerliche Rechtsſtreit als Beiſpiel des einfach negativen Urteils 375 0 (O Urteil). Bedeutung des Verſtandesſchluſſes und zwar des qualitativen und zufälligen im bürgerlichen Rechtsſtreit 389 0 (O Schluß) Rechtswiſſenſchaft, Jurisprudenz „Über die wiſſenſchaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts, ſeine Stelle in der praktiſchen Philoſophie, und ſein Verhältnis zu den poſitiven Rechtswiſſenſchaften“ 435 bis 537, 443, 515—537, 516 (ſ. Naturrecht) 19 (O Enzyklopädie) „Die philoſophiſche Rechtswiſſenſchaft“ 38, 39 (f. Rechtsphiloſo— phie). Die poſitive Rechtswiſſenſchaft 40, 41 (O Rechtsphiloſophie), 291 (O Rechtspflege) Die Rechtswiſſenſchaft erfordert letzte genaue Entſcheidungen, „die außer dem An- und für ſich Beſtimmtſein des Begriffes lie— gen“ 62 (O Syſtem) [P. St. 6, 28] In der Jurisprudenz verfährt das Denken als Verſtand, und das Prinzip desſelben iſt die Identität, die einfache Beziehung auf ſich 186 & (O Logit) 283 0 (O Grund) Rechtswiſſenſchaft der Chineſen 188 (O China) „Die Jurisprudenz iſt das Subſumieren des Beſonderen unter das Allgemeine, das Zuſammenſchließen derſelben“ 414 (O Ari— ſtoteles) Rechts zuſtand „Rechtszuſtand“ 367—372 (f. Sittlichkeit) Rechtwinklichkeit „Die waagerechte Lage iſt, dem Geſetz der Schwere nach, die allein in ſich ſelbſt ſichre und gemäße, und der rechte Winkel der einzig feſt beſtimmte“ 313, 315. Rechtwinklichkeit der Wand 316 (O Tem: pel). „Die klaſſiſche Architektur, in welcher die Sänlen oder Pfo— ſten mit übergelegten Balken die Grundform abgeben, macht die Rechtwinklichkeit und damit das Tragen zur Hauptſache. Denn die im rechten Winkel ruhende Überlage zeigt beſtimmt an, daß ſie 1990
13 -]1 10 11 14 19 = 4 11 16 Rechtwinklichkeit / reflektieren getragen werde“ 335. Gründe dafür, weshalb die Rechtwinklich— keit in der Gotik verloren gehen muß 337 (O romantiſche Archi— tektur) Rede (Beredſamkeit, Sprache) 35 (O Propädeutik). „Die Rede iſt ein erſtaunlich großes Mittel, aber es gehört großer Verſtand dazu, dasſelbe richtig zu gebrau— chen“ 93 (O Moral) Redefreiheit der modernen Welt, Redefreiheit in Frankreich 426 (O Verfaſſung) Der für die beſtimmten Vorſtellungen ſich weiter artikulierende Ton, die Rede und ihr Syſtem, die Sprache, gibt den Empfin— dungen, Anſchauungen eine Exiſtenz, die im Reiche des Vorſtel⸗ lens gilt 346 [P. St. 6, 270] (© Einbildungskraft) „Reden aber ſind Handlungen unter Menſchen, und zwar ſehr weſentlich wirkſame Handlungen“. „Reden von Völkern zu Völ⸗ kern, oder an Völker und Fürſten ſind integrierende Beſtandteile der Geſchichte“. So die Reden bei Thukydides, des Perikles 27 (O Geſchichtsſchreiber) „Die Rede ift allein das der Expoſition des Geiſtes würdige Ele⸗ ment“ 479 (ſ. Drama). Die Schauſpielkunſt läßt die Rede und deren poetiſchen Ausdruck als die überwiegende Macht beſtehen 516 (O Schauſpielkunſt) Die Rede, Adyos 007 001205, bei Philo 24 (.. Philo) reflektieren (Reflexion) „Reflektieren überhaupt iſt das Fortgehen zu mehreren Beſtim— mungen eines Gegenſtandes und das dadurch zuſtande kommende Zuſammenfaſſen derſelben in einer Einheit“ 152 (O Urteil). „Das Reflektieren iſt das Hinausgehen über eine einzelne Beſtimmung, ihr Vergleichen mit andern und das Zuſammenfaſſen derſelben in eine beſtimmte“ 212, 213 (O Urteil) Reflektierender Verſtand 39, 40 (ſ. Verſtand) Reflektierende Geſchichte 28—33 (s. Geſchichtsſchreiber) „Das Reflektieren iſt wohl auch Denken, aber auch Zufälligkeit, für welche der Inhalt dieſer und jener Beliebige und Beſchränkte iſt“ 224 (O chriſtliche Religion) 1991
— = 2 Reflexion Reflexion (Reflexionsbeſtimmungen, Reflexionsphiloſophie) „Nefleßion als Inſtrument des Philoſophie⸗ rens“ 50—55 (ſ. Fichte). Reflexion und geſunder Menſchenver⸗ ſtand 55, 56 (O Fichte). „Die trennende Tätigkeit iſt das Reflek⸗ tieren, ſie hebt die Identität und das Abſolute auf“ 124 (O Fichte) „Es iſt ein Verkennen der Vernunft, wenn die Reflexion aus dem Wahren ausgeſchloſſen und nicht als poſitives Moment des Abſoluten erfaßt wird. Sie iſt es, die das Wahre zum Refultate macht, aber dieſen Gegenſatz gegen ſein Werden ebenſo aufhebt“ 25 (O Phänomenologie) „Reflexion heißt überhaupt Abkürzung vom Unmittelbaren“ 40. „Der Geiſt hat Reflexion. Er iſt nicht an das Unmittelbare gebun— den, ſondern vermag darüber zu etwas Anderem hinauszugehen“ 41. „Er hat ſich in ſich reflektiert. Er iſt in ſich gegangen“. Die Reflexion auf die Beſchränkung iſt „ſchon ein erſter Schritt über ſie hinaus“. „Die Reflexion hat die Triebe zu vergleichen, ob ſie mit dem Grundzweck verwandt ſind und derſelbe durch ihre Be— friedigung mehr befördert wird. In der Reflexion fängt der Übergang an von dem niedrigen Begehrungsvermögen zum höheren“ 41, 42. Charakteriſtik der relativen und der praktiſchen abſoluten Reflexion 42, 43 (ſ. Propädeutik) „Quantität der Urteile oder Urteile der Refle— ion“ 151153 (f. Urteil) „Schlüſſe der Quantität oder Reflexion“ 158—159 (ſ. Schluß) Der reflektierende Verſtand ift der abſtrahierende und damit trennende Verſtand, „der in feinen Trennungen beharrt“. Die Reflexion hat „über das konkrete Unmittelbare hinauszugehen, und dasſelbe zu beſtimmen und zu trennen. Aber ſie muß ebenſoſehr über dieſe ihre trennenden Beſtimmungen hinausgehen, und ſie zunächſt beziehen“ 40, 39 (. Logik) „Das Weſen als Reflexion in ihm ſelbſt“ 484, 485—596 (ſ. Weſen) „Die Reflexion“ 484, 486, 492—504 (O Schein). Charakte⸗ riſtik der Reflexion als „in ſich gegangener, hiermit feiner Unmittelbarkeit entfremdeter Schein“ 492. Charakteriſtik der reflektie⸗ renden Bewegung als „die Negation als Negation“. „Das Andere 1992
. Reflexion iſt hier alſo nicht das Sein mit der Negation oder Grenze, ſon— dern die Negation mit der Negation“ 493 „Das Werden im Weſen, ſeine reflektierende Bewegung, iſt daher die Bewegung von Nichts zu Nichts, und dadurch zu ſich ſelbſt zurück“ 493, 494 Dieſe reine abſolute Reflexion „iſt erſtlich ſetzende Reflexion“, zweitens der „Anfang von dem vorausgeſetzten Unmittelbaren und iſt fo äußerliche Reflexion“ 493, 494. Drittens ift fie „beſtim⸗ mende Reflexion” 494 1. „Die ſetzende Reflexion“ 493, 494-497, 501. Der „Wechſel des Negativen mit ſich felbft hat ſich als die abſolute Reſlexion des Weſens beſtimmt“. Dieſe „ſich auf ſich beziehende Negativität“ beſteht darin, „ſie ſelbſt und nicht ſie ſelbſt und zwar in Einer Einheit zu ſein“ 494. Sie iſt „erſtlich Gleichheit mit ſich, oder Unmittelbarkeit; aber zweitens iſt dieſe Unmittelbarkeit die Gleichheit des Negativen mit ſich, ſomit die ſich ſelbſt negierende Gleichheit“ 494, 495. „Dies iſt das Geſetztſein; die Unmittelbarkeit rein nur als Beſtimmtheit oder als ſich reflektierend“, „Rück⸗ kehr des Negativen in ſich“. Die Reflexion „iſt Setzen, inſofern ſie die Unmittelbarkeit als ein Rückkehren iſt“; ſie iſt „Vorausſetzen“, indem ſie „Zuſammengehen des Negativen mit ſich ſelbſt iſt“, Ne— gation des Negativen als des Negativen“ 495. „Die Reflexion in ſich iſt weſentlich das Vorausſetzen deſſen, aus dem ſie die Rück— kehr iſt“ 496 „Die Reflexion alſo findet ein Unmittelbares vor, über das ſie hinausgeht, und aus dem ſie die Rückkehr iſt. Aber dieſe Rückkehr iſt erſt das Vorausſetzen des Vorgefundenen“ 496 Die reflektierende Bewegung iſt „abſoluter Gegenſtoß in ſich ſelbſt“ 496, 497, „Bewegung, die aus ſich kommt, inſoſern die ſetzende Reflexion vorausſetzende, aber als vorausſetzende Re⸗ flexion ſchlechthin ſetzende iſt“ 496, 497 2. „Die äußere Reflexion“ 494, 497500, 501, 508, 509. „Die Reflexion als abſolute Reflexion iſt das an ihm ſelbſt ſchei⸗ nende Weſen“, „aber die äußerliche oder reale Reflexion ſetzt ſich als aufgehoben, als das Negative ihrer voraus“ 497 Die äußerliche Reſlexion ſetzt ein Sein voraus erſtens in dem Sinne, „daß dieſe Unmittelbarkeit die Beziehung auf ſich, und die Beſtimmtheit nur als Moment iſt“ 497, 498. Charakteriſtik des Schluſſes der äußeren Reflexion 498 1993
4 ‚Aber das Tun der äußeren Reflexion näher betrachtet, fo ift fie zweitens Setzen des Unmittelbaren“. „Sie ſetzt das Unmittelbare voraus; ſie iſt im Negieren das Negieren dieſes ihres Negierens“. „Es iſt damit die Außerlichkeit der Reflexion gegen das Unmittelbare aufgehoben“ 498, 499; ſie iſt „beſtimmende Reflexion“ 499 Anmerkung. Kants Unterſcheidung von reflektierender und be— ſtimmender Urteilskraft 499. Seine Definition von Urteilskraft 499 Ju unſerem Zuſammenhang iſt aber weder von der Reflexion des Bewußtſeins, noch von der beſtimmteren des Verſtandes, „ſon— dern von der Reflexion überhaupt die Rede“ 499. Kants Pe: flexion iſt die äußere, doch liegt in ihr auch der Begriff der ab— ſoluten 500, 499 Kritik der neueren Philoſophie an der „äußerlichen Reflexion“ 500 Charakteriſtik der reflektierenden Beſtimmungen, die ſich als die Weſentlichen geltend machen und ſich hartnäckig ihrer Bewegung widerſetzen 500 3. „Beſtimmende Reflexion“ 495, 499, 501—504. „Die beſtimmende Reflexion iſt überhaupt die Einheit der ſetzenden und der äußeren Reflexion“ 501 1. Rückblick auf die äußere Reflexion und auf die ſetzende Re: flexion 501, auf das Daſein in der Sphäre des Seins 501. „Dem Daſein entſpricht in der Sphäre des Weſens das Geſetztſein“, es iſt die Mitte, „welche das Daſein mit dem Weſen und umgekehrt das Weſen mit dem Daſein zuſammenſchließt“ 501, 502 2. „Das Geſetztſein iſt noch nicht Reflexions-Beſtimmung; es iſt nur Beſtimmtheit, als Negation überhaupt“. Es wird Reflexions— Beſtimmung, indem ſeine Negation in ſich reflektierte wird 502 Unterſchied der Reflexions-Beſtimmung von der Beſtimmtheit des Seins, der Qualität 502. Sie iſt „das Geſetztſein als Nega— tion“ 503. Um dieſer Reflexion in ſich willen erſcheinen die Re— flexionsbeſtimmungen als freie Weſenheiten 503. Die beſtim⸗ mende Reflexion iſt die außer ſich gekommene Reflexion 503. en der zwei Seiten an der Reflexionsbeſtimmung 503, 0 3. Indem die Reflexionsbeſtimmung ſowohl reflektierte Beziehung in ſich ſelbſt, als auch Geſetztſein ift, ift fie „die Beziehung auf ihr Andersſein an ihr ſelbſt“, „die beſtimmte Seite, und die Bezie1994
Reflexion 4 hung dieſer beſtimmten Seite als beſtimmter, das heißt, auf ihre Negation“, „die Einheit ihrer ſelbſt und ihres Andern und nur dadurch Weſenheit“, „unendliche Beziehung auf ſich“ 504 (O Schein) „Die Reflexion iſt das Scheinen des Weſens in ſich ſelbſt“ 505 (O Reflexionsbeſtimmungen), 597 (O Erſcheinung) „Außere Reflexion“ 541 (O Widerſpruch), 667. „Die Reflexion iſt die reine Vermittelung überhaupt“ 553 (O Grund) Die Reflexion fällt „als das ſich durch Anderes vermittelnde Da— fein außer dem Dinge-an⸗ſich“ 604 (O Ding an ſich) Die Reflexion und das Abſolute 663, 664, 665, 666, 667, 669, 670 (O Abſolutes). „Dem Begriff des Abſoluten und dem Ver— hältniſſe der Reflexion zu demſelben“ entſpricht der Begriff der ſpinoziſtiſchen Subſtanz 672, 673 (O Spinoza) Die Exiſtenz geht in Erſcheinung über, indem ſie die Reflexion, welche ſie enthält, entwickelt 678. Ihre letzte Reflexion iſt, daß ihre Unmittelbarkeit geſetzt iſt als die Reflexion-in⸗ſich, und um⸗ gekehrt; das iſt die Wirklichkeit 679 (O Wirklichkeit) „Das Urteil der Reflexion“ 75, 91—100 (f. Urteil) „Der Schluß der Reflexion“ 121, 141, 142, 148—160 . Schluß) „Die Allgegenwart des Einfachen in der vielfachen Außerlichkeit iſt für die Reflexion ein abſoluter Widerſpruch“ 247 (ſ. Leben) 8 Gegenüberſtellung von Reflexion und Dialektik 190 P. St. 6, 35] (O Dialektik) „Der Standpunkt des Weſens iſt überhaupt der Standpunkt der Reflexion“ 262 O, 261 [P. St. 6, 68], 266, 267 [P. St. 6, 69] (. Weſen), 2828 Die Exiſtenz als „die unmittelbare Einheit der Reflexion⸗in⸗ſich und der Reflexion -in⸗Anderes“ 288, 290 [P. St. 6, 77] (ſ. Exi⸗ ſtenz), 291, 293 [P. St. 6, 77, 78] (f. Ding) „Das Reflexions-Urteil“ 375—378 [P. St. 6, 106] (. Ur⸗ teil 15 flexions-Schluß“ 393-396 [P. St. 6, 114] (ſ. Schluß) Die Reflexion als Moment der ſpekulativen Methode 449 [P. St. 6, 142, 143] (ſ. Idee) 9 Kritik an Newtons Reflexionsform der Keplerſchen Geſetze 125 [vgl. 6, 170 126 ©, 132 © (0 Mechanik). Kritik an der reflektie⸗ 1995
Reflexion 9 renden Phyſik 200 (O Meteorologie). „Solche leere Vorſtellun⸗ gen find das cheval de bataille der Reflexion“ 220 @ (O Schwere), 330 [P. St. 6, 175] (ſ. Farbe), 343 O (f. Farbenlehre) 10 „Das Bewußtſein macht die Stufe der Reflexion oder des Ver⸗ hältniſſes des Geiftes, feiner als Erſcheinung, aus“ 255 [P. St. 6, 245] (ſ. Bewußtſein) 11 Verwerfung des „Wegs der Reflexionen“ bei der Betrachtung der Geſchichte 49 (O Geſchichtsphiloſophie). Zur Trennung, welche die Verſtandesreflexion zwiſchen dem Begriffe und der Realität desſelben macht 79 (O Staat). Die „Produkte der denkenden Refle— ion“ 106 (O Weltgeſchichte) Beziehung der beginnenden Reflexion zum Verfall der griechiſchen Demokratie 331 (ſ. Griechen) 12 „Sterilität einſeitiger Reflexion“ 46 (O Aſthetik). Reflexion und Moralität 86. Auflöſung der Reflexionsbetrachtung der Kunſt 90 (O Kunſtwerk). Bedeutung unferer Reflexion bei der Betrachtung erſter Anfänge ſymboliſcher Kunſt 434 (O ſymboliſche Kunſtform). In der bewußten Symbolik z. B. in der Fabel ſpielt die Reflexion eine große Rolle 516, 517, 510 (f. Fabel) 13 Die Griechen ſind „die Mitte einer Bildung der Reflexion und zugleich einer Reflexionsloſigkeit“ 16 (O Griechen) Entwicklung der Reflexion und ihre Bedeutung für die Entzwei⸗ ung in der Religion 26 (ſ. Religion) Die Reflexion hält im Gegenſatz zum ſpekulativen Denken die Einheit gegenſätzlicher Denkbeſtimmungen nicht feſt; ſie „vergißt einmal das Ganze, das andere Mal die Unterſchiede und wenn ſie beides vor ſich hat, ſo trennt ſie doch von dem Gegenſtande die Eigenſchaften und ſtellt beides ſo, daß das, worin beide Eins ſind, ein Drittes wird, das von dem Gegenſtande und den Eigenſchaf⸗ ten verſchieden iſt“ 39, 40 (O Religion) Der Übergang zur Reflexion ift nicht allein dem religiöſen Gefühl eigentümlich, ſondern dem menſchlichen Gefühl überhaupt. „Denn der Menſch iſt Geiſt, Bewußtſein, Vorſtellen; es gibt kein Gefühl, das nicht in ſich dieſen Übergang zur Reflexion enthielte“ 140 (f- Gefühl) „Das vermittelte Wiſſen als Beobachtung und als Reflexion“ 183—191 (ſ. vermitteltes Wiſſen) 1996 1 *
15 16 20 = Reflexion / Reflexionsbeſtimmungen „Die Endlichkeit auf dem Standpunkt der Re— flevion“ 193—203, 191 (ſ. Endlichkeit). Begriff der Reflexion vom Unendlichen 196, 198 (O Endlichkeit) 214 (O Religion). „Die Reflexion iſt die Tätigkeit, die Gegenſätze feſtzuſtellen und von dem einen zum andern zu gehen, ohne aber ihre Verbindung und durchdringende Einheit zuſtande zu bringen“ 215 (O Religion) Das abſtrakte Denken geht daran, „alles Konkrete, alle Beftim: mungen, allen Inhalt in Gott aufzulöſen, und ſo hat dann die Reflexion als letztes Reſultat nur die Gegenſtändlichkeit der Iden⸗ tität ſelbſt, dies, daß Gott nichts als das höchſte Weſen ſei, ohne Beſtimmung, leer“ 345, 346. „Die Reflexion ... ſteht mit dem Muhammedanismus auf einer Stufe, daß Gott keinen Inhalt habe, nicht konkret ſei“ 348, 349 (O Gemeinde) Über die Grundzüge des Weges, den die formelle Reflexion in der Religion genommen hat 5—11 (ſ. Hinrichs) Reflexionsbeſtimmungen (Gegenſatz) „Der Gedanken ſind dreierlei: 1. die Kategorien, 2. die Refle— vionsbeſtimmungen, 3. die Begriffe. Die Lehre von den beiden erſtern macht die objektive Logik in der Metaphyſik aus“ 115 (O Logih) Die zwei Seiten der Reflexionsbeſtimmung 503, 504 (ſ. Reflexion) „Die Weſenheiten oder die Reflexionsbeſtim— mungen“ 485 (O Weſen), 500, 504—551 (O Weſen) „Die Re⸗ flexion iſt das Scheinen des Weſens in ſich ſelbſt“ 505, 597 „Das Weſen iſt zuerſt einfache Beziehung auf ſich ſelbſt; reine Identität“ 505. „Zweitens die eigentliche Beſtimmung iſt der Un— terſchied“, die Verſchiedenheit und der Gegenſatz 505. „Drittens als Widerſpruch reflektiert ſich der Gegenſatz in ſich ſelbſt und geht in ſeinen Grund zurück“ 505 Anmerkung. Kritik an den Reflexionsbeſtimmungen, wenn fie in Form von Sätzen ausſagen, daß fie von allem gelten 505, 506, 507. Betrachtung des Satzes: Alles iſt ſich ſelbſt gleich 505, 506. Gegenüberſtellung von Kategorie und Reflexionsform, von Satz und Urteil 506. Die Reflexionsbeſtimmungen haben die Form des Satzes ſchon in ſich 506. Als allgemeine Denkgefetze find die Re⸗ 1997
1 1 De a E o 0 a Reflexionsbeſtimmungen flexionsbeſtimmungen etwas überflüffiges; dann haben fie das Sein, Alles, Etwas zum Subjekte und erwecken damit das Sein wieder, und endlich find die Neflexionsbeſtimmungen beſtimmte gegeneinander; die abſoluten Denkgeſetze ſind daher einander entgegengeſetzt 507 A. „Die Identität“ 505, 508—515 (f. Identität) B. „Der Unterſchied“ 505, 515—534 (ſ. Unterſchied) C. „Der Widerſpruch“ 505, 535— 551 (ſ. Widerſpruch). Das Poli tive und Negative als Reflektionsbeſtimmungen 535 (O Wider: ſpruch), 551, 552. Der Grund als eine der Reflexionsbeſtimmun⸗ gen des Weſens 552, 553 (O Grund). Das Innere und Außere als Reflexionsbeſtimmungen 656 (f. Verhältnis) Zu Kants „Abhandlung über die Reflexions-Begriffe“ 18 (. Kant) 39 (O Begriff) „Die reinen Reflexionsbeſtimmungen“ 69—77 P. St. 8, 267 — 288] (O Weſen) a) „Identität“ 69—71 [P. St. 8, 267—270] (ſ. Identität) b) „Der Unterſchied“ 71—75 [P. St. 8, 270—281] (ſ. Unterſchied) e) „Der Grund“ 75—76 [P. St. 8, 281 —288] (f. Grund) „Die reinen Reflexionsbeſtimmungen“ 267—288 6, 69—77 f. o.] 8 „Am Dinge rekurrieren die ſämtlichen Reflexionsbeſtimmungen als exiſtierend“ 292 & (ſ. Ding) „Die Reflexionsbeſtimmungen ſollen jede für ſich abgeſondert von der entgegengeſetzten, gefaßt werden und gelten; aber indem im Begriff ihre Identität geſetzt iſt, kann jedes ſeiner Momente unmittelbar nur aus und mit den andern gefaßt werden. All— gemeinheit, Beſonderheit und Einzelnheit ſind abſtrakt genom— men dasſelbe, was Identität, Unterſchied und Grund“ 361 [P. St. 6, 98] (O Begriff) Die Beſtimmungen der Beziehung des unmittelbar Einzelnen auf Anderes ſind dasjenige, was man Reflexionsbeſtimmungen nennt, und das dieſe Beſtimmungen auffaſſende Bewußtſein iſt das Wahrnehmen 267 0 (O Bewußtfein) Der denkende Geiſt hat alle Reflexionsformen zu überwinden 74, 73, 72 (ſ. Religionsphiloſophie) 1998
Reflexionsbeſtimmungen / Reformation 15 Hinzutreten der Reflexion zum Gefühl und Entſtehen von Re⸗ flexionsbeſtimmungen 138, 139, 140 (f. Gefühl) Reflexionsglaube (Vernunfttheologie) 15 Charakteriſtik des modernen Reflexions-Glaubens 374 (ſ. Glaube) Reflexionsphiloſophie 1 „Glauben und Wiſſen oder die Reflezionsphilo— ſophie der Subjektivität, in der Vollſtändigkeit ihrer Formen, als Kantiſche, Jacobiſche und Fichteſche Philoſophie“ 277—433 (ſ. Glaube). „Es iſt in dieſen Philoſophien nichts zu ſehen, als die Erhebung der Re— flexions-Rultur zu einem Syſtem; — eine Kultur des gemeinen Menſchenverſtandes“ 291 In Jacobis Polemik gegen die Kantiſche Philoſophie ſpricht die Reflexionsphiloſophie ihren Charakter und ſeine Prinzipien in ſehr beſtimmten Zügen aus 355, 356. Humes und Lockes „Refle— xionsweſen, auf deutſchem Grund und Boden weitläufiger und ſyſtematiſcher ausgeſponnen, wird deutſche, d. h. Kantiſche, Jacobiſche und Fichteſche Philoſophie genannt“ 374, 386 (O Jacobi), 429, 430 (O Fichte), 431 (O Glaube) „Die Freiheit in aller Reflexionsphiloſophie, wie in der Kanti⸗ ſchen und dann der Frieſiſchen vollendeten Verſeichtigung der Kantiſchen, iſt nichts anders, als jene formale Selbſttätigkeit“ 67, 68 (O Wille) 15 „Die Endlichkeit auf dem Standpunkt der Re⸗ flexion“ 193-203, 196 (f. Endlichkeit) A Reformation (Proteſtantismus) 7 120 (O Eigentum) 8 49 (O Syſtem) 10 Es iſt eine Torheit neuerer Zeit zu glauben, eine Revolution könne ohne eine Reformation gemacht werden 440 (O Religion) 111, 564] 11 „Das formelle Denken, der Verſtand war ſchon ausgebildet worden, aber ſeinen wahren Gehalt erhielt das Denken erſt durch die Reformation, durch das wiederauflebende konkrete Bewußt⸗ ſein des freien Geiſtes“ 441 (O Germanen) 1999
1 — Reformation Stellung der lutherifchen Reformation zur Hoſtienverehrung 480 (O Kirche) „Die Reformation“ 519—548 (O Neuzeit). „Die Refor: mation iſt aus dem Verderben der Kirche hervorgegangen“ 519. Dies Verderben iſt nicht bloß Mißbrauch der Gewalt und Herrſchaft, fondern es hat fein Prinzip darin, „das das Dieſes als ein Sinnliches in ihr, daß das Äußerliche, als ein folches, inner— halb ihrer ſelbſt ſich befindet“ 520, 519 Formen dieſes „Gebundenſein an ein Sinnliches“ ſind „Sklaverei der Autorität“, „Wunderglauben“ 520, Herrſchfucht, Schwelgerei uſw. 520, 521. Die Tugend der Kirche iſt, als negativ gegen die Sinnlichkeit, nur abſtrakt negativ 521 Der Ablaß der Sünden iſt „mit bloßem Gelde zu kaufen“ 521 (ſ. Ablaß) Luther iſt es, der das Diefes in dem Geiſte findet 522 (f. Dieſes). Er weiß „von einem Wirklichen, das nicht ſinnlich iſt“. Er ent— fernt die Außerlichkeit aus der Lehre von den Werken, aus dem Glauben 522. In Luthers Lehre vom Abendmahl iſt Chriſtus ein Gegenwärtiges, aber im Glauben, im Geiſte 523, 531. Der Un— terſchied zwiſchen Prieſter und Laien fällt weg 523 (f. Prieſter). „In der lutherifchen Kirche iſt die Subjektivität und Gewißheit des Individuum ebenſo notwendig als die Objektivität der Wahr— heit“ 524. „Dies iſt der wefentliche Inhalt der Reformation, der Menſch iſt durch ſich ſelbſt beſtimmt frei zu ſein“ 524 Luthers Reformation betraf anfangs „nur einzelne Seiten der Verderbnis der katholiſchen Kirche“ 524, 525. Sie dehnte ſich fpäter auch auf das Dogma aus, und traf endlich die Autorität der Kirche 525. Luther verwarf diefe Autorität und fetzte „an ihre Stelle die Bibel und das Zeugnis des menſchlichen Geiſtes“ 525. Wert der lutheriſchen Bibelüberfetzung, durch welche die Bibel ein Volksbuch wurde 525, 526 (ſ. Volksbuch) Das Tridentiniſche Konzilium 526. „Die Kirchen wurden Barteien gegeneinander“ 526. Aufhebung der Klöſter und Bistümer; die Wiedertäufer, die Bauern 526, 527. Durch den Einfluß der Reformation ſchafſte die katholiſche Kirche die fchreiendſten Miß⸗ bräuche ab und trennte ſich von Wiſſenſchaft und humaniſtiſcher Literatur 527. Ihre Haltung zu Kopernikus, zu Galilei 527 In ihrer Ausbreitung beſchräukte ſich die Reformation auf rein germaniſche Völker: Norddeutſchland, Skandinavien, England 2000
Reformation 11 und nur z. T. auf Süddeutſchland 527. Auch die Autorität und die Gewalt hatten ihre Bedeutung für Aufnahme oder Ablehnung 528. Gründe für die Ablehnung der Reformation durch die Ro⸗ manen 528, 529, 530 (ſ. Romanen) Verhältnis der neuen Kirche zur Weltlichkeit 530, 531, 526. „Es wird nun gewußt, daß das Sittliche und Rechte im Staate, auch das Göttliche und das Gebot Gottes ſind“ 530. Jetzt hat die Ehe nicht mehr die Eheloſigkeit über ſich 530, der Unterſchied zwiſchen Laien und Geiſtlichen verſchwindet 531, 523, Arbeit, Induſtrie und Gewerbe ſind ſittlich geworden, Geld darf gegen Intereſſen ausgeliehen werden und der blinde Gehorſam wird aufgehoben 531 (f. a. Gelübde). „Das Vernünftige erfährt keinen Widerſpruch mehr von ſeiten des religiöſen Gewiſſens“ 531, 532 Abſtrakte Formen der Innerlichkeit: „Dieſe Verſöhnung des Staa— tes und der Kirche iſt für ſich unmittelbar eingetreten“ 532. Die Reformation beſchränkt ſich zunächſt auf unmittelbare Verände⸗ rungen, wie z. B. Aufheben der Klöſter 532. Entwicklung der Qual der Ungewißheit, ob der gute Geiſt dem Menſchen inne: wohne. Es entſteht ein „kleinliches Grübeln über den ſubjektiven Seelenzuſtand“ 533. Eine weitere abſtrakte Form der Innerlich— keit iſt der „Glaube an das Böſe, als eine ungeheure Macht der Weltlichkeit“ 534, 548. Die Geſchichte vom Fauſt 534, der Hexen⸗ glaube 534, 535. Bedeutung des Prinzips des Verdachts, der Ver⸗ dächtigkeit 535 Wirkung der Reformation auf die Staatsbil⸗ dung 519, 535, 536— 548. Befeſtigung der Monarchie durch das Erbrecht nach der Primogenitur 536. „Das fürſtliche Eigentum geht aus der Bedeutung von Privateigentum und eines Privat⸗ beſitzes von Gütern und Domänen und Gerichts barkeiten u. ſ. f. in Staatseigentum und Staatsgeſchäft über“ 537. „Ebenſo wich⸗ tig und damit zuſammenhängend iſt die Verwandlung der Ge⸗ walten, Geſchäfte, Pflichten und Rechte“ 537. „Dieſe Umwand⸗ lung der Rechte der Vaſallen in Staatspflichten hat ſich in den verſchiedenen Reichen auf verſchiedene Weiſe gemacht“ 537. So in Frankreich 537, in Spanien 538, in England, in Polen 539. Er⸗ gebnis war „Unterwerfung der poſitiven Mitte unter das Staatsoberhaupt“; dagegen bleibt die Befreiung der Hörigen noch ein Ziel 539 Entwicklung eines Staatenſyſtems und eines Verhältniſſes der Glockner, Hegel Lexikon 126 2001
11 1 D 14 15 19 Reformation Staaten gegeneinander 540. Eroberungskriege, Italien Gegen⸗ ſtand der Eroberung 540 (f. Italien) Deutſchland wurden Burgund, Lothringen und Elſaß entriſſen 540 Ziel und Ergebnis war politiſches Gleichgewicht, welches diploma— tiſche Politik notwendig machte 541 Geſtört wurde das politiſche Gleichgewicht durch Karl V., Ludwig XIV. 541 und Karl XII. 542 (ſ. d. Art.). Die Türken wa⸗ ren eine Gefahr für die europäiſchen Staaten 542 Die proteſtantiſche Kirche kämpfte um eine politiſche Exiſtenz, vor allem in Frankreich und Sſterreich 543. „Die proteſtantiſchen Fürſten und Städte machten einen matten Bund und führten eine viel mattere Verteidigung“ 544. Moritz von Sachſen, Guſtav Adolph 544, der Dreißigjährige Krieg 544 Der Kampf der proteſtantiſchen Kirche in England war gegen die Könige gerichtet 544. Puritanismus, Cromwell 545 Kampf der Proteſtanten in Holland 545, in Polen 546 Der Weſtfäliſche Friede 546 Das Reſultat des Kampfes war „Beſtehen der Religionsparteien nebeneinander, als politiſcher Staaten und nach pofitiven ftaatsoder privatrechtlichen Verhältniſſen“ 547 Emporkommen Preußens und feine Bedeutung für die proteftantiſche Kirche 547, 548 (O Neuzeit) Reformation und Revolution: „Es iſt ein falſches Prinzip, daß die Feſſeln des Rechts und der Freiheit ohne die Befreiung des Gewiſſens abgeſtreift werden, daß eine Revolution ohne Refor— mation fein könne“ 564 (O franzöſiſche Revolution) [10, 440 @] Der Geiſt der Reformation verminderte die Bedeutung der Kunſt als Darſtellung religiöſen Inhalts 150 (O Aſthetik) 416 (O epiſche Poeſie) 64 (O unmittelbares Wiſſen) 109 (O Chriſtentum). Die Reformation ſtritt gegen Ariſtoteles, eigentlich aber gegen die Scholaſtiker 215 (O0 Pomponatius), 218, 219 (O Cicero) „Die Reformation“ 253— 262 (0 Wiederaufleben). In der lutheriſchen Reformation wurde der Menſch aus dem Jenſeitigen zur Präſenz des Geiſtes gerufen 253. Die katholiſchen Gelübde 2002
19 Reformation wurden aufgehoben und Ehe, Beſitz und Freiheit als göttlich gewußt 254. Die Vermittlung der Prieſter wurde abgelehnt und erkannt, „daß das Religiöſe im Geiſte des Menſchen ſeine Stelle haben muß, und in ſeinem Geiſte der ganze Prozeß der Heilsord— ordnung durchgemacht werden muß“ 254 Wiklef, Huß, Arnold von Brescia, Luther 254. „Erſt mit Luther begann die Freiheit des Geiſtes, im Kerne: und hatte dieſe Form, ſich im Kerne zu halten“ 254, 255 Es hat ſich ſchon früher (Bruno, Vanini) dieſes Prinzip bemerflich gemacht, aber die höhere Bewährung dieſes Geltens des Gubjektiven, dieſes „Prinzips der eigenen Geiſtigkeit, der eigenen Selbſtändigkeit“ erhielt es jedoch erſt „in der Beziehung auf Gott und zu Gott“ 255, 256. „Dies iſt die höchſte Bewährung des Prin— zips, daß dasſelbe nun vor Gott gelte, nur der Glaube des eige— nen Herzens, die Überwindung des eigenen Herzens nötig ſei; damit iſt denn dies Prinzip der chriſtlichen Freiheit erſt aufgeftellt, und zum Bewußtſein, zum wahrhaften Bewußtſein gebracht worden“ 256, 262. Aufgabe der Außerlichkeit der Hoſtie und damit des Unterſchieds von Laie und Prieſter 257 „Dies iſt das große Prinzip, daß alle Außerlichkeit in dem Punkte des abſoluten Verhältniſſes zu Gott verſchwindet“ 257, 258. Der Menſch hat auch in ſeiner und nicht in fremder Sprache zu beten 257. Bedeutung von Luthers Bibelüberſetzung 257 Nun muß aber der religiöſe Inhalt noch ſo aufgefaßt werden, wie er in geſchichtlicher Geftalt iſt 258. Damit iſt „in dieſe geiſtige Freiheit der Anfang und die Möglichkeit einer ungeiſtigen Weiſe gekommen“ 258, „auch die philoſophiſche Entwickelung der Kir⸗ chenlehren iſt auf die Seite geſtellt worden“ 259, 258, 262. So iſt in der katholiſchen Kirche „viel mehr Philoſophiſches, Spekula⸗ tives als in dem proteſtantiſchen Lehrbegriff, Dogmatik“ 259. Im Proteſtantismus „hat ſich das ſubjektiv religiöſe Prinzip von der Philoſophie getrennt, und erſt in ihr iſt es dann auf wahrhafte Weiſe wieder auferſtanden“ 259, 262 „Das Kriterium der Wahrheit iſt, wie es ſich in meinem Herzen bewährt und ergibt“. Der Inhalt hat ſeine Bewährung weder durch die philoſophiſche Theologie, noch durch geſchichtliche Zeug⸗ niſſe, ſondern hat ſich zu bewähren „durch den Zuſtand meines Herzens, durch die Buße, Bekehrung und Freudigkeit des Gemüts in Gott“ 260. Der Anfang iſt als chriſtliche Taufe und Erziehung 2003
19 1 * 1 20 Reformation / Reform-Bill im Chriſtentum 260. Ablehnung des großen neuen Prinzips der Exegeſe; die philologiſch vorgeht 261 (ſ. Exegeſe) Da der Geiſt weſentlich ein denkender iſt, liegt darin die Forde⸗ rung, „daß der Gedanke, für welchen die innere Natur Gottes iſt, — daß dieſer Gedanke ſich auch in Beziehung auf dieſen Inhalt ſetzt“ 261. „Sofern aber der Gedanke zunächſt Verſtand und Ver⸗ ſtandes⸗Metaphyſik iſt, wird er aus dem Inhalte die vernünftige Idee wegbringen“ 261 „Das dritte Verhalten iſt dann das des konkreten ſpekulativen Denkens“ 261, 262 Das Prinzip der Reformation hat „die Beſtimmung, daß der Geiſt weſentlich in ſich ſelbſt frei, bei ſich ſelbſt ſei“. Es hat den Grund gelegt zu der nun folgenden konkreten Geſtalt des Er— kennens 262 (ſ. neuere Philoſophie) Das proteſtantiſche Prinzip 328, 331, 512 (ſ. Proteſtantismus) Reformatoren 161, 162 (O Vorſtellung) Reform⸗Bill, Bill of rights v. Haller zur bill of rights 335, 334 Fußn. (O Staat) „Über die engliſche Reform-Bill“ 471—518. Die Reformbill will „in die Verteilung des Anteils, welchen die verſchie— denen Klaſſen und Fraktionen des Volkes an der Erwählung der Parlaments⸗Glieder haben“ größere Symmetrie bringen 473, 474, 475. Dies iſt notwendig, weil jetzt „herabgekommene Flecken das Recht behalten haben, Sitze im Parlamente zu vergeben, während viele in fpäteren Zeiten emporgekommene blühende Städte.. von dem Rechte ſolcher Ernennung ausgeſchloſſen ſind“ 475, 478. Uber die Folgen ſolcher Verteilung und die Käuflichkeit einer An⸗ zahl von Sitzen 475, 478 Zur politiſchen Verdorbenheit des engliſchen Volkes 475, 476, 477, 478. Der Widerhall gegen jene Verderbtheit hat das Bedürfnis einer Reform mit herbeigeführt 476, 477. Zur Erfolgloſigkeit bisheriger Propoſitionen zu Verbeſſerungen gelegentlich des Ein⸗ tritts jedes neuen Parlaments 477 Zu den gewöhnlichen Einwänden gegen Angriffe auf poſitive Rechte 477. Auf die Weisheit der Vorfahren kann nicht gepocht 2004
2 S Reform⸗Bill werden 477, 478, auch der Geſichtspunkt der Einbuße einer Menge von Geldeinnahmen wurde nicht zur Sprache gebracht 478 Die Bill greift an „den Charakter des Poſitiven, den die engli⸗ ſchen Inſtitutionen des Staats-Rechts und Privat-Rechts über⸗ wiegend an ſich tragen“ 478, 516, greift an dies „unzuſammen⸗ hängende Aggregat von poſitiven Beſtimmungen“, „Freiheiten“, „Privilegien“ 479, 480. England kennt keine „wiſſenſchaftliche Bearbeitung des Rechts“ 479, ihm mangelt „der große Sinn von Fürſten“, weil die Regierung in den Händen der Privilegierten ſelbſt liegt 480. Die Bill ſchwächt die Macht der Krone ſogar noch mehr 480; ſie macht „die Hoffnung zu Erſparniſſen in der Ver⸗ waltung“ 481, obwohl ſich „kein großer Raum für das Erſparen“ zeigt 482, 483. Gründe dafür 482, 483, 484 Über den Zehenten der Kirche in England 484 bis 489, 511. „Das geiſtliche Amt hat den Charakter einer Pfründe, und die Pflichten desſelben haben ſich in Rechte auf Einkünfte verwandelt“ 485. So ſind die Kanonikate ganz ohne Amtsverrich⸗ tungen oder werden armen Kandidaten überlaſſen 485. Ein Bei⸗ ſpiel gibt das gerichtliche Verfahren gegen einen Geiſtlichen na⸗ mens Frank 485, 486 Gründe, warum ſolcher Mißbrauch des geiſtlichen Amtes nicht ab⸗ geſchafft wird 487 Bedeutung der kirchlichen Reform für Irland 487, 488, 489. „Die Engländer haben der von ihnen beſiegten katholiſchen Bevölke⸗ rung alle Kirchen weggenommen“ und die anglikaniſche Kirche zieht von der katholiſchen Bevölkerung den Zehenten ein 488 Über die gutsherrlichen Rechte 489—491, 511. Sie drücken auf die Maſſe ſo ſehr wie die Leibeigenſchaft 489. Elend der iriſchen Landbauern 489, 490. Eigentumsloſigkeit der Land: bau treibenden Klaſſe 489, 490. Zum vorgeſchlagenen Abzug der Überzahl der Armen durch Koloniſation 490. „Der Zeitpunkt des Übergangs von Lehnbeſitz in Eigentum ift unbenutzt .. vorüber⸗ gegangen“ 490, 491 Über die Jagdrechte 491, 492 Der geringe Erfolg Robert Peels und des Lordkanzlers Brougham im Kampf gegen den weitſchweifigen Wuſt des engliſchen Privat⸗Rechts 492, 493, 475. Völlig mangelt theoretiſches Stu⸗ dium, wiſſenſchaftliche Ausbildung, praktiſche Vorübung und Erfahrung derer, die an den Regierungs- und Staatsgeſchäften Teil 2005
20 Reform⸗Bill haben 493, 494, 495, 506, 510, 479. Eine freie Rente von zehn Pfund, aus Grundeigentum gezogen, qualifiziert vollkommen für das Amt 493, 494 Zur Frage, ob die vorliegende Bill die Repräſentation der ver— ſchiedenen großen Intereſſen der Nation ein Parlament etwa ſtören könne 495, 496. Der Herzog von Wellington äußert, daß durch die Bill „die größere Maſſe der Wähler aus Krämern beſtehen würde“ 495, 509, 510. Eine andere Anſicht iſt dem entgegen allgemein, daß die Bill den Landbeſitz und das Ackerbau— Intereſſe fördere 495, 515. Erklärung dafiir, daß eine Anzahl Kaufleute die Bill bekämpfen 495, 496, 497 Über den Geſichtspunkt, „daß die unterſchiedenen großen Inter— eſſen der Nation in ihrem großen Rate repräſentiert werden ſol— len“ und nicht „nur der abſtrakte Wille der Individuen“, wie dies das moderne Prinzip verlangt 496, 497, 498 Herzog Wellingtons Ermahnung, „daß eine geſetzgebende Ver— ſammlung und keine Korporation von Stimmfähigen, ein Unter— haus und kein neues Syſtem für die Konſtituenten zu ſchaffen ſeien“ 498. Güte des gegenwärtigen Unterhauſes 498 Charakteriſtik der Bill als „ein Gemiſch von den alten Privi— legien und von dem allgemeinen Prinzip der gleichen Berechti— gung aller Bürger“ 499. Dem praktiſchen Sinn der britiſchen Na— tion ſind formelle Prinzipien, wie das abſtrakter Gleichheit, fremd 499, 500. Wichtiger ſind ihm die Verluſte durch Aufhebung der Beſtechung und des Handels der Parlaments-Sitze 500, 499 Zur herrſchenden Gleichgültigkeit gegen das Stimmrecht 501. Gründe hierfür 501, 502, 505, 506. „Geringffgigkeit des Einfluſ— ſes des Einzelnen“ 504, 502, 503, 505. Wahleifer unter Karl X. und bei den nenejten Wahlen in Frankreich 504, unter den Jako— binern 504, 505 Bedeutung der Reformbill ſür das Verhältnis von monarchiſcher Gewalt und Regierungsgewalt, die in England ſehr voneinander verſchieden ſind 506, 507. „Der Anteil des Monarchen an der Regierungsgewalt iſt mehr illuſoriſch als reell“ 507. Die Regie⸗ rungsgewalt befindet ſich im Parlament 508. Einfluß der Re⸗ formbill eben auf die Beſetzung dieſes Parlaments 508, 509 Die Gegner der Reformbill führen „zu Gunſten der Burgflecken“ an, „daß ein ausgezeichnetes gründliches Talent oft eher der Privat⸗Freundſchaft bekannt wird“, und Wellington fragt, ob 2006
Reform⸗Bill / Regelmäßigkeit 20 denn die Krämer die Leute ſeien, welche die Mitglieder für den 11 12 16 12 großen Rat der Nation wählen ſollen 509, 510 Tatſächlich erleidet die bisherige Dispofition der Parlamentsſitze eine bedeutende Modifikation 510, 511. Reformen des Kirchen⸗ eigentumes, der gutsherrlichen Rechte können dadurch vielleicht Eingang finden 511. Reformen, welche in Frankreich und Oeutſch⸗ land längſt durchgeführt ſind 511, 512. Der Gegenſatz der hommes d’ötat und der hommes à principes, der in England noch nicht Fuß gefaßt hat, mag wohl durch die Eröffnung eines brei— teren Wegs für Parlamentsſitze eingeleitet ſein 512, 513 Durch ein ſolches neues Element würde die Regierungsgewalt, die ja im Parlament liegt, aus ihrem Gleiſe gerückt 513, 516. Das monarchiſche Element dagegen hat in England nicht mehr viel zu verlieren 513, 514, 515. „Die Neuerung der Reformbill kann nur die effektive Regierungsgewalt treffen, welche im Parlament etabliert iſt“ 515, 516, ſie beeinträchtigt „das Prinzip des nur poſitiven Rechts“ 516, 478. Vergleich ſolchen Charakters mit dem ganz anders gearteten, etwa in Frankreich, wo bekanntlich die allgemeinen Vorſtellungen von der Freiheit, der Gleichheit uſw. herrſchen 516, 517 In England aber werden die formellen Prinzipien der Freiheit nicht ſo bald Eingang finden 518. Sollten aber durch die Bill den dem bisherigen Syſtem entgegengeſetzten Grundſätzen der Weg in das Parlament eröffnet werden, ſo würde der Kampf gefährlich werden können; ſtatt eine Reform könnte eine Nevolution herbeigeführt werden 518 reformierte Kirche Ihre Auffaſſung des Abendmahls im Vergleich zu der Luthers 523 (O Reformation) (12, 435; 16, 340] 435 (O ſymboliſche Kunſtform) 340 (. Abendmahl) Regelmäßigkeit (Symmetrie) „In der Regelmäßigkeit beſtimmt irgend eine abſtrakte Beftimmtheit die Geſtalt, Größe u. |. f. aller Teile“ 178 (0 Naturſchönes) „Die Regelmäßigkeit“ 189—194 (O Naturſchönes). „Die Regelmäßigkeit a) als ſolche ift überhaupt Gleichheit am Außer⸗ 2007
12 4 9 6 11 2 3 Regelmäßigkeit / Regierung lichen, und näher die gleiche Wiederholung ein und derſelben be= ſtimmten Geſtalt, welche die beſtimmende Einheit für die Form der Gegenſtände abgibt“. Sie iſt „eine Schönheit abſtrakter Ver⸗ ſtändigkeit“ 189. Die Linie, der Kubus ſind ſolche regelmäßige Gebilde 189 „Mit der Regelmäßigkeit hängt nun 6) die Symmetrie zuſam— men“ 190—194 (f. Symmetrie). Mineralien, Kriſtalle haben die Regelmäßigkeit und Symmetrie zu ihrer Grundform 191. Auch für die Pflanze iſt die Regelmäßigkeit noch ein Hauptmoment 192, 193. Im Organiſchen hat die Regelmäßigkeit ihr begriffsgemäßes Recht nur in den auf die Außenwelt bezogenen Werk— zeugen 194. Übergang der Regelmäßigkeit zur Geſetzmäßigkeit 195 Die Regelmäßigkeit als „bloße un lebendige Einheit des Verſtan⸗ des“ wird in der Kunſt, z. B. in der Muſik, zur Grundlage herab— geſetzt 333, oder ſie wird, wie in der Architektur, die einzige Grundbeſtimmung, welche gewiſſe Künſte dem Material ihrer Darſtellung nach annehmen können 334. Regelmäßigkeit in der Gartenkunſt 334, 335, in der Malerei, Muſik, Poeſie 335, 336, 337. Regelmäßigkeit ordnet das Quantitative, die Größebeſtimmt— heit 337 (O Kunſtſchönes) Regen 705, 710 (O Kauſalität) Zur Regenbildung 200 8, 201 f, 207 g. Lichtenberg hierzu 2018, 207 [P. St. 6, 183] (O Meteorologie) Regensburg 472 (O Württemberg) 462 (O Karl der Große) Regierung Die Regierung iſt „der in ſich reflektierte wirkliche Geiſt, das ein⸗ fache Selbſt der ganzen ſittlichen Subſtanz“ 346, 341, 347, 365 (O Sittlichkeit) „Die Regierung iſt die Individualität des an und für ſich ſeien⸗ den Willens. Sie iſt die Macht die Geſetze zu geben und zu hand— haben oder zu vollſtrecken“ 72 (O Staatsgeſellſchaft), 222 (O Staat) 2008
2 10 11 20 1 8. — 5 6 9 14 20 11 19 Regierung / Reichsſtädte „Die Regierung iſt das abſolute Zentrum, worin das Extrem der Einzelnen mit ihrem äußerlichen Beſtehen zuſammengeſchloſſen wird“ 197 (O Mechanismus) „Die Regierungsgewalt“ 371, 395—404, 407, 408 (ſ. Verfaſſung) „Die Regierung iſt der allgemeine Teil der Verfaſſung“ 416 (f. Staatsrecht) [vgl. 6, 295] „Die Regierung iſt zuerſt formelle Ausübung der Geſetze und Aufrechterhaltung derſelben; nach außen hin verfolgt ſie den Staatszweck, welcher die Selbſtändigkeit der Nation als einer Individualität gegen andre iſt, endlich nach innen hat ſie das Wohl des Staates und aller ſeiner Klaſſen zu beſorgen und iſt Verwaltung“ 558, 559 (O franzöſiſche Revolution) Regierungsgewalt in England liegt im Parlament 506, 507, 508, 513, 516 (f. Reform-Bill) Regimentsmuſik 152 (O Muſił) Regiſter Zu Krugs geplantem Sachregiſter ſeiner geplanten Philoſophie in ſieben Bänden 204, 205, 212 (O Krug) Reibung 195 (O Mechanismus) 170, 171 [P. St. 9, 106] (O Mechanik) 106 [P. St. 6, 170, 171], 108 2, 109 @ (0 Stoß), 191 2 Reichardt, Johann Friedrich Reichardt verläßt in ſeiner Liederkompoſttion das jambiſche Ge⸗ leier 166 (O Rhythmus) Hamann und Reichardt 265 (O Hamann) Reichsſtädte 527 (O Reformation) 210 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) 2009
Reichstag / Reihe Reichstag 11 Polniſcher Reichstag 76 (O Staat), der alte deutſche Reichstag 352 (O mazedoniſches Reich), die ſpäteren Reichstage 465 (O Karl der Große) Reichtum 2 Reichtum und Staatsmacht 381. Die Staatsmacht iſt „an ſich un⸗ I 19 8 mittelbar das Entgegengeſetzte ihrer ſelbſt, Reichtum. Ob er zwar das Paſſive oder Nichtige iſt, iſt er ebenfalls allgemeines geiſtiges Weſen, ebenſo das beſtändig werdende Reſultat der Arbeit und des Tuns aller, wie es ſich wieder in den Genuß aller auflöſt“ 381, 382 Verhältnis des Gelbftbewußtfeins zum Reichtum 384—386, des edelmütigen und des niederträchtigen Bewußtſeins zum Reichtum 386, 397, 400. Die in ſich reflektierte Staatsmacht hat ihre Ei: ſtenz im Reichtum 394. Übermut und Reichtum 398. Die Sprache des Selbſtbewußtſeins gegen den Reichtum 399 (O Bildung) Anhäufung der Reichtümer 318 (O Polizei) Reid, Thomas „Thomas Reid“ 502, 503 (O ſchottiſche Philoſophie). „Er ſtellte das Prinzip des Gemeinſinns auf“. Seine Vorſtellung iſt, daß der Gemeinſinn gewiſſe Grundwahrheiten als unmittelbar entſcheidend anerkennt, daß dieſe Grundwahrheiten keiner wiſſen— ſchaftlichen Stütze bedürfen, daß die Philoſophie ſelbſt keine an— dere Wurzel hat, als eine unmittelbare, durch ſich ſelbſt einleuch— tende Wahrheit, und daß das Individuum ſittlich handle, wenn es nach verſtändigen Prinzipien der Vollkommenheit des Ganzen handle 503 Reihe Kritik an der unendlichen Reihe, die den Bruch als Anzahl dar— ſtellen ſoll 302, 303, 304, 305, 307. Spinoza verwirft ſie 306, während ſie oft Newtons Methode iſt 323, 326. Lagrange nimmt dieſe Methode wieder auf 326, 374. Das Weſen der Lehre von den Reihen 346. Die Form der Reihe in der Integral- und Dif⸗ ferentialrechnung 366, 373, 374 (O Mathematik). Vergleich der arithmetiſchen Reihe mit der, welche durch die ſpezifizierende 2010
4 12 14 Reihe / Reim Reaktion der qualitativen Natur des Maßes hervorgebracht wird 420, 419 (O Maß) Zu Schellings und Steffens' Verſuch „die Reihe der Planeten mit der Reihe der Metalle“ zuſammenzuſtellen 182 8. „Die ganze Vorſtellung von Reihen iſt aber unphiloſophiſch und gegen den Begriff. Denn die Natur ſtellt ihre Geſtalten nicht auf ſolche Leiter nacheinander, ſondern in Maſſen auf“ 182 8, 180 [P. St. 6, 179]. Linnäus Pflanzenreihe 1828 (O Planet) Reim 336 (O Kunſtſchönes) „Der Reim“ 289, 292, 303—315 (O Verſifikation). „Das Nächſte, was die Poeſie an ihrer Außenſeite dem Innern gemäß macht, iſt die von der Bedeutung der Silben unabhängige Länge und Kürze“ 303, 304. Die romantiſche Poeſie vertieft ſich, da ſie überhaupt verſtärkter den Seelenton der Empfindung anſchlägt, „in das Spielen mit den für ſich verſelbſtändigten Lauten und Klängen der Buchſtaben, Silben und Wörter“. „Nach dieſer Seile hin hat ſich der Reim nicht zufällig nur in der romantiſchen Poeſie ausgebildet, ſondern iſt ihr notwendig geweſen“ 304, 305 a) Der Urſprung des Reims 305—307 aa) Der Reim wird ſchon ſehr ſrüh durch das Chriſtentum mit Gewalt in die lateiniſche Verſifikation hineingelegt 305, 306. Cha⸗ rakter und Entwicklung der römiſchen Verſifikation 305, 306 (ſ. a. lateiniſche Sprache). Der alte indiſche Reim 306. Das Hervor— brechen des Reims beim Heiligen Ambroſius und Heiligen Augu⸗ ſtinus 306, 307 1 BB) Der Urſprung des neuen Prinzips für die Verſifikation iſt nicht bei den Arabern zu ſuchen 307 . yy) Die germaniſchen Sprachen in ihrer früheſten Ausbildung z. B. bei den Skandinaviern bildeten ein Element für das Ent: ſtehen des Reims 307. In den Liedern der alten Edda finden wir ein weſentliches Herausheben von einzelnen Sprachlauten und eine geſetzliche Regelmäßigkeit in der beſtimmten Wiederholung derſelben 307 n 8 6) Der charakteriſtiſche Unterſchied zwiſchen rhythmiſcher Berfifikation und gereimter 308311. In der rhythmiſchen Verſi⸗ fikation, die ihre ſchönſte Entwicklungsſtufe in der griechiſchen 2011
1 . Reim Poeſie erreichte, „bleibt das Klingen noch in ungetrennter Einheit mit dem feſten Zeitmaß ſeiner beſtimmten Dauer“ 308. Der Rhythmus liegt auf dem Naturelement der Sprache und iſt nicht durch den geiſtigen Wortſinn geleitet 308. Versakzent und Rhyth⸗ mus ſchlingen ſich mit der ſonſtigen Akzentuierung ohne wechſel— ſeitige Störung durcheinander und laſſen dann dem Nachdruck der geiſtigen Bedeutung für ſich Raum 308 Dem gegenüber gelten folgende Kennzeichen für die gereimte Verſifikation: aa) Das unangefochtene Gelten der natürlichen Quantität hört auf; das geiſtige Element, der Sinn der Silben und Wörter, die Bedeutſamkeit kommen zur Geltung 309 BB) Die Sammlung des Nachdrucks auf die bedeutfame Stamm: ſilbe verzehrt jene unabhängige Ausbreitung zu mannigfaltigen Flexionsformen 309. Franzöſiſche und italieniſche Verſe 309, 310 yy) Somit bleibt als ſinnliches Material allein noch das Klingen der Silben, der Reim übrig 310. Dies Klingen muß nun aber verſtärkten Nachdruck bekommen 310. Der Reim verhilft dem ſinn⸗ lichen Klange zu relativ ſelbſtändiger Gültigkeit 311. Nach der ſinnlichen Seite hin bleibt nur das formelle Prinzip der Wiederholung ganz gleicher oder ähnlicher Klänge übrig, womit ſich dann von Seiten des Geiſtes her wieder das Herausheben und Beziehen verwandter Bedeutungen im Reimklang der ſie bezeich⸗ nenden Wörter verbinden kann 311 y) Arten des Reims 311315, 305 aa) Die Alliteration 311—312. Sie iſt beſonders in der älteren ſkandinaviſchen Poeſie ausgebildet 312. Der Stabreim fußt nur auf der Wiederholung ein und desſelben Buchſtabens 312. Die Konſonanten machen die Hauptſache aus 312. Regeln für den Stabreim 312 66) Die Aſſonanz 312—313 (f. Aſſonanz) yy) Der Reim 313—315. Bei ihm tritt „der vollſtändige Gleich⸗ klang ganzer Stämme hervor“ 313. Der männliche, der weibliche und der gleitende Reim 313. Seine Stellung am Ende der Zeile 314. Der Reim in der Lyrik und in der epiſchen Poeſie 314, 315. Dante 315 (O Verſifikation) Die verzweigtere Figuration des Reims gehört vor allem der Lyrik an 453 (O lyriſche Poeſie) 2012
12 13 Reineke Fuchs / Reinhold Reineke Fuchs Reineke Fuchs als Heldengeftalt 256 (O Heroe), als Fabel 516, als Märchen 517. Charakteriſtik Reinekes und der Zuſtände, in welchen er lebt 517, 518 (O Fabel) Reineke Fuchs gibt das beſte Beiſpiel ab für die „Lösbarkeit und Lockerheit des Verbandes“ romantiſcher, ritterlicher Treue 189 Reinhard, Schultheiß von Obereßlingen 6 In einer Erklärung von ihm heißt es: „Wenn die Schwaben in — Maſſe aufgeboten werden, ſo gehen ſie und ſchlagen mit Kraft, wenn ſie aber freien Willen haben, ſo geſchieht nichts!!“ 409, 418, 420 (O Württemberg) Reinhold, Karl Leonhard „Differenz des Fichteſchen und Schellingſchen Syitems der Philoſophie in Beziehung auf Reinholds Beiträge zur leichtern Überſicht des Zuftandes der Philoſophie zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, 1ftes Heft“ 31—168 (f. Fichte). Reinhold hatte keine Ahnung von der Differenz des Fichteſchen und Schellingſchen Syſtems 33. Seine „Beiträge“ verkennen beider Philoſophie 36. Reinholds Meinung über die Nützlichkeit der Philoſophiegeſchichte 40, 41. Seine Vorſtellung von ihr nach Art einer Handwerkskunſt 41. Seine Meinung, es gäbe in der Philoſophie »eigentümliche Anſichten« 41, 42. Zur Eigentümlichkeit der Philoſophie Reinholds 42, 43. Reinhold über das Denken 53, 54. Reinholds Erfindung »die Philoſophie auf Logik zurückzuführen ⸗ 66. Reinhold überſieht die tranſzendentale Bedeutung des Fichteſchen Prinzips 88 (O Fichte) Reinholds Anſicht über die Fichteſche und Schel⸗ lingſche Philoſophie und Reinhold eigene Philoſophie 145—168 (0 Fichte). Reinhold überſieht die Dir ferenz beider als Syſteme und nimmt fie nicht als Philoſophien 145, 33, 36. Kritik an Reinholds widerſprechenden Auffaſſungen von Schellings Prinzip 145, 146, 147 Zu Schellings Auffaſſung der Naturphilofophie 147. „Die Ab: ſtraktion vom Subjektiven der tranſzendentalen Anſchauung iſt 2013
Reinhold der formelle Grundcharakter“ von Schellings Philoſophie und dies paßt zu Reinholds Aufforderung den Verſuch zu machen von der Subjektivität des Denkens zu abſtrahieren 148, 147, 161 Kritik an Reinholds Anſicht der gemeinſchaftlichen Seite beider Syſteme 148. Für Reinhold „hat die Spekulation, deren höchſte Aufgabe iſt, die Trennung in der Identität des Subjekts und Objekts aufzuheben, freilich gar keine Bedeutung“ 148, 149. Auch der Materialismus erſcheint ihm nur von der Seite einer „Gei⸗ ſtesverirrung« 148. Über das système de la nature 149 Zu Reinholds Ausdruck: Schelling habe »die Verbindung des Endlichen und Unendlichen in die Philoſophie eingeführt« 149. Reinhold hält es weiter für eine wichtige Entdeckung, „wenn ſich ihm die Prinzipien dieſer Philoſophie in das Allerpartikularſte verwandeln“, nämlich »in die eigene, individuelle Individualität der Herren Fichte und Schellinge 149, 150. Seine Erklärung der Partikularität dieſer Syſteme aus der Unſtittlichkeit 150 Zur eigenen Philoſophie Reinhold s 150—168. Seine Wanderung durch Kant, Fichte, Jacobi und fein Einzug in Bardilis Logik 150, 151. Seine Bearbeitung von Bardilis Logik 151. Seine Ankündigung des Endes der philoſophiſchen Revolution und ſeine Verwandlung der Philoſophie in Logik 151, 152. Aber „die logiſche Erkenntnis, wenn ſie wirklich bis zur Vernunft fort— geht, muß auf das Reſultat geführt werden, daß ſie in der Ver— nunft ſich vernichtet“ 152. Reinhold erkennt das Antinomiſche in A Mund A = h nicht 152, 153 Vorausſetzungen, welche Reinhold für die Philoſophie für not— wendig erachtet, find: »Liebe zur Wahrheit« 154, 156, Glaube an Wahrheit als Wahrheit« 154, 155. Obwohl Reinhold ſelbſt po⸗ ſtuliert, ſo ſcheint es ihm dagegen ſonderbar vorzukommen, „daß die Herren Fichte und Schelling poſtulieren“ 155, 156. Eine Hauptvorausſetzung endlich iſt »das Urwahre, das für ſich ſelbſt Wahre und Gewiſſe« als »Erklärungsgrund alles begreiflichen Wahren 156, 157, 158, 159. „Philoſophieren heißt demnach das ſchon ganz fertige Gewußte mit ſchlechthin paſſiver Rezeptivität in ſich aufnehmen“ 157, 158. Bequemlichkeit dieſer Manier 157, 158, 159 Betrachtung des wahren Geſchäfts der auf Logik reduzierten Philoſophie Reinholds 159-165, 166. Es ſoll »durch die Analyſis der Anwendung des Denkens als Denkens, das Urwahre mit dem 2014
Reinhold — Wahren, und das Wahre durch das Urwahre entdecken und aufſtellen« 159. Die dazu nötigen Abſoluta find: der innere Charafter des Denkens, die Anwendung des Denkens, die Materie der Anwendung des Denkens, ihre Mannigfaltigkeit 160, 161 Entgegen der eigenen Aufforderung den Verſuch zu machen von der Subjektivität des Denkens zu abſtrahieren, iſt bei Reinhold „das Objekt eine fürs Denken poſtulierte Materie, und dadurch das Denken nichts anderes als ein ſubjektives“ 161, 147, 148, 162. Die Syntheſe wird mit dem populären Wort „Anwendung“ ausgedrückt 161, 162 Reinhold vermeidet Bardilis Ausdruck: Vorſtellen, und nennt dies Beziehen der Form auf den Stoff immer „Anwendung des Den: tens” 162, 163. Stellung Reinholds zur Anſicht, feine „Elemen⸗ tar⸗Philoſophie“ ſei aus Bardilis Grundriß der Logik geſchöpft 162, 163 Kurzer Vergleich beider 163—164 im Hinblick auf die Vorſtellung 163, 164, 162, im Hinblick auf die Materie 164. Zur Zweiteiligkeit des Objekts 164. Über den Anfang der Beiträge, die anders und abermals anders ausgefallen ſeien, als er vorausgeſagt 165. Reinholds Stellung zu Fichte — Jacobi 165, zu Fichte — Bar⸗ dili 165, 166, zu Schelling 166 Zur „logiſchen Reduktion der Philoſophie“ 166, zur „Begrün⸗ dungstendenz, die darauf ausgeht, die Philoſophie auf Logik zurückzuführen“ 166, 167. Man muß Reinholds „unwiſſenſchaft⸗ lichem Bemühen die Gerechtigkeit widerfahren laſſen, daß es vom Bedürfnis einer Totalität inſofern etwas verſpürt, als es das Empiriſche ins Unendliche hinaus auszubreiten ſtrebt“ 167. Der Schwärmer ſteht im Gegenſatz dazu auf dem andern Extrem 168. „Einen falſchen Mittelpunkt zwiſchen beiden bildet eine Popular⸗ und Formular-Philoſophie“ 168 (O Fichte) Reinholds Beiträge: 145, 147, 148, 150, 151, 152, 153, 154, 155, 156, 157, 160, 163, 164, 165 (O f. o.), 349, 351, 355, 356, 360, 361, 362, 365, 367, 370, 372, 377, 378 (O Jacobi) [6, 313] Reinhold und Krug 208, 209 (O0 Krug). Reinhold und Kant 272 (O Skeptizismus). Reinhold zu Jacobis Kritik an Kant 362 (O Jacobi) 371 Fußn. (O Jacobi) 4 Zu Reinholds ſpäterer Anſicht, daß „die Philoſophie nur mit ei⸗ 2015
Reinhold / Relation 4 nem hypothetiſchen und problematiſchen Wahren anfangen“ könne 74 (O Sein) [8, 54 0] 6 313 (O Jacobi) 8 548 (O Syſtem) 10 Reinhold faßte mit gewiſſem Recht die Kantiſche Philoſophie „als 19 15 13 20 = eine Theorie des Bewußtſeins, unter dem Namen Vorſtellungs⸗ vermögen“ 259 [P. St. 6, 246] (O Bewußtſein) 612 (O Fichte) Reiſebeſchreibung Neiſebeſchreibungen geben angenehme Schilderungen über vermeintlich unſchuldige Völker 288, 289 (O unmittelbare Religion) Reizendes Reizendes in der Kunſt 98 (O griechiſche Götter) Rektoratsrede „Rede beim Antritt des Rektorats an der Ber: liner Univerſität“ 521—527. Begrüßung der Anweſen⸗ den 521. Zur großen Aufgabe bei kleiner Kraft, welche aber durch das Wohlwollen geſtärkt wird 521, 522. Es regieren Geſetze und keine perſönliche Meinung 522. Lob auf die Univerſität, die in ſich gegründet ſteht 522. Ihre Aufgabe 522, 523 Aufgabe der Studenten iſt: zugleich tätig und Werkzeug zu ſein 523. Falſch iſt dabei die Trennung zwiſchen äußerem Nutzen und innerer Befriedigung 523, 524. Widerſtreit zwiſchen akademiſcher Freiheit und dem Bedürfnis Ratſchläge zu empfangen 524, 525. Aber die Freiheit ſelbſt iſt Mutter und Schule der Freiheit 525. Bedeutung für das Studium, daß die Univerſität in der Haupt⸗ ſtadt liegt. Nähe des Königs, der Beiſpiele an Tugend und ſchwe— rer Arbeit 525, 526 Zur Unverletzlichkeit ſtudentiſcher Sitten 526. Zuſammenſetzung des Senats 526. Dank an den Prorektor 527 Relation „Relation der Urteile oder Urteile der Notwen⸗ digkeit“ 15%—154, 182 (. Urteil). „Schlüſſe der Rela⸗ tion“ 159—160 (f. Schluß) 2016
2 16 19 13 14 — Relation / Religion „Relative Notwendigkeit“ 679, 685—691 (f. Wirklichkeit) 422 (ſ. Gottesbeweiſe) Kants Kategorien der Relation 567 (O Kant) Relief Das Relief 440—441 (O Skulptur). Unterſchied zwiſchen Haut⸗ und Bas-Relief 441. Das alte Relief kennt noch keine perſpektivi⸗ ſchen Unterſchiede von Vor- und Hintergründen, es hält die Gi: guren im Profil und ſtellt fie auf der gleichen Fläche nebenein: ander 441 Die chriſtliche Skulptur hat große Neigung zum Relief 463 (O chriſtliche Skulptur) 82 (O Malerei) Religion (abſolute Religion, ägyptiſche Religion, beſtimmte Re⸗ ligion, chineſiſche Religion, chriſtliche Religion, Frömmigkeit, grie⸗ chiſche Religion, indiſche Religion, jüdiſche Religion, Kunſtreli— gion, Naturreligion, offenbare Religion, pofitive Religion, religiöſes Verhältnis, römiſche Religion, unmittelbare Religion, Zoroaſter) 47 (O Fichte), 142 (f. Fichte). Zum alten Gegenſatz zwiſchen Philo— ſophie und pofitiver Religion 279 (f. Glaube). Stellung der Re⸗ ligion zum Böfen 422, 423 (ſ. Fichte) Die Religion des ſich entfremdeten Geiſtes 407 (f. Glaube) „Die Religion“ 516, 517601 (O Phänomenologie) VII. „Die Religion“ 517—525. Rickblick auf das Norfom: men der Religion in den bisherigen Geſtalten als Bewußtſein des abſoluten Weſens überhaupt, nicht als Selbſtbewußtſein des Gei— ſtes 517519, 521. Das Bewußtſein und die Religion 517, 520, das Selbſtbewußtſein und die Religion 517, 520, beſonders das unglückliche Bewußtſein 517, 407, die Vernunft und die Religion 517, 518, 520 und endlich: Der Geiſt und die Religion 518, 519, 520, 521. Die Sittlichkeit 518, 519, der Glaube an das Schickſal, an die Eumenide des ab— geſchiedenen Geiſtes 518, der Glaube an den Himmel und ſein Untergang in der Aufklärung 518, 519. Die Moralität, das Gewiſſen und die Religion 518, 519. Noch iſt das Daſein des ſich Glockner, Hegel⸗Lexikon 127 2017
1 Religion ſelbſt wiſſenden Geiſtes von feinem Selbſtbewußtſein unterſchie⸗— den 519, 520. Die Vollendung der Religion beſteht darin, daß beides einander gleich werde 520 Die Religion ſetzt die bisherigen Geſtaltungen und ihren ganzen Ablauf voraus, „und iſt die einfache Totalität oder das abſolute Selbſt derſelben“ 521, 522. Die Momente des Geiſtes „Bewußtſein, Selbſtbewußtſein, Vernunft und Geiſt haben, weil ſie Mo— mente ſind, kein voneinander verſchiedenes Daſein“, ihr Verlauf iſt im Verhältnis zur Religion nicht in der Zeit vorzuſtellen 521; ſie „machen zuſammen die daſeiende Wirklichkeit des ganzen Gei— ſtes aus“ 522. „Das Werden der Religion überhaupt iſt in der Bewegung der allgemeinen Momente enthalten“, und die einzel— nen Seiten der vollſtändigen Verläufe enthalten „die Beſtimmt— heiten der Religion ſelbſt“ 522 Die betrachtete Reihe hat ſich neu zu ordnen, weil die Subſtanz nunmehr herausgetreten iſt; „ſie iſt die Tiefe des ſeiner ſelbſt ge— wiſſen Geiſtes, welche es dem einzelnen Prinzip nicht geſtattet, ſich zu iſolieren und in ſich ſelbſt zum Ganzen zu machen“. Alle „beſonderen Momente nehmen und empfangen gemeinſchaftlich die gleiche Beſtimmtheit des Ganzen in ſich“ 523, 524 Der Unterſchied zwiſchen dem wirklichen Geiſte und ihm, der ſich als Geiſt weiß, iſt in dem Geiſte aufgehoben, der ſich nach ſeiner Wahrheit weiß 524. In der Religion erfolgt der Ausgleich zwi— ſchen ſeinem Bewußtſein und ſeinem Selbſtbewußtſein in drei Geſtaltungen: J. Die unmittelbare und natürliche Religion, in welcher ſich der Geiſt in natürlicher oder unmittelbarer Geſtalt weiß 525, 526 bis 335 (ſ. unmittelbare Religion) 2. Die künſtliche Religion 525, 535—569 (f. Kunſtreligion) 3. Die offenbare Religion 525, 569—601 (ſ. offenbare Religion) A. „Natürliche Religion“ 525, 526—535 (f. unmittelbare Religion) B. „Die Kunſt⸗Religion“ 525, 535—569 (f. Kunſtreligion) „Die offenbare Religion“ 525, 569—601 (f. offenbare Religion) Der Inhalt der Religion ſpricht „früher in der Zeit, als die Wiſ— ſenſchaft, es aus, was der Geiſt iſt, aber dieſe iſt allein ſein wahres Wiſſen von ihm ſelbſt“ 614, 613 (O Philoſophie) 2018
3 E -ı In der Religion betrachtet man die Vollendung des Willens nach der Vollkommenheit der Geſinnung und nach der Vollkommenheit der Macht 54 (O Propädeutik) 62 (O Recht) „Die Religion“ 225—227 (O Geiſtesphiloſophie) S 207 Gegenſtand und Hauptbeſtimmung der Religion 225. Die chriſtliche Religion 225, 226 (f. chriſtliche Religion). Bedeutung der Kirche und des heiligen Geiſtes der Gemeinde 226. Das Reich Gottes 226. Trennung in Prieſter und Laien in der katholiſchen Kirche 226, 227 (ſ. Prieſter) Die Religion im Philoſophieunterricht 311, 328, 329 (f. Philoſophie unterricht) 20 (O Kant). „Die Philoſophie hat mit Kunſt und Religion den: ſelben Inhalt und denſelben Zweck“ 328 (O Idee) 21. Im Gegenſatz zur Philoſophie iſt in der Religion „das Wahre in Gefühl, Anſchauung, in Ahndung, in Vorſtellung, in der An— dacht überhaupt, auch mit Gedanken durchflochten, aber die Wahr— heit nicht in der Form der Wahrheit“ 23, 28 (0 Enzyklopädie) „Die Religion der Kunft“ 302—305 (P. St. 10, 447 bis 452] (ſ. Kunſt) Verhältnis des Staats zur Religion 348—366 (O Staatsrecht). Zur Behauptung, die Religion ſei Grundlage des Staats 348. Kritik an der Anweiſung „gegen die weltlichen Intereſſen, den Gang und die Geſchäfte der Wirklichkeit gleich gültig zu ſein“ 349, 348. „Die weſentliche Beſtimmung aber über das Verhältnis von Religion und Staat ergibt ſich nur, indem an ihren Begriff erinnert wird. Die Religion hat die abſolute Wahrheit zu ihrem Inhalt, und damit fällt auch das Höchſte der Geſinnung in ſie“ 349. Sie fordert, daß alles „in ihr ſeine Be⸗ ſtätigung, Rechtfertigung, Vergewiſſerung erlange“. Sie iſt die Grundlage 350. Der Staat aber iſt „göttlicher Wille, als gegen: wärtiger, ſich zur wirklichen Geſtalt und Organiſation einer Welt entfaltender Geiſt“ 350, 358. Die Religion dagegen „iſt das Ver⸗ hältnis zum Abſoluten in Form des Gefühls, der Vorſtellung, des Glaubens, und in ihrem Alles enthaltenden Zentrum iſt Alles nur als ein Akzidentelles, auch Verſchwindendes“ 351, 358, 359. Daraus kann ſich ein negatives Verhalten gegen den Staat, kann ſich Fanatismus entwickeln 351, 352. Meinen und Belieben der 2019
„1 Religion Willkür entſcheidet dann im Handeln 352, 361 und es iſt „das Wohlfeilſte auf die Erkenntnis objektiver Wahrheit Verzicht zu tun“ 353 Die wahrhafte Religion aber hat ihren Kultus, handelt und lehrt, hat Eigentum und „dem Dienſte der Gemeinde gewidmete Individuen“ und damit entſteht „ein Verhältnis von Staat und Kirchengemeinde“ 353, 354. Der Staat ſchützt die Kirche, iſt gegen ihren inneren Inhalt liberal 353, 354, 356. Verhältnis des Staa⸗ tes gegen Sekten, gegen die Juden 354—355 Fußn. (f. a. Juden). Die Kirche begibt ſich als Eigentümerin und im Kultus Handelnde unmittelbar unter die Geſetze des Staates 355. Als religiöſe Ge— meinſchaft, als Korporation ſteht ſie unter oberpolizeilicher Ober— aufſicht des Staates 356, 355 Zur Berührung zwiſchen Kirche und Staat, inſofern beide Lehren ſind und haben 356, 359. Die Kirche kann den Staat „als ein mechaniſches Gerüfte für die ungeiſtigen äußerlichen Zwecke“ be: trachten, ihn „als bloßes Mittel begreifen“ 356. Parallel damit kann dann völlige Unabhängigkeit gefordert werden. Fordern dann die Wiſſenſchaften das Gleiche, fo kann damit die Religio— ſität und das theoretiſche Wiſſen völlig jenſeits des Staates ſtehen 357, 361. Daß es ſolche Iſolierung des Staates gegeben hat „gehört in die Geſchichte“ 358. Die Wahrheit iſt, daß die wahrhafte Idee, die wirkliche Vernünftigkeit es iſt, welche als Staat exiſtiert 358. „Kirche und Staat ſtehen nicht im Gegenſatze des Inhalts der Wahrheit und Vernünftigkeit, aber im Unterſchied der Form“ 358, 350, 351. „Gegen ihren Glauben und ihre Autorität über das Sittliche, Recht, Geſetze, Inſtitutionen, gegen ihre ſubjektive Über— zeugung iſt der Staat vielmehr das Wiſſende“ 358, 359. Deshalb „iſt es auch geſchehen, daß von ſeiner Seite die Freiheit des Den— kens und der Wiſſenſchaft ausgegangen iſt“ 359, 360, 363, wäh⸗ rend die Kirche unduldſam war, z. B. gegen Jordano Bruno, Galilei 359, 359 —360 Fußn. Einheit des Staates und der Kirche 361. Die wejentliche Einheit iſt die der Einheit der Grundſätze und Geſinnung 361, 362. Mit dieſer Einheit muß „der Unterſchied, den ſie in der Form ihres Bewußtſeins haben, zur beſonderen Exiſtenz gekommen“ ſein 362, 350, 351, 358, 359. Die Einheit beider im orientaliſchen Deſpotismus 362. Der Staat kann nur durch die Trennung von der Kirche das werden, was ſeine Beſtimmung iſt 362 2020
7 E 10 Religion Zuſatz. Zur Wirklichkeit des Staats 362, 363, 364. „Die wahrhafte Wirklichkeit iſt Notwendigkeit: was wirklich iſt, iſt in ſich not— wendig“. „Zum vollendeten Staat gehört weſentlich das Bewußt— ſein, das Denken; der Staat weiß daher, was er will, und weiß es als ein Gedachtes“ 363. Wiſſenſchaft und Staat 363, 359, 360. Der Staat iſt weltlich und hat zugleich eine belebende Seele 363, 364. Im religiöſen Reich ſind auch Unterſchiede und Endlichkeiten 364 und „Wirklichkeit iſt nichts Unvernünftiges“ 364. Kritik der Auſicht „der Staat habe ſeine Rechtfertigung in der Religion zu nehmen“ 364. Zum ſchlimmen Sinn des Satzes, „daß die Indivi— duen Religion haben müſſen, damit ihr gebundener Geiſt im Staate deſto mehr unterdrückt werden könne“ 364, 365. Charak— teriſtik der Innerlichkeit aller Religion, inſofern ihr Inhalt „ein eingehüllter iſt und bleibt“ 365. Gefahr des Fanatismus 365, 366 (f. Fanatismus) Das Geſchwätz, daß die Religion Grundlage z. B. des Staates ſei 367 (O Staatsrecht), 348 446 (O Weltgeſchichte) 92 (O Syſtem). Beziehung zwiſchen Philoſophie und Religion 17—24 8 (f. Gejühlstheologie). Sowohl die fromme, wie die re— flektierende Religioſität (ſ. Gefühls- und ſ. Vernunſttheologie) be: dürſen der Philofophie nicht mehr. „Die Philoſophie iſt damit ganz dem freien Bedürfnis des Subjekts anheim gegeben“ 29, 30 (O Syſtem) Religion und Philoſophie haben als gemeinſchaſtlichen Gegen— ſtand die Wahrheit 41 (. Syſtem), 93 (O Logik) 58 0 (O Syſtem), 188 8, 189 8 (O Logit) Als religiöfes Bewußtſein dringt der Geiſt „durch die fcheinbar abſolute Selbſtän digkeit der Dinge bis zu der in ihrem Inneren wirkfamen, Alles zuſammenhaltenden, Einen, unendlichen Macht Gottes hindurch“ 25 (O Geiſt) „Die wahrhafte Religion und wahrhafte Religioſität geht nur aus der Sittlichkeit hervor“ 434 (O Weltgeſchichte) „Verhältnis von Staat und Religion“ 434445 © (O Weltgeſchichte). Der Staat beruht „auf der ſittlichen Geſin⸗ nung und diefe auf der religiöſen“ 435 0. Dafür iſt notwendig, „daß die Religion den wahrhaften Inhalt habe, d. i. die in ihr gewußte Idee Gottes die wahrhafte ſei“. „Es kann nicht 2021
10 11 Religion zweierlei Gewiffen geben“ 435 H. Zum Irrtum unferer Zeit, die Religion von der Sittlichkeit und damit vom Staat zu trennen 435 8, 436 , 438 Zur Trennung in katholiſche und proteſtantiſche Kirche 43 8. Die katholiſche Kirche 436—439 & (f. katholiſche Kirche). Die Reli⸗ gion muß das Prinzip der Unfreiheit aufgeben 439 Z. Eine Ge⸗ ſetzgebung, entftanden im Widerſpruch mit der auf Prinzipien der geiftigen Unfreiheit baſierten Landesreligion, wäre nur eine abſtrakte, leere Vorſtellung, „ein von Menſchen Gemachtes“ 440 g, 441 Z. Unmöglichkeit „einer Revolution ohne eine Reformation“ 440 8. Platons Erkenntnis über die Entzweiung feiner Zeit zwi: Then Religion und Staatsverfaſſung 441—444 2 (ſ. Platon) „Indem die für-fich-feiende Subjektivität abſolut identiſch iſt mit der ſubſtantiellen Allgemeinheit, enthält die Religion als ſolche, wie der Staat als ſolcher . . . die abſolute Wahrheit“ 444 g. Erſt in dem proteſtantiſchen Gewiſſen wird „das Prinzip des religiöſen und des ſittlichen Gewiſſens ein- und dasſelbe“ 4458 (ſ. Proteſtantismus) Die Religion geht ebenſoſehr vom Subjekte aus als vom abſolu— ten Geiſt 446 Z. Der enge Zuſammenhang der ſchönen Kunſt mit denjenigen Religionen, „in welchen die konkrete in ſich frei ge— wordene, aber noch nicht abſolute Geiſtigkeit Prinzip iſt“ 451 (O Geiſt). „Der Inhalt der Philoſophie und der Religion iſt derſelbe“, „aber die Religion iſt die Wahrheit für alle Menſchen, der Glaube beruht auf dem Zeugnis des Geiſtes, der als zeugend der Geiſt im Menſchen iſt“ 459 8, 460 9. Die Neligion führt einen berechtigten Kampf gegen den Rationalismus, aber einen unbe— rechtigten gegen die begreifende Vernunft 460 8, 4618 (O Phi: loſophie) Das Bewußtſein, daß der Menſch als Menſch frei iſt, iſt zuerſt in den germaniſchen Nationen und zwar „in der Religion, in der innerſten Region des Geiſtes“ aufgegangen 45 (O Geſchichts⸗ philoſophie) Religion und Staat 83—86 (O Staat). „In ihr wird der exiſtierende, der weltliche Geiſt ſich des abſoluten Geiſtes bewußt“. Der Menſch legt ſein beſonderes Intereſſe beiſeite in der Andacht, im Opfer 83. Bedeutung von Kultus und Kunſt 83, von Philo— ſophie 84. Auf dem gleichen Boden befindet ſich der Staat 84 2022
Religion 11 Die Bildung einer Nation macht die Form, der Geiſt des Volkes den beſtimmten Inhalt des Allgemeinen aus, das ſich im Staate hervortut 84. Der Menſch muß auch wiſſen von dieſem ſeinen Geiſt und Weſen. Der Mittelpunkt dieſes Wiſſens iſt die Religion. Die Religion kennt die Idee nur in ihrer Trennung, „wenn Gott als abſtrakt höchſtes Weſen“ iſt, in ihrer Einheit, wenn „Gott als Einheit des Allgemeinen und Einzelnen“ iſt 84. „Die Religion iſt der Ort, wo ein Volk ſich die Definition deſſen gibt, was es für das Wahre hält“ 84, 85 „Nach dieſer Seite ſteht die Religion im engſten Zuſammenhang mit dem Staatsprinzip“ 85. Das weltliche Sein wird „als Be— ſtimmtheit und Daſein des Weſens Gottes gewußt“ 85. „Deswegen iſt es, daß der Staat auf Religion beruht“ und nicht deswegen, „weil Gehorſam gegen Fürſt und Geſetz ſich ſo leicht anknüpfen läßt an die Gottesfurcht“ 85. „Die Prinzipien des Staates müſ— ſen als an und für ſich geltend betrachtet werden, und ſie werden dies nur, inſofern ſie als Beſtimmungen der göttlichen Natur ſelbſt gewußt ſind. Wie daher die Religion beſchaffen iſt, ſo der Staat und ſeine Verfaſſung“ 86. Der atheniſche, römiſche, katho⸗ liſche, proteſtantiſche Staat 86 „Aber ein zu Machendes iſt die Religion nicht: ihr ſich Machen ſteckt viel tiefer“ 86. Sie kann ebenſowenig in den Staat einge: pflanzt, als eine Staatsverfaſſung unabhängig von der Religion erfunden werden 86. Stellung der katholiſchen und proteſtanti⸗ ſchen Konfeſſion zum Staat 86, 87 (O Staat) 88 (ſ. Volksgeiſt), 93 (O Weltgeſchichte). Religion der Neger 137, 138 (O Afrika), der Chineſen 182, 183 (ſ. chineſiſche Religion), der Inder 203, 211—214 (ſ. indiſche Religion). „Die Religion iſt uns das Wiſſen des Weſens, das eigentlich unſer Weſen iſt, und daher die Subſtanz unſeres Wiſſens und Wollens, das die Beſtimmung erhält, ein Spiegel dieſer Grundſubſtanz zu ſein“ 215 (O Indien) 274-283 (f. ägyptiſche Religion), 319—327, 424 (. Griechen), 373, 374, 375 (O Römer), 377 (. Frömmigkeih), 415, 416 (. chriſtliche Religion), 423, 424. Es „iſt ein Unterſchied, ob die Ver⸗ nunft in der Religion expliziert, oder ob ſie nur dunkel und als Grundlage darin vorhanden iſt“ 424. Zum ſcheinbaren „Gegen. ſatz zwiſchen Vernunft und Religion, wie zwiſchen Religion und Welt“. „Der Unterſchied von Religion und Welt iſt nur der, daß die Religion als ſolche Vernunft im Gemüt und Herzen iſt ... 2023
1 1 1 1 — 2 = 8 Religion der Staat dagegen nach derſelben Vernunft ein Tempel menſch⸗ licher Freiheit im Wiſſen und Wollen der Wirklichkeit iſt, deren Inhalt ſelbſt der göttliche genannt werden kann. So iſt die Frei⸗ heit im Staate bewährt und beſtätigt durch die Religion, indem das ſittliche Recht im Staate nur die Ausführung deſſen iſt, was das Grundprinzip der Religion ausmacht“ 429 (O Chriſtentum) 431, 433 (ſ. byzantiniſches Reich), 439, 449, 451 (ſ. Germanen), 515, 516 (ſ. Mittelalter) Beziehung zwiſchen Kunſt und Religion 30, 31, 124, 150, 152 (O Aſthetik). Charakteriſtik der Religion als höchſte Macht über das Beſondere und Endliche, durch welche alles ſonſt Zertrennte und Entgegengeſetzte zur höheren und abſoluten Einheit zurück— gebracht wird 147. Bedeutung der Kunſt für die griechiſche Reli— gion 149, 151. Das Gebiet der Religion überragt das Reich der Kunſt 151. Sie bringt „die Andacht des zu dem abſoluten Gegen— ſtande ſich verhaltenden Innern hinzu“ 151, 152 (O Aſthetik) 316 (O Pathos), 382 (O Genie). „Der Anfang der Kunſt ſteht im engſten Zuſammenhange mit der Religion“ 424. Die Kunſt iſt „die erſte näher geſtaltende Dolmetſcherin der religiöſen Vorſtel⸗ lungen“ 424, 425 (O ſymboliſche Kunſtform) 435—443 (ſ. Zoroaſter), 448—462 (O indiſche Kunſt), 473—481 (ſ. ägyptiſche Kunſtform), 496—501 (f. Juden) 14 (klaſſiſche Kunſtform), 17 (ſ. Kunſt), 24, 25 (O klaſſiſche Kunſt⸗ form), 42 (0 Orakel), 67, 68 (O klaſſiſche Kunſtform), 86, 142, 145, 146, 154, 230 Die „Einheit des Innern und Ideellen mit der Natur“ in den Religionen der eigentlich ſymboliſchen Kunſtform 38. Verhältnis des Geiſtigen und Natürlichen in der chriſtlichen Religion 38, 37, 39. Auflöſung der Religion, wenn die Phantaſie ſich „der religiö— ſen Vorſtellungen bemächtigt, und ſie frei mit dem Zwecke der Schönheit geſtaltet“ 98, 99 (O griechiſche Götter) Für die romantiſche Kunſt iſt die Religion eine weſentliche Vor: ausſetzung 132, 192. „Der religiöſe Kreis der romantiſchen Kunſt“ 137164, 135, 190 (f. romantiſche Kunſtform) Das Religiöfe als Gegenſtand idealiſcher Malerei 28 und der Malerei überhaupt 36, 87 (ſ. Malerei). Das Religiöſe in der Muſik 178, geiſtliche Muſik und ihr Text 142 (O Muſih. Verhält⸗ 2024
14 15 Religion nis der religiöfen Vorſtellung zur Poeſie 232, und der religiöſen Erbaulichkeit zur Poeſie 268 (ſ. Poeſie) 408—413 (f. mittelalterliche Poeſie), 416 (O epiſche Poeſie) Allgemeine Vorſtellung von Religion 19, 20, 21 (f. Religionsphilofophie) „Die Entzweiung der Religion mit dem freien, weltlichen Bewußtſein“ 24-36, 19, 23 (O Religions» philoſophie) a) Keime der Entzweiung liegen bereits im unbefangenen Ver⸗ hältnis von Religion zum übrigen Bewußtſein 24. So hat der Menſch eine Anzahl Werktage und dann einen Sonntag 24, 25 a) Die Religion des unbefangenen, frommen Menſchen bezieht noch „alle Zwecke und Gegenſtände des weltlichen Lebens auf Gott“; das übrige Bewußtſein iſt ſo unbefangen jener höheren Region unterworfen“ 25. Verhältnis der Frömmigkeit 25, 28 6) „Von der weltlichen Seite aus bildet ſich aber der Unterſchied in jenem Verhältniſſe zum Gegenſatze aus“ 25, 26. Das Erkennen, die Wiſſenſchaft ſchränkt ſich auf die weltliche Seite ein; für die Sphäre der Religion bleibt die Empfindung, der Glaube übrig 27 y) „Alles Beſtimmte fällt in die Sphäre der Erkenntnis und der menſchlichen, ſelbſtgeſetzten Zwecke“. Da aber Erkenntnis und Wollen als bedingt erfahren werden, befriedigt man die religiöſe Seite damit, „daß Alles von Gott ſei“ 27. „Auf der einen Seite treibt der Verſtand fein Weſen, gegenüber hat er das religiöfe Gefühl der Abhängigkeit“ 28 b) Keime der Entzweiung liegen auch in der Frömmigkeit 28, 29 (ſ. Frömmigkeit) a) Die Frömmigkeit betrachtet die Vorfälle des einzelnen Lebens, wie die großen Begebenheiten der Geſchichte „als von göttlichen Zwecken ausgehend“ 29. Inkonſequenz dieſer äußerlichen Zweck⸗ betrachtung 29. Entzweiung auf dieſem Standpunkt 30, 31 5) Das Denken, einmal angefangen, fordert Konſequenz und Not: wendigkeit. Das Prinzip des Selbſtiſchen entwickelt ſich 31. Be⸗ deutung des Ich, der Notwendigkeit 31. Zuſammenſchluß zu einem Syſtem des Univerſums 32, 33 y) Refultat iſt völlige Ausbildung des Gegenſatzes 33. „Das Ge⸗ müt iſt auf der Seite der Religion“, „der konſequente Zuſammen⸗ hang des Beſtimmten fällt auf die Seite der Erkenntnis“. „Die 2025
1 au Religion 222 a et ——T— u Religion ift erkenntnislos geworden“ 33. Zwiſchen Erkenntnis und religiöſem Gefühl herrſcht Mißtrauen 33, 34 e) Die Entzweiung weckt das Bedürfnis einer Ausgleichung, einer „Verſöhnung des religiöſen, gediegenen Gefühls mit der Erkenntnis und Intelligenz“ 34 Gründe dafür, daß das Bedürfnis dieſer Verſöhnung in der chriſt— lichen Religion beſonders hervortritt 34—36 (f. chriſtliche Re⸗ ligion) „Verhältnis der Philoſophie zur Religion über— haupt“ 36—41 (O Religionsphiloſophie). Der Inhalt, das Bedürfnis und das Intereſſe der Philoſophie ſind nicht, wie es ſcheint, von dem der Religion getrennt, ſondern ſie ſind ein Ge— meinſchaftliches 36, 37, 59. „Der Gegenſtand der Religion wie der Philoſophie iſt die ewige Wahrheit in ihrer Objektivität ſelbſt, Gott und Nichts als Gott und die Explikation Gottes“ 37, 59. Die Philoſophie 37, 41 (ſ. Philoſophie). „Das Unterſcheidende fällt nur in die Art und Weiſe der Religion“ 38 Dennoch herrſcht zwiſchen Religion und Philoſophie eine alte Feindſchaft 38. Der Gegenſatz wie die Verknüpfung ſind alt. Die Athener, Neupythagoreer, Neuplatoniker, die Kirchenväter 38. Durchführung der Vereinigung im Mittelalter 38, 39. Anſelmus, Abälard 39 Der Unterſchied der Religion und Philoſophie, wie er ſich in der Einheit des Inhalts hervortut 39—41 a) Definition der ſpekulativen Philoſophie, der Idee, des ſpeku— lativen Denkens und der Spekulation 39, 40, 41 (f. Idee, ſ. Den⸗ ken, ſ. Spekulation). Die Reflexion 39 (f. Reflexion) b) Die Religion iſt „die Stufe des Geiſtes, auf welcher dem Bewußtſein der ſpekulative Inhalt überhaupt Gegenſtand iſt“ 40. Das „abſolut Wahre“, das „Allgemeinwahre“ iſt ihr Inhalt 40 c) „Die Religion iſt nun dieſes Spekulative gleichſam als Zuſtand des Bewußtſeins, deſſen Seiten nicht einfache Denkbeſtimmungen, ſondern konkret erfüllte find“ 40. Denken, tätige Allgemeinheit und unmittelbares, beſonderes Selbſtbewußtſein find feine Momente 40, 41. In der Philoſophie verſöhnen ſich dieſe beiden Seiten im Gedanken; „die Religion kommt zum Genuß der Ein— heit nur dadurch, daß ſie dieſe beiden harten Extreme aus der Entzweiung heraushebt, bearbeitet und zuſammenſchließt“ 41. 2026
Religion 15 Sie macht den Gegenfa im Element der Allgemeinheit flüffig und rückt ſomit der Philoſophie nahe 41 Poſitive Religion 36, 44—52, 65—67 (f. Religionsphiloſophie). Bei aller Feindſchaft zwiſchen Religion und Philoſophie ift „den⸗ noch jetzt die Zeit gekommen, wo die Philoſophie teils auf eine unbefangene, teils auf eine glückliche und gedeihliche Weiſe ſich mit der Religion beſchäftigen kann“ 51 (O Religionsphiloſophie) „Die ſe Beziehung überhaupt, Wiſſen von Gott und dieſe Untrennbarkeit des Bewußtſeins von dieſem Inhalt iſt das, was wir Religion überhaupt nennen“ 61, 62 (O unmittelbares Wiſſen) „Der allgemeine Begriff der Religion“ 77—89, 75 (O Religionsphiloſophie) Das Erſte iſt der Begriff in ſeiner Allgemeinheit, das Zweite iſt die Beſtimmtheit des Begriffs 77. „Bei philoſophiſcher Betrach⸗ tung iſt auch der Anfang der Begriff, aber er iſt der Inhalt ſelbſt, die abſolute Sache, die Subſtanz“ 77. „So fangen wir an mit dem Begriffe der Religion“ 77 1. „Das Moment der Allgemeinheit“ 78—79. „Das Erſte im Begriff der Religion ift ſelbſt wieder das rein Allge⸗ meine, das Moment des Denkens in feiner vollkommenen All⸗ gemeinheit“ 78. Gott iſt „der höchſte Gedanke“. Ein Unterſchied „zwiſchen ſubjektivem und objektivem Denken“ befteht hier noch nicht 79. „In der Sphäre der Allgemeinheit iſt zunächſt die Idee ſelbſt der Stoff des Beſtimmens“ 79 2. „Das Moment der Beſonderheit oder die Sphäre der Differenz“ 79—89, 77. „Das Andere gegen das Extrem der Allgemeinheit“ „iſt das Bewußtſein in ſeiner Einzelheit als ſolcher“ 79. „Die Beziehung beider Seiten in dieſer ihrer Beſtimmung bin Ich ſelbſt in der Religion“ 79. Das Ich 79, 80 (f. Sch Formen dieſer Beziehung beider Extreme ſind: 1) das Gefühl 81, 107, 128, 131—150 (ſ. Gefühl) 2) die Anſchauung 81, 107, 128, 150—153 (f. Anſchauung) 3) die Vorſtellung 81, 107, 128, 153—166 (f. Vorſtellung) „Die Religion wird ſich als ein Refultat darftellen, welches ſich eben aufhebt, Reſultat zu ſein, ſie wird ſich mithin als das Erſte darſtellen, durch das Alles vermittelt iſt und an dem alles andere hängt“ 81. Die Formen des Gefühls, der Anſchauung und Vor⸗ 2027
Religion 15 ſtellung treiben zur Sphäre des Denkens hin, „in welcher das religiöfe Bewußtfein ſich in ſeinem Begriff erfaſſen wird“ 81, 82 3. „Die Aufhebung der Differenz oder der Kul— tus“ 82—89, 220—268 (f. Kultus) „Wie die Religion der Völker beſchaffen iſt, ſo iſt auch ihre Mo⸗ ralität und Staatsverfaſſung beſchaffen; dieſe richten ſich ganz danach, ob ein Volk nur eine beſchränkte Vorſtellung von der Freiheit des Geiſtes gefaßt oder das wahrhafte Bewußtſein der Freiheit hat 86 (O Kultus) Die beſtimmte Religion 89—98, 268—472, 16, 1—188 (T. beſtimmte Religion). Die Naturreligion 96—97, 274—275 (f. beſtimmte Religion), 273—274, 279—324 (ſ. unmittelbare Re: ligion) Die offenbare Religion 99-100, 75 (f. offenbare Religion) „Begriff der Religion“ 75, 77—89 (f. o.), 101—268 (O Religions philofophie, erſter Teil). Schwierigkeit des Anfangs in der Philofophie. Der Anfang der Religionsphiloſophie iſt inſofern leichter, als ſie „die anderen philoſophiſchen Diſziplinen vorausſetzt, alſo Reſultat iſt“ 103. Auch können wir uns zur Aushilfe „an unſer gewöhnliches Bewußtſein wenden“ 103, 104 A. „Von Gott“ 104—114 (f. Gott). Kommt auf der abſoluten Grundlage der göttlichen Allgemeinheit der Unterſchied hervor, „der als geiſtiger Unterſchied Bewußtſein iſt“, dann fängt damit „die Religion als ſolche an“ 114, 113, 109 (0 Gott) B. „Das religiöſe Verhältnis“ 114—220, 79 (f. religiöfes Verhältnis). 135 (O Gefühl). Zur pädagogiſchen Frage, ob Reli⸗ gion gelehrt werden könne 160 (f. Pädagogih. „Die Religion ſprechen wir weſentlich aus als dies Übergehen von einem Inhalt zu einem andern, vom endlichen Inhalt zum abſoluten, unend⸗ lichen“ 177 (O unmittelbares Wiſſen) „Übergang zum ſpekulativen Begriff der Reli— gion“ 210—220, 167 (O Denken). Unbrauchbarkeit des Satzes für die entwickelte, vernünftige Betrachtung des Endlichen 210, 211 (f. Endlichkeit). Die Eitelkeit und Heuchelei des Standpunkts Gott nicht erkennen zu können 211. „Das negative Verhältnis des Bewußtſeins zum Abſoluten ſtützt man auf die Beobachtung“ 2028
15 Religion 211, 212, 213, 214 (ſ. Beobachtung). Gefahr der Überzeugung, daß der Geiſt nur ein negatives Verhältnis zu Gott habe 213. Bedeu— tung des Denkens, das die Quelle, der Boden iſt, „auf dem das Allgemeine überhaupt, Gott iſt, das Allgemeine iſt im Denken und für das Denken“ 213. Beobachten und unendliche Beobach— tung 213, 214, 186 (ſ. Beobachtung). „Um den Boden der Religion zu finden, müſſen wir das Verhältnis des Beobachtens auf: geben“ 214 „Der ſpekulative Begriff der Religion“ 214—220, 167 (O Denken). „Die Vernunft iſt der Boden, auf dem die Reli⸗ gion allein zu Haufe fein kann“ 214, 215. Nötig ift „das Sich— aufheben der Beſtimmungen des Gegenſatzes, die von der Ne: flexion als beharrend genommen werden“ 215. Der Boden der Religion iſt „das abſolute Bewußtſein“ 215. Verhältnis von Geiſt und Bewußtſein 215, von Geiſt zum abſoluten Geiſt 216. „Die Religion iſt Beziehung des Geiſtes auf den abſoluten Geiſt.“ „Die Religion iſt die Idee des Geiſtes, der ſich zu ſich ſelbſt verhält, das Selbſtbewußtſein des abſoluten Geiſtes“. „Religion ift Wiſſen des göttlichen Geiftes von ſich durch Vermittlung des endlichen Gei— ſtes“ 216. „Der abſolute Geiſt in ſeinem Bewußtſein iſt Sich— wiſſen; weiß er anderes, ſo hört er auf, abſoluter Geiſt zu ſein“ 216, 217 „Der Beweis der Notwendigkeit, daß ſo dieſer Inhalt der Reli— gion die abſolute Wahrheit iſt, inſofern er vom Unmittelbaren anfängt“, liegt vor unſrer Wiſſenſchaft. Wir ſahen bereits, wie die Einſeitigkeit ſeines Ganges ſich ſelbſt aufhebt 217 Der Gang, „wo vom Unmittelbaren begonnen wird, ohne Bezug auf Gott, ſo daß Gott dadurch erſt wird, iſt nun vielmehr Moment innerhalb der Religion ſelbſt“. Hier iſt vielmehr Gott ſchlechthin das Erſte und jener Gang die Tätigkeit und Bewegung der Idee des abſoluten Geiſtes in ihr ſelbſt“ 217. Der Weg des abſoluten Geiſtes 218, 217 (f. Geiſt) „Die konkrete Erfüllung des Begriffs der Religion iſt nun ſeine Produzierung durch ſich ſelbſ “218. „Das Geiſtige iſt die abſolute Einheit des Geiſtigen und Natürlichen“ 218, 219. Betrachtung der Momente in dieſer Idee 219. Das ſich aufhebende Unterſcheiden im Hinblick auf Gott und ſeine Erſcheinung 219 Die beiden Beſtimmungen der Realität der Idee 220 (f. Idee). Auf die eine Seite fällt „die Form der Freiheit, die Subjektivität als 2029
Religion — . —. —ͤÆͥ+ÆA— — uvL: — 15 ſolche und iſt das Selbſtbewußtſein in ſeiner Bewegung“ der Kultus, auf die andre Seite fällt die göttliche Erſcheinung, die Vorſtellung oder die theoretiſche Seite 220 C. „Der Kultus“ 220—268, 82 (f. Kultus). Zur Frage, wie wird eine Religion gegründet, d. h. auf welche Weiſe kommt der ſubſtantielle Geiſt zum Bewußtſein der Völker? 233 (ſ. Glaube) „Das Verhältnis der Religion zum Staat“ 256—268 1. Verhältnis der göttlichen Weisheit zur Weisheit der Welt 256, 257. „Im Allgemeinen iſt die Religion und die Grundlage des Staates eins und dasſelbe; ſie ſind an und für ſich identiſch“ 257. Die Religion iſt der „freie Geiſt“. Im Kultus verſöhnt ſich der Menſch mit ihm. „Der Staat iſt nur die Freiheit in der Welt, in der Wirklichkeit“ 257. „Es iſt Ein Begriff der Freiheit in Religion und Staat“ 257. „Das Volk, das einen ſchlechten Begriff von Gott hat, hat auch einen ſchlechten Staat, ſchlechte Regierung, ſchlechte Geſetze“ 257, 258 2. Zuſammenhang zwiſchen Staat und Religion, wie er der Vor— ſtellung erſcheint 258—260. „Die Vorſtellung des Zuſammen— hanges ſpricht ſich nun ſo aus, daß die Geſetze, die Obrigkeit, die Staatsverfaſſung von Gott ſtammen“; wir finden dieſe höchſte Autoriſierung bei allen Völkern 258. Gefahr der Ausnutzung dieſer Vorſtellung, indem man ſagt: „man ſoll den Geſetzen ge— horchen, ſie mögen ſein, wie ſie wollen“ 258. Solch willkürliche Regierung iſt in proteſtantiſchen Staaten vorgekommen 258, 259, auch in England unter den Stuarts 259. „Gegen das Prinzip der göttlichen Autoriſation des Regenten iſt daher das Prinzip der— ſelben Autoriſation geſetzt, die auch dem Laien fiberhaupt zu— komme“ 259 3. „Endlich können auch Staat und Religion entzweit ſein und unterſchiedene Geſetze haben“ 260—267. „Dieſer Gegenſatz ſpricht ſich in der Form aus, daß die Forderung der Religion auf die Heiligkeit gehe, die des Staates auf Recht und Sittlichkeit“. Ewig⸗ keit und Zeitlichkeit ſtehen ſich gegenüber 260. Ein religiöſes Ideal, d. h. die Abſtraktion des Geiſtes gegen das Subſtantielle der Wirklichkeit wird aufgeſtellt 260. Entſagung der Wirklichkeit 260 Der Ehe wird die Eheloſigkeit 260, 261, der Arbeit und Recht— ſchaffenheit wird die Armut 261, der im Staate verwirklichten Freiheit wird „ſtrenge Obedienz“ als Heiliges gegenübergeſtellt 261, 262 (f. a. Gelübde) 2030
15 16 Religion ee m v . . Verhältnis von Religion und Staat in den katholiſchen Staaten 262, in proteſtantiſchen Staaten 262, 263 (ſ. Proteſtantismus) Bedeutung des Prinzips: der Menſch ſei ſeiner Natur nach frei für den Staat und für die Kirche 263. „Die Religion fordert das Aufheben des Willens, das weltliche Prinzip legt ihn dagegen zu Grunde“ 263 Dadurch kann die Inkonſequenz entſtehen, daß „die Welt feſthält an einer beſtimmten Religion und zugleich an entgegengeſetzten Prinzipien hängt“ 263, 264. So haben die Franzoſen aufgehört der katholiſchen Religion anzugehören um an dem Prinzip der weltlichen Freiheit feſtzuhalten 264 Entwicklung der Prinzipien der wirklichen Freiheit zu „poſitiven Geſetzen“ 265, 264. Damit ſteht der juridiſchen Form „die Ge— ſinnung, welches gerade der Boden der Religion iſt“ gegenüber 265—267 (ſ. Geſinnung) Übergang zur beſtimmten Religion 267 —268 (ſ. Kultus) Zur Realiſierung des Begriffs „Religion“ 271, 272 (ſ. beſtimmte Religion) 276, 277 (ſ. beſtimmte Religion), 279 (O unmittelbare Religion) „Die unmittelbare Religion“ 96, 279—324 (ſ. unmit⸗ telbare Religion) „Religion iſt nun eben dies, daß der Menſch den Grund ſeiner Unſelbſtändigkeit ſucht; er findet erſt ſeine Beruhigung, indem er das Unendliche vor ſich hat“ 330 (O beſtimmte Religion) 342-354, 275, 325—326 (ſ. chineſiſche Religion), 355—400, 275, 326—327 (f. indiſche Religion), 400—417, 275, 327 (f. Buddhais⸗ mus), 417—422 (f. beſtimmte Religion), 422—434, 275, 421 (. perſiſche Religion), 434—437, 275, 421, 422 (f. ſyriſche Religion), 437—472, 275, 421, 422 (ſ. ägyptiſche Religion) „Die Religion ift ſelbſt das Selbſtbewußtſein des Geiſtes über ſich ſelbſt und er macht ſich die verſchiedenen, den Geiſt entwickelnden Stufen des Selbſtbewußtſeins ſelbſt zum Gegenſtand des Bewußt⸗ ſeins“ 440 (O ägyptiſche Religion). Kunſt und Religion 465, 466 (O ägyptiſche Religion) „Die Religion der geiftigen Individualität“ 1 bis 188, 15, 97, 275—278 (f. beſtimmte Religion). Zuſammen⸗ faſſende Wiederholung der bisherigen Entwicklung der Religio⸗ nen 6—7 (f. beſtimmte Religion) 2031
16 17 Religion / Religion — Philoſophie 46—95 (f. jüdiſche Religion), 95—156 (f. griechiſche Religion), 156-188 (f. römiſche Religion) Charakteriſtik der römiſchen Religion als „Verſtandesreligion“ 161. Religion und Staat 165. Cicero leitet Religion von religare ab 177 (O römiſche Religion) „Die abſolute Religion“ 189—356 (f. abſolute Religion). Mit ihr „find wir zum realiſierten Begriff der Religion, zur vollendeten Religion, worin der Begriff es ſelbſt iſt, der ſich Gegen⸗ ſtand iſt, gekommen“ 191. 192—198, 198207 (f. abſolute Ne: ligion) Religion und Philoſophie (ſ. Philoſophie) „Die Religion muß gefühlt werden, muß im Gefühl ſein, ſonſt iſt ſie nicht Religion; der Glaube kann nicht ohne Gefühl ſein, ſonſt iſt er nicht Religion“ 385 (O Gottesbeweiſe) 81. „Verhältnis der Philoſophie zur Religion“ 92—125, 87 (ſ. Philoſophie). Entwicklung des Denkens im Ver⸗ hältnis zur Religion 109, 110, 111 (ſ. Philoſophie) 19 Kants „Die Religion innerhalb der bloßen Vernunft“ 588 (f. Kant) Zu Fichtes „Religion iſt ein praktiſcher Glauben an die moraliſche Weltordnung“ 635 (j. Fichte) 20 Über den Gang, den die formelle Reflexion in der Religion ge: 1 nommen hat 5—11. Gefühl und Religion 17—22 (ſ. Hinrichs) Religion — Philoſophie 279 (O Glaube) 2 610 (O Philoſophie) 6 21, 23, 28 (ſ. Religion), 308 (ſ. Philoſophie) 8 9, 17—21 (f. Gefühlstheologie), 41 (ſ. Philoſophie), 93 (O Logik) 10 457, 458 (O abſolute Religion), 458, 459, 460, 461, 469, 470 (. Philoſophie) 11 41, 67, 68, 83, 84 (ſ. Philoſophie) 12 147, 148, 152 (ſ. Philoſophie) 15 36—4ʃ, 51, 52 (f. Religion), 55—57 (ſ. Dogma), 206 (O End⸗ lichkeit 2032
15 = Religion — Philoſophie / Religionslehre 205, 207, 229, 242, 319, 328, 352, 353 (ſ. Philoſophie) 92—125 (f. Philoſophie) 8 (ſ. Philoſophie) 170, 171 (ſ. Solger) Religionsfreiheit „Die Religionsfreiheit beſteht darin, daß religiöſe Vorſtellungen, religiöſe Handlungen, mir nicht aufgedrungen werden, d. h. nur ſolche Beſtimmungen in ihr ſind, die ich als die meinigen an— erkenne, fie zu den meinigen mache“ 44 (O Propädeutif) Glaubensfreiheit 235, 236 (ſ. Glaube) Religionsgeſchichte 92. Forderung, daß die Geſchichte der Religionen ſich mit dem, was Schauderhaftes, Furchtbares oder Abgeſchmacktes in den ein— zelnen Religionen vorkommt, verſöhnt und es rechtfertigt 94 (O beſtimmte Religion) Religionslehre „Rechts-, Pflichten- und Religionslehre“ 25—98 (ſ. Propädeutih, 303—305 (. Philoſophieunterricht) „Religionslehre“ 96—98 (O Propädeutik) § 71 Wir ſehen unmittelbar die Unangemeſſenheit unſerer Indivi⸗ dualität zu dem ewigen Vernunftgeſetz ein, „erkennen es als Höheres, als wir, als ein von uns unabhängiges, ſelbſtändiges, abſolutes Weſen“ 97, 96 $ 72 Der Glaube an dies abſolute Weſen 97 $ 73 Über dieſes „Wiſſen von dem Abſoluten“ als ſelbſt „abjalut und unmittelbar“ 97 § 74 Die Erkenntnis Gottes iſt nicht über die Vernunft, ſondern nur über den Verſtand 97 (ſ. a. Gotteserkenntnis) § 75 Die religiöſe Erhebung 97 § 76 „Gott iſt der abſolute Geiſt“ 97, 98 S 77 Gott iſt „abjolut heilig“, „Schöpfer des Univerſums“, „Weisheit“, „Güte“, „Gerechtigkeit“ 98 (ſ. a. Gott) $ 78 Charakteriſtik des Böſen als „Entfremdung von Gott“ 98 (ſ. Böfes) Glockner, Hegel⸗Lexikon 128 2033
Religionslehre / Religionsphiloſophie 3 8 79 Die „göttliche Gnade“, die „Verſöhnung Gottes mit der Welt“ 98 S 80 Der Gottesdienſt 98 (ſ. Gottesdienſt) Religionsphiloſophie 3 324 (O Philoſophieunterricht) 8 Die wahrhafte Theologie iſt weſentlich zugleich Religions-Philo⸗ ſophie und dies war fie auch im Mittelalter 113 (O natürliche Theologie) 335 0 (O Notwendigkeit) 10 „Die Philoſophie der Religion hat die logiſche Notwendigkeit in dem Fortgange der Beſtimmungen des als das Abſolute gewußten Weſens zu erkennen“ 450 0, 451 (O Kunſt) 15 „Vorleſungen über die Philoſophie der Religion“ 13 bis 16, 553 „Einleitung in die Religionsphiloſophie“ 17—100. Überblick über die folgende Einleitung 19. „Wir wiſſen, daß wir uns in der Religion der geitlichkeit entrücken und daß fie diejenige Region für unſer Bewußtſein iſt, in welcher alle Rätſel der Welt gelöft find...” 19, 20. Gott ift Anfang, Mitte und Ende und in der Religion ſetzt ſich der Menſch in Verhältnis zu dieſer Mitte 20 Die Religion iſt „Zweck für ſich“. Der Geiſt verhält ſich zum Unbeſchränkten und Unendlichen und „das iſt ein unendliches Ver— hältnis, ein Verhältnis der Freiheit“, „Bewußtſein der abſoluten Wahrheit“ 20. „Seligkeit“, „abſoluter Zweck“ 20, 21, „Sonntag“ des Lebens 21 Gewißheit des Bildes des Abſoluten 21 Bei der Betrachtung der Natur der Religion „ſoll der Subſtanz nach nichts Neues in den Menſchen gebracht werden“ 22. „Die Philoſophie hat wohl die Notwendigkeit der Religion an und für ſich zu entwickeln und zu begreifen, daß der Geiſt . . . zu dieſer abſoluten Weiſe fortgehen muß“; aber „ein anderes iſt es, das individuelle Subjekt zu dieſer Höhe zu erheben“ 22. „In der menſchlichen Freiheit iſt Sein und Sollen getrennt, ſie trägt die Willkür in ſich“ 23 Die Erkenntnis „ſoll die Religion, die da iſt“ erkennen 23. Dem Menſchen iſt „die Religion weſentlich und eine ihm nicht fremde 2034
Religionsphiloſophie 15 Empfindung. Doch kommt es weſentlich auf das Verhältnis der Religion zu ſeiner übrigen Weltanſchauung an und darauf be— zieht ſich und wirkt weſentlich die philoſophiſche Erkenntnis“ 23. In dieſem Verhältnis liegt auch die Quelle der Entzweiung 23, 24 A. „Das Verhältnis der Religionsphiloſophie zu ihren Vorausſetzungen und zu den Zeitprin— zipien“ 24—64, 19, 23 J. „Die Entzweiung der Religion mit dem freien, weltlichen Bewußtſein“ 24-86, 19, 23 (f. Religion) II. „Die Stellung der Religionsphiloſophie zur Philoſophie und zur Religion“ 36—52 1. „Verhältnis der Philoſophie zur Religion überhaupt“ 36—41 (ſ. Religion) 2. „Verhältnis der Religionsphiloſophie zum Syſtem der Philo— ſophie“ 41—44, 36 a) „In der Philoſophie wird das Höchſte das Abſolute genannt, die Idee“ 41. Um den Unterſchied zwiſchen dem Abſoluten und Gott bemerklich zu machen, iſt zu betrachten, „was Bedeuten ſelbſt bedeutet“ 41, 42 (ſ. bedeuten). Gehen wir von der Vorſtellung aus und fragen wir nach dem Begriff, ſo iſt das, was wir das Abſolute nennen, gleichbedeutend mit dem Ausdruck Gott 42 b) Es kann aber auch gefragt werden, was eine reine Gedanken— beſtimmung bedeutet, es kann eine Vorſtellung der Gedanken⸗ beſtimmung gefordert werden 42. Die Religionsphiloſophie hat die Bedeutung der Vorſtellung Gottes zu betrachten 42. Sie hat zu betrachten, „daß Gott die Idee, das Abſolute, das im Gedanken und Begriff gefaßte Weſen iſt“ 43 e) „In der Religionsphiloſophie haben wir das Abſolute zum Gegenſtand, aber nicht bloß in der Form des Gedankens, ſondern auch in der Form ſeiner Manifeſtation“, ſeiner Weſentlichkeit ſo⸗ wohl wie ſeiner Erſcheinung und Offenbarung. Die Seite des Daſeins iſt ſelbſt wieder im Gedanken zu faſſen 43. Die Philo— ſophie und das Abſolute 43 (s. Abſolutes) ä Die Religionsphiloſophie betrachtet die Idee „wie ſie an ſich iſt im Gedanken und zugleich wie fie erſcheint“ 24 3 3. „Verhältnis der Religionsphiloſophie zur poſitiven Religion 44— 52, 36. Lehrbegriff der proteſtantiſchen Kirche 44, 45, nieder⸗ gelegt in dem apoſtoliſchen Symbolum und in den ſpäteren ſym⸗ 2035
1 a Religionsphiloſophie boliſchen Büchern. Die Bibel iſt weſentliche Grundlage der Lehre 45 a) Entfaltung der Vernunft als Räfonnement in der Erkenntnis und Beſtimmung des Lehrinhalts 45; das Denken als Exegeſe, Entwicklung einer ſogenannten Vernunfttheologie 45, 51. Interpretation, Bort-Interpretation, Bibelkommentare 45, 46. „Alle Ketzereien haben ſich gemeinſam mit der Kirche auf die Schrift berufen“ 46 b) Die Vernunfttheologie gab fi) „als freies Erkennen“ ein Ver— hältnis zur Religion und zu deren Inhalt überhaupt 46, 47. Die Aufklärung faßt das Jenſeits „auf endliche Weiſe, als ein abftraftes, höchſtes Weſen, dem gar kein Charakter zukommt“. Sie macht Gott hohl, leer und arm 47 e) Unterſchied zwiſchen Religionsphiloſophie und Bernunfttheologie, auch in ihrem Verhältuis zum Inhalt der Religion 47—51 a) In der Religionsphiloſophie iſt Gott kein Abſtraktum, ſondern ſie „faßt die Wahrheit als ein Konkretes, als Fülle von Inhalt, als Idealität, in welcher die Beſtimmtheit, das Endliche als Moment enthalten iſt“ 47, 48. „Die Natur des Geiſtes entwickelt ſich für fie, indem fie Gott weſentlich als den Dreieinigen erkennt“ 48 6) Auch von der räſonierenden Exegeſe unterſcheidet ſich die Religionsphiloſophie weſentlich 48. Sie iſt „als das vernünftige Er⸗ kennen der Willkür dieſes Räſonnements entgegengeſetzt und iſt die Vernunft des Allgemeinen, welche auf Einheit dringt“ 48. Die Vernunfttheologie proteſtiert auch gegen die Philoſophie „um ſich die Willkür ihres Räſonnements vorzubehalten“ 49, 48 y) Die Religionsphiloſophie ſteht der poſitiven Lehre nahe; ihr Werk iſt „die Wiederherſtellung der vom Verſtande auf das Mini— mum reduzierten Kirchenlehre“ 49, 50 Es gibt „nicht zweierlei Vernunft und zweierlei Geiſt“ 50. Trotz⸗ dem herrſcht noch immer der ſtärkſte Gegenſatz zwiſchen Philoſophie und Religion 51. Dennoch iſt jetzt die Zeit gekommen, wo die Philoſophie ſich unbefangen und auf glückliche Weiſe mit der Religion beſchäftigen kann 51, 52 II. „Das Verhältnis der Philoſophie der Reli— gion zu den Zeitprinzipien des religiöſen Be— wußtſeins“ 19, 24, 51, 52—64, 303. „Je mehr ſich die Erkenntnis der endlichen Dinge ausgebreitet hat“, „um ſo mehr hat ſich der Kreis des Wiſſens von Gott verengt“ 52, 53. Dem gegen; 2036
Religionsphilofophie 15 über iſt in früheren Zeiten „alles Wiſſen Wiſſenſchaft von Gott geweſen“ 52, 53. Unſerer Zeit gilt das Gebot: „Ihr ſollt Gott erkennen“ als eine Torheit. Sie hat „aus Gott ein unendliches Geſpenſt gemacht, das fern von uns iſt, und ebenſo die menſch— liche Erkenntnis zu einem eiteln Geſpenſt der Endlichkeit“ 53. Niedrigkeit und zugleich Hochmut dieſes Standpunktes 53, 54 Zurückweifung der unwiſſenden, feindlichen Einwürfe der Theo— logen und Aufdeckung, wie dieſe „vielmehr alles getan haben, um das Beſtimmte der Religion aufzulöſen“, indem ſie die Dogmen für gleichgültig erklärten und „als fremde Beſtimmungen anderer und als bloße Erſcheinungen einer vergangenen Geſchichte be— trachten“ 54. Wir aber werden jenen Standpunkt als unwiſſend charakteriſieren, und zeigen, wie er nicht einmal weiß, daß er „das Prinzip der Philoſophie in ſich enthält“ 55 1. „Die Philoſophie und die gegenwärtige Gleich— gültigkeit der beſtimmten Dogmen“ 55-57 (f. Dogma) 2. „Die hiſtoriſche Behandlung der Dogmen bis 59 (f. Dogma) 3. „Die Philoſophie und das unmittelbare Wiſ— fen“ 59—64 (f. unmittelbares Wiſſen) B. „Vorfragen“ 65—75, 19 1. Kann und darf ſich die Vernunft mit der poſitiven Religion, welche „dem Bereich menſchlicher Vernunft entzogen ſein ſoll“, beſchäftigen? 65. „Es iſt etwas Falſches, daß beides, der Glaube und die freie philoſophiſche Unterſuchung, ruhig nebeneinander beſtehen könne“ 66. Die Kirche ließ nicht aufkommen, „daß die Vernunft dem Glauben entgegengeſetzt ſein und ſich ihm doch unterwerfen könne“ 66. Der Zwiſt zwiſchen Einſicht und Reli⸗ gion muß in der Erkenntnis geſchlichtet werden 66. Sonſt ent— ſteht Verzweiflung und einſeitige Verſöhnung; entweder Heu: chelei oder Gleichgültigkeit gegen die Religion 66, 67 2. Kann die Vernunft „Wahrheit überhaupt“ erkennen, wird „die Unendlichkeit nicht durchs Denken aufgehoben, herabgeſetzt zu Endlichem“? 67 3. Aus folchen Zweifeln heraus erſtarkte die Gefühlstheologie, nach welcher „das Bewußtſein Gottes nur aus dem Gefühl quillt“ 67 (ſ. Gefühlstheologie). „Man muß fi) dabei nur darüber wun⸗ u 57 2037
15 Religionsphiloſophie dern, daß Gott überhaupt noch Objektivität zugeſchrieben wird“ 68. Darin waren die materialiſtiſchen Anſichten konſequenter. Hier war Refultat der Atheismus 68. „Es findet ſich fo auch die Aufforderung für die Religionsphiloſophie, Gott zu beweiſen“ 68, 69 Gründe, warum wir dieſe Vorfragen beiſeite liegen laſſen dürfen 69. Die Forderung „das Erkenntnisvermögen vorher zu unter— ſuchen, ehe man an das Erkennen geht“ „hebt ſich ſelbſt auf“ 69, 70. „Man kann nicht vernünftige Tätigkeit vorher unterſuchen, ohne vernünftig zu ſein“ 70 In der Religionsphiloſophie „iſt näher Gott, Vernunft über— haupt, der Gegenſtand“ und „das Verhältnis des endlichen Gei— ſtes, der endlichen Vernunft zur göttlichen erzeugt ſich innerhalb der Religionsphiloſophie ſelbſt und muß darin abgehandelt wer— den, und zwar an der notwendigen Stelle, wo es ſich erſt erzeugt“ 70, 71. Der Geiſt bringt die pofitive Religion hervor 71. Sowohl der Standpunkt des Erkennens wie des Gefühls fällt innerhalb der Religion 71 „Überhaupt aber iſt die Religion die letzte und höchſte Sphäre des menſchlichen Bewußtſeins“ 71. Endliche Gedanken dürfen in die Polemik gegen die Religionsphiloſophie nicht hereingebracht wer— den 71, 72, 74. „So eine endliche Form iſt z. B. Unmittelbarkeit des Wiſſens, Tatſache des Bewußtſeins; ſolche Kategorien ſind die Gegenſätze des Endlichen und Unendlichen, Subjekt und Objekt“ 72, 73 (f. Gegenſatz). Endliches und Unendliches 72, 73 (ſ. Endliches). Gründe dafür, weshalb es ſo ſchwer iſt, mit ſolchen, die gegen die Religionsphiloſophie ſtreiten, ſich einzulaſſen 73, 74. Ihr Gerede iſt Schulgeſchwätz 73, 74, ſie tragen ihre endlichen Verhältniſſe überall hinein 74 Über alle jene Formen der Reflexion muß der denkende Geiſt hin⸗ aus ſein, er muß das unendliche Verhältnis kennen, worin ihre Endlichkeit aufgehoben iſt 74, 75 f C. „Die Einteilung“ 75—100, Die Methode iſt der ſich expli⸗ zierende Begriff und nach den Momenten des Begriffes wird die Darſtellung und Entwickelung der Religion in drei Teilen ge— ſchehen 75, 76, 77 (ſ. Begriff) I. „Der allgemeine Begriff der Religion“ 77—89, 75, 101-268 (f. Religion) 2038
15 16 20 1 = 14 15 Religionsphiloſophie / religiöſes Verhältnis II. „Das Urteil oder die beſtimmte Religion“ 75, 77, 89—98, 269—472 (ſ. beſtimmte Religion) III. „Die offenbare Religion“ 75, 99—100 (ſ. offenbare Religion), 16, 189 —356 (ſ. abſolute Religion) „Der Religionsphiloſophie erſter Teil“ 101—268 „Begriff der Religion“ 101—268, 75, 77—89 (f. Reli: gion). Die Religionsphiloſophie iſt „die Entwickelung, Erkenntnis deſſen, was Gott iſt, und durch ſie erfährt man erſt auf erkennende Weiſe, was Gott iſt“ 104 (O Religion) „Der Religionsphiloſophie zweiter Teil“ 269 bis 16, 188 „Die beſtimmte Religion“ 269—472, 75, 89—98 (f. be⸗ ſtimmte Religion) 327 (O beſtimmte Religion) Rückblick auf das bisher Geleiſtete 6, 7 (ſ. beſtimmte Religion) „Der Religionsphiloſophie dritter Teil“ 189—356 „Die abſolute Religion“ 189—356 (ſ. abſolute Religion) Anhang: „Vorleſungen über die Beweiſe vom Dafein Gottes“ 357—553 (f. Gottesbeweiſe) 504 (O Gottesbeweiſe) „Vorrede zu Hinrichs' Religionsphiloſophie“ 1 bis 28 (ſ. Hinrichs) religiöſe Liebe 142, 149154 (f. Liebe) religiöſe Muſik (Kirchenlied, Kirchenmuſik) 203 religiöſes Verhältnis „Das religiöſe Verhältnis“ 114-220, 79 (O Religion). Während die neuere Theologie mehr von der Religion als von Gott ausgeht, betrachtete das Mittelalter mehr das Weſen Gottes 114. „Wir haben die Wahrheit anzuerkennen, die darin liegt, daß Gott nicht betrachtet wird getrennt vom ſubjektiven Geiſte“. „Es ift alfo eine Beziehung von Geiſt zu Geiſt. Dieſes Verhältnis von Geiſt zu Geiſt liegt der Religion zu Grunde“ 114 . Notwendigkeit des Beweiſes, daß die Religion iſt, und daß ſie 2039
15 religiöfes Verhältnis notwendig ift 114—118. Man könnte darauf hinweiſen, daß alle Völker Religion hätten 115. Ein noch weniger haltbarer Hinweis iſt der, daß Religion eine „äußerliche, bedingte Notwendigkeit“ ſei 115, 116. Der Schluß „alſo ift die Religion notwendig“ iſt äußer⸗ lich und mangelhaft. Die Religion wird zu einem Mittel gemacht 115, 116 Der Geiſt hat „die Freiheit ſeiner Zwecke“ 117. Hier iſt von der innern Notwendigkeit die Rede. Die Willkür fällt außerhalb auf die Seite des Ichs 118 J. „Die Notwendigkeit des religiöſen Stand— punktes“ 118—128, 217. „Die allgemeine Notwendigkeit ent⸗ wickelt ſich nun fo, daß die Religion 1) als Refultat gefaßt wird, aber 2) als Reſultat, das fi} ebenſo aufhebt, Refultat zu fein und daß es 3) der Inhalt ſelbſt iſt, welcher an ihm und durch ihn ſelbſt dazu übergeht, ſich als Reſultat zu ſetzen“ 118, 217. „Das iſt die objektive Notwendigkeit“ 118. Die Religion iſt in ihrem Daſein ſelbſt dieſer Prozeß und dies Übergehen; das religiöſe Bewußtſein iſt „Sammlung des Vergänglichen in fein abſolutes, ſubſtantielles Weſen“ 119, 118. Religion iſt „Erhebung“, „ein Aus- und Fortgehen zu einem Anderen“, aber jo, „das dies Fort⸗ gehen und Hervorbringen eines Zweiten ſich ſelbſt aufhebt und vielmehr dies Zweite das Erſte das wahrhaft Unvermittelte und Nicht⸗geſetzte ſei“ 119 Beweis dieſer Notwendigkeit 119, 217. „Darin, daß Etwas als notwendig gezeigt werden ſoll, liegt, daß von einem Anderen ausgegangen werde“ 119. Das „ungöttliche Sein, die endliche Welt, das endliche Bewußtſein“ iſt hier dieſes Andere 119. Es iſt „werdend“, löſt fi „in ein Anderes, in ein Höheres, als es ſelber iſt, auf“ 120. „Indem nun der Gegenſtand, von dem angefangen wird, in ſeiner Wahrheit zu Grunde geht imd ſich ſelbſt auf⸗ opfert, fo ift er damit nicht verſchwunden, fein Inhalt ift vielmehr in der Beſtimmung ſeiner Idealität geſetzt“ 120. Ein Beiſpiel gibt das Verhältnis von Bewußtſein und Gegenſtand 120 Beim Übergang des natürlichen und geiftigen Univerſums in den religiöſen Standpunkt, hätten wir mit der Natur anzufangen; der Natur ſtände dann der Geiſt gegenüber und beide ſind endlich, inſofern ſie einander gegenüberſtehen 121 Zwei Betrachtungsweiſen könnten hier nun unterſchieden werden: 1. die ſubjektive 121—122. Betrachtung von Natur und Geiſt an 2040
religiöjes Verhältnis 15 ſich. „Die Unterſchiede, die weſentlich zur Idee gehören, wären unbeachtet gelaſſen“; denn es würde ſich zeigen, „daß fie in der Einen Idee identiſch find“. „Unſre erkennende Tätigkeit“ ſtreift Unterſchied und Endlichkeit ab 121. „Spinoziſtiſche Subſtanz“ 122, „das Abſolute“ Schellings 122. Kritik an dieſer „bewegungsloſen Notwendigkeit“, Kritik auch an der „gewöhnlichen Andacht“ 122 2. die objektive 122— 128. Sie iſt „die Auffaſſung der Notwendig: keit, daß das Sich-aufheben des Endlichen und das Setzen des Abſoluten objektiver Natur iſt“. „Dann iſt die Bewegung des Denkens, ebenſo Bewegung der Sache“ 122 Gang dieſer Betrachtung: a) Faſſung der Natur als des „Prozeſſes, deſſen letzte Wahrheit der Übergang zum Geiſt iſt, fo daß der Geiſt fi) als die Wahrheit der Natur beweiſt“ 122, 123, 118. Stufenleiter in der Natur 123. „Die Natur vertieft ſich in ſich und das Äußerliche macht ſich zur Weiſe des Begriffs“ 123. Das Bewußtſein iſt jo die Wahrheit der Natur. Mit der Empfindung ſängt Seele, Subjektivität an 123. Der Geiſt, durch die Natur vermittelt, iſt zugleich Grund des— jenigen, woraus er hervorgegangen iſt 125 b) Der Geiſt „in ſeiner Unmittelbarkeit“ iſt „noch endlich und dieſe Endlichkeit hat die Form, daß zunächſt, was er an und für ſich iſt, von dem, was in ſein Bewußtſein ſällt, unterſchieden iſt“ 124. „Seine Beſtimmung und ſeine Unendlichkeit iſt nun aber, daß ſein Bewußtſein und ſeine Idee ſich ausgleichen“ 124, 118. Dies zeigt die Phänomenologie des Geiſtes 125. Da find die Gtuſen des Geiſtes ſo betrachtet, wie ſie in ſein Bewußtſein fallen 125. Das Andere, die Notwendigkeit, daß dieſe Welt ſür den Geiſt geworden iſt, „ſällt in die Entwickelung deſſen, was der Geiſt ſeinem Begriff nach iſt“ 125. „Die Vollendung des Bewußtſeins iſt, daß der wahrhaſte Gegenſtand für es ſei, und die Vollendung des Gegenſtandes, des Subſtantiellen, der Subſtanz iſt die, daß ſie für ſich ſei, d. h. ſich von fi unterſcheide, und ſich ſelbſt zum Gegenſtand habe“. „Das Bewußtſein treibt ſich fort zum Bewußtſein des Subſtantiellen und dieſes, der Begriff des Gei⸗ ſtes, treibt ſich fort zur Erſcheinung und zum Verhältnis, ſür ſich zu ſein“ 125. Die ſittliche Welt, der Staat, iſt der Punkt, wo die Bewegung beider Seiten zuſammentrifft 125. „Das Bewußtſein, das Fürſichſein und das ſubſtantielle Weſen haben ſich ausge— glichen“ 126 2041
1 or religiöfes Verhältnis c) „Dieſe Erſcheinung des göttlichen Lebens ift aber ſelbſt noch in der Endlichkeit, und die Aufhebung dieſer Endlichkeit iſt der religiöſe Standpunkt, auf welchem Gott als die abſolute Macht und Subſtanz, in welche der ganze Reichtum der natürlichen wie der geiftigen Welt zurückgegangen iſt, Gegenſtand des Bewußtſeins iſt“ 126, 127, 118. Der religiöfe Standpunkt ergibt ſich fo als abſolut Wahres und Erſtes 126. Die Entwicklung der logiſchen Hauptmomente als Entwicklung und Selbſtbeſtimmung des Allgemeinen hat die gleiche Notwendigkeit wie die Entwicklung Gottes 126 Verſchiedenheit dieſer Entwicklung in Anſehung des Stoffes 126, und auch Ahnlichkeit der beiden Stoffe 127. „Das Andere der ein: fachen Idee“ behält in Gott „die Beſtimmung ſeiner Ewigkeit und bleibt in der Liebe und in der Göttlichkeit. Dieſes im Stande des An⸗ und Fürſichſeins bleibende Andere iſt aber die Wahrheit des Andern, wie es als endliche Welt und als endliches Bewußtſein erſcheint“ 127. Form und Entwicklung des religiöſen Stand— punktes 127, 128 II. „Die Formen des religiöſen Bewußtſeins“ 128—166. Die Formen des religiöſen Verhältniſſes, die als pſy⸗ chologiſcher Art auf die Seite des endlichen Geiſtes fallen, ſind „das Bewußtſein von Gott“, ſeine Gewißheit, ſein Gefühl 128. Das Zweite iſt die objektive Seite, die Seite des Inhalts: An⸗ ſchauung, Vorſtellung, Denken 128 Über die Vorſtellung 128 (f. Vorſtellung). „Das Bewußtſein von Gott aber faſſen wir ſo auf, daß der Inhalt unſre Vorſtellung iſt und zugleich iſt“, an und für ſich iſt 129. „Gewißheit iſt dieſe unmittelbare Beziehung des Inhalts und meiner“ 129, 130 (f. Ge⸗ wißheit) Von der Gewißheit, daß ein Gott ift, wird der Ausdruck „Glaube« gebraucht 130 „Glaube an Gott“, Glaubensgrund 130, „ſubjektive Begründung“ 131 1. „Die Form des Gefühls“ 131150, 81, 107, 128 (f. Gefühl) 2. „Die Anſchauung“ 150-153, 81 (ſ. Anſchauung) 3. „Die Vorſtellung“ 153—166, 81 (f. Vorſtellung) III. „Die Notwendigkeit und Vermittlung des religiöſen Verhältniſſes in der Form des Den— kens“ 166—220, 81, 108, 128, 155, 165, 166 (ſ. Denken) 2042
Religioſität / Reproduktion Religiofität (Frömmigkeit) 11 64, 65, 68, 69 (O Geſchichtsphiloſophie) — Reliquien 1 1 a Reliquien verehrung 319 (O Zauberei) 311 (O griſtliche Religion) E Rembrandt van Ryn 12 Rembrandts Wache in Amſterdam 233 (O holländiſche Malerei) Rémuſat, Jean Pierre Abel 11 94, 95 Fußn. (O Weltgeſchichte). Remufats Überſetzung des Romans Ju⸗kiao⸗li 175 (O China) 17 Über Laotſe 159 Fußn., zur chineſiſchen Sprache 160, 160 Fußn. (O chineſiſche Philoſophie) Renaiſſance ſ. Wiederaufleben Reni, Guido 14 43. Bei ihm iſt es zur Manier geworden, ſeinen Figuren Blick und Augenaufſchlag gen Himmel zu geben 50, 51 (O Malerei) Renſe 11 Reichstag zu Renſe 512 (O Mittelalter) Repräſentativverfaſſung 11 82 (O Staat) Reproduktion (Gattungsprozeß) Die Reproduktion als Tätigkeit des in ſich reflektierten Organısmus, „als Gattung, worin alſo das Individuum ſich von ſich ſelbſt abſtößt, entweder ſeine organiſchen Teile, oder das ganze Indivi⸗ duum erzeugend wiederholt“ 209, 210, 214. Reproduktion als Eigenſchaft 215, 216 (O Naturbeobachtung) Die Reproduktion als Moment des Lebens 188 (O Leben) do 0 „In der Reproduktion iſt das Leben Konkretes und Lebendigkeit“ 254, 255. „Mit der Reproduktion, als dem Momente der Einzeln⸗ S 2043
D E D 10 9 4 7 11 15 — 0 2 Reproduktion / Repulfion heit, ſetzt ſich das Lebendige als wirkliche Individualität, ein ſich auf ſich beziehendes Fürſichfein“ 255. Reproduktion und Aſſimila⸗ tion 258, 259 (f. Leben) „Der Prozeß des Lebendigen innerhalb ſeiner ſelbſt hat in der Natur die dreifache Form der Senſibilität, der Irritabilität und der Reproduktion“ 431 @ (O Leben) Charakteriſtik der Reproduktion als „die negative Riickkehr zu ſich felbſt aus dem Verhältniſſe der Außerlichkeit und dadurch Er⸗ zeugung und Setzen feiner als eines Einzelnen“ 585 [P. St. 6, 206], 586 8, 6098. Beziehung zum Drüſenſyſtem 588, 589 [ygl. 6, 207], 607 O und den Eingeweiden 588, 589 [vgl. 6, 207], 601 . 608 9 (O Tier) Reproduktives Gedächtnis 353 & (ſ. Gedächtnis) Reptilien, Amphibien 679 C, 687 C, 692 8 (O Gattung) Republik 412 (O Maß) 384 (O Verfaſſung) In der Theorie wird von einer Menge großer Männer die Re⸗ publik „für die einzig gerechte und wahrhafte Verfaſſung gehal— ten“ 78. In der Wirklichkeit aber ziehen fie unter gegebenen Um: ftänden die monarchiſtifche Verfaſſung vor 79 (O Staat) 126, 127 (O Amerika), Stadtrepubliken 489 (O Stadt) Bedeutung der Geſinnung in Platons Staat 265 (f. a. Plato, f. Geſinnung) Repulſion (Eins) „Mit der Armut von »Anziehungs⸗ und Zurückftoßungskräften⸗ hat bie, Naturwiſſenfchaft die Materie ſchon zu reich gemacht“ 132, 133 (O Fichte) [8, 231, 232 0, 233 0] „Es iſt Eins, das ſich nur auf ſich bezieht und ſich gegen das Andere als repellierend verhält“ 119, 174 (O Fürſichſein) „Repulſion“ der vielen Eins 196—199 (f. Eins). Repulfion „als 2044
Repulfion das Setzen der vielen Eins“ 197. Gegenüberſtellung der an ſich ſeienden Nepulſion der äußerlichen 197 (O Eins) „Repulſion und Attraktion“ 184, 200—218 (O0 Für: ſichſein ) a) „Ausſchließen des Eins“ 200—204. Die vielen Eins find „negative Beziehung auf ſich als auf feiende Andere“. „Hier: mit findet nun die Repulſion das unmittelbar vor, was von ihr repelliert iſt“ 200. „Aber ſie ſind auch in der Grenze, ſie ſind im Leeren, oder ihre Repuljion iſt ihre gemeinſame Beziehung“ 200, 202 „Dieſe gegenſeitige Repulſion iſt das geſetzte Daſein der vielen Eins“. „Sie negieren ſich gegenſeitig, ſetzen einander als ſolche, die nur für⸗Eines ſind. Aber ſie negieren ebenſoſehr zugleich dies, nur für⸗Eines zu fein; fie repellieren dieſe ihre Idealität und ſind“ 200. „Die Eins ſind nicht nur, ſondern ſie erhalten ſich durch ihr gegenſeitiges Ausſchließen“ 201 Erſtens ſind alle Eins Eins, zweitens iſt ihr Sich ſelbſt als Eins ſetzen gegenſeitiges Negieren; dies iſt gleichfalls eine und dieſelbe Beſtimmung Aller. Sie ſind hiermit ihrem Sein und Setzen nach nur Eine affirmative Einheit 201 Das negative Verhalten der Eins iſt zugleich nur ein Mit ſich⸗ zuſammengehen 202. „Dies ſich in-Ein⸗Eines⸗ſetzen der vielen Eins iſt die Attraktion“ 202 Anmerkung. Betrachtung der Tatſache, daß „die auf die Spitze des fürſichſeienden Eins getriebene Selbſtändigkeit die abſtrakte, for⸗ melle Selbſtändigkeit iſt, die ſich ſelbſt zerſtört“ 202, 203. „Es iſt ein alter Satz, daß das Eine Vieles und insbeſondere: daß das Viele Eines iſt“ 203. Erinnerung an Platons Dialektik im Parmenides über die Ableitung des Vielen aus dem Eins 203. Hart⸗ näckigkeit des Verſtandes 203 p) „Das Eine Eins der Attraktion“ 204— 205. Repul⸗ ſion und Attraktion ſind zunächſt verſchieden, jene als die Realitãt der Eins, dieſe als deren geſetzte Idealität 204. „Die Repulſion liefert die Materie für die Attraktion“, und zwar fortdauernd 204 „Das Attrahieren kommt zunächſt jedem der vielen als unmittelbar vorhandenen Eins auf gleiche Weiſe zu“ 204. Charakteriftit des Eins der Attraktion als „das als Eins geſetzte Eins“ 205. Das Eine Eins „verſchlingt ſo die attrahierenden Eins nicht in ſich 2045
. E Repulſion als in einen Punkt, d. h. es hebt ſich nicht abſtrakt auſ“ 205. „Es iſt ſo in ihm Einheit der Repulſion und Attraktion überhaupt“ 205 c) „Die Beziehung der Repulſion und Attrak⸗ tion“ 205—218. Die Repulſion als unmittelbar iſt gleichgültig gegen die Attraktion, iſt „abſtrakt für ſich“ 206, 205. Dennoch ift fie, obgleich negative, doch weſentlich Beziehung 206. „Dies Mo: ment der Beziehung aber ift die Attraktion, ſomit in der Repul⸗ ſion ſelbſt“, aber noch äußerlich 206 Beide ſetzen ſich voraus, „ſind untrennbar und zugleich als Sollen und Schranke jede gegen die andere beſtimmt“ 206. „Jede ift vermittelſt der andern als andere“ 207. „Das Repellieren iſt das, wodurch die Eins ſich als Eins manifeſtieren und erhalten, wo— durch ſie als ſolche ſind“ 207 Ebenſo ſetzt fi die Attraktion voraus 207, 208. „Dieſes Sich— ſelbſt⸗Vorausſetzen der beiden Beſtimmungen jeder für ſich iſt ſerner dies, daß jede die andere als Moment in ſich enthält“ 208. „Die Repulfion daſeiender Eins iſt die Selbſterhaltung des Eins durch die gegenſeitige Abhaltung der andern“ 208, 209. „Die At⸗ traktion daſeiender Eins iſt die Idealität derſelben“ 209 „Damit iſt die Entwickelung des Fürſichſeins vollendet und zu ihrem Reſultate gekommen“ 209. Übergang zur Quantität 209 Die Momente dieſes Übergangs der Qualität in die Quantität 209—210. Das Qualitative hat zu ſeiner Grundbeſtimmung das Sein und die Unmittelbarkeit 209. Das Andersſein fällt heraus 210. „Dies Andersſein hebt ſich in der Unendlichkeit des Fürſich— ſeins auſ“ 210 Die Einheit iſt a) Sein, als durch die Negation der Negation mit ſich vermittelte Unmittelbarkeit, 8) Daſein, als das An-fid)-Beſtimmtſein — das Eins, y) Fürſichſein, beſtimmt als Einheit 210 Anmerkung. Betrachtung von Attraktion und Repulſion als Kräfte 210, 211. Sie werden hier als „ſeſt“ einander „gegenüber beharrend“ vorgeſtellt und als „in einem Dritten, der Materie“ zuſammenkommend 211. Zu Kants „aus der Repulfiv- und At: traktivkraft konſtruierter“ Materie 211—218 (f. Kant) Zur „Repulſion des Eins, d. i. Setzen vieler Eins“ 229 IP. St. 6, 60], 230 . Umſchlagen der Repulſion in Attraktion 230 2 231 [P. St. 6, 61]. Die Repulſivpkraſt in Kants „metaphyſiſchen 2046
Repulfion / Reue 00 Anfangsgründen der Naturwiſſenſchaft“ 2318 (. Eins), 232 g, 233 0 (O atomiſtiſche Philoſophie). Die Repulſion und Attraktion als ideelle Momente der Quantität 239 8 (O Quantität) 9 Die Repulſion der Materie 93, 94 [P. St. 6, 162], 96 8, 118 g. Kritik an Kants Auffaſſung der Repulſivkraft 94 [P. St. 6, 162] (O Materie). „Der Gegenſatz von Attraktion und Repulſion als zwei ſelbſtändigen Kräften für ſich, gehört nur der Verſtandes⸗ Reflexion an“ 2219 (ſ. Schwere). Repulfion und Attraktion im Magnetismus 276 @, 285 8 (O Magnetismus) 17 394 (O Leukipp) Reſultat „Die Sache iſt nicht in ihrem Zwecke erſchöpft, ſondern in ihrer Ausführung, noch iſt das Reſultat das wirkliche Ganze, ſondern es zuſammen mit ſeinem Werden“. „Das nackte Nefultat iſt der Leichnam, der die Tendenz hinter ſich gelaſſen“ 13. Das Abſolute als Reſultat 24—27 (ſ. Phänomenologie) 13 Die klaſſiſche Kunſtform iſt „als Reſultat zu faſſen“ 21 (O klaſ⸗ ſiſche Kunſtform) 16 Im Sinn eines Reſultates liegt, daß „die Beſtimmung der Bermittelung und damit des Reſultates ebenſo aufgehoben iſt“ 503, 504, 523 (O Gottesbeweiſe) Retz, Jean Francois Paul de Gondi, Kardinal v. 11 Seine Memoiren find „wahre hiſtoriſche Meiſterwerke“ 28 (O Geſchichtsſchreiber) Reuchlin, Johann 19 „Reuchlin“ 216, 217 (O Wiederaufleben). „In Reuchlin (Kap⸗ nio) fand die kabbaliſtiſche Philoſophie einen Freund“ 217. Er hat ſich das Verdienſt erworben zu verhindern, daß auch in Deutſchland alle hebräiſchen Bücher vertilgt wurden 217 Reue 10 „Die Reue iſt das Gefühl der Nichtübereinſtimmung meines Tuns mit meiner Pflicht oder auch nur mit meinem Vorteil, — in jedem Fall alſo, — mit etwas An-und⸗für⸗ſich⸗beſtimmtem“ 372 (O Gefühl) 2047
Reue / Rhapſoden 15 „Die eigene, innere Eriftenz und Geſinnung ſich als nichtig füh⸗ 16 =} 14 [5 lend und das Selbſtbewußtſein zugleich auf der Seite des Allge⸗ meinen und jene verdammend — gibt das Gefühl der Reue, des Schmerzes über ſich“ 141 (O Gefühl). „Wenn die Strafe die Ver⸗ nichtung des Vöſen in der Wirklichkeit iſt, iſt dieſe Vernichtung im Innern die Buße und Reue, und der Geiſt kann dieſe Ent— ſagung leiſten, da er die Energie hat, ſich an ſich zu verändern und die Maximen und Intentionen feines Willens in ſich zu vernichten“ 255 (O Kultus) „Die Reue. Buße hat dieſen Sinn, daß das Verbrechen durch die Erhebung des Menſchen zur Wahrheit gewußt wird als ein an und für ſich Überwundenes, das keine Macht für fi hat“ 335 (O Gemeinde) Revolution (franzöſiſche Revolution, Julirevolution) „Alle Revolutionen, in den Wiſſenſchaften nicht weniger, als in der Weltgeſchichte, kommen nur daher, daß der Geiſt jetzt zum Verſtehen und Vernehmen ſeiner, um ſich zu beſitzen, feine Kate⸗ gorien geändert hat, ſich wahrhafter, tiefer, ſich inniger und einiger mit ſich erfaſſend“ 45 0 (O Naturphiloſophie) Keine Revolution kann ohne Reformation gemacht werden 4408 (O Religion) [11, 564] 564 (O franzöſiſche Revolution) 266 (ſ. Julirevolution) Rezenſion ſ. Hegel, ſ. Schubarth Rezitativ 197—199 (ſ. Muſik), 210 (O Muſik). Verhältnis zum Takt 296 (OVerſifikation) Rhapfoden „Sein Pathos ift nicht die betäubende Naturmacht, ſondern die Mnemof yne, die Befinnung und gewordene Innerlichkeit, die Erinnerung des vorhin unmittelbaren Weſens. Er iſt das in ſeinem Inhalte verſchwindende Organ, nicht ſein eigenes Selbſt gilt, ſondern feine Muſe, fein allgemeiner Geſang“ 555 (O Epopöe) 2048
14 18 11 13 11 11 V 20 nm 14 Rhapſoden / Rhythmus Das Epos „läßt dem vortragenden Rhapſoden nichts übrig, als mit ſeiner individuellen Subjektivität ganz gegen die Taten und Begebenheiten, von denen er Bericht erſtattet, zurücktreten. Je weniger er ſich vordrängt, deſto beſſer“ 215 (O Muſik). Sein Sil⸗ benmaß iſt „gleichförmig, dem Mechaniſchen mehr ſich nähernd, für ſich ruhig hinſtrömend und fortrollend“ 322, 323 (O epiſche Poeſie) 9 (O Sophiſten) Rhãtien 462 (O Karl I., der Große) Rhea Rhea, die Gattin des Kronos 87 (O griechiſche Götter) Rheiniſcher Städtebund 507 (O Mittelalter) Rheinlande 527 (O Reformation) Rhetorik ſ. Beredſamkeit Rhodos „Hic Rhodus. hie saltus“ 35 (O Rechtsphiloſophie) Schubarths Herumreiten auf einer Anſpielung auf dieſe Redens— art 392 (O Schubarth) Rhythmus (Akzent) Verhältnis des Rhythmus zu Metrum und Akzent 57 (O Phäno— menologie) Der Rhythmus belebt das bloß verjtändig geregelte Zeitmaß in der Muſik, „indem er beſtimmte Taktteile hervorhebt, andere da— gegen zurücktreten läßt“ 158 (O Muſik), 169 Der Rhythmus 163166 (O Mufik) aa) Der Akzent gibt durch verſchiedene Hebung und Seukung der einzelnen Taktart ihren beſonderen Rhythmus 163. Gute und ſchlechte Taktteile 163, 164 Glockner, Hegel-Lerikon 12 2049
14 1 * 2 11 — -1 Rhythmus / Richter, richterliche Gewalt 66) „Inſofern nun die Muſik begleitend wird, tritt ihr Rhyth⸗ mus mit dem der Poeſie in ein weſentliches Verhältnis“. Die Ak⸗ zente des Taktes müſſen denen des Metrums nicht direkt wider⸗ ſprechen 164, 165 yy) Der beſeelte Rhythmus der Melodie. „Die Muſik hat hierin die ähnliche und ſelbſt noch größere Freiheit als die Poeſie“ 164, 165. Synkopen 165. Forderung der „Freiheit von der Pedanterie des Metrums, und von der Barbarei eines einförmigen Rhythmus“ 165. Die Volksmelodie 165. Vergleich mit der italieniſchen 165. Das rhythmiſche Ingredienz in der Händelſchen Muſik 166 (O Mufid) Die „rhythmiſche Verſifikation“ 292, 292— 303 (ſ. Verſifikation). Die Rhythmik in der lateiniſchen und griechiſchen Sprache 300, in der deutſchen Sprache 302. Vergleich der rhythmiſchen Verſiſika— tion mit der Plaſtik 303 (O Verſifikation). Vergleich der rhyth— miſchen Verſifikation mit der gereimten 308 (O Reim). Die Ver⸗ einigung beider 315 (f. Verſifikation) Der Rhythmus des reinen ewigen Lebens des Geiſtes iſt der ſich erplizierende Begriff 76, 75 (O Religionsphilofophie) Ricardo, David 271 (O Bedürfnis) Richelieu, Armand Jean Dupleſſis, Herzog von 541, 546, 547 (O Reformation), 556 (O franzöſiſche Revolution) Richerand, Authelme Balthafar Richerand über das ſympathetiſche Nerveuſyſtem 596 8, 596 Fußn. (O Nervenſyſtem), über die dauernde Regeneration der Knochen 617 & (O Tier) Richter, richterliche Gewalt Zur Unmöglichkeit „wahrhafter Gerechtigkeit im Konkreten der richterlichen Gewalt“ 491 (0 Naturrecht) Die richterliche Gewalt 395, 396, 398 (O Verfaſſung), Abtrennung des Richteramts von der Perſon des Kaiſers 404, 405 (O Ver⸗ faffung) 2050
10 15 1 D 1 14 15 17 Richter, richterliche Gewalt / Riemer 428 8, 429 8 (O Weltgeſchichte) Bedeutung der Geſinnung für den Richter 266 (O Geſinnung) Richter, Jeremias Benjamin Richters Kenntnis „der Verhältniszahlen der Miſchungen der chemiſchen Elemente“ 444, 445, 449, 452 (ſ. Chemismus) Zur Bindung von Magnetismus an Kobalt und Nickel 278 8 (O Magnetismus). Charakteriſtik des von Richter und Guyton Morveau gefundenen Geſetzes 432 [P. St. 6, 198, 199], 434 g. Richters Prinzip der Stöchiometrie 434 O, 435 © (ſ. Chemismus) Richtigkeit Die Regeln des Schließens betreffen „nur eine Richtigkeit der Erkenntniſſe, nicht die Wahrheit“ 30 (O Logik) Die Richtigkeit „betrifft überhaupt nur die formelle Übereinſtim— mung unſerer Vorſtellung mit ihrem Inhalt, wie dieſer Inhalt auch ſonſt beſchaffen ſein mag. Dahingegen beſteht die Wahrheit in der Übereinſtimmung des Gegenſtandes mit ſich ſelbſt, d. h. mit feinem Begriff“ 372 0, 373 C (f. Urteil) Richtigkeit und Wahrheit in der Geſchichtsſchreibung 431 (ſ. Weltgeſchichte) Zur Verwechſlung der geforderten Wahrheit des Ideals im Kunſt— ſchönen mit der bloßen Richtigkeit 112 (O0 Ideal). „Die Wahrheit der Kunſt darf keine bloße Richtigkeit ſein, worauf ſich die ſoge— nannte Nachahmung der Natur beſchränkt“ 215, 216 (O Kunſt⸗ ſchönes) Bedeutung der Richtigkeit in Form und Entfernung der Zeidnung für die Malerei 61 (O Zeichnung) Bedeutung der „Richtigkeit, daß die Darftellung mit dem ſonſt bekannten Gegenſtand übereinſtimmt“, für die Kunſt 151 (ſ. An⸗ ſchauung) Riemer, Friedrich Wilhelm Riemer überſetzt Homöomerie mit „Ahnlichkeit der einzelnen Teile mit dem Ganzen“ 415 (O0 Anagagoras) 2051
1 x -ı = 12 1 — fear Riemer / Rinde „Niemer: . nerfzor das Kontrete, dem das Allgemeine inwohnt«e“ 236 Fußn. (O Plato) Rinde „Das Vernünftige, was ſynonym iſt mit der Idee ... tritt in einem unendlichen Reichtum von Formen, Erſcheinungen und Geſtaltungen hervor, und umzieht ſeinen Kern mit der bunten Rinde, in welcher das Bewußtſein zunächſt hauſt, welche der Be— griff erſt durchdringt, um den innern Puls zu finden und ihn ebenſo in den äußern Geſtaltungen noch ſchlagend zu fühlen“ 34 (O Rechtsphiloſophie) „Der Begriff will die Rinde der Außerlichkeit zerſprengen, und für ſich werden“ 658 (O Natur). Verſchwinden „der Rinde, des Scheins der Trennung“ in der tieriſchen Affimilation 646 g, 6479 (O Tier). „Das Ziel der Natur iſt, ſich ſelbſt zu töten, und ihre Rinde des Unmittelbaren, Sinnlichen zu durchbrechen, ſich als Phönix zu verbrennen, um aus dieſer Außerlichkeit ver— jüngt als Geiſt hervorzutreten“ 2718 (O Tod) 93 „Rinde der Natürlichkeit“ (O Weltgeſchichte! „Die harte Rinde der Natur und gewöhnlichen Welt machen es dem Geiſte ſaurer zur Idee durchzudringen als die Werke der Kunſt“ 30 (O Aſthetik) „Die Natur iſt die Idee an ſich und nur an ſich.“ „Die nähere Weiſe ihres Fortgangs iſt aber die, daß der in ihr verſchloſſene Begriff durchbricht, die Rinde des Außerſichſeins in ſich zieht, idealiſiert und, indem er die Schale des Kriſtalls durchſichtig macht, ſelbſt in die Erſcheinung tritt“ 123 (O religiöſes Verhält— nis). „Erſt in der Trennung legt ſich die ſinnliche Rinde um die Dinge“, die den Menſchen von ihnen trennt 281. „Die Vernunft gibt dem Zufall, der Willkür ihre Sphäre, weiß aber, daß in dieſer, dem äußern Anſchein nach auf der Oberfläche höchſt verworrenen Welt doch das Wahrhaſte vorhanden iſt.“ „Es iſt ſchon durch dieſe Rinde der ſubſtantielle Kern der Wirklichkeit zu erkennen, aber dazu bedarf es auch einer harten Arbeit; um die Roſe im Kreuz der Gegenwart zu pflücken, dazu muß man das Kreuz ſelbſt auf ſich nehmen“ 293 (O unmittelbare Religion) „Beim Naturweſen müſſen wir erſt die Rinde durchbrechen, hinter welcher ſich der Gedanke, das Innere der Dinge verbirgt“ 118 (O griechiſche Religion) 2052
13 20 17 Di Ringer / Rittertum Ringer Die Ohren der Ringer und Pankratiaſten 396. Die Ringer wer— den in der griechiſchen Skulptur nackt dargeſtellt 409, 429 (O Skulptur) Rink, Friedrich Theodor Rink: „Mancherlei zur Geſchichte der metakritiſchen Invaſtion“ 248 (O Hamann) Ritter, Heinrich Kritik an Ritters Auffaſſung des Thales 74, 75, 74 Fußn. (O Phi⸗ loſophiegeſchichte), 222 Fußn. (O Thales). Ritters Aufſatz über Empedokles 370 (O Empedokles) Ritter, Johann Wilhelm Ritters Einfall, „feſte Ordnungen von elektropoſitiven und elek— tronegativen Körpern, die zugleich chemiſche Bedeutung haben ſollten, aufzuſtellen“ 452 (O Chemismus) 9 Ritters Verſuch der Waſſerzerſetzung durch den galvaniſchen 18 1 — 6 Strom 202 8 (O Meteorologie). Ritters Unterſuchung des „Klan— ges der verſchiedenen Teile des Kopfes“ 2368, 237 0 (O Klang). Ritter fand einen Einfluß der Sonnenfinſternis auf den chemi— ſchen Prozeß 3918, 392 8 (O Chemismus). Ritter ſieht die Kohle für ein Metall an 416 H. Er baute trockene galvaniſche Säulen 421 8, fand als Reſultat des galvaniſchen Prozeſſes ſtatt oxy— dierte Metalle auch hydrogenierte 4238 (O Galvanismus) Ritter, Karl „Nach Ritter ſoll Alexander nicht bloß zu erobern ausgezogen ſein, ſondern mit der Vorſtellung, daß er der Herr ſei“ 304, 305 (O Ariſtoteles), 304 Fußn. Ritterorden Stiftung geiſtiger Ritterorden 501, 502. Der Johanniterorden, der Tempelorden, der deutſche Orden 502 (O Mittelalter) Rittertum (Abenteuerlichkeit) 371 (O Württemberg) 2053
Rittertum / Robigo 10 Der Zweikampf des Ritters 284 ©, 285 8 (O Selbſtbewußtſein) 11 „Das ſchönſte Bild von dem Rittertum des Mittelalters gibt Spanien, und der Held desſelben iſt der Cid“ 499 (O Kreuz: züge) 13 „Das Rittertum“ 165—190, 135 (f. romantiſche Kunſt⸗ form), 207—217 (ſ. Abenteuerlichkeit), 136 14 Das Rittertum iſt ein Hauptgebiet der epiſchen Poeſie des Mittel⸗ alters 410—412 (ſ. mittelalterliche Poeſie) Rixner, Anſelm 17 „Nixner: Handbuch der Geſchichte der Philoſophie, 3 Bände, Sulz— bach 1822—1823, 8“ iſt zu empfehlen. Zweckmäßig find die An⸗ hänge zu jedem Bande, in denen die Hauptoriginalſtellen gegeben ſind 149 (O Philoſophiegeſchichte) 19 Rixner als Quelle für die ſcholaſtiſche Philoſophie 149 (O ſchola⸗ ſtiſche Philoſophie), für Roscellin 182 Fußn. (O Roscellin), für die Formaliſten 184 Fußn., für Raimund von Sabunde 196 Fußn. (O Raimund), für Raimund Lullus 198 Fußn. (O Lullus), für Bacon 296 Fußn. (O Bacon), für Hobbes 444 Fußn. (O Hobbes), für Pufendorf 446 (O Bufendorf), für Fichte 640 Fußn. (O Fichte) Noberval, Giles Perſone de 4 353 (O Mathematik) Robespierre 1 — 343 (O Sparta), 456 (O Mohammedanismus), 535 (O Refor⸗ mation) „Von Robespierre wurde das Prinzip der Tugend als das Höchſte aufgeſtellt, und man kann ſagen, es ſei dieſem Menſchen mit der Tugend ernſt geweſen“ 561. Seine Schreckensherrſchaft wird vom Verdacht getragen 561 (O franzöſiſche Revolution), 535 [15, 267] 15 267 (O Geſinnung) 20 503 (O Reformbill) Robigo 16 Robigo, der Brand im Getreide, wurde von den Römern verehrt 173, 174 (O römiſche Religion) 2054
19 13 14 14 12 14 11 Robinet / Romanen Robinet, Jean Baptiſte „Robinet“ 520—523 (O franzöſiſche Philoſophie). Charakte⸗ riſtik und Würdigung ſeines Hauptwerkes: De la nature 520, 521. Sein Gott iſt der unbekannte Gott, und „die einzig mögliche Erkenntnis iſt die der Natur“ 521. Zur Bedeutung des Keimes, auch im Anorganiſchen 522, 521; über das Übel und das Gute 522, 523 Zitate aus: De la nature 521 Fußn., 522 Fußn., 524 Fußn. Robinets Anſicht über Denken und Empfinden, über Geiſt und Körper 524 (O franzöſiſche Philoſophie) Robinſon ſ. Defoe Rochette, Raoul 456 (O ägyptiſche Skulptur) Über die Iſis, die den Horus auf den Knien hält 13 (O Malerei), 13, 456] Roland Roland im fränkiſchen Sagenkreis 411 (O mittelalterliche Poeſie) Rom ſ. Römer Roman (Romanhaftes) 400 (O Originalität) Der Roman, die moderne bürgerliche Epopoe 395-396 (O epiſche Poeſie). Der breite Hintergrund einer totalen Welt tritt zurück, und es fehlt „der urſprünglich poetiſche Weltzuſtand, aus wel⸗ chem das eigentliche Epos hervorgeht“ 395. Der moderne Roman „ſetzt eine bereits zur Proſa geordnete Wirklichkeit voraus“ 395. Der paſſendſte Konflikt iſt der „zwiſchen der Poeſie des Herzens und der entgegenſtehenden Proſa der Verhältniſſe“ 395, 396. Wie das Epos fordert der Roman „die Totalität einer Welt⸗ und Lebensanſchauung“ 396 418 (epiſche Poeſie) Romanen Die romaniſchen Nationen haben ſich der Reformation fern ge⸗ halten 527. Gründe für dieſe Ablehnung 528, 529. Bei den roma⸗ 2055
1 — 13 13 E -ı Romanen / Romantik, Romantiſches niſchen Völkern haben wir „das Feſthalten eines Abſtrakten, und damit nicht dieſe Totalität des Geiſtes, des Empfindens, die wir Gemüt heißen, nicht dies Sinnen über den Geiſt ſelbſt in ſich, — ſondern ſie ſind im Innerſten außer ſich“ 529. Der Grundzug dieſer Nationen iſt „Trennung des religiöſen Intereſſes und des weltlichen, d. i des eigentümlichen Selbſtgefühls“ 529 (O Refor⸗ mation) Die romaniſchen Nationen haben zuerſt die Abſtraktion erfaßt 550 (O Aufklärung) Der Liberalismus hat vor allem „alle romaniſchen Nationen nämlich die römiſchkatholiſche Welt — Frankreich, Italien, Spanien beherrſcht“ 563, 564 (O franzöſiſche Revolution) Romanhaftes (Abenteuerlichkeit, Roman) „Das Romanhafte“, das ſich an die Auflöfung des Romantiſchen knüpft 215—217 (O Abenteuerlichkeit). „Dies Romanhafte iſt das wieder zum Ernſte, zu einem wirklichen Gehalte gewordene Rittertum“ 215, 216. Die ſichere Ordnung der bürgerlichen Ge: ſellſchaft und des Staates veränderte „die Ritterlichkeit der in neueren Romanen agierenden Helden“ 216. Dieſe neuen Ritter ſind meiſt Jünglinge, die gegen die vorgefundene Ordnung an: kämpfen 216. „Dieſe Kämpfe nun aber ſind in der modernen Welt nichts weiteres, als die Lehrjahre, die Erziehung des In⸗ dividuums an der vorhandenen Wirklichkeit, und erhalten dadurch ihren wahren Sinn“ 216, 217. Das Ende iſt meiſt Philiſtertum 217 romaniſch (kommt als Stilbegriſf bei Hegel nicht vor; er sagt: „vorgotisch“. H. Gl.) 348—349 (f. romantiſche Architektur) Romantik, Nomantiſches Betrachtung, „wie die Romantik leicht auch in die Sittlichkeit ein⸗ bricht, wie gern die Menſchen lieber großmütig als rechtlich, lieber edel als moraliſch zu handeln geneigt ſind“ 335, 336 (O Jacobi) Das Romantiſche als heit 182 (O Abſicht) 2056 eine der Geſtaltungen der ſubjektiven Frei:
12 13 13 Romantik, Romantifches / romantiſche Architektur Das Romantifche ift ſelbſt die in ſich konkreteſte Form 128 (O ro⸗ mantiſche Kunſtform) „Vom Romantiſchen überhaupt“ 120—136 (f. roman⸗ tiſche Kunſtform) Das Abenteuerliche gibt für die Form der Begebniſſe und Hand— lungen den Grund-Typus des Romantiſchen ab 209 (O Aben— teuerlichkeit) romantiſche Architektur Zur „romantiſchen Architektur, als ſogenannten mauriſchen, go— tiſchen oder deutſchen“ 270 (O Architektur) „Die romantiſche Architektur“ 332—352 (O Architek⸗ tur). Den charakteriſtiſchen Mittelpunkt des eigentlich Romanti— ſchen bildet die gotiſche Baukunſt 332. Goethe hat ſie erſt wieder zu Ehren gebracht 332. Man lernte „das Zuſammenſtimmen der architektoniſchen Geſtaltung mit dem innern Geiſt des Chriſten⸗ tums ſchätzen 332 1. „Allgemeiner Charakter“ 332—333. Es findet ſich hier eine Vereinigung ſelbſtändiger und dienender Baukunſt 332. Das Haus umſchließt und ſteht zugleich abgeſchloſſen für ſich ſelber da 332, 333. Erhebung über das Endliche und einfache Feſtigkeit zu: ſammen mit höchſter Partikulariſation ſind die zwei Charakter— ſeiten beſonders der proteſtantiſchen Kirche 333 2. „Beſondere architektoniſche Geſtaltungsweiſe“ 334—348. Hauptſächlich iſt hier von der eigentlich gotiſchen Archi⸗— tektur und vom chriſtlichen Kirchenbau zu ſprechen 334, 332 a) „Als Hauptform liegt hier das ganz geſchloſſene Haus zu Grunde“ 334—336 a) Das chriſtliche Andachtshaus entſpricht dem chriſtlichen Geiſt: es iſt zur Sammlung in ſich allſeitig begrenzt und ſteigt zugleich unabhängig in die Höhe als Symbol der Erhebung in das Un⸗ endliche 334. Vergleich mit dem griechiſchen Tempel 334, 335, 336 ß) Es ſchließt vom Außern ab; die Säule iſt ins Innere gerückt; Glasmalerei dämpft das Licht 335, 340 y) Der durchgreifende Typus liegt im „freien Emporſteigen und Auslaufen in Spitzen“ 335. Die Rechtwinklichkeit iſt vermieden 335, 336 2057
13 romantiſche Architektur b) Das Innere des Gebäudes bekommt weſentliche Wichtigkeit, ſcheint durch die äußere Geſtalt hindurch 336—346 a) Hauptbeſtimmung für das Innere iſt totale Umſchließung 336. Der Inhalt des ſich erhebenden Geiſtes ſoll jedoch möglichſt hin⸗ durchſcheinen 337 ad) Forderung eines konkreten Raumes von unterſchiedener Ge⸗ ſtalt für die Bewegung, Vermittlung und Erhebung des chriſt⸗ lichen Gemütes 337 BP) Die Zweckmäßigkeit beſtimmt nicht mehr die Geſtalt des Gan⸗ zen; der Unterſchied des Laſtens und Tragens geht verloren 337. Der mittelalterliche Dom 337, 338. Durch den Spitzbogen ver— ändern die Säulen ihre Beſtimmung und Geſtalt 338—340 (ſ. Säule). Bedeutung des großen Fenſters und der Glasmalerei 340 yy) Bedeutung der totalen Gliederung von Höhe, Breite und Länge 340. Das Nächſte iſt „der Unterſchied des Chors, der Kreuz— flügel und des langen Schiffs von den umherlaufenden Neben— gängen“ 340. Charakteriſtik dieſer Nebengänge 340, 341, des Hauptſchiffs 341, des Chors 341, 344, 349. Höhe und Fenſter des Hauptſchiffes, Symbolik in der Anzahl der Pfeiler 341. Bedeu⸗ tung des Chors für den Hochaltar, dieſen eigentlichen Mittel— punkt für den Kultus 342. Der Taufſtein, die kleineren Kapellen 342. Charakteriſtik der Mannigfaltigkeit und der Vereinzelung im mittelalterlichen Dom 342, 343. „Wir haben hier keine Zweck— mäßigkeit als ſolche zu ſuchen, ſondern eine Zweckmäßigkeit für die ſubjektive Andacht des Gemüts in ſeiner Vertiefung in die innerſte Partikularität und in feiner Erhebung über alles Einzelne und Endliche“ 343, 337 6) Betrachtung des Äußern der romantiſchen, d. h. gotiſchen Kirche 343—346. Das Außere wird von innen heraus beſtimmt 344, 336 aa) Die äußere Kreuzgeſtalt läßt in ihrem Grundriß die gleiche Konſtruktion des Innern erkennen 344. Die Hauptfaſſade, die Portale, die Roſe 344 PP) Beginnende Verſelbſtändigung des Außern durch die Strebe— pfeiler 345, 344. Ihre Aufgabe 345 vy) Das Außere hat den alleinigen Typus des Hinaufragens 345. Er gibt ſich „in dem allſeitigen zadigten ſich gipfelnden Empor: ſtreben und Ausſchlagen in Spitzen über Spitzen kund“ 345. Die 2058
romantiſche Architektur / romantische Künſte 13 hoch aufſteigenden Dreiecke, die ſchmal ſich zuſpitzende Form des Dachs, die in ſpitzen Türmchen auslaufenden Strebepfeiler und die ſich ſelbſtändig erhebenden Türme 345. 346. Die Glocken 346 e) Die Verzierungsweiſen 346—348 a) Die Zierarten ſind für die gotiſche Architektur wichtig 346. Die bunte Beſonderheit regt zur Betrachtung auf und das Empor— ſtreben lädt zur Erhebung ein 347, 346 8) Die Zierarten ſollen der Maſſe, die das Innere im Außerlichen wiederſcheinen laſſen ſoll, den Schein ihres unmittelbaren Zu⸗ ſammenhalts und ihrer Selbſtändigkeit nehmen 347, 348 y) Neben Spitzbogen, Pfeilern und Kreiſen kehren die Formen des Organiſchen wieder: Blumenroſetten, Arabesken 348 3. „Verſchiedene Bauarten der romantiſchen Ar— chitektur“ 348352 a) Vorgotiſche Architektur 348—349. Die älteſte Form der chriſt⸗ lichen Kirche iſt baſilikenartig 349. Von der klaſſiſchen Kunſt nahm ſie auch die Säulen mit Rundbogen 349. Die byzantiniſche Bau— kunſt 349 b) Entwicklung der gotiſchen Baukunſt im 13. Jahrhundert 349, 350. Beziehung zu den Goten 349, zu Spanien 349, 350, zur arabiſchen Architektur 350 c) Die Zivilbaukunſt 350—352. Hier iſt die Zweckmäßigkeit das eigentlich Beſtimmende und Durchgreifende 350. Burgartiger Charakter 350, 351. Die Gartenbaukunſt 351352 (f. Garten⸗ kunſt) romantiſche Künſte (Kunſtarten, romantiſche Kunſtform) 13 Zuſammenfaſſung der „Künſte, welche die Innerlichkeit des Sub» jeftiven zu geſtalten berufen find“, zu einer Totalität 258—262 (O Aſthetik) Den Anfang bildet die Malerei 258 — 259 (ſ. Malerei) Den Gegenſatz dazu in ein und derſelben Sphäre bildet die Muſik 259 Das Dritte ift die Kunſt der Rede, die Poeſie überhaupt 259—261 (ſ. Poeſie) Dieſe Künſte bilden „das in ſich ſelbſt beſtimmte und gegliederte Syſtem der realen wirklichen Kunſt“ 261. Dazu kommen noch un⸗ vollkommene Künſte: die Gartenbaukunſt, der Tanz uff. 261. Zwitterarten ſind nicht Gegenſtand der Philoſophie 261, 262 2059
romantiſche Künſte / romantiſche Kunſtform 13 Zur Schwierigkeit beim Überleiten „in das konkrete Daſein der Kunſt“ 262 — 264 (ſ. Kunſtarten) Abgrenzung der klaſſiſchen Skulptur von den romantiſchen Kün⸗ ſten 465 (O Skulptur) 14 „Die romantiſchen Künſte“ 1—581. Ihr Prinzip iſt das der Sub⸗ jektivität 3 (ſ. Subjektivität). Vergleich mit der Objektivität in der Skulptur 3, 4. Alle die bisher in Eins verſchmolzenen Mo⸗ mente werden gegeneinander und für ſich ſelber frei 4 1. Dem Inhalt nach erhalten wir das Göttliche „als Subjekt, Per⸗ ſönlichkeit, als ſich in ſeiner unendlichen Geiſtigkeit wiſſendes Ab⸗ ſolutes, als Gott im Geiſte“. „Ihm gegenüber tritt die weltliche und menſchliche Subjektivität“ 4. Verſöhnung beider im Prinzip der Subjektivität 4, 5 2. Dem Außern nach wird in der Darſtellung die Partikularität als das Außere eines innerlich für ſich ſeienden Subjekts ſelb⸗ ſtändig und frei; es wird mehr oder weniger negativ geſetzt 5, 6 3. Das neue Prinzip der Subjektivität macht ſich auch an dem ſinnlichen Material geltend 6—8 a) Die räumliche Totalität wird zu einem vom Geifte hervorge: brachten Schein verwandelt und zugleich bleibt die ganze Parti— kularität erhalten 6. Dies gilt vor allem für die Malerei 7, 12, 9-124 (ſ. Malerei) b) „Die räumliche Außengeſtalt“ wird ſchließlich „als ein der Subjektivität des Geiſtes nicht wahrhaft gemäßes Ausdrucks⸗ mittel“ verlaffen; die „Figurationen des Tons“ werden ergriffen 7, 8. Die Muſik folgt dieſem Prinzip der Darftellung 8, 125—219 (ſ. Mufit) e) „Das ſinnliche Material“ wird in der Poeſie „als bloßes Mit— teilungsmittel gebraucht“. Damit wird die Objektivität zu einer bloß vorgeſtellten 8, 220—581 (f. Poeſie) romantiſche Kunſtform (Kunſtformen, romantiſche Künſte) 3 Charakteriſtit des antiken, plaſtiſchen und des modernen, roman⸗ tiſchen Kunſtſtiles 224 (O Kunſt) 10 Zur Darſtellung Gottes in der romantiſchen Kunſt 450 8. Sie ſtellt Gott nicht dar „als ſeine Geſtalt bloß ſuchend oder in äußerer ſich befriedigend, ſondern ſich nur in ſich findend, hiermit im 2060
10 12 13 romantische Kunſtform Geiſtigen allein feine adäquate Geſtalt ſich gebend“ 450 (O Kunſt) Anerkennung der romantiſchen Kunſt überhaupt 44 (O Aſthetik). Verhältnis der Idee zu ihrer Geſtaltung in der romantiſchen Kunſtform 118—122 (ſ. Idee) [13, 193]. Grundtypen der roman⸗ tiſchen Kunſtform ſind Malerei, Muſik und Poeſie 127, 128. Der ſinnliche Stoff iſt „an ſich ſelbſt beſondert und erſcheint überall ideell geſetzt“ 127, 128 (O Aſthetih). Zur „Zerriſſenheit und Diſſo⸗ nanz des Innern“ in der romantiſchen Kunſt 219. Ihre Dar: ſtellung „geiſtiger Innigkeit“, „Freudigkeit in der Ergebung“, „Seligkeit im Schmerz und Wonne im Leiden“ 219, 220. „Dieſer Ausdruck iſt im Romantiſchen überhaupt das Lächeln durch Trä— nen“ 220 (O Kunſtſchönes) Verhältnis der mittelaltrigen romantiſchen Kunſt zur Allegorie 531 (O Allegorie) 13 (O klaſſiſche Kunſtform). „Die Härte, Bosheit, Niederträchtig⸗ keit und Gräßlichkeit, welche im Romantiſchen eine Stelle erhält“, bleibt von den Darſtellungen des Klaſſiſchen ausgeſchloſſen 97 (O griechiſche Götter) „Die romantiſche Kunſtform“ 120—240 (O Aſthetitk') 12, 118—122] Einleitung. „Vom Romantiſchen überhaupt“ 120 bis 136. Die Form der romantiſchen Kunſt beſtimmt ſich aus dem inneren Begriffe des Gehalts, welchen darzuſtellen die Kunſt be— rufen iſt 120. Rückblick auf die ſymboliſche und klaſſiſche Kunſt— form 120, 121. Jetzt aber „löſt ſich die einfache, gediegene Totalität des Ideals auf, und zerfällt in die gedoppelte Totalität des in ſich ſelber ſeienden Subjektiven und der äußeren Erſcheinung, um den Geiſt durch dieſe Trennung die tiefere Verſöhnung in ſeinem eigenen Elemente des Innern erreichen zu laſſen“ 121. „Der Geiſt kommt zu dem Bewußtſein, ſein Andres, feine Exi⸗ ſtenz, als Geiſt an ihm und in ihm ſelber zu haben, und damit erſt ſeine Unendlichkeit und Freiheit zu genießen“ 121 1. „Dieſe Erhebung des Geiſtes zu ſich, durch welche er feine Ob: jektivität .. . in ſich ſelber gewinnt und ſich in dieſer Einigkeit mit ſich ſelber empfindet und weiß, macht das Grund⸗Prinzip der romantiſchen Kunſt aus“ 121, 122. Die Schönheit iſt kein letztes mehr 122. Sie wird zur geiſtigen Schönheit des an und für ſich 2061
13 romantiſche Kunſtform Innern, als der in ſich unendlichen geiſtigen Subjektivität 122, 150. Das Menſchliche als wirkliche Subjektivität muß zum Prin⸗ zip gemacht, und das Anthropomorphiſtiſche dadurch vollendet werden 122, 144 2. „Der wahre Inhalt des Romantiſchen iſt die abſolute Innerlichkeit, die entſprechende Form die geiſtige Subjektivität, als Erfaſſen ihrer Selbſtändigkeit und Freiheit“ 122, 123, 137. Jetzt kennt die Kunſt „nur einen Gott, einen Geiſt, eine abſolute Selb⸗ ſtändigkeit“ 123. Das Daſein Gottes iſt „das Sinnliche zur Un⸗ ſinnlichkeit, zur geiſtigen Subjektivität gebracht“ 123, 124, iſt die menſchliche Geſtalt, welche „das geiſtige Bewußtſein Gottes im Subjekt zur Anſchauung zu bringen“ hat 124. „Das wirkliche, einzelne Subjekt in ſeiner inneren Lebendigkeit iſt es, das unend— lichen Wert erhält“ 124 Zur griechiſchen Göttergeſtalt 124, 125. Der griechiſche Gott er— ſcheint blicklos, während „der Gott der romantiſchen Kunſt ſehend, ſich wiſſend, innerlich ſubjektiv, und ſein Inneres dem Inneren aufſchließend, erſcheint“ 125 Verſchiedene Formen des Inhalts und der Erſcheinung der ge— ſtalteten abſoluten Subjektivität 125—130 a) „Die menſchliche Geſtalt wird fo dargeſtellt, daß fie unmittelbar gewußt wird, als das Göttliche in ſich habend“ 125, 126, 124. Der Menſch erſcheint „als der ſich wiſſende einzige und allgemeine Gott ſelber, in deſſen Leben und Leiden, Geburt, Sterben und Auferſtehen ſich nun auch für das endliche Bewußtſein offenbar macht, was Geiſt, was das Ewige und Unendliche ſeiner Wahrheit nach ſei“ 126 b) Dieſe Identifikation von Menſch und Gott iſt nicht unmittelbar vorhanden 126, 127, 129. Die geiſtige Verſöhnung iſt „als eine Tätigkeit, Bewegung des Geiſtes zu faſſen und darzuſtellen, als ein Prozeß, in deſſen Verlauf ein Ringen und Kampf entſteht, und der Schmerz, der Tod, das Wehegefühl der Nichtigkeit, die Qual des Geiſtes und der Leiblichkeit als weſentliches Moment hervortritt“ 127, 128, 129. Tod und Unſterblichkeit wurden von den Griechen in ihrer weſentlichen Bedeutung nicht aufgefaßt 127, 128, in der romantiſchen Kunſt erhalten ſie affirmativen Wert 128, 129 (ſ. Tod) c) „Die dritte Seite zu dieſer abſoluten Welt des Geiſtes bildet der Menſch, inſofern er... in feinem eigenen menſchlichen Kreiſe 2062
13 romantiſche Kunſt form ſtehn bleibt“ 129. Der Menſch bewegt ſich im Endlichen, weil er die Affirmation mit ſich gewonnen hat, als in einem ſelber be— rechtigten und befriedigenden Elemente 129. Andrerſeits wird das Endliche zur bloßen Zufälligkeit herabgeſetzt 130, 129 3. Verhältnis dieſes geſamten Inhalts zu feiner Darſtellungs— weiſe 130—134 a) Der Inhalt der romantiſchen Kunſt, in Betreff auf das Gött— liche wenigſtens, erſcheint ſehr verengt 130—132. Die Natur iſt entgöttert, und „im Geiſtigen hat die bunte, farbige Welt mit ihren klaſſiſch herausgeſtalteten Charakteren, Handlungen, Be— gebenheiten, ſich zu dem einen Lichtpunkte des Abſoluten und ſeiner ewigen Erlöſungsgeſchichte zuſammengefaßt“ 130. Dem gegenüber wird „die Geſchichte des Gemüts unendlich reich“ 131, 130. „Das ſchlechthin in ſich allgemeine Abſolute, wie es im Men— ſchen ſeiner ſelbſt bewußt iſt, macht den inneren Gehalt der ro— mantiſchen Kunſt aus, und ſo iſt auch die ganze Menſchheit und deren geſamte Entwicklung ihr unermeßlicher Stoff“ 131, 132 b) Dieſen Inhalt nun aber bringt nicht etwa die romantiſche Kunſt als Kunſt hervor, ſondern „die Religion macht hier als das allgemeine Bewußtſein von der Wahrheit in einem ganz anderen Grade die weſentliche Vorausſetzung für die Kunſt“ 132 Das Außere wird „als ein gleichgültiges Element angeſehn, zu dem der Geiſt kein letztes Zutraun, und in welchem er kein Blei— ben hat“ 132 c) Die wirkliche Geſtaltung geht nicht weſentlich über die eigent— liche gewöhnliche Wirklichkeit hinaus; ſie wendet der Schönheit den Rücken, „ſie verwebt ihr Inneres auch mit der Zufälligkeit der äußeren Bildung, und gönnt den markierten Zügen des Un— ſchönen einen ungeſchmälerten Spielraum“ 133 Wir haben fomit im Romantiſchen zwei Welten, ein geiſtiges Reich, das Gemiit und ein Reich des Außerlichen 133. „Die Un: mittelbarkeit ift unwürdig der Seligkeit der Seele in ſich“ 133, fie muß „auf Gemüt und Empfindung, als auf das weſentliche Ele⸗ ment zurückdeuten“ 133, 134. Zugleich darf die Außerlichkeit ſich frei ergehn 134 Faſſen wir das Verhältnis des Inhalts und der Form im Romantiſchen zuſammen, ſo können wir ſagen, der Grundton des Romantiſchen ſei muſikaliſch, und mit beſtimmtem Inhalte der Vorſtellung, lyriſch 134 2063
13 romantiſche Kunſtform Einteilung 135—136, 137—240 Erſtes Kapitel. „Der religiöſe Kreis der roman: tiſchen Kunſt“ 135, 137—164, 191. Das Ideal der klaſſiſchen und romantiſchen Kunſt 137—141, 147, 148, 150 (f. Ideal). Be: deutung der Liebe für den allgemeinen Inhalt des Romantiſchen 141, 142 (f. Liebe). Vor Betrachtung dieſer Stufe „haben wir vorher auf der einen Seite den Prozeß der Negativität durch— zugehn . .., der ſich in dem Leben, Leiden und Sterben Gottes für die Welt und Menſchheit und deren mögliche Verſöhnung mit Gott auseinanderlegt“. „Auf der anderen Seite iſt es die Menſch⸗ heit, welche nun umgekehrt ihrerſeits auch denſelben Prozeß durchzumachen hat“ 141. In der Mitte liegt die „affirmative Seligkeit der Befriedigung“ 141, 135. Wir haben ſomit folgende Gliederung: 1. „Die Erlöſungsgeſchichte Chriſti“ 141—142, 142 bis 149, 135. „Die Verſöhnung des Geiſtes mit ſich ſelbſt ... wird durch das Erſcheinen Gottes in der Welt zur Anſchauung und Gewißheit gebracht“ 142, 135. „Der einfache Inhalt dieſer Ver— ſöhnung iſt die Ineinsſetzung der abſoluten Weſenhaftigkeit und der einzelnen menſchlichen Subjektivität; ein einzelner Menſch iſt Gott, und Gott ein einzelner Menſch“ 142. Damit iſt der Menſchengeiſt an ſich wahrhaftiger Geiſt; ſein Ziel iſt Einigung mit Gott 142, 143. Bedeutung des Todes 143 a) Die Erlöſungsgeſchichte „gibt den Grundgegenſtand für die religiöſe romantiſche Kunſt ab, für welchen aber die Kunſt ... ge— wiſſermaßen etwas Überflüſſiges wird“ 143. Der Glaube und das Bewußtſein der Wahrheit ſind die Hauptſache 143, 144 b) Der Anthropomorphismus wird in der romantiſchen Kunſt auf die Spitze getrieben. „Ein konkretes Bild auch der äußeren Züge der Begebenheiten, in denen Chriſti Geburt, ſein Leben und Leiden, Sterben, Auferſtehn und Erhobenſein zur Rechten Gottes ſich ausbreitet“, wird geliefert 144 c) Da Gott „dieſer Menſch“ iſt, fo treten „alle Seiten der Zu: fälligkeit und Partikularität des äußern endlichen Daſeins wieder hervor“ 144, 145 N a) In der Darſtellung ſoll Chriſtus „einerfeits Innerlichkeit und ſchlechthin allgemeine Geiſtigkeit, andererſeits ſubjektive Per— ſönlichkeit und Einzelnheit haben“ 145. „Das Beſte wird in Be⸗ treff auf die äußere Form die Mitte ſein zwiſchen dem partikulär 2064
romantiſche Kunſtform 13 Natürlichen und der idealen Schönhe“:“ 145. Die Weiſe des klaſ⸗ ſiſchen Ideals iſt dafür ungeeignet 145, 146 6) Weiterhin ſoll in der Darſtellung „die Konverſion der leib— lichen und geiſtigen Einzelnheit zu ihrer Weſenheit und Allge— meinheit objektiv“ gemacht werden 146. Dazu gehört „die ganz Schärfe und Diſſonanz des Leidens, der Marter, Qual“ 146, 147. „Die Paſſionsgeſchichte, das Leiden am Kreuz, die Schädelſtätte des Geiſtes, die Pein des Todes“ iſt ein Hauptgegenſtand der Darſtellung 147. Dies läßt ſich „in den Formen der griechiſchen Schönheit nicht darſtellen“ 147, 148. Neben die Geſtalt Chriſti treten in der Darſtellung die Freunde und Feinde Chriſti 148 y) Der Prozeß des Todes aber iſt nur ein Durchgangspunkt. Auf— erſtehung und Himmelfahrt ſind weitere Hauptſituationen für die Darſtellung 148 2. „Die religiöſe Liebe“ 142, 149—154 (f. Liebe) 3. „Der Geiſt der Gemeine“ 142, 154—164 (ſ. Gemeinde) Zweites Kapitel. „Das Rittertum“ 135, 165-190. „Die in ſich unendliche Subjektivität“, „die ſubjektive Einzeln— heit wird jetzt als Einzelnheit unabhängig von der Vermittlung mit Gott, für ſich ſelber frei“ 166, 165 Näher ſind es hauptſächlich drei Empfindungen, die ſich für das Subjekt zu dieſer Unendlichkeit ſteigern: die Ehre, die Liebe, die Treue. Sie ſind der Hauptinhalt des Rittertums 167, 168. Gegen— überſtellung der klaſſiſchen und romantiſchen Poeſie 168-170, 171 (ſ. Poeſie) Die romantiſche Poeſie iſt in zwei Hemiſphären zu Hauſe, im Abendland und im Morgenland 171. Im Morgenland find es beſonders die Araber 171, 172 1. „Die Ehre“ 167, 172—177 (ſ. Ehre) 2. „Die Liebe“ 167, 178—186 (f. Liebe) 3. „Die Treue“ 167, 186—190 (f. Treue) „Auf allen dieſen drei Stufen... iſt der Boden die Selbſtändig⸗ keit des Subjekts“ 189, 190, 234. Dies Gebiet kann vielfach mit Religiöſem verbunden werden. Ein Beiſpiel iſt der abenteuernde Ritter, der den heiligen Gral aufſucht 190. Dem ganzen Gebiet aber fehlt die Erfüllung der Innerlichkeit mit dem konkreten In— halt der menſchlichen Verhältniſſe 190 Glockner, Hegel-Lexikon 130 2065
13 romantiſche Kunſtform Drittes Kapitel. „Die formelle Selbſtändigkeit der individuellen Beſonderheiten“ 135, 191—240. Rückblick auf das bisher Geleiſtete, auf „das Bewußtſein in ſeiner Vermittelung mit Gott“, auf das Bewußtſein in ſeiner weltlichen Unendlichkeit von Ehre, Liebe und Treue 191. Jetzt iſt noch die Art und Weiſe zu betrachten, „wie der anderweitige Stoff des menſchlichen Daſeins, feinem Innern und Äußeren nach, die Natur und deren Auffaſſung und Bedeutſamkeit für das Gemüt in die romantiſche Kunſtform einzutreten vermag“ 191, 192. Es „befriedigt ſich der Durſt nach dieſer Gegenwart und Wirklichkeit ſelbſt, das ſich Begnügen mit dem, was da iſt“ 192. Vergleich mit dem Wirklichkeitsbedürfnis der chriſtlichen Religion 192, 193. Das „poſitive Sichfinden und Wollen in feiner Gegenwart“ „ift das Letzte, zu dem der Menſch ſich in ſich vertieft und punktuali— ſiert“ 193 „Der Fortgang und Schluß der romantiſchen Kunſt iſt die innere Auflöſung des Kunſtſtoffs ſelber, der in ſeine Elemente aus— einandergeht“ 194 „Die beſtimmtere Einteilung nun dieſes letzten Kapitels können wir folgendermaßen machen“ 192—193, 195—240 1. „Die Selbſtändigkeit des individuellen Cha— rakters“ 135, 194, 195—207 (f. Charakter) 2. „Die Abenteuerlichkeit“ 136, 194, 207—217 (f. Aben⸗ teuerlichkeit) 3. „Die Auflöſung der romantiſchen Kunſtform“ 136, 194-195, 217—240. Urſachen der Auflöſung find „die vollendete Zufälligkeit und Außerlichkeit des Stoffs“ 217, 218, 236. Die Kunſt hauſt ſich, „je mehr ſie ſich verweltlicht, mehr und mehr in die Endlichkeiten der Welt ein“ 218. Shakeſpeare 218. Die proſaiſche Wirklichkeit ſteht einer Subjektivität gegenüber, welche „mit dem Recht und der Macht ihres Witzes ſich zum Meiſter der geſamten Wirklichkeit zu erheben weiß“ 219 Wir haben noch zu betrachten: „Die ſubjektive Kunſtnachahmung des Borhandenen“ 219, 219—226 Der Kreis der Gegenſtände erweitert ſich ins Unbegrenzte 219. Die Kunſt löſt ſich „in die Darſtellung von Porträts auf“ und kehrt zur Naturnachahmung zurück 220. Zur Geltung kommen 2066
13 11 14 romantiſche Kunſtform / romantiſche Poeſie „die ſubjektive Auffaſſung und Ausführung des Kunſtwerkes, die Seite des individuellen Talents“, „die ſubjektive Lebendigkeit“ 220, 221 a) In der Poeſie iſt das gemeine häusliche Leben Gegenſtand der Darſtellung 221—222 (ſ. Poeſie) 8) Die Genremalerei der ſpäteren Holländer 222—226 (f. hollän⸗ diſche Malerei) y) Bedeutung der blanken Subjektivität des Künſtlers ſelber, die ſich zu zeigen gedenkt 226 f b) „Der ſubjektive Humor“ 219, 226—228, 235, 236 (ſ. Humor) e) „Das Ende der romantiſchen Kunſtformn“ 219, 228--240. Zuſammenfaſſende Rückſchau auf die bisher betrach— teten drei Kunſtformen im Hinblick auf „Einheit von Bedeutung und Geſtalt“ 228, 229 a) und 6) Der moderne Künſtler 229—234 (ſ. Künſtler) Y) Der Künſtler der romantiſchen Kunſtform 234—237 (ſ. Künſt— ler) Möglichkeit der Entwicklung eines objektiven Humors 237—239 (ſ. Humor). Aufgabe der Kunſt und der Philoſophie der Kunſt 240 (O Aſthetik) 450 (O Skulptur). Der eigentliche Inhalt der religiöfen roman: tiſchen Phantaſie ift kein Gegenſtand der Skulptur 462 (O chriſt⸗ liche Skulptur) romantiſche Poeſie (mittelalterliche Poeſie) 517 (O Mittelalter) Vorliebe der romantiſchen Poeſie für den metaphoriſchen Aus⸗ druck 279 (O Poeſie). Vertiefung der romantiſchen Poeſie „in das Spielen mit den für ſich verſelbſtändigten Lauten und Klängen der Buchſtaben, Silben und Wörter“. In ihr war die Ausbildung des Reims eine Notwendigkeit 304 (O Reim) Romantiſche Lyrik 473—478 (O lyriſche Poeſie). Das Prin⸗ zip der lyriſchen Poeſie macht ſich bei den germaniſchen, roma⸗ niſchen und ſlaviſchen Völkerſchaften auch im Drama und in der Epik geltend 473. „Dieſes Herüberneigen zur lyriſchen Auffaſſung findet ſeinen weſentlichen Grund darin, daß ſich das geſamte Le⸗ ben dieſer Nationen aus dem Prinzip der Subjektivität ent⸗ 2067
14 1 — — 1208 romantiſche Poeſie / Römer, Rom wickelt, die das Subſtantielle und Objektive als das ihrige aus ſich hervorzubringen und zu geſtalten gedrungen iſt, und ſich dieſer ſubjektiven Vertiefung in ſich mehr und mehr bewußt wird“ 473, 474. Der Form nach macht teils der Ausdruck des zur Innigkeit konzentrierten Gemüts, teils die in ſich und ihre er⸗ weiterte Bildung ſich ſubjektiv vertiefende Reflexion den Grundtypus aus 474. Neben der Lyrik der neuen Völker in ihrer noch heidniſchen Urſprünglichkeit tritt die Lyrik des chriſtlichen Mittel⸗ alters und dann die proteſtantiſche Lyrik 474, 475. Charakteriſtik der Lyrik Klopſtocks 475—478 (ſ. Klopſtock). Goethes Lieder 478 romantiſche Skulptur |. chriſtliche Skulptur Romanze Die Romanze iſt dem Inhalte nach meiſt epiſch, der Behandlung nach dagegen meiſt lyriſch 395 (O Roman), 425, 426. Zur großen Wirkung der erzählenden Romanzen der Spanier 427, 449 (O lyriſche Poeſie) Römer, Rom (römiſche Philoſophie, römiſche Poeſie, römiſches Recht, römiſche Religion) Verſchwinden der Sklaverei im römiſchen Reich 496. Gibbons Schilderung des Verſinkens der Römer „in die matte Gleid)gültigkeit des Privatlebens“ 497 (O Naturrecht) Bedeutung der Griechen und Römer für die Vorbereitung zum gelehrten Studium 233—243, 285—287 (ſ. Gymnaſialreden), 328 (ſ. Philoſophieunterricht) 351, 354, 455 (O Württemberg) Zur „Verſtandes⸗Abſtraktion als das weltgeſchichtliche Prinzip des Römerreichs“ 260 (O Familie), 454 (f. u.). Verknüpfung des Prinzips „der ſelbſtändigen in ſich unendlichen Perſönlichkeit des Einzelnen, der ſubjektiven Freiheit“ „mit der abſtrakten Allge⸗ meinheit in der römiſchen Welt“ 266 (O Geſellſchaft), 284 (O Standesunterſchiede). Verhältnis von Zivilgewalt und Militärgewalt zur Zeit der römiſchen Kaiſer 367 (O Verfaſſung) 374, 431 (O Verfaſſung) Das römiſche Reich iſt das dritte der vier welthiſtoriſchen Reiche 451, 452, 454. Sein Prinzip iſt „das in ſich Vertiefen des wiſſen⸗ 2068
7 O 10 11 Römer, Rom den Fürſichſeins zur abſtrakten Allgemeinheit und damit zum unendlichen Gegenſatze gegen die ſomit ebenſo Geiſt-verlaſſene Objektivität“ 452. „In dieſem Reiche vollbringt ſich die Unter— ſcheidung zur unendlichen Zerreißung des ſittlichen Lebens in die Extreme perſönlichen privaten Selbſtbewußtſeins und abſtrakter Allgemeinheit“ 454. Kalte, habſüchtige Gewalt ſteht der Verdor⸗ benheit des Pöbels gegenüber 454 (O Weltgeſchichte) Ein Engländer ſagt über die heutigen Römer, „daß das gemeine Volk bigott, daß aber die, die leſen und ſchreiben können, ſämtlich Atheiſten ſeien“ 178 8 Fußn. 688, 69 8 (O Seele), 146 (O Empfindung), 288 8 (O Herr— ſchaft), 380 (O Geiſt). Sklaverei bei den Römern 2868, 287 (O Herrſchaft), 412 (O Staatsrecht). Erdichtung eines römiſchen Epos, „welches die Quelle der für hiſtoriſch geltenden Nachrichten über die ältere Geſchichte Roms geweſen ſei“ 428 8 (O Reltge ſchichte) Stellung der römiſchen Welt zur Freiheit des Geiſtes und des Menſchen 45, 46 (O Geſchichtsphiloſophie) 110, 286 f, 287 g] Zur Volksfreiheit der Römer 81 (O Staat). Beziehung des römiſchen Staats zum Heidentum 86 (O Religion). Rom in der römi⸗ ſchen Geſchichte 91 (O Weltgeſchichte), 130, 264. Roms geogra: phiſche Lage 130 (O Geographie), 364. Roms Mitradienſt 242 (O Zendvolk) 284, 288 (O Agypten) „Die römiſche Welt“ 154—155, 361436 (0 Geſchichts— philoſophie) Das römiſche Reich iſt „das Reich der abſtrakten Allgemeinheit“, „die ſaure Arbeit des Mannesalters der Geſchichte“ 154. „Der Staat fängt an ſich abſtrakt herauszuheben“, „die freien Indivi— duen werden der Härte des Zwecks aufgeopfert“, ſie werden da⸗ für „rechtliche Perſonen als Privaten“ 154. Das römiſche Reich hat „als auf der Reflexion, der abſtrakten Allgemeinheit, ruhend den ausdrücklichen, ausgeſprochenen Gegenſatz in ſich ſelbſt“. Der Ausgang iſt, „daß über die abſtrakte Allgemeinheit die willkür⸗ liche Individualität, die vollkommen zufällige und durchaus weltliche Gewalt Eines Herrn, die Oberhand erhält“ 155. „Der Einzelne ſucht in entwickeltem Privatrecht den Troſt für die ver⸗ lorne Freiheit“ 155. Dieſer rein weltlichen Verſöhnung geſellt 2069
1 — Römer, Rom ſich eine geiſtige zu, indem ſich die individuelle Perſönlichkeit zur göttlichen verklärt 155 „Die römiſche Welt iſt dazu auserkoren, die ſittlichen Individuen in Banden zu ſchlagen, ſowie alle Götter und alle Geiſter in das Pantheon der Weltherrſchaft zu verſammeln, um daraus ein ab— ſtrakt Allgemeines zu machen“ 361. Vergleich mit dem perſiſchen Prinzip 361, mit dem griechiſchen Prinzip 361, 362. Das römiſche Prinzip liegt in der freien Allgemeinheit, in der abſtrakten Frei⸗ heit. Es entſteht der abſtrakte Staat und ihm gegenüber die Per⸗ ſönlichkeit 362, 397. „Dieſe beiden Momente, welche Rom bilden, die politiſche Allgemeinheit für ſich und die abſtrakte Freiheit des Individuums in ſich ſelbſt, find zunächſt in der Form der Inner: lichkeit ſelbſt befaßt“ 362. „Das weltgeſchichtliche Moment darin iſt das Abſtraktum der Allgemeinheit, und der Zweck, der mit geiſt⸗ und herzloſer Härte verfolgt wird, iſt die bloße Herrſchaft, um jenes Abſtraktum geltend zu machen“ 362 Die Ariſtokratie iſt die Grundbeſtimmung des politiſchen Lebens 362, 363 Zur Gelehrſamkeit der Geſchichtsſchreiber, Philologen und Juri— ſten über die römiſche Geſchichte 363 Beſchreibung der Lokalität, der geographiſchen Verhältniſſe der römiſchen Welt 363—364. Die römiſche Welt hat ihren Mittelpunkt in Italien, und Mittelpunkt dieſes Mittelpunkts iſt Rom 364. Einen natürlichen Mittelpunkt hat Italien nicht 364. Zu Niebuhrs römiſcher Geſchichte 364 Gang der römiſchen Geſchichte 364—366. Allgemeines Prinzip der römiſchen Welt iſt die ſubjektive Innerlichkeit 364. „Die Ent: wicklung beſteht in der Reinigung der Innerlichkeit zur abftratten Perſönlichkeit, welche im Privateigentum ſich die Realität gibt, und die ſpröden Perſonen können dann nur durch deſpotiſche Gewalt zuſammengehalten werden“ 365, 362. Sie iſt Übergang zum Entgegengeſetzten 365, 362 Kritik an der gewöhnlichen Einteilung in Königtum, Republik und Kaiſerreich 365. Im Hinblick auf den welthiſtoriſchen Gang haben wir drei Perioden 365-366. In der erſten Periode ſchlafen die im Weſen entgegengeſetzten Beſtimmungen noch in ruhiger Einheit 365. Dann folgt die Geburt des Gegenſatzes, die Wendung Noms nach außen, Blüte und Berührung mit dem früheren welthiſtoriſchen Volk 365. Endlich in der dritten Periode 2070
Römer, Rom 11 entwickelt fih der Gegenſatz zum Widerſpruch in ſich und zur völligen Unerträglichkeit. Ende des Deſpotismus 366. Ausdeh⸗ nung der chriſtlichen Religion und Berührung mit den germani⸗ ſchen Völkern 366 Erſter Abſchnitt. „Rom bis zum zweiten puni— ſchen Kriege“ 366—394, 365 Erſtes Kapitel. „Die Elemente des römiſchen Geiſtes“ 366—382. Die Entſtehung Roms 366—368. „Rom iſt außer Landes entſtanden“ und „war vom Hauſe aus etwas Ge— machtes, Gewaltſames, nichts Urſprüngliches“ 366. Sagen über ſeine Gründung 366, 367. „Nom bildete ſich durch räuberiſche Hirten und den Zuſammenlauf von allerlei Geſindel“ 369, 367, 368. Raub der Sabinerinnen 367. Die Familie der Claudier, der Korinther Demaratus und ſein Sohn Lucumo 368 Folgen dieſer Art der Entſtehung Roms 368 —373. „Sie führt unmittelbar die härteſte Diſziplin mit ſich, ſowie die Aufopferung für den Zweck des Bundes“ 368. „Ein Staat, der ſich ſelbſt ge— bildet hat und auf Gewalt beruht, muß mit Gewalt zuſammen— gehalten werden“ 368 „Die römiſche virtus iſt die Tapferkeit“ 368. Entſtehung des Kampfes der Patrizier und Plebejer 368, 369. „Die Schwächeren, Armeren, die ſpäter Hinzugekommenen“ kommen in Abhängig: keit; die Patrizier halten die sacra in Händen 369. Die Plebejer mußten als Klienten bei den Patriziern Schutz ſuchen; bald aber ſcheiden ſich wieder die Plebejer von den Klienten 369, 370 Allmählicher Aufſtieg der Plebejer 370 Gründe für die Härte der Römer gegen das Familienverhältnis 370, 371. Weib und Tochter gehörten zu dem Beſitz des Mannes 371. Auch die Söhne waren der väterlichen Gewalt unterworfen 371, 372. Zur Willkür im Teſtieren 372 „Der unſittlichen aktiven Härte der Römer nach dieſer Privat⸗ ſeite entſpricht notwendig die paſſive Härte ihres Verbandes zum Staatszweck“ 372. „Knecht auf der einen Seite, Deſpot auf der andern“ 372. Charakteriſtik der „römiſchen Größe, deren Eigen— tümlichkeit die harte Starrheit in der Einheit der Individuen mit dem Staate war“ 372. Dies zeigen ſowohl der einzelne Held wie auch die Plebejer 372, 373. Licinius 372. Die Wurzeln dieſes römiſchen Charakters liegen in „jener Entſtehung aus der erſten 2071
11 Römer, Rom Räubergeſellſchaft“, „in der mitgebrachten Natur der darin vereinigten Völker, endlich in der Beſtimmtheit des Weltgeiſtes, der an der Zeit war“ 373. Geiſtloſigkeit der römiſchen Geſchichts⸗ ſchreibung 373. „Bei den Römern tritt die Proſa des Lebens ein, das Bewußtſein der Endlichkeit für ſich, die Abſtraktion des Verſtandes und die Härte der Perſönlichkeit, welche ihre Sprödigkeit ſelbſt nicht in der Familie zu natürlicher Sittlichkeit aus⸗ weitet, ſondern das gemüt⸗ und geiſtloſe Eins bleibt und in abſtrakter Allgemeinheit die Einheit dieſes Eins ſetzt“ 373, 411 Die „äußerſte Proſa des Geiſtes“ finden wir in der etruskiſchen Kunſt, in der Ausbildung des römiſchen Rechts und der römiſchen Religion 373. Das poſitive Recht 373—374 (f. römiſches Recht). Die römiſche Religion 373, 374—379, 380 —381 (f. rö⸗ miſche Religion) Bedeutung der Spiele für die Römer 379—380 (f. Spiel). Zu: ſammenfaſſende Betrachtung der römiſchen Religion 380—381 (f. römiſche Religion). Die einzelnen gentes 381. Die Claudier, Valerier, Cornelier 381. „Das römiſche Prinzip läßt nur die Ariſtokratie zu“ 382 Zweites Kapitel. „Die Geſchichte Roms bis zum zweiten puniſchen Kriege“ 382— 394. Die Zeit der erſten römiſchen Könige 382—386. Romulus 382, 383, Numa 384, 383, Tullus Hoftilius 384, Ancus Martius 384, Tarquinius Priscus, Servius Tullius, Tarquinius Superbus 384 (f. d. Art.). Sie ſtan⸗ den an der Spitze der durch die saera Bevorzugten 383, waren faſt alle Fremde 384. Im Ganzen verminderten ſie die Macht der Patrizier, und ſuchten öfters Halt beim Volk 385. Schließlich wur— den die Könige durch die Patrizier vertrieben 385, 386, 382. Das Prinzip der Innerlichkeit und Pietät war das Religiöſe und Un— antaſtbare. Seine Verletzung wird die Veranlaſſung zur Vertrei— bung der Könige 385, 386. Auch die Monogamie finden wir bei den Römern „als ſich von ſelbſt verſtehend“ 385, 386 (ſ. Mono⸗ gamie) Die Staatsverfaſſung wurde nun republikauiſch, d. h. „die Macht, welche vorher dem Könige ats bleibende zuſtand, ging auf zwei einjährige Konſuln über“ 386. Nach dem Kampf mit den ver— triebenen Königen beginnt der Kampf der Patrizier und Plebe— jer 387. Langſamer Aufſtieg der Plebejer 389. Die lex agraria 390, 391 (f. lex agraria) 2072
Römer, Rom 11 „Das Hauptmoment in der erſten Periode der römiſchen Geſchichte iſt, daß die Plebs zum Rechte, die höheren Staatswürden bekleiden zu können, gelangt iſt, und daß durch einen Anteil, den auch ſie an Grund und Boden bekam, die Subſiſtenz der Bürger geſichert war“ 392. Dieſe Vereinigung des Patriziats und der Plebs gab Rom erſt die wahre innere Konſiſtenz und erſt jetzt konnte ſich Rom nach außen entwickeln 392. Charakteriſtik der römiſchen Kriegskunſt 392 Die Kriege der Römer in Italien, in Sizilien, Sardinien, Korſika und mit den Karthagern 393. Berührung mit Mazedonien, Aſien, Syrien und Agypten 394 Zweiter Abſchnitt. „Rom vom zweiten puniſchen Kriege bis zum Kaiſertum“ 365, 394-403. Nachdem die Römer im erſten puniſchen Krieg gezeigt hatten, daß ſie den Kar— thagern gewachſen ſeien, warf der zweite puniſche Krieg Kartha— gos Macht darnieder 394, 395. Hannibal, Schlacht von Zama 395. Beſiegung der Könige von Mazedonien, des Antiochus, König von Syrien 395. Im dritten puniſchen Krieg wurde Karthago zerſtört 395. Ins gleiche Jahr fällt die Zerſtörung Korinths 395 Rom war jetzt „die Beherrſcherin des Mittelmeers“ 396. Die „ſittlich glücklichen“ Scipionen 396. Jetzt tritt der zweite große Gegenſatz hervor, der der „partikularen Intereſſen gegen die patriotiſche Geſinnung“ 396, 401. Es folgen bürgerliche Un: ruhen und einheimiſche Kriege 396, 397. Das römiſche Prinzip ſtellt ſich „als die kalte Abſtraktion der Herrſchaft und Gewalt heraus, als die reine Selbſtſucht des Willens gegen andere“ 398. Reichtum, Luxus und Schwelgerei herrſchen 398. Anlaß zur aus— brechenden Zwiſtigkeit im Innern wurde die Erbſchaft des Atta⸗ lus. Die beiden Gracchen unterlagen der habſüchtigen Nobilität 398. Der Krieg mit Jugurtha 399. Beſiegung der Cimbrer und Teutonen. Krieg mit den Bundesgenoſſen in Italien 399. Mi⸗ thridates, Sulla, Pompejus 399, 400. Spartakus und Craſſus, Seeräuberei 400 „Es treten nun große Individuen auf, wie zu den Seiten des Verfalls von Griechenland“ 400. „Ihr Unglück iſt, daß ſie das Sittliche nicht rein bewahren können, denn was ſie tun iſt gegen das Vorhandene gerichtet und Verbrechen“ 400. Die Gracchen, Pompejus, Cäſar 400, 401 2073
1 — Römer, Rom Cäſars Weltherrſchaft 401. Cicero hierzu 401, 403. „Es iſt nicht die Zuſälligkeit Cäſars, welche die Republik geſtürzt hat, ſondern die Notwendigkeit“ 401, 402. Aus Ciceros Schriſten kommt man zu der Anſchauung, daß die Republik in Rom nicht länger be⸗ ſtehen konnte 402. Cäſar hat das Richtige getan. „Er hat den inneren Gegenſatz beſchwichtigt, und zugleich einen neuen nach außen hin aufgeſchloſſen“ 402, 403. Cäſar eröſſnete einen neuen Schauplatz, erhob ſich dann zum Herrn und hat „den Zuſammen— halt der römiſchen Welt durch die Gewalt gegen die Partikulari— tät durchgeſetzt“ 403. Cicero, Brutus und Caſſius hielten die Herrſchaft Cäſars für etwas Zufälliges. Aus dieſem Irrtum her— aus wurde Cäſar ermordet 403 Dritter Abſchnitt. 404—436 Erſtes Kapitel. „Rom in der Kaiſerperiode“ 366, 404—409. Das Kaiſertum bringt die „abſtrakte Allgemeinheit zur Herrſchaſt“ 404, 405, 407, 409. Charakteriſtik der Machtſtellung des Kaiſers 404, 405, 406, 408. Die Verſaſſung war bedeutungslos 404. Tiberius 404, 405. „Die Macht des Imperators beruhte auf der Armee und auf der prätorianiſchen Leibwache, die ihn umgab“ 405. „Die Kaiſer haben ſich bei ihrer Macht ganz naiv verhalten“ 405. Aber „in dem Individuum des Imperator iſt die partikulare Subjektivität zur völlig maßloſen Wirklichkeit gekom— men“ 405, 406, 409, 411. Willkür heerſcht 406. Auch charaktervolle Kaiſer wie Titus, Trajanus, die Antonine konnten den Staat nicht beſſern 406. Domitianus 407 „Die Beſtimmung der Individuen als Perſonen“ iſt das zweite Moment, das hervorzuheben ift 407409. „Wir ſahen die Römer vom Prinzip der abſtrakten Innerlichkeit ausgehen, welche ſich nun als Perſönlichkeit im Privatrecht realifiert” 407, 408. „Der Staatsorganismus hat ſich in die Atome der Privatperſonen auf— gelöſt“ 407. „Es fehlte die rechtliche und ſittliche Mitte zwiſchen dem Herrſcher und den Beherrſchten“ 408. „Der Menſch war ent— weder im Bruch mit dem Daſein, oder ganz dem ſinnlichen Daſein hingegeben“ 408. Zur Philoſophie in der Kaiſerzeit 408, 409, 422 (ſ. römiſche Philoſophie) Zweites Kapitel. „Das Chriſtentum“ 366, 409-430 (ſ. Chriſtentum). Die römiſche Welt hat Chriſtus innerlich und äußerlich den Boden bereitet 409, 414. „Ihr ganzer Zuſtand gleicht 2074
11 12 13 14 15 17 18 Römer, Rom daher der Geburtsſtätte und ihr Schmerz den Geburtswehen von einem andern höheren Geiſt, der mit der chriſtlichen Religion geoffenbart worden“ 410 Drittes Kapitel. „Das byzantiniſche Reich“ 430 bis 436 (ſ. byzantiniſches Reich). Rom iſt nicht mehr abſolute Re⸗ ſidenz 430. Sturz und Plünderung Roms durch Alarich 432 (O byzantiniſches Reich) 437, 438, 443 (O Germanen). Überſchwemmung des römiſchen Reichs durch die Germanen 444 (O Völkerwanderung), 437 449, 450 (O Völkerwanderung). Die fränkiſche Herrſchaft als Fortſetzung des römiſchen Reiches 461 (O Karl J., der Große). Bedrohung Roms durch die Sarazenen 469 (O Mittelalter) 535, 540 (O Reformation), 564 (O franzöſiſche Revolution) Zur virtus der Römer 254. Die Römer kannten kein Heroenzeit— alter, fie hatten ſogleich ihre Stadt 254 (O Weltzuſtand). Die Römer beſaßen keine eigentlich ſelbſtändige Kunſt 382 (O Genie). Hervorbrechen des proſaiſchen Bewußtſeins in der römiſchen Welt 425 (O ſymboliſche Kunſtform) Römiſche Poeſie 116—117, 118 (f. römiſche Poeſie). Unzufriedenheit gibt teilweiſe ſowohl der römiſchen Geſchichtsſchreibung als auch der Philoſophie ihren Ton 118 (O Satire). Der Ausdruck der Innerlichkeit der Liebe, wie die romantiſche Kunſt ihn fordert, fehlt ſowohl der römiſchen Skulptur, wie auch der römiſchen Poeſie 180, 181 (O Liebe) In der römiſchen Architektur „kommt der Luxus der Privat: häuſer“ hervor; ebenſo die Pracht der Kaiſerpaläſte, öffentlichen Bäder u. ſ. f. 305, 330, 331. Die Anwendung von Bogen und Wölbungen iſt der römiſchen Architektur eigen 327, 328—329 (f. klaſſiſche Architektur) In der römiſchen Kunſt zeigt ſich ſchon die beginnende Auflöſung der klaſſiſchen Skulptur. Die Vorliebe für das Porträtartige tritt hervor 461, 462 (O Skulptur), 451 336 (O epiſche Poeſie), 395, 472, 473, 545 (f. römiſche Poeſie) 32 (O Religion) 50 (O Entwicklung), 187 (O griechiſche Philoſophie) „Die römiſche Welt iſt die abſtrakte Welt“ 426 (O Dogmatismus) 2075
19 20 11 17 18 Römer, Rom / römiſche Philoſophie 12 (O Neuplatoniker), 37 (O Plotin), 114 (O Chriſtentum), 139 (O ſcholaſtiſche Philoſophie), 225 (O Bruno) 437 (O Görres) römiſche Philoſophie (Skeptizismus, Stoizismus) Der Römer der Kaiſerzeit ſuchte Beruhigung etwa auch in der Philoſophie, „welche allein noch etwas Feſtes und Anundfürſich— ſeiendes zu geben vermochte; denn die Syſteme jener Zeit, der Stoizismus, Epikureismus und Skeptizismus, obgleich in ſich entgegengeſetzt, gingen doch auf dasſelbe hinaus, nämlich, den Geiſt in ſich gleichgültig zu machen gegen alles, was die Wirklich⸗ keit darbietet“ 408, 409. „Sie bewirkten die Unerſchütterlichkeit des Menſchen in ſich ſelbſt, durch das Denken, die Tätigkeit, welche das Allgemeine hervorbringt“ 409. Charakteriſtik ſolch abſtrakter Verſöhnung 409 (O Römer). Die römiſche Innerlichkeit und Sub— jektivität, „welche ſich nur abſtrakt als geiſtloſe Perſönlichkeit in der Sprödigkeit des Ich zeigte, wurde durch die Philoſophie des Stoizismus und Skeptizismus zur Form der Allgemeinheit ge— reinigt“ 422, 423 (O Chriſten tum) „In Rom breitete fi die Philoſophie erſt mit dem Untergange des eigentlichen römiſchen Lebens, der Republik, unter dem Deſpotismus der römiſchen Kaiſer aus, — in dieſer Zeit des Unglücks der Welt .. .“ 83 (O Philoſophie) 85 (O Philoſophie). „Die Römer haben keine eigentümliche Phi⸗ loſophie hervorgebracht“ 135, 136 (0 Philoſophiegeſchichte) Da die römiſche Welt die abſtrakte Welt iſt, „hat das innere Prin— zip des Denkens auch ein abſtraktes ſein müſſen“ 426. „Dem römiſchen Geiſte konnte ſo nur ein Dogmatismus zuſagen, der auf ein Prinzip gebaut war, welches durch die Form des Ver— ſtandes aufgebaut und geltend gemacht wurde“ 426, 427, 429 (© Dogmatismus), In der römiſchen Welt iſt befonders die ftoiſche Philoſophie zuhauſe. Die Römer haben „nur auf ſubjektive oder negative Weiſe groß ſein können, in Weiſe eines Privat⸗ Mannes“ 472, 473 (O Stoiker). Der Skeptizismus hat ſeine Blüte in der römiſchen Welt, „wo aus dieſer äußerlichen, toten Welt, aus der Abſtraktion des römiſchen Prinzips (dem Republikaniſchen, und dem Deſpotismus der Kaiſer) der Geiſt in ſich zurückgeflohen iſt, — aus einem Daſein, das ihm keine Befriedi⸗ 2076
18 19 1 — 13 14 römiſche Philoſophie / römiſche Poeſie gung geben könnte, in die Intellektualität“ 585 (O griechiſche Philoſophie) „Der Charakter der römiſchen Welt iſt die abſtrakte Allgemeinheit geweſen“ 4, 5. Ihre Philoſophie iſt „Verſtandes-Philoſophie“. „Die Römermacht ift der reale Skeptizismus“ 5 (O Neuplato⸗ niker). „Die zeitliche Welt iſt den Menſchen erſchienen als das Negative, als das Nichtwahre“ 17 (O Philo) römiſche Poeſie Zur Erdichtung, „daß es ein römiſches Epos gegeben, aus wel— chem die römiſchen Geſchichtsſchreiber die älteſte Geſchichte ge— ſchöpft haben“ 37 (O Geſchichtsphiloſophie) Die Satire kommt den Römern eigentümlich zu 116, 117. Eine ſchöne, freie und große Kunſt entwickelte ſich bei ihnen nicht 116. Als einheimiſch bei den Römern können angeſehen werden: „ko— miſche Farcen, die Fescenninen und Atellanen ſind, wogegen die gebildeteren Komödien, ſelbſt des Plautus und ohnehin des Terenz, von den Griechen abgeborgt, und eine Sache mehr der Nach⸗ ahmung als der ſelbſtändigen. Produktion waren“ 116, 117. Eigentümlich iſt den Römern jede Kunſtweiſe, welche in ihrem Prinzip proſaiſch iſt, das Lehrgedicht z. B. 117 14, 395], vor allem aber die Satire 117, Horaz 117, Perſius, Juvenal, Lukian 118 (O Satire) 181 (O Liebe) 395 [13, 117 f. o.]. Bei den Römern „macht ſich früh bereits neben dem eigentlichen Kunſtepos, als deſſen ſchönſtes Produkt die Aeneide ſtehen bleibt, das hiſtoriſche Epos und das Lehrgedicht geltend“ 404. Den Römern ſtand es an, „die halb ſchon proſa⸗ iſchen Gebiete der Poeſie auszubilden, wie denn auch beſonders die Satire bei ihnen als heimiſche Gattung zur Vollendung kam“ 404 Die lyriſche Poeſie findet bei den Römern keinen fruchtbaren Boden 472. Die Glanzzeit beſchränkt ſich auf das Zeitalter des Auguſtus 472. Es gibt, „wenn man von der innerſten Seele der Poeſie und Kunſt abſtrahiert, im Felde ſowohl der Ode als auch der Epiſtel, Satire und Elegie etwas durchaus in ſich Fertiges und Vollendetes“ 472, 473 (O lyriſche Poeſie) In der dramatiſchen Kunſt erreichen die Römer weniger als im Epos und in der Lyrik 545 (O Drama) 2077
1 1 — 2 -] 11 16 1 19 2 E 11 römiſche Poeſie / römiſche Religion 135 (O Philoſophiegeſchichte) 5 (O Neuplatoniker) römiſches Recht 40, römiſches Privatrecht 43, 46, 49, 50 (O Rechtsphiloſophie). Das Perſonenrecht im römiſchen Recht 93 (O Recht), 97. Die agra⸗ riſchen Geſetze in Rom 99 (f. a. lex agraria). Eigentumsrecht 116, 117 (ſ. Eigentum). Zur Einteilung in einſeitige und zweiſeitige Verträge 134, 135, in pactum und contractus 136 (O Vertrag), in crimina publica und privata 160 (O Verbrechen). Die Ehegeſetze im älteren, römiſchen Recht 250, 258; das Sklavenverhältnis der römiſchen Kinder 253, 257 (O Familie), 296 (O Rechtspflege); die römiſchen Erbrechte 257, 258 (O Familie); die römiſche Ge— richts verfaſſung 305 (O Gericht) 298 (O Rechtspflege) „Dem unfreien, geiſt- und gemütloſen Verſtand der römiſchen Welt haben wir den Urſprung und die Ausbildung des pofitiven Rechts zu verdanken“ 373. „Die Römer haben dieſe große Iren: nung vollbracht und ein Rechtsprinzip erfunden, das äußerlich d. h. geſinnungslos und gemütslos iſt“ 374 (O Römer), 432 (O byzantiniſches Reich) 512 (O Mittelalter) Im Gegenſatz zur „Wurzel des wahrhaft allgemeinen Rechts, der Verwirklichung der Freiheit“ in der chriſtlichen Religion, geht „das römiſche formelle Rechtsleben vom poſitiven Standpunkt und vom Verſtande aus und hat für die abſolute Bewährung des rechtlichen Standpunktes kein Prinzip in ſich, es iſt durchaus weltlich“ 313 187 (O griechiſche Philoſophie) 4 (O Neuplatoniker) römiſche Religion 404 9 (0 Objekt) 373. Römiſche Religion 374—379 (0 Römer). Die Römer find auch in ihrer Religion „im abſtrakten Verſtande der Endlichkeit gebunden“ 374. Im Gegenſatz zu den Griechen ſind die Römer „bei einer ſtummen und ſtumpfen Innerlichkeit geblieben, und 2078
römiſche Religion 11 damit war das Außerliche ein Objekt, ein Anderes, ein Geheimes“ 375, 374, 377, 379, 411. „Sie ſahen in dem Gegenſtand zuerſt ihn ſelbſt, und dann auch noch das, was in ihm verborgen liegt: ihre ganze Geſchichte kommt aus dieſem Gedoppelten nicht heraus“ 375, 411. „Der religiöſe Schauer blieb unentwickelt, iſt in die ſubjektive Gewißheit ſeiner ſelbſt eingeſchloſſen“ 376, 377. „Leere Subjektivität des Gewiſſens“ 376. Bedeutung der sacra 376. Die reges sacrorum, der pontifex maximus 376. „Der Hauptcharakter der römiſchen Religion iſt eine Feſtigkeit beſtimmter Willens⸗ zwecke“ 377. „Die römiſche Religion iſt deswegen die ganz pro— ſaiſche der Beſchränktheit, der Zweckmäßigkeit, des Nutzens“ 377 Die römiſchen Gottheiten ſind teils Abſtrakta, teils Nutzen oder Schaden bringende Zuſtände wie Pax, Tranquillitas u. a. 377, 379. Die Römer fingen damit an „Verſprechungen und Gelübde zu weihen“ 378. „Nur eine Seite der römiſchen Religion hat etwas Anziehendes, und zwar ſind es die Feſte, die ſich auf das ländliche Leben beziehen“. Ihnen liegt teils die Vorſtellung der Saturniſchen Zeit zu Grunde 378. „Es waren Feſte der Ausſaat, der Ernte, der Jahreszeiten, das Hauptfeſt die Saturnalien“ 378. Poſſenreißerei und ſkurrile Tänze 379 Die griechiſche Mythologie erſcheint bei den Römern tot und fremd. „Bei den römiſchen Dichtern, beſonders Virgil, iſt die Einführung der Götter das Erzeugnis eines kalten Verſtandes und der Nachahmung geweſen“ 379. Die Römer waren dabei an Aberglauben aller Art gebunden; die Augurien, Auſpizien, Si— bylliniſchen Bücher 380 „Die unterſchiedenen Elemente der römiſchen Religion ſind nach dem Geſamten: die innerliche Religioſität und eine vollkommen äußerliche Zweckmäßigkeit“ 380, 381. Mit der „Innerlichkeit der Religion iſt zugleich das Prinzip der Willkür gegeben“ 381, 382 433, 434 (f. byzantiniſches Reich) 15 Außerliche Zweckmäßigkeit der römiſchen Religion 98 (O be⸗ ſtimmte Religion). „Der göttliche Inhalt dient jetzt jener Spitze der Subjektivität ... zum Mittel ſich zu vollführen“ 277. „Der einzelne Geiſt will in den Göttern nur feinen eigenen ſubjektiven Zweck; er will ſich, nicht den abſoluten Inhalt“ 277. Die Religion der Zweckmäßigkeit kann auch die Religion des Fatum genannt werden 277, 278 (O beſtimmte Religion) 2079
1 1 * = römiſche Religion Mithrasdienſt der Römer 433 (O perſiſche Religion). Gottesſohn⸗ ſchaft der römiſchen Kaiſer 462 (O ägyptiſche Religion) 16, 174, 180] Der metaphyſiſche Begriff der römiſchen Religion ift die Zweck⸗ mäßigkeit 13, 12, 14 (f. beſtimmte Religion), 45 81 (O jüdiſche Religion) „Die Religion der Zweckmäßigkeit oder des Ver— ſtandes“ 156—188 (O beſtimmte Religion) A. „Begriff dieſer Stufe“ 156—165. Rückblick auf die griechiſche und jüdiſche Religion 156, 157, 162. Die nächſte Forderung des Gedankens ift die Vereinigung von Allgemeinheit und Befonder: heit, „ſo daß die abſtrakte Notwendigkeit mit der Beſonderheit, mit dem Zweck in ihr ſelbſt erfüllt werde“ 157. Die griechiſchen Götter werden zu Mitteln herabgeſetzt und die Richtung auf das Eine, Ewige der jüdiſchen Religion geht ebenfalls verloren 157. Der Fortſchritt iſt, „daß der einzelne und die beſondern Zwecke zu Einem allgemeinen Zwecke erweitert werden“ 158 Charakteriſtik des zweckmäßigen Tuns in Natur und Leben 158, 160 Vergleich mit der griechiſchen Religion im Hinblick auf Zweck— mäßigkeit und Notwendigkeit 158, 159, 160 Der Begriff, die Freiheit iſt die Wahrheit der Notwendigkeit 159. „Zum Zwecke bedarf es eines Mittels“. „Im zweckmäßigen Tun kommt nichts heraus, was nicht ſchon vorher iſt“ 159. Es ſetzt die Realität zum Mittel herab 159, 160. Verhältnis vom Begriff zur Realität 160. Zunächſt ſtehen ſie ſich gegenüber 160, 161, dann zerſchmilzt die Realität im abſoluten Begriff 161 Der endliche Zweck iſt Verſtandesverhältnis und die Religion, die ſolche Grundlage hat, iſt Verſtandesreligion 161. Vergleich mit der jüdiſchen Religion, die auch eine Verſtandesreligion iſt 161. Vergleich mit unſrer heutigen Auffaſſung, wenn wir ſagen: Gott iſt die nach Zwecken und zwar nach Zwecken der Weisheit wirkende Macht 161, 162, 164. In der römiſchen Reli⸗ gion aber „iſt die Beſchränktheit der Zwecke die Grundbeſtim— mung, welche noch keine höhere über ſich hat“ 162. Die beſtimmten Zwecke ſind vorzüglich die menſchlichen, und das Allgemeine iſt auf dieſer Stufe das Zuſtimmen zu den beſonderen Zwecken 162, — es iſt das Glück 163, 170 2080
römiſche Religion 16 Abgrenzung des Glückes von Zufall und Vorſehung 163. Es iſt das Glück von einem beſtimmten Inhalt, und der Zweck dieſes Inhalts iſt der Staat 163. Der Staat iſt nur erſt der abſtrakte 163, er iſt Herrſchaft 163, 164. Abgrenzung von der ſittlichen Subſtantiali⸗ tät des griechiſchen Lebens und von dem Zweck der mohammeda⸗ niſchen Religion 163, 164. Die Vereinigung der allgemeinen Ein⸗ zelnheit mit der allgemeinen Macht iſt noch eine rohe, geiſtloſe 164. Ein Folge iſt die Selbſtſüchtigkeit des Individuums 164, 168, 170. B. Die Erſcheinung, Geſtalt der römiſchen Religion 165—175. Ihre große Verſchiedenheit von der griechiſchen Religion 165. Die römiſchen Götter ſind praktiſche, proſaiſche 165 1. Die Ernſthaftigkeit der Römer hält im Gegenſatz zur Heiterkeit der freien Griechen an dem Zwecke feſt 165, 166, 167; ohne Iro— nie, ohne Phantaſie 166. Kritik an dem Vergleich der griechiſchen und römiſchen Götter, den Dionyſius von Helikarnaß anſtellte 166, 167. Der römiſche Gott hat einen ganz beſtimmten Inhalt: Die Herrſchaft der Welt 167; Fortuna publica, Roma, Jupiter Capitolinus 168 2. Das Beſondere liegt außerhalb dieſer Einheit des Herrſchens 168, 170. Die übernommenen griechiſchen Götter find als rö— miſche „grau“ 168. So die Götter des Horaz und Virgil 169 11, 379]. Sie find ohne Humanität, proſaiſch und voll gemeiner Partikularität 169. Neben der allgemeinen Macht, die Herrſchen iſt, ſteht uneingegliedert das Beſtimmte 170. In der römiſchen Glückſeligkeitsreligion ſchaut ſich die Selbſtſucht in ihren Göttern an 170, 164, 168. Die Selbſtſucht hat das Gefühl ihrer Abhän⸗ gigkeit, fühlt ſich gedrückt 170, 171. Dies Bewußtſein verhält ſich in der Religion „in praktiſcher Selbſtiſchkeit“ 171. „Der Inhalt dieſer Götter ift eben praktiſche Nützlichkeit; fie dienen dem gemeinen Nutzen“ 171 3. Das Göttliche verliert ſich „ins ganz Einzelne“ 171, 172. Jupiter Pistor, Fornax, Vesta, Pales, Juno Moneta 172. Dem Nützlichen und dem Gedeihen gegenüber fixiert ſich das Schäd⸗ liche und das Mißlingen 172. Febris, Angerona, Fames, Robigo 173. Solche Götter zeigen den „gänzlichen Verluſt aller Idee“. Der Geiſt hauſt ſich ganz in das Endliche und unmittelbar Nütz⸗ liche ein 173, 174 In dieſem proſaiſchen Zuſtand der Macht liegt es nahe, „die Glockner, Hegel-Lexikon 131 2081
16 römiſche Religion gegenwärtige Macht ſolcher Zwecke, die individuelle Gegenwart ſolchen Glücks“ — den Kaiſer als Gott zu verehren 174, 180 15, 462] Alle befonderen Götter werden von der allgemein, realen Macht unterworfen 174. Man denke an Ciceros kalte Reflexionen über die Götter 174, 175. Rom iſt ein Pantheon der Götter; dieſe aber unterworfen dem Jupiter Capitolinus 175. Rom wurde die Ver— ſammlung aller Religionen 175 C. Der Kultus 175—182. „Es wird Gott gedient um eines Zwecks willen und dieſer Zweck iſt ein menſchlicher“ 175. „Der Kultus iſt das Setzen einer Macht zur Abhilfe und um ſeiner Not willen“ 176 Herrſchaft des Aberglaubens 176 (ſ. Aberglaube) [11, 380], 177 Cicero rühmt die Römer als die frömmſte Nation, die überall an die Götter denke, alles mit Religion tue 177. Er leitet deshalb auch Religion von religare ab. Tatſächlich iſt abftrafte Innerlich— keit vorhanden 177 „Die Not iſt im Ganzen die allgemeine Theogonie bei ihnen“ 177. Bedeutung des Orakels, der ſibylliniſchen Bücher 177, 178. Die römiſche Religion iſt keine politiſche; das Volk hat nicht das höchſte Bewußtſein ſeines Staats und ſeiner Sittlichkeit in ihr 177. Sie ſchließt ſich an die Staatshandlungen proſaiſch an 178 Die römiſche Virtus 178 (f. virtus). Die römiſchen Feſte und Schauſpiele 178. Ihre Minderwertigkeit 179. Es iſt „keine theo— retiſche Anſchauung ſubſtantieller Mächte vorhanden“ 179. Die Pantomime, blutige Menſchen- und Tierkämpfe werden zur Hauptſache 179, 180. „Anſchauen des hohlen, leeren Schickſals“ 180 Der allgemeine Zweck iſt Herrſchaft der Römer 181. Ihr ſteht „eine ganz abſtrakte Innerlichkeit des Individuums“ gegenüber. Die „abſtrakte Perſon“ gewinnt Anſehen als „die rechtliche“ 181. „Ein wichtiger Zug iſt dann die Ausbildung des Rechts, der Eigentumsbeſtimmung.“ Das Recht der Moralität, Sittlichkeit aber verſchwindet 181 Betrachtung der römiſchen Religion als Übergangspunft zur chriſtlichen Religion 182—188. In der römiſchen Religion wurde die Seite der Realität der Idee, die konkrete Einzelnheit ent— wickelt 182. Ziel iſt nun, „daß dieſe Einzelnheit, dieſe beſtimmte Beſtimmtheit in das Allgemeine zurückgenommen werde“ 182. 2082
römiſche Religion 16 Bei den Römern geſchah „die Fortbildung der Beſtimmtheit zur Totalität“ 182. Zunächſt iſt ſie „endliche Beſtimmtheit und durch die ſubjektive Rückkehr maßloſe (ſchlecht-unendliche) Endlichkeit“ 183. Es iſt die „unendliche Form, welche zur Anſchauung des Selbſtbewußtſeins gekommen iſt. Dieſe abſolute Form iſt zumal die Beſtimmung des Selbſtbewußtſeins ſelber, die Beſtimmung des Geiſtes. Das iſt die unendliche Wichtigkeit und Notwendigkeit der römiſchen Religion“ 183 Dieſe unendliche Subjektivität mit ihrem unendlichen Zweck, dieſe Beſtimmung des Geiſtes iſt in der römiſchen Welt gewonnen 183, 184 „Aber empiriſch iſt dieſe abſolute Form hier noch als dieſe, unmittelbare Perſon und das Höchſte in endlicher Weiſe aufgefaßt, iſt fo das Schlechteſte“ 184. Dies „Einhauſen in die Endlichkeit“ hat das Verſchwinden aller „fittlihen Lebendigkeit“ zur Folge 184, 185 Der Kaiſer hält dann deſpotiſch die endlichen Exiſtenzen zuſam⸗ men 184, 185. Er iſt „das Herabſteigen der Idee zur Gegenwart, aber ſo daß es der Verluſt ihrer in ſich ſeienden Allgemeinheit, der Wahrheit, des An- und Fürſichſeins und ſomit der Göttlich— keit iſt“ 185 Die Sehnſucht geht nach Aufnahme der „losgelaſſenen Endlichkeit in die unendliche Allgemeinheit des Denkens“ 185, und ebenſo ſoll „dieſe unendliche Allgemeinheit“ „gegenwärtige Wirklichkeit erhalten“ 186 Der Olymp, die Griechen mußten zu Grunde gehen, die Völker den Göttern abtrünnig werden und zum Bewußtſein ihrer Schwäche und Ohnmacht kommen, damit die römiſche Macht dies ungeheure Unglück, dieſer allgemeine Schmerz, die Geburtswehe der Religion der Wahrheit wurde 187 Die Buße der Welt, das Abtun der Endlichkeit dienten zur Be⸗ reitung des Bodens für die wahrhafte, geiſtige Religion 187. „Das orientaliſche Prinzip der reinen Abſtraktion mußte ſich mit der Endlichkeit und Einzelnheit des Abendlandes vereinigen“ 187, 188 (O beſtimmte Religion) Ahnlichkeit der römiſchen Kaiſerzeit mit der unſrigen, inſofern das unendliche Subjekt, abſtrakt gefaßt, ins endliche und be⸗ ſchränkte umſchlägt 196 (O abſolute Religion) 319 (O Gemeinde) 2083
17 19 13 11 13 19 -] 1 do 14 1 1 20 römiſche Religion / Roſe 151 (O orientaliſche Philoſophie) 6, 7, 12 (O Neuplatoniker) römiſche Skulptur 461-462 (ſ. Skulptur) Romulus und Remus 368, 370 (O Römer), 375 (O römiſche Religion), 382, 383, 384, 388 (O Römer) 427 (O griechiſche Götter) Roscellinus, Johannes Roscellinus’ Auseinanderſetzung mit Abälard im Streit der No— minaliſten gegen die Realiſten 155 (O ſcholaſtiſche Philoſophie), 180 „Roscellin“ 180—182 (O ſcholaſtiſche Philoſophie). Er iſt der ältefte Nominaliſt 180, 184, ſchrieb gegen die Dreieinigkeit, wurde als Ketzer verdammt 180, 181. Charakteriſtik des Univerſalien⸗ ſtreites 181, des ſcholaſtiſchen Realismus, der Realiften 181 und der Nominaliſten 182 (ſ. d. Art.). „Roscellin legte die allgemeinen Begriffe bloß in das Bedürfnis der Sprache“; „er behauptete, die Allgemeinen ſeien nichts als bloße abſtrakte Begriffe“, Lebendiges ſei nur im Individuum 182 Roſe (Roſenkreuzer) „Hier iſt die Roſe, hier tanze“ 35. „Die Vernunft als die Roſe im Kreuze der Gegenwart zu erkennen und damit dieſer ſich zu erfreuen, dieſe vernünftige Einſicht iſt die Verſöhnung mit der Wirklichkeit ... 35 (O Rechtsphiloſophie) 20, 392] Zur großen Bedeutung der Roſe in der perſiſchen Poeſie 492 (O Mohammedanismus) Der bekannte Roman de la Rose 412 (O mittelalterliche Poeſie) „Um die Roſe im Kreuz der Gegenwart zu pflücken, dazu muß man das Kreuz ſelbſt auf ſich nehmen“ 293 (O unmittelbare Re⸗ ligion) Roſe, Or. „Rede bei der Promotion des Dr. Roſe“ 528-531. 2084
2 1 1 0 2 1 20 20 1 1 E 5 . Roſe / Roſtock „Den 9. Decb. 1829.“ Gratulation für den Doktoranden 528, 531. Zur Beziehung des Studiums der Mineralogie zur Philoſophie 528. Zum Gegenſatz zwiſchen Sinnenerkenntnis und Geiſtes— erkenntnis, zwiſchen Beobachtung und Nachdenken. An dieſen Gegenſatz ſchloß ſich in ihrer Art die Religion an 529. Aber Maß und Definition ſtehen der Philoſophie nahe und ſie freut ſich am Fortſchritt einer Wiſſenſchaft, die nicht ein Aggregat von Wiſſenswertem iſt, ſondern ſich um Definition und Maß bemüht 530, 531 / Am 9. Dezbr. 1820 (!) wurde der Mineraloge Gustav Rose zum Dr. phil. promoviert. H. Gl.] Röſel, Auguft Johann Röſels Inſektenbeluſtigungen 73 (O Nachahmung) Roſen, Friedrich Auguſt Seine Bearbeitung des Rigweda 217 Fußn. (O Indien) Seine „Radices linguae sanseritae“ 91 (O Humboldt, W. v.) Roſenkreuzer (Roſe) 392 (O Schubarth) [7, 35]; 448 (O abſtrakt) Roß, Sir John (bzw. Sir James Clark) Roß zur Religion der Eskimo 178 8 Fußn. (O unmittelbares Wiſſen), 302 302 (O Zauberei) Roſſini, Gioacchino Antonio Stellungnahme zum Streit für und wider Roſſini 207. „Die Geg— ner verſchreien namentlich Roſſinis Muſik als einen leeren Ohrenkitzel, lebt man ſich aber näher in ihre Melodien hinein, ſo iſt dieſe Muſik im Gegenteil höchſt gefühlvoll, geiſtreich, und eindringend für Gemüt und Herz, wenn ſie ſich auch nicht auf die Art der Charakteriſtik einläßt, wie ſie beſonders dem ſtrengen deutſchen muſikaliſchen Verſtande beliebt“ 207 (O Muſik). Freilich dem Text wird Roffini nur allzuhäufig ungetreu 207, 217 (O Muſik) Roftod 19 439 (O Grotius) 2085
De 10 1 . 9 20 oo -1 Rot / Rouſſeau Rot Zum Gegenſatz von Rot und Grün 349 9. Das Gelbe mehr ins Dunkle gezogen, oder das Blaue mehr ins Helle wird Rot 349 G, 350 O. Das Rot iſt die aktive Vermittlung. „Das Not iſt die königliche Farbe, das Licht, welches die Finſternis überwunden und vollkommen durchdrungen hat: dieſes Angreifende für das Auge, dieſes Tätige, Kräftige, die Intenſität der beiden Extreme“ 350 O. Rot drückt „Ernſt und Würde, wie Huld und Anmut aus“ 350 & (O Farbenlehre). Der rote Schatten 3518 Das Purpurrot iſt die königliche Farbe 1368 (O Empfindung) „Das eigentliche Rot iſt die wirkſame königliche konkrete Farbe, in welcher ſich Blau und Gelb, die ſelbſt wieder Gegenſätze ſind, durchdringen“ 66 (O Farbe), 173 (O Muſik) Roth, Albrecht Wilhelm Zur Fortpflanzung aller von Roth zur Gattung Ceramium gerechneten Arten 510 8 (O Pflanze) Roth, Friedrich Herausgeber von „Hamanns Schriften“ 203 (ſ. Hamann) Roth, Karl Johann Friedrich von Schenkung an die Bibliothek des Nürnberger Gymnaſiums durch „die Güte des königlichen Ober-Finanz-Ratsherrn Roth in Mün⸗ chen“ 278 (O Gymnaſialreden) Rouſſeau, Jean Jacques 79 (O Rechtsphiloſophie). Zum „pädagogiſchen Verſuche, den Menſchen dem allgemeinen Leben der Gegenwart zu entziehen und auf dem Lande heraufzubilden (Rouſſeau im Emile)“ 235 (O Sittlichkeit) Rouſſeaus Verdienſt, „den Willen als Prinzip des Staats auf— geſtellt zu haben“ 330 (O Staat) 332 Fußn. (O Staat) Rouſſeaus treffende Unterſcheidung, wonach „die Geſetze eines Staats aus dem allgemeinen Willen (der volonte generale) her⸗ vorgehen müßten, aber deshalb gar nicht der Wille aller (volonté de tous) zu fein bräuchten“ 3608 (0 Begriff) 2086
11 14 17 18 19 20 19 14 Rouſſeau / Rückert Rouſſeau hat erkannt, daß keine Freiheit mehr ſei, wenn die Minorität der Majorität weichen müſſe 76 (O Staat) Zu Rouſſeaus Irrtum, „der den Zuſtand der Wilden Amerikas als einen ſolchen vorgeſtellt hat, in welchem der Menſch im Beſitz der wahren Freiheit ſei“ 443, 444 (O Völkerwanderung) Rouffeau hat „der Melodieloſigkeit der älteren Franzoſen gegen⸗ über, die melodiereiche Muſik der Italiener vorgezogen“ 206 (O Muſik) „Der Staat muß auf dem allgemeinen Willen beruhen, — ſagt man das iſt an und für ſich ſeiender Wille, — oder der Wille der Einzelnen; das Letzte iſt atomiſtiſch, fo Rouſſeaus contrat social“ 385 (O Leukipp) Rouſſeaus Forderung, „daß die Willkür des Einzelnen als Ein: zelnen, das Ausſprechen des Einzelnen notwendig ſei“ 295 (O Plato) Rouſſeau und Hume 494 (O Hume). Der „Rouſſeau'ſche Natur⸗ zuſtand“ 510 (O franzöſiſche Philoſophie) 514, 519. Rouſſeaus Faſſung des Staates 527, 528, 528 Fußn. (ſ. franzöſiſche Philoſophie). Rouſſeau und Hume als die beiden Ausgangspunkte der deutſchen neueren Philoſophie 532 (O neuere Philoſophie) „Die Rouſſeauſche Beſtimmung, daß der Wille an und für ſich frei iſt, hat Kant aufgeſtellt“ 588, 552 (O Kant). „Fichte macht im Naturrecht die Freiheit zum Prinzipe; es iſt aber, wie bei Rouſ⸗ ſeau, Freiheit in der Form des einzelnen Individuums“ 639 (O Fichte) 206, 264 (O Hamann) Royer-Collard, Pierre Paul Er geht nach ſchottiſcher Philoſophie von den Tatſachen des Be⸗ wußtſeins durch gebildetes Räſ onnement und Erfahrung zu wei⸗ terer Entwicklung fort 505 (O ſchottiſche Philoſophie) Rubens, Peter Paul 31 (O Malerei) Rückert, Friedrich 2087
12 13 14 O 12 15 5 12 13 19 10 12 Rückert / Rührung Rückerts Verdienſt um Überſetzung des Oſchelaleddin⸗Rumi 490 (O Mohammedanismus) Seine geiſtreiche Freiheit bei ſubjektiv inniger Tiefe 239 (O Hu⸗ mor) Rückerts Überſetzung der Makamen des Hariri 401 (O orienta⸗ liſches Epos) Rudolphi, Karl Asmund Rudolphi über Flechten und Pilze 489 8 (O Geologie), über die Reizbarkeit von Mimoſen 507 g, über die phyſiologiſche Kon⸗ ſtruktion der Pflanze 529 8 (O Pflanze) Rudra 460 (O indiſche Kunſt) 376, 380, 382 (O indiſche Religion) Ruhe Die Ruhe im formalen mechaniſchen Prozeß 189, 190, 193, 199 und im abſoluten Mechanismus 195 (O Mechanismus) Bedeutung der tatlos ewigen Ruhe für das Ideale im Aunftſchönen 243 (O Kunſtſchönes) Zum Ausdruck der unwandelbaren Ruhe auf der Stirn der grie— chiſchen Götter 76, 79. Sie verlieren dieſe Ruhe in der Auflöſung der klaſſiſchen Kunſtform und werden in die Gegenſätze und Kämpfe der beſchränkten Endlichkeit hineingelockt 101 (f. griechiſche Götter) Die Ruhe der idealen Skulpturgeſtalt 403, 404 (O Skulptur), 435 (O Statue) Nach Spinoza ſind in jedem Attribute zwei Modi; Ruhe und Be⸗ wegung in der Ausdehnung, in dem Denken Verſtand und Wille 391 (O Svinoza) Ruhm 432 [P. St. 6, 300] (O Weltgeſchichte) Rührung (Mitleid) Zur Forderung, die Kunſt müſſe rühren 315 (O Pathos) 2088
Rührung / Ruſſel 14 Die Selbſtaufgabe iſt das Rührende in der romantiſchen und religiöſen Liebe 36. „Die Rührung iſt das Gefühl des dialek⸗ tiſchen Widerſpruchs, die Perſönlichkeit aufgegeben zu haben und doch ſelbſtändig zu ſein, ein Widerſpruch, der in der Liebe vor⸗ handen und in ihr ewig gelöſt iſt“ 36 (O Malerei) 553 (O Kolliſion) Ruine 11 Die Ruinen vormaliger geſchichtlicher Herrlichkeit 112 (O Welt⸗ geſchichte) 16 „Wir ſehen die Erde mit Ruinen bedeckt“ 533 (O Gottesbeweiſe) Aumford, Benjamin Thompſon, Graf von 9 Die Rumfordiſchen Verſuche über die Erhitzung der Körper durch Reibung beim Kanonenbohren 2538, 256 @ (O Wärme) Rumohr, Karl von 12 Polemik Rumohrs in ſeinen »Italieniſchen Forſchungen« gegen den Gebrauch des Wortes Idee 154. Nach ihm begreift Schönheit „alle Eigenſchaften der Dinge, welche den Geſichtsſinn befriedigend anregen, oder durch ihn die Seele ſtimmen und den Geiſt erfreun“ 155. Die drei Arten dieſer Eigenſchaften 155 (O Schönes), 222, 223 (O Kunſtſchönes), 232 (O holländiſche Malerei) Rumohrs Kampf gegen die idealiſchen Kunſtdarſtellungen 236 und ſeine Forderung, der Künſtler ſolle ſich ganz dem Studium der Naturform in die Arme werfen 237 (O Kunſtſchönes). Ru: mohrs Auffaſſung des Stils in der Kunſt 394 (O Stih und ſeine Anſicht, es ſei unſtatthaft, „die Stilgeſetze der einen Kunſtgattung auf die der anderen zu übertragen“ 395 (O Stil) 14 Rumohrs Kritik der griechiſchen Madonnen und Chriſtusbilder byzantiniſcher Gemälde 104 (O byzantiniſches Reich). Rumohr zu Duccio und Cimabue 109. Über die Farbenzubereitung der Neugriechen und Italiener 110, zu Giotto 110, 111, zu Maſaccio und Fieſole 111, 112, 113, zur italieniſchen Malerei des 15. Jahr⸗ hunderts 114, zu Leonardo da Vinci 115, über die umbriſche Malerſchule ſeit der Mitte des 15. Jahrhunderts 116 (O Malerei) Ruſſel, Lord John 20 499 (O Reformbill) 2089
7 Rußland / Sache Rußland Rußland fehlt der Mittelſtand 403 (O Verfaſſung) 9 Ruſſiſche Hornmuſik 339 8 (O Farbenlehre) 11 149 (O Europa), 446 (O Völkerwanderung) 12 Ruſſiſche Leibeigenſchaft 288 (O Kolliſion) Saadi, Scheich Moslih ud Din 14 Die epiſche Kunſt der Perſer nimmt zum Teil in ihrer reichen 1 — 11 He Lebenserfahrung eine Wendung gegen das Didaktiſche hin, wor: in der weitgereiſte Saadi Meiſter war 402 (O orientaliſches Epos) Sabakon König der Athiopier, machte ſich zum König in Agypten 269, 273 (O Agypten) Sabiner 366. Die Sabiner ſind ein Element des römiſchen Volkes 373 (O Römer). Die ſabiniſche Stadt Cures 375 (O römiſche Religion). Numa war der Erzählung nach Sabiner, „welches Volk ſich ſchon unter Romulus vom Tatius geführt auf einem der römiſchen Hügel niedergelaſſen haben ſoll“ 384 (O Römer) Sache (Ding) „Das geiſtige Tierreich und der Betrug, oder die Sache ſelbſt“ 303-822 (f. Vernunft), 314, 315, 320, 321 (O Vernunft), 491 (O Gewiſſen). Unterſchied zwiſchen Ding und Sache 315. Charakteriſtik der „abſoluten Sache“ 322 (f. Vernunft) 352 (O Sittlichkeit). „Subſtantialität überhaupt hat die Sache ſelbſt in der Sittlichkeit“ 491 (O Gewiſſen) Sache und Ding 30, 31 (O Logik). Wenn man ſagen wollte, „es ſolle nicht mit dem Anfange angefangen werden, ſondern gerade⸗ zu mit der Sache, ſo iſt dieſe Sache nichts als jenes leere Sein; denn was die Sache ſei, dies iſt es, was ſich eben erſt im Verlaufe der Wiſſenſchaft ergeben ſoll, was nicht vor ihr als bekannt vor⸗ ausgeſetzt werden kann“ 80 (O Sein) Die „ſich in ihrem Wechſel der Maße in ſich ſelbſt kontinuierende Einheit iſt die wahrhaft beſtehenbleibende, ſelbſtändige Materie, 2090
* 1 10 12 19 11 Sache / Sachſen Sache“ 463 (ſ. Maß). „Es iſt das Tun der Sache, ſich zu bedingen, und ihren Bedingungen ſich als Grund gegenüberzuſtellen“ 592 (O Grund) „Hervorgang der Sache in die Exiſtenz“ 592—596 (ſ. Grund) Die Identität des Innern und Außern des Seins iſt „die abſolute Sache“ 656 (ſ. Verhältnis), 658 Die Sache hat wie das Objektive die entgegengeſetzten Bedeutun⸗ gen. Einmal hat ſie die Bedeutung des Subſtantiellen, das andere Mal iſt „die Sache das Gegenteil des Subſtantiellen, das ſeiner Beſtimmung nach nur Äußerliche“ 95 (O Eigentum) „Der Gebrauch der Sache“ 113—120 (ſ. Eigentum) Faſſung der entwickelten Außerlichkeit als Inhalt, als an und für ih beſtimmte Sache 330 H. Entwicklung zur „Wirklichkeit der Sache“ 330 (f. Wirklichkeit) „Die Sache iſt ebenſo a) ein Vorausgeſetztes; als geſetzte nur erſt ein Inneres und Mögliches, und als voraus ein für ſich ſelbſtän— diger Inhalt; 8) fie erhält durch die Verwendung der Bedingun⸗ gen ihre äußerliche Exiſtenz, das Realiſieren ihrer Inhaltsbeſtim⸗ mungen, welche den Bedingungen gegenſeitig entſprechen, ſo daß ſie ebenſo aus dieſen ſich als Sache erweiſt und aus ihnen hervor⸗ geht“ 336 H. Verhältnis der Sache zur Bedingung 336 S, zur Tätigkeit 336 8, 337 8 (O Wirklichkeit) Die Intelligenz erkennt im Namen die Sache 359 P. St. 6, 271] (O Denken) 386 [P. St. 6, 283] (O Eigentum) Sachs, Hans Er hat „unſern Herr Gott, den Gott Vater, Adam, Eva und die Erzväter, mit friſcher Anf chaulichkeit freilich und frohem Gemüt, im eigentlichſten Sinne des Worts vernürnbergert“ 358, 359 (O Kunſtſchönes) „Hans Sachs hat die göttliche Geſchichte vernürnbergert“ 194, 302 Sachſen 446, 461, 462 (O Völkerwanderung), 468, 474, 507 (O Mittel⸗ alter) 2091
1 1 2 1 2 1 1 1 1 > 1 0 1 — 9 sacra / Saiten Sacra 369 (O Römer). Bei den Römern ſpielen die sacra eine höchſt wichtige Rolle. „Das Unbefangenſte bildete ſich alſobald zu einem sacrum und verſteinerte gleichſam zu demſelben“ 376. „Die Kenntnis dieſer sacra iſt ohne Intereſſe und langweilig und gibt neuen Stoff zu gelehrten Unterſuchungen“ 376. „Die alten Kö⸗ nige waren zugleich auch reges sacrorum“ 376, 377 (O römiſche Religion). „Jede gens iſt ein feſter Stamm für fi, der feine eigenen Penaten und sacra für ſich hat“ 381, 383. Stellung des Volks zu den sacris 389, 369, 390, 397 (O Römer) Sage Sagen ſind von der urſprünglichen Geſchichte auszuſchließen, „denn ſie ſind noch trübe Weiſen, und daher den Vorſtellungen trüber Völker eigen“ 26 (O Geſchichtsſchreiber) Sailer, Johann Michael Hamanns Liebe zu Sailers Gebetbuch 267 (O Hamann) Saint⸗Martin, Antoine Jean Sein Verdienſt um die mongoliſche Literatur 94—95 Fußn. (O Weltgeſchichte) 155 (O Solger) Saint⸗Maurice Kloſter St. Maurice in Wallis 468 (O Mittelalter) Sais Bildnis der Göttin zu Sais 291 [15, 472] (f. Neith) Sais als Mittelpunkt des ägyptiſchen Reichs 268. Das große Totenfeld in der Ebene bei Sais 285 (O Agypten) Saiten Das Schwingen der Saite 238 8, 241 O, 242 H. Die Schwin⸗ gungsknoten 238 8, 2418, 2469. Das ſelbſtändige ſich Teilen der ſchwingenden Saite 245 O, 246 8 (O Klang) 14 Bedeutung von Dicke, Spannung und Länge einer Saite für Höhe und Tiefe des Tons 173, 169, 172 (O Mufit) 2092
1 A 11 17 19 13 13 D Saiten / Salz Esperimente des Pythagoras an der Saite 279 [14, 173] (O Py⸗ thagoras) Salamis Schlacht bei Salamis 335 (O Perſerkriege) 399 (O Anaxagoras) Salitter Böhmes „göttlicher Salitter“ 300, 301. Man weiß nicht ſogleich, was der große Salitter, auch Salniter bedeuten ſoll. „Aber es iſt eine ſchuſtermäßige Radebrechung des Worts sal nitri, Salpeter ..., d. h. alſo eben noch das neutrale und in Wahrheit allgemeine Weſen“ 307, „das verborgene, nicht geoffenbarte Weſen“ 308, 312; „das Erſte iſt der Salitter, das Neutrale“ 315, 318, 325, 327 (O Böhme) 362 (O Descartes) Salluſt, Gaius S. Crispus 118 (O Satire) Salomo 69 8 (O Logik) Die Sprüche und Weisheit Salomonis 249 (O Poeſie) Die Sprüche Salomonis 200 (O ſieben Weiſe) Sein Rätſellöſen 133 (O Eubulides) 285 (O Bacon) Salſette Seine unterirdiſche Architektur 288 (O ſymboliſche Architektur) Salz. Salz als eines der vier Elemente des Paracelſus 183 9 (O Planet), 297 [P. St. 6, 190] (O Phyſik). Das Salz als „individualiſierte Neutralität“ 1930 (© Waſſer). Das Salz als Produkt der Neutraliſation 428 8, 429 [P. St. 6, 197, 4310 (O Waſſer), 433 G, 440 C, 442 0 (O Chemismus) 2093
Samarkand / Sanherib Samarkand 11 455 (O Mohammedanismus) Samniten 11 393 (O Römer) Samos 17 226 (O Anaximander), 238, 239, 242 (O Pythagoras), 316 (O Me⸗ liſſos) 18 475 (O Epikur) Samothrake 17 20 (O Philoſophiegeſchichte) Samuel 18 Samuels Gräulichkeiten gegen Saul 287 (O Plato) 19 Samuel über die Rechte der Prieſterſchaft 271 (O neuere Philo⸗ ſophie) Sanchuniathon 17 Zu Sanduniathons Kosmogonie 118, 119, 118 Fußn. (O Philo⸗ ſophiegeſchichte) Sand, Karl Ludwig 20 Solgers Außerungen über die Sandſche Mordtat 150, dieſe „ſtu⸗ pide Dummheit, durch den Mord des alten Waſchlappens das Vaterland retten zu wollen!“ 150, 151 (O Solger) Sandbank 14 „Sandbank der Endlichkeit“ 574 (O Tragödie) 15 „Sandbank der Zeitlichkeit“ 21 (O Religionsphilofophie) Sängerkrieg | 12 Sängerkrieg auf der Wartburg 527 (O Rätfel) Sanherib 11 269 (O Agypten) 2094
17 Sankhyaſyſtem Sankhyaſyſtem Das Sankhyaſyſtem 164—177 (O indiſche Philoſophie). Sein Urheber wird Kapila genannt 164. Die Sankhya teilt ſich in verſchiedene Schulen 164. Ihr Zweck iſt, wie der aller indiſchen Schulen, „die Mittel anzugeben, wodurch die ewige Glückſeligkeit ſowohl vor dem Tode, als nach dem Tode zu erlangen iſt“ 164, 165. Übereinftimmung mit dem Vedas und Verſchiedenheit von ihnen 164, 165. Die Seligkeit, d. h. vollſtändige und ewige Be⸗ freiung von jeder Art Übel, wird erreicht »durch die wahrhafte Wiſſenſchaft« 165, 164. Die Sankhya iſt ſo eine Denklehre 165 Die drei Abſchnitte der Sankhya ſind 1. die Weiſe des Erkennens, 2. der Gegenſtand des Erkennens, und 3. die beſtimmte Form des Erkennens der Prinzipe 165 1. Es gibt in Rückſicht der Weiſe des Erkennens drei Arten: Wahrnehmung, Räſonnement, Affirmation 165, 166 2. „Der Gegenſtände des Erkennens oder »der Prinzipien gibt das Sankhya-Syſtem fünfundzwanzig an«“ 166. Kritik an der wiedergegebenen Zuſammenſtellung 167, 166 Die Seele iſt die Vereinigung der Prinzipe 167. Colebrookes Unterſcheidung des theiſtiſchen von dem atheiſtiſchen Syſtem der Sankhya 167, 173, 174. Durch die »Vereinigung der Seele und Natur ſei die Schöpfung bewirkt, beſtehend in der Entwickelung der Intelligenz und der übrigen Prinzipe« 167, 168. Der Aus— druck für die Einigkeit der Natur und Seele iſt Lingam 168 Charakteriſtik der Schöpfung der konkreten Wirklichkeit 168, 169. Den drei der materiellen Schöpfung angehörigen Welten ſetzt das Syſtem die intellektuelle gegenüber, »beſtehend in Berftandesvermögen, Empfindungen 169 Charakteriſtik der vier Klaſſen der Empfindungen 169, 170 Den Hauptpunkt des Syſtems bilden die drei Qualitäten der abfoluten Idee, »die als Subſtanzen, als Modifikationen der Natur vorgeſtellt werden- 170. Zur Geſchichte der Dreiheit 170, 171 (ſ. Dreiheit). Von den drei Qualitäten der Idee iſt die erſte die Güte, die zweite die Häßlichkeit oder Leidenſchaft und die dritte die Finſternis, die Negation 171. „Das dritte Prinzip iſt nicht die Rückkehr in das erſte, wie der Geiſt, die Idee dies fordert, ver— mittelſt des Aufhebens der Negation ſich mit ſich ſelbſt zu ver— mitteln und in ſich ſelbſt zurückzugeben“ 172. Über die Bor2095
17 2 1 1 — 1 Det Sankhyaſyſtem / Sansjouci ſtellungen von dieſen drei Qualitäten in der Sankhya, in den Veden 172 Uber die „näheren Beſtimmungen der Intelligenz in Rückſicht auf dieſe Qualitäten“ 172, 173 Colebrootes Charakteriſtik der theiſtiſchen und atheiſtiſchen Tei⸗ lung der Sankhya 173, 174, 167 3. Über die beſtimmte Form des Erkennens der Prinzipe 165, 174-176. Der Zuſammenhang im Schluß durch das Verhältnis von Urſache und Wirkung iſt eine Hauptbeſtimmung 174, 166. Aber »die Wirkungen exiſtieren ſchon vor dem Wirken der Urſache; denn was nicht egiftiert, kann nicht durch Kauſalität in die Exiſtenz geſetzt werden« 174. „Der Unterſchied von Urſache und Wirkung iſt nur ein Formenunterſchied“ 175 „Die Inder ſchließen nun auf »eine allgemeine Urſache, welche ununterſcheidbar iſt«“ 175, auf die Seele 175, 176. Der Natur werden die drei Qualitäten: Güte, Leidenſchaft, Finſternis zuge⸗ ſchrieben 176 Betrachtung des Verhältniſſes der Natur zum Geiſt 176, 177. Unterſcheidung der Ichheit von der Seele 177. Auflöſung der Ichheit 177 (O indiſche Philoſophie) Vergleich der Sankhya mit Nyaya 179 (O Nyaya) Kriſchnas „Sankhya-Weiſe“ 68, 73, 92. Colebrooke zur Sankhya 69, 73, 86. Er charakteriſiert die Sankhya als ein Syſtem, „in welchem die Präziſion des Zählens oder Rechnens in der Aufzählung ſeiner Prinzipien beobachtet werde; — Sankhya heiße eine Zahl“ 69, 70, bedeute „Räſonnieren oder Nachdenken“ 70, 73, 86, 92. Unterſchied der indiſchen Philoſophie, welche Sankhya— Lehre iſt, von dem, was in dem Bhagavad-Gita Sankhyalehre heißt 70, 71. Schilderung der Macht des Yogi in der Sankhyalehre 92, 93 (O Humboldt, W. v.) Sanskrit Zur großen Entdeckung des Zuſammenhangs der europäiſchen Sprachen mit der Sanskritſprache 96 (O Weltgeſchichte) Sansſouci Zur „höchſt großartigen Terraſſe von Sansſouci“ 351 (O Gartenbaukunſt) 2096
Sappho / Satire Sappho 12 Der Grieche kennt die romantiſche Liebe nicht. „In den Oden der Sappho ſteigert ſich zwar die Sprache der Liebe zu lyriſcher Be⸗ geiſterung, doch iſt es mehr die ſchleichende verzehrende Glut des Blutes, welche ſich ausdrückt, als die Innigkeit des ſubjektiven Herzens und Gemüts“ 180 (O Liebe) 13 Sappho als Lyrikerin 471 (O griechiſche Lyrik) Sarazenen 11 457, 458 (O0 Mohammedanismus), 469 (O Mittelalter), 475 (O Kirche), 497, 499 (O Kreuzzüge), 502, 507 (O Mittelalter) 19 209 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Sardanapal 11 248, 249 (O Medien) Sardinien 11 393 (O Römer) 17 196 (O ſieben Weiſe) Satire 13 „Die Satire“ 113—119 (O klaſſiſche Kunſtform). Wie am End: punkt der ſymboliſchen findet ſich auch am Ende der klaſſiſchen Kunſt „die Abſcheidung der Geſtalt als ſolcher von ihrer Bedeutung“ 113 a) Bedeutung und Geſtalt ſtehen ſich aber nicht wie am Ende der ſymboliſchen Kunſt fremd, doch freundlich, ſondern ausgeſprochen feindlich gegenüber 113 b) Der Inhalt ſind nicht mehr Abſtraktionen in Reflexionsform, ſondern eine Subjektivität, welche die Herrſchaft über die ihr nicht mehr angemeſſene Geſtalt und äußere Realität überhaupt zu erringen ſucht 114, 115. Doch iſt die Subjektivität eine bloß abſtrakte, endliche, unbefriedigte 115 „Die Kunſtform, welche dieſe Geſtalt des hervorbrechenden Gegenſatzes der endlichen Subjektivität und der entarteten Außerlichkeit annimmt, iſt die Satyre“ 115. Sie iſt die Übergangsform des klaſſiſchen Ideals zur romantiſchen Kunſtform 116 Glockner, Hegel-Lerifon 132 2097
13 14 13 — E 11 15 16 17 19 Satire / Saturn e) Die Satire kommt den Römern eigentümlich zu 116, 117 (ſ. römiſche Poeſie) [14, 404, 473]. „Der Geiſt einer tugendhaften Verdrießlichkeit über die umgebende Welt iſt es, der ſich zum Teil in hohlen Deklamationen Luft zu machen ſtrebt“ 117. In Horaz Satiren findet ſich „eine feine und gebildete, aber nicht eben poetiſche Luſtigkeit“ 117. Salluſt, Livius, Tacitus, Perſius, Lukian 118 „Heutigen Tages wollen keine Satiren mehr gelingen. Cotta und Goethe haben Preisaufgaben auf Satiren geſtellt; es ſind keine Gedichte dieſer Gattung eingegangen“ 118. Notwendigkeit der Fortentwicklung des Subjektiven zur Verſöhnung 119 Lehrgedichte und Satiren eignen ſich beſonders für das Rheto⸗ riſche und Deklamatoriſche 287 (O Poeſie) 404, 472, 473 (ſ. römiſche Poeſie), 534 (O Komödie) Satiriker Horaz 117. „Unter den Satirikern iſt beſonders Perſius von vieler Herbigkeit, bitterer als Juvenal. Später ſehen wir endlich den griechiſchen Syrer Lukian ſich mit heiterem Leichtſinn gegen alles, Helden, Philoſophen und Götter kehren“ 118 (O römiſche Poeſie) Saturn Beziehung der Saturn trabanten zur Zahlenreihe des Timäus 29 (O Planet) Stellung des Saturn in der Planetenreihe 149 . Der Saturn hat das Zeichen des Bleis 1828 (O Planet) [19, 69] 441 (O Germanen) Zur Vorſtellung eines verlorenen ſaturniſchen Zeitalters 287 (O Sündenfall) „Dem Römer ſchwebt die Zeit Saturns, der Zuſtand der Unſchuld vor, und die Befriedigung der Bedürfniſſe, die dieſem angemeſſen ſind, erſcheinen als eine Menge von Göttern“ 172 (O römiſche Religion) 281 (O Pythagoras) Bedeutung des Saturn für die werdende Seele im Glauben der Nachfolger Plotins 68, 69 2098
13 14 = Satyr / Satz Satyr (Faun) Die Alten ſtellten die Satyrn nackt dar 409 (O Kleidung). Die Satyrfigur als Miſchung von Menſch und Tier 428. In ſie iſt „menſchliches Bedürfnis, Lebensfröhlichkeit, ſinnlicher Genuß, Befriedigung der Begierde“ hineingelegt 429. Die jungen Satyrn ſind von den Alten ſehr ſchön geſtaltet worden 429 (O Skulptur) Satyrſpiel 537 —538 (ſ. Drama) Satz „Ein durch die Reflexion Geſetztes, ein Satz iſt für ſich ein Be— ſchränktes und Bedingtes, und bedarf einen anderen zu ſeiner Begründung, uff. ins Unendliche.“ Er iſt unfähig, das Abſolute auszudrücken 61 (O Fichte) „Die Natur des Urteils oder Satzes überhaupt, die den Unter— ſchied des Subjekts und Prädikats in ſich ſchließt, wird durch den ſpekulativen Satz zerſtört“ 57. „Im philoſophiſchen Satze ſoll die Identität des Subjekts und Prädikats den Unterſchied derſelben, den die Form des Satzes ausdrückt, nicht vernichten, ſondern ihre Einheit fol als eine Harmonie hervorgehen. Die Form des Satzes iſt die Erſcheinung des beſtimmten Sinnes oder der Akzent, der ſeine Erfüllung unterſcheidet; daß aber das Prädikat die Subſtanz ausdrückt, und das Subjekt ſelbſt ins Allgemeine fällt, iſt die Einheit, worin jener Akzent verklingt“ 57, 58. Erläuterung an dem Beiſpiel: Gott iſt das Sein 58. „Der philoſophiſche Satz, weil er Satz iſt, erweckt die Meinung des gewöhnlichen Verhältniſſes des Subjekts und Prädikats, und des gewöhnten Verhaltens des Wiſſens. Dies Verhalten und die Meinung desſelben zerſtört ſein philoſophiſcher Inhalt“ 59. Zur dialektiſchen Bewegung des Satzes 59, 60 (f. Phänomenologie) „Vom Urteil iſt der Satz zu unterſcheiden, in welchem von einem Subjekte etwas ganz Einzelnes, Geſchehenes ausgeſagt wird, oder auch wie in den allgemeinen Sätzen etwas, mit welchem es nach der Notwendigkeit zuſammenhängt, zu dem es wird und ſich weſentlich als Entgegengeſetztes verhält“ 148 (O Urteil) „Satz“ 176—177 (O Weſen) § 36 „Der Satz enthält die Momente des Inſichbleibens oder der 2099
= — E Satz Sichſelbſtgleichheit und des reinen Unterſcheidens. Jenes wäre die reine Materie, dies die reine Form“ 176 8 37 Beziehung der Materie zu Form und Inhalt 176 § 38 o) Charakteriſtik des einfachen Satzes der Identität 176, 177 8 39 6) Charakteriſtik des Satzes der gleichgültigen Verſchieden⸗ heit 177 § 40 ) Charakteriſtik des Satzes der Entgegenſetzung 177 $ 41 d) Charakteriſtik des Satzes des Grundes 177 (ſ. Grund) „Der Satz, in Form eines Urteils, iſt nicht geſchickt, ſpekulative Wahrheiten auszudrücken.“ „Das Urteil iſt eine identiſche Be⸗ ziehung zwiſchen Subjekt und Prädikat.“ „Iſt nun aber der In⸗ halt ſpekulativ, ſo iſt auch das Nichtidentiſche des Subjekts und Prädikats weſentliches Moment, aber dies iſt im Urteile nicht ausgedrückt“ 99 (O Werden) „Der Satz unterſcheidet ſich vom Urteil vornehmlich dadurch, daß in jenem der Inhalt die Beziehung ſelbſt ausmacht, oder daß er eine beſtimmte Beziehung iſt. Das Urteil dagegen verlegt den Inhalt in das Prädikat, als eine allgemeine Beſtimmtheit, die für ſich und von ihrer Beziehung, der einfachen Copula, unterſchieden iſt“ 506, 507 (O Reflexionsbeſtimmungen) Es liegt „in der Form des Satzes, in der die Identität ausge⸗ drückt iſt, mehr als die einfache, abſtrakte Identität; es liegt dieſe reine Bewegung der Reflexion darin, in der das Andere nur als Schein, als unmittelbares Verſchwinden auftritt“ 513, 514. „Die Form des Satzes kann als die verborgene Notwendigkeit ange⸗ ſehen werden, noch das Mehr jener Bewegung zu der abſtrakten Identität hinzuzufügen“ 514 (O Identität) [8, 268, 269, P. St. 6, 71] „Ein Satz hat zwar im grammatiſchen Sinne ein Subjekt und Prädikat, iſt aber darum noch kein Urteil. Zu Letzterem gehört, daß das Prädikat ſich zum Subjekt nach dem Verhältnis von Begriffsbeſtimmungen, alfo als ein Allgemeines zu einem Befondern oder Einzelnen verhalte“ 69, 70, 77 (O Urteil) „Die Form des Satzes oder beſtimmter des Urteils iſt ungeſchickt, das Konkrete, — und das Wahre iſt konkret, — und Spekulative auszudrücken; das Urteil iſt durch ſeine Form einſeitig und inſo— fern falſch“ 105 (0 Logik), 197 (O Spekulatives), 213 9, 212 0 (O Sein). Iſt der Gedanke, die Sache nur im Prädikat ent⸗ 2100
1 1 1 Satz / Säugetier 8 halten, ſo iſt die Form eines Satzes völlig überflüſſig 202 (O Sein), 104 (O Logik) „Die Urteile find von den Sätzen unterſchieden; die letztern ent⸗ halten eine Beſtimmung von den Subjekten, die nicht im Ver⸗ hältnis der Allgemeinheit zu ihnen ſteht, — einen Zuſtand, eine einzelne Handlung und dergleichen“ 367, 368 [P. St. 6, 103] 5 „Für die entwickelte vernünftige Betrachtung des Endlichen gel⸗ ten nicht mehr die einfachen Formen eines Satzes“ 210 (O End⸗ lichkeit) „Verſöhnung, Wahrheit, Freiheit iſt allgemeiner Prozeß, und da⸗ her nicht in einem einfachen Satz auszuſprechen, ohne Einſeitig⸗ keit“ 208, 210 (O abſolute Religion) Darlegung, warum die Natur eines Satzes, und zwar eines Ur: teils einen wahrhaft philoſophiſchen Beweis unmöglich macht 454, 455, 456 (f. Gottesbeweiſe) 8 Das Spekulative kann nicht als Satz ausgedrückt werden 580, 581, 576, 579 (O Skeptiker) E Sauerſtoff (Element) 4 459 (O Maß) 6 Sauerſtoff und Waſſerſtoff, die chemiſchen Elemente des Gegen⸗ ſatzes als die Momente, in welche das Waſſer dirimiert 195 (O Che: mismus) [vgl. 9, 398] 217 0 (O Daſein) Der Sauerſtoff als „das Element der für ſich ſeienden Differenz“, das Brennende 396 [P. St. 6, 197], 399 8 (O Chemismus), 418 G, 423 0 (O Galvanismus), 441 C, 438 8 (O Chemismus). Sauer⸗ ſtoff als eines der vier chemiſchen Elemente. Seine Abgrenzung vom phyſikaliſchen Element 398 8, 438 g (ſ. Element) = 0 Säugetier 687 O, 692 0 (O Gattung) „Die Säugetiere“ 694-696 (O Gattung). Sie kommen „zum Gefühl der Gattung“ 694 ZH. Zehen, Füße, Klauen, Schna⸗ bel find befondere Merkmale der Einteilung 694 8, 695 B. La⸗ marcks Abſtufung der Säugetiere 695 8, 6968 8 2101
18 19 13 Saul / Säule Saul Greulichkeiten Samuels gegen Saul 287 (O Plato) 271 (O neuere Philoſophie), 442 (O Hobbes) Säule Die Säule 298-301 (O ſymboliſche Architektur). Ihr Zweck liegt im Tragen als ſolchen 299, 310, 312. In ihr „erſcheint die Kraft des Tragens auf das Minimum der äußerlichen Mittel reduziert“ 299, 310, 312. „Es iſt eine große Schönheit der klaſſi⸗ ſchen Architektur, nicht mehr Säulen hinzuſtellen, als in der Tat zum Tragen einer Valkenlaſt, und deſſen, was auf ihr ruht, nötig find“ 299. Triumphſäulen erfüllen ihren Beruf nicht, oder höch— ſtens als Poſtamente für Statuen 299 Charakteriſtik der Entwicklung der Säule aus der konkreten Natur⸗ geſtalt zur „abſtrakteren, ebenſo zweckmäßigen als ſchönen Ge— ſtalt“ 299—301, 302 a) „Indem die ſelbſtändige Architektur von organiſchen Gebilden anfängt, kann ſie menſchliche Geſtalten ergreifen“ 299. Memnonen 299, Karyatiden 300. Ihre Mängel 300 b) Die naturgemäßere organiſche Geſtalt für eine Stütze iſt der Baum, der Stengel, die Pflanze überhaupt 300, 302. Die ägyp⸗ tiſche Säule 300, 301, die Arabeske 301 c) Die Arabeske 301, 302 (f. Arabeske) Die Säule der klaſſiſchen Architektur 310-313 (O Tempel). „Die Säule hat keine andere Beſtimmung als die des Tragens“ 310, 312, 299. Dieſe ihre Zweckmäßigkeit muß ſie zum Ausdruck bringen 310. Ihr Unterſchied vom Pfoſten 311, vom tragenden organiſchen Gebilde 312. „Anzufangen aber und ſich zu endigen ſind Beſtimmungen, die im Begriff der tragen⸗ den Säule ſelbſt liegen.“ Baſis und Kapitell find ihr deshalb zugeteilt 311. Die Baſis zeigt den Anfang der Säule und macht die Feſtigkeit, das ſichere Daſtehen fürs Auge bemerkbar 311. Das Kapitell zeigt ebenfalls das Tragen und das Ende der Säule 311. „Dieſe Reflexion eines mit Abſicht gemachten Anfangs und Schluſſes gibt den eigentlichen tieferen Grund für Baſis und Kapitell ab“ 311, 312. Das Tragen muß als der Säule immanent dargeſtellt ſein 312 Sie iſt rund und kreisförmig, denn „fie fol frei für ſich abge⸗ 2102
Säule 13 ſchloſſen daſtehn“ 312. Der Säulenſchaft iſt gewöhnlich „vom dritten Teil der Höhe ab leiſe verjüngt“ 312, 313. Senkrechte Kannelierung 313, 323 Die toskaniſche Säule hat keine Baſis 322, 311 Die Halbfäule 316, 317 (O Tempel). Sie iſt in die Wand einbezogen, um dieſer das Tragen abzunehmen 316. Hirt 316. Gründe ihrer Häßlichkeit 317. Goethe ſagt mit Recht, „daß einge⸗ mauerte Säulen bei Gebäuden, welche den weſentlichen Zweck der bloßen Umſchließung hätten, ein Unding ſeien“ 317 Bedeutung der Säulenreihe für den Tempel 321 (O Tempel) Säulenordnungen 322-327 (O klaſſiſche Architektur). Die bekannteſten Säulenordnungen ſind die doriſche, ioniſche und ko— rinthiſche 322. Die Hauptpunkte betreffen „das Verhältnis der Höhe der Säulen zu ihrer Dicke, die verſchiedene Art der Baſis und des Kapitells und endlich die größeren oder geringeren Ab⸗ ſtände der Säulen voneinander“ 322, 323. Kannelierung 323, 313 Charakteriſtik der doriſchen Säule im Hinblick auf Höhe, Durch⸗ meſſer, Baſis, Kapitell und Säulenabſtand 324 (O klaſſiſche Archi⸗ tektur) Charakteriſtik der ioniſchen Säule im Hinblick auf die gleichen Merkmale 325, 326. Die vielgegliederte Baſis, die tiefe Kannelie⸗ rung. Tempel zu Epheſus 326. Mannigfaltigkeit des Kapitells 326 Charakteriſtik der korinthiſchen Säule 327 In der Bogenkonſtruktion fängt die Säule an „die Beſtimmung bes bloßen Tragens zu verlaſſen. Denn der Kreisbogen in ſeinem Auffteigen, feiner Krümmung und Senkung bezieht ſich auf einen Mittelpunkt, der nichts mit der Säule und deren Tragen zu tun hat“ 329, 328 Die neue Bedeutung der Säule in der romanti⸗ ſchen Architektur, in der chriſtlichen Kirche 335, 323, 338340, 342. In der gotiſchen Kirche wird die Säule zum Pfeiler, der „ſtatt des Querbalkens, Bogen in einer Weiſe trägt, in welcher die Bogen als eine bloße Fortſetzung des Pfeilers erſcheinen, und ſich gleichſam abſichtslos in einer Spitze zuſammen⸗ finden“ 338, 339. „Pfeiler und Gewölb erſcheinen im Gegenſatz der Säule und des Balkens als ein und dasſelbe Gebilde“ 339. Das Kapitell bleibt meiſt ganz weg 339. Der Pfeiler ſelbſt wird mager, ſchlank, iſt nicht mehr kreisrund, ſondern bildet mit andern ein Konvolut 339. Die Pfeiler wiederholen ſich an den Türen 2103
Säule / Schädellehre 13 und an den ſehr groß gewordenen Fenſtern 340. Pfeilerſtellung im Schiff und Chor 342 (O romantiſche Architektur) Gebrauch der Säule mit Rundbogen in der vorgotiſchen Archi⸗ tektur 349 (O romantiſche Architektur) Säure 2 Säure und Baſe 199, 200. „Im Begriffe der Säure liegt der Be⸗ griff der Baſe, wie im Begriffe der poſitiven, die negative Elektri⸗ zität“ 203, 207 (O Naturbeobachtung) 4 Säuren und Baſen erſcheinen als un vollkommene Körperelemente, mit der Tendenz ihr iſoliertes Beſtehen aufzuheben und ſich mit einem andern zu verbinden 443, 444. „Über die chemiſchen Ver⸗ wandtſchaften der Säuren und Kalien“ 444, 445 (ſ. Chemismus) 8 Die Säure iſt nicht das im Gegenſatz ruhig Beharrende 280 @ (O Unterſchied) 9 „Der Durſt des Kaliſchen nach der Säure“ 392 © (ſ. Chemismus) Bedeutung der Säuren für den galvaniſchen Prozeß 417 (O Galvanismus). Die Säure und der Feuerprozeß 424 [P. St. 6, 196), 428 8 (f. Feuerprozeß), die Säure und die Luft 429 P. St. 6, 197], 428 9, die Säure im Waſſerprozeß 430 @, 431 (ſ. Waſſerprozeß). Die Säure im Prozeß in feiner Totalität 432 [P. St. 6, 197], 433 0, 434 8. Die verſchiedenen Säuren 441 2 442 9 (ſ. Chemismus) Sauroktonos 13 Apollo Sauroktonos 429 (O Skulptur) Sauſſure, Nicolas Théodore de 9 Beobachtung über die mit Waſſerdunſt beladene Luft 200 G, 201 (O Meteorologie). Über die Bedeutung des Sauerſtoffs für die Pflanze 556 8, 557 0 (0 Pflanze) Say, Jean Baptiſte 7 271 (O Bedürfnis) Schãdellehre (Gall) 2 „Beobachtung der Beziehung des Selbſtbewußt⸗ ſeins auf ſeine unmittelbare Wirklichkeit; Phy⸗ 2104
Schädellehre 2 ſiognomik und Schädellehre“ 239—271 (O Vernunft). 239—242 (ſ. Vernunft), 242—251 (ſ. Phyſiognomik) Schädellehre 251—266. Annahme für ſie iſt, „daß die Indi⸗ vidualität an ihrer unmittelbaren feſten rein daſeienden Wirk⸗ lichkeit ihr Weſen ausſpreche“ 251, 252. Die Beziehung des In⸗ nern auf fein Außeres ſcheint „als Verhältnis des Kauſalzu⸗ ſammenhangs begriffen werden zu müſſen“ 252. Kritik hieran und Betrachtung der Organe wie Leber, Herz als Ausdruck der Individualität 253, oder des Gehirns und Rückenmarks als Ausdruck davon 253, 254. „Wenn nun Gehirn und Rückenmark jenes körperliche Fürſichſein des Geiſtes iſt, ſo iſt der Schädel und die Rückenwirbelſäule das andere ausgeſchiedene Extrem, näm⸗ lich das feſte ruhende Ding“ 254, 255. Bedeutung des Schädels, dieſes caput mortuum 254, 255. Über den Kauſalzuſammenhang zwiſchen Schädel und Gehirn 256, 257, 258. „Das Für⸗ und In⸗ ſichſein iſt das Weſen und Subjekt, welches am Gehirn ein Sein hat, das unter es ſubſumiert iſt, und ſeinen Wert nur durch die inwohnende Bedeutung erhält“ 258. „Die Wirklichkeit und Daſein des Menſchen iſt ſein Schädelknochen“ 258 „Der Schädelknochen iſt kein Organ der Tätigkeit“, „noch hat auch dieſes Seiende den Wert eines Zeichens“ 258. Er „für ſich iſt ein ſo gleichgültiges, unbefangenes Ding, daß an ihm unmittelbar nichts anderes zu ſehen und zu meinen iſt, als nur er ſelbſt“ 259. Zur Hypotheſe, daß die einzelnen Gefühle im Gehirn beſtimmt lokaliſtert ſeien und durch ihre größere oder geringere Tätigkeit den Schädelknochen mehr oder weniger ausbildeten 259, 260. Noch bleibt die Annahme einer „begriffloſen frei präſtabilierten Har— monie“ zwiſchen Hirn und Schädelknochen übrig 260, 261, 262 Kritik an dem Gerede, „daß dies Individuum eigentlich ſo ſein ſollte, wie der Schädel nach dem Geſetze ausſagt, und eine urſprüngliche Anlage habe, die aber nicht ausgebildet worden fei; vorhanden iſt dieſe Qualität nicht, aber ſie ſollte vorhanden ſein“ 263, 264. Wenn zu einem Menſchen gejagt wird, „du (dein Inneres) biſt dies, weil dein Knochen ſo beſchaffen iſt, ſo heißt es nichts anderes, als ich ſehe einen Knochen für deine Wirklichkeit an“ 264, 265, 268. Notwendigkeit der Umkehrung dieſer letzten und ſchlechteſten Stufe der beobachtenden Vernunft 265, 266 9 434 9 (f. Gall) 2105
Schädellehre / Scham 10 Die Kranioſkopie zu einer Wiſſenſchaft erheben zu wollen, war einer der leerſten Einfälle 246 [P. St. 6, 244] (O Seele) 13 373 (f. Gall) Schädelſtätte Beide, die Geſchichte und die Wiſſenſchaft des erſcheinenden Wiſ⸗ ſens, die begriffene Geſchichte „bilden die Erinnerung und die Schädelſtätte des abſoluten Geiſtes, die Wirklichkeit, Wahrheit und Gewißheit ſeines Throns, ohne den er das lebloſe Einſame wäre“ 620 (O Philoſophie) 13 „Der eigentliche Wendepunkt in dieſem Leben Gottes iſt das Abtun ſeiner einzelnen Exiſtenz als dieſes Menſchen, die Paſ— ſionsgeſchichte, das Leiden am Kreuz, die Schädelſtätte des Geiſtes, die Pein des Todes“ 147 (O romantiſche Kunſtform) Jedes Organ muß nach der bloß phyſiſchen, und nach der Seite des geiſtigen Ausdrucks betrachtet werden. „Freilich darf dabei nicht in der Weiſe Galls verfahren werden, der den Geiſt zu einer bloßen Schädelſtätte macht“ 373 Schadow, Johann Gottfried 13 Würdigung der Viktoria auf dem Brandenburger Tor 440 (O Skulptur) Schadow, Rudolf 12 Zur Situation ſeiner Sandalenbinderin 276, 277 (O Situation) Schadow -Godenhaus, Friedrich Wilhelm 14 Kritik an ſeiner Darſtellung der Goetheſchen Mignon 85 (ſ. Ma⸗ lerei) Scham 7 244 (O Ehe) 8 Erwachen der Scham im moſaiſchen Mythus vom Sünden— fall 94 9. „Dies iſt ein ſehr naiver und gründlicher Zug. In der Scham nämlich liegt die Scheidung des Menſchen von ſeinem natürlichen und ſinnlichen Sein“ 94 @, 95 @ (O Logik) 9 Das Erröten bei der Scham 655 2 (O Tier) 2106
Scham / Schauſpiel, Schauſpieler, Schauſpielkunſt 10 Verleiblichung der Scham im Blutſyſtem 142 8, 1430 (O Emp⸗ findung). Sittliche Grundlage der Scham 372 8 (O Gefühl) 13 Nach Platons Mythe vom Prometheus im Protagoras war Zeus genötigt, den Menſchen durch Hermes die Scham und das Recht zu ſenden 48 (O griechiſche Götter) [18, 16] Zum Teil iſt es das Gefühl der Schamhaftigkeit, das den Menſchen antreibt, ſich mit Kleidern zu bedecken. „Scham, ganz allgemein genommen, iſt ein Beginn des Zorns über etwas, was nicht ſein ſoll. Der Menſch nun, der ſich ſeiner höheren Beſtimmung, Geiſt zu ſein, bewußt wird, muß das nur Animaliſche als eine Unan— gemeſſenheit anſehn“ und es zu verbergen ſtreben 406. Das Ge: fühl der Scham und das Bedürfnis der Bekleidung findet ſich in der Erzählung vom Sündenfall, von Gyges und Kandaules 406, 407. Stellung der Agypter, der Lacedämonier und des Griechen überhaupt zur Nacktheit 407, 408 (ſ. Kleidung). Die Griechen legten um der Schönheit willen die Scham ab 408 18 16 (0 Sophiſten) [13, 48 f. o.] Schamanentum 10 Zur Kenntnis des magnetiſchen Somnambulismus bei den Scha⸗ manen der Mongolen 193 8 Fußn. (O Magnetismus) 11 Buddhaismus und Lamais mus verdrängten das Schamanentum, d. h. die Religion der Zauberei 232 (O Buddhaismus) 15 Schilderung der Zauberei der Schamanen bei den Mongolen 305 (O Zauberei) Schau 15 Ablehnung einer unmittelbaren Schau, deren Nichtigkeit ſich ſo⸗ fort herausſtellt, wenn man nach dem fragt, was geſchaut werden ſoll 291, 292 (O unmittelbare Religion) 20 Ablehnung bloßer Schau an Stelle eines Beweiſes 412 (ſ. Ohlert) Schaubach, Eduard 17 „Anaxagorae Clazomenii fragmenta, quae supersunt omnia, edita ab E. Schaubach. Lipsiae 1827“ 396 Fußn. (O Anaxagoras) Schauſpiel, Schauſpieler, Schauſpielkunſt (Drama) 2 Der Schauſpieler und ſeine Maske 559, 566 (ſ. Kunſtreligion) 2107
10 1 14 o Schauſpiel, Schauſpieler, Schauſpielkunſt Die Alten ließen ihre Schauſpieler mit Masken vor dem Geſicht auftreten, „denn die Sprache vermag alle Modifikationen der Vorſtellung unmittelbar aufzunehmen und wiederzugeben“ 250 0, 251 @ (O Gebärde) 355, 356, 360, 371, 372 (O Kunſtſchönes) Die Schauſpielkunſt 512, 516—521 (O Drama). „Ihr Prinzip beſteht darin, daß ſie zwar Gebärde, Aktion, Deklamation, Muſik, Tanz und Szenerie herbeiruft, die Rede aber und deren poetiſchen Ausdruck als die überwiegende Macht beſtehen läßt“ 516 q) Auf einer erſten Stufe finden wir die Schauſpielkunſt der Griechen 516, 517. „Das handelnde Individuum tritt als objek⸗ tives Bild in totaler Körperlichkeit heraus“ 517 ac) Die Deklamation als künſtleriſches Sprechen war wenig aus⸗ gebildet. „Die Verſtändlichkeit machte die Hauptſache aus“ 517. Zur Deklamation kam Muſikbegleitung hinzu 517. Der Chor 517 58) „Ein zweites Element gab die Gebärde ab, während das Mienenſpiel wegen der Maske ganz wegfiel 518. Die Aktion war einfach; Berufsſchauſpieler gab es nicht 518 yy) Der Charakter der ganzen Darftellung iſt plaſtiſch, „indem ſich das Geiſtige nicht für ſich verinnerlicht ..., ſondern ſich mit der gleichmäßig berechtigten Außenſeite ſinnlicher Erſcheinung voll— kommen verſchwiſtert und verſöhnt“ 518 [16, 179] 6) Da unter Muſik und Tanz die Rede leidet, läßt die moderne Schauſpielkunſt Muſik und Tanz weg; Deklamation, Mienenſpiel und Gebärde bringen das Drama zur ſinnlichen Erſcheinung 518, 519. Der Schauspieler erhält die Aufgabe, „mit dem Charakter, den er darſtellt, ganz und gar zuſammenzugehn“ 519 aa) Der Dichter verlangt vom Spieler, daß er ſich ganz in die nr Rolle hineindenke 519. Dies war bei den Alten leichter 19 PB) Im modernen Schauſpiel fallen Maske und Muſikbegleitung weg, und Mienenſpiel, Gebärde und Deklamation ſind reich— haltigſt 520, 518. Die Figuren Shakeſpeares, Schillers 520, 521 yy) Der Schauſpieler iſt und ſoll Künſtler, Kunſtinterpret ſein 521, 519 Der Schauſpieler kann ſich aber auch von allem, was der Dichter gibt, mehr befreien und es für ſein Naturell, ſeine Geſchicklichkeit 2108
Schauſpiel, Schauſpieler, Schauſpielkunſt / Schein 14 und Kunſt als bloßen Rahmen nehmen 522. Man denke an die 1 2 6 D D comedia dell’arte der Italiener; auch die Stücke von Iff land und Kogebue find oft nur „ſolch eine Gelegenheit für die freie Produktivität des Schauſpielers“ 522. „Hier hat denn auch beſonders die bei uns vielbeliebte Natürlichkeit ihren Platz“, das Brummen und Murmeln 522. Goethes Kampf gegen die gemeine Natürlich⸗ keit der Schauſpieler, indem er Voltaires Tankred und Mahomet für die Weimariſche Bühne überſetzte 522, 523 (O Drama), vgl. 215, 217219 (O Mufit) „Im griechiſchen Schauſpiel war das, was geſprochen wurde, die Hauptſache, die ſpielenden Perſonen behielten eine ruhige, pla⸗ ſtiſche Stellung und die eigentliche Mimik des Geſichts war nicht vorhanden, ſondern das Geiſtige der Vorſtellung war das Wir— kende. Bei den Römern dagegen wurde die Pantomime die Haupt: ſache“ 179, 178. 180 (O römiſche Religion) Scheffner, Johann Georg Verhältnis Hamanns zu Scheffner 262, 263 (f. Hamann) Schein „Schein nennen wir das Sein, das unmittelbar an ihm ſelbſt ein Nichtſein iſt“ 117 (O Verſtand) „Der Schein“ 485—504 (O Weſen) „Das Weſen aus dem Sein herkommend ſcheint demſelben gegen: überzuſtehen; dies unmittelbare Sein iſt zunächſt das Unweſent⸗ liche“ 485. „Allein es iſt zweitens mehr als nur unweſentliches, es iſt weſenloſes Sein, es iſt Schein“ 486. Drittens iſt „das Schei⸗ nen des Weſens in ihm ſelbſt die Reflexion“ 486 A. „Das Weſentliche und das Unweſentliche“ 486 bis 487, 485. „Das Weſen iſt das aufgehobene Sein“ 486. Das Sein iſt im Gegenſatz gegen das Weſen das Unweſentliche und das Weſen das Weſentliche 486. „Der Unterſchied von Weſentlichem und Unweſentlichem hat das Weſen in die Sphäre des Dafeins zurückfallen laſſen“ 486, 487. Die Trennung an einem Daſein in ein Weſentliches und ein Unweſentliches iſt eine äußerliche, die in ein Drittes fällt 487 Darlegung wie „das noch vom Weſen unterſchiedene Unmittelbare nicht bloß ein unweſentliches Daſein iſt, ſondern das an und 2109
Schein für ſich nichtige Unmittelbare; es iſt das Unweſen, der Schein“ 487 B. „Der Schein“ 487—492, 486, 597 1. „Das Sein iſt Schein“ 487—489. Der Schein iſt „das Negative, geſetzt als Negatives“, „dies unmittelbare Nichtdaſein, ſo in der Beſtimmtheit des Seins, daß es nur in der Beziehung auf An⸗ deres, in ſeinem Nichtdaſein Daſein hat“ 488 „So iſt der Schein das Phänomen des Skeptizismus oder auch die Erſcheinung des Idealismus eine ſolche Unmittelbarkeit, die kein Etwas oder kein Oing iſt, überhaupt nicht ein gleichgültiges Sein, das außer ſeiner Beſtimmtheit und Beziehung auf das Subjekt wäre“ 488, 489. Die Leibniziſche Monade, die Kantiſche Erſchei— nung, der Fichteſche unendliche Anſtoß 489 2. Betrachtung, daß die Beſtimmungen des Scheins, „die ihn vom Weſen unterſcheiden, Beſtimmungen des Weſens ſelbſt ſind, und ferner, daß dieſe Beſtimmtheit des Weſens, welche der Schein iſt, im Weſen ſelbſt aufgehoben iſt“ 490. Die Nichtigkeit des Scheins an ſich iſt „die negative Natur des Weſens ſelbſt“; er hat das Sein als Moment 490. Die Momente des Scheins: die Nichtigkeit als Beſtehen und das Sein als Moment ſind die Momente des Weſens ſelbſt 490, 492. „Der Schein iſt das Weſen ſelbſt in der Beſtimmtheit des Seins. Das, wodurch das Weſen einen Schein hat, iſt, daß es beſtimmt in ſich, und dadurch von ſeiner abſoluten Einheit unterſchieden iſt“ 490, 491. „Der Schein iſt das Negative, das ein Sein hat, aber in einem Andern, in ſeiner Negation“ 491. „Die Beſtimmtheit, welche der Schein im Weſen iſt, iſt un— endliche Beſtimmtheit“ 491, 492 Rückblick auf die Sphäre des Weſens, in welcher ſich zuerſt das Weſen und das Unweſentliche, und dann das Weſen und der Schein gegenüberſtehen 492. „Das Unweſentliche iſt nur Schein, und das Weſen enthält den Schein in ſich ſelbſt als die unendliche Bewegung in ſich“ 492. „Das Weſen in dieſer feiner Selbſtbe⸗ wegung iſt die Reflexion“ 492 OC. „Die Reflexion“ 492504, 484, 486 (f. Reflexion) Charakteriſtik der Selbſtändigkeit des Exiſtierenden als „weſent— licher Schein“ 625 (ſ. Erſcheinung). „Der Schein iſt nicht das Nichts, ſondern er iſt Reflexion, Beziehung auf das Abſolute; oder er iſt Schein, inſofern das Abſolute in ihm ſcheint“ 666. 2110
A 8 D 10 Schein Charakteriſtik des Modus, der Außerlichkeit des Abſoluten „als Scheinen, das als Scheinen geſetzt iſt“ 670 (ſ. Abſolutes) „Das hervorbrechende Scheinen oder die Reflexion iſt an den Seienden als Werden oder Übergehen des Seins in Nichts. Aber das Sein iſt umgekehrt ebenſoſehr Weſen, und das Werden iſt Reflexion oder Scheinen“ 695 (O Wirklichkeit). „Das Weſen als abſolutes Verhältnis iſt der als Schein geſetzte Schein, der als dies Beziehen auf ſich die abſolute Wirklichkeit iſt“ 696 (O Ver⸗ hältnis), 702 (O Kauſalität) „Im Unrecht geht die Erſcheinung zum Scheine fort. Schein iſt Daſein, das dem Weſen unangemeſſen iſt, das leere Abtrennen und Geſetztſein des Weſens, ſo daß an beiden der Unterſchied als Verſchiedenheit iſt. Der Schein iſt daher das Unwahre, welches verſchwindet, indem es für ſich ſein will, und an dieſem Verſchwin— den hat das Weſen ſich als Weſen, das heißt als Macht des Scheins gezeigt“ 143 (O Unrecht) Das Weſen iſt „das Sein als Scheinen in ſich ſelbſt“ 261 [P. St. 6, 68, 69], 262 (O Weſen). „Das Weſen ſcheint in ſich, oder iſt reine Reflexion“ 267 (O Identität) [P. St. 6, 69]. Unterſcheidung der Erſcheinung vom bloßen Schein, der „die nächſte Wahrheit des Seins oder der Unmittelbarkeit iſt“ 2988 (O Erſcheinung). „Übergehen in anderes iſt der dialektiſche Prozeß in der Sphäre des Seins und Scheinen in anderes in der Sphäre des Weſens“ 355 9 (0 Begriff), 450 [P. St. 6, 143] (O Idee) „Der philoſophiſche wahrhafte Idealismus beſteht in nichts ande— rem, als eben in der Beſtimmung, daß die Wahrheit der Dinge iſt, daß fie als ſolche unmittelbar einzelne, d. i. ſinnliche, — nur Schein, Erſcheinung find” 42 8 (O Naturbetrachtung) „Der Geiſt iſt die unendliche Idee, und die Endlichkeit hat hier die Bedeutung der Unangemeſſenheit des Begriffs und der Realität, mit der Beſtimmung, daß ſie das Scheinen innerhalb ſeiner iſt, — ein Schein, den an ſich der Geiſt ſich als eine Schranke ſetzt, um durch Aufheben derſelben für ſich die Freiheit als ſein Weſen zu haben und zu wiſſen, d. i. ſchlechthin manifeſtiert zu ſein“ 41, 42 [P. St. 6, 229] (O Geiſt). Das Fortſchreiten des Geiſtes hat nur den Sinn, daß jener Schein aufgehoben werde 301 8, 307 g, 310 g, 311 9 (O Geiſt) 2111
Schein 10 Charakteriſtik des Böſen als „das ganz abſtrakte Scheinen, das unmittelbare Verkehren und Vernichten feiner ſelbſt“ 396 (O Gu⸗ tes — Böſes) 12 „Das Schöne hat ſein Leben in dem Scheine“ 23. Der Schein darf nicht als das Nichtſeinſollende angeſprochen werden. „Der Schein ſelbſt iſt dem Weſen weſentlich, die Wahrheit wäre nicht, wenn ſie nicht ſchiene und erſchiene“ 28. Schein und Täuſchung 28, 29. „Weit entfernt bloßer Schein zu ſein, iſt den Erſcheinungen der Kunſt, der gewöhnlichen Wirklichkeit gegenüber, die höhere Reali⸗ tät und das wahrhaftigere Daſein zuzuſchreiben“ 29. „Ebenfowenig find die Oarſtellungen der Kunſt ein täuſchender Schein gegen die wahrhaftigeren Darſtellungen der Geſchichtsſchreibung zu nennen“ 29. Im Vergleich mit dem Schein der ſinnlichen un⸗ mittelbaren Exiſtenz und dem der Geſchichtsſchreibung hat „der Schein der Kunſt den Vorzug, daß er ſelbſt durch ſich hindurch— deutet, und auf ein Geiſtiges, welches durch ihn ſoll zur Vorſtellung kommen, aus ſich hinweiſt“ 29, 30 (O Aſthetik) Das Sinnliche darf im Kunſtwerk „nur als Oberfläche und Schein des Sinnlichen erſcheinen“ 67 (O Kunſtwerk) Zum „bloßen Schein“, „bloßer Hülle“ darf das Kunſtwerk nicht benützt werden 83, 84 (O Kunſtwerk) Das Schöne beſtimmt ſich „als das ſinnliche Scheinen der Idee“ 160 (O Schönes), 177 (O Naturſchönes). Die äußere Geſtalt des gegliederten Organismus iſt für uns ebenſo ein Daſeiendes als ein Scheinendes, „indem die bloß reale Mannigfaltigkeit der be— ſondern Glieder in der beſeelten Totalität der Geſtalt als Schein geſetzt ſein muß“ 177. Arten dieſes Scheinens 178—180 (f. Natur: ſchönes) „Gegen die vorhandene proſaiſche Realität iſt dieſer durch den Geiſt produzierte Schein das Wunder der Idealität, ein Spott, wenn man will, und eine Ironie über das äußerliche natürliche Daſein“ 225 (O Kunſtſchö nes) 271 (O Situation), 318 (O Pathos) 13 Was uns an der Genremalerei der ſpäteren Holländer „reizen ſoll, iſt nicht der Inhalt und feine Realität, ſondern das in Rückſicht auf den Gegenſtand ganz intereſſeloſe Scheinen. Vom Schönen wird gleichſam das Scheinen als ſolches für ſich fixiert, und die Kunſt iſt die Meiſterſchaft in Darftellung aller Geheimniſſe des 2112
1 DS 14 16 18 — Schein / Schelling ſich in ſich vertiefenden Scheinens der äußeren Erſcheinung“ 223, 224 (O holländiſche Malerei) Im Prinzip des Materials der Malerei liegt es, „daß das Außer— liche nicht mehr für ſich in ſeinem, wenn auch von Geiſtigem be— ſeelten, wirklichen Daſein letzte Gültigkeit behalten ſoll, ſondern in dieſer Realität gerade zu einem bloßen Scheinen des innern Geiſtes herabgebracht werden muß, der ſich für ſich als Geiſtiges anſchauen will“ 15 (O Malerei), 126, 127 Das Scheinen als eine der drei Grundweiſen, „in denen der Zu— ſammenhang zweier Seiten oder Beſtimmungen ſteht“ 422 (ſ. Got⸗ tesbeweife) „Der Skeptizismus vollendete die Anficht der Subjektivität alles Wiſſens, und ſetzte allgemein an die Stelle des Seins im Wiſſen den Ausdruck des Scheinens“ 538, 548 (O Skeptiker) Schelling, Friedrich Wilhelm Joſeph von „Differenz des Fichteſchen und Schellingſchen Syſtems der Philoſophie in Beziehung auf Rein⸗ holds Beiträge zur leichtern Überſicht des Zu— ſtandes der Philoſophie zu Anfang des neun: zehnten Jahrhunderts, 1ftes Heft“ 31—168 (f. Fichte). Schellings Beantwortung der idealiſtiſchen Einwürfe Eſchen— mayers 33. Verkennung der Schellingſchen Philoſophie 36 (O Fichte) „Vergleichung des Schellingſchen Prinzips der Philoſophie mit dem Fichteſchen“ 122—144 (ſ. Fichte). Schelling über „das Innerlich-Werden des Lichts der Natur“; den »einſchlagenden« Blitz »des Ideellen in das Reelle« 140, 140 Fußn. Schellings „intellektuelle Anſchauung; — für die Reflexion ausgedrückt: Identität des Subjekts und Objekts“ 143, 144 (O Fichte) „Reinholds Anſicht der Fichteſchen und Schel— lingſchen Philoſophie“ 145—168 (ſ. Reinhold). Reinhold über Schelling 145, 146, 146 Fußn., 147, 147 Fußn., 148 Fußn., 149, 155, 156, 166 (O Reinhold) Krugs Briefe über den neueſten Idealismus ſind gegen das Schellingſche Syſtem der tranſzendentalen Philoſophie gerichtet 198— 204, 193 (. Krug), 211 (O Krug) Glockner, Hegel-Lexikon 133 2113
1 1 00 — > d © Schelling ..... ̃ 7˙— ——. . — ——ͤ—y—ũ— 545 (O Literatur) Schellings Faſſung der Natur als eine verſteinerte Intelligenz 84 0 (O Logik) [9, 500; 19, 652] Verweis auf „Schellings und Hegels Krit. Journal der Philo— ſophie 1802, 1. Bd. 1. St.“ 122 0 (O Empirismus) In Spinozas „Definitionen iſt das Spekulativpſte niedergelegt, aber in der Form von Verſicherungen. Dasſelbe gilt dann auch von Schelling“ 439 (O Definition) Über die Urſachen, weshalb zu unſerer Zeit die Naturphiloſophie, überhaupt die Schellingſche Philoſophie, in Mißkredit gekommen iſt 30 , 29 8 (f. Naturphiloſophie) Die Natur iſt nur an ſich die Idee, daher hat ſie Schelling auch eine verſteinerte Intelligenz genannt 5098 (O Natur) [8, 84 g; 19, 652 „Schelling und Steffens haben die Reihe der Planeten mit der Reihe der Metalle zuſammengeſtellt“ 182 0 (O Planet). Schelling faßte Magnetismus und Kohäſion zuſammen 222 O und brachte die Zu- und Abnahme der Kohäſion in ein beſtimmtes umgekehr— tes Verhältnis zu Zu: und Abnahme des ſpezifiſchen Gewichts 224—225 Fußn. (O Kohäſion). Schelling ſagt vom Gold, es ſei ge— ronnenes Licht 358 (O Farbe) Schelling nannte die Elektrizität einen zerbrochenen Magnetis⸗ mus 3818 (O Elektrizität). Schellings Auffaſſung der edlen und unedlen Metalle 4158 (O Galvanismus). Schelling über das Verhältnis der Pflanze zum Licht 500 2, über die Bedeutung der Blüte für die Pflanze 562 0 (O Pflanze) Die äußerliche Manier des Auffaſſens treibt ſchon in Schellings Philoſophie ihr Spiel, „indem er oft im Paralleliſieren zu weit geht“ 632 9 (O Tier) Schellings „intellektuelle Anſchauung“ 325 8 (O Anſchauung) Die Einheit des Allgemeinen und Beſonderen, der Freiheit und Notwendigkeit, der Geiſtigkeit und des Natürlichen, welche Schiller als Prinzip und Weſen der Kunſt wiſſenſchaftlich erfaßte, machte Schelling „als Idee ſelbſt zum Prinzip der Erkenntnis und des Daſeins“ 98. „Dadurch erſtieg mit Schelling die Wiſſenſchaft ihren abſoluten Standpunkt“ 98. Friedrich von Schlegel wie Schelling wandten Prinzipien der Fichteſchen Philoſophie auf die Kunſt an 100 (O Aſthetik) 2114
Schelling 13 „Wagners Bericht (über die äginetiſchen Bildwerke mit kunſtge⸗ ſchichtlichen Anmerkungen von Schelling. 1817)“ 458 (O Skulptur) 15 122 (O religiöſes Verhältnis), 405 (O Buddhais mus) 19 608 (O Kant), 611, 629 (O Fichte) „Schelling“ 646—683 (O neueſte deutſche Philoſophie), 274, 534,535. „Das einzig bedeutende Hinausgehen über die Fichteſche Philoſophie hat Schelling endlich getan“ 646. Schellings Geburt, fein Studiengang 646, 647, feine Stellung zu Fichte, fein Aus⸗ gehen von Fichte 647, 648, 651, 666, 674; 653, 654, 657, 658, 661 (. Fichte), fein Ausgehen von Kant 647, 648, 649, 650, 657, 672, 673, 680, 682; 659 (ſ. Kant). „Schelling legt Jacobis Prinzip von der Einheit des Denkens und Seins zum Fundamente.“ Ziel iſt aber „konkrete Einheit“ beider und wird als Prozeß und lebendige Bewegung in einem Satze gefaßt. Gott allein iſt dieſe Un— trennbarkeit 647, 651, 654, 677, 678, 679 Schellings Schriftenreihe gibt zugleich die „Geſchichte feiner philoſophiſchen Bildung“ 647. Die erſten Schriften: »Über die Möglich⸗ keit einer Form der Philofophie« und die nächſte Vom Ich als Prinzip der Philoſophie oder über das Unbedingte im menſch⸗ lichen Wiffen« find ganz fichtiſch 648, 647. Im Übergang zur Na⸗ turphiloſophie, fo in den »Ideen zu einer Philoſophie der Nature 1797 und „Von der Weltfeele« 1798 nimmt Schelling Kantiſche Formen auf 648. Einfluß von Herder, Kielmeyer 648, Eſchen⸗ mayer 649. Einfluß von Fichte und von Kants »Zum ewigen Frieden« 649 In ſpäteren Schriften (1799—1802) fing Schelling immer wieder von vorne an. Seine Philoſophie iſt „noch nicht ein in ſeine Glie— der organiſiertes wiſſenſchaftliches Ganzes“ 649 Rückblick auf das Bedürfnis der Philoſophie überhaupt ſeit Descartes über Spinoza, Kant, Fichte zu Schelling 650. Überwindung des Dualismus war Ziel 650. Spinozas Faſſung der Subſtanz als das Naturſchaffen und als Wiſſen und Erkennen 650. Auf⸗ ſtellung der Tranſzendentalphiloſophie und Naturphiloſophie als die Seiten der Wiſſenſchaft, dann der Naturphiloſophie für ſich 650 1. Über die Beſtimmung von Tranſzendental- und Naturphilo⸗ ſophie erklärt ſich Schelling im „Syſtem des tranſzendentalen Idea⸗ lismus“ 651, 650, 449, 672, 682 [1, 146 Fußn. ]. »Alles Wiſſen be⸗ 2115
1 De Schelling . — —ꝛ— —— — . —1— ruht auf der Übereinftimmung eines Objektiven mit einem Sub— jektiven.« Die abſolute Einheit iſt Gott. Die Natur treibt ſich zum Geiſt, der Geiſt zur Natur fort 651 a) „Wird das Objektive zum Erſten gemacht«, fo fangen wir mit den Naturwiſſenſchaften an; und »die notwendige Tendenz«, der Zweck Haller Naturwiſſenſchaſt iſt alſo, von der Natur aufs In: telligente zu kommen« 651, 662. Ziel der Naturwiſſenſchaſt wäre „die vollkommene Vergeiſtigung aller Naturgeſetze zu Geſetzen des Anſchauens und des Denkens“ 651, 652. „Tote Natur“ iſt nur „unreife Intelligenz“, „erſtarrte, verſteinerte Intelligenz“ 652, 673 [8, 84 O; 9, 50 9]. Kritik an den Phyſikern, die nicht wiſſen, daß ſie denken 653 b) »Wird das Subjektive zum Erſten gemachts, fo iſt die Aufgabe, das Objektive aus ihm entſtehen zu laſſen. Dies wäre dann die wahre Tranſzendentalphiloſophie 653, 662. Bedeutung des äſthe— tiſchen Aktes der Einbildungskraft hierſür 653 (ſ. Einbildungs— kraſt) a) Wie bei Fichte ift das Ich Grundlage der Tranſzendentalphilo— ſophie 653, 657. „Ich ift »der Punkt, wo Subjekt und Objekt un: vermittelt Eins ſind«“ 654, 657. Das unmittelbare Bewußtſein dieſer Identität iſt das Anſchauen, innerlich aber wird es »intel— lektuelle Anſchauung« 654, 655, 659, 661, 666, 668, 683 fl, 143, 144]. Dies iſt nichts anderes, als ein »Wiſſen, das Produzieren ſeines Objekts iſt« 654, 655, 659. »Ich iſt nichts anderes, als ein ſich ſelbſt zum Objekt werdendes Prodnzieren« 654 Die Schellingſche Philoſophie macht mit der intellektuellen An— ſchauung den Anfang vom unmittelbaren Wiſſen 655, 654. For— derung iſt „Anſchauung der Identität des Subjektiven und Ob— jektiven“ 655, 656. Damit trennt ſich die Philoſophie von der Vorſtellung, dem gewöhnlichen vorſtellenden Bewußtſein und feiner Weiſe der Reflexion 655. Dieſe Trennung hat ſchon mit Kant begonnen und wurde von Fichte ſortgeführt 656, 641. „Die Schwierigkeit iſt, daß das, was im Konkreten enthalten iſt, gedacht wird, die Gedanken konkret werden, die unterſchiedenen Be— ſtimmungen gedacht werden“ 656. Das Spekulative iſt, den „Ge— genſatz vor ſich zu haben und ihn aufzulöſen“ 656, 657 Dieſe ſpekulative Form iſt mit Schelling wieder emporgekommen, die Wahrheit wurde wieder zur Hauptſache 657, 656 Beziehung Schellings zur Fichteſchen Philoſophie 657. Ich iſt 2116
19 Schelling „Subjekt⸗Objekt“, „urſprüngliche Duplizität“ 657, 654. „Der Idealismus iſt der Mechanismus des Entſtehens der objektiven Welt aus dem innern Prinzip der geiſtigen Tätigkeit“ 567 5) „Indem nun der Unterſchied des Subjekts und Objekts eintritt und genommen wird, ſo ergibt ſich Verhältnis des Ichs zu ſeinem Anderen“ 657, 658, ergibt ſich der unendliche Anſtoß 658 5) Entwicklung des Ich zum Selbſtbewußtſein 658, 659. Charakte— riſtik der Tätigkeit, durch welche das Ich des Selbſtbewußtſeins entſteht 658, 659. Schelling nennt ſie auch intellektuelle An— ſchauung 659 c) „Das Ich iſt hier nicht einſeitig gegen anderes: es iſt Identität des Bewußtloſen und Bewußten, aber nicht eine ſolche, deren Grund im Ich ſelbſt liegt“ 659. »Die ganze Philoſophie geht von einem Prinzip aus, das als das abſolut Identiſche nicht-objektiv iſt« 659. Zur Frage, wie ſoll ſolches Prinzip nun zum Bewußt— ſein hervorgerufen und verftanden werden? 659, 660. Es bleibt nichts übrig, als daß es in einer unmittelbaren Anſchauung dar— geſtellt werde« 660, 666, und »die Objektivität der intellektuellen Anſchauung iſt die Kunſt« 660, 661 (ſ. Kunſt), 678 Kritik daran, daß Kunſt und Einbildungskraft als das Höchſte von Schelling angeſehen werden 661. Etwas zu beweiſen, be— greiflich zu machen, fällt weg. Das richtige Auffaſſen wird direkt gefordert 661. „Der Punkt der Indifferenz des Subjektiven und Objektiven wird vorn hingeſtellt, dieſe Identität wird abſolut aufgeſtellt, ohne daß es bewieſen wird, daß dies das Wahre iſt“ 662, 661, 667 Die Durchführung der Natur zum Subjekt und die des Ichs zum Objekt, dieſe beiden Gänge ſind ſehr beſtimmt ausgedrückt. „Die wahre Durchführung aber könnte nur auf logiſche Weiſe ge— ſchehen; denn dieſe enthält den reinen Gedanken“ 662, 673, 674, 683; fie allein zeigt, „daß das Subjektive dies iſt, ſich zu verwandeln in Objektives, und das Objektive dies iſt, nicht ſo zu blei⸗ ben, ſondern ſich ſubjektiv zu machen“ 662, 663. „Schelling hat wohl dieſe Vorſtellung im Allgemeinen gehabt, hat ſie aber nicht auf beſtimmte logiſche Weiſe durchgeführt; — bei Schelling iſt es unmittelbare Wahrheit“ 663 2. Schelling verſucht die „Idee des Abſoluten als Identität des Objektiven und Subjektiven“ in der „neuen geitſchrift für ſpeku⸗ lative Phyſike zu beweiſen 663, 664, 649 [9, 415]. Aber die Be⸗ 2117
19 Schelling — —ññññ᷑ ́—ͤ—ũä —— weiſe ſind höchſt formell geführt, ſetzen das voraus, was bewieſen werden ſoll 664. Beiſpiel 664 Schelling geht von der abſoluten Identität, oder abfoluten In: differenz des Weſens und der Form, des Unendlichen und End: lichen, des Poſitiven und Negativen aus 664, 665. Eine ausführ⸗ liche Darftellung feiner Philoſophie findet ſich in der »8eitſchrift für ſpekulative Phyſik« 665, 649 [1, 140, 147, 148 Fußn.; 9, 224 bis 225 Fußn., 562]. Schelling benützt die geometriſche Methode, ſetzt gewiſſe Formen des Unterſchieds, von Eſchenmayer entlehnt, voraus, nennt ſie Potenzen 665, 682 a) Schelling ruft die ſpinoziſtiſche Subſtanz, das einfache abſolute Weſen wieder hervor und gibt dem tranſzendentalen Idealismus wieder die Bedeutung des abſoluten Idealismus 665. Das Abſolute iſt „die abſolute Einheit des Allgemeinen und Beſonderen, oder des Seins und des Erkennens“ 665. Die intellektuelle An— ſchauung hat dieſe Einheit zu faſſen 666, 668. Anfang iſt, daß »die Vernunft abſolute Indifferenz des Subjekts und Objekts iſt⸗ 666. Kritik an der Forderung, daß jeder dieſe Anſchauung haben müſſe 666, 660, 661, 655, daß ſie ein Unmittelbares ſei 666, 667, 662. Vergleich mit Platons und der Neuplatoniker „innerer Anſchauung der ewigen Ideen“ 667 a) Beſtimmung des Abſoluten als „abſolute Identität oder In— differenz, A = A, des Subjektiven und Objektiven, oder des End: lichen und Unendlichen“ 667, 668. »Zwiſchen Subjekt und Objekt iſt keine andere als quantitative Differenz möglich« 668. Kritik hieran 668 Charakteriſtik der quantitativen Indifferenz des Subjektiven und Objektiven 668, 669. Über quantitative Differenz als Grund aller Endlichkeit 669. Die Potenz 669. Schema der abſoluten Identität 669 6) Die näheren Hauptmomente des Anfangs 669—671 aa) Die Materie als erſte quantitative Differenz, als erſte Botenz des Abſoluten 669, 670, 673, 677. Die erſte und zweite Di— menſion 670, die Schwerkraft 670, Attraftiv- und Expanſivkraft 670, 672 66) Das Licht als die zweite Potenz 670, 677. Polarität, Kohä⸗ ſionskraft 670. Der magnetiſche Prozeß, Elektrizität 671 yy) Der chemiſche Prozeß 671. Der Organismus als dritte Potenz 671, 672, 677, 682 2118
Schelling 19 y) Nord⸗, Süd-, Oſt⸗ und Weſtpolarität 671. Planeten und Me⸗ talle, Stickſtoff 672. Schelling ging in der Entwicklung bis zum Organismus fort 672. „In Rückſicht des Praktiſchen iſt er jedoch nicht weiter fortgegangen, wie Kant in ſeiner Schrift vom ewigen Frieden“ 672, 682. Eine Abhandlung über die Freiheit iſt tiefer ſpekulativer Art 672 Schelling iſt Stifter der neueren Naturphiloſophie 672, 673, 652, 678; er verſuchte den Begriff der Natur zu faſſen 673. Aber er hat das Logiſche des Fortgangs nicht entwickelt 673, 674, 683, iſt äußerlich verfahren, indem er ein fertiges Schema zum Grunde legt 673, 674, 683 b) Charakteriſtik anderer Formen in den neueſten Darſtellungen Schellings 674, 675. Die drei Momente: der Einbildung des Weſens in die Form 675, 676 (f. u. a), der Form in das Weſen 675, 676 (f. u. 6) und die abſolute Einheit beider 675, 677 (ſ. u. y) Die nähere Erläuterung dieſer drei Momente 675—677 a) »Das Weſen wird in Form .. . dadurch gebildet, daß das Unendliche hinzukommt, die Einheit in die Vielheit, die Indifferenz in die Differenz aufgenommen wird« 675. Von der erſten abſo— luten Einbildung find die Abbildungen in der erſcheinenden Na: tur 676 6) »Die Form wird dadurch in das Weſen gebildet, daß das Endliche in das Unendliche, die Differenz in die Indifferenz aufgenommen wird- 675, 676. Dieſe Einheit iſt das Geiſtige 676. „Die Ein-Bildung der abſoluten Form in das Weſen iſt, was wir als Gott denken, und von dieſer Ein-Bildung ſind die Ab⸗ bilder in der ideellen Welt, welche daher in ihrem Anſich die andere Einheit iſt“ 677 y) Gott als Einheit der Form und des Weſens, als Einheit beider Einbildungen 677, 675 Jede von beiden Seiten hat nun an ihr ſelbſt wieder dieſe Unter⸗ ſchiede 677 ac) Materie 677, 669, 670, 673; Licht 677, 670, 678; Mechanis⸗ mus 677; Organismus 677, 671, 672 66) Wiſſen 677, Handeln 677, Gott 678, Kunſtwerk 678, 660, Einbildungskraft 678, 653, 661 5 »Das Univerſum iſt im Abſoluten als das vollkommenſte organiſche Weſen und als das vollkommenſte Kunſtwerk gebildet 678, in abſoluter Wahrheit, in abſoluter Schönheit 678 2119
1 2 10 Schelling 3. „Verhältnis der Natur zum Geiſte, und Gott, dem Abſoluten“ in Schellings Naturphiloſophie 678—682. Schelling iſt „Urheber der Naturphiloſophie“ 678, 652, 672, 673, 679. Er hat angefangen „die Natur als die Anſchauung oder den Ausdruck des Begriffs und feiner Beſtimmungen aufzuzeigen“ 679, 682. Kritik an Schel⸗ lings Formalismus 679, 675, 673, 683 Schellings Auffaſſung Gottes als „Grund von ſich ſelbſt als ſitt— liches Weſen“ und Grund ſeiner ſelbſt als Natur, wie ſie in Gott iſt 679. Im Gegenſatz zu Kant verſucht er in der Natur, „im gegenſtändlichen Weſen denſelben Schematismus, denſelben Rhythmus zu erkennen, der im Ideellen jtattfindet” 680 Charakteriſtik der Nachbeter Schellings 680, 681, 682. Ihr „elen— der Formalismus“, „Spiel mit läppiſchen Einfällen“ 681, 682. Ebenſo hat ſich vor 25 Jahren die Genialität der Dichtkunſt be— mächtigt 681 Ausführungen Schellings über den Organismus 682, 671, 672, 677. Seine tief ſpekulative Abhandlung über die Freiheit 682, 672 Abſchließende Würdigung Schellings 682, 683. „Die Idee ſelbſt iſt bei Schelling herauszuheben, daß das Wahre das Konkrete iſt, die Einheit des Objektiven und Subjektiven“ 682, 683. Dann hat Schelling „in der Naturphiloſophie die Formen des Geiſtes in der Natur nachgewieſen“ 682, 683 Der Philoſophie Schellings aber mangelt die Entwickelung, die das Logiſche iſt, und die Notwendigkeit des Fortgangs 683, 673, 674, 662. So wurden „intellektuelle Anſchauung, Einbildungs— kraft, Kunſtwerk“ „als Weiſe, die Idee darzuſtellen, gefaßt“ 683. „Die höchſte Weiſe der Idee iſt aber ihr eigenes Element; das Denken, die begriffene Idee iſt höher, als das Kunſtwerk“ 683 (O neueſte deutſche Geſchichte) Rückblick auf Schelling im „Reſultat“ der neueſten deutſchen Ge— ſchichte 689 (O neueſte deutſche Geſchichte) Solger als Hörer Schellings 13 (O Solger) Die Aufklärer und Schelling 207 (O Hamann) 328, 330, 334 (f. Hegel) f Schelling, Karl Karl Schelling, der Bruder des 5. Tieck und Schelling 154, 155 Philoſophen, hat einen Teil ſeiner 2120
10 1 w * Schelling / Schickſal magnetiſchen Erfahrungen bekannt gemacht 196 (O Magne— tismus) Solger und Karl Schelling 135 (O Solger) Schelver, Franz Joſeph Zitate aus Schelvers Kritik der Lehre von den Geſchlechtern der Pflanze: Zur Entwicklung des Blattes 517—518 f, 518 8 Fußn. Zur Entfaltung des Samenkorns 558 8, 558 8 Fußn. Über das Okulieren der Bäume 560 g, 5608 Fußn. Zur Begattung der Pflanzen 566 8, 566 & Fußn., 569—570 , 5708 Fußn., 570 bis 5718, 5710 Fußn. Seine Anſicht, daß Verletzung die Frucht reifen läßt 572 —573 , 5748, 5748 Fußn. (O Pflanze) Schenkung ſ. Vertrag Schickſal (Fatum) 281, 282 (O Vernunft) „Die sittliche Handlung, das menſchliche und das göttliche Wiſſen, die Schuld und das Schickſal“ 354-367 (ſ. Sittlichkeit), 354, 362, 368 (O Sittlichkeit), 518 (O Religion) Im griechiſchen Epos laſtet das Schickſal über den Göttern als „begriffloſe Leere der Notwendigkeit“ 557 (. Epopöe) „Was den beſtimmten Beruf betrifft, der als ein Schickſal er— ſcheint, ſo iſt überhaupt die Form einer äußerlichen Notwendigkeit daran aufzuheben“ 86. Gehorſam gegen das Schickſal haben zum Grunde das Aufgeben der Eitelkeit, des Eigendünkels und der Eigenſucht gegen das, was an und für ſich und notwendig iſt 87 (O Moral) „Die Macht, als die objektive Allgemeinheit und als Gewalt gegen das Objekt, iſt, was Schickſal genannt wird; — ein Begriff, der innerhalb des Mechanismus fällt, inſofern es blind genannt wird“ 192. Das Schickſal des Lebendigen überhaupt iſt „die Gat— tung, welche ſich durch die Vergänglichkeit der lebendigen Indivi— duen .. . manifeſtiert“ 192. „Ein eigentliches Schickſal hat nur das Selbſtbewußtſein; weil es frei, in der Einzelnheit ſeines Ich daher ſchlechthin an und für ſich iſt, und ſeiner objektiven All⸗ gemeinheit ſich gegenüberſtellen, und ſich gegen ſie entfremden kann“ 193 (O Mechanismus) 2121
O 10 13 14 Schicksal „Die Alten ſaßten bekanntlich die Notwendigkeit als Schickſal auf und der moderne Standpunkt iſt dagegen der des Troſtes“ 333 O. Die Beziehung der Alten auf das Schickſal gewährt uns „keineswegs die Anſchauung der Unſreiheit, ſondern vielmehr die der Freiheit“. Es iſt darin gelegen: „weil ſolches iſt, ſo iſt es, und wie es ift, fo ſoll es ſein“ 333 &, 334 0 (ſ. Notwendigkeit) „In Beziehung auf äußerliche Unmittelbarkeit, auf ein Schickſal, iſt die Tugend ein Verhalten zum Sein als nicht Negativem, und dadurch ruhiges Beruhen in ſich ſelbſt“ 398 (O Sittlichkeit) [P. St. 6, 294] Vor kurzem war es noch Mode Greueltaten „als durch die Un: vernunſt des ſogenannten Schickſals mit dem ſalſchen Anſchein der Notwendigkeit herbeigeſührt“ in der Kunſt zu behandeln 97 (O griechiſche Götter) „Das Schidfal” 100—102 (O klaſſiſche Kunſtſorm). Die Viel⸗ heit und Verſchiedenheit der griechiſchen Götter bedingt ihre Zu— fälligkeit, „und der Gedanke löſt ſie in die Beſtimmung einer Göttlichkeit auſ, durch deren Macht der Notwendigkeit ſie ſich gegenſeitig bekämpſen und herabſetzen“ 100, 101. Sehen wir uns nach der Art und Geſtalt dieſer Macht oder höheren Einheit um, „ſo iſt ſie, der Individualität und relativen Beſtimmtheit der Götter gegenüber, das in ſich Abſtrakte und Geſtaltloſe, die Not— wendigkeit, das Schickſal, welches in dieſer Abſtraktion nur das Höhere überhaupt iſt, das Götter und Menſchen bezwingt, für ſich aber unverſtanden und begrifflos bleibt“ 101, 102 [2, 557] Es bleibt ohne Geſtalt und Individualität; ihm gehorchen Götter und Menſchen 102 8, 333 8] In der klaſſiſchen Kunſt, in welcher „das Pathos, der ſubſtantielle Inhalt des Handelns und nicht der ſubjektive Charakter das Wich⸗ tige ift, betrifft das Schickſal weniger dieſen beſtimmten Charak⸗ ter“, während in der romantiſchen Kunſt die Entwickelung des Schickſals immer „zugleich ein inneres Werden, eine Entwickelung des Charakters ſelbſt iſt“ 199 (O Charakter) [14, 366] „Der dramatische Charakter macht ſich durch die Art ſeines Zwecks, den er unter gegebenen und gewußten Umſtänden kolliſionsvoll durchſetzen will, ſein Schickſal ſelber, dem epiſchen im Gegenteil wird es gemacht“ 366. „Das Schickſal beſtimmt, was geſchehen ſoll und geſchieht, und wie die Individuen ſelber plaſtiſch find, fo 2122
14 15 16 17 Schickſal auch die Erfolge, Gelingen und Mißlingen, Leben und Tod“ 366. „Dies Verhängnis iſt die große Gerechtigkeit und wird nicht tra— giſch im dramatiſchen Sinne des Worts, in welchem das Indivi— duum als Perſon, ſondern in dem epiſchen Sinne, in welchem der Menſch in ſeiner Sache gerichtet erſcheint, und die tragiſche Nemeſis darin liegt, daß die Größe der Sache zu groß iſt für die Individuen“ 366 (O Handlung) Die Vernünftigkeit des Schickſals in der griechiſchen Tragödie 554 (f. griechiſche Tragödie) ber die Wurzeln des Schickſalsglaubens im heidniſchen Kultus 251, 252. „Ein Schickſal, eine unbekannte Macht, eine zwingende Notwendigkeit, unerkannt anerkannt, ohne Verſöhnung, der das Bewußtſein ſich unterwirft, aber nur mit der Negation ſeiner ſelbſt, ſchwebt über dem Haupt von Göttern und Menſchen“ 252. „Dieſe Notwendigkeit bleibt nicht bloß Vorſtellung, es wird Ernſt mit dem Menſchen, der natürliche Menſch vergeht, der Tod macht Ernſt mit ihm, das Schickſal verzehrt ihn troſtlos“ 252 (ſ. Kultus) Das Schickſal, die geitaltloie Notwendigkeit in der griechiſchen Religion 109—113 (f. griechiſche Reli⸗ gion), 130, 131 (O griechiſche Religion), 472, 473, 474, 505, 506 (O Gottesbeweiſe). Was wir heutzutage Schickſal nennen, iſt das Gegenteil von dem der Griechen 111, 112. „Man ſpricht von ge: rechtem, ungerechtem, verdientem Schickſal, man braucht das Schickſal zur Erklärung“. „Das Schickſal iſt dann nichts als ein Zuſammenhang von Urſachen und Wirkungen“ 112. „Das Fatum iſt das Begriffloſe, wo Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit in der Abſtraktion verſchwinden: in der Tragödie dagegen iſt das Schick— ſal innerhalb eines Kreiſes ſittlicher Gerechtigkeit. Am erhaben: ſten finden wir das in den Sophokleiſchen Tragödien“ 133, 134 (O griechiſche Religion) „Dieſes Allgemeine, dieſe Einheit in dem Gegenſatze — Sein und Nichtſein als dasſelbe — nannte Heraklit »Schickſal (efiuaouern), Notwendigkeit«“ 363 (O Heraklit) 18 249 (O Plato) 20 Das Schickſal, das über den griechiſchen Göttern ſchwebt, iſt nicht dasfelbe, was Naturnotwendigfeit iſt; es ift ein Abſtraktum an: derer Art als das Naturprinzip 418 (O Görres) 2123
1 2 — 19 1 1 1 1 1 — 4 — — do 2 E Schiedsgericht / Schiller Schiedsgericht 303 (f. Gericht) Schießpulver Das Schießpulver „war ein Hauptmittel zur Befreiung von der phyſiſchen Gewalt und zur Gleichmachung der Stände“ 508. „Nur durch dieſes Mittel konnte die höhere Tapferkeit hervorgehn, die Tapferkeit ohne perſönliche Leidenſchaft; denn beim Gebrauch der Schießgewehre wird ins Allgemeine hineingeſchoſſen, gegen den abſtrakten Feind und nicht gegen beſondre Perſonen“ 508 (O Mit: telalter), 517 „Mit der Erfindung des Schießpulvers verlor ſich der einzelne Zorn des Kampfs“ 266 (O neuere Philoſophie) Schiff 134 (O Uferland) Schi⸗hoang⸗ti, Tſin Shi Hoangti Erbauer der chineſiſchen Mauer 167, Verfolger aller geſchicht— lichen Beſtrebungen 168. Ihm ſchreibt man die Einführung der Leibeigenſchaft zu 181 (O China) Schikaneder, Emanuel Würdigung von Schikaneders Text zur Zauberflöte 203 (O Muſik) Schi⸗king Das Buch älteſter chineſiſcher Lieder 165 (O China) Schildkröte 400 (O Fichte) Schiller, Friedrich „Aus dem Kelche dieſes Geiſterreiches ſchäumt ihm ſeine Unend— lichkeit“ 620 (O Philoſophie) [16, 282 Zur Forderung mit Abſcheu zu tun, was die Pflicht gebeut« 183 (O Abſicht) „Viele, namentlich Schiller, haben an der Idee des Kunſtſchönen, 2124
8 De} 11 12 Schiller a ee ̃ ͤ ... ß. . DAN der konkreten Einheit des Gedankens und der ſinnlichen Vorſtel⸗ lung, den Ausweg aus den Abſtraktionen des trennenden Ver— ſtandes gefunden“ 155 8 (O Kritizismus) „Denn die Elemente haſſen Das Gebild aus Menſchen-Hand“ 361 (O Farbe) 67 (O Geſchichtsphiloſophie) „Da die Götter menſchlicher noch waren, Waren Menſchen göttlicher“ 325 (O Griechen) [13, 108] Die ſogenannte Genie-Periode wurde durch Goethes erſte poe— tiſche Produkte herbeigeführt und dann durch die Schillerſchen unterſtützt 53 (O Kunſtwerk) „Es muß Schillern das große Verdienſt zugeſtanden werden, die Kantiſche Subjektivität und Abſtraktion des Denkens durchbro— chen und den Verſuch gewagt zu haben, über ſie hinaus die Ein— heit und Verſöhnung denkend als das Wahre zu faſſen und künſtleriſch zu verwirklichen“ 96. „Die Abſichtlichkeit abſtrakter Reflexionen und ſelbſt das Intereſſe des philoſophiſchen Begriffs ſind in manchen ſeiner Gedichte bemerkbar“ 96, 97. „Wie Schiller ſich in die Betrachtung der innern Tiefen des Geiſtes verſenkte, fo führte Goethen ſein Eigentümliches zur natürlichen Seite der Kunſt, zur äußeren Natur . . .“ 97. Schiller macht „gegen die Verſtandesbetrachtung des Wollens und Denkens die Idee der freien Totalität der Schönheit geltend“ 97. Schillers „Briefe über äſthetiſche Erziehung“ 97, 98. „Das Schöne iſt als die In— einsbildung des Vernünftigen und Sinnlichen und dieſe Ineins— bildung als das wahrhaft Wirkliche ausgeſprochen“ 98. Diefe An⸗ ſicht liegt ſchon in Anmut und Würde und in ſeinem Lob der Frauen 98 (O Aſthetik) 23 „Schiller in feinem Gedichte »das Ideal und das Lebens ſpricht der Wirklichkeit und ihren Schmerzen und Kämpfen gegenüber von »der Schönheit ſtillem Schattenlandes“ 217. »Ernſt iſt das Leben, heiter iſt die Kunſt« 218 (O Kunſtſchönes) n Don Ceſar in Schillers Braut von Meſſina als Beiſpiel, daß der Stand der Fürſten ſich zur künſtleriſchen Bearbeitung gut eignet: »es ſteht kein höhrer Richter über mir« 263 (© Heroenzeit). Bewun⸗ derung für Schillers und Goethes jugendliche Verſuche, innerhalb der „vorgefundenen Verhältniſſe der neueren Zeit ds verlorene Selbſtändigkeit der Geſtalten wiederzugewinnen“ 266. Karl Moor 2125
1 2 Schiller „kreiert fi) einen neuen heroiſchen Zuſtand“ 266. Seine Privat⸗ rache 267. Die drückenden Verhältniſſe in Kabale und Liebe 267. Erſt in Fiesko und Don Karlos erſcheinen die Hauptgeſtalten erhobener 267. Wallenſteins Schwanken zwiſchen Willen und Pflicht 267 (O Weltzuſtand) Bruderzwiſt als Kolliſton in der Braut von Meffina 283 (O Kolliſion) In Schillers Jugendarbeit »der Menſchenfeind« iſt der Haß eine moderne Grille 315. Schiller liebt „ſein Pathos weitläufig und mit großer Klarheit und Schwung des Ausdrucks auseinanderzu— falten“ 318 (O Pathos), 390 (O Objektivität) Unzufriedenheit der Schweizer, als Wilhelm Tell zum erſten Mal in Weimar aufgeführt wurde 376 (O Kunſtſchönes) 328, 381. „In den Ozean ſchifft mit tauſend Maſten der Jüng— ling“ 413 (0 Symbol). Schillers Liebe für Bild und Metapher 540 (O Metapher), 541. „Stille kneteten wir Salpeter, Kohlen und Schwefel, . . .“ 541 (O Bild) 13 Würdigung und Kritik von Schillers »Götter Griechenlands« im 1 von Hinblick auf die Berechtigung der Klage über den Untergang der griechiſchen Götter 106—108 (O griechiſche Götter), 109. Seine Richtung gegen das Chriſtentum 107, 108 [11, 325] Schillers Jungfrau von Orleans beruht auf dem Konflikt der Liebe mit den ewigen ſubſtantiellen Mächten 183 (O Liebe) Schillers Thekla, obſchon ſie ein Produkt reflektierender Poeſie iſt, kann als Beiſpiel des ſtillen in ſich verſunkenen Charakters betrachtet werden 202 (O Charakter) 221 (O romantiſche Kunſtform). Bei Schiller war die Unterlippe voller als die obere. In ſeiner Bildung des Mundes war „jene Bedeutſamkeit und Fülle des Gemüts zu leſen“ 398 (O Skulptur) Schillers Gedichte erweiſen ſich zur muſikaliſchen Kompoſition als ſehr ſchwerfällig und unbrauchbar 141, 142, 202 (O Muſtk). Schil⸗ lers bilderreiche, geſchmückte Diktion 287 (O Poeſie). Schiller folgte anfangs Leſſing, in die Tragödie die proſaiſche Redeweiſe einzuführen, verließ aber ſchon mit dem Don Karlos den bisher betretenen Weg 289 (O Verſifikation), 496, 497, 498 (O Drama) In Schillers Wechſelgeſang der Amalie und des Karl in den Räubern, wo der Abſchied ganz lyriſch behandelt ſein ſoll, klingt noch ein epiſcher Ton aus der Iliade nach 383. Die Szene auf 2126
14 Schiller dem Schlachtfeld in Schillers Jungfrau von Orleans zwiſchen dem engliſchen Ritter Montgomery und Johanna iſt mehr epiſch als dramatiſch 384, 385 (O epiſche Poeſie) Schiller gibt in ſeinen lyriſchen Gedichten und in ſeinen Balladen ein Beiſpiel, wie ſich das Allgemeine als ſolches: Religion, Kunſt, ja wiſſenſchaftlicher Gedanke mit dem Beſonderen, der Vereinze— lung verweben kann. Man denke an den Eumenidenchor in den Kranichen des Ibikus 423 (O lyriſche Poeſie), 428 (O Ballade). Er „fängt im Gemüte an, deſſen höchſte Intereſſen bei ihm die Ideale des Lebens, der Schönheit, die unvergänglichen Rechte und Ge— danken der Menſchheit find“ 434, 433. „Auch das in ſich als Denken beruhigte Philoſophieren iſt imſtande, ſeine klar gefaßten und ſyſtematiſch durchgeführten Gedanken mit Empfindung zu beſee— len, durch Anſchauung zu verſinnlichen“. Schiller macht dies in manchen Gedichten 441 (O lyriſche Poeſie). Was die meiſten lyri— ſchen Gedichte Schillers auszeichnet, iſt „beſonders der großartige Grundgedanke des Inhalts“. Seine Lieder tönen, wie er ſelbſt von feiner Glocke ſagt: „Hoch überm niedern Erdenleben ...“ 465 bis 466 (O Lied), 429 478 (O Klopſtock). Schiller und die Theaterſprache 496, 498 (O Drama), 520 (0 Schauſpiel). Schillers dramatiſches Pathos 499. Tieck und die Schlegels haben ihn ſchlecht gemacht, „weil er für uns Deutfche den rechten Ton getroffen“ hat 502. Schillers Kritik an der Iphigenie Goethes 506 (O Drama). Im Trauerſpiel hat ein großer „Aufwand der ſinnlichen Außenſeite, obſchon auch Schiller in ſeiner Jungfrau auf dieſen Abweg geraten iſt, nicht ſeine rechte Stelle“ 523 (O Oper). Charakteriſtik von Schillers Karl Moor, Wallenſtein, Major Ferdinand in Kabale und Liebe und Marquis Poſa 564, 565. „Dergleichen allgemeine Weltzwecke, wie ſie Karl Moor und Wallenſtein verfolgen, laſſen ſich über⸗ haupt nicht durch ein Individuum in der Art durchführen, daß die anderen zu gehorſamen Inſtrumenten werden, ſondern ſie ſetzen ſich durch ſich ſelber teils mit dem Willen vieler, teils gegen und ohne ihr Bewußtſein durch“ 565. Andre tragiſche Figuren Schillers, wie der Major Ferdinand und Marquis Poſa „faſſen ihre Zwecke zugleich im Sinne allgemeiner abſoluter Menſchen— rechte auf“ 565. Schillers Jugendwerke find noch voller Subjek— tivität des Herzens und Gemüts 565. Er verfiel „in eine Ge— waltſamkeit, für deren hinausſtürmende Expanſion es an dem 2127
1 1 2 O 17 Schiller / Schin eigentlichen Kern fehlt“ 569. Schillers Jungfrau als Beiſpiel eines Gemüts, das „gegen fein beſſeres Wollen zu entgegengeſetz— ten Zwecken der Leidenſchaft abirrt“ 570. Zur Gerechtigkeit in der modernen Tragödie, etwa in Kabale und Liebe, Wallenſtein, in den Piccolomini 572 (O Tragödie) „Aus dem Kelch des ganzen Geiſterreiches ſchäumt ihm die Unendlichkeit“ 282 [2, 620; 17, 108] „Lächerlicher, du nennſt dies Mode, wenn immer von Neuem Sich der menſchliche Geiſt ernſtlich nach Bildung beſtrebt“ 72 (O Philoſophiegeſchichte) „Freundlos war der große Weltenmeiſter ...“ 108 (O Philo⸗ ſophie) [2, 620; 16, 282] 124 (O Philoſophiegeſchichte) 18 Goethes und Schillers biſſige Einfälle 546 (O Timon) 20 139 (O Solger), 207 (O Hamann) 1 E „Über Wallenſtein“ 456—458. „Der unmittelbare Ein: druck nach der Leſung Wallenſteins iſt trauriges Verſtummen über den Fall eines mächtigen Menſchen, unter einem ſchweigen⸗ den und tauben Schickſal“ 456. „Das Stück enthält zweierlei Schickſale Wallenſteins; — das eine, das Schickſal des Beſtimmt— werdens eines Entſchluſſes, das zweite, das Schickſal dieſes Ent— ſchluſſes und der Gegenwirkung auf ihn“ 456, 457. „Dieſes Erliegen der Unbeſtimmtheit unter die Beſtimmtheit iſt ein höchſt tragiſches Weſen, und groß, konſeqnent dargeſtellt“ 457. Die zweite Tragödie iſt das Zerſchellen des ergriffenen Entſchluſſes an ſeinem Entgegengeſetzten. Sie iſt nicht befriedigend, denn „es ſteht nur Tod gegen Leben auf, und unglaublich! abſcheulich! der Tod ſiegt über das Leben! Dies iſt nicht tragiſch, ſondern ent— ſetzlich!“ 458 [Hegels Wallenstein- Aufsatz; stammt nicht aus der Berliner Zeit, sondern aus dem Jahre 1800. H. Gl.] Schimeon ben Jochai ſ. Simon ben Jochai Schin Verhältnis Wu-wangs zu den Schin, den Vorſtehern des Reichs in der natürlichen Welt 348, 349, 350. Ihre Geſchäfte 350, 351 und ihre Macht 354, 347 (O chineſiſche Religion), 353 2128
Schisma / Schlaf Schisma 11 Das große Schisma der Kirche war mit ein Grund für die Schwächung der päpſtlichen Macht 513 (O Mittelalter) Schiwa f. Siva Schlaf (Traum) 3 206 (O Einbildungskraft) 10 Der Schlaf 109 8, 110—119 8 (O Seele). Zur Vexpierfrage des Unterſchieds von Schlaf und Wachen 110—111 8, 113 g. Die Schwierigkeit entſteht eigentlich erſt, „infofern man das Träumen im Schlafe hinzunimmt und dann die Vorſtellungen des wachen, beſonnenen Bewußtſeins auch nur als Vorſtellungen, was die Träume gleichfalls ſeien, beſtimmt“ 110 H. Kritik an ſolcher oberflächlichen Beſtimmung von Vorſtellungen 1108, 1118. Im Schlaf herrſcht die Ideenaſſoziation, im Wachen ein „konkreter Zuſammenhang, in welchem jeder Teil mit allen Teilen dieſes Komplexes ſteht“ 111, 115 8, 116 8, 117 Z. Erinnerung an Kants Unterſchied der Objektivität und Subjektivität der Vor⸗ ſtellung 1118 Charakteriſtik des Wachens 111—112 © (ſ. Seele). Beziehung des Wechſels von Schlafen und Wachen zu den Beziehungen, welche einerfeits in den Lebensaltern, andrerſeits im Geſchlechtsverhält— nis hervortreten 1128, 113 @. „Der Schlaf iſt der Zuſtand des Verſunkenſeins der Seele in ihre unterſchiedsloſe Einheit, — das Wachen dagegen der Zuſtand des Eingegangenſeins der Seele in den Gegenſatz gegen dieſe einfache Einheit“ 113 . „Das Er— wachen wird dadurch bewirkt, daß der Blitz der Subjektivität die Form der Unmittelbarkeit des Geiſtes durchſchlägt“ 113 , 114 f. Beziehung zum Wechſel von Tag und Nacht 1149, zum organi⸗ ſchen und animaliſchen Leben 1148, 115 9. Das organiſche Le⸗ ben entſpricht dem Schlaf, das animaliſche Leben mit ſeinem Wechſel von Ruhe und Tätigkeit dem Wachen 1158 Auch in der Geſtaltung der Organe in äußere und innere iſt ein dem Unterſchied des Schlafens und des Wachens gemäßer Unter⸗ ſchied zu bemerken 1158 Über den geiſtigen Unterſchied des Wachens vom Schlafen 115 bis 119. Beſtimmung des Schlafes „als denjenigen Zuftand, in Glockner, Hegel-Legiton 134 2129
10 18 1 >>} 15 17 = 1 Schlaf / Schlegel welchem die Seele ſich weder in ſich ſelbſt noch von der Außen: welt unterſcheidet“ 115 8, 116 C. „Zur Lebendigkeit des Wach⸗ ſeins gehört der Gegenſatz und die Einheit des Geiſtes mit dem Gegenſtande“ 1169. Für eine Unterſcheidung des Schlafens und Wachens nicht hinreichend iſt die Beſtimmung der Klarheit 116 ©. Die Überzeugung, „daß das Angeſchaute eine vernünftige Tota⸗ lität in fi iſt“, gibt den Ausſchlag 1168, 1118, 117 2, 118 g. „Verſtand und Vernunft — die Weiſen des eigentlichen Denkens — find nur im Wachen tätig“ 117 8. Zur Entſtehung falſcher Vor⸗ ſtellungen im Schlafe 118 C. Zur Intenſität des Schlafes vor und nach Mitternacht und gegen Morgen 118 8, 119 Z. Die Grenze von Wachen und Schlafen 119 Z. Bedeutung von Körper- und Außenreizen für den Traum 119 8 (O Seele) Der „dialektiſche Fortgang von der erwachenden Seele zur Empfindung“ 120 8 (f. Empfindung) Ariſtoteles' Schrift Vom Schlafen und Wachen« 369 (O Ariſto⸗ teles) Schlafwandeln ſ. Somnambulismus Schlange Die Schlange war ein beſonders beliebter Genius bei den Opfern Homers 28 (O klaſſiſche Kunſtform). Es war allgemeine Sitte griechiſcher Frauen, „Armbänder in Form von Schlangenwin— dungen zu tragen, und die Armbänder ſelbſt hießen Schlangen“ 420 (O Attribut) Die Schlange im Mythus vom Sündenfall 286 (O Sündenfall) 111, 413]. Verehrung der Schlangen bei den Griechen und noch heute an der Weſtküſte von Afrika 315 (O Zauberei) Zum Bild „die Ewigkeit ſei ein Kreis, — die Schlange, die ſich in den Schwanz beißt“ 121 (0 Philoſophiegeſchichte) ſchlecht Unterſcheidung der böſen und ſchlechten Geſinnung 94 (O Moral), 220 (O Moralität) Schlegel, Auguſt Wilhelm von Solgers Stellungnahme und „Kritik über die Vorleſungen des 2130
7 10 11 12 14 20 f ssn Hr Herrn Auguſt Wilhelm von Schlegel über dramatiſche Kunſt und Literatur“ 217—218 Fußn. (O Ironie) [20, 185] Zitat aus Schlegels »Bhagavad-Gitä« 463 O, 464 0 (O Philo⸗ ſophie) Herausgeber des Ramayana 217 Fußn. (O Indien) [12, 460] Beide Schlegels nahmen „von der philoſophiſchen Idee ſoviel an, als ihre ſonſt eben nicht philoſophiſchen, ſondern weſentlich kriti⸗ ſchen Naturen aufzunehmen fähig waren“ 99. So behielt ihre Kritik „etwas Unbeſtimmtes und Schwankendes, ſo daß ſie bald zu viel, bald zu wenig taten“ 99. Ihr Verdienſt um die ältere italieniſche und niederländiſche Malerei, die Nibelungen, um die indiſche Poeſie und Mythologie; ihre Kritikloſigkeit gegen oft Mittelmäßiges, z. B. die Holbergſchen Luſtſpiele 100 460 (O indiſche Kunſt) Kritik an Schlegels Pygmalion 58 (O Malerei). Zur Kritik der Herrn Schlegel an Schiller 502 (O Drama) Schlegel über Bhagavad-Gitä in der Vorrede zu feiner Ausgabe 61. Schlegel als Überfeger der Bhagavad-Gitä 64, 66, 67, 70, 74, 75, 80, 82, 83, 84, 91, 103, 104, 106, 107, 109, 112, 119. Die Schwierigkeiten dieſer Uberſetzung 75, 76, 119. Seine Überſetzung von Brahm 115 (vgl. 119) und Kritik hieran 115, 116, 117. Zur Beſtimmung des Brahm durch den älteſten indiſchen Lexikographen 122, 123; zur Beziehung von Brahm und Brahminen 128 (O Humboldt, Wilh. v.) „In einer Vorleſung A. W. Schlegels über Dante findet Solger nicht die gehörige heilige Scheu vor dieſer hohen Myſtik, noch Empfänglichkeit genug für die erhabene Einfalt“ 143 Schlegels Shakeſpeareüberſetzung 146. Solgers Lob für Schlegels Rezenſion von Niebuhrs römiſcher Geſchichte in den Heidelberger Jahrbüchern 149, 150. Solgers Rezenſion von A. W. Schlegels dramatiſchen Vorleſungen 185, 188, 201 (O Solger) Schlegel, Friedrich von Hegels Kritik an der neueſten Behauptung, „daß die Beſtimmtheit und Mannigfaltigkeit von Kenntniſſen für die Idee überflüſſig, ja ihr zuwider und unter ihr ſei“ 319. „Friedrich Schlegels Auf, treten mit Vorleſungen über Tranſzendental-Philoſophie erlebte 2131
1 1 1 1 = -ı 1 2 3 E Schlegel ich noch in Jena; er war in ſechs Wochen mit ſeinem Kollegium fertig; eben nicht zur Zufriedenheit ſeiner Zuhörer, die ein halbjähriges erwartet und bezahlt hatten“ 319 (O Philoſophie⸗Unter⸗ richt) Zu dem von Schlegel „aufgebrachten und bis zu jener ſich ſelbſt als das Höchſte wiſſenden Subjektivität geſteigerten Ausdruck der Ironie“ 217 Fußn. (ſ. a. Ironie). Schlegels Anteil am Ausbau der Form der Ironie 222, 223 (O Ironie) [12, 100, 102, 103; 18, 62; 20, 161] Schlegels Auffaſſung der Eheſchließungszeremonie in jeiner Lucinde 245 (O Ehe) Schlegels Konſtruktion von einem erſten paradieſiſchen Zuſtand des Menſchen 94—95 Fußn. (O Weltgeſchichte) (ſ. a. Natur: zuſtand) Kritik an dem unbeſtimmten und ſchwankenden Maßſtab, den die Schlegels in verſchiedene Zweige der Kunſt einführten 99—100 (. Schlegel, Aug. Wilh. v.). Aus den „Geſinnungen und Doktri— nen Friedrichs von Schlegel entwickelte ſich in mannigfaltiger Geſtalt die ſogenannte Ironie” 100, 102, 103. Ihren tieferen Grund fand fie in der Fichteſchen Philoſophie 100 (ſ. Ironie) [19, 642; 20, 184] Zur Forderung Schlegels, daß die Objektivität eines Kunſtwerks durch das ganz Formelle der hiſtoriſchen Richtigkeit begründet werde 363, 364 (O Kunſtſchönes B. 3. b) Kritik an der Meinung, alles Tiefſte laſſe ſich eben ſeiner Tiefe wegen nicht ausſprechen: „So wurde z. B. in Friedrich von Schle⸗ gels Gedichten, zur Zeit, als er ſich einbildete ein Dichter zu ſein, dies Nichtgeſagte als das Beſte ausgegeben, doch dieſe Poeſie der Poeſie ergab ſich grade als die platteſte Proſa“ 398, 397 (O Ori⸗ ginalität) Kritik an Schlegels Behauptung, „daß in jeder Kunſtdarſtellung eine Allegorie zu ſuchen ſei“ 419, 530 Zu Schlegels Lueinde 108 (0 griechiſche Götter). Das in ſich Eiskalte und Tote der Ehre in Schlegels Alarcos 175, 176 (O Ehre). Schlegels Auffaſſung der Architektur als „eine gefrorne Muſik“ 306 (O klaſſiſche Architektur) Schlegels Auffaſſung der Weisheit der Inder 440 (O ägyptiſche Religion) 2132
17 18 19 20 — Schlegel / Schleiermacher „Friedrich von Schlegel hat für die Philoſophie den Spitznamen der Weltweisheit wieder aufgewärmt, und damit bezeichnen wol— len, daß ſie wegbleiben müſſe, wo von Höherem, z. B. der Religion die Rede ſei; und er hat viele Nachtreter gehabt“ 92 (ſ. a. Welt⸗ weisheit) (O Philoſophie) [20, 22, 23, 307] Kritik an Schlegels Beſchäftigung mit den Indern: „Er hat eigent⸗ lich nichts weiter geleſen, als das Inhaltsverzeichnis zum Ra⸗ mayana“ 163 Schlegels Erweiterung der Ironie „zum allgemeinen Prinzip“ 62 (O Sokrates) Anführer der Ironie, als einer Form des „Fichteſchen Gtandpunkts der Subjektivität“ 642 (O Fichte) 12, 100] Die Sophiſterei iſt es, „die den Spitznamen der Weltweisheit, den Herr Friedr. von Schlegel neuerlichſt wieder hervorgeſucht hat, verdient“ 22, 23 (O Hinrichs), 307 (O Göſcheh 117, 92] Die Lueinde fällt in „die keckſte und blühendſte Periode der Ironie“ 142. Solgers Kritik an Friedrich Schlegels Darftellungsweiſe der indiſchen Religion 160. Schlegel hat ſich immer urteilend gegen die Philoſophie verhalten, „ohne je einen philoſophiſchen Inhalt, philoſophiſche Sätze, oder gar eine entwickelte Folge von ſolchen auszuſprechen, noch weniger hat er dergleichen bewieſen, oder auch widerlegt“ 161, 162. „Ihm iſt das Bedürfnis der den: kenden Vernunft, und damit das Grund-Problem derſelben und einer bewußten und gegen ſich ehrlichen Wiſſenſchaft der Philo— ſophie, fremd geblieben“ 162, 161. Aufnahme der Fichteſchen Phi⸗ loſophie durch Schlegel 183, 184; ſie iſt „zur Ironie gediehen, zum Verneinen der Lebendigkeit der Vernunft und Wahrheit, und zur Herabſetzung derſelben zum Schein im Subjekt und zum Scheinen für Andere“ 184; Fichtes Stellung hierzu 184 (O ©olger) [12, 100; 19, 642; 20, 184] Zur Notiz des unbekannten Kritikers: „Friedrich v. Schlegel ſei ein Lehrer Hegels geweſen“ 359, 360 (O Hegel) 420 (O Görres) Schleiermacher, Friedrich Ernſt Daniel Schleiermachers Reden über die Religion 37 (O Fichte). Zur Po⸗ tenzierung des Jacobiſchen Prinzips in Schleiermachers Reden über die Religion 388391 (f. Jacobi) . 2133
2 1 A 18 19 O = Schleiermacher / Schluß Schleiermacher hält in den Briefen eines Ungenannten die Zere— monie der Eheſchließung, ebenſo wie dies Schlegel in der Lucinde ausſpricht, für überflüſſig 245 (O Ehe) Schleiermachers „»Herakleitos, der Dunkle, von Epheſus, dargeſtellt aus den Trümmern ſeines Werkes und den Zeugniſſen der Alten«, Band I (Berlin 1807), S. 315-533“ 347 (O Heraklit) Schleiermachers Hyperkritik an der Echtheit der Platoniſchen Dialoge 179 (O Plato) 643—644 [bezieht sich wohl auch auf Schleiermacher. H. Gl.] Schloſſer, Johann Georg Briefe Jacobis an Schloſſer 313 (O Jacobi) Schluß (Syllogismus) Das Werden des Urteils zum Schluß 387 (ſ. Bildung). Charak— teriſtik des Epos als Schluß, „worin das Extrem der Allgemein— heit, die Götterwelt, durch die Mitte der Beſonderheit mit der Einzelnheit, dem Sänger, verknüpft iſt. Die Mitte iſt das Volk in ſeinen Helden“ 555 (O Epopoe) Der Schluß 140—141 (O Begriff) § 98 „Der Schluß iſt das Urteil mit feinem Grunde“, „das voll: ſtändige Geſetztſein des Begriffs“ 140, 155 [5, 118] § 99 Das Allgemeine und das Einzelne find die Extreme, das Beſondere die Mitte des Schluſſes 140, 155, 183 § 100 Die Beziehung der beiden Extreme zur Mitte und zuein— ander 140, 141 „Schluß“ 155—160 (O Begriff) § 39 „Der Schluß iſt die vollſtändige Darſtellung des Begriffs. Er enthält überhaupt das Urteil mit ſeinem Grunde“ 155, 140 § 40 Beziehung der Extreme zur Mitte und aufeinander 155, 140, 141 8 41 Zunächſt hat die Mitte eine eigene Beſtimmtheit gegen die Extreme, die Einheit der Momente iſt noch eine ſubjektive 153 A. „Schlüſſe der Qualität oder Inhärenz“ 156 bis 158, 160 5, 121—148; 8, 386— 393] $ 42 Die Form dieſes Schluſſes iſt E-B—A. Er erſcheint ſeiner Form nach zwar richtig, ſeinem Inhalt nach aber als willkürlich und zufällig 156, 183, 184 [5, 122—132; 8, 386—390] 2134
Schluß 3 § 43 Zur Forderung, daß die Prämiſſen auch vermittelt, bewieſen werden ſollen 156, 184 [5, 130] S 44 Die zweite Form des Schluſſes iſt A—E—B. Er hat die Bedeutung, „daß unmittelbare Beſtimmungen oder Qualitäten durch die Einzelheit, und inſofern zufällig, zuſammengeſchloſſen ind“ 157, 184 [5, 132—137] § 45 Die dritte Form des Schluſſes it B—-A—E 157 [5, 137 bis 139] § 46 Die objektive Bedeutung dieſes Schluſſes 157 § 47 In der Reihe dieſer Schlüſſe hat jede der drei Beſtimmungen erſtens die Mitte ausgemacht; zweitens iſt wohl jede unmittelbare Beziehung des erſten Schluſſes durch die folgenden vermittelt worden 158 B. „Schlüſſe der Quantität oder Reflexion“ 158 bis 159, 160 [5, 148160; 8, 393—396] § 48 „Der unmittelbar qualitätsloſe Schluß iſt der mathema— tiſche“ 158, 183 [5, 139—142] 8 49 Charakteriſtik des Schluſſes der Induktion 158 (5, 152—155] 8 50 Charakteriſtik des Schluſſes der Analogie, worin das All— gemeine die Mitte iſt 158, 159, 185 (5, 155—160] C. „Schlüſſe der Relation 159—160, 160 [5, 160—171] § 51 Der kategoriſche Schluß 159 (f. kategoriſcher Schluß) § 52 Der hypothetiſche Schluß 159 (ſ. hypothetiſcher Schluß) $ 53 Der disjunktive Schluß 159 § 54 Die Mitte und das Subjekt 159, 160 § 55 Zuſammenfaſſende Überfhau über die Form der drei Schluß⸗ arten 160 (O Begriff) „Schluß“ 183—187 (O Logik) 8 65 „Der Schluß iſt die Darſtellung des Begriffs in ſeinen Mo— menten“, der Einzelnheit, Beſonderheit und Allgemeinheit 183 § 66, 8 67 Charakteriſtik des Schluſſes E—B—-A, welcher „die Zuſammenſchließung der Einzelnheit und Allgemeinheit durch die Beſonderheit als die Mitte iſt“ 183, 140, 155. Seine Form iſt „die allgemeine Regel der Subſumtion“ 183 § 68 Der mathematiſche Schluß 183, 158 8 69 E—B—A iſt die „allgemeine Regel aller Schlüſſe“ 183 § 70 Charakteriſtik der Beſonderheit als Mitte 183, 184. „Das zuſammengeſchloſſene Einzelne und Allgemeine iſt ein zufälliger Inhalt füreinander“ 184 2135
= Min Schluß 8 71 Zur Forderung, daß auch die unmittelbaren Beziehungen oder Urteile im Schluß als Vermittlungen dargeſtellt werden ſollen 184, 156 Damit entſteht der „Fortgang ins ſchlecht Unendliche“ 184, 156 § 72 A—E—B iſt der zweite allgemeine Schluß 184, 157. Das Einzelne, inſofern es Mitte ſein ſoll, muß Allheit ſein; Schluß durch Induktion 184 § 73 Über die Einzelnheit als Mitte, inſofern fie allgemeines Moment des Begriffs iſt 185 8 74 B—-A—E iſt der dritte allgemeine Schluß, der Schluß der Analogie 185, 157 [5, 137—139] 8 75 „Die Allgemeinheit aber als wahrhafte Mitte iſt die innere Natur und der ganze Begriff“ 185 8 76 Die drei allgemeinen Schlüſſe „machen einen Kreis der ge— genſeitigen Vorausſetzung aus“ 186, 185 § 77 Dies Ganze der fi) ſelbſt gegenſeitig vorausſetzenden Ver— mittlung iſt weder ein Übergehen, noch ein Hervorbringen, noch die Außerung der Kraft, noch ein Wirken wie bei Urſache und Wirkung 186 8 78 A. Charakteriſtik des Zwecks als ganzer Schluß, und zwar iſt er „zunächſt als das Subjektive der ganze Schluß“ 186 § 79 B. „Die Realifierung des Zweckes iſt ebenſo der ganze Schluß“ 186, 187. Charakteriſtik ſeiner Vermittlung 186, 187 8 80 C. Die durch die Realiſierung des Zweckes vermittelte Ob— jektivität, dieſer erfüllte Zweck, ſtellt die Vermittlung durch das Allgemeine dar 187 $ 81 Charakteriſtik einer äußerlichen und relativen Zweckmäßig⸗ keit 187 § 82 „Der Zweck des Exiſtierenden iſt dasjenige, was es an ſich und in Wahrheit oder ſein Begriff iſt“ 187 8 83 Die innere Zweckmäßigkeit iſt der Selbſtzweck 187 (O Logik) Charakteriſtik der „ſchließenden Vernunft“ 214, 215 (. Denken) Die Lehre vom Schluß als Lehrgegenſtand auf Gymnaſien 331 (O Philoſophieunterricht) Über die Regeln des Schließens hat ſich das gerechte Bewußtſein feſtgeſetzt, „daß ſie gleichgültige Mittel wenigſtens ebenſoſehr des Irrtums und der Sophiſterei ſind“, und „daß ſie überhaupt nur eine Richtigkeit der Erkenntniſſe, nicht die Wahrheit betreffen“ 30 (O Logik) 2136
. Di Schluß Charakteriſtik des Schluſſes der „äußeren Reflexion“ 498 (O Reſlexion) Die Beſonderheit als Mitte des ſormalen Schluſſes 62 (O Be⸗ griff), 122 „Der Schluß“ 118—171 (O Subjektivität), 34 (O Begriff), 74, 75 (O Urteil) Beziehung des Schluſſes zum Begriff und zum Urteil 118. Er iſt „der vollſtändig geſetzte Begriff“ 118 (3, 140, 155], 119. „Alles Vernünſtige ift ein Schluß“ 119, 120 (8, 382] Der vorerſt noch unmittelbare Schluß iſt der Verſtandesſchluß 120. In ihm wird „die Selbſtändigkeit der Extreme ſeſtgehalten“ 120, 121 Einteilung A. Der Schluß des Dafeins 121, 121—148 (ſ. u.) B. Der Schluß der Reflexion 121, 148—160 (ſ. u.) C. Der Schluß der Notwendigkeit 121, 160—171 (f. u.) A. „Der Schluß des Daſeins“ 121, 121—148 [3, 156—158, 160, 183], 150, 151 158, 160, 170 1. „Der Schluß, wie er unmittelbar ift, hat zu feinen Momenten die Begrifſsbeſtimmungen als unmittelbare“ 121. Er iſt der ſor⸗ melle 121, 122. „Die Beſonderheit macht zunächſt inſoſern die Mitte aus, als fie die beiden Momente der Einzelnheit und All— gemeinheit unmittelbar in ſich vereinigt“ 122, 62. „Die dialek⸗ tiſche Bewegung des Schluſſes des Daſeins beſteht nun darin, daß die Vermittlung, die den Schluß allein ausmacht, an ſeinen Momenten geſetzt werde“ 122 a) „Erfte Figur des Schluſſes“ 122—132, 134, 136, 137 [3, 156, 183] „E-B—A iſt das allgemeine Schema des beſtimmten Schluſſes“ 122. E und A ſtehen ſich „als Extreme gegenüber und ſind in einem verſchiedenen Dritten eins“ 122. Zur „allgemeinen Bedeu⸗ tung dieſes Schluſſes“ und über das Verhältnis von Einzelnheit, Beſonderheit und Allgemeinheit zueinander in ihm 123, 124. Ariſtoteles über die Natur dieſes Schluſſes 123. Die verſchiede— nen Arten der Schlußfiguren beruhen alle auf dieſer erſten 124. E—B—A iſt alſo das allgemeine Schema des Schluſſes in ſeiner Beſtimmtheit. Das Einzelne iſt unter das Beſondere ſubſumiert, dieſes aber unter das Allgemeine; daher iſt auch das Einzelne 2137
* Schluß — . —— . ͤ ‚ĩbwwwww — —— unter das Allgemeine ſubſumiert“ 124, 125. Kritik an der for⸗ mellen Anſicht, der Schluß beſtehe nur aus drei Urteilen 125, 126. „Dies durch abgeſonderte Sätze fortſchreitende Schließen iſt nichts als eine ſubjektive Form“ 126 2. Betrachtung des unmittelbaren Verſtandesſchluſſes inſofern die Termini Inhalt ſind 126—129, 131. Er kann inſofern auch der qualitative Schluß genannt werden. Die Termini ſind einzelne Beſtimmtheiten 126. Das unmittelbare Subjekt iſt noch unendliche Mannigfaltigkeit und jede Beſonderheit kann Medius Ter⸗ minus ſein 126, 127, jeder Medius Terminus aber hat mehrere Prädikate und es iſt willkürlich, mit welchem ich ihn verbinde 127, 131 Zugleich müſſen „dieſe Schlüſſe, die dasſelbe Subjekt betreffen, auch in den Widerſpruch übergehen“ 127, 128, 131, 132, 145, 150 Beiſpiele für falſche Schlußſätze 127, 128. „Es wird billig nichts für ſo unzureichend gehalten, als ein ſolcher formeller Schluß, weil er auf dem Zufall oder der Willkür beruht, welcher Medius Terminus gebraucht wird“ 128. Die Kantiſchen Antinomien der Vernunft find ſolche formelle Schlüſſe 128. Doch darf dieſe Zu: fälligkeit eines Schluſſes nicht bloß auf den Inhalt geſchoben wer⸗ den; fie iſt auch abhängig von der Form und zwar von der ab— ſtrakten 129 3. Betrachtung des Verſtandesſchluſſes nach der Seite, nach wel⸗ cher feine Beſtimmungen Formbeſtimmungen, und damit weſent— liche Beziehungen ſind 129—131, 132. „Dieſe Beziehungen ſind erſtens die der Extreme auf die Mitte“ 129. „Zweitens iſt die Beziehung der Extreme aufeinander vorhanden, welches die ver— mittelte iſt“ 129, 130. Charakteriſtik der Prämiſſen als Urteile 130. Kritik an der Forderung auch die Prämiſſen ſollen bewieſen ſein, d. h. „ſie ſollen gleichfalls als Schlußſätze dargeſtellt werden“ 130 (3, 156, 184]. Damit iſt der Progreß ins Unendliche gegeben 130, 131. Er wird nur durch die Vermittlung aufgehoben. Die beiden Beziehungen E—B und B—A ſollen vermittelte fein. „Für die Vermittelung von B—A iſt E vorhanden“, und für EB iſt A da. Alſo B— EA und E-A—B 131, 132 Die Vermittelung des formalen Schluſſes nach ſeinem Inhalte iſt zufällig 131, 132, 127, 128. „In Anſehung der Form hat ebenſo die Vermittelung zu ihrer Vorausſetzung die Unmittelbarkeit der Beziehung“ 132. „Die einfache Beſonderheit war Medius Ter⸗ 2138
Schluß 5 minus; im Schlußſatze iſt dieſe Beſonderheit entwickelt als die Beziehung des Einzelnen und Allgemeinheit geſetzt“ 132 b) „Die zweite Figur: B—E—A“ 132—137, 153 [3, 157, 184; 8, 390] 1. Über „die Wahrheit des erſten qualitativen Schluſſes“ 132, 133. In ſeinem Schlußſatz iſt nunmehr die Vermittelung beſtimmt, „ein negatives Moment in ſich zu enthalten“ 133. Über die Prä⸗ miſſen des zweiten Schluſſes B—E und E— A 133, 135. E—A iſt ſchon durch den erſten Schluß vermittelt 133. A hat noch feine Stelle, aber das Beſondere iſt „unter der Beſtimmung des Ex⸗ trems der Einzelnheit geſetzt, ſowie das Einzelne mit der Be⸗ ſtimmung der Mitte oder der Beſonderheit geſetzt iſt“ 133. „Der beſtimmte und objektive Sinn dieſes Schluſſes iſt, daß das Allge⸗ meine nicht an und für fi) ein beſtimmtes Beſonderes iſt“ 133, 134 2. Vergleich der zweiten Figur mit der erſten 134, 135. Die zweite gilt „als eine Art des Schluſſes, welche der Gattung, nämlich dem allgemeinen Schema E—B—A entſprechen ſollte“ 134, 135, 144. Aber er entſpricht „nicht der allgemeinen Form des Schluſſes“ 135, 134. Der wahrhafte Sinn iſt, daß der Schluß in den zweiten Schluß übergegangen iſt 135, 136 3. Der Schlußſatz iſt ebenſoſehr poſitiv als negativ 136, 135. Er iſt „allgemeine Beziehung“ 136. Charakteriſtik ſeiner Vermittelung als geſetzte zufällige 136. Dieſer Schluß iſt nicht die beſtimmte Einheit der Extreme, und die poſitive Einheit, die ihm noch zu⸗ kommt, iſt nur die abſtrakte Allgemeinheit 137, 136 c) „Die dritte Figur: E— A-“ 137—139 [3, 157; 8, 390] 1. „Dieſer dritte Schluß hat keine einzige unmittelbare Prämiſſe mehr; die Beziehung E—A iſt durch den erſten, die Beziehung BA durch den zweiten Schluß vermittelt worden“ 137. Er iſt „die Wahrheit des formalen Schluſſes“ 137 2. „Die Mitte dieſes Schluſſes iſt zwar die Einheit der Extreme, aber worin von ihrer Beſtimmtheit abſtrahiert iſt, das unbe⸗ ſtimmte Allgemeine“ 137. „Die Mitte iſt als das Allgemeine gegen ihre beiden Extreme ſubſ umierend“ 138. A—B muß das gehörige Verhältnis bekommen, dies geſchieht in einem negativen Urteil 138. Übergang zur vierten Figur 138, 139 3. „Die objektive Bedeutung des Schluſſes ... ift, daß das Bermittelnde als Einheit der Extreme weſentlich Allgemeines iſt“ 139. Übergang zur vierten Figur 139 2139
or Schluß d) „Die vierte Figur: A—A—A, oder der mathe— matiſche Schluß“ 139—142, 307 [3, 158, 183; 8, 392] 1. „Das Verhältnis von Inhärenz oder Subſumtion der Termi— norum iſt darin ausgelöſcht.“ „Jedes der Dreien kann daher gleich gut das dritte Vermittelnde ſein“ 139, 140 2. „Der mathematiſche Schluß gilt als ein Axiom in der Mathe⸗ matik“ 140. Das Einleuchtende liegt im Formalismus dieſes Schluſſes. „Die quantitative Beſtimmung, die in ihm allein in Rückſicht kommt, iſt nur durch die Abſtraktion von dem qualita— tiven Unterſchiede und den Begriffsbeſtimmungen“ 140 3. Das Refultat des Schluſſes des Daſeins 140—142. Das negative iſt „dieſe Abſtraktion von aller Begriſfsbeſtimmtheit“ 140. Das poſitive iſt, „daß nämlich in die abſtrakte Beſtimmtheit ihre andere geſetzt, und ſie dadurch konkret geworden iſt“ 140, 141 „Vors erſte haben die ſämtlichen Schlüſſe des Dafeins ſich gegen— ſeitig zur Vorausſetzung“ und dies Vorausgeſetzte iſt ſelbſt eine Vermittelung 141 Ferner iſt jede einzelne Formbeſtimmung im Ganzen der ſorma— len Schlüſſe zur Stelle der Mitte gekommen 141, 145. Übergang in den Schluß der Reflexion 142, 141, 148 Anmerkung: „Einige Bemerkungen über die gewöhnliche Anſicht und Behandlungsweiſe des Schluſſes in der Logik“ 142. Wen⸗ dung des natürlichen Verſtandes gegen die Spitzſindigkeiten 142, 143, 146. Einfluß des Studiums der Vernunftſormen auf die Richtigkeit des Denkens 143 [4, 15]. Das Studium iſt äußerſt intereſſant 143. Der Mangel der ſyllogiſtiſchen Weisheit beſteht darin, „daß fie ſchlechterdings bei der Verſtandesſorm des Schluſ— ſes ſtehen bleibt“, obwohl die Beziehungen im Schluſſe das We— ſentliche ausmachen 143, 144. Ein weiterer Mangel iſt, daß die qualitative Form E—B—A als das Letzte und Abſolute gilt. Damit ſällt die „dialektiſche Betrachtung des Schluſſes ganz hinweg, die übrigen Schlüſſe werden ſomit nicht als notwendige Verände— rungen jener Form, ſondern als Arten betrachtet“ 144, 134, 135 Charakteriſtik der dialektiſchen Bewegung des Schluſſes 145, 121, 134, 136. „Der ganze Verlauf durch die drei Figuren ſtellt die Mitte in jeder dieſer Beſtimmungen nacheinander dar, und das wahre Reſultat, das daraus hervorgeht, iſt, daß die Mitte nicht eine einzelne, ſondern die Totalität derſelben iſt“ 145 „Der Mangel des ſormalen Schluſſes liegt nicht in der Form 2140
Schluß 5 des Schluſſes, — fie iſt vielmehr die Form der Vernünftigkeit, — ſondern daß ſie nur als abſtrakte, daher begriffloſe Form iſt“ 145. Kritik an einer „begriffloſen Beſchäftigung mit einem Gegen— ſtande, deſſen einziger Inhalt der Begriff ſelbſt iſt“ 146 Leibnizens kombinatoriſches Kalkül über mögliche Stellungen des Schluſſes 146—147 (ſ. Leibniz). Ploucquets Kalkül 147, 148 B. „Der Schluß der Reflexion“ 121, 148—160, 141, 142, 159, 170 [3, 158—159, 160] Rückblick auf die Leiſtung des qualitativen Schluſſes 148. Die Mitte war die abſtrakte Beſonderheit, jetzt „iſt ſie geſetzt als die Totalität der Beſtimmungen“, „geſetzte Einheit der Extreme“ 148, 149. Die Extreme ſind Einzelnheit und Allgemeinheit, aber das einzelne Subjekt enthält die Gattung 149. Der Inhalt der Mitte als Einzelnheit, als Alle, als Gattung 149 a) „Schluß der Allheit“ 149—152, 152, 157, 159 [8, 393] 1. „Der Schluß der Allheit ift der Verſtandesſchluß in feiner Bol: kommenheit, mehr aber noch nicht“ 149. „Die Form der Allheit faßt das Einzelne zunächſt nur äußerlich in die Allgemeinheit zuſammen“ 149, 150. „Die Allheit iſt noch nicht die Allgemeinheit des Begriffs, ſondern die äußere der Reflexion“ 150. Da jetzt die Mitte die Einzelnheit enthält, „kann mit dem Subjekt nur ein Prädikat verbunden werden, das ihm als konkretem zukommt“ 150, 151 2. Dieſe Reflexions-Vollkommenheit des Schluſſes iſt „bloßes Blendwerk“ 151, 152. Alle ſind alle Einzelne, und damit hat das einzelne Subjekt jenes Prädikat ſchon unmittelbar, und „erhält es nicht erſt durch den Schluß“ 151. Der Oberſatz ſelbſt ſetzt ſchon den Schlußſatz voraus 151, 154 3. Im Schluſſe der Reflexion iſt dies an ihm ſelbſt geſetzt, daß der Oberſatz ſeinen Schlußſatz vorausſetzt, — daß das Weſen die⸗ ſes Schließens auf ſubjektiver Einzelnheit beruht 152, 151. Übergang zum Schluß der Induktion 152 b) „Schluß der Induktion“ 152—155, 157, 159 [3, 158, 184; 8, 393] 1. Während der Schluß der Allheit unter dem Schema der erſten Figur E—B—A ſteht, ſteht der der Induktion unter dem zweiten A—E—B. Jetzt aber iſt die Einzelnheit eine vollſtändige 152. „Das eine Extrem iſt irgend ein Prädikat, das allen dieſen Ein⸗ 2141
Jr Schluß zelnen gemeinſchaftlich iſt“, „das andere Extrem kann die unmit⸗ telbare Gattung ſein“ 152 2. Die Mitte ift hier: Alle Einzelne 153, 155. A—E hat ein Prädikat, das mit ihm wenigſtens von gleichem Umfange iſt 153. Charakteriſtik des Schluſſes der Induktion als „Schluß der Er— fahrung“ 153, 154 3. Die Induktion iſt noch weſentlich ein ſubjektiver Schluß 154. Die Allgemeinheit iſt nur Vollſtändigkeit oder bleibt vielmehr eine Aufgabe 154. Progreß in die ſchlechte Unendlichkeit 154. „Der Schlußſatz der Induktion bleibt problematiſch“ 154. Der Schluß⸗ ſatz wird als ein Unmittelbares vorausgeſetzt 154. Der Schluß der Induktion gründet ſich auf die an und für ſich ſeiende, auf die allgemeine Einzelnheit 154, 155. Übergang zum Schluß der Ana— logie 155 c) „Der Schluß der Analogie“ 155—160 [3, 158, 159; 8, 393] 1. Er hat die Figur des unmittelbaren Schluſſes: E-A—B zu ſeinem abſtrakten Schema 155. Seine Mitte iſt „eine Allgemein⸗ heit, welche die Reflexion⸗in⸗ſich eines Konkreten, ſomit die Na⸗ tur desſelben iſt“ 155. Beiſpiel 155, 157 2. Gründe für die mögliche Oberflächlichkeit der Analogie 155, 156, 157. Der Analogieſchluß wird umſo oberflächlicher, je mehr der medius terminus als bloße Qualität genommen wird 156. Zur eigentümlichen Form des Analogieſchluſſes 156. Die Formbeſtim— mung muß auch als Inhaltsbeſtimmung erſcheinen 157. Die ſcheinbare quaternio terminorum im Analogieſchluß 157, 158 3. Über den Schlußſatz E—B. Da die eine Prämiſſe A—B eben ein ſolches EB iſt, fo liegt die Forderung darin, daß auch ſie ein Schlußſatz ſei 158. Das aber heißt: der Analogieſchluß ſetzt ſeinen Schlußſatz voraus 158. Die Mitte wird dann zur Gattung, gereinigt von der Unmittelbarkeit 159 Uberblick über den Gang der Schlüſſe der Reflexion 159, 160. Darlegung, wie der Schluß der Reflexion überhaupt genommen, unter dem Schema B—-E—A ſteht, wie das Einzelne darin noch als ſolches weſentliche Beſtimmung der Mitte iſt 159. Übergaug in den Schluß der Notwendigkeit E-A—B 160 C. „Der Schluß der Notwendigkeit“ 160—171, 121 170 (3, 159—160; 8, 396—403] Das Bermittelnde hat fid) nunmehr beſtimmt 1) „als einfache be2142
Schluß 5 ſtimmte Allgemeinheit“, 2) „als objektive Allgemeinheit“ 160. Es iſt „die allgemeine Natur der Sache, die Gattung“ 160. „Das, wodurch ji) die Termini unterſcheiden, iſt als äußerliche und un⸗ weſentliche Form, und ſie ſind als Momente eines notwendigen Daſeins“ 160. Zur Realiſterung dieſes Schluſſes 160, 161 a) „Der kategoriſche Schluß“ 161—164 (ſ. kategoriſcher Schluß) b) „Der hypothetiſche Schluß“ 164—167 (f. hypothetiſcher Schluß) c) „Der disjunktive Schluß“ 167—169 (ſ. disjunktiver Schluß) Rückblick auf die „Figuren des Schluſſes“ und die verſchiedenen „Gattungen der Schlüſſe“ 169—171. Letztere „ſtellen die Stufen der Erfüllung oder Konkretion der Mitte dar“ 170. „Damit iſt der Begriff überhaupt realifiert worden; beſtimmter hat er eine ſolche Realität gewonnen, welche Objektivität iſt“ 170. Rückblick auf die Realiſierung des Begriffs über das Urteil hinweg zum Schluß 170. „Der Schluß iſt Vermittelung, der vollſtändige Begriff in ſeinem Geſetztſein“ 170, 171 Charakteriſtik des Reſultates als „eine Unmittelbarkeit, die durch Aufheben der Vermittelung hervorgegangen, ein Sein, das ebenſoſehr identiſch mit der Vermittelung und der Begriff iſt, der aus und in ſeinem Andersſein ſich ſelbſt hergeſtellt hat. Dies Sein iſt daher eine Sache, die an und für ſich iſt, — die Objek⸗ tivität“ 171 (O Subjektivität), 35, 121 Die drei Schlüſſe im Chemismus 207, 205 (ſ. Chemismus) Der Zweck und der Schluß: das Zweckmäßige als „der Schluß an ihm ſelbſt“ 218, 219. „Der Zweck ſchließt ſich durch ein Mittel mit der Objektivität und in dieſer mit ſich ſelbſt zuſammen. Das Mittel iſt die Mitte des Schluſſes“ 221, und zwar des formalen 222, 226, 229, 230. Erhaltung des Mittels und der Vermittlung im erfüllten Zweck 234, 235 (ſ. Teleologie) Das analytiſche Erkennen als die erſte Prämiſſe 288, 277, 278, 279 und das ſynthetiſche Erkennen als die zweite Prämiſſe des Schluſſes 288 (O ſynthetiſch) Der Schluß der Zweckmäßigkeit in der Realiſierung der Idee des Guten 322 (ſ. Gutes) Die Triplizität im Schluß 344 (O Dialektik) 6 „Der Schluß“ 109—118 (O Begriff), 125 0 [P. St. 8, 382 bis 403 f. u.] 88 129, 130, 131 wurden z. T. wörtlich, z. T. erweitert in 8, 88 181, 182, 183 aufgenommen 109, 110 [P. St. 8, 382—388] 2143
Schluß E 88 132 à und b [P. St. 8, 88 184, 185 faſt wörtlich] 110, 111 [P. St. 8, 388—389] § 133 wurde verändert in den 8 186 und in den Anfang des 8 187 von 8 aufgenommen 111, 112 [P. St. 8, 389—390] 8S 134, 135 P. St. 8, SS 187, 188 ziemlich wörtlich! 112—114 [P. St. 8, 390—392] § 136 [gl. 8, § 190] Im Reflexionsſchluß macht die Beſonderheit „itzt entwickelt, die Einzelnheit als Allgemeinheit beſtimmt, das Vermittelnde aus“ 114. Schluß der Allheit, der Induktion, der Analogie 114 [ogl. 8, 393—396] 8 137 [ogl. 8, $ 189] Zur Mitte und den beiden Extremen im Reflexionsſchluß 1148 [vgl. 8, 392—393] SS 138 a, 138 b, 139 wurden ſtark verändert in 8, SS 191, 192, 193 aufgenommen 114—118 [P. St. 8, 396—403 f. u.] 1240 (O Teleologie). Der formelle Schluß iſt ohne Wahrheit 239 g (O Seele) 8 Bedeutung des Schluſſes als „eine allgemeine Form aller Dinge“ 88 8 (O Logik). Unzulänglichkeit der Form des Schluſſes im Gottesbeweis 145 C, 146 g, 147 & (f. Kritizismus) „Der Schluß“ 382—403 [P. St. 6, 109—118] § 181 [P. St. 6, $ 129, ſaſt wörtlich] „Der Schluß iſt die Einheit des Begriſſes und des Urteils“, „iſt das Vernünftige und alles Vernünftige“ 382 [5, 119, 120; P. St. 6, 109], 383 g, 385 O, „realer Begriff“. „Alles iſt ein Schluß“ 383 [P. St. 6, 109] Zuſatz. Kritik der Anſicht, daß der Schluß unſer ſubjektives Tun ſei 383 H. Das apodiktiſche Urteil bildet den Übergang zum Schluß 3838, 384 § 182 [P. St. 6, $ 130, erweitert! Im unmittelbaren Schluß be⸗ ſtehen die Extreme wie die Mitte gleichgültig für ſich 384. Es iſt der Verſtandesſchluß im Gegenſatz zum vernünftigen 384 [P. St. 6, 110]. Im Verſtandesſchluß herrſcht „nur ſubjektives Schließen“, das bloß die Endlichkeit der Dinge ausdrückt 3849 [P. St. 6, 110}, 385 8 Zuſatz. Kritik an den Definitionen: der Vernunft als Vermögen zu ſchließen und des Verſtandes als Vermögen Begriffe zu bilden 385 H. Unterſcheidung von Verſtandes- und Vernunftbegriffen 385 g, 386 © a) „Qualitativer Schluß“ 386—393 (3, 156—158, 160; 5, 121—148; P. St. 6, 110—114] 2144
Schluß 8 § 183 [P. St. 6, S 131, faſt wörtlich, dann erweitert] Der quali⸗ tative Schluß oder Schluß des Daſeins: E—B—A „ſchließt ein Subjekt als Einzelnes durch eine Qualität mit einer allgemeinen Beſtimmtheit“ zuſammen 386 (ſ. a. 409, 410) [3, 183; 5, 122 bis 132; P. St. 6, 110] Zuſatz. Er iſt ein bloßer Verſtandesſchluß, denn Einzelnheit, Be⸗ ſonderheit und Allgemeinheit ſtehen ſich ganz abſtrakt gegenüber 386 g. Heute begegnet man den verſchiedenen Formen des Schluſ— ſes nur noch in den Kompendien der Logik; aber ſie ſind von nicht geringem Intereſſe, denn ſie bringen das tägliche Tun eines denkenden Menſchen uns zum Bewußtſein 387 Z. Verdienſt des Ariſtoteles um die „Figuren des Schluſſes“ 3872, 388 2, 390, 391 [P. St. 6, 112, 113] S 184 [P. St. 6, S 132 a, faſt wörtlich, etwas erweitert] a) Zur Zufälligkeit des qualitativen Schluſſes, da „die Mitte als abſtrakte Beſonderheit nur irgend eine Beſtimmtheit des Subjekts iſt, deren es als unmittelbares, ſomit empiriſch⸗konkretes, mehrere hat“ 388 5, 127, 131, P. St. 8, 110], 393. Zur „Nichtigkeit ſolchen Schlie⸗ ßens für die Wahrheit“ 388, 389 [P. St. 6, 111] Zuſatz. Seine Rolle im täglichen Leben 388 8, 389 f, 387 & $ 185 [P. St. 6, S 132 b, faſt wörtlich] 6) „Ebenſo zufällig iſt die⸗ ſer Schluß durch die Form der Beziehung, welche in ihm iſt.“ Sie iſt eine unmittelbare und ſo wird der Progreß ins Unendliche ge— fordert 389 [P. St. 6, 1111 § 186 [P. St. 6, $ 133 verändert, und § 134 der Anfang] Auf: hebung dieſer Mängel in der weiteren Fortbeſtimmung des Schluſſes 389 [vgl. 6, 111, 112]. Aus dem unmittelbaren Schluß E—B—A läßt ſich ſo 2. A—E—B entwickeln 390 logl. 6, 112], 409, 410 [3, 157, 184; 5, 132—137] § 187 [P. St. 6, § 134]. Dieſe zweite Figur ſchließt das Allgemeine mit dem Beſonderen zuſammen 390 [P. St. 6, 112] Die dritte Figur iſt 3. B-A—E 390 [3, 157; 5, 137—139, P. St. 6, 112]. Die Figuren des Schluſſes haben „einen ſehr gründ⸗ lichen Sinn, der auf der Notwendigkeit beruht, daß jedes Mo⸗ ment als Begriffsbeſtimmung ſelbſt das Ganze und der ver— mittelnde Grund wird“ 390 [P. St. 6, 112]. Kritik an der bloß mechaniſchen Unterſuchung der verſchiedenen Figuren 390 [P. St. 6, 113]. Bei Ariſtoteles dagegen herrſcht der „ſpekulative Begriff“ 391 [P. St. 6, 113], 387 S, 388 © Glockner, Hegel⸗Lexikon 135 2145
E Schluß Zuſatz. Der objektive Sinn des Schluſſes überhaupt 391 B. Der „abſolute Schluß“ 391 8, 392 &. Seine drei Glieder: Idee, Natur, Geiſt und der dreifache Wechſel ihrer Glieder 391 8, 392 & § 188 [P. St. 6, S 135, faſt wörtlich! Entwicklung des quantitativen oder mathematiſchen Schluſſes als nächſtes Reſultat des qualitativen oder unmittelbaren Schluſſes 392 [3, 158, 183; 5, 139—142, P. St. 6, 113, 114] Zuſatz. Sein Vorkommen in der Mathematik als Axiom 3928 5, 140] § 189 [vgl. 6, $ 137] Damit iſt zunächſt an der Form zuſtande⸗ gekommen: 1. „daß jedes Moment die Beſtimmung und Stelle der Mitte, alſo des Ganzen überhaupt bekommen, die Einſeitig⸗ keit feiner Abſtraktion (S 182 und 184) hiemit an ſich verloren hat“ 3929, 393 g, 2. „daß die Vermittlung (§ 185) vollendet worden iſt, ebenſo nur an ſich, nämlich nur als ein Kreis ſich gegenſeitig vorausſetzender Vermittlungen“ 393 Z. Übergang zur reflektierten Einheit 393 8 6) „Reflexions⸗Schluß“ 393-396 (3, 158159, 160; 5, 148—160, P. St. 6, 114] § 190 [P. St. 6, § 136, verändert und erweitert] 1. Im Schluß der Allheit iſt die Mitte „zugleich als alle einzelne konkrete Sub⸗ jekte“ 393 [5, 149—152, P. St. 6, 114]. 2. Im Schluß der Induk⸗ tion iſt die Mitte „die vollſtändigen Einzelnen als ſolche“ 393 P. St. 6, 114], 395 8, 396 8 [3, 158, 184; 5, 152—155, 157, 159]. 3. Im Schluß der Analogie iſt die Mitte ein Einzelnes, „aber in dem Sinne ſeiner weſentlichen Allgemeinheit, ſeiner Gattung oder weſentlichen Beſtimmtheit“ 393 [P. St. 6, 114], 395 8, 3968 3, 158, 159; 5, 155—160). Mangel des Schluſſes der Allheit 394 & Zuſatz. „Der Schluß der Allheit verweiſt auf den Schluß der In— duktion“ 394 ZZ. Sein Progreß ins Unendliche 395 8. Das große Anſehen des Analogieſchluſſes in den empiriſchen Wiſſenſchaften. Er entſpringt dem „Inſtinkt der Vernunft“ 395 8. Zur „ober⸗ flächlichen und gründlichen Analogie“ 395 8, 396 g. Sein „nich⸗ tiges Spiel“ in der modernen Naturphiloſophie 3968 y) „Schluß der Notwendigkeit“ 396—403 [3, 159—160; 5, 160—171, P. St. 6, 114—118] $ 191 [P. St. 6, 8 138 a, etwas verändert und erweitert] Diefer Schluß hat das Allgemeine zur Mitte 396 [P. St. 6, 114] 2146
8 > 10 15 Schluß 1. der kategoriſche, 2. der hypothetiſche, 3. der disjunktive Schluß 396 [P. St. 6, 114] S 192 [P. St. 6, § 138 b, ſtark verändert, S 139 zum Teil] Das allgemeine Reſultat des Verlaufs iſt: 1. „jedes der Momente hat ſich ſelbſt als die Totalität der Momente, ſomit als ganzer Schluß erwieſen, ſie ſind ſo an ſich identiſch“ 397 [P. St. 6, 115]; 2. „die Negation ihrer Unterſchiede und deren Vermittlung macht das Fürſichſein aus“ 397 Zuſatz. In der gewöhnlichen Logik wird von der Schlußlehre zur Methodenlehre fortgegangen ohne zu fragen, woher die Objekte kommen, auf welche die Methodik angewandt wird 397 8, 398 g. Kritik an ſolchem Dualismus 3978, 3988 § 193 [P. St. 6, S 139, ſtark verändert] Das Objekt iſt die Realiſierung des Begriffs 398—403 (f. Begriff) Der Schluß im Mechanismus 409 (ſ. Mechanismus) [P. St. 6, 120, 121]; der dreifache Schluß im Sonnenſyſtem, im Staat 410 © (O Mechanismus) Der Schluß im Chemismus 412 (f. Chemismus) [9, 439, P. St. 6, 122 Der Schluß in der Teleologie 415, 417, 418 [vgl. 6, 124, 126], im ſubjektiven Zweck 418 [P. St. 6, 126], in der nach außen gekehrten Tätigkeit 419 [P. St. 6, 127], im realiſierten Zweck 421 [P. St. 6, 127] (f. Teleologie) Das Lebendige als Schluß 431@ (O Leben) [9, 492—495] Der Schluß im chemiſchen Prozeß 397 8, 439 8 (ſ. Chemismus), 428 9. Der Schluß im Gal vanismus 406 , 407 H, 418 6 (O Gal⸗ vanismus). Der Schluß im Feuerprozeß 427 8, 428 8 (O Feuer). Forderung, daß der chemiſche Schluß, „als realer Schluß, zugleich als die Dreiheit von innigſt ineinandergreifenden Schlüſſen ex pliziert werde“ 439 8, 440 8 (O Chemismus) Der Schluß im belebten Organismus 491—495 8 (f. Organik) 8, 431 Z], in der Pflanze 5268 (O Pflanze), im Tier 583 [vgl. 6, 206], 645 [P. St. 6, 216] (O Tier), im Geſchlechtsverhältnis 670 8 (O Geſchlechtsverhältnis) Die drei Schlüſſe zwiſchen dem Logiſchen, der Natur und dem Geiſt 474—475 (f. Philoſophie) [P. St. 6, 309] 75, 76 (O Religionsphiloſophie). „Inſofern vom Wiſſen Gottes geſprochen wird, iſt gleich von der Form eines Schluſſes die Rede. 2147
15 16 18 Schluß Beide ſind verſchieden und es iſt eine Einheit, worin Beide durch ein Drittes in Eins geſetzt find: das iſt Schluß“ 178 (O unmittelbares Wiſſen) Der Mangel in der Form des Schluſſes zeigt ſich im Schluß des kosmologiſchen Gottesbeweiſes 337, 336 (O Gottesbeweiſe) Da die Beweiſe vom Daſein Gottes weſentlich Schlüſſe find, fo iſt in dieſem Zuſammenhange anzumerken, „daß die Regeln des Schließens eine Form der Begründung haben, welche in der Art mathematiſcher Berechnung iſt“ 376. Unfähigkeit des Verſtandes⸗ ſchluſſes die dialektiſche Natur des Endlichen zu faſſen 458, 462, 480, 523. Der Grundfehler des gewöhnlichen Verſtandesſchluſſes liegt darin, daß er „ein ſtehendes Unmittelbares in ſeinen Prä— miſſen“ hat, daß dieſe „ein äußerliches, endliches Verhältnis zu— einander bilden“ und jegliche Vermittlung fehlt 479, 523. Das „Moment des Negativen liegt nicht in der Form des Verſtandes— Schluſſes“ 480 (O Gottesbeweiſe) „Der Schluß iſt das Spekulative, welches ſich in den Extremen mit ſich ſelbſt zuſammenſchließt, indem alle Termini alle Stellen durchlaufen. Im Schluß iſt die ganze Vernünftigkeit, Idee ent— halten, wenigſtens äußerlich“ 252. Nur der Verſtandesſchluß iſt zu verwerfen. „Dieſer hat keine ſolche Mitte; jeder der Unter— ſchiede gilt da als ſelbſtändig, verſchieden in eigener ſelbſtändiger Form, eine eigentümliche Beſtimmung gegen das Andere habend“ 252, 253. In der Platoniſchen Idee macht das Spekulative „die eigentliche, wahrhafte Form des Schluſſes aus“ 252, 253. „Die Mitte macht die Extreme aufs höchſte Eins“ 253. „Das Konkrete iſt, daß Gott ein Schluß iſt, der ſich mit ſich ſelbſt zufammenſchließt“ 253. Die Form des Schluſſes in Platons Staat 286 (ſ. Plato) Ariſtoteles' analytiſche Bücher handeln ausführlich „von dem Beweiſe und den Verſtandesſchlüſſen“ 408 [5, 123, 138; 8, 387 g, 388 8, 390 8, 391]. Kritik an feiner Logik als einer Logik bloß des Verſtandesſchluſſes 413, 414. „Der Schluß verſtändig gemacht, wie er in der gewöhnlichen logiſchen Form vorkommt, hat den Sinn, daß ein Inhalt zuſammengeſchloſſen wird mit einem an— deren. Der vernünftige Schluß dagegen hat den Inhalt, daß das a uff. ſich mit ſich ſelbſt zuſammenſchließt“ 414 (O Ariſto⸗ eles) 2148
19 — E 10 Schluß / Schmerz Die ſcholaſtiſche Philofophie denkt weſentlich ſchließend; „Schlie— ßen iſt die Weiſe des formell logiſchen Fortgangs“ 155, 156 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Bacons Kampf gegen das ſcholaſtiſche und ariſtoteliſche Schließen 286, 287 (O Bacon). In Wolffs Philoſophie „iſt der Schluß die Hauptform“ 480 (O Wolff) Schmeichelei „Heroismus der Schmeichelei“ des ſich entfremdeten Geiſtes 392, 393. Die unedle Schmeichelei 399 (ſ. Bildung) Schmerz Der unendliche Schmerz, das Gefühl: Gott ſelbſt iſt tot, muß als Moment der höchſten Idee bezeichnet werden 433 (ſ. Glaube) Das Vorrecht der empfindenden Natur iſt „Schmerz zu empfin— den; es iſt eine Negation in ſeinem Selbſt, und ſie iſt als eine Schranke in ſeinem Gefühle beſtimmt, eben weil das Empfindende das Gefühl ſeiner Selbſt hat, welches die Totalität iſt, das über jene Beſtimmtheit hinaus iſt“ 154, 155 (f. Sollen) [5, 256, 257; 9, 6328] Der Schmerz iſt „das Vorrecht lebendiger Naturen; weil ſie der exiſtierende Begriff find, find fie eine Wirklichkeit von der unendlichen Kraft, daß ſie in ſich die Negativität ihrer ſelbſt ſind, daß dieſe ihre Negativität für ſie iſt, daß ſie ſich in ihrem Andersſein erhalten“ 257 (O Leben) „Das Werk ſtellt die Subſtanz des Subjekts dar, und der Geburts— ſchmerz iſt eben dieſe abſolute Entäußerung und Negativität der ſubjektiven Beſonderheit“ 3040 (O Kunſt) „Es iſt ein Vorrecht höherer Naturen, Schmerz zu empfinden, je höher die Natur iſt, deſto mehr Unglück empfindet ſie.“ „Große Handlungen kommen nur aus tiefem Schmerze des Gemütes her“ 632 9 (O Tier) Der Geiſt „kann die Negation ſeiner individuellen Unmittelbar— keit, den unendlichen Schmerz ertragen, d. i. in dieſer Negativität affirmativ ſich erhalten und identiſch für ſich fein” 31 [P. St. 6, 227]. Der Schmerz ift nicht von außen an den Geiſt gekommen 318, 32 H. „Der Geiſt aber hat die Kraft, ſich im Widerſpruche, 2149
1 S 11 12 13 14 — S Schmerz folglich im Schmerz — ſowohl über das Böſe wie über das Übele — zu erhalten“ 328 (O Geiſt). Die Tränen find „nicht bloß die Außerung, ſondern zugleich die Entäußerung des Schmerzes“ 145 (O Empfindung) Im Adoniskult der Phönizier „wird der menſchliche Schmerz ein Moment des Kultus, ein Moment der Verehrung; im Schmerz empfindet der Menſch ſeine Subjektivität: er ſoll, er darf hier als er ſelbſt ſich wiſſen und ſich gegenwärtig fein”. „Es wird ein allgemeiner Schmerz veranſtaltet; denn der Tod wird dem Göttlichen immanent, und der Gott ſtirbt“ 259 (O Syrien). Bei den Agyptern im Adoniskult wird „wieder der Schmerz als etwas Göttliches angeſehen“ 277 (O ägyptifche Religion). In der jüdi⸗ ſchen Religion wird das äußerliche Unglück „zum Schmerze des Menſchen in ſich ſelbſt“: „er muß ſich als das Negative ſeiner ſelbſt fühlen, er muß einſehen, daß ſein Unglück das Unglück ſeiner Natur ſei, daß er in ſich ſelbſt das Getrennte und Entzweite ſei“ 412, 414. In der Idee Gottes liegt dann „die Verſöhnung des Schmerzes und des Unglücks des Menſchen in ſich“ 416 (ſ. Chri⸗ ſtentum) Im Gleichnis befreit ſich der Menſch von ſeinem Schmerz. Er macht ſich „mit Weitabliegendem in der Vorſtellung zu tun, und ſpricht in dieſem Entfernten ſein eigenes Schickſal im Bilde aus“ 554 (ſ. Gleichnis) In der romantiſchen Kunſtform erhalten der unendliche Schmerz der Aufopferung der eigenſten Subjektivität, Leiden und Tod ihre Darſtellung 127, 146 (O romantiſche Kunſtform), 158, 160 (O Märtyrer) In den Idealen der Alten ſehen wir „nur den Ausdruck des Schmerzes edler Naturen“ 35. Vergleich des Schmerzausdrucks Chriſti mit dem etwa der Niobe 43, 35. Der Ausdruck des Schmer⸗ zes bei der Maria 46, bei den Jüngern, Heiligen und Märtyrern 51 (O Malerei) Der Ausdruck des höchſten Schmerzes in der idealiſchen Muſik 194 (O Muſik) Die chriſtliche Religion beginnt „ſelbſt von der abſoluten Ent⸗ zweiung und fängt von dem Schmerze an, indem ſie die natürliche Einheit des Geiſtes zerreißt und den natürlichen Frieden zerſtört“ 2150
Schmerz / Schmuck — [SI] 34 (ſ. chriſtliche Religion). In den Übergangsreligionen iſt „das Negative im Geiſte ſelbſt geſetzt“. „Dies verglichen mit ſeiner Affirmation, ſo daß dieſe Vergleichung in der Empfindung da iſt, macht den Schmerz aus, den Tod“ 421 (O beſtimmte Religion) „Die ſyriſche Religion oder die Religion des Schmerzes“ 434437, 275, 421 (f. ſyriſche Religion) 111, 259]. „Der Schmerz iſt aber überhaupt der Verlauf der Endlichkeit und ſubjektiv die Zerknirſchung des Gemüts“ 434 (O ſyriſche Reli⸗ gion). In der ägyptiſchen Religion wird der Schmerz überwunden 452 (O ägypt'ſche Religion) 16 Der Schmerz als der Boden der abſoluten Religion 187 (O rö⸗ miſche Religion). „Das Unglück, der Schmerz der Welt war die Bedingung, die Vorbereitung der ſubjektiven Seite auf das Be⸗ wußtſein des freien Geiſtes, als des abſolut freien und damit un⸗ endlichen Geiſtes“ 192 (O abſolute Religion). In dem Verhältnis der Entzweiung des Menſchen mit Gott liegt „der unendliche Schmerz über ſich ſelbſt“. „Schmerz iſt eben die Negativität im Affirmativen, daß das Affirmative in ſich ſelbſt dies ſich Wider⸗ ſprechende, Verletzte iſt“ 271, 272. In der Trennung des Ich und des natürlichen Willens liegt „der unendliche Schmerz, das Leiden der Welt“ 275 (O chriſtliche Religion). Im Chriſtentum iſt „die Zurückdrängung auf das innere Selbſtbewußtſein“, die „Reinheit der Subjektivität“ „in der Liebe aus unendlichem Schmerze ver— mittelt“ 313, 312, 314, 319. „In der Negation des unendlichen Schmerzes der Liebe“ liegt auch erſt die Möglichkeit und Wurzel der Verwirklichung der Freiheit 313 (O chriſtliche Religion) Der „Schmerz der Welt nach der Zerdrückung der Volksgeiſter, dieſer Schmerz war die Geburtsſtätte für den Trieb des Geiſtes, Gott als geiſtigen zu wiſſen in allgemeiner Form mit abgeſtreifter Endlichkeit“ 319 (O Gemeinde) Begriff des „Naturſchmerzes“ im Zuſammenhang der antiken Notwendigkeit 475 (O Gottesbeweiſe) Schmid, Karl Chriſtian Ehrhard 209 (O Krug) — Schmuck 11 Das Intereſſe die Natur als Schmuck zu gebrauchen ſehen wir 2151
11 12 13 14 E ec 11 Schmuck / Scholaſtik, Scholaſtiker, ſcholaſtiſche Philoſophie bei den homeriſchen Griechen ſchon ſehr ausgebildet 316 (ſ. Grie⸗ chen) In dem Trieb des Menſchen in den Außendingen ſich ſelbſt her⸗ vorzubringen, auch ſeine eigene Naturgeſtalt zu verändern, liegt die „Urſache alles Putzes und Schmuckes“ 58 (O Kunſtwerk) Gebrauch der Naturdinge als Putz und Schmuck 347, 348. „Die Tempel der Götter, die Kirchen, die Bilder der Heiligen, die Pa⸗ läſte der Könige geben faſt bei allen Völkern ein Beiſpiel des Glanzes und der Pracht“ 348 (O Kunſtſchönes) [13, 362 Schmuckcharakter der bewußten Symbolik an echten Produkten klaſſiſcher und romantiſcher Kunſt 505 (O ſymboliſche Kunſtform) Schmuckcharakter der Metapher 534 (O Metapher) Schmuckcharakter der ſymboliſchen Kunſtform 11 (O klaſſiſche Kunſtform). Die Arabeske als Schmuck 301 (O Arabeske). Der Schmuck an griechiſchen Tempeln 319 (O Tempel), an der gotiſchen Kirche 346 (ſ. romantiſche Architektur), an griechiſchen Götter— ſkulpturen 422 (O Attribut). „Die religiöſe romantiſche Skulptur bleibt mehr als die griechiſche ein Schmuck der Architektur“ 462, 463 (O clriſtliche Skulptur) In der Oper, noch mehr im Ballett, ſpielen Schmuck, Pracht und Pomp eine große Rolle 523 (O Oper), 524 (O Ballett) Scholaſtik, Scholaſtiker, ſcholaſtiſche Philoſophie Die Scholaſtiker des Mittelalters haben die Logik des Ariſtoteles weiter ausgeſponnen 76 (O Logik). Die Scholaſtik hatte kein freies Denken, „da ſie ihren Inhalt als einen gegebenen, und zwar von der Kirche gegebenen aufnahm“ 105 8 (O Logik), 120 (O Empirismus) 109 8 (O Logih, 115 © (O natürliche Theologie) . nahmen okkulte Qualitäten an 373 8 (O Elektri⸗ zitä 487. Im Mittelalter „wendete ſich das Denken zuerſt an die Theo⸗ logie, welche nunmehr Philoſophie unter dem Namen der ſchola— ſtiſchen Theologie wurde. Denn die Philoſophie und Theologie haben das Göttliche zum gemeinſamen Gegenſtand, und wenn die Theologie der Kirche ein feſtgeſetztes Dogma iſt, ſo iſt nun die Bewegung entſtanden, dieſen Inhalt für den Gedanken zu recht⸗ 2152
11 17 18 19 Scholaſtik, Scholaſtiker, ſcholaſtiſche Philoſophie fertigen“ 503. Scholaſtiker Anſelmus hierzu 503. Ausbildung der ſcholaſtiſchen Theologie in Frankreich 511 (O Mittelalter) „In der vormaligen ſcholaſtiſchen Theologie blieb der eigentliche Inhalt, die Lehre der Kirche ein Jenſeits“ 548 (O Aufklärung) Die ſcholaſtiſche Philoſophie iſt eine „Vermiſchung von Theologie und Philoſophie“ 96. Sie erfaßte denkend das Dogma der Kirche 113 (O Philoſophie). Sie gehört nicht in die Philoſophiegeſchichte 124. Bei den Scholaſtikern „konſtruiert ſich der Gedanke nicht aus ſich, er bezieht ſich auf Vorausſetzungen“ 125. Zeitlich fallen die Scholaſtiker in die zweite, große Periode der Philoſophiegeſchichte 145. Als Quellen ſind ihre Werke meiſt zu umfangreich und weit⸗ ſchweiſig 146 (O Philoſophiegeſchichte) 162, 183 (O indiſche Philoſophie) „Die ſcholaſtiſche Philoſophie iſt nur hervorgegangen aus Tradi— tionen der ariſtoteliſchen Lehren“ 311 [8, 76 9]. Aber „der ganze Umſang von Verſtandes-Metaphyſik und formeller Logik, den wir da finden, gehört nicht dem Ariſtoteles an“ 311. Die ariſtoteliſche Beſtimmung des abſoluten Weſens als reine Tätigkeit haben die Scholaſtiker mit Recht für die Definition Gottes angeſehen 326 (O Ariſtoteles) 416, 417 (ſ. Ariſtoteles) 120 (O Chriſtentum). Der ſcholaſtiſchen Philoſophie liegt „als das Weſen die alexandriniſche oder neuplatoniſche Idee zugrunde“ 124 (O arabiſche Philoſophie) „Scholaſtiſche Philoſophie“ 120, 132—212 (O mittelalterliche Philoſophie) Ihr Mangel iſt ihre Unſelbſtändigkeit 132 [8, 76 8, 105 B, 120 0; 17, 125; 18, 311], ihre Größe aber, „daß im Menſchen das Be⸗ wußtſein der Wahrheit, des Geiſtes an und für ſich aufgegangen iſt“ und „daß der Menſch das Bedürfnis hat, dieſer Wahrheit teil⸗ haftig zu werden“ 132. Die Identität von göttlicher und menſch— licher Natur wird in Chriſto gewußt 132, 133. Der von Natur böſe Menſch muß das Unmittelbare negieren 132. „Dieſes Aufgeben ſeiner Natürlichkeit wird angeſchaut in Chriſti Leiden und Tod, und in ſeiner Auſerſtehung und Erhebung zur Rechten des Vaters“ 133, 134. Bedeutung des Pfingſtſeſtes 134 Ketzereien gegen die Bedeutung Chriſti 134, 135. Anſicht der Gnoſtiker 134, 135, des Manichäismus 135. Dieſen Spekulationen 2153
1 =} Scholaſtik, Scholaſtiker, ſcholaſtiſche Philoſophie gegenüber hielten die orthodoxen Kirchenväter an der Wirklich⸗ keit Chriſti feſt, an der „innigen Vereinigung von Idee und geſchichtlicher Geſtalt“ 137. Nicht ſo die Arianer, Sozinianer und Pelagianer 138 A. „Verhältnis der ſcholaſtiſchen Philoſophie zum Chriſtentum“ 138—161. Die Scholaſtik iſt „die europäiſche Philoſophie im europäiſchen Mittelalter“ 138, 139. Die Kirchen⸗ väter find dagegen vornehmlich römiſch 138. Anfangs waren die Anſprüche der chriſtlichen Gemeinde in der römiſchen Welt nur negativ, ſpäter aber find oſt⸗ und weſtrömiſche Kaiſer Chriſten geworden 138, 139. Bedeutung der Völkerwanderung 139 Das Hauptelement im Mittelalter iſt: die Entzweiung, das Ge— doppelte, zwei Nationen, zwei Sprachen 139, 140, 199. Aufgabe und Bedeutung der Barbaren für das Chriſtentum 140, 117. Der notwendige Kampf und die notwendige Verſöhnung 141, 142. Verſchiedene Formen ſolcher Verſöhnung 141, 142. Zur neueſten, einſeitigſten, formellen Verſöhnung der Subjektivität mit ſich 142 Der Charakter des Gegenſatzes 142—148. Seine Geſtalt in der Geſchichte 143. Der Geiſt als Einer ſteht der Geiſtigkeit der Ge— meinſchaft gegenüber. Entwicklung der Gemeinden zur Kirche. Ihre Weiterentfaltung zu weltlichem Daſein, zu Habſucht und Roheit 143. Dieſem geiſtlich-weltlichen Reich ſteht gegenüber das weltliche Reich für ſich, dem Papſt der Kaiſer 144 Im Einzelnen, im Individuum herrſcht ein Gegenſatz zwiſchen dem Geiſtigen, das ſich im Herzen unendlich geltend macht, und Roheit, Gewalttätigkeit und unbändigen Begierden 144. Beiſpiele hierfür geben die Kreuzfahrer 144, 145 Im Inhalt der Religion herrſcht der Gegenſatz als Idee von Gott und Wiſſen von Gott 145. Im Kultus, in der Meſſe gilt die Hoſtie einerſeits „als gegenſtändlich, für das Göttliche, andererſeits iſt ſie der Geſtalt nach ein ungeiſtiges, äußerliches Ding“ 146, 145. Luthers Auffaſſung der Hoſtie 146 (f. Hoſtie). Bedeutung und Ausnahmeſtellung der Prieſterſchaft 146, 147. „Das göttliche Ge⸗ ſetz iſt ein Außerliches, was daher in jemandes Beſitz ſein muß, und die Prieſterſchaft iſt geſchieden von den Anderen, fo daß ſie den ausſchließenden Beſitz hat, es zu wiſſen: ſowohl die Be⸗ ſtimmungen der Lehre, als auch die Gnadenmittel“ 147, 148. Die Kirche allein iſt „im Beſitz des Gewiſſens“ 147, 148. Außerliches Abtun der Sünde 148. „Unter ſ olchem Joche dient die Menſchheit, 2154
1 De} Scholaſtik, Scholaſtiker, ſcholaſtiſche Philoſophie ſolche grauſe Zucht mußte ſie durchmachen, um die germaniſchen Nationen zum Geiſt zu erheben“ 148 Die ſcholaſtiſche Philoſophie iſt keine fire Lehre, mehr eine beſtimmte, allgemeine Manier 148. Ihre Sprache iſt barbariſches Latein 149. Weitſchweifigkeit iſt Hauptcharakteriſtikum z. B. des Albertus Magnus, Duns Skotus, des Thomas von Aquino 149 Die Hauptquellen der Scholaſtik find: Lambertus Danaeus, Launoy, Kramer, Thomas von Aquino, Tiedemann, Tennemann und Rixner 149 (f. d. Art.) Herkunft des Namens Scholaſtik 150. „In theologiſcher Form kann man ſagen, das Mittelalter iſt im allgemeinen die Herrſchaft des Sohnes, nicht des Geiſtes (denn der Geiſt iſt im Beſitz der Prieſterſchaft)“ 150. Der Sohn iſt das Andere. „Der Charakter der Philoſophie im Mittelalter iſt ein Denken, ein Begreifen, ein Philoſophieren mit einer Vorausſetzung; es iſt nicht die denkende Idee in ihrer Freiheit, ſondern mit der Form einer Außerlichkeit oder Vorausſetzung behaftet“ 150, 151, 155. „Die ſcholaſtiſche Philoſophie iſt ſo weſentlich Theologie, und dieſe Theologie un⸗ mittelbar Philoſophie“ 151. Es gibt nur Eine Wahrheit 151, 154. „Philoſophie und Theologie haben hier als Eins gegolten“ 151 Näheres von der Art und Weiſe der Scholaſtiker 152—159. Ab: grenzung gegen ariſtoteliſche, ſtoiſche oder epikureiſche Philo⸗ ſophie 152. Die Scholaſtik „läßt die Wirklichkeit ganz neben ſich liegen als das Verachtete, ſie hatte kein Intereſſe für ſie“ 152, 153, 157, 158. Gott iſt ihr ſelbſtändiger Gegenſtand, zu ihm findet der Gedanke nur Prädikate 153. Herrſchend war die ariſtoteliſche Philoſophie, aber davon nur das ariſtoteliſche Organon, ſeine Logik 153 (8, 76 8; 18, 311, 326]. Seine metaphyſiſche Phyſik wurde erſt viel ſpäter bekannt 154 „Das Philoſophieren beſtand in einem ſchulgerechten ſyllogiſti⸗ ſchen Räſonieren“ 154, 153. Es wurde allem zugrundegelegt, auch dem Streite der Nominaliſten gegen die Realiften 155, 154. Da dieſes Denken mit abſoluten Vorausſetzungen behaftet war, fo benahm es ſich weſentlich | chließend 155. Es fehlt die Bindung an die Menſchlichkeit; geſunder Menſchenverſtand ſteht abſeits 156. Die eigene Selbſtiſchkeit wird preisgegeben und in das jenſeitige Selbſt verſenkt 157, 158. Naturbetrachtung iſt für das Denken nicht vorhanden. Damit hängt zuſammen, daß aller wei⸗ 2155
1 De) Scholaſtik, Scholaſtiker, ſcholaſtiſche Philoſophie terer Inhalt geoffenbarter iſt; Zeugnis des Geiſtes und unterſchieden von mir 158 „Innerhalb dieſes harten Standpunkts hatte die Philoſophie wieder hervorzugehen. Die erſte Verarbeitung dieſes Inhalts, das Hineinwirken des Allgemeinen, des Gedankens in dieſen Inhalt iſt die Arbeit der ſcholaſtiſchen Philoſophie“ 158. „Den Schluß macht der Gegenſatz des Glaubens und der Vernunft“ 158, 159 Hauptmomente der Arbeit der Scholaſtik 159. Erſte Behelfe und Hilfsmittel waren dürftige Überbleibjel der römiſchen Welt: „Porphyrius' Iſagoge, Boethius' lateiniſche Kommentare über die logiſchen Schriften des Ariſtoteles, und Auszüge des Kaſſio⸗ dor daraus“, dann dem Auguſtin zugeſchriebene Abhandlungen De dialectica und De categoriis 159 Die Scholaſtik beginnt mit Erigen a 159161 (f. Erigena) B. „Allgemeine geſchichtliche Geſichtspunkte“ 161 bis 198. „Die nähere ſcholaſtiſche Philoſophie hält ſich vielmehr an die Lehre der Kirche“ 161. Ihr eigen iſt der Streit zwiſchen Nominalismus und Realismus 162, dann die Beweiſe vom Dafein Gottes 162, 184 1. „Bauen der Glaubenslehre auf metaphyſiſche Gründe“ 162—171 a) „Anſelmus“ 162—169 (f. Anſelm von Canterbury) b) „Abälard“ 170171 (. Abälard) 2. „Methodiſche Darſtellung des kirchlichen Lehr— begriffs“ 171176 1) Petrus Lombardus“ 171 (f. Petrus Lombardus). Nobert Bu: leyn 172 (ſ. Pulleyn). Charakteriſtik der doetores theologiae dogmaticae 172. Ihre Haltung gegen Schriften von Myſtikern, wie des Amalrich und feines Schülers David von Dinanto 172, 173 b) „Thomas von Aquino“ 173—174 (f. Thomas von Aquino) c) „Johannes Duns Skotus 174—176 (ſ. Duns Scotus) 3. „Bekanntſchaft mit den ariſtoteliſchen Schrif— ten“ 176—180, Im 12. und 13. Jahrhundert wurden die abend— ländiſchen Theologen allgemeiner mit den ariſtoteliſchen Schriften und deren griechiſchen und arabiſchen Kommentatoren in latei— niſchen Überſetzungen bekannt 176. Zur bisherigen Kenntnis des Ariſtoteles 176. Blüte der Wiſſenſchaften, beſonders in Spanien 2156
19 Scholaſtik, Scholaſtiker, ſcholaſtiſche Philoſophie unter den Arabern 176. Beſonders wurde die ariſtoteliſche Meta⸗ phyſik und Phyſik bekannt 177 a) „Alexander von Hales“ 177—178 (ſ. Alexander von Hales) b) „Albertus Magnus“ 178—180 (ſ. Albertus Magnus) 4. „Hegenſatz von Realismus und Nominalismus“ 180—190. Der Streit der Realiſten und Nominaliſten „bezieht ih auf den metaphyſiſchen Gegenſatz des Allgemeinen und des Individuellen“ 180. „Man unterſcheidet ältere und neuere Nomina⸗ liſten und Realiſten“ 180 a) „Roſcelin“ 180—182 (f. Roscellinus) b) „Walther von Montagne“ 182. Später wurden die beiden Parteien: die Thomiſten und Skotiſten berühmt 182. Der Gegen⸗ ſatz zwiſchen Nominalismus und Realismus 182, 183, 184 (ſ. No⸗ minalismus). Thomas von Aquino als Realiſt 183, 184 c) „William Occam“ 184—189 (ſ. Oecam). Bedeutung des Indi⸗ viduellen und des Allgemeinen. Rückblick auf dieſen Zufammenhang bis auf Ariſtoteles 188, 180, 182 (ſ. Individualität) d) „Buridan“ 189—190 (f. Buridan) 5. „Formelle Dialektik“ 190—194. „Das dialektiſche Inter⸗ eſſe iſt aufs höchſte getrieben worden; es wurde ganz formeller Natur. Das Weitere iſt die ins Unendliche gehende Erfindung von terminis technieis” 190. Einerfeits wurde der kirchliche Lehr: begriff tief behandelt. andrerſeits aber verweltlicht 190. Man ſpann die geſchichtlichen Geſtaltungen der chriſtlichen Religion weltlich aus. Beiſpiele hiervon 191 a) „Julian, Erzbiſchof von Toledo“ 191—192. Er ſucht Fragen zu beantworten, „die eine abſurde Vorausſetzung enthalten“, z. B. „in welchem Alter werden die Verſtorbenen auferſtehen“ 192 p) „Paſchaſius Radbertus“ 192 (ſ. Paſchaſius) Charakteriſtik der quaestiones des Petrus Lombardus 192, 193. Antwort des Tho⸗ mas von Straßburg 193. Erasmus verſpottete in feinem Encomium moriae ſolche Fragen und ſolche Dialektik 193, 194. — Wie Barbaren „nahmen ſie göttliche Dinge, brachten ſie unter die ſinnlichen Beſtimmungen und Verhältniſſe“ 194, 195 6. „Myſtiker“ 194198 (f. Myſtiker). Viele große Scholaſtiker, die man Myſtiker genannt hat, ſind von den eigentlichen kirch⸗ lichen Scholaſtikern zu unterſcheiden, obgleich ſie damit verflochten ſind 195 2157
Scholaſtik, Scholaſtiker, ſcholaſtiſche Philoſophie 19 Würdigung ihrer Philoſophie 195. Ihre Beziehung zu neuplato⸗ niſcher Philoſophie und zum Spinozismus 195 ©. „Allgemeiner Standpunkt der Scholafſtiker überhaupt“ 198—212. Die Scholaſtik iſt im Ganzen eine „bar⸗ bariſche Philoſophie des Verſtandes, ohne realen Stoff, Inhalt“ 198, 199. Die abſolute Idee wurde durchs Denken in rohe Bar⸗ barei verkehrt 199. „Die Scholaſtik iſt die gänzliche Verwirrung des Verſtandes in dem Knorren der nordiſch⸗germaniſchen Na⸗ tur“ 199. Der Gegenſatz herrſchte 199, 139, 142, 202; die Verſöh⸗ nung war formell 200. Vergleich dieſer Barbarei mit der griechiſchen Humanität 200, 201, 202. Es herrſchte ein Gegenſatz zwiſchen jenſeits und diesſeits, zwiſchen der Viertelſtunde des Kultus und dem rohen, übrigen Leben 201, 202. Dazu kam der Zwieſpalt von Kaiſer- und Papſttum 202, 119, 144 Ebenſo bodenlos ift dann auch die Wiſſenſchaft 202 —206. a) Das Denken iſt gottverlaſſen, formell und gehaltlos 202, 203. 6) Der Verſtand beweiſt, aber begreift nicht. So iſt Anſelmus' vortreff— licher Satz ein Beweis, kein „Begreifen des Daſeins Gottes“ 203. y) Dieſem Verſtand fehlten Erfahrung, konkreter Inhalt, eine beſtimmte Naturanſchauung, Gemüt, Recht, Pflicht 203. Später fiel dieſem geiſtverlaſſenen Verſtande Ariſtoteles in die Hand 204. Auch ſeine Philoſophie blieb den Scholaſtikern äußerlich 204, 205. d) Dieſer rohe Verſtand hat „alles gleichgemacht, nivelliert“ mit feiner abſtrakten Allgemeinheit 205. „Die Brücke vom Allgemeinen zum Beſonderen fehlt“ 206 „Das Verderben des Erkennens machte den Übergang zu einer Veränderung; indem der Himmel, das Göttliche ſo herabgeſetzt, hob ſich die Erhabenheit des Geiſtes über das Weltliche, ſeine geiſtige Übermacht über dasſelbe auf“ 206, 207, 208. Fanatismus und obedientia passiva gehen nebeneinander her 208. „Gegen dieſe Entzweiung hat ſich dann aber auf der anderen Seite das Weltliche in ſich vergeiſtigt“ 208. Die Chriſtenheit erhebt ſich, ein Haupt zu ſuchen. Dies iſt die Triebfeder der Kreuzzüge 209. Ihr Irrtum war, das, was ſie in ſich ſelbſt ſchauen ſollten, draußen und in der Vergangenheit zu ſuchen 209 Was das geſchichtliche Verhältnis der geit überhaupt betrifft, ſo ſehen wir den politiſchen Zuſtand feſter werden 209, 210. Recht und Ordnung treten ein 210. Der Geiſt „verläßt die Intellektual⸗ Welt, und ſieht ſich jetzt auch ſeine gegenwärtige Welt, ſein 2158
19 Scholaſtik, Scholaſtiker, ſcholaſtiſche Philoſophie / ſchöne Seele Diesſeits an. Mit dieſem Umſchwunge ſinkt und verliert ſich die ſcholaſtiſche Philoſophie“ 210. Zugleich heben ſich Künſte, Ge⸗ werbe und Handel 211. Die weltliche Macht, das weltliche Leben, das Selbſtbewußtſein nehmen das göttliche, kirchliche Prinzip in ſich auf 211. „Dieſe Wiedergeburt iſt als das Wiederaufleben der Künſte und Wiſſenſchaften bezeichnet“ 211, 212 (O mittelalter⸗ liche Philoſophie) 215 (O Wiederaufleben), 218, Luther verwarf das Scholaſtiſche ganz, das Gleiche tat Melanchthon 218, 219 (O Cicero) 243 (O Bruno), 249 (O Vanini) 271 (O neuere Philoſophie), 281, 285, 286 (O Bacon). „Wolff hat die ſcholaſtiſch⸗ariſtoteliſche Phi⸗ loſophie vollends gründlich verdrängt“ 477 (O Wolff) 20 Die ſcholaſtiſche Theologie bildete die Religion nach der Seite des — Denkens und der Vernunft hin aus 25 (O Hinrichs). Da ſie aber „mit der Vorausſetzung des feſten Kirchenglaubens philoſo⸗ phierte“, konnte ſie „nicht zur Freiheit des denkenden Begriffes gedeihen“ 303, 304 (O Göſchel) ſchöne Seele (Seele) Man muß es „mit Freude und Genuß annehmen, wenn die reine Idee der Philoſophie ohne wiſſenſchaftlichen Umfang mit Geiſt als eine Naivität ſich ausdrückt, welche nicht zur Objektivität eines ſyſtematiſchen Bewußtſeins gelangt; es iſt der Abdruck einer ſchönen Seele, welche die Trägheit hatte, ſich vor dem Sünden⸗ fall des Denkens zu bewahren, aber auch des Muts entbehrte, ſich in ihn zu ſtürzen, und ſeine Schuld bis zu ihrer Auflöſung durchzuführen, darum aber auch zur Selbſtanſchauung in einem objektiven Ganzen der Wiſſenſchaft nicht gelangte“ 176—177 (O Kritih) Die „ſchöne Seele“ 484 „verglimmt in ſich, und ſ chwindet als ein geſtaltloſer Dunſt, der ſich in Luft auflöſt“ 504 (O Gewiſſen). „Die wirklichkeitsloſe ſchöne Seele, in dem Widerſpruche ihres reinen Selbſts und der Notwendigkeit desſelben, ſich zum Sein zu entäußern und in Wirklichkeit umzuſchlagen, in der Unmittel⸗ barkeit dieſes feſtgehaltenen Gegenſatzes, .. iſt daher als Be⸗ wußtſein dieſes Widerſpruchs in ſeiner unverſöhnten Unmittel⸗ barkeit zur Verrücktheit zerrüttet und zerfließt in ſehnſüchtiger Schwindſucht“ 512, 513 (f. Böſes) 2159
ſchöne Seele / Schönheit, Schönes 2 Die ſchöne Seele iſt das Wiſſen des Geiſtes von ſich ſelbſt „in ſei⸗ ner reinen durchſichtigen Einheit, — das Selbſtbewußtſein, das dieſes reine Wiſſen von dem reinen Inſichſein als dem Geiſt weiß, nicht nur die Anſchauung des Göttlichen, ſondern die Selbſt⸗ anſchauung desſelben“ 607, 608 (O Philoſophie) 18 „Solcherlei Zuſtände aber, die Unſchuld oder Schönheit der Seele und dergleichen genannt werden, ſind Kinderzuſtände, die an ihrer Stelle jetzt geprieſen werden, aus denen der Menſch, weil er vernünftig iſt, heraustreten muß, und aus der aufgehobenen Unmittelbarkeit ſich wieder erſchaffen muß“ 163 (O Antiſthenes) 19 Die Sehnſucht einer ſchönen Seele ſtellt ſich in Novalis Schriften dar. „Dieſe Subjektivität bleibt Sehnſucht, kommt nicht zum Sub— ſtantiellen, verglimmt in ſich, und hält ſich auf dieſem Stand— punkt feſt, — das Weben und Linienziehen in ſich ſelbſt; es iſt inneres Leben und Umſtändigkeit aller Wahrheit“ 644 (O Fichte) 20 Göſchel zu Jacobis Ausführungen über die ſchöne Seele 287, 1 1 — = E 0 — 289, 299 (O Göſchel) Schönheit, Schönes (Kunſtſchönes, Naturſchönes) Fichtes Faſſung der Schönheit 119, 120 (O Fichte) Der Kampf der ſubjektiven Schönheit muß dahin gehen, „ſich gegen die Notwendigkeit gehörig zu verwahren, nach welcher das Subjektive objektiv wird“ 282. Die Religion ſehnt ſich „nach ewiger Schönheit und Seligkeit“ 283 (O Glaube) 291 (O Glaube). Kant über die Schönheit 315, 316, 317, 321 (O Kant). Die „ſittliche Schönheit“ 382, 383 (O Jacobi) Das Leben, „ſowohl als phyſiſches wie als geiſtiges Leben dar⸗ geſtellt, von den Bedingungen und Beſchränkungen des zufälligen Daſeins befreit, iſt das Schöne“ 142 (O Idee). Das Schöne als Gegenſtand der Kunſt 223 (O Kunſt) Formelle Schönheit 303 8 (O Kunſt) 447 C (f. Kunſt) Über eine eigentümliche Schönheit der Frauen in den Tagen nach der Niederkunft 192, oder im magiſchen, ſomnambulen Schlaf 192, 193 (O Indien). Zur „griechiſchen Schönheit“ 315. „In der Schönheit, als dem Prinzipe der Griechen, war die konkrete Einheit des Geiſtes mit der Realität, mit dem Vaterland und 2160
11 12 Schönheit, Schönes Familie ufw. verbunden“ 350 (O Griechen). Verhältnis der chriſt⸗ lichen Religion des Mittelalters zur Schönheit und zur Kunſt 516, 515 (O Mittelalter) Das Schöne iſt keine einfache Vorſtellung 39. Deshalb wird es zur wiſſenſchaftlichen Vollſtändigkeit gerechnet, „die verſchiedenen Definitionen über das Schöne aufzuführen und zu kritiſieren“ 39, 40 (O Aſthetik). Hirts Faſſung des Schönen 40, 41, 42. Meyers Stellungnahme zu Hirt 41, 42, Mengs, Winckelmann 42 und Goethe 42, 43 (O Aſthetik). Die entgegengeſetzte Seite zu dieſer vom Partikulären und Vorhandenem ausgehenden Betrachtung bildet „die ganz theoretiſche Reflexion, welche das Schöne als ſolches aus ſich ſelbſt zu erkennen und deſſen Idee zu ergründen bemüht iſt“ 45—46. Der wahre philoſophiſche Begriff des Schö— nen hat „die metaphyſiſche Allgemeinheit mit der Beſtimmtheit realer Beſonderheit“ zu vereinigen 46, 107, 140. „Für uns iſt der Begriff des Schönen und der Kunſt eine durch das Syſtem der Philoſophie gegebene Vorausſetzung“ 50 (f. Aſthetik) „Begriff des Kunſtſchönen“ 46—106 (f. Aſthetik), 20, 21, 22, 140. Verhältnis des Prinzips der Nachahmung zum objektiv Schönen 74 (f. Nachahmung). Kants Faſſung des Schönen 92—94 (. Kant), 156. Schillers Faſſung des Schönen 98 (f. Schiller) Das wahre Schöne iſt „die geſtaltete Geiſtigkeit, das Ideal, und näher der abſolute Geiſt, die Wahrheit ſelber“ 123, 27, 35, 107, 110. Kritik an der Meinung, „das Schöne ließe ſich überhaupt nicht in Begriffe faſſen“ 135, 136, 24, 33. „Die Einheit des Be⸗ griffs mit der individuellen Erſcheinung iſt das Weſen des Schönen und deſſen Produktion durch die Kunſt“ 148 (O Aſthetik) „Begriff des Schönen überhaupt“ 153—166 (O Aſthetik) 1. „Wir nannten das Schöne die Idee des Schönen. Dies iſt ſo zu verſtehen, daß das Schöne ſelber als Idee, und zwar als Idee in einer beſtimmten Form, als Ideal, gefaßt werden müſſe“ 153, 154. Verhältnis zwiſchen Begriff und Idee 154, 156 (f. Idee). Rumohrs Kampf gegen den Ausdruck Idee 154, 155. Seine Faſ⸗ fung von Schönheit 155, 156 (f. Rumohr). „Dieſer Reduktion aber der Wirkung des Schönen auf das Gefühl... hat ſchon Kant ein Ende gemacht“ 155, 156 In der Idee liegt „die konkrete Einheit des Begriffs und der Objektivität“ 156. Ausführungen über den Begriff 156—158 (ſ. Begriff). Seine Beziehung zur Idee 159, 160 (ſ. Idee) Glockner, Hegel-Lexikon 136 2161
12 Schönheit, Schönes 2. „Alles Exiſtierende hat deshalb nur Wahrheit, inſofern es eine Exiſtenz iſt der Idee“ 159, 160 (ſ. Idee), 165, 215 3. Inſofern die Schönheit Idee iſt, iſt „Schönheit und Wahrheit einerſeits dasſelbe“. Andrerſeits aber unterſcheidet ſich das Wahre von dem Schönen. „Wahr nämlich iſt die Idee, wie fie als Idee ihrem An ſich und allgemeinem Prinzip nach iſt, und als ſolches gedacht wird“ 160. „Das Schöne beſtimmt ſich als das ſinnliche Scheinen der Idee“ 160 [13, 144, 149] a) Schönheit und Verſtand 160, 161. „Der Verſtand bleibt ſtets im Endlichen, Einfeitigen und Unwahren ſtehen. Das Schöne dagegen iſt in ſich ſelber unendlich und frei“ 161 b) Das Schöne iſt, in Beziehung auf den ſubjektiven Geiſt betrachtet, „weder für die in ihrer Endlichkeit beharrende unfreie Intelligenz, noch für die Endlichkeit des Wollens“ 161, 162, 163. Für die endliche Intelligenz „iſt der Inhalt gegeben, und an die Stelle ſubjektiver Selbſtbeſtimmung tritt das bloße Empfangen und Aufnehmen des Vorhandenen wie es als Objektivität vorhanden iſt“ 162. „Dasſelbe findet, wenn auch in umgekehrter Weiſe, beim endlichen Wollen ſtatt“ 162. Den Dingen wird ihre Selbſtändigkeit genommen, „indem das Subjekt ſie in ſeinen Dienſt bringt, und ſie als nützlich betrachtet und behandelt“ 162. In beiden Verhältniſſen iſt das Subjekt unfrei 163, 162, und „gleiche Endlichkeit und Unfreiheit trifft das Objekt in beiden Ver⸗ hältniſſen“ 163 e) Die Betrachtung der Objekte als ſchöner iſt die Vereinigung beider Geſichtspunkte 163—166. Von Seiten der theoretiſchen Beziehung her bringt der ſchöne Gegenſtand die Richtung nach außen in ſich zurück 164. Ebenſo wird das Ich „in ſich ſelbſt in dieſem Objekte konkret“ 164. In Betreff des praktiſchen Verhält⸗ niſſes tritt bei Betrachtung des Schönen gleichfalls die Begierde zurück 164. So iſt „die Betrachtung des Schönen liberaler Art“ 164. „Auch das Objekt als Schönes erſcheint weder von uns gedrängt und gezwungen, noch von den übrigen Außendingen bekämpft und überwunden“ 165. „Beides muß im ſchönen Objekte vorhanden ſein: die durch den Begriff geſetzte Notwendigkeit im Zuſammengehören der beſonderen Seiten, und der Schein ihrer Freiheit als für ſich und nicht nur für die Einheit hervor— gegangener Teile“ 165, 166 (O Athetik) „Das Schöne iſt die Idee als unmittelbare Einheit des Begriffs 2162
Schönheit, Schönes 12 und feiner Realität, jedod die Idee infofern diefe ihre Einheit 1 = unmittelbar in finnlidem und realem Scheinen da iſt“ 166 (O Naturſchönes). Schönheit des Lebendigen in feinem unmittelbaren Daſein 176 (ſ. Naturſchönes) „Die Schönheit der abſtrakten Form“ 188, 189—198 (O Naturſchönes), der Regelmäßigkeit 189 (ſ. Regelmäßigkeit), der Harmonie 197 (ſ. Harmonie). „Die Schönheit als abſtrakte Einheit des ſinnlichen Stoffs“ 198—199 (ſ. Naturſchönes). Zur notwendig unvollkommenen Schönheit der Natur 200 (f. Natur⸗ ſchönes) Bedeutung der Kolliſion für die Schönheit des Ideals 279 (ſ. Kol— liſion), 298. Refultatlofes Kämpfen 287, Darſtellung von phyfiſcher Not 350, von hoffnungsloſer Armut widerſprechen der Schönheit 351 (O Kunſtſchönes). Die Schönheit iſt „die im Sinn— lichen und Wirklichen realiſierte Idee“ 382 (O Genie). Unter— ſcheidung der Schönheit des Ideals von der der Erhabenheit 495 (O Erhabenheit) Zur „klaſſiſchen Schönheit“ 3 (O klaſſiſche Kunſtform). Sie darf nur in ihrem Beiweſen Symboliſches aufnehmen 74, darf „nicht den Ausdruck der Erhabenheit gewähren“ 75. Gründe für „den Hauch und Duft der Trauer“ in ihr 77 (O griechiſche Götter). Bedeutung des griechiſchen Profils für die klaſſiſche Schönheit 391 (O Skulptur) Zur romantiſchen Schönheit: „Die Schönheit in dem bisherigen Sinne bleibt etwas Untergeordnetes, und wird zur geiſtigen Schönheit des an und für ſich Innern, als der in ſich unendlichen geiſtigen Subjektivität“ 122, 133 (f. romantiſche Kunſtform). Die Schönheit betrifft „jetzt nicht mehr die Idealiſierung der objek⸗ tiven Geſtalt, ſondern die innerliche Geſtalt der Seele in ſich ſelbſt, ſie wird eine Schönheit der Innigkeit, als Art und Weiſe, wie jeder Inhalt im Innern des Subjekts ſich formt und aus⸗ bildet, ohne das Außere in dieſer Durchdrungenheit mit dem Geiſte feſtzuhalten“ 138, 139. Charakteriſtik der Liebe in ihrem religiöſen Kreiſe als „geiſtige Schönheit“, welche ſich ihrer Inner⸗ lichkeit wegen auch nur in der Innigkeit und als die Innigkeit des Gemüts ausdrücken kann 151, 150 (O Liebe). Die Vorſtellung, „es dürfe nur Eine höchſte Schönheit und Vollendung geben“ iſt töricht 417. „Die Eine abſtrakte Schönheit erweitert ſich zu einer Totalität in ſich ſelbſt beſtimmter Geſtalten“ 417 (O Skulptur) 2163
Schönheit, Schönes / Schönheitslinie 14 Zur Schönheit der italieniſchen Malerei 105 (O italieniſche Ma⸗ lerei) Die Architektur und die Poeſie als einander entgegengeſetzte Grenzgebiete der Welt des Schönen 233 (O Poeſie) „Die Religion der Schönheit“ als zweite Form der „Religion der geiſtigen Individualität oder der freien Subjektivität“ 275, 276, 98 (O beſtimmte Religion) In der indiſchen Religion wird der gegenſtändliche Inhalt noch „nicht in der Weiſe der Schönheit aufgefaßt“, denn „zur Schön— heit der Geſtalt gehört freie Subjektivität, die im Sinnlichen, im Daſein zugleich frei iſt und ſich frei weiß“ 361. „Das Schöne iſt weſentlich das Geiſtige, das ſich ſinnlich äußert, ſich im ſinnlichen Daſein darſtellt, aber ſo, daß das ſinnliche Daſein vom Geiſtigen ganz und gar durchdrungen, daß das Sinnliche nicht für ſich iſt, ſondern nur durchaus Bedeutung hat im Geiſtigen, durch das Geiſtige, nicht ſich, ſondern das Geiſtige zeigt. Das iſt die wahr⸗ hafte Schönheit“ 361, 362 (O indiſche Religion). Das nennen wir das Schöne, „wo alle Außerlichkeit durchaus charakteriſtiſch be— deutſam iſt, vom Innern als Freiem beſtimmt“ 469 (O ägyptiſche Religion) 16 „Die Religion der Schönheit“ 95—156 (f. griechiſche Religion), 43—44, 13 [15, 98, 275, 276], 518 17 „Die Stufe des griechiſchen Bewußtſeins iſt Stufe der Schönheit. Denn Schönheit iſt das Ideal, der Gedanke aus dem Geiſte ent— ſprungen; aber ſo, daß die geiſtige Individualität noch nicht für ſich iſt, als abſtrakte Subjektivität, die ſich dann in ihr ſelbſt ihr Daſein zur Gedankenwelt auszubilden hat“ 191 (O griechiſche Philoſophie) 18 Platon iiber das Weſen des Schönen 296—297 (f. Platon) 19 Das Schöne als Gegenſtand von Kants Kritik der Urteilskraft 596, 589, 601—602 (f. Kant) 1 * Schönheitslinie 9 Möller nennt die Wellenlinie auch die Schönheitslinie 2718, 270 2 (O Geſtalt) 13 Camper über „die Schönheitslinie des Geſichts“ 387 (O Skulptur) 2164
12 2 En — 15 16 Schönheitstrieb / Schöpfung Schönheitstrieb Der Schönheitstrieb in der menſchlichen Natur 26, 146 (O Aſthetit) Schöpfung Notwendigkeit der Erſchaffung einer Welt, indem der ewige oder abſtrakte Geiſt „ſich ein Anderes wird und in das Daſein tritt“ 587, 586. „Dieſes Erſchaffen iſt das Wort der Vorſtellung für den Begriff ſelbſt nach ſeiner abſoluten Bewegung, oder dafür, daß das als abſolut ausgeſagte Einfache oder reine Denken, weil es das abſtrakte iſt, vielmehr das Negative und hiermit ſich Ent⸗ gegengeſetzte oder Andere iſt“ 587 (O offenbare Religion) Verhalten einer gärenden, ſchöpferiſchen Zeit zu ausgebreiteter Syſtematiſierung 16 (O Logik) „Die Schöpfung iſt aber ewig, ſie iſt nicht einmal geweſen; ſon⸗ dern ſie bringt ſich ewig hervor, da die unendliche Schöpferkraft der Idee perennierende Tätigkeit iſt“ 459 5 (O Geologie) Zur Moſaiſchen Schöpfungsgeſchichte 466 8 (O Geologie) Der Übergang zur exiſtierenden Gattung geſchieht „an ſich, in der Idee, im Begriffe, nämlich in der ewigen Schöpfung“ 674 © (O Geſchlechts verhältnis) In der Vorſtellung von der Schöpfung Gottes „bleibt Gott einerſeits für ſich, die Welt auf der andern Seite, aber der Zu— ſammenhang beider Seiten iſt nicht in die Form der Notwendigkeit geſetzt; er wird entweder nach der Analogie des natürlichen Lebens und Geſchehens ausgedrückt, oder wenn er als Schöpfung bezeichnet wird, als ein folder bezeichnet, der für ſich ganz eigentümlich und unbegreiflich ſein ſoll“ 159 Der Begriff der Schöpfung 32—33 (O beſtimmte Religion). „Erſt in der Schöpfung liegt das Setzen und Geſetztſein affirmativer Exiſtenzen“. „Sie iſt nicht Tun der Macht als Macht, ſondern als weiſer Macht, denn erſt die Macht als Weisheit beſtimmt fig” 33. „Die Notwendigkeit ift zu einem Moment herabgeſetzt gegen die Zwecke“ 33. Der Zweck „ſteht über ihr, ſie iſt damit nur als eine Seite geſetzt, ſo daß nur ein Teil des Erſchaffenen dieſer Macht unterworfen iſt und ſo als zufällig erſcheint. Aus dem Begriff der weiſen Macht geht das Setzen mit dieſem Unterſchied hervor“ 33 2165
16 17 18 19 Schöpfung / Schorel „Die Notwendigkeit, daß Gott Setzen feiner Macht ſei, iſt die Geburtsſtätte alles Erſchaffenen. Dieſe Notwendigkeit iſt das Material, woraus Gott ſchafft; dieſes iſt Gott ſelbſt, er ſchafft daher aus nichts Materiellem; denn er iſt das Selbſt und nicht das Unmittelbare, Materielle. Er iſt nicht Einer gegen ein an⸗ deres ſchon Vorhandenes, ſondern das Andere iſt er ſelbſt als die Beſtimmtheit, die aber, weil er nur Einer iſt, außer ihm fällt, als ſeine negative Bewegung“ 51, 53. „Das Erſchaffen der Welt heißt alſo die negative Beziehung der Macht auf ſich, inſofern ſie zunächſt als das nur mit ſich Identiſche beſtimmt iſt“ 52, 53, 56. Mangel ſolcher Schöpfung 53. Faſſung dem gegenüber der Schöp— fung als ewige Schöpfung 53—54 (f. jüdiſche Religion) Das Hervorgehen der Welt aus Gott, z. B. aus Brahma, iſt zu unterſcheiden vom „Schaffen Gottes“ 52. Gegenüberſtellung der göttlichen Schöpfung dem menſchlichen, techniſchen Produzieren 53 (O jüdiſche Religion) „Erſchaffung der Welt“ als Moment der abſoluten, ewigen Idee 218—219, 221, 231, 247—308 (ſ. chriſtliche Religion) Gott iſt „Vermittelung ſeiner mit ſich. Wenn Gott nur als Schöpfer beſtimmt wird, ſo wird ſeine Tätigkeit nur als hinaus— gehende, ſich aus ſich ſelbſt expandierende, als anſchauendes Pro— duzieren genommen, ohne Rückkehr zu ſich ſelbſt“ 381 (O Gottesbeweiſe) Die Schöpfung im Sankhyaſyſtem 167, 168, 169 (J. Sankhya— ſyſtem) Platons „Darlegung des Weſens der Natur oder des Werdens der Welt“ 249—269 (ſ. Plato), 189 Philons Interpretation der Moſaiſchen Schöpfungsgeſchichte 19, 26 (O Philo) „Es iſt eine zweite Weltſchöpfung, die nach der erſten entſtanden iſt; die zweite Weltſchöpfung ift die, wo der Geiſt ſich erſt als Ich — Ich, als Selbſtbewußtſein verſtanden hat“ 117 (O Chriſtentum) Descartes „verknüpft das Univerſum, die Materie, ſo mit Gott, daß er Schöpfer, Urſache desſelben ſei, und hat den richtigen Ge— danken, daß die Erhaltung eine fortgeſetzte Schöpfung iſt“ 355 (O Descartes) Begriff der Schöpfung bei Leibniz 456, 467, 468 (O Leibniz) Schorel, Jan van ſ. Scorel 2166
oo 19 10 19 Schottiſche Philoſophie / Schrader Schottiſche Philoſophie Die bei Descartes und den ſchottiſchen Philoſophen vorkommen⸗ den angeborenen Ideen ſind „zunächſt nur als an ſich und in der Weiſe der Anlage im Menſchen vorhanden zu betrachten“ 174 8 (O unmittelbares Wiſſen) „Schottiſche Philoſophie“ 500—506 (O neuere Philo⸗ ſophie), 274, 487 (O neuere Philoſophie), 512, 518 (O franzöſiſche Philoſophie). Die Gegner Humes ſind Kant und die ſchottiſchen Philoſophen 500. Sie ſetzen Humes Skeptizismus die „innere unabhängige Quelle der Wahrheit für das Religiöſe, Sittliche“ entgegen 500. Über die vielerlei Moralphiloſophien in England 501, 502. Kritik an ihnen 502 Neben der Moral iſt Politik beſonders ausgebildet 502. Dann haben die Schottiſchen Philoſophen verſucht das Prinzip des Er⸗ kennen beſtimmt anzugeben 502. „Als Grund der Wahrheit ha⸗ ben ſie die ſogenannte geſunde Vernunft, den allgemeinen Men⸗ ſchenverſtand (sensus communis) aufgeſtellt“ 502, 503 1. Thomas Reid 503, 502 (ſ. Reid) 2. James Beattie 502, 503504 (f. Beattie) 3. James Oswald 502, 504 (ſ. Oswald) 4. Dugald Stewart 504—505 (f. Stewart). Er, Eduard Search, Ferguſon und Hutcheſon haben meiſt über Moral geſchrieben. Auch Adam Smith iſt in dieſem Sinne Philoſoph 504, 505. Garve hat einiges überſetzt 505. Es iſt Popularphiloſophie. „Die allgemeine Vorſtellung ihres Prinzips iſt der geſunde Menſchenver⸗ ſtand, zu dieſem haben ſie wohlwollende Neigungen, Sympathie, moraliſchen Sinn genommen, und von ſolchen Gründen aus ſehr vorzügliche moraliſche Schriften verfaßt“ 505 In neueren Zeiten iſt dieſe ſchottiſche Philoſophie nach Frankreich übergegangen. Royer⸗Collard und Jouffroy entwickeln ſie fort 505. Charakteriſtik deſſen, was die Franzoſen Ideologie nennen 505, 506 (O neuere Philoſophie) Schottland Vorkommen des ſogenannten zweiten Geſichts bei den ſchottiſchen Gebirgsbewohnern 188 8 (O Viſion) 160 (O Erigena) Schrader, Heinrich Adolf 2167
on D — 20 Schrader / Schubarth Schraders Verſuche über das Wachſen der Pflanzen 558 (O Pflanze) Schranke ſ. Grenze Schrecken „Die abſolute Freiheit und der Schrecken“ 449—459, 376 (ſ. Frei⸗ heit) Schreibfeder Zu Krugs Forderung ſeine Schreibfeder zu deduzieren 199, 201, 202, 208 (ſ. Krug) Schrift ſ. Buchſtabenſchrift Schubarth, Karl Ernſt Hegels Rezenſion: Aber Philoſophie überhaupt und Hegels Enzyklopädie der philoſophiſchen Wiſ— ſenſchaften insbeſondere. Ein Beitrag zur Beurteilung der letztern. Von Dr. K. E. Schubarth und Or. L. A. Carganico. Berlin 1829 in der Enslin'ſchen Buchhandlung. S. 2224 314, 362—393 Das Vorwort dieſer Schrift hat zum Hauptgedanken, daß „ ſich über ein philoſophiſches Syſtem nicht wohl ſprechen läßt, ohne über die Philoſophie überhaupt mitzureden“ und, daß ſich auch „ein einzelnes philoſophiſches Syſtem nicht angreifen oder ver— werten laſſe, ohne daß man die Philoſophie überhaupt angreift oder verwirft“ 362, 363 Die Schrift zerfällt in drei Abſchnitte: Der erſte Abſchnitt 363—383. Er handelt vom Stand— punkte der gegenwärtigen Kritik« 363 und von den drei mög⸗ lichen Standpunkten der Hegelſchen Enzyklopädie gegenüber 364, 365. Der Verfaſſer nimmt den dritten Standpunkt ein, der »gänzlich außerhalb der Sphäre der Philoſophie fällt« 365. Zur Möglichkeit, ja Würdigkeit eines ſolchen Standpunkts 365, 366 Dann betrachtet der Verfaſſer mit ſchleppender Gründlichkeit die Menſchheit und ihre mannigfaltige Tätigkeit auf dem Gebiet von Religion, Kunſt, Staat und Wiſſenſchaft 366, 367. Des Verfaſſers Zufriedenheit mit dem jeweiligen Stand der Menſchheit 367, 368, 369. Der Verfaſſer findet, „daß die menſchliche Vernünftigkeit 2168
Schubarth 20 tätig geweſen ſei, es in Allem möglichſt zu einem Abſchluſſe, zu einem Ganzen zu bringen« 369, 370 Nach dieſem Geſichtspunkt werden Religion, Kunſt, Staat und Wiſſenſchaft durchgemuſtert 370 Referat deſſen, „was der Verfaſſer in den Leiſtungen der Menſch⸗ heit über die Wiſſenſchaft findet“ 370—372. Die Wiſſenſchaft ſei größtenteils nur erſt im Wiſſen begriffen 371. In der Botanik habe durch die Lehre von der Metamorphoſe, in der Phyſik durch die Farbenlehre der Charakter einer Ganzheit begonnen 371. Geographie und Aſtronomie 371, 372 Die Kaprize, die der Verfaſſer von feinem Standpunkt außer: halb der Philoſophie ſich über die Philoſophie erſchaffen hat, iſt dieſe, daß die menſchliche Tätigkeit in den Sphären der Religion, Kunſt, Wiſſenſchaft, Staat, es zu einer Totalität bringe, die Phi— loſophie aber ſich das All der Dinge, die Allheit, auch Alles ſagt er, zur Aufgabe mache« 372. Des Verfaſſers Verworrenheit über die Begriffe Allgemeinheit, Allheit, Totalität 372, 373, 378. Die Allheit wird der Philoſophie zugemutet 373. Aber es vzeige ſich kein von Hauſe aus exiſtierendes Organ der Menſchheit für die Allheit« 373. Das Allgemeine iſt das von der Philoſophie vor⸗ zugsweiſe behandelte 374, 375. „Das Allgemeine aber iſt es, wo⸗ gegen der Verfaſſer ſich auf alle Weiſe ſträubt“ 375 Räſonnement gegen die Philoſophie: „Wolle die Philoſophie einen gewiſſen Vorzug behaupten, ſo bleibe hierfür nichts übrig als eine gewiſſe Gemeinſchaftlichkeit des Inhalts mit Religion, Kunſt uff.“ 375, 376. Der Verfaſſer hält eine ſolche Gemeinſchaft— lichkeit für unmöglich und ſowohl für die Philoſophie als für die Einzelwiſſenſchaften für verderblich 376, 377. „Weil der Verfaſſer die Natur des Allgemeinen ſelbſt nicht betrachtet und ergründet, treibt er ſich in gleich verworrenen als oberflächlichen Allgemein⸗ heiten herum« 378. Des Verfaſſers Tirade über den Glauben an die Unſterblichkeit der Seele 378, 379 Kritik an dem ungereimten Appergu des Verfaſſers über die ge⸗ ſamte Geſchichte der Philoſophie 379, 380, 381. Zur Konſequenz des Verfaſſers, die ſich in dem Satz ausſpricht: »Der Staats⸗ mann, der Religiöſe, der Künſtler, das entdeckende Genie denken alſo nicht« 381. Sein Begriff eines »höheren, angemeſſenen Den: kens« 381, 382, 383 Der zweite Abſchnitt 363, 383—384. Es iſt »ein Abriß 2169
20 . Schubarth / Schubert des Syſtems des Herrn Hegel nach deſſen Enzyklopädie der philo⸗ ſophiſchen Wiſſenſchaſtenc, trocken und ohne tieferes Eindringen 383, 384 Der dritte Abſchnitt 363, 384—393. Er ift »Kritik des Hegelſchen Syſtems« 384. Ziel iſt eine Gleichung zu vollziehen zwiſchen der Wirklichkeit und dem ſpekulativen Reſultat von Hegels Syſtem 384, 385. Freilich, ſich mit dem Verſaſſer über die Wirklichkeit zu vereinbaren, iſt ſchwer 385. Erinnerung an des Verfaſſers geſchichtliche Darſtellung des Homer 385. Des Ver⸗ faſſers Räſonnement gegen die Form des ſpekulativen Denkens, wobei er die Frage ſtellt: ob dieſe Form die allgemeine Form des Wahren ſei, in welcher ſich die Wirklichkeit darbiete 385. Dabei doziert er überflüffigerweife, »daß Kunſt, Wiſſenſchaſt, Staat, Religion, als Wirklichkeit geſaßt, ſich in der Tat in einer von der Form der Spekulation ganz verſchiedenen Form darſtellene 386, 387. Sein Räfonnement über Unmittelbarkeit 387, über Religion überhaupt, das Chriſtentum, die Dreieinigkeit 388. Das Haupt⸗ argument des Verſaſſers iſt, daß »die Wahrheit der Wirklichkeit in ſpekulativer Form dieſer fremd ſei« 388. Den wiſſenden Geiſt läßt der Verfaſſer nicht als eine Wirklichkeit gelten, während ihm die Kunſt für eine Wahrheit der Wirklichkeit gilt 389. Der Ver⸗ faſſer über den Glauben 389, 390, über den Hegel gemachten Borwurf, „daß er nur gewiſſen Anſichten zuliebe, ſich bequeme, die Monarchie als die höchſte, als die abſolute Form des Staats für den Begriff zu entwickeln“ 390, 391 Die widrigſte Seite der Schriſt iſt der traurige Kitzel der Ver— faſſers launig und ſpaßhaft zu tun 391. Sein Vermiſſen des Todes in der Hegelſchen Philoſophie 391, 392. „Ob Hegel meine, bei lebendigem Leibe gen Himmel gefahren zu fein?« 392. Sein Herumreiten auf der Redensart: hic Rhodus, hic salta und dem bekannten Symbol der Roſenkreuzer 392, 393 Schubert, Gotthilf Heinrich von Schuberts Kritik in ſeiner Aſtronomie an Newtons Beweis von ſeinem Fundamentalſatze der Theorie der Gravitation 336, 335 (O Mathematik) Schubert über die Ahnlichkeit von Eierſtock und Hoden bei niederen Tieren 671 ©. Aus Schubert: „Ahnungen einer allgemeinen Geſchichte des Lebens“ 6718 Fußn. 2170
11 17 o = 2 Schu⸗king / Schuld Schu⸗king Schu-king, das Grundbuch chineſiſcher Tradition 164. Es „ent⸗ hält die Geſchichte, handelt von der Regierung der alten Könige, und gibt die Befehle, die von dieſem oder jenem Könige aus= gegangen ſind“ 165, 166, 177, 189 (O China) Im Schu⸗king iſt auch ein Kapitel über die chineſiſche Weisheit, wo die fünf Elemente vorkommen, aus denen alles gemacht ſei 158 (O chineſiſche Philoſophie) Schuld (Handlung, Heroenrecht, Odipus, Sündenfall, Tat) „Die ſittliche Handlung, das menſchliche und göttliche Wiſſen, die Schuld und das Schickſal“ 354—367, 338339, 358 (ſ. Sittlichkeit) Schuld hat der Wille inſofern, als 1) „ſeine Beſtimmung nur von ihm ſelbſt zu der ſeinigen gemacht iſt“; 2) „inſofern ein Wille die Beſtimmungen kennt, die durch ſeine Handlung, wie ſie in ſeinem Entſchluß liegt, hervorgebracht werden .. .“ 27. „Einem Men⸗ ſchen die Schuld einer Handlung beimeſſen, heißt ſie ihm impu⸗ tieren oder zurechnen“. Kinder, Verrückte und Blödſinnige ſind nicht imputationsfähig 45. „In dem Unterſchied von Tat und Handlung liegt der Unterſchied der Begriffe von Schuld, wie ſie vorkommen in den tragiſchen Darſtellungen der Alten und in unſern Begriffen. In den erſteren wird Tat nach ihrem ganzen Umfang dem Menſchen zugeſchrieben. Er hat für das Ganze zu büßen und es wird nicht der Unterſchied gemacht, daß er nur eine Seite der Tat gewußt habe, die andere aber nicht“ 45, 46 (O Propädeutit), 216 (O praktiſch) 7, 176; 12, 257] „Der Vorſatz und die Schuld“ 172—176 (O Moralität), 171 8 115 „Die Tat ſetzt eine Veränderung an dieſem vorliegenden Daſein und der Wille hat Schuld überhaupt daran, inſofern in dem veränderten Daſein das abſtrakte Prädikat des Meinigen liegt“ 173 Zuſatz. „Daß ich ſchuld an etwas bin, macht noch nicht, daß mir die Sache imputiert werden könne“ 173 8 116 Wenn Dinge, deren Eigentümer ich bin, Schaden verurſachen, ſo fällt mir dieſer mehr oder weniger zur Laſt 173 8 117 „Das Recht des Willens aber iſt, in ſeiner Tat nur dies als 2171
Schuld -1 feine Handlung anzuerkennen, und nur an dem Schuld zu haben, was er von ihren Vorausſetzungen in ſeinem Zwecke weiß, was davon in feinem Vorſatze lag“ 174 [3, 45, 216; 10, 392, 393; 12, 257 § 118 Die Handlung hat mannigfaltige Folgen. Die Folgen, als die Geſtalt, die den Zweck der Handlung zur Seele hat, ſind das der Handlung Angehörige. Von den notwendigen Folgen ſind die zuſälligen zu trennen 175. Schwierigkeit dieſer Trennung 175. Handeln heißt ſich dem Umſchlagen von Notwendigkeit in Zu— fälligkeit preisgeben 175, 176. Die Alten kannten noch nicht den Unterſchied von Tat und Handlung 176 (ſ. Heroenrecht) [3, 45, 46]. Übergang vom Vorſatz zur Abſicht 176 Der Menſch erkennt „nur dasjenige Daſein in der Tat, was in ſeinem Wiſſen und Willen lag, was ſein Vorſatz war, als das Seinige, — als feine Schuld, an“ 392, 393 (O Vorſatz) [3, 45, 216; 7, 174. P. St. 6, 288] 11 „Dies iſt das Siegel der abſoluten hohen Beſtimmung des Men— ſchen . . ., daß er Schuld haben kann, Schuld nicht nur am Böfen, ſondern auch am Guten, und Schuld nicht bloß an Dieſem, Jenem und Allem, ſondern Schuld an dem ſeiner individuellen Freiheit angehörigen Guten und Böſen“ 65. „Nur das Tier allein iſt wahrhaft unſchuldig“ 65 (O Geſchichtsphiloſophie) 12 Der heutige Menſch nimmt nicht den geſamten Umfang deſſen, was er getan hat, anf ſich. „Der heroiſche Charakter aber macht dieſe Unterſcheidung nicht, ſondern ſteht für das Ganze ſeiner Tat mit feiner ganzen Individualität ein“ 257. Sdipus 257 (. d. Art.). Auch erbt das Schickſal der Schuld und des Vergehens fort 258 (O Heroenzeit) Die Schuld in der Tragödie 529 (f. Tragödie), in der griechiſchen Tragödie 552 (f. griechiſche Tragödie) Der heidniſche Kultus hat die Geſtalt der Sühnung von ver— dienter Schuld 250 (O Kultus) „Die Schuld entſteht erſt mit der Willkür und dieſe iſt, daß die Leidenſchaft ſich ſetzt in ihrer eigenen Freiheit, das Subjekt die Beſtimmungen nur aus ſich nimmt, die es unterſchieden hat vom Natürlichen“ 280. Der Menſch muß ſchuldig werden 284; „denn wenn er nicht vom Böſen weiß, weiß er auch nicht vom Guten“ 1 S 1 no 1 a 2172
15 16 1 E = 2 10 1 . 1 — > 17 9 Schuld / Schultz 285. „Der Zuſtand des Menſchen iſt der Zuſtand der Zurechnung, der Zurechnungsfähigkeit“ 285 (O unmittelbare Religion) „Inſofern der Menſch gut iſt, ſoll er nicht fein, wie ein natürliches Ding gut iſt, ſondern es ſoll ſeine Schuld, ſein Wille ſein, es ihm imputabel ſein. Schuld heißt überhaupt Imputabilität“ 260 (O chriſtliche Religion) Streit über die Schuld zwiſchen Perikles und Protagoras 29 (O Protagoras) Schule (Gymnaſtalreden, Pädagogik, Philoſophieunterricht) Beziehung der Schule zum Elternhaus und Teilung der Pflichten zwiſchen Schule und Familie 253, 254, 255, 265, 271, 272. „Das Verhältnis der Schule und des Schulunterrichts zur ſittlichen Bil: dung des Menſchen überhaupt“ 265. Stellung der Schule „zwi⸗ ſchen der Familie und der wirklichen Welt“ 269 (f. Gymnaſtal⸗ reden) Schulzwang 316 (O Polizei) Unterricht des Kindes 102—103 © (f. Kind) Schulgeſchwätz Schulgeſchwätz derer, die gegen die Religionsphiloſophie ſtreiten 73 (O Religionsphiloſophie) Schulmeiſter (Kammerdiener, Philiſter) Über die Schulmeiſter gegenüber den welthiſtoriſchen Individuen 62 (f. Geſchichtsphiloſophie) 8, 319] Schultz, Chriſtoph Friedrich Ludwig Über den Phosphor in unſerem Auge 305 © (O Phyſik) 117, 180]. Über das Entſtehen von Gelb und Blau 349 9, über die „pſycholo⸗ giſchen Farben“ 3528 (|. Farbenlehre). Über das „gerjtreutSehen“ in einem intereſſanten Aufſatz Schultzes in Schweiggers Journal (Jahrgang 1816) 6268 (O Tier) Jatereſſante Bemerkungen von Schultz über den Phosphor im Auge 180 (O Nyaya) Schultz, Karl Heinrich Schultz über das Wachstum der Pflanzen in: „Die Natur der 2173
Schultz / Schwaben 9 lebendigen Pflanzen“ 498 8, zur Phyſiologie der Pflanze 509 g, über die „Lebensgefäße der Pflanze“ 534 0, über Sekretionen der Pflanze 539 8, 539 Fußn., über Saftſtrömungen in Pflanzen 541 B, 542 C, 543 C (ſ. Pflanze), über das Blut 602 3 (O Tier) Schulze, Gottlob Ernſt „Kritik der theoretiſchen Philoſophie von Gott— lob Ernſt Schulze, Hofr. und Prof. in Helmſtädt. I. Band. Hamburg bei C. E. Bohn, 1802. S. 728. Vorr. S. XXXII, II. Band S. 721. Vorr. S. VI“ 215—275 (f. Skeptizismus). Schulze und Kant 215, 220. Schulze und Sextus Empirikus 221, 226, 227, 233, 234, 235, 237. „Der Schulziſche Skeptizismus vereinigt mit ſich den rohſten Dogmatismus“ 240 Zitate aus Schulzes Werk 219, 223, 224, 233, 257, 258, 259, 260, 262, 263, 264, 273 (O Skeptizismus) 18 Charakteriſtik des neuen Skeptizismus z. B. von Schulze in Göt— tingen 540, 557. „In dieſem modernen Skeptizismus wird ange— nommen, daß das, was in unſerem unmittelbaren Bewußtſein iſt, alles Sinnliche ein Wahres ſei“ 557. Er iſt „nur gegen Gedanken, Begriff und Idee gerichtet, alſo gegen das höhere Philoſophiſche“ 557, 540. Er ignoriert den alten Skeptizismus ganz. „Schulze gibt Unterſcheidung ſeines Skeptizismus vom Alten. Der wahre Unterſchied iſt, daß Schulze nichts kennt, als a) Dogmatismus und 5) Skeptizismus, — nicht die dritte Philoſophie“ 583 (O Skepti⸗ zismus) 19 628 (O Fichte) Schuſter, Gottwald 9 Schuſter über die Alaun-Erde und Kieſelerde 4308, 4310 (O Waſſer) Schwaben (Württemberg) 6 „Beurteilung der im Druck erſchienenen Verhandlungen in der Verſammlung der Landſtände des Königreichs Württemberg im Jahre 1815 und 1816. IXXXIII. Abteilung“ 349—490 (ſ. Würt⸗ temberg) 9 Geruch und Geſchmack ſind nahe verwandt, in Schwaben ununter— ſchieden. Man ſagt dort: »die Blume ſchmeckt gute, ſtatt: »fie riecht gut« 3629 (O Phyfit) 2174 —
11 19 20 11 — e = 19 =) 10 11 Schwaben / Schweden 468, 469, 474, 507 (O Mittelalter), 527 (O Reformation) 647 (O Schelling) 441 (O Görres). Der ſchwäbiſche Ausdruck: hereinzäunſeln 445 (O abſtrakt) Schwäbiſcher Städtebund 507 (O Mittelalter) Schwärmerei (Ekſtaſe) Zur Schwärmerei in der Philoſophie, welche nicht zum Wiſſen herausgehen will, „weil jedes Wiſſen von einer Seite zugleich in die Sphäre der Endlichkeit tritt“ 123 (O Fichte), 168 (O Reinhold) Zur „Schwärmerei, welche der Natur ſowohl als der Geſchichte, wie der Welt ſo den mythiſchen Vorſtellungen der vorhergehenden Religionen einen andern innern Sinn unterlegt, als ſie in ihrer Erſcheinung dem Bewußtſein unmittelbar darbieten und in Anſehung der Religionen als das Selbſtbewußtſein, deſſen Reli⸗ gionen ſie waren, darin mußte“ 575 (O offenbare Religion) „Die Schwärmerei fällt in den Wahn, ein bildloſes Geſtalten der handgreiflichen Außerlichkeit nachzuſetzen. Das Sinnliche ſoll höher ſtehen, als das Geiſtige. Das Abſolute ſoll ſich in die Außer⸗ lichkeit legen... Man will Gott ins Zeitliche, Sinnliche rücken“ 207, 206 (O Traum) Kritik an der Anſicht, die Philoſophie Plotins ſei Schwärmerei 42. „Die Schwärmerei ſetzt die Wahrheit in ein Weſen, das zwi⸗ ſchen der Wirklichkeit und dem Begriff ſteht, das nicht Wirklichkeit iſt, noch auch begriffen, — ein Weſen der Einbildung. Hiervon aber iſt Plotin weit entfernt“ 42, 43, 44, 56 (O Plotin) Schwarz (Farbe, Farbenlehre) 334 Z, 337 & (O Farbe), 343 6 (O Farbenlehre) Schwarz als Ausdruck der Trauer, auch der Feierlichkeit und Würde 1368 (O Empfindung) Schweden 130 (O Geographie). Bedeutung Schwedens für den Dreißigjäh⸗ rigen Krieg 544 (O Reformation) 2175
Schweden / Schwere, Schwerkraft 20 Die ſchwediſche Verfaſſung 496, 497 (O Reform-Bill) Schwefel 9 Schwefel iſt eines der vier Elemente des Paracelſus 183 g, 297 3 17 9 11 19 20 — D [P. St. 6, 190] Schweigen Bedeutung des Schweigenkönnens für das Lernen 251 (O Gym⸗ naſialreden), 311, 312 (O Philoſophieunterricht) Das Stillſchweigen als Bedingung des Lernens, Studierens 246, 247, 248 (C Pythagoras) [3, 251] Schweigger, Johann Salomo Chriſtoph Seine galvaniſche Säule aus Kupferſchalen und wäſſriger Schwefelſäure 417 5 (O Galvanismus). Schweiggers „Gebraue von elektro⸗chemiſchen Verhältniſſen“ 435 8 (O Chemismus). Schweig⸗ gers Journal 626 8 (O Tier) Schweiz 469, 508 (O Mittelalter), 535, 545 (O Reformation) 612 (O Fichte) 441 (O Görres) Schwere, Schwerkraft Nelative Freiheit der Himmelskörper von der Schwere 3. Kepler und die Schwere 6. Unterſcheidung der realen und idealen Ver— ſchiedenheit der Schwere 20—27 (. Planet) Schwerkraft 9, 10, Schwerkraft und Zentripetalkraft 12. Die Schwerkraft kann nur als identiſch mit ſich bezeichnet werden; ſie exiſtiert in Form zweier Faktoren, nämlich des Raums und der Zeit oder auch ſozuſagen des ruhenden und des durch die Be⸗ wegung in der Zeit erzeugten Raumes 17. Den beiden Faktoren allein gehört das quantitative Verhältnis an 17 (O Planet) 304 (O Kant) 124, 126 (O Verſtand), die ſpezifiſche Schwere 223, 224, 228 (O Naturbeobachtung) 195 (O Mechanik) 2176
> O au De} Schwere, Schwerkraft Spezifiſche Schwere 425, 431, 434 (O Maß). Bedeutung der Schwere für das bewegte Pendel 449 (O Chemismus). „Es wäre die Aufgabe vorhanden, die Verhältnisexponenten der Reihe der ſpezifiſchen Schweren, als ein Syſtem aus einer Regel zu erken— nen, welche eine bloß arithmetiſche Vielheit zu einer Reihe har⸗ moniſcher Knoten ſpezifizierte“ 454, 464. Die qualitative Be⸗ ziehung zwiſchen den ſpezifiſchen Schweren 455 (ſ. Maß) Die Schwere als Grund 577, 578 (O Grund) Die Schwere im abſoluten Mechanismus 197 (O Mechanismus) § 236 [P. St. 9, 8 293 faſt wörtlich ſ. u.] Die ſpezifiſche Schwere 185—186 [P. St. 9, 216—221 f. u.] Die Materie als Schwere 68 0 (O Naturphiloſophie), 94 [P. St. 6, 162]. Unterſcheidung der Schwere von der bloßen Attraktion 94 0, 95 , 123 8. „Die Schwere iſt die Reduktion der auseinan⸗ derſeienden ebenſo kontinuierlichen Beſonderheit zur Einheit als negativer Beziehung auf ſich, der Einzelnheit, Einer (jedoch noch ganz abſtrakten) Subjektivität“ 94—95 B. „Die Schwere iſt ſozu— ſagen das Bekenntnis der Nichtigkeit des Außerſichſeins der Ma⸗ terie in ihrem Fürſichſein, ihrer Unſelbſtändigkeit, ihres Wider⸗ ſpruchs“ 958; fie iſt „das Inſichſein der Materie“ 958, 120 [P. St. 6, 165]. Repulfion und Attraktion, „beides zuſammen macht, als Schwere, den Begriff der Materie aus“. „Die Einheit der Schwere iſt nur ein Sollen, eine Sehnſucht, das unglückſeligſte Streben, zu dem die Materie ewig verdammt iſt; denn die Einheit kommt nicht zu ſich ſelbſt, fie erreicht ſich nicht“ 96 (O Materie) Die relative Schwere iſt das Gewicht 100 H. Die Schwere als das Bewegende, um die Entfernung vom Zentrum aufzuheben 106 g. „Die Schwere iſt die Macht, welche den Pendel durch den Begriff der Materie zur Ruhe bringt“ 110 0 [4, 449] (O Stoß), 282 2. Im Begriffe der Schwere find „die beiden Momente des Fürſich⸗ ſeins und der das Fürſichſein aufhebenden Kontinuität enthalten“ 120 [P. St. 6,165]. „Newton ſah in der Schwere das Geſetz der gan: zen Bewegung; er übertrug fo die Schwere auf das Geſetz der Himmelskörper, und nannte es das Geſetz der Schwere. Dieſe Verall— gemeinerung des Geſetzes der Schwere iſt das Verdienſt Newtons“ 137 g, 136 0 (O Mechanik), 125 [P. St. 6, 170]. „Zuerſt haben wir den abſoluten Zentralkörper, dann unſelbſtändige Körper ohne Zentrum in ſich, dann relative Zentralkörper; erſt mit dieſen drei Glockner, Hegel-Lexikon 137 2177
Schwere, Schwerkraft 9 Arten von Körpern iſt das Ganze des Syſtems der Schwere ge: ſchloſſen“ 142 0 (O Mechanik) 212 [P. St. 6, 183] (O Meteorologie). Verhältnis der Schwere zur Phyſik der beſonderen Individualität 213 (vgl. 6, 172). Befreiung von der Schwere 2149, 215 (O Phyſik). Die Beſtimmtheiten, welche die Schwere erleidet ſind ſpezifiſche Schwere, Kohäſion, Klang und Wärme 215 P, 216 8 (. Phyſik) „Die ſpezifiſche Schwere“ 216—221, 215 (O Phyſik) [P. St. 6, 185—187] § 293 [P. St. 6, § 236, faſt wörtlich] Die ſpezifiſche Schwere oder Dichtigkeit der Materie iſt „ein Verhältnis des Gewichts der Maſſe zu dem Volumen, wodurch das Materielle als ſelbſtiſch ſich von dem abſtrakten Verhältniſſe zum Zentralkörper, der allgemeinen Schwere, losreißt“ 216 [P. St. 6, 185] Kritik an der Vorſtellung „von Poren“ zur Erklärung der ver— ſchiedenen Dichtigkeit 216 [P. St. 6, 185], 220 O, 221 C. Kritiſche Aufzählung der vier Sätze, „welche die Phyſik bei ihrer Art die Dichtigkeit vorzuſtellen, vorausſetzt“ 216 [P. St. 6, 186], 2178, 220 O, 221 g. Kants Begriff der Intenſität und damit feiner Schöpfung einer ſogenannten dynamiſchen Phyſik 217 [P. St. 6, 186] Zuſatz. Im Inſichſein „tritt nun ein verſchiedenes Maß ein, wo bei gleichem Raum ein verſchiedenes Gewicht, oder bei gleichem Gewicht ein verſchiedener Raum vorhanden iſt“ 217 . „Das ſpezifiſche Gewicht iſt eine vollkommen durchdringende Grundbe— ſtimmung der Körper“ 218 . Zu Goethes Unterſuchungen des Ba rometerſtandes 218 8, 2198, 220 H. „Die Hauptſache iſt, daß Goethe mit Recht die Veränderung der ſpezifiſchen Schwere der Erde als folder zukommen läßt“ 220 3. „Die ſpezifiſche Schwere der Erde iſt ihr Sich-als-beſtimmend⸗zeigen, und damit eben als Individualität“ 2209. Nochmalige Kritik an der gewöhnlichen Phyſik und ihrem Begriff von der ſpezifiſchen Schwere 2209, 221 § 294 [ogl. 6, 8 237] Begriff der Kohäſion 2219 (f. Kohäſion) Spezifiſche Schwere und Kohäſion 224 g (ſ. Kohäſion) Verhältnis der ſpezifiſchen Schwere und Kohäſion zu Wärme und Wärmeleitung 252 8, 253 G, 256 8, 257 g, 258 8, 259 H. Ver⸗ hältnis der ſpezifiſchen Wärme zur ſpezifiſchen Schwere 259 8, 260 0, 261 H. Die ſpezifiſche Schwere als abſtraktes Moment der 2178
9 10 15 E Schwere, Schwerkraft / Schwimmen Individualität muß dem Begriffe nach der freien Individualität vorangehen 263 g, 264 S, 265 8 (O Wärme) Einfluß des Magnetismus auf die Schwere 2818, 282 8, 285 C, 290 3 (f. Magnetismus), 216 [P. St. 6, 186] 2930 (O Kriſtall). Verhältnis der ſpezifiſchen Schwere zur Durch— ſichtigkeit 308 O, bzw. zur Brechung 308 8, 309 8 (ſ. Brechung). Bedeutung der hohen ſpezifiſchen Schwere für die Farben 325 0, 357 H. Bedeutung der ſpezifiſchen Schwere für die Hemmung der Erhellung 326 &, 327 & (O Farbe) 348 8 (O Farbenlehre), 361 (O Farbe). Überwindung der Schwere im tieriſchen Organismus 576 8, 579 8, 580 f (O Tier) Die Materie widerlegt ſchon durch die Schwere die Selbſtändig⸗ keit des Einzelnen 58 (O Seele). In das Gefühl, den Taſtſinn „fällt die Affektion der Schwere, — das heißt, — der geſuchten Einheit der für ſich beharrenden, nicht in dem Prozeß der Auf— löſung eingehenden, ſondern Widerſtand leiſtenden Körper“ 133g (O Gefühl) In der Empfindung iſt „die Identität, die als Schwere nur Trieb und Sollen ift, in die Exiſtenz getreten. In der Schwere bleibt immer noch ein Außereinander, die verſchiedenen Punkte repel— lieren einander und dieſer Eine Punkt, der die Empfindung iſt, das Inſichſein, kommt nicht hervor“ 123 (O religiöſes Verhältnis) Schwerpunkt 103 [P. St. 6, 171, 172]. „Jeder Körper hat einen Schwerpunkt, um, als Zentrum, ſein Zentrum in einem Andern zu haben“ 107 B. „Der Schwerpunkt iſt die erſte Realität des Eins der Schwere, das Streben, worin das ganze Gewicht des Körpers ſich zuſammenfaßt“ 107 H. „Jede einzelne Maſſe iſt nun ein ſolcher Körper, der nach ſeinem Zentrum, dem abſoluten Schwerpunkt, ſtrebt“ 107 @ (O Stoß) Schweſter ſ. Bruder⸗Schweſterverhältnis Schwimmen „Erkennen wollen aber, ehe man erkenne, iſt ebenſo ungereimt, als der weiſe Vorſatz jenes Scholaſtikus, ſchwimmen zu lernen, ehe er ſich ins Waſſer wage“ 54 © (O Syſtem), 125 @ (O Kritizis⸗ mus) 15, 70; 19, 555, 6571 2179
19 nm 1 DD 1 D 11 1 — 1 14 0 19 Schwimmen / Scotiſten 70 (O Religionsphiloſophie) 555 (O Kant), 657 (O Schelling) Schwindſucht Zerfließen der „wirklichkeitsloſen ſchönen Seele“ in „ſehnſüchtiger Schwindſucht“ 513 (O Böſes) Die Ironie iſt häufig alles wahren Ernſtes bar, und endet and— rerſeits „in der bloßen Sehnſüchtigkeit des Gemütes, ſtatt des wirklichen Handelns und Seins, wie Novalis z. B. eines der edleren Gemüter, welche ſich auf dieſem Standpunkte befanden, zu der Leerheit von beſtimmten Intereſſen zu dieſer Scheu vor der Wirklichkeit getrieben, und zu dieſer Schwindſucht gleichſam des Geiſtes hinaufgeſchraubt wurde“ 221 (O Kunſtſchönes) 370, 402 (O Spinoza), 422 (O Locke) Scipio 395, 396. Die Scipionen ziehen unſern Blick auf ſich. „Sittlich glücklich waren fie, wenn ſchon der größte der Scipionen äußerlich unglücklich endete, weil ſie in einem geſunden und ganzen Zuſtand ihres Vaterlandes für dasſelbe tätig waren“ 396 (O Römer) Scorel, Jan van Seine Darftellung der „ſterbenden Maria, deren Geift ſich ſchon zu den ſeligen Räumen emporhebt und noch einmal ihr ſterbendes Antlitz gleichſam zum Abſchiedskuſſe belebt“ 193 (O Indien) Seine Magie der Farbe 225 (O holländiſche Malerei) „Den Tod der Maria, in welchem ſie den Reiz der Jugend wieder⸗ erhält, hat beſonders Scorel ſchön gemalt. Der Meiſter hat hier der Jungfrau den Ausdruck des Somnambulismus, des Erſtor— benſeins, der Erſtarrung und Blindheit nach außen mit dem Aus— druck gegeben, daß der Geiſt, der dennoch durch die Züge hindurch— blickt, ſich anderwärts befindet und ſelig iſt“ 46 (O Malerei) 11, 193] Scotiſten 182 2180
10 19 13 2 11 6 Scott / Seele Scott, Sir Walter 430 8 (O Weltgeſchichte) Search, Eduard Ein engliſcher Moralphiloſoph 504 (O ſchottiſche Philoſophie) Sebalduskirche Sebalduskirche zu Nürnberg 341 (O romantiſche Architektur), 463 (O criſtliche Skulptur) Seehandel 321 (O Polizei) 487 (O Mittelalter) Seele (Leib — Seele, Pſyche, Pſychologie, ſchöne Seele, Unſterb— lichkeit) Charakteriſtik der Sprache als „die als Seele exiſtierende Seele“ 542 (O Kunſtreligion) Rückblick auf die beobachtende Vernunft und ihr Urteil, „daß das Sein des Ich ein Ding iſt“, ein Seelending 604 (O Philofophie) Auffaſſung der Seele in der „rationellen Pſychologie“ 271 (ſ. Pſy— chologie), 621 (ſ. Leib — Seele) „Wenn bei der bloßen Vorſtellung des Ich ſtehen geblieben wird, wie ſie unſerem gewöhnlichen Bewußtſein vorſchwebt, ſo iſt Ich nur das einfache Ding, welches auch Seele genannt wird, dem der Begriff als ein Beſitz oder Eigenſchaft inhäriert“ 16, 17, 270. Der Materialismus nimmt „die Subſtanz der Seele als ein Zu— ſammengeſetztes“ 55 (O Begriff) Die Seele iſt allgegenwärtig in die Mannigfaltigkeit des Lebens ausgegoſſen, „und bleibt zugleich ſchlechthin das einfache Einsſein des konkreten Begriffs mit ſich ſelbſt“ 247 (O Leben) Verfahren der alten Metaphyſik des Geiſtes, oder wie man ſonſt mehr geſprochen hat, der Seele 263, 264 (O Erkennen), 264—269 (ſ. Kant). Zur rationalen oder empiriſchen Seelenlehre 270 (O Erkennen) Die Seele als Gegenſtand der alten Metaphyſik 39 [P. St. 8, 104] (O Logif) 2181
O Seele „Die Seele“ 231—245 [P. St. 10, 52—254 f. u.] (O Geiſt) SS 308310 [P. St. 10, 88 388—390, etwas verändert, erweitert, f. u.] 231—234 [P. St. 10, 52—62 f. u.] a) „Die Naturbeſtimmtheit der Seele“ 234—237, 233 [P. St. 10, 62—155] $ 311 Der Geiſt als abſtrakte Naturſeele iſt das einfache ſide— riſche und terreſtriſche Leben. q) Er iſt als dies allgemeine Weſen die innere Idee und hat ſeine Wirklichkeit an der hinter ihm liegenden Außerlichkeit der Natur 2348 Ss 312—314 [P. St. 10, SS 393—395, wenig verändert, ſ. u.] 234—235 [P. St. 10, 70—93 f. u.] § 315 (vgl. 10, $ 398) 6) „Das unmittelbare Urteil iſt das Er⸗ wachen der einzelnen Seele“ 235 (vgl. 10, 109) $ 316 [P. St. 10, § 398, z. T. wörtlich, ſ. u.] 235 [P. St. 10, 109 bis 110 f. u.] § 317 (vgl. 10, § 396 f. u.) Der natürliche Verlauſ der Lebens» alter 236 [P. St. 10, 93—94] § 318 (vgl. 10, S 399 und § 401 ſ. Empfindung) 236—237 (f. Empfindung) b) „Gegenſatz der ſubjektiven Seele gegen ihre Subſtantialität“ 237—243 [P. St. 10, 155—245 f. u.] § 319 (vgl. 10, $ 404) Die erſte Reflexion der Seele in ſich iſt zugleich Neſlexion-in-Anderes; fie ſteht zunächſt nur im Ber: hältnis zu ihrer Naturbeſtimmtheit 237 § 320 9 (vgl. 10, SS 405, 406) „Das Subjekt iſt a) in abſtraktem allgemeinem Verhältnis zu ſeinem Naturleben“. Die Seele iſt „bloß ſormelles Fürſichſein, das Ahnden und Träumen ihres all— gemeinern Naturlebens, das Fühlen des Naturgeiſtes“ 237—239 (vgl. 10, 155—245). Das magiſche Verhältnis, Somnambulismus und tieriſcher Magnetismus, der Traum 238, 239 (vgl. 10, 159, 164, 168) $ 3210 (vgl. 10, SS 407, 408 f. Selbſtgefühl) ;) Die ſubjektive Seele bricht als ſolche die unmittelbare, ſubſtantielle Identität des Verhältniſſes mit ihrem beſondern natürlichen Sein. „Ihre Entgegenſetzung, aber als eine Identität zugleich, iſt ein Ver⸗ hältnis des Widerſpruchs; — ein Zuſtand der Zerrüttung“, der Verrücktheit 239 [P. St. 10, 205]. Es ift dies ein unwahres Berhältnis und der Geiſt wird auf dieſer Stufe des Verhältniſſes als ein Ding beſtimmt 239, 240 (vgl. 10, 205). Verdienſt Kants die 2182
Seele .. ̃ ̃ ⁵—A—̃—— ——. — —— Metaphyſik von dem Geiſte als Ding befreit zu haben 240 8, 2418. Die Verſchiedenheiten der Verrücktheit 241 (vgl. 10, 204 bis 234 |. Krankheit), die Zerſtreutheit 241 [P. St. 10, 221], die Bosheit 2418, 242 O; die pſfychiſche Behandlung 242 [10, 206 ſ. Krankheit) § 322 0 y) „Die Seele iſt jedoch als der für ſich allgemeine Be⸗ griff die Subſtantialität, die übergreifende Macht und das Schick⸗ ſal der andern Wirklichkeit, die weſentlich ihre eigene Unmittel⸗ barkeit iſt“ 242 8 § 323 9 Dieſes Verhältnis zu ihrer Leiblichkeit kann kein feind⸗ liches fein 242 G 8 324 0 Die Tätigkeit der Seele gegen den Leib geht dahin „als allgemeine durchdringende Seele in ihrem Leibe für ſich, Subjekt in demſelben als dem Prädikate zu fein“ 242 0 § 325 O (vgl. 10, 8 410 f. Gewohnheit) „Sie bildet ſich alſo in den Körper, den ſie von Natur hat, ein“ 243 H. Die Gewohnheit 243 (vgl. 10, 234, 238 f. Gewohnheit), die Geſchicklichkeit 243 (vgl. 10, 237) c) „Die Wirklichkeit der Seele“ 243—245 [P. St. 10, 245— 254 f. u.] 88 326—328 [P. St. 10, 88 411-412, zum Teil verändert, ſ. u.] 243—245 [P. St. 10, 245— 254 f. u.] Die rationelle Pſychologie faßte die Seele als Ding 107—108 [P. St. 6, 40] (ſ. Logik), 104 [P. St. 6, 39] Heute „wird in der Philoſophie wenig von der Seele geſprochen, ſondern vornehm⸗ lich vom Geiſt. Der Geiſt unterſcheidet ſich von der Seele, welche gleichſam das Mittlere zwiſchen der Leiblichkeit und dem Geiſt, oder das Land zwiſchen beiden iſt. Der Geiſt als Seele iſt in die Leiblichkeit verſenkt und die Seele iſt das Belebende des Kör⸗ pers“ 108 @ (O Logik) Kants Kritik an der Auffaſſung der Seele, wie fie die alte Meta⸗ phyſik pflegte 137 0 (I. Kritizismus) „Es ſind Millionen Punkte, in denen überall die Seele gegen: wärtig iſt; aber doch iſt ſie nicht an einem Punkte, weil das Außereinander des Raums eben keine Wahrheit für ſie hat“ 577 O, 6418 (O Tier). Ariſtoteles ſpricht „von drei Seelen, der vegetabiliſchen, tieriſchen und menſchlichen, als den drei Beſtim⸗ mungen der Entwickelung des Begriffs“ 582 (O Tier) 2183
10 Seele Die Bücher des Ariſtoteles über die Seele 128 Der ſubjektive Geiſt als an ſich oder unmittelbar iſt Seele oder Naturgeiſt; — Gegenſtand der Anthropologie 46 [P. St. 6, 231], 49 C. Die Seele iſt die erſte der drei Hauptformen des ſubjektiven Geiſtes 48 0, fie iſt die „Form der abſtrakten Allgemeinheit“ 48 8, 52 [P. St. 6, 231232] (O Geiſt) „Die Seele“ 49, 52—254 (6, 231—245 (O Geift) § 388 [P. St. 6, § 308, wenig verändert] „Der Geiſt iſt als die Wahrheit der Natur geworden“ 52 [P. St. 6, 231]. Der gewor⸗ dene Geiſt ſetzt ſich als einfache Allgemeinheit voraus, „in welcher er Seele, noch nicht Geiſt iſt“ 52 (vgl. 6, 232) 8 389 [P. St. 6, $ 309, etwas verändert] Die Seele „iſt die Gubſtanz, die abſolute Grundlage aller Beſonderung und Vereinze— lung des Geiſtes“, „der paſſive „oßs des Ariſtoteles, welcher der Möglichkeit nach Alles iſt“ 52 [P. St. 6, 232], 53 H, 55 H, 620. Zur Frage der Immaterialität der Seele und zur Frage „nach der Gemeinſchaft der Seele und des Körpers“ 53, 54 [P. St. 6, 232, 233], 56 ©, 59 8 (f. Leib — Seele) Zuſatz. Beſtimmung der Seele als Einheit des Denkens und Seins. In der perſiſchen Religion war das Licht ſchon ſolche Ein— heit. Spinozas beſtimmtere Faſſung dieſer Einheit 55 B. Mangel der Philoſophie Spinozas, Mangel des Nus des Anaxagoras 55 0. Der Pantheismus überhaupt 55 8, 568 (. Pantheismus). Die Reflexion aber kommt zu Gegenſätzen, hält an dem Gegen⸗ ſatz von Seele und Leib als an einem Materiellen und Immate— riellen feſt 56 8, 57 0, 58 H. Stellung der alten Metaphyſik zur Seele 56 8,572 (ſ. Metaphyfit); Leibniz 57 @ (f. Leibniz) Kritik der ſpekulativen Logik an der bloß reflektierenden Betrachtungsweiſe 57 g. Auch die Materie, ihre Außerlichkeit, Ver⸗ einzelung, Vielheit wird als feſte Beſtimmung angeſehen 57 g, 58 H. Die Naturphiloſophie offenbart uns in ihrer Entwicklung der Natur, wie das Außereinander der Materie aufgehoben wird 58 0. Hervortreten der Seele „als die Idealität alles Materiellen, als alle Immaterialität“ 58 g. Berechtigung des Gegenſatzes von Seele und Körper und ſeine Überwindung 58 8, 59 Z. Kritik und Würdigung der Auffaſſung des Materialismus, der das Denken als ein Reſultat des Materiellen darſtellt 59 8, 60 $ 390 [P. St. 6, 8 310, etwas erweitert] Die Seele als „die nur ſeiende, natürliche Seele“ 60 [P. St. 6, 233], 49 8, 62—155 2184
10 Seele K! ͤ ee en Den ͤ =. Eee [P. St. 6, 234—237] (f. u.). Die Seele als die „fühlende”, abſtrakt für ſich ſeiende 60 [P. St. 6, 233], 49 , 155— 204 [P. St. 6, 237 bis 243] (ſ. u.). Die „wirkliche Seele“ 60 [P. St. 6, 233], 49 g, 245—254 [P. St. 243— 245] (f. u.). Rückblick auf die natürliche und auf die fühlende Seele 246 g, 247 Zuſatz. Der erſte Abſchnitt über die nur ſeiende, natürliche Seele zerfällt wieder in drei Teile: Die Seele als bloßes einfaches Pulſieren 60 O. „Das Erſte find daher hier die ganz allgemeinen qualitativen Beſtimmungen der Seele“ 618, 49 8, 63—93 g, 148 C. Das Zweite ift das Zerſpringen der Naturſeele „in eine unendliche Menge von individuellen Seelen“ 61 8. Zurücknahme der im erſten Abſchnitt betrachteten außereinanderfallenden all— gemeinen Qualitäten in die Einheit der einzelnen Menſchenſeele 618, 49 8, 93-94 g, 149 g. Ihre Veränderungen im Verlauf der Lebensalter 618, 95—109 (f. Lebensalter). Ihr natürliches Erwachen aus dem Zuſtande des Schlafs 62 8, 109—119 f (ſ. u.). Fortgang zur Empfindung 628, 49 8, 119—155 8 (f. Empfindung) a) „Die natürliche Seele“ 49, 60 [P. St. 6, 233], 62 bis 155 [P. St. 6, 234—237] § 391 „Die allgemeine Seele muß nicht als Weltſeele gleichſam als ein Subjekt fixiert werden“. Sie iſt bloß „die allgemeine Sub⸗ ſtanz“ 62 g, 52, „ſeiende Seele“ 62. Ihre Naturbeſtimmtheiten find natürliche Qualitäten 63 @ Zuſatz. Faſſung der Seele als Mikrokosmos 63g, 64 © a) „Natürliche Qualitäten“ 499, 618, 63—93 g, 148 @ 8 3928 1) „Der Geiſt lebt in feiner Subſtanz, der natürlichen Seele, das allgemeine planetariſche Leben mit, den Unterſchied der Klimate, den Wechſel der Jahreszeiten, der Tageszeiten“ 63g, 64 H. „Das Tier lebt weſentlich in dieſer Sympathie“ 63 S. „Die Weltgeſchichte hängt nicht mit Revolutionen im Sonnenſyſteme zuſammen“ 64 Zuſatz. Der Zuſammenhang des allgemeinen Naturlebens mit dem Leben der Seele darf nicht überſchätzt werden 64 . „Das allgemeine Naturleben iſt nun erſtens das Leben des Sonnen— ſyſtems überhaupt, und zweitens das Leben der Erde, in welchem jenes Leben eine individuelle Form erhält“ 65 g. Beziehung der Seele zum Sonnenſyſtem. Die Aſtrologie 658, 66 @ (s. Aſtro⸗ logie). Beziehung der Seele zu den eigentlich terreſtriſchen Ver— 2185
Seele 10 hältniffen 66 H. Sie iſt, ebenſo wie der Zuſammenhang der Epochen in den Evolutionen der Erde mit den Epochen der menſch— lichen Geſchichte, zu verwerfen 66 ©, 67 g. Bedeutung der Jahres⸗ und Tageszeiten für den Menſchen 66 8, 670. Rolle des Klimas 68 Z. Abhängigkeit der Griechen und Römer von Naturerſchei⸗ nungen 68 S, 69 S, 70 § 393 [P. St. 6, $ 312, wenig verändert] 2) Das allgemeine planetariſche Leben des Naturgeiſtes zerfällt in die beſonderen Na⸗ turgeiſter, in die Raffenverfchiedenheiten 70 [P. St. 6, 234], 49 g, 610 Zuſatz. Die Frage, „ob alle menſchlichen Raſſen von Einem Paare oder von mehreren ausgegangen ſeien“ iſt philoſophiſch ganz be⸗ deutungslos 708, 71@. Der Zuſammenhang des Unterſchieds der Menſchenraſſen mit den geographiſchen Unterſchieden des Bodens 718, 70 g. Die Alte und die Neue Welt, Amerika, Afrika, Aſien 712, 72 8, Europa 72 9. Die Raſſenverſchiedenheiten des Menſchengeſchlechts in phyſiſcher und geiftiger Beziehung 72 © bis 78 G (ſ. Raſſenunterſchiede) $ 394 [P. St. 6, $ 313, wenig verändert] Charakteriſtik der Lokal⸗ geiſter, der Volksgeiſter, des Typus der beſonderen Nationen 78 [P. St. 6, 234, 235], 79 & Zuſatz: Die Volksgeiſter 79—87 & (ſ. Volksgeiſt) 8 395 [P. St. 6, 8 314, faſt wörtlich! 3) Das Leben des Natur— geiſtes, die Seele, vereinzelt ſich „zum individuellen Subjekte“, aber nur „als Vereinzelung der Naturbeſtimmtheit“ 87,88 [P. St. 6, 235], als „der Modus des verſchiedenen Temperaments, Ta⸗ lents, Charakters“ 88 [P. St. 6, 235] Zuſatz. „Das Dritte iſt, daß der Naturgeiſt zu ſeiner Vereinzelung fortſchreitet, und als individuelle Seele ſich ſelber ſich entgegen⸗ ſetzt“ 88 Z. Beginn der Zufälligkeit 88 O. Erziehung 88 8 (ſ. d. Art.). Das Naturell, Temperament, der Charakter, der Eigenſinn 89—93 9 (ſ. d. Art.). Die Gründe, weshalb Naturell, Temperament und Charakter gerade die drei Formen der individuellen Seele find 92 8, 938 6) „Natürliche Veränderungen“ 498, 618, 93-119 [P. St. 6, 235, 236] § 396 8 [vgl. 6, $ 317] Die Entwicklungsmomente der Seele als Individuum 93 . 1) Der natürliche Verlauf der Lebensalter 93 bis 94 [P. St. 6, 236], 93—109 2 (f. Lebensalter) 2186
Seele 10 § 397 8 2) Das Geſchlechtsverhältnis als „das Moment des reellen Gegenſatzes des Individuums gegen ſich ſelbſt, ſo daß es ſich in einem andern Individuum ſucht und findet“ 109 8, 62 g. Es „erlangt in der Familie ſeine geiſtige und ſittliche Bedeutung und Beſtimmung“ 109 8 § 398 [P. St. 6, SS 315, 316, zum Teil wörtlich] 3) „Das Unterſcheiden der Individualität als für-ſich⸗ſeiender gegen ſich als nur ſeiende, als unmittelbares Urteil iſt das Erwachen der Seele“ 109 ſogl. 6, 235], 62 8, 122 H. Der Schlaf 110 [P. St. 6, 235], 110 g (ſ. Schlaf) Zuſatz. Charakteriſtik des Wachens als „Einheit der beiden Be— ziehungen, welche einerſeits in der den Verlauf der Lebensalter hervorbringenden Entwicklung, andererſeits im Geſchlechtsver— hältnis, zwiſchen der Einzelnheit und der ſubſtantiellen Allge— meinheit oder der Gattung des Menſchen ſtattfinden“ 112 g. Schlafen und Wachen 114—119 2 (ſ. Schlaf) ) „Empfindung“ 49, 62, 119—155 f (. Empfindung) b) „Die fühlende Seele“ 49, 60 [P. St. 6, 233], 155 bis 204 [P. St. 6, 237—243] $ 403 8 „Das fühlende Individuum iſt die einfache Idealität, Subjektivität des Empfindens“, „innerliche Individualität“ 155 & (f. Idealität). „Einfache Innerlichkeit“ 156. „Hier iſt dieſe Einfachheit der Seele zunächſt als fühlende, in der die Leiblichkeit enthalten iſt, gegen die Vorſtellung dieſer Leiblichkeit als einer außereinander und außer der Seele ſeienden Materialität, feſt⸗ zuhalten“ 156 Z. „Empfindend iſt fie unmittelbar beſtimmt, alſo natürlich und leiblich“ 156 9. „Allgegenwärtige Einheit“ 156 g, 157 8 S 404 (vgl. 6, 8 319) „Als individuell iſt die Seele ausſchließend überhaupt und den Unterſchied in fi) ſetzend“. „Sie iſt in dieſem Urteile Subjekt überhaupt, ihr Objekt iſt ihre Subſtanz, welche zugleich ihr Prädikat iſt“ 157 C. Krankheiten der fühlenden Seele 156 8, 157 [P. St. 6, 238] (ſ. Krankheit), 160 B, 168 © a) „Die fühlende Seele in ihrer Unmittelbar: keit“ 157—204 8, 154 2 (ſ. Empfindung) 8 405 (vgl. 6, $ 320) aa) „Die fühlende Individualität iſt zwar ein monadiſches Individuum, aber als unmittelbar noch nicht als Es ſelbſt, nicht in ſich reflektiertes Subjekt und darum paſſiv“ 157 O, 158 @. Die ſelbſtiſche Individualität iſt ein vom Indivi⸗ 2187
Seele duum verſchiedenes Subjekt, fein Genius 158@, 159 8, 160 g. Die Mutter als Genius des Kindes 158 8, 1648, 165—167 (f. Mutter — Kind). Das magiſche Verhältnis zwiſchen Mutter und Kind, zwiſchen Freunden 159 (vgl. 6, 238). Charakteriſtik des „Gefühls⸗Seins“ als „in ſich vollkommen beſtimmte Seele“ 159 8, 160 & Zuſatz. „Das gefunde, verftändige Bewußtſein einerfeits, das Träumen und Ahnen andererſeits“ können auf der erſten Entwicklungsſtufe der fühlenden Seele mehr oder weniger „hſich durch— einanderziehend exiſtieren“ 160 C, 1618, können ſich vermiſchen 1618. Dieſe unbefangene Beziehung kann „das magiſche Ver— hältnis der fühlenden Seele genannt werden“ 1618. Die Magie 161-163 & (ſ. Magie) Erſcheinung des Magiſchen in der Sphäre der Anthropologie 163-204 Seine erſte Form „kann als die formelle Subjektivität des Lebens bezeichnet werden“ 163 8, 174 8, als „unterſchiedsloſe Einfach— heit“ 163 g. Es kann „nicht einmal von einem Verhältniſſe zweier ſelbſtändigen Perſönlichkeiten zu einander die Rede fein” 164 B Die dreierlei Zuſtände dieſer erſten Form ſind: 1. „Das Träumen“ 164 [vgl. 6, 238], 164 165 8 (ſ. Traum), 174 2. „Das Kind im Mutterleib“ 1648, 158 8, 165—167 Q (ſ. Mutter — Kind), 174 3. „Das Verhältnis des Individuums zu feinem Genius“ 164 8, 167—168 8 (f. Genius), 1748 § 406 0 Der magnetiſche Somnambulismus 157 g, 160 8, 168 bis 174 logl. 6, 238] (ſ. Somnambulismus) Zuſatz. Die zweite Form des Magiſchen kann „die reale Subjekti⸗ vität der fühlenden Seele“ genannt werden 174 Z. „Real nennen wir dieſe Subjektivität, weil hier .. . ein wirklich zwieſaches, ſeine beiden Seiten zu eigentümlichem Daſein entlaſſendes Seelenleben hervortritt“ 174 8. Die erſte Seite iſt „das unvermittelte Ver— hältnis der fühlenden Seele zu deren individueller Welt und ſub⸗ ſtantieller Wirklichkeit; die zweite Seite dagegen iſt die vermittelte Beziehung der Seele zu ihrer in objektivem Zuſammenhange ſtehenden Welt“ 174 J. „Daß dieſe beiden Seiten auseinander— treten, zu gegenſeitiger Selbſtändigkeit gelangen, — dies muß als Krankheit bezeichnet werden“ 1749. Im Seelenleben entſteht 2188
Seele 10 Krankheit, „wenn das bloß Seelenhafte des Organismus, von der Gewalt des geiſtigen Bewußtſeins unabhängig werdend, ſich die Funktion des letzteren anmaßt .. .“ 175 C. Verknüpfung der ſee⸗ liſchen Krankheit mit leiblicher 1758 Hauptformen ſolcher Krankheit ſind Schlafwandeln, Katalepſie, die Entwicklungsperiode der weiblichen Jugend, der Zuſtand der Schwangerſchaft, Veitstanz, Todesnähe, animaliſcher Magnetis⸗ mus 1768 Hauptformen, in welchen „ein Außereinandertreten des Seelen— haften und des objektiven Bewußtſeins ſich zeigt“ 176—204 g 1. Die Metall⸗ und Waſſerfühler 177—178 . Amoretti hierüber 177 C. Die Wünſchelrute 177 8, 1780. „Die Empfindung des Menſchen ift immer das hauptſächlich Beſtimmende“ dabei 1788 2. Der in der Herzgrube tätige Gemeinſinn in der Katalepſie 1798, 1768 und beim Schlafwandeln 1798, 176 g. Das er— löſchende Geſicht iſt durch den Gefühlsfinn vertreten 179 g. Irr: tum der Schlafwandler 180 g. Das Fernſehen 180 3. Die Viſionen „von etwas nicht ſinnlich Nahem, ſondern im Raum oder in der Zeit Fernem, von etwas Zukünftigem oder Vergangenem“ 1818, 182 g. Unterſcheidung der ſubjektiven Vi— ſionen von ſolchen, „die etwas Wirkliches zu ihrem Inhalt haben“ 181—190 & (f. Viſion) 4. „Das hellſehende Erkennen eines fremden Seelen- und Adrperzuſtandes“, beſonders im magnetiſchen Somnambulismus 190 8 5. Die Erſcheinung, „daß das ſchauende Subjekt nicht bloß von, ſondern in einem anderen Subjekte weiß, ſchaut und fühlt“ 190 O. Es empfindet alle Begebniſſe des anderen Individuums unmittelbar mit 190 . Beifpiele 190 8, 191 Allen fünf Erſcheinungen des ſchauenden Wiſſens iſt die Beſtim⸗ mung gemeinſam, „daß ſie ſich immer auf die individuelle Welt der fühlenden Seele beziehen“ 191 Werden ſie abſichtlich hervorgerufen, ſo bilden ſie den eigentlichen animaliſchen Magnetismus 191—204 © (ſ. Somnambulismus) „Selbſtgefühl“ 204—234 © (f. Selbſtge fühl) „Die Gewohnheit“ 234— 245 (ſ. Gewohnheit) c) „Die wirkliche Seele“ 49 8, 60 [P. St. 6, 233], 245 bis 254 0 [P. St. 6, 243—245 8 411 [P. St. 6, $ 326, wenig verändert] „Die Seele iſt in ihrer 2189
10 1 — Seele durchgebildeten und ſich zu eigen gemachten Leiblichkeit als ein⸗ zelnes Subjekt für ſich, und die Leiblichkeit ift fo die Außerlich⸗ keit als Prädikat, in welchem das Subjekt ſich nur auf ſich be⸗ zieht“ 245 [P. St. 6, 243]. Die menſchliche Geſtalt iſt für den Geiſt nur die erſte Erſcheinung, „die Sprache dagegen fein voll: kommener Ausdruck“ 246 . Die Phyſiognomik darf nicht über⸗ ſchätzt werden 246 [P. St. 6, 244], 252 Zuſatz. Die wirkliche Seele bildet den dritten und letzten Haupt— abſchnitt der Anthropologie 246 9. Rückblick auf das Bisherige: die ſeiende, die fühlende und jetzt wirkliche Seele 247 Z. Den Übergang zur letzten Entwicklungsſtufe macht der betrachtete Be— griff der Gewohnheit 2478 Die mit Freiheit geſchehenen Verleiblichungen ſind der geiſtige Ausdruck des Geſichts, die Haltung des Körpers, der aufrechte Gang, die Hand als „Werkzeug der Werkzeuge“ 248 g, 247 g, die Gebärde 249—251 9 (ſ. Gebärde). Lavater 2528 § 412 [P. St. 6, SS. 327, 328] „Die wirkliche Seele in der Ge— wohnheit des Empfindens und ihres konkreten Selbſtgefühls iſt an ſich die für-ſich⸗ſeiende Idealität ihrer Beſtimmtheiten, in ihrer Außerlichkeit erinnert in ſich und unendliche Beziehung auf ſich“ 252 O. Die Seele iſt Denken und Subjekt für ſich, ſchließt eine ihr äußere Welt von ſich aus und bezieht ſich darauf, — das Bewußt— fein 253 [P. St. 6, 245] Zuſatz. Die Hineinbildung der Seele in ihre Leiblichkeit iſt keine abſolute 253 H. Sie wirft die fie beſchränkende Leiblichkeit als ein ihr Fremdes aus ſich hinaus. „Durch dieſe Reflexion-in⸗ſich vollendet der Geiſt ſeine Befreiung von der Form des Seins, gibt er ſich die Form des Weſens, und wird zum Ich“ 253 g. Dies iſt „ein Erwachen höherer Art, als das auf das bloße Empfinden des Einzelnen beſchränkte natürliche Erwachen“ 254 g. Die Seele iſt dahin gekommen, „das im Ich vorhandene, ſich auf ſich ſelber beziehende, individuell beſtimmte Allgemeine, eine von der Leib— lichkeit befreite für⸗ſich⸗ſeiende abſtrakte Totalität zu fein” 2548, 253 0 (O Geift) Abgrenzung des Geiſtes von der Seele 294 [P. St. 6, 257], 296 O, 299 g, 305 8, 3100 (0 Geift), 314 [P. St. 6, 263] (O Anſchauung) „Die Seele iſt nur, inſofern ſie als Syſtem ihrer Glieder iſt, welche in ihre einfache Einheit ſich zuſammennehmend die Seele produzieren“ 88 (0 Religion) 2190
11 12 13 15 16 Geele a nd 283. Die Agypter find die erften geweſen, welche den Gedanken ausgeſprochen, „daß die Seele des Menſchen unſterblich ſei“ 285, 286. Doch wurde ſie vorerſt „als ein Atom, d. h. als ein konkret Partikulariſiertes gewußt“ 286 (O Agypten) 170, 171 (f. Leib — Seele). Die Seele iſt die Totalität des Be⸗ griffs 171. „Die Seele iſt die in ihrem Negieren ebenfo affirma— tive Idealität“ 173. „In der Empfindung und deren Ausdruck zeigt ſich die Seele als Seele. Denn für ſie hat das bloße Neben⸗ einanderſtehen der Glieder keine Wahrheit, und die Vielheit der räumlichen Formen iſt für ihre ſubjektive Idealität nicht vor⸗ handen“ 179, 180. „Im Natürlichen kann ſich die Seele als ſolche noch nicht erkennbar machen, weil die ſubjektive Einheit in ihrer Idealität noch nicht für ſich ſelbſt geworden iſt“ 182 Die Seele im Kunſtſchönen 213—215 (ſ. Kunſtſchönes), 218 524 (f. Geſtalt) 56 (f. Platon). Geiſt und Seele find weſentlich zu unterſcheiden. „Denn die Seele iſt nur dieſes ideelle einfache Fürſichſein des Leiblichen als Leiblichen, der Geiſt aber das Fürſichſein des be⸗ wußten und ſelbſtbewußten Lebens mit allen Empfindungen, Vorſtellungen und Zwecken dieſes bewußten Daſeins“ 370, 371 „Das iſt die eigene Beſtimmung der Natur, daß ſie ſich aufopfert, verbrennt, ſo daß aus dieſem Brandopfer die Pſyche hervorbricht und die Idee ſich in ihr eigenes Element, in ihren eigenen Ather ſich erhebt“ 122 225 (O Glaube). „Der Menſch iſt Geiſt und ſein Geiſt beſtimmt ſich als Seele, als dieſe Einheit des Lebendigen“ 405 (O Bud— dhaismus) 5 (O beſtimmte Religion). In der jüdiſchen Religion hat „der Menſch noch keinen innern Raum, keine innere Ausdehnung oder eine Seele von dem Umfange, die in ſich befriedigt ſein wollte, ſondern die Erfüllung und Realität derſelben iſt das Zeitliche“ 86 (O jüdiſche Religion) Im Stoizismus ſenkt ſich die Seele in ihre Tiefe, in ihren ganzen Abgrund. „Dieſe Seele iſt die unentwickelte Monade, die nackte Monade, die leere, erfüllungsloſe Seele“; das „Ich, die Seele in ihrer Tiefe, und die reale Seite ſind voneinander un terſchieden“ 274 (O criſtliche Religion) 2191
Seele / Seelenwanderung 16 285. Die Seele als Zweck im teleologiſchen Gottesbeweis 525, 526, 530, 531. „Die Seele iſt das bloß Lebendige in dem Organiſchen, ſie iſt nicht ein vom Körper Abgeſondertes, Materielles, ſondern ſie iſt die durchdringende Lebenskraft desſelben“ 531. „Der Be⸗ griff iſt die Seele, der Zweck eines Gegenſtandes, des Lebendigen; was wir Seele heißen, iſt der Begriff“ 544 (O Gottesbeweiſe) Auffaſſung der Seele im Sankhyaſyſtem 167, 168, 176, 177 (. Sankhyaſyſtem), im Syſtem des Gotama, das Nyaya genannt wird 179 (O Nyaya) Faſſung der Seele bei Thales 223, 224 (O Thales), bei Anaxi⸗ menes 232 (O Anapimenes), bei den Pythagoreern 284—289 (J. Pythagoras), bei Heraklit 356, 358, 359 (O Heraklit), bei Em⸗ pedokles 377 (O Empedokles), bei Demokrit 395 (O Demokrit), bei Anaxagoras 410, 413 (O0 Anaxagoras) 18 Platons Vorſtellung von der Seele 186, 190, 202, 203, 205, 206, 207, 208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 251, 255, 256, 257, 258, 260, 261, 262 (ſ. Platon) Ariſtoteles' Lehre von der Seele 326, 337, 351, 368, 369, 395 (. Ariſtoteles) Epikurs Vorſtellung von der Seele 499, 500 (ſ. Epikur) 19 Plotin über die Seele 56, 57, 61 (f. Plotin). Proklus 80, 81 (O Proklos) Seelenführer 11 Der Seelenführer Merkur 33 (0 Geſchichtsſchreiber) Die welt: hiſtoriſchen Individuen ſind die Seelenführer 61 (O Geſchichts⸗ philoſophie) Seelenwanderung 112 (O Weltgeſchichte). Die Vorſtellung der Seelenwanderung bei den Agyptern 286. Ariſtoteles über dieſe Vorſtellung 286. „Py⸗ thagoras hat die Seelenwanderung in ſeine Lehre mit aufge— nommen; fie hat aber wenig Beifall bei den Griechen, die ſich an ee hielten, finden können“ 286 (O Agypten) [17, 287, 12 118 (O Idee) 13 Die Metamorphoſen bei den Griechen find „nicht als Seelen— wanderung im ägyptiſchen Sinne zu deuten, denn dieſe iſt eine 2192 1 .ı 1 —
13 1 a 17 18 1 — 12 Seelenwanderung / Sehnſucht Wanderung ohne Schuld, und wird, wenn der Menſch zum Vieh wird, im Gegenteil als eine Erhöhung angeſehen“ 31 (O klaſſiſche Kunſtform) Zur ägyptiſchen Vorſtellung der Seelenwanderung 291 (O ſym⸗ boliſche Architektur) Die Vorſtellung der Seelenwanderung „begründet ſich darauf, daß der Geiſt des Menſchen ein Dauerndes überhaupt iſt, daß er aber zu ſeiner Exiſtenz in der Dauer einer Leiblichkeit bedarf, und in— ſofern dieſe nun nicht Menſch iſt, er einer andern bedarf, und dieſe nächſtverwandte iſt dann das Tier“ 316 (O Zauberei). In die Lehre des Foe, Buddha tritt die Vorſtellung der Seelenwande— rung ein 414, 415. „Die Seelenwanderung iſt nun, daß die Seele noch beharrt nach dem Tode, aber in einer andern, ſinnlichen Weiſe. Weil die Seele noch abftraft gefaßt wird als Inſichſein, ſo iſt dieſe Geſtaltung gleichgültig“, zufällig. „Menſch, Tier, die ganze Welt der Lebendigkeit wird zum bunten Kleide der farb— loſen Individualität“ 415 (O Buddhaismus), 416, 417 249. Die Beſtimmung der Seelenwanderung bei den Pythagoreern 286, 287, 288. Die Griechen ſelbſt hatten kein Verhältnis zu die— ſem Glauben 287, 288 [11, 286] (O Pythagoras) 408 (O Anaxagoras) 206 (O Plato) Sehnſucht Vergleich des Prinzips des Jacobiſchen Philoſophierens mit der ſubjektiven Schönheit des Proteſtantismus und ihrer Sehnſucht, „die, obſchon ſie mit ihrem ewigen Objekt ſich nicht vereinigen kann, darin, daß ihr Objekt wahrhaft und ohne im Hinterhalte etwas Eigenes für ſich behalten zu wollen das Ewige iſt, ihre Schönheit und ihren unendlichen Genuß hat“ 387, 388, 389, 390, 391 (ſ. Jacobi), 392, 393 (O Fichte) Die Sehnſucht in der römiſchen Welt 409, 412. Im jüdiſchen Volk iſt „unendliche Energie der Sehnſucht“ 414 (O0 Chriſtentum) Der modernen Ironie geſellt ſich oft, z. B. in Novalis, eine Sehn— ſucht bei, „welche ſich zum wirklichen Handeln und Produzieren nicht herablaſſen will, weil ſie ſich durch die Berührung mit der Endlichkeit zu verunreinigen fürchtet, obſchon ſie ebenſoſehr das Glockner, Hegel-Lexikon 138 2193
Sehnſucht / Sein 12 Gefühl des Mangels dieſer Abſtraktion in ſich hat“ 221 (O Kunſt⸗ ſchönes) [19, 644] 13 „Der richtige göttliche Sinn der Griechen hat das Hinausgehen ins Weite und Unbeſtimmte nicht nach Art der modernen Sehn— ſucht als ein Höchſtes für den Menſchen, ſondern als eine Ver⸗ dammnis angeſehen und in den Tartarus verwieſen“ 55 (O grie⸗ chiſche Götter) 14 Zur Freiheit des geiſtigen Gehalts von Petrarcas Poeſte. „Es iſt 16 19 89 — = nicht der wirkliche Beſitz ihres Gegenſtandes, nach welchem die Sehnſucht des Herzens ringt.“ Es iſt „eine Sehnſucht, die ſich als Sehnſucht befriedigt“ 107 (O italieniſche Malerei) In der neueren „romantiſchen Poeſie“ trifft man oft auf ſchlechte Sehnſüchtigkeit und Schön tuerei“ 202 (O Muftt) Erfüllt mit Sehnſucht iſt das religiöſe Ich unbefriedigt in fi; „aber dieſe Sehnſucht ift die Sehnſucht der Religion: es iſt ſomit darin befriedigt, dieſe Sehnſucht in ſich zu haben; in der Sehn⸗ ſucht hat es das ſubjektive Bewußtſein ſeiner, und ſeiner als des religiöſen Selbſt“ 389 (O Gefühl) In Fichtes Philoſophie iſt das Letzte in Anſehung des Praktiſchen ſo, „daß die Tätigkeit des Ich ein Sehnen, Streben iſt“ 633, 634 (O Fichte) Zur Sehnſucht der ſchönen Seele 644 (. ſchöne Seele) Seihks ſ. Sikh Sein (Daſein) Das Sein der Natur 137 (O Fichte) Das „Wiſſen des Unmittelbaren oder Seienden“ 81 (ſ. Bewußt⸗ ſein) Die Carteſiſche Metaphyſik, „daß an ſich Sein und Denken dasſelbe iſt“ 445 (f. Aufklärung) In der offenbaren Religion vollbringt dieſer einzelne Menſch „an ihm als Einzelnem die Bewegung des ſinnlichen Seins“ 581, 582 (f. offenbare Religion) „Das Sein iſt 1. das unmittelbare; 2. das innerliche“ und 3. im Begriff verbunden mit dem Weſentlichen 116. Verhältnis des Seins zum Weſen 116 (O Logik) 2194
= Sein „Das Sein“ 117—122 (O Logih) Erſter Abſchnitt. „Qualität“ 117—119 (f. Qualität) A. „Sein, Nichts, Werden“ 117 § 9 „Das Sein iſt die einfache inhaltsloſe Unmittelbarkeit, die ihren Gegenſatz an dem reinen Nichts hat, und deren Vereinigung das Werden iſt: das Übergehen von Nichts in Sein das Ent— ſtehen, umgekehrt das Vergehen“ 117. Stellung des geſunden Menſchenverſtandes zur Vereinigung von Sein und Nichts 117 B. „Daſein“ 118 (f. Daſein) C. „Fürſichſein“ 118—119 (f. Fürſichſein) Zweiter Abſchnitt.„Juantität“ 119—121 (f. Quantität) Dritter Abſchnitt. „Maß“ 121—122 (ſ. Maß) „Sein“ 172—175 (O Logih) A. „Qualität“ 172—173 a) „Sein“ 172 8 16 1. „Der Anfang der Wiſſenſchaft iſt der unmittelbare, be⸗ ſtimmungsloſe Begriff des Seins.“ 2. „Dieſer iſt in feiner In: haltsloſigkeit ſo viel, als das Nichts.“ 3. Das reine Werden 172 b) „Daſein“ 172—173 (f. Daſein) c) „Veränderung“ 173 (f. Veränderung) B. „Quantität“ 173—175 (f. Quantität) C. „Unendlichkeit“ 175 (f. Unendlichkeit) 33, 45 (O Logik) „Die Lehre vom Sein“ 19, 61, 66, 67—478 (0 Logik) „Womit muß der Anfang der Wiſſenſchaft gemacht werden?“ 69—84 Der Anfang der Philoſophie kann weder ein Vermitteltes noch Unmittelbares ſein 69, 70. Das Prinzip einer Philoſophie drückt einen objektiven Anfang aus, den Anfang aller Dinge 69. „Das Anfangen als ſolches dagegen bleibt als ein Subjektives in dem Sinne einer zufälligen Art und Weiſe“ 69. Die moderne Ver⸗ legenheit um den Anfang rührt von dem Bedürfnis her, „daß die Methode mit dem Inhalt, die Form mit dem Prinzip vereint ſei“ 70 Betrachtung der Erſcheinung des lögiſchen Anfangs 70. Verweis auf 8, § 61 (j. unmittelbares Wiſſen) im Hinblick auf unmittelbares und vermitteltes Wiſſen 70, 71. „Logiſch iſt der Anfang, indem er im Element des frei für ſich ſeienden Denkens, im reinen 2195
* Sein Wiſſen gemacht werden ſoll“ 71. Vermittelt iſt er, indem „das reine Wiſſen die letzte, abſolute Wahrheit des Bewußtſeins iſt“, Reſultat der Phänomenologie des Geiſtes 71, 73. „In der Logik aber iſt dasjenige die Vorausſetzung, was aus jener Betrachtung ſich als das Reſultat erwieſen hatte“ 72. „Die Logik iſt die reine Wiſſenſchaft, d. i. das reine Wiſſen in dem ganzen Umfange ſeiner Entwicklung“, zuſammengegangen und in Einheit mit dem Gegen⸗ ſtande 72. Das reine Wiſſen als in dieſe Einheit zufammengegangen iſt das Unterſchiedsloſe, einfache Unmittelbarkeit 72, 73,77. Dieſe einfache Unmittelbarkeit iſt das reine Sein, Sein überhaupt 72. Dieſer abſolute, abſtrakte Anfang darf nichts vorausſetzen 73, 77. „Der Anfang iſt alſo das reine Sein“ 73, 76, 77 Weitere Reflexionen zum Anfang: Kritik an dem Gedanken, „daß die Philoſophie nur mit einem hypothetiſchen und problematiſchen Wahren anfangen könne“ 74, 76. Reinhold 74. Das Spekulative daran iſt die Erkenntnis, „daß das Vorwärtsſchreiten in der Philoſophie vielmehr ein Rückwärtsgehen und Begründen ſei“ 74, „ein Kreislauf in ſich ſelbſt, worin das Erſte auch das Letzte, und das Letzte auch das Erſte wird“ 75, 76 (ſ. a. Kreis). Zugleich muß die Bewegung „durch die Natur der Sache und des Inhaltes ſelbſt beſtimmt ſein“, es darf nicht hypothetiſch ſein 76. Das reine Sein, dies Abſolut-Unmittelbare iſt ebenſo abſolut Vermitteltes 76, 77. Es hat keinen poſitiven Inhalt, iſt abſtrakt 77 Analyſe des Anfangs, inſofern das Sein als Anfang weggelaſſen werden könnte, und nichts dann vorhanden wäre, als der Anfang ſelbſt 77, 78. „Der Anfaug iſt nicht das reine Nichts, ſondern ein Nichts, von dem Etwas ausgehen ſoll; das Sein iſt alſo auch ſchon im Anfang enthalten.“ „Der Anfang enthält alſo Beides, Sein und Nichts“ 78. Sie ſind „als unterſchieden vorhanden“ 78. „Der Anfang enthält das Sein als ein ſolches, das ſich von dem Nicht— ſein entfernt oder es aufhebt, als ein ihm Entgegengeſetztes“ 78. „Die Analyſe des Anfangs gäbe ſomit den Begriff der Einheit des Seins und des Nichtſeins“ 78. Dies wäre die abſtrakteſte Definition des Abſoluten 78 Solche Analyfe „ſetzt die Vorſtellung des Anfangs als bekannt voraus“, und enthält „die Vermittelung in ſich“ 79, 80 Der Anfang darf kein Konkretes ſein, „nicht ein ſolches, das eine Beziehung innerhalb ſeiner ſelbſt enthält“ 80. „Was den Anfang macht, der Anfang ſelbſt, iſt daher ein Nichtanalyſterbares in 2196
8 Sein TTT. ̃ ͤ . —— — . — — ſeiner einfachen unerfüllten Unmittelbarkeit, alſo als Sein, als das ganz Leere zu nehmen“ 80 Kritik des Anfangs mit der Sache 80 über den originellen Anfang der Philoſophie mit dem Ich 80—84 (ſ. Ich) N „Allgemeine Einteilung des Seins“ 84—86. Erſtens iſt das Sein „gegen Anderes überhaupt beſtimmt“. „Zweitens iſt es ſich innerhalb ſeiner ſelbſt beſtimmend“ 84. So als Beſtimmt⸗ heit, Qualität 85, 87—218 (f. u.), dann als aufgehobene Be⸗ ſtimmtheit, Größe, Quantität 85, 219—404 (f. Quantität) und endlich als qualitativ beſtimmte Quantität, Maß 85, 86, 405—478 (ſ. Maß). Drittens iſt das Sein „die abſtrakte Unbeſtimmtheit und Unmittelbarkeit, in der es der Anfang ſein muß“ 84, 86 Dieſe Einteilung iſt eine vorläufige 85. Bemerkt ſei noch, daß die Qualität vor der Quantität iſt; denn die Quantität iſt die ſchon negativ gewordene Qualität 85, 86. Das Maß als Relation 86 Erſter Abſchnitt. „Beſtimmtheit (Qualität)“ 84, 85, 86, 87—218. „Das Sein iſt das unbeſtimmte Unmittelbare“, das „reflexionsloſe Sein“ 87. Dieſem Sein überhaupt tritt das be⸗ ſtimmte Sein als ſolches gegenüber 87. Übergang des Seins in das Daſein 87, 122, in das Fürſichſein 87, 183 Erſtes Kapitel. „Sein“ 87—121 A. „Sein, reines Sein“ 87—88. Es iſt „die reine Unbeſtimmtheit und Leere“ 88, 87. „Das Sein, das unbeſtimmte Unmittelbare iſt in der Tat Nichts, und nicht mehr noch weniger als Nichts“ 88 B. „Nichts“ 88 (ſ. Nichts) C. „Werden“ 88—121 (ſ. Werden) Zweites Kapitel. „Das Daſein“ 122—183, 87 (f. Dafein). Sein und Etwas 131 (ſ. Daſein). Das Unendliche als das wahrhafte Sein 158 (f. Unendlichkeit) Drittes Kapitel. „Das Fürſichſein“ 183—218, 87 (ſ. Fürſich⸗ fein) Zweiter Abſchnitt. „Die Größe Quantität)“ 84, 85, 219—404 (f. Quantität) Dritter Abſchnitt. „Das Maß“ 84, 85, 86, 220, 391, 402, 405—478 (. Maß). Rückblick auf das Sein 405, das Sein als In⸗ differenz 466, 468 (O Maß) Weſen und Sein 481, 483, 484 (f. Weſen), 486, 487, 490, 492 (O Schein), 493, 501, 502 (O Reflexion), 508 (O Identität), 518 2197
1 or Sein (O Unterſchied), 525 (O Gegenſatz), 588 (O Grund), 597 (O Er⸗ ſcheinung) „Das Nichtſein des Endlichen iſt das Sein des Abſoluten“ 551 (O Widerſpruch). Das Sein und das Nichts 551 (O Grund), 659 (O Verhältnis) Rückblick auf das Sein als „abſolute Abſtraktion“, und als Weſen. Das Sein aber, „zu dem das Weſen ſich macht, iſt das weſentliche Sein, die Exiſtenz“ 597 (O Erſcheinung) Sein und Erſcheinung 627, 634 (O Erſcheinung). Beſtimmung des Inneren als Weſen und des Außeren als Sein 657, 659 (ſ. Ver⸗ hältnis) Wirklichkeit und Sein: Auflöſung der Beſtimmtheit des Seins im Abſoluten 663, 664, 666 (O Abſolutes). „Das Sein iſt noch nicht wirklich: es iſt die erſte Unmittelbarkeit; ſeine Reflexion iſt daher Werden und Übergehen in Anderes“ 678, 680, 683. Das Sein in der abſoluten Notwendigkeit 693, 694 (O Wirklichkeit). Es iſt die Subſtanz 697, 698 (O Subſtantialität) Das Sein als Moment des Werdens des Begriffs 5, 6, 25, 31, 36, 37, 38 (ſ. Begriff), 174, 332. Sein und Weſen als Stufen der reinen Logik 17 (O Begriff) Das Sein im Urteil 71 (ſ. Urteil), 104 (O hypothetiſches Urteil) Der Progreß ins Unendliche in der niedrigen Sphäre des Seins 130 (O Schluß) Das Sein als Reſultat der Bewegung des Schluſſes iſt „eine Sache, die an und für ſich iſt, — die Objektivität“ 171 (f. Schluß) Rückblick auf die Bewegung des Seins im erſten Buch der objek⸗ tiven Logik 172, 176 (f. Objektivität) Begriff und Sein 333. Das Sein als Anfang 347, 348, 352. In der abſoluten Idee iſt das Sein „erfülltes Sein, der ſich be— greifende Begriff, das Sein als die konkrete, ebenſo ſchlechthin intenſive Totalität“ 352, 351 (f. Idee) „Die Lehre vom Sein“ 50, 51—67 (O Logik) [P. St. 8, 201—2860 A. „Qualität“ 51-61 [P. St. 8, 203—234] a) „Sein“ 51—57 [P. St. 8, 203215, 118 § 39 [P. St. 8, 8 86, faſt wörtlich, ſ. u.] 51—52 [P. St. 8, 203 bis 207 f. u.] 2198
Sein S 40 [P. St. 8, $ 87, faſt wörtlich, ſ. u.] 52—54 [P. St. 8, 207 bis 209 f. u.] § 41 [P. St. 8, § 88, erweitert, ſ. u.] 54—57 [P. St. 8, 209—215 ſ. u.] b) „Daſein“ 57—60 [P. St. 8, 215—227] (ſ. Daſein) e) „Das Fürſichſein“ 60—61 [P. St. 8, 227—234] (ſ. Eins) B. „Quantität“ 62-64 [P. St. 8, 234— 253] (ſ. Quantität) e) „Der Grad“ 64-65 [P. St. 8, 243—253] § 56 [P. St. 8, S 103, faſt wörtlich, ſ. u.] 64 [P. St. 8, 243—245 ſ. u.] 8 57 [P. St. 8, $ 104, gering verändert, ſ. u.] 6465 P. St. 8, 245—250 f. u.] 88 58, 59 [P. St. 8, SS 105, 106, erweitert, ſ. u.] 65 [P. St. 8, 250—253 f. u.] C. „Das Maß“ 66—67 [P. St. 8, 253260] (. Maß) 88 9 (O Logik). Sein ift eine fo arme Beſtimmung. „Es kann für den Gedanken dem Gehalte nach nichts Geringeres geben als Sein“ 151 (O Kritizismus) „Die Lehre vom Sein“ 199 [P. St. 6, 50], 201—260 [P. St. 6, 51—67] (O Logik) § 84 „Das Sein iſt der Begriff nur an ſich“, ſeine nähere Be⸗ ſtimmung iſt „ein Übergehen in Anderes“, ein Herausſetzen und zugleich ein Inſichgehen 201 § 85 8 Das Sein ſelbſt, wie die logiſchen Beſtimmungen über— haupt, „können als Definitionen des Abſoluten, als die metaphyſiſchen Definitionen Gottes angeſehen werden“ 2018. Dies gilt näher nur für die erſte einfache Beſtimmung und für die dritte, „als welche die Rückkehr aus der Differenz zur einfachen Beziehung auf ſich iſt“; „die zweiten Beſtimmungen, als welche eine Sphäre in ihrer Differenz ſind, dagegen ſind die Definitionen des Endlichen“ 201, 202, vgl. 104 Zuſatz. Das Sein enthält die drei Stufen der Qualität, der Quan⸗ tität und des Maßes in ſich 202 g. Charakteriſtit dieſer drei Stu— fen und der Dürftigkeit des ſinnlichen Bewußtſeins 202 g, 203g A. „Qualität“ 2028, 203—234 [P. St. 6, 51—61] a) „Sein“ 203—215 [P. St. 6, 51—57] § 86 [P. St. 6, S 39, faſt wörtlich! Das reine Sein macht als das unbeſtimmte einfache Unmittelbare den Anfang 203 [P. St. 6, 51]. Sein kann beſtimmt werden „als Ich — Ich, als die abſolute 2199
Sein 8 Indiſſerenz oder Identität“ 203 [P. St. 6, 52]. „Wird Sein als Prädikat des Abſoluten ausgeſagt, ſo gibt dies die erſte Deſini⸗ tion desſelben: Das Abſolute iſt das Sein“, „Gott iſt der Inbe⸗ griſſ aller Realitäten“ 204 [P. St. 6, 52, 51] Zuſatz 1. Dieſes Sein iſt „die Unmittelbarkeit der Beſtimmungs⸗ loſigkeit, die Beſtimmungsloſigkeit vor aller Beſtimmtheit, das Beſtimmungsloſe als Allererſtes“ 204 © Zuſatz 2. Darſtellung der Parallele zwiſchen den verſchiedenen Stuſen der logiſchen Idee und den auſeinander ſolgenden philo⸗ ſophiſchen Syſtemen in der Philoſophiegeſchichte 204 @, 205 g, 206 ©. Der Anſang der Logik iſt derſelbe, wie der Anfang der eigentlichen Geſchichte der Philoſophie in der Philoſophie des Parmenides 206 9. Die Eleaten haben das Sein als das Wahre erkannt 206 9. Aber das „Sein als ſolches iſt nicht ein Feſtes und Letztes, ſondern es ſchlägt vielmehr als dialektiſch in ſein Entgegengeſetztes um, welches, gleichfalls unmittelbar genommen, das Nichts iſt“ 206 O, 207 © 8 87 [P. St. 6, § 40, ſaſt wörtlich]! Das reine Sein iſt „die reine Abſtraktion, damit das abſolut⸗negative, welches, gleichfalls unmittelbar genommen, das Nichts iſt“ 207 [P. St. 6, 52] 1. „Es ſolgte hieraus die zweite Definition des Abſoluten, daß es das Nichts iſt“ 207 [P. St. 6, 52, 53] 2. In dem Gegenſatz von Sein und Nichts verſucht das Nach— denken das Sein zu ſixieren, etwa als Materie. Aber dann iſt dieſes Sein nicht mehr das reine Sein, nicht mehr Nichts — ein Unſagbares 207, 208 [P. St. 6, 53]. Jede tiefere Beſtimmung iſt zugleich eine nähere Beſtimmung und wahrere Definition des Ab— ſoluten 208 [P. St. 6, 54] Zuſatz. Der Unterſchied von Sein und Nichts iſt hier erſt an ſich, aber er iſt noch nicht geſetzt 208 H. „Beim Sein und Nichts iſt der Unterſchied in ſeiner Bodenloſigkeit, und eben darum iſt es keiner, denn beide Beſtimmungen ſind dieſelbe Bodenloſigkeit“ 209 0. So iſt Gott Sein und iſt Gott Nichts 209 8 8 88 [P. St. 6, § 41, wörtlich, aber um 4. und 5. ergänzt] „Die Wahrheit des Seins, ſowie des Nichts iſt die Einheit beider; dieſe Einheit iſt das Werden“ 209 [P. St. 6, 54] 1. Das Paradoxon des Satzes: Sein und Nichts iſt dasſelbe. Die Deduktion ihrer Einheit iſt völlig analytiſch 210, 209 [P. St. 6, 54] 2. „Es erfordert keinen großen Aufwand von Witz, den Satz, daß 2200
Sein Sein und Nichts dasſelbe iſt, lächerlich zu machen“ 210 [P. St. 6, 55]. „Es wird dabei ein inhaltsvoller Unterſchied dem leeren Unterſchiede von Sein und Nichts untergeſchoben“ 211 logl. 6, 55] 3. Begreift man die Einheit des Seins und Nichts nicht, ſo kann dies „Nicht⸗begreifen⸗können“ die Ungewohnheit ausdrücken, ab⸗ ſtrakte Gedanken ohne alle ſinnliche Beimiſchung feſtzuhalten und ſpekulative Sätze zu faſſen, oder es kann ſagen, „daß man ſich die Einheit des Seins und Nichts nicht vorſtellen könne“ 212 P. St. 6, 56]. Aber ſowohl das Werden wie der Anfang geben eine ſolche Vorſtellung 212 [P. St. 6, 56, 57] 4. In dem Ausdruck: „Sein und Nichts iſt dasſelbe“ iſt das Un⸗ richtige, daß die Einheit herausgehoben und die Verſchiedenheit vernachläſſigt iſt 212 8, 213 G. Werden iſt dafür der richtige Aus⸗ druck 2130 5. Dem Satz des Werdens ſteht der Satz: „Aus Nichts wird Nichts“ gegenüber, oder: Etwas wird nur aus Etwas, dieſer „Satz der Ewigkeit der Materie, des Pantheismus“ 213 Zuſatz. Das Werden iſt der erſte konkrete Gedanke, und damit der erſte Begriff 213 8, 2142. Sein und Denken, beiden kommt die ſelbe Beſtimmung des ſchlechthin mit ſich Identiſchen zu 214 ©. Der logiſchen Idee des Werdens entſpricht in der Geſchichte der Philoſophie das Syſtem Heraklits 214 g, 215 B. Weitere Ver⸗ tiefung der noch höchſt armen Beſtimmung des Werdens im Leben und im Geiſte 215 © b) „Daſein“ 215—227 [P. St. 6, 57-60] (ſ. Dafein) c) „Fürſichſein“ 227—234 [P. St. 6, 60-61] (f. Eins) B. „ Quantität” 2020, 230 [P. St. 6, 61], 234-253 [P. St. 6, 62—65] (f. Quantität) a) „Die reine Quantität” 234-240 [P. St. 6, 62—63] (. Quan⸗ tität) b) „Das Quantum“ 240—242 [P. St. 6, 6364] (f. Quantum) c) „Der Grad“ 243—253 [P. St. 6, 64—65; 4, 264—266, ſ. Quan⸗ tum] § 103 [P. St. 6, $ 56, faſt wörtlich! Die extenſive und intenfive Größe 243 [P. St. 6, 64] (1. extenſiw — intenfiv). Über den Unter⸗ ſchied der kontinuierlichen und diskreten Größe von der exten⸗ ſiven und intenſiven 243 [P. St. 6, 64] Zuſatz. Kritik an der Phyſik, die häufig den Unterſchied der inten⸗ ſiven Größe von der extenſiven nicht macht 243 S, 244 O, 245 0. 2201
E Sein Ihre Metaphyſik und Spekulation 244 O. Gegen den Vorwurf, die neuere Philoſophie ſei Identitätsphiloſophie 245 G S 104 [P. St. 6, § 57, wenig verändert] „Im Grade iſt der Be⸗ griff des Quantums geſetzt. Er iſt die Größe als gleichgültig für ſich und einfach, ſo daß ſie aber die Beſtimmtheit, wodurch ſie Quantum iſt, ſchlechthin außer ihr in andern Größen hat“ 245 logl. 6, 64]. Zum Widerſpruch der Grenze 245, 246 [vgl. 6, 64] (f. Grenze). Die Zahl iſt „der die Außerlichkeit der Anſchauung zu ſeiner Beſtimmung habende Gedanke“ 246 [P. St. 6, 64, 65]. Zeno 246 [P. St. 6, 65] Zuſatz 1. Die mathematifche Definition der Größe 246 O, 234, 235 [P. St. 6, 62] (f. Quantität). Im Begriff der Quantität liegt, ſchlechthin über ſich hinauszuſchicken 247 8, 246 © Zuſatz 2. Herrſchaft der ſchlechten Unendlichkeit und des bloßen Sollens im quantitativen unendlichen Progreß 247 H. Spinoza, Haller und Klopſtock 247 8, 248 H. Kants Schauder vor „jenem beſtändigen Hinausſchicken der Quantität und näher der Zahl über ſich ſelbſt“ 247 g, 248 8 Zuſatz 3. Bedeutung der Zahl in der pythagoreiſchen Philoſophie 248— 250 © (f. Pythagoras). Es ift „auf keine Weiſe zuläſſig, die Beſtimmtheit des Gedankens überhaupt als bloß numeriſche Be: ſtimmtheit zu betrachten“ 250 H. Zahlenmyſtik 250 & $ 105 [P. St. 6, $ 58, erweitert] „Diefes ſich ſelbſt in feiner fürſichſeienden Beſtimmtheit Außerlichſein des Quantums macht feine Qualität aus“ 250 [P. St. 6, 65], 252 H. „Es iſt die Außer⸗ lichkeit, d. i. das Quantitative, und das Fürſichſein, das Quali⸗ tative, darin vereinigt“ 251 [P. St. 6, 65]. Das quantitative Ver⸗ hältnis 251 Zuſatz. Beziehung des quantitativen unendlichen Progreſſes zum quantitativen Verhältnis 251 & § 106 [P. St. 6, § 59, faſt wörtlich! Das Quantitative als Maß 251, 252 [P. St. 6, 65 Zuſatz. Zuſammenfaſſung der Dialektik der Quantität und Rück— kehr der Quantität zur Qualität 252 H. „Die Einheit und Wahr⸗ heit“ von Quantität und Qualität, „die qualitative Quantität — oder das Maß“ find das Refultat der Dialektik 252 H. Das Meſ⸗ fen in der Muſik, in der Chemie 253 &, 258 g. Die Zahlen haben „nur ein Intereſſe wegen der dadurch bedingten qualitativen Reſultate“ 253 @ 2202
Sein 8 C. „Das Maß“ 202 8, 251—252 [P. St. 6, 65], 253 — 260 IP. St. 6, 66—67] (ſ. Maß) Sein und Weſen 266, 267 [vgl. 6, 68, 69] (O Weſen). Sein und Exiſtenz 287 [P. St. 6, 76] (O Grund). Sein und Erſcheinung 299 g, 300 8 (O Erſcheinung). Rückblick auf Sein in feiner Entwickelung zur Wirklichkeit 320 [P. St. 6, 85] (O Wirklichkeit). „Der Begriff iſt die Wahrheit des Seins und des Weſens.“ Er hat ſich „aus dem Sein als aus ſeinem Grunde entwickelt“ 349, 350 IP. St. 6, 94] (O Wechſelwirkung). „Übergehen in Anderes iſt der dialektiſche Prozeß in der Sphäre des Seins“ 355 8 (0 Begriff). Die Beſtimmungen des Seins und Weſens ſind nur beſtimmte Begriffe 357 [P. St. 6, 97], 3708 365 [P. St. 6, 102], 3718, 3728 (O Urteil). Unzertrennlichkeit des Begriffs oder Denkens vom Sein 4008 (O Begriff). Das Sein als Moment der Idee 425 8, 426 O. Das Sein als Moment der ſpekulativen Methode 448 [P. St. 6, 142]. „Die abſtrakte Form des Fortgangs iſt im Sein ein Anderes und Übergehen in ein Anderes“ 450 [P. St. 6, 143] (O Idee) 9 Die Frage nach dem Sein eines Dinges und Begriffes kann einen vielfachen Sinn haben 33 8, 34 f (. Naturbetrachtung) 10 Denken und Sein 359 [P. St. 6, 271]. „Das Denken iſt das Sein“ 360 O. Begreifen und Sein 364 9, 363 @ (O Denken) 15 „Sein iſt die Allgemeinheit in ihrem leeren abſtrakteſten Sinn genommen, die reine Beziehung auf ſich, ohne weitere Reaktion nach außen oder innen. Sein iſt die Allgemeinheit, als abſtrakte Allgemeinheit. Das Allgemeine iſt weſentlich Identität mit ſich, dies iſt auch das Sein, es iſt einfach“ 134. „Das abſtrakt Un⸗ mittelbare, dieſe dürre Beziehung auf ſich, iſt mit dem Sein aus: geſprochen“ 134 (O Gefühl). „Unmittelbarkeit heißt Sein über⸗ haupt, dieſe einfache Beziehung auf ſich“ 174. „Die Wahrheit des Seins iſt das Werden“ 174, 175 (0 unmittelbares Wiſſen) 210 (O Endlichkeit), 332, 339. „Sein iſt die dürftigſte Beſtimmung von Gott“ 340. Faſſung des Sein bei Parmenides, bei Jacobi 340, 339 (ſ. beſtimmte Religion). Sein und Nichtſein in der chine⸗ ſiſchen Religion 344 (O chineſiſche Religion) 16 Im ontologiſchen Gottesbeweis folgt aus dem Begriffe Gottes das Sein 210. Für den Übergang des Begriffs zum Sein iſt wich⸗ 2203
1 = 1 V 18 Sein tig, „daß die Beſtimmung Sein ganz arm iſt, es iſt die abſtrakte Gleichheit mit ſich ſelbſt, dieſe letzte Abſtraktion, Affirmation aber in ihrer letzten Abſtraktion, die ganz beſtimmungsloſe Unmittel⸗ barkeit“ 211, 382. „Wenn im Begriff weiter nichts wäre, ſo muß ihm doch wenigſtens dieſe letzte Abſtraktion zukommen, der Begriff iſt nämlich“ 211. Kants Stellung zum Sein des Begriffs 214, 231. Subjekt und Sein 212 (O Gottesbeweiſe). Das Sein Gottes 405, 432 Faſſung des Seins im kosmologiſchen Gottesbeweis 452, 456, 457, 459, 460, 476, 482, 483 (ſ. Gottesbeweiſe), 536 „Sein iſt eine Beſtimmtheit des Begriffs“ 542. „Das Sein iſt weiter nichts als das Unſagbare, Begrifflofe, nicht das Konkrete, das der Begriff iſt, nur die Abſtraktion der Beziehung auf ſich ſelbſt“ 542, 543, 549, 550 Das Sein der Eleaten 296 (f. eleatiſche Philoſophie), 348 (O Hera— Hit), 382 (O0 Leukipp). Das Sein bei Kenophanes 300 (f. Keno— phanes). Sein — Nichtſein bei Parmenides 308 (ſ. Parmenides). Faſſung des Seins bei Zeno 322, 323, 324, 325 (f. Zeno), bei Heraklit 348 (. Heraklit). „Wir ſagen für Heraklits Ausdruck: das Abſolute iſt die Einheit des Seins und Nichtſeins“ 348. „Es iſt eine große Einſicht, die man daran hat, daß man erkannt hat, daß Sein und Nichtſein nur Abſtraktionen ohne Wahrheit ſind, das erſte Wahre nur das Werden iſt“ 350 (0 Heraklit). Leukipp ſpricht aus, daß das Sein ſowohl Prädikat des Seins als des Nichtſeins iſt 382 (O Leukipp). Verhältnis von Sein und Bewußt⸗ fein bei Anaxagoras 422, 432 (.. Anaxagoras), bei den Sophiſten 434 (O Anaxagoras) Des Gorgias Dialektik über Sein und Nichtſein 36, 37, 40. „Sein oder Nichtſein iſt« immer »die Fragee; aber ſie ſind nicht das Be⸗ ſtimmte, ſich feſt Abſcheidende, ſondern ſich Aufhebende“ 40 (ſ. Gorgias) Mit Sokrates tritt das Bewußtſein aus ſeinem Gleichgewicht mit dem Sein heraus 73 (O Sokrates) Platons Faſſung des „Abſoluten als Einheit des Seins und Nichtſeins“ 227. Seine Dialektik beſchäftigt ſich mit Sein und Nichtſein 227, 228, ſo im Sophiſten 230, 231. „Die höchſte Form bei Plato iſt die Identität des Seins und Nichtſeins“ 235, 236, 237 (f. Plato) 2204
18 19 20 — — 82 J ee Te Sein — Nichts Arkeſilaos macht denſelben berühmten Unterſchied, der in der neueren Zeit als der Gegenſatz von Denken und Sein aufgetreten iſt 524, 523, 525 (ſ. Arkeſilaos) Der Skeptizismus „ſetzte allgemein an die Stelle des Seins im Wiſſen den Ausdruck des Scheinens“ 538 (O Skeptiker), 548 (O Sertus Empirikus) Faſſung des reinen Seins bei Philo 22 (O Philon), 47. Zur „Ein— heit des Selbſtbewußtſeins und Seins in der alexpandriniſchen Schule“ 31 (O alexandriniſche Philoſophie). Plotin über das reine Sein 47, 48 (f. Plotin), 84. Proklos über das Sein 81, 84 (. Pro⸗ klos) Rückblick auf die griechiſche Philoſophie, in welcher wir den ab— ſtrakten Gedanken in feiner Unmittelbarkeit: fo das Eine, das Sein ſahen 94 (O alexandriniſche Philoſophie) Descartes’ Auffaſſung des Seins 343, 344, 355 (f. Descartes) Spinozas Faſſung des Seins 372 (ſ. Spinoza) Kants Anſicht, daß das Sein kein reales Prädikat ſei 583, 579 (O Kant) Die Philoſophie der Alten „ging nicht von der Idee ſelbſt aus, ſondern vom Gegenſtändlichen als einem Gegebenen, und ver⸗ wandelt dasſelbe in die Idee; — das Sein“ 686 (O neueſte, deutſche Philoſophie) Brahms metaphyſiſche Beſtimmung iſt das reine Sein 114, 116. Das Nichtſein iſt in dieſes Sein mit eingeſchloſſen 117 (O Hum— boldt, W. v.) 314, 393 (O Jahrbücher) 330, 345, 346, 348 (O Hegel) Sein — Nichts (Nichts, Sein, Werden) „Die Mannigfaltigkeit des Seins liegt zwiſchen zwei Nächten, haltungslos, ſie ruht auf dem Nichts: denn das Unbeſtimmte iſt Nichts für den Verſtand, und endet im Nichts“ 51 (O Fichte) 117, 172 (f. Sein) 77, 79. „Der Anfang enthält Beides, Sein und Nichts“ 78 (ſ. Sein) „Einheit des Seins und Nichts“ 88-118 (f. Werden). „Die, welche auf dem Unterſchiede von Sein und Nichts beharren 2205
Ha oo 1 1 18 1 Ka © De} 1 H> 12 Sein — Nichts / Selbſtändigkeit wollen, mögen ſich auffordern, anzugeben, worin er beſteht“ 101 bis 102. Zum Übergang von Sein und Nichts 115, 116 (. Werden) 551 (f. Sein) 207 , 207—213 [P. St. 6, 53—57] (f. Sein), 216 [P. St. 6, 58] (ſ. Daſein) 344 (O chineſiſche Religion) 324, 325 (ſ. Zeno), 350 (ſ. Heraklit) 36, 37, 40 (f. Gorgias), 227, 230, 231 (f. Plato) 25 (ſ. Philo) Sekunde in der Muſik 2430 (O Klang) Sekunde und Septime 174, 175, 178 (O Muſik) Selbſtändigkeit Die Bedeutung des Weltzuſtandes in der Form der Selbſtändig— keit für das Ideal des Kunſtſchönen 247. Selbſtändigkeit iſt ein zweideutiger Ausdruck. Gewöhnlich heißt man das in ſich ſelbſt Subſtantielle das ſchlechthin Selbſtändige 247. Da es an dem Beſondren der konkreten Individualität ſeinen feſten Gegenſatz hat, geht die wahre Selbſtändigkeit verloren 247. Umgekehrt ſchreibt man „der wenn auch nur formell auf ſich beruhenden Indivi— dualität in der Feſtigkeit ihres ſubjektiven Charakters Gelbftändigkeit zu“ 247. Ihre Grenze iſt das wahrhaft Subſtantielle des Daſeins 247. „Die wahre Selbſtändigkeit beſteht allein in der Einheit und Durchdringung der Individualität und Allgemeinheit, indem das Allgemeine durch die Einzelheit ſich ebenſoſehr ein konkretes Dafein gewinnt, als die Subjektivität des Einzelnen und Beſonderen im Allgemeinen erſt die unerſchütterliche Baſis und den echten Gehalt für ſeine Wirklichkeit findet“ 247. Das Ideal des Kunſtſchönen fordert für ſeine Verwirklichung „un⸗ mittelbare Selbſtändigkeit“ und die damit verbundene Zufällig⸗ keit 249 (O Weltzuſtand). Heroenzeit 254. Eine ſubjektivere Selb: ſtändigkeit ift auch eine abſtraktere. Die Selbſtändigkeit der heroi⸗ ſchen Individualität iſt idealer 259 (O Heroenzeit) Wird den Göttern die befehlende Macht zugeteilt, ſo leidet die 2206
Selbſtändigkeit / Selbſtbewußtſein 12 menſchliche Selbſtändigkeit darunter. Dieſen Widerſpruch auszu⸗ 1 1 3 ca gleichen gibt es drei Möglichkeiten 306— 314 (ſ. Individuum) Im Rittertum iſt die „Selbſtändigkeit der Individualität“ wieder herausgekehrt und die Ehre ſpielt eine bedeutende Rolle. „In der Ehre aber haben wir nicht nur das Feſthalten an ſich ſelber und das Handeln aus ſich, ſondern die Selbſtändigkeit iſt hier ver⸗ bunden mit der Vorſtellung von ſich ſelbſt“ 177 (ſ. Ehre) „Die Selbſtändigkeit des individuellen Charak— ters“ 135, 194, 195-207 (ſ. Charakter) Selbſtbeſtimmung Die Selbſtbeſtimmung des wollenden Ich 58 (O Wille) „Zur Selbſtbeſtimmung gehört das Moment der inneren, nicht äußerlichen Negativität, wie dies ſchon in dem Worte: Selbſtbe— ſtimmung, liegt“ 450 (O ägyptiſche Religion) Selbſtbewußtſein (Ich) Indem „die Unendlichkeit oder dieſe abſolute Unruhe des reinen Sichſelbſtbewegens“, „endlich für das Bewußtſein Gegenſtand iſt, als das, was ſie iſt, ſo iſt das Bewußtſein Selbſtbewußtſein“ 135, 136. „Ich unterſcheide mich von mir ſelbſt, und es iſt darin unmittelbar für mich, daß dies Unterſchiedene nicht unterſchieden iſt“ 137 (ſ. Verſtand) „Selbſtbewußtſein“ 139—181 (O0 Phänomenologie) „Die Wahrheit der Gewißheit feiner ſelbſt“ 139—181. Jetzt „iſt die Gewißheit ſich ſelbſt ihr Gegenftand, und das Bewußtſein iſt ſich ſelbſt das Wahre“ 139. Begriff und Gegenſtand entſprechen ſich 139, 140. „Ich iſt der Inhalt der Beziehung, und das Beziehen ſelbſt“ 140. Vergleich des ſich ſelbſt Wiſſens mit dem Wiſſen von einem Anderen 140, 141. Das Bewußtſein hat als Selbſtbewußt⸗ ſein einen gedoppelten Gegenſtand: „den Gegenſtand der ſinn⸗ lichen Gewißheit, und des Wahrnehmens, der aber für es mit dem Charakter des Negativen bezeichnet iſt, und den zweiten, nämlich fi) felbft, welcher das wahre Weſen, und zunächſt nur erſt im Gegenſatze des erſten vorhanden iſt“ 141. Die Einheit wird erſtrebt in der Begierde 141. Der Gegenſtand, welcher für das Selbſtbewußtſein das Negative iſt, iſt aber an ſich auch in ſich zu⸗ rückgegangen. „Er iſt durch dieſe Reflexion in ſich Leben ge— 2207
do Selbſtbewußtſein worden“ 141, 142. „Der Gegenſtand der unmittelbaren Begierde iſt ein Lebendiges“ 141, 142. Die Begierde wird die Erfahrung der Selbſtändigkeit dieſes Lebendigen machen 142 Beſtimmung des Lebens 142—145. Das Weſen iſt „die Selbſtän⸗ digkeit ſelbſt, in welcher die Unterſchiede der Bewegung aufgelöft ſind“ 142. „Die Unterſchiede ſind an dieſem einfachen allgemeinen Medium ebenſoſehr als Unterſchiede“, als „unterſchiedene Glie⸗ der“ 142. „Dieſes Fürſichſein iſt aber vielmehr ebenſo unmittel⸗ bar ihre Reflexion in die Einheit“ 143. Das erſte Moment iſt „Beſtehen der ſelbſtändigen Geſtalten“, das zweite aber „iſt die Unterwerfung jenes Beſtehens unter die Unendlichkeit des Unter— ſchiedes“ 143. Charakteriſtik der beſtehenden Geſtalt, die als für⸗ ſichſeiende Subſtanz die allgemeine Subſtanz als ihre unorganiſche Natur aufzehrt und zum Leben als Prozeß wird 143, 144. Mit dieſem Aufzehren aber hebt die Individualität „gerade ihren Gegenſatz des Anderen, durch welchen ſie für ſich iſt, auf“ 144. „Die einfache Subſtanz des Lebens alſo iſt die Entzweiung ihrer ſelbſt in Geſtalten, und zugleich die Auflöſung dieſer beſtehenden Unterſchiede; und die Auflöſung der Entzweiung iſt ebenſoſehr Entzweien oder ein Gliedern“ 144, 145. „Dieſer ganze Kreislauf macht das Leben aus“ 145. Vergleich dieſer reflektierten Einheit mit der unmittelbaren, als Sein ausgeſprochenen 145. „Sie iſt die einſache Gattung“ 145 Beſtimmung des Selbſtbewußtſeins, für welches die Gattung als ſolche und welches für ſich ſelbſt Gattung iſt 145—148. Das Selbſt⸗ bewußtſein hat zunächſt „ſich als reines Ich zum Gegenſtande“ 145. In der Begierde hebt es das Andere, das ſich ihm als ſelbſtändiges Leben darſtellt, auf 145, 146. Dieſe negative Beziehung vermag die Selbſtändigkeit des Andern nicht auſzuheben 146. Der Gegenſtand muß die Negation an ihm ſelbſt vollziehen; er hat ſie „als ſeine unorganiſche allgemeine Natur“ 146. „Das Selbſtbewußtſein er— reicht feine Befriedigung nur in einem andern Selbſtbewußtſein“ 146, 147 Die drei Momente des Begriffs des Selbſtbewußtſeins 146, 147: a) reines ununterſchiedenes Ich, b) Begierde 147 (ſ. Begierde), e) Verdoppelung des Selbſtbewußtſeins 147. „Indem ein Selbſt⸗ bewußtſein der Gegenſtand iſt, iſt er ebenſowohl Ich, wie Gegenſtand“ 147. Der Begriff des Geiſtes iſt damit ſchon vorhanden 147. „Ich, das Wir, und Wir das Ich iſt“ 147, 148 2208
0 Selbſtbewußtſein A. „Selbſtändigkeit und Unſelbſtändigkeit des Selbſtbewußtſeins; Herrſchaft und Knechtſchaft“ 148 bis 158. Das Selbſtbewußtſein iſt „nur als ein Anerkanntes“ 148. Charakteriſtik der Bewegung des Anerkennens 148—150. Das Tun des Einen und das Tun des Andern „ift nicht nur infofern doppelfinnig, als es ein Tun ebenſowohl gegen ſich als gegen das Andre, ſondern auch inſofern, als es ungetrennt ebenſowohl das Tun des Einen als des Andern iſt“ 149, 150. „Sie anerken⸗ nen ſich, als gegenſeitig ſich anerkennend“ 150 „Dieſer reine Begriff des Anerkennens, der Verdopplung des Selbſtbewußtſeins in ſeiner Einheit, iſt nun zu betrachten, wie fein Prozeß für das Selbſtbewußtſein erſcheint“ 150—153. „Er wird zuerſt die Seite der Ungleichheit beider darſtellen“, das Eine iſt nur Anerkanntes, das Andre nur Anerkennendes 150. „Jedes iſt wohl ſeiner ſelbſt gewiß, aber nicht des andern, und darum hat ſeine eigne Gewißheit von ſich noch keine Wahrheit“ 151. „Das Verhältnis beider Selbſtbewußtſein iſt alſo ſo beſtimmt, daß ſie ſich ſelbſt und einander durch den Kampf auf Leben und Tod bewähren“ 151, 152 [6, 254; 10, 283]. Das Bewußtſein „muß fein Andersſein als reines Fürſichſein oder als abſolute Nega: tion anſchauen“ 152. Aber die Bewährung durch den Tod hebt .. die Wahrheit, welche daraus hervorgehen follte... auf“ 152. Der Tod iſt die bloß natürliche Negation; ſie bleibt ohne die geforderte Bedeutung des Anerkennens 152. Das Aufgehobene bleibt nicht „aufbewahrt und erhalten“ 152 Das Verhältnis von Herrſchaft und Knechtſchaft 153—158 (f. Herrſchaft) B. „Freiheit des Selbſtbewußtſeins; Stoizismus, Skeptizismus und das unglückliche Bewußtſein“ 158—181. Män⸗ gel ſowohl des ſelbſtändigen als des dienenden Bewußtſeins 158. Erſt wenn die Dingheit, welche die Form in der Arbeit erhielt, keine andere Subſtanz als das Bewußtſein iſt, iſt uns eine neue Geſtalt des Selbſtbewußtſeins geworden 159, 158. Dies iſt im Denken 159, 160 (ſ. Denken) Die Freiheit des Selbſtbewußtſeins als Stoizismus 160—162 (ſ. Stoizismus) Die Freiheit des Selbſtbewußtſeins als Skeptizismus 162 bis 166 (f. Skeptizismus) Glockner, Hegel-Lexikon 139 2209
o Selbſtbewußtſein Das unglückliche Bewußtſein 166—181 (f. unglückliches Bewußtſein) 205 (O Naturbeobachtung) „Die Beobachtung des Selbſtbewußtſeins in feiner Reinheit und ſeiner Beziehung auf äußere Wirklichkeit; logiſche und pſychologiſche Geſetze“ 233—239 (ſ. Vernunft) „Die Verwirklichung des vernünftigen Gelbftbewußtſeins durch ſich ſelbſt“ 271-301 (ſ. Vernunft) Rückgehen des Selbſtbewußtſeins „in die Anſchauung des Ich — Ich“ 503 (ſ. Gewiſſen) [3, 106; 10, 272, 273; 19, 620, 621] Rückblick auf „das Selbſtbewußtſein, das in der Geſtalt des un⸗ glücklichen Bewußtſeins ſeine Vollendung hat“, und „nur der ſich zur Gegenſtändlichkeit wieder herausringende aber ſie nicht erreichende Schmerz des Geiſtes war“ 517. Sein Verhältnis zur Religion 517, 520, 521 (ſ. Religion). „Der ſich ſelbſt wiſſende Geiſt ift in der Religion unmittelbar fein eignes reines Gelbftbewußtſein“ 519 (O Religion), 526 (O unmittelbare Religion) Selbſtbewußtſein und Naturreligion 5300 unmittelbare Religion). Selbſtbewußtſein und Kunſtreligion 536, 537. Seine Beziehung zur Sprache 542, 544 (O Kunſtreligion), 554, 555 (O Epopöe), zum Kultus 545, 547, zum Opfer 551 (O Kunſtreligion) Ausdruck und Sprache des ſelbſtbewußten Menſchen in der Tra— gödie 558, 560, 563, 565 (O Kunſtreligion), in der Komödie 566, 568, 569 (O griechiſche Komödie). „Durch die Religion der Kunſt iſt der Geiſt aus der Form der Subſtanz in die des Subjekts getreten, denn ſie bringt ſeine Geſtalt hervor und ſetzt alſo in ihr das Tun oder das Selbſtbewußtſein“ 569, 570 (ſ. offenbare Re⸗ ligion) \ Der als Selbſtbewußtſein werdende Geift, der reine Begriffe hat die zwei Seiten an ihm; „die eine iſt dieſe, daß die Subſtanz ſich ihrer ſelbſt entäußert und zum Selbſtbewußtſein wird, die andere umgekehrt, daß das Selbſtbewußtſein ſich ſeiner entäußert und zur Dingheit oder zum allgemeinen Selbſt macht“ 574. Dieſe beiden Seiten bilden die Wurzeln des Glaubens an die Menſch— werdung Gottes 576, 577. „Dieſe Menſchwerdung des göttlichen Weſens, oder daß es weſentlich und unmittelbar die Geſtalt des Selbſtbewußtſeins hat, ift der einfache Inhalt der abſoluten Religion“ 577. Die drei Geſtaltungen des ſich ſelbſt als Geiſt wiſ⸗ 2210
2 0 2 Selbſtbewußtſein ſenden Geiſtes 580, 581. Das Selbſtbewußtſein der Gemeinde 581, 582 (ſ. offenbare Religion) „Das Selbſtbewußtſein“ 106—111 (O Bewußtſein) $ 22 Der Ausdruck des Selbſtbewußtſeins in ſeiner Reinheit iſt Ich — Ich oder Ich bin Ich 106 [2, 503; 10, 272, 273; 19, 620, 621] 8 23 „Der Trieb des Selbſtbewußtſeins beſteht darin, feinen Be⸗ griff zu realiſieren“, „das Andersſein der Gegenſtände aufzu⸗ heben und ſie ſich gleichzuſetzen“ und „ſich ſeiner ſelbſt zu ent⸗ äußern und ſich dadurch Gegenſtändlichkeit und Daſein zu geben“ 106 (6, 252, 273, 274—275 8] S 24 Die drei Stufen des Selbſtbewußtſeins find die Begierde, das Verhältnis von Herrſchaft und Knechtſchaft und die Allge⸗ gemeinheit des Selbſtbewußtſeins 107 A. „Die Begierde“ 107—108 (f. Begierde) B. „Herrſchaft und Knechtſchaft“ 108—111 (f. Herrſchaft) C. „Allgemeinheit des Selbſtbewußtſeins“ 111 § 38 Das allgemeine Selbſtbewußtſein iſt die Anſchauung des „an ſich ſeienden, allgemeinen Selbſts“ 111 8 39 „Das Selbſtbewußtſein ift fi) nach dieſer feiner weſentlichen Allgemeinheit nur real, inſofern es ſeinen Widerſchein in Andern weiß“. Dies Selbſtbewußtſein iſt die Grundlage aller Tugenden 111 „Das Selbſtbewußtſein ift das Fürſichſein als vollbracht und geſetzt; jene Seite der Beziehung auf ein Anderes, einen äußern Gegenſtand iſt entfernt. Das Selbſtbewußtſein iſt ſo das nächſte Beiſpiel der Präſenz der Unendlichkeit“ 185. Das Selbſtbewußt⸗ fein iſt „als unendliche Beziehung rein auf ſich, — Ich iſt für Ich, beide ſind dasſelbe“ 187, 188. „Das Selbſtbewußtſein aber tritt als Bewußtſein in den Unterſchied ſeiner und eines Andern, oder feiner Idealität, in der es vorſtellend iſt, und ſeiner Realität, in⸗ dem ſeine Vorſtellung einen beſtimmten Inhalt hat, der noch die Seite hat, als das unaufgehobene Negative, als Daſein, gewußt zu werden“ 188 (O Fürſichſein) „Der Begriff, inſofern er zu einer ſolchen Exiſtenz gediehen iſt, welche ſelbſt frei iſt, iſt nichts Anderes als Ich oder das reine Selbſtbewußtſein“ 13, 14 (O Begriff) Eintreten der Geftalt der Idee in die des Selbſtbewußtſeins 323 (O Gutes) 2211
1 6 2 = Selbjtbewußtjein „Das Selbſtbewußtſein“ 247 [P. St. 10, 261], 251—256 [P. St. 10, 272—292] (O Bewußtſein) 88 344, 345 [P. St. 10, 88 424, wenig verändert, ſ. u.] 251 [P. St. 10, 272—273 f. u.] § 346 [vgl. 10, S 425] „Da das abſtrakte Selbſtbewußtſein das Unmittelbare und die erſte Negation des Bewußtſeins iſt, ſo iſt es an ihm ſelbſt ſeiendes und finnlid konkretes“ 252, 251 [gl. 10, 273, 274] § 347 [vgl. 10, $ 425] Der Trieb des Selbſtbewußtſeins ift feine Subjektivität aufzuheben 252 [3, 106; 10, 273, 274— 275] SS 348—351 [P. St. 10, 88 426—429 zum Teil verändert] 252 bis 253 (ſ. Begierde) ss 352—359 [P. St. 10, SS 430—437, wenig verändert, ſ. u.] 253 bis 256 [P. St. 10, 280—292 f. u.] Das Selbſtbewußtſein im frei wollenden Ich „weiß ſich als All— gemeines, — als die Möglichkeit, von allem Beſtimmten zu abſtrahieren, — als Beſonderes mit einem beſtimmten Gegenſtande, Inhalt, Zweck“ 58. „Das Selbſtbewußtſein, das feinen Gegenſtand, Inhalt und Zweck bis zu dieſer Allgemeinheit reinigt und erhebt, tut dies als das im Willen ſich durchſetzende Denken“ 73 (ſ. Wille) 198 (ſ. Gewiſſen). Das Selbſtbewußtſein „iſt ebenſoſehr die Mög⸗ lichkeit, das an und für ſich Allgemeine, als die Willkür, die eigene Beſonderheit über das Allgemeine zum Prinzipe zu machen, und fie durch Handeln zu realiſieren — böſe zu fein“ 200, zu heucheln, ja ſeine Subjektivität als das Abſolute zu behaupten 204, 207 (O Gewiſſen) Der Staat hat „an der Sitte ſeine unmittelbare, und an dem Selbſtbewußtſein des Einzelnen, dem Wiſſen und Tätigkeit des⸗ ſelben ſeine vermittelte Exiſtenz 328, 329 (O Staat) „Das Selbſtbewußtſein hat das Bewußtſein zu feinem Gegen: ſtande, ſtellt ſich ſomit demſelben gegenüber. Zugleich iſt aber das Bewußtſein auch als ein Moment im Selbſtbewußtſein ſelber er⸗ halten“ 262 O. Fortſchreiten des Selbſtbewußtſeins zu einem anderen Selbſtbewußtſein und ſchließlich zur abſolut freien Ver⸗ nunft 262 8, 263 0 (O Bewußtf ein) „Ich hat als urteilend einen Gegenſtand, der nicht von ihm unter⸗ ſchieden iſt, — ſich ſelbſt; — Selbſtbewußtſein“ 271 8. „Indem 2212
10 Selbſtbewußtſein En Se ehren ¾—-—ꝗ!% . ... —. a das Bewußtſein, als Verſtand, von den Geſetzen weiß, ſo ver— hält dasſelbe ſich zu einem Gegenſtande, in welchem das Ich das Gegenbild ſeines eigenen Selbſtes wiederfindet und ſomit auf dem Sprunge ſteht, ſich zum Selbſtbewußtſein als ſolchem zu entwickeln“ 2718 (O Verſtand) „Das Selbſtbewußtſein“ 261 [P. St. 6, 247], 262— 263 0, 2710, 272—292 [P. St. 6, 251256] (O Bewußtſein) § 424 [P. St. 6, SS 344, 345, wenig verändert]! „Die Wahrheit des Bewußtſeins iſt das Selbſtbewußtſein, und dieſes der Grund von jenem“. „Der Ausdruck vom Selbſtbewußtſein iſt Ich S Ich; — abſtrakte Freiheit, reine Idealität“ 272 [P. St. 6, 251; 2, 509; 3, 106; 19, 620, 621] Zuſatz. „In dem Ausdruck Ich == Ich iſt das Prinzip der abſoluten Vernunft und Freiheit ausgeſprochen“ 273 g. Der Mangel des noch unmittelbaren Selbſtbewußtſeins 273 Q $ 425 O [vgl. 6, SS 346, 347, . o.] „Das abſtrakte Selbſtbewußtſein iſt die erſte Negation des Bewußtſeins“ und „der Widerſpruch ſeiner als Selbſtbewußtſeins und ſeiner als Bewußtſeins“ 273, 274 [vgl. 6, 251, 252] Zuſatz. „Das Selbſtbewußtſein hat ſeine Endlichkeit in ſeiner noch ganz abſtrakten Identität mit ſich ſelber“ und iſt „gerade wegen ſeiner unterſchiedsloſen Innerlichkeit noch von der Außerlichkeit“ erfüllt 274 © Um die einfeitige Subjektivität aufzuheben und ſich Objektivität zu geben, durchläuft das Selbſtbewußtſein drei Entwicklungsſtufen: das begehrende Selbſtbewußtſein, den Prozeß des An⸗ erkennens, das allgemeine Selbſtbewußtſein 275 0, 276 8, 273 13, 106] a) „Die Begierde“ 275 0, 276-280 [P. St. 6, 252—253] (ſ. Ber gierde) 6) „Das anerkennende Selbſtbewußtſein“ 275 B, 280—289 [P. St. 6, 253— 255] 8430 [P. St. 6, 8 352, wenig verändert] „Es iſt ein Selbſtbewußt⸗ ſein für ein Selbſtbewußtſein, zunächſt unmittelbar, als ein An⸗ deres für ein Anderes“ 280 [P. St. 6, 253]. „Prozeß des Aner⸗ kennens“ 281 [P. St. 6, 253] Zuſatz. Es herrſcht der ungeheure Widerſpruch, daß die beiden ſich hier aufeinander beziehende Selbſte „Eine Identität“ ausmachen, „und dennoch zugleich zweie find“ 281, 282 0 2213
10 Selbſtbewußtſein § 431 [P. St. 6, $ 353, wenig verändert] Der Prozeß des Aner— kennens iſt ein Kampf 281 [P. St. 6, 254] Zuſatz. Nur die „Freiheit des Einen im Anderen vereinigt die Menſchen auf innerliche Weiſe; wogegen das Bedürfnis und die Not dieſelben nur äußerlich zuſammenbringt“. „Nur durch Kampf kann die Freiheit erworben werden“ 282 H, 283 § 432 [P. St. 6, $ 354, wenig verändert] „Der Kampf des An⸗ erkennens geht alſo auf Leben und Tod; jedes der beiden Selbſt⸗ bewußtſein bringt das Leben des Andern in Gefahr und begibt ſich ſelbſt darein“ 283 [P. St. 6, 254; 2, 151, 152 Zuſatz. „Der abſolute Beweis der Freiheit im Kampfe um die Anerkennung iſt der Tod“ 283. Dieſe nur ganz abſtrakte und negative Löſung herrſcht nur im Naturzuftande 283 8, 284 g, nicht im Staat 284 H. Dieſer Kampf darf mit dem Zweikampf nicht verwechſelt werden 284 8, 285 8 (ſ. Zweikampf) SS 433—435 [P. St. 6, SS 355—357] 285—289 [P. St. 6, 254 bis 255] (ſ. Herrſchaft) ) „Das allgemeine Selbſtbewußtſein“ 2758, 289 bis 292 [P. St. 6, 255—256] § 436 [P. St. 6, S 358] „Das allgemeine Selbſtbewußtſein iſt das affirmative Wiſſen ſeiner ſelbſt im andern Selbſt, deren jedes als freie Einzelnheit abſolute Selbſtändigkeit hat“ 289, 290 P. St. 6, 255] „Dies allgemeine Wiedererſcheinen des Selbſtbewußtſeins“ iſt „die Form des Bewußtſeins der Subſtanz jeder weſentlichen Gei— ſtigkeit“ 289, 290 [P. St. 6, 256, 291 Zuſatz. „Erſt durch das Freiwerden des Kuechtes wird auch der Herr vollkommen frei“. Dies Verhältnis iſt durchaus ſpekulativer Art 290 g, 291 S 437 [P. St. 6, § 359, faſt wörtlich] Die Wahrheit der Einheit des Bewußtſeins und des Selbſtbewußtſeins iſt die Vernunft 291 [P. St. 6, 256] Zuſatz. Das allgemeine Selbſtbewußtſein iſt in ſeiner Wahrheit „der Begriff der Vernunft, — der Begriff, inſofern er nicht als bloß logiſche Idee, ſondern als die zum Selbſtbewußtſein ent— wickelte Idee exiſtiert“ 291 g. bergang des Selbſtbewußtſeins in Vernunft, die aber hier „nur den Sinn der zunächſt noch ab» ſtrakten oder formellen Einheit des Selbſtbewußtſeins mit ſeinem 2214
10 11 12 13 14 Gelbjtbewußtjein Objekt“ hat 2929. Unterſcheidung des Richtigen vom Wahr⸗ haften 292 8 (O Bewußtſein) Das „Beiſichſein des Geiſtes iſt Selbſtbewußtſein, das Bewußt⸗ ſein von ſich ſelbſt“ 44, 45. Die Idee geht zum unendlichen Gegen⸗ ſatz fort, zur „Idee in ihrer freien allgemeinen Weiſe“ und zur Idee „als rein abſtrakter Reflexion in ſich“; „dieſe Reflexion in ſich iſt das einzelne Selbſtbewußtſein, das Andere gegen die Idee überhaupt, und damit in abſoluter Endlichkeit“ 55, 56 (ſ. Ge⸗ ſchichtsphiloſophie) Der griechiſchen Sittlichkeit „fehlt das ſich ſelbſt Erfaſſen des Gedankens, die Unendlichkeit des Selbſtbewußtſeins“ 344 (O Grie⸗ chen) „„Als die Zeit erfüllet war, ſandte Gott ſeinen Sohn« heißt es in der Bibel. Das heißt nichts Anderes als: das Selbſtbewußtſein hatte ſich zu denjenigen Momenten erhoben, welche zum Begriff des Geiſtes gehören, und zum Bedürfnis, dieſe Momente auf eine abſolute Weiſe zu faſſen“ 410 (ſ. Chriſtentum) „Auch Sokrates brachte ein neues Selbſtbewußtſein des Geiſtes gegen den gewöhnlichen Lauf der Vorſtellung auf“ 418. Charak⸗ teriſtik des religiöfen Selbſtbewußtſeins in der chriſtlichen Re⸗ ligion 427 (ſ. Chriſtentum) Die Kantiſche Philoſophie machte für die Intelligenz wie für den Willen „das ſich in ſich als unendlich findende und wiſſende Selbſt⸗ bewußtſein zur Grundlage“ 90, 91 (ſ. Kant) Das „Erheben des Anſich ins ſelbſtbewußte Wiſſen“ durch die romantiſche Kunſtform bringt gegen die klaſſiſche einen unge⸗ heuren Unterſchied hervor 119, 120 (O Idee) Untergehen des Selbſtbewußtſeins in Brahma 448 (O indiſche Kunſt) Die „Selbſtändigkeit an und für ſich als die freie abſolute Bedeu: tung iſt das Selbſtbewußtſein, das zu ſeinem Inhalt das Abſolute, zu ſeiner Form die geiſtige Subjektivität hat“ 5 (O klaſſiſche Kunſtform) „Das Ich iſt nicht das unbeſtimmte Fortgehen und die haltungs⸗ loſe Dauer, ſondern wird erſt zum Selbſt, als Sammlung und Rückkehr in ſich. Es beugt das Aufheben ſeiner, wodurch es ſich zum Objekte wird, zum Fürſichſein um, und iſt nun durch dieſe 2215
1 1 1 2 5 = Selbſtbewußtſein Beziehung auf ſich erſt Selbſtgeſühl, Selbſtbewußtſein uff.” 159, 160 (O Muſih „Ich erhebe mich denkend zum Abſoluten über alles Endliche und bin unendliches Bewußtſein zugleich bin ich endliches Selbſtbe⸗ wußtſein ... Beides, ſowie ihre Beziehung, iſt für mich“ 80 (O Religion). Die „Seite des Selbſtbewußtſeins, alſo des Kultus und die Seite des Bewußtſeins oder der Vorſtellung werden wir auf jeder Stufe der Religion ſich entſprechend ſinden“ 83 (s. Kultus) 90 (f. beſtimmte Religion), 119 (O religiöſes Verhältnis). In der chriſtlichen Welt „iſt ein ganz anderes Selbſtbewußtſein über das Wahre eingetreten. Alle Pflicht, alles Recht hängt von dem in⸗ nerſten Bewußtſein, dem Standpunkt des religiöſen Gelbftbewußtſeins, der Wurzel des Geiſtes ab, und dieſe iſt das Funda⸗ ment aller Wirklichkeit“ 203 (O Endlichkeit) Bedeutung des Selbſtbewußtſeins im Kultus 221, 222—224, 227, 232 (ſ. Glaube), 240, 242, 249, 252 (f. Kultus), 268 Das Selbſtbewußtſein in der unmittelbaren Religion 302, 306, 307, 308 309 (ſ. Zauberei). „Selbſtbewußtſein iſt das Verhältnis mit dem Objekt, worin jenes nicht mehr das unmittebare iſt, das was innerhalb ſeiner beſriedigt iſt, ſondern es ſindet ſeine Befrie⸗ digung im Anderen, vermittelſt eines Anderen, in dem Durchgang durch ein Anderes“ 308, 309 (O Zauberei) Das Höchſte, was im indiſchen Kultus erreicht wird, „iſt dieſe Vereinigung mit Gott, welche in der Vernichtung und Verdump⸗ ſung des Selbſtbewußtſeins beſteht“ 386, 375 (O indiſche Religion), 390 In der beſtimmten Religion tritt der Menſch in ein aſſirmatives Verhältnis zu ſeinem Gott, „denn die Grundbeſtimmung iſt, daß er Selbſtbewußtſein iſt“ 41, 42 ( beſtimmte Religion). Die Be⸗ ſtimmung des Einen Gottes iſt ſür das Selbſtbewußtſein „die Wurzel ſeines konkreten, wahrhaften Inhalts“ 50 (O jüdiſche Neligion) In der abſoluten Religion „it Gott Selbſtbewußtſein, er weiß ſich in einem von ihm verſchiedenen Bewußtſein, das an ſich das Bewußtſein Gottes ift, aber auch für ſich, indem es ſeine Identität mit Gott weiß, eine Identität, die aber vermittelt iſt 2216
1 1 6 E Selbſtbewußtſein durch die Negation der Endlichkeit“ 191, 209. „Freiheit iſt die Beſtimmung des Selbſtbewußtſeins“ 209 (f. abſolute Religion) „Die unendliche Subjektivität, Freiheit des Selbſtbewußtſeins iſt im Sokrates aufgegangen“ 44, 42 (O Sokrates) [11, 418] Ein Teil der Sokratiker hat „die Abſolutheit des Selbſtbewußt⸗ ſeins in ſich, und die Beziehung ſeiner an und für ſich ſeienden Allgemeinheit auf das Einzelne“ beſonders ausgebildet 126 (O Sokratiker) In der nachariſtoteliſchen Philoſophie ſtellt ſich die Einheit zunächſt „als Einheit des Selbſtbewußtſeins und Bewußtſeins dar, reines Denken“ 417, 418. „Das reine Selbſtbewußtſein macht ſich zum Weſen“ 418 (O Ariſtoteles). In ſämtlichen Philoſophien des Dogmatismus iſt „die reine Beziehung des Selbſtbewußtſeins auf ſich das Prinzip“ 425, 428 (O Dogmatismus), ebenſo in der ſtoiſchen Philoſophie 429 (O Stoiker) Die zweite Periode der griechiſchen Philoſophie will „die Freiheit des Selbſtbewußtſeins durch das Denken erringen“ 583, 584. Reſultat wird, „daß das Selbſtbewußtſein ſich ſelbſt das Weſen iſt“ 584, 585, 586 (f. griechiſche Philoſophie) [19, 3] 19 Bei den Neuplatonikern „ſtürzen alle Religionen in Eine, alle Vorſtellungsarten abſorbieren ſich in Einer. Sie iſt dieſe, daß das Selbſtbewußtſein — ein wirklicher Menſch — das abſolute Weſen iſt“ 7. „Dies, daß das Selbſtbewußtſein das abſolute Weſen oder das abſolute Weſen Selbſtbewußtſein iſt, dies Wiſſen iſt jetzt der Weltgeiſt“ 7 (O Neuplatoniker) Philoſophiſcher und begriffener als bei den Gnoſtikern und der ganzen vorhergehenden Stufe „tritt die Einheit des Selbſtbe⸗ wußtſeins und Seins in der alexandriniſchen Schule auf“ 31. Ihr gehört das tiefere Prinzip an, „daß das abſolute Weſen als Selbſtbewußtſein begriffen werden muß“ 33 (0 alexandriniſche Philoſophie) Das Selbſtbewußtſein, die Freiheit des Ich in Spinozas Philo⸗ ſophie 391, 395. Mangel dieſer Philoſophie iſt „die Vertilgung des Moments des Selbſtbewußtſeins im Weſen“ 398, 402, 407 (. Spinoza) Ausbau des Selbſtbewußtſeins durch Locke, indem er das Be⸗ wußtſein unterſucht, „für welches etwas Anderes iſt — Wirklichkeit“ 410, durch Leibniz, indem er dem Spinoza die unendliche 2217
1 17 10 Selbſtbewußtſe in / Selbſterkenntnis Vielheit der Individuen gegenübergeftellt 410, 375, 377, 378 (O Spinoza) Bedeutung des Selbſtbewußtſeins im Skeptizismus der neueren Philoſophie 487, 484 (O neuere Philoſophie) Faſſung des Selbſtbewußtſeins in der Kantiſchen Philoſophie: Sie „führt die Weſenheit in das Selbſtbewußtſein zurück, aber kann dieſem Weſen des Selbſtbewußtſeins, oder dieſem reinen Selbſtbewußtſein keine Realität verſchaffen, in ihm ſelbſt das Sein nicht aufzeigen“ 554. Kant beſchreibt „nur das empiriſche, endliche Selbſtbewußtſein“ 572. Er „faßt das Selbſtbewußtſein ſchlechthin ſelbſt nur als ſinnliches auf“ 578. In Kants praktiſcher Philoſophie „beſtimmt der Wille ſich in ſich, auf Freiheit beruht alles Rechtliche und Sittliche; darin hat der Menſch ſein abſo— lutes Selbſtbewußtſein“ 589, 588, 590. In Kants Urteilskraft iſt „das Anſich außer dem Selbſtbewußtſein fiziert“ 600 (f. Kant) In Fichtes Philoſophie iſt „das Selbſtbewußtſein nicht tote Iden— tität, noch Nichtſein, ſondern Gegenſtand, der mir gleich iſt. Ich iſt Subjekt, Prädikat und Beziehung. Abſtrakt iſt dies A = A, der Satz des Widerſpruchs“ 620, 621 [2, 503; 3, 106; 10, 272, 273], 688. „Ich iſt »der Punkt, wo Subjekt und Objekt unvermittelt Eins finde; und das iſt der Akt des Selbſtbewußtſeins“ 654, 658, 659 (ſ. Schelling). In der neueſten deutſchen Philoſophie hört „der Kampf des endlichen Selbſtbewußtſeins mit dem abſoluten Selbſtbewußtſein, das jenem außer ihm erſchien“, auf 689, 690, 688 (ſ. neueſte deutſche Philoſophie) Selbſterhaltung 162, 163 (O Begriff). Die Selbſterhaltung als Pflicht des Meu— ſchen gegen ſich ſelbſt 220 (O Moralität) „Selbſterhaltung iſt fortdauerndes Produzieren, wodurch nichts Neues entſteht, — Zurücknahme der Tätigkeit zum Hervorbringen ſeiner ſelbſt, — immer nur das Alte“ 412 (O Anaxagoras) Selbſterkenntnis („5 oeavıdy) „Der zur Selbſterkenntnis treibende Gott iſt nichts Andres, als das eigene abſolute Geſetz des Geiſtes“ 10 H. „Die Selbſterkennt— nis in dem gewöhnlichen trivialen Sinn einer Erforſchung der eigenen Schwächen und Fehler des Individuums hat nur für den Einzelnen, — nicht für die Philoſophie — Intereſſe und Wichtig⸗ 2218
Selbſterkenntnis / Selbſtgenuß 10 keit, ſelbſt aber in Bezug auf den Einzelnen um ſo geringeren 13 S Y 10 11 Wert, je weniger ſie ſich auf die Erkenntnis der allgemeinen intel— lektuellen und moraliſchen Natur des Menſchen einläßt, und je mehr ſie .. . in ein ſelbſtgefälliges Sichherumwenden des Indivi— duums in feinen ihm teuren Abſonderlichkeiten ausartet“ 10g, 11 g (O Geiſt) Selbſtgefälligkeit 366 (O Skulptur) Selbſtgefühl Das Selbſtgefühl des unglücklichen Bewußtſeins 173 (O unglück— liches Bewußtſein) 205 (O Naturbeobachtung) Das Selbſtbewußtſein kommt in der Befriedigung ſeiner Begierde nur zu ſeinem Selbſtgefühl 108 (O Begierde) Charakteriſtik des Geſtaltungsprozeſſes, „der das einfache unmit⸗ telbare Selbſtgefühl zum Reſultate hat“ 616, 615 [P. St. 6, 207] (O Tier), 665 8 (O Bildungstrieb). „Die Trennung beider Ge— ſchlechter iſt eine ſolche, worin die Extreme Totalitäten des Selbſt⸗ gefühls find“ 669 8 (O Geſchlechts verhältnis) Das erſt im tieriſchen Organismus zuſtande kommende Fertig— ſein der Leiblichkeit iſt der Grund des entſtehenden Selbſtgefühls 99 8 (O Kind) „Selbſtgefühl“ 204-234 [vgl. 6, 239242] (O Seele) § 407 [vgl. 6, $ 321] aa) Erwachen der fühlenden Totalität „zum Urteil in ſich“. Setzung „feiner Gefühle in ſich“ 204 H. „Es iſt auf dieſe Weiſe Selbſtgefühl — und iſt dies zugleich nur im beſondern Gefühl“ 204 § 408 [ogl. 6, $ 321] 88) Um der Unmittelbarkeit, in der das Selbſtgefühl noch nicht beſtimmt iſt, iſt es noch der Krankheit fähig 204, 205 [val. 6, 239]. Zur Verrücktheit und Krankheit 205 bis 234 [ogl. 6, 239 — 242] (ſ. Krankheit) 317 (ſ. Griechen) Selbſtgenuß Bei den Griechen ſinden wir dieſen unendlichen Trieb der Indivi— duen ſich zu zeigen und ſo zu genießen 317 (O Griechen) 2219
1 * 15 19 2 1 — 13 15 16 Selbſtigkeit / Selbſtſucht Selbſtigkeit Subjektivität, Selbſtigkeit (nicht Selbſtſucht) in der chriſtlichen Religion 35 (O chriſtliche Religion) Selbſtiſches Das Moment des Selbſtiſchen in der Frömmigkeit 31. Seine Ent⸗ wicklung, ſobald die Frömmigkeit mit dem Denken den Anfang macht 31 (O Religion) Selbſtliebe Begriff der Selbſtliebe bei Helvetius 525 (O franzöſiſche Philo— ſophie) Selbſtmord Der Menſch allein kann Selbſtmord begehen 55 (O Wille). Zur Frage, ob der Menſch das Recht hat, ſich das Leben zu nehmen 128, 129 (O Eigentum) Selbſtſucht Einbrechende Eigenſucht und Eitelkeit, Suchen des eigenen Vor— teils und Befriedigung desſelben auf Koſten des Ganzen charak— teriſieren die Epoche eines Volkes, in welcher der Gedanke, die Reflexion herrſchen 117 (O Weltgeſchichte) Die natürliche Selbſtſucht hatte im griechiſchen Staatsleben keinen Raum 110, 111 (O klaſſiſche Kunſtform) Abgrenzung der Selbſtſucht gegen die Selbſtigkeit der chriſtlichen Religion 35 (O chriſtliche Religion) Gegen die weltliche Macht, die in der römiſchen Religion herrſcht, zerfällt „das Beſondere, weil es nicht auf vernünftige Weiſe darin aufgenommen iſt, es iſt Selbſtſüchtigkeit des Individuums und Befriedigung in ungöttlicher Weiſe, in beſonderen Intereſſen“ 164 (O römiſche Religion). „Die Natürlichkeit des Willens ift näher die Selbſtſucht des Willens, unterſchieden von der Allgemeinheit des Willens und entgegengeſetzt der Vernünftigkeit des zur Allgemeinheit gebildeten Willens“ 261 (O chriſtliche Religion) 2220
17 12 19 11 11 = Selbſtvergeſſenheit / Seligkeit Selbſtvergeſſenheit „Wahre Bildung iſt nicht, auf ſich ſo ſehr ſeine Aufmerkſamkeit zu richten, ſich mit ſich als Individuum beſchäftigen, — Eitelkeit; ſondern ſich vergeſſen, in die Sache, das Allgemeine vertiefen, — Selbſtvergeſſenheit“ 249 (O Pythagoras) Selbſtzweck „Die innere Zweckmäßigkeit iſt die, daß Etwas an ſich ſelbſt gegen⸗ ſeitig ebenſoſehr Zweck als Mittel, ſein eigenes Produkt und dies Produkt das Produzierende ſelbſt iſt. Ein ſolches iſt Selbſtzweck“ 187 (O Schluß) Das Lebendige iſt Zweck für ſich ſelbſt 452 9 (O Organik) „Das Leben muß als Selbſtzweck gefaßt werden“ 272 (O Ber: ſtand) Das Kunſtwerk der Architektur iſt nicht ſchlechthin für ſich ſelbſt Zweck 334 (O Regelmäßigkeit) Im organiſierten Naturprodukt ſind alle ſeine Glieder Mittel, und zugleich Zweck; „es iſt in ſich zugleich Zweck und Mittel, Selbſtzweck“ 603 (O Kant) Seldſchuken 458 (O Mohammedanismus) Selene Die Selene wurde als titaniſche Naturmacht verehrt 320 (O Griechen) Seligkeit „Die Seligkeit beſteht darin, daß kein Glück in ihr iſt, d. h. daß in ihr die Angemeſſenheit des äußeren Daſeins zum inneren Ber: langen nicht zufällig iſt. Seligkeit kann nur von Gott geſagt wer den, in welchem Wollen und Vollbringen ſeiner abſoluten Macht dasſelbe iſt“ 53 (O Propädeutik) Das Denken der Notwendigkeit iſt „das Zuſammengehen Seiner im Andern mit ſich ſelbſt, — die Befreiung“. Als Genuß gibt dieſe Befreiung Seligkeit 351 (O Wechſelwirkung) 2221
14 1 * 11 1 — 1 14 1 1 18 = 1.0 nn Seligkeit / Senſibilität „Seligkeit iſt eine Befriedigung, die erworben und ſo allein be⸗ rechtigt iſt; eine Heiterkeit des Sieges, das Gefühl der Seele, welche das Sinnliche und Endliche in ſich ausgetilgt und damit die Sorge abgeworfen hat, die immer auf der Lauer ſteht; ſelig iſt die Seele, die zwar in Kampf und Qual eingegangen iſt, doch über ihr Leiden triumphiert“ 34 (O Malerei) Seligkeit im freien religiöſen Verhältnis 20 (O Religionsphilo: ſophie) 141 (O Gefühl 56 (O Dogma) Semiramis 246 (O Babylon) Senat Der römiſche Senat zu Romulus' Zeiten, zu Zeiten der Könige, unter Junius Brutus, im zweiten puniſchen Krieg, unter Cäſar, Auguſtus 388, unter Tiberius 405, zur Kaiſerzeit 404, 405 (O Römer) Seneca, Lucius Annäus 329 (O klaſſiſche Architektur) 568 (O Tragödie) Seneca als Dramatiker 179 (O römiſche Religion) 14, 568] Senecas Erklärung des Prinzips von Thales 214 (O Thales) Seneca als Quelle für ſtoiſche Philoſophie 436. Seneca über das Leidenſchaftliche 463. Senecas Räſonnement aus Gründen 469, 473. „In Seneca ſelbſt iſt mehr Braſt und Bombaſt moraliſcher Reflexion, als wahrhafte Gediegenheit“ 469, 473. Sein Verhält⸗ nis zu Nero 469. Seneca: de vita beata 470 Fußn. (O Stoiker) Seneca über die Philoſophie Epikurs 478, zu Epikurs Moral 503 504, 504 Fußn. (O Epikur) Senſibilität „Die Senſibilität drückt den einfachen Begriff der organiſchen Reflexion in ſich, oder die allgemeine Flüſſigkeit desſelben aus“ 209, 210, 211. Senſibilität und Nervenſyſtem 210, und Irritabi⸗ 7 2222
Senſibilität / Separator lität 212, 213, 214, 224. Senſibilität als bloße Eigenſchaft 215, 216, 220 (ſ. Naturbeobachtung) Die Senſibilität als das „allgemeine einfache Inſichſein“ des Le⸗ bens „in ſeiner Außerlichkeit“ 188 (O Leben) 475 (O Maß) 19, 139 8 f. u.] 5 „Allgemeinheit, das rein nur in ſich ſelbſt Erzittern der Leben⸗ digkeit“ iſt Senſibilität 253, 254. Senſibilität und Reproduktion 255 (O Leben) Die Familie iſt mit der Senſibilität, die bürgerliche Geſellſchaft mit der Irritabilität des Staates zuſammenzuſtellen 343 (O Staatsrecht) „Der Prozeß des Lebendigen innerhalb ſeiner ſelbſt hat in der Natur die dreifache Form der Senſibilität, der Irritabilität und der Reproduktion. Als Senſibilität ift das Lebendige unmittelbar einfache Beziehung auf ſich, die Seele, welche überall gegenwärtig iſt, in ihrem Leibe, deſſen Außereinander für ſie keine Wahrheit hat“ 4318 (O Leben) 9 Kritik an der Auffaſſung in der Medizin, wonach „Irritabilität und Senſibilität in umgekehrtem Verhältniſſe fein ſollen“ 139 © (O Medanit) [4, 475] Senſibilität des Tieres 585 [P. St. 6, 206], 586 8, 609 H. Ihr entſpricht das Nervenſyſtem 588 [P. St. 6, 206, 207]. Dreiteilung des Syſtems der Senſibilität 588 [P. St. 6, 206, 207], 590 8, 594 0, 595 C. Die Senſibilität als äußerer Prozeß im theoreti— ſchen Prozeß 622 [P. St. 6, 208], 623 9 (f. Tier) 1 Ma A E Sentimentaliſches 13 Der Humor ſtreift, „wenn das Subjekt in ſich ohne Kern und Halt eines von wahrhafter Objektivität erfüllten Gemütes iſt, gern in das Sentimentale und Empfindſame herüber“, wovon Jean Paul ein Beiſpiel liefert 228 (O Humor) Separator 19 Der Separator als Prinzip in Jakob Böhmes Philoſophie 312, 313, 316, 318, 321, 325 (f. Böhme). Vergleich von Böhmes Sepa⸗ rator mit der Negation, Privation in Spinozas Philoſophie 410 (O Spinoza) 2223
Septime / ſetzen, Setzung Septime 9 2430 (O Klang) Septimius Severus ſ. Severus Serapis 11 Serapis löſte Oſiris als Vorſteher des Reichs des Unſichtbaren und als Totenrichter ab 288, 289 (O Agypten) 13 Pluto und Serapis 431 (O griechiſche Götter) 15 Oſiris hat ſich als Serapis über alle anderen Götter erhoben 454, 455 (f. ägyptiſche Religion) Sertorius Quintus 11 399 (O Römer) Servius Tullius 11 383, 384, 385 (O Römer) Seſoſtris 11 Champollion und Herodot über Seſoſtris 268 (O Agypten) 13 281 (O ſymboliſche Architektur), 286 (O ägyptiſche Architektur) Seſtine 14 Die Seſtinen der Italiener 464 (O Lied) Sethos I 11 269 (O Agypten) ſetzen, Setzung 1 „Im geſchehenen Setzen und Beſtimmen ſelbſt liegt ein NichtSetzen und ein Unbeſtimmtes, alſo immer wieder die Aufgabe ſelbſt, zu ſetzen und zu beſtimmen“ 51 (© Fichte) 4 „Beides iſt immer ſehr wohl von einander zu unterſcheiden; das Rur, was geſetzt iſt an einem Begriffe, gehört in die entwickelnde Betrachtung desſelben, zu ſeinem Inhalte. Die noch nicht an ihm ſelbſt geſetzte Beſtimmtheit aber gehört unſerer Reflexion, fie betreffe nun die Natur des Begriffs ſelbſt, oder ſie ſei äußere Ver⸗ 2221
4 or 19 2 E ſetzen, Setzung / Sextus Empirikus gleichung“ 123. „Das Anſichſein iſt gewöhnlich als eine abſtrakte Weiſe den Begriff auszudrücken zu nehmen; Setzen fällt eigent⸗ lich erſt in die Sphäre des Weſens, der objektiven Reflexion; der Grund ſetzt das, was durch ihn begründet wird“ 138 (O Dafein) „Die ſetzende Reflexion“ 493, 494—497 (f. Reflexion) „Sie iſt Setzen, inſofern ſie die Unmittelbarkeit als ein Rückkehren iſt“; „ſie iſt alſo nur als Rückkehren oder als das Negative ihrer ſelbſt“ 495 (O Reflexion) Dem Daſein in der Sphäre des Seins entſpricht das Geſetztſein in der Sphäre des Weſens 501 (O Reflexion) Das in ſich reflektierte Geſetztſein im Gegenſatz 525, 526 (. Gegen: Tab). Das Geſetztſein im Widerſpruch 536, 537 (ſ. Widerſpruch) Der Begriff iſt „dieſe abſolute Einheit des Seins und der Re— flexion, daß das An- und Fürſichſein erſt dadurch iſt, daß es ebenſoſehr Reflexion oder Geſetztſein iſt, und daß das Geſetztſein das An⸗ und Fürſichſein iſt“ 6. „Durch das Begreifen“ des Gegen— ſtandes „wird das An- und Fürſichſein, das er im Anſchauen und Vorſtellen hat, in ein Geſetztſein verwandelt; Ich durchdringt ihn denkend“ 16. „Dies fein Geſetztſein aber ift fein An- und Fürſich⸗ ſein, oder ſeine Objektivität“ 16 (ſ. Begriff) Severus, Lucius Septimius 37 (O Plotin) Sextakkord 241 Y, 243 0 (O Klang) Sextus Cäcilius 46, 47, 48 (O Rechtsphiloſophie) Sextus Empiricus Schulzes Verhältnis zu Sextus Empiricus 221, 226, 227, 233, 234, 235, 237. Sextus zur Selbſterkenntnis der Vernunft 237, 238, 239. Seine Tropen 240—252, 260; die zehn erſten 227, 229, 240, 240—246, ihre Form, ihr Inhalt 242, 243; die folgenden fünf Tropen 240, 241, 246—252 (.. Skeptizismus) 246, 252 (O Skeptizismus) Charakteriſtik von Sextus' „hohem, antikem Skeptizismus“ 194 (O Dialektik) Glockner, Hegel-Lexikon 140 2225
1 1 A E Sextus Empirikus Sextus Empirikus, „wichtig durch ſeine Hypotyposes Pyrrhon. und adv. Mathematicos“, iſt, „indem er als Skeptiker teils die dogmatiſchen Philoſophien bekämpft, teils andere Philoſophen als Zeugniſſe für den Skeptizismus anführt“, „die fruchtbarſte Quelle für die Geſchichte der alten Philoſophie geworden“ 206 (O griechiſche Philoſophie) [18, 547 Sextus Empirikus zu Pythagoras 237, 252, 253, 257, 257 Fußn., 260, 260 Fußn., 262, 262 Fußn., 263, 263 Fußn., 265 bis 268 und Fußn., 266, 266 Fußn., 267, 267 Fußn., 268, 268 Fußn., 275, 275 Fußn., 276, 276 Fußn. (O Pythagoras) Sextus Empirikus zu Kenophanes 299, 299 Fußn., 300, 300 Fußn., 304, 304 Fußn., 305, 306, 306 Fußn. (O Kenophanes), zu Parmenides 307, 309, 309 Fußn. (O Parmenides) 343 (O Zeno). Sextus Empirikus zu Heraklit 350, 350 Fußn., 351—352 und Fußn., 353, 353 Fußn., 354, 354 Fußn., 359, 359 Fußn., 364, 364 Fußn., 365, 365 Fußn., 366, 366 Fußn., 367, 367 Fußn. (O Heraklit), zu Empedokles 377 (O Empedokles), zu Anaxagoras 415, 433 (O Anapagoras) Sextus Empirikus zu Protagoras 28, 32, 33, 33 Fußn. (O Protagoras), zu Gorgias 37, 37 Fußn., 38, 38 Fußn., 39, 39 Fußn., 40, 40 Fußn., 41, 41 Fußn., 42, 42 Fußn. (O Gorgias), zu Ariſtippos 152, 152 Fußn. (O Ariſtippos), zu Kritias 171, 171 Fußn. (O Platon) Septus Empirikus als Hauptquelle für die ftoi ſche Philoſophie 436, 441, 441 Fußn., 447, 447 Fußn., 448 Fußn., 450, 450 Fußn., 452 (O Stoiker) Sextus Empirikus zu Epikur 478 (0 Epikur), zu Arkeſilaos 519, 519 Fußn., 521, 521 Fußn. (O Arkeſilaos), zu Karneades 529, 529 Fußn., 532, 532 Fußn., 535, 535 Fußn. (O Karneades), zu Pyrrho 544, 544 Fußn., 545, 545 Fußn. (O Pyrrhon), zu den Neuakademikern 546 „Sextus Empirikus“ 543 (0 Pyrrhon), 545—546, 547 bis 577 (O Skeptiker). Sein Leben als Arzt und Philoſoph 547. Seine Werke find: Hypotyposes Pyrrhonianae in drei Büchern und elf Bücher adversus Mathematicos, gegen die Wiſſenſchaft überhaupt. Sechs davon gegen die Mathematiker und fünf gegen die Philoſophen 547 [17, 206] Unterſchied zwiſchen dem älteren und neueren Skeptizismus 547 und zwiſchen der Akademie und dem Skeptizismus 548—549. 2226
Sextus Empirifus 18 „Ein Hauptſatz des Skeptizismus ift, daß man feine Zuſtimmung zurückhalten müſſe“. Der Skeptiker ſetzt ſo z. B. in einem Satze „ſtatt Sein immer Scheinen“ 548 und Fußn., 549, 538. Sie ſtehen der Akademie ſehr nahe, ſetzen aber an ihr aus, daß ſie ſich noch nicht zur Reinheit der Skepſis durchgerungen habe 549 Zweck des Skeptizismus 549—555. Das ſkeptiſche Selbſtbewußt⸗ ſein iſt „dieſe Befreiung von aller Wahrheit dieſes Seins, und davon, ſein Weſen in Etwas der Art zu ſetzen; die Skepſis hatte den Zweck, daß alles Beſtimmte, als Endliches, ihm nicht gelte“ 550. Ziel iſt eine durch Vernunft erworbene Ataraxie 550, 551, 552, »die dem Wanken alles Endlichen, wie der Schatten dem Körper, folgt« 551. Sextus hierzu 551 und Fußn. „Was die Natur des Skeptizismus ausmacht, iſt dieſes aus dem Seienden und Gedachten in ſeine Einfachheit zurückkehrende Selbſtbewußtſein“ 552 und Fußn. „Der Skeptizismus verhält ſich gegen Alles, was die Form des Allgemeinen und des Seins hat, negativ“ 553 Verhältnis des Skeptizismus zur Philoſophie 553, 539, 540 und zur Idee 553. Die allgemeine Weiſe des Skeptizismus 553, 554. Er will »zeigen, daß irgend Eins fo viel Wert und Gültigkeit hat, als ſein Entgegengeſetztes« 554 Das nähere Verfahren der Skeptiker 555. „Das Allgemeine iſt, daß ſie jedem Beſtimmten, Behaupteten, Gedachten ſein Anderes entgegenſetzenz und dies nun haben ſie in gewiſſe Formen ge— bracht“ 555. Als beſtimmte Weiſen dieſes Entgegenſetzens ge— brauchten die Skeptiker „nicht Sätze, ſondern Tropen, Wendun⸗ gen, wodurch die Zurückhaltung zuſtande komme“ 555. Die zehn älteren Tropen ſind „gegen das gemeine Bewußtſein überhaupt gerichtet“ 556, 557, 566. Die fünf ſpäteren gehen gegen die Re⸗ flexion 556, 568 1. Die älteren Tropen 557—568. Sie zeigen den Mangel der Abſtraktion, ihre Verſchiedenheit unter einfachere allgemeine Geſichtspunkte zuſammenzufaſſen 557, 556, 566. Sextus Empiri⸗ kus bemerkt ſelbſt, »daß drei Tropen ſie alle unter ſich begreifen: Der Eine ift das beurteilende Subjekt, der andere das, worüber geurteilt wird, der dritte, das beide Seiten enthält« 557, 558, 567. Sie richten ſich alle gegen das »Es iſt« 558 a) »Der erſte Tropus die Verſchiedenheit der tieriſchen Organi— ſation, daß verſchiedenen Lebendigen verſchiedene Vorſtellungen 2227
18 Sextus Empirikus und Empfindungen von demſelben Gegenſtande entſtehen« 558, 559 b) »Der zweite Tropus, die Verſchiedenheit der Menſchen« 559, 560, Feſtſtellung vieler „Idioſynkraſien“ 559. Vergleich mit unfrer modernen Anſchauung, wonach z. B. „in Anſehung der Religion nichts Objektives, Wahrhaftes gibt, auf die Subjektivität Alles hinausläuft, und Indifferentismus gegen alle Wahrheit entſteht“ 560, 568. Die Verſchiedenheit der Philoſophien wird geritten 560, 561, 568, 571. Kritik ſolcher Anſicht 561, 562 c) »Der dritte Tropus iſt die Verſchiedenheit in der Organiſation der Sinneswerkzeuge gegeneinander« 562. „Sie widerſprechen ſich, dasſelbe faſſen verſchiedene Sinne alſo anders auf“ 562 d) »Der vierte ift die Verſchiedenheit der Umftände im Subjekte nach ſeinen Zuſtänden, Veränderungen in ihm, welche eine Be— hauptung über Etwas zurüdhalten müſſen« 562 e) »Oer fünfte betrifft die verſchiedenen Stellungen, Entfernungen und Orter; aus jedem verſchiedenen Standpunkte erſcheint die Sache anders« 563, 562. Beiſpiele 563 t) »Der ſechſte Tropus iſt von der Vermiſchung hergenommen, indem nichts allein und iſoliert unter die Sinne fällt, ſondern nur vermiſcht mit Anderen; Vermiſchung mit Anderen verändert Etwas« 563. „Durchs Subjekt ſelbſt tritt ebenſo eine ſolche Ver— miſchung ein“ 563, 564 2) »Die ſiebente Wendung iſt der Zuſammenhalt (Kohäſion), die Größe oder Menge der Dinge, durch welche fie verſchieden erſchei— nen« 564 h) Oer achte Tropus iſt aus der Relativität der Dinge, nach wel— chem wir ſchließen: Daß wir, da Alles im Verhältnis zu Etwas ifl, »darüber die Zuſtimmung zurückhalten müſſen, was es für ſich und nach feiner Natur« (Subſtanz) »iſt« 564, 565 i) »Der neunte Tropus iſt dann das ſeltenere oder öftere Ge⸗ ſchehen der Dinge; es verändert ebenſo das Urteil über die Dinge« 565, 566 k) »Der zehnte Tropus geht das Ethiſche vorzüglich an, und bezieht ſich auf die Sitten, Gewohnheiten und Geſetze« 566. Bei⸗ ſpiele 566 Die Ungleichheit des Etwas fällt in das urteilende Subjekt: hier⸗ her gehören die vier erſten Tropen; oder ſie fallen in den Gegen⸗ ſtand: hierher gehört der ſiebente und zehnte Tropus; endlich fällt 2228
1 E Sextus Empirikus die Ungleichheit in die Verknüpfung von beiden: hierher gehören der fünfte, ſechſte, achte und neunte 567, 557, 558. Sie treffen den „Dogmatismus des gemeinen Menſchenverſtandes“ 567, 575, 568 2. Die neuerenſkeptiſchen Tropen 568-575, 556. „Sie gehören mehr der denkenden Reflexion an, und enthalten die Dialektik, welche der beſtimmte Begriff an ihm hat“ 568. Referat nach Sextus Empirikus 568 a) »Der erſte Tropus iſt die Verſchiedenheit der Meinungen der Philoſophen« 568, 561, 569, 571. Sextus führt »Vielheit der Dogmen an, woraus der Schluß gezogen wird, daß das Eine wie das Andere behauptet werde« 568, 569 b) „„Das Verfallen« (der Progreß) »in das Unendliche«, — ein ſehr wichtiger Tropus“ 569, 571.572, 574, 577. „Der Grund, der für eine Behauptung beigebracht wird, bedarf wieder ſelbſt einer Begründung“ 569, 581 c) »Der Tropus des Verhältniſſes« 569, 574 d) »Tropus der Vorausſetzung«, des Axioms 569, 570, 573, 575, 577. Spinoza z. B. ſetzt Definitionen voraus 570 e) »Der Tropus der Gegenſeitigkeit, der Diallelus oder der Be⸗ weis im Cirkel« 570, 573, 575 Sextus Empirikus weiſt nach, »daß auf dieſe fünf Wendungen überhaupt alle Unterſuchung hinauslaufe«: 570—575 a) „»Der vorliegende Gegenſtand iſt entweder ein empfundenerz (Epikur), „oder ein gedachter« (Stoiker) 570. „Wie er nun auch beſtimmt werden möge, immer iſt über ihn eine Verſchiedenheit der Meinungen vorhanden« 570, 571. „Es iſt alſo ein Wider⸗ ſpruch“ 571, 561, 568, 569 5) „Jede Seite, einzeln Anſich, geht ins Unendliche“ 571, 569, 574. Verhältnis von Urſache und Wirkung 572. Das unendliche Fortgehen noch bei Kant und Fichte 572, 574 y) „Das Gehen ins Unendliche abgeſchnitten im Begründen durchs Entgegengeſetzte“ 572, 573. „Tropus der Gegenſeitigkeit“ 573, 570 d) »Wird aber dies vermieden durch ein unbewieſenes Axiom, welches als Erſtes und abſoluter Grund angenommen wird, ſo fällt dieſe Argumentation in die Wendung der Vorausſetzung, — den vierten Tropus« 573, 569, 570. Hinweis auf die moderne unmittelbare Offenbarung des Subjekts 574 2229
Sextus Empirikus / Shakeſpeare 18 s) »Ferner hat alles Empfundene eine Beziehung auf etwas An⸗ deres, auf das Empfindende« 574 Abermalige Zuſammenfaſſung der fünf Tropen 574, 575. Sie treffen die dogmatiſche Philoſophie 575, 567, 576, 577. Charakte⸗ riſtik des Skeptizismus als „ärgſten Dogmatismus“ 576 Die zwei formellen Momente der ſkeptiſchen Bildung 577—578 (ſ. Skeptiker) 578, 578 Fußn. „Sextus nimmt die einzelnen Wiſſenſchaften fonkret vor mit vieler Kraft der Abſtraktion“ 578, ſo z. B. die Geo⸗ metrie 578, 579. Er unterſcheidet drei Philoſophien 581, er kommt „auch auf die ſpekulative Idee über den intellectus, daß er ſich ſelbſt erkenne, als das Sichſelbſtdenken des Denkens 581, 582. Kritik an ſeiner Widerlegung dieſer Idee 582, 583. Über den all— gemeinen Standpunkt des Selbſtbewußtſeins in der zweiten Pe— riode der griechiſchen Philoſophie 583—586 (f. griechiſche Philo— ſophie) Sforza, Francesco 11 509 (O Mittelalter) Shaftesbury, Anthony Aſhley Cooper, dritter Graf von 19 Shaftesbury und Locke 422 (O Locke) Shakeſpeare, William 1 44 (O Fichte) 7 47 (O Rechtsphiloſophie) 8 Romeo und Julia 303 (O Form — Inhalt) 10 Lears „magiſche Gewalt“ über Kent 161 O, 162 3 (O Magie) 13, 187 12 106 (O Tieck). Teils wählte Shakeſpeare ſeine Stoffe aus dem Heroenzeitalter, „in welchem die Lebendigkeit des Individuums in ſeinem Beſchließen und Ausführen noch das Vorherrſchende iſt und das Beſtimmende bleibt“, teils haben ſeine eigentlich hiſto⸗ riſchen Dramen nur bloß äußerlich Hiſtoriſches in ſich 260, 261. Der Stand des Fürſten wird häufig gewählt 263 (O Hervenzeit) Zur Kolliſion in Macbeth 283, in Hamlet 291 (O Kolliſion). In Lear wird das Böfe in feiner ganzen Gräßlichkeit vorgeführt 301 2230
Shakeſpeare 12 (O Handlung). Die Hexen im Macbeth verkünden Macbeths „ge⸗ 1 = heimſten eigenſten Wunſch“ und „die Erſcheinung des Geiftes im Hamlet wird nur als eine objektive Form von Hamlets innerer Ahnung gehandhabt“ 312 [13, 206, 207]. Charakteriſtik Hamlets 313 [13, 204, 205; 14, 566] (O Individuum). Charakteriſtik Timons. Er iſt ein ganz äußerlicher Menſchenfeind 315 Claudius' Gegenüberſtellung von Voltaire und Shakeſpeare 318 (O Pathos). Shakeſpeares Inkonſequenz, indem feine Rüpel „fait durchweg geiſtreich und voll genialen Humors“ ſind 324. Obwohl in Julia und Romeo die Liebe das Hauptpathos iſt, umfaſſen doch beide eine Totalität von Verhältniſſen 323. Shakeſpeare „zeichnet ſich durch das Entſchiedene und Pralle ſeiner Charaktere ſelbſt in der bloß formellen Größe und Feſtigkeit des Böſen aus“ 328. Lady Macbeth 328, Hamlet 328, 329 (O Charakter). Ver⸗ hältnis der Franzoſen zu Shakeſpeare 360 logl. 14, 504]. Shake⸗ ſpeare als Nationaldichter 368, 369. Vergleich unſrer pedantiſch getreuen Shakeſpeareaufführung mit der großzügigeren in Eng: land 372 (O Kunſtſchönes). Shakeſpeares „großer und tiefer Humor“ 397 [13, 215] (O Originalität) Shakeſpeares Vorliebe für die Metapher 536, 540 (O Metapher), für das Gleichnis 549. Engliſche Kritiker tadelten vielfach „die gehäuften und bunten Vergleiche“; demgegenüber iſt zu ſagen, daß im Ganzen „den Gleichniſſen auch im Dramatiſchen eine weſentliche Stelle und Wirkung einzuräumen“ iſt 552, 553, 554. Beiſpiele aus Heinrich IV., Richard II. 554, aus Heinrich VIII. und Julius Cäſar 555, 556, aus Antonius und Kleopatra 556, aus Macbeth 555 [13, 206] (ſ. Gleichnis) Verhältnis zwiſchen Lear und Kent 187 10, 161, 162 g] (O Treue). Bei Shakeſpeares Charakteren macht „eben die pralle Feſtigkeit und Einſeitigkeit das vorzüglich Bewundernswerte aus“ 196, 197, 198. Wir haben „Individuen vor uns, ſelbſtändig nur auf ſich ſelber geſtellt, mit beſondern Zwecken, die nur die ihrigen ſind, aus ihrer Individualität allein id) herſchreiben, und welche ſie nun mit der unerſchütterten Konſequenz der Leiden. ſchaft, ohne Nebenreflexion und Allgemeinheit, nur zur eigenen Selbſtbefriedigung durchſetzen“ 197. So Macbeth 197, 199, 204, Lady Macbeth 197, 199, Othello 197, 198, Richard III. 197, 198, die alte Margarete 198, Laertes 204. Seine Charaktere können 2231
1 w 14 18 19 20 11 11 16 11 Shakeſpeare / Sidon wohl innerlich verſchloſſen ſein, um, wenn ihre Stunde gekom⸗ men iſt, ihre „ungeteilte Kraft ganz hineinzuwerfen“ 201. So Julia in Romeo und Julia 202, 206, Miranda im Sturm 202, nicht ſo Hamlet 204, 205. Seine Charaktere zeigen, daß die „Be⸗ ſchränktheit ihrer Subjektivität ſelbſt nur ein Schickſal, d. i. eine Verwickelung ihrer partikulären Beſtimmtheit mit einem tieferen Inneren ſei“ 206, 215. So Macbeth 206, 207 [12, 555], Stephano, Trinkulo, Piſtol, Falſtaff 207 (O Charakter). Shakeſpeare zeigt am beſten, wie „in den Darſtellungen der romantiſchen Kunſt alles Platz hat, alle Lebensſphären und Erſcheinungen, das Größte und Kleinſte, Höchſte und Geringſte, das Sittliche, Unſittliche und Böſe“ 218 (O romantiſche Kunſtform) 84 (O Malerei), 353 (O Kolliſton), 489, 491, 498, 504, 506 (O Dra⸗ ma), 520 (O Schauſpiel) Vergleich der Kollifion im Hamlet mit der ähnlichen in den Choephoren des Aſchylos und der Elektra des Sophokles 566. Shakeſpeare als Meiſter des tragiſchen Charakters 568—569, 571—572, in Macbeth, Othello 568, Lear, Gloſter 571. Zur Gerechtigkeit in Macbeth, Lear 572, in Romeo und Julia 574 (O Tra⸗ gödie). Shakeſpeares Komödien 579 (O Komödie) [20, 462] 172 (O Plato) 304 (O Böhme), 685 (O neueſte deutſche Philoſophie) Goethe und Shakeſpeare 140, 141; Tieck und Shakeſpeare 146, 147, 148, 157, 188, 189 [12, 106], Solger und Shakeſpeare 148 (O Solger) 160 (O Solger), 462, 463, 465, 468, 469 (O Raupach) Sibirien 145 (O Aſien), 159 (O Orient) ſibylliniſch Sibylliniſche Ausſprüche 380 (O Römer) Sibylliniſche Bücher 177 (O römiſche Religion) Sidon 255 (O Syrien), 270 (0 Agypten) 2232
11 — 11 1 2 20 11 17 Siebenjähriger Krieg / Silberblick Siebenjähriger Krieg 574 (O Reformation) Sieben Weiſen, die 230 (O Skeptizismus) „Die erſten Geſetzgeber ſind unter dem Namen der ſieben Weiſen bekannt.“ Es waren „denkende Menſchen, deren Denken aber nicht bis zur eigentlichen Wiſſenſchaft fortgeſchritten war“ 328 Thales von Milet und Bias von Priene 328. Die Freiheit des Gedankens ſehen wir zuerſt im Kreiſe der ſieben Weiſen aufgehen. „Dieſe fingen zuvörderſt an, allgemeine Sätze auszuſprechen“ 348 (O Griechen) 89, 90 (O Wiſſenſchafth. Die Namen der Sieben werden ver: ſchieden angegeben: Thales, Solon, Periander, Kleobulus, Chilon, Bias, Pittakus. Sonſt werden noch genannt: Myſon, Ana— charſis, Akuſilaos, Epimenides, Pherecydes 194. Sie faßten das Bewußtſein der an und für ſich allgemeinen Sittlichkeit auf und ſprachen es als Sittenſprüche und zum Teil als bürgerliche Geſetze aus 195. „Politiſches Verhältnis war das häufigſte.“ „Sie lebten in demokratiſchen Staaten, und teilten fo die Sorge für die allgemeine Staatverwaltung und Regierung“ 195. Bedeutung von Thales und Bias für die ioniſchen Städte 195, 196. Solon 198, 199, 201, 202 (f. d. Art.). Periander in Korinth und Pittakus in Mytilene 200. Zur Spruchweisheit des Solon 200, 201, 202, des Chilon 200 (ſ. d. Art.) und des Kleobulus 201 (O griechiſche Philoſophie) 291 (O Pythagoras), 345 (O Heraklit) Sieyes, Emanuel Joſeph 507 (O Reformbill) Sith Die Sekte der Seiks 197 (O Indien) Silberblick „Perikles ſtand an der Spitze des Staats und erhob ihn zum höchſten Glanze, das iſt der Silberblick des athenienſiſchen Lebens“ 399 (O Anaxagoras) 2233
18 19 1 x 1 = 18 11 17 1 19 [e +} > 10 Sillen / Sinne Sillen Timon der Sillograph 546 (ſ. Timon). „Goethes und Schillers ähnliche Sachen ſind allerdings geiſtreicher“ 546 Silveſter II. 176 (O ſcholaſtiſche Philoſo phie) Simon „Ein Schuhmacher Simon hatte viel Umgang mit Sokrates; er ſchrieb ſokratiſche Geſpräche“ 58, 126 (O Sokrates) Simon ben Jochai 27 (O Kabbala) Simonides von Keos 316 (O Ariſtoteles) Simonie Gregor VII. richtete ſich gegen die Simonie 477 (O Kirche) Simplikios Simplikios iſt „der gelehrteſte und ſcharfſinnigſte der griechiſchen Kommentatoren des Ariſtoteles“ 206 (O griechiſche Philoſophie) Simplikios zu Anaximander 227, 227 Fußn., 229 Fußn. (O Ana⸗ vimander), zu Anazimenes 231 (O Anaximenes), zu Xenophanes 299, 306 Fußn. (O Kenophanes), zu Parmenides 309, 309 Fußn., 310, 310 Fußn., 311, 311 Fußn., 312, 312 Fußn., 313, 313 Fußn., 314, 314 Fußn. (O Parmenides), zu Meliſſos 317, zu Zeno 328, 328 Fußn. (O Zeno), zu Leukipp 381 (O Leukipp) Simplikios zu Stilpo 144, 145, 145 Fußn. (O Stilpo) Er wurde von Kaiſer Juſtinian aus Athen vertrieben 93 Sinne (Gefühl, Gehör, Geruch, Geſchmack, Geſicht) Die Sinne des Tieres 624 [P. St. 6, 208], 625—627 & (f. Tier); feine Sinneswerkzeuge 627—628 8 (O Tier) 19 8 (O Geiſt). Die fünf Sinne 127 [vgl. 6, 236], 128 O, 129 2, 1309. Zur Fünfzahl der Sinne 129 g. Das Zerfallen in drei 2234
Sinne / Sinnliches, Sinnlichkeit 10 Klaſſen 127 [vgl. 6, 236], 129 8, 130 g, 132 , 133 (ſ. Emp⸗ findung) [9, 624, 626 O ſ. o.] 12 „Den rein theoretiſchen Prozeß verrichten die Sinneswerkzeuge des Geſichts und Gehörs“ 193. „Die Organe des Geruchs und Geſchmacks dagegen gehören ſchon dem Beginne des praktiſchen Verhältniſſes an“ 194 (O Symmetrie), 67, 68 (O Runftwerf) 13 Die Beſtimmtheit der Sinne und der ihnen entſprechenden Ma⸗ terialität, in welcher ſich das Kunſtwerk objektiviert, gibt die Ein⸗ teilungsgründe für die einzelnen Künſte ab 253. Von den fünf Sinnen ſind Gefühl, Geſchmack und Geruch keine Organe für die Auffaſſung von Kunſtwerken 253, 254, wohl aber Geſicht und Gehör 254 (f. Aſthetik) [12, 67] Sinngedicht (Epigramm) 12 527 (O Rätſel) 14 427 (ſ. Epigramm) 20 Würdigung des griechiſchen Sinngedichts 455 (O Leſſing) Sinnliches, Sinnlichkeit 2 „Die ſinnliche Gewißheit oder das Dieſes und das Meinen“ 81 bis 92 (ſ. Bewußtſein). Zur moraliſchen Forderung der Einheit der Sinnlichkeit mit dem reinen Willen und ſeinem reinen Zwecke 464, 465, 466, 476—481 (ſ. Moralität) Gegenüberſtellung von ſinnlicher und überſinnlicher Welt 633 (ſ. Erſcheinung) Unterſcheidung des Denkens vom Sinnlichen und der Vorſtellung 73 O, 74 0 (f. Denken) 10 „Das ſinnliche Bewußtſein“ 263—267 [P. St. 6, 247— 248] (ſ. Be⸗ wußtſein) 11 Das Sinnliche überhaupt iſt in der katholiſchen Kirche „nicht durch den Verſtand gebändigt und gebildet; es iſt frei geworden, und zwar frei nur auf eine rohe, wilde Weiſe“ 521 (O Refor⸗ mation) 12 Die Kunſt ſtellt auch das Höchſte ſinnlich dar und bringt es damit „der Natur und ihrer Art der Erſcheinung, den Sinnen und der Empfindung näher“ 27 (O Aſthetik) 2 E 2235
1 [I 1 1 an a 17 12 18 13 — Sinnliches, Sinnlichkeit / Sitte Betrachtung des Verhältniſſes zwiſchen dem aus dem Sinnlichen genommenen Kunſtwerk und dem ſinnlichen Menſchen 63—71 (ſ. Kunſtwerk). Das Sinnliche muß im Kunſtwerk freilich vorhanden ſein, „aber nur als Oberfläche und Schein des Sinn— lichen“ darf es erſcheinen 67. Verhältnis des Sinnlichen der Kunſt zu unſeren Sinnen 67, 68. „Die Kunſt durch ihre Darſtellungen befreit innerhalb der ſinnlichen Sphäre zugleich von der Macht der Sinnlichkeit“ 81 (O Kunſtwerk) Sinnlichkeit und Überſinnlichkeit der indiſchen Kunſt 449—462 (ſ. indiſche Kunſt) Verquickung der Vorſtellung mit Sinnlichem 156 (f. Vorſtellung) Die ſpekulative Idee von Gott iſt „dem Sinnlichen entgegengeſetzt, auch dem Verſtande: fie iſt daher ein Geheimnis für die fmnlide Betrachtungsweiſe und auch für den Verſtand“ 233. „Das Sinn— liche überhaupt hat zu feiner Grundbeſtimmung die Außerlichkeit, das Außereinander: im Raum ſind die Unterſchiede neben, in der Zeit nacheinander . . Die ſinnliche Betrachtungsweiſe ift gewohnt, fo Verſchiedenes vor ſich zu haben, das außereinander iſt“ 233 (O chriſtliche Religion) In der Religion des Orients finden wir neben dem Verſinken in die tiefſte Sinnlichkeit die Flucht zur leerſten Abſtraktion 131 (O Orient) Sinnſpruch Er gehört zum Sprichwort. Goethe hat „eine Menge von unend— licher Anmut und oft voll großer Tiefe gemacht“ 520 (O Sprich⸗ wort) Sinope Diogenes von Sinope 164 (O Diogenes) Siſyphos 54 (O griechiſche Götter) Sitte Zu Fichtes Darſtellung der ſittlichen Gemeinſchaft der Mens chen 115—118 (f. Fichte) Es liegt „in der Natur der abſoluten Sittlichkeit, ein Allgemeines 2236
1 2 3 6 -ı 10 18 Sitte oder Sitten zu ſein“ 510. Trennung von Sitte und Geſetz 532 (ſ. Naturrecht) Die ſittliche Subſtanz in der Abſtraktion der Allgemeinheit iſt nur das gedachte Geſetz; „aber ſie iſt ebenſoſehr unmittelbar wirkliches Selbſtbewußtſein oder ſie iſt Sitte“ 273, 274, 275 (ſ. Vernunft) Zucht iſt Geſchäft und Pflicht der Eltern; die Schule übernimmt „nur die Bildung der Sitten, und auch dieſe nicht in dem ganzen Umfange der Mittel“ 253, 254, 255. Über „das Verhältnis der Schule und des Schulunterrichts zur ſittlichen Bildung des Men⸗ ſchen überhaupt“ 265—273 (ſ. Gymnaſialreden) „Es iſt von jeher für das Werk der weiſeſten Männer erachtet worden, nicht nur das Allgemeine, die abſtrakten Geſetze zu ken— nen, ſondern auch die Einſicht in das zu haben, was dem Trieb, der Gewohnheit und Sitte, als bewußter Seite, angehört, und die Regulierung dieſer Seite zu finden und zuſtandezubringen. Durch eine ſolche Regulierung hat jene abſtrakte Seite eine natürliche Realität in einem beſondern Volke, und das Geſetz hat als Sitte für den Einzelnen eine ſeiende Gültigkeit“ 332 (O Jacobi) 11,532; 10, 411], 295 Sitte und Sittlichkeit 233 (ſ. Sittlichkeit). Sitte und Staat 328 (ſ. Staat). Daß Leidenſchaftloſigkeit, Rechtlichkeit und Milde des Benehmens Sitte werde, hängt teils mit der direkten ſittlichen und Gedankenbildung zuſammen, teils von der Größe des Staats ab, indem er das Gewicht von Familien- und anderen Privatverbindungen ſchwächt und die Leidenſchaften zähmt 402, 403 (O Verfaſſung) Die Einheit des vernünftigen Willens mit dem einzelnen Willen iſt Geſetz, und in ihrer Allgemeinheit dem ſubjektiven Willen ein⸗ gebildet, als deſſen Gewohnheit, Sinnesart und Charakter, iſt ſie als Sitte 383 @ (O Geiſt) Sitte und Sittlichkeit 397 [P. St. 6, 292] (f. Sittlichkeit). Sitte und Geſetz 411 [P. St. 6, 295] (f. Staatsrecht) Bedeutung des Kultus für Sittlichkeit, Sitte und Staat 256 (O Kultus) 77, 92, 93 (O0 Sokrates). Der Hauptgedanke in Platons Republik iſt, daß „das Sittliche das Verhältnis des Subſtantiellen habe, als göttlich feftgehalten werde; fo daß jedes einzelne Subjekt den 2237
18 — Sitte / Sittlichkeit Geiſt, das Allgemeine zu ſeinem Zwecke, zu ſeinem Geiſte und Sitte habe, nur aus, in dieſem Geiſte wolle, handle, lebe und ge⸗ nieße“ 277, 278. Für Platon beruht „das ganze Gemeinweſen auf Sitte, als zur Natur gewordenem Geiſt der Individuen, daß jeder als ſittliches Tun und Wollen vorhanden ſei“ 286. Platon „will dieſe Sitte direkt hervorbringen in den Individuen, zuerſt und vornehmlich in den Wächtern“ 286 (ſ. Plato) Sittlichkeit (Moralität, Tugend) Beſtimmung der ſittlichen Vernunſt „als das Abſolute in der Form der Einheit“ 460, 458, 463 (ſ. Naturrecht) Betrachtung der Natur und des Verhältniſſes der Wiſſenſchaſten des Sittlichen als philoſophiſcher Wiſſenſchaften 443, 485—515 (ſ. Naturrecht). Aufzeigen des Moments des negativ Abſoluten oder der Unendlichkeit in der abſoluten Sittlichkeit 485, 486. Ver⸗ hältnis der abſoluten zur relativen Sittlichkeit 494 Das reale abſolute Bewußtſein der Sittlichkeit unter der äußeren Form des erſten Standes 506—509 (ſ. Naturrecht). Die abſolute Sittlichkeit 506, 507, 508. „In der abſoluten Sittlichkeit iſt die abſolute Form mit der abſoluten Subſtanz aufs Wahrhaſteſte verbunden“ 508 Über das Verhältnis der Sittlichkeit des Individuums zur realen abſoluten Sittlichkeit 509 —515 (f. Naturrecht). Es liegt „in der Natur der abſoluten Sittlichkeit ein Allgemeines oder Sitten zu ſein“ 510. Die Sittlichkeit des zweiten Standes 512—514. „Das Werden der Sittlichkeit und die Erziehung“ 513, 514 Die Philoſophie „muß für die hohe Idee der abſoluten Sittlich— keit auch die ſchönſte Geftalt erkennen“ 536 (O Naturrecht) Erſchließung des „Reichs der Sittlichkeit“ in der Verwirklichung des anerkannten Selbſtbewußtſeins, „das in dem andern freien Selbſtbewußtſein die Gewißheit ſeiner ſelbſt, und eben darin ſeine Wahrheit hat“ 272, 273. Sittliche Subſtanz und ſittliches Be⸗ wußtſein in der geſetzgebenden Vernunſt 322 (ſ. Vernunſt). Das Weſen des Geiſtes iſt die ſittliche Subſtanz, „der Geiſt aber iſt die ſittliche Wirklichkeit“ 336 (f. Geift) „Der wahre Geiſt, die Sittlichkeit“ 339—372 (O Geiſt). Die Handlung trennt den Geiſt „in die Subſtanz und das Bewußtſein derſelben“. Das Selbſtbewußtſein als die unendliche Mitte „bringt die Einheit ſeines Selbſts und der Subſtanz als ſein 2238
t Sittlichkeit Werk und damit als Wirklichkeit hervor“ 339. Die Subſtanz ſpal⸗ tet ſich „in ein unterſchiedenes ſittliches Weſen, in ein menſchliches und göttliches Geſetz“ 339. Das ihr gegenübertretende Selbſtbe⸗ wußtſein „erfährt in ſeiner Tat ſowohl den Widerſpruch jener Mächte, worin die Subſtanz ſich entzweite“, „wie den Widerſpruch ſeines Wiſſens von der Sittlichkeit ſeines Handelns — mit dem, was an und für ſich ſittlich iſt, und findet ſeinen eignen Unter⸗ gang“ 339, 340, 560. In der Tat aber wird dadurch das „wirk— liche Selbſtbewußtſein“ 340 a) „Die ſittliche Welt, das menſchliche und göttliche Geſetz, der Mann und das Weib“ 340-354, 339, 560, 561. Für die ſittliche Wahrnehmung iſt „der Fall des Han: delns eine Wirklichkeit von vielen ſittlichen Beziehungen“ 340. Schließlich aber wird „die Vielheit der ſittlichen Momente das Zwiefache eines Geſetzes der Einzelnheit und eines der Allgemein— heit“ 340. „Der abſolute Geiſt iſt in der Vielheit des daſeienden Bewußtſeins realiſiert“ 340, 341. „Als die wirkliche Subſtanz iſt er ein Volk, als wirkliches Bewußtſein Bürger des Volkes“ 341. „Er iſt in der Form der Allgemeinheit das bekannte Geſetz und die vorhandene Sitte; in der Form der Einzelnheit iſt er die wirkliche Gewißheit ſeiner ſelbſt in dem Individuum überhaupt, und die Gewißheit ſeiner als einfacher Individualität iſt er als Regierung“ 341 Dieſer ſittlichen Macht und Offenbarkeit tritt dann eine andere Macht, „das göttliche Geſetz, gegenüber“ 341. Beide aber ent: halten ganz und alle Momente der ſittlichen Subſtanz 341, 342 Die Familie ift „ein natürliches ſittliches Hemeinweſen“ 342—346 (ſ. Familie). Zum Verhältnis von Familie und Regierung 346, 347, 365, 560. Bedeutung des Krieges 347 (ſ. Krieg) „Das göttliche Geſetz, das in der Familie waltet, hat ſeinerſeits gleichfalls Unterſchiede in fi” 347. Das Verhältnis des Mannes und der Frau 347, 348, 349, 351, 353, 354, 355, 365 (f. Mann — Weib), 560, 561, der Eltern und der Kinder 348, 349 (f. Eltern), des Bruders und der Schweſter 348, 349, 350 (ſ. Bruder⸗Schweſter⸗ verhältnis) Die allgemeinen ſittlichen Weſen „haben das Volk und die Fa— milie zu ihrer allgemeinen Wirklichkeit, den Mann aber und das Weib zu ihrem natürlichen Selbſt und der betätigenden Indivi⸗ dualität“ 351. „Der Einzelne, die Luft des Genuſſes feiner Ein2239
D Sittlichkeit zelnheit ſuchend, findet ſie in der Familie, und die Notwendigkeit, worin die Luſt vergeht, iſt ſein eignes Selbſtbewußtſein als Bür⸗ gers ſeines Volks“ 351, 352. „Es iſt die Tugend, welche der Früchte ihrer Aufopferung genießt.“ „Das Bewußtſein der Sache ſelbſt wird in der realen Subſtanz befriedigt“ 352 „Das Ganze iſt ein ruhiges Gleichgewicht aller Teile“, in welchem Gerechtigkeit waltet 352, 353. „Die Gerechtigkeit aber, welche das über den Einzelnen übermäßig werdende Allgemeine zum Gleich— gewichte zurückbringt, iſt ebenſo der einfache Geiſt desjenigen, der Unrecht erlitten“ 352, 353 „Die Vereinigung des Mannes und des Weibes macht die tätige Mitte des Ganzen und das Element aus, das, in dieſe Extreme des göttlichen und menſchlichen Geſetzes entzweit, ebenſo ihre un— mittelbare Vereinigung iſt“ 354, 353 b) „Die ſittliche Handlung, das menſchliche und göttliche Wiſſen, die Schuld und das Schickſal“ 354—367, 338, 339. „Es iſt noch keine Tat begangen; die Tat aber iſt das wirkliche Selbſt. Sie ſtört die ruhige Organiſation und Bewegung der ſittlichen Welt“; ſie führt zum furchtbaren Schick— Tal, welches das göttliche, wie das menſchliche Geſetz, in den Abgrund ſeiner Einfachheit verſchlingt 354, 355 „Das ſittliche Bewußtſein aber weiß, was es zu tun hat; und iſt entſchieden, es ſei dem göttlichen oder dem menſchlichen Geſetze anzugehören“ 355, 356. „Das ſittliche Bewußtſein, weil es für Eins derſelben entſchieden iſt, iſt weſentlich Charakter“, der Gegen— ſatz erſcheint entweder als Gewalttätigkeit oder Ungehorſam 356 „Das abſolute Recht des ſittlichen Bewußtſeins kommt mit dem göttlichen Rechte des Weſens in Streit“ 356, 357. „Das abſolute Recht des ſittlichen Bewußtſeins iſt, daß die Tat, die Geſtalt ſeiner Wirklichkeit, nichts Anderes ſei, als es weiß“ 357. „Aber das fittliche Weſen hat ſich ſelbſt in zwei Geſetze geſpalten, und das Be⸗ wußtſein, als unentzweites Verhalten zum Geſetze, iſt nur Einem zugeteilt“ 358. So wird das Selbſtbewußtſein „durch die Tat zur Schuld“, zum Verbrechen 358. Charakteriſtik der Schuld 358, 359. „Die entwickelte Natur des wirklichen Handelns erfährt nun das ſittliche Selbſtbewußtſein an feiner Tat, ebenſowohl wenn es dem göttlichen als wenn es dem menſchlichen Geſetze ſich ergab.“ „Das Weſen iſt die Einheit beider; die Tat aber hat nur das Eine gegen das Andere ausgeführt“ 359, 360 2240
Sittlichkeit 2 „Das ſittliche Bewußtſein iſt vollſtändiger, ſeine Schuld reiner, wenn es das Geſetz und die Macht vorher kennt, der es gegenüber: tritt, ſie für Gewalt und Unrecht, für eine ſittliche Zufälligkeit nimmt, und wiſſentlich, wie Antigone, das Verbrechen begeht“ 360. Aber „die vollbrachte Tat verkehrt ſeine Anſicht“ und das ſittliche Bewußtſein muß ſeine Schuld anerkennen 360, 361. „Damit aber gibt das Handelnde ſeinen Charakter und die Wirklichkeit ſeines Selbſt auf, und iſt zugrundegegangen“ 361. Ja, „beide Seiten erfahren denſelben Untergang“ 361, 362. „Erſt in der gleichen Unterwerfung beider Seiten iſt das abſolute Recht vollbracht.“ Das Schickſal verſchlingt beide 362. Charakteriſtik des Widerſtreits nach ſeiner formellen Seite und nach ſeinem Inhalte 362 Hinweis auf den Bruderzwiſt in der Antigone 362, 363. Das Allgemeine trägt über das ſich empörende Prinzip der Einzelnheit, die Familie, zwar den Sieg davon, aber zugleich erfährt der offenbare Geiſt, „daß ſein höchſtes Recht das höchſte Unrecht, ſein Sieg vielmehr ſein eigner Untergang iſt“ 364, 363 Das Gemeinweſen „bewegt und erhält ſich dadurch, daß es die Abſonderung der Penaten oder die ſelbſtändige Vereinzelung in Familien... in ſich aufzehrt“ 365. Zum Kampf und zur Span— nung zwiſchen Familie und Gemeinweſen 365, 366. Bedeutung des Krieges für dieſes Verhältnis 366, 367 Übergang in den Rechtszuſtand, in welchem die einfache Gediegen— heit der Individualität der ſelbſtbewußten Subſtanz in viele Punkte zerſprungen iſt 367 c) „Rechts zuſtand“ 367—372. „Das Allgemeine in die Atome der abſolut vielen Individuen zerſplittert, dieſer geſtorbene Geiſt iſt eine Gleichheit, worin Alle als Jede, als Perſonen gelten“ 368 (f. a. Perſon). Charakteriſtik des „Ich des Selbſtbewußtſeins“ als „abſtrakte Allgemeinheit, weil ihr Inhalt dieſes ſpröde Selbſt, nicht das in der Subſtanz aufgelöſte iſt“ 368. Vergleich dieſer aus dem Leben der ſittlichen Subſtanz herausgetretenen wirklich gel— tenden Selbſtändigkeit des Bewußtſeins mit dem „ſtoiſchen Selbſt— bewußtſein“ 368, 369. Vergleich ihrer beider Bewegung, Ver— wirrung und Auflöſung 369, 370, 372 Charakteriſtik des Selbſtbewußtſeins „als des reinen leeren Eins der Perſon“ 369, deſſen Realität ein zufälliges Daſein und Tun iſt, ohne Inhalt und das den Beſitz vorfindet und ihm dieſelbe Glockner, Hegel-Lexikon 141 2241
10 2 Sittlichkeit abſtrakte Allgemeinheit aufdrückt, wodurch er Eigentum heißt 370. Über das anerkannte und wirkliche Gelten dieſes Mein 370 Der Vielheit der perſönlichen Atome tritt das Eine, der Herr der Welt, die einſame Perſon, welche Allen gegenübergetreten, gegen⸗ über 370, 371. „Dieſer Herr der Welt iſt das ungeheure Selbſt⸗ bewußtſein“, deffen „Bewegung und Selbſtgenuß die ebenſo ungeheure Ausſchweifung iſt“ 371, 372 Subſtanzloſigkeit der rechtlichen Perſönlichkeit 372 (O Geiſt) Rückblick auf die ſittliche Subſtanz 372, 373, 374 (O Geiſt) Rückblick auf die Sittlichkeit und die Perſon des Rechts im Zu⸗ ſammenhang mit der Moralität 459 (O Moralität) „Die Sprache des ſittlichen Geiſtes iſt das Geſetz und der einfache Befehl und die Klage, die mehr eine Träne über die Notwendig— keit iſt; das moraliſche Bewußtſein hingegen iſt noch ſtumm“ 499, 500 (O Gewiſſen) 518 (O Religion). Der ſittliche Geift in der Kunſtreligion 535, 536 (ſ. Kunſtreligion), 571 (O offenbare Religion) „Sittliche oder unſittliche Taten ſind die eigenen Handlungen deſſen, der ſie begeht und weil ſie ſo beſchaffen ſind, ſo kann ich ſie nicht veräußern“ 62 (O Recht) „Die Sittlichkeit“ 292—300 [P. St. 10, 397445 f. u.], 281 P. St. 10, 385] 88 430—432 [P. St. 10, S8 513—515, wenig verändert, ſ. u.] 292293 [P. St. 10, 397398 f. u.] § 4330 Beſonderung in die allgemeinen und beſonderen Stände 293 O. Die Familie als der Stand der Einzelnheit 293 g (ſ. Fa⸗ milie) § 4349 Die ſittlichen Pflichten des Einzelnen gegenüber der Familie und dem allgemeinen Werk 2948 $ 435 [P. St. 10, $ 516, wenig verändert, ſ. u.], 294 [P. St. 10, 398 f. u.] 88 436—452 (f. Staat) Gefahr des Einbruchs der Romantik in die Sittlichkeit 335, 336. Die Sittlichkeit der Alten 336 (O Jacobi) In der Rechtsphiloſophie werden Moralität und Sittlichkeit in weſentlich verſchiedenem Sinne genommen 85. Kants Gprad)gebrauch 85 (. Moralität), 87 (. Rechtsphiloſophie). „Erſt im 2242
Sittlichkeit 7 Sittlichen iſt der Wille identiſch mit dem Begriff des Willens, und hat nur dieſen zu ſeinem Inhalte“ 167, 225 (O Moralität) „Übergang von der Moralität in Sittlichkeit“ 223 bis 225 (ſ. Moralität) „Die Sittlichkeit“ 84, 87 (O Rechtsphiloſophie), 196, 198 (O Gewiſſen), 226—456 § 142 „Die Sittlichkeit iſt die Idee der Freiheit“, „der zur vorhandenen Welt und zur Natur des Selbſtbewußtſeins gewordene Begriff der Freiheit“ 226 8 143 Es herrſcht Wiſſen und Bewußtſein über Einheit und Unterſchied des Begriſſs des Willens und ſeines Daſeins 226 $ 144 a) Das objektive Sittliche iſt „die durch die Subjektivität als unendliche Form konkrete Subſtanz“ 226. Sie ſetzt „die an und für ſich ſeienden Geſetze und Einrichtungen“ 227 8 145 „Daß das Sittliche das Syſtem dieſer Beſtimmungen der Idee iſt, macht die Vernünftigkeit desſelben aus“ 227 Zuſatz. Die ſittlichen Beſtimmungen ſind das allgemeine Weſen der Individuen 227 8 146 6) „Die Subſtanz ift in dieſem ihrem wirklichen Selbſtbe— wußtſein ſich wiſſend und damit Objekt des Wiſſens“ 228 § 147 Zugleich gibt aber auch das Subjekt „das Zeugnis des Geiſtes“ davon „als von ſeinem eigenen Weſen“ 228. „Adäquate Erkenntnis“ 229, 228 8 148 Die Beſtimmungen der ſittlichen Subſtanz find für den Willen des Individuums bindende Pflichten 229. Charakteriſtik der ethiſchen, immanenten und konſequenten Pflichtenlehre und Abgrenzung gegen eine Pflichtenlehre, die nicht philoſophiſche Wiſſenſchaſt iſt 229, 230 8 149 Die bindende Pflicht iſt eine Beſchränkung ſowohl als eine Befreiung 230. „In der Pflicht befreit das Individuum ſich zur ſubſtantiellen Freiheit“ 230 8 150 Charakteriſtik der Tugend als Rechtſchafſenheit 230, 231. Über das abſtrakte Reden von der Tugend 231—233 (ſ. Tugend) § 151 In der einfachen Identität mit der Wirklichkeit der Indi⸗ viduen erſcheint das Sittliche als Sitte 233 Zuſatz. Was das Recht und die Moral noch nicht ſind, das iſt die Sitte, nämlich Geiſt 233, 234. Bedeutung der Gewohnheit für die Sittlichkeit 234 2243
Sittlichkeit A § 152 Charakteriſtik, wie die ſittliche Subſtantialität durch Ber: ſchwinden der ſubjektiven Eigenwilligkeit zu ihrem Rechte, und dieſes zu ſeinem Gelten gekommen iſt 234, 235 S 153 Das Individuum beſitzt im Sittlichen fein eigenes Weſen, ſeine innere Allgemeinheit wirklich 235. Sittliche Erziehung heißt nach der Antwort jenes Pythagoreers: Erziehung zum Bürger eines Staates von guten Geſetzen 235 [1, 514; 17, 292] Zuſatz. Zu Rouffeaus Emile 235 § 154 Das Recht der Individuen an ihre Beſonderheit ift ebenſo in der ſittlichen Subſtantialität enthalten 235, 236 § 155 Pflicht und Recht fallen in der Identität des allgemeinen und beſonderen Willens in Eins 236 § 156 Die ſittliche Subſtanz ift „der wirkliche Geiſt einer Familie und eines Volks“ 236 § 157 Die Momente der Form dieſes Geiſtes find A. „Der unmittelbare oder natürliche ſittliche Geift; — die Fa— milie“ 237, 84, 87, 94, 236, 237—262 B. Die bürgerliche Geſellſchaft 237, 85, 87, 262—328 C. Die Staatsverſaſſung 237, 85, 87, 328—456 Erſter Abſchnitt. „Die Familie“ 84, 87, 94, 236, 237 bis 262 (f. Familie) Zweiter Abſchnitt. „Die bürgerliche Geſellſchaßt“ 85, 87, 237, 262—328 (f. Geſellſchaſt). Sittlichkeit des ſubſtantiel⸗ len Standes, ſowie der übrigen zwei Stände 282—285 (. Stan: desunterſchiede) Dritter Abſchnitt. „Der Staat“ 85, 87, 327, 328—456 (f. Staat) 10 Die Einheit des Subjeftiven und der Objektivität bildet die Sub⸗ ſtanz der Sittlichkeit 2918 (0 Selbſtbewußtſein), 385 „Die Sittlichkeit“ 385 [P. St. 6, 281], 397—445 [P. St. 6, 292300] (O Geift) § 513 [P. St. 6, § 430, etwas erweitert] „Die Sittlichkeit iſt die Vollendung des objektiven Geiſtes, die Wahrheit des ſubjektiven und des objektiven Geiſtes ſelbſt.“ Sie iſt „die ſubjektive Freiheit als der an und für ſich allgemeine, vernünftige Wille“. Sie hat ihre unmittelbare allgemeine Wirklichkeit zugleich als Sitte, — die ſelbſtbewußte Freiheit zur Natur geworden 397 [P. St. 6, 292] § 514 [P. St. 6, S 431, wenig verändert] „Die frei ſich wiſſende 2244
10 11 Sittlichkeit Subſtanz, in welcher das abſolute Sollen ebenſoſehr Sein iſt, hat als Geiſt eines Volkes Wirklichkeit“ 397, 398 [P. St. 6, 292, 293] S 515 [P. St. 6, § 432, wenig verändert] „Die Geſinnung der Individuen iſt das Wiſſen der Subſtanz und der Identität aller ihrer Intereſſen mit dem Ganzen.“ Sie verbürgt Vertrauen 398 [P. St. 6, 293] § 516 [P. St. 6, § 435, wenig verändert] Die ſittlichen Pflichten des Einzelnen, ſeine Tugend 398 [P. St. 6, 294] § 5170 Die ſittliche Subſtanz iſt: AA. „Die Familie“ 399—400 G [vgl. 6, SS 433, 434] (ſ. Familie) BB. „Die bürgerliche Geſellſchaft“ 399 8, 400-409 2 (f. Geſell⸗ ſchaft) CC. „Der Staat“ 399 g, 409 —445 [P. St. 6, 294— 300] (f. Staat). „Die wahrhafte Religion und wahrhafte Religiofität geht nur aus der Sittlichkeit hervor und iſt die denkende, d. i. der freien Allgemeinheit ihres konkreten Weſens bewußtwerdende Sittlich— keit“ 434 Z. Die Sittlichkeit iſt „der auf fein fubftantielles In— neres zurückgeführte Staat, dieſer die Entwicklung und Verwirk— lichung derſelben — die Subſtantialität aber der Sittlichkeit ſelbſt und des Staats ift die Religion“ 435 O, 438 CJ. Wahre Sittlichkeit verdrängt die katholiſchen Kloſtergelübde 438 8, 439 (ſ. Ge⸗ lübde) [16, 343] Moralität, Sittlichkeit und Religiofität werden in der Geſchichte nie bloß als Mittel zum Zweck gebraucht 64, 69. Man fordert vom Weltzweck, „daß gute, ſittliche, rechtliche Zwecke unter ihm, und in ihm, ihre Ausführung und Sicherung ſuchen“ 65, 68 (O Geſchichts— philoſophie) Der Staat iſt „die Einheit des allgemeinen, weſentlichen Wollens und des ſubjektiven, und das iſt die Sittlichkeit. Das Individuum, das in dieſer Einheit lebt, hat ein ſittliches Leben, hat einen Wert, der allein in dieſer Subſtantialität beſteht“ 70, 84. „Die Geſetze der Sittlichkeit ſind nicht zufällig, ſondern das Vernünftige ſelbſt“ 70. „Die Sittlichkeit des Staats iſt nicht die moraliſche, die reflek⸗ tierte, wobei die eigne Überzeugung waltet: dieſe iſt mehr der modernen Welt zugänglich, während die wahre und antike darin wurzelt, daß Jeder in ſeiner Pflicht ſteht“ 71. Zur Sittlichkeit des patriarchaliſchen Zuſtandes und der Familie 74 (O Staat), 96 (O Weltgeſchichte). Bei den Griechen iſt die unbefangene Sittlich— 2245
11 12 14 Sittlichkeit keit noch nicht Moralität, ſondern der individuelle Wille des Sub⸗ jekts ſteht in der unmittelbaren Sitte und Gewohnheit des Rech⸗ ten und der Geſetze 153 (O Griechenland) Sittlichkeit der orientaliſchen Welt 158 (ſ. Orient), der Chineſen 178 (f. China), der Inder 215—216 (ſ. Indien) Sittlichkeit der Griechen 153 (ſ. o.), 328, 329 (O Griechen), 340 (O Athen), 341 (O Sparta). Die griechiſche Sittlichkeit, „ſo höchſt ſchön, liebenswürdig und intereſſant ſie iſt in ihrer Erſcheinung, iſt dennoch nicht der höchſte Standpunkt des geiſtigen Selbſtbe⸗ wußtſeins; es fehlt ihr die unendliche Form, eben jene Reflexion des Denkens in ſich, die Befreiung von dem natürlichen Momente, dem Sinnlichen, das in dem Charakter der Schönheit und der Göttlichkeit liegt, ſowie von der Unmittelbarkeit, in welcher die Sittlichkeit iſt; es fehlt das ſich ſelbſt Erfaſſen des Gedankens, die Unendlichkeit des Selbſtbewußtſeins“ 344, 428. „Sittlichkeit haben die Griechen gehabt; aber welche moraliſche Tugenden, Pflichten uſw., das wollte ſie Sokrates lehren“ 350. Verhältnis zwiſchen Sittlichkeit und Moralität 350—352, vgl. 344, 345 (O Griechen) Sittlichkeit der Römer 370, 371, 372, im Familienverhältnis 370, 371 (f. Familie), im Staatsverhältnis 372 (ſ. Römer) Wandlung der griechiſchen unreflektierten Sittlichkeit im Chriftentum 428. „Der Menſch iſt als die unendliche Macht des Ent— ſchließens anerkannt“ 428 (O Chriſtentum) Der Gegenſatz zwiſchen Sittlichkeit und Frömmigkeit in der mit⸗ telalterlichen Kirche 483, 484. „Die drei Gelübde der Keuſchheit, der Armut und des Gehorſams ſind gerade das Umgekehrte deſſen, was ſie ſein ſollten, und in ihnen iſt alle Sittlichkeit degradiert worden“ 484 (O Kirche), 555. Sittlichkeit der Aufklärung 551 (O Aufklärung), 555 (O franzöſiſche Revolution) Beziehung zwiſchen Sittlichkeit und Moralität 86 (O Kunſtwerk) „Das Sittliche, wenn wir es in ſeiner unmittelbaren Gediegen⸗ heit, und nicht nur vom Standpunkte der ſubjektiven Reflexion als das formell Moraliſche auffaffen, iſt das Göttliche in ſeiner weltlichen Realität, das Subſtantielle, deſſen ebenſo beſondere als weſentliche Seiten den bewegenden Inhalt für die wahrhaft menſchliche Handlung abgeben, und im Handeln ſelbſt dies ihr Weſen explizieren und wirklich machen“ 528, 529. Das Sittliche in der Tragödie 528 (O Tragödie), 545 (O griechiſche Tragödie) 2246
15 16 1 2 18 Sittlichkeit Vollendung der chriſtlichen Religioſität als Sittlichkeit, Sitte und Staat 256 (O Kultus) Der ſittliche Zweck in der jüdiſchen Religion 64, 65 (O jüdiſche Religion). In der griechiſchen Religion kommt es zu realer Gitt: lichkeit 97. Es iſt jedoch „die Sittlichkeit in ihrer Unmittelbarkeit“ 98. „Weil die Einheit der Notwendigkeit noch nicht zum letzten Punkte der unendlichen Subjektivität zurückgeführt iſt, ſo er⸗ ſcheinen die geiſtigen, weſentlich ſittlichen Beſtimmungen als Außereinander, es iſt der gehaltvollſte Inhalt, aber als Außer: einander“ 98, 99 (O griechiſche Religion) In der römiſchen Religion iſt das Recht der Moralität, Sittlichkeit nicht mehr in ſeinem konkreten, eigentlichen Sinn vorhanden. Es hat dem abſtrakten Recht der Perſon Platz gemacht 181. Alle ſchöne, ſittliche Lebendigkeit verſchwindet 184 (O römiſche Religion) In der abſoluten Religion dringt endlich die Sittlichkeit, das Prinzip der Freiheit in die Weltlichkeit ein 343 (f. Gemeinde) 10, 438 8, 439 ©] Im griechiſchen Staat herrſchte freie Sittlichkeit. Aber die Weiſe der Sittlichkeit war noch mit Natürlichkeit behaftet 191 (O grie⸗ chiſche Philoſophie). Zu Thales' Zeiten ſehen wir das Sittliche als allgemeine Staatsverfaſſung werden. Bei Pythagoras nimmt ſich das Sittliche aus der allgemeinen bewußten Wirklichkeit aus und wird zu einem Bunde, einer Geſellſchaft 293 (ſ. Pythagoras) Im Vergleich mit der Moralität beſteht die Sittlichkeit mehr in dem, daß das an und für ſich Gute gewußt und getan werde. „Die Athenienſer vor Sokrates waren ſittliche, nicht moraliſche Men: ſchen“ 46, 45, 72, 97. „Die Sittlichkeit iſt unbefangen, die mit Reflexion verbundene Sittlichkeit iſt Moralität“ 47. Sokrates gab der Moralphiloſophie ihre Entſtehung 47, 71, 73, 79, 80. Im all⸗ gemeinen Bewußtſein, im Geiſte des Volkes, dem Sokrates ange: hörte, „ſehen wir die Sittlichkeit in Moralität umſchlagen, und ihn an der Spitze als Bewußtſein dieſer Veränderung ſtehen“ 71, 72. Vor Sokrates war „das Sittliche als ſittliche Natur, als vor: handenes Allgemeine, ohne daß es die Form der Überzeugung des Individuums in ſeinem einzelnen Bewußtſein gehabt hätte“ 72, es war „unbefangene Sittlichkeit“ 96, 45, 97. Dieſe Sittlichkeit trat in Konflikt mit der Moral des Sokrates 101 (O Sokrates) Plato hat „die griechiſche Sittlichkeit nach ihrer ſubſtantiellen 2247
1 V 12 Sittlichkeit / Situation Weiſe dargeſtellt. Das griechiſche Staatsleben iſt das, was den wahrhaften Inhalt der platoniſchen Republik ausmacht“ 275, 277. Dem ſubſtantiellen Verhältnis der Individuen zur Sitte ſteht die ſubjektive Willkür der Individuen, die Moral entgegen 278 (O Plato) Situation (Kolliſion) „Die Situation“ 268—295 (O Handlung), 245. Der ideale Weltzuſtand gibt die Möglichkeit zur individuellen, künſtleriſchen Geſtaltung, macht aber dieſe Geſtaltung nicht ſelber aus 268. Als allgemeiner Zuſtand „zeigt er noch nicht die tätige Bewegung der Individuen in ihrer lebendigen Wirkſamkeit“ 269. Die Kunſt hat zu den Bildern „der beſtimmten Charaktere und Handlungen fortzugehn“ 269, 270. In ihnen haben ſich dann zugleich „die allgemeinen Mächte als das Waltende zu erhalten“ 270. Die Subſtanz, das Allgemeine bringt ſich zum Daſein, „indem es ſich wohl den Schein der Zufälligkeit, Spaltung und Entzweiung gibt, dieſen Schein aber eben dadurch wieder tilgt, daß es darin ſich erſchei⸗ nen läßt“ 271 „Die Situation im Allgemeinen iſt einerſeits der Zuſtand über⸗ haupt zur Beſtimmtheit partikulariſiert und in dieſer Beſtimmt⸗ heit andrerſeits zugleich das Anregende für die beſtimmte Auße⸗ rung des Inhalts, welcher ſich durch die künſtleriſche Darſtellung ins Daſein herauszukehren hat“ 271, 272. Es war von jeher die wichtigſte Seite der Kunſt geweſen, intereſſante Situationen zu finden 272 Heraushebung der allgemeinen Geſichtspunkte: Erſtens: Die Situation hat noch die Form der Allgemeinheit und Unbeſtimmtheit 272, 273 Zweitens: Die Situation wird zur „harmloſen Beſtimmtheit, die noch zu keinem Gegenſatz und deſſen notwendigen Löſung Anlaß gibt“ 272, 274—278 Drittens: Die Situation wird zur Kolliſion, die den Übergang zur eigentlichen Handlung bildet 272, 273, 278—295. Die Situa⸗ tion iſt „die Mittelſtufe zwiſchen dem allgemeinen in ſich unbeweg⸗ ten Weltzuſtande und der in ſich zur Aktion und Reaktion aufge⸗ ſchloſſenen konkreten Handlung“ 273 a) „Die Situationsloſigkeit“ 273, 272. „Die beſtimmte Geſtalt geht noch zu keiner Beziehung auf Anderes aus ſich her⸗ 2248
Situation / Situationsloſigkeit 12 aus, ſondern bleibt in der inneren und äußeren Beſchloſſenheit der 1 S Einheit mit ſich“ 273. Beiſpiele ſind alte Tempelbilder, ägyptiſche und ältefte griechiſche Skulptur, chriſtliche Bilder 273 [13, 393, 394, 405, 435] b) „Die beſtimmte Situation in ihrer Harmloſig— keit“ 272, 274—278 Sie ſetzt ſich „in keinen feindlichen Gegenſatz gegen Andres, und kann ſomit keine Reaktion hervorrufen“ 274. Sie iſt als ein Spiel zu betrachten ohne weſentlichen und ernſten Zweck, der aus Kon⸗ flikten hervorginge oder zu Konflikten führen könnte 274 a) Übergang überhaupt aus der Ruhe zur mechaniſchen und ſeeli⸗ ſchen Regung 274. „Situationen dieſer einfachſten Art gehören vornehmlich der Skulptur an, und die Alten vor allem waren unerſchöpflich in Erfindung ſolcher unbefangenen Zuſtände“ 275 13, 435 6) Übergang zur Beſtimmtheit, zu einem beſondern Zweck, deſſen „ganze Beſtimmtheit jedoch in dieſem Tun ſich als abgeſchloſſen zeigt“ 276, 275. Beiſpiele 276, 277 y) Behandlung der beſtimmten Situation als Gelegenheit zu anderweitigen enger oder loſer damit verknüpften Außerungen 277. Pindars Preißgeſänge, Goethes Werther 277, 278 c) „Die Kolliſion“ 272, 278— 295 (f. Kolliſion). Bedeutung der Situation für den Künſtler 293. Erſt das Gemüt, die Leiden⸗ ſchaft machen die Zuſtände und Verhältniſſe zur Situation 294. Übergang zur Handlung 294, 295 (O Kolliſion) Situationsloſigkeit des echten Skulpturbildes 393, 394, 405 (O Skulptur) 435 (O Statue) [12, 272, 273 ſ. o.] 14 Bedeutung der glücklichen Situation für die Malerei 81. Die weſentliche Verſchiedenheit einer maleriſchen von einer ſkulptur⸗ mäßigen Situation 81, 82. Bedeutung der Verſtändlichkeit der Situation 87. Der Verſtändlichkeit wegen find religiöſe und hiftoriſche Situationen den bloß allegoriſchen vorzuziehen 87, 88 (O Malerei) N Über die dem Epos gemäßeſte Situation 350, 351 (f. Kolliſion) Situationsloſigkeit ſ. Situation 2249
Siwa, Siva / Starabäus Siwa, Siva 4 Fortgang Brahms zu Siwa 407 (O Maß) 10 464 0 (O Philoſophie) 11 203, 212, 213, 225 (O Indien) 12 Sivas als der dritte Gott des Trimurtis 457, 459, 460, 461 (O indiſche Kunſt), 464 (O ſymboliſche Kunſtform) 15 Schlachten zwiſchen den Verehrern Schiwas und Wiſchnus 235 (O Glaube) [11, 225], 378. Siwa, Mahadeva oder Rudra iſt das Dritte der indiſchen Dreiheit 375, 376, 377, 388 (ſ. indiſche Re⸗ ligion). „Wenn Siva redend eingeführt wird, ſo iſt er die abſolute Totalität, das Feuer der Edelſteine, die Kraft im Manne, die Ver⸗ nunft in der Seele, er iſt auch wieder Brahm“ 378, 379, 380 (O indiſche Religion) 432 (O perſiſche Religion), 454 (O ägyptiſche Religion) 16 57 (O jüdiſche Religion) 17 171 (O Sankhya) 18 305 (O Ariſtoteles) 20 93, 95, 102, 119, 120, 121, 125 (O Humboldt Wilh. v.) Sixtus IV., Papſt 14 48 (O Malerei) Sizilien 11 393 (O Römer), 446 (O Völkerwanderung), 469 (O Mittelalter) 18 Platons dreimalige Reiſe nach Sizilien 174 (O Plato) Skandinavien 11 444, 446 (O Völkerwanderung), 527 (O Reformation) 12 527 (O Rätfel) 14 307 (O Reim), 312 (O Alliteration) GStarabäus 12 513 (O Fabel) [13, 29] 2250
18 orErTEeT, Cut | Steptiler, Skeptizismus GRETTEID, OREWIS 552 (O Sextus Empiricus) Skeptiker, Skeptizismus (Akademie, Sextus Empiricus) 168 (O Reinhold). Krugs ſkeptiſcher Standpunkt 194, 212 (O Krug) „Verhältnis des Skeptizismus zur Philoſophie, Darſtellung ſeiner verſchiedenen Modifikationen, und Verglei⸗ chung des neueſten mit dem alten“ 213—275 „Kritik der theoretiſchen Philoſophie von Gott— lob Ernſt Schulze, Hofr. und Prof. in Helmſtädt. I. Band. Hamburg bei C. E. Bohn, 1802. S. 728. Vorr. S. XXXII, II. Band S. 721. Vorr. S. VI.“ 215—275. Schulzes Kritik an Kant und an der theoretiſchen Philoſophie überhaupt 215 Beſtimmung der verſchiedenen Modifikationen des Skeptizismus aus dem Verhältnis des neueſten wie des Skeptizismus überhaupt zur Philoſophie 215, 216. Zur ſubjektiven Quelle des Schulzeſchen Skeptizismus 216, 217. Sie fließt aus der „Erwägung des Schick— ſals, welches alle ſpekulative Beſchäftigung mit den letzten Grün⸗ den unſerer Erkenntnis des Daſeins der Dinge betroffen hat“ 217. Dem iſt zu entgegnen, daß die Erwägung des Schickſals kein Moment in der Achtung und Ergreifung einer Philoſophie wer— den darf, und daß „die echteſten Philoſophien nicht die ſind, welche allgemein werden“ 217, 218. Nur die oberflächliche Anſicht der philoſophiſchen Streitigkeiten erblickt die Differenzen der Syſteme, während tatſächlich „Einigkeit in den Prinzipien vorhanden iſt“ 218, 219 Schulzes Verdacht „ein Erbfehler hafte an der Philoſophie“ und ſeine Entdeckung dieſes Erbfehlers 219, 220. Schulze ſchließt bei ſeiner ſkeptiſchen Bearbeitung der Philoſophie „den praktiſchen und äſthetiſchen Teil aus und beſchränkt ſie auf die theoretiſche Philoſophie“ 220. Von Spekulation findet man in Schulzes Be⸗ arbeitung keine Spur. Die Dreiteilung nimmt Schulze aus der empiriſchen Pſychologie 220. Abweichung hierin von Sextus Em: pirikus 221 Schulze faßt die theoretiſche Philoſophie als „die Wiſſenſchaft der oberſten und unbedingteſten Urſachen alles Bedingten, von deſſen Wirklichkeit wir ſonſt Gewißheit haben“ 221. Durch die vernünf2251
— Skeptiker, Skeptizismus tige Erkenntnis „ſolle eine Erkenntnis von Sachen erworben werden, welche hinter den Schattenriſſen von Dingen, die uns die natürliche Erkenntnis der Meuſchen vorhält, verborgen liegen ſollen“ 221, 222, 225, 250, 256. Das Werkzeug dazu ſeien Be⸗ griffe 221 Über die ſogenannten pofitiven Seiten des Schulzeſchen Sfeptizismus 222—224 und feine Stellung zu der Frage, wie der Menſch zu einem Gedanken über das komme, was Schulze Metaphyſik nennt 223, 224 Über die negativen Seiten des Schulzeſchen Skeptizismus 224 bis 229. Schulzes Meinung über die Differenz ſeines Skeptizismus mit dem der alten Skeptiker 224, 225, 226. Schulzes Skeptizismus bezieht ſich auf die der Philoſophie eigentümlichen Urteile, welche die abſoluten oder doch überſinnlichen Gründe „des nach den Zeugniſſen unſeres Bewußtſeins bedingter Weiſe vorhandenen Etwas beſtimmen“ 225. Gegen die Tatſachen des Bewußtſeins und das analytiſche Denken dagegen richtet ſich ſein Skeptizis— mus nicht 225. Der alte Skeptizismus hat ſich dagegen nicht gegen die Philoſophie gewandt 226, 229 und „von einer Überzeugung von Dingen und deren Eigenſchaften iſt in dieſem Skeptizismus nicht die Rede“ 226, 228, 234, 250, 251 So Sextus Empirikus über den Skeptizismus 226, 227 Schulzes Erklärung dafür, daß die zehn erſten und eigentlichen Wendungen der Skeptiker „allein dieſe Unſicherheit der ſinnlichen Wahrnehmungen betrafen“ 227. Kritik an der Begründung 227. „Die Auslegung, als wenn der Skeptizismus nicht die ſinnlichen Wahrnehmungen ſelbſt, ſondern nur die hinter und unter die⸗ ſelben von den Dogmatikern gelegten Sachen angegriffen habe, iſt durchaus ungegründet“ 227, 228. Schulzes Erklärung dafür, „daß für die Skeptiker Griechenlands auch die Lehrſätze aller Doktrinen, die auf Gültigkeit für jeden menſchlichen Verſtand Anſprüche machen, ein Gegenſtand des Zweifels waren“ 228 Für den Charakter des neuen Skeptizismus iſt bezeichnend, daß nach feiner Anſicht Wiſſenſchaften, wie die heutige Phyſik und Astronomie, „allem vernünftigen Skeptizismus Trotz böten“ 228, 248, 249, 253. Aber „was hätten die alten Skeptiker zu einem ſolchen Baſtard von Skeptizismus geſagt, der ſich auch noch mit dem grellen Dogmatismus dieſer Wiſſenſchaften vertragen kann?“ 228, 230. Schulze führt dann endlich noch die „Unſicherheit und 2252
Skeptiker, Skeptizismus 1 Unvollkommenheit der Nachrichten von dem alten Skeptizismus“ an 229 Über das wahre Verhältnis des echten Skeptizismus zur Philo— ſophie und die Einſicht, „daß mit jeder wahren Philoſophie der Skeptizismus ſelbſt aufs innigſte Eins iſt, und daß es alſo eine Philoſophie gibt, die weder Skeptizismus noch Dogmatismus, und alſo Beides zugleich iſt“ 229, 230, 239. Schulze iſt „der Begriff einer Philoſophie ſelbſt“ eben entgangen 229, ebenſo wie die Einſicht, „daß Philoſophie etwas anderes ſei, als Dogmatismus“ 230, 236. Aufzählung der Skeptiker nach Diogenes Laertins und deſſen weiter Begriff vom Skeptizismus 230. Zu Platons Par— menides als „Dokument und Syſtem des echten Skeptizismus“ 230, 231. „Dieſer Skeptizismus, der in ſeiner reinen explizierten Geſtalt im Parmenides auftritt, iſt aber in jedem echten philo— ſophiſchen Syſteme ümplicite zu finden“ 231. In jedem vernünſ— tigen Satz herrſcht die Antinomie und iſt zugleich aufgehoben 231, 232. Spinoza, beſonders der Beginn ſeiner Ethik, iſt ein Beiſpiel hierfür 231, 232, 233, 253, 254 Von dem Verhältnis der Akademie zum Skeptizismus, ſo wie es Sextus angibt, hätte Schulze ſagen müſſen, „daß es außer Skep— tizismus und Dogmatismus noch ein Drittes, nämlich Philo— ſophie gebe“ 233, 236, 239, 251. Schulzes Auffaffung dieſes Ver— hältniſſes 233, 234, 236; feine Auſſaſſung des Arkeſilaus 233, 234. Kritik daran 234, 235. Nach Schulze iſt die Akademie von Sextus für zu ſkeptiſch erklärt worden; Sextus aber findet fie zu wenig ſkeptiſch 235, 251. Schulze ſtützt feine Anſicht über die Akademie auf Stäudlins Geſchichte des Skeptizismus 236. „Sur Altertum war über dies Verhältnis des Skeptizismus zum Plato— nismus das Bewußtſein ſehr entwickelt.“ Ein Teil gab den Plato für einen Dogmatiker, ein anderer Teil ihn für einen Skeptiker aus 236, 237. Sextus Empirikus hierzu 237, 251 Die Eigentümlichkeit des reinen von der Philoſophie ſich trennen— den Skeptizismus betrifft die Erkenntnis der Vernunft durch ſich ſelbſt 237, 238. Zu Sextus' flachem Räſonnement über die Mög: lichkeit der Selbſterkenntnis der Vernunft 238, 239. Auch Sextus beruſt ſich auf die Uneinigkeit der Philoſophen 239 Charakteriſtik des von der Philoſophie losgetrennten Skeptizis⸗ mus 240. Der alte, echte Skeptizismus behauptete in Beziehung aufs Wiſſen eine reine Negativität, war aber nicht gegen die 2253
— Skeptiker, Skeptizismus Philoſophie gerichtet. Der ſpätere Skeptizismus wendete ſich zum Teil gegen die Philoſophie, zum Teil gegen den Dogmatismus. Der neue Skeptizismus endlich nimmt die Tatſachen des Bewußt⸗ ſeins für unleugbare Gewißheit, ſo daß nach unten Dogmatismus und Skeptizismus zuſammenfallen 240 Zu Sextus' ſiebenzehn Tropen 240—252. Über das Alter der ver⸗ ſchiedenen Tropen 240—246, 246—252. Zu den zehn erſten, älteſten Tropen 240, 241—246. Sie richten ſich „gegen den Dog⸗ matismus des gemeinen Bewußtſeins“ 241, 242, 243. Die poſi⸗ tive Seite dieſes Skeptizismus liegt „ganz allein in dem Charak— ter und ſeiner vollkommenen Gleichgültigkeit gegen die Not— wendigkeit der Natur“ 241, 244. Aufzählung der zehn Geſichts⸗ punkte, nach welchen „die Unſicherheit aller Dinge und die Notwendigkeit der Zroyn” dargetan wird 241, 242 Zur Form der Tropen 242. Über den Inhalt der Tropen und ihre alleinige Wendung gegen den gemeinen Menſchenverſtand, während ſie die Vernunft gar nicht treffen 242, 243, 244 Verhältnis des Skeptizismus zur Freiheit der Vernunft 244 Weil der Skeptizismus ſeine poſitive Seite allein im Charakter hatte, ſo gab er ſich nicht für eine Häreſis, ſondern für eine dy und erkannte den Pyrrho als Stifter an 244, 245. Charakteriſtik der Ataragie 245. „Die Apathie des Stoikers und die Indifferenz des Philoſophen überhaupt müſſen ſich in jener Ataragie erken⸗ nen“ 245. Antiochus übertrug dann die ſtoiſche Philoſophie in die Akademie 245, 246. Späterhin gingen dann die verſchiedenen Syſteme völlig auseinander 246 Zu den fünf ſpäteren Tropen 240, 241, 246—252, Sie zeigen die nunmehrige Richtung des Skeptizismus teils gegen den Dogma⸗ tismus, teils gegen die Philoſophie ſelbſt 246. Charakteriſtik dieſer fünf Tropen 246, 247. „Es gibt keine tauglicheren Waffen gegen den Dogmatismus der Endlichkeit, aber ſie ſind völlig unbrauchbar gegen die Philoſophie“ 247, 248, 249 Das Weſen des Dogmatismus liegt darin, „daß er ein Endliches, mit einer Entgegenſetzung Behaftetes... als das Abſolute ſetzt“ 248. Darlegung, wie die fünf Tropen mit großem Glück gegen den Dogmatismus, beſonders Phyſik und Mathematik, gebraucht werden können 248, 249, wie ſie aber, gegen die Vernunft gekehrt, dieſe gar nicht treffen können 249, 250. „Da dieſe Tropen alle 2254
Skeptiker, Skeptizismus 1 den Begriff eines Endlichen in ſich ſchließen“, ſo verkehren ſie das Vernünftige in ein Endliches; um es kratzen zu können, geben ſie die Krätze der Beſchränktheit 250 „Was der neueſte Skeptizismus immer mitbringt, iſt . .. der Be: griff einer Sache, die hinter und unter den Erſcheinungsſachen liege“ 250, 221, 222, 225. Ganz anders iſt dies bei dem alten Skeptizismus 250, 251, 226, 228, 234. Er wendet ſich „gegen das Wiſſen überhaupt“ 251. In feinem Extreme wird der Skeptizis⸗ mus „zu einer Subjektivität des Wiſſens, die ſich gegen das Wiſ⸗ ſen richtet“ 251. Damit zugleich wird er inkonſequent, „denn das Extrem kann ſich nicht ohne ſein Entgegengeſetztes erhalten“ 252 Vergleich des neuen Skeptizismus mit dem Ergebnis der Betrad)tung des alten 252, 253. Dem neuen Skeptizismus fehlt „die Richtung gegen den Dogmatismus des gemeinen Bewußtſeins“ 252. Er hat für ihn „eine unleugbare Gewißheit“ 252, 253. Nach dem neueſten Skeptizismus bieten „unſere Phyſik und Aſtronomie und das analytiſche Denken aller vernünftigen Zweifelſucht Trotz“ 253, 228. Übrig bleibt für dieſen neueſten Skeptizismus „Leugnen der Vernunftwahrheit, und zu dieſem Behuf die Verwandlung des Vernünftigen in Reflexion“ 253, und weiterhin „Trennung des Vernünftigen, in welchem Denken und Sein Eins iſt, in die Entgegengeſetzten, Denken und Sein, und das abſolute Feſthalten dieſer Entgegenſetzung“ 254. Dieſen Gegenſatz macht ſchon vor dem neueſten Skeptizismus Kant zum höchſten Prinzip der Spe— kulation 254. Sein Auftreten gegen den ontologiſchen Gottes— beweis und als reflektierende Urteilskraft gegen die Natur 254, 255. Schulze nahm dieſe „neuerliche vortreffliche Entdeckung Kants“ auf 255, 256 Nochmals Kritik der Auffaſſung des Skeptizismus, daß die ſpeku⸗ lative Vernunft „den Urſprung menſchlicher Erkenntniſſe der Dinge zu erklären“ habe, „zu dem bedingt Exiſtierenden das unbedingt Exiſtierende auszuſpionieren“ 256, 221, 222, 225, 250, 257. So weit kommt der Skeptizismus nicht, zu zeigen, „daß auch kein Vernünftiger ſich im Beſitz einer Vorſtellung von Etwas wähnen werde“ 257 oder daß die „unleugbare Gewißheit der Tat⸗ ſachen des Bewußtſeins“ ſich auf nichts anderes gründet „als auf die abſolute Identität des Denkens und Seins, des Begriffs und des Dings“ 257, 258 Gegen Schulzes Vorwurf, die neuere Metaphyſik ſuche die im ge⸗ 2255
— Skeptiker, Skeptizismus meinen Leben vorausgeſetzte Identität zu ergründen, iſt zu ſagen, daß „ſie nichts tut, als jene vorausgeſetzte Identität ausſprechen und erkennen“ 258. Kritik an Schulzes Auffaſſung der Erkennt⸗ nis a priori, wonach „draußen die Dinge ſind; inwendig iſt das Erkenntnisvermögen; wenn dieſes erkennt, ohne die Dinge anzu⸗ ſehen, erkennt es a priori“ 259. Sein Zurückfallen in die empiriſche Pſychologie 259, 260 Zu den drei Gründen des Skeptizismus, die das Eine Dogma aus⸗ drücken, „daß Begriff und Sein nicht Eins iſt“ 260—264 Oer erſte Grund lautet: „Inwiefern die Philoſophie eine Wiſſen⸗ ſchaſt ſein ſoll, bedarf ſie unbedingt wahrer Grundſätze. Der⸗ gleichen Grundſätze ſind aber unmöglich“ 260, 261 Der zweite Grund macht klar, daß „der mit bloßen Begriffen be— ſchäftigte Verſtand kein Vermögen iſt, etwas der Wirklichkeit gemäß auch nur vorſtellig machen zu können“ 261, 262 Im dritten Grund ſetzt Schulze voraus, daß in der ſpekulativen Philoſophie das Kauſalitätsverhältnis vorzüglich herrſchend ſei und man von der Wirkung auſ die Urſache ſchließe 262 Abſchließende Kritik dieſer drei Gründe 262, 263 Mit ſolchen Waffen wird das Syſtem von Leibniz und Locke als Realismus und das Kantiſche Syſtem als tranfzendentaler Idealismus bekämpft 263. Der erſte Band enthält die Darftellung die— ſer Syſteme und den oben dargeſtellten Skeptizismus 264. Der zweite Band gibt die Kritik dieſer Syſteme nach den oben darge— legten Gründen 264 Einige Beiſpiele, wie die ſkeptiſchen Gründe auf dieſe Syſteme angewendet werden 264—275: Zu Leibniz 264—272. Schulzes Kritik an den „angeborenen Ideen“ 264—269. Kritik an der Anſicht, „daß notwendige Urteile nur aus dem erkennenden Subjekte ſelbſt herrühren können“ 264, 265, „daß, wenn es angeborene Begriffe und Grundſätze in un— ſerem Gemüte gibt, auch etwas ihnen Entſprechendes außer den— ſelben da ſei, worauf ſie ſich beziehen“ 265, 266, 267. Über das Bemühen der Philoſophen, fo des Plato, Carteſius, Spinoza, Leibniz die Art genauer zu beſtimmen, wie ſich ſolche Begriffe auf ceale Dinge beziehen follen 266, 267. Nach Schulze ſteht dem ſubjektiven Begriff eine außerhalb von ihm liegende Realität gegenüber; es entſteht nun die Frage, wie ſie zuſammenkommen 2256
Skeptiker, Skeptizismus und ſchließlich wird der Beweis ihrer Wahrheit in einem, dem Begriff und der Realität Fremden geſucht und gefunden 267 Schulze hält Leibnizens Argument für die Wahrheit und Zuver— läſſigkeit der angeborenen Begriffe wohl am Ende für eine „theo— ſophiſche Grille“ 267, 268. Schulze beachtet nicht, „daß die Ber: nunft, nach Leibniz, ein Bild der Gottheit“ iſt, und daß dies für Leibniz eine Tatſache ſeines Bewußtſeins war, obwohl doch für den Skeptizismus ſonſt das Bewußtſein der höchſte Gerichtshof der Gewißheit und Wahrheit iſt 268. Schulze behandelt im Gegen— ſatz zu Leibniz den Gegenſatz von Endlichem und Unendlichem als einen abſoluten 269, 270 Schulzes Kritik an Leibnizens Beweis, „daß die notwendigen Ur— teile des menſchlichen Verſtandes auch in dem Verſtande Gottes vorhanden ſein müſſen“ 270. Seine Kritik des Leibniziſchen Be— griffs vom deutlichen und verworrenen Vorſtellen 270, 271. Schulze zieht hier „das Spekulative, was Leibniz über die Natur des Vorſtellenden ſagt, auf den Boden des empiriſchen Vorſtellens herab“ 271, 272 Zu Kant 272—273. Schulze überſieht, daß der Geiſt der Kanti— ſchen Philoſophie ein Bewußtſein der höchſten Idee hat; er hält ſich an das ganz formelle Weſen und kritiſiert es mit eben ſolchem ſormellen Weſen 272, 273. Er gießt die Kantiſche Philoſophie in Erſcheinung und Sachen an ſich, die „hinter der Erſcheinung wie imbändige Tiere hinter dem Buſch der Erſcheinung liegen“ 273, 272 Schulzes empiriſche Pſychologie in feinem Skeptizismus 273— 275. Seine Vorſtellung vom „Verhältnis des Genies und der Phantafie zur Philoſophie“ 273, 274. Seine Kritik an Leibnizens „Phan— taſie“ 273, 274, ſeine große Ehrerbietung vor Kant, weil „Genie und glücklicher Zufall wohl die geringſten Anſprüche auf die Aus: führung“ des der Kritik der reinen Vernunft zu Grunde liegen— den Plans machen können 274. Schulze verachtet Genie und große Naturgaben und ſtellt ſich „den Geiſt wie einen Sack voll Ver: mögen vor“, unter denen der Verſtand das vortreſſlichſte iſt 275 Bedeutung des Skeptizismus für das natürliche Bewußtſein auf ſeinem Weg zur Wiſſenſchaſt 72, 73 (O Phänomenologie) 90 (O Bewußtſein) Die Freiheit des Selbſtbewußtſeins als Skepti⸗ Glockner, Hegel-Leriton 142 2257
* 2 ar Skeptiker, Skeptizismus zismus 158, 162—166 (O Selbſtbewußtſein). „Der Skeptizis⸗ mus iſt die Realiſierung desjenigen, wovon der Stoizismus nur der Begriff iſt“ 162. „Der Gedanke wird zu dem vollſtändigen das Sein der vielfachbeſtimmten Welt vernichtenden Denken“ 162, 163. „Er zeigt die dialektiſche Bewegung auf, welche die ſinn⸗ liche Gewißheit, die Wahrnehmung und der Verſtand iſt“ 163, 164 Das ſkeptiſche Bewußtſein „iſt ſich dieſe Ataraxie des ſich ſelbſt Denkens, die unwandelbare und wahrhafte Gewißheit ſeiner ſelbſt“ 164, aber zugleich „bekennt es ein ganz zufälliges, ein— zelnes Bewußtſein zu ſein“ 165. Es iſt „dieſe bewußtloſe Faſelei, von dem einen Extreme des ſichſelbſtgleichen Selbſtbewußtſeins zum andern des zufälligen verworrenen und verwirrenden Be— wußtſeins hinüber und herüber zu gehen“ 165, 166. „Im Skepti— zismus erfährt das Bewußtſein in Wahrheit ſich als ein in ſich ſelbſt widerſprechendes Bewußtſein“ 166. Aus dieſer Erfahrung geht eine neue Geſtalt hervor, das „unglückliche Bewußtſein“ 166—181 (f. unglückliches Bewußtſein) Skeptizismus — Stoizismus — unglückliches Bewußtſein 166, 171 (O unglückliches Bewußtſein), 369, 370, 372 (0 Sittlichkeit), 571, 574 (O offenbare Religion) 189 (O Vernunft), 370, 371, 372 (0 Sittlichkeit), 416 (0 Aufklärung) „Der alte Skeptizismus hat ſich die Mühe nicht verdrießen laſſen, in allen Begriffen, die er in den Wiſſenſchaften vorfand, dieſen Widerſpruch oder die Antinomie aufzuzeigen“ 227 (O Antinomie) 8, 910] Der Schein iſt „das Phänomen des Skeptizismus“ 488. „Es iſt, erlaubte ſich der Skeptizismus nicht zu ſagen.“ „Zugleich aber ließ der Skeptizismus mannigfaltige Beſtimmungen ſeines Scheins zu, oder vielmehr ſein Schein hatte den ganzen mannigfaltigen Reichtum der Welt zum Inhalte“ 488. Dieſer Inhalt „iſt nur aus dem Sein in den Schein überſetzt“ 489. „Der Skeptizismus läßt ſich den Inhalt ſeines Scheins geben; es iſt unmittelbar für ihn, welchen Inhalt er haben ſoll“ 489 (O Schein) Der ſpätere Skeptizismus hat die Dialektik „nicht nur auf die un⸗ mittelbaren ſogenannten Tatſachen des Bewußtſeins und Mapi⸗ men des gemeinen Lebens, ſondern auch auf alle wiſſenſchaftlichen Begriffe ausgedehnt“ 337 (O Dialektik) 2258
6 oo 1 — 17 18 Skeptiker, Skeptizismus 7 (O Enzyklopädie). „Das Dialektiſche vom Verſtande für ſich abgeſondert genommen, macht insbeſondere in wiſſenſchaftlichen Be— griffen aufgezeigt, den Skeptizismus aus; er enthält die bloße Negation als Refultat des Dialektiſchen“ 35 [P. St. 8, 189, O Dia⸗ lektik]! (O Logik) 6 [P. St. 6, 7], 918, 105 @, 106 8 (O Logik). Vergleich des Humeſchen Skeptizismus mit dem griechiſchen 122 8 (O Empirismus) 123 (O Kritizismus). Über die Eignung des Skeptizismus als Einleitung in das Syſtem 184 [P. St. 6, 48, 49] (O unmittelbares Wiſſen) 189 [P. St. 6, 35 f. o.], 194—195 & (f. Dialektik) Ausbildung des Skeptizismus zur römiſchen Kaiſerzeit, ſein Ziel und ſeine Mängel 408, 409 (O römiſche Philoſophie) 138 (O griechiſche Philoſophie), 141, 142 (O chriſtliche Religion), 200. „Das Prinzip der Skeptiker iſt: Nichts Endliches, Beſtimmtes iſt an und für ſich, es iſt nur ein Schein, ein Wankendes, nicht Aushaltendes“ 201 (O Sieben Weiſe) 350 (O Heraklit) 34 (O Protagoras), 39 (0 Gorgias), 131 (O0 Megariker), 141 (O Eubulides), 401 (O Ariſtoteles), 421 (O griechiſche Philoſophie) „Dogmatismus und Skeptizismus“ 423—586 (O grie— chiſche Philoſophie) [17, 203]. Der Dogmatismus 423-537 (ſ. Dogmatismus). Verhältnis des Skeptizismus zum Dogmatismus, und zwar zur ſtoiſchen und epikureiſchen Philoſophie 423, 424, 427. Er iſt die Negation der beiden Einſeitigkeiten: Gtoizismus, Epikureismus. Er iſt „die Negation jedes Kriteriums, aller beſtimmten Prinzipe, von welcher Art ſie auch ſeien: ſinnliches, reflektiertes oder denkendes Vorſtellen, Wiſſen“ 428 (O Dogma⸗ tismus), 514 (O Epikur), 537 (O Akademie). Verhältnis der Skep⸗ tiker zur neueren Akademie 423, 427 (O Dogmatismus), 514 (O Epikur), 515 (O Akademie), 517 (O Arkeſtlaos), 537 (O Aka⸗ demie). Beider Verwandſchaft 515 450 (O Stoiker) „Skeptizismus“ 537, 538—583 (O Dogmatismus). „Der Skeptizismus vollendete die Anſicht der Subjektivität alles Wiſ⸗ ſens, und ſetzte allgemein an die Stelle des Seins im Wiſſen den Ausdruck des Scheinens“ 538. Stellung des Skeptizismus zur 2259
1 E Skeptiker, Skeptizismus Philoſophie 538, 539, 540, 553. Er iſt „die Dialektik alles Be⸗ ſtimmten“, iſt gegen das verſtändige Denken gerichtet 539, bleibt aber bei dem Reſultat als einem Negativen ſtehen 540, verhält ſich nur als Verſtand 540 „Es muß alter Skeptizismus vom neuen unterſchieden werden.“ Der alte iſt „wahrhafter, tiefer Natur“ 540. Der neue iſt „Sub: jektivität“, „Eitelkeit des Bewußtſeins“, „Hochmut“ und „Demut“ 540, 541, 557, 580 Betrachtung der äußerlichen Geſchichte des Skeptizismus 541—544. Er iſt ſehr alt 541, 543. „Skeptizismus im allgemeinen Sinn iſt, daß man fagt: Die Dinge find veränderlich, ſie ſind; aber ihr Sein iſt nicht wahrhaft, es ſetzt ſich ebenfo ihr Nichtſein“ 541. Später iſt Skeptizismus „gebildetes Bewußtſein“, dem „nicht nur das fiunliche Sein nicht für Wahres gilt, ſondern auch das gedachte“ 542. Der Skeptizismus, der alte, zweifelt nicht 542, 552, „er be: weiſt mit Sicherheit die Unwahrheit“ 542 1, 227] Die Gefchichte des eigentlichen Skeptizismus beginnt mit Pyrrho 543, 544—546, 547 (ſ. Pyrrho). Der Hauptſchriftſteller iſt dann Sextus Empirikus 543, 545-546, 547—577 (f. Sertus Empiri— cus). Vor ihm waren Skeptiker, aber im unbeftimmten Sinn: Homer, Bias, Nenophanes, Parmenides, Heraklit 543, Plato und die Akademie 543, 544, 546 Die einzelnen Skeptiker waren: Pyrrhon 543, 544—546 (ſ. Pyrrhon), 552 Timon 546 (ſ. Timon) Aneſidemos 546 (f. Aneſidemos) Sextus Empirikus 543, 545—546, 547—577 (ſ. Sextus Empiricus) Beziehung zwiſchen Akademie und Skeptizismus 548, 549 (j. Ger: tus Empiricus), 515, 543, 544, 546. Zweck des Skeptizismus 549 bis 555. Das nähere Verfahren der Skeptiker 555—556. (f. Ser: tus Empiricus). Kritik und Würdigung des Skeptizismus 576, 577 (O Sextus Empiricus), 578, 579 Es find zwei formelle Momente in der ſkeptiſchen Bildung. a) „Es iſt die Kraft des Vewußtſeins, von ſich ſelbſt zurückzu— treten, und das Ganze, das vorhanden iſt, ſich mit eingeſchloſſen, — ſeine Operation, — ſich zu ſeinem Gegenſtande zu machen“ 577, 578. 6) „Nicht um die Sache ſtreitet er, ob ſie ſo oder ſo iſt, ſondern das Weſen des Ausgeſprochenen ſaßt er auf, dies ganze 2260
18 19 14 Skeptiker, Skeptizismus / Skizze Prinzip des Behauptens greift er an“ 578. Beiſpiel iſt Sextus Empirikus 578, 579. Sextus hat eigentlich ſpekulative Ideen be— handelt und ihre Wichtigkeit aufgezeigt 579. Dennoch iſt der Skeptizismus unkräftig gegen das Spekulative 579, 580. „Er gibt dem Unendlichen erſt die Krätze, um es kratzen zu können“ 580. Beſonders iſt darin der Skeptizismus neuerer Zeit merkwürdig. Er ſucht auf, was der Grundſatz einer ſpekulativen Philoſophie ſei 580. Von dieſem Grundſatz fordert er dann den Beweis 581. Auch Sextus Empirikus geht fo vor 581—582 Gegenüberſtellung des ſkeptiſchen Selbſtbewußtſein dem Selbſt⸗ bewußtſein auf der nächſten Stufe, dem „Ich bin mir ſelbſt“, der alexandriniſchen Philoſophie 586, 585 (O griechiſche Philoſophie) „Der Skeptizismus iſt Vernichtung der beſtimmten Prinzipien“ 3, iſt „unendliche Subjektivität ohne Objektivität“ 3, 4, iſt „Flucht in die reine unendliche Abſtraktion in ſich“ 4. „Die Römermacht iſt der reale Skeptizismus“ 5. Ablöſung des Dogmatismus durch den Skeptizismus 13, 3, 4, 15, 67. Ewige Ruhe des Geiſtes in ſich ſelbſt iſt das affirmative Reſultat der ſkeptiſchen Philoſophie 14 (O Neuplatoniker) Im Skeptizismus war „dies Negative erlangt worden, die be: ftimmten Weiſen des Seins, in welchen das Abſolute geſetzt wurde, aufgehoben zu ſehen“ 32 (O alexandriniſche Philoſophie) 67 (O Plotin). Der Skeptizismus ift „Selbſtbewußtſein, Denken in ſeiner reinen Einſamkeit mit ſich, die Reflexion auf jenes Vor⸗ ausſetzen und Anfangen von Vorausſetzungen“ 95 (O alezandriniſche Philoſophie) 149 (O ſcholaſtiſche Philoſophie), 335, 360 (O Descartes) „Idealismus und Skeptizismus“ 330, 483, 487 —500 (ſ. neuere Philoſophie). „Skeptizismus iſt das Rückkehren in das einzelne Bewußtſein, aber ſo, daß ihm dieſes nicht die Wahrheit iſt, oder daß er ſein Reſultat nicht ausſpricht, nicht eine poſitive Bedeutung gewinnt“ 487, 485. Der Humeſche Skeptizismus 493, 498 (ſ. Hume) [8, 122 ©] Rückblick auf den Skeptizismus 687 (f. neuefte, deutſche Philo⸗ ſophie) Skizze Zur Skizze in der Malerei 62 (O Farbe) 2261
Sklave, Sklaverei Sklave, Sklaverei (Herrſchaſt) Verſchwinden der Sklaverei im römiſchen Reich 496, 497 (ſ. Na⸗ turrecht) 57 (O Recht) „Der Sklave weiß nicht ſein Weſen, ſeine Unendlichkeit, die Frei⸗ heit, er weiß ſich nicht als Weſen; — und er weiß ſich ſo nicht, das iſt, er denkt ſich nicht“ 73 (O Wille). Der Sklave im römiſchen Recht 93 (O Recht). Die behauptete Berechtigung der Sklaverei, ſowie die Berechtigung einer Herrſchaſt als bloßer Herrenſchaft überhaupt und alle hiſtoriſche Anſicht über das Recht der Skla— verei „beruht auf dem Standpunkt, den Menſchen als Natur— weſen überhaupt nach einer Exiſtenz (wozu auch die Willkür ge— hört), zu nehmen, die ſeinem Begriffe nicht angemeſſen iſt. Die Behauptung des abſoluten Unrechts der Sklaverei hingegen hält am Begriffe des Menſchen als Geiſtes, als des an li) freien, ſeſt und iſt einfeitig darin, daß fie den Menſchen als von Natur frei, oder was dasſelbe iſt, den Begriff als ſolchen in ſeiner Unmittel⸗ barkeit, nicht die Idee, als das Wahre nimmt“ 111, 112. „Daß jemand Eklave iſt, liegt in ſeinem eigenen Willen, ſo wie es im Willen eines Volkes liegt, wenn es unterjocht wird“ 112 (O Beſitz) 122. „Es liegt in der Natur der Sache, daß der Sklave ein ab— ſolutes Recht hat, ſich ſrei zu machen“ 123. Unterſchied zwiſchen dem Sklaven und dem heutigen Geſinde oder einem Tagelöhner 124 (O Eigentum). „Der Sklave kann keine Pflichten haben, und nur der freie Menſch hat ſolche“ 236 (O Sittlichkeit). Zum „Skla⸗ venverhältnis der römiſchen Kinder“ 253, 257, 260 (O Familie) 322 (O Polizei). „Sklaven haben deswegen keine Pflichten, weil ſie keine Rechte haben“ 340 (O Staatsrecht) 454 (O Griechenland) 8 Weil die chriſtliche Religion die Religion der abſoluten Freiheit iſt, gibt es im chriſtlichen Europa keine Sklaven mehr 3608 (O Begriff) [10, 381 2] 10 Weil die Griechen und Römer „ſich noch nicht zum Begriff der ab⸗ ſoluten Freiheit erhoben hatten, da ſie nicht erkannten, daß der Menſch als ſolcher, — als dieſes allgemeine Ich, — als vernünftiges Selbſtbewußtſein, — zur Freiheit berechtigt iſt“, deshalb gab es in ihren Freiſtaaten Sklaverei und blutige Sklavenkriege 2262 — 2
10 11 12 15 16 Sklave, Sklaverei 286 8, 2878 (O Herrſchaft), 3809, 381 (O Geiſt), 412 8 (O Staat) Zur Sklaverei der Neger 140, 141 (O Neger). „Es iſt die Grund— lage der Sklaverei überhaupt, daß der Menſch das Bewußtſein ſeiner Freiheit noch nicht hat, und ſomit zu einer Sache, zu einem Wertloſen herabſinkt“ 140. „Die Sklaverei iſt an und für ſich Un⸗ recht, denn das Weſen des Menſchen iſt die Freiheit, doch zu dieſer muß er erſt reif werden. Es iſt alſo die allmähliche Abſchaffung der Sklaverei etwas Angemeſſeneres und Richtigeres, als ihre plötzliche Aufhebung“ 144 (O Afrika) Einführung der Sklaverei bei den Chineſen 181 (O China) 300. Zur Sklaverei bei den Griechen 332—333 (O Griechen), 428. Die Sklaverei war die notwendige Bedingung einer ſchönen De— mokratie, in welcher der Bürger den Handwerksarbeiten entnom— men war 332. „Die Gleichheit der Bürger brachte das Ausge— ſchloſſenſein der Sklaven mit ſich. Die Sklaverei hört erſt auf, wenn der Wille unendlich in ſich reflektiert iſt, wenn das Recht gedacht iſt als dem Freien zukommend, der Freie aber der Menſch iſt nach ſeiner allgemeinen Natur, als mit Vernunft begabt“ 332, 428 (O Griechen). Bei den Athenern waren die Sklaven Haus⸗ genoſſen, bei den Spartanern aber waren ſie unterjocht und wurden hart behandelt 341 (O Sparta). Sklavenkriege in Italien 400. „Griechiſche Sklaven waren die Dichter, die Schriftſteller der Römer, die Vorſteher ihrer Fabriken, die Erzieher ihrer Kinder“ 402 (O Römer) „Sklaverei iſt im Chriſtentum unmöglich, denn der Menſch iſt jetzt als Menſch nach ſeiner allgemeinen Natur in Gott angeſchaut; jeder Einzelne iſt ein Gegenſtand der Gnade Gottes und des gött⸗ lichen Endzwecks: Gott will, daß alle Menſchen ſelig werden“ 427, 428 (O Chriſtentum), 46 Die mittelalterliche Leibeigenſchaft der Bauern 508, 513. „Es iſt die Menſchheit nicht ſowohl aus der Knechtſchaft befreit worden, als vielmehr durch die Knechtſchaft“ 514 (O Mittelalter). Auf⸗ hebung der Leibeigenſchaft 539 (O Reformation) Aſop ift ein Sklave geweſen 513, 514 (O Aſopos) Sklaverei der Neger 322, 323 (O Zauberei) Bei den Griechen iſt „die Freiheit und Sittlichkeit noch eine be⸗ ſondere und das Recht des Menſchen mit einer Zufälligteit be2263
Sklave, Sklaverei / Skulptur 16 haftet, ſo daß auf dieſer Stufe weſentlich Sklaverei ſtattfindet“ 129 (O griechiſche Religion). Bei den Römern verſchwinden „die Unterſchiede von freien Menſchen und Sklaven durch die AU: macht des Kaiſers“ 187 (O römiſche Religion). „Der Sklave des Kaiſers war nach ihm die höchſte Macht oder hatte noch mehr Macht als er ſelbſt“ 299 (0 Chriſtus) 18 57 (O Sokrates) 19 210 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Skolien 14 471 (O griechiſche Lyrik) Skopas 13 Skopas, der Meifter der Marmorſkulptur, ſuchte aus ihr die Farbe wieder zu entfernen 447 (O Marmor) Skulptur (ägyptiſche Skulptur, griechiſche Skulptur, Statue, ſym— boliſche Skulptur) 3 224 (O Kunſt) 12 76 (O Nachahmung). Die Skulptur 125—120 (0 Athetit). In den Tempel tritt „der Gott ſelber ein, indem der Blitz der Indi— vidualität in die träge Maſſe ſchlägt, ſie durchdringt, und die un— endliche, nicht mehr bloß ſymmetriſche, Form des Geiſtes ſelber die Leiblichkeit konzentriert und geſtaltet. Dies iſt die Aufgabe der Skulptur“ 125. Inſofern in ihr das geiſtige Innere „ſich in die ſinnliche Geſtalt und deren äußeres Material hineinwohnt, und beide Seiten ſich in der Weiſe ineinander bilden, daß keine überwiegt, erhält die Skulptur die klaſſiſche Kunſtform zu ihrem Grundtypus“ 125, 126 [13, 79]. „Durch die Skulptur ſoll der Geiſt in ſeiner leiblichen Form in unmittelbarer Einheit ſtill und ſelig daſtehn, und die Form durch den Inhalt geiſtiger Indivi— dualität verlebendigt werden“ 126. Ihr vorzüglicher Gegenſtand iſt die „menſchliche Geſtalt, und zwar in der Totalität der räum— lichen Dimenſionen“ 126 (O Aſthetik), 131 (0 Poeſie) 230 (O Kunſtſchönes). Die Skulptur iſt in Rückſicht auf die innere Mannigfaltigkeit der Situationen beſchränkt 272, 278, 279, 280. Die ägyptiſche und älteſte griechiſche Skulptur gibt die beſten Bei⸗ 2264
12 13 Skulptur ſpiele für die Situationsloſigkeit 273, ſowie für harmloſe, unbe⸗ fangene Situationen 275 [13, 79, 405] (O Situation). Dennoch vermag die Skulptur eine Vielſeitigkeit des Charakters auszu— drücken 322, 323 (O Charakter). Ausführlichkeit und Partikulari⸗ tät des Außeren liegt ihr fern 343 (O Kunſtſchönes) 370 (O Kunſtſchönes). Verhältnis der Skulptur zur Allegorie 531 (O Allegorie) „Die Skulptur, indem ſie die Götter in ihrer echten Geſtalt für die ſinnliche Anſchauung hinſtellt, bildet das eigentümliche Zen⸗ trum der klaſſiſchen Kunſt“ 40, 21 [12, 125], 79, 82, 83, 84, 88, 90, 92, 100, 101 (O griechiſche Götter) [12, 82], 405. „Die höchſten Werke der ſchönen Skulptur ſind blicklos, ihr Inneres ſchaut nicht als ſich wiſſende Innerlichkeit in dieſer geiſtigen Konzentration, welche das Auge kundgibt, aus ihnen heraus“ 125. Erſt der Gott der romantiſchen Kunſt erſcheint ſehend, ſich wiſſend 125 (O ro— mantiſche Kunſtform). Die Skulptur iſt ungeeignet, den chriſt⸗ lichen Märtyrer darzustellen 158 (O Märtyrer) 169 (O Poeſie) Die Skulptur iſt die zweite der einzelnen Künſte 257—258 (O Afthetik) „Zu ihrem Prinzip und Inhalt hat ſie die geiſtige Individualität als das klaſſiſche Ideal, ſo daß das Innere und Geiſtige ſeinen Ausdruck in der dem Geiſte immanenten leiblichen Erſcheinung findet“ 257, 464. Ihr Material iſt die ſchwere Materie 257. „Die durch den Inhalt ſelbſt beſtimmte Form aber ift die reale Lebendigkeit des Geiſtes, die menſchliche Geſtalt und deren vom Geiſt durchatmeter objektiver Organismus“ 257, 258 (O Aſthetik) Vermiſchung von Skulptur und Architektur 279—288 (ſ. ſym⸗ boliſche Architektur) [14, 21]. Die Skulptur, die mit der ſymboli⸗ ſchen Architektur vermiſcht war, wird in der klaſſiſchen Architektur ſelbſtändig 304 (O klaſſiſche Architektur) „Die Skulptur“ 353—465 (O Aſthetih, 257—258 (f. o.) 112, 125 bis 126] Einleitung 353—364. Auf dem Weg der Rückkehr des Geiftes aus dem Maſſenhaften und Materiellen der Architektur begegnen wir der Skulptur 353. Zwar geſtaltet die Skulptur noch „das Materielle ſeiner materiellen räumlichen Form nach“, aber ſie bringt „Körper und Geiſt, als ein und dasſelbe Ganze, unſcheid⸗ 2265
Skulptur 13 bar vor die Anſchauung“ 354. Die Geſtalt der Skulptur reißt ſich von der architektoniſchen Beſtimmung los, bleibt aber „dennoch in weſentlichem Verhältnis zu feiner Umgebung“ 354, 355. Der nächſte Zweck der Statue iſt, Tempelbild zu ſein 355, 435 Vergleich der Skulptur mit Poeſie und Malerei in ihrer Eignung als Ausdruck des Geiſtes 355, 356 [14, 3J. Sie muß gegen Malerei imd Poeſie zurücktreten 356, 357. Die Geſtalt, wie fie Gegenſtand der Skulptur iſt, bleibt „nur eine abſtrakte Seite der konkreten menſchlichen Leiblichkeit“ 357, 462. Die Skulptur geht „nur bis zur erſten, ſelbſt noch allgemeinen Weiſe des natürlichen Daſeins, zur bloßen Sichtbarkeit und Exiſtenz im Lichte überhaupt fort“ 358 Zwiſchen Objektivität und Subjektivität hält ſie die Mitte. „Die geiſtige Individualität“ wird nicht zur „ſubjektiven Einzelnheit“, ſondern die „ſubſtantielle Allgemeinheit des Geiſtes“ überwiegt 359, 358, 464. Die Skulptur nimmt „die menſchliche Geſtalt, welche die wirkliche Ediſtenz des Geiſtes iſt“ zu ihrem Gegenſtand, gibt ſich aber „mit der Geſtalt als ſolcher zufrieden“ 359, 360. Die Geſtalt iſt in Ruhe 359, ihr fehlt der Blick des Auges, ihr fehlt die Farbe oder dieſe iſt für die Statue bedeutungslos 360, 125 Wohl kommen Beiſpiele von mehrfarbigen Statuen vor 360; die älteſten Skulpturwerke ſind bemaltes Holz. Je mehr ſich aber der Kunſtgeſchmack läuterte, deſto mehr entlud ſich die Skulptur des ihr nicht zufagenden Farbenprunks 361. Weil die Skulptur aber an und für ſich ſchon eine abſtraktere Kunſt iſt, „entblößt ſich das Skulpturbild in ſeiner äußeren Realität nicht von mannigfal⸗ tigem Beiwerk“ 362 Zur näheren Einteilung: Da die Skulptur „die eigent⸗ liche Kunſt des klaſſiſchen Ideals als ſolchen iſt“, tritt das Sym⸗ boliſche und Romantiſche ſehr zurück 362, 363. Betrachtung, „wel⸗ cher Inhalt und welche Form dem Standpunkte der Skulptur als beſonderer Kunſt eigens zukommen“ 363. Die Skulptur „nimmt nicht das Ideal der menſchlichen Geſtalt überhaupt zum Inhalt, ſondern das beſtimmte Ideal“, und tritt „dadurch zu unterſchiedenen Darſtellungsweiſen auseinander“ 363. Die Unter⸗ ſchiede treffen Darſtellung und Material und richten ſich auch nach dem hiſtoriſchen Entwicklungsgange 363 Erſtens: Inhalt und Form der Skulptur im Allgemeinen 363, 364, 365—377 (. u.) 2266
Skulptur 13 Zweitens: Das klaſſiſche Ideal der Skulptur 364, 378 —433 (ſ. u.) Drittens: Die Welt der Skulpturwerke im Beſonderen 364, 434 bis 465 (f. u.) Erſtes Kapitel: Die Skulptur im Allgemeinen 363— 364, 365—377. Zu betrachten iſt erſtens: welche Weiſe der Geiſtigkeit fähig iſt durch die Skulptur dargeſtellt zu werden, und zweitens, „wie die Formen der Räumlichkeit geſtaltet ſein müſſen, um das Geiſtige in ſchöner leiblicher Geſtalt zu erkennen zu geben“ 365. Dieſe erſte ſchöne Einigung von Seele und Leib entſpricht dann dem Ideal der klaſſiſchen Kunſtform 365 1. „Der weſentliche Inhalt der Skulptur“ 365—369. „Dem erſten noch allgemeinen Daſein der räumlichen Materie“ „entſpricht als Inhalt am meiſten die in ſich beruhende Objektivi— tät des Geiſtes“, inſofern dieſer „zum Fürſichſein in feiner eige— nen Subjektivität noch nicht zurückgegangen iſt“ 365, 366 a) „Der Geiſt als Geiſt iſt zwar immer Subjektivität, inneres Wiſſen ſeiner ſelbſt, Ich“ 366. Aber dieſes Ich braucht ſich nicht ſelbſtgefällig in feiner beſonderen Eigentümlichkeit und Zufällig⸗ keit feſthalten, ſondern kann unzerſchieden in dem weſentlichen Inhalt des Bewußtſeins leben 366, 367 a) „Das Subjektive als ſolches verfällt bei der Überhebung über das Subſtantielle in die abſtrakte Beſonderheit der Neigung, in die Willkür und Zufälligkeit der Empfindungen und Triebe“, iſt „endliche Subjektivität“ 367 6) Dieſe ganze Sphäre des Subjektiven iſt aus dem Inhalte der Skulptur auszuſchließen 367, 376 ) Da aber „die objektive Geiſtigkeit als Geiſt nicht ohne Fürſich⸗ ſein zur Realität gelangen“ kann, muß das zum Ausdruck kom⸗ mende Subjektive ganz von Subſtanz durchdrungen ſein 367, 368. „Dies ſtörungsloſe unpartikulariſterte Sein des Geiſtes ift das, was wir die Göttlichkeit nennen“ und die Skulptur hat „das Göttliche als ſolches darzuſtellen in ſeiner unendlichen Ruhe und Erhabenheit, zeitlos, bewegungslos, ohne ſchlechthin ſubjektive Perſönlichkeit, und Zwieſpalt der Handlung oder Situation“ 368, 369 b) Das Geiſtige als ſolches iſt nicht Inhalt der Skulptur, ſondern das Geiſtige, „das nur erſt in ſeinem Anderen, dem Leiblichen für ſich iſt“ 369 2267
13 Skulptur 2. Die ſchöne Skulpturgeſtalt“ 369-375, 365. Die Skulptur findet „die menſchliche Geftalt als den Grundtypus für ihre Gebilde vor“ 370. Rückblick auf die Organiſation des tieriſchen Körpers 370. Die menſchliche Geſtalt iſt nicht „wie die tie— riſche, die Leiblichkeit nur der Seele, ſondern des Geiſtes“ 370, 372. Seele und Geiſt 370, 371 (f. Seele), tieriſcher Körper, Leib und Geiſt 371, 372. Die Pathognomik ſcheidet für uns hier aus 372. Die Phyſiognomik hätte im Hinblick auf die Skulptur darzu— tun, „welche Teile, Züge und Geſtaltungen des Körpers einer be— ſtimmten Innerlichkeit vollkommen gemäß ſind“ 373, 372 a) Für die Skulptur wäre zu unterſuchen, „wie die ebenſo fubſtantielle als in dieſer Allgemeinheit zugleich individuelle Geiſtig— keit ſich ins Leibliche einlebt und darin Daſein und Geſtalt ge— winnt“ 374, 373. Von der echten Skulptur iſt, „wie im Geiſtigen, ſo auch im Körperlichen die zufällige Partikularität der äußeren Erſcheinung ausgeſchloſſen“ 374 b) Ebenſo muß ſich „die Skulptur von der zufälligen Subjektivi⸗ tät und vom Ausdruck derſelben in ihrem für ſich ſeienden Innern freihalten“ 374. Es iſt dem Künſtler verboten bis zum Mienen— haften fortzugehn 374, 375. Die Skulptur muß ſich „auf die blei— benden Züge des geiſtigen Ausdrucks hinrichten“ 375 c) Die Aufgabe der Skulpturgeſtalt beſteht darin, „daß fie das ſubſtantiell Geiſtige in ſeiner noch nicht in ſich ſubjektiv partikula— riſierten Individualität in eine menſchliche Geſtalt einſenkt und mit derſelben in einen ſolchen Einklang ſetzt, an welchem nun auch nur das Allgemeine und Bleibende der dem Geiſtigen entſprechen— den Körperformen herausgehoben erſcheint“ 375 3. „Die Skulptur als Kunſt des klaſiſchen Ideals“ 365, 376-377, 460-461. „Die Skulptur bleibt mehr wie jede andere Kunſt eigentümlich an das Ideale gewieſen.“ Sie bildet den Mittelpunkt der klaſſiſchen Kunſt 376. Sie hat „die an und für ſich ſeiende Individualität, den ganz objektiven Charakter, die ſchöne freie Notwendigkeit, zu ihrem Gegenſtande“ 376, 377. Das plaſtiſche Ideal ſteht „in der Mitte dieſer Seligkeit und freien Notwendigkeit, für welche weder die Abſtraktion des Allgemeinen noch die Willkür des Beſondern, Gültigkeit und Bedeutung behält“ 377. Griechenland iſt die Heimat des Sinnes für vollendete Plaſtik des Göttlichen 377 (f. Griechen) 2268
13 Skulptur Zweites Kapitel. „Das Ideal der Skulptur 364, 378433, 434. „Die reine Skulptur hat eine Stufe des Sym— boliſchen zu ihrer Vorausſetzung“ 378, 362, 451. Unvollkommen⸗ heit alles bloß Symboliſchen 378, 379. Bedeutung der Vorſtellung für die konventionelle und ſtatariſche Kunſt 379. Gliederung der idealen Skulptur 380 1. „Allgemeiner Charakter der idealen Skulptur— geſtalt“ 380, 381—386. Winckelmann als Erſter verbannt das unbeſtimmte Gerede vom Ideal der griechiſchen Schönheit, und hat „die Formen der Teile einzelnen und beſtimmt charakteriſiert“ 381. Seit Winckelmanns Tod haben ſich für uns die griechiſchen Kunſtwerke und die äginetiſchen Skulpturen, um Meiſterwerke des Phidias u. a. vermehrt 381, 382. Lord Elgins Verdienſt 382. Das größte Lob des noch gediegeneren, ſtrengeren Stils trifft „den Ausdruck der Selbſtändigkeit, des Beruhens auf ſich in dieſen Geſtalten“ und die freie Lebendigkeit 383, 382 a) „Die Lebendigkeit dieſer Werke liegt darin, daß ſie frei aus dem Geiſte des Künſtlers erzeugt ſind.“ „Das Allgemeine des In⸗ halts iſt vom Künſtler unerſchaffen; es iſt ihm durch die Mytho⸗ logie und Sage ganz ſo gegeben, wie er auch das Allgemeine und die Einzelnheiten der menſchlichen Geſtalt vorfindet, aber die ſreie lebendige Individualiſierung, die er durch alle Partien durchführt, iſt ſeine eigene Anſchauung, ſein Werk und Verdienſt“ 383 b) „Der Efſekt und Zauber dieſer Lebendigkeit und Freiheit wird nur durch die Genauigkeit, die redliche Treue der Ausarbeitung aller einzelnen Teile bewirkt“ 383, 384. Dennoch bleibt jeder Teil „ebenſoſehr aber durch den vollſten Reichtum der Übergänge in ſtetem Zuſammenhange nicht nur mit den zunächſtliegenden, ſondern mit dem Ganzen“ 384, 428. Auch das Fragment läßt das Ganze erkennen 384, 428, 385 e) Dieſe Treue iſt kein Kopieren des Natürlichen als ſolches 385. Die menſchliche Geſtalt zeigt ſich „ſtatt als bloße Naturſorm, als Geſtalt und Ausdruck des Geiſtes“ 385, 386 2. „Die beſonderen Seiten der idealen Skulptur— geſtalt als folder“ 380, 386—416. Bei Betrachtung des Zuſammenhangs der ſreien Geiſtigkeit und der körperlichen Formen ſolgen wir im weſentlichen Winckelmann 386. Das Geiſtige drückt ſich am meiſten in der Geſichtsbildung und in der Stellung der Glieder aus 386 2269
Skulptur 13 a) Das griechiſche Profil 386—400 (f. Geſicht). Zur Frage, ob das griechiſche Profil auch objektiv ſchön ſei 391 b) Die Mittel, durch welche die übrigen Glieder zum Ausdruck des Geiſtes mitwirken 400—405 (ſ. menſchlicher Körper) c) Die Bekleidung 405—416 (ſ. Kleidung) 3. „Individualität der idealen Skulpturgeſtal⸗ ten“ 380, 416—433, 434. Indem die Ideale der Skulptur „auch zur unterſcheidbaren Beſonderheit der Erſcheinung fortgehn müſ— ſen“, bilden ſie „einen Kreis beſonderer Individuen“, den Kreis der griechiſchen Götter und Heroen 417, 380, 418 a) Die Attribute und ſonſtiges äußerliches Beiweſen der griechi⸗— ſchen Götter 418, 419—423 (ſ. Attribut) b) Die wahrhaft lebendige Individualität der griechiſchen Götter 418, 423—428 (f. griechiſche Götter). Die Heroen 427, 428429, die Faune und Satyrn 429 (f. d. Art.). Die Menſchen- und Tier⸗ geſtalt 429—430 0) Die einzelne Individualität, beſonders in der Darftellung der Götter 430—433 (f. griechiſche Götter) Drittes Kapitel. Die Skulptur im Beſonderen 364, 434—465. Rückblick auf das klaſſiſche Ideal und feine Faſ⸗ ſung als Individualität 434 Betrachtung der beſonderen Arten der Skulptur: 1. „Die einzelne Statue, die Gruppe und das Re— lief“ 434, 435—441. Unterſcheidung von Skulpturwerken, „welche ſelbſtändig für ſich daſtehn, und ſolchen, welche mehr nur zur Ausſchmückung architektoniſcher Räume dienen“ 435 a) Die einzelne Statue 435—437 (f. Statue), 435 b) Die Gruppe als Darſtellung bewegterer Situationen, Kon⸗ flikte und Handlungen 437—440, 435 a) Das Nächſte ſind auch hier „bloße ruhige Zuſammenſtellungen“, wie z. B. die Roſſebändiger auf dem Monte Cavallo 437 6) Darſtellung von Situationen, welche Konflikte, zwieſpältige Handlungen, Schmerz zum Inhalte haben. Die Griechen brachten ſie mit feinem Kunſtſinn in nähere Beziehung zur Architektur 438. Das Giebelfeld, die Laokoongruppe 438 (ſ. Laokoon) y) Die Skulpturwerke in ihrem Verhältnis zu den mannigfaltigen Lokalen, wo fie ihre Aufſtellung finden 439—440. Kritik an der Aufſtellung von Gruppen „auf die Spitze der Gebäude gegen die freie Luft ohne Hintergrund“ 439. Die Silhouettenwirkung 439, 2270
Skulptur 13 440. Zur Viktoria auf dem Brandenburger Tor, und zum Tiediſchen Apollo auf dem Schauſpielhaus 440 c) Das Relief 440—441 (ſ. Relief) 2. „Material und Skulptur“ 434, 441—449 (ſ. Material) 3. „Hiſtoriſche Entwicklung der Skulptur“ 434, 449 —465. Das Ideal hat in ſich ſelbſt eine Fortentwickelung 450, 449, und in der ſymboliſchen Darſtellungsweiſe eine Vorausſetzung 450. Beide Kunſtformen, die ſymboliſche, wie die roman: tiſche ergreifen gleichfalls die menſchliche Geſtalt, um fie in räum⸗ licher Form feſtzuhalten 450. Wir haben von orientaliſcher und chriſtlicher Skulptur zu ſprechen 450 a) Die ägyptiſche Skulptur als Vorſtufe des echten Ideals 450, 451—457 (ſ. ägyptiſche Skulptur) b) Die griechiſche Skulptur 451, 457—462 a) Anfänge innerhalb der klaſſiſchen Skulptur ſind: die äginetiſche Skulptur 457, 457—460 (f. äginetiſche Skulptur), die hetruriſche Skulptur 460, 457 6) Die ideale Skulptur und ihr Stufengang 460—461. Ihr ge: lingt es „auf der einen Seite die Allgemeinheit der Bedeutung in die Individualität der Geſtalt ganz hineinzuarbeiten, anderer: ſeits die ſinnlichen Formen zur Höhe des echten Ausdrucks ihrer geiſtigen Bedeutung zu erheben“ 460, 461. Anfangs „neigt das Ideal noch zu der Hoheit und Strenge hin“, dann verliert ſich das Allgemeine mehr und mehr in das Individuelle hinein und tritt ſchließlich zum „Gefälligen, Zierlichen, zur Heiterkeit und ſchmeichelnden Anmut herüber“ 461 y) Die römiſche Skulptur 451, 461—462. Sie bedeutet bereits die beginnende Auflöſung der klaſſiſchen Skulptur 461. „Die Poeſie geiſtiger Belebung, der innere Hauch und Adel in ſich vollendeter Erſcheinung, dieſe eigentümlichen Vorzüge der griechiſchen Plaſtik verſchwinden und machen im Ganzen der Vorliebe für das mehr Porträtartige Platz. Dieſe ſich ausbildende Naturwahrheit der Kunſt geht durch alle Seiten hindurch“ 461, 462 e) Die chriſtliche Skulptur 451, 462—463 (f. chriſtliche Skulptur). Bemühungen der romantiſchen Skulptur ſich in Stand⸗ bildern, Porträten der Antike wieder zu nähern 463, 464. Michel⸗ angelo 463, 464. Rückblick auf die klaſſiſche Skulptur und ihre Darſtellung der objektiven ſubſtantiellen Individualität 464, 465. 2271
13 Skulptur / Slawen Das Prinzip abſoluter Perſönlichkeit und das Moment ſubjektiver Einzelnheit fehlen ihr ebenſo wie „das Prinzip der Tiefe und Unendlichkeit des Subjektiven, der inneren Verſöhnung des Geiſtes mit dem Abſoluten, der ideellen Einigung des Menſchen und der Menſchheit mit Gott“ 465. Die Skulptur iſt, wie die chriſt⸗ liche zeigt, zur Darſtellung dieſes Inhalts ungeeignet 465. Es iſt der Inhalt der romantiſchen Künſte 465 14 Abgrenzung der Skulptur und ihrer Objektivität von den roman⸗ 11 1 E 11 tiſchen Künſten und deren Subjektivität 3, 4 (O romantiſche Künſte). Grenzen der Skulptur im Vergleich mit der Malerei 9, 26. „Man kann es den Menſchen nicht üibelnehmen, wenn fie für die hohen Skulpturwerke nicht das hohe Intereſſe zeigen, das dieſelben verdienen. Denn wir miſſſen es erſt lernen, fie zu ſchätzen“ 9, 10, 26. Vergleich der Skulptur mit der Malerei im Hinblick auf das Räumliche 19, 127, im Hinblick auf den Zuſchauer 20, 57, in Rückſicht auf die Bedeutung des Lichts 23, und des Hellen und Dunkeln 24 (O Malerei), in Rückſicht auf Linear: perſpektive 60 (O Linearperſpektive), in Rückſicht der ganzen Kon— zeptionsweiſe 77, 76, der maleriſchen und ſkulpturmäßigen Sitna⸗ tion 81, in Rückſicht der Charakteriſierungsweiſe 93, 77 und in Rückſicht der Möglichkeit fie in Abbildungen, Beſchreibungen zu genießen 101 (O Malerei) Rückblick auf die Skulptur 125—126. Skulptur und Muſik 134, 136, 158, 187, 193. Vergleich beider im Hinblick auf Selbſtändig— keit gegenüber dem Beſchauer 147, 190, 215, im Hinblick auf vor— gefundenes Material 168, auf idealiſche Schönheit 195 (O Mufik) Skulptur und Poeſie 220, 222, 225, 226, 230, 232, 233, 244 (O Poeſie), 291 (O Verſifikation) [13, 356]. Skulptur und Epos 396, ihre innere Verwandtſchaft 397, ihre kunſtgemäße Wirklich— keit bei den Griechen 397 (O epiſche Poeſie) Skythen 356 (O Alexander der Große) 292 (O ſymboliſche Architektur) Slawen 447 (O Völkerwanderung), 507 (O Mittelalter), 527, 528 (O Re: formation) 2272
Smerdes / Sokrates Smerdes 11 Sturz des falſchen Smerdis 78 (O Staat), 254 (O Perſien) Smith, Adam 7 271 (O Bedürfnis) 19 504, 505 (O ſchottiſche Philoſophie) Smith, Laurids 9 651 C, 652 8 (O Tier) Snellius, Willebrord, van Roijen 9 3190 (ſ. Brechung) Sorinianer 19 Ihre Auffaffung von Chriſtus 113 (O Chriſtentum), 137 (O ſcho⸗ laſtiſche Philoſophie) Sohar 19 Hauptwerk der Kabbala 26, dem Rabbi Simon ben Jochai zuge: ſchrieben 27 (O Kabbala) Sokrates (Önıudrıor, Sokratiker) 1 Ciceros Lob, Sokrates habe die Philoſophie vom Himmel her: nieder geholt 3 (O Planet) [19, 282] 212 (O Krug), 245 (O Skeptizismus), 503 (O Naturrecht) 96 (O Moral) 4 581 (O Grund) Nach Diogenes Laertius iſt Sokrates der Urheber der Moral: philoſophie 336 (O Idee). Sokrates und die Sophiſten 338 (O Dialeftif) „Sokrates ſtand in der Zeit des Verderbens der athenienſiſchen Demokratie auf: er verflüchtigte das Daſeiende, und floh in ſich zurück, um dort das Rechte und Gute zu ſuchen“ 200, 199 (0 Ge⸗ wiſſen) 217 (O Ironie). „Das Prinzip der Moralität, der Innerlichkeit des Sokrates iſt in ſeinen Tagen notwendig erzeugt, aber dazu, = a A Glockner, Hegel-Lexikon 143 2273
Si E 1 — 13 14 15 Sokrates . rr... ͤ — an — ͤ— daß es zum allgemeinen Selbſtbewußtſein geworden iſt, gehörte Zeit“ 377. Im Dämon des Sokrates liegt „der Anfang der ſich wiſſenden und damit wahrhaften Freiheit“ 385 (O Verfaſſung) 11, 332] „Sokrates, kann man fagen, hat die Beſtimmung des Zwecks entdeckt“ 16 (O Philoſophiegeſchichte). „Bei Sokrates hat das Dialektiſche, in Übereinſtimmung mit dem allgemeinen Charakter ſeines Philoſophierens, noch eine vorherrſchend ſubjektive Geſtalt, nämlich die der Ironie“ 191 @, 192 8 (O Dialektik) [7, 217]. „So: krates bekämpfte die Sophiſten, indem er die Haltloſigkeit der bloßen Gründe dialektiſch aufzeigte“ 287 @ (O Grund) Sokrates' Stellung zum Prinzip des Anaxagoras 38, 39, 40 (O Geſchichtsphiloſophie); ſein Verhältnis zu den Myſterien 313 (ſ. Myſterien) [16, 154; 17, 112] 332 (O Orakel), 339 (O Athen). „In Sokrates iſt es dann, daß zu Anfang des Peloponneſiſchen Krieges das Prinzip der Innerlich— keit, der abſoluten Unabhängigkeit des Gedankens in ſich, zum freien Ausſprechen gelangt iſt“ 350, 332. „Er iſt der Erfinder der Moral“ 350 (5, 336; 18, 46, 221]. Er hat „das Subjekt als ent⸗ ſcheidend gegen Vaterland und Sitte geſetzt“ 350, 351. „Das Prinzip des Sokrates erweiſt ſich als revolutionär gegen den atheniſchen Staat“ 351. Wird Sokrates zum Tode verurteilt, ſo liegt darin ebenſoſehr „die hohe Gerechtigkeit, daß das atheniſche Volk ſeinen abſoluten Feind verurteilt, als auch das Hochtragiſche, daß die Athener erfahren mußten, daß das, was ſie im Sokrates verdammten, bei ihnen ſchon feſte Wurzel gefaßt hatte, daß ſie alſo ebenſo mitſchuldig oder ebenſo freizuſprechen ſeien“ 351 (O Griechen) 417, 418 (O Chriſtentum), 442 (O Germanen) 46 (O griechiſche Götter), 111 (O klaſſiſche Kunſtform). Erſt mit Sokrates hat bei den Griechen die Unſterblichkeit einen tieferen Sinn 128 (O romantiſche Kunſtform) (16, 130] 377 (O Skulptur) Das „Silenengeſicht des Sokrates“ 94 (O Malerei). Sokrates in der griechiſchen Komödie 519 (O Schauſpiel), 561 (O griechiſche Komödie) 38 (O Religion), 55, 56 (O Dogma), 236 (O Glaube) 2274
16 17 Sokrates 130. Sokrates' Stellung zu den Myſterien 154 (O griechiſche Religion) [11, 313]. Zur Auffaſſung, die Chriſtus betrachtet wie Sokrates 287, 295 (O chriſtliche Religion), 349 (O Gemeinde), 130 (O griechiſche Religion) [11, 104; 15, 55] 518 (O Gottesbeweiſe) 83. Sokrates' Stellung zur Religion 110, 111, zu den Myſterien 112 [11, 313; 16, 154] (O Philoſophie). Mit Sokrates fängt „eine ſubjektive Totalität an, in der das Denken ſich erfaßt, wo die denkende Tätigkeit die Grundlage iſt“ 136, 137 (O griechiſche Philoſophie) 204 (O griechiſche Philoſophie), 214 (O Thales), 257 (O Pytha: goras), 307, 308 (O Parmenides). Sokrates zu Heraklit 347, 348, 369 (O Heraklit) 403, 406, 426. Sokrates' Kritik am „obs des Anagagoras in Pla: tons Phädo 423, 427, 428, 430 (O Anaxagoras) 18 8. Sokrates in Platons Protagoras 12, 13, 15, 18, 20. Sokrates' Hauptſatz hier, „daß die Tugend nicht könne gelehrt werden“ 15. Sokrates' Kampf mit den Sophiſten 20, 22, 23, 26, 28. Sokrates über die Tapferkeit 22 (ſ. Sophiſten) 31, 32 (O Protagoras) „Sokrates“ 3, 5, 42—122 (O griechiſche Philoſophie) [17, 204]. Sokrates iſt eine „welthiſtoriſche Perſon“; „er iſt Hauptwende— punkt des Geiſtes in ſich ſelbſt“ 42. Rückblick auf die alten Jonier, die Atomiſtiker, auf Anaxagoras 42, und Protagoras 43. Die Zweideutigkeit der Dialektik und Sophiſtik bringt das Objektive zum Schwinden 43 und „Sokrates ſpricht nun das Weſen als das allgemeine Ich aus, als das Gute, das in ſich ſelbſt ruhende Be— wußtſein“ 43 a) Wie bei Protagoras iſt der Gedanke, der Verſtand das Re⸗ gierende, das Weſen, das ſich ſelbſt beſtimmende Allgemeine 43. Zugleich faßt er „im Denken das Ruhende, Feſte auf“ als das Wahre, Gute 43 8) „Dieſes Gute, was mir gelten ſoll als ſubſtantieller Zweck, muß von mir erkannt werden.“ Sokrates hat „die Wahrheit des Objektiven aufs Bewußtſein, auf das Denken des Subjekts zu: rückgeführt“ 44. Platons und Sokrates' Gegenſatz zu den Sophi⸗ ſten 44, 45, 22, 23 [5, 338; 8, 287]. Bei Sokrates „iſt die Wahrheit geſetzt als vermittelt, als Produkt, als geſetzt durch das Den⸗ 2275
18 Sokrates ken“ 45. Subjektiv geſetzt durch die Tätigkeit des Denkens, und objektiv als geiſtige Allgemeinheit 45, 46 y) „Das Gute hat Sokrates zunächſt nur im beſonderen Sinne des Praktiſchen aufgenommen.“ Er hat die Ethik zur Philoſophie gefügt 46 [5, 336; 7, 377; 11, 550], 47. Abgrenzung von Moral und Sittlichkeit 46, 47 (ſ. Moral). Indem Sokrates der Moral: philoſophie ihre Entſtehung gab, wurde er in der Folgezeit recht— fertigender Deckmantel aller Unphiloſophie 47. Cicero 47, 48 Sokrates' Lebensgeſchichte 48—56. Zur Tragik feines Schickſals 48, 49, 119. Es iſt nicht bloß individuell, ſondern „die Tragödie Athens, die Tragödie Griechenlands“ 48. Objektive Freiheit, unbefangene Religion und Sitte kämpfen gegen das ebenſo göttliche Recht des Bewußtſeins, das Recht des Wiſſens, der ſubjektiven Freiheit 49 Geburt und Herkommen, ſein Lernen 49, 50, ſeine Lehrer 50. Sokrates galt „für einen von allen Seiten ausgebildeten Men— ſchen“ 50. Seine Tapferkeit im Peloponneſiſchen Krieg rettete Alkibiades und Xenophon das Leben 50, 51. Seine Inſichver— ſunkenheit 51. „In ihm ſehen wir überhaupt das Innerlichwerden des Bewußtſeins“ 51. Seine bürgerlichen Amter, ſeine Feſtigkeit gegen die dreißig Tyrannen, und auch gegen das demokratiſche Volk 52 „Die eigentliche Beſchäftigung ſeines Lebens aber war das ethiſche Philoſophieren mit jedem, der ihm in den Weg kam“ 52, 53. „Der Zweck ſeiner Philoſophie iſt, das individuelle Tun des Einzelnen als ein allgemeingültiges Tun einzurichten“ 53. Seine Tugenden 53, 54, 55 und Charakteriſtik der Tugend bei den Alten überhaupt 53, 54. Sokrates ſteht vor uns „als eine von jenen großen plaſti— ſchen Naturen“, „als ein vollendetes klaſſiſches Kunſtwerk, das ſich ſelbſt zu dieſer Höhe gebracht hat“ 54, 55. Seine Müßigkeit 55, 56, feine Urbanität 56, 59 [3, 96] Sokrates' Philoſophie 57—94. „Sein Leben und feine Philoſophie ſind aus Einem Stücke“ 57. Sein näheres Geſchäft war „fein philoſophiſches Umgangsleben“ 57, „beſtändige Unter: haltung über ethiſche Anſichten“ und „feine, geſellige Bildung“ 58 1. Die ſokratiſche Methode 58—70. Ihre Weiſe iſt dialek— tiſch, ihr „Hauptinhalt iſt, das Gute zu erkennen als das Abſolute, beſonders in Beziehung auf Handlungen“ 58, 59. Ziel der Kon— verſation war, jeden zum Nachdenken über ſeine Pflichten zu 2276
Sokrates 18 bringen und jeden von dem beſtimmten Fall ab auf das Denken des Allgemeinen zu bringen 59 a) Ein Moment ſeiner Methode iſt das Denken zu erwecken, in— dem er Mißtrauen in die Denkvorausſetzungen erweckt 59, 60, 61. So kämpft er gegen die Sophiſten 60. Die ſokratiſche Ironie hat „bei ihm die ſubjektive Geſtalt der Dialektik, ſie iſt Benehmungs⸗ weiſe im Umgang“ 60. Sokrates lehrte die, „mit denen er umging, wiſſen, daß ſie nichts wiſſen“ 60, 61. Die Ironie des Sokrates hat „die abſtrakten Vorſtellungen konkret zu machen, zu entwickeln“ 62, 63, 64 (ſ. Ironie) b) Die Hebammenkunſt 64—67. Sie ſoll „aus dem konkreten um: reflektierten Bewußtſein die Allgemeinheit des Konkreten“ auſ— zeigen 64, 65. Charakteriſtik von Frage und Antwort 64, 65, 66. Zur Plaſtik ſeiner Manier 65. Ziel iſt das Gute und Rechte in allgemeiner Form ins Bewußtſein zu bringen, das Allgemeine als Allgemeines vom Konkreten abzuſondern 65, 66, 67 c) Refultat iſt, daß den Unterredenden zum Bewußtſein kommt, daß, was fie wußten, fi widerlegt hat, und fo ſich ihr Bewußt— fein verwirrt hat 67. Daraus fol dann das Bedürfnis zu ernſt— licherer Bemühung um die Erkenntnis hervorgehen 68, 69. Bei⸗ ſpiele geben Platons Meno im Dialog über die Tugend 68, 69, oder Lyſis im Dialog über das Gerechte 69 Das Affirmative, was Sokrates im Bewußtſein entwickelt, ift „nichts als das Gute, inſofern es aus dem Bewußtſein durch Wiſſen hervorgebracht wird“ 69, 70. Gegenſatz zu den Sophiſten, die ſagen, der Menſch ſei das Maß aller Dinge 70 2. Das in ſich konkrete Prinzip der Philoſophie des Sokrates iſt das ſich in ſich ſelbſt beſtimmende Gute als Zweck der Welt, des Individuums 70—94 a) Das ſokratiſche Prinzip ſchließt „ſubjektive Freiheit“ in ſich, hat die Beſtimmung, „daß das Bewußtſein aus ſich ſelbſt das ſchöpfe, was das Wahre ſei, und dies da her zu ſchöpfen habe“ 71. Die Sittlichkeit ſchlägt in Moralität um 71, 73, 76 (f. Moralität). Im atheniſchen Volk und in ihm in Sokrates beginnt „die Re⸗ flexion des Bewußtſeins in ſich ſelbſt“ 71. Zugleich damit bricht das Verderben herein 72, 73. Zur Sittlichkeit der Alten 72. „Aus dieſem Gleichgewicht des Bewußtſeins und des Seins tritt das Bewußtſein für ſich als ſelbſtändig heraus“, „das Individuum 2277
18 Sofrates SEEN N Tun A ie ̃ ꝗñẽ' ñ—— Me Sn m = muß für ſich, für feine Sittlichkeit ſorgen, — d. h. es wird mora⸗ liſch“ 73. Sokrates ſorgt für ſeine Sittlichkeit „durch Bewußtſein und Reflexion über ſich“ und „er half Anderen für ihre Sittlich⸗ keit ſorgen“ 73, 74 „Es liegt alles im Geiſte des Menſchen, und alles ſcheint er nur zu lernen“ 74. „Der Menſch als denkend iſt das Maß aller Dinge“ 75 Zur Frage, „was das Gute ſei“ 75. „Sokrates hat vornehmlich das Gute in Beziehung auf die Handlungen der Menſchen oder auf den Endzweck der Welt überhaupt genommen“ 75. „Der Menſch miiſſe nur erkennen, was gut ſei, nur das den Menſchen Nützliche ſolle er aufſuchen“ 75. In unſerer Beſtimmung des Guten liegt, daß es „ein Beſtimmtes iſt“, „daß es ein Wirkliches ſei, — d. h. daß es verknüpft ſei mit der Subjektivität, mit den Individuen . . .“ 76. Dies Verhältnis nennen wir Moralität 76. Dies Bewußtſein der Moralität veranlaßt leicht Aufgeblaſenheit und Eigendünkel 76, ſteht im Gegenſatz zur „Tugend“ der Alten 77 Ariſtoteles' Kritit der Beſtimmung der Tugenden bei Sokrates geht dahin, daß dieſer die Tugenden zu einem Wiſſen mache, und die alogiſche, empfindende Seite der Seele aufhebe 77, 78. Die Beſtimmung der Tugend iſt „nur das Subjektive der Einſicht, ohne die Nealität als Sitte und, am Einzelnen, am Pathos“ 78. Ariſtoteles ſagt: »Er habe die Tugend zum Logos gemacht; wir aber ſagen, ſie iſt mit dem Logos« 79 b) „Das Allgemeine hat ſelbſt eine poſitive und negative Seite an ihm“ 79. Sokrates erhob die Sittlichkeit zum Bewußtſein 79. Er hebt durch die Macht des Begriffs die Heiligkeit des Anſich⸗ ſeins von Sein und Gelten auf 79. Es entſteht dann aber wieder die Forderung, „daß wieder herausgegangen werde zur Aus— breitung der Beſtimmung des Allgemeinen“ 80. Bei Sokrates „reſultiert das Allgemeine nur aus der Negation des befonderen Guten“, der Sitte 80. „Das Beſondere wird in feiner Beſchrän— kung aufgezeigt und wankend gemacht“ 80, 84. „Aber auch das Allgemeine, das abſtrakte Anſich, iſt nicht das Geltende“ 80. „Beide Seiten des Allgemeinen, die poſitive und negative, finden wir verbunden vorgeſtellt in Renophons Memorabilien“ 80. Kenophon will Sokrates rechtfertigen, indem er zeigt, Sokrates „wollte es nicht bei dem bloß Abſtrakten bewenden laſſen“ 81 2278
18 Sokrates a) So ſieht Sokrates in der Unterredung mit dem Sophiſten Hippias „von dem Widerſpruch weg, und läßt die Geſetze, das Recht, ſo wie es jedem in der Vorſtellung iſt, gelten“ 81 6) Im gleichen Zuſammenhang aber, im Geſpräch mit Enthydemus über die Tugend „ſehen wir die negative Seite, daß Sokrates das wankend macht, was der Vorſtellung ſonſt feſt war“ 83, 82, 84. Mangel ſeiner Einſicht 84 y) Wir ſehen wohl „allgemeines Nennen der Geſetze; in Wahrheit aber, da dieſe verſchwindende Momente ſind: das unbeſtimmte Allgemeine, und den Mangel ſeiner Unbeſtimmtheit noch nicht ergänzt“ 85. Klar erkennt dieſe negative Seite der ſokratiſchen Philoſophie Ariſtophanes und er brachte ſie auch aufs Theater 85--89 (f. Ariſtophanes) c) Betrachtung des Wahren in dieſem Bewußtſein, und „wie dem Sokrates ſelbſt das Realiſierende des Allgemeinen erſchien“ 89, 90. Der ungebildete Geiſt folgt dem Allgemeinen, z. B. einem Ge⸗ ſetz nicht unbedingt; ihm fällt zur rechten Zeit das Eine, und zur rechten Zeit das Entgegengeſetzte ein 90. Die negative Seite der Erwerbung der Freiheit des Bewußtſeins zeigt ſich dann im Be⸗ folgen nur des Privatintereſſes 90. So iſt Strepſiades z. B. „nur das negative Bewußtſein des Inhalts der Geſetze“ 90. „Für ein konſequent gewordenes Bewußtſein iſt dies Geſetz des einzelnen Falles ein aufgehobenes“ 90, 91. Zugleich aber „hat es noch nicht die poſitive Wahrheit, welche in ihrer Beſtimmtheit erkannt wäre“ 91 Auffaſſung dieſes Mangels auf doppelte Weiſe 91,92 „Das Allgemeine in ſeiner Beſtimmtheit zu erkennen, — iſt nur möglich im ganzen Zuſammenhange eines Syſtems der Wirklich⸗ keit“ 92. „Es ſtehen ſich zwei Seiten entgegen: die eine iſt das Allgemeine als ſolches, Geſetze, Pflichten überhaupt; das Andere der Geiſt überhaupt, in ſeiner Abſtraktion das betätigende Indi⸗ piduum, das Entſcheidende, Subjektive“ 93. „Dieſe reine ent: ſchließende Individualität“, „das Gewiſſen“ ſteht der „Pflicht“ gegenüber 93. „Ob guter oder ſchlechter Geiſt entſcheide, beſtimmt jetzt das Subjekt“ 93, 94 Die Perſönlichkeit, der Genius (Öaruörıor) des Sokrates: Sokrates iſt „ein durchaus edler, ein plaſtiſch gebildeter Mann“. Sein Genius „enthält das, daß jetzt der Menſch nach ſeiner Einſicht aus ſich entſcheidet“ 94. „Der Dämon des Sokrates 2279
Sokrates 18 iſt die ganz notwendige andere Seite zu ſeiner Allgemeinheit“ 95. „Sein reines Bewußtſein ſtand über beiden Seiten“ 95 „Das Innere des Subjekts weiß, entſcheidet aus ſich; dies Innere hat bei Sokrates noch eine eigentümliche Form gehabt. Der Genius iſt noch das Bewußtloſe, Äußerliche, das entſcheidet; und doch iſt es ein Subjektives. Der Genius iſt nicht Sokrates ſelbſt, nicht ſeine Meinung, Überzeugung, fondern ein Bewußtloſes; Sokrates iſt getrieben“ 95, 96. Xenophon über Sokrates' Dämo— nion 96, 98 Zur „unbefangenen Sittlichkeit“ der Griechen 96. Die Geſetze waren „von den Göttern ſanktioniert“; die Griechen entſchieden nicht aus dem ſubjektiven Willen 97. Orakel und andere Deutungen herrſchten 97 (f. a. Orakel). Renophon ſagt in feinen Denk— würdigkeiten, daß für Sokrates fein Dämonion das Orakel geweſen ſei 98, 99 „Das Dämonion des Sokrates offenbart ſich in ihm durch nichts anderes, als durch Nat über partikulare Erfolge“, es hat ſich nicht auf etwas Allgemeines in Kunſt und Wiſſenfchaft bezogen 99, 106. „Das Dämonion fteht demnach in der Mitte zwiſchen dem Außerlichen der Orakel und dem rein Innerlichen des Geiſtes“, es iſt „eine an den Somnambnlismus, an dieſe Gedoppeltheit des Bewußtſeins hingehende Form“ 99, 100 3. Das Schickſal des Sokrates 100-122, Die Feinde des Sokrates faßten ihn als den Menſchen auf, „der das Nichtabfo⸗ lutſein des Anundfürſichgeltenden zum Bewußtſein brachte, — der die nicht für Götter halte, welche das Volk dafür hielt, und die Jugend verführe“ 100, 101 Indem Sokrates das Wahre „in das Entſcheiden des inneren Be— wußtſeins legte“, „ift er in einen Gegenſatz zu dem Rechten und Wahren des athenienſiſchen Volks getreten“ 101 „Förmliche Anklage des Sokrates vor dem Volk“ 101 [11, 351, 417, 418, 442]. Kritik an Tennemanns Entrüſtung über die Verurteilung des Sokrates 102, 113 In dem Prozeſſe des Sokrates ſind zwei Seiten zu unterſcheiden: »die eine, den Inhalt der Anklage, die Verurteilung durchs Ge— richt; die andere, das Verhältnis des Sokrates zum Volke, zum Souverän“ 102, 103 a) Die zwei Punkte der Anklage: „»daß Sokrates die nicht für Götter halte, welche das athenienſiſche Volk dafür hal tee, die alten 2280
Sokrates 18 Götter nicht habe, »ſondern neue einführe; und 8) daß er die Jugend verführe«“ 103, 100. Sokrates' Antwort hierauf nach Kenophon 103, 104. Die Wirkung feiner Rechtfertigung auf feine Richter 104, 105, 106, 99 Sokrates unterſchied feinen Genius als die wollende, entſchlie⸗ ßende einzelne Individualität von feinem Bewußtſein 106, aber er war ihm „noch die ſeiende Stimme, nicht die Stimme der In— dividualität als folder“ 106, 107. Vergleich zwiſchen dem Delphi: ſchen Apoll, der Pythia und Sokrates“ Öauuörıor 107 Sokrates „iſt der Heros, der an die Stelle des Delphiſchen Gottes das Prinzip aufgeſtellt hat: Der Menſch wiſſe in ſich, was das Wahre ſei, er müſſe in ſich ſchauen“ 107 Zur zweiten Anklage, daß Sokrates die Jugend verführe 107, 103, 171. Des Sokrates Entgegnung 108. Kenophon über den Zeugen Anytus 108. Des Sokrates Erwiderung auf die Anklage, „daß er die Söhne zum Ungehorſam gegen ihre Eltern verleite“ 109—113 (ſ. Eltern). Tatſächlich mußte die Verletzung ſowohl der Religion wie des Eltern — Kindverhältniſſes von größter Bedeutung für den athenienſiſchen Staat ſein 112, 113. Kritik an Tennemanns Entrüſtung 113, 102 b) Die zweite Seite im Schickſal des Sokrates liegt darin, daß nach atheniſchem Gerichtsweſen ſich der Schuldigbefundene ſelbſt die Strafe zu beſtimmen hatte 113, 115. Sokrates aber weigerte ſich, ſich eine Strafe zu beſtimmen, „weil er, wie er ſagte, damit eine Schuld eingeftanden hätte“ 114. „Die erſte Unterwerfung wäre eben dies geweſen, weil die Athener ihn ſchuldig gefunden, dies zu reſpektieren und ſich ſchuldig zu bekennen“ 114. Vergleich mit der Unterwerfung der Antigone oder des ſich dem Staat unter⸗ werfenden Perikles 114, 116. Weil Sokrates „die Anerkennung der richterlichen Gewalt des Volkes verſchmähte, ſo war ſein Schickſal der Tod“ 115, 116. „Sokrates hat dem richterlichen Ausſpruch ſein Gewiſſen entgegengeſetzt, ſich vor dem Tribunal ſeines Gewiſſens freigeſprochen“ 115. Aber „das Gericht hat auch Ge⸗ wiſſen, hat danach zu ſprechen; das Gericht iſt das privilegierte Gewiſſen“ 116 Platons Erzählung der ſchönen Szenen von Sokrates' letzten Stunden 116. Die letzte Unterredung über Unſterblichkeit der Seele 117 2281
18 Gofrates „Sokrates hat den Geiſt, das ſittliche Leben feines Volkes verletzt; und dieſe Verletzung iſt beſtraft. Aber Sokrates iſt ebenſo der Heros, der das Recht, das abſolute Recht des ſeiner ſelbſt gewiſſen Geiſtes, des in ſich entſcheidenden Bewußtſeins, für ſich hat“ 117. „Nur das Individunm iſt vernichtet in der Strafe, nicht das Prin— zip“ 117, 118 [11, 551] e) Der letzte Akt in dieſem Drama iſt, daß die Athener einſehen, daß ſie in Sokrates nur ihr eigenes Prinzip verdammt haben 118. „Das Schickſal des Sokrates iſt echt tragiſch.“ „Ein Recht tritt gegen ein anderes auf, — nicht als ob nur das Eine Recht, das Andere Unrecht wäre, ſondern beide ſind Recht, entgegengeſetzt, und Eins zerſchlägt ſich am Anderen“ 119. „Das Prinzip des So— krates iſt nicht Vergehen Eines Individuums, ſondern das athe— niſche Volk war darin impliziert“ 119 „Das Prinzip der griechiſchen Welt konnte noch nicht das Prinzip der ſubjektiven Reflexion ertragen; ſo iſt es als feindlich zer— ſtörend aufgetreten“ 120. Die Heroen finden individuell ihren Untergang; aber das Prinzip dringt ſelbſt, wenn gleich in anderer Geſtalt, durch, und untergräbt das vorhandene 120. Das Gofra: tiſche Prinzip bringt dem griechiſchen Leben den Untergang 120, 121. „Die Entwickelung dieſes Prinzips iſt die ganze folgende Geſchichte“ 121 Das Prinzip der Innerlichkeit des Bewußtſeins iſt Urſache, daß die folgenden Philoſophen ſich von den Staatsgeſchäften zurück— zogen, daß die Partikularität der Zwecke in Athen mächtig wurde 121. „Das höhere Prinzip erſcheint als Verderben, weil das Prinzip noch nicht einig iſt mit dem Subſtantiellen des Volks“ 121, 122 (O griechiſche Philoſophie) „Sokratiker“ 3, 5, 122—127 (ſ. Sokratiker). Zuſammenfaſ⸗ ſende Würdigung des Sokrates 122. Seine Wirkung auf die So: kratiker 123—124 (ſ. Sokratiker) 126. Sokrates und die Megariker 126 (O Sokratiker), 130, 131 (O Euklides), 135, 140 (O Eubulides), 147, 150, 153 (O Ariſtip⸗ pos), 161, 162, 163 (O Antiſthenes), 165 (O Diogenes). Sokrates und Alkibiades 171, 50, 51, 94, 120 Sokrates und Platon 169, 173, 180, 183, 184, 185, 188, 199, 202, 212, 213, 222, 227, 229 (O Platon) 221, 294 (O Plato), 300, 323 (O Ariſtoteles), 462 (O Stoiker). Sokrates und Ariſtoteles 316, 395 (O Ariſtoteles) 2282
Sokrates / Sokratiker 19 Rückblick auf Sokrates als die „Stufe des Selbſt, des Gedankens 2 D 1 18 =] als ſelbſt“ 94 (O alexandrinifhe Philoſophie). Sokrates hatte ſchon den phyſiko⸗theologiſchen Beweis 168 (O Anſelm von Can⸗ terbury) [16, 518] 180 (O Albertus Magnus), 282 (O Bacon), 551 (O Kant) Zur alten Lehre, „welche Sokrates und Plato angefangen haben, daß, was dem Menſchen als wahr und gut gelten ſolle, in ſeinem Geiſte urſprünglich liegen müſſe“ 153. Zur ſokratiſchen Ironie 184, 185 (. Ironie), zur ſokratiſchen Methode 198 (O Solger) 536 (O Augsburger Konfeſſion) Sokratiker (Sokrates) 204 (O griechiſche Philoſophie) „Sokratiker“ 3, 5, 122—127 (O griechiſche Philoſophie). Zu⸗ ſammenfaſſende Würdigung des Sokrates 122. „Die Frage vom Verhältnis des ſeiner ſelbſt bewußten Denkens zum Weſen ſehen wir eintreten und das Wichtigſte werden“ 122, 123. Verhältnis des Wahren zum Weſen 122. „Das Wahre iſt das erkannte (ge⸗ dachte) Weſen, das Weſen aber iſt das einfache Anſich“ 122. Im Erkennen „hſtellt ſich das Selbſtbewußtſein auf eine Seite als Weſenheit, Fürſichſein, und auf die andere das Sein“ 123. Die Einheit, „das Reſultat ift das Gewußte, das Wahre“ 123. Die nun einſetzende Mittelperiode iſt dadurch gekennzeichnet, daß man „von dem Weſen und Weſentlichen nicht mehr ohne die Gewißheit ſeiner ſelbſt ſprechen konnte“ 123 Das Erkennen iſt nun bald ſubjektiv, bald reines Denken, bald nur auf ſich ſelbſt ſich beziehende Einfachheit 123. „In dieſer Pe⸗ riode iſt die Beziehung des Denkens auf das Sein geſetzt, oder des Allgemeinen auf das Einzelne“ 124. Der Widerſpruch dieſer Beziehung kommt zum Bewußtſein 124 Wirkung des Sokrates 124, 125, 126. Er erregte Zwieſpalt im Individuum, ſetzte das Gute als Zweck für den handelnden Men⸗ ſchen 124. Aber er fand keinen „Übergang von dem Guten, dem Weſen des Bewußten als eines ſolchen, zu dem Ding“ 125 Kenophon war der berühmteſte ſeiner Schüler 125, 126. Vergleich von Platons Bild des Sokrates mit dem des Kenophon 125. Von Sokratikern find neben Xenophanes u. a. Aeſchines, Phädo, Antiſthenes, Simon zu nennen 126. „Von den Sokratikern hat 2283
Sokratiker / Solger 18 ſich ein Teil an die unmittelbare Lehre und Manier des Sokrates 2 12 20 gehalten“; der andere Teil bildete „die Abſolutheit des Selbſt— bewußtſeins in ſich, und die Beziehung ſeiner an und für ſich ſeienden Allgemeinheit auf das Einzelne“ aus 126 Kurze Charakteriſtik der Megariker 127, Cyrenaiker, und Cyniker 128 (ſ. d. Art.). Nach Sokrates' Tod flohen feine Freunde nach Megara 127. Es tut ſich bei den Sokratikern „die Beſtimmung des Subjektes hervor, aber in einer Beſtimmung des Allgemeinen“ 127 1. „Die megariſche Schule“ 127—128, 129—146 (f. Me: gariker) 2. „Die eyrenaiſche Schule“ 128, 146—159 (f. Kyrenaiker) 3. „Die eyniſche Schule“ 128, 159—169 (f. Kyniker) Plato und die Sokratiker 169, 202 (O Plato) Solger, Karl Wilhelm Ferdinand Solger hat den von Friedr. v. Schlegel auſgebrachten Ausdruck der Ironie auſgenommen, hat aber darin „nur vornehmlich die Seite des eigentlichen Dialektiſchen, des bewegenden Pulſes der ſpekulativen Betrachtung ergriſſen und ſeſtgehalten“ 217 Fußn. Stellungnahme zu Solgers „ausführlicher Kritik über die Vor— leſungen des Herrn Auguſt Wilhelm v. Schlegel über dramatiſche Kunſt und Literatur“ (Wiener Jahrb. Bd. VII, S. 90 fſ.) 217 bis 218 Fußn. (O Ironie) [20, 201, 202] Solger hat die Ironie als höchſtes Prinzip der Kunſt aufgenom— men 105, 106. Er kam in echt ſpekulativem Bedürfnis auf das „dialektiſche Moment der Idee, auf den Punkt, den ich zunend— liche abſolute Negativität« nenne“ 105, 106. Er hielt an dieſer Negativität ſeſt 106. Aber ſie iſt „nur ein Moment, nicht aber, wie Solger es will, die ganze Idee“ 106. Doch in der Wirklichkeit ſeines Lebens war Solger „weder ſelber . . . ein ironiſcher Künftler“, noch fein tiefer Sinn für wahrhafte Kunſtwerke „von ironiſcher Natur“ 106 (O Aſthetik) 36 (O Jahrbücher) „Über: Solgers nachgelaſſene Schriften und Brieſ— wechſel. Herausgegeben von Ludwig Tieck und Friedrich v. Raumer. Erſter Band 780 S. mit Vorrede XVI S. Zweiter Band 784 S. Leipzig, 18264“ 132—202. (Jahrbücher f. wiſſenſch. Kritik 1828. Nr. 51—54, 105—110) 2284
Solger 20 Zur Bedeutung der vorliegenden Schriften für die Gegenwart und ihre Intereſſen 132. Der Inhalt des erſten Teils der Sammlung, der aus Tagebüchern und Briefen zuſammengeſtellt iſt, bil⸗ det ein biographiſches Ganzes 133, 138. Zitate aus der Schilde— rung von Solgers Charakter 133, 134 Angaben der Hauptdaten von Solgers Lebensgeſchichte: Geburt, Gymnaſium, Univerſität 134. Wolff 134, Schelling, Karl Schelling 135. Amt; Überſetzung von Sophokles' König Odipus 135. Fichte 135, 136. Abſchied vom Amt und Widmung ganz der Gelehrſamkeit 136 „Von hier, wo die Tagebücher aufhören, beginnen die Auszüge und Mitteilungen aus den Schriften“ 136. „Sammlungen zur Geſchichte, beſonders zu einem Werke über griechiſche Mythologie, zur indiſchen Religions-Lehre und Philoſophie, über Pauſanias, Plato und die griechiſchen Tragiker“ 136. Solgers Bedürfnis der Mitteilung an ſeine Freunde 136, 137. 1808 Doktorexamen, 1809 Extraordinarius in Frankfurt a. d. Oder 137. Ab 1811 Profeſſor der Philoſophie in Berlin bis zu ſeinem Tode (1819) 137, 138 Bedeutung der brieflichen Unterhaltung für Solger 138, 136, 152. Würdigung der Tagebuchauszüge, Kritiken und Reiſebeſchreibungen, beſonders ſeiner Kritik belletriſti— ſcher Schriften, z. B. des Zerbino, des getreuen Eckart, des Tann— häuſer 138, 139. Seine Kritit vernachläſſigt Stoff und Gehalt und „ergötzt ſich vornehmlich an dem Formellen“, „der außer⸗ ordentlichen Fülle der Phantaſie“ 139. So erklärt ſich Solgers Zuneigung zu Holberg 139 Solgers Briefwechſel gibt uns Einblick in eine der beiden Kriſen der deutſchen Literatur 139. Die erſte fällt in Goethes Jugend, und Goethe ſelbſt charakteriſiert ſie uns 139, 140. Be⸗ deutung Shakeſpeares für Goethes Erkenntnis, daß »der innere Gehalt des bearbeiteten Gegenſtandes der Anfang und das Ende der Kunſt iſt« 140, 141 Charakteriſtik der anderen Kriſe, die nicht bloß die Kenntnis von Dante, Holberg, den Nibelungen, Calderon verbreitete, ſondern ſich auch für Shakeſpeare und andere ferne und heterogene Geſtaltungen begeiſterte 140, 141. „Wie aber die erſte Kriſe im Über: druß des Formellen nach Gehalt grub“, zog ſich mit der andern Kriſe „der Sinn für Gehalt und Inhalt in die ſubjektive Ab⸗ 2285
Solger 20 ſtraktion, in ein geſtaltloſes Weben des Geiſtes in ſich zuſammen“ 141, 140. In den eigenen Produktionen machte ſich „Gehalt und Inhalt nüchtern, dünn, ohne Ernſt“ 141. „Für dieſe jroniſche Sublimation zur Inhaltsloſigkeit und Sehnſucht liegt die lyriſche Form ganz nahe“; dagegen kann im dramatiſchen Fache Wirk⸗ lichkeit, Charakter und Handlung nicht entbehrt werden 141. Die Theorie der Ironie hatte gewiſſen Erfolg. Die Nation dagegen lehnte ſie ab 142, 141 „Eine Menge literariſcher Erſcheinungen und Urteile, welche dem Geiſte dieſer Zeit angehören, gehen in dieſem Briefwechſel an unſeren Augen vorbei“ 142. Solgers Stellung zur Lucinde, zum Athenäum, zu den Hoffmanniſchen Produktionen 142, zu No⸗ valis' Heinrich von Ofterdingen 142, 143, zum Nibelungenlied 143. Solgers Stellung zu den Produktionen ſeines Freundes Tieck 143—145, 138, 148, zum Blaubart 143, zu den Märchen 143, 144, zum Zerbino 144, 138, 148, zur Genoveva 144, 145. Solgers Kritik an der Genoveva 144, 145, 158. Solgers Stellung zu Kleiſt und deſſen Hang zu einem willkürlichen Myſtizismus 145, 146. Seine Hochſchätzung des Prinzen von Homburg 146 Solgers Stellung zu Shakeſpeare 146, Tieck und Shakeſpeare 146. Tiecks „bekannte Schrulle über den Vorzug der äußern Einrich— tung, die das Theater zu Shakeſpeares Zeiten hatte, vor der jetzigen“ 147, 148. Tiecks Haltung zu Calderon 148. Solgers Ur: teil über Shakeſpeares „der Liebe verlorene Mühen“ 148 Solgers Urteil über vieles auf dem Gebiete des Romantiſchen iſt trefflich 148. Sein Urteil über den Naturdichter Hiller 149, über Peſtalozzi 149 (ſ. Peſtalozzi), ſeine Arbeiten über die Ahnfrau, die Sappho 149 Solgers Urteil über Niebuhrs Römiſche Geſchichte, ſeine Stellung zu Schlegels Rezenſion dieſer Geſchichte 149, 150. Solgers Auße— rungen zur Sandſchen Mordtat 150, 151, zur „ſtupiden Dumm⸗ heit, durch den Mord des alten Waſchlappens, das Vaterland retten zu wollen!“ 150, 151 und zum „Gewäſch der Wartburgs— redner“ 151 Beſchließung dieſer Auszeichnung des Intereſſanten und Übergang zu „Solgers Ausbildung und Fortſchritte in der Philoſophie“ 151, 152. Daten finden ſich hierüber in Solgers Briefwechſel wenig 152. Nur die Tieckſchen Briefe drücken ein direkteres Verhalten zur Philoſophie aus 152, 153. Charakte⸗ 2286
20 Solger riſtik ſeines negativen Verhaltens zu ihr und inwiefern es doch affirmativ iſt 153 „Die Bedeutung der Tieckiſchen Eröffnung in ihren Hauptzügen ſoll zugleich als Einleitung in Solger dienen“ 153—163. »Aller Gedanken⸗ und Ideengang ſoll mir nur tiefe Vorurteile beſtätigen, d. h. doch nur mit anderen Worten, den Glauben und die unendliche Liebes 153. Tieck ſagt weiter, „daß es ihm »nie um das Denken als ſolches zu tun geweſen«“ 154. Zu Tiecks Selbſt⸗ geſtändnis über den Gang ſeiner geiſtigen Richtung 154. Sein Verhältnis zu Jacobi 154, zu Jakob Böhme 154, 155, 156. Nach ihm »wurde mir alle alte und neuere Philoſophie nur hiſtoriſche Erſcheinunge 154. Verhältnis zu Fichte 154, 155, zu Schelling 154, 155. Gründe, weshalb Tieck bei keinem Philoſophen die Berbindung von Vernunft und Verſtand mit der Erhebung des Ge— müts vorfindet 155, 156. Charakteriſtik von Tiecks Hypochondrie, dieſem „Zuſtande der Unlebendigkeit, der Form- und Geſtaltloſig⸗ keit“ 155—157. Tiecks Heilung aus dieſem Zuſtande 157. Zurück⸗ bleibt „die einſeitige und abſtrakte Subjektivität“ 157; und zwar „ſowohl gegen die entwickelnde Tätigkeit des Gedankens, als gegen die geſtaltende der Poeſie iſt die Abſtraktion feſtgeſetzt“ 158 Verhältnis Tiecks zu Goethe 158. Er nimmt Goethe ſeine ſpätere Einſtellung zum Werther übel 158, 159 und wirft ihm vor, er ſei »unfromm und undankbar gegen ſich geworden« 159, er habe „ſich einſeitig in das Altertum geworfen“ 159, 160 Solger über Friedrich Schlegels Darſtellungsweiſe der indiſchen Religion 160, 161. Sein guter Vorſchlag, „alle hergebrachte Ter⸗ minologie von Emanation, Dualismus uſw. fahren“ zu laſſen 160. Leider hat Solger in ſeinen philoſophiſchen Unterhaltungen keine ähnliche Kritik walten laſſen 160, 161 Charakteriſtik der ſelbſtbewußten Vereitelung des Objektiven, die ſich Ironie nannte 161, 162 (ſ. a. Ironie). Friedrich v. Schlegel als Vater der Ironie 161, 162. Ihm ift das Bedürfnis der denken⸗ den Vernunft fremd geblieben 162 Tiecks Verhältnis zur Philoſophie; ſeine Ironie hält ſich von Scharlatanerie frei, beſchränkt ſich darauf, „das abſtrakt Allge⸗ meine, das myſtiſch Genannte herauszuleſen, und, in Beziehung auf Solgers Philos ophie, eine innige, freundſchaftliche Teilnahme zu haben“ 162, 163 Solgers Philoſophie 163—170. Im Hinblick auf den In⸗ 2287
Solger halt feiner Philoſophie müſſen wir uns an die Solgerſchen Grpofitionen wenden, welche uns in der vorliegenden Sammlung dargeboten ſind 163. Sie ſind als „Manifeſt“ gedacht, und zeigen, daß in Solger „das ſpekulative Bedürfnis der Vernunft lebendig, das Intereſſe und Bewußtſein der höchſten Gegenſätze und der Widerſprüche“ rege war 163, 164 Solgers Faſſung unſeres Verhältniſſes zu Gott 164. „Indem nun Gott in unſerer Endlichkeit exiſtiert und ſich offenbart, opfert er ſich ſelbſt auf, und vernichtet ſich in uns; denn wir ſind Nichts“ 164, 165. Solger faßte das ewige göttliche Tun als „Negation der Negation“ und erkannte dieſe abſtrakte Form in ihrer konkreteſten Geſtalt als das Offenbaren Gottes 165. „Wir ſollen dieſe Be⸗ gebenheit der göttlichen Selbſtopferung in uns erleben und wahr— nehmen; was ſo in einem jeden von uns geſchieht, das iſt in Chriſtus für die ganze Menſchheit geſchehen“ 165, 166. Leider läßt Solger auf dem langen Weg von dem ganz abſtrakten Begriff der Negation der Negation zur ganz konkreten Geſtalt viele Wider— ſprüche ungelöſt 166—170, 182. Das Moment der Schöpfung fehlt überhaupt, ebenſo die Erkenntnis des Sündenfalls und der Worte Gottes: Siehe Adam iſt worden wie Unſer einer, und weiß, was Gut und Böſe iſt 167, 168. Solger fängt mit einem unverſöhnten Dualismus an, obwohl feine ausdrückliche Beſtimmung der Philo— ſophie iſt, nicht in einem Dualismus befangen zu ſein 168, 169 Auch die Vorſtellung von Gott iſt als eine Vorausſetzung vor⸗ handen 169. Kritik an der „Vermiſchung ſolcher konkreter Vor— ſtellungen, wie Gott, ſich opfern, wir Menſchen, Erkennen, das Böſe uff. mit den Abſtraktionen von Sein, Nichts, Schein und dergleichen“ 170, vgl. 200 Zu den beiden Abhandlungen des II. Bandes: „Briefe, die Miß verſtändniſſe über Philoſophie und deren Verhältnis zur Religion betreffend S. 1—53“/ und: „Über die wahre Bedeutung und Beſtimmung der Philoſophie, beſonders in unſerer Zeit S.54—199“ 170-174, 174 —190 Zur erſten Abhandlung 170-174. Zu Solgers Beſtim— mung, „daß Philoſophie und Religion denſelben Inhalt haben“ 170, 171. Kritik an der heutigen Gefühlstheologie 171. Solger er⸗ kennt das Fortſchreiten des Denkens und ſeine Einſeitigkeit, geht aber zu der eigentlichen Natur der Dialektik nicht fort 171. „Da⸗ 2288
Solger 20 gegen ſpricht er ſich über die von der Reflexion ausgehende Not⸗ wendigkeit des philoſophiſchen Erkennens mit beſtimmter Einſicht und nachdrücklich aus.“ In ihr kommt »die Idee erſt in ihrer ganzen Bedeutung zum Bewußtſein«; „der Menſch muß philoſophieren“ 172. Solger kennt und charakteriſiert die ſalſchen Gurrogate für die Philoſophie 172, 173, fo die Surrogate der From: men, der Auſklärerei, des Reiches der Anſichten, beſonders in der Geſchichte, des phantaſierenden Herumſpielens um die Tiefen des menſchlichen Gemüts 173. Wert ſolcher Zurechtweiſungen 173, 174 Zur zweiten Abhandlung 174—190. „Das Haupt-Inter: eſſe der zweiten Abhandlung iſt, teils das in der relativen Art des Erkennens ſtattfindende Verhältnis, wonach das Ewige nur eine Vorausſetzung, hiermit aber nur ein abſtrakt Allgemeines fei, To daß die urſprüngliche Identität eine bloße Form der Ein: heit und Verknüpfung, nicht die göttliche Tatſache ſelbſt werden könne; teils aber das wahrhafte Verhältnis dieſer göttlichen Tatſache zum Erkennen darzutun“ 174. Der Aufſatz iſt aber mehr eine Reihe von Behauptungen und Verſicherungen als eine Ent: wicklung aus Gründen 175, 182. Zu Solgers Beſtimmungen über die Entwickelung des Denkens 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 189, des Ewigen ſelbſt 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181. Solgers Gebrauch der „Unbegreiflichkeit“ 179, 180, des „An-und⸗für⸗ſich⸗ ſeins“ 180, 181. Soweit gehen „die Bemerkungen über den Ge— brauch unentwickelter Kategorien“ 182 Einſchiebſel über Solgers Stellung zur Ironie 182—189 [7, 217, 218; 12, 105, 106]. Sie kann „in Beziehung auf Solger als ein Prinzip behandelt werden“ 183. Charakteriſtik des ſpekulativen Moments in ihr, der Negativität überhaupt 183, 185, fo im Fichteſchen Ich — Ich 183. In der Aufnahme der Fichteſchen Philoſophie durch Friedrich Schlegel iſt dieſe „zur Ironie gediehen, zum Verneinen der Lebendigkeit der Vernunft und Wahrheit, und zur Herabſetzung derſelben zum Schein im Subjekt und zum Scheinen für Andere“ 184. Charakteriſtik der unſchuldigen ſokratiſchen Ironie 184, 185. Für Solger iſt, nach ſeiner eigenen Erklärung, die Ironie »keineswegs das ſchnöde Hinwegſetzen über alles, was den Menſchen weſentlich und ernitlich intereffiert. über den Zwieſpalt ſeiner Natur«“ 185. Dennoch iſt ſeine Beſtimmung „nicht ohne die Beimiſchung von etwas Schiefem“ 185 [7, 217, 218]. Solgers Anſicht, daß die Myſtik, Glockner, Hegel-Lexikon 144 2289
2 = Solger „wenn fie nach der Wirklichkeit hinſchaut, die Mutter der Ironie< fei 185. Zur „tragiſchen Ironie“ und zur Ironie in der Komödie 185, 186, 187 (f. Ironie). Es fehlt die Mitte, in welcher das »Höchſte und Heiligfte« als „Sittlichkeit, Recht, Liebe und in jeder Tugend weltliche Gegenwart hat“ 187 Solger rügt, daß in A. W. Schlegels dramatiſchen Vorleſungen die Ironie nur einmal erwähnt wird; er ſelbſt aber erwähnt ſie in der angeführten Abhandlung gelegentlich der ſpekulativen Expoſition der höchſten Idee auch nicht 187, 188. Aber, „wo es ſich vom Konkreten, Ernſten und Wahren ernſt und wahr handelt, bleibt dieſes Prinzip von ſelbſt fern“ 188. Auch Tieck vergißt die Ironie dort zu erwähnen, wo fie ſonſt jemandem leicht einfällt, in der Liebe von Romeo und Julia 188, 189 Zu Solgers Subjektivität in der zweiten Abhandlung 189, 190. Er hat nicht erkannt, daß das Göttliche „dem philoſophiſchen Er— kennen ebenſoſehr als affirmatives Reſultat wie als Grundlage und in der Tätigkeit des Fortgehens immanent iſt“ 190 Solgers dialogiſche Form des Vortrags 190, 194, 195, 196. „Die dialogiſche Form hängt ganz mit jener Bedeutung der Philoſophie zuſammen, nur außerhalb ihrer ſelbſt die Be⸗ lebung der Idee in den Subjekten hervorbringen zu können“ 190, 195. Die Folge davon iſt meiſt eine Verſtimmung im Verhältniſſe des Verfaſſers zum Publikum 191. Solgers trübe Vorſtellung von feiner Zeit 191. Ihre häufige Wiederkehr im Briefwechſel, im Brief an die Frau von Gröben 191, an ſeinen Bruder 192. Solger über Hegels Eindruck in Berlin 192, 193. Man „möchte Solgern gewünſcht haben, daß die Erſcheinungen des Umganges und des geſellſchaſtlichen Treibens und Redens ihn weniger frappiert, und daß er ſie von ſeiner Phantaſie und Empfindung mehr abgehalten hätte“ 193, 194. Ab und zu freilich kehrt Solger zu heiterem Mute zurück und ſagt ſich, daß die wahre Philoſophie »nur im Stillen« wirken könne 194. Merkwürdigerweiſe zieht Solger dann hieraus doch die Folgerung, daß das Geſpräch das beſte Mittel bleibe auſ Menſchen lebendig zu wirken 194 Solgers Ziel war Popularität 194 und ſein Lieblingsgedanke war „einen populären Unterricht über Religion, Staat, Kunſt und die allgemeinſten ſittlichen Verhältniſſe“ von ſeiner Philoſophie aus zu ſchreiben 195. »Ich möchte gern das Denken wieder ganz ins Leben aufgehen laſſen; — daher kam es, daß ich mir die künſt⸗ 2290
20 er Solger / Sollen leriſche dialogiſche Form gleich als mein Ziel hinſtellte« 195. Sol⸗ ger verkannte die der Natur der Idee eigentümliche Lebendigkeit, welche doch ſchon Ariſtoteles fo tief und innig ſaßte 195, 196. Als Gewährsmänner für das „künſtleriſche Bewußtſein“ des » recht Lebendigen« führt merkwürdigerweiſe Solger Novalis und Kleiſt an 196, 195 Schon 1800 faßte Solger den Entſchluß, ein Buch in Dialogen zu ſchreiben und ſeine Vorliebe für den Dialog hält ſein ganzes Leben hindurch an 196. Platons Meiſterſchaſt 196, 197. Solger aber wandelt den Dialog in Konverſation um 197, 190, 194, 95, 196, 199, 200. Das negative Urteil der Freunde über Solgers Erwin 197 (vgl. 162), 194. Kritik am Erwin 197. Moderne Meiſter des Dialogs 198 (ſ. Dialog). Platons Dialogſorm 198—199 (ſ. Dialog) Würdigung und Kritik von Solgers Dialog über Sein, Nichtſein und Erkennen 200. Es fehlte Solger „an der ſpekulativen Kühnheit, den Widerſpruch zu denken .. ſo wenig als an der ſpekulativen Einſicht, daß die Idee weſentlich den Widerſpruch enthält“ 200, 201 Solgers Philoſophie des Rechts und Staats iſt voll tiefer Gedan⸗ ken 201. Die Diktion iſt zugleich gerundet und klar 201. Würdi⸗ gung ſeiner Vorrede zu ſeiner Überſetzung des Sophokles, und ſeiner „Beurteilung der A. W. Schlegelſchen Vorleſungen über dramatiſche Kunſt und Literatur“ 201 [7, 217218 Fußn. ]. „Den Beſchluß machen Auſſätze aus dem Gebiete des Geiſtvollen klaſ— ſiſchen Studiums“ 201, 202. Solgers „mythologiſche Anſichten“, ſeine Abhandlung über die älteſte Anſicht der Griechen von der Geſtalt der Welt 202. Seine Stellung zu Voß, zu von Hagen; ſeine „reiner und zarter Empſindungen vollen Brieſe an ſeine Gattin“ 202 Sollen (Pflicht, Poſtulat) Verwandlung des „Ich gleich Ich“ in „Ich ſoll gleich Ich ſein“ 94 (ſ. Fichte) [4, 156; 8, 224; 10, 260 0; 15, 238] Das Sollen in Kants Philoſophie 324 (f. Kant) [4, 156; 6, 325, 329; 8, 224; 10, 434 ©; 12, 91, 92; 15, 238; 16, 336; 19, 593, 596]. Bei Fichte iſt „die Forderung der Kulminationspunkt des Sy⸗ ſtems: Ich ſoll gleich Nicht⸗Ich ſein“ 393 (f. Fichte) 2291
[57 2 82 Sollen „Was allgemein gültig iſt, iſt auch allgemein geltend; was ſein fol, iſt in der Tat auch, und was nur fein ſoll, ohne zu fein, hat keine Wahrheit“ 197 (O Naturbeobachtung) „Das Sollen oder das Gute“ 166 (ſ. Gutes) „Die Schranke und das Sollen“ 150—156 (O Endlich⸗ keit). Über die Grenze 150, 151 (ſ. Grenze). Zur doppelten Beſtimmung des Sollens, einmal „als anſich ſeiende Beſtimmung gegen die Negation, das andere Mal aber dieſelbe als ein Nicht: ſein, das als Schranke von ihr unterſchieden, aber zugleich ſelbſt anſich ſeiende Beſtimmung iſt“ 151. „Was ſein ſoll, iſt und iſt zu— gleich nicht“ 152. „Als Sollen iſt Etwas über feine Schranke er: haben, umgekehrt aber hat es nur als Sollen ſeine Schranke“ 152 Anmerkung. Über die große Rolle des Sollens in der Philoſophie 152, 153; über das: „Du kannſt, weil du ſollſt“ und das: „Du kannſt nicht, eben weil du ſollſt“ 153 In dem Vorurteil, „es könne über die Schranke nicht hinausge⸗ gangen werden“ liegt die Bewußtloſigkeit, daß „das Andere einer Schranke eben das Hinaus über dieſelbe iſt“ 153, 154. Die Säure, die Baſe gehen über ihre Schranken hinaus 154. Die Pflanze überwindet die Grenze, das Tier empfindet fie im Schmerz 154, 155. Die Vernunft aber iſt „nur das Hinausgehen über die Schranke“ 155. „Schon das Sollen ſelbſt iſt ein ſolches unvoll— kommenes Hinausgehen, und die Abſtraktion überhaupt“ 155. Zu Leibnizens Einfall über das Tun des Magneten, wenn er Bewußtſein hätte 155 Das Sollen iſt aber „ein ſelbſt nur endliches Hinausgehen“ über die Schranke 155, 156. „Die Pflicht iſt ein Sollen gegen den be: ſonderen Willen, gegen die ſelbſtſüchtige Begierde und das will— kürliche Intereſſe gekehrt“ 156. Das Sollen iſt für die Endlichkeit wohl anzuerkennen, „aber in der Wirklichkeit ſelbſt ſteht es nicht ſo traurig um Vernünſtigkeit und Geſetz, daß ſie nur ſein ſollten, dabei bleibt nur das Abſtraktum des Anſichſeins“ 156, dabei bleibt nur die Kantiſche und Fichteſche Philoſophie ſtehen 156 (O End⸗ lichkeit) „Das Sollen für ſich enthält die Schranke, und die Schranke das Sollen“ 156 (O Endlichkeit), 159 (O Unendlichkeit) Vergleich des perennierenden Sollens mit der ſchlechten Unend— lichkeit 164 (O Unendlichkeit) 18, 222, 224]. „Die unendliche Reihe 2292
Sollen 4 enthält die ſchlechte Unendlichkeit, weil das, was die Reihe ausdrücken ſoll, ein Sollen bleibt“ 303, 307 (O Mathematik) 5 Das Sollen im Urteil des Begriffs 110, 111, 112, 115 (ſ. Urteil) „Das Gute bleibt ein Sollen.“ „Die Idee des vollendeten Guten iſt zwar ein abſolutes Poſtulat, aber mehr nicht als ein Poſtulat, d. i. das Abſolute mit der Beſtimmtheit der Subjektivität be⸗ haftet“ 323 (O Gutes) [7, 189, 193—195; 8, 444] 6 Jacobi über das Sollen in der Kantiſchen Philoſophie 325, 329 (ſ. Jacobi) 7 Die Rechtsphiloſophie hat den Staat als ein Vernünftiges zu begreifen und „muß am entfernteſten davon ſein, einen Staat, wie er ſein ſoll, konſtruieren zu ſollen“ 34, 35, 36, 37 (ſ. Rechtsphiloſophie) „Der moraliſche Standpunkt iſt der Standpunkt des Verhält⸗ niſſes und des Sollens oder der Forderung“ 167, 169, 170, 171 (ſ. Moralität), auch dann noch, wenn der ſubjektive Wille das Gute will 189, 193—195 (f. Gutes) 15, 323; 10, 394, 395]. Im Hinblick auf „weitere Antinomien und Geſtaltungen des peren⸗ nierenden Sollens, in welchen ſich der bloß moraliſche Gtandpunkt des Berhältniffes nur herumtreibt“ wird auf 2 (ſ. Morali⸗ tät) verwieſen 195 (O Gutes) Das Stehenbleiben beim Sollen im äußeren Staatsrecht 440, 441, 442, 443 (ſ. Staatsrecht) 8 Die Philoſophie „hat es nur mit der Idee zu tun, welche nicht ſo ohnmächtig iſt, um nur zu ſollen und nicht wirklich zu ſein“ 49 9 (O Syſtem). „Wie der Empirismus erkennt auch die Philo⸗ ſophie nur das, was iſt; ſie weiß nicht ſolches, was nur ſein ſoll und ſoweit nicht da iſt“ 118 8 (0 Empirismus) Das Sollen im Kritizismus 134 8, 135 ©, 155 g, 158 8 (O Kriti⸗ zismus), 2240 (O0 Unendlichkeit), 444 G, 445 0 (O Wollen) 10, 434; 15, 238; 16, 336; 19, 593] Die ſchlechte Unendlichkeit „drückt nur das Sollen des Aufhebens des Endlichen aus“ 222 [P. St. 6, 59], 224 g, 2470 la, 164, 303, 307] „Die Kantſche und die Fichteſche Philoſophie ſind rückſichtlich des Ethiſchen auf dem Standpunkt des Sollens ſtehengeblieben. Die perennierende Annäherung an das Vernunftgeſetz iſt das Außerſte, 2293
Sollen 8 wozu man auf diefem Wege gelangt. Man hat dann auf dieſes 10 1 — 12 15 Poſtulat auch die Unſterblichkeit der Seele begründet“ 224 (O Un⸗ endlichkeit) Herrſchaft des Sollens im qualitativen und quantitativen unend— lichen Progreß 247 (O Sein), 222 [P. St. 6, 59], 224 8 Im unendlichen Progreß der Verwirklichung des Guten iſt das Gute nur als ein Sollen fixiert 444 (O Wollen) (5, 323; 7, 189, 193—195] Das Sollen in Fichtes Philoſophie 260 3 (ſ. Fichte) Das gedoppelte Sollen des praktiſchen Geiſtes 367 2 (O Geift) „Das Übel iſt nichts anderes, als die Unangemeſſenheit des Seins zu dem Sollen“ 370 [P. St. 6, 275] (O Gefühl) Das vielfache Sollen in der Moralität 394, 395 [P. St. 6, 289, 290] (f. Gutes — Böſes). In der Sittlichkeit wird der Standpunkt des bloßen Sollens nerlaſſen 396, 397 [P. St. 6, 292] In der Kantiſchen Darſtellung wird die Erhebung des ſubjektiven Geiſtes zu Gott wieder zu einem bloßen Sollen herabgeſetzt 434 8 (O Weltgeſchichte) Die Einſicht, zu der die Philoſophie führen ſoll, „ift, daß die wirt: liche Welt iſt, wie fie fein fol, daß das wahrhafte Gute, die all— gemeine göttliche Vernunft auch die Macht iſt, ſich ſelbſt zu voll— bringen“ 67 (O Geſchichtsphilo ſophie) Die Aufgabe der Philoſophie iſt, den „allſeitig durchgreifenden Gegenſatz, der über das bloße Sollen und Poſtulat der Auflöſung nicht hinauskommt“ aufzuheben 88 (O Kunſtwerk) Kants Poſtulate 91, 92 (f. Kant) Der Gegenſatz „des Subjektiven und der gegenüberliegenden Ob— jektivität, ſowie das Sollen ihn aufzuheben, iſt eine ſchlechthin allgemeine Beſtimmung, welche ſich durch alles hindurchzieht“; ſie gilt auch in der Aſthetik 141 (O Aſthetik) Auf dem bloß moraliſchen Standpunkt Kants und Fichtes „ſoll das Gute immer erſt hervorgebracht, realiſiert werden, mit der, Beſtimmtheit, daß es auch bei dem Sollen bleibe, als ob es nicht ſchon an und für ſich da wäre“ 238. „Das Gute iſt lein Geſolltes, ſondern göttliche Macht, ewige Wahrheit“ 239 (O Glaube) „Was ſoll, iſt nicht, Sollen iſt eine Kraft, die ſich nicht ausführen kann, dies Schwache, Ohnmächtige“ 425 (O perſiſche Religion) 2294
Sollen / Solon 16 15 (O beſtimmte Religion), 336 (O Gemeinde) 19 In Kants Philoſophie ſoll „der beſondere Wille dem allgemeinen gemäß fein, dieſe Einheit wird poſtuliert; der Menſch ſoll mora— liſch ſein, es bleibt beim Sollen ſtehen“ 593, 608. „Das abſolute Gut bleibt Sollen ohne Objektivität; und dabei ſoll es bleiben“ 596 (ſ. Kant) (1, 324; 4, 156; 6, 325, 329; 8, 224; 10, 434 0; 12, 91, 92; 15, 238; 16, 336; 19, 593, 596] Fichte „läßt den Grundſchaden des Dualismus beſtehen; ſo iſt er nicht aufgelöſt, und das Letzte iſt nur ein Sollen, Beſtreben, Seh⸗ nen 625 (f. Fichte) [1, 94; 4, 156; 8, 224; 10, 260 O; 15, 238]. Vergleich des Kantiſchen Sollens mit dem Fichteſchen Sehnen und Streben des tätigen Ich 633, 634, 635 (ſ. Fichte) Solnhofen 3 Solnhofer Verſteinerungen 258 (O Gymnaſialreden) Solon 2 244 (O Phyſiognomik) 3 Einführung der Soloniſchen Geſetze in die Wirklichkeit 111 (O Herr: ſchaft) 10, 288 g] 6 420 (O Württemberg) 7 181 (O Abſicht) 8 800 (O Denken) 10 288 @ (O Herrſchaft) 11 328, 331 (O Griechen), 337 (O Athen) 14 327 (O Gnomen) 16 83 (O jüdiſche Religion) 17 194. Zum Verhältnis des Solon zum Piſiſtratus 197, 198. In einem Briefwechſel ſoll ſich Piſiſtratus dem Solon gegenüber ge⸗ rechtfertigt haben 198, 199 [3, 111; 10, 288 @]. Solons Spruch⸗ weisheit 200, 201 [14, 327], nach Diogenes 200, nach Herodot 201. Aus der Unterredung mit Kröſus können wir erſehen, wie in Solons Reflexion „die Glückſeligkeit vorausgeſetzt iſt als das wlünſchenswerte höchſte Ziel, als die Beſtimmung des Menſchen“ 201, 202 (O Sieben Weiſen, die) 2295
Solon / Somnambulismus, animaliſcher Magnetismus 17 212 (O Thales), 401, 402 (O Athen) 18 171, 177 (O Plato) Sömmerring, Samuel Thomas von 9 Zum Blutkreislauf im Auge 604 S, 605 (O Herz) Somnambulismus, animaliſcher Magnetismus (Hellfehen) 3 Der Somnambulismus 207 (O Einbildungskraft). Er iſt a) der gewöhnliche im Schlaf, 6) der epileptiſche, y) der magnetiſche 207 6 Er gehört, zuſammen mit dem tieriſchen Magnetismus, in die Sphäre des Traums, „auf welcher der Geiſt zwiſchen feinem Naturgeiſte und zwiſchen ſeiner vernünftigen Wirklichkeit ſchwankt“ 238 (O Seele) 9 596 (O Nervenſyſtem) 10 Der animaliſche Magnetismus brachte in neuern Zeiten „auch in der Erfahrung die ſubſtantielle Einheit der Seele und die Macht ihrer Idealität zur Anſchauung“ 148, 15 8, 178, 18 B. Er iſt aber nicht als eine Erhebung des Geiſtes über ſeine begreifende Vernunft, ſondern als ein Herabſinken des Geiſtes unter das ge— wöhnliche Bewußtſein zu betrachten 18 8 (O Geiſt) Der Somnambulismus iſt ein Symptom, daß die Seele in den Gegenſatz und Kampf mit ihrer Natürlichkeit getreten iſt 49 8 (O Geiſt), 115 @ (O Schlaf) Magnetiſcher Somnambulismus 1578, 160 8, 168 bis 174 (O Seele) § 406 8 „Das Gefühlsleben als Form, Zuſtand des ſelbſtbewuß— ten, gebildeten, beſonnenen Menſchen iſt eine Krankheit, in der das Individuum ſich unvermittelt zu dem konkreten Inhalte ſeiner ſelbſt verhält, und ſein beſonnenes Bewußtſein ſeiner und des verſtändigen Weltzuſammenhangs als einen davon unter— ſchiedenen Zuſtand hat, — magnetiſcher Somnambulismus“ 168 C. „Um ihn zu begreifen, dazu iſt die Grundbedingung, nicht in den Verſtandeskategorien befangen zu fein“ 169 8, 168 a) „Im Somnambulismus tritt nur der Kreis der individuell beſtimmten Welt, partikulären Intereſſen und beſchränkten Ver— hältniſſe ins Bewußtſein“ 169 8, 170 9. Offenbarungen find nicht zu erwarten 170 2296
Somnambulismus, animaliſcher Magnetismus 10 8) Der geſunde Menſch ſteht in verſtändigem Zuſammenhang mit der ihn umgebenden Mannigfaltigkeit. So hat er auch Heimweh 1700 y) Iſt aber die Außenwelt und das Verhältnis zu ihr eingehüllt, „ſo bleibt jene immanente Wirklichkeit des Individuums dieſelbe ſubſtantielle Totalität als ein Gefühlsleben, das in ſich ſehend, wiſſend iſt“, eine „ihre Wirklichkeit in ſich wiſſende Monade, das Selbſtanſchauen des Genius“ 1718. Sein Hellſehen iſt „aller eigenen Zufälligkeit des Fühlens, Einbildens uff. preisgegeben“ 171 Z, 172 O. Platons geringe Meinung vom Prophezeien 172 © Fußn. 5) Dieſes Gefühlsleben iſt in einem „Zuſtand der Paſſivität“, deshalb kommt das kranke Subjekt auch leicht unter die Macht eines Andern, des Magnetiſeurs 172 8, 190204 (f. u.). Er iſt fein Genius 172 , 173 O, 190 , 200 © e) Innerhalb des Subjekts ſelbſt ſind die Partikularitäten des Fühlens verſchwunden 173 @. Der Somnambule begreift nicht mehr 174 8, 173 9 Zuſatz. Die Formen des magiſchen Verhältniſſes 174—191 & (f. Seele). Der animaliſche Magnetismus iſt als geiſtige Krankheit zu faſſen 176 8. Der Schlafwandler wirft ſich mit ungeteilter Kraft in den Gefühlsſinn, der ihn jedoch auch mißleitet 1799, 180 8 (O Seele). Die Viſionen des Somnambulen 1810; fein hellſehendes Erkennen eines fremden Seelen- und Körperzuſtan⸗ des 190 C, 184 (O Viſion) Der eigentliche animaliſche Magnetismus 190 bis bis 204 0 (O Seele). In ihm erreicht der Rapport mit einem An— dern den höchſten Grad 190 2. Rückblick auf die fünf Erſcheinun⸗ gen des ſchauenden Wiſſens 1919 (f. Seele) über die Entſtehung des Namens „animaliſcher Magnetismus“, welchen Zuſtand man auch „Mesmerismus, Solarismus, Teluris⸗ mus“ genannt hat 191g. Durch den animaliſchen Magnetismus „wird nur geſetzt, was ſonſt als unmittelbarer Naturzuſtand vor⸗ handen iſt“ 1920 1. „Der magnetiſche Zuſtand iſt eine Krankheit“, die die Folge eines Bruches iſt „zwiſchen meiner fühlenden Naturlebendigkeit und meinem vermittelten, verſtändigen Bewußtſein“ 192 g, 193 &. Infolge dieſes Bruches „verliere ich die Fähigkeit, mich einer fremden Gewalt zu verſchließen, werde dieſer vielmehr 2297
Somnambulismus, animaliſcher Magnetismus 10 unterwürfig“ 193 H. Zur künſtlichen Bewirkung des magnetiſchen Somnambulismus 193 2, 1948, 202 © 2. Über die Art und Weiſe, wie magnetiſiert wird 194—195 & Der Magnetiſeur wirkt meiſt durch Berührung, beſonders durch ein Beſtreichen 1948, 195 © 3. Über die durch das Magnetiſieren hervorgebrachten Wirkungen 196—200. Gute Beiſpiele ſind die naiven, älteren franzöſiſchen Magnetiſeure, wie Puyſegure 196 . Brauchbare äußerliche Klaſ⸗ ſifikation gab Kluge, ein Tagebuch über magnetiſche Kuren führte van Ghert, und auch Karl Schelling hat einen Teil ſeiner mag— netiſchen Erfahrungen bekanntgemacht 196 H. „Die nächſte allge⸗ meine Wirkung des Magnetismus iſt das Verſinken der magnetiſchen Perſon in den Zuſtand ihres eingehüllten, unterfchiedslofen Naturlebens, — das heißt, — in den Schlaf“ 196 f, 198 2. Wichtig iſt „das Selbſtändigwerden der empfindenden Seele, die Trennung derſelben von dem vermittelten, verſtändigen Bewußtfein“ 1968, 197 3. Phyſiologiſch betrachtet, fällt „während des magnetiſchen Somnambulismus die Wirkſamkeit der Seele in das Gehirn des reproduktiven Syſtems, — nämlich in die Ganglien“ 197 Z. Van Helmont hierüber 197 @. Erwachen des Ge— ſchlechtstriebes 198 & Pſychologiſch betrachtet, „ſchaut die in ihre Innerlichkeit verſun⸗ kene Seele ihre individuelle Welt nicht außer ſich, ſondern in ſich ſelber an“ 198 8. Eintreten des magnetiſchen Schlafes oder Über⸗ gang des Schlafes in Hellſehen 198 8. Zur „mannigfachen Mi⸗ ſchung von Falſchem und RNichtigem“ in den gemachten Ausſagen 199 ©. Hervorzuheben ift, „daß dasjenige, was außer dem Zu⸗ ſammenhang des ſubſtantiellen Lebens der magnetiſchen Perſon liegt, durch den ſomnambulen Zuſtand nicht berührt wird“ 199 8. Ausnahmen machen große Weltbegebenheiten 199 8, 200 O. Die erwachte Hellſehende weiß zunächſt nichts mehr von dem im magi⸗ ſchen Zuſtand Geſchauten 200 4. Über den „engen Zuſammenhang und die Abhängigkeit der magnetiſchen Perſon von dem Magnetiſeur“ 200 8, 172 g, ihre Gemeinſamkeit des Wiſſens 201 g. Gefahren des Hellſehens ſind Erregung der Eitelkeit und des Abhängigkeitsgefühls vom Mag⸗ netiſeur 201 8, 202 & 5. Zur Heilwirkung der magnetiſchen Behandlung 202—204 g. Wie der natürliche Schlaf eine Stärkung des geſunden Lebens 2298
10 15 1 I 18 14 1 Somnambulismus, animaliſcher Magnetismus / Sonne, Sonnenſyſtem bewirkt, fo ift auch der ſchlafhafte magnetiſche Zuſtand „die Baſis der wiederherzuſtellenden Geſundheit“ 203 9, 204 B. Eine Gefahr beſteht darin, daß die „vorhandene Konzentration des empfinden⸗ den Lebens ihrerſeits ſelber zu etwas ſo Einſeitigem werden kann, daß ſie ſich gegen das übrige organiſche Leben und gegen das ſonſtige Bewußtſein krankhaft befeſtigt“ 203 8, 2042 (O Seele) Abgrenzung des Somnambulismus gegen die Verrücktheit 208 g, 210 8 (O Krankheit) 281. Im Somnambulismus iſt das vernünftige Bewußtſein „ fſtill geworden und dagegen der innere Sinn aufgewacht, von dem man ſagen kann, daß in ihm das Wiſſen viel mehr in der Identität mit der Welt, mit den umgebenden Dingen als im Wachen ſei“ 290. Möglichkeit auch des Fern- und Hellſehens 290 (O unmittelbare Religion). Beim Magnetismus hört „alles, was man ſonſt ver⸗ nünftigen Zuſammenhang nennt, auf, es iſt nach der ſonſtigen Weiſe der Betrachtung ein unverſtändiger Zuſammenhang“ 311 (O Zauberei) „Philoſophie iſt nicht ein Somnambulismus, vielmehr das wachſte Bewußtſein“ 68 (O Philoſophiegeſchichte) „Wenn Einer das Zukünftige voraus weiß im Somnambulismus oder im Sterben, fo fieht man dies für eine höhere Einſicht an; näher betrachtet ſind es aber nur Intereſſen der Individuen, Partikularitäten“ 98, 99. „Der Magnetismus bringt die Wiſſen⸗ ſchaften nicht weiter“ 105 (O Sokrates) Sonett Die Italiener haben in ihren Sonetten und Seſtinen ein glän⸗ zendes Beiſpiel einer feinſinnig reflektierenden Empfindung ge: geben 464 (f. Lied) 500 (O Versmaß) Sonne, Sonnenſyſtem (Planet) Zur relativ großen Freiheit des Sonnenſyſtems von der Schwere 3. Das Sonnenſyſtem als Ausdruck einer Kohäſionslinie 20, 21. Die Sonne als Schwerkraftmittelpunkt 21, 22. Die elliptiſche Be⸗ wegung im Sonnenſyſtem 27 (O Planet) 2299
Sonne, Sonnenſyſtem — Der Ather hat „in den Blumen der Sonnenſyſteme ſeine innere Vernunft und Totalität in die Expanſion herausgeboren“ 508, 509. Vergleich des Syſtems der Sittlichkeit mit dem himmliſchen Syſtem 508, 509 (O Naturrecht) 5 335 (O Idee) 6 169 8 (O Mechanik) 8 Das Sonnenſyſtem als Syſtem von drei Schlüſſen 410 (O Me⸗ chanismus). Das Verhältnis der Bewegung im Sonnenſyſtem 4112, 4128 (O Chemismus) 9 560 (O Natur), 67 (O Naturphiloſophie), 118 [vgl. 6, 178] (O Fall). Das Sonnenſyſtem und feine Bewegungsformen 121, 122 O, 123 g, 1510 (ſ. Mechanik), 576 2, 577 8 (O Tier). Das exiſtierende allgemeine Selbſt der Materie iſt das Licht: als Individ nalität, der Stern; und derſelbe als Moment einer Totalität, die Sonne“ 156 [P. St. 6, 176], 160 8, 161 0, 162 2 (f. Licht) Zu Keplers Gedanken, „die Anordnung des Sonnenſyſtems nach den Geſetzen der muſikaliſchen Harmonie zu faſſen“ 180, 181 IP. St. 6, 179], 182 (O Planet) Das Sonnenlicht 3368 (0 Farbenlehre). „Das Sonnenſyſtem war der erſte Organismus; er war aber nur an ſich, noch keine organiſche Exiſtenz.“ „Es iſt nur ein Organismus des Mecha— nismus“ 452 0 (O Leben), 587 & (O Tier) 10 19 2, 222. Charakteriſtik des ganzen Syſtems als ein Endliches 44 g, 430 (O Geiſt). „Die Weltgeſchichte hängt nicht mit Revolutionen im Sonnenſyſtem zuſammen“ 64, 63 8; Beziehung der Seele zum Sonnenſyſtem 65 8, 648 (O Seele) 12 Bedeutung der Sonne in der Religion Zoroaſters 435 (0 Zo— roaſter), in der ägyptiſchen Religion 478 (O ägyptiſche Kunſt⸗ form) 15 Bedeutung der Sonne in der Religion der Inder 377 (O indiſche Religion), der Perſer 429, 431, 432 (O perſiſche Religion), der Agypter 455, 457 [12, 478] (O ägyptiſche Religion) 16 383 (O Gottes beweiſe) 17 281 (O Pythagoras), 404, 405 (O Anaxagoras) 19 68 (O Plotin) 2300
1 a 17 16 19 18 Sonntag / Sophiften Sonntag „Alle Völker wiffen, daß das religiöſe Bewußtſein das ift, worin ſie Wahrheit beſitzen und ſie haben die Religion immer als ihre Würde und als den Sonntag ihres Lebens angeſehen“ 21 (O Re⸗ ligionsphiloſophie) 24 (O Religion) Die Philoſophie fordert Einheit; „ſie vereinigt dieſe beiden Seiten in Eins: den Sonntag des Lebens, wo der Menſch demütig auf ſich ſelbſt verzichtet, und den Werktag, wo der Menſch auf ſeinen Beinen ſteht, Herr iſt, und nach ſeinen Intereſſen handelt“ 126, 125 (O Philoſophie) 0oyia „Bei den ſpäteren Juden, Philo, iſt die co das Erſterſchaffene, das aus dem Einen hervorgeht“ 370 (O indiſche Religion) „Das Manifeſtierende, ſich Außernde (Logos, Sophia)“ 240. Die oO als „die Weisheit, der urſprüngliche, ganz reine Menſch, ein Exiſtierendes, Anderes als jene erſte Allgemeinheit, ein Ve⸗ ſonderes, Beſtimmtes“ 245 (O chriſtliche Religion) Sophie Charlotte, Königin von Preußen Leibnizens Beziehungen zu ihr 451, 452 (O Leibniz) Sophisma (Antinomie, Elenchus) Würdigung der Sophismen der eleatiſchen Schule 236, 237. „Sie machen der Vernunft ihrer Erfinder die höchſte Ehre 237. Hoch zu rühmen iſt die Auflöſung, die Ariſtoteles von dieſen dialek⸗ tiſchen Geſtalten macht 237, 238 (f. Quantität) Die Sophismen des Eubulides haben zum Ziel alles Beſondere als ein Nichtiges aufzuzeigen. Es iſt leichter, ſie zu verwerfen, als beſtimmt ſie zu widerlegen 132, 134 (O Eubulides). Andre Bei⸗ ſpiele von Sophismen 137—140 (0 Eubulides), 233 (O Plato) Sophiſten (Sophiſterei, Sophiſtik) Plato und die Sophiſten 337 (O Dialettit) (18, 22, 44, 70, 173, 185 202, 222, 228, 230, 232, 234, 236 (ſ. Platon)! 2301
7 8 Sophiſten Prinzipien der Sophiſten 30 (O Rechtsphiloſophie) Die Sophiſten ſind aufgetreten, als die Griechen das Bedürfnis empfanden, „ſich deſſen, was ihnen gelten ſollte, als eines durch das Denken vermittelten Inhalts bewußt zu werden“ 286 © Sokrates hat die Sophiſten überall bekämpft, indem er „die Halt⸗ loſigkeit der bloßen Gründe dialektiſch aufgezeigt hat“ 2878 (O Grund) 11 328. Die Sophiſten, die Lehrer der Weisheit, waren es erſt, welche die neue Lehre aufbrachten, „daß jeder nad) feiner eigenen Über— zeugung handeln müſſe“ 330 (O Griechen). „Die Bewegung des Gedankens, und das innerliche Ergehen darin, dies intereſſeloſe Spiel wird nun ſelbſt zum Intereſſe“ 349. „Dieſe Gymnaſtik haben die Griechen ſich bei ihren Sophiſten erworben“ 349. „Ein Hauptprinzip der Sophiſten hieß: »der Menſch iſt das Maß aller Dinge«“ 349, 350 [7, 30; 16, 184]. Damit meinten fie „den bloß ſubjektiven Menſchen“ 350. Wiederkehr der Sophiſtik zu allen Zeiten 350 (O Griechen) 16 184 (O römiſche Religion) 17 142 (O clriſtliche Religion), 204, 208 (O griechiſche Philoſophie). 1 E Aus Parmenides folgerten die Sophiſten: »Alles iſt Wahrheit, es gibt keinen Irrtum; denn Irrtum iſt das Nichtſeiende, das nicht zu denken iſt« 312 (O Parmenides) 325, zur äußerlichen Dialektik der Sophiſten 327, 343. Fortſetzung der eleatiſchen Schule in deu Sophiſten 343 (O Zeno). In der ſo verſchrieenen Weltweisheit der Sophiſten tritt das Weſen ganz auf die Seite des Bewußtſeins herüber. Es entwickelt ſich jetzt „die negative Natur des Allgemeinen“ 434 (O Anaxagoras) Das zweite Kapitel der erſten Periode in der Geſchichtsphiloſophie geht „von den Sophiſten bis zu den Sokratikern“ 3 „Die Sophiſten“ 3,5—42 (Ogriechiſche Philoſophie) [17,204] Rückblick auf den Begriff des Weſens in der Philoſophie des Anaxagoras, des Heraklit 5. „Der Begriff, der ſich ſelbſt findet, findet ſich als die abſolute Macht, welcher alles verſchwindet; — und jetzt werden alle Dinge, alles Beſtehen, alles für feſt Gehaltene flüſſig“ 5. Die Sophiſten machten alles bisher Feſte be⸗ weglich 5; ſie ſind gerade das Gegenteil unſerer Gelehrſamkeit 5, 6 (ſ. Gelehrſamkeit) 2302
Sophiſten 18 Charakteriſtik der Sophiſtik der gemeinen Vorſtellung und ihrer bornierten Wahrheiten 6. „Das allgemeine Geſchrei gegen die Sophiſterei iſt ein Geſchrei des geſunden Menſchenverſtandes, der ſich nicht anders zu helfen weiß“ 7 Wir haben den ſchlimmen Sinn von Sophiſterei zu vergeſſen und wollen „näher von ſeiner poſttiven, eigentlich wiſſenſchaftlichen Seite betrachten, was die Stellung der Sophiſten in Griechenland war“ 8, 7 Erſtens. Die Sophiſten wenden den einfachen Begriff als Ge⸗ danken „jetzt überhaupt auf weltliche Gegenſtände an“. Das der Vorſtellung Feſte löſt er auf und die Subjektivität macht ſich ſelbſt zum Erſten und Feſten und bezieht alles auf ſich 8 Bildung und Begriff 8, 9 (f. Bildung). „Die Sophiſten find die Lehrer Griechenlands, durch welche die Bildung überhaupt in Griechenland zur Exiſtenz kam“ 9, 10, 12, 13, 24, 27, 28. „Das Denken ſucht allgemeine Prinzipien, an denen es alles beurteilt, was uns gilt; und es gilt uns nichts, als was dieſen Prinzipien gemäß iſt“ 9, 10 „Die Sophiſten knüpfen an den Trieb an, weiſe zu werden“ 11. Zur Weisheit gehört, „das zu kennen, was die Macht unter den Menſchen und im Staate iſt“, was „der allgemeine alles Befondere auflöſende Gedanke iſt“ 11. „So ſind die Sophiſten ſpeku⸗ lative Philoſophen geweſen“ 11 und „Lehrer der Beredſamkeit“ 11, 12 Schilderung des Verfahrens der Sophiſten in Platons Protagoras 12—20. Sie lehren die Fertigkeit, daß man eine Menge von Geſichtspunkten geläufig inne habe, um den Gegenſtand ſogleich danach zu betrachten 13. Alter der Sophiſtik 14. Gegenſtand und Inhalt der Lehre des Protagoras 14, 15. Beratung in Familienintereſſen und im Staatsleben 15. Sokrates' Hauptſatz, „daß die politiſche Tugend nicht könne ge⸗ lehrt werden“ 15. Protagoras' Entgegnungen hierauf 16—19. Der Mythus von Prometheus und Epimetheus 16 a) Die politiſche Weisheit ift etwas, woran alle Anteil haben und haben müſſen 17. 6) Jeder kann ſich die politiſche Wiſſenſchaft durch Lehre und Beſtreben erwerben 17, 18. J) Gründe dafür, daß Sokrates im Protagoras ſagt, politiſche Tugend könne nicht mitgeteilt werden 18. Protagoras' Entgegnungen 18, 19, 20 Zweitens. Gründe für den Kampf zwiſchen den Sophiſten und 2303
Sophiſten 18 Plato, Sokrates 20, 22. „Die Sophiſten find Meiſter im Näſonne⸗ ment aus Gründen geweſen, ſtehen innerhalb der Stufe des re— flektierenden Gedankens“ 20 [5, 337; 8, 287 8; 17, 327], 21 a) Vergleich mit unferer europäiſchen Welt, in welcher die Bildung „unter dem Schutze und der Vorausſetzung einer geiſtigen Religion“ ſich einführte 21, 23. In Griechenland ließ die Religion der Phantaſie eine Zerſplitterung der Bildung in viele Geſichts⸗ punkte zu 21. Protagoras über die Tapferkeit 21, 22 5) Vergleich der Sophiſtik mit unſerer Aufklärung und beider Mangel 22, 23. Vergleich des räſonierenden Denkens mit dem Platons 22, 44, 70. Die Sophiſten räſonieren aus äußerlichen Gründen, „während Sokrates und Plato den Gedanken durch ein Feſtes — allgemeine Beſtimmung (platoniſche Idee) — beſtimmten, was der Geiſt ewig in ſich findet“ 23, 22, 44. Sophiſtik iſt ſehr allgemein und iſt „alles Räſonieren aus Gründen“ 23. Unfere Sophiſtik in Predigten, in parlamentariſchen Reden, in unſeren Einwänden gegen die Philoſophie 24. Überlegung, daß ſich für alles Gründe und Gegengründe finden laſſen 24, 25. Alles läßt ſich beweiſen (Gorgias) 25, alles läßt ſich dialektiſch behandeln 26 Iſt alles wankend gemacht, ſo „gibt es nun zweierlei Feſtes, das verbunden werden kann. Das Eine iſt das Gute, Allgemeine; das Andere iſt die Einzelnheit, Willkür des Subjekts“ 26. Bei⸗ ſpiele in Dionyſiodor 26, 27, und von Euthydem 27 Was den Sophiſten vorzuwerfen iſt, dies fließt unmittelbar aus der Natur der Bildung 27. „Wegen der formellen Bildung ge— hören die Sophiſten zur Philoſophie, wegen ihrer Reflexion eben⸗ ſo auch nicht“ 27. Sie dehnen die eleatiſche Denkweiſe aus auf allen Inhalt des Wiſſens und des Handelns und bringen als das Poſitive die Nützlichkeit hinein 27 Über die hiſtoriſchen Quellen für die Sophiſten Protagoras und Gorgias 28 1. „Protagoras“ 28—35 (ſ. Protagoras) 2. „Gorgias“ 28, 35—42 (f. Gorgias) Sokrates’ Kampfmethode gegen die Sophiſten 60. Platons und Sokrates“ Stellung zu ihnen 70 (O Sokrates), 22, 44, 173, 185, 202, 222, 228, 230, 232, 234, 236 111 (O Sokrates), 129 (0 Megariker), 133 (O Eubulides), 173, 185, 202, 222 2304
18 19 DD 1 1 18 -] 20 Sophiſten / Sophiſterei, Sophiſtik Die negative Dialektik hat Plato gemeinſam mit den Sophiſten 225. Platons Unterſcheidung zwiſchen Philoſophen und Sophiſten 228. Widerlegung der Sophiſten in Platons Sophiſtes 230, 232, 234, 236 (ſ. Platon) 312, 313 (O Ariſtoteles) 154 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Sophiſterei, Sophiſtik Sophiſterei wird auch als „ein Schlagwort des gemeinen Men— ſchenverſtandes gegen die gebildete Vernunft“ benutzt 63 (O ge— ſunder Menſchenverſtand) „Sophiſterei iſt ein Räſonnement aus einer grundloſen Vorausſetzung, die man ohne Kritik und unbeſonnen gelten läßt“ 118 (O Werden) „Was Sokrates und Plato Sophiſterei nennen, iſt nichts anderes, als das Räfonnement aus Gründen; Plato ſetzt demſelben die Betrachtung der Idee, d. h. der Sache an und für ſich ſelbſt, oder in ihrem Begriffe entgegen“ 581 (O Grund) 30 (O Rechtsphiloſophie). Auf dem Standpunkt der Sophiſterei wirft ſich dieſe „als Geſetzgeberin auf und bezieht den Unterſchied von Gut und Böſe auf ihre Willkür“ 220 (O Ironie) Abgrenzung der Dialektik von Sophiſtik 1910 (0 Dialektik) 4, 118] Die Tendenz, das Rechte und Wahre zu verdrehen liegt nicht un— mittelbar in der Sophiſtik, „deren Standpunkt zunächſt kein anderer, als der des Räſonnements iſt“ 2868 (O Grund). Auf⸗ treten der Sophiſten in Griechenland 286 8 (f. Sophiſten) 297 (O eleatiſche Schule) 7, 8, 23 (f. Sophiften). Zweideutigkeit der Dialektik und Sophiſtit 43 (O Sokrates) Das Übel, „die Zufälligkeit und Willkür des ſubjektiven Gefühls und ſeines Meinens, mit der Bildung der Reflexion verbunden, welche es ſich erweiſt, daß der Geiſt des Wiſſens von Wahrheit unfähig ſei, iſt von alter Zeit her Sophiſterei genannt worden“ 22, 23, 24. Charakteriſtik unſerer Zeit, „wo in Philoſophie wie in Glockner, Hegel-Lexikon 145 2305
12 — —1 Sophiſterei, Sophiſtik / Sophokles Theologie, die tieriſche Unwiſſenheit von Gott, und die Sophiſterei dieſer Unwiſſenheit“ verteidigt wird 27 (O Hinrichs) 199 (O Dialog) Sophokles (Antigone, Sdipus) 44 (O Fichte), 503 (O Naturrecht) 333, 360, 362, 363, 543 (ſ. Antigone), Sophokles' Odipus 360 (O Sittlichkeit) 174, 176 (. Ödipus), 246, 247 (f. Antigone) 9 Obo v ivdonnov dewörepor . . . 35 (O Naturbetrachtung) 1 e 70 (O Staat), 116 (O Weltgeſchichte), 292 (. Odipus), 335 (O Perſerkriege), 339 (O Athen) 257, 282, 283, 290, 481 (f. Odipus), 299, 314 (ſ. Antigone), Philoktet 281 (O Kollifion), 306, 308 (O Individuum). Zur Lebendig— keit der ſophokleiſchen tragiſchen Geſtalten 322. Die dramatiſche Poeſie des Sophokles bewältigte als nationale den hiſtoriſch zu— rückliegenden Stoff völlig 368, 369, 370 (13, 50], 374 [13, 169] (O Kunſtſchönes) 539 (O Metapher) 51, 52, 60, 180, 185, 186 (ſ. Antigone), 58 (O griechiſche Götter). Sophokles iſt vornehmlich ein Beiſpiel des plaſtiſchen griechiſchen Charakters 377 (O Skulptur) 93 (O Malerei), ſeine Chöre eignen ſich nicht zur Vertonung 202 (O Muſik), 517 (O Schauſpiel) 333 (O Epopöe), 488, 491, 505, 506, 513 (O Drama). Sophokles trat ſelbſt im Spiel mit auf 518 (O Schauſpiel). Zum nicht tra— giſchen Ausgang des Philoktet 539, 557. Eine Hauptkolliſion für Sophokles bedeutet die zwiſchen Familie und Staat 551, eine zweite formellere iſt die zwiſchen dem ſelbſtbewußten Wollen und dem von den Göttern gelenkten, unbewußten Wollen 551. Beiſpiele der erſteren ſind Antigone und Elektra, für die zweite Odipus rex und Odipus auf Kolonos 551. Würdigung der ebenfo gediegenen wie gebildeten Objektivität ſeiner Geſtalten 553. Zum Ausgang im Philoktet und im Odip auf Kolonos 557, 558 (O griechiſche Tragödie) 566 (O Tragödie) 2306
Sophokles / Sozialitätstrieb 16 134 (f. Antigone), Sdipus auf Kolonos 128. Im Sdipus iſt „der Gegenſatz der beiden Mächte, der des Bewußtſeins und der Bewußtloſigkeit“ dargeſtellt 134. Zur Verſöhnung im Odipus 135, 156 [14, 557, 558], 155 (O griechiſche Religion) 17 404 (O Anaxagoras) 18 45, 114 (ſ. Antigone), 54, 86 (O Sokrates) 20 Solger ließ 1804 die Überſetzung von Sophokles' König Odipus drucken 135. Sein Vorwort hierzu 201 (O Solger) Tieck und Sophokles 157 (O Solger) 463 (O Raupach) Sophroniskos 18 Sokrates war der Sohn des Bildhauers Sophroniskus 49 (O So— krates) SWYEoOGÜDN 15 265 (O Religion) 18 18 (O Sophiſten), 211, 282 (O Plato) Sorbonne 19 172 (O ſcholaſtiſche Philoſophie), 251 (O Petrus Ramus) Sorites (Elenchus) 4 416 (O Maß) 18 Der Sophismus vom owoeirms, dem Häufenden 139, 140 (ſ. Eu: bulides) [8, 256] Souveränität 7 Souveränität des Staats 379, 380 (O Verfaſſung), 441 (O Staatsrecht). Verwechſlung der Souveränität mit Deſpotismus 380. Souveränität des Monarchen 381, 410, des Volkes 383 (O Ver⸗ faſſung) Souveränität des Staats nach Innen 379, gegen Außen 432 bis 440 (ſ. Verfaſſung) Soztalitätstrieb 11 551 (O Aufklärung), 556 (O franzöſiſche Revolution) 2307
20 1 1 1 1 > 1 0 — 3 ** Spalding / Spanien, Spanier Spalding, Johann Joachim Spalding der Aufklärer 207 (O Hamann) Spallanzani, Lazzaro 567 C, 570 g (O Pflanze), 644 [P. St. 6, 215] Seine Verſuche zur Verdauung 652˙ , 653 8 (O Stier), 653 © Fußn. Spanien, Spauier Spaniſche Koloniſation 322 (O Polizei). Napoleon wollte den Spaniern eine Verfaſſung geben 376 (O Verfaſſung) Bei den Spaniern finden wir, wie bei den Italienern, „das Vor— herrſchen der Individualität“, aber ſchon „mehr mit Neflexion verknüpft“ 83 Z. Wir ſehen „die Ehre als treibendes Prinzip“ 83 g, 87 Z. Der Spanier „hat bisher mit fanatiſchem Eifer am Buchſtaben der Lehren des Katholizismus feſtgehalten“ 83 B. Die Inquiſition 83 g. Der politiſche Charakter 83 8, 848 (O Volks— geift) 185 0 (O Viſion) 126 (O Amerika), 256 (O Syrien), 445, 446 (O Völkerwanderung), 455 (O Mohammedanismus), 475, 487 (O Mittelalter), 499 (O Kreuzzüge), 528, 529, 535, 540, 541. Herabſinken des ſchönen und edlen Rittergeiſtes zur bloßen Grandezza; Befeftigung der königlichen Macht durch die Inquiſition 538 (ſ. Inquiſition). Aragonien 538 (O Reformation). Der Liberalismus in Spanien 563, 564 (O franzöſiſche Revolution) 369 (O Kunſtſchönes). Der Spanier liebt die Metapher 540 (O Me⸗ tapher) [14, 287]. Stellung der Deutſchen zum ſpaniſchen Drama 551, 552 (O Gleichnis) Hauptſächlich die Spanier haben die „Kaſuiſtik der Reflexion über Ehrenpunkte in ihrer dramatiſchen Poeſie ausgebildet, und als Räſonnement ihren Ehrenhelden in den Mund gelegt“ 175, 181. Ihre Auffaſſung der Liebe 181 (O Liebe) 238, 239 (O Humor), zur ſpaniſchen Gotik 349, 350 (O roman⸗ tiſche Architektur) Die Aſſonanz ſindet ſich vornehmlich bei den Spaniern 313. Die Spanier neigen zum weiblichen Reim 313 (0 Reim). Zur Epit 2308
14 1 19 I Spanien, Spanier / Sparta der Spanier 407 (j. Cid), 414 (ſ. Cervantes). Würdigung der ſpaniſchen Romanze 427 (O lyriſche Poeſie), ihrer verzweigten Figuration des Reims 453 (O lyriſche Poeſie), ihre Teilung des Dramas in drei Akte 495 (O Drama), ihre Verwendung der vierfüßigen, ruhig verweilenden Trochäen 500 (O Versmaß), ihre Ausarbeitung des Motivs der perſönlichen Ehre im Drama 503 (O Drama), 565, 568 (O Tragödie), ihre reiche Erfindungsgabe von Intrigen und Verwickelungen 578 (O Komödie) 135 (O Philoſophiegeſchichte) Blühen der Wiſſenſchaften in Spanien unter den Arabern 176 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Sparta (Lakedämonier) 253 (O Gymnaſialreden) 347 0 (O Wechſelwirkung) 300 (O Griechen). Die Hauptidee in dieſem Staate iſt „die poli— tiſche Tugend“ 337 (O Perſerkriege) 338 (O Athen) „Sparta“ 341—345 (O Griechen). Hier ſehen wir „die ſtarre abſtrakte Tugend, das Leben für den Staat, aber ſo, daß die Regſamkeit, die Freiheit der Individualität zurückgeſetzt iſt“ 341. Zur Entſtehungsweiſe von Sparta 341. Die Heloten 341, 342, die Ephoren 341, 343. Lykurgs Teilung des Grundeigentums in gleiche Teile 342, ſein Verbot alles anderen Geldes, als das von Eiſen 342. Gemeinſames Speiſen, Vernachläſſigung des Familien— lebens 342, 343 Die politiſche Verfaſſung war „wohl demokratiſch, aber mit ſtar— ken Modifikationen, die ſie faſt zur Ariſtokratie und Oligarchie machten“ 343. Die zwei Könige, der Senat (yepovola), die Ephoren 343. Hinſichtlich der Kunſt, Wiſſenſchaft und Bildung erſchienen die Spartaner den Griechen „als ſtarre, plumpe und ungeſchickte Menſchen“ 344. Thukydides' Schilderung der Spar⸗ taner 344 Mangel der griechiſchen Sittlichkeit überhaupt 344, 345. „Das Prinzip der Moralität, das eintreten mußte, wurde der Anfang des Verderbens.“ Es zeigte ſich „in Athen als offener Leichtſinn, 2309
11 1 2 11 1 — Po — Sparta / Spekulation in Sparta als Privatverderben“ 345, als blanke Immoralität, Selbſtſucht, Habſucht, Beſtechlichkeit 352 (O Griechen) Sparta im Peloponneſiſchen Krieg 346, 347 (.. Peloponneſiſcher Krieg) 358 (O Griechen) 242 (O Pythagoras), 400, 401 (O Athen) Spartakus 400 (O Römer) Spee, Friedrich von Würdigung ſeines Kampfes gegen die Hexenprozeſſe 535 (O Re: formation) Spehr „Neue Prinzipien des Fluentenkalküls, Braunſchweig 1826“ 374-375 Fußn. (O Mathematik) Spekulation (Dialektik, ſpekulativ) Die Kantiſche Philoſophie hatte es bedurft, „daß ihr Geiſt vom Buchſtaben geſchieden, und das rein ſpekulative Prinzip aus dem übrigen herausgehoben wurde“ 33. In der Kantiſchen Deduktion der Verſtandes⸗Formen iſt „das Prinzip der Spekulation, die Identität des Subjekts und Objekts, aufs Beſtimmteſte ausge: ſprochen“ 34, 35, 386. Auch Fichtes „reines Denken ſeiner ſelbſt, die Identität des Subjekts und des Objekts, in der Form Ich S Ich“ iſt echtes Prinzip der Spekulation 35 (ſ. Fichte) „Verhältnis der Spekulation zum geſunden Men— ſchenverſtand“ 55—60 (f. geſunder Menſchenverſtand). „Die Spekulation verſteht den geſunden Menſchenverſtand wohl, aber der geſunde Menſchenverſtand nicht das Tun der Spekulation“ 56, 57 (O geſunder Menſchenverſtand) „Für die Spekulation find die Endlichkeiten Radien des unendlichen Fokus, der ſie ausſtrahlt, und zugleich von ihnen gebildet iſt; in ihnen iſt der Fokus, und im Fokus ſie geſetzt. In der tranfzendentalen Auſchauung iſt alle Entgegenſetzung aufge— hoben . .. Das Produzieren des Bewußtſeins dieſer Identität iſt die Spekulation, und weil Idealität und Realität in ihr Eins iſt, 2310
— 2 11 Spekulation / ſpekulativ, Spekulatives iſt ſie Anſchauung“ 68, 144. Möglichkeit der Diskrepanz zwiſchen echter Spekulation und ihrem Syſtem 72, 76, 144 (O Fichte) Zur Anſchauung des ſich ſelbſt geſtaltenden oder ſich objektiv findenden Abſoluten in der Spekulation 142. „Kunſt und Speku— lation find in ihrem Weſen der Gottesdienſt; — beides ein leben diges Anſchauen des abſoluten Lebens, und ſomit ein Einsſein mit ihm“ 142 (ſ. Fichte). Aufgabe der Spekulation ift „die Trennung in der Identität des Subjekts und Objekts aufzuheben“ 148. Ver⸗ hältnis Reinholds zu dieſer Aufgabe 148 (O Reinhold) Zu Jacobis geiſtreichen Ausdrücken der Empirie und über die Empirie, weil ſie auf ſpekulative Ideen anſpielen 349, 350, 386 (ſ. Jacobi) Die Natur des ſpekulativen Denkens „beſteht allein in dem Auf— faſſen der entgegengeſetzten Momente in ihrer Einheit“ 177, 178 (O Unendlichkeit) Die Aufklärung hat alles Spekulative aus menſchlichen und gött⸗ lichen Dingen verbannt und vertilgt 552 (O Aufklärung) 15 Die Spekulation iſt es, „die in dem Gegenſatze ſelbſt als ſolchem 1 2 3 4 die Einheit auffaßt. Das iſt überhaupt das Geſchäft der Speku⸗ lation, daß ſie alle Gegenſtände des reinen Gedankens, der Natur und des Geiſtes in Form des Gedankens und ſo als Einheit des Unterſchiedes auffaßt“ 40 ſpekulativ, Spekulatives (Dialektik, Spekulation) Kants „berühmte Kritik der ſpekulativen Theologie“ 314 (f. Kant) Das Spekulative als die logiſche Notwendigkeit in feinem Sein ſein Begriff zu ſein 53 (O Phänomenologie) 235 (O Vernunft) Das Spekulative oder Vernünftige erfaßt die Einheit der Be⸗ griffe in ihrer Entgegenſetzung oder das Poſitive in der Auflöſung und im Übergehen 170, 171 (O Logik). „Das Spekulative iſt das poſitiv⸗Vernünftige, das Geiſtige, erſt eigentlich Philoſophiſche“ 313 (O Philoſophieunterricht) „In dem Faſſen des Entgegengeſetzten in ſeiner Einheit, oder des Poſitiven im Negativen beſteht das Spekulative“ 54, 55 (O Logik). „Das ſpekulative Denken beſteht nur darin, daß das 2311
— E ſpekulativ, Spekulatives Denken den Widerſpruch und in ihm ſich ſelbſt feſthält“ 547, 548 (O Widerſpruch) Die ſpekulative oder pofitiv vernünftige Seite des Logiſchen der Form nach 34 [P. St. 8, 184 f. Logik], 36 [P. St. 8, 195—198 ſ. u.] „Die Logik iſt weſentlich ſpekulative Philoſophie“ 37 H. Ihre Be⸗ deutung als ſpekulative Theologie 38 8, 37 (O Logik) Zum „Innerſten der Spekulation“ 59 (ſ. Wille) 75 (O Wille) Das ſpekulative Denken 538 (ſ. Syſtem). Dem Dogmatismus ſteht das Wahrhafte, das Spekulative gegenüber, „welches keine ſolche einſeitige Beſtimmung an ſich hat und dadurch nicht er— ſchöpft wird, ſondern als Totalität diejenigen Beſtimmungen in ſich vereinigt enthält, welche dem Dogmatismus in ihrer Tren— nung als ein Feſtes und Wahres gelten“ 106 @ (O Dogmatismus) „Die ſpekulative oder poſitiv-vernünftige“ Seite des Logiſchen 184 [P. St. 6, 34; 3, 170, 171, 313 195—198 [P. St. 6, 36] (O Logik) $ 82 [P. St. 6, $ 16, wenig verändert] „Das Spekulative oder Poſitiv⸗Vernünftige faßt die Einheit der Beſtimmungen in ihrer Entgegenſetzung auf, das Affirmative, das in ihrer Auflöſung und ihrem Übergehen enthalten iſt“ 195 [P. St. 6, 36] 1. Die Dialektik hat ein poſitives Reſultat. 2. Es iſt ein Kon— kretes, „weil es nicht einfache, formelle Einheit, ſondern Einheit unterſchiedener Beſtimmungen iſt“. 3. Die ſpekulative Logik ent— hält in ſich auch die Verſtandeslogik und kann zu dieſer herab— ſinken 195, 196 [P. St. 6, 36] Zuſatz. Seinem Inhalte nach iſt das Vernünftige für alle Men— ſchen vorhanden. Zunächſt iſt das Wiſſen vom Vernünftigen erſt eine Vorausſetzung, ſo das Wiſſen von Gott, das Wiſſen eines Bürgers, eines gehorſamen Kindes 196 8. „Weiter iſt nun das Spekulative überhaupt nichts anderes als das Vernünftige ..., inſofern dasſelbe gedacht wird“ 196 9. Der Ausdruck der Speku— lation im gemeinen Leben 1968, 197 O, ſeine Bedeutung eines „bloß Subjektiven“ 1979. Tatſächlich enthält es den Gegenſatz des Subjektiven und Objektiven in ſich aufgehoben 197 @. „Ein ſpekulativer Inhalt kann deshalb auch nicht in einem einſeitigen Satz ausgeſprochen werden“ 1978 [18, 576, 579, 580, 581]. Die 2312
8 ſpekulativ, Spekulatives Bedeutung des Spekulativen iſt ähnlich der früheren Bedeutung des Myſtiſchen 197 g, 198 8 (ſ. Myſtik) Die drei Momente der ſpekulativen Methode 448—451 [P. St. 6, 142—144] (f. Idee) 9 Das Leben kann nur ſpekulativ gefaßt werden; denn im Leben 10 — — 16 E 17 exiſtiert eben das Spekulative 451 (O Organik) „Das ſpekulative Denken hat jeden ſeiner Gegenſtände und die Entwicklung derſelben in ihrer abſoluten Notwendigkeit aufzu— zeigen. Dies geſchieht, indem jeder beſondere Begriff aus dem ſich ſelbſt hervorbringenden und verwirklichenden allgemeinen Be: griff oder der logiſchen Idee abgeleitet wird“ 15 0 (O Geiſt) „Das Spekulative oder Vernünftige und Wahre beſteht in der Einheit des Begriffs oder des Subjektiven und der Objektivität“ 290 O, 291 (O Selbſtbewußtſein) 5 „Spekulative Philoſophie iſt das Bewußtſein der Idee, ſo daß alles als Idee aufgefaßt wird“ 39 (ſ. Idee). „Spekulativ denken heißt ein Wirkliches auflöſen und dieſes ſich ſo entgegenſetzen, daß die Unterſchiede noch Denkbeſtimmungen entgegengeſetzt ſind und der Gegenſtand als Einheit beider gefaßt wird“ 39. Die Ne: ligion iſt „die Stufe des Geiſtes, auf welcher dem Bewußtſein der ſpekulative Inhalt überhaupt Gegenſtand iſt“ 40, 215 (O Religion) Zur ſpekulativen Idee von Gott als dem „Vernünftigen, inſofern es gedacht wird“ 232, 233. Sie iſt „dem Sinnlichen entgegenge— ſetzt, auch dem Verſtande: ſie iſt daher ein Geheimnis für die ſinn— liche Betrachtungsweiſe und auch für den Verſtand“ 233 (ſ. chriſt⸗ liche Religion), 553 (O Gottesbeweiſe) „Das Spekulative beſteht im allgemeinen in nichts anderem, als feine Gedanken, d. i. die man ſchon hat, nur zuſammenzubringen“ 467 (O Gottesbeweiſe) „Wahrhaft iſt nur dasjenige, was man die Myſterien der Religion genannt hat; ſie ſind das Spekulative der Religion“ 111, 112 (ſ. Myſte rien) Bei den Phythagoreern tritt die reine ſpekulative Idee des abſo— luten Weſens, das Spekulative als ſpekulativ hervor 269. Sie fehlt aber ihrer praktiſchen Philoſophie 291. Das rein Spekulative iſt „innerhalb des Elements des Bewußtſeins ein Tun des Bewußtſeins gegen ein Anderes, aber ſchon Einheit als Subſtanz 2313
ipefulativ, Spekulatives / Sphinx 17 gegenwärtig, — nicht die Form des Gleichgültigen, ſelbſtändigen Andersſeins, das verknüpft wäre“ 291, 292. „Das Spekulative iſt, daß das Weſen des einzelnen Bewußtſeins der Geiſt des Volkes iſt, das rein allgemeine Geſetz abſolut individuelles Be⸗ wußtſein, — und der Geiſt des Volkes ſein Weſen im Bewußtſein als ſolchem hat; es ſind zwei Heterogene, Andersſeiende, welche als Eins geſetzt werden“ 292 (O Pythagoras) 18 Zur „ſpekulativen Größe“ Platons 226—227 (ſ. Plato) Schwäche des Skeptizismus gegen das Spekulative 579, 582, 583. Die ſpekulative Idee „hat das abſolnt Negative an ihr ſelbſt, den Gegenſatz in ihr ſelbſt: ſie iſt in ſich rund, enthält dies Be⸗ ſtimmte und ſein Entgegengeſetztes an ihr, dieſe Idealität in ihr ſelbſt“ 579. „Das Spekulative kann ſo nicht als Satz ausgedrückt werden“ 580, 576, 579, 581 (O Skeptiker) [8, 197 ©] 19 Das Spekulative iſt: den Gegenſatz vor ſich zu haben und ihn auf: zulöſen 656 (O Schelling) Speufipp 17 255 (O Pythagoras) 18 Speuſipp wurde Nachfolger des Plato in der Akademie 300, 301 (O Ariſtoteles) 518 (O Arkeſilaos) 19 180 (O Albertus Magnus) A Sphärenmuſik 17 282, 283 (ſ. Pythagoras) Sphing 2 Die tönende Sphinx 533, 534 (O unmittelbare Religion) 11 „Man kann die Sphinx als ein Symbol für den ägyptiſchen Geiſt anſehen: der menſchliche Kopf, der aus dem tieriſchen Leibe her⸗ ausblickt, ſtellt den Geiſt vor, wie er anfängt ſich aus dem Natür— lichen zu erheben, ſich dieſem zu entreißen, und ſchon freier um ſich zu blicken, ohne ſich jedoch ganz von den Feſſeln zu befreien“ 265, 282, 283 (O Agypten), 314, 315 (O Griechen) [12, 480] Zur griechiſchen Erzählung, daß die Sphinx in Theben erſchienen ſei 291, 292 (0 Agypten) [12, 481; 15, 472] 2314
12 13 15 10 11 Sphinx / Spiel Die Sphinx „iſt das Symbol gleichſam des Symboliſchen“ 480. Ihr Erſcheinen im griechiſchen Mythos, wo ſie die rätſelhafte Frage ſtellt. Odip fand die Löſung und ſtürzte die Sphinx vom Felſen 481 (O ägyptiſche Kunſtſorm) [11, 291, 292; 15, 472 Wie die Obelisken und Memnonen ſtehen die Sphinge zwiſchen Architektur und Skulptur 282, 281. Man findet ſie in ungeheurer Anzahl und auch von der ſtupendeſten Größe. Eine der berühmte⸗ ſten iſt die, welche in der Nähe der Pyramidengruppe von Kairo ſteht 282, 283. Durch reihenweiſe Aufſtellung bekommen die Sphinxe einen architektoniſchen Charakter 283. Sphinxreihen in den ägyptiſchen Tempelbezirken 284, 285 (O ägyptiſche Architek⸗ tur), auch in unterirdiſchen Tempeln 289. Sie brauchen keine Umſchließung, gehören in die unmittelbare Natur 297. Sie bilden n. a. einen Ausgangspunkt der ſymboliſchen Architektur 298 (O ſymboliſche Architektur) 464. In der Sphing blickt uns ein Menſchenantlitz aus einem Tierleibe an; „die Subjektivität iſt ſich noch nicht ſelbſt klar“ 469. Löſung des Sphinxrätſels durch einen Griechen 472 (O ägyptiſche Religion) [11, 291, 292; 12, 481] Spiel Das Kind lernt mit den ſinnlichen Dingen jpielen. „Das Ver⸗ nünſtigſte aber, was die Kinder mit ihrem Spielzeug machen können, iſt, daß fie dasſelbe zerbrechen“ 101 (O Kind) Die Spiele der Griechen 317, 318. Homer über die Spiele Achills zu Ehren des Patroklus und die Spiele der Griechen überhaupt 318. Anſangs waren ſie nur Privatſache, ſpäter aber wurden ſie eine Nationalangelegenheit. Die olympiſchen, iſthmiſchen, pythi⸗ ſchen und nemeiſchen Spiele 318. „Betrachten wir nun die innere Natur dieſer Spiele, fo ift zuvörderſt das Spiel dem Ernſte, der Abhängigkeit und Not entgegengeſetzt“ 318. Gegen den Ernſt der Arbeit gehalten, iſt das Spiel der höhere Ernſt 318. „Der Menſch zeigt in dieſer Übung der Körperlichkeit ſeine Freiheit, daß er den Körper nämlich zum Organ des Geiſtes umgebildet habe“ 319 (O Griechen) Weſentlich anders waren die römiſchen Spiele. „Die Römer waren dabei weſentlich nur Zuſchauer“ 379, 380. Geſallen an 2315
11 1 — * > Spiel / Spinoza Tier: und Menſchenhetzen 380, und „kalte Negativität des bloßen Mordens“ 380 (O Römer) Das Kultiſche der Spiele der Griechen 141, 142 (O griechiſche Re⸗ ligion), der Römer 178, 179 (O römiſche Religion) Spinoza (Akosmismus, Atheismus, Pantheismus, Spinozismus) 34, 42, 62. „Kein Anfang einer Philoſophie kann ein ſchlechteres Ausſehen haben, als der Anfang mit einer Definition, wie bei Spinoza“ 62 (O Fichte) [8, 439 g: 19, 384, 379, 400] 135, 135 Fußn. (O Fichte) Beiſpiele aus Spinoza dafür, daß in jeder echten Philoſophie das Prinzip des Skeptizismus implieite zu finden iſt 231—233, 253, 254. Schulze zu Spinoza 266 (O Skeptizismus) Kants Auffaſſung der Spinoziſchen Einheit 320, 321 (O Kant) Jacobis Anwendung der Begründung des Abſolutſeins des End— lichen auf das Syſtem Spinozas 336—347, 348, 349, 351, 353, 360, 371 (ſ. Jacobi) Zu Jacobis Ausſpruch, Fichtes Idealismus ſei die Umkehrung des „KRubus« des Spinozismus 400 (O Fichte) Hinweiſe auf Spinozas Werke 340 Fußn., 341 Fußn., 342, 345 Fußn., 348 (O Jacobi), 408 Fußn. (O Fichte) Spinoza hat ſich verführen laſſen, „den äußerlichen Gang der begriffloſen Quantität zum Gange des Begriffes zu machen“ 50 (O Dialektik) [5, 317; 8, 340, 441]. Spinozas Pantheismus 91. „Bei Parmenides wie bei Spinoza ſoll von dem Sein oder der abſoluten Subſtanz nicht fortgegangen werden zu dem Negativen, Endlichen“ 104 (O Werden). Er geht dann aber doch zu den Attri— buten, den Modis, der Ausdehnung, Bewegung uff. weiter 109 (O Jaeobi) Spinozas Satz: omnis determinatio est negatio 127, 128 [8, 218; 17, 310]. Die Konſequenz davon iſt „die Einheit der Spinoziſti— ſchen Subſtanz, oder daß nur Eine Subſtanz iſt“ 127. Denken und Sein „mußte er in dieſer Einheit in Eins ſetzen“ 128. Er begriff ſie daher als Attribute 128. „Ebenſo kann die Subſtantialität der Individuen nicht gegen jenen Satz beſtehen“ 128 (O Oaſein) Kritik an Spinozas Idealismus, inſofern bei ihm die „Subſtanz nur die abſtrakte Negation aller Beſtimmtheit iſt, ohne daß in ihr ſelbſt die Idealität geſetzt wäre“. „Die Unendlichkeit iſt nur die 2316
Spinoza 4 abſolute Affirmation eines Dinges, ſomit nur die unbewegte Einheit“ 188, 189 (O Fürſichſein) Spinoza und Leibniz 189 (O Leibniz), 675 Spinozas „Begriff der reinen Quantität gegen die bloße Vor— ſtellung“ 224, 225 (O Quantität) Spinozas Aufſtellung des „Begriffs der wahren Unendlichkeit gegen den der ſchlechten“ 305—307 (O Mathe⸗ matik). Er definiert „das Unendliche als die abſolute Affirmation der Exiſtenz irgendeiner Natur, das Endliche im Gegenteil als Beſtimmtheit, als Verneinung“ 305, 306. Spinozas mathemati⸗ ſches Beiſpiel für das wahre Unendliche 306, 307. Er „verwirft jene Vorſtellung vom Unendlichen, nach welcher es als Menge oder als Reihe vorgeſtellt wird, die nicht vollendet iſt“ 306, 307. Das Unendliche einer Reihe nennt Spinoza „das Unendliche der Imagination; das Unendliche hingegen als Beziehung auf ſich ſelbſt, das Unendliche des Denkens oder inkinitum actu“ 307. über das mathematiſche Unendliche „bei den Funktionen ver: änderlicher Größen“ 307 (ſ. Mathematik) Der Modus iſt bei Spinoza nach Subſtanz und Attribut das Dritte. „Er erklärt ihn für die Affektionen der Subſtanz“ 406, 407 (O Maß) In der ſpinoziſtiſchen Subſtanz iſt die abſolute Indifferenz die Grundbeſtimmung. „Alle Beſtimmungen des Seins, wie über— haupt jede weitere konkrete Unterſcheidung von Denken und Ausdehnung uff. werden als verſchwunden geſetzt“ 475, 476 (O Maß) Der Begriff der Spinoziſtiſchen Subſtanz 672—675 (O Abſolutes), 104, 109, 127, 128, 188, 189, 475, 476, 676 [5, 9]. Der Reflexion, die ein äußerliches Denken bleibt, fteht in Spino— zas Syſtem, die Subſtanz als eine untrennbare Totalität gegenüber 672, 674. Spinoza bleibt bei der Negation als Beſtimmt— heit ſtehen 672. „Seine Subſtanz enthält nicht ſelbſt die abſolute Form.“ Das Prinzip der Perſönlichkeit fehlt ganz 672. Das Er⸗ kennen bleibt äußerliche Reflexion 672, 673. Kritik an der causa sui der Subſtanz 673 Spinozas Definition des Attributs 673. Die Attribute Denken und Ausdehnung ſind weſentlich empiriſch aufgenummen 674, 673, nur „als verſchwindend, nicht als werdend“ 674 2317
4 Spinoza Der Modus iſt „Affektion der Subſtanz, die beſtimmte Beſtimmt⸗ heit, was in einem Andern iſt, und durch dies Andere gefaßt wird“ 674, 406, 407. Das Abſolute, das Attribut und der Modus werden bei Spinoza „nacheinander ohne innere Folge der Entwickelung aufgezählt“ 675 [8, 340 g] Parallele mit der orientaliſchen Vorſtellung der Emanation des Abſoluten 675. „Der Mangel der Reflexion in ſich, den die ſpino⸗ ziſtiſche Auslegung des Abſoluten wie die Emanationslehre an ihr hat, iſt in dem Begriffe der Leibniziſchen Monade ergänzt“ 675, 189 5 Die Philoſophie, welche ſich auf den Standpunkt der Subſtanz = 0 «ı ſtellt und darauf ſtehen bleibt, ift das Syſtem des Spinoza 9, 10 [4, 672675]. Das Subſtantialitäts-Verhältnis ift ein „notwendiger Standpunkt, auf welchen das Abſolute ſich ſtellt“. „Aber es iſt nicht der höchſte Standpunkt“ 10. Die Widerlegung darf nicht von außen kommen 10, 11. Spinozas Standpunkt muß als weſent⸗ lich und notwendig anerkannt werden; es muß aber auch erkannt werden, daß „das Subſtantialitäts-Verhältnis, ganz nur an und für ſich ſelbſt betrachtet, ſich zu ſeinem Gegenteil, dem Begriffe, überführt“ 11 (O Begriff) 317 (O Lehrſatz) 117 [P. St. 8, 401]. „Die große Anſchauung der ſpinoziſtiſchen Subſtanz iſt an ſich die Befreiung von endlichem Fürſichſein“ 95 (O Wechſelwirkung) [P. St. 8, 351] Jacobis Briefe über die Lehre des Spinoza 314, 342. Sein Stu⸗ dium des Spinoza 314, 316, 317. Sein Hinausgehen über Spi⸗ noza 317, 318. Sein Stehenbleiben bei Spinoza 322 (ſ. Jacobi). Seine Vorſtellung von der causa sui 342. Sie enthält „das ur⸗ ſächliche Verhältnis zugleich in ſeinem Gegenſtoße gegen ſich ſelbſt, und das Aufheben der Endlichkeit desſelben“ 343. Jacobis Würdi⸗ gung des Spinoza 345 (O Jacobi) causa sui 121 (O Eigentum) Zum Unterſchied von Gut und Böſe im Spinozismus 13 ©, 14 0, 15 0 (O Syſtem). „Leſſing fagte zu feiner Zeit, die Leute gehen mit Spinoza wie mit einem toten Hunde um“ 15 (O Syſtem) Wirft man dem Spinoza Pantheismus und Atheismus vor, ſagt man, daß er Gott mit der Natur vermiſche und die Welt zu Gott 2318
Spinoza 8 mache, „ſo wird dabei vorausgeſetzt, daß die endliche Welt wahr⸗ hafte Wirklichkeit, affirmative Realität beſitze“ 147 HZ. Im fpinoziſtiſchen Syſtem aber „wird vielmehr die Welt nur als ein Phä— nomen, dem nicht wirkliche Realität zukomme, beſtimmt“ 148. Dieſes Syſtem iſt vielmehr Akosmismus 148 8 (O Kritizismus) Jacobi ſagt von dem Gotte des Spinoza, „daß er das Prinzipium des Seins in allem Daſein ſei“ 204 8 (O Sein) 2188 (O Daſein). Spinozas infinitum imaginationis 247 g (O Sein) 4, 307; 19, 382] Zum Vorwurf des Atheismus und des Pantheismus 338—341 (O Subſtantialität), 147 [4, 91]. „Die Subſtanz iſt eine weſentliche Stufe im Entwickelungsprozeß der Idee.“ Gott iſt „die abſolute Sache, aber auch zugleich die abſolute Perſon und dies iſt der Punkt, zu welchem Spinoza nicht gelangt iſt“ 339 H. Der orien— taliſchen Anſchauung der ſubſtantiellen Einheit fehlt noch „das abendländiſche Prinzip der Individualität“, das zuerſt in der Leibnizſchen Monadologie hervorgetreten iſt 339 3. Der Bor: wurf des Atheismus reduziert ſich darauf, daß in Spinozas Philoſophie „das Prinzip der Differenz oder der Endlichkeit nicht zu feinem Rechte gelangt“ 340 H. Seine Philoſophie iſt eher als Akosmismus zu bezeichnen, und inſofern auch pantheiſtiſch 340 f. Dem Mangel hinſichtlich des Inhalts entſpricht einer der Form 340 g. Die mathematiſche Methode 3409, 3419. Die Subſtanz iſt nur „die allgemeine negative Macht“ 3418 Spinozas „amor intellectualis Dei“ 349 0 (0 Wechſelwirkung) 351 [P. St. 6, 95 f. o.), 401 [P. St. 6, 117], 402 © Spinozas Beginn mit Definitionen. Er ſagt z. B.: die Subſtanz iſt die causa sui 439 9 (O Definition). Spinozas geometriſche Methode 441 (O Lehrſatz) 9 Spinoza nennt das Leben den adäquaten Begriff 451 (O Orga⸗ nik) 630 [P. St. 6, 211] (O Tier) 10 Spinoza faßt Gott als die Beziehung zwiſchen Leib und Seele 54 [P. St. 6, 233]. „Der Mangel der ſpinoziſtiſchen Philoſophie be⸗ ſteht eben darin, daß in derſelben die Subſtanz nicht zu ihrer immanenten Entwicklung fortſchreitet, — das Mannigfaltige nur auf äußerliche Weiſe zur Subſtanz hinzukommt“ 559. Einheit 2319
10 1 — Spinoza des Denkens und des Seins, des Geiſtes und der Materie wird vorausgeſetzt 59 8 (O Seele), 54 „Ordo rerum atque idearum idem est, ſagt Spinoza“ 2120 (O Krankheit) Im Spinozismus „tritt der Geiſt in dem Urteile, wodurch er ſich als Ich, als freie Subjektivität gegen die Beſtimmtheit konſtituiert, aus der Subſtanz“ heraus 2609 (O Bewußtſein) Zum Vorwurf der Theologie, der Spinozismus ſei Atheismus, bzw. Pantheismus 461 Z. Die Beſchuldigung des Atheismus ſetzt doch wenigſtens eine beſtimmte Vorſtellung von einem inhalts— vollen Gott voraus. Die Beſchuldigung des Pantheismus gehört „in die neue Frömmigkeit und neue Theologie, welcher die Philo— ſophie zu viel Gott hat“ 461 8, 469 & (O Philoſophie) 104 (O Weltgeſchichte). „Spinoza ſieht das Geſetzbuch Moſis jo an, als habe es Gott den Juden zur Strafe, zur Zuchtrute gegeben“ 262 (O Juden) 5 „Der Spinozismus ſelbſt als ſolcher und auch der orientaliſche Pautheismus enthält, daß in Allem das Göttliche nur ſei das Allgemeine eines Inhalt, das Weſen der Dinge, ſo, daß dieſes aber auch vorgeſtellt wird als das beſtimmte Weſen der Dinge“ 110, 106. Der Vorwurf des Atheismus iſt unberechtigt; „die Welt, dies Alles iſt gar nicht im Spinozismus“ 11. Der Vorwurf, „es ſei kein Unterſchied zwiſchen Gutem und Böſem“ iſt ebenfalls unberechtigt 111, 112 [8, 138, 148, 15 gl. „Beim Unterſchied Gottes von der Welt, insbeſondere vom Menſchen, da tritt der Unterſchied von Gutem und Böſem ein. Im Spinozismus iſt in Rückſicht auf dieſen Unterſchied von Gott und Menſch Grund— beſtimmung, daß der Menſch Gott allein zu ſeinem Ziel haben muß“ 112 (O Gott) 122 (O religiöfes Verhältnis). Der Mangel an der orientaliſchen Subſtanz wie an der ſpinoziſtiſchen liegt in den „Kategorien des Entſtehens und Vergeheus“ 339, 340. Sie ift nicht ſehr pantheiſtiſch, „denn die einzelnen Dinge bleiben bei ihm fo wenig noch ein Affirmatives, als das Dafein bei Parmenides“ 340. „Philoſophie der Subſtantialität, nicht des Pantheismus iſt die ſpino— ziſtiſche geweſen“ 408. „Dieſe abſtrakte Subſtanz, . . . dieſe ge— dachte Subſtanz, die nur für das Denken iſt, kann nicht Inhalt einer Volksreligion ſein“ 408 (O Buddhaismus) 2320
16 17 18 19 Spinoza Spinozas Faſſung Gottes als „das Erſte, die abſolute Einheit des Denkens und des Seins“ 217, 218 (O Gottesbeweiſe), 149 (O griechiſche Religion) 477. Betrachtung des ſpinoziſtiſchen Syſtems als Syſtem der Subſtantialität 510 (O Gottesbeweiſe). Das vorhandene Daſein wird als ein Nichtiges und die Wahrheit desſelben als das abſolute Eine erkannt. „Es geht alles nur in dieſe Einheit als in die ewige Nacht“ 510, 511, 515, 545. Die causa sui 511, die Defini⸗ tionen 516, 517, ſeine Ethik 516, 517. „Allein die Prinzipien der philoſophiſchen Betrachtung, der Inhalt, die Ausgangspunkte haben keinen Zuſammenhang mit der Subſtanz ſelbſt“ 517 (O Got⸗ tesbeweiſe) „Spinoza beſtimmt den Begriff Gottes ſo, daß er dasjenige iſt, was nicht ohne Sein konzipiert werden kann“ 548, 549 (O Gottes: beweiſe) [8, 401; 19, 166] Spinozas Ethik 90, 92 (O Wiſſenſchaft); die ſpinoziſtiſche Sub⸗ ſtanz 105 (O Philoſophie); fein Satz: omnis determinatio est negatio 310 (O Parmenides) [4, 127, 128; 8, 218; 19, 374, 376, 391] 321 (O Zeno), 368 (O Heraklit) Spinozas Begriffe der natura naturans und natura naturata 438 (O Stoiker). Spinoza ſetzt Definitionen voraus: „Infinitum, Subſtanz, Attribut wird vorausgeſetzt; und dann folgt konſequent das Übrige daraus“ 570 (O Sextus Empiricus) 576 (O Sextus Empiricus) 127 (O arabiſche Philoſophie), 166 (O Anſelmus), Ahnlichkeit des Myſtizismus mit dem Spinozismus 195 Jacobi zeigt eine Beziehung zwiſchen Bruno und Spinoza auf 224, 227, 228, 231, 237 (f. Bruno) 277 (O Philoſoph), 330 (ſ. neuere Philoſophie). Descartes und Spinoza im Hinblick auf die Realität von Vorſtellungen 348, im Hinblick auf die Definition von Subſtanz 357, im Hinblick auf das Verhältnis vom Reich des Denkens zum Reich der Natur 359, 367, im Hinblick auf die Ethik 364 (ſ. Descartes) Zitate aus Spinozas Werken 335 Fußn., 346 Fußn., 348, 348 Fußn., 349, 349 Fußn. (O Descartes) „Spinoza“ 274, 330, 368—411 (O neuere Philoſophie). Ver⸗ hältnis Spinozas zu Descartes 368. „Den Dualismus, der im Glockner, Hegel Lexikon 146 2321
i oo Spinoza carteſiſchen Syſtem vorhanden iſt, hob Benedikt Spinoza vollends auf, — als ein Jude“, als „Nachklang des Morgenlandes“ 368 Seine Lebensumſtände 368—370. Herkunft, Geburt, Ver⸗ hältnis zu den Rabbinern 368, 369, 371. Studium des Descartes und Darſtellung von deſſen Syſtem, »erwieſen nach geometriſcher Methode« 369. Sein ſpäterer „tractatus theologico-politicus“ 369, 371. Sein ſpäteres ruhiges, einfaches Leben 369, 370. Simon von Vries 369, Karl Ludwig von der Pfalz 369, 370. Spin ozas Tod 370 Erſcheinen ſeiner Ethik erſt nach dem Tod, herausgegeben von ſeinem Freund Ludwig Meyer 370. Die fünf Teile der Ethik 370, 371. „Kirchenrat Profeſſor Paulus gab ſeine Werke in Jena her— aus; ich habe auch Anteil an dieſer Ausgabe durch Vergleichung von franzöſiſchen Überſetzungen“ 371. Stellung der proteſtanti— ſchen Theologen zu Spinoza 371. Colerus' Lebensbeſchreibung des Spinoza 371 Sein Syſtem 371—372. „Spinozas Philoſophie iſt die Objek⸗ tivierung der carteſianiſchen, in der Form der abſoluten Wahr— heit“ 372, 411. Die Selbſtändigkeit der beiden Extreme: Denken und Sein hebt ſich im Spinozismus auf; ſie werden zu Momenten des Einen abſoluten Weſens 372. Das Sein wird als die Einheit von Gegenſätzen gefaßt. „Die Vermittelung, die Auflöſung des Gegenſatzes iſt die Hauptſache“ 372 Beurteilung der ſpinoziſtiſchen Philoſophie: a) Der Vorwurf des Atheismus 372-374, 389, 408, 409, 414, 513 [8, 147 0, 148 8, 338 0, 339 @, 340 g; 15, 106, 111]. Man ſagt: „er mache die Natur zum wirklichen Gott oder Gott zur Na— tur, ſo daß Gott verſchwinde, und nur Natur geſetzt werde“ 373. Über die drei Verhältniſſe zwiſchen Gott und dem Endlichen 373: 1. Atheismus. 2. „Es iſt nur Gott, das Endliche iſt wahrhaft nicht, nur Phänomen, Schein.“ 3. „Gott iſt, und wir ſind auch; das iſt ſchlechte, ſynthetiſche Vereinigung, das iſt Vergleich der Billigkeit“ 373. Über ſolchen Dualismus iſt Spinoza erhaben. Nach ihm it: „Holt nur die Eine Subſtanz; die Natur, die Welt iſt . . . nur Affektion, Modus der Subſtanz, nicht Subftantielles. Der Spino⸗ zismus iſt alſo Akosmismus“ 373 [8, 148 C, 340 O; 10, 469 @], 390, 404, 408 5) Die demonſtrative Methode 374-375, 378—392 (f. u.) 1, 62; 4, 50; 5, 317; 8, 340, 341, 439; 18, 570]. „Sie gehört der 2322
Spinoza 19 Weiſe des verſtändigen Erkennens an. Es iſt die geometriſche Me⸗ thode“ 374. Jacobi nimmt den Spinozismus als Atheismus 374. Spinozas großer Satz: Alle Beſtimmung iſt eine Negation 374 4, 127, 128; 8, 218; 17, 310], 376, 391. Spinoza drückt nur „Eine Seite der Negation aus“. Er ſieht nicht, daß die Negation nach der anderen Seite „die Negation der Negation und dadurch Affir⸗ mation iſt“ 375 ) Der Mangel von Subjektivität, Individualität, Perſönlichkeit 375, 381, 395 (ſ. u.). Stellung zu Leibniz 375, 377, 378, 410, 411, 418, 449, 450, 454, 455, 467, 471 [4, 189 —191; 8, 339 O Leibniz]. Spinozas „abſolute Subſtanz iſt nichts End⸗ liches, natürliche Welt“ 375. „Nur das Nichtbeſonderte, das Algemeine iſt wahrhaft wirklich“; es iſt die einfache Einheit des Denkens, die abſolute Subſtanz 376 Vergleich mit dem eder Eleaten 376. Der Standpunkt des Spi⸗ nozismus iſt „der weſentliche Anfang alles Philoſophierens“ 376, 378. „Wenn man anfängt zu philoſophieren, ſo muß man zuerſt Spinoziſt ſein“ 376. „Die ſpinoziſtiſche Subſtanz iſt die allge⸗ meine, und ſo die abſtrakte Beſtimmung.“ „Wird nun bei dieſer Subſtanz ſtehengeblieben, ſo kommt es zu keiner Entwickelung, zu keiner Geiſtigkeit, Tätigkeit“ 377. Spinozas Philoſophie iſt „nur ſtarre Subſtanz, noch nicht Geiſt“ 377, 378, 382. Das Be: ſondere iſt „nur Modifikation der abſoluten Subſtanz“ 377 Ein weiterer Mangel, ein Grundmangel iſt Spinozas geometriſche Methode 378 —392, 374—375 (f. o.). Sie iſt für ſpekulativen In⸗ halt unbrauchbar 378, 400. „Die weſentlichen Momente des Sy⸗ ſtems ſind in dem Vorausgeſchickten der Deſinitionen ſchon vollen⸗ det enthalten, auf die alle ferneren Beweiſe nur zurückzuführen ſind“ 378, 384, 439 1. „Spinoza fängt mit Definitionen an“ 379— 384 a) „Die erſte Definition Spinozas iſt die Urſache ſeiner ſelbſt“ 379 [4, 673; 6, 342, 343; 7, 121; 8, 439 C; 16, 511]. Definition der causa sui 379. Dieſe causa sui ift „ein ganz ſpekulativer Be⸗ griff“, „ein Grundbegriff in allem Spekulativen“ 379, 383 b) „Die zweite Definition ift die des Endlichen“ 379—380. Defi: nition dieſes Endlichen 379. Begrenzen kann nur Gleichartiges 379. Descartes 380, 388, 394, 396 c) „Die dritte Definition iſt die der Subſtanz“ 380 d) Die vierte Definition iſt die der Attribute 380, 387, 389. Defi⸗ 2323
19 Spinoza nition des Attributs 380, 381, 385, 392. Die zwei Attribute ſind Denken und Ausdehnung 380, 650, res extensa und res cogitans 386, 387. Nicht geſagt wird, „wo die Subſtanz zum Attribut über⸗ geht“ 381, 387, 389, 309 e) Die fünfte Definition gilt dem Modus 381, 391, 394, 398 [4; 406, 407, 674, 675]. Definition des Modus 381 f) Die ſechſte Definition betrifft das Unendliche 382—383 [4, 188, 189, 305]. Infinitum imaginationis und infinitum intelleetus, infinitum actu 382 [4, 307; 8, 247]. Zur ſchlechten Unendlichkeit im Gegenſatz zur philoſophiſchen Unendlichkeit 382. Spinozas geometriſche Beiſpiele für die Unendlichkeit 383 g) Die ſiebente Definition iſt die von Gott 383. „Gott iſt das ab⸗ ſolut unendliche Weſen oder die Subſtanz, die aus unendlichen Attributen beſteht, deren jedes eine ewige und unendliche Weſen— heit (essentiam) ausdrückt« 383. Zum Mangel eines Anfangs mit Definitionen 384, 379, 400 [1, 62; 8, 439] 2. Spinozas weiterer Fortgang erfolgt in Sätzen, die erweiſen, „daß nur Eine Subſtanz, Gott iſt“ 384—402 a) Zur fünften Propoſition: „Es kann nicht zwei oder mehrere Subſtanzen derſelben Natur oder desſelben Attributs geben“ 384, 385 p) Zur achten Propoſition: „Jede (omnis) Subſtanz iſt notwendig unendlich“ 385 c) Zur Unteilbarkeit der Subſtanz 386 d) Zur vierzehnten Propoſition: „Außer Gott kann es keine Sub— ſtanz geben, noch gedacht werden“ 386. Zur 15. und 16. Propo— ſition 386. Die Hauptſache iſt, daß Spinoza ſagt, „Gott, die Subſtanz, beſtehe aus unendlichen Attributen“, iſt res cogitans und res extensa 387. „Wie dieſe zwei aus der Einen Subſtanz hervorgehen, zeigt aber Spinoza nicht auf: beweiſt auch nicht, warum es nur zwei ſein können“ 387, 381, 398, 399 Spinoza über das „Verhältnis von Denken und Sein“ 388—389, 372, 376, 380, 386, 387 (ſ. Denken), 419. Von Gott ſagt er Frei⸗ heit und Notwendigkeit aus 390. „Actu und potentia, Denken und Sein, iſt Eins“ 390, 391 e) „bergang des Spinoza zu den einzelnen Dingen, beſonders zum Selbſtbewußtſein, Freiheit des Ich“ 391—402, 398. „Aller Unterſchied der Dinge fällt allein in die Modos“ 391. Die Modi: Ruhe und Bewegung in der Ausdehnung, Verſtand und Wille 2324
19 Spinoza im Denken 391, 395. Die natura naturata im Gegenfatz zur natura naturans 392. Spinozas Nominaldefinitionen der Moden, des Verſtandes, Willens, der Affekte 392. Seine Betrachtung des Bewußtſeins, der Eſſenz des Menfchen 392, 393. Bayle hierzu 393 Die Beziehung von Denken und Ausdehnung im menſchlichen Be: wußtfein 393, 394, 419. „Das Verwirrende, Spinozas Syſtem aufzufaſſen, iſt a) die abſolute Identität des Denkens und Seins 393, 394, ß) ihre abſolute Gleichgültigkeit gegeneinander“ 394, 380, 388, 467 Spinozas Beſtimmung des Individuums. Sein Zuſtandekommen 394, 395. „Hier find wir an der Grenze des ſpinoziſtifchen ©yſtems; hier erſcheint uns ſein Mangel. Die Individuation, das Eins iſt eine bloße Zuſammenſetzung, ... nur Allgemeinheit, Denken, nicht Selbſtbewußtſein“ 395, 396, 407. Der Verſtand iſt ein Modus 395, auch das menſchliche Bewußtſein iſt ein Modus; und „Körper wird vom Körper, Vorſtellung von Vorſtellung be— ſtimmt“ 396, 380, 388, 394 Referat der beſchränkten Vorſtellungen, die Buhle dem Spinoza unterlegt 396, 397 „Spinoza ſteigt von dem Allgemeinen der Subſtanz herunter durch das Beſondere, Denken und Ausdehnung, zum Einzelnen (modificatio)” 398. Das Moment des Selbſtbewußtſeins im We⸗ ſen wird vertilgt 398, 395, 407. Die Attribute gehen nicht aus der Subſtanz, die Modi nicht aus den Attributen hervor 398, 381, 387, 399 „Spinoza hat in dem Unendlichen näher den Begriff des Be— griffes bezeichnet, als ſonſt wo“ 399, 382. „Sein Begriff iſt fein Sein, und ſein Sein ſein Begriff.“ Aber Spinoza „hat dieſen Be⸗ griff nicht erkannt als abfoluten Begriff, nicht fo als Moment des Wefens ſelbſt ausgeſprochen“ 399 Unzulänglichkeit von Spinozas demonſtrativer, geometriſcher Methode 400, 374, 378. Charakteriſtik ſolchen mathematifchen Erken⸗ nens 400, 401, eines ſolchen Anfangs mit Definitionen, Axio⸗ men 400, 384, 379. „Es ſieht aus, als ob der Satz die Hauptfache, die Wahrheit wäre. Wir müſſen fragen, ob dieſer Satz wahr iſt; im Beweiſen wird nur der Grund anderswo geſucht“ 401. Das Beweifen iſt in der Philoſophie überhaupt unbrauchbar. Es wird wohl bewieſen, „man muß überzeugt ſein, aber man begreift die Sache nicht“ 402. „Das Moment des Selbſtbewußtſeins fehlt“ 402 2325
Spinoza 3. Spinozas Ethik 402—410. Seine moraliſche Forderung iſt „eine klare Idee von Gott zu haben“ 403, 402. Seine An⸗ ſchauung von den Affekten, vom appetitus, der Freude und Traurigkeit 403, 404, von Glückſeligkeit und Freiheit 403. Spino⸗ zas Akosmismus 404, 373, 390 Es gibt dreierlei Erkenntnisweiſen: Meinung und Imagination aus Einzelnem durch die Sinne, dann „allgemeine Begriffe und adäquate Ideen der Eigenſchaften der Dinge“. Die scientia intuitiva endlich „kommt von der adäquaten Idee des formalen Weſens einiger Attribute Gottes zur adäquaten Erkenntnis des Weſens der Dinge“ 404. Aus letzterer Erkenntnis entſpringt die „Ruhe des Geiſtes“ und die „intellektuelle Liebe Gottes“ 405 Über das Böſe, das „nur Negation, Prination, Beſchränkung, Endlichkeit, Modus, — nichts an ſich wahrhaft Reales“ iſt 406. Neros Muttermord 406. Privation aber „findet ganz allein nur in Rückſicht (respectu) auf unſeren Verſtand, nicht aber in Rüdſicht Gottes ſtatt“ 407 Kritik an Spinozas allgemeiner Subſtanz, gegen die ſich „die Vorſtellung der Freiheit des Subjekts“ empört 407, 398, 409. „Dieſer Einen ſtarren Subſtantialität“ fehlt das Moment der Ne: gation 407. „Es fehlt die unendliche Form, die Geiſtigkeit, Frei⸗ heit“ 408 Zum Vorwurf: der Spinozismus ſei Atheismus 408, 409; zur Nichtigkeit des Vorwurfs, „daß Spinozas Philoſophie die Moral töte“ 409 Die Negation und die Privation ſind von der Subſtanz verſchie— den 409, 410. Das Negative iſt als Nichts vorhanden und als verſchwindendes Moment 410. Es wird nur „als einzelnes Selbſt— bewußtſein aufgefaßt“, kommt „nie zur abſoluten Selbſtheit“ 410 „Dieſer Mangel iſt zu erſetzen, er iſt das Moment des Selbſt⸗ bewußtſeins“: q) als Bewußtſein, für welches etwas Anderes iſt — Wirklichkeit; 6) als Fürſichſein mit ſeinen zwei Seiten 410. Jenes fällt Locke, dieſes Leibniz zu 410, 411. Leibniz ſtellt Spinoza die unendliche Vielheit der Individuen gegenüber 410, 411, 375, 377, 378 (O neuere Philoſophie), 410, 411 Spinoza und Deseartes 411, 372 Malebranche und Spinoza 411, 413, 414, 415, 417. Malebranches Philoſophie iſt „Spinozismus in anderer, frommer, theologiſcher Form“ 411 (O Malebranche), 418, 419 (O Locke) 2326
Spinoza / Spondeus 19 Locke und Spinoza 410 (O Spinoza), 417, 418, 434. „Gegen die ſtarre Einheit der ſpinoziſtiſchen Subſtanz hält das Bewußtſein an den Unterſchieden feſt“ 418, 419, 420 (O Locke) Leibniz und Spinoza 375, 377, 378, 410, 411, 418, 449, 450, 454, 455, 457, 467 (O Leibniz) Wolff und Spinoza 479, 480 (O Wolff) 481, 482 (O Popularphiloſophie), 484 (O neuere Philoſophie), 509, 513, 524 (O franzöſiſche Philoſophie), 532 Jacobi und Spinoza 531, 532, 536, 537, 374, 375 (ſ. Jacobi) Spinoza und der ontologiſche Gottesbeweis 583 (O Kant) 620 (O Fichte), 650 (O Schelling). Schelling braucht oft die Form Spinozas, ſtellt Axiome auf 662, 665, rief die ſpinoziſtiſche Sub— ſtanz wieder hervor 665 (O Schelling) Rückblick auf Spinoza 687, 688 (O neueſte, deutſche Philoſophie) Verweiſe und Zitate aus Spinozas Werken 379, 379 Fußn., 380, 380 Fußn., 381, 381 Fußn., 382, 382 Fußn., 383, 383 Fußn., 385, 385 Fußn., 386, 386 Fußn., 387, 387 Fußn., 390, 390 Fußn., 391, 391 Fußn., 393, 393 Fußn., 394, 394 Fußn., 395, 395 Fußn. 396, 396 Fußn., 399, 399 Fußn., 404, 404 Fußn., 405, 405 Fußn., 406, 406 Fußn., 407, 407 Fußn. (O Spinoza) 20 189 (0 Solger). Hamanns Stellungnahme zu Jacobis Wertſchäzung des Spinoza 269, 233 (O Hamann) 328, 330, 330—337 (O Hegel) Spittler, Ludwig Timotheus, Freiherr von 6 466—467 Fußn. (O Württemberg) Spix, Johann Baptiſt von 9 Über die „Sänger der Amerikaniſchen Wälder“ 252 Fußn. (O Wärme); über magnetiſche Polarität 280 9 (O Magnetismus). über Topafe 477—478 9 (O Geologie), über das Harz des Bau— mes Hymenaea Courbaril L 539 @ (O Pflanze) „Spix und Martius’ Reifen“ 252 8 Fußn., 280 Fußn., 478 © Fußn., 539 Spondeus 14 294, 295 (O Verſifikation) 2327
IX Sprache Sprache (deutſche Sprache, Grammatik, lateiniſche Sprache) Die Sprache des ſich entfremdeten Geiſtes, der Bildung: „In der Welt der Sittlichkeit, Heſetz und Befehl, — in der Welt der Wirk— lichkeit, erſt Rat“ 390, 388, tritt im Dafein des reinen Selbſt, als Selbſt, „die für ſich ſeiende Einzelnheit des Selbſtbewußtſeins als ſolche in die Exiſtenz, ſo daß ſie für andre iſt“ 390, 392. „Wie das Selbſtbewußtſein gegen die Staatsmacht ſeine Sprache hatte, . ꝗ . ſo hat es auch Sprache gegen den Reichtum, noch mehr aber hat ſeine Empörung ihre Sprache“ 399. Größe des „allgemeinen Sprechens und zerreißenden Urteilens“ 401. Die „geiſtreiche Sprache“ des ſich entfremdeten Geiſtes 405 (f. Bildung) Die Sprache als das Dafein des ſich feiner ſelbſt gewiſſen Geiſtes 499, 500, 505 (f. Gewiſſen). Rückblick auf die Sprache des ſitt— lichen Geiſtes und auf die des moraliſchen Bewußtſeins 499. Die „Sprache des Gewiſſens“ 500 (f. Gewiſſen). Die Sprache der Ge— meinde 503, 502 (O Gewiſſen) Die Sprache in der Tierreligion iſt die tönende Sphinx 533, 534 (O unmittelbare Religion). Die Sprache in der Kunſtreligion iſt „reines Denken oder die Andacht, deren Innerlichkeit in der Hymne zugleich Daſein hat“ 542. Davon unterſcheidet ſich als eine erſte Sprache das Orakel 542, 552 (ſ. Kunſtreligion) Die Sprache des geiſtigen Kunſtwerks 552, 553 (O Kunſtreligion), 553—558 (f. Epopöe), 558 —566 (ſ. Kunſtreligion), 566—569 (f. griechiſche Komödie) 573 (O offenbare Religion) „Das ausgedehnteſte Werk der Einbildungskraft iſt die Sprache“ 35 (O Propädeutik) „Die Sprache“ 210—211 (O Gedächtnis) 8 158 „Das höchſte Werk des produktiven Gedächtniſſes iſt die Sprache, welche teils Ton-, teils Schriftſprache iſt“ 210 8 159 „Die konkrete Vorſtellung wird überhaupt durch das Wortzeichen zu etwas Bildloſem gemacht, das ſich mit dem Zeichen identifiziert“ 210, 211. „Die Sprache iſt die höchſte Macht unter den Menſchen“ 211 § 160 Das Tonzeichen ahmt nach, oder iſt willkürlich, oder ſym— boliſiert 211 8161 „Die Schriftſprache iſt hieroglyphiſch oder alphabetiſch“ 211 2328
Sprache 4 „Die Denkformen find zunächſt in der Sprache des Menſchen her: ausgeſetzt und niedergelegt“ 21. „Es iſt der Vorteil einer Sprache, wenn ſie einen Reichtum an logiſchen Ausdrücken, nämlich eigen— tümlichen und abgeſonderten, für die Denkbeſtimmungen ſelbſt beſitzt“ 21. Sehr wichtig iſt es, „daß in einer Sprache die Denk— beſtimmungen zu Subſtantiven und Verben herausgeſtellt und ſo zur gegenſtändlichen Form geſtempelt find“ 21, 31 (O Logit). Borzüge der deutſchen Sprache 21, 22 (f. deutſche Sprache) „Die Philoſophie hat das Recht aus der Sprache des gemeinen Lebens, welche für die Welt der Vorſtellungen gemacht iſt, ſolche Ausdrücke zu wählen, welche den Beſtimmungen des Begriffs nahe zu kommen ſcheinen“ 177 (O Objektivität) Die Sprache als Medium im Geiſtigen 203 (0 Chemismus) 8 „Indem die Sprache das Werk des Gedankens iſt, ſo kann in ihr nichts gefagt werden, was nicht allgemein iſt“ 74 8, 75 2. „Und das Unſagbare, Gefühl, Empfindung, iſt nicht das Vortrefflichſte, Wahrſte, ſondern das Unbedeutendſte, Unwahrſte“ 75 (O Den⸗ ken). In der Sprache ſind Denkbeſtimmungen niedergelegt, „und ſo hat der Unterricht in der Grammatik, welcher den Kindern er: teilt wird, das Nützliche, daß man ſie unbewußt auf Unterſchiede des Denkens aufmerkſam macht“ 88 8 (O Logik) [10, 351] Die großen Leiftungen der neueren Zeit auf dem Gebiet der vergleichenden Sprachforſchung 2738 (0 Unterſchied). Obſchon die Sprache „gleichſam der Leib des Denkens iſt“, ſo ſpielt doch auch der Zufall ſeine entſchiedene Rolle 328 0 (O Zufälligteit) 10 Die Sprache als vollkommener Ausdruck des Geiſtes 246 , 250 0, 252 @ (O Gebärde) Die Sprache als Hauptleiſtung der Einbildungskraft 346—352 (O Einbildungskraft). Sie „gibt den Empfindungen, Anſchau— ungen, Vorſtellungen ein zweites, höheres, als ihr unmittelbares Daſein, überhaupt eine Exiſtenz, die im Reiche des Vorſtellens gilt“ 346 [P. St. 6, 270]. Das elementariſche Material der Sprache und die Form der Sprache 346 g, 347 8. Der Reichtum der ge⸗ bildeten Sprache“ 346 9. „Das Formelle der Sprache iſt das Werk des Verſtandes, der ſeine Kategorien in ſie einbildet; dieſer lo⸗ giſche Inſtinkt bringt das Grammatiſche derſelben hervor“ 347 © 4, 21, 22; 8, 88, 328]. Die Grammatik urſprünglich gebliebener Sprachen ſcheint ausgebildeter zu ſein als die der gebildetſten St 2329
10 1 — 12 1 1 18 — 2 80 Sprache / Sprichwort Völker 347 O [11, 100]. Die Schriftſprache 347 g, die Hierogly⸗ phenſchrift 347 O, 348 g, 349 g, 350 , 351 (ſ. Hieroglyphen), die Buchſtabenſchrift 347 g, 348 g, 349 8, 350 g, 351 , 3528 (ſ. Buchſtabenſchrift). Leibnizens Wunſch nach einer vollſtändigen Schriftſprache, auf hieroglyphiſche Weiſe gebildet 348 B. Kritik hieran 348 2, 349 © „Die ausgedehnte konſequente Grammatik iſt das Werk des Den⸗ kens, das ſeine Kategorien darin bemerklich macht. Es iſt ferner ein Faktum, daß mit fortſchreitender Ziviliſation der Geſellſchaft und des Staats dieſe ſyſtematiſche Ausſührung des Verſtandes fi) abſchleift“ 100 [10, 347] (O Weltgeſchichte) 100 (O Weltgeſchichte), 158 (O Orient) Die chineſiſche Sprache 186—187 (O China) Die indiſche Sprache und ihre Grammatik 216, 217 (O Indien) In Syrien empfing die Schriftſprache ihre erſte Ausbildung 255 (O Syrien) Der reine Klang einer Sprache, z. B. des Italieniſchen 339, 340. Verwiſchung der Beſtimmtheit der Sprachlaute in der Bolfsſprache, z. B. im Süddeutſchen, Schwäbiſchen, Schweizeriſchen 340 In den Sprachen find die Töne Zeichen von einer Vorſtellimg, Empfindung 408, 409, 411 (O Symbol) Die Sprache und die Metapher 535 (O Metapher) 272 (O ſymboliſche Architektur) Die poetiſche Sprache 282—288 (f. Poeſie) „Die Sprache drückt weſentlich nur Allgemeines überhaupt aus“ 143, 144 (O Stilpo) 18, 74, 751 „Hamann ſtellt ſich in die Mitte des Problems der Vernunft, und trägt die Auſlöſung desſelben vor; er ſaßt dieſe aber in der Ge— ſtalt der Sprache“ 248—253 (ſ. Hamann) Sprichwort 63 (O geſunder Menſchenverſtand) 178 (O Abſicht) Die Dialektik in der geiſtigen Welt ift vielfältig in Sprichwörtern niedergelegt, ſo z. B. „summum jus summa injuria“ 193 g, oder 2330
8 12 — 9 Sprichwort / Staat „Hochmut kommt vor dem Fall — Allzuſcharf macht ſchartig“ 194 (O Dialektik). Im gemeinen Leben fehlt es nicht an Sprichwör⸗ tern, durch welche die gerechte Geringſchätzung der abſtrakten Möglichkeit ausgedrückt wird, z. B. Ein Sperling in der Hand... 324 9 (O Wirklichkeit). Über das Sprichwort: ein Jeder iſt feines eigenen Glückes Schmied 3358 (O Notwendigkeit) 506, 508, 518 (O ſymboliſche Kunſtform) „Das Sprichwort“ 520 (O ſymboliſche Kunſtform). Das Sprichwort gibt einen einzelnen Fall meiſt aus der Alltäglichkeit des Menſchlichen, der dann in allgemeiner Bedeutung zu nehmen iſt. 3. B. »Eine Hand wäſcht die andre« 520. Sinnſprüche gehören auch hierher 520 Sprung Bedeutung des Sprungs in der Natur 535. Das „Heraustreten des Entgegengeſetzten aus der Unendlichkeit oder ſeinem Nichts iſt ein Sprung“ 535, 536 (O Naturrecht) Der Fortgang an bloß gleichgültigen Verhältniſſen unterbricht ſich auf einmal, „und indem er in quantitativer Rückſicht auf die⸗ ſelbe Weiſe fortgeſetzt iſt, bricht ſomit durch einen Sprung ein ſpezifiſches Verhältnis ein“ 459 (O Maß). „In chemiſchen Ver⸗ bindungen kommen bei der progreſſiven Anderung der Miſchungs⸗ verhältniſſe ſolche qualitative Knoten und Sprünge vor“ 459 Staat (Staatsgeſellſchaft, Staatsmacht, Staatsrecht) Fichtes „Verſtandes⸗Staat“ 114 (ſ. Fichte) 19, 639] Charakteriſtik des Staats als „die Geſellſchaft von Menſchen unter rechtlichen Verhältniſſen“ 70 (O Staatsgeſellſchaft) Staatspflichten 89—91 (ſ. Moral) „Der Staat“ 221—223 (O praktiſcher Geiſt) § 194 Charakteriſtik der Staatsgeſellſchaft, die „als ein in ſich einiger, individueller Volksgeiſt erſcheint“ 221 § 195 Die Staatswiſſenſchaft 221 (ſ. Staatswiſſenſchaft) § 196 Der Bürger hat weder blind zu gehorchen, noch zu den Einrichtungen und Maßregeln im Staat ſeine individuelle Ein⸗ willigung zu geben. Er ſoll „Vertrauen und einſichtsvollen Ge⸗ horſam gegen denſelben“ haben 221 2331
2 Staat 8 197 Die abſtrakten und realen Gewalten, welche die Momente der Staatsorganiſation ausmachen 221, 222. „Der oberſte be⸗ tätigende Mittelpunkt aller iſt die Regierung“ 222 8 198 Die verſchiedenen Stände eines Staats 222 8 199 Die Verfaſſung 222 (f. Verfaſſung) 8 200 „Sitten, Geſetze und Verfaſſung machen das organiſierte innere Leben eines Volksgeiſtes aus“ 222 § 201 Betrachtungsweiſe der hiſtoriſchen Geſchichte 222 (ſ. Ge⸗ ſchichte) § 202 Betrachtungsweiſe der philoſophiſchen Geſchichte 222, 223 (f. Geſchichte) Staaten erhalten allein durch ihren Größenunterſchied einen ver— ſchiedenen qualitativen Charakter 461, 462 (O Maß) 8 436—8 452 [P. St. 10, $ 537—8 551], 294—300 [P. St. 10, 409—445] 8 436—8 447 (f. Staatsrecht), 8 448—8 552 (f. Weltgeſchichte) 352 (O Württemberg) Die Natur des Staats liegt nicht im Vertragsverhältnis 132, 133 (O Vertrag), 155 (O Verbrechen) 235 [1, 514; 17, 292] (ſ. Bürger). Die bürgerliche Geſellſchaft als „äußerer Staat, — Not- und Verſtandes⸗Staat“ 263 (O Geſell⸗ ſchaft). Der Platoniſche Staat 264 (O Geſellſchaft). Iſt die erſte Baſis des Staats die Familie, ſo ſind die Stände die zweite 279 (O Bedürfnis), 326, 327, 328 (O Korporation) „Der Staat“ 85, 87. „In ihm findet die ungeheure Vereini— gung der Selbſtändigkeit der Individnalität, und der allgemeinen Subſtantialität ſtatt“ 87 (O Rechtsphiloſophie), 328—456 (O Sitt⸗ lichkeit) 8 257 „Der Staat iſt die Wirklichkeit der ſittlichen Idee.“ „An der Sitte hat er ſeine unmittelbare, und an dem Selbſtbewußtſein des Einzelnen, dem Wiſſen und Tätigkeit desſelben feine ver⸗ mittelte Exiſtenz“ 328, 334, 335. Dieſes hat wiederum im Staate „ſeine ſubſtantielle Freiheit“ 328. Die Penaten, der Volksgeiſt, die Pietät und die politiſche Tugend 328 § 258 Der Staat iſt „die Wirklichkeit des ſubſtantiellen Willens“ 329, 328 und „das an und für ſich Vernünftige“ 329. Zur Ver⸗ wechſlung des Staates mit der bürgerlichen Geſellſchaft 329. In⸗ dem der Staat objektiver Geiſt iſt, „ſo hat das Individuum ſelbſt 2332
7 10 Staat nur Objektivität, Wahrheit und Sittlichkeit, als es ein Glied des⸗ ſelben iſt“ 329. Charakteriſtik des Staats als Vernünftigkeit, ſo⸗ wohl der Form wie dem Inhalte nach 329. Der hiſtoriſche Ur⸗ ſprung des Staates geht die Idee des Staates ſelbſt nichts an 330. „Die philoſophiſche Betrachtung hat es nur mit dem Inwendigen von allem dieſem, dem gedachten Begriffe zu tun“ 330. Rouſſeau ſtellte den Willen als Prinzip des Staates auf, aber bloß in der Form des einzelnen und des bloß gemeinſchaftlichen Willens 330. Die Vereinigung der Einzelnen im Staat wird dadurch zum Ber: trag 330. Zur Gewalt gediehen haben ſolche Abſtraktionen zur franzöſiſchen Revolution geführt 331. Kritik an dem Prinzip des einzelnen Willens 331. Kritik an Hallers Staatsauffaſſung 332, 332—335 Fußn. (f. Haller, Karl Ludwig von). „Der Staat iſt der Geiſt, der in der Welt ſteht und ſich in derſelben mit Bewußtſein realiſtert“ 334, 335. „Es iſt der Gang Gottes in der Welt, daß der Staat iſt“ 336 8 259 Die drei Momente der Idee des Staates find a) Verfaſſung oder inneres Staatsrecht 336, b) äußeres Staatsrecht und c) die Weltgeſchichte 337 A. „Das innere Staatsrecht“ 336, 337—440 (ſ. Staats⸗ recht). Die Idee des Staats in neuer Zeit und die Staaten der Alten 338, 341; der Staat als Organismus 347 (O Staatsrecht). Über das Verhältnis des Staats zur Religion 348—366 (f. Reli⸗ gion). Zur Wirklichkeit des Staats als Einheit der Allgemeinheit und Beſonderheit 362, 363 (O Religion). „Der Staat iſt die Welt, die der Geiſt ſich gemacht hat: er hat daher einen beſtimmten an und für ſich ſeienden Gang“ 369. Er muß als „Hieroglyphe der Vernunft“ betrachtet werden 386. „Der konkrete Staat iſt das in ſeine beſonderen Kreiſe gegliederte Ganze; das Mitglied des Staates iſt ein Mitglied eines ſolchen Standes“ 417 (O Ver⸗ faſſung) B. „Das äußere Staatsrecht“ 337, 440—446 (f. Staats⸗ recht) C. „Die Weltgeſchichte“ 337, 446—456 (ſ. Weltgeſchichte) 2910 (O Exiſtenz). Charakteriſtik des Staates als ein Syſtem von drei Schlüſſen 410 (O Mechanismus) Obgleich der Staat auch durch Gewalt entſtehen kann, ſo beruht er doch nicht auf ihr 284 0, 283 [P. St. 6, 254]. „Im Staate ſind 2333
Staat !.. ̃ͤ— — . äh ef ne ae 10 der Geiſt des Volkes, — die Sitte, — das Geſetz, — das Herr⸗ 1 — ſchende. Da wird der Menſch als vernünftiges Weſen, als frei, als Perſon anerkannt und behandelt“ 284 0 und er ſeinerſeits gehorcht dem an- und⸗für⸗ſich⸗ſeienden Willen, dem Geſetze 284 0 „Der Staat“ 418 (O Geift), 399, 409—445 [P. St. 6, 294 bis 300] 8 535 © „Der Staat iſt die ſelbſtbewußte ſittliche Subſtanz, — die Vereinigung des Prinzips der Familie und der bürgerlichen Ge⸗ ſellſchaft“ 409 @ 8 5360 Der Staat iſt a) das innere Staatsrecht, B) das äußere Staatsrecht, y) die Weltgeſchichte 410 © a) „Inneres Staatsrecht“ 410—426 [P. St. 6, 294— 298] (f. Staatsrecht), das Weſen des Staats 410 (f. Staatsrecht), 411 8) „Das äußere Staatsrecht“ 4109, 426 [P. St. 6, 298] (f. Staatsrecht) ) „Die Weltgeſchichte“ 4109, 426—445 [P. St. 6, 298 bis 300] (ſ. Weltgeſchichte) „Das Verhältnis von Staat und Religion“ 434—445 9 (ſ. Reli: gion). Die katholiſche Kirche und der Staat 436—439 (ſ. katho⸗ liſche Kirche [11, 86, 87, 532, 560]. Platon über das Verhältnis von Religion und Staat und von Philoſophie und Staat 441 bis 444 C (ſ. Platon) Die konkrete Mitte zwiſchen der Idee und den menſchlichen Leiden— ſchaſten und die Vereinigung beider iſt „die ſittliche Freiheit im Staate“ 52, 70, 80, 82. Ein Staat iſt wohlbeſtellt und kraftvoll in ſich ſelbſt, „wenn mit ſeinem allgemeinen Zwecke das Privat— intereſſe der Bürger vereinigt, eins in dem andern feine Beſriedigung und Verwirklichung findet“ 53 (O Geſchichtsphilo— fophie). Moderne Kritik an Staatseinrichtungen 66 (O Geſchichts⸗ philoſophie) Betrachtung der Geſtalt, welche die vollſtändige Realiſierung des Geiſt im Daſein iſt — des Staates 44, 69—88 (O Geſchichts⸗ philoſophie ). Das Material, in welchem der vernünftige End— zweck ausgeſührt wird, iſt zunächſt das Subjekt ſelbſt 69, 70. Der ſubjektive Wille hat dann fein ſubſtantielles Leben, feine Wirk— lichkeit, die Vereinigung des ſubjektiven und des vernünftigen Willens im Staat 70. Das iſt die Sittlichkeit 70. „Das Wahre iſt die Einheit des allgemeinen und ſubjektiven Willens“ 71. Der 2334
Staat 11 Staat iſt „der näher beſtimmte Gegenſtand der Weltgeſchichte überhaupt, worin die Freiheit ihre Objektivität erhält und in dem Genuſſe dieſer Objektivität lebt“ 71. Das Geſetz 71 (f. Geſetz). Verſchwinden des Gegenſatzes von Freiheit und Notwendigkeit 71 (ſ. Freiheit — Notwendigkeit). Die Sittlichkeit des Staates 71, 70 (ſ. Sittlichkeit) Vorurteile und mannigfaltige Irrtümer über den Staat 72—77. Der Irrtum, der Menſch ſei von Natur frei, erſt im Staate werde er unfrei 72, 73. Kritik an der Vorſtellung eines Naturzuſtandes 73, 74 (ſ. Naturzuſtand). Überſchätzung des patriarchaliſchen Zu— ſtandes 74, 75 (ſ. Patriarch). Uberſchätzung des einzelnen Willens 75, 76, Sieg der Mehrheit über die Minorität 76, 75. Rouſſeau 76. „Was den Staat ausmacht, iſt die Sache der gebildeten Erkennt— nis und nicht des Volkes“ 76. Notwendigkeit des Unterſchieds von Befehlenden und Gehorchenden, von Regierenden und Regierten 77. Einteilung der Verfaſſungen in Monarchie, Ariſtokratie und Demokratie 77. Zur Frage, „welches die beſte Verfaſſung ſei“ 77, 78, was der Zweck des Staates ſei 78 In der Theorie wird ſehr allgemein die Republik für die einzig gerechte und wahrhafte Verfaſſung gehalten 78, 79. Auch bei dieſer Betrachtung wird überſehen, „daß die Verfaſſung eines Volks mit ſeiner Religion, mit ſeiner Kunſt und Philoſophie, oder wenigſtens mit feinen Vorſtellungen und Gedanken, feiner Bildung überhaupt... Eine Subſtanz, Einen Geiſt ausmache. Ein Staat iſt eine individuelle Totalität“, die Staatsverfaſſung darf nicht iſoliert werden 79. „Die erſte Produktion eines Staats iſt herriſch und inſtinktartig“ 79. Die Entwickelung ſelbſtändiger Staaten fängt dann mit dem Königtum an. Ariſtokratie, Demo— kratie entwickeln ſich. „Den Schluß macht die Unterwerfung dieſer Beſonderheit unter Eine Macht, . .. das iſt die monarchiſche“ 80 Es kommt „auf die Ausbildung des vernünftigen, d. i. des politiſchen Zuſtandes in ſich an“, auf die Bildung „eines organiſchen Ganzen“. „So iſt der Staot die vernünftige und ſich objektiv wiſſende und für ſich ſeiende Freiheit“ 80. „Der Staat iſt die geiſtige Idee in der Außerlichkeit des menſchlichen Willens und feiner Freiheit“ 80, 81. „Die Verfaſſungen, worin die welthiſtoriſchen Völker ihre Blüte erreicht haben, ſind ihnen eigen— tümlich, alſo nicht eine allgemeine Grundlage“ 81. Hier haben Altes und Neues das weſentliche Prinzip nicht gemein; wir kön— 2335
1 er Staat — . [—yä̃——— — — — nen nichts von Griechen und Römern aufnehmen 81, 82. Kritik an der Repräfentativverfaffung 82. „Die Hauptſache iſt, daß die Frei⸗ heit . . . nicht den ſubjektiven Willen und die Willkür zum Prin⸗ zip hat, ſondern die Einſicht des allgemeinen Willens“ 82 Rückblick auf das bisher Erreichte, die Idee der Freiheit, den ſubjektiven Willen und ihre objektive Einheit im Staat 82, 83. Er iſt die Grundlage und der Mittelpunkt der andern konkreten Geiten des Volkslebens, der Kunſt, des Rechts, der Sitten, der Reli: gion, der Wiſſenſchaft 83. Die Religion im Staat 83—86 (f. Re⸗ ligion). Die Kunſt als die zweite Geſtalt der Vereinigung des Objektiven und Subjektiven im Geiſte 83. In der Philoſophie endlich gelangt das Wahre zur Anſchauung 83, 84 Zuſammenfaſſung alles bisher über den Staat Geſagten 87. Die Lebendigkeit des Staats in den Individuen iſt die Sittlichkeit; ſeine Geſetze ſind der Staatsindividuen Rechte, ſein Reichtum iſt ihr Eigentum, feine Geſchichte lebt in ihrer Erinnerung 87. Die: ſer Geiſt eines Volkes iſt ein beſtimmter 87, 88. „Es iſt ſo Eine Individualität, die in ihrer Weſentlichkeit, als der Gott, vorge— ſtellt, verehrt und genoſſen wird, in der Religion, — als Bild und Anſchauung dargeſtellt wird, in der Kunſt, — erkannt und als Gedanken begriffen wird, in der Philoſophie“ 88 Der beſtimmte Volksgeiſt ift dann „ſelbſt nur Ein Individuum im Gange der Weltgeſchichte“ 88. Die welthiſtoriſchen Volksgeiſter 88, 101 (f. Volksgeiſt) 133 (O Talebene). Bei den Römern fängt der Staat an, ſich abſtrakt herauszuheben 154. Kirche und Staat 156, 157 (O Ger: manen) Der chineſiſche Staat: ſeine Verfaſſung 172, 219, Verwaltung 174, fein Nechtszuſtand 178 (f. China), 274 (O Agypten) Platons Staat 201, 274, 401 [15, 265, 266] Der indiſche Staat 218 (f. Indien), der perſiſche Staat 251 (f. Per⸗ ſien). Der Staat der Juden 263 (ſ. Juden), der Ägypter 274 (ſ. Agypten) Konſtruktion eines Idealſtaates von Pythagoras und Platon 274. „Bei ſolchen Idealen iſt auf die Leidenſchaft nicht gerechnet“ 274 (O Agypten) Die Freiheit im Staate iſt bewährt und beſtätigt durch die Re⸗ ligion, indem das ſittliche Recht im Staate nur die Ausführung 2336
11 12 13 — ot Staat deſſen iſt, was das Grundprinzip der Religion ausmacht“ 429 (O Chriſtentum), 433 (O byzantiniſches Reich), 524 Entwicklung des Gegenſatzes von Kirche und Staat in der ger— maniſchen Welt 439, 440. In der Reformation ſoll „das Staats: leben mit Bewußtſein, der Vernunft gemäß eingerichtet werden“ 441 (O Germanen) Entwicklung des Staats bei den Germanen 451, 450 (O Ger⸗ manen). Verwicklung des Staats im Mittelalter in Widerſprüche 485, 386 (ſ. Kirche) Verhältnis des Proteſtantismus zum Staat 530, 532, 545 (O Ne: formation), 555 (O franzöſiſche Revolution), des Katholizismus zum Staat 545 (O Reformation), 555, 557, 560, 562, 563 (O fran⸗ zöſiſche Revolution). Wirkung der Reformation auf den Staat 536— 542 (f. Reformation), 519, 535 Friedrich II. und der Staat 551 (O Aufklärung) Staat und Gefinnung 559, Staat und Religion 559, 560, 568 (O fran zöſiſche Revolution) 79 (O Kunſtwerk). „Im wahrhaft vernünftig gegliederten Staat ſind alle Geſetze und Einrichtungen nichts als eine Realiſation der Freiheit nach deren weſentlichen Beſtimmungen“ 144. Ein⸗ ſeitigkeit des Prinzips, als deſſen Wirklichkeit das Staatsleben da ift 145, 146 (O Aſthetik) Charakteriſtik des Staatslebens und des Staates im Gegenſatz zum idealen, früheren Weltzuſtand 249—252 (ſ. Weltzuſtand), 253 (O Heroenzeit) In Griechenland war der höchſte Zweck, „das Staatsleben, die Staatsbürgerſchaft und deren Sittlichkeit und lebendiger Patriotismus“ 110. Ein Staat in ſolcher Art der Freiheit kann nur klein und ſchwach ſein 110. „Bei dieſem unmittelbaren Zuſammenge— ſchloſſenſein des Individuums mit der Allgemeinheit des Staatslebens iſt einerſeits die ſubjektive Eigentümlichkeit und deren private Partikularität noch nicht zu ihrem Rechte gelangt, und findet keinen Raum für eine dem Ganzen unſchädliche Ausbil⸗ dung“ 110, 111. „Andererſeits erwacht innerhalb dieſer Freiheit ſelbſt das Bedürfnis einer höheren Freiheit des Subjekts in ſich ſelbſt“ 111 (O klaſſiſche Kunſtform) 5 93 (O beſtimmte Religion). Der Staat muß auf Religion beruhen, „weil in ihr die Sicherheit der Geſinnung, der Pflichten gegen Glockner, Hegel-Lezifon 147 2337
1 1 1 6 8 19 1 — = Staat / Staatsgeſellſchaft denſelben erſt abſolut iſt“ 116. Vollendung des Bewußtſeins in der ſittlichen Welt, im Staat 125 (O religiöſes Verhältnis) „Das Verhältnis der Religion zum Staat“ 256—265 (ſ. Religion), 258, 262, 263, 264. Der proteſtantiſche Staat 258, 262 (ſ. Proteſtantismus), der katholiſche Staat 262, 264 (ſ. Ka⸗ tholizismus) „Das Ideal eines Staates iſt ganz richtig, nur nicht realiſiert“ 293 (O unmittelbare Religion) Der perſiſche Staat 431, 433 (O perſiſche Religion) Der Staat als Zweck der römiſchen Religion 163, 165. Die römiſche Religion iſt nicht der Art, daß das Volk das höchſte Bewußtſein ſeines Staats und ſeiner Sittlichkeit in der Religion hätte, ſon⸗ dern die Verehrung und Dankbarkeit gegen die Götter knüpft ſich teils an beſtimmte, einzelne Fälle, teils an alle öffentliche Autorität und an die Staatshandlungen proſaiſch an 177, 178. „Der Zweck in dieſer Religion der Zweckmäßigkeit iſt kein anderer, als der römiſche Staat geweſen, ſo, daß dieſer die abſtrakte Macht über die anderen Volksgeiſter iſt“ 186 (O römiſche Religion) „Der Zweck des Staats iſt das Allgemeine, worunter das Be— ſondere gefaßt wird“, iſt eine Lehre der Sophiſten geweſen 9 (O Sophiſten) Platons Anſichten über die Beziehung der Philoſophie auf den Staat 191, 192, 193, 274, 277, 280, 287. Seine Darſtellung eines vollkommenen Staates 222, 269. „Der Staat iſt objektive Wirk— lichkeit des Rechts“ 270. „Die Realität, worin der ganze Geiſt iſt, nicht das Mich-Wiſſen als dieſen Einzelnen, iſt der Staat“ 271 (ſ. Plato) Ariſtoteles' Faſſung des Staats 398, 400 (f. Ariſtoteles) Kritik an Fichtes geiſtloſer Faſſung des Staates 639 (ſ. Fichte) 1, 114] Staatenſyſtem Entwicklung eines Staatenſyſtems in der nachreformatoriſchen Zeit 540 (f. Reformation) Staatsgeſellſchaft (Staat) „Die Staatsgeſellſchaft“ 69-75, 55 (O Rechtslehre) § 22 „Der Rechtsbegriff als die Gewalt habende, von Triebfedern 2338
3 2 Staatsgeſellſchaft / Staatsökonomie der Einzelheit unabhängigen Macht hat nur in der Staatsgeſell⸗ ſchaft Wirklichkeit“ 69 § 23 Charakteriſtik der Familie als „die natürliche Geſellſchaft“ 69, 70 (ſ. Familie) 8 24 Der Staat 70 (f. Staat). „Wenn eine Familie ſich zur Nation erweitert hat und der Staat mit der Nation in Eins zuſammen⸗ fällt, ſo iſt dies ein großes Glück“ 70. Volk und Staat 70 § 25 Der Naturzuſtand 70, 71 (ſ. Naturzuſtand) § 26 Das Geſetz 71, 72 (f. Geſetz) § 27 Die Regierung 72 (ſ. Regierung) $ 28 Die allgemeine Staatsgewalt enthält die geſetzgebende, die adminiſtrative und finanzielle, die richterliche und polizeiliche, die militäriſche Gewalt unter ſich 72 Erläuterung. Die Arten der Verfaſſung 72, 73. Demokratie, Ariſtokratie, Monarchie 73. Deſpotismus 73, 74 (f. d. Art.) 8 29 Inhalt und Zweck der Staatsgewalt iſt „die Verwirklichung der natürlichen, d. h. abſoluten Rechte der Bürger“ 74 8 30 Die Staatsverfaſſung beſtimmt das innere Staatsrecht 74 § 31 Das äußere Staatsrecht beſtimmt das Völkerrecht 74, 75 Charakteriſtik der Staatsgeſellſchaft als Volksgeiſt 221 (f. Staat) Staatsmacht (Staat, Staatsgeſellſchaft) Die Gedanken des Guten und Schlechten haben eine Wirklichkeit in der Staatsmacht und im Reichtum 381. „Die Staatsmacht iſt, wie die einfache Subſtanz, ſo das allgemeine Werk; — die abſolute Sache ſelbſt, worin den Individuen ihr Weſen ausgeſprochen und ihre Einzelnheit ſchlechthin nur Bewußtſein ihrer Allgemeinheit ift“ 381. Beziehung des Selbſtbewußtſeins zu Staat und Reid) lum 382, 383—886 (f. Bildung) Stellung des edelmütigen und des niederträchtigen Bewußtſeins zur öffentlichen Macht 386, 387, 397, 400. Der „Heroismus der Schmeichelei“ ſchafft den unumſchränkten Monarchen 392, 393. Beziehung zwiſchen dem edelmütigen Bewußtſein und dem Mon⸗ archen 392, 393—394 (f. Bildung) Staatsökonomie Charakteriſtik dieſer Wiſſenſchaft 270, 271. „Ihre Entwicklung zeigt das Intereſſante, wie der Gedanke aus der unendlichen Menge von Einzelnheiten, die zunächſt vor ihm liegen, die ein⸗ 2339
2 — = D 2 Staatsökonomie / Staatsrecht fachen Prinzipien der Sache. den in ihr wirkſamen und fie regie⸗ renden Verſtand herausfindet“ 271. Sie iſt eine Wiſſenſchaft, „die dem Gedanken Ehre macht, weil ſie zu einer Maſſe von Zufällig⸗ keiten die Geſetze findet“ 271, 272 (O Bedürfnis) Staatsrecht (Verfaſſung, Völkerrecht) 455. Kritik daran, daß die äußere Gerechtigkeit, die im beſtehenden Endlichen reflektierte und darum formelle Unendlichkeit ſich eine beſondere Oberherrſchaft über das Staats- und Völkerrecht er⸗ worben haben 524, 525 (O Naturrecht) Charakteriſtik des inneren Staatsrechtes und feines Aufgaben: bezirkes 74, Umgrenzung des äußeren Staatsrechtes als Bölferrecht 74, 75 (O Staatsgeſellſchaft) SS 436—445 entſprechen in 10, SS 537—546: „Inneres Staatsrecht“ (f. u.) SS 436, 437 [P. St. 10, SS 537, 538, wenig verändert], 294—295 [P. St. 10, 410—411 f. u.] § 438 8 Geſetz und Sitte, die Regierung, der Fürſt 295 8 5 439 [P. St. 10, 8 539, erweitert], 295, 296 [P. St. 10, 411—415] § 440 0 Kritik an der Vorſtellung, die Verfaſſung ſei ein Ver: trag 296 & § 4418 Daß der ſittliche Geift ſich begreift und fein allgemeines Weſen und ſeine Gegliederung erfaßt und verfaßt, „gehört der Weisheit und Wiſſenſchaft, dem allgemeinen Stande an“, der durch Sittlichkeit und Vertrauen ausgezeichnet iſt 2968, 297 @. Sicherung der Betätigung des allgemeinen Willens vornehmlich „gegen die eigene Beſonderheit und Richtung der Einzelnen auf das Privatintereſſe“ 297 @ § 442 0 Abhängigkeit eines beſtimmten Volkes von geographi⸗ ſcher und klimatiſcher Beſtimmtheit 297 [P. St. 10, 426] und der jeweiligen Entwicklungsſtufe feines geiſtigen Lebens 297 G SS 443—445 [P. St. 10, SS 545, 546, wenig verändert], 297—298 [P. St. 10, 425—426 f. u.] 88 446, 447 entſprechen in 10, 8 547: „Außeres Staatsrecht“ (. u.) „natürliches Staatsrecht“ 484 (O Württemberg) A. „Das innere Staatsrecht“ 336, 337—440 (O Staat) § 260 „Der Staat iſt die Wirklichkeit der konkreten Freiheit“ 337. Charakteriſtik dieſer konkreten Freiheit 337, 338. „Das Prinzip 2340
1 Staatsrecht der modernen Staaten hat dieſe ungeheuere Stärke und Tiefe, das Prinzip der Subjektivität ſich zum ſelbſtändigen Extreme der perſönlichen Beſonderheit vollenden zu laſſen, und zugleich es in die ſubſtantielle Einheit zurückzuführen und ſo in ihm ſelbſt dieſe zu erhalten“ 338 Zuſatz. Zur Idee des Staates in neuerer Zeit und über die Staa— ten des klaſſiſchen Altertums 338, 339 § 261 Verhältnis des Staates zu den Sphären des Privatrechts und Privatwohls 339. Zu Montesquieus berühmten Werk: Der Geiſt der Geſetze 339. Beziehung zwiſchen Pflicht und Recht des Staatsbürgers 339, 341, 342. Der „Begriff von Vereinigung von Pflicht und Recht iſt eine der wichtigſten Beſtimmungen und enthält die innere Stärke der Staaten“ 340. Dem Individuum muß „aus ſeinem Verhältnis im Staat ein Recht erwachſen, wodurch die allgemeine Sache ſeine eigene beſondere Sache wird“ 340, 341 Zuſatz. Betrachtung der alten Staaten und des aſiatiſchen Deſpo— tismus im Hinblick auf „Einheit der Allgemeinheit und Befonderheit im Staate“ 341, 342 8 262 Verwirklichung der Idee, des Geiſtes durch die freie Ar— beitsleiſtung der Familie und der bürgerlichen Geſellſchaft 342 8 263 In dieſen Sphären iſt der Geiſt als „ihre in fie ſcheinende objektive Allgemeinheit“, als ihre Inſtitutionen 342, 343 Zuſatz. Vergleich mit dem Nervenſyſtem 342, 343, der Familie mit der Senſibilität, der bürgerlichen Geſellſchaft mit der Irritabilität 343 8 264 Die Individnen der Menge, ſowohl die Einzelnheit als die Allgemeinheit in ſich enthaltend, finden „in den Inſtitutionen, als dem an ſich ſeienden Allgemeinen ihrer beſonderen Intereſſen ihr weſentliches Selbſtbewußtſein“ 343, 344 8 265 Die Inſtitutionen, worin die bürgerliche Geſellſchaft als ſittlich erſcheint, machen die Verfaſſung, d. i. die entwickelte und verwirklichte Vernünftigkeit, im Beſonderen aus, und find dar: um die feſte Baſis des Staats 344 8 266 Aber der Geiſt als die Idealität hat ebenſoſehr die Geſtalt der Freiheit 344, 345 8 267 Die Entwicklung der Idee innerhalb ihrer ſelbſt iſt „als ſubjektive Subſtantialität die politiſche Geſinnung, als objektive in Unterſcheidung von jener der Organismus des Staats, der eigentlich politiſche Staat und ſeine Verfaſſung“ 345 2341
2 Staatsrecht § 268 Charakteriſtik der politiſchen Gefinnung, des Patriotismus als Refultat der im Staate beſtehenden Inſtitutionen 345, 346 (ſ. Patriotismus) § 269 Charakteriſtik der politiſchen Verfaſſung als „die verſchie⸗ denen Gewalten und deren Geſchäfte und Wirkſamkeiten, wodurch das Allgemeine ſich fortwährend ... auf notwendige Weiſe her⸗ vorbringt .. . und ſich erhält“ 347, 348, 367, 368 (ſ. a. Verfaſſung) § 270 „Daß der Zweck des Staates das allgemeine Intereſſe als ſolches und darin als ihrer Subſtanz die Erhaltung der beſonde⸗ ren Intereſſen iſt, ift feine 1. abſtrakte Wirklichkeit oder Sub⸗ ſtantialität; aber ſie iſt 2. ſeine Notwendigkeit, als ſie ſich in die Begriffs⸗Unterſchiede feiner Wirkſamkeit dirimiert.“ 3. Die Sub⸗ ſtantialität ift aber „der als durch die Form der Bildung hindurch— gegangene ſich wiſſende und wollende Geiſt. Der Staat weiß da— her, was er will, und weiß es in feiner Allgemeinheit, als Gedachtes“ 348 Über „das Verhältnis des Staates zur Religion“ 348 —366 (f. Ne: ligion) SS 271—329 Die Verfaſſung 366—440 (f. Verfaſſung) B. „Das äußere Staatsrecht“ 337, 440—446 8 330 „Das äußere Staatsrecht geht von dem Verhältniſſe ſelb— ſtändiger Staaten aus.“ Die Beziehung unter ihnen bleibt immer beim Sollen ſtehen 440, 441 8 331 Ein Staat iſt gegen den andern in ſouveräner Selbſtändig— keit. „Als ſolcher für den andern zu ſein, d. i. von ihm anerkannt zu ſein, iſt ſeine erſte abſolute Berechtigung“ 441, 442 § 332 Die Staaten ſtehen zueinander durch Verträge 442 § 333 Der Grundſatz des Völkerrechts iſt, daß die Traktate gehalten werden ſollen 442, 443. Zu Kants Vorſtellung eines ewigen Friedens 443, 435, 436 (f. a. Kant) § 334 „Der Streit der Staaten kann, inſofern die beſonderen Willen keine Übereinkunft finden, nur durch Krieg entſchieden werden“ 443 5 335 Der Staat kann nicht „bloß die Wirklichkeit der Verletzung beachten wollen, ſondern es kommt die Vorſtellung von einer ſol— chen als einer von einem andern Staate drohenden Gefahr“ hin— zu 443, 444 § 336 Sein Wohl iſt das höchſte Geſetz im Verhalten des Staats 444 2342
7 10 Staatsrecht 8 337 „Das ſubſtantielle Wohl des Staats iſt fein Wohl als eines beſondern Staats“; „die Regierung iſt ſomit eine beſondere Weisheit“ 444. Über den „Gegenſatz von Moral und Politik“ 444, 445. Vor allem iſt dazu zu ſagen, „daß das Wohl eines Staats eine ganz andere Berechtigung hat als das Wohl des Einzelnen“ 444, 445 § 338 Die gegenfeitige Anerkennung der Staaten bleibt auch im Kriege ein Band und fo ift auch in ihm die Möglichkeit des Frie— dens enthalten 445 $ 339 Im übrigen „beruht das gegenſeitige Verhalten im Kriege“ „vornehmlich auf den Sitten der Nationen“ 445, 446 8 340 Die Volksgeiſter in ihrer Beſonderheit find der Boden des allgemeinen Geiſtes, des Geiſtes der Welt, der ſein Recht an ihnen in der Weltgeſchichte, als dem Weltgerichte, ausübt 446, 447 C. „Die Weltgeſchichte“ 337, 446456 (f. Weltgeſchichte) „Inneres Staatsrecht“ 410—426 (O Staat) [P. St. 6, 294 bis 298] $ 537 [P. St. 6, 8 436, wenig verändert] „Das Weſen des Staates iſt das an- und für ſich Allgemeine, das Vernünftige des Willens, — aber, als ſich wiſſend und betätigend, ſchlechthin Subjektivität und als Wirklichkeit Ein Individuum“ 410 f. Sein Werk iſt das Recht und das Wohl der Individuen zu erhalten und zugleich den Einzelnen „in das Leben der allgemeinen Subſtanz zurück⸗ zuführen“ 410 [P. St. 6, 294, 295] 8 538 [P. St. 6, $ 437, wenig verändert] Die Geſetze ſind erſtens Schranken, zweitens „abſoluter Endzweck und das allgemeine Werk“ 410, drittens find fie „geltende Sitte“ 411 [P. St. 6, 295; 1, 532; 6, 332] 8 539 [P. St. 6, § 439, erweitert] „Die Verfaſſung iſt dieſe Ge— gliederung der Staatsmacht“ 411 H. „Sie iſt die exiſtierende Ge: rechtigkeit als die Wirklichkeit der Freiheit in der Entwicklung aller ihrer vernünftigen Beſtimmungen“ 4118. Über Freiheit und Gleichheit 411—413 9 (ſ. Gleichheit). Die Freiheit und die politiſche Freiheit 413—415 (f. Freiheit) $ 5409 Die Garantie einer Verfaſſung liegt in dem Geiſte des geſamten Volkes 415 H. Die Vorſtellung einer Verfaſſung iſt von der des Geiſtes nicht zu trennen und eine Konſtitution läßt ſich nicht machen 416 8, 4178 2343
i D Staatsrecht § 5418 Charakteriſtik der Regierung; Entſtehung der Familie und der Stände 416 S. Herrſchaft der Elemente des Begriffs im Staate, der Allgemeinheit, Einzelnheit und Subſumtion der Ein— zelnheit unter die Allgemeinheit 416 g, 417 g. Die geſetzgebende und ausübende Gewalt, welch letztere ſich wieder in Regierungsoder adminiſtrative Gewalt und in richterliche Gewalt teilt 417 g. Kritik an der vom Verſtande fixierten Trennung der Gewalten und an der Meinung, die Verfaſſung fei erft zu machen, und zwar unter Teilnahme aller 417 @, 416 g. Vielmehr ift „die Indivi⸗ dualität erſte und die höchſte durchdringende Beſtimmung in der Organiſation des Staates“ 417 g, 418 8 § 542 0 a) Die Subjektivität im Staate iſt die fürſtliche Regie— rungsgewalt; die monarchiſche Verfaſſung iſt die Verfaſſung der entwickelten Vernunft 418 8, 4198 (vgl. 6, 295, § 542). Der patriarchaliſche Zuſtand, die demokratiſche Verfaſſung 418 g, 419 g. „Der Name des Monarchen erſcheint als das äußere Band und die Sanktion“ und hat durch die Erblichkeit „die Beſtimmung der Unmittelbarkeit und damit der Natur“ an ſich 419 § 543 Teilung des Staatsgeſchäftes in beſondere Behörden 419 8, 420 @ 8 544 0 Die ſtändiſche Behörde und ihre Teilnahme an dem Allgemeinen der Intereſſen 420 O Zur Einteilung der Verfaſſungen in Demokratie, Ariſtokratie und Monarchie 4209. Sie find not: wendige Geſtaltungen im Entwicklungsgang, keine Gegenſtände der Wahl 420 H. Zur Frage der „Teilnahme der Privatperſonen an den Staatsangelegenheiten“ 421 f. Unterſcheidung zwiſchen vulgus und populus 421 g. „Zweck des Staates iſt, daß ein Volk nicht als ſolches Aggregat zur Exiſtenz, zur Gewalt und Handlung komme“ 421 Y, 422 9. Eine überwiegende Teilnahme von Privatperfonen an dem Regierungsgeſchäfte iſt ungünſtig 421 8, 422 ©. Dies zeigt z. B. England 422 9. Kritik an den Ständeverſamm⸗ lungen als geſetzgebenden Gewalten 423 H. Das ſogenannte Finanzgefetz iſt weſentlich eine Regierungsangelegenheit 423 G, 424 C. Die Ständeverſammlung kann das Budget, d. i. das Ganze der Finanzen gar nicht bewilligen 424 g, 425 © $ 545 [P. St. 6, 88 443, 444, faſt wörtlichl „Der Staat hat endlich die Seite, die unmittelbare Wirklichkeit eines einzelnen und natürlich beſtimmten Volkes zu fein“ 425 3. Im Verhältnis der Staaten zueinander „hat die Willkür und Zufälligkeit ſtatt, weil 2344
10 11 18 19 7 7 3 4 7 Staatsrecht / Staatswiſſenſchaft das Allgemeine des Rechts .. . zwiſchen ihnen nur fein fol, nicht wirklich iſt“ 425 [P. St. 6, 297]. Notwendigkeit eines Zuſtandes des Krieges und eines Standes der Tapferkeit 425 [P. St. 6, 297 § 546 [P. St. 6, § 445, etwas verändert] „Dieſer Zuſtand zeigt die Subſtanz des Staates in ihrer zur abſtrakten Negativität fort⸗ gehenden Individualität, als die Macht, in welcher die beſondere Selbſtändigkeit der Einzelnen .. . ſich als ein Nichtiges fühlt“ 425, 426 [P. St. 6, 297, 298] „Das äußere Staatsrecht“ 426 (O Staat) [P. St. 6, 298], 410 s 547 Friedensvergleiche als Frucht vom Kriegszuſtand 426 P. St. 6, 298]. Das äußere Staatsrecht beruht teils auf poſitiven Traktaten, teils auf dem ſogenannten Völkerrecht 426 [P. St. 6, 298] 551 (O Aufklärung) 111 (0 Sokrates) „Die innerlichen ſtaatsrechtlichen Verhältniſſe hat beſonders Eng— land ausgebildet, indem die eigentümliche Verfaſſung der Engländer zur Reflexion auf dieſen Gegenſtand geführt hat“ 440. Hobbes über die ſtaatsrechtliche Philoſophie 441 (O Hobbes) Staatsrechtslehrer 263 (O Geſellſchaſt) Staatsverfaſſung ſ. Verfaſſung Staats vertrag (Vertrag) 132, 133 (. Vertrag), 155, 156 (O Verbrechen), 330, 331 (O Staat), 390 (O Verfaſſung) Staatswiſſenſchaft „Die Staatswiſſenſchaft iſt die Darftellung der Organiſation, die ein Volk als ein in ſich lebendiges organiſches Ganze hat“ 221 (O Staat) 196 (O Eins) „Naturrecht und Staatswiſſenſchaft“ 17—456 (f. Rechtsphilo⸗ ſophie) 2345
Staatswiſſenſchaft / Stagira, Stageiros 19 Die Staatswiſſenſchaft iſt bei den Engländern entſtanden, und zwar aus Hobbes' philoſophiſchem Empirismus 439, 438 (O Locke), 440, 441 (O Hobbes) Staatswohl 7 380, 390 (O Verfaſſung) Stadt 7 282 (O Stan desunterſchiede) 11 Bedeutung der Stadt im Mittelalter 487—490 (O Mittelalter). Für ihr Entſtehen war ein großes Bedürfnis vorhanden. „Wie die Kirche ſtellen ſich die Städte als Reaktionen gegen die Ge— walttätigkeit des Feudalweſens dar, als erſte in ſich rechtliche Macht“ 487. Schutzpunkte waren Burgen, Kirchen und Klöſter 487, 488. Aus dem Schutzverhältnis erwuchs dann „das Prinzip des freien Eigentums, das heißt, aus der Unfreiheit die Frei— heit“ 488. „Individuen, welche durch den Boden, den ſie bebauten, einander nahegebracht waren, bildeten unter ſich eine Art von Bund, Konföderation oder Konjuration“ 488. Auf das Läuten einer Turmglocke mußten alle ſich einfinden 488. Der weitere Fortgang iſt eine Bildung von Schöffen, Geſchworenen, Konſuln, Einrichtung einer gemeinſchaftlichen Kaſſe uſw. Gräben und Schutzmauern werden errichtet; der Gewerbetreibende erringt einen Vorrang vor dem Bauern 488, 489. Für die Freiheit des Marktes mußte den Herren eine gewiſſe Summe entrichtet werden 489. Schließlich „erkauften ſich die Städte allmählich die eigene Gerichtsbarkeit und befreiten ſich ebenſo von allen Abgaben, Zöl— len, Zinſen“ 489. Verhältnis der Städte zum Kaiſer, zur Geiſt⸗ lichkeit 489, zum Adel 489, 490. Bildung von Patrizieradel 490. Die Geſchichte der Städte iſt eine beſtändige Abwechſlung von Verfaſſungen 490. Dennoch ſehen wir oft die Induſtrie und den Handel in der höchſten Blüte ſtehen 490, 491 Bildung von Städtebündniſſen gegen Näuberei, fo der Hanſe⸗ bund, der rheiniſche Bund, der ſchwäbiſche Städtebund 507. Ver⸗ hältnis der Städte in Frankreich zu ihrem König 510, 511. Ent⸗ wicklung der Städte in England 511 (O Mittelalter) Stagira, Stageiros 18 Die Geburtsſtadt von Ariſtoteles 300 (O Ariſtoteles) 2346
O ww DD Stände, Standesunterſchiede Stände, Standesunterſchiede (Ackerbau, Gewerbe, Kaſtenweſen, Tapferkeit) Nach der abſoluten Notwendigkeit des Sittlichen bilden ſich zwei Stände 494. Der Stand der Freien 494—495, der Stand der nicht Freien 495, 496. Die Sklaverei und ihr Verſchwinden 496, 497. Aufhebung des erſten Standes, indem der zweite ſich zum alleinigen Volk macht 497. Gibbons Schilderung des Verſinkens der Römer „in die matte Gleichgültigkeit des Privatlebens“ 497 (J. Naturrecht). Über „das reale abſolute Bewußtſein der Sitt⸗ lichkeit“ unter der äußeren Form des erſten Standes 506—509, 512 (f. Naturrecht). „Sittlichkeit des zweiten Standes“ 512—514, 524 (ſ. Naturrecht) Tilgung aller Stände in der abſoluten Freiheit 451 (f. Freiheit) Über die verſchiedenen Stände eines Staates 222 (O Staat) Beſonderung in den allgemeinen Stand und die einzelnen Stände 293 0 (O Sittlichkeit), 295 [10, 411] (O Staatsrecht) Bildung der Stände in der bürgerlichen Geſellſchaft 279, 280—286 (O Bedürfnis) § 202 „Die Stände beſtimmen ſich nach dem Begriffe als der ſub⸗ ſtantielle oder unmittelbare, der reflektierende oder formelle, und dann als der allgemeine Stand“ 280 § 203 a) Der fubftantielle Stand hat ſein Vermögen an den Naturprodukten ſeines eigenen, von ihm bearbeiteten Bodens 280, 323 [10, 402, 403]. Er behält „die ſubſtantlelle Geſinnung einer unmittelbaren auf dem Familienverhältniſſe und dem Zu— trauen beruhenden Sittlichkeit“ 280, 281, 282. Bedeutung des Ackerbaues und der Ehe für die erſte Stiftung des Staates 280, 281, 282. Hinweis auf Creuzers vierten Band ſeiner Mythologie und Symbolik 281 § 204 b) Der formelle Stand oder der Stand des Gewerbes „hat die Formierung des Natur⸗Produkts zu ſeinem Geſchäfte“ 282, 283, 280 [10, 403]. Der Handwerksſtand, der Fabrikantenſtand, der Handelsſtand 282 Zuſatz. Das Individuum im Stande des Gewerbes bedarf ganz beſonders eines rechtlichen Zuſtandes 282, 283 8 205 c) „Der allgemeine Stand hat die allgemeinen Intereſſen 2347
1 1 A S — Stände, Standesunterſchiede des geſellſchaftlichen Zuſtandes zu ſeinem Geſchäfte“ 283, 280 10, 403] 5 206 Was in der einzelnen Sphäre eines Standes durch innere Notwendigkeit geſchieht, iſt zugleich durch die Willkür vermittelt und hat für das ſubjektive Bewußtſein die Geſtalt, das Werk ſeines Willens zu ſein 283, 284. Zur verſchiedenen Bedeutung des Prinzips der Beſonderheit und der ſubjektiven Willkür im Mor— gen⸗ und Abendland, in der antiken und modernen Welt 283, 284, im Staate Platons, bei den Indern, in den griechiſchen Staaten, in der römiſchen Republik 284 8 207 Die ſittliche Gefinnung in jeder einzelnen Sphäre ift „die Rechtſchaffenheit und die Standesehre“ 284, 285. Gründe, weshalb das Individuum ſich zunächſt gegen die Vorſtellung ſträubt, ſich zu einem beſonderen Stand zu entſchließen 285 8 208 Das Prinzip dieſes Syſtems hat die Allgemeinheit der Frei⸗ heit nur abſtratt 285, 286. Es hat das Recht des Eigentums als „Schutz des Eigentums durch die Rechtspflege“ 286 (0 Bedürfnis) Stellung des Gewerbeſtandes zur Korporation 323. Zur Standes— ehre 324, 325 (O Korporation) Das ſtändiſche Element als Teil der geſetzgebenden Gewalt 408, feine Aufgabe 408—411. Charakteriſtik der Stände als vermitteln— des Organ 411413 (f. Verfaſſung). Abgrenzende Charakteriſtik des „näher dem Dienſt der Regierung ſich widmenden Staudes“ und des Privatſtandes 413, 414, 415, 423. Zur Offentlichkeit der Ständeverſammlung 423. Über den Wehrſtand, das ſtehende Heer und den Stand der Tapferkeit 436, 437 (O Verfaſſung) Entſtehung des Unterſchieds der Stände, der Standesſtttlichkeit und Standesehre im Syſtem der Bedürfniſſe 402 @. Charakteriſtik des ſubſtantiellen, natürlichen Standes 402 8, 403 O, des zwei⸗ ten, des reflektierten Standes und des dritten, des denkenden Standes 403 @ (0 Bedürfnis). Zur ſtändiſchen Behörde 420 g, Kritik an den Ständeverſammlungen als geſetzgebenden Gewalten 423—425 9 (f. Staatsrecht) Betrachtung der Forderung, es dürfe kein Unterſchied der Stände ſtattfinden 199. „Gleichheit im Staatsleben iſt etwas völlig Unmögliches“ 199. Es iſt aber der durch die jeweilige Beſchäftigung bedingte Standesunterſchied von dem allein vor allem durch die Geburt bedingten zu unterſcheiden 199. Die Standesunterſchiede 2348
Stände, Standesunterſchiede / Stäudlin 11 bei den Indern 200, 202, in Platons Staat, im Feudalweſen des Mittelalters 201 (O Indien) 12 Über den durch Unterſchiede der Geburt und des Standes ver: urſachten geiſtigen Konflikt 283—289 (f. Kolliſion) [13, 182] Stanley, Thomas 17 „Eine der erſten Geſchichten der Philoſophie, die nur als Verſuch merkwürdig iſt, iſt the history of Philosophy by Thom. Stanley, London, 1655 .. .“ 146 (O0 Philoſophiegeſchichte) 19 329 (O neuere Philoſophie) Starck, Johann Auguſt 20 Hamanns Beziehung zu dem „berüchtigten (als Katholik und proteſtantiſcher Hofprediger in Darmſtadt verſtorbenen)“ Starck 241, 242 (O Hamann) Statue 13 Die mehrfarbige Statue der Griechen 360 (O Skulptur), 392 (O Stirne). Nacktheit der Statue bei den Agyptern 407 (O Klei— dung) „Die einzelne Statue“ 435—437 (O Skulptur) a) Sie iſt Tempelbild, in der Halle des Tempels aufgeſtellt, wo die ganze Umgebung ſich auf ſie bezieht 435 a) Die ſituationsloſe Göttergeſtalt in ſchöner, einfacher, tatloſer Ruhe, in unbefangener Situation ausgeführt 435 6) Das nächſte Heraustreten der Geſtalt beſteht darin, „daß in der ganzen Stellung ſich der Beginn einer Handlung oder das Ende derſelben andeutet“, aber ohne Störung der Ruhe 435. Beiſpiele 435, 436. Wandel in der Wertſchätzung der Venus Medici und des Apoll von Belvedere 435, 436 y) Lebendigkeit und Heiterkeit der griechiſchen Skulpturwerke 436, 437. Beiſpiele 437. „Es ſind dies der Natur abgelauſchte Momente, die flüchtig vorübergehn, hier aber vom Vildner fixiert erſchei— nen“ 437 Stäudlin, Karl Friedrich 1 Stäudlins Geſchichte des Skeptizismus 236 (O Skeptizismus) 2349
1 = DS m 2 11 13 15 16 20 19 Steen / Steinhart Steen, Jan Steen iſt darin ein Meiſter, „das Flüchtigſte treu und wahr feſt⸗ zuhalten“ 224 (O holländiſche Malerei) Steffens, Henrich Kritik an dem Steffensſchen Weſen 545, 544 (O Literatur) „Schelling und Steffens haben die Reihe der Planeten mit der Reihe der Metalle zuſammengeſtellt; das ſind ſinnreiche, geiſtreiche Zuſammenſtellungen“ 182 (O Planet). Kritik an Steffens’ Auf⸗ faſſung des Verhältniſſes zwiſchen Kohäſion und ſpezifiſcher Schwere 2258 Fußn. (O Kohäſion), 4168 (O Galvanismus). „Im Vegetabiliſchen und Animaliſchen wollte Steffens den Ge— genſatz des Kohlenſtoffs und Stickſtoffs wiederfinden“ 3988 (O Chemismus). Steffens über die Tonerde 430 8 (O Waſſer), über die Kieſelreihe und die Kalkreihe 471 8, 479 & (O Geologie) Stein „Stein der Weiſen“ 23, 25 (O Rechtsphiloſophie) Bearbeitung der Edelſteine bei den Syrern 255 (O Syrien) Zur Frage, ob die Architektur vom Holzbau oder vom Steinbau ausging 267 (O Architektur), 307 (O klaſſiſche Architektur) Der Stein als Material der Skulptur 447. Die Agypter nahmen Granit, Sienit, Bafalt uff. 447. Am beſten aber eignet ſich der Marmor 447, 448 (. Marmor). Bedeutung des Edelſteins 448, 421. Die Gemmen, Kameen 449. Verwendung des Onyx 449 (O Skulptur) 123 (O religiöſes Verhältnis), 184 (O vermitteltes Wiſſen) „Der Stein iſt für unſre Reflexion nicht ſo vollkommen als die Pflanze, dem Steine aber für ihn ſelbſt mangelt nichts, er fühlt und weiß von ſeinem Mangel nichts“ 17 (O beſtimmte Religion) 115, 184] Steinbart, Gotthelf Samuel 207 (O Hamann) Steinhart, Karl Heinrich Auguſt „Quaestiones de dialectica Plotini ratione“ 49, 49 Fußn. (O Plo⸗ tin) 2350
11 0 17 15 13 7 19 Stephan II. / Stewart Stephan II., Papſt Stephan II. und Pipin 460 (O Karl J. der Große) Stephanus, der erſte Märtyrer 226 (O Religion) Stephanus, Henri Eſtienne „Poèsis philosophica“ 346 (O Heraflit) Stern, Sterne 1178 Ein „Dafein der formellen Repulſion find die Sterne“ 118 8. „Ihre Figurationen können Ausdruck weſentlicher Ber: hältniſſe fein; fie gehören aber nicht der lebendigen Materie an, wo der Mittelpunkt ſich in ſich unterſcheidet“ 118 . „Man kann die Sterne wegen ihrer Ruhe verehren; an Würde ſind ſie aber dem konkreten Individuellen nicht gleichzuſetzen“ 1188, 119 2, 487 9. „Das Ausſchlagen des Raumes in abſtrakte Materie geht ſelbſt nach einem innern Geſetze vor, daß die Sterne Kriſtalliſatio— nen vorſtellten, die eine innere Verbindung hätten“ 119 @. Her⸗ ſchel und Kant 119 (O Fall) Das „exiſtierende allgemeine Selbſt der Materie iſt das Licht: als Individualität, der Stern“ 156 [vgl. 6, 176], 160 9 (O Licht) „Man hat in der Stadt herumgetragen, ich habe die Sterne mit einem Ausſchlag am organiſchen Körper verglichen . .. In der Tat mache ich aus einem Konkreten mehr, als aus einem Ab— ſtrakten, aus einer auch nur Gallerte bringenden Animalität mehr, als aus dem Sternenheer“ 487 9 (O Meer), 1188 In der perſiſchen Religion ſind die Sterne „Geiſter des Ormuzd, des allgemeinen Lichts und des an und für ſich Guten“ 430. Sie heißen Amſchadſpan 431 (O perſiſche Religion) Steropes, der Kyklop 45 (O griechiſche Götter) Steuern 405, 406, 407, 411 (O0 Verfaſſung) Stewart, Dugald 504, 505 (O neuere Philoſophie) 2351
Sticftoff / Stil Stickſtoff (Element, Sauerſtoff) 2 48 (O Phänomenologie) 4 Sauerſtoſſſtickſtofſverbindungen 459 (0 Maß) 8 Der Stickſtoff als „egiftierende Qualität“ 217 (O Dafein) 437 O (ſ. Chemie) , 9 Der Stidftoff als „die Abſtraktion der Indifferenz“ 396 8, 441 g, als „das tote Reſiduum, das der Metallität entſpricht: er ift irreſpirabel, brennt auch nicht; aber er iſt differenzierbar, ogydierbar, — die atmoſphäriſche Luft iſt ein Oxyd des Stickſtoffs“ 399 9 (vgl. 6, 196), 398 8 (O Chemismus) 438 O, 441 (O Chemismus) Stil 3 „Es find zwei Hauptſormen oder Stile der Kunſt zu unterſchei⸗ den, der antike und moderne. Der Charakter der erſten iſt plaſtiſch, objektiv, der der andern romantiſch, ſubjektiv. Der antike ſtellt die Individualität zugleich als allgemeinen, weſentlichen Cha⸗ rakter dar“ 224 (O Kunſt) 12 „Stil“ 394—395 (O Künſtler). „Le style c'est Thomme möme“; er iſt nad) diefer Anſicht „die Eigentümlichkeit des Subjekts“ 394. Rumohr dagegen ſaßt den Stil „als ein zur Gewohnheit ge— diehenes ſich Fügen in die inneren Forderungen des Stoſſes, in welchem der Bildner ſeine Geſtalten wirklich bildet, der Maler ſie erſcheinen machte 394. Weiter gefaßt betrifft der Stil dann „eine Darſtellungsweiſe, welche den Bedingungen ihres Materials eben— ſoſehr nachkommt, als ſie den Forderungen der Auffaſſung und Durchführung beſtimmter Kunſtgattungen und deren aus dem Begriff der Sache herſließenden Geſetzen durchgängig entſpricht“ 394, 395. Stilgeſetze der einen Kunſtgattung ſind nicht auf die der anderen zu übertragen 395. Mengs' Fehler hierin 395, Dürer 395 (O Künſtler) Bemerkung, „daß ſich weniger proſaiſcher und poetiſcher Stil überhaupt, als vielmehr antiker und moderner Stil durch das Übergewicht des eigentlichen und meta i oem phoriſchen Ausdrucks unterſcheiden“ 539 (O Metapher) 13 Der ſtrenge, ideale und angenehme Kunſtſtil 245—250 (O Aſthe⸗ tik). „Es iſt ein gewöhnliches Vorurteil, daß die Kunſt mit dem 2352
13 14 11 Stil / Stilicho Einfachen und Natürlichen den Anfang gemacht habe“ 245. „Die Schönheit, als Geiſteswerk, bedarf ſelbſt für ihre Anfänge bereits einer ausgebildeten Technik, vielfacher Verſuche und Übung, und das Einfache, als Einfachheit des Schönen, die ideale Größe, iſt vielmehr ein Reſultat“ 245, 246 Die Kunſt in ihren Anfängen erſcheint vielmehr als Künſtlichkeit 246, und hat abſtrakten Inhalt 246, 247 Der ſtrenge Stil 245, 247—248. Er macht „beim Gewichtigen Halt“, drückt dies in ſeinen großen Maſſen aus, und verſchmäht noch die Lieblichkeit und Anmut. Er läßt die Sache allein herrſchen, hält ſich noch an die Nachbildung des Vorhandenen 247. Alles Zufällige iſt entfernt, die Motive ſind einfach 247, 248 Der ideale, rein ſchöne Stil 245, 248 — 249. Er „ſchwebt in der Mitte zwiſchen dem nur fubftantiellen Ausdrucke der Sache und zwiſchen dem gänzlichen Heraustreten zum Gefälligen“ 248. „Wir können als den Charakter dieſes Stils die höchſte Lebendigkeit in einer ſchönen ſtillen Größe bezeichnen“ 248. Phidias, Ho: mer 248. Bei „wahrhafter Lebendigkeit“ finden wir zugleich Grazie, ein Herüberſichwenden zum Zuhörer, aber frei von jeder Sucht zu gefallen 248. Spekulative Erklärung dieſer Anmut 248, 249. „Es iſt keiner Außerung, keinem Teile Gewalt angetan, jedes Glied erſcheint für ſich, erfreut ſich einer eigenen Exiſtenz, doch be— ſcheidet ſich zugleich, nur Moment des Ganzen zu ſein“ 249 3. Der gefällige, angenehme Stil 245, 249—250. „Das Gefallen, die Wirkung nach außen kündigt ſich als Zweck an, und wird eine Angelegenheit für ſich“ 249. Apoll von Belvedere 249; Virgil und Horaz 250. In der gotiſchen oder deutſchen Baukunſt finden wir eine ins Unendliche ausgebildete Zierlichkeit 250. Die weitere All— gemeinheit dieſer ganzen Stufe der Kunſt iſt dann der Effekt 250, 251 (0. Effekt). Michelangelo 250. Der Dichter und Künſtler „mit ſeinen ſubjektiven Intentionen, ſeinem Machwerk und ſeiner Geſchicklichkeit der Ausführung“ drängt ſich vor 251. Stellung des Publikums zu den einzelnen Stilarten 251, 252 (ſ. Publikum). Die Franzoſen, die Deutſchen 252 (O Aſthetik) Der ideale Stil der Skulptur 378 (ſ. Skulptur) Der große, epiſche Stil 338 (.. epiſche Poeſie) Stilicho 431, 432 (O byzantiniſches Reich) Glockner, Hegel-Lerikon 148 2353
Stilpo / Stimme Stilpo 18 Stilpo als Eriſtiker 129 (0 Megariker), als Dialektiker 130 S — (O Euklid), 135, 138 (O Eubulides) „Stilpo“ 141—146 (0 Megariker). Diogenes über den Scharf⸗ ſinn von Stilpos Rede 141. „Bei Stilpo hebt ſich dies vornehmlich heraus, daß er das Allgemeine im Sinne der formellen, abſtrakten Verſtandes⸗Identität nahm“ 141. Er macht „die Form der Al: gemeinheit gegen das Beſondere geltend“ 141, 138 a) „Stilpo ſagt, daß der Dieſe gar nicht ſei und geſagt werden könne, daß nur das Allgemeine iſt“ 142, 141. Er behauptet das Allgemeine und hebt das Einzelne auf 142. Sein Feſthalten der Form des Allgemeinen drückt ſich in einer Menge von Anekdoten aus, die von Stilpo erzählt werden 142, 143 „Daß das Allgemeine im Philoſophieren geltend gemacht wird“ — „dies iſt ein Bewußtſein und Gedanke, zu dem die philoſophiſche Bildung unſerer Zeiten noch gar nicht gekommen iſt“ 143. Der ge⸗ meine Menſchenverſtand unſerer Tage behauptet: „das Unmittel— bare ſei das Wahre“ 143. Aber „die Sprache drückt weſentlich nur Allgemeines überhaupt aus“ 143, 144. Das Ich, das Jetzt wird zu Allgemeinem 143, 144 5) „Indem Stilpo das Allgemeine als das Selbſtändige ausſprach, löſte er Alles auf.“ Es gibt nichts Individuelles 144; „nur das Allgemeine iſt das Wahre“ 145 y) Stilpo kam zum Bewußtſein: »Man dürfe keinem Gegenſtande ein verſchiedenes Prädikat beilegen« 145, 144. Es irren die, welche Verſchiedenes von Verſchiedenem ausſagen 145, 146 (O Megariker) Zeno, der Cittiſche, und Stilpo 431 (O Zeno, der Stoiker) Stimme (Geſang, Klang, Ton) 138 (O Fichte) „Die Stimme iſt ein hohes Vorrecht des Tiers, das wunderbar erſcheinen kann; ſie iſt die Außerung der Empfindung, des Selbſt⸗ gefühls“ 580 8, 5818, 578 [P. St. 6, 205]. „Stimme iſt der geiſtig gewordene Mechanismus, der ſich jo ſelbſt äußert“ 581 8. „Die Stimme iſt das Nächſte zum Denken; denn hier wird die reine Subjektivität gegenſtändlich, nicht als eine beſondere Wirk— lichkeit, als ein Zuſtand oder eine Empfindung, ſondern im abſtrakten Elemente von Raum und Zeit“ 581 2354
9 10 11 14 20 10 2 10 Stimme / Stipulation „Die Stimme, als das tätige Gehör, iſt das reine Selbſt, das ſich als Allgemeines ſetzt: Schmerz, Begierde, Freude, Zufriedenheit ausdrückt“ 627 O, 628 8 (O Tier) Symbolwert der menſchlichen Stimme 1378. In der Stimme er— hält „die ſür⸗-ſich⸗ſeiende Idealität der Seele eine ihr völlig ent: ſprechende äußerliche Realität, — eine Realität, die unmittelbar in ihrem Entſtehen aufgehoben wird, da das Sichverbreiten des Tones ebenſoſehr fein Verſchwinden iſt“ 146 8, 147 Z. „Die artikulierte Sprache iſt die höchſte Weiſe, wie der Menſch ſich ſeiner innerlichen Empfindungen entäußert“ 147 g. Zur Phyſiologie der Stimme 147, 148 (O Empfindung) Der Menſch hat an der Stimme „ſelbſt unmittelbar ein Element, welches einen weiteren Inhalt, als nur die bloße ſinnliche Gegen— wart, zuläßt und ſordert“ 319 (O Griechen) Charakteriſtik der menſchlichen Stimme als das vollkommene Tönen, „als der Klang, den das Innere ſeiner Natur nach zum Ausdruck des Innern hat, und dieſe Außerung unmittelbar re— giert“ 170. Im Geſang iſt es der Seele eigener Leib, aus welchem ſie herausklingt 170. Eine Hauptſeite der Stimme, des Geſangs iſt „das Materielle des Klangs als Klangs, das reine Metall“ 170, 171 (OMufih) Stimmrecht Zur herrſchenden Gleichgültigkeit gegen das Stimmrecht in Eng— land 501. Gründe hierfür 501, 502, 505, 506. Das Stimmrecht und fein Gebrauch in den früheren Perioden der ſranzöſiſchen Revolution 504, 505 (O Reformbill) Stimmung Durch das bewußtloſe Bezogenwerden der äußeren Empfindung auf das geiſtige Innere entſteht in uns dasjenige, was wir Stim— mung nennen 135 9. „Die äußerliche Empfindung felber iſt das die Stimmung Erregende“ 135 (O Empfindung) Stipulation (Vertrag) Unterſcheidung der Stipulation vom Vertrag 134, 135, 140. Charakteriſtik der Stipulation 136—138, 140 (f. Vertrag) 387 [P. St. 6, 284] (ſ. Vertrag) 2355
13 17 18 9 17 — Stirn / Stoiker, ſtoiſche Philoſophie, Stoizismus Stirn Bedeutung der Stirn für das Geſicht und ſeinen geiſtigen Cha— rakter 388. Bedeutung des Übergangs von Stirn und Naſe 389 (O Geſicht). Die Stirn iſt in den Idealen der klaſſiſchen Skulptur⸗ geſtalt „weder herausgewölbt noch überhaupt hoch“ 391. In Her⸗ kulesköpfen iſt „die Stirn vorzugsweiſe niedrig, weil Herkules mehr die muskel voll nach außen gerichtete körperliche, als die nach Innen gewendete geiſtige Kräftigkeit hat“. „Im übrigen erſcheint die Stirn vielfach modifiziert, niedriger bei weiblichen reizenden und jugendlichen, höher bei würdevollen und geiſtig ſinnenden Geſtalten“ 391. Ihre ſanfte Wölbung zur Schläfe 392 (O Geſicht) Die Stirn in der ägyptiſchen Skulptur 454 (O ägyptiſche Skulp⸗ tur), in der äginetiſchen Skulptur 459 (O äginetiſche Skulptur) Stobäus Stobäus zu Anaximander 229, 230 u. Fußn. (0 Anaximander) Stobäus zu Kleanth 433, 437, zur ſtoiſchen Naturphiloſophie 439 (O Stoiker) Stöchiometrie Richters Prinzip der Stöchiometrie 435 8 (O Chemismus) Crot,eĩov Das Element (ororzeiov) 214 (O Thales). Die Elemente der Seele 285 (O Pythagoras) Stoiker, ſtoiſche Philoſophie, Stoizismus Antiochus übertrug die ſtoiſche Philoſophie in die Akademie 245, 246. Späterhin trennten ſich die Stoiker und Skeptiker völlig 246 (O Skeptizismus) „Stoizismus“ 158, 160162 (O Selbſtbewußtſein). Die Frei⸗ heit des Selbſtbewußtſeins, indem fie als ihrer bewußte Erſchei— nung in der Geſchichte des Geiſtes aufgetreten ift, hat Stoizis⸗ mus geheißen 160. Dies Bewußtſein iſt „negativ gegen das Ver— hältnis der Herrſchaft und Knechtſchaft“ zieht ſich „in die einfache Weſenheit des Gedankens zurück“ 160, 162. Doch „ſein Weſen iſt zugleich nur ein abſtraktes Weſen“ 161, ohne „die Erfüllung des Lebens“ 161, ohne „Inhalt an ihm ſelbſt“ 161, 162. „Der Skep⸗ 2356
2 2 11 16 Stoiker, ſtoiſche Philoſophie, Stoizismus tizismus iſt die Realiſierung desjenigen, wovon der Stoizismus nur der Begriff iſt“ 162 (ſ. Skeptizimus) „Im Stoizismus iſt das Selbſtbewußtſein die einfache Freiheit ſeiner ſelbſt“. Abgrenzung gegen den Skeptizismus und das un⸗ glückliche Bewußtſein 166, 171 (O unglückliches Bewußtſein) Vergleich des ſtoiſchen Selbſtbewußtſeins mit der Perſönlichkeit im Rechtszuſtand 368, 369. „Was dem Stoizismus nur in der Abſtraktion das Anſich war, iſt nun wirkliche Welt“ 369. Ver⸗ gleich ihrer beider Entwicklung 369, 372 (ſ. Sittlichkeit) Vergleich des ſtoiſchen Bewußtſeins mit dem ſich entfremdeten Bewußtſein 406 (O Glaube). Rückblick auf die „ſtoiſche Selbſtän⸗ digkeit des Denkens“, ihren Durchgang durch das ſkeptiſche Be— wußtſein und ihre Wahrheit im „unglücklichen Selbſtbewußtſein“ 571, 574 (O offenbare Religion) Zur „ſtoiſchen Anſicht, daß es nur Eine Tugend und Ein Laſter gibt“ 150, 151 (O Verbrechen) 199 (O Gewiſſen) 194 (O Dialektik) Die moraliſchen Schriften der Chineſen leſen ſich wie die der Stoiker als eine Reihe von Geboten, welche zum Ziele der Glück— ſeligkeit notwendig ſeien 110. Die Vorſtellung eines abſtrakten Subjekts, des Weiſen, iſt beiden gemeinſam 110 (O Weltgeſchichte) Der Stoizismus der römiſchen Kaiſerzeit 408, 409 (ſ. römiſche Philoſophie), 414 187 (O römiſche Religion). Der ſich in ſich konzentrierende Menſch im Stoizismus und Skeptizismus 274 (O criſtliche Religion). Das Subjekt „faßt ſich auf als das Extrem des abſtrakten Für⸗ ſichſeins, der abſtrakten Freiheit, die Seele ſ enkt ſich in ihre Tiefe, in ihren ganzen Abgrund“ 274. Das Ich, „die Seele in ihrer Tiefe, und die reale Seite ſind voneinander unterſchieden“ 274. Die Ausgleichung des Ich in ſich ſelbſt, die das Ich in der ſtoiſchen Philoſophie gewinnt, iſt nur abſtrakt 275 Vergleich der Zurückdrängung auf das innere Selbſtbewußtſein im Chriſtentum mit der in der Stoa, „die denkend durch die Stärke des eignen Geiſtes Wert hat und in der Welt, in der Natur, in den natürlichen Dingen und im Erfaſſen derſelben die Realität des Denkens ſucht, und ſomit ohne den unendlichen 2357
1 1 1 6 2 oo Stoiker, ſtoiſche Philoſophie, Stoizismus Schmerz iſt und zugleich in durchaus poſitiver Beziehung auf das Weltliche ſteht“ 312 (O chriſtliche Religion) Es kann heute keine Platoniker, Ariſtoteliker, Stoiker, Epikureer mehr geben 76. Lipſius wollte ein Stoiker ſein 77 (O Philoſophie⸗ geſchichte) „Im Stoizismus entwickelt ſich das reine Denken zur Totalität. Wird die andere Seite zum Geiſt, das natürliche Sein, die Emp⸗ ſindung zur Totalität gemacht, ſo haben wir Epikureismus“ 137, 138 (O griechiſche Philoſophie). Abwandlung des Stoizismus in der chriſtlichen Welt 141 (O chriſtliche Religion) Cicero über die Stoiker 206 (O Cicero) 152 (O Ariſtippos), 158 (O Hegeſias). Die „Rednerei vom Weiſen iſt allgemein bei den Stoikern“ 159 (O Annikeris), 152. Gegen⸗ ſatz zwiſchen den Stoikern und Epikureern 161 (O Kyniker) 270 (O Plato) 418 (O Ariſtoteles), 423 (O griechiſche Philoſophie). Die ſtoiſche Philoſophie gehört, zuſammen mit der epikureiſchen, dem Dogma— tismus an 423, 427, ihre Prinzipien 427, 428 (f. Dogmatismus) „Stoiſche Philoſophie“ 429-473 (O griechiſche Philo⸗ ſophie). Die ſtoiſche Philoſophie trat an die Stelle der kyniſchen und kyrenaiſchen Philoſophie 429, 428, 436. Es iſt nicht eigentliche Spekulation anzutrefſen, ſondern nur eine Anwendung des einſeitigen beſchränkten Prinzips 429. Vergleich mit Ariſtoteles 429, 430. Wohl iſt bei ihm auch das Einzelne auſgenommen, aber dies Aufnehmen vertilgt durch die ſpekulative Betrachtung 430. Der Stoiker „Betrachtung iſt nur ein Räſonieren aus unbe⸗ ſtimmten Prinzipien, oder Prinzipien, die nur die nächſten ſind“ 430 j Zur Geſchichte der ſtoiſchen Philoſophie 430-436. Der Stifter iſt Zeno, der Cittiſche 430—433 (ſ. Zeno, der Stoiker), ausgezeichnet ſind ferner Chryſippos 433, 434 (ſ. Chryſippos), weiterhin Diogenes von Seleukia 434, Panaitios 434, 435 und Poſidonios 435. „Später ſehen wir die ſtoiſche Philoſophie auch zu den Römern übergehen“ 435 [11, 408, 409; 16, 187], 472, 585. Sie wird — „wie bei Seneka und den ſpäteren Stoikern, einem Epiktet, Antonin“ — Rhetorik 435. Epiktet 435, 436 (ſ. Epiktet), Marcus Aurelius 435 (ſ. Marcus Aurelius) Quellen für die ſtoiſche Philoſophie find Cicero und Sextus Em2358
Stoiker, ſtoiſche Philoſophie, Stoizismus 18 pirikus, dann Seneca, Antonin, Arrian, Epiktet und Diogenes Laertius 436 Vergleich des Stoizismus mit dem Cynismus 436, 428, 429 Die Philoſophie der Stoiker teilt ſich in Logik, Phyſik, Ethik 436 1. „Phyſit“ 436—443. Sie iſt „ein aus älteren Phyſiken zu⸗ ſammengefaßtes Ganzes, nach der heraklitiſchen gebildet“ 436, 437, 438, 439, 441 „Der Hauptgedanke iſt dies: der 260, beſtimmende Vernunft iſt das Regierende, Herrſchende, Hervorbringende, durch Alles Ber: breitete, die allen Naturgeſtalten — als Produktionen des Aoyos — zum Grunde liegende Subſtanz und Wirkſamkeit; dieſen in ſeiner vernünftig wirkenden Tätigkeit nennen ſie Gott“ 437, 440. Die Hymne des Kleanth iſt in dieſem Sinne gedichtet 437. Das Studium der Natur hielten ſie für nützlich, um „die allgemeine Vernunft daraus zu erkennen“ 437 und, dem 76s, dem Natur⸗ geſetze, gemäß zu leben“ 437, 438 Unterſcheidung in tätigen und paſſiven Logos, in Qualität und Materie 438. Das Feuer als Grundprinzip 438, 439, als „Seele“ 439, 440. Die vier Elemente Feuer, Waſſer, Luft und Erde 438, 441. Aus ihrer Vermiſchung geht das Leben hervor 438, 439, 440. Über den Naturprozeß 439. Ciceros falſche Auffaſſung hier⸗ von 439, 440. Zur Auffaſſung, „daß jede Kraft, die im Teile (Organ) iſt, auch im Ganzen iſt“ 440, 441 Zur Vorſtellung von Gott und den Göttern 441, 437, 440, 442. Sie iſt unklar 441 Zuſammenfaſſung: „Die Stoiker bleiben beim Allgemeinen ſtehen“ 442. „Jedes Einzelne iſt in einem Aöyos gefaßt, dieſer iſt wieder im allgemeinen 7650s gefaßt, der der zönuos ſelbſt iſt“ 442. Der Aberglaube der Stoiker 442, 443, ihr Glaube an die Vor⸗ ſehung 442. Cicero hierzu 442, 443. „Indem die Stoiker von der Beſtimmung ausgingen, daß die Vernunft Gott ſei (ſie iſt gött⸗ lich, erſchöpft aber das Göttliche nicht): ſo machten ſie ſogleich den Sprung von dieſem Allgemeinen zum Beſonderen“ 443 2. „Logik“ 436, 443452. Die geiſtige Seite der ſtoiſchen Philo⸗ ſophie und ihr Prinzip betrachten wir näher bei der Beantwor⸗ tung der Frage: was das Wahre und Vernünftige ſei 443. „Das wiſſenſchaftliche Prinzip iſt die gedachte Vorſtellung“, das Wahre und Gute 443, 444. Dieſe begriffene Vorſtellung iſt das berühmte Kriterlum der Wahrheit der Stoiker 444, 446. »Bloße Vorſtel⸗ 2359
18 Stoiker, ſtoiſche Philoſophie, Stoizismus lung (parrasia) für ſich iſt Einbildung«; „das Zweite iſt Begreifen“ 444. Zenos Bild von der flachen, der ſich ſchließenden und der noch von der anderen umgriffenen Hand 444, 445 Zuſtimmung zur Definition der Wahrheit als der „Übereinſtim⸗ mung des Gegenſtands und des Bewußtſeins“ 446. Doch iſt dies nicht in dem Sinne gemeint, „daß das Bewußtſein eine Vorſtel⸗ lung hätte, und auf der anderen Seite ein Gegenſtand ſtünde, welche miteinander übereinſtimmen ſollten, ſo daß jetzt ein drittes ſein müßte, welches die Vergleichung anzuſtellen hätte“ 446. Was das Bewußtſein vergleichen kann, „iſt nichts, als ſeine Vorſtellung und — nicht der Gegenſtand, ſondern — wieder ſeine Vorſtellung“ 446. „Das Wahre des Gegenſtandes ſelbſt iſt darin enthalten, daß dies Gegenſtändliche dem Denken entſpricht, nicht das Denken dem Gegenſtande“ 447. Sextus Empirikus hierzu 447 Die Grenze dieſer allein intereſſanten Idee der Stoiker liegt darin, daß ſie „die Wahrheit nur ausdrückt als beſtehend in dem Gegenſtande als gedachten“ 447, 448, 449. Sie iſt formale, nicht reale Idee 447, 448. Eine Entwicklung dieſer Einheit finden wir nicht 448. „Das Höchſte iſt das Denken als Denken“ 448. „Das Denken gibt nichts her, als die Form der Allgemeinheit und Identität mit ſich; ſo kann alſo mit meinem Denken Alles über— einſtimmen“ 449, 552 Die Stoiker bauten die ſormelle Logik aus 449, 450, 451, 452. „Die Formen des Denkens ſind als ſolche für ſich geſetzt“, mit den Weſenheiten der Dinge haben ſie nichts zu tun 449. Damit iſt die Trennung geſetzt zwiſchen Verſtandestätigkeit und Gegenſtand 450. Gerade mit dieſem Gegenſatz ſchikanierte der Skeptizismus die Stoiker 450, 452. Der Stoiker Unklarheit über Phantaſie und Vorſtellung 450. Die Denkformen haben nicht die Geſtalt des In⸗ halts bekommen, ſie galten nur als Geſetze des Denkens 450, 451. Beſonders Chryſipp hat die logiſche Seite ausgebildet 450, 451 Der Stoiker Logik iſt nicht, wie bei Plato, die ſpekulative Wiſſen⸗ ſchaft der abſoluten Idee, ſondern es iſt formelle Logik 451, 452 3. „Moral“ 436, 449, 452—473. „Am berühmteſten hat nun die Stoiker ihre Moral gemacht“ 452. Formalismus dieſer Moral 452, 449, 454, 455 a) „Begriff der Tugend“ 453456. Diogenes Laertius' Ausſüh⸗ rungen zu Chryſipps ganz guten Expoſitionen 453. Beſtimmung des Menſchen iſt, „ſich ſelbſt zu erhalten, aber mit bewußtem 2360
18 Stoiker, ſtoiſche Philoſophie, Stoizismus Zweck, mit Beſonnenheit, nach dem Logos“ 453. „Im Menſchen iſt der 7678, das Vernünftige macht er zu ſeinem Zwecke“. Und die Vernunft wird der Künſtler des Triebes 454 Das Prinzip der Stoiker iſt im Allgemeinen das: Man müffe der Natur gemäß leben, d. h. der Tugend gemäß leben; denn zu ihr führt (det) uns die« (vernünftige) »Natur« 454, 455. Kritik an ſolchem im Kreiſe herumführenden Formalismus 454, 455 Die Stoiker ſprechen von »logiſchen, phyſiſchen Tugenden«. „Der Menſch muß als denkend gebildeter Menſch handeln“ 455. „Im Feſthalten dieſes Allgemeinen beſteht das Energiſche des Stoizis— mus“ 455, 460, 462. Doch iſt dieſes Allgemeine hohl, leer und langweilig 455, 456 b) Begriff des Nützlichen 456—463. „Das Nützliche iſt gleichſam Akzidenz der Tugend“ 456 und „jede gute Handlung iſt in der Tat nützlich“ 456. Die „Einheit der Tugend und der Glückſelig— keit, die Mitte, iſt als das Vollendete vorgeſtellt, nicht nur weder dem Selbſtbewußtſein noch dem Außeren angehörig“ 457 a) Die allgemeine Beantwortung der Frage: „ob die Tugend an und für ſich glücklich mache oder nicht, oder der Begriff der Glückſeligkeit in ihrem Begriffe liege“ 457. Die Antwort lautet: „Es liegt dies im Begriff des Handelns, und zwar des guten Handelns. Denn das Schlechte zerſtört das Weſen, es iſt der Selbſterhaltung entgegengeſetzt“ 457, 458 ß) Zur Frage: „wie ſich Tugend und Glückſeligkeit zueinander verhalten“ 458. „Die Stoiker ſagten, das an ſich Gute, das Voll— kommene nach der Natur, iſt die Tugend. Luſt, Vergnügen kann hinzukommen; es iſt aber gleichgültig, wenn es auch nicht kommt“ 458, 459 Eine Hauptform in Rückſicht auf die Moral iſt „finjs bonorum et malorum, summum bonum, das höchſte Gut“. Damit „tritt nun ſogleich der Gegenſatz ein von Tugend und Glückſeligkeit“ 459. Im „Sich⸗nach-der-Vernunft⸗betragen“ liegt der Verzicht auf alles, was den unmittelbaren Trieben, der Empfindung angehört 459. Hierin liegt die Freiheit des ſtoiſchen Charakters 459. „Glück⸗ ſeligkeit heißt im Allgemeinen nichts, als das Gefühl der Über⸗ einſtimmung mit ſich“ 459, 460. „Das Prinzip der ſtoiſchen Moral iſt das Zuſammenſtimmen des Geiſtes mit ſich ſelbſt; aber es iſt darum zu tun, daß dies nicht formell bleibe“ 460. „Man ſagt, der Menſch iſt frei, — und hat Beziehung auf anderes; darin iſt er 2361
Stoiker, ſtoiſche Philoſophie, Stoizismus 18 nun aber nicht frei, ſondern abhängig, — und in dieſe Seite fällt die Glückſeligkeit“. Es tritt alſo die alte Frage hervor, „die der Harmonie von Tugend und Glückſeligkeit“ 460, 461 „Die Stoiker haben nun geſagt, die Glückſeligkeit iſt der Genuß oder die Empfindung der Übereinſtimmung ſelbſt, die jedoch nur als innere Freiheit, innere Notwendigkeit, innere Übereinſtim⸗ mung mit ſich ſelbſt iſt“, als „Harmonie des vernünftigen Wol⸗ lens mit der äußerlichen Realität“ 461. Beſondere, ſubjektive Intereſſen ſind unwichtig dabei 461, 462 y) Der Gegenſatz innerhalb der Tugend ſelbſt 462. Da das allge— meine Geſetz Richtſchnur fein fol, alle Pflicht aber beſonderer Inhalt iſt, fällt die letzte Entſcheidung in das Subjekt 462. „Das Entſcheidende kann nur als ein Subjektives fein, es entſcheidet aus ſich als letzter Inſtanz (Gewiſſen)“ 462. „Es gibt nur Eine Tugend; und der Weiſe iſt der Tugendhafte“ 462 Seneca und Antonin über das Leidenſchaftliche 463 c) Das Ideal des Weiſen 463—472. Charakteriſtik des Weiſen 463. Wären die Stoiker „über den bloßen Begriff des Handelns für an ſich ſeienden Zweck hinausgegangen, ſo würden ſie nicht nötig gehabt haben, es als ein Subjekt auszudrücken“ 464. Sie brauchten dieſe „ſubjektive Sittlichkeit“ 464. Glückſeligkeit iſt für den Selbſtgenuß des vernünftigen Bewußtſeins der Stoiker „ein ſchiefer Ausdruck“; denn „in der Glückſeligkeit liegt das Moment des Selbſtbewußtſeins als ſeiner Einzelnheit“ 465. Um Einzeln⸗ heit aber iſt es dem ſtoiſchen Selbſtbewußtſein nicht zu tun, ob— wohl es über den Einzelnen, den Weiſen, nicht hinauskommt 466. „Denken des Denkens“ herrſcht, aber „die reale Erfüllung, die gegenſtändliche Weiſe fehlt“ 466. Die Beſchreibung des Ideals des Weiſen, das die Stoiker machten, iſt „Rednerei“ 467, 468 Die Stoiker fanden kein konkretes Prinzip; das ihrige iſt formell, abſtrakt 468 a) Sie haben Räſonnement aus Gründen; aber für alles gibt es gute Gründe 469. Antonin, Seneca 469 5) Ihr höheres, obwohl negativ formelles Prinzip liegt darin, „daß das Gedachte allein als ſolches Zweck und Gut ſei“ 469, 470. „Das ſtoiſche Prinzip iſt ein notwendiges Moment in der Idee des abſoluten Bewußtſeins; es iſt auch eine notwendige Zeit⸗ erſcheinung“ 470. „Es liegt hierin die Beſtimmung der abſtrakten Freiheit, der abſtrakten Unabhängigkeit“ 470. „Nur das Subjekt, 2362
Stoiker, ſtoiſche Philoſophie, Stoizismus 18 als ſolches, ſoll ſeine Freiheit in ſich behaupten“, eine „objektive Sittlichkeit“ fehlt 471. Würdigung des Kaiſers Markus Antoninus 471. Gegenüberſtellung des Gewiſſens und der ſtoiſchen Freiheit 472. „Das Gewiſſen iſt, daß die Pflichten nicht bloß als geltend erſcheinen, ſondern auch in mir gelten als gewiß, den Charakter des Allgemeinen in mir haben, innerlich anerkannt ſind“ 472. „Zu dieſem Konkreteren als abſtrakte Sittlichkeit einmal, und das andere Mal als in mir, der ein Gewiſſen hat, iſt das ſtoiſche Prinzip noch nicht gekommen“ 472 Die ſtoiſche Philoſophie iſt beſonders in der römiſchen Welt zu Hauſe geweſen 472. Beſonders die römiſchen Rechtsgelehrten ſollen ſtoiſche Philoſophen geweſen ſein 472, 473 (O griechiſche Philoſophie) Epikur und die ſtoiſche Philoſophie 473, 474, 476, 481, 495, 496, 497, 503, 512 (O Epikur), 507, 513. Die Einſeitigkeit beider Sy⸗ ſteme 513, 514. Verhältnis zwiſchen ſtoiſchem und epikureiſchem Syſtem 513, 514 (0 Epikur), zwiſchen den Stoikern und der neuen Akademie 517 (O Akademie) Arkeſilaos und der Stoizismus 518, 519, 521, 524, 525, 527 (s. Arkeſilaos) Karneades und der Stoizismus 529, 532 (O Karneades) 546, 547 (O Skeptiker), 554, 560, 569, 570, 577 (O Sextus Em: piricus) 585 (O griechiſche Philoſophie) 19 Rückblick auf den Stoizismus im Zuſammenhang der Philo⸗ ſophie der Neuplatoniker 3, 4, 10, II, 15 (f. Neuplatoniker) 33, 34 (O alexandriniſche Philoſophie) Plotin und die Stoiker 40, 42 (O Plotin) Das „Denken des Denkens iſt im Stoizismus als Prinzip aller Welt; es iſt Verſuch, Aufgabe, ſie als Denken zu faſſen“ 95 (O alexandriniſche Philoſophie) 152 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Albertus Magnus' Erklärung des Namens der Stoiker 179 (O Albertus Magnus). Wiederaufleben der Stoiker im allgemei⸗ nen Aufblühen des Studiums der Alten 215 (O Pomponatius), 217 (O Lipſius) Die abergläubiſchen Stoiker 293 (O Baco). „Bei den Stoikern gilt die Beſtimmtheit als gedachte“ 484 (O neuere Philoſophie) 2363
Stoiker, ſtoiſche Philoſophie, Stoizismus / Stoß 19 Kant und die Stoiker 551, 592 (O Kant). Rückblick auf die Stoiker 687 (O neueſte deutſche Philoſophie) 20 396 (O Ohlert) Stolberg, Friedrich Leopold, Graf zu 7 Fr. H. Jacobi an den Grafen Holmer über Stolbergs religiöfe Veränderung 214 Fußn. (O Gewiſſen) 20 237 (O Hamann) Stoß 6 170 (O Mechanik) 9 „Der Stoß“ 97, 100-111 (O Materie) 8 265 8 Die Mitteilung der Bewegung zwiſchen zwei trägen Kör— pern; ihre Schwere, ihr Druck und ihre Geſchwindigkeit 100 @ Zuſatz. „Im Stoß zweier Körper aufeinander ſind beide als ſich bewegend anzuſehen; denn es iſt der Kampf um Einen Ort“ 1018, 1008. In der Berührung der Maſſen beginnt die Idea— lität der Materie überhaupt 101 2, 102 H, 108 Z. Die Elaſtizität 1028, 1018. Stoß iſt ebenſo Widerſtand, und Druck iſt Bewegung, die Trennung von der andern Maſſe aufzuheben 103 g, 102 H. „Druck und Stoß find die beiden Urſachen der äußerlichen mechaniſchen Bewegung“ 103 G [vgl. 6, 170] 8 266 0 [vgl. 6, 8 215 |. Mechanik] Das Gewicht, als intenfive Größe in einem Punkt konzentriert im Körper ſelbſt, iſt ſein Schwerpunkt; aber der Körper iſt als ſchwer Dies, feinen Mittelpunkt außer ſich zu ſetzen und zu haben 103 logl. 6, 171, 172]. Der Fall 104 H. Zum Geſetz der Trägheit 104 9, feine Beziehung zum Satz der Identität 104 g. Kritik an Descartes’ Satz, daß ſich im Univerfum immer das gleiche Quantum Bewegung erhalte 104 C. Kritik an Newtons Auffaſſung der vis centrikuga und des Geſetzes der Trägheit 105 8, 108 g. Er verſelbſtändigt die ein⸗ zelnen Kräfte 105 8 Fußn., 106 g, 108 g. Die Vernachläſſigung der Reibung 106 8 [ogl. 6, 171], 108 S, 109 8 Zuſatz. Beſtimmung der Schwere als eine Bewegung die Ent⸗ fernung vom Zentrum aufzuheben 106 g. Die Richtung, der Fall 106 8, 107 g, der Hebel, der abſolute Schwerpunkt 107 g. Cha⸗ rakteriſtik der „Ruhe, zu welcher der Fall die äußere Bewegung bringt“ 1089. Die Pendelbewegung 109 g, 110 2 [vgl. 6, 171], 2364
9 11 13 17 4 Stoß / Strafe Bedeutung der Reibung 109 O [vgl. 6, 171], Bedeutung der Schwere für fie 110 8, 1099. Der Wurf als Fall und die Pendel⸗ bewegung als Fall und Wurf zugleich 110 8, 1118 155 8 (O Phyſik), 222 8 (O Kohäſion) Strabon Strabo über die Kaſten der Agypter 272 (O Agypten) Strabo ſah noch eine der großen Memnonsſtatuen zu Theben er⸗ halten 282. Seine Schilderung der ägyptiſchen Tempelbezirke 284, 285 (O ägyptiſche Architektur). Strabo über das Labyrinth unweit des Sees Möris 288 (O Labyrinth), über den Zweck der Pyramiden 293 (O Pyramiden) 298 (O Kenophanes), 314 (O Parmenides) Strafe (Verbrechen) Charakteriſtik einer empiriſchen Behandlung der Strafe 444 (O Naturrecht). „Die Strafe iſt Wiederherſtellung der Freiheit, und der Verbrecher ſowohl iſt frei geblieben, oder vielmehr frei gemacht, als der Strafende vernünftig und frei gehandelt hat. In dieſer ihrer Beſtimmung iſt alſo die Strafe Etwas an ſich, wahrhaftig unendlich und etwas Abſolutes, das hiermit ſeine Achtung und Furcht in ſich ſelbſt hat; ſie kommt aus der Freiheit, und bleibt ſelbſt als bezwingend in der Freiheit“ 485. Dagegen iſt die Strafe, als Zwang vorgeſtellt, etwas ſchlechthin Endliches, „eine Ware, für die etwas anderes, nämlich das Verbrechen, zu erkaufen iſt“ 485 (O Naturrecht), 519, 520 Verkehrung der Strafe in zu Ehren bringende Begnadigung 130, in Wohltat für den Verbrecher 131. Verkehrung des Verbrechens dem Inhalt nach an der wirklichen Strafe; und Verkehrung der wirklichen Strafe am Geſetz 132 (O Verſtand) Es muß angenommen werden, „daß es im abſoluten Willen des Verbrechers ſelbſt liegt, daß er beſtraft werde“ 47. Es iſt eine unmoraliſche Geſinnung, etwas aus Furcht vor der Strafe zu tun 52 (O Propädeutitk). Verwandlung der bloßen Wiedervergel— tung in Strafe 68. Unterſcheidung von Rache und Strafe 69, 218 (O Recht) [7, 301, 302; 10, 389, 390, 406; 12, 253] Die Strafe hat mannigfaltige Gründe 579, 580 (O Grund) 2365
2 10 11 12 13 Strafe 86 (O Rechtsphiloſophie), 147 (O Betrug). Zur Theorie der Strafe, die in der poſitiven Rechtswiſſenſchaft neuerer Zeit mit am ſchlechteſten weggekommen iſt 153. Die Strafe iſt nicht als ein notwendiges Übel zu betrachten, ſondern es handelt ſich um Unrecht und um Gerechtigkeit 153, 154. Es kommt allein darauf an, „daß das Verbrechen und zwar nicht als die Hervorbringung eines Übels, ſondern als Verletzung des Rechts als Rechts aufzuheben iſt, und dann welches die Exiſtenz iſt, die das Verbrechen hat und die aufzuheben iſt; ſie iſt das wahrhafte Übel, das weg⸗ zuräumen iſt, und worin ſie liege, der weſentliche Punkt“ 154, 157. Die Feuerbachſche Straftheorie gründet die Strafe auf Androhung 154. „Aber die Drohung, die im Grunde den Men— ſchen empören kann, daß er ſeine Freiheit gegen dieſelbe beweiſt, ſtellt die Gerechtigkeit ganz beiſeite“ 155. Der Verbrecher hat ein Recht auf Strafe 155, er wird in der Strafe als Vernünftiges geehrt 156. Die Strafe als Wiedervergeltung 156, 157, 158, 159, 160. Strafe und Rache 159, 160 (ſ. Verbrechen) 191, 192 (O Gutes). Das Strafmaß iſt abhängig vom jeweiligen Zuſtand der bürgerlichen Geſellſchaft, die durch das Verbrechen getroffen wird 299, 300 (O Rechtspflege) 151. Rache und Strafe 301, 302 (O Gericht) Durch das Geſetz iſt mit dem Verbrechen notwendigerweiſe Strafe verbunden; „dem Verbrecher kann dieſe zwar als etwas ihm Fremdes erſcheinen; im Begriff des Verbrechens liegt aber we— ſentlich deſſen Gegenteil, die Strafe“ 2708 (O Verſtand) Rache und Strafe 389 [P. St. 6, 285]. Die Strafe wendet ſich an die Perſon oder das Eigentum des Verbrechers und übt Zwang gegen denſelben aus 390 9 (O Recht — Unrecht). Verwandlung der Rache in Strafe 406 0 (O Rechtspflege) Prügelſtrafe in China 179. „Zucht geht auf Beſſerung, Strafe involviert eine eigentliche Imputabilität“ 179 (O China) „Die geſetzliche Strafe macht das allgemeine feſtgeſetzte Recht gegen das Verbrechen geltend . . .“. „Die Rache kann gleichfalls an fi) ſelbſt gerecht ſein, aber fie beruht auf der Subjektivi⸗ tät...“ 253 (O Heroenzeit) Das Maßloſe in den Strafen, welche die neuen griechiſchen Göt— ter den geſtürzten Titanen auferlegten 54, 55 (0 griechiſche Götter) 2366
Strafe / Strophe 15 Die Strafe im heidnifhen Kultus 247. Strafe, Buße und Reue 255 (O Kultus). Hervortreten der Strafe bei den Agyptern 454 (O ägyptiſche Religion) 16 Die Strafe als ein Beiſpiel, daß die abſolute Notwendigkeit Frei⸗ heit iſt, und an ihr ſelbſt die Freiheit enthält 25. Die Strafe kommt als Übel an den Menſchen, als Gewalt, fremde Macht, äußere Notwendigkeit. „Erkennt aber der Menſch die Strafe als gerecht, ſo iſt ſie die Folge und das Geſetz ſeines eigenen Willens, welches in ſeiner Handlung ſelbſt liegt“ 25 (O Notwendigkeit) Die Strafe der Austreibung aus dem Paradies 75. Bei den Ju⸗ den iſt die Strafe, die an den Ungehorſam geknüpft iſt, nicht die abſolute Strafe, ſondern nur ein äußeres Unglück, nämlich der Verluſt des Beſitzes 88. Betrachtung ſolcher in fürchterlichen Flüchen angedrohten Strafen im 3. Buch Moſes im 26. Kapitel 88 (O jüdiſche Religion) Das Poſitive bei Strafen 199, 200 (O Poſitives) 18 Platon über die Strafe 18 (O Sophiſten) Straßburger Münſter 14 Die Hauptfaſſade liefert ein großartiges Beiſpiel, wie die ſpätere Architektur des 14. Jahrhunderts „ihre ungeheuren Wandungen in einer ſelbſt architektoniſchen Weiſe ausfüllt“ 22 (O Malerei) 20 Tiecks und Goethes Bewunderung für das Münſter 160 (O Solger) 197 (O Solger) Straton von Lampſakos 18 Strato, der Nachfolger des Theophraſt, war als Phyſiker berühmt 418, 419 (O Ariſtoteles), 423 (O Dogmatismus) Strauß, Gerhard Friedrich Abraham 20 526 (O Rektoratsrede) ſtrenger Stil ſ. Stil Strophe 14 Das elegiſche Versmaß der Griechen 295. Die alkäiſche Strophe der Griechen 295, 297 (O Verſifikation), 471 (O griechiſche Lyrih), 2367
Strophe / Styx 14 der Römer 306 (O Reim), die alkäiſche Strophe und der Reim 318 (O Verſifikation). Die ſapphiſche Strophe der Griechen 295, 297, 471, der Römer 306, ihre Beziehung zum Reim 318. Die Strophe des Pindar 295 (O Verſifikation) Die Strophe in der lyriſchen Poeſie 314 (O Reim) Stuart, altes Geſchlecht in Schottland 15 259 (O Religion) 20 494 (O Reformbill) Stubengelehrter 13 438, 439 (O Skulptur) ws Stufengang (Entwicklung) 1 „Der Geiſt, ehe er zum wahren Begriffe ſeines abſoluten Weſens gelangt, hat einen in dieſem Begriffe ſelbſt begründeten Verlauf von Stufen durchzugehen“ 110. Ihnen entſprechen die ſich fol— genden Geſtaltungen der Kunſt 110, 111 (0 Aſthetih 13 „Das Göttliche aber überhaupt iſt weſentlich als Einheit des Natürlichen und Geiſtigen zu faſſen; beide Seiten gehören zum Abſoluten, und nur die verſchiedene Weiſe, in welcher dieſe Har⸗ monie vorgeſtellt wird, macht nach dieſer Seite hin den Stufen— gang der unterſchiedenen Kunſtformen und Religionen aus“ 37 (O griechiſche Götter) Stuhr, Peter Fedderſen -] Seine Schrift: „Vom Untergange der Naturſtaateu. Berlin 1812“ 453 (O Orient) Sturz, Friedrich Wilhelm 17 Sturz in Leipzig hat von Empedokles über 400 Verſe zuſammen⸗ gebracht: „Empedoeles Agrigentinus“ 370 (O Empedokles) Styx 16 Der Styx wird zu den alten Göttern gerechnet 103 (O griechiſche Religion) 215, 218 (O Thales) 2368
ww a O 1 10 Subjekt Subjekt (Einzelnheit, Subjekt — Objekt, Subjektivität, Subjek⸗ ti ves, Subſtanz — Subjekt) Im Urteil iſt das Subjekt die Seite der Einzelnheit oder Be— ſonderheit 140, 147, 148, 181—182 (ſ. Urteil). Das Subjekt im identiſchen und unendlichen Urteil 151, 181, im univerſellen Ur: teil 153, im Urteil der Notwendigkeit 153 (O Urteil) „Das Negative des Negativen iſt als Etwas nur der Anfang des Subjekts; — das Inſichſein nur erſt ganz unbeſtimmt“ 130 (O Daſein) Das Subjekt im Urteil 66, 67, 68, 69, 70, 71, 72 (f. Urteil) und zwar A. im Urteil des Daſeins 74, im poſitiven 76, 77, im negativen 87, im unendlichen Urteil 91 (ſ. Urteil) B. im Urteil der Reflexion 91, im ſingulären 94, im partikulären 95, 96, im univerſellen Urteil 96, 98, 100 (f. Urteil) C. im Urteil der Notwendigkeit, im kategoriſchen 101, 102 (f. kate⸗ goriſches Urteil), im disjunktiven Urteil 105, 110 (. disjunktives Urteil) D. im Urteil des Begriffs, im aſſertoriſchen 112, 113 (f. aſſer⸗ toriſches Urteil), im problematiſchen 114, 115 (ſ. Urteil), im apodiktiſchen 116 (ſ. apodiktiſches Urteil) Das Subjekt im Urteil 101, 102 [P. St. 8, 364, 365], 104, 105 [P. St. 8, 369, 372] im Urteil des Begriffs 108 [P. St. 8, 382] (ſ. Urteil) 231 [P. St. 10, 46], 252 [P. St. 10, 294] (f. Geiſt) Der Wille als Subjekt 59 (O Wille). Auf dem moraliſchen Stand— punkt beſtimmt ſich die Perſon zum Subjekte 164 (. Moralität), 272 (O Bedürfnis). „Was das Subjekt iſt, iſt die Reihe ſeiner Handlungen“ 182 (O Abſicht) Die Idee iſt in ihrer entwickelten wahrhaften Wirklichkeit Subjekt, Geiſt 424 0 (O Idee). Das Subjekt im Urteil 364 [P. St. 6, 101), 365, 366 O, 368 [P. St. 6, 104, 105], 372—375 [P. St. 6, 105] (ſ. Urteil) Der fi in ſich beſtimmende Geift, als Subjekt für ſich, iſt der Gegenſtand der Pſychologie 46 [P. St. 6, 231], 26 , 48 S, 50 g, 512, 294 [P. St. 6, 252] (f. Geiſt) Glockner, Hegel⸗Lexikon 149 2369
1 1 XD 1 2 — — 1 = 19 Subjekt Die Reinigung des Subjekts zum wirklichen, konkreten Subjekt im Chriſtentum 448, 450 (f. Germanen) Endlichkeit und Unfreiheit des Subjekts im Theoretiſchen und Praktiſchen 163 (O Schönes). Der Stil als eine Eigentümlichkeit des Subjekts 394 (ſ. Stil) „Das Subjekt iſt das Bedeutende für ſich ſelbſt, und das ſich ſelbſt Erklärende“ 420. Seine Bedeutung in der Kunſtdarſtellung 420, 421 (O Symboh, in der bewußten Symbolik 431 (O ſym⸗ boliſche Kunſtform) Zur leeren Subjektivität der Allegorie 528 (f. Allegorie). Das Subjekt im Bildlichen 542 (ſ. Bild) Charakteriſtik des ſich wiſſenden wirklichen Subjekts zur Zeit der Auflöfung des griechiſchen, klaſſiſchen Staatslebens 111 (O klaſ⸗ ſiſche Kunſtform). Das Subjekt in der Satire 114, 115 (ſ. Satire) In der romantiſchen Kunſtform iſt es das „wirkliche, einzelne Subjekt in ſeiner inneren Lebendigkeit, das unendlichen Wert erhält“ 124. In der Erlöſungsgeſchichte Chriſti wird „der Prozeß der Negativität durchgangen, in welchen das abſolute Subjekt als Überwindung der Endlichkeit und Unmittelbarkeit ſeiner menſchlichen Erſcheinung eintritt“ 141. Im weltlichen Kreis der romantiſchen Kunſtform durchkoſtet das Subjekt „die ſubjektive unendliche Beziehung auf ſich“ in der Ehre, der Liebe, der Treue 167, 190 (. romantiſche Kunſtform). Das individuelle Subjekt als Charakter 195 (f. Charakter) 5 „Subjekt iſt dies, daß es in ihm dies Andersſein ſich gibt und durch Negation ſeiner zu ſich zurückkehrt, ſich hervorbringt“ 450 (O ägyptiſche Religion) Betrachtung des Verhältniſſes des Subjekts zur Natur in der beſtimmten Religion 8, 9 (f. beſtimmte Religion) Beginn des Subjekts im Zweck 27, 28 (f. beſtimmte Religion) 185 (O römiſche Religion). Es iſt ein wichtiger Fortſchritt unſerer Zeit, daß in der abſoluten Religion „das Bewußtſein des Sub— jekts als abſolutes Moment erkannt iſt“ 194 (ſ. abſolute Religion) Subjekt und Sein in der abſoluten Religion 212 (f. Gottes: beweiſe) Im Chriſtentum wird „das Intereſſe des Subjekts ſelbſt mit hineingezogen“. Es ſpielt hier die weſentliche Rolle: „das Gott 2370
19 — 5 6 Subjekt / Subjekt — Objekt, ſubjektiv — objektiv realiſiert ſei und ſich realiſiere im Bewußtſein der Individuen“ 100, 102. „Es iſt weſentlich, daß dieſes Subjekt dabei ſei“ 107, 114 (ſ. Chriſtentum) Subjekt — Objekt, ſubjektiv — objektiv (Subjekt, Subjektives, Subjektivität, Subſtanz — Subjekt) In Kants Deduktion der Verſtandesformen iſt das Prinzip der Spekulation, die Identität des Subjekts und Objekts aufs beſtimmteſte ausgeſprochen 34, 33, 35. Bei Fichte iſt die Identität des Subjekts und des Objekts in der Form Ich — Ich Prinzip des Syſtems 35, 75, 77—98 (ſ. Fichte). Dieſes „Subjekt⸗Objekt erweiſt ſich als ein ſubjektives Subjekt-Objekt“ 35, 75, 76 (vgl. 88), 95, 98, 122, 130, 131. Schelling ſtellt dem ſubjektiven Subjekt⸗ objekt in feiner Naturphiloſophie ein „objektives Subjektobjekt“ entgegen 36, 122, 125. Daß aber „abſolute Identität das Prinzip eines ganzen Syſtems ſei, dazu iſt notwendig, daß das Subjekt und Objekt, beide als Subjekt⸗Objekt geſetzt werden“ 122, 125, 128. „In der abſoluten Identität iſt Subjekt und Objekt auf: gehoben; aber weil ſie in der abſoluten Identität ſind, beſtehen fie zugleich“ 123, 124, 128. Zu Schellings ſubjektivem SubjektObjekt und objektivem Subjekt⸗Objekt und ihrer gegenſeitigen Durchdringung 136 (f. Fichte) Das Verhältnis von Subjekt und Objekt in der bisherigen Logik 38, 39 und dem gegenüber in der älteren Metaphyſik 39. Über⸗ windung des Gegenſatzes von Subjekt und Objekt in der neuen Logik 60, 61, 62 (ſ. Logik) 178 (f. Objektivität). Setzung des ſubjektiven Zwecks als konkreten objektiven Begriff 217—221 (f. Teleologie). Faſſung der Idee als „Subjekt⸗Objekt“ 241 (ſ. Idee) [8, 426] Die Logik als „die reine ſpekulative Philoſophie“ iſt „einerſeits die ſubjektive und hiemit die erſte Wiſſenſchaft“ und andererſeits „die realallgemeine oder objektive Wiſſen ſchaft“ 37 2 (O Logih) Die Beziehung des Begriffs auf das Sein, oder des Subjekts auf das Objekt iſt der intereſſanteſte und ſchwierigſte Punkt der Phi⸗ loſophie. „Seine größte Bedeutung hat derſelbe in der Aufgabe erhalten, aus dem Begriffe Gottes ſein Daſein zu beweiſen“ 115 [vgl. 8, 399, 398, 399 @, 400 © ſ. Begriff], 118 130 [P. St. 8, 426 f. u.] 2371
2 E D 1 o 11 — ot 1 A 18 Subjekt — Objekt, ſubjektiv — objektiv Die Formen des ſubjektiven und objektiven Willens 75—78 (f. Wille), 60, 61 (O Wille). Ihre Vereinigung im moraliſchen Han— deln 166—170, 171 (ſ. Moralität) „Kants Unterſuchung der Denkbeſtimmungen leidet weſentlich an dem Mangel, daß dieſelben nicht an und für ſich, ſondern nur unter dem Geſichtspunkt betrachtet werden, ob ſie ſubjektiv oder objektiv ſeien“ 125 8, 126 8, 124 [P. St. 6, 43] (ſ. Kritizismus) Übergang des Subjekts in das Objekt bei der Realiſierung des Begriffs 398, 399 [P. St. 6, 118, vgl. 115], 400 8 (0 Begriff). Faſſung der Idee als „Subjekt-Objekt“ 426 (O Idee) [P. St. 6, 130] Objekt⸗Subjektſpaltung und ihre Fixierung in der Naturbetrach— tung 39 8, 409. Möglichkeiten der Überbrückung eines ſolchen theoretiſchen Gegenſatzes 40—48 8 (ſ. Naturbetrachtung) „Der Unterſchied des ſubjektiven und des objektiven Geiſtes iſt nicht als ein ſtarrer anzuſehen“ 48 H, 478 (f. Geiſt) „In dem Lebendigen ſchlägt das Objekt in das Subjektive um, — da entdeckt das Bewußtſein ſich ſelber als das Weſentliche des Gegenſtandes, reflektiert ſich aus dem Gegenſtande in ſich ſelbſt, wird ſich ſelber gegenſtändlich“ 265 8 (0 Bewußtſein) Vereinigung des Subjektiven und Objektiven in Religion und Kunſt 83, in der Philoſophie 84 (O Religion) „Endliches oder Unendliches, Subjekt oder Objekt ſind abſtrakte Formen“, die in dem abſolut reichen, konkreten Inhalt, wie die Religion iſt, nicht an ihrem Platze find. Wohl müſſen fie vorkommen, „da fie Momente des weſentlichen Verhältniſſes find“, aber ihre „logiſche Erkenntnis muß im Rücken liegen“ 72. Subjekt und Objekt ſind „verſchieden, aber auch zugleich untrennbar“ 73 (O Religion sphiloſophie) Zur Subjekt⸗Objektbeziehung im Gefühl 138, im religiöſen Gefühl 140 (f. Gefühl) Heraklits Einſicht in die „Einheit des Realen und Ideellen, des Objektiven und Subjektiven; das Subjektive iſt nur das Werden zum Objektiven, iſt ſonſt ohne Wahrheit: das Objektive iſt Wer⸗ den zum Subjektiven“ 351 (ſ. Heraklit) „Das Allgemeine iſt, beim Gegenſatz des Subjektiven und Ob— jektiven, das, was ebenſoſehr ſubjektiv, als objektiv iſt; das Sub⸗ 2372
18 19 — Subjekt — Objekt, ſubjektiv — objektiv / Subjektives, Subjektivität jektive iſt nur ein Beſonderes, das Objektive iſt ebenſo auch nur ein Beſonderes gegen das Subjektive, das Allgemeine iſt die Einheit beider“ 74 (O Sokrates) „Der Begriff ſagt: Das Wahre iſt die Einheit des Subjektiven und Objektiven, und darum weder das Eine noch das Andere, wie ſowohl das Eine als das Andere. In dieſen tiefſten ſpekula⸗ tiven Formen hat Ariſtoteles ſich herumgearbeitet“ 331, 332. „Der vob iſt das Tätige, das Denken, und das Gedachtwerdende, — jenes iſt das Subjektive, dies das Objektive; beides unterſcheidet er wohl, aber ebenſo ſtreng und feſt ſpricht er auch die Identität von beiden aus“ 390 (O Ariſtoteles) Arkeſilaos ſtellt den Gegenſatz von Subjektivem und Objektivem auf 524. „Um dieſen Punkt hat ſich eine Zeitlang die ganze Bil— dung auch der modernen Philoſophie gedreht“ 524, 525, 523 (O Arkeſilaos), 583 (O Sextus Empiricus) „Der Skeptizismus und Dogmatismus, als Bewußtſein, Erfennen, ſetzt den Gegenſatz von Subjektivität und Objektivität. Plo⸗ tin hat ihn weggeworfen“ 67 (O Plotin) Teilung in Subjektivität und Objektivität bei Kant 562, 573 (O Kant), bei Schelling 654, 663—665, 666, 667, 674 (f. Schelling) Subjektivismus f. Herz, ſ. Meinung, ſ. unmittelbares Wiſſen Subjektives, Subjektivität (Freiheit, Subjekt, Subjekt — Objekt, Subſtanz — Subjekt) „Glauben und Wiſſen oder die Reflexionsphiloſophie der Sub— jektivität, in der Vollſtändigkeit ihrer Formen, als Kantiſche, Jacobiſche und Fichteſche Philoſophie“ 277—433 (f. Glaube). Zur Subjektivität des Proteſtantismus 281, 282 (O Glaube). Zum Prinzip der Subjektivität in der Kantiſchen Philoſophie 294, 295, 306, 311. Ihr iſt eigentümlich, „daß fie ihre abſolute Subjektivi— tät in objektiver Form nämlich als Begriff und Geſetz aufſtellt, (und die Subjektivität iſt allein durch ihre Reinheit fähig, in ihr Entgegengeſetztes, die Objektivität überzugehen)“ 326 (O Kant), 328 (O Jacobi) Jacobi macht „die Subjektivität ganz ſubjektiv zur Individua— lität“ 328. „Dieſe an ſich ſelbſt feſthängende Subjektivität“ herrſcht auch in Jacobis praktiſcher Philoſophie 384, 385, 386, 389, 390. Indem Jacobi „die ſubjektive Lebendigkeit geltend 2373
— 2 80 1 2 Subjektives, Subjektivität macht, nähert er ſich der ſubjektiven Schönheit des Proteſtantis⸗ mus“ 386. Zugleich finden wir, daß der Glaube „den unüber⸗ windlichen Reflex der Subjektivität hat“, „ein Wärmen an ſeiner Subjektivität, ſeinen ſchönen Gedanken und Empfindungen“ 387. Weiterer Vergleich der Subjektivität des Proteſtantismus mit dem Jacobiſchen Prinzip 387, 388 (ſ. Jacobi). Rückblick auf den ganzen Formenzyklus der Metaphyſik der Subjektivität, den ſie in der Kantiſchen, Jacobiſchen und Fichteſchen Philoſophie durchlaufen hat 431, 432 (f. Glaube) Der ſubjektive Zweck im Schluß 161 (O Begriff), 186 (O Schluß) Herauswachſen des Begriffs, des Reichs der Subjektivität oder der Freiheit aus der abſoluten Subſtanz 721 (O Wechſelwirkung) „Die Geſtalt des unmittelbaren Begriffes macht den Standpunkt aus, nach welchem der Begriff ein ſubjektives Denken, eine der Sache äußerliche Reflexion iſt. Diefe Stufe macht daher die Gubjektivität oder den formellen Begriff aus“ 32 „Die Subjektivität“ 34—171. Zur Entwicklung des Be⸗ griffs 34, 35 (f. Begriff) Erſtes Kapitel. „Der Begriff“ 35—65 (f. Begriff), 34 Zweites Kapitel. „Das Urteil“ 65—118 (f. Urteil), 34, 36 Drittes Kapitel. „Der Schluß“ 118—171 (f. Schluß), 34, 36 Übergang der Subjektivität in Objektivität 35 (O Begriff), 121, 170—171 (f. Schluß), 172 (O Objektivität) [8, 398] „Der ſubjektive Zweck“ 217—221 (f. Teleologie) Das Negative des Negativen in der Bewegung des Begriffes ift „das innerſte, objektivſte Moment des Lebens und Geiftes, wodurch ein Subjekt, Perſon, Freies iſt“ 342, 343. „Wie das An⸗ fangende das Allgemeine, fo iſt das Reſultat das Einzelne, Konkrete, Subjekt; was jenes an ſich, iſt dieſes nun ebenſoſehr für ſich, das Allgemeine iſt im Subjekte geſetzt“ 345 (O Dialektik). „Das Reichſte ift das Konkreteſte und Subjektivſte, und das ſich in die einfachſte Tiefe Zurücknehmende das Mächtigſte und Über— greifendſte. Die höchſte zugeſchärfteſte Spitze iſt die reine Perſön⸗ lichkeit ...“ 349 (O Idee) „Das Subjektive heißt in Anſehung des Willens überhaupt die Seite ſeines Selbſtbewußtſeins, der Einzelnheit“ 75, 76 (.. Wille). Das Recht des ſubjektiven Willens auf dem moraliſchen Stand⸗ 2374
7 oo 10 Subjektives, Subjektivität punkt 165, 166—170 (ſ. Moariliät). Verflüchtigung des Rechts und der Pflicht in die Subjektivität 199, 198. Die abſtruſeſte Form des Böfen iſt „die ſich als das Abſolute behauptende Sub— jektivität“ 204, 213 (ſ. Gewiſſen), 217, 218, 219, 220, 222 (O Ironie), 361 (O Religion). Der ſubjektive Ausgangspunkt der Ehe 240, 241 (ſ. Ehe) Stellung der religiöſen Subjektivität und ihres bloßen Meinens zum Staat 361, 353 (O Religion) Die kritiſche Philoſophie erweitert die Subjektivität fo, daß in fte das Geſamte der Erfahrung fällt und ihr nichts gegenüber bleibt, als das Ding-an-fid) 124 ©, 125 B, 126 S, 131 8, 161 9 (f. Kriti⸗ zismus), 164 (O unmittelbares Wiſſen) Gegenüberſtellung der „endlichen unmittelbaren Subjektivität“ und der „unendlichen Subjektivität“, welche die Wahrheit der Sache ſelbſt iſt 334 Z. Im Chriſtentum erhält die Subjektivität einen unendlichen Wert 334 (O Notwendigkeit) Die Subjektivität iſt es ſelbſt, „welche, als dialektiſch, ihre Schranke durchbricht und, durch den Schluß ſich zur Objektivität erſchließt“ 398 & [5, 35, 121, 170171, 172] 399 g (f. Begriff) Überwindung des Gegenſatzes von Objektivität und Subjektivität in der chriſtlichen Religion 404 & (O Objekt), im realifierten Zweck 422 9, 421 8 (f. Teleologie), in der Idee 423 8 (f. Idee), im Er⸗ kennen 435 0 (ſ. Erkennen) Die Idee als Natur in der Beſtimmung der Subjektivität iſt die Organik 66 8 (f. Naturphiloſophie). Die Schwere als die noch ganz abſtrakte Subjektivität 958 (O Materie) Die Subjektivität der organiſchen Individualität 575 [P. St. 6, 205], 5779, 578 [P. St. 6, 205], 657 ©. „Dieſe Subjektivität iſt aber noch nicht für ſich ſelbſt, als reine, allgemeine Subjektivität; ſie denkt ſich nicht, ſie fühlt ſich, ſchaut ſich nur an“ 577 @ (O Tier) „Der ſubjektive Geiſt“ 46—381 [P. St. 6, 231—280] (ſ. Geiſt) Das Moment der Subjektivität fehlt in China und Indien 163, 169 (O China), fehlt den Griechen in ihrer Blüte 344. „Die Quelle des weiteren Fortſchrittes und des Verderbens war das Element der Subjektivität, der Moralität, der eigenen Neflexionen und der Innerlichkeit“ 345, 348. „Durch die aufgehende innere Welt der Subjektivität iſt der Bruch mit der Wirklichkeit eingetreten“ 351 (O Griechen) 2375
Subjektives, Subjektivität 10 Zur „partikulären Subjektivität“ der Römer in der Kaiſerzeit 406 (O Römer). Die lebendige und unendliche Subjektivität im Mohammedanis mus 454 (O Mohammedanismus) „In der lutheriſchen Kirche iſt die Subjektivität und Gewißheit des Individuum ebenſo notwendig als die Objektivität der Wahr⸗ heit“ 524 (O Reformation) 12 Die einſeitige Form des Subjektiven erweiſt ſich als Mangel, Un⸗ 1 = ruhe, Schmerz, als etwas Negatives 141, 142, 140 (O Aſthetik) Die Subjektivität als Moment der Idee 201. „Wir haben die Idee des Schönen in ihrem wirklichen Daſein weſentlich als konkrete Subjektivität“ 201 (O Naturſchönes), „als individuelle Sub— jektivität“ 217 (O Kunſtſchönes), „als ideale Subjektivität“ mit der Beſtimmung zu handeln 245, 246 (O0 Weltzuſtand) Subjektivität der Rache 253 (O Heroenzeit) Heute iſt die innere Subjektivität, die ſubjektive Seite der Ge— ſinnung die Form des Weltzuſtandes, bildet den Boden idealer Geſtalten der Kunſt 264 (O Weltzuſtand), 304 (O Individuum) Verhältnis der Subjektivität des Künſtlers zum geſchaffenen Werk 388-390 (f. Objektivität), 391. „Die ſubjektive Manier“ 391—394 (ſ. Manier). „Wahrſte Subjektivität“ iſt die, welche „nur der lebendige Durchgangspunkt für das in ſich ſelber abge⸗ ſchloſſene Kunſtwerk ſein will“ 400 (O Originalität) Das Symboliſche hört ſogleich auf, „wo die freie Subjektivität und nicht mehr bloß allgemeine abſtrakte Vorſtellungen den Ge— halt der Darſtellung ausmacht“ 420. In dieſem Sinn ſind die griechiſchen Götter nicht ſymboliſch zu nehmen 420. Abgrenzung der wirklichen Individualität und Subjektivität von der bloßen Perſonifikation 421 (O Symbol) Bedeutung der geiſtigen Subjektivität für die klaſſiſche Kunſt 425 (O ſymboliſche Kunſt) Zur „ſchöpferiſchen Subjektivität“ des Künſtlers 377—400 (f. Künſtler) Die Subjektivität des Okzidentalen zum Orientalen 545 (ſ. Gleich⸗ nis) Die geiſtige Subjektivität in der klaſſiſchen Kunſtformß. Sie kennt nicht „die Verhärtung des Subjekts in ſich“, „das Ver— hauſen der ſubjektiven Innerlichkeit in ſich“ 15, die „negative Verſelbſtändigung des Subjekts“ 24 (0 klaſſiſche Kunſtform). Sub⸗ 2376
Subjektives, Subjeftivität 13 jektivität tritt an die Stelle der Perſonifikation 38. Aber „die Subjektivität bleibt mit dem ſubſtantiellen Inhalt ihrer Macht immer noch in Einheit“, das ſubjektive menſchliche Innere ſtellt ſich mit der echten Objektivität des Geiſtes ſtets in gediegener Identität dar 97, 256. Die Seite „der ſubjektiven, ſich wiſſenden Einheit und Unendlichkeit“ fehlt 103, 104 (O griechiſche Götter), 125 (O romantiſche Kunſtform) Am Ende der klaſſiſchen Kunſt gilt es, „eine Subjektivität dar⸗ zuſtellen, welche die Herrſchaft über die ihr nicht mehr angemeſſene Geſtalt und äußere Realität überhaupt zu erringen ſucht. Damit wird die geiſtige Welt für ſich frei“ 114, 115, 119 (ſ. Satire) In der romantiſchen Kunſtform wird „das Menſchliche als wirkliche Subjektivität zum Prinzip gemacht“ 122. „Der wahre Inhalt des Romantiſchen iſt die abſolute Innerlichkeit, die entſprechende Form die geiſtige Subjektivität, als Erfaſſen ihrer Selbſtändigkeit und Freiheit“ 122, 123, 257. Dieſe „abſolute Sub⸗ jektivität“ tritt aber auch in das äußere Daſein und nimmt ſich aus dieſer Realität in ſich zuſammen 123 (O romantiſche Kunſt⸗ form), 140, 141 (O Ideal) Formen der Wirklichkeit dieſer abſoluten Subjektivität 125—130, 137—240 (f. romantiſche Kunſtform). Der Tod iſt hier nur ein Erſterben der „endlichen Subjektivität“ 128, 129 (O romantiſche Kunſtform) Das Prinzip der in ſich unendlichen Subjektivität entfaltet ſich im „religiöfen Kreis“ der romantiſchen Kunſtform 137 bis 164 (ſ. romantiſche Kunſtform). „Im Begriff der abſoluten Sub— jektivität liegt der Gegenſatz der ſubſtantiellen Allgemeinheit und der Perſönlichkeit, ein Gegenſatz, deſſen vollbrachte Vermittlung das Subjektive mit ſeiner Subſtanz erfüllt, und das Subſtantielle zum ſich wiſſenden und wollenden abſoluten Subjekt erhebt. Zur Wirklichkeit aber der Subjektivität als Geiſt gehört zweitens der tiefere Gegenſatz einer endlichen Welt, durch deren Aufhebung als endlicher und Verſöhnung mit dem Abſoluten das Unendliche ſich ſein eigenes Weſen durch ſeine eigene abſolute Tätigkeit für ſich ſelbſt macht, und ſo erſt abſoluter Geiſt iſt“ 138. Bedeutung dieſer Gegenſätze und ihrer Überwindung für die romantiſche Kunſt und ihre Schönheit 138, 139 (ſ. Ideal). Rückblick auf die unendliche Subjektivität im religiöſen Kreis 165, 191 (O roman: tiſche Kunſtform) 2377
13 14 Subjektives, Subjektivität Das Prinzip der in ſich unendlichen Subjektivität entfaltet ſich im „Rittertum“ 165—190 (f. romantiſche Kunſtform). „Die ſub— jektive Einzelnheit wird jetzt als Einzelnheit unabhängig von der Vermittlung mit Gott, für ſich ſelber frei“ 166. Sie fordert, „als Subjekt ſchon in ſeiner, wenn auch hier zunächſt noch formellen, Unendlichkeit vollſtändige Achtung für ſich und andere zu er⸗ langen“ 167 (O romantiſche Kunſtform) Das Prinzip der in ſich unendlichen Subjektivität entfaltet ſich in „anderweitigem Stoff des menſchlichen Daſeins“ 191—240 (f. romantiſche Kunſtform), 257. Bedeutung der blanken Subjektivität des Künſtlers, die ſich in Auffaſſung und Darſtellung zu zeigen gedenkt 220 (O romantiſche Kunſt⸗ form), 226 (O holländiſche Malerei). Bedeutung der künſtleriſchen Subjektivität im ſubjektiven Humor 226 (ſ. Humor) Subjektivität, Objektivität und beider Mitte in ihrem Verhältnis zu Architektur und Skulptur 358, 366, 367. Der Geiſt iſt immer „Subjektivität, inneres Wiſſen ſeiner Selbſt“. Dieſe Subjektivität iſt zu trennen von der „Subjektivität als ſolcher, welche zum Vor— ſchein kommt, indem ſie den objektiven wahrhaften Inhalt des Geiſtes hat fahren laſſen und ſich nur formell als Geiſt gehaltlos auf ſich ſelbſt bezieht“ 266, 367 (ſ. Skulptur) Die chriſtliche Skulptur hat es weſentlich „mit der geiſtigen auf fi) bezogenen Subjektivität zu tun“ 462 (f. chriſtliche Skulptur) „Die Subjektivität iſt der Begriff des ideell für ſich ſelbſt ſeien⸗ den, aus der Außerlichkeit ſich in das innere Dafein zurückziehen— den Geiſtes, der daher mit ſeiner Leiblichkeit nicht mehr zu einer trennungsloſen Einheit zuſammengeht“ 3; Herrſchen des Prinzips der Subjektivität, und zwar der menſchlichen und endlichen, wie der geiſtigen und göttlichen, in den romantiſchen Künſten 4, 5 (ſ. romantiſche Künſte), 11 (ſ. Malerei) Das Prinzip der Subjektivität in der Malerei 11, 16—18, 93, 126 (ſ. Malerei) Das Prinzip des Subjektiven in der Muſik 127. Sie nimmt ſich „das Subjektive als ſolches ſowohl zum Inhalte als auch zur Form“ 127. Sie „bleibt in ihrer Objektivität ſelber ſubjektiv“ 127, 130. Ihre Reproduktion iſt an ein lebendiges Subjekt ge⸗ bunden. „Durch dieſe Subjektivität in Rückſicht auf die Verwirk⸗ 2378
1 1 1 4 a = Subjektives, Subjektivität lichung des muſikaliſchen Kunſtwerks vervollſtändigt ſich erſt die Bedeutung des Subjektiven in der Muſik“ 153 Während in der Epik die Subjektivität zurücktritt (ſ. epiſche Poeſie), iſt fie in der Lyrik der eigentliche Inhalt und Einheitspunkt 419—421, 447 (ſ. lyriſche Poeſie) Die Subjektivität, Selbſtigkeit als Prinzip der chriſtlichen Religion 35, 36 (ſ. chriſtliche Religion), 59 (O Dogma), 59—61 (f. un: mittelbares Wiſſen) Gegenüberſtellung einer beſonderen, beſchränkten Subjektivität, die Zufälligkeit iſt und der Subjektivität als Perſönlichkeit, „höchſte Intenſität des Geiſtes in ſich“ 143 (O Gefühl) Entwicklung der Subjektivität im religiöſen Kultus 252, 253 (O Kultus) „Die Subjektivität iſt Macht in ſich als die Beziehung der unend— lichen Negativität auf ſich; aber ſie iſt nicht nur Macht an ſich, ſondern mit der Subjektivität iſt Gott erſt als Macht geſetzt“ 365 (ſ. indiſche Religion) Der Bruch zwiſchen Subjektivität und Objektivität erfolgt in den Übergangsreligionen zur Religion der Freiheit 419 (O beſtimmte Religion) In der ägyptiſchen Religion „fängt der Dualismus des Lichts und der Finſternis an ſich zu vereinigen, ſo daß in die Subjektivität ſelbſt fällt dieſes Finſtere, Negative...” 438, 437. „Die Subjek⸗ tivität iſt dies, die entgegengeſetzten Prinzipien in ſich zu ver— einigen, die Gewalt zu ſein, dieſen Widerſpruch zu ertragen und in ſich aufzulöſen“ 438. Betrachtung der „freien Subjektivität“, der „realen Subjektivität“ der ägyptiſchen Religion 439, 441, 445—456 (ſ. ägyptiſche Religion). „Subjektivität überhaupt iſt abſtrakte Identität mit ſich, Inſichſein, das ſich unterſcheidet, das aber ebenſo Negativität dieſes Unterſchiedes iſt, welches ſich im Unterſchiede erhält, dieſen nicht aus ſich entläßt, die Macht desſelben bleibt, darin iſt, aber darin für ſich iſt, den Unterſchied momentan in ſich hat“ 441 (O ägyptiſche Religion) In der beſtimmten Religion iſt, die freie Subjektivität“ die allge⸗ meine Beſtimmung 3. „Das Subjekt, der Geiſt als geiftiges Subjekt wird in ſeinem Verhältnis zum Natürlichen und Endlichen gewußt“ 3. „Die freie Form der Subjektivität, das Bewußtſein des Göttlichen in der Beſtimmung freier Subjektivität tritt un⸗ 2379
1 be) 17 Subjektives, Subjektivität vermiſcht für ſich hervor“ 4. Sie läßt neben ſich weder die unbe⸗ ſtimmte Subſtantialität noch die äußere Natürlichkeit beſtehen 4, 5. Sie iſt „die ganz freie Macht der Selbſtbeſtimmung“ 7, die „Weisheit“ 7. „Zweckbeſtimmung liegt unmittelbar im Begriff der freien Subjektivität“ 7. „Zweckmäßiges Tun iſt weiſes Tun“ 8. Subjektivität ift eine Macht, die nach Zwecken handelt 8 (O beſtimmte Religion) Die Subjektivität in der jüdiſchen Religion 13, 42—43, 47 (ſ. jü⸗ diſche Religion) Die Subjektivität in der griechiſchen Religion 96, 97, 108 (ſ. griechiſche Religion), in der römiſchen Religion 183 (ſ. rö⸗ miſche Religion). Vergleich dieſer unendlichen Subjektivität der römiſchen Religion mit der in der modernen Theologie herrſchen— den 196 Die Subjektivität in der abſoluten Religion „iſt der Subſtanz gleich“ 197, 220, iſt „abſolute Subjektivität“ 198, hat unmittel⸗ bare Exiſtenz in Gottes Sohn 285 (O chriſtliche Religion). Die Er⸗ ſcheinung des Gegenſatzes von Begriff und Sein „iſt ein Zeichen, daß die Subjektivität die Spitze ihres Fürſichſeins erreicht hat, zur Totalität gekommen iſt, ſich in ſich ſelbſt als unendlich und abſolut zu wiſſen“ 211, 212. Verhältnis der konkreten Subjektivi⸗ tät unſerer modernen Zeit zum ontologiſchen Gottesbeweis 211, 212, 217 (ſ. Gottesbeweiſe) „Die Vollendung zum Geiſte heißt eben die Subjektivität, die ſich unendlich entäußert und aus dem abſoluten Gegenſatze, aus der äußerſten Spitze der Erſcheinung zu ſich zurückkehrt“ 284. „Die Beſtimmung der unmittelbaren Exiſtenz iſt zugleich auch eine weſentliche, die letzte Zuſpitzung des Geiſtes in ſeiner Subjektivi⸗ tät“ 285 (O chriſtliche Religion) In der Aufklärung iſt „die Spitze der Subjektivität, Freiheit, die Verzicht tut auf die Wahrheit und die Entwicklung der Wahr⸗ heit, in ſich ſo webt und weiß, daß das, was ſie gelten läßt, nur ihre Beſtimmungen ſind, daß ſie Meiſter iſt über das, was gut und böfe iſt“ 346, 347. Ihre Form der Verſöhnung 349, 350 (ſ. Ge: meinde) Bei der Frage, ob die Philoſophie eigentlich Theismus oder Atheismus geweſen ſei, „kommt es auf die Beſtimmung der Sub⸗ jektivität der höchſten Idee, den Begriff der Perſönlichkeit Gottes 2380
17 18 19 Subjektives, Subjektivität an. Solche Subjektivität, wie wir fie faſſen, iſt ein viel, viel reicherer, intenſiverer, und darum viel ſpäterer Begriff, der in der älteren Zeit überhaupt nicht zu ſuchen iſt“ 71 (O Philoſophie⸗ geſchichte) In der chriſtlichen Religion iſt die Subjektivität als ſolche für ſich „ſubſtantiell“ zu denken 139. „Durch dieſe Subjektivität, negative Einheit, abſolute Negativität iſt das Ideal nun nicht mehr nur uns Gegenſtand, ſondern ſich ſelbſt Gegenſtand“ 139, 140. Zur ſcheinbaren Übereinſtimmung der griechiſchen Sophiſtik, der neu— akademiſchen und ſkeptiſchen Philoſophie mit der neueren Philo— ſophie der Subjektivität 142 (O chriſtliche Religion). Abſtrakte Subjektivität der modernen Welt 190 (O griechiſche Welt) Die Subjektivität, Individualität der Eins 263 (O Pythagoras), 246 Das Prinzip der Subjektivität in Athen vor und zu Anaxagoras' Zeit 402, 403 (O Anaxagoras) „Zur Totalität des Objektiven gehört weſentlich auch die Subjek— tivität des Denkens“, die „Rückkehr des Geiſtes aus der Objekti— vität in ſich ſelbſt“ 4 (O griechiſche Philoſophie). Mit Sokrates erwacht die Subjektivität des Geiſtes 74, die ſubjektive Freiheit 71, 294, die Subjektivität in der Beſtimmung des Guten 75 (ſ. Sokrates). Zur mangelnden Subjektivität in Platons Frei— heitsbegriff 294, 278, 288 (ſ. Freiheit), 319. Das „Prinzip der Lebendigkeit, der Subjektivität, nicht in dem Sinn einer zufäl— ligen, nur beſonderen Subjektivität, ſondern der reinen Sub— jektivität, iſt Ariſtoteles eigentümlich“ 319, 320, 322 (O Ari: ſtoteles) Rückblick auf die „unendliche Subjektivität ohne Objektivität“ im Skeptizismus 3 (O Neuplatoniker), 687. „Das Prinzip der Gubjektivität, Individualität, Perſönlichkeit“ findet ſich im Spinozis⸗ mus nicht 375, 381, 395 (ſ. Spinoza) Philoſophen der Subjektivität ſind: Kant 551, 552, 555, 573, 584, 585 (ſ. Kant) [1, 294, 295, 306, 311, 326, 328, 431]. Seine Subjektivität in der äſthetiſchen Urteilskraft 602, 606, in der teleologiſchen Urteilskraft 604, 605, 606. „Alles das iſt ſubjektiv; wir wiſſen nicht, was dieſe Dinge an ſich ſind“ 606, 609 (O Kant) Jacobi 551, 552 (O Kant) 2381
19 — Subjektives, Subjektivität / Subſtantialität, Subſtantielles, Subſtanz F —————— . Fichte. Sein Prinzip, Ich, „iſt von Haus aus ſubjektiv, mit einem Gegenſatze behaftet“ 614, 631. Fichte hat ſein Prinzip „in der Geſtalt der Subjektivität feſtgehalten“ 616. „Das Gewiſſe iſt das Subjektive“ 618. Die Subjektivität des Ich iſt auch in ſeiner praktiſchen Philoſophie 633, 634 (ſ. Fichte) Die verſchiedenen Formen, welche die Fichteſche Subjektivität in ſeinen Nachfolgern und Anhängern annimmt, ſind: die Ironie 642, 643, 644 (ſ. Ironie), die religiöſe Subjektivität, die Sehnſucht der ſchönen Seele 644, die Subjektivität der Willkür und Ignoranz 645, 650 (ſ. Fichte) Subſtantialität, Subſtantielles, Subſtanz (Subſtanz — Subjekt) „Die Subſtanz iſt abſolut und unendlich“ 461 (O Naturrecht) 2 523 (O Religion). „Die Subſtanz des Göttlichen tritt nach der = Natur des Begriffs in ihre Geftalten auseinander und ihre Be⸗ wegung iſt gleichfalls ihm gemäß“ 558, 561, 562, 563, 565 (O Kunſtreligion). „Durch die Religion der Kunſt iſt der Geiſt aus der Form der Subſtanz in die des Subjekts getreten, denn ſie bringt ſeine Geſtalt hervor und ſetzt alſo in ihr das Tun oder das Selbſtbewußtſein, das in der fruchtbaren Subſtanz nur verſchwindet und im Vertrauen ſich nicht ſelbſt erfaßt“ 569, 570. Subſtanz und Selbſtbewußtſein 574 (ſ. Selbſtbewußtſein) „Subſtanz des Aufgangs“ 614 (f. Philoſophie) „Die Subſtanz“ 127128 (O Wirklichkeit) 856 „Die Subſtanz iſt das unbedingte, an und für ſich beſtehende Weſen, inſofern es unmittelbar Exiſtenz hat: (Substantia est — causa sui: id, quod per se concipitur, sive cuius conceptus involvit existentiam)“ 127 § 57 Die Subſtanz als Macht ihrer Akzidenzen 127 § 58 „Die Akzidenzen, inſofern fie an ſich in der Subſtanz enthalten ſind, ſind möglich“ 127 8 59 Über die „Möglichkeit“ 127 (. Möglichkeit) 8 60 Zur wahrhaften Möglichkeit 127, 128 (ſ. Möglichkeit). „Die Möglichkeit der Subſtanz ift ihre Wirklichkeit“ 128 8 61 „Der Zuſammenhang der Akzidenzen in der Subſtanz iſt ihre Notwendigkeit“ 128. Zur „blinden“ Notwendigkeit 128 (O Wirklichkeit) „Die Subſtanz manifeſtiert ſich im Entſtehen und Verſchwinden 2382
= 2 Subſtantialität, Subſtantielles, Subſtanz der Akzidenzen. Sie iſt inſofern tätig oder Urſache“ 128 (O Ur⸗ ſache), 180 „Die Antinomie über die Einfachheit oder das Zuſammengeſetzt⸗ fein der Subſtanzen“ 133—134 (ſ. Antinomie) „Subſtanz“ 179—180 (O Wirklichkeit) § 49 „Das Wirkliche iſt Subſtanz“ 179. Das Aufheben ihrer Ak⸗ zidenzen iſt „nicht ein Verſchwinden der Subſtanz, ſondern ihr Zurückkehren in ſich ſelbſt“ 179, 128 § 50 „Die Subſtanz iſt die Notwendigkeit ihrer Akzidenzen“ 179, 128 Die Spinoziſtiſche Subſtanz 475, 476, 672 (ſ. Spinoza) „Die Einheit des Abſoluten und ſeiner Reflexion iſt das abſolute Verhältnis, oder vielmehr das Abſolute als Verhältnis zu ſich ſelbſt; Subſtanz“ 663 (O Wirklichkeit) Das abſolute Verhältnis „in ſeinem unmittelbaren Begriff iſt das Verhältnis der Subſtanz und der Akzidenzen“ 697 (O Ver⸗ hältnis) „Das Verhältnis der Subſtantialität“ 697—701 (O Verhältnis). Die Subſtanz als das „Sein, das die abſolute Vermittelung ſeiner mit ſich ſelbſt iſt“ 697. „Als die letzte Einheit des Weſens und Seins iſt ſie das Sein in allem Sein“ 697, 698. Sie iſt „Scheinen und Geſetztſein ihrer“ 698. „Die Bewegung der Akzidentalität ſtellt an jedem ihrer Momente das Scheinen der Kategorien des Seins und der Reflexions-Beſtimmungen des Weſens ineinander dar“ 698. Sie iſt „die Aktuoſität der Subſtanz als ruhiges Hervorgehen ihrer ſelbſt“ 699. „Der Unterſchied“ der Subſtanz „in die einſache Identität des Seins, und in den Wech⸗ ſel der Akzidenzen an derſelben iſt eine Form ihres Scheins“ 699. „Jenes iſt die formloſe Subſtanz des Vorſtellens“; dieſes, „der Wechſel der Akzidenzen, iſt die abſolute Formeinheit der Akziden— talität, die Subſtanz als die abſolute Macht“, „ſchaffende“ Macht 699, „zerſtörende“ Macht 700. „Aber beides iſt identiſch; das Schaffen zerftörend; die Zerſtörung ſchaffend“ 700 Die Akzidenzen als ſolche „haben keine Macht über einander“ 700 Zwiſchen Subſtanz und Akzidenzen iſt noch kein realer Unterſchied vorhanden, und „die Subſtanz iſt noch nicht nach ihrem ganzen Begriffe manifeſtiert“ 700, 701. „Die Subſtanz hat nur die Ak⸗ zidentalität zu ihrer Geſtalt oder Geſetztſein, nicht ſich ſelbſt; fie 2383
. a Subſtantialität, Subſtantielles, Subſtanz iſt nicht Subſtanz als Subſtanz“; „ſie iſt in der Tat nur als In⸗ neres der Akzidenzen, und dieſe ſind nur an der Subſtanz“ 701. Übergang des Subſtantialitäts⸗Verhältniſſes in das Kauſalitäts⸗ Verhältnis 701 (O Verhältnis) Die Subſtanz als Macht im Kauſalitätsverhältnis 701, 702, 703, 705. Die paſſive und die wirkende Macht in Wirkung und Gegen⸗ wirkung 714, 715, 716, 718 (f. Kauſalität) Unterſcheidung der abſoluten Subſtanz in das Allgemeine, das Einzelne und Beſondere 720, 721 (ſ. Wechſelwirkung) Die Subſtanz iſt das an ſich, was der Begriff als Manifeſtiertes iſt 6. „Die dialektiſche Bewegung der Subſtanz durch die Kauſalität und Wechſelwirkung hindurch iſt die unmittelbare Geneſis des Begriffes, durch welche fein Werden dargeſtellt wird.“ „Der Be: griff ift die Wahrheit der Subſtanz“ 6. Charakteriſtik der Be⸗ wegung der Subſtantialität in einem Rückblick auf die objektive Logik 7—9, 11, 12, 31, 32 (ſ. Begriff). Spinozas Subſtantialitäts⸗ verhältnis 10. Seine Widerlegung 11 (ſ. Spinoza). „Die zum Be⸗ griffe befreite Subſtanz“ 12, 31, 32. Die abſolute Subſtanz iſt nicht leere Abſtraktion, „dem Inhalte nach vielmehr die Totalität, aber ſie iſt darum abſtrakt, weil ſie ohne die abſolute Form iſt, ihre innerſte Wahrheit macht nicht der Begriff aus; ob ſie zwar die Identität der Allgemeinheit und Beſonderheit, oder des Den— kens und des Außereinander iſt, ſo iſt dieſe Identität nicht die Beſtimmtheit des Begriffes; außer ihr iſt vielmehr ein, und zwar eben weil er außer ihr iſt, ein zufälliger Verſtand, in und für welchen ſie in verſchiedenen Attributen und Modis iſt“ 47, 48 (O Begriff) Vergleich der „an- und fürſichſeienden oder objektiven Allgemein⸗ heit“ im Urteil der Notwendigkeit mit der Subſtantialität in der Sphäre des Weſens 101 [8, 379 2] (O Urteil), 104 (O kategoriſches Urteil) Rückblick auf das zweite Buch der objektiven Logik, in welchem ſich das Weſen zur Subſtanz realiſiert 172, 176 (O Objektivität), das Subſtantialitätsverhältnis in das Kauſalitätsverhältnis über⸗ geht 185, 186 (O Mechanismus) 218 (O Teleologie) SS 98— 100 entſprechen in 8, 88 150—152, wenig verändert 88.—89 [P. St. 8, 337—341 f. u.] 2384
6 -] Subſtautialität, Subſtantielles, Subſtanz Die Subſtantialität als Kauſalität 89 [P. St. 8, 341] (Kauſalität) Jacobis Faſſung der Subſtanz 317, 318, 319 (f. Jacobi) Faſſung des objektiven Sittlichen als „die durch die Subjektivität als unendliche Form konkrete Subſtanz“ 226, 227 (f. Sittlichkeit) „Subſtantialitäts⸗Verhältnis“ 337 —341 [P. St. 6, 8889] (O Wirklichkeit) § 150 [P. St. 6, § 98, verändert] „Das Notwendige iſt in ſich abſolutes Verhältnis“, der Prozeß, „in welchem das Verhältnis ſich ebenſo zur abſoluten Identität aufhebt“ 337, 338 [P. St. 6, 88], 341 Diefe iſt „die Subſtanz als ſolche“, die ſich als Wirklichkeit ſetzen muß, welche aber nur ein Akzidentelles iſt, das in eine andere Wirklichkeit übergeht 338 , 341 H. „Ein Übergehen, welches die ſubſtantielle Identität als die Formtätigkeit iſt“ 338 [P. St. 6, 89] § 151 [P. St. 6, 8 99, etwas verändert] Faſſung der Subſtanz als „die Totalität der Akzidenzen, in denen fie ſich als deren abſolute Negativität, d. i. als abſolute Macht und zugleich als den Reichtum alles Inhalts offenbart“ 338 [P. St. 6, 89]. „Die Sub⸗ ſtantialität iſt die abſolute Formtätigkeit und die Macht der Not⸗ wendigkeit, und aller Inhalt nur Moment, das allein dieſem Prozeſſe angehört, das abſolute Umſchlagen der Form und des In— halts ineinander“ 338 [vgl. 6, 89] Zuſatz. „Die Subſtanz als das Prinzip der ſpinoziſtiſchen Philo— ſophie“ 338—341 (ſ. Spinoza), 351 [P. St. 6, 95] (O Wechſel— wirkung) § 152 [P. St. 6, 8 99, wenig verändert] Fortgang der Subſtanz zum eigentlichen Verhältnis, zum Kauſalitätsverhältnis 341 [P. St. 6, 89] Subſtanz als Urſache 341 [P. St. 6, 89] (f. Kauſalität). „Der Verlauf der Subſtanz durch die Kauſalität und Wechſelwirkung iſt nur das Setzen, daß die Selbſtändigkeit die unendliche negative Beziehung auf ſich iſt“ 347 [P. St. 6, 93]. „Die Wahrheit der Subſtanz iſt der Begriff“ 348 [P. St. 6, 93] (O Wechſelwirkung). „Der Begriff iſt das Freie, als die für ſich ſeiende ſubſtantielle Macht und iſt Totalität, indem jedes der Momente das Ganze iſt“ 353 [P. St. 6, 96] (f. Begriff) Das kategoriſche Urteil entſpricht in der Sphäre des Weſens dem Subſtantialitätsverhältnis 379 8 (O Urteil) [5, 101, 104] Glockner, Hegel-Lexikon 150 2385
1 E o 12 13 1 oı Subſtantialität, Subſtantielles, Subſtanz Die Idee iſt „zunächſt nur die Eine, allgemeine Subſtanz, aber ihre entwickelte wahrhafte Wirklichkeit iſt, daß ſie als Subjekt und fo als Geiſt iſt“ 424 8 (O Idee) 469 8 (O Philoſophie) Verhältnis des in ſich Subſtantiellen zur Selbſtändigkeit 247 (ſ. Selbſtändigkeit). Die heroiſche Individualität „mit allem Sub⸗ ſtantiellen der geiſtigen Verhältniſſe, welche ſie zu lebendiger Wirklichkeit bringt, in ſteter unmittelbarer Identität zuſammen⸗ geſchloſſen“ 259 (O Heroenzeit). Beim Übergang des allgemeinen Weltzuſtandes zur Situation beſondert ſich die Subſtanz, als ein Kreis der allgemeinen Mächte, in ihre ſelbſtändigen Teile 270 (O Situation) Zur Kunſt der Subſtantialität, als Symbolik der Erhabenheit, und dem zwiefachen „Verhältnis der Subſtanz, als des Abſo— luten und Göttlichen, zur Endlichkeit der Erſcheinung“ 430 (. ſymboliſche Kunſtform). Im Pantheismus der Kunſt wird die Subſtanz „als immanent in allen ihren erſchaffenen Akzidenzien angeſchaut, welche deshalb noch nicht als dienend und als bloßer Schmuck zur Verherrlichung des Abſoluten herabgeſetzt find, fondern ſich durch die inwohnende Subſtanz affirmativ erhalten“ 485, 430. In der Kunſt der Erhabenheit verſelbſtändigt ſich die Subſtanz gegen die Endlichkeit 494, 430, 431 (O ſymboliſche Kunſt⸗ form) Die „freie Subſtantialität“ des Orientalen 491 (O Mohammeda⸗ nismus) Die Griechen „lebten in der glücklichen Mitte der ſelbſtbewußten ſubjektiven Freiheit und der ſittlichen Subſtanz“ 15 (O Griechen) „Gott iſt die abſolute Subſtanz.“ „Die Subſtantialität, die Sub⸗ ſtanz als ſolche iſt noch gar nicht unterſchieden von der Subjektivi⸗ tät“; ſie iſt „noch nicht gefaßt als konkret in ſich“ 106. Die Sub⸗ ſtantialität, „die Einheit der abſoluten Wirklichkeit mit ſich ſelbſt“ iſt aber „nur Grundlage, ein Moment in der Beſtimmung Gottes als Geiſtes“ 106 (O Gott), 109 122 (O religiöſes Verhältnis). „Allgemeinheit, Subſtanz ſind ſolche Gedanken, die nur ſind durch Negation der Negation“ 206, 207 (O Endlichkeit) Die drei orientaliſchen Religionen der Subſtanz 275, 325 (O be⸗ 2386
15 1 = 17 1 E 19 Subſtantialität, Subſtantielles, Subſtanz ſtimmte Religion), 365. Die chineſiſche, indiſche und buddhaiſtiſche Religion (ſ. chineſiſche Religion, ſ. indiſche Religion, ſ. Buddhais— mus) 330, 332 (O beſtimmte Religion) „Das Verhältnis der Subſtanz zum Endlichen“ 338—342, 325, 327 (ſ. beſtimmte Religion) Spinoziſtiſche Subſtanz 339, 340 (O beſtimmte Religion), 122 Die Subjektivität als die „unendliche Form“ läßt „die leere, ge— diegene, unbeſtimmte Subſtantialität“ nicht neben ſich beſtehen 4. Betrachtung des Verhältniſſes des Subjekts zu den natürlichen Dingen, näher zu dem, was wir früher Subſtantialität, die nur an fi ſeiende Macht genannt haben 8—9 (f. beſtimmte Religion) Subſtanz und abſolute Notwendigkeit 506. Betrachtung der Syſteme der Subſtantialität bzw. der Syſteme des Pantheismus 510—517 (f. Gottesbeweiſe) Gegenüberſtellung der ſpinoziſtiſchen Subſtanz und der wiſſenden Subſtanz im chriſtlichen Glauben, „welche ſich verunendlicht und zur Allgemeinheit verhält“ 105 (O Philoſophie) Faſſung der allgemeinen Subſtanz in der indiſchen Religion 162 (O indiſche Philoſophie) 15, 365]. Gegenüberſtellung der intellek— tuellen Subſtantialität der indiſchen Philoſophie und der ſub— jektiven Individualität der Europäer 181, 182 (f. indiſche Philo— ſophie), 190 (f. griechiſche Philoſophie) Bei Ariſtoteles iſt „der Hauptbegriff der Subſtanz, daß ſie nicht nur Materie iſt“. „Die weſentlich abſolute Subſtanz hat Möglich— keit und Wirklichkeit, Form und Materie, nicht voneinander ge— trennt“ 321. Ariſtoteles' Trennung „unterſchiedener Weiſen der Subſtanz“ 323—336, 337 (f. Ariſtoteles) Proklos' Begriff der gedachten Subſtanz 86, 87 (ſ. Proklos). Brunos Faſſung der Subſtanz 230 (ſ. Bruno). Subſtantialität und Individualität in der Metaphyſik der neueren Philoſophie 330, 331 (ſ. neuere Philoſophie). Descartes’ Definition der Subſtanz 357 (ſ. Descartes). Spinozas Subſtanz 376. „Die Seele muß ſich baden in dieſem Ather der einen Subſtanz, in der alles, was man für wahr gehalten hat, untergegangen iſt“ 376, 378. Starrheit und Abſtraktheit dieſer Subſtanz 377, 378, 382, 408. Spinozas Definition der Subſtanz 380. Über die „Eine“ 2387
19 20 au E 15 Subſtantialität, Supftantielles, Subſtanz / Subſtanz — Subjekt Subſtanz 384, ihre Unendlichkeit 385, ihre Unteilbarkeit 386, ihre Allgemeinheit 407, 455 und ihre Abſtraktheit 408 (ſ. Spinoza) Lockes Ableitung des Begriffs der Subſtanz 433 (ſ. Locke). Leibnizens „individuelle Subſtanz“ 455, 459 (f. Leibniz). Kants Begriff der Subſtanz 570, 580 (O Kant). Schellings Stellung zur ſpinoziſtiſchen Subſtanz 665 (f. Schelling) 330, 331, 332 (O Hegel) Subſtanz — Subjekt „Es kommt nach meiner Einſicht, welche ſich nur durch die Darſtellung des Syſtems ſelbſt rechtfertigen muß, alles darauf an, das Wahre nicht als Subſtanz, ſondern ebenſoſehr als Subjekt aufzufaffen und auszudrücken“ 22—24, 27, 34, 51 (ſ. Phänomenolo⸗ gie), 5 Einheit des Selbſtbewußtſeins mit der Subſtanz 460, 461 (. Mo⸗ ralität), 574 Einheit von Subſtanz und Subjekt in der offenbaren Religion 577, 578, 598, 599 (ſ. offenbare Religion), im abſoluten Wiſſen 610, 613, 614, 615 (ſ. Philoſophie) Entfaltung der Subſtanz zum Begriff, dem „Reich der Subjekti— vität oder der Freiheit“ 721, 720 (ſ. Wechſelwirkung) Rückblick auf die Vollendung der Subſtanz zum Begriff, zum Subjekt 9, 11, 12, 6, 7 (f. Begriff) „Die Idee iſt zunächſt nur die Eine, allgemeine Subſtanz, aber ihre entwickelte wahrhafte Wirklichkeit iſt, daß ſie als Subjekt und fo als Geiſt iſt“ 424 Verhältnis von Subſtanz und Subjekt in der chineſiſchen Religion 325, 342, 353 (ſ. chineſiſche Religion), in der indiſchen Religion 326, 362, 382 (f. indiſche Religion), im Buddhaismus 327, 401 (ſ. Buddhaismus), auf der unmittelbaren Stufe 330 (O beſtimmte Religion), in der chriſtlichen Religion 408 (O Buddhaismus) Verhältnis von Subſtanz und Subjekt in den Übergangsreligio⸗ nen zur Religion der Freiheit 417, 419, 420 (f. beſtimmte Religion), ſo in der perſiſchen Religion 422, 423, 430 (. perſiſche Religion), ſo in der ägyptiſchen Religion 444, 456, 461, 469 (ſ. ägyptiſche Religion) 2388
16 20 E or 11 11 12 Subſtanz — Subjekt / Süddeutſchland Verhältnis von Subſtanz und Subjekt in der beſtimmten Re⸗ ligion 4 (ſ. beſtimmte Religion), in der abſoluten, der offenbaren Religion 194. „Die allgemeine Macht iſt die Subſtanz, welche, in⸗ dem ſie an ſich ebenſoſehr Subjekt iſt, dies ihr Anſichſein jetzt ſetzt, ſich ſomit von ſich unterſcheidet, dem Wiſſen, dem endlichen Geiſte ſich mitteilt, aber darin, weil er ein Moment ihrer ſelbſt iſt, bei ſich bleibt, in der Teilung ihrer ungeteilt zu ſich zurückkehrt“ 194. „Die abſolute Religion enthält die Beſtimmung der Gubjektivität oder der unendlichen Form, die der Subſtanz gleich iſt“ 197, 208 (O abſolute Religion) Der merkwürdige Charakter der Subjektivierung der Subſtanz im indiſchen Pantheismus 507 (O Gottesbeweiſe) Göſchel über Gott als Subſtanz und Subjekt 292 (O Göſchel) Subſumtion Das Subſumieren im Urteilen überhaupt und bei der In-Beſitz⸗ nahme im Beſonderen 58 (ſ. Recht). Subſumtion des Beſonderen und Einzelnen unter das Allgemeine 139, 146 (O Begriff). Die Form des Schluſſes, E-B—A, iſt die allgemeine Regel der Sub⸗ ſumtion 183 (O Schluß) Faſſung des Bildes oder der Vorſtellung als Subſumtion 204 (ſ. Erinnerung). Die Subſumtion im Urteilen 212 (O Urteil) Die Urteile der Reflexion ſind Urteile der Subſumtion 94, 99, 100 (O Urteil) Subtraktion 252 (O Rechnungsarten) Südamerika Die geographiſchen Bedingungen Südamerikas im Hinblick auf Geſchichte und Weltgeſchichte 125. Vergleich von Süd⸗ und Nord⸗ amerika 126 (O Amerika). Seine Wüſten 132 (O Hochland) Süddeutſchland Aufnahme der Reformation in Süddeutſchland 527 (O Refor⸗ mation) Darſtellungsweiſe der Paſſionsgeſchichte in Süddeutſchland 358, 359 (O0 Kunſtſchönes) 2389
1 1 1 1 1 1 1 1 1 — 4 1 9 — — D 1 D Dt] Sudra / Sünde Sudra Der Stand der Sudras iſt der dienende Stand in Indien 199. Ihre Entſtehung aus dem Fuße Brahmas 201. Das Leſen der Veden iſt ihnen verboten 206, ihre Stellung zu den Brahmanen 208, zu dem Paria 209, zu den Engländern 210 (O Indien) Suetonius, Gajus S. Tranquillus Über das Verhältnis von Horaz zu Auguſtus 444 (O Dichter) Sueven Die Sueven in Spanien und Portugal 445 (O Völkerwanderung) Suidas 34 (O alexandriniſche Philoſophie) Sukzeſſion Begriff der Sukzeſſion bei Jacobi 331—333, 335, 336—338, 348, 349, 370 (f. Jacobi) Sulla, Lucius Cornelius Sulla, der ſchon im Bundesgenoſſenkrieg das römiſche Heer ange⸗ führt hatte, beſiegte Mithridates und bezwang die Volkspartei unter Marius und Cinna 399 (O Römer) Sulzer, Johann Georg 530 (O Aufklärung) Sünde (Böfes, Endlichkeit, Sündenfall, Ubel) „Sünde iſt Erkennen des Guten und Böſen, als Trennung“ 415 (O Chriſtentum) „Hält ſich das Individuum in ſeiner Endlichkeit gegen Gott feft, ſo wird“ in der jüdiſchen Religion „dieſe gewollte und beabſich⸗ tigte Endlichkeit das Böſe, das als Übel und Sünde nur dem Natürlichen und Mens chlichen angehört“ 500 (O Juden) Die klaſſiſche Kunſt kennt „die Verhärtung des Subjekts in ſich als abſtrakte Perſönlichkeit gegen das Sittliche und Abſolute, die Sünde und das Böfe nicht“ 15 (O klaſſiſche Kunſt). „Das Schlechte, Sündliche, Böſe der ſich in ſich verhauſenden Subjektivität iſt von 2390
Sünde / Sündenfall 13 den Darftellungen des Klaſſiſchen ausgeſchloſſen“ 97 (O griechiſche Götter) 15 Das Opfer kann ſich im heidniſchen Kultus „als Opfer der Reinigung in Rückſicht auf eine beſtimmte Verunreinigung“ beſtim⸗ men. „Eine Sünde im eigentlichen Sinne wird auf dieſem Stand— punkt nicht getan“ 245. Iſt dann „die Subjektivität zum Bewußt⸗ ſein ihrer Unendlichkeit in ſich gekommen“, dann „ſind es auch wirkliche Sünden, die der Menſch zu bereuen hat, alſo Sünden, die als einzelne etwas Zufälliges ſind und nicht die menſchliche Natur als ſolche betreffen“ 253, 252 (O Kultus). „Der Geiſt, der zur Erkenntnis der Sünde gekommen iſt, d. h. zum Bewußtſein der unendlichen Trennung des Fürſichſein gegen die Einheit, und der aus dieſer Trennung wieder zur Einheit und Verſöhnung ge— kommen iſt“, dieſer Geiſt iſt erſt die wahrhafte Exiſtenz der Re⸗ ligion 292 (O unmittelbare Religion). In der indiſchen Religion gibt es noch kein Bewußtſein der Sünde 389 (O indiſche Religion) 16 Sühnung der Sünde in der jüdiſchen Religion 90, 91 (ſ. jüdiſche Religion). In der chriſtlichen Religion „können »dem Menſchen alle Sünden vergeben werden, nur die nicht gegen den Geifte. Die Verletzung der abſoluten Wahrheit, der Idee von jener Ver— einigung des unendlichen Gegenſatzes iſt damit als das höchſte Vergehen ausgeſprochen“ 315, 316 (O chriſtliche Religion), 336 (O Gemeinde) [18, 107] 17 „Wer gegen den heiligen Geiſt lügt, deſſen Sünde kann nicht ver— ziehen werden. Das Lügen aber gegen den Geiſt iſt eben dies, daß er nicht ein allgemeiner — nicht ein heiliger — fei; d. h. daß Chri⸗ ſtus nur ein Getrenntes, Abgeſondertes ſei ...“ 106, 107 (O Phi⸗ loſophie) 18 Das Laſter iſt nur dieſes, wenn die Sünden dem Menſchen weſent— lich ſind, und das Verderben dieſes, ſie für etwas Weſentliches zu halten 274 (O Plato) Sündenfall (Adam, Gutes — Böſes, Sünde) 1 Wenn „die reine Idee der Philoſophie ohne wiſſenſchaftlichen Umfang mit Geiſt als eine Naivität ſich ausdrückt“, ſo iſt dies „der Abdruck einer ſchönen Seele, welche die Trägheit hatte, ſich vor dem Sündenfall des Denkens zu bewahren, aber auch des 2391
— N O Sündenfall Muts entbehrte, ſich in ihn zu ſtürzen, und ſeine Schuld bis zu ihrer Auflöſung durchzuführen“ 176, 177 (O Kritik) Der Menſch „muß auch vom Baume der Erkenntnis des Guten und des Böſen gepflückt haben“ 432 (O Aufklärung), 588 (f. of: fenbare Religion) Das Heraustreten des reflektierenden Erkennens und dann auch des philoſophiſchen Erkennens aus der unmittelbaren natürlichen Einheit und die Folgen dieſer Entzweiung werden uns in der alten Vorſtellung des moſaiſchen Mythus vom Sündenfall ge⸗ zeigt. Der Inhalt dieſes Mythus bildet die Grundlage „der Lehre von der natürlichen Sündhaftigkeit des Menſchen und der Not: wendigkeit einer Hilfe dagegen“ 92 8, 93 8. „Es erſcheint als angemeſſen, den Mythus vom Sündenfall an der Spitze der Logik zu betrachten“, da beide es mit dem Erkennen zu tun haben 93 g. In dieſem Mythus wird gezeigt, wie die Unſchuld, das unbefangene Zutrauen nicht in ſeinem Anſichſein verbleibt, wie Ent⸗ zweiung, Trennung eintritt, der Geiſt dann aber zu einer gei— ſtigen Einheit zurückkehren ſoll. „Dieſe Einigkeit iſt dann eine geiſtige und das Prinzip jener Zurückführung liegt im Denken ſelbſt. Dieſes iſt es, welches die Wunde ſchlägt und dieſelbe auch heilt“ 93 8, 94 H. „Der erſte Zuſtand des Menſchen iſt ein Zu⸗ ſtand der Unſchuld“ 94 8. Im moſaiſchen Mythus tritt die Ver⸗ anlaſſung, aus der Einheit herauszutreten von außen, durch die Schlange, an den Menſchen heran. „In der Tat liegt jedoch das Eingehen in den Gegenſatz, das Erwachen des Bewußtſeins im Menſchen ſelbſt und es iſt dies die an jedem Menſchen ſich wieder: holende Geſchichte“ 94 g. „Die erſte Reflexion des erwachenden Bewußtſeins war, daß die Menſchen bemerkten, daß ſie nackt waren“, und daß fie ſich ſchämten 94 8. Es folgt der Fluch Gottes 94 H. Was die Arbeit im Schweiße des Angeſichts anbetrifft, „ſo iſt dieſelbe ebenſoſehr das Reſultat der Entzweiung, als auch die Überwindung derſelben“ 95 @. Gott aber ſagt: „Siehe Adam iſt worden wie unſereiner, denn er weiß, was gut und böſe iſt“ 95 (. a. Bibelftellen). „Das Erkennen iſt hier bezeichnet als das Göttliche und uicht wie früher, als das was nicht fein ſoll“ 95 (O Logif) „Der Menſch muß vom Baum der Erkenntnis des Guten und Böſen gegeſſen haben, durch die Arbeit und Tätigkeit des Ge⸗ 2392
9 10 11 1 15 = 16 Sündenfall dankens hindurchgegangen ſein, um nur als Überwinder dieſer Trennung feiner von der Natur zu fein, was er iſt“ 418, 42 (O Naturbetrachtung) „Im Mythus vom Sündenſall ſpricht die Bibel ausdrücklich aus, daß das Erkennen des Wahren erſt durch das Zerreißen jener urſprünglichen paradieſiſchen Einheit des Menſchen mit der Natur dieſem zuteil geworden ſei“ 1638 (O Magie) Im Sündenſall „beſteht die Sünde nur in der Erkenntnis: dieſe iſt das Sündhaſte, und nur durch fie hat der Menſch fein natürliches Glück verſcherzt“ 412. „Das Erkennen als Aufhebung der natürlichen Einheit iſt der Sündenfall, der keine zufällige, ſondern die ewige Geſchichte des Geiſtes iſt. Denn der Zuſtand der Un— ſchuld, dieſer paradieſiſche Zuſtand iſt der tieriſche“ 413. „Der Sündenfall iſt der ewige Mythus des Menſchen, wodurch er eben Menſch wird“ 413 (15, 285; 16, 73, 74]. Im Sündenſall wird das Verbleiben im Unglück ausgeſprochen; in ihm iſt aber auch die Verſöhnung enthalten 413, 414 (O Chriſtentum) Erwachen der Scham nach dem Sündenſall 406 (O Kleidung) Der Sündenſall iſt „die ewige, notwendige Geſchichte des Men— ſchen, in äußerlicher, mythiſcher Weiſe ausgedrückt“ 285, 287 11, 413; 16, 73, 74]. Der Menſch muß herausgehen „aus dieſem Anſich, in die Unterſcheidung“ 286. „Inſoſern die Entzweiung und die Reflexion die Freiheit iſt, daß der Menſch eine Wahl hat zwiſchen beiden Seiten des Gegenſatzes, oder als Herr über Gut und Böſe daſteht, ſo iſt das ein Standpunkt, der nicht ſein ſoll, der auſgehoben werden muß, nicht aber ein ſolcher, der gar nicht eintreten ſoll, ſondern dieſer Standpunkt der Entzweiung endigt ſeiner eigenen Natur gemäß mit der Verſöhnung“ 286. In Gottes Worten: Siehe! Adam iſt worden wie unſer Einer [8, 959; 11, 413; 16, 73, 265; 17, 140; 19, 105; 20, 167] liegt die Be⸗ ſtätigung der Heilung und Verſöhnung 287 (O unmittelbare Religion) Der Sündenſall betrifft die Natur des Menſchen als Menſch, und „hat keinen Einfluß auf das gehabt, was in der Folge die jüdiſche Religion iſt“ 70, 76, 77. Erklärung des bibliſchen Sündenfalls 7377 (O jüdiſche Religion). Er zeigt, „wie das Böſe in die Welt gekommen“ in der Form eines Mythus, einer Parabel 73. Kritik 2393
16 1 18 -ı Sündenfall an trivialen Erklärungsweiſen 73, 74, 265. „Es liegt vielmehr im Ganzen ein tief ſpekulativer Sinn“ 74. Adam iſt der Menſch überhaupt. Der Baum iſt der Baum der Erkenntnis des Guten und Böfen 74. Im Verbot davon zu eſſen, liegt die Erkenntnis, daß das Wiſſen dieſes doppelſeitige, gefährliche Geſchenk iſt: „der Geiſt iſt frei; dieſer Freiheit iſt das Gute wie das Böſe anheim⸗ geſtellt“ 74. Aus dem „Zuſtande der urſprünglichen Natürlichkeit muß herausgegangen werden, aber die Trennung, welche dann entſteht, ſoll auch wieder zur Verſöhnung kommen: dieſes Ver⸗ ſöhntwerden ſtellt ſich hier ſo vor, daß jener erſte Zuſtand nicht hätte übertreten werden ſollen“ 74, 75 In dem Fluch, der Strafe harter Arbeit liegen „die Folgen der Endlichkeit“ und zugleich „die Hoheit des Menſchen“ 75, 266. „Die Trauer der Natürlichkeit iſt allerdings an die Hoheit der Beſtimmung des Menſchen geknüpft“ 75, 76. Die Grundbeſtimmung der Darſtellung des Sündenfalls iſt, „daß der Menſch nicht natür— licher ſein ſoll: darin liegt, was in der wahrhaften Theologie ge⸗ ſagt iſt, daß der Menſch von Natur böſe ſei; das Böſe iſt das Stehenbleiben in dieſer Natürlichkeit, der Menſch muß heraus: treten mit Freiheit, mit ſeinem Willen“ 76. Die Geſchichte des Sündenfalls hat im jüdiſchen Volk geſchlafen, erſt im Chriſten⸗ tum gelangte ſie zu ihrer wahren Bedeutung 76, 77, 70 (O jüdiſche Religion) Außerlichkeit der Verführung durch die Schlange 90 (O jüdiſche Religion) Wie in der Trennung, im Fürſichſein ſowohl die Quelle des Übels iſt, als auch der Punkt liegt, wo die Verſöhnung ihre letzte Quelle hat, zeigt die Geſchichte des Sündenfalls 265, 266. Er⸗ klärung des: Ich will Feindſchaft ſetzen 266. Bildlichkeit der Vor⸗ ſtellung des erſten Menſchen 266. Zur Arbeit als Strafe der Sünde 266, zur kindlichen Vorſtellung vom Baum des Lebens 267, 268, 269 (O chriſtliche Religion) Bedeutung des: Siehe, Adam iſt worden wie unſer Einer 140, 141 (O chriſtliche Religion). Das Denken hat den Sündenfall her⸗ vorgebracht; es heilt aber dieſen Schaden auch wieder 338 (O Zeno) „Die Erkenntnis hat den Sündenfall gebracht, ſie hat aber ebenſo das Prinzip der Erlöſung“ 121 (O Sokrates), 528, 529 (O Kar⸗ neades) 2394
Sündenfall / Syllogismus 19 Der Sündenfall und die Lehre von der Erbſünde 105, 106 (O Chriſtentum) 20 Solgers einſeitige Auffaſſung des Sündenfalls, indem er in ihm nicht auch das Prinzip der Rückkehr zum Ebenbilde ſieht 167 (O Solger) Supranaturalismus 17 „Der Supranaturalismus iſt in der Religion dem Rationalismus entgegengeſetzt, aber er iſt der Philoſophie in Anſehung des wahr⸗ haften Inhalts verwandt, aber der Form nach verſchieden; denn er iſt ganz geiſtlos, hölzern geworden, und nimmt äußerliche Autorität zur Rechtfertigung an. Die Scholaſtiker waren nicht ſolche Supranaturaliſten; ſie haben denkend, begreifend das Dogma der Kirche erkannt“ 113 (O Philoſophie). „Der ſogenannte Supranaturalismus iſt als Syſtem der chriſtlichen Theologie weſentlich in allen Beziehungen, folglich auch, in ſeinem Verhält⸗ niſſe zur ſpekulativen Philoſophie, verſchieden von dem Ratio⸗ nalismus“ 279 (O Göſchel) Suſa 11 264 (O Agypten) — Swinden, Jan Hendrik van 9 Den Punkt am Magneten, wo die Wirkung jedes Pols am ſtärk⸗ ſten iſt, nannte van Swinden den Kulminationspunkt 2818 (O Magnetismus) Sykophanten 11 331 (O Griechen) Sylla 18 309 (O Ariſtoteles) Syllogismus (Schluß) 17 Der vollſtändige Syllogismus (Nyaya) in der Philoſophie des Gotama, die ſelbſt Nyaya genannt wird 181, 177 (O Nyaya) 18 »Der avidoyıouds iſt ein Grund (20 46, Begründen), in welchem, wenn Einiges geſetzt iſt, ein Anderes als das Geſetzte, nach der Notwendigkeit folgt« 408. „Ariſtoteles ſagt, „man müſſe 2395
Syllogismus / Symbol, Symbolik, Symboliſches 18 ſich gegen die Dialektiker der Syllogismen, gegen die Menge der Induktion bedienen«. Ebenſo trennt Ariſtoteles die dialektiſchen und beweiſenden Syllogismen von den rhetoriſchen und jeder Art der Überzeugung; zu den rhetoriſchen rechnet Ariſtoteles die Induktion“ 409 (O Ariſtoteles) 19 Baco tritt in ſeinem Organon „polemiſch gegen die bisherige 2 . 10 ſcholaſtiſche Methode, durch Schließen zu wiſſen“ auf, — „gegen die ſyllogiſtiſchen Formen“ 286, 287, 288. „Die Induktion ſetzt er dem Syllogismus entgegen“ 288 (O Bacon) Symbol, Symbolik, Symboliſches (ſymboliſche Architektur, ſym⸗ boliſche Bücher, ſymboliſche Kunſtform, ſymboliſche Poeſie, ſym— boliſche Skulptur, Zahlenfymbolif) „Das Symboliſieren der Einbildungskraft beſteht darin, daß ſie ſinnlichen Erſcheinungen oder Bildern Vorſtellungen oder Ge— danken anderer Art unterlegt, als ſie unmittelbar ausdrücken, die jedoch eine analoge Beziehung mit ihnen haben und jene Bilder als den Ausdruck derſelben darſtellen“ 208, 209 (O Einbildungs⸗ kraft) 10, 337, 339] In der Sprache tritt für die Bezeichnung abſtrakter Verhältniſſe und Beſtimmungen vornehmlich das Symboliſieren ein 211 (O Sprache) Wird der Potenzen-Ausdruck nur als Symbol gebraucht, „fo iſt dagegen ſo wenig zu ſagen, als gegen die Zahlen oder Symbole anderer Art für Begriffe; aber zugleich ebenſoviel, als gegen alle Symbolik überhaupt, in welcher reine Begriffs- oder philofophiſche Beſtimmungen dargeſtellt werden ſollen. Die Philoſophie bedarf ſolche Hilfe nicht ...“ 404 (O Potenz) Symbole können nur „Ahnungen und Anklänge des Begriffes erregen“; die äußerliche Natur aller Symbole“ iſt unangemeſſen den Begriff auszudrücken 59 (O Begriff) Symbolwert der Farben: Rot, Gelb, Blau 350 g (O Farbenlehre) Durch die innere Bedeutung, welche, uns unbewußt, eine äußer⸗ liche Empfindung erhält, wird dieſe äußerliche Empfindung zu etwas Symboliſchem 135 8, 136 8, 127g (O Empfindung) Die ſymboliſierende Phantaſie 343 9. Abgrenzung des Zeichens vom Symbol 345 [P. St. 6, 269] (O Einbildungskraft) 2396
1i 12 Symbol, Symbolik, Symboliſches Die griechiſchen Götter ſind keine Symbole, „denn das Symbol iſt nur ein Zeichen, eine Bedeutung von etwas anderem. Die griechiſchen Götter drücken an ihnen ſelbſt aus, was ſie ſind“ 322 (O Griechen). Die griechiſchen Myſterien waren ſinnliche Gebräuche und Darſtellungen, die nur in Symbolen der allgemeinen Operationen der Natur beſtanden 324 (O Myſterien) 13, 58; 16, 153] „Eine Erſcheinung, die etwas bedeutet, ſtellt nicht ſich ſelber, und das, was ſie als äußere iſt vor, ſondern ein Anderes; wie z. B. das Symbol“ 43 (O Aſthetik), 467, 469 (O ſymboliſche Kunſtform) „Vom Symboh überhaupt“ 407—422 (O ſymboliſche Kunſt— form). Das Symbol „macht dem Begriffe wie der hiſtoriſchen Er— ſcheinung nach den Anfang der Kunſt“ und gehört hauptſächlich dem Morgenlande an 407, 468. Abgrenzung „des Symbols in feiner ſelbſtändigen Eigentümlichkeit, in welcher es den durch— greifenden Typus für die Kunſtanſchauung und Darſtellung ab— gibt, von derjenigen Art des Symboliſchen, das nur zu einer bloßen für ſich unſelbſtändigen äußeren Form herabgeſetzt iſt“ 407. In dieſer letzteren Weiſe finden wir das Symbol auch in der klaſſiſchen und romantiſchen Kunſtform 407, 304 Das ſelbſtändig ausgebildete Symbol hat den „Charakter der Er: habenheit“. Die noch maßloſe Idee überragt ihr äußerliches Da⸗ ſein 408 Am Symbol find die Bedeutung und fein Ausdruck zu unterſcheiden 408, 467, 469 1. Das Symbol iſt zunächſt ein Zeichen; Bedeutung und Ausdruck ſind willkürlich verknüpft. Das Zeichen iſt für die Kunſt be⸗ deutungslos 408, 409 2. Das Zeichen mit Symbolwert iſt „ein Zeichen, welches in ſeiner Außerlichkeit zugleich den Inhalt der Vorſtellung in ſich ſelbſt be⸗ faßt, die es erſcheinen macht“ 410, 409 3. Grundzug des Symbols muß aber Unangemeſſenheit von Be: deutung und unmittelbarem Kunſtausdruck bleiben 410 Das Symbol iſt ſeinem eigenen Vegriff nach weſentlich zwei⸗ deutig 411—422 a) Der Anblick eines Symbols führt ſogleich den Zweifel herbei, „ob eine Geſtalt als Symbol zu nehmen iſt oder nicht“, ob ein 2397
Symbol, Symbolik, Symboliſches 12 Bild, eine Geſtalt „eigentlich oder zugleich uneigentlich, oder auch 13 etwa nur uneigentlich genommen werden ſoll“ 411, 412 Solche Zweiſelhaftigkeit hört auf, wenn „die Bedeutung und deren Geſtalt ausdrücklich genannt“ iſt. Das Symbol wird zum Bild, „und die Beziehung von Bild und Bedeutung erhält die bekannte Form der Vergleichung, des Gleichniſſes“ 412. Beiſpiele ſür Gleichniſſe 412, 413. Beim Symbol wird die Bedeutung nicht wie bei der Vergleichung ſür ſich ausgedrückt 413, iſt aber oft konventionell und durch Gewohnheit bekannt 413, 414 b) Das Symbol iſt der Inhalt der geſamten morgenländiſchen Kunſt, der altperſiſchen, indiſchen, ägyptiſchen und z. T. der klaſ⸗ ſiſchen, inſoſern es ſich um mythologiſche Gebilde der Alten han— delt 414. Abgrenzung des Symboliſchen vom klaſſiſchen Ideal 415. Die zwei verſchiedenen Wertſchätzungen der Mythologie der Alten 416, 417 (ſ. Mythologie), Creuzer 417, 418 (ſ. Creuzer) e) Zur Frage, „ob denn alle Mythologie und Kunſt ſymboliſch zu ſaſſen ſei, wie Friedr. von Schlegel z. B. behauptete, daß in jeder Kunſtdarſtellung eine Allegorie zu ſuchen ſei“ 419. Freilich „der Verſtand eilt ſchnell zum Symbol und zur Allegorie, indem er Bild und Bedeutung trennt, und dadurch die Kunſtſorm zerſtört“ 419. Wir betrachten hier nicht die Ausdehnung des Symboliſchen, ſondern wir ſragen vielmehr, „inwiefern das Symboliſche ſelbſt zur Kunſtſorm zu rechnen ſei“ 419, 420 Das Symboliſche hört ſoſort auf, „wo die jreie Subjektivität und nicht mehr bloß allgemeine abſtrakte Vorſtellungen den Gehalt der Darſtellung ausmacht. Denn das Subjekt iſt das Bedeutende für ſich ſelbſt, und das ſich ſelbſt Erklärende“ 420. So ſind die griechiſchen Götter nicht ſymboliſch zu nehmen 420, 421 16, 153]. Wirkliche Individualität und Subjektivität iſt in Betreff auf Abgrenzung der ſymboliſchen Kunſt ſtreng von bloßer Perſoniſikation zu trennen 421, 436, 455, 456. Herleitung des inneren Entſtehungsgangs der ſymboliſchen Kunſt aus der Entwicklung des Symboliſchen ſelbſt 421—422, 422563 (f. ſymboliſ che Kunſtform) Verhältnis des eigentlichen Symbols zum Rätſel 526 (O Rätfel), zur Metapher 534 (O Metapher) Die ſymboliſche Ausdrucksweiſe der griechiſchen Myſterien 58 (0 griechiſche Götter) [11, 324]. „Als das Symboliſche einer Kunſt können wir vom Standpunkt des Ideals aus, ſchon ganz abſtrakt 2398
Symbol, Symbolik, Symboliſches / ſymboliſche Architektur 13 und formell, die Unvollkommenheit jeder beſtimmten Kunſt über⸗ haupt annehmen“ 378 (O Skulptur) 14 91 (O Malerei) 15 Symbolcharakter des Opfers 245 (O Kultus). In der perſiſchen Religion iſt das Licht kein Symbol 429, 430 (O perſiſche Religion). Das Symboliſche der ägyptiſchen Religion 457 (ſ. ägyptiſche Reli: gion) 16 Symbolik der griechiſchen Myſterien 153 (O Myſterien) [11, 324; 13, 58] Die chriſtliche Kirche legt ihre Lehre, ihre Wahrheit, um ſie als Feſtes zu bewahren, auch in Symbolen nieder 332 (O Gemeinde) Der Geiſt bedarf der Symbole in Zahlen, Linien, geometriſchen Figuren nicht; „er hat die Sprache“ 121. Solche Symbole ſind „tief, wie man einen Brunnen tief nennt, deſſen Boden man nicht ſehen kann“ 122 (O Philoſophiegeſchichte) 1 =] ſymboliſche Architektur „Die ſelbſtändige, ſymboliſche Architektur“ 270, 272—302 (O Architektur). Das urſprüngliche Intereſſe der Kunſt geht darauf, „die urſprünglichen objektiven Anſchauungen, die allgemeinen weſentlichen Gedanken ſich und andern vor Augen zu bringen“ 273, 272. Die Produktionen der Architektur ſollen „durch ſich ſelbſt zu denken geben, allgemeine Vorſtellungen er— wecken, ohne eine bloße Einhüllung und Umgebung ſonſt ſchon für ſich geſtalteter Bedeutungen zu ſein“ 273, 274. Im Orient, beſonders in Babylonien, Indien, Agypten haben ganze Nationen ihre Religion bauend ausgeſprochen 274 Nähere Gliederung der ſymboliſchen Architektur 274—276 Erſtens: Architekturwerke zur Vereinigung der Nation 275. Zwei: tens: Vereinzelung der ſymboliſchen Gebilde mit Übergängen zur Skulptur, Neigung ins Koloſſale, und architektoniſcher Be— handlung des Skulpturartigen 275, 276. Drittens: Konzentration zu einem Gehäuſe „für andere nicht unmittelbar ſelber architek— toniſch ausgedrückte Bedeutungen“ 276 1. „Architektur-Werke zur Vereinigung der Völ— ker erbaut“ 276—279, 275. Den erſten Inhalt der ſelbſtän⸗ 2399 1 =
ſymboliſche Architektur 13 digen Baukunſt bildet das Heilige mit dem Zweck des Zuſammen⸗ halts vieler Seelen 276. Der babyloniſche Turmbau 276, 277, der Turm des Belus 277, 278, Efbatana 278, 279 2. „Architektur-Werke, zwiſchen Baukunſt und Skulptur ſchwankend“ 279—288, 275—276. Bedeutung und Form werden konkreter, „Skulptur und Architektur vermiſchen ſich, wenn auch die Baukunſt das Durchgreifende bleibt“ 279 a) Verehrung der befruchtenden Göttin im Phallus- und Lingam⸗ kult in Indien, Phrygien und Syrien 279, 275, 280. Die Pagode, der Berg Meru, Phallusſäule 280, 281 b) Der Obelisk 281, 282, 285 (ſ. Obelisk), die Memnons⸗Statuen 282 (ſ. Memnonsſäule), die Sphinx 282, 283, 284, 285 (ſ. Sphinx) e) Große, tempelartige Bauten: Labyrinthe und unterirdiſche Ex— kavationen 283—288 (ſ. ägyptiſche Architektur) 3. „Übergang aus der ſelbſtändigen Architektur zur klaſſiſchen“ 288-302, 276. In der unterirdiſchen Archi— tektur der Inder und Agypter zeigt ſich zuerſt das nähere Be⸗ dürfnis der Umſchließung 288. Salſette, Ellora, unterirdiſche Bauten in Oberägypten und Nubien 288 a) Dieſe indiſchen und ägyptiſchen unterirdiſchen Bauwerke „die— nen zu Verſammlungsplätzen, unterirdiſchen Domen, und find Konſtruktionen zum Zweck des religiöfen Staunens und der Sammlung des Geiſtes“ 289. „Das Tempelartige, Hausartige im griechiſchen und neueren Sinne zeigt ſich hier in ſeiner natürlich⸗ ſten Form“ 290, 294, 295. Die Mithrashöhlen, die römiſchen Katakomben 290 b) Die Totenbehauſungen find ein beſtimmterer Übergang aus der ſelbſtändigen zur dienenden Architektur 290, 294. Die Toten⸗ reiche der Agypter 290, 291. Ihre Totenbehauſungen bilden die früheſten Tempel 292. Gräber, Grabmäler und Totendienſt ver⸗ einigen überhaupt die Menſchen 292. Die Pyramiden 293—295 (ſ. Pyramiden). „In allem, was ſich auf Grabmäler bezieht, tritt ſchon die ſpeziellere Beſtimmung der Architektur, bloße Umſchlie⸗ ßung zu fein, deutlich hervor“ 294, 295. Das Grabmal des Mauſolus in Karien, das Grabmal Hadrians, kleinere Totendenkmale 295. „Die ebenſo grandioſen als einfachſten Konſtruktionen“ aber ſind die Pyramiden 295, 296 2400
13 15 10 ſymboliſche Architektur / ſymboliſche Kunſtform c) Übergang aus der ſelbſtändigen zu der eigentlichen, dienenden Baukunſt 296—302. Ihre Ausgänge find die ſymboliſche Architek— tur und das Bedürfnis nach Zweckmäßigkeit 296. In der ſymbo⸗ liſchen Architektur iſt die Zweckmäßigkeit bloße Nebenſache; das Extrem hierzu „bildet das Haus, wie das nächſte Bedürfnis das⸗ ſelbe fordert“ 296 a) Das Bedürfnis bringt, als zweckmäßig, „das Geradlinige, Rechtwinkliche, die Ebenheit der Flächen“ hervor 296. Ziel iſt eine Um⸗ ſchließung für die Götterſtatue oder die Gemeinde zu ſchaffen 297. Aber die zweckdienlichen Formen müſſen ſich zur Schönheit erheben, fie dürfen nicht bei ihrer erſten Abſtraktion ſtehen bleiben. Sie müſſen „außer der Symmetrie und Eurhythmie dem Organiſchen, Konkreten, in ſich ſelbſt Abgeſchloſſenen und Man— nigfaltigen zugehn“ 297, 298 6) „Die ſymboliſche Architektur umgekehrt nimmt mehr oder weniger von ſolchen organiſchen Geſtaltungen ihren Ausgangs⸗ punkt, wie in den Sphingen, Memnonen“ 298. Bei der Aufſtel⸗ lung wird dann „die Ordnung und Regelmäßigkeit der eigent⸗ lichen Baukunſt zu Hilfe“ genommen 298, 299 y) Es werden „die Formen des Organiſchen ſich zur Regelmäßig⸗ keit verſtändig modifizieren“ und ſich umgekehrt „die bloße Zweck⸗ mäßigkeit der Formen dem Prinzip des Organiſchen entgegen bewegen“ 298. Es entſteht „die eigentlich ſchöne klaſſiſche Archi⸗ tektur“ 298 Solch eine Einigung iſt die Säule 298—301 (. Säule), die Ara⸗ beste 301—302 (f. Arabeske). „Die ſchöne Säule geht von der Naturform aus, die ſodann zum Pfoſten, zur Regelmäßigkeit und Verſtändigkeit der Form umgeſtaltet wird“ 302 (O Archi⸗ tektur) . Das Symboliſche und Klaſſiſche iſt für die klaſſiſche Idealität wenig geeignet 376 (O Skulptur) ſymboliſche Bücher 45 (O Religionsphiloſophie) ſymboliſche Kunſtform (lägyptiſche Kunſtform, ägyptiſche Skulp⸗ tur, Allegorie, Bedeutung, Kunſtformen) In der ſymboliſchen Kunſt „iſt die der Idee angemeſſene Geſtal⸗ tung noch nicht gefunden“. „Der Inhalt iſt nur als der abſtrakte Glockner, Hegel-gerifon 151 2401
ſymboliſche Kunſtſorm 10 Gott des reinen Denkens, oder ein Streben nach demſelben, das 1 ſich raſtlos und unverſöhnt in allen Geſtaltungen herumwirft, indem es fein Ziel nicht finden kann“ 450 8 (O Kunſt) Verhältnis der Idee zu ihrer Geſtaltung in der ſymboliſchen Kunſtform 115—116 (f. Idee), 124, 125 (O Aſthetik), 404 —405 (f. Idee) „Die ſymboliſche Kunſtform“ 407—563 (O Aſthetik) Einleitung. „Vom Symbol überhaupt“ 407—422 (f. Symbol) Einteilung. Im Ganzen gehört die ſymboliſche Kunſtform zur Vorkunſt. „Das erſte Grenzgebiet iſt das Sichhervorarbeiten der künſtleriſchen Anſchauung und Darſtellung überhaupt“ 422. Subjektiv angeſehen iſt der Anfang die Verwunderung 422; der Menſch „tritt von der Natur und ſeiner eigenen ſingulären Exi— ſtenz zurück, und ſucht und ſieht in den Dingen nun ein Allgemeines, Anſichſeiendes und Bleibendes“ 423. Dieſes Weſentliche, Allgemeine will er ſich äußerlich machen und es als gegenſtänd— lich anſchauen 423, 424. „Nach der objektiven Seite hin fteht der Anfang der Kunſt im engſten Zuſammenhange mit der Religion“ 424. Die Kunſt iſt „die erſte näher geſtaltende Dolmetſcherin der religiöſen Vorſtellungen“ 424, 425 Das Ende der ſymboliſchen Kunſtform iſt die klaſſiſche, „weil die geiſtige Subjektivität ihre und zwar adäquate Geſtalt ebenſo an ſich ſelber hat, wie der ſich ſelbſt beſtimmende Begriff ſich das ihm gemäße beſondere Daſein aus ſich ſelbſt erzeugt“ 425, 426, 422, 482 Fragen wir innerhalb dieſer Grenzen nach dem Einteilungs⸗ prinzip, ſo können wir die ganze ſymboliſche Kunſt „als einen fortlaufenden Streit der Angemeſſenheit und Unangemeſſenheit von Bedeutung und Geſtalt auffaſſen“ 426 Zunächſt iſt dieſer Kampf erſt an ſich vorhanden. Den Ausgangs⸗ punkt bildet die „gärende und rätſelhafte Einheit des Kunſt⸗ gehalts und ſeines verſuchten ſymboliſchen Ausdrucks“ 426. Dieſe unbewußte originäre Symbolik hat ihre Geſtaltungen noch nicht als Symbole geſetzt 426, 428—429, 433481. Das Ende iſt, in⸗ dem der bisher an ſich ſeiende Kampf ins Kunſtbewußtſein kommt. Die Bedeutung ſcheidet ſich bewußt von ihrem Bilde ab 427, 431 bis 432, 502 —563. „In der Mitte zwiſchen jenem Anfange und 2402
12 dieſem Ende fteht die erhabene Kunſt“ 427. „In ihr zuerſt trennt ſich die Bedeutung als die geiſtige für ſich ſeiende Allgemeinheit von dem konkreten Dafein ab, und läßt dasſelbe als das ihr Negative, Außerliche und Dienende erſcheinen“ 427, 428, 429 bis 431, 445, 482—501 (ſ. u.) Erſtes Kapitel 428—429, 426, 433—481, 482, 556. A. Die erſte Stufe „iſt ſelbſt weder eigentlich ſymboliſch zu nennen, noch eigentlich zur Kunſt zu rechnen“ 428, 426, 440, 443, 445. „Dies iſt die unmittelbare ſubſtantielle Einheit des Abſo⸗ luten als geiſtiger Bedeutung mit deſſen ungetrenntem ſinnlichem Daſein in einer natürlichen Geſtalt“ 428, 434—445 B. Die zweite Stufe bildet den Übergang zum eigentlichen Gymbol. In dem Doppelſtreben „das Natürliche zu vergeiſtigen und das Geiſtige zu verſinnlichen zeigt ſich auf dieſer Stufe ihrer Differenz die ganze Phantaſtit und Verwirrung, alle Gärung und wild umhertaumelnde Vermiſchung der ſymboliſchen Kunſt“ 428, 445—463, 482 ©, Die dritte Stufe iſt der Standpunkt des eigentlichen Symbols 428, 429. Die urſprünglichen Symbole gehen aus der religiöſen Weltanſchauung ganzer Völker hervor 429, 463—481. Die Be⸗ lege für die erſte Stufe haben wir in der altparſiſchen Religion, für die zweite in Indien, für die dritte in Agypten aufzuſuchen 429 Zweites Kapitel 429—431, 427, 428, 482—501. Die bisher mehr oder weniger verdunkelte Bedeutung wird frei, und „kommt ſomit für ſich in ihrer Klarheit ins Bewußtſein“ 429, 482. „Die Kunſt der Subſtantialität, als Symbolik der Erhaben⸗ heit, tritt an die Stelle bloß ſymboliſch phantaſtiſcher Andeu⸗ tungen“ 430. Wir haben zwei Standpunkte, je nachdem das Ver⸗ hältnis der Subſtanz zur Endlichkeit poſitiv oder negativ iſt 430 A. Auf der erſten Stufe, dem erhabenen Pantheismus, iſt die Subſtanz den beſtimmten Erſcheinungen immanent 430, 485 bis 494. So in Indien, im Mohammedanismus, in einigen Erſchei⸗ nungen der chriſtlichen Myſtik 430 B. Das negative Verhältnis zeigt die hebräiſche Poeſie. Die ge⸗ ſamte Schöpfung iſt nur als Akzidenz der Macht Gottes 430, 431, 494—501 Drittes Kapitel 431-432, 427, 428, 502—563. Die Tren⸗ 2403
ſymboliſche Kunſtform 12 nung von Bedeutung und Erſcheinung iſt vollzogen 431. Die Beziehung beider erfolgt in einem ſubjektiven Dritten 431, 432 A. In Fabel, Parabel, Apolog u. ſ. f. iſt die Trennung von Ge⸗ ſtalt und Bedeutung noch nicht ausdrücklich geſetzt 432, 507—524 B. In Allegorie, Metapher, Gleichnis u. ſ. f. kommt die allgemeine Bedeutung für ſich zur Herrſchaft 432, 524—556 C. Im Lehrgedicht, der beſchreibenden Poeſie erfolgt der völlige Zerfall von Bedeutung und Form 432, 556—563 Erſtes Kapitel: „Die unbewußte Symbolik“ 433—481, 426, 428—429, Das Symboliſche für die Kunſt entſteht erſt „mit dem Abtrennen einer allgemeinen Bedeutung von der unmittel— baren Naturgegenwart“ 433, 434 A. „Unmittelbare Einheit von Bedeutung und Geſtalt“ 434—445, 428. „Von einem Unterſchiede des Innern und Außern, der Bedeutung und Geftalt iſt eigentlich nicht zu reden“ 434. „Das Erſcheinende ſelber iſt als die unmittelbare Wirklichkeit und Gegenwart des Abſoluten gefaßt“ 435. So im Lamadienſt, in anderen Religionen und in Spuren noch in der chriſtlichen Anſchauung 435 Am durchgreifendſten finden wir die Anſchauung der unmittelbaren Einheit in der Religion Zoroafters 435-445 (j. Zo⸗ roaſter) B. „Die phantaftiſche Symbolik“ 445-463, 428, 482. Es entſteht der Verſuch die Scheidung des Abſoluten von dem äußerlich wahrgenommenen Dafein auf phantaſievolle Weiſe zu verwiſchen 445. Wir finden Geſtaltungen einer gärenden Phan⸗ taſie verworrener Art. „Der Drang der Unterſcheidung und Ver⸗ einigung iſt ein Taumel“ 446, 447 Die erſten noch wildeſten Verſuche der Phantaſie finden wir bei den alten Indern 447-463 (ſ. indiſche Kunſt) C. „Die eigentliche Symbolik“ 463-481, 429. Die Be⸗ deutung muß für ſich frei von der unmittelbar ſinnlichen Geſtalt werden, indem „das Sinnliche und Natürliche in ſich ſelber als negativ, als das Aufzuhebende und Aufgehobene erfaßt und an⸗ geſchaut wird“ 463, 464. Dieſe Negativität aber muß „als die abſolute Bedeutung der Dinge überhaupt, als Moment des Gött⸗ lichen aufgenommen und geſtaltet werden“ 464, 465. Dies fehlt der indiſchen Religion noch 464. Jetzt „erſcheint der wahre Gott 2404
ſymboliſche Kunſtſorm 12 als das Negativwerden feiner ſelber“ 464. Damit „wird das Ab⸗ ſolute zum erſten Mal in ſich konkret“ 464, 465 Erſtens: „Die unmittelbare und dadurch natürliche Negation in ihrer umfaſſendſten Weiſe iſt der Tod“ 465. „Der Tod des Natür⸗ lichen wird als ein notwendiges Glied im Leben des Abſoluten gewußt“ 465, 466 Zweitens: Die Naturgeſtalt, als ſterblich erkannt, kann „nicht mehr als der in ihr erſchauten Bedeutung adäquat aufgenommen werden“ 466 Drittens: Der bloße Kampf der Bedeutung und Geſtalt und die Gärung der Phantaſie fällt weg 466. Es entſteht die eigentlich ſymboliſche Darſtellung, indem das Innerliche und als Bedeutung Erfaßte anfängt ſich gegen die bloß natürliche Realität zu be— feſtigen 467 [13, 38]. Die „allgemeine Dialektik des Lebens, das Entſtehen, Wachſen, Untergehn und Wiederhervorgehn aus dem Tode“ bildet „den gemäßen Inhalt für die eigentlich ſymboliſche Form“ 467, 468, 469. Die Einheit wird „aus der Differenz her: geſtellt“, aus dem Geiſte produziert 468. Damit bricht der un⸗ geheure „Trieb nach Kunſt hervor“ 468, 469. Zur Bedeutung 469, 470 (ſ. Bedeutung) Der abſtrakteſte Symbolausdruck iſt die Zahl 470. Konkreter ſind „ſymboliſche Raumfigurationen, labyrinthiſche Gänge“, Tier⸗ geſtalten und endlich die menſchliche Körperform 470, 471. Ein allgemeines Symbol iſt das Bild des Phönix, der Mythus vom Adonis, der Dienſt der Cybele, die Mythen von Kaſtor und Pollux, Ceres und Proſerpina 471. Das Moment des Negativen, der Tod des Natürlichen, als abſolut im Göttlichen begründet, wird herausgehoben und für ſich anſchaulich gemacht 471—472 Vorzüglich iſt „Agypten das Land des Symbols“ 472, 473 bis 481 (f. ägyptiſche Kunſtform) Zweites Kapitel: „Die Symbolik der Erhabenheit“ 482 bis 501, 427, 428, 429—431. Jetzt tritt „die Bedeutung für ſich, abgetrennt von der geſamten erſcheinenden Welt, ins Bewußtſein“ 482, 557. Rückblick auf die Parſen, Inder, Agypter 482. Bedeu⸗ tung der Erhabenheit für die Loslöſung des Abſoluten 482, 483, 484 (f. Erhabenheit). Die Subſtanz wird „als die ſchöpferiſche Macht aller Dinge gefaßt“ und zugleich verſchwindet auch alles Partikuläre in der Subſtanz 484, 430 2405
1 [80] fymboliſche Kunſtform E ⁰ — — — Einteilung der Kunſtform des Erhabenen: Die aſſirmative Auf— faſſungsweiſe erhebt die Subſtanz über die einzelne Erſcheinung; fie ſchaſft die pantheiſtiſche Kunſt der Inder 484, 485, 430. Im⸗ manenz der Subſtanz in ihren Akzidenzien 485 (ſ. Subſtanz), 430, 431. „Das zweite negative Preiſen der Macht und Herrlichkeit des einen Gottes treſſen wir als die eigentliche Erhabenheit in der hebräiſchen Poeſie“ 485, 484, 430. Die eine Subſtanz ſteht der Geſamtheit der Geſchöpſe als dem in ſich ſelbſt Ohnmächtigen und Verſchwindenden gegenüber 485 A. „Der Pantheismus der Kunft” 485—494, 430, 484 (ſ. Pantheismus) B. „Die Kunſt der Erhabenheit“ 494—501, 430—431, 485. Die Subſtanz verſelbſtändigt ſich gegen die Endlichkeit und iſt „als reine Innerlichkeit und ſubſtantielle Macht in ſich zurück— genommen“ 494, 495. Die Kreatur iſt das Verſchwindende und Ohnmächtige 494, 495. „Das Kunſtwerk wird nun der Erguß des reinen Weſens als des Bedeutens aller Dinge“ 495, 496 Die Erhabenheit in ihrer erſten urſprünglichen Beſtimmung findet ſich „in der jüdiſchen Anſchauung und deren heiligen Poeſie“ 496—501 (f. Juden) Drittes Kapitel: „Die bewußte Symbolik der vergleichen den Kunſtform“ 502—563, 427, 431—432 [13, 8, 113]. Rückblick auf die Symbolik der Erhabenheit 502. Das Verhältnis von Bedeutung und Geftalt wird in der bewußten Symbolik und näher in der vergleichenden Kunſtſorm äußerlich 502. Das Zu— ſammenbringen von Bedeutung und Geſtalt hängt von der Sub— jektivität, dem Witz des Poeten ab 503. Abgrenzung gegen die noch naive und bewußtloſe Symbolik 503, 508. Der Inhalt iſt nicht mehr Gott, ſondern iſt aus dem Endlichen genommen; ſein Bild iſt noch beſchränkterer Art und beides, Inhalt und Geſtalt, ſind ſich relativ gemäß 504. Der Inhalt dieſer zwar klaren aber verflachten Auffaffung iſt begrenzt, ihre Form proſaiſch 505 Für die Einteilung iſt wichtig, „daß die Bedeutung als die Hauptſache und die Geſtaltung als bloße Einkleidung und Außer: lichkeit genommen wird“ und zwar wird bald die eine, bald die andere von beiden Seiten zuerſt hingeſtellt und ſomit von ihr ausgegangen“ 505 A. Auf der erſten Stufe macht die konkrete Erſcheinung den Aus— 2406
12 ſymboliſche Kunſtform gangspunkt und iſt für die Oarſtellung das Wichtige. Das Ver: gleichen als ſubjektive Tätigkeit iſt noch nicht ausdrücklich heraus⸗ geſtellt 506 B. Auf der zweiten Stufe iſt die Bedeutung das Erſte und die Verbildlichung das Beiherſpielende. Die ſubjektive Willkür des Vergleichens wird deutlicher 506 O. Im Lehrgedicht und der beſchreibenden Poeſie tritt das bloße Herauskehren der allgemeinen Natur der Gegenſtände und das Schildern ihrer konkreten Erſcheinung völlig auseinander 506, 507 A. „Vergleichungen, welche vom Außerlichen anfangen“ 507—524, 505—506, 432. Schwierigkeit Hauptgattun⸗ gen zu bilden 507, 508 1. „Die Fabel” 508-518 (f. Fabel). Abgrenzung der eigent⸗ lichen Symbolik von der bewußten Symbolik 509 2. „Parabel“ 518520, „Sprichwort“ 520, „Apolog“ 520—521 (f. d. Art) 3. „Die Verwandlungen“ 521—524 (. Metamorphoſe) B. „Vergleichungen, welche in der Verbildlichung mit der Bedeutung den Anfang machen“ 524-556, 432, 506. „Das Auseinanderliegen der Seiten iſt die Voraus⸗ ſetzung, und deshalb ihr Zuſammentreten eine bloß ſubjektive Verlebendigung der Bedeutung durch eine ihr äußere Geſtalt“ 524, 525. So zeigt ſich „die ſubjektive Kunſt des Poeten“ 525. Immerhin muß die Bedeutung eine gewiſſe Verwandtſchaft zu ihrer Geſtalt haben 525, 526 1. „Das Rätſel“ 526, 526—528 (f. Rätſel) 2. „Die Allegorie“ 526, 528—533 (f. Allegorie) 3. „Metapher, Bild, Gleichnis“ 533, 533—540 (f. Me⸗ tapher), 540—543 (f. Bild), 543—556 (ſ. Gleichnis), 526 C. „Das Verſchwinden der ſymboliſchen Kunſt⸗ form“ 556—563, 432, 506, 507. Rückblick auf das Verhältnis von Bedeutung und Geſtalt in der unbewußten Symbolik 556, 557, in der Erhabenheit 557. Die Willkür der Verknüpfung ver⸗ ſteckt ſich noch etwas 557. Jetzt „iſt es nur die Willkür, die den Inhalt und die Kunſtgeſtalt zueinanderbringt“ 557, 432, 507. Zum Unterſchied der didaktiſchen und beſchreibenden Poeſie 558 1. „Das Lehrgedi cht“ 558560 (f. Lehrgedicht) 2. „Die beſchreibende Poeſie“ 560 (f. Poeſie) 2407
ſymboliſche Kunſtform / ſymboliſche Poeſie 12 3. „Beziehung beider Seiten“ 561—563. Zum Verhält⸗ 1 1 1 1 1 = 4 or = 0 2 nis der äußeren Realität zum innerlich als Bedeutung Erfaßten 561 2) beim Lehrgedicht 561 b) in der beſchreibenden Poeſie 561, 562 c) Eine tiefere Bedeutung beider Seiten in ihrer vorausgeſetzten Trennung finden wir im alten Epigramm 562—563 (ſ. Epi⸗ gramm) Zuſammenfaſſender Rückblick auf die vorklaſſiſche Kunſt, beſon⸗ ders im Hinblick auf das Verhältnis von Bedeutung und Geſtalt 4 (O klaſſiſche Kunſtform), 120 (O romantiſche Kunſtform). Ab⸗ grenzung der ſymboliſchen von der klaſſiſchen Kunſtform 4, 10, 11, 12 (O klaſſiſche Kunſtform), 18 (O0 Künſtler), 24 (O klaſſiſche Kunſtform), 38, 44, 86 (O griechiſche Götter). Stellung des Künſt— lers in der ſymboliſchen Kunſt 18 (ſ. Künſtler). Überwindung der ſymboliſchen Kunſtform durch die klaſſiſche 24 (0 klaſſiſche Kunſt— form), 65, 74 (O griechiſche Götter) [12, 563] Unterſchied der Trennung von Bedeutung und Geſtalt am Ende der ſymboliſchen Kunſtform von der am Ende der klaſſiſchen Kunſtform 113, 114, 115 (f. Satire) Wiederholende Charakteriſtik der ſymboliſchen Kunſtform 120, 229 (O romantiſche Kunſtform), 256 (© Aſthetik) „Die ſelbſtändige, ſymboliſche Architektur“ 270, 272—302 (ſ. ſym⸗ boliſche Architektur) Stellung der ſymboliſchen Kunſtform zur menſchlichen Geſtalt 450 (f. Skulptur) Zur lockeren Verbindung der allgemeinen Bedeutung und des wirklichen Erſcheinens in der ſymboliſchen Kunſtform 255 O Poeſie) Die ſymboliſche Kunſt der indiſchen Religion 362, 363 (f. indiſche Religion) ſymboliſche Poeſie Die ſymboliſierende Einbildungskraft 208, 209 (f. Symbol) Die ſymboliſierende Einbildungskraft 339 [P. St. 6, 268], 337 @ (ſ. Einbildungskraft) Das orientaliſche Epos hat den ſymboliſchen Typus zu ſeinem Mittelpunkte 397, 398—403 (f. orientaliſches Epos) 2408
13 > 12 ſymboliſche Skulptur / Symmetrie ſymboliſche Skulptur Wohl gibt es Stadien der Skulptur, die von der ſymboliſchen Kunſtform ergriffen wurden. „Doch find dies mehr nur hiſtoriſche Vorſtufen, und keine Unterſchiede, welche den eigentlichen Begriff der Skulptur ſeinem Weſen nach angingen“ 362, 363, 376 (O Skulptur) Symboliſche Skulptur findet ſich vorzüglich bei den Agyptern 450, 451—457 (ſ. ägyptiſche Skulptur) Symmetrie Die Symmetrie in der tieriſchen Geſtalt 612 8, 613 g. Der Geiſt bringt Aſymmetrie mit ſich; bei den Tieren bleibt dieſe Symmetrie viel beſtimmter als beim Menſchen 6148, 6158 (O Tier) Die Symmetrie 190—194 (O Regelmäßigkeit). „Sie beſteht darin, daß nicht eine abſtrakt gleiche Form nur ſich ſelber wiederholt, ſondern mit einer andern Form derſelben Art, die für ſich be— trachtet ebenfalls eine beſtimmte ſich ſelbſt gleiche, gegen die erſte gehalten aber derſelben ungleich iſt, in Verbindung gebracht wird. Durch dieſe Verbindung nun muß eine neue ſchon weiter be— ſtimmte und in ſich mannigfaltigere Gleichheit und Einheit zu— ſtande kommen“ 190. „Erſt die gleichmäßige Verbindung gegen— einander ungleicher Beſtimmtheiten gibt Symmetrie“ 190. Sie fällt in die Größebeſtimmtheit 190, 191. Symmetrie finden wir in der organiſchen und unorganiſchen Natur; weiter hinauf in der freien Geiſtigkeit tritt die bloße Regelmäßigkeit zurück 191 a) Herrſchaft der Symmetrie bei Mineralien und Kriſtallen 191, 192 8) In der Pflanze, die ſtets „in der Außerlichkeit ohne ſubjektive Selbſtändigkeit und Einheit befangen iſt“, iſt „die Regelmäßig⸗ keit und Symmetrie als Einheit im Sichſelberäußerlichen ein Hauptmoment“ 193 y) Bei den Tieren find die edleren Eingeweide nicht ſymmetriſch angeordnet, wohl aber die Glieder, welche in ſtetem Bezug auf die Außenwelt ſtehn 193, 194 Regelmäßigkeit und Symmetrie am Kunſtſchönen 333, in der Architektur 334, in der Gartenbaukunſt 334, in den anderen Künſten 335 (ſ. Regelmäßigkeit) 2409
ſympathetiſche Kuren / Syntheſis, ſynthetiſch ſympathetiſche Kuren 15 310 (O Zauberei) OVUNENIENHaL 17 285 (O Pythagoras) OUUTAOXT 18 403, 406 (O Ariſtoteles) Synode 11 Die Synoden der Biſchöfe im Mittelalter 478 (O Kirche) 2 Synſomatien 200 (O Naturbeobachtung) 9 Winterl nannte „Verbindungen chemiſch gegeneinander unbe— a geifteter Körper“ Synſomatien“ 393 8, 3950, 403 8, 404 , 446 0 (O Chemismus) Syntheſis, ſynthetiſch (analytiſch, Dialektik, Kant, Methode) Bei Kant iſt die ſynthetiſche Einheit „die abſolute, urſprüngliche Identität des Selbſtbewußtſeins, welche aprioriſch abſolut aus ſich das Urteil ſetzt, oder vielmehr als Identität des Subjektiven und Objektiven im Bewußtſein als Urteil erſcheint“ 299 (O Kant) „Das ſynthetiſche Erkennen entwickelt die Beſtimmungen eines Ganzen, die nicht unmittelbar darin enthalten ſind, noch identiſch aus einander herfließen, ſondern die Geſtalt der Verſchiedenheit gegen einander haben, und zeigt die Notwendigkeit ihres beſtimm⸗ ten Verhältniſſes zu einander auf“ 165 (O Erkenntnis) Zu Kants „ſynthetiſchen Urteilen a priori“ 251, 252 (ſ. Kant) [19, 558, 567, 568 f. Kant! Kants „ſynthetiſche Urteile a priori“ 22, 29, 282, 284 (f. Kant). Kritik an der üblichen Unterſcheidung des analytiſchen und ſyn⸗ thetiſchen Erkennens 278, 279. Vorkommen ſynthetiſcher Beſtim⸗ mungen in der höheren Analyſis 285, 286. Übergang vom analy⸗ tiſchen zum ſynthetiſchen Erkennen 287 (O analytifch) „Das ſynthetiſche Erkennen“ 288319 (O Erkennen). Rückblick auf das analytiſche Erkennen 288. „Das ſynthetiſche Er 2410
Syntheſts, ſynthetiſch / Synthetism 5 kennen geht auf das Begreifen deſſen, was iſt, das heißt, die Man⸗ O 17 18 19 nigfaltigkeit von Beſtimmungen in ihrer Einheit zu faſſen“ 288. Es iſt „die zweite Prämiſſe des Schluſſes“ und Ziel iſt die Not⸗ wendigkeit. Es geht „von der abſtrakten Identität zum Verhält⸗ niſſe, oder vom Sein zur Reflexion über“ 288. Zur Endlichkeit auch dieſes Verhältniſſes 288, 289, 290. Die Einzelnheit fehlt, „das Einzelne des Begriffes iſt noch ein gegebener Inhalt“ 289. Dieſes Erkennen findet Sätze und Geſetze und beweiſt deren Not: wendigkeit 289 Betrachtung der näheren Momente des ſynthetiſchen Erkennens: 1. „Die Definition“ 289—296 (ſ. Definition) 2. „Die Einteilung“ 296—304 (f. Einteilung) 3. „Der Lehrſatz“ 304-319 (f. Lehrſatz) Die Methode des abſoluten Erkennens iſt ſowohl analytiſch als ſynthetiſch 336, 343, 346 (ſ. Dialektik) 436. „Die Aufnahme des Gegenſtandes in die Formen des Be⸗ griffes iſt die ſynthetiſche Methode“ 437, 438 [P. St. 6, 137]. Den Ausgang bildet „das Allgemeine (als Definition), von welchem durch die Beſonderung (in der Einteilung) zum Einzelnen (dem Theorem) fortgeſchritten wird“ 438 & (ſ. Erkennen) Die Geometrie allein hat die ſynthetiſche Methode des endlichen Erkennens in ihrer Vollkommenheit 442 [P. St. 6, 139] (O Lehr⸗ ſatz). Die philoſophiſche Methode hat die analytiſche und ſynthe⸗ tiſche in ſich aufgehoben und „verhält fi in einer jeden ihrer Be⸗ wegungen als analytiſch und ſynthetiſch zugleich“ 449 [P. St. 6, 142] (O Idee) In Empedokles' Philoſophie beginnt in Anſehung des beſtimmten Begriffs die „Vermiſchung, Syntheſis“ hervorzutreten 373, 379 (O Empedokles) 392 (O Ariſtoteles) Zur Frage, wie ſind ſynthetiſche Urteile a priori möglich? 558, 567, 568 (ſ. Kant). Kant hat „allenthalben Theſis, Antitheſis und Syn⸗ theſis aufgeſtellt, die Weiſen des Geiſtes, durch die er Geiſt iſt, als ſich bewußter, daß er ſich ſo unterſcheidet“ 610 (O Kant) Synthetism Krugs tranſzendentaler Synthetism 205, 204, 207, 208—209, 210, 211, 212 (ſ. Krug) 2411
D 18 19 1 — 16 1 19 E Syphilis / Syrien Syphilis 702 8 (O Krankheit) Syrakus 174 (O Plato) Syrian von Alexandria Proklos und Syrian 71 (O Proklos) Syrien (ſyriſche Religion) 130 (O Geographie), 146 (O Aſien), 253 (O Perſien), 301 (O Grie⸗ chen), 356 (O Alexander der Große), 357 (O Griechen) „Syrien und das ſemitiſche Vorderaſien“ 255—260, 251 (O Perſien). Syrien iſt „das Küſtenlaud“ im perſiſchen Reich 255. Seine geographiſche Lage, ſeine Städte 255; Bedeutung des Meeres für Syrien und Phönizien 255, 256. Seine Induſtrie 255, 256, Erfindung von Glas und Purpur, Ausbildung der Schriftſprache 255, die phöniziſche Schiffahrt 256. „Menſchlicher Wille und Tätigkeit ſind hier das Erſte, nicht die Natur und ihre Gütigkeit“ 256 Die Religion in Babylon, bei den ſyriſchen Völkerſchaften, in Phrygien iſt ein roher Götzendienſt 257. Verehrung der Aſtarte, Cybele, Diana von Epheſus 257. „Sinnlichkeit und Grauſamkeit ſind die beiden charakteriſtiſchen Züge“ 257, 264, 294 Anders iſt es bei den Phöniziern, jenem kühnen Seevolke 258, 264, 294. Verehrung des Herkules in Tyrus, des Adonis in den Küſtenſtädten 258, 265. „Der menſchliche Schmerz wird ein Mo— ment des Kultus.“ „Der Tod wird dem Göttlichen immanent, und der Gott ſtirbt“ 259, 260 (O Perſien) Im Vergleich mit den Juden iſt bei dem phöniziſchen Volk das Geiſtige noch durch die Naturſeite beſchränkt 260 (O Juden) Die Römer und Syrien 394, 395, 397 (O Römer). Syrien und die Juden 414 (0 Chriſtentum). Die mohammedaniſchen Araber und Syrien 455 (O0 Mohammedanismus) 168 (O römiſche Religion) 304 (O Ariſtoteles) Porphyrios und Jamblichos find beides Syrier 69, 70 (O Por: phyrios). „Die Syrer machten den Verknüpfungs⸗Punkt aus zwi⸗ 2412
19 1 nD 1 = 15 16 17 17 1 Syrien / Syſtem ſchen der griechiſchen Philoſophie und den Arabern“ 121. „Die ſyriſche Sprache war ſelbſt in Bagdad Volksſprache“ 121, 122, 123 (O arabiſche Philoſophie) 209 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) ſyriſche Religion „Die Mythen vom Adonis, ſeinem Tode, der Klage der Aphrodite um ihn, die Trauerfeſte“ haben die ſyriſche Küſte zu ihrer Heimat 471 (O ſymboliſche Kunſtform) [11, 258, 259, 260, 265 ſ. Syrien; 15, 436, 437] Verehrung der produktiven Gewalt der Zeugung in Syrien 279 (O ſymboliſche Architektur) „Die ſyriſche Religion oder die Religion des Schmerzes“ 275, 421, 422, 434—437 (O beſtimmte Religion). In der ſyriſchen Religion iſt „der Kampf nicht mehr nur äußerer Gegenſatz, ſondern in Einem Subjekt und in deſſen Selbſtempfin⸗ den“, er iſt Schmerz 434. Jetzt treten die weſentlichen Beſtimmun⸗ gen des Geiſtes ein: unendliche Einheit, Fortbeſtimmung der Macht zu geiſtiger Freiheit 434. Die Bedeutung des Konflikts für die Entwicklung des Geiſtes 435. „Das Unterliegen, die Entfremdung Gottes und das Wiederauferſtehen desſelben iſt vor— nehmlich in der phöniziſchen Religion herausgehoben“ 435. Die Vorſtellung des Todes im Mythus des Phönix 435 Der Mythus des Adonis, der Mythus von Kaſtor und Pollux 436, 437 Das Moment der „abſoluten Vermittlung“, dieſes Moment des Geiſtes iſt hier zur Religion geworden 437 (O beſtimmte Religion) Rückblick auf die Religion des Schmerzes 92 (f. jüdiſche Religion) 168 (O römiſche Religion) 118 (O Philoſophiegeſchichte) Syrus, Infel 239 (O Pythagoras) Syſtem (Enzyklopädie) „Wenn man von einem Syſtem ſagen kann, daß es Glück gemacht habe, ſo hat ſich ein allgemeineres Bedürfnis der Philoſophie, das 2413
Syſtem 1 ſich für ſich ſelbſt nicht zur Philoſophie zu gebären vermag,... — mit einer inſtinktartigen Hinneigung zu demſelben gewendet“ 37. „Man kann vom Fichteſchen Syſtem in dieſem Sinne nicht ſagen, daß es Glück gemacht habe“ 37 (O Fichte) „Geſchichtliche Anſicht philoſophiſcher Syſteme“ 39—44 (f. Fichte) „Die Philoſophie, als eine durch Reflexion produzierte Totalität des Wiſſens, wird ein Syſtem, ein organiſches Ganzes von Be⸗ griffen, deſſen höchſtes Geſetz nicht der Verſtand, ſondern die Ver⸗ nunft iſt“ 60. „An das Syſtem, als eine Organiſation von Sätzen, kann die Forderung geſchehen, daß ihm das Abſolute, welches der Reflexion zum Grunde liegt, auch nach Weiſe der Reflexion, als oberſter abſoluter Grundſatz vorhanden ſei“ 60, 61 (O Fichte) „Verhältnis des Philoſophierens zu einem phi— loſophiſchen Syſtem“ 70—76 (ſ. Fichte). „Das Philoſophie⸗ ren, das ſich nicht zum Syſtem konſtruiert, iſt eine beſtändige Flucht vor den Beſchränkungen, — mehr ein Ringen der Ver— nunft und Freiheit, als reines Selbſterkennen derſelben, das feiner ſicher, und über ſich klar geworden iſt“ 71. Zur echt ſpeku— lativen Methode des Syſtems 72, 73 (f. Fichte) 149 (O Reinhold). Kritik daran, daß „jedes philoſophiſche Beginnen ſich zu einer Wiſſenſchaft und einem Syſtem erweitert“ 179, 180, 181 (ſ. Kritik) „Das Element des Wahren iſt der Begriff und ſeine wahre Ge— ſtalt das wiſſenſchaftliche Syſtem“ 5, 14, 15, 27. „Die wahre Ge— ſtalt, in welcher die Wahrheit exiſtiert, kann allein das wiffenſchaftliche Syſtem derſelben ſein“ 14, 15, 27 (O Phänomenologie) „Die Scheu vor einem Syſtem fordert eine Bildſäule des Gottes, die keine Geſtalt haben ſolle. Das unſyſtematiſche Philoſophieren iſt ein zufälliges, fragmentariſches Denken, und gerade die Konſe⸗ quenz iſt die formelle Seele zu dem wahren Inhalt“ 311, 310 (O Philoſophieunterricht) Abneigung einer gärenden Zeit zu ausgebreiteter Syſtematiſie⸗ rung 16. Zum Plan des Hegelſchen „Syſtems der Wiſſenſchaft“ 18, 19, 18 Fußn. (O Logih) In Rückſicht auf die Widerlegung eines Syſtems iſt daraus „die ſchiefe Vorſtellung zu verbannen, als ob das Syſtem als durch⸗ E 2 * 2414
O oo Syſtem aus falſch dargeſtellt werden ſolle, und als ob das wahre Syſtem dagegen dem falſchen nur entgegengeſetzt ſei“ 9. Es muß viel⸗ mehr das Höhere das Untergeordnete in ſich enthalten 10, 11 (O Begriff) „Der dem Begriff angehörige Fortgang vom Allgemeinen zum Beſondern iſt Grundlage und Möglichkeit einer ſynthetiſchen Wiſſenſchaft, eines Syſtems und ſyſtematiſchen Erkennens“ 297 (O Einteilung). Erweiterung der Methode zum Syſteme 346, 347 (ſ. Idee) 1-310 (ſ. Enzyklopädie) [P. St. 8—10 f. Syſtem] Philoſophie iſt notwendig Syſtem. „Ein Philoſophieren ohne Syſtem kann nichts Wiſſenſchaftliches ſein“ 25 [P. St. 8, 60] (O Enzyklopädie). Kritik an der Meinung, die philoſophiſchen Syſteme widerſprächen ſich ſo ſehr und wechſelten ſo oft 323 (O Jacobi) „Hegels Vorreden zur Enzyklopädie“ 5—30 „Zur erſten Ausgabe“ 5—7 (f. Enzyklopädie) „Zur zweiten Ausgabe“ 7—24 C. Hinweis auf die Ande⸗ rungen dieſer neuen Ausgabe, um ſie verſtändlicher zu machen 79,82 Stellungnahme „meines Philoſophierens zu gei— ſtigen und geiſtloſen Betrieben der Zeitbildung“ 8 H. Mein Ziel iſt „die wiſſenſchaftliche Erkenntnis der Wahrheit“ und dabei „den Willen und den Mut der Wahrheit“ zu bewahren 8, 9 O. Rückblick auf den glücklichen Zuſtand, „wo die Philo— ſophie Hand in Hand mit den Wiſſenſchaften und mit der Bildung ging“ 99. Kritik an dem üblen Vorurteil, daß die Philo⸗ ſophie „ſich im Gegenſatz befände gegen eine finnige Erfahrungs⸗ kenntnis“ und „daß auf dem Wege des endlichen Begriffs keine Vermittlung mit der Wahrheit möglich ſei“ 99, 10 H. Rückzug auf die dürre Kategorie der „Unmittelbarkeit“ 109. Man läßt ausdrücklich das Philoſophieren beiſeiteliegen, und merkt gar nicht, wie man mit dem gewöhnlichen Räſonnement Irrtum und Täuſchung hereinläßt 10 H. Der unkritiſche Verſtand vermag auch gar nicht die beſtimmt ausgeſprochene Idee aufzufaſſen, ja „er hat ſo wenig Arges oder Zweifel an den feſten Vorausſetzungen, die er enthält, daß er ſogar unfähig iſt, das bare Faktum der philo⸗ 2415
Syſtem 8 ſophiſchen Idee nachzuſprechen“ 11 . Der Berftand vermag die Idee, die „konkrete, geiſtige Einheit iſt“, nicht zu faſſen; er macht dieſe Einheit „zur abſtrakten geiſtloſen Identität“ 118. Er faßt die philoſophiſche Idee auf, „als ob die konkrete geiſtige Einheit in ſich beſtimmungslos wäre und nicht ſelbſt den Unterſchied in fi) enthielte“ 12 8. Zu Tholuks Standpunkt des Entweder-Oder 12—14 8 Fußnote, 12 8, 13 g, und daß in der Philoſophie „auch der Unterſchied des Guten und Böſen wegfalle“ 12 8, 13 @. Auf: zeigen dieſer Hohlheit und falſchen Behauptung durch Betrach— tung des Spinozismus 13 8, 14 8, 15 © Aufgabe der Geſchichte der Philoſophie 16 8, 17 8 (ſ. Philoſophie⸗ geſchichte) Zur Gefühlstheologie von heute 17—24 8 (ſ. Gefühlstheologie) „Zur dritten Ausgabe“ 25—30 g. Hinweis auf vielfache Verbeſſerungen, um die Epoſition klarer und beſtimmter zu faſſen 25 Z. Einiges über „mehrfältige Beurteilungen meines Philoſophierens“ 25 8, 268 Über einige Anſätze von ernſthaften religiöſen Unterſuchungen auf dem Boden der Theologie und ſogar der Religioſität 26 8. Die Gründe ihres Scheiterns 268, 27 H. Man hatte die Anmaßung ſich als Richter über Perſönlichkeiten zu betragen 26 8, 27 O, 28 H. „Kahlheit an wiſſenſchaftlichem und überhaupt geiſtigem Gehalt“ 28 8, 27 Z. Ungewollte Zuſammenarbeit mit der Vernunfttheologie und Verſtandesaufklärung 288, 298 Charakteriſtik der „aufgeklärten Theologie“ 28 8, 298. Die Philoſophie iſt ein zufälliges, ſubjektives Bedürfnis geworden 29 g. „Die Philoſophie iſt damit ganz dem freien Bedürfnis des Subjekts anheimgegeben“ 298, 30 „Hegels Anrede an ſeine Zuhörer bei Eröffnung ſeiner Vorleſungen in Berlin am 22. Oktober 1818“ 3136 Z. Zur Bedeutung des jetzigen Zeitpunkts, in welchem „die Philoſophie ſich wieder Aufmerkſamkeit und Liebe verſprechen darf“, da die politiſche Not vorüber iſt 31 Z. Jetzt darf „in dem Staate, neben dem Regiment der wirklichen Welt, auch das freie Reich des Gedankens ſelbſtändig emporblühen“ 32 . Zur Bedeutung der hieſigen Univerſität 32 8, 33 8 „Unſer Beruf und Geſchäft iſt die Pflege der philoſophiſchen Ent: wickelung der ſubſtantiellen Grundlage, die ſich neu verjüngt und bekräftigt hat“ 33 Z. Wir Deutſche find berufen, die Philoſophie, 2416
Syſtem 8 die ſich zu uns geflüchtet hat, zu pflegen 33 8, 34 Z. Zur Flach⸗ heit der vorigen Zeit ſelbſt in Oeutſchland, die verſicherte, es gebe keine Erkenntnis der Wahrheit, Gott fei ein Unbegreifbares 34 g. Kritik an der Aufklärung und an der kritiſchen Philoſophie, die „dieſem Nichtwiſſen des Ewigen und Göttlichen ein gutes Gewiſſen gemacht, indem ſie verſichert, bewieſen zu haben, daß vom Ewigen und Göttlichen nichts gewußt werden könne“ 35 Z. Begrüßung der „Morgenröte eines gediegenern Geiſtes“ und des Geiſtes der Jugend 35 8, 36 Z. „Ein noch geſundes Herz hat noch den Mut Wahrheit zu verlangen ...“ 369. „Der Mut der Wahrheit, Glauben an die Macht des Geiſtes iſt die erſte Be— dingung des philoſophiſchen Studiums; der Menſch ſoll ſich ſelbſt ehren und ſich des Höchſten würdig achten. Von der Größe und Macht des Geiſtes kann er nicht groß genug denken. Das ver— ſchloſſene Weſen des Univerſums hat keine Kraft in ſich, welche dem Mute des Erkennens Widerſtand leiſten könnte, es muß ſich vor ihm auftun und ſeinen Reichtum und ſeine Tiefen ihm vor Augen legen und zum Genuſſe bringen“ 36 „Syſtem der Philoſophie“ 37 — 10, 476 Erſter Teil: „Die Wiſſenſchaft der Logik“ 39—452 Einleitung 41-65 [P. St. 6, 19—30 f. Enzyklopädie! § 1 (vgl. 6, 88 1, 2, 3, 5] Der Philoſophie find weder ihr Gegen⸗ ſtand noch ihre Methode unmittelbar gegeben 41 [P. St. 6, 19]. Mit der Religion teilt ſie zunächſt die Gegenſtände: Wahrheit, Gott, die Natur und den menſchlichen Geiſt 41 ©. Schließlich aber muß ſie die Notwendigkeit ihres Inhalts aufzeigen, beweiſen 41, 42 8, 52 829 Beſtimmung der Philoſophie zunächſt „als denkende Be⸗ trachtung der Gegenſtände“ 42. Verſchiedenheit dieſes Denkens vom in allem Menſchlichen tätigen Denken, das als Gefühl, An⸗ ſchauung, Vorſtellung auftritt, alſo in Formen, die von dem Denken als Form zu unterſcheiden find 42 , 46 2. Denken und Religion kennzeichnen den Menſchen, obwohl heute beide oft feindſelig getrennt werden 42 8, 43 0 (f. Denken). Wichtigkeit des Denkens im Religiöſen, Rechtlichen und Sittlichen. Denken und Nachdenken 43 @, 44 , 46 8 (. Nachdenken) § 3 [P. St. 6, § 2, zum Teil] Gefühl, Anſchauung, Vorſtellung, Gedanke und Begriff ſind Formen ein und desſelben Bewußt⸗ Glockner, Hegel-Lexikon 152 2417
Syſtem 8 ſeinsinhaltes. Die Philoſophie ſetzt Gedanken, Kategorien und näher Begriffe an die Stelle der Vorſtellungen 44, 46 [vgl. 6, 21]. Definition der Vorſtellung 448, 45 8 (f. Vorſtellung). Die Unverſtändlichkeit der Philoſophie beruht einerſeits auf der Un— fähigkeit, richtiger Ungewohnheit der Menſchen abſtrakt zu denken, „d. h. reine Gedanken feſtzuhalten“ und andererſeits auf der „Ungeduld, das in der Weiſe der Vorſtellung vor ſich haben zu wollen, was als Gedanke und Begriff im Bewußtſein iſt“ 45 9, 46 O. „Sehnſucht nach einer bereits bekannten, geläufigen Vor— ſtellung“ 458 8 4 [vgl. 6, § 3] Die Philoſophie hätte das Bedürfnis, ihre eigen⸗ tümliche Erkenntnisweiſe darzutun, ihre Fähigkeit für Wahrheit zu erweiſen und ihre Verſchiedenheit von den religiöſen Vor⸗ ſtellungen zu rechtfertigen 468 8 5 Durch die Überſetzung des Bewußtſeinsinhaltes in die Form des Gedankens und Begriffs bleibt dieſer Inhalt durchaus erhalten 46 8, 44 Z. Obwohl jeder Menſch von Natur denken kann, ſo kann dennoch nicht jeder von Haus aus verſtehen, was Philoſophie iſt 468 (vgl. $ 2 und 8 21). Ebenſo wie zu jedem an⸗ dern Können iſt auch zum Philoſophieren „Studium, Lernen und Bemühung“ erforderlich 47 g, 468 § 69 Inhalt der Philoſophie iſt die Wirklichkeit 47 g. „Das nächſte Bewußtſein dieſes Inhalts nennen wir Erfahrung“ 47. Unterſcheidung der bloßen Erſcheinung von der Wirklichkeit 47 g, 48 9 (f. Erſcheinung). Hinweis auf die Sätze: „was vernünftig iſt, das iſt wirklich, und was wirklich iſt, das iſt vernünftig“ 48 8 (ſ. 7, 33, 34). Zur „Wirklichkeit des Vernünftigen“ 48 8, 498 (f. a. vernünftig — wirklich). Verhältnis der Wirklichkeit zur Idee 49 G (f. Idee) 879 „Indem das Nachdenken überhaupt zunächſt das Prinzip.. der Philoſophie enthält“, wurde der Name Philoſophie auch für die empiriſchen Wiſſenſchaften gebraucht 49 8, 50 H. Über das Prinzip der Erfahrung 509, 58 8, 1179 (ſ. Erfahrung). Man ſpricht von Newton, von Grotius als von Philoſophen, ja man ſpricht von philoſophiſchen Inſtrumenten 50 8, 518, 518 Fußn. 8 8 logl. 6, $ 3] Freiheit, Geiſt, Gott ſind im Erkenntnisfeld der Erfahrung nicht gefaßt, da ſie ſich ihrem Inhalte nach als unend— lich darbieten 52 [P. St. 6, 21]. Geltung der beiden Sätze: nihil 2418
Syſtem 8 est in intellectu, quod non fuerit in sensu und nihil est in sensu, quod non fuerit in intellectu 52 & § 9 [vgl. 6, § 3] Die ſubjektive Vernunft verlangt die Form der Notwendigkeit 52 8, 53 @, 41 B. In der wiſſenſchaftlichen Weiſe geſchieht der Form der Notwendigkeit nicht Genüge 52 9, 53 9, dies tut erſt das „ſpekulative Denken“ 539. Zum „Verhältnis der ſpekulativen Wiſſenſchaft zu den andern Wiſſenſchaften“ 53 O. „Die ſpekulative Logik enthält die vorige Logik und Metaphyſik, konſerviert dieſelben Gedankenformen, Geſetze und Gegen⸗ ſtände, aber ſie zugleich mit weitern Kategorien weiterbildend und umformend“ 53. Der ſpekulative Begriff faßt auch das Un⸗ endliche 53 @ § 10 Die Rechtfertigung des Denkens der philoſophiſchen Er⸗ kenntnisweiſe iſt ſelbſt philoſophiſch, und ſo wäre eine vorläufige Explikation unphiloſophiſch 54 8, 53 B. Ein Hauptgeſichtspunkt der kritiſchen Philoſophie ift vor allem anderen „das Erkenntnis⸗ vermögen ſelbſt vorher zu unterſuchen“ 54 2. „Aber die Unter⸗ ſuchung des Erkennens kann nicht anders als erkennend ge⸗ ſchehen“ 549 (ſ. Schwimmen). Reinholds Vorſchlag, mit einem „hypothetiſchen und problematiſchen Philoſophieren“ anzufan⸗ gen 54 8, 558 $ 118 Bedürfnis der Philoſophie iſt dem Denken Befriedigung zu verſchaffen. So kommt der Geiſt zu ſich ſelbſt 55 Z. Die Gefahr iſt, „daß das Denken ſich in Widerſprüche verwickelt, d. i. ſich in die feſte Nichtidentität der Gedanken verliert“ 55 8. „Daß die Natur des Denkens ſelbſt die Dialektik iſt“, das iſt die Einſicht der Logik 55 ©, 56 ©. Verfallen des Denkens in „Miſologie“ oder in das ſogenannte „unmittelbare Wiſſen“ ift ganz unnötig 568 § 129 Die Philoſophie hat „die Erfahrung, das unmittelbare und räſonierende Bewußtſein, zum Ausgangspunkte“, erhebt ſich dann „in das unvermiſchte Element ſeiner ſelbſt“ und kehrt ſich hier negativ zu ſeinem Ausgangspunkt. Sie will den Inhalt des Zufälligen zur Notwendigkeit erheben 56 ©. Über das Verhältnis der Unmittelbarkeit und Vermittelung im Bewußtſein 57 (ſ. Vermittlung). „Das Denken iſt weſentlich die Negation eines unmittelbar Vorhandenen“ 57 g, 58 O, iſt „Allgemeinheit“ 572, 58 9. Bleibt es hier ſtehen, ſo bleibt es im Formalismus ſtecken 58 H. Es hat einen gründlichen Sinn, „daß der Erfahrung die Entwickelung der Philoſophie zu verdanken iſt“ 58 O. Die empi⸗ 2419
E Syſtem riſchen Wiſſenſchaften „bereiten jenen Inhalt des Beſonderen dazu vor, in die Philoſophie aufgenommen werden zu können“ 58 H. Die Philoſophie gibt dann ihren Inhalten „die weſentlichſte Geſtalt der Freiheit (des Aprioriſchen) des Denkens und die Be⸗ währung der Notwendigkeit“ 58 8, 59 8 8 13 [P. St. 6, § 8] Die Geſchichte der Philoſophie iſt nur ſchein⸗ bar äußerlich. „Der Werkmeiſter dieſer Arbeit von Jahrtauſenden iſt der Eine lebendige Geiſt“ 59 [P. St. 6, 25, 26]. „Die der Zeit nach letzte Philoſophie iſt das Reſultat aller vorhergehenden Philoſophien“, ift „die entfaltetſte, reichſte und konkreteſte“ 59 g, 608 (f. Philoſophiegeſchichteh. Einwand gegen den Vorwurf, es gebe fo verſchiedene Philoſophien 59 8, 60 S. Parallele mit dem, der Obſt verlangte, aber Kirſchen ausſchlüge 59 [P. St, 6, 26] § 14 [P. St. 6, 8 7, § 8] Notwendigkeit des Syſtems 60 P. St. 6, 25 f. o.]. „Unter einem Syſteme wird fälſchlich eine Philoſophie von einem beſchränkten von andern unterſchiedenen Prinzip ver⸗ ſtanden; es iſt im Gegenteil Prinzip wahrhafter Philoſophie, alle beſondern Prinzipien in ſich zu enthalten“ 60, 61 [P. St. 6, 25] § 15 [vgl. 6, 8 6] „Jeder der Teile der Philoſophie iſt ein philo— ſophiſches Ganzes“ 61 [P. St. 6, 24; 12, 49]. Das Ganze ſtellt fi) dar, „als ein Kreis von Kreiſen“ 61 [P. St. 6, 24] (f. a. Kreis) $ 16 [vgl. 6, 88 9, 10] Als Enzyklopädie iſt die Wiſſenſchaft „auf die Anfänge und die Grundbegriffe der beſondern Wiſſenſchaften zu beſchränken“ 61 [P. St. 6, 26]. Eine gewöhnliche Enzyklopädie iſt „ein Aggregat der Wiſſenſchaften“, eine „Ordnung“ 61, 62 P. St. 6, 27]. Die philoſophiſche Enzyklopädie nimmt den ratio— nellen Grund und Anfang der Wiſſenſchaften auf, während die poſitive Seite dieſen eigentümlich bleibt 62 [P. St. 6, 27, 28]. Das Poſitive der Wiſſenſchaften iſt von verſchiedener Art: 1. der an ſich rationelle Anfang geht in das Zufällige über. So in der Rechtswiſſenſchaft, Naturgeſchichte, Erdbeſchreibung, Medizin, Geſchichte. 2. Die poſitiven Wiſſenſchaften erkennen ihre Beſtim⸗ mungen nicht für endlich. 3. Ihr Erkenntnisgrund liegt in der Autorität der innern und äußern Anſchauung 62, 63 [P. St. 6, 27, 28] § 17 [vgl. SS 4, 6] Der Gegenſtand der Philoſophie ift das Denken, ein Gegenſtand, den fie ſelbſt erzeugt und ſich gibt 63 H. Da ihr Anfang auch wieder ihr Reſultat fein muß, zeigt ſich die Philo⸗ 2420
Syſtem 8 ſophie als ein in ſich zurückgehender Kreis 64 H. Die Philoſophie muß „zum Begriffe ihres Begriffes” gelangen 64 @, 65 8 § 18 [P. St. 6, 8 11] Da das Ganze der Wiſſenſchaft die Dar⸗ ſtellung der Idee iſt, „ſo kann auch ihre Einteilung nur erſt aus dieſer begriffen werden“ 64 [P. St. 6, 29]. So zerfällt die Wiſſen⸗ ſchaft in die drei Teile: I. „Die Logik“ 64, 66—452 [P. St. 6, 29, 31—144] (ſ. Logik) II. „Die Naturphiloſophie“ 64, 65, 9, 27—722 [P. St. 6, 29, 145— 224] (ſ. Naturphiloſophie) III. „Die Philoſophie des Geiſtes“ 64, 10, 7—475 [P. St. 6, 29, 225— 310] (ſ. Geiſt). Die Natur iſt die Idee „in der Form der Entäußerung“ 65, 64 [P. St. 6, 29, 30] Erſter Teil. „Die Wiſſenſchaft der Logik“ 39, 64 [P. St. 6, 29], 66—452 [P. St. 6, 31—144] (f. Logik) 9 Zweiter Teil. „Die Naturphiloſophie“ 27—722 [P. St. 6, 145—224] (ſ. Naturphiloſophie), 8, 64, 65 [P. St. 6, 29] 10 Dritter Teil. „Die Philoſophie des Geiſtes“7—475 [P. St. 6, 225—310] (ſ. Geiſt), 8, 64 [P. St. 6, 29] 12 „Erſt die geſamte Philoſophie iſt die Erkenntnis des Univerſums als in ſich eine organiſche Totalität, die ſich aus ihrem eigenen Begriffe entwickelt, und in ihrer ſich zu ſich ſelbſt verhaltenden Notwendigkeit zum Ganzen in ſich zurückgehend, ſich mit ſich als eine Welt der Wahrheit zuſammenſchließt“ 49, 50 (O Aſthetik ) 8, 61] 13 „Das Syſtem der einzelnen Künſte“ 241 — 14, 581; 12, 111112, 122—132 (f. Aſthetik) 15 „Verhältnis der Religionsphiloſophie zum Sy⸗ ſtem der Philoſophie“ 36, 41—44 (. Religion) 16 Verweis auf 8, 8 129 im Hinblick auf das Verhältnis von Form und Materie 521 (O Gottesbeweiſe) Philoſophie und Geſchichte der Philoſophie ſind „Syſtem in der Entwickelung“ 58. „Die Aufeinanderfolge der Syſteme der Philo— ſophie in der Geſchichte iſt dieſelbe, als die Aufeinanderfolge in der logiſchen Ableitung der Begriffsbeſtimmungen der Idee“ 59, 60. „Jedes Prinzip hat eine Zeitlang die Herrſchaft gehabt; daß in dieſer Form dann das Ganze der Weltanſchauung ausgeführt A 2421
Syſtem / Tacitus 17 worden, — das nennt man ein philoſophiſches Syſtem“ 67. „In der Reihe der Philoſophien muß darauf hingewieſen werden, wie fie die Syſtematiſierung der philoſophiſchen Wiſſenſchaft ſelber iſt“ 69 (O Philoſophiegeſchichte) 18 In der Philoſophie unter Plato und Ariſtoteles tritt „das Be— dürfnis einer ſyſtematiſchen Philoſophie ein. Man kann von platoniſchem und ariſtoteliſchem Syſteme ſprechen, ſie ſind aber nicht in der Form des Syſtems; dazu gehört, daß Ein Prinzip aufgeſtellt und konſequent durchs Beſondere hindurchgeführt wird“ 420, 421 (O griechiſche Philoſophie), 417 (O Ariſtoteles) Im Dogmatismus iſt „das Bedürfnis zum Syſtem und zum Syſtematiſieren; Ein Prinzip ſoll nämlich konſequent auf das Beſondere angewendet werden, ſo daß die Wahrheit alles Be— ſonderen nach dieſem Prinzip erkannt wird“ 424 (O Dogmatismus) 20 Verweiſe auf Syſtem III (Bd. 10) 8 555 (f. Geift), 8573 (ſ. Bhilo18 11 13 ſophie), $ 554, $ 384 (ſ. Geiſt), $ 571 (ſ. abſolute Religion), $ 573 (ſ. Philoſophie) finden ſich 329, 332, 333, 335, 338, 360 (O Hegel), und auf das Syſtem im Allgemeinen 335, 361 (O Hegel) tabula rasa Faſſung der Seele bezüglich des Erkennens als tabula rasa, die man fälſchlicherweiſe Ariſtoteles zugeſchrieben hat 4368, 443 (O Erkennen) (18, 380, 386] 380, 386 (f. Ariftoteles) Tacitus, Publius Cornelius 387 (O Römer), 439 (O Germanen). „Tacitus hat ſein berühmtes Gemälde Germaniens mit einer gewiſſen Liebe und Sehnſucht, im Gegenſatz zu der Verdorbenheit und Künſtlichkeit der Welt entworfen, der er ſelbſt angehörte“ 443 (O Völkerwanderung) 450 (O Germanen) Tacitus hat „mit ebenſo großartigem als tiefem Unmute, ohne Kahlheit der Deklamation, die Schlechtigkeiten ſeiner Zeit zu ſcharfer Anſchaulichkeit unwillig aufgedeckt“ 118 (O römiſche Poeſie) 2422
1 15 18 1 10 12 14 Tacitus / Takt 257 (O Geſchichtsſchreibung) 53 (O Religionsphiloſophie) 111, 439] 469 Fußn. (O Stoiker) Tacquet, Andreas 387 (O Mathematik) Tageszeiten Einfluß der Tageszeiten auf den Menſchen 63 8, 67 8, 68 8 (j. Seele) Takt Der Takt hat die Unbeſtimmtheit in der Zeit zu geſtalten 335. Indem er „eine Beſtimmtheit und deren gleichmäßige Wiederholung hervorbringt, und damit das maßlofe Fortſchreiten beherrſcht“, liegt im Takt der Muſik „eine magiſche Gewalt“ 336, 335. Er er⸗ ſcheint „als etwas rein vom Subjekt Gemachtes“; dadurch klingt er „bis in die tiefſte Seele hinein und ergreift uns an dieſer eigenen zunächſt abſtrakt mit ſich identiſchen Subjektivität“ 336. Er iſt „dieſe abſtrakte durch das Subjekt in die Zeit hineingeſetzte Einheit“ 336 (O Regelmäßigkeit) Faſſung des muſikaliſchen Taktes als das „bloß verſtändig ge⸗ regelte Zeitmaß“ 158 (O Muſik) „Der Takt“ 160-163 (O Mufit) aa) Es werden „verſchiedene Zeitteile zu einer Einheit verbun⸗ den, in der das Ich ſeine Identität mit ſich für ſich macht“ 160, 161. Definition des Taktes 161. Im Vergleich mit den regel: mäßigen Größebeſtimmtheiten der Architektur geht der Takt hier⸗ in weit mehr vom Geiſte allein aus 161, 162 66) Damit „die beſtimmte Einheit als Regel gefühlt werde, gehört hierzu ebenſoſehr das Vorhandenſein von Regelloſem und Un⸗ gleichförmigem“ 162 yy) Einteilung des Taktes in ſich ſelbſt nach der entweder geraden oder ungeraden Anzahl der wiederholten gleichen Teile 162, 163 (O Muſik) Zum Unterſchied des Taktes in Muſik und Poeſie 296—297 (O Verſifikation). „In der Muſik iſt der Ton das Verklingende, 2423
14 11 10 12 13 2 11 12 13 Takt / Tantalus Haltloſe, das einer Feſtigkeit, wie der Takt ſie hereinbringt, ſchlechthin bedarf, die Rede aber braucht dies Feſte nicht“, denn fie hat Halt in der Vorſtellung 296. So fängt auch die Muſik bereits im Rezitativ an, ſich der bewegungsloſen Gleichheit des Taktes zu entheben 296. In der Poeſie herrſcht „wohl ein Zeitmaß aber kein Takt“ 296. Verhältnis der Versmaße der Alten zum Takt 297. Beiſpiele 297 (O Verſifikation) In der Verbindung des Rhythmiſchen mit dem Reime fängt der Takt an ſich ſtärker geltend zu machen 317 (O Verſifikation) Talebene Geographie und wirtſchaftlich-politiſche Bedeutung der Talebene 133 (O Geographie). Die Talebenen Aſiens 146 (O Aſien), Per: ſiens 236, 251 (O Perſien) Talent (Genie) Talent und Genie 89 9 (f. Genie), 88 g, 90 0, 92 8 (O Seele) „Talent iſt ſpezifiſche, Genie allgemeine Befähigung, welche der Menſch ſich nicht nur durch eigene ſelbſtbewußte Tätigkeit zu geben die Macht hat“ 52. Muſikaliſches Talent 53. Talent und kiinſtle⸗ riſche Phantaſie, wiſſenſchaftliches Talent 70, „Kunſttalent“ 70, techniſches Talent 71 (O Kunſtwerkh), 384 (O Genie) „Das Talent und Genie“ 381—385, 377 (ſ. Genie), „bloßes Ta: lent“ 381, die Naturſeite am Talent 382 (O Genie), 52 (O Kunſt⸗ werk) Das individuelle Talent in der romantiſchen Kunſt 220 (ſ. roman⸗ tiſche Kunſtform) Tangential⸗Methoden 339, 352, 353, Descartes’ Tangentenmethode 320, 321, 358—359 (ſ. Mathematik) Tantalus 301 (O Griechen) 296 (O Handlung) 54 (O griechiſche Götter) 2424
12 13 14 15 15 17 — Tanz / Tapferkeit Tanz 176 (O Naturſchönes), Symbolcharakter des Tanzes 470 (O ſym⸗ boliſche Kunſtform) [13, 91] 91 (O griechiſche Götter), 261 (O romantiſche Künſte) Bedeutung des Tanzes für die choriſche Lyrik 471 (O griechiſche Lyrik), für das Ballett 524 (O Ballett) Der Tanz als religiöſe Arbeit 248 (O Arbeit), als Zauberei 303 (O Zauberei) Tao 344 (O chineſiſche Religion). Die Sekte des Tao 351, 352 (O chine⸗ ſiſche Religion). Sie fordert, „daß das Bewußtſein in ſich ſelbſt meditierend ſei“. Dieſe Menſchen, die in das Innere zurückgehen, hatten die Abſicht, „unſterbliche, für ſich reine Weſen zu werden“ 351. Eine Verbeſſerung der Lehre des Tao wird dem Laotſe zu— geſchrieben 352. „Bei der Sekte des Tao iſt der Anfang, in den Gedanken, das reine Element überzugehen“ 352. Merkwürdig iſt, daß in dem Tao die Beſtimmung der Dreiheit vorkommt. Doch ſind die Beſtimmungen des Tao noch vollkommen abſtrakt 352 (O chineſiſche Religion) Vergleich mit dem buddhiſtiſchen Standpunkt 414 (0 Buddhais⸗ mus) Der Urheber der Sekte iſt Laotſe 159 (ſ. Laotſe). Die Anhänger der Sekte widmen ihr Leben dem Studium der Vernunft 159 (O cineſiſche Philoſophie) Tapferkeit (virtus) Die Tapferkeit „als abſolute formale Tugend“ 487, als Tugend des Standes der Freien 494, 495, 506 (f. Naturrecht) Bildung des Standes der Tapferkeit 436. Charakteriſtik der Tapferkeit als „eine formelle Tugend, weil fie die höchſte Ab⸗ ſtraktion der Freiheit von allen beſonderen Zwecken“ iſt. „Ihr wirkliches Reſultat iſt auch nicht für ſich“, ſondern „nur für Andere“ 437, 438. „Die wahre Tapferkeit gebildeter Völker iſt das Bereitſein zur Aufopferung im Dienſte des Staates, ſo daß das Individuum nur Eines unter Vielen ausmacht“ 438. „Der 2425
1 1 A — 3 14 18 19 1 1 — — Tapferkeit / Tarquinius Superbus Gehalt der Tapferkeit als Geſinnung liegt in dem wahrhaften abſoluten Endzweck, der Souveränität des Staates; — die Wirk⸗ lichkeit dieſes Endzwecks als Werk der Tapferkeit hat das Hin⸗ geben der perſönlichen Wirklichkeit zu ihrer Vermittelung“ 438. Durch das Prinzip der modernen Welt iſt Tapferkeit nicht Tun dieſer beſondern Perſon; der perſönliche Mut erſcheint als ein nicht perſönlicher 439, 438 (O Verfaſſung) Im Mittelalter galt die Tapferkeit der Vaſallen „nicht dem Staate, ſondern den ſubjektiven Intereſſen“ 472. Das Schießpulver hat den Wert der perſönlichen Tapferkeit herabgeſetzt und hat „eine vernünftige, beſonnene Tapferkeit, den geiſtigen Mut zur Haupt⸗ ſache gemacht“ 508 (O Mittelalter) Was „die Helden des Mittelalters mit den Heroen des Altertums gemeinſchaftlich haben, iſt die Tapferkeit“. Dort iſt ſie „natürlicher Mut“, hier „geht ſie von der Innerlichkeit des Geiſtes, von der Ehre, der Ritterlichkeit aus, und ift im Ganzen phantaſtiſch“ 171 (O romantiſche Kunſtform). Sie gehört „dem von allem weiteren ſubſtantiellen Gehalt noch fernſtehenden Subjekt an“ 212 (O Abenteuerlichkeit) „Die Tapferkeit iſt ein Seelenzuſtand und eine Tätigkeit, die ſich weder für den lyriſchen Ausdruck noch für das dramatiſche Handeln, ſondern vorzugsweiſe für die epiſche Schilderung eignet“ 351, 352 (O Kolliſion) Protagoras über die Tapferkeit 21, 22; Sokrates hierzu 22; die Sophiſten über die Tapferkeit 26 (O Sophiſten). Platon über die Tapferkeit 281, 282 (ſ. Platon) „Früher war die Tapferkeit individuell; die moderne Tapferkeit iſt, daß jeder nicht nach ſeiner Weiſe handelt, ſondern daß er ſich auf den Zuſammenhang mit anderen verläßt, — dieſer gibt ihm fein Verdienſt“ 277 (O Philoſoph) Tarquinius Priscus 368, 384, 388 (O Römer) Tarquinius Superbus 384, 385 (O Römer) 2426
13 16 17 De) 12 14 a 10 12 13 Tartarus / Taſtſinn Tartarus 44, 55 (O griechiſche Götter) 100 (O griechiſche Religion) 272 (O Pythagoras) Tartini, Guiſeppe Tartiniſche Töne 238 8, 247 8 (O Klang) Taſſo, Torquato Taſſos Jeruſalem 368 (O Kunſtſchönes) 84 (O Malerei). Seine Helden find noch freie Individualitäten 343; die Grundkolliſion iſt der in ſich berechtigte Kriegszuſtand 351 (0 Weltzuſtand), 354 (O Kolliſion). Über Gottfried von Bouil⸗ lon in Taſſos befreitem Jeruſalem 363. Taſſos Nachbildung von Virgils tragiſcher Epiſode der Dido 371 (O Handlung). Der ſtark lyriſche Einſchlag in Taſſos Epik 377. Die Motivierung im befreiten Jeruſalem 382. Die Bedeutung der Epiſode 387 (O epiſche Poeſie). Würdigung von Taſſos befreitem Jeruſalem als Kunſt⸗ epos nach dem Vorbilde des Homer und Virgil 414, 415. Was ihm fehlt, iſt die Urſprünglichkeit; es iſt mehr ein Poem, d. h. eine poetiſch gemachte Begebenheit 415 (O epiſche Poeſie) Taſtſinn 257 (ſ. Gefühl) 236 H, 299 8, 300 @, 301 8, 360 f, 624 g, 625 O, 627 (ſ. Gefühl) 127 O, 129 ©, 3212 (f. Gefühl). Der Taſtſinn 133 ©. In ihn fällt die Affektion der Schwere, der Kohäſion, der Wärme und der Ge⸗ ſtalt nach ihren drei Dimenſionen 133 9 (O Empfindung) Das Gefühl hat es mit dem Materiellen als ſolchem zu tun; es hat in dieſem Sinne nichts mit der Kunſt zu tun 68 (O Kunſtwerk) „Durch den Taſtſinn bezieht ſich das Subjekt, als ſinnlich Einzel: nes, bloß auf das ſinnlich Einzelne und deſſen Schwere, Härte, Weiche, materiellen Widerſtand; das Kunſtwerk aber iſt nichts bloß Sinnliches, ſondern der Geiſt als im Sinnlichen erſcheinend“ 253. Böttichers „Herumtatſcheln“ 253 (ſ. Bötticher) 2427
DD co 2 17 E Tat / Tätigkeit Tat (Handlung, Tätigkeit) „Die Wunden des Geiſtes heilen, ohne daß Narben bleiben; die Tat iſt nicht das Unvergängliche, ſondern wird von dem Geiſte in ſich zurückgenommen und die Seite der Einzelnheit, die an ihr, es ſei als Abſicht oder als daſeiende Negativität und Schranke derſelben vorhanden iſt, iſt das unmittelbar Verſchwindende“ 513 (O Böſes) Unterſcheidung von Tat und Handlung 27, 28, 45, 46, 216. Unter⸗ ſcheidung der Tat in den Darſtellungen der Alten, wo ſie in ihrem ganzen Umfange dem Menſchen zugeſchrieben wird, von der Handlung im modernen Sinn 45, 46 (O Propädeutik). „Zur Tat gehört der ganze Umfang von Beſtimmungen, die mit einer her: vorgebrachten Veränderung des Daſeins in unmittelbarem Zu⸗ ſammenhang ſtehen“ 216 (O praktiſch) Die Alten ſind „noch nicht zur Reflexion des Unterſchiedes von Tat und Handlung“ fortgegangen 176 (O Schuld) Der heutige Menſch„weiſt den Teil feiner Tat von ſich ab, welcher durch ein Nichtwiſſen oder Verkennen der Umſtände ſelber anders geworden iſt als er im Willen lag“. Der heroiſche Charakter „ſteht für das Ganze ſeiner Tat mit ſeiner ganzen Individualität ein“ 257 (O Heroenzeit). Über den geiſtigen Konflikt, der auf einer Tat beruht, die an und für ſich berechtigte geiſtige Mächte verletzt 280, 289 — 292 (f. Kolliſion) 455, 456 (O indiſche Kunſt) Faſſung der Entwickelung als Tätigkeit. „Anſichſein und Fürſich⸗ ſein ſind die Momente der Tätigkeit; die Tat iſt dies, ſolche unterſchiedene Momente in ſich zu enthalten. Die Tat iſt aber dabei weſentlich Eines; und dies iſt das Konkrete. Nicht nur die Tat iſt konkret, ſondern auch das Anſich, das Subjekt der Tätigkeit, wel⸗ ches anfängt: das Produkt ebenſo die Tätigkeit und das Begin⸗ nende“ 52, 53 (0 Konkretes). Das Sein des Weſens des Geiſtes iſt feine Tat 61 (0 Philo ſophiegeſchichte) Tätigkeit (Arbeit, Tat) Bedingung, Sache und Tätigkeit als die Momente der Wirklich⸗ keit 330 logl. 6, 87, 88]. „Die Tätigkeit iſt a) ebenſo für ſich, (ein Menſch, ein Charakter), ſelbſtändig exiſtierend und zugleich hat ſie 2428
oo 1 — 1 1 oo 1 11 E Ko) 16 19 7 2 Tätigkeit / Täuſchung ihre Möglichkeit allein an den Bedingungen und an der Sache; B) fie ift die Bewegung, die Bedingungen in die Sache, dieſe in jene als in die Seite der Exiſtenz zu überſetzen; vielmehr aber nur die Sache aus den Bedingungen, in welchen fie an ſich vorhanden iſt, herauszuſetzen, und durch Aufhebung der Exiſtenz, welche die Bedingungen haben, der Sache Exiſtenz zu geben“ 336 0, 337 9 (O Wirklichkeit) Begriff der Formtätigkeit im Subſtantialitäts⸗Verhältnis 338 [vgl. 6, 89, 88] (ſ. Subſtantialität) „Die Tätigkeit iſt die Mitte des Schluſſes, deſſen Eines Extrem das Allgemeine, die Idee iſt, die im inneren Schacht des Geiſtes ruht, das Andere iſt die Außerlichkeit überhaupt, die gegenſtänd⸗ liche Materie. Die Tätigkeit iſt die Mitte, welche das Allgemeine und Innere überſetzt in die Objektivität“ 56 (O Gefdichtsphiloſophie) Tätigkeit als Inhalt der Entwicklung 52 (ſ. Tat) Ariſtoteles' Faſſung der Tätigkeit 320, 324, 326 (ſ. Ariſtoteles) Tatius, Titus 384 (O Römer) Taufe „Die chriſtliche Taufe, obgleich ein Sakrament, enthält ſelbſt die fernere Verpflichtung einer chriſtlichen Erziehung“ 1738 (O un⸗ mittelbares Wiſſen) Die Taufe als „feierliche Anerkennung des Genoſſen des Geiſter— reichs“ 529 0 (O Pflanze) Das Sakrament der Taufe als Aufnahme in die Gemeinſchaft der Kirche 333 (ſ. Gemeinde) 260 (O Reformation) Tauſch, Tauſchvertrag 139 (ſ. Vertrag) Täuſchung „Die Wahrnehmung oder das Ding und die Täu— ſchung“ 92—107 (ſ. Wahrnehmung) 2429
Täuſchung / Teleologie 12 Zur Möglichkeit der Täuſchung in der Kunſt durch den Schein der Kunſt 78 (O Kunftwerf) Tauſendundeine Nacht 11 Ahnlichkeit der Geſchichten, welche Herodot von den Agyptern er⸗ zählt, mit den Märchen von Tauſendundeine Nacht 290 (O Agyp⸗ ten) 14 369 (O Handlung), 401 (O orientaliſches Epos), 524 (O Oper) rev 13 47 (O griechiſche Götter) 18 348 (O Ariſtote les) Technik „Das Techniſche findet ſich ein, wenn das Bedürfnis vorhanden iſt“ 518 (O Mittelalter) Zur klaſſiſchen Kunſt gehört ſchon eine hohe Stufe techniſcher Ge— ſchicklichkeit 20. Sie kommt vor allem innerhalb einer ſtatariſchen Religion zuſtande 20 (O Künſtler). Die Alten beſaßen eine er: ſtaunliche Ausbildung und Geſchicklichkeit in der techniſchen Aus— führung 442. Dieſe Geſchicklichkeit liegt jedoch im Begriffe des Ideals ſelbſt, „da es ein gänzliches Hereintreten ins Sinnliche und die Verſchmelzung des Innern mit ſeinem äußeren Daſein zum Prinzip hat“ 442 (O Material). „Die Geſchicklichkeit und Fertigkeit im Techniſchen und Handwerksmäßigen macht ſelbſt eine Seite des Genies aus“ 445 (O Erz) 1 — 1 ο Telchinen 13 46 (O griechiſche Götter) S Teleologie (r6708, Zweck, Zweckmäßigkeit) Das Intelligente als ſolches, in die Naturlehre gemiſcht, gibt die hyperphyſiſchen, beſonders teleologiſchen Erklärungen 130, 131. Die teleologiſche Anſicht der Natur, welche die Natur nur als nach äußern Zwecken beſtimmt anerkennt, hat einen Vorzug. Sie nimmt die Mannigfaltigkeit der Natur, wie ſie empiriſch gegeben iſt, auf 134. Vergleich der älteren Teleologie mit der Fichteſchen Teleologie 418, 419 (O Fichte) — 2430
Zeleologie 2 Die teleologifche Beziehung ift „dem bezogenen äußerlich, und da⸗ her viel mehr das Gegenteil eines Geſetzes. Sie iſt der von der notwendigen Natur ganz befreite Gedanke, welcher ſie verläßt, und über ihr ſich für ſich bewegt“ 203 (O Naturbeobachtung) 3 „Die teleologiſche Vernunft betrachtet und ſetzt Zwecke, ein Ver⸗ hältnis, worin das Vermittelte oder Hervorgebrachte denſelben Inhalt hat, als das Unmittelbare, der vorausgeſetzte Begriff, und worin das Vermittelte, die Folge, ebenſoſehr der Grund iſt“ 215 (O Denken) 5 „Teleologie“ 209—235, 179 (O0 Objektivität). „Wo Zweck⸗ mäßigkeit wahrgenommen wird, wird ein Verſtand als Urheber derſelben angenommen, für den Zweck alſo die eigene, freie Exi— ſtenz des Begriffes gefordert“ 209, 218. Teleologie und Mechanis⸗ mus ſtehen ſich gegenüber. Die causae efficientes und causae kinales, ſowie die Antinomie des Fatalismus mit dem Deter⸗ minismus und der Freiheit betreffen den gleichen Gegenſatz 209. Die vormalige Metaphyſik hat eine Weltvorſtellung vorausgeſetzt und „den Begriff der mechaniſchen Urſache und des Zwecks nicht unterſucht“ 209, 210 „Die Zweckbeziehung hat ſich als die Wahrheit des Mechanismus erwieſen“ 210, 313, 316. Dabei wird der Chemismus mit dem Mechanismus zuſammengenommen 210 Verhältnis des teleologiſchen Prinzips zur Naturforſchung 210, 211. Der Mechanismus zeigt ſich „als ein Streben der Totalität, daß er die Natur für ſich als ein Ganzes zu faſſen ſucht, das zu ſeinem Begriffe keines Andern bedarf“ 211. Die Zweckmäßigkeit zeigt ſich „zunächſt als ein Höheres überhaupt; als ein Verſtand, der äußerlich die Mannigfaltigkeit der Objekte durch eine an und für ſich ſeiende Einheit beſtimmt, ſo daß die gleichgültigen Be⸗ ſtimmtheiten der Objekte durch dieſe Beziehung weſentlich wer⸗ den“ 211. „Im Mechanismus werden ſie es durch die bloße Form der Notwendigkeit, wobei der Inhalt gleichgültig iſt“ 212. „In der Teleologie dagegen wird der Inhalt wichtig“ 212. Das oft Läppiſche in der Zweckbeziehung 212 Ein formeller Nachteil dieſer Teleologie iſt zunächſt, „daß ſie nur bis zur äußern Zweckmäßigkeit kommt“ 212, 213. Der Inhalt iſt auch ein „äußerlich in der Mannigfaltigkeit der objektiven Welt Gegebenes“ 212, 213. Kants Verdienſt der Unterſcheidung einer 2431
ot Zeleologie äußeren und inneren Zweckmäßigkeit 213. Er hat den Gegenfa$ der Teleologie und des Mechanismus, der Freiheit und Not⸗ wendigkeit „als den dritten Widerſtreit der tranſzendentalen Ideen aufgeführt” 213—215 (ſ. Antinomie). Dem Weſen nach kehrt dieſelbe Antinomie in der Kritik der teleologiſchen Urteils⸗ kraft wieder 215. Kritik an Kant 215, 216. Kants Verdienſt iſt, daß er dem teleologiſchen Prinzip eine Mittelſtellung eingeräumt hat „zwiſchen dem Allgemeinen der Vernunſt und dem Einzelnen der Anſchauung“ 216. Faſſung des Zwecks als „das konkrete All⸗ gemeine“ und als „objektives Urteil“. Die Zweckbeziehung iſt „der Schluß des ſelbſtändigen freien Begriffs, der ſich durch die Objektivität mit ſich ſelbſt zuſammenſchließt“ 216. Verhältnis der mechaniſchen Kauſalität zur Zweckbeziehung 217. A. „Der ſubjektive Zweck“ 217—221, 277. Der ſubjektive Begriſſ hat in der Zentralität den negativen Einheitspunkt, im Chemismus die Objektivität der Begriſſsbeſtimmungen gefunden 217, 218, 223. Der Zweck nun iſt „der ſubjektive Begriff, als weſentliches Streben und Trieb ſich äußerlich zu ſetzen“ 218 Charakteriſtik des Zwecks als „das Vernünſtige in ſeiner Exi⸗ ſtenz“, als „Schluß an ihm ſelbſt“, als „allgemeine und inſoſern noch unbeſtimmte Tätigkeit“ 218, als „innere Allgemeinheit des Subjekts“ und zugleich „Reflexion nach außen“ 219 „Der Zweck iſt der an der Objektivität zu ſich ſelbſt gekommene Begriff“ 219, 220, 221, 222. Die Bewegung des Zwecks geht dar⸗ auf „feine Vorausſetzung aufzuheben, das iſt die Unmittelbarkeit des Objekts, und es zu ſetzen als durch den Begriff beftimmt. Dieſes negative Verhalten gegen das Objekt iſt ebenſoſehr ein negatives gegen ſich ſelbſt, ein Auſheben der Subjektivität des Zwecks“ 220. Entſchluß, Auſſchluß, Mittel 220, 221 B. „Das Mittel“ 221—224, 226. „Der Zweck ſchließt ſich durch ein Mittel mit der Objektivität und in dieſer mit ſich ſelbſt zu⸗ ſammen. Das Mittel iſt die Mitte des Schluſſes“ 221, 222, 225, 226. Die Endlichkeit des Zwecks liegt in ſeinem Zerſallen „in ein Setzen und in ein Vorausſetzen“ 222, 221, 219 Charakteriſtik des Mittels als „die ſormale Mitte eines ſormalen Schluſſes“, als „ein Außerliches gegen das Extrem des ſubjektiven Zwecks, ſo wie daher auch gegen das Extrem des objektiven Zwecks“ 222, 223. „Begriff und Objektivität find daher im Mittel nur äußerlich verbunden; es iſt inſoſern ein bloß mechaniſches 2432
or Teleologie Objekt“ 222, 223. Charakteriſtik der ganzen Mitte als „die Tota⸗ lität des Schluſſes“ 223. Unſelbſtändigkeit des Mittels, weil es „nur an ſich die Totalität des Begriffs iſt“ und ſeine Selbſtändig⸗ keit gegen den Zweck 224 C. „Der ausgeführte Zweck“ 224—235 1. „Der in ſeinem Mittel tätige Zweck muß nicht als ein Außer⸗ liches das unmittelbare Objekt beſtimmen, ſomit dieſes durch ſich ſelbſt zur Einheit des Begriffes zuſammengehen“ 224, 225 Über „die Beziehung der Tätigkeit des Zwecks durch das Mittel auf das äußerliche Objekt“ 225, 229. Es iſt „unmittelbare Be⸗ ziehung“ und herrſcht im mechaniſchen und chemiſchen Prozeß 225. Charakteriſtik der hier ſtattfindenden Rückkehr der Objektivi⸗ tät in ſich ſelbſt 225 Betrachtung des Zwecks als „Gewalt“ 225, und als „Liſt“ 226. Das Mittel reibt ſich für den Zweck auf 226. Charakteriſtik des Mittels als „ein Höheres als die endlichen Zwecke der äußern Zweckmäßigkeit“ 226. Charakteriſtik des Zwecks als die Wahrheit des Mechanismus und des Prozeſſes überhaupt 226, 227. Cha⸗ rakteriſtik des teleologiſchen Prozeſſes als „das Zuſammengehen des Begriffes durch ſich ſelbſt, mit ſich ſelbſt“ 227. Man kann von der teleologiſchen Tätigkeit ſagen, „daß in ihr das Ende der An⸗ fang, die Folge der Grund, die Wirkung die Urſache, daß ſie ein Werden des Gewordenen ſei .. .“ 228 2. Betrachtung des Produkts der teleologiſchen Tätigkeit 228. Es hat den Zweck nur äußerlich an ihm 228. Der Inhalt des Zwecks und der Inhalt des Objekts ſind ſich äußerlich 229. Charakteriſtik der Beziehung, durch welche der ſubjektive Zweck mit der Objekti⸗ vität zuſammengeſchloſſen wird als eine „unmittelbare“. Der Schluß hat ſo den Mangel des formalen Schluſſes überhaupt 229 Betrachtung der beiden Prämiſſen und des unendlichen Progreſſes der Vermittelung 229, 230. Das Produkt des zweckmäßigen Tuns iſt dasſelbe, was das Mittel, und nicht ein ausgeführter Zweck 230, oder „der Zweck hat in ihm keine Objektivität wahrhaft er: reicht“ 230, 231 3. „Als Reſultat ergibt ſich hiermit, daß die äußere Zweckmäßig— keit, welche nur erſt die Form der Teleologie hat, eigentlich nur zu Mitteln, nicht zu einem objektiven Zwecke kommt“ 231. Dem gegenüber ift in der „inneren Zweckbeziehung“ bei einem „objek⸗ tiven Zweck“ „die gegen den Begriff ſelbſtändige Außerlichkeit Glockner, Hegel-Lerilon 153 2433
a E Teleologie des Objekts“ als „ein unweſentlicher Schein geſetzt“ 231, 232, 234. Hier iſt der Begriff in Wechſelwirkung mit ſich ſelbſt; da aber der Begriff in der Sphäre der Objektivität ift, wo feine Beſtimmt⸗ heit die Form gleichgültiger Außerlichkeit hat, jo iſt die Dar⸗ ſtellung ſeiner Bewegung „doppelt ſchwierig und verwickelt“ 233. Darſtellung dieſer Bewegung 233, 234. Dieſer Schluß iſt „die ſubjektive Zwecktätigkeit der vorhergehenden Schlüſſe, aber auch die Aufhebung der äußerlichen Objektivität, und damit der Außer⸗ lichkeit überhaupt, durch ſich ſelbſt, und hiermit die Totalität in ihrem Geſetztſein“ 234, 235. Übergang des Begriffs in die Idee 235 (O Objektivität) Zur äußerlichen Zweckmäßigkeit in der Realiſierung der Idee des Guten 322 (O Gutes) „Teleologie“ 123—128 (O Objekt) [vgl. 8, 413—422] $ 153 logl. 8, § 204, faſt völlig verändert] „Der Zweck iſt der für ſich egiftierende Begriff, welcher nur das Anſich des Mechanismus und Chemismus ausmacht“ 123 g. Sein Trieb, „ſich in die Objektivität überzuſetzen“ 123. Der Zweckbegriff als Vernunſtbegriff 123, 124 logl. 8, 414]. Faſſung des Abſoluten als Zweck 123 G. Betrachtung des Zwecks nach feiner Endlichkeit 124 © [vgl. 8, 414], 125 8, 126 O. Betrachtung des Zwecks nad) feinem „aus ſich ſelbſt als dem abſolut⸗Erſten beſtimmten Inhalt“, als „das ſür ſich ſeiende Allgemeine“, „das durch alle Terminos des Schluſſes hin⸗ durchgeht“ 124 [vgl. 8, 415, 416]. Betrachtung des Zwecks als disjunktiven Schluß 1248, 1258 88 154—159 wurden, zum Teil verändert und erweitert, in 8, SS 205—211 aufgenommen (f. 8, 416—421) 125—127 $ 160 [vgl. 8, $ 212 und 210] Realiſation des Zwecks im Begriff 127 Q, 128 C. „In Ergreifung des Mittels ſetzt ſich der Begriff als das an ſich ſeiende Weſen des Objekts“ 128 [P. St. 8, 421]. bergang zur Idee 128 [P. St. 8, 422] (O Objekt) Zur vormals fo beliebten teleologiſchen Naturbetrachtung 149 g (O Naturphiloſophie) „Die dritte Form der Objektivität, das teleologiſche Verhältnis, iſt die Einheit des Mechanismus und des Chemismus. Der Zweck iſt wieder wie das mechaniſche Objekt, in ſich beſchloſſene Totalität, jedoch bereichert durch das im Chemismus hervorgetretene Prin— zip der Diſſerenz und ſo bezieht ſich derſelbe auſ das ihm gegen⸗ 2434
Teleologie 8 überſtehende Objekt. Die Realiſierung des Zweckes iſt es dann, welche den Übergang zur Idee bildet“ 4050 (O Objekt), 411 (O Chemismus) Teleologie“ 413—422 (O Objekt) [P. St. 6, 123—128] 8 204 [ogl. 88 153, 154] „Der Zweck iſt der in freie Exiſtenz getretene, für⸗ſich⸗ſeiende Begriff vermittelſt der Negation der un⸗ mittelbaren Objektivität“ 413 [vgl. 6, 123]. „Er iſt als ſubjektiv beſtimmt, indem dieſe Negation zunächſt abſtrakt iſt“ 413 g, 418 8, 414 8. „Als dieſer Widerſpruch feiner Identität mit ſich gegen die in ihm geſetzte Negation und Gegenſatz iſt er ſelbſt das Aufheben, die Tätigkeit, den Gegenſatz ſo zu negieren, daß er ihn identiſch mit fi) ſetzt“ 414 8, 418 8, 419 [vgl. 6, 123]. Im Reali⸗ ſieren des Zwecks endlich hat er „ſich nur mit ſich zuſammen⸗ geſchloſſen und erhalten“ 414 8, 418 C, 420 C. Charakteriſtik des Zweckbegriffs als Vernunftbegriff 414 [ogl. 6, 123]. Unterfcheidung des Zwecks als Endurſache von der bloß wirkenden Urſache 414 8, 415 8, 420 C. Begriff der inneren Zweckmäßigkeit bei Kant, bei Ariſtoteles 415 [P. St. 6, 126]. „Bedürfnis, Trieb“ ſind Beiſpiele oom Zweck 415 9 (f. Trieb). Im Schluß des Zwecks mit ſich durch das Mittel der Realiſierung wird ſowohl die unmittel⸗ bare Subjektivität wie die unmittelbare Objektivität negiert 416 logl. 6, 124]. Vergleich mit der Erhebung des Geiſtes zu Gott 416 S, 43 8, 440 und 8 192 8 205 [P. St. 6, § 154, erweitert] „Die teleologiſche Beziehung iſt als unmittelbar zunächſt die äußerliche Zweckmäßigkeit, und der Begriff dem Objekte, als einem vorausgeſetzten, gegenüber“ 416 [vgl. 9, 35, P. St. 6, 125]. Endlichkeit des Zwecks innerhalb ſeiner ſelbſt, ſeines Inhalts und ſeines Materials 416 [P. St. 6, 125 Zuſatz. Der äußerlichen Zweckmäßigkeit gelten die Dinge bloß als Mittel 417 Z. Geſichtspunkt der Nützlichkeit und einer äußeren Zweckmäßigkeit im Aufzeigen der Weisheit Gottes 417 0 [9, 36] 8 206 [P. St. 6, $ 155, ziemlich wörtlich! Charakteriſtik der teleo⸗ logiſchen Beziehung als Schluß, „in welchem ſich der ſubjektive Zweck mit der ihm äußerlichen Objektivität durch eine Mitte zuſammenſchließt, welche die Einheit beider, als die zweckmäßige Tätigkeit, und als die unter den Zweck unmittelbar geſetzte Ob⸗ jektivität, das Mittel, iſt“ 417, 418 [P. St. 6, 126] Zuſatz. „Die Entwickelung des Zweckes zur Idee erfolgt durch die 2435
E S 17 Teleologie drei Stufen, erſtens des ſubjektiven Zwecks, zweitens des ſich vollführenden und drittens des vollführten Zwecks“ 418 8 (f. u.) 8 207 [P. St. 6, § 156, etwas verändert] 1. Der ſubjektive Schluß 418, 419 [P. St. 6, 126], 414. In ihm „hſchließt ſich der allgemeine Begriff durch die Beſonderheit mit der Einzelnheit fo zuſammen, daß dieſe als die Selbſtbeſtimmung urteilt, d. i. ſowohl jenes noch unbeſtimmte Allgemeine beſondert und zu einem beſtimmten In⸗ halt macht, als auch den Gegenſatz von Subjektivität und Ob⸗ jektivität ſetzt“ 418 [P. St. 6, 126], 419 9 § 208 [P. St. 6, § 157, etwas verändert, erweitert] 2. Der ſich vollführende Zweck, die nach außen gekehrte Tätigkeit 419 P. St. 6, 126], 414, 416, 418. Sie bezieht fi) als Einzelnheit unmittelbar auf das Objekt und bemächtigt ſich deffen, als eines Mittels; ſie iſt „unmittelbare Macht“ 419 [P. St. 6, 127]. Die Mitte iſt in die Tätigkeit und in das Objekt, das zum Mittel dient, gebrochen 419 0 [vgl. 6, 127], 420 9 § 209 [P. St. 6, 8 158, ſaſt wörtlich! 3. Der vollführte Zweck 420 C, 414 , 418 C. „Das Mittel iſt als Objekt in dieſer zweiten Prämiſſe in unmittelbarer Beziehung mit dem andern Extreme des Schluſſes, der Objektivität als voransgefegter, dem Material“ 420 [P. St. 6, 127]. So im „dem Zwecke dienenden Mechanismus und Chemismus“. Zur „Liſt der Vernunſt“ hierbei 420 [P. St. 6, 127] (f. Liſt) $ 210 O [vgl. 6, 8 160] „Der realiſierte Zweck ift die geſetzte Ein⸗ heit des Subjektiven und Objektiven“ 420 g, 421 $ 211 logl. 6, $ 159, verändert] In der endlichen Zweckmäßigkeit iſt die Form noch äußerlich geſetzt. Der erreichte Zweck iſt wieder Mittel, alſo: Progreß ins Unendliche 421 P. St. 6, 127] $ 212 [vgl. 6, § 160, verändert] In der Realiſierung des Zwecks an ſich „wird die einſeitige Subjektivität und der Schein der gegen ſie vorhandenen objektiven Selbſtändigkeit aufgehoben” 4218 420 O. Übergang des Zwecks zur Idee 422, 421 [P. St. 6, 128] Die Teleologie in der Organik 452 (O0 Organik) 7 Die Zweckbeſtimmung in den Religionen ſ. Zweck, Zweckmäßigkeit, Gottesbeweiſe Verbannung einer teleologiſchen Naturbetrachtung 427 (O Anaxa⸗ goras) 2436
18 19 10 16 1 2 20 18 12 13 Teleologie / Tempel Epikur erklärt ſich gegen jede teleologiſche Natur- und Welt⸗ betrachtung. Er teilt dies mit der modernen Naturbetrachtung 491, 492, 495, 496 (O Epikur) 227 (O Bruno). Bacon hat ſich „gegen die teleologiſche Betrach⸗ tung der Natur, gegen die Betrachtung nach Endurſachen gekehrt“ 291 (O Baco). Die ſubjektive und objektive Zweckmäßigkeit in Kants reflektierender Urteilskraft 601, 602 (ſ. Kant). Fichtes teleologiſche Naturbetrachtung 638, 637 (O Fichte) teleologiſcher Gottesbeweis 433 9 (ſ. Gottesbeweiſe) 27, 32, 34—40, 416, 421, 426, 427, 435, 517-535, 536— 539, 546, 547 (ſ. Gottesbeweiſe) Teleutagoras Vater des Zenon 319 (O Zeno) Teller, Wilhelm Abraham 207 (O Hamann) re 326, 344 (O Ariſtoteles) Tempel 125 (ſ. Architektur) Bedeutung des Tempels in der Architektur überhaupt 267, 269 (O Architektur), in der klaſſiſchen Architektur im beſonderen 305, 307 (O klaſſiſche Architektur) Die beſonderen Hauptpunkte, welche in dem Hauſe als Grundtypus, auch des Tempelhauſes, liegen 309—319 (O klaſſiſche Architektur). Tragende und getragene Maſſen ſind zu Halt und Feſtigkeit verbunden. Die dritte Beſtimmung iſt die des Umſchlie⸗ ßens 309, 310 a) Das Tragen übernimmt in der klaſſiſchen Architektur die Säule 310-313 (f. Säule) 8) Das Getragene ift das Gebälk. Es herrſcht Rechtwinkligkeit und die Waagerechte 313—315 2437
1 8 14 12 13 11 Tempel / Tempelherren aa) Der Arditrav verbindet die Säulen und laſtet auf ihnen ge— meinſchaftlich 313, 314 66) Der Fries mit den Triglyphen und Metopen 314 Y) Der Kranz oder Karnies 314. Er trägt das Dach 315 (f. Dach) y) Die Umſchließung durch Mauer und Wand 315—319 aa) Sie müſſen geradlinig, eben und perpendikulär hingeſtellt werden 316 66) Die Halbſäule in der Mauer nimmt dieſer das Tragen ab 316, 317 (ſ. Säule) yy) Die Wände haben in der klaſſiſchen Architektur vorzüglich nur zu umſchließen 318, 319 Die Ganzheit des griechiſchen Tempels 319—322 (O klaſſiſche Architektur). Er gibt einen „ſättigenden Anblick“ 319 a) „Das Ganze ſtreckt ſich gerade aus breit hin, und weitet ſich aus, ohne ſich zu erheben“ 319. „Bei den Alten bleibt die Breite, als feſte, bequeme Begründung auf der Erde die Hauptſache“ 319 8) Die Verzierungen tun dem Eindruck der Einfachheit nicht Scha— den 319, 320 y) Gliederung des Tempels in die von Mauern umſchloſſene Tempelzelle (ass), das Vorhaus (roöraos), das Hinterhaus (modödornos), die Säulengänge 320. Der dupıngdorvios, der reointegos 320, der Ölrtegos, der önaudoos 321. Diefe Säulen» gänge laden zu einem „ernſtloſen, heiteren, müßigen, geſchwätzigen Verweilen“ ein und lenken das Auge nach allen Seiten hin 321, 322 (O klaſſiſche Architektur) Vergleich des griechiſchen Tempels mit dem chriſtlichen, roman— tiſchen Gotteshaus 334, 335, 340, 343 (O romantiſche Architektur) Das Giebelfeld des Tempels 438 (O Skulptur) 510 (O Drama) Tempelbilder Die Situationsloſigkeit alter Tempelbilder 273 (O Situation) Der nächſte Zweck von Statuen iſt der, Tempelbilder zu ſein 355 (O Skulptur) Tempelherren 502 (O Mittelalter) 2438
15 14 10 1 E 17 18 Tempelherren / Tennemann Angebliche Verbindung eines geheimen Mithrasdienſtes mit dem Tempelherrenorden 433 (O perſiſche Religion) Tem peramalerei 73 (O Inkarnat) Temperament Die Temperamente 90, 91, 92 (O Seele). Beſtimmung des Tem⸗ peraments „als die ganz allgemeine Art und Weiſe, wie das Individuum tätig iſt, ſich objektiviert, ſich in der Wirklichkeit erhält“ 90 Z. In der Zeit größerer Bildung verlieren ſich die Tempera— mentsverſchiedenheiten 908, 91 8. Charakteriſtik der vier Tem: peramente 90 8, 91. Im Temperament als einer der drei For— men der qualitativen Naturbeſtimmtheit der individuellen Seele „verliert jene Naturbeſtimmtheit die Geſtalt eines ſo Feſten“ 92 g, 93 8 (O Seele) Teniers, David, der Jüngere 224 (O holländiſche Malerei) Tennemann, Wilhelm Gottlieb 43 (O Philoſophiegeſchichteyß. Verweis „auf den Auszug aus Tennemanns Geſchichte der Philoſophie von A. Wendt“ 146, 149, und auf ſeine „Geſchichte der Philoſophie, Leipzig 17981819; 11 Teile, 8“ 148. Seine Bearbeitung der neueren Zeit iſt beſſer; hei den Alten interpretiert er oft falſch. Er iſt kritiſcher Philoſoph und tadelt im Grunde alle „den Einen Mangel gehabt zu haben, noch nicht kantiſche Philoſophen zu ſein“ 148 (O Philoſophie⸗ geſchichte) Tennemann zu Thales 212, 222 Fußn. (O Thales), zu Keno⸗ phanes 298, 303 (O Kenophanes), zur eleatiſchen Schule 343, zu Heraklit 367 (O Heraklit), zu Leukipp 386 (O Leukipp) Tennemann zu Sokrates 55, 102, 113 (O Sokrates), zu Stilpo 142, 145 Fußn. Kritik an Tennemanns Unterſcheidung einer exo⸗ teriſchen und eſoteriſchen Philoſophie Platons 179, 180; Kritik an ſeiner Interpretation Platoniſcher Dialoge 188, und ſeiner Unfähigkeit, Platons ſpekulative Dialektik aufzufaſſen 226, 238 2439
Tennemann / Teſtament 18 (O Platon). Kritik an Tennemanns Ariſtotelesauffaſſung 311, 388 (O Ariſtoteles) 19 Tennemann als Quelle für die Scholaſtiker 149 (O ſcholaſtiſche Philoſophie); zu Duns Skotus 161; zu Anſelm von Canterbury 163, 168 (O Anſelm von Canterbury); zur Trennung von Philo⸗ ſophie und Theologie um 1270 n. Chr. 170, 170 Fußn.; zu Julian 192, 192 Fußn.; zu Paſchaſius Radbertus 192, 192 Fußn.; zu Petrus Lombardus 193, 193 Fußn. (O d. Art.) Tennemann zu Bacon 294 (O Bacon), zu Hume 495, 496 (O Hume), zu Fichte 616 (O Fichte) Terborch, Gerard 13 225 (O holländiſche Malerei) Terenz, Publius 13 Seine Arbeiten ſind „eine Sache mehr der Nachahmung als der ſelbſtändigen Produktion“ 117 (O römiſche Poeſie) 14 Seine Hinwendung „gegen das bloß proſaiſch Lächerliche“ 577 (O Komödie) Tereus 13 Tereus in Ovids Metamorphoſen 32, 33 (O Ovid) Tertullianus, Quintus Septimius Florens 19 104 (O Chriſtentum) Terz 9 2409, 242 8, 245 @ (O0 Klang) 14 174, 175 (O Mufit) Teſtament 3 „Erwerb durch Teſtament“ 65 (O Recht) 7 „Die teſtamentariſche Dispoſition“ 139 (O Vertrag), 256, 257. Die Willkür im Teſtament bei den Römern 257, 258, 259, 260. Die ſogenannte Familie der Freundſchaft, welche das Teſtament hervorbringt, kann nur in Ermangelung der näheren Familie der Ehe und der Kinder eintreten 260 (O Familie) 2440
Teſtament, Altes / Tetraktys, Tetras Teſtament, Altes (Bibel) 11 164, 165 (O China). Das Alte Teſtament als „Grundbuch“ der Juden 260 (O Juden), 551 (O Aufklärung) 12 413 (O Symbol), 498 (O Juden) [14, 349] 13 61 (O griechiſche Götter) 14 Das Alte Teſtament „enthält zwar viele Sagenerzählung und wirkliche Geſchichte, ſowie auch eingeſtreute poetiſche Stücke, doch iſt das Ganze kein Kunſtwerk“ 332 (O epiſche Poeſie), 400, 401 (O orientaliſches Epos). Goethe über das Alte Teſtament 349, 350 (O Weltzuſtand) 15 230 (O Glaube) 16 Die Schriften des Alten Teſtaments werden wegen ihrer erhabenen Stellen gerühmt 62 (ſ. jüdiſche Religion) 328 (O Gemeinde) 18 287 (O Plato) 19 Philo und das Alte Teſtament 19, 26 (O Philon) 35 (O alexandriniſche Philoſophie). Früher war das Alte Teſta— ment „die Quelle aller ſtaatsrechtlichen Grundſätze“ 271 (O neuere Philoſophie). Spinozas kritiſche Behandlung der moſaiſchen Bücher 369 (O Spinoza). Bedeutung des Alten Teſtaments in Grotius' Hauptwerk: De jure belli et pacis 440 (O Grotius), 442 (O Hobbes) Tetens, Johann Nikolaus 19 530 (O Aufklärung) Tethys 17 215 (O Thales) Tetraktys, Tetras (Vier) 4 259 (O Zahl) 8 250 5 (O Sein) 17 Die Tetras der Pythagoreer 274, 275 (f. Pythagoras). Ihre prak⸗ tiſche Anwendung als Körper im Räumlichen 276, ihre Anwen⸗ dung im Geiſtigen als ſinnliche Empfindung 284 (O Pythagoras) 19 Philo über die Tetraktys 26 (O Philon) 2441
Teufel / Thales Teufel „So ſchlimm als der Teufel iſt das Böſe und Falſche nicht, denn als dieſer ſind ſie ſogar zum beſonderen Subjekte gemacht; als Falſches und Böfes find fie nur allgemeine, haben aber doch eigene Weſenheit gegeneinander“ 38 (O Phänomenologie) 562 (O Kunſtreligion) 11 Der Bund mit dem Teufel als eine Erſcheinung der Nachrefor⸗ mationszeit 534 (O Reformation) 12 Der Teufel iſt „eine ſchlechte, äſthetiſch unbrauchbare Figur“ 301 (O Handlung) 14 Der Teufel in der Malerei 94. „Beſonders Michelangelo verſtand es, Teufel zu malen“ 95 (O Malerei). Klopſtocks Engel und Teufel 373 (O Handlung) 15 374 (O indiſche Religion) 16 173 (O römiſche Religion), 261, 262 (O chriſtliche Religion) 19 Böhme bemüht ſich, „das Böſe im Guten, oder den Teufel aus Gott zu begreifen, — eine Frage der jetzigen Zeit“ 302, 303. „Mit dem Teufel hat er viel zu tun; er redet ihn oft an. Komm here, ſagt er, »du Schwarzhans. Was willtu?«“ 304 (O Böhme) o Thales 181 (O Unendlichkeit) Thales als „der Urheber der Natur-Philoſophie“ 336 (O Dialektik) 250 (O Perſien), 328 (O Griechen) [17, 195, 196] Thales wird leicht mehr zugeſchrieben, als geſchichtlich iſt 70, 71; fo von Brucker 73, 74, von Ritter 74, 75 (O Philoſophiegeſchichte), 89 (O Wiſſenſchaft) 144 (O Philoſophiegeſchichte), 155 (O chineſiſche Philoſophie). Thales als einer der ſieben Weiſen 194, 195. Thales riet den ioniſchen Städten „eine oberſte Ratsverſammlung“ in Teos zu konſtituieren 195, 196 [11, 250, 328] 204, 206, 207, 208 (O griechiſche Philoſ ophie) „Thales“ 210—226 (O ioniſche Philoſophie). Sein Leben 210—212. Geburt, Abſtammung 210, Tod 212. Beziehung zu Kröſus 210. Herodot über Thales 210. Reiſen nach Phönizien, 2442 sm 1 1 2 m»
Thales 17 nach Agypten 211. Seine geometriſchen und aſtronomiſchen Kennt⸗ niſſe 211, 212, 89 Die Philoſophie 213, 214. Ariſtoteles ſagt von den erſten Philoſophen, daß ſie „ein Materielles als Prinzip und Subſtanz von allem Vorhandenen“ erkannten 214, 213. Thales aber ſagt, ſolch ein Prinzip »fei das Waſſer« 214. Senecas Erklärung hier⸗ zu 214. Ariſtoteles' Vermutung, wieſo Thales gerade auf das Waſſer gekommen ſei 215, 216 1. „Das Weſen als formloſes. Dies iſt die Hauptſtelle über Thales Prinzip“ 215, 217. Ariſtoteles, Pſeudoplutarch 216, 217. „Das gegenſtändliche Weſen, die Wirklichkeit iſt in den fi in ſich reflek— tierenden Begriff zu erheben, ſelbſt als Begriff zu ſetzen . . . Hierzu iſt der Anfang darin, daß die Welt als Waſſer geſetzt wird, — ein einfaches Allgemeines, das Flüſſige überhaupt“ 217. „Das Waſſer hat nicht ſinnliche Allgemeinheit, — eben eine ſpekulative“ 217, es hat „die Beſtimmtheit des Formloſen, Einfachen“ 217, 218. Zur alten Tradition: „Aus Waſſer ſei Alles erzeugt, und der Eid ſei das Waſſer“ 218 Der Satz des Thales iſt Philoſophie, und zwar Naturphiloſophie, denn das Waſſer iſt darin als „das allgemeine Weſen gefaßt“ 219, 218, und „dies Allgemeine iſt als Reales beſtimmt, — alſo das Abſolute als Einheit des Gedankens und Seins“ 219. Es ge⸗ hört „eine große Kühnheit des Geiſtes dazu, dieſe Fülle des Da⸗ ſeins der natürlichen Welt nicht gelten zu laſſen, ſondern auf eine einfache Subſtanz zu reduzieren, die als ſolche beharrt“ 219. Es kommt damit zum Bewußtſein, „daß Eins das Weſen, das Wahrhafte, das allein An-und⸗für⸗ſich⸗ſeiende iſt“ 219, 220. Das Philoſophiſche in dem Satz iſt, „daß die beſondere Exiſtenz keine Selbſtändigkeit hat“, „daß aus dem Einen alles andere hervor⸗ gehe“, „daß das Eine das Wahrhafte ſei“ 220. Der Mangel des Satzes aber iſt, daß das Prinzip eine beſtimmte, und zwar phyſi⸗ kaliſche Form hat 221. „Das Waſſer iſt ein beſonderes Ding“ 221 2. Zur Beſtimmung dieſes von Thales an die Spitze geſtellten Erſten 221. „Dem thaletiſchen Waſſer fehlt die Form“ 221. Ariſto⸗ teles über „Verdickung und Verdünnung“ 221, 222. Kritik hieran 222, 223 3. „Das Prinzip muß nicht als Weſen, ſondern als Form, abſo⸗ luter Begriff, Unendliches, Bildendes, die Einheit ſein“ 223. Ariſtoteles und Diogenes Laertius hierzu 223. Plutarch 224. Den 2443
Thales / Theben „obs als Prinzip der Dinge kennt Thales noch nicht 224, 225. Thales hat die Form im Abſoluten auf keine beſtimmtere Weiſe gefaßt 224 „In dieſen einfachen Momenten iſt in der Tat die Philoſophie des Thales beſchloſſen: a) die Natur in ein einfaches Weſen zuſammengefaßt, dieſe Abſtraktion gemacht, 6) den Begriff des Grundes aufgeſtellt zu haben; dort als ſinnliches Einfaches, hier als Einfaches des Denkens, Prinzip, — den Begriff als unend⸗ lichen Begriff, nichts Beſtimmteres“ 224, 225. Cicero über Thales 225. Plouequet und Flatt behaupten, Thales ſei Theiſt 225, 71, andere halten ihn für einen Atheiſten 225, 226 (O ioniſche Philo— ſophie) 229 (O Anagimander), 231, 234 (O Anaximenes), 238, 240, 247, 290 (O Pythagoras), 306 (O Kenophanes), 344, 354 (O Heraklit), 404, 419, 420 (O Anaxagoras) 18 561 (O Sextus Empirikus) 19 99 (O mittelalterliche Philoſophie) 1 2 Theater ſ. Schauſpiel Theben in Oberägypten 11 Die Ruinen von Theben 268, die Aushöhlungen in den Hügeln bei Theben 285, Erſcheinung der Sphinx in Theben 292 (O Agyp⸗ ten) Theben in Böotien 10 Bei den Thebaneru „hat das Subjektive, das Gemütliche, — ſo⸗ weit dies überhaupt ſchon den Griechen zugeſprochen werden kann, — das Übergewicht. Der Hauptlyriker der Griechen, Pindar, gehört den Thebanern an“ 818 (O Volksgeiſt) [11, 347] Theben ſoll von Kadmus gegründet ſein 302, 301 (O Griechen). Thebens Rolle im Peloponneſiſchen Krieg 347. Pelopidas und Epaminondas 347. Im Staate Theben „war das Subjektive das Überwiegende. Daher blühte hier beſonders die Lyrik, die Oicht⸗ kunſt des Subjektiven 347 111, 347] (O Peloponneſiſcher Krieg). Thebens Kriege mit den Phocenſern 352, 353 (O mazedoniſches Reich). „Die böotiſche Subjektivität war nach Erlöſchung des 2444 1 —
Theben / Theodizee — 11 Thebaniſchen Glanzes zur Trägheit und gemeinen Sucht des rohen ſinnlichen Genuſſes herabgeſunken“ 358 (O Griechen) 16 157 (O römiſche Religion) Theismus 19 Theismus, „Glauben überhaupt, dies iſt der Inhalt jetzt, der ſehr allgemein übriggeblieben iſt in vielen Theologien“ 513. Rouſſeaus Theismus 513 (O franzöſiſche Philoſophie) 20 349 (O Hegel) Themis 12 53, 55 (O griechiſche Götter) 16 106 (13, 53] (O griechiſche Religion) 17 310 (O Parmenides) Themiſtokles 11 331 (O Griechen) 17 195 (O ſieben Weiſe) 18 194 (O Plato) Theo Smyrnaeus 17 262 u. Fußn. (O Pythagoras) Theoderich der Große 11 445 (O Völkerwanderung) Theodizee Bedeutung der Philoſophie der Geſchichte als Theodizee 3328 (O Notwendigkeit) Faſſung der Weltgeſchichte als Theodizee, als Rechtfertigung Got⸗ tes 42 (f. Geſchichtsphiloſophie). „Daß die Weltgeſchichte dieſer Entwickelungsgang und das wirkliche Werden des Geiſtes iſt, unter dem wechſelnden Schauſpiele ihrer Geſchichten, — dies iſt die wahrhafte Theodizee, die Rechtfertigung Gottes in der Geſchichte 569 (O franzöſiſche Revolution) E 1 — 2445
15 19 11 1 E 11 11 12 Theodizee / Theogonie Faſſung des Ganges der Religion als „die wahrhafte Theodizee“ 100 (f. oſſenbare Religion) Das Werden des Chriſtentums zur Weltreligion aufzuzeigen, „kann eine Theodizee, eine Rechtſertigung Gottes, d. i. Berich⸗ tigung unſerer Idee, genannt werden; es iſt ein Aufzeigen, daß es, wie ich ſonſt geſagt, vernünftig in der Welt zugegangen“ 104 (O Chriſtentum) Leibnizens Theodizee 452, 465, 472 (ſ. Leibniz). „Die Philoſophie iſt die wahrhaſte Theodizee ...; — dieſe Verſöhnung des Geiſtes, und zwar des Geiſtes, der ſich in ſeiner Freiheit und in dem Reichtum ſeiner Wirklichkeit erſaßt hat“ 684 Theodora, Gemahlin des oſtrömiſchen Kaiſers Theophilos 435 (O byzantiniſches Reich) Theodoros Theodoros wird mit noch anderen unter der cyrenaiſchen Schule begriſfen 148, 154 (O Ariſtippos) „Theodorus“ 154—155 (O Kyrenaiker). Er brachte „in die Vorſtellung deſſen, was dem Bewußtſein das Weſen war, mehr das Allgemeine hinein, indem er »Freude und Leid als den End: zweck beſtimmte; ſo aber, daß jene dem Verſtande zugehöre, dieſes dem Unverftande«” 154, 155. Er beſtimmte das formelle „Gute als Verſtand und Gerechtigkeit, das Böſe aber als das Entgegengeſetzte, Vergnügen und Schmerz aber als gleichgültige« 154 Er wird meiſt als Gottesleugner aufgeführt 171 (0 Plato), 154 173 (O Plato) Theodoſius der Große 430, 431 (O byzantiniſches Reich) Theogonie (Heſiod) Theogonie in Manus Sittenbuch 218 (0 Indien) „Einer der hauptſächlichſten Gegenſtände aber der indiſchen Phan⸗ taſie und Kunſt iſt das Entſtehen der Götter und aller Dinge, die Theogonie und Kosmogonie“ 459. Ahnlich den indiſchen Theo⸗ gonien ſind z. B. die ſkandinaviſchen und die griechiſchen 461 (O indiſche Kunſt) 2446
Theogonie / Theologe 12 Heſiods Theogonie 461 (13, 52, 68; 14, 330, 410; 16, 100, 119; 17, 101 f. Seftiod] 13 Die durch die Kunſt ausgeftaltete Theogonie der Griechen 44, 45, 52 (ſ. griechiſche Götter) 14 Die Theogonie als epiſche Poeſie 330331 (ſ. epiſche Poeſie) 16 Das Schaffen Gottes iſt ſehr unterſchieden vom Hervocgehen. Alle Völker haben Theogonien und Kosmogonien. „In dieſen iſt die Grundkategorie immer das Hervorgehen, nicht das Geſchaffen⸗ werden“ 52 (O jüdiſche Religion). Bei den Römern werden neue Götter nur zur Zeit von Nöten und Angſt oder aus Gelübden eingeführt, „die Not iſt im Ganzen die allgemeine Theogonie bei ihnen“ 177 (O römiſche Religion) 17 219 (O Thales), 239 (O Pythagoras) Theokratie 11 75 (0 Staat). Die Theokratie im Orient 159 (ſ. Orient), die theo⸗ kratiſche Ariſtokratie des indiſchen Reichs 160, die theokratiſche Monarchie in Perſien 161. Die Theokratie der Römer 383 (O Nö: mer). Entwicklung der Kirche für ſich als Theokratie und des Staates für ſich als Feudalmonarchie in der zweiten Periode der germaniſchen Welt 440 (O Germanen) 15 257 (O Religion) Theokrit 14 Theokrits Idyllen 394 (O Idylle) Theologe 13 377 (O Skulptur) 15 Betrachtung, „wie die Theologen alles getan haben, um das Be⸗ ſtimmte der Religion aufzulöſen“ 54, 55, 56 (f. Religionsphilo⸗ ſophie), 57, 59 (O Dogma). Ihr unberechtigter Vorwurf, die Philoſophie habe zerſtörende Tendenz 54 (O Religionsphilo⸗ ſophie), ſie ſei Pantheismus 224, 227, 228 (ſ. Glaube), 406 (O Buddhaismus). Der Theologen Einbettung „in die Heerſtraße der gemeinen Reflexionsbildung unſrer Zeit“ 225 a 2447
Theologe / Theologie 16 Das Beweiſen religiöſer Wahrheiten iſt ſo ſehr außer Kurs geſetzt, 1 1 7 9 1 3 4 6 8 daß „ſelbſt Theologen, d. i. ſolchen, welche von den religiöſen Wahrheiten eine wiſſenſchaftliche Bekanntſchaft haben wollen“, die Gottesbeweiſe unbekannt ſein können 361 (O Gottesbeweiſe) Die Theologen „ignorieren die Philoſophie, aber nur um nicht geniert zu werden in ihren willkürlichen Räſonnements“ 97 (O Philoſophie) Die kritiſche Behandlung der moſaiſchen Bücher iſt ein Haupt⸗ kapitel für die proteſtantiſchen Theologen 369. Haß der chriſtlichen, beſonders proteſtantiſchen Theologen gegen Spinoza 371 (O Spi⸗ noza) N Theologie (Gefühlstheologie, natürliche Theologie, neuere Theo— logie, Scholaſtik, Vernunfttheologie) 188 (O Kritik), 314 (ſ. Kant) 116 (O Logik) N Die Theologie hat die Metaphyſik gegen das Praktiſch-populare und gelehrte Hiſtoriſche aufgegeben 14 (O Logif) Spekulative Theologie 37 8, 38 8 (O Logik) 17—21 (f. Gefühlstheologie), 111—115 (f. natürliche Theologie) 10 Zur „wiſſenſchaftlichen Theologie“, welche „das Herz und die 1 1 — a Empfindung zum Kriterium des Guten, Sittlichen und Reli: giöſen“ macht 1240 (ſ. Empfindung). Stellung der „neuen Fröm⸗ migkeit und neuen Theologie“ zur Philoſophie, welche ihr „zu viel Gott hat, — ſo ſehr, daß er ihrer Verſicherung nach ſogar Alles, und Alles Gott fein ſolle“ 461 8, 472 8, 473 2. Hiſtoris⸗ mus dieſer neuen Theologie 461 8, 462 0 (O Philoſophie) Scholaſtiſche Theologie 503, 511, 548 (ſ. Scholaſtik) 549 (O Aufklärung) Vernunfttheologie 45, 46, 47, 49, 54, 55, 372, 373, 374, 401, 419 (ſ. Vernunfttheologie). Gefühlstheologie 52, 54—57, 59—64, 67, 71, 114, 145, 146, 161, 213 (f. Gefühlstheologie). Neuere Theologie 54, 55, 59—64, 114 (ſ. neuere Theologie) 16, 194, 196, 197]. Natürliche Theolgie 84 (ſ. natürliche Theologie). Zur Bor: ſtellung der alten Theologie von der ewigen Verdammnis 189, 2448
15 16 17 18 19 20 Theologie 190 (O vermitteltes Wiſſen). Ablehnung aller äußern Vermitt⸗ lung 228, 229 (ſ. Glaube), aller äußeren Autorität 60 (O un⸗ mittelbares Wiſſen) Theologie iſt „Wiſſenſchaft von Gott“ 329 (O beſtimmte Religion) 116, 204] Die Theologie will gemeiniglich „Gott als den nur gegenftändlichen“ erkennen; der Begriff der abſoluten Religion aber iſt „die Einheit dieſer Vorſtellung, die wir Gott heißen, mit dem Subjekt“ 194 (O abſolute Religion). Mangel der heutigen Theologie 194, 195, 196, 197 (f. Gefühlstheologie). Die höchſt ausgebildete Form in der Religion iſt „die Theologie, die wiſſenſchaftliche Religion, dieſer Inhalt als Zeugnis des Geiſtes auf wiſſenſchaftlicher Weiſe gewußt“ 204. Theologie und Philoſophie 205, 202 (f. abſolute Religion). „Die Philoſophie iſt inſofern Theologie, ſie ſtellt dar die Verſöhnung Gottes mit ſich ſelbſt und mit der Natur, daß die Natur, das Andersſein an ſich göttlich iſt, und daß der endliche Geiſt teils an ihm ſelbſt dies iſt, ſich zur Verſöhnung zu erheben, teils in der Weltgeſchichte zu dieſer Verſöhnung kommt“ 354, 350 (O Gemeinde) 236, 242 (f. neuere Theologie) 112, 113 (f. neuere Theologie) 244 (O Plato) Zur Forderung der modernen Theologie nach einer Exegeſe nach den Worten der Bibel 109, 110 und zur Meinung, „eine Dogma⸗ tik ſolle populär ſein“ 110 (O Chriſtentum) Scholaſtiſche Theologie 120, 132—212 (f. Scholaſtik) Verhältnis zwiſchen Theologie und Philoſophie in der neueren Zeit 268, 269 (f. neuere Philoſophie) Reduktion der Theologie auf hiſtoriſche Gelehrſamkeit 11, 10, 9, 16, 25 (f. Hinrichs). Fortgang des Glaubens zur Theologie, der „Wiſſenſchaft der Religion“ 24. Charakteriſtik der „ſcholaſtiſchen Theologie“ 25 (O Hinrichs). Zur zerſtörenden Wirkung „der in der proteſtantiſchen Kirche faſt ausſchließend herrſchenden Theo⸗ logie durch Exegeſe und Räſonnement“ 165, 166, 171 (O Solger) Göſchel über die rationaliſtiſche Theologie 277, 278, 280, 313 ( Göſchel) Glockner, Hegel-Lexikon 154 2449
.1 E oo = D Theophraſtus / Theorie Theophraſtus 299 (O Kenophanes). Theophraſtus' Angabe, wie Parmenides die Empfindung und das Denken erklärte 315, 316, 315 Fußn. (O Parmenides) Theophraſtus als Erbe der ariſtoteliſchen Schriften 308, und als ihr Kommentator 418 (O Ariſtoteles) 423 (O Dogmatismus). Theophraſt und Epikur 475 (O Epikur), Theophraſt und Arkeſilaos 518 (O Arkeſilaos) Theopompos Theopompos über Pherecydes 239 (O Pythagoras) Theorem 438 9, 440 [P. St. 6, 137] (ſ. Lehrſatz) theoretiſch „Der theoretiſche Geiſt“ 260272 [P. St. 10, 307-864] (. Geiſt) Theoretiſches Verhältnis zur Natur 37 8, 38 8 (f. Naturbetrach— tung). „Das wahre theoretiſche Verhältnis iſt erſt da vorhanden, wo wirklich Beziehung aufeinander und doch Freiheit der Sich— Verhaltenden gegeneinander eintritt“ 3009, 299 (O Phyſik), 361 (O Farbe) Das theoretiſche Verhältnis des Tieres zum Außern 579 8 (O Tier). „Der theoretiſche Prozeß“ des Tieres 622—628 [P. St. 6, 208209] (f. Tier) Theoretiſcher Prozeß des Sehens 130 g, 131 8 (f. Geſicht). Theoretiſcher Geiſt 3050, 306 8, 307365 [P. St. 6, 260—272], 303 g (f. Geiſt) 12 Zur „rein theoretiſchen Befriedung“ durch den Gebrauch der Naturdinge zu Putz und Schmuck 347 (O Kunſtſchönes). Die theo⸗ retiſche Bezüglichkeit in der bewußten Symbolik 509 (O Fabel) 13 Theoretiſches Ergreifen der Natur 38 (O griechiſche Götter) Theorie 18 Ariſtoteles' Hochſchätzung der Spekulation (Becogla) 331, 390, 391 (O Ariſtoteles) 2450
— 19 11 14 1 — 11 13 11 19 15 16 Theoſophie / Thiän Theoſophie 267, 269, 274 (O Skeptizismus) Jakob Böhme, der „theosophus teutonicus“ 296. Seine Quaestiones theosophicae 319 (O Böhme) Thermopylen 302 (O Griechen). Verteidigung des Paſſes 335 (O Perſerkriege). Beſiegung des Antiochus, Königs von Syrien, bei Thermopylä durch die Römer 395 (O Römer) Tod der 300 Spartaner zu Thermopylä 240 (O Poeſie) [11, 335] Therſites 62, 63 (O Geſchichtsphiloſophie) Theſeus 333 (O Griechen) 420 (O Attribut) Theſſalien 299 (O Griechen) Theurgie Die Theurgie kommt bei den Neuplatonikern vor 92, 70 und bei Proklos 92, 71 (O Proklos) Thiän Thiän, der Himmel, gilt in der chineſiſchen Religion, als objektive Anſchauung für das Maß, dieſes An- und Fürſichſeiende 342. „Es bezeichnet die ganz unbeſtimmte, abſtrakte Allgemeinheit; iſt der ganz unbeſtimmte Inbegriff phyſiſchen und moraliſchen Zu⸗ ſammenhangs überhaupt“ 343. Verhältnis des Himmels zum Kaiſer, dem Regenten auf Erden 343, 346. Der Thiän iſt etwas ganz Leeres, „bildet kein ſelbſtändiges Reich über der Erde“ 343. „Der Thiän, dieſe allgemeine Naturmacht, welche Wirklichkeit durch die Gewalt des Kaiſers iſt, iſt verbunden mit moraliſchem Zuſammenhang und dieſe moraliſche Seite hat Konfutius vor— nehmlich ausgebildet“ 352, 351 (O chineſiſche Religion) 402 (O Gottesbeweiſe) 2451
1 1 1 1 1 1 DD E oO 9 9 — De} Thoas / Thomaſius Thoas 288 (O Kolliſion) Tholuck, Friedrich Auguſt Kritik an Tholucks Aufſaſſung der Philoſophie 12—14 Fußn. Auch für ihn gilt, daß „man immer beſſer tun würde, über Philo— ſophie gar nicht zu ſprechen, ſo lange man bei aller Tieſe des Ge⸗ fühls noch ſo ſehr in der Einſeitigkeit des Verſtandes befangen iſt“ 13 Fußn. Sein Gerede über Pantheismus 148 (O Syſtem) Tholucks Auffaffung der Trinitätslehre und der Sündenſtrafe 18—20 . Seine Würdigung Anſelms 20—21 8 (O Gefühls⸗ theologie) Würdigung von Tholucks Schrift: „Blütenſammlung aus der morgenländiſchen Myſtik“ 468—469 G (O Philoſophie) [8, 12 2] Thomas von Aquino Thomas von Aquino als Quelle ſcholaſtiſcher Philoſophie 149 „Thomas von Aquino“ 173—174 (O ſcholaſtiſche Philo⸗ ſophie). Geburt, Herkunft und Tod 173. Er iſt Schüler des Al⸗ bertus Magnus 173, 179, ſchrieb Kommentare zu Ariſtoteles und Petrus Lombardus 173, 174. Würdigung feiner summa theologiae 173, 149. „Das Hauptgeſchäft der ſcholaſtiſchen Theologie hat darin beſtanden, die summa des Thomas auszuführen” 174. „Thomas war Realiſt“ 174, 183 179 (O Albertus Magnus). Die Thomiſten nannten ſich nad) Thomas von Aquino 182, ſie waren Dominikaner 184 190 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Thomas von Straßburg 193 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Thomaſius, Chriſtian Sein erfolgreicher Kampf gegen den Hexenglauben 535 (O Reformation) Sein Verdienſt um die deutſche Bildung und die deutſche Sprache 476. Seine Philoſophie iſt „ſogenannte geſunde Vernunft“ 477 (0 Wolff) 2452
19 17 12 11 1 oo 12 11 12 Thomiſten / Thukydides Thomiſten 182, 184 (O ſcholaſtiſche Philo ſophie) Thomſon, Thomas „Die Naturwiſſenſchaften werden in England Philoſophie ge⸗ nannt. Ein »philoſophiſches Journale in England (von Thomſon) ſchreibt über Chemie, Ackerbau (den Miſt) .. .“ 88, 89 (O Wiſſen⸗ ſchaft) [6, 22 Fußn.] Thorwaldſen, Bertel Zu ſeinem Merkur, der „eine für die Skulptur faſt allzu kompli⸗ zierte Situation hat“ 276 (O Situation) Thrakien 299 (O Griechen) 161 (O Antiſthenes) Thronfolge Das Recht der Thronfolge als Grundlage von Kolliſionen 282 (O Kolliſion) Thukydides Er iſt Schreiber „urſprünglicher Geſchichte“ 25, 26, 27. Beurtei⸗ lung ſeiner Reden 27 (O Geſchichtsſchreiber) 116, 117 (O Weltgeſchichte). Nach Thukydides kommt im Homer weder die Bezeichnung Hellene noch Barbar vor 299. Thukydides über die Lebensart vorgeſchichtlich griechiſcher Stämme 299, 300, über die Athener, den griechiſchen Urzuſtand 300, über die Gründe der Macht des Agamemnon 305, über den Krieg der Chaleidier in Euböa 306, über das große Gedeihen der griechiſchen Städte, über die Tyrannis in den Städten 307, über den Beginn einer ſubjektiven unabhängigen Freiheit und den damit verbundenen Verfall der griechiſchen Demokratie 331 (O Griechen) Thukydides über die mediſchen Kriege 334 (O Perſerkriege) 339. Thukydides über Athen 340 (O Athen), über die Spartaner 344 (0 Sparta). Sein unſterbliches Werk über den Peloponne⸗ ſiſchen Krieg 346 (O Peloponneſiſcher Krieg) 539 (O Metapher) 2453
Thukydides / Tieck w 13 377 (O Skulptur) 14 257 (O Geſchichtsſchreibung) 17 150 (O Philoſophiegeſchichte), 198 Fußn. (O ſieben Weiſe), 207 (O griechiſche Philoſophie), 404 (O Anaxagoras) 18 29 (O Protagoras), 35 (O Gorgias), 54, 73 (0 Sokrates), 183 (O Plato) -1 Thüringen 11 446 (O Völkerwanderung), 461, 462 (O Karl J., der Große), 468, 474, 507 (O Mittelalter) ri 17 302 (O Xenophanes), 415 (O Anaxagoras) 1 Tiberius Claudius Nero 11 404, 405 (O Römer) — Tibet, Tibetaner Die Religion des oe bei den Tibetanern 402, 409 (0 Buddhais⸗ mus) 1 * Tieck, Johann Ludwig 12 Tiecks Stellung zur Ironie 106 (f. Ironie). Zu Tiecks Novellen 563 (O Epigramm) Tiecks Stellung zu Schiller und zum Publikum 502 (ſ. Publikum). Sein Kampf gegen die Proſa in der deutſchen Lebens- und Kunſtanſicht 509 (O Drama) 20 Hegels Rezenſion „Über: »Solgers nachgelaſſene Schriften und Briefwechſel. Herausgegeben von Ludwig Tieck und Friedrich v. Raumer. Erſter Band 780 S. mit Vorrede XVI S. Zweiter Band 784 S. Leipzig, 18264“ 132—202 (f. Solger). Solgers Gtellung zu den Produktionen ſeines Freundes Tieck 138, 143—145. Tieck und Shakeſpeare 146, 147, 148, 157, 188, 189 12, 106]. Tiecks Verhalten zur Philoſophie, wie es ſich im Briefwechſel mit Solger ausdrückt 152, 153163. Tiecks Verhältnis zu Jacobi 154, zu Böhme 154, 156, zu Fichte 154, 155, zu Schelling, zu 2454 1
Tieck / Tier, Tieriſches 20 Tauler 156, zu Homer, Sophokles, den Nibelungen 157; ſein Verhältnis zu Goethe 158—160 (ſ. Solger) Tieck, Chriſtian Friedrich 13 Der Tieckiſche Apollo 440 (O Skulptur) 1 17 18 19 do Tiedemann, Dieterich Tiedemann zu Ficinus 231 (O Skeptizismus) Charakteriſtik von „Dietrich Tiedemanns Geiſt der ſpekulativen Philoſophie. Marburg 1791—1797; 7 Bde. 8.“. „Das Ganze iſt ein trauriges Beiſpiel, wie ein gelehrter Profeſſor ſich ſein ganzes Leben mit dem Studium der ſpekulativen Philoſophie beſchäftigen kann und doch gar keine Ahnung von Spekulation hat. (Seine argumenta zum Zweibrücker Plato ſind in derſelben Manier)“ 147. Sein Verdienſt iſt, aus ſeltenen Büchern des Mittelalters ſchätzbare Auszüge geliefert zu haben 147 (O Philoſophiegeſchichte) Tiedemann zu Plutarch 216, zu Ciceros Faſſung von Thales' Prinzip 225 Fußn. (O Thales) Tiedemann zu Gorgias 36 (O Gorgias), zur neuplatoniſchen Schwärmerei über Platons Parmenides 244 (O Plato), zu Chry⸗ ſipp 433 (O Chryſippos) Tiedemanns Auszüge aus den Scholaſtikern 149 (O ſcholaſtiſche Philoſophie). Tiedemann zum Univerſalienſtreit 183 Fußn. (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Tier, Tieriſches (Zoologie) 138 (O Fichte) 48 (O Phänomenologie), 195, 202, 203, 205 (0 Naturbeobach⸗ tung), 262 (O Schädellehre) „Die Pflanze und das Tier“ 530—531 (O unmittelbare Religion). „Das Tier iſt für den Gott nur eine zufällige Verkleidung“ 539 (O Kunſtreligion), 553 (O Epopoe) 38. Das zweckmäßige, praktiſche Handeln der Tiere aus Inſtinkt 39 (O Propädeutik). Das Tier als Gegenſtand der Philoſophie, der vergleichenden Anatomie und der Zoologie 198, 199 (O Or— ganik) 2455
R E 2 oo Tier, Tieriſches 60, 61 (O Logih Der Inſtinkt der Vernunft im Einteilungsſyſtem der Tiere 303 (O Einteilung) Die Idee „als einzelne konkrete Subjektivität“ in der animali⸗ ſchen Natur 200, 201 [P. St. 9, 449] „Der tieriſche Organismus“ 205—224 (O Organismus) [P. St. 9, 575—722] SS 273—277 [P. St. 9, 88 350— 355, wenig verändert, zum Teil aber ſtark erweitert ſ. u.] 205—207 [P. St. 9, 575—608 f. u.] § 278 8 „Die Idee des Lebendigen iſt die aufgezeigte Einheit des Begriffes mit ſeiner Realität; ſie iſt aber als Entgegenſetzung jener Subjektivität und Objektivität weſentlich nur als Prozeß“ 207 § 279 [P. St. 9, 8 356, wenig verändert] 207 [P. St. 9, 615—616 ſ. u.] ; § 280 [P. St. 9, §8 357, 357 a] 208 [P. St. 9, 621, 622—623 f. u.] 88 281—285 [P. St. 9, SS 358 —364, wenig verändert] 208—214 [P. St. 9, 624—642 f. u.] SS 286, 287 [P. St. 9, § 365, zum Teil verändert] 214-216 [P. St. 9, 643—645 f. u.] 58 288— 298 [P. St. 9, 88 366—376, zum Teil wörtlich, zum Teil erweitert und verändert] 217—224 [P. St. 9, 665—722 f. u.] Das Tier handelt nach Inſtinkt, aber es hat keinen Willen, weil es ſich das nicht vorftellt, was es begehrt 52 (O Rechtsphiloſophie), 64 (O Wille), 55 (0 Wille), 95, 98, 99, 101 (O Eigentum), 272, 273 (O Bedürfniſſe) Der Menſch unterſcheidet ſich durchs Denken vom Tiere 428 (O Syſtem), 708, 76 8, 85 8 (O Logik). Das Tier und die Gattung 908 (O Logik) 67 (O Naturphilofophie), 251 (O Wärme), 457 G, 458 O, zur vergangenen Tierwelt der Erde 461 ©, 462 © (O Geologie) Vergleich des Tieres mit der Pflanze 497 g, 498 8, 499 G, 505 O, 515 8, 565 8, 568 8, 569 8 (0 Pflanze), 579 8, 583 f, 585 © (O ſ. u.). Das Belebende, die Seele des Tieres 500 Z. Das Kno⸗ chenſyſtem des Tieres 546 (O Pflanze) „Der tieriſche Organismus“ 449 [P. St. 6, 201], 450 g, 453 C, 575—722 [P. St. 6, 205224] (O Organ il) 2456
Tier, Tieriſches 9 8 350 [P. St. 6, $ 273, wenig verändert] Die organiſche Indi⸗ vidualität als Subjektivität, die animaliſche Natur als „in ſich reflektiertes Selbſt der Einzelnheit, in ſich ſeiende ſubjektive All⸗ gemeinheit“ 576, 575 [P. St. 6, 205] Zuſatz. Das Tier als „die exiſtierende Einheit Unterſchiedener“, als „die Unendlichkeit der Form in ſich ſelbſt, die in die Außer⸗ lichkeit des Leibes ausgelegt iſt“ 576. Überwindung der Schwere 576 28,579 g. „Das Tier iſt die exiſtierende Idee“ 577 & (f. Idee), 584 , Seele, Begriff 577 g § 351 [P. St. 6, $ 274, wenig verändert] Die Selbſtbewegung des Tieres 577, 578 [P. St. 6, 205], 579 C, 580 H. Seine Stimme 578 8 [P. St. 6, 205], 579 8, 580 8, Wärme und Gefühl 578 [P. St. 6, 206], 581 Zuſatz. Empfindung und Selbſtgefühl 578 8, 579 8, fein „be gierdeloſes Verhalten“, ſein „theoretiſches Verhältnis“ 5798 a) Überwindung der Schwere in der freien Bewegung 579 f, 576 2, 578 8, 580 @ 6) Die Stimme als Vorrecht des Tieres, als Außerung des Selbſt⸗ gefühls 580 8, 578, als „der geiſtig gewordene Mechanismus, der ſich fo ſelbſt äußert“ 5818 y) Die animaliſche Wärme 581 9, 578 [P. St. 6, 206]. Das Tier „als der bleibende Prozeß des Sich-Bewegens, des Sich⸗ſelbſt⸗ Verzehrens und Hervorbringens, negiert beſtändig das Materielle und produziert es wieder, muß alſo ſtets Wärme erzeugen“ 581 d) Verhältnis des Tieres zur unorganiſchen Natur 582 0, 583 H. Das Tier unterbricht ſein Verhältnis nach außen, „weil es be⸗ friedigt, weil es ſatt iſt, — weil es empfindet, für ſich ſeiendes Selbſt iſt“ 582 g 8 352 [P. St. 6, 8 275, ſtark erweitert! „Der tieriſche Organis⸗ mus iſt als lebendige Allgemeinheit der Begriff, welcher ſich durch ſeine drei Beſtimmungen als Schlüſſe verlauft ...“ 583 [P. St. 6, 206]. Erſtens die Geſtalt als die individuelle Idee 583 8, 584 g, 585—621 [P. St. 6, 206— 207], zweitens die „Aſſimilation“ „als Idee, die ſich zu ihrem Andern, ihrer unorganiſchen Natur, ver⸗ hält und fie ideell in ſich ſetzt“ 583 ©, 584 S, 621—666 [P. St. 6, 208-217], drittens der Gattungsprozeß 583 , 584 G, 666—722 [P. St. 6, 217—224] Zuſatz. Erſt für das Tier iſt „die übrige Natur als eine äußere 2457
Tier, Tieriſches 9 vorhanden“ 583 9. Abermalige Charakteriſtik der drei Prozeſſe 584 A. „Die Geſtalt“ 583 C, 584 &, 585—621 [P. St. 6, 206—207] 8 353 [P. St. 6, § 276, erweitert] 1. „Die Funktionen des Organismus“ 585—587 [P. St. 6, 206]. Das animaliſche Subjekt „ſtellt an ihm den Begriff in ſeinen ent⸗ wickelten und ſo in ihm nun exiſtierenden Beſtimmungen dar“ 585 C. Das animaliſche Subjekt iſt a) „fein einfaches, allgemeines Inſichſein in ſeiner Außerlichkeit“ — „Senſibilität“, b) „Beſon⸗ derheit als Reizbarkeit“ — „Irritabilität“ und c) „die Einheit dieſer Momente“, „Setzen ſeiner als eines Einzelnen“ — „Re⸗ produktion“ 585 [P. St. 6, 206], 586 g, 609 8 Zuſatz. Geſtaltung des Tieres zu Eingeweiden 585 8, zu Genfibilität, Irritabilität und Reproduktion 586 g. Bei den höheren Naturen tritt Senſibilität und Irritabilität für ſich hervor 586 8. Charakteriſtik des Lebendigen als des Konkreten 587 g. Der „Idealismus, in der ganzen Natur die Idee zu erkennen, iſt zu⸗ gleich Realismus“ 587 & § 354 [P. St. 6, 8 277, ſtark erweitert] 2. „Die Syſteme der Geſtalt“ 587608 [P. St. 6, 206— 207]. Die drei Momente des Begriffs: Senſibilität, Irritabilität, Repro⸗ duktion entſprechen den drei Syſtemen: Nerven-, Blut: und Ver⸗ dauungsſyſtem 588 [P. St. 6, 206, 207]. Jedes von ihnen unter⸗ ſcheidet ſich wieder nach denſelben Beſtimmungen: a) das der Senſibilität in das der Knochen 588 [P. St. 6, 207], 590 ©, das des Gehirns 588 [P. St. 6, 207], 594 & und der ſympathetiſchen Nerven 588 [P. St. 6, 207], 594 8, 595 8 (f. Nervenſyſtem), b) das der Irritabilität in Muskeln 588 [P. St. 6, 207], 597 g, des Blutes 588 9, 599 8, 600 O und des Herzens 589 9, 603 f logl. 6, 207], c) das der Reproduktion in Drüſen mit Haut⸗ und Zellgewebe 589 [P. St. 6, 207], 607 g und in die Eingeweide 589 [P. St. 6, 207], 601 8, 608 & Zuſatz. Bedeutung von Zellgewebe, Muskelfaſern und Nerven⸗ mark 589 8, 590 9; über das Knochenſyſtem 590 , 591 8, 592 g, 593 8 (f. Knochenſyſtem), Nervenſyſtem 594-595 & (f. Nerven: ſyſtem), Muskelſyſtem 597—598 8 (. Muskelſyſtem), Lungen⸗ ſyſtem 598 9, das Blut 599 , 600 8, 602 9. Der Lungen- und Leberprozeß 599 g, 589, 601 g, der dreifache Blutkreislauf 599 g. 2458
Tier, Tieriſches 9 „Das Blut bereitet ſich aus der Luft, der Lymphe und der Ver⸗ dauung, und iſt die Verwandlung dieſer drei Momente“ 600 2. Der Lungenkreislauf 600 8, das Blut und die Lymphe 600 g, das Blut und die Verdauung 601 8, 589. Die periſtaltiſche Bewegung 601 O. „Wie alle Nahrungsmittel ſich in Blut verwandeln, fo tft es auch das Preisgegebene, aus dem alles ſeine Nahrung nimmt“ 601 Z. Stellung der Inder und Juden zum Tier und zum Blut 602 H. Schultz über das Blut 602 S. Die Phyſiologen über das Herz, dieſe lebendige Muskuloſität 603 S, 604 S, 605 S, 606 & (f. Herz). Das Verdauungsſyſtem 607—608 (f. Verdauungsſyſtem) S 355 [ogl. 6, 8 277] 3. „Die totale Geſtalt“ 608—615 [vgl. 6, 207]. Teilung der Ge⸗ ſtalt a) in die drei Zentra: Kopf, Bruſt und Unterleib 608 P. St. 6, 207], 609 8, b) in die zwei Richtungen „nach innen und nach außen“ 609 2, c) in die Beſonderung zum Geſchlechts⸗ verhältnis 609 g Zuſatz. Die drei Zentra ſind erſtens bloß Formen 609 S, 610 g, zweitens auch entwickelte Totalitäten 610 f, drittens eine Tota⸗ lität, „welche der Empfindung als ſolcher angehört, wo alſo das Seelenhafte die Hauptſache ausmacht“ 610 9, 612 O. Der Mund, das Auge 611 O. Zur Sympathie zwiſchen voneinander entfernt liegenden Teilen 611 ©. „Wie das Empfindende hier Zufammenhänge hervorbringt, die nicht phyſikaliſch find: fo ifoliert fie auch wieder Teile, die phyſtkaliſch zuſammenhängen“ 6118, 612 0. Autenrieth hierzu 6129. „Die Seele beſitzt aber die Fähigkeit, nach gewiſſen Richtungen hin von innen aus zu wirken, ohne daß dieſe Richtung durch die anatomiſche Verbindung der Nerven beftimmt würde“ 612 0 Die Symmetrie in der Geſtalt iſt nach außen vorhanden 612 2 613 f, iſt in den Empfindungs⸗ und Bewegungsnerven und im Muskelſyſtem 613 ©. „Hingegen das Gehirn, das Herz, auch Die Lunge, die Ganglien ..., der Magen ſind ohne Symmetrie 613 Cl. Der Geiſt iſt es, der feine Tätigkeit auf einen Punkt su ſpitzt, „feine leibliche Kraft in einen leiblichen Punkt bringt 614 0, 615 © 1 356 [P. St. 6, 8 279, wenig veran 4 Di Geſtaltungs⸗Prozeß“ 615621 [P. St. 6, 207]. „Die Geſtalt ift als lebendig, weſentlich Prozeß: und zwar iſt ſie als ſolche der abſtrakte, der Geſtaltungsprozeß innerhalb ihrer ſelbſt 2459
Tier, Tieriſches 9 615, 616 [P. St. 6, 207], „der Prozeß, der das einfache unmittel⸗ bare Selbſtgefühl zum Reſultate hat“ 616 [P. St. 6, 207] Zuſatz. „Das organiſche Eins bringt ſich ſelbſt hervor, ohne daß es, wie bei der Pflanze, ein anderes Individuum würde“ 6168. „Das Individuum macht ſich aber nicht nur zum Objekte, ſondern idealifiert ebenſo dieſe Realität“ 617 Z. Sein „Prozeß des Sich⸗ Auslegens feiner ſelbſt und des Sich-Zuſammenfaſſens in ſich iſt ein immer fortgehender Prozeß“ 618 8. Verſuche über die Un⸗ abhängigkeit der verſchiedenen Syſteme und Organe untereinan⸗ der 618 Z. Treviranus und Haller hierzu 618 8, 619 Z. Legallois gegen Treviranus 6198, 603 g. Seine Verſuche über die Be⸗ deutung des Rückenmarks auf die Blutzirkulation 619 8, 620 0. „Je vollkommener die Organiſation, d. i. je mehr auseinander⸗ getreten die Funktionen, gerade deſto unabhängiger find fie von: einander“ 620 8, 621 B. „Die Aſſimilation“ 583 8, 584 8, 621—666 [P. St. 6, 208—217] § 357 [P. St. 6, § 280, zum Teil] „Das Selbſtgefühl der Einzeln— heit iſt aber ebenſo unmittelbar ausſchließend, und gegen eine unorganiſche Natur als gegen ſeine äußerliche Bedingung und Material ſich ſpannend“ 621 [P. St. 6, 208] Zuſatz. Charakteriſtik des realen Prozeſſes, der die Außenwelt aus ſich herauswirft, um mit ihr in ein Verhältnis zu treten 621 8, 622 H. „Das Außerliche hat nur die Beſtimmung für das Orga— niſche zu fein; und dieſes iſt das ſich dagegen Erhaltende“ 622 0 1. „Der theoretiſche Prozeß“ 622—628 [P. St. 6, 208 bis 209] § 357 a [P. St. 6, § 280, zum Teil] „Indem die tieriſche Orga⸗ niſation in dieſer äußerlichen Beziehung unmittelbar in ſich reflektiert iſt, ſo iſt dies ideelle Verhalten der theoretiſche Prozeß, die Senſibilität als äußerer Prozeß, und zwar als beſtimmtes Gefühl, welches ſich in die Vielſinnigkeit der unorganiſchen Natur unterſcheidet“ 622, 623 [P. St. 6, 208] Zuſatz. „Der theoretiſche Prozeß iſt das Freie, Begierdeloſe der Empfindung, der das Außere auch beſtehen läßt“ 6238 8 358 [P. St. 6, 8 281] Die Sinne und die theoretiſchen Prozeſſe ſind: a) der Sinn der mechaniſchen Sphäre — der Schwere, der Kohäſion, der Wärme — das Gefühl als ſolches 624 [P. St. 6, 208], 625 g, 627 2; b) die Sinne des Gegenſatzes: Geruch und 2460
Tier, Tieriſches — .— —— — —m — Geſchmack 624 [P. St. 6, 208], 6250, 627 g; c) der Sinn der Idealität: Geſicht und Gehör 624 [P. St. 6, 208], 626 8, 627 0 Die Dreiheit der Begriffsmomente geht hier in eine Fünfheit der Zahl über 624 0 (P. St. 6, 208], 626 8, 627 © Zuſatz. Der Sinn der Geſtalt als Geſtalt, der Sinn der Wärme 625 O, 6119. Zur Verwandtſchaft von Geruchs- und Geſchmacks⸗ ſinn 625 Z, 626 J. Das Gehör und Geſicht 626 &, die Sinnes⸗ werkzeuge 627 @ [10, 130 8, 1312] 2. „Das praktiſche Verhältnis“ 622 g, 628660 [P. St. 6, 209—216] 8 359 [P. St. 6, § 282, faſt wörtlich! Der reelle Prozeß oder das praktiſche Verhältnis zur unorganiſchen Natur beginnt „mit dem Gefühl des Mangels, und dem Trieb ihn aufzuheben“ 628 [P. St. 6, 209]. Dieſer Mangel, dieſe Schranke des Lebendigen iſt von großer Bedeutung 628 (P. St. 6, 209] (f. Grenze), 632 C. „Daß für den Organismus die Beſtimmung von Erregtwerden durch äußerliche Potenzen an die Stelle des Einwirkens äußer⸗ licher Urſachen gekommen iſt, iſt ein wichtiger Schritt in der wahrhaften Vorſtellung desſelben“ 629 [P. St. 6, 210]. Kritik an der Erregungstheorie 629 [P. St. 6, 210]. „Die abſolute Form, der Begriff und die Lebendigkeit hat vielmehr allein die qualitative, ſich an ſich ſelbſt aufhebende Differenz, die Dialektik der abſoluten Entgegenſetzung, zu ihrer Seele“ 630 [P. St. 6, 211]. Kritik an dem Verfahren, „welches an die Stelle von Begriffsbeſtimmun⸗ gen geradezu gar den Kohlenſtoff und Stickſtoff“ oder die Pola⸗ rität des Magnetismus oder den Unterſchied von Magnetismus und Elektrizität ſetzt 630, 631 [P. St. 6, 211, 212] Zuſatz. Charakteriſtik des praktiſchen Prozeſſes als unfrei, „weil der Organismus in der tieriſchen Begierde nach außen gekehrt iſt“ 631 O. Über das Vorrecht Mangel, Schmerz zu empfinden 632 g. Zur äußerlichen Manier des Auffaſſens in der Philo ſophie Schellings, Okens und Troxlers 6328 8 3600 „Das Bedürfnis ift ein beftimmtes und feine Beſtimmt⸗ heit ein Moment feines allgemeinen Begriffs, obſchon auf un: endlich mannigfaltige Weiſe partikulariſiert. Der Trieb iſt die Tätigkeit, den Mangel folder Beſtimmtheit, d. i. ihre Form, zu⸗ nächſt nur ein ſubjektives zu fein, aufzuheben“ 633 @. „Der Trieb, als nur im Lebendigen, iſt Inſtinkt“ 633 S, 634 9, 635 © (f. In⸗ 2461
Tier, Tieriſches 9 ſtinkt). Ariſtoteles' gründliche Beſtimmung des Lebendigen und Kants Begriff der inneren Zweckmäßigkeit, des Selbſtzwecks des Lebendigen 6338 § 361 Der Inſtinkt als innere Erregung iſt gegen die unorganiſche Natur „ein praktiſches Verhalten“, und „ſeine Tätig⸗ keit teils formelle teils reelle Aſſimilation der unorganiſchen Natur“ 634 g, 635 8 Zuſatz. Wachen, Schlaf, Wanderungen der Tiere und ihre Ver— bundenheit mit den Naturerſcheinungen 634 8, 6358 § 362 [P. St. 6, § 283, erweitert] Der auf formelle Aſſimilation gehende Inſtinkt gibt den Außerlichkeiten „als dem Material eine äußere, dem Zwecke gemäße Form“ 636 8, 635 9; der auf reelle Aſſimilation gehende Inſtinkt aber atmet, verzehrt 636 [P. St. 6, 213]. Dabei geht das Tier „aus der Befriedigung fortdauernd in den Zuſtand des Bedürfniſſes zurück“ 636 [P. St. 6, 213] Zuſatz. „Der reelle Prozeß iſt zuerſt Prozeß mit den Elementen“ 636 H. Goethes Beobachtung über die Farbe der Federn 637 g, 638 Z. Der Prozeß mit Luft und Waſſer 638 8, 336 8, 640 g. Der Atmungsprozeß 638 8, 639 8; Bedeutung des Blutes dabei 639 g, 640 © 8 363 [P. St. 6, $ 284, wenig verändert] Aſſimilation „it das Umſchlagen der Außerlichkeit in die ſelbſtiſche Einheit“; ſie kann „weder mechaniſcher noch chemiſcher Natur ſein“ 640 [P. St. 6, 213], 6418, 644, 647 © Zuſatz. Kritik an der Übertragung endlicher Verhältniſſe auf das Leben 641 0, 6409. „Die Prozeſſe ſelbſt dürfen nicht chemiſch ge⸗ nommen werden, da das Chemiſche nur dem Toten zukommt, die animaliſchen Prozeſſe aber immer die Natur des Che miſchen auf: heben“ 642 © § 364 [P. St. 6, § 285, wenig verändert] Die Aſſimilation 642, 643 [P. St. 6, 213, 215] (f. Aſſimilation), 506 8, 507 g, 526 g, 648 g, 650 8, 653 § 365 [P. St. 6, 88 286, 287] „Dieſes Einlaſſen mit dem Außern .. hat aber gegen die Allgemeinheit und einfache Beziehung des Lebendigen auf ſich gleichfalls die Beſtimmung der Außerlichkeit“ 643 [P. St. 6, 214]. Die Verdauung 643, 644 [P. St. 6, 215]. Spallanzani hierzu 644 [P. St. 6, 215], 649 9. Der vermittelte Verdauungsprozeß 644, 645 [P. St. 6, 215, 216]. Die Fäzes 645 2462
Tier, Tieriſches 9 [P. St. 6, 216], 658 , 659 g. „Der Organismus iſt ein Zufammengehen feiner mit ſich ſelbſt in feinem äußern Prozeß 645 © Zuſatz. Der Ernährungsprozeß 645 , 646 Z. „Das Befondere, Außerliche hat kein Beſtehen für ſich, ſondern iſt ein Nichtiges, ſobald es vom Lebendigen berührt wird“ 647 H. „Das Organiſche reißt das Unorganiſche unmittelbar in ſeine organiſche Materie“ 648 . Verdauung der niederen Tiere 649 9, 634 g. Verbreitung der Leber 649 g, 650 Z. Die unmittelbare Verdauung 650 8, der Magen und Darm 651 . Treviranus und Cuvier hierzu 652 g. Spallanzanis Verſuche zur Verdauung 652 @, 653 H. Die Verdauung von Getrunkenem 653 9, 654 9. Die Chemie „über Magenſaft und Galle“ 654 2, der Weg des Speiſebreies 655 H. Indem das Tier ſich different verhält, „wird es damit in ſich ſelbſt different“ 656 Z. Zugleich aber wirft es „fein Nach-Außen—⸗ Gekehrtſein ab und kehrt zu ſich ſelbſt zurück“ 656 ©, 657. „Über⸗ windung des Animaliſchen ſelbſt“ 656 2. „Durch dieſen Aſſimi⸗ lations⸗Prozeß wird das Tier auf eine reelle Weiſe für ih“ 657 O, 643. „Konſtituierung der Subjektivität“ 657 2. Charakte⸗ rikiſt des realen Prozeſſes, „worin das Tier ſich von ſich ſelbſt ab⸗ ſtoßend ſich verdoppelt“ 657 Z. a) „Die Form des abſtrakten formellen Abſtoßens“ 657 8, 6580. 6) Der Bildungstrieb 657 @, 660—665 ©. ) Die Fortpflanzung der Gattung 657 f, 666 8 (f. Gattung). Zur Exkretion 658 8, 6459, 659 0. Die Hauptbeſtandteile des Rotes 658 8, 659 0, des Urins 659 8, 660 f 3. „Der Bildungstrieb“ 660-666 (f. Bildungstrieb), 622 Q, 657 © 8 366 [P. St. 6, § 288, wenig verändert] „Durch den Prozeß mit der äußern Natur gibt das Tier der Gewißheit ſeiner ſelbſt, ſeinem ſubjektiven Begriff, die Wahrheit, Objektivität, als einzelnes In⸗ dividuum“ 665 [P. St. 6, 217]. Mit der Aufhebung der Sub⸗ jektivität an ſich iſt das konkrete Allgemeine, die Gattung beſtimmt 665 [P. St. 6, 217 n Zuſatz. „Das Tier iſt zunächſt auf ſich eingeſchränkt; dann bringt es ſich auſ Koſten der unorganiſchen Natur hervor, indem es ſich dieſelbe aſſimiliert. Das dritte Verhältnis, die Vereinigung Bei⸗ der, iſt das des Gattungsprozeſſes“ 666 © (ſ. Gattungsprozeß) C. „Gattungs⸗ Prozeß“ 666—722 [P. St. 6, 217—224] (ſ. Gattungsprozeß). Das Geſühl des Tieres iſt „ein unſicheres, angſtvolles, unglückliches“ 677 [P. St. 6, 220] (O Gattung) 2463
Tier, Tieriſches 10 22 8. Das Tier wird „aus feiner einfachen Beziehung auf fi) 11 12 13 in den Gegenſatz gegen die äußerliche Natur hineingetrieben“. Die Aufhebung des Unterſchieds geſchieht dadurch, „daß das Tier das in der äußerlichen Natur für dasſelbe Beſtimmte verzehrt und durch das Verzehrte ſich erhält“ 23 8 (O Geiſt) 30 8 (O Geiſt), 58 8. Des Tieres Zuſammenhang mit dem allge⸗ meinen planetariſchen Leben 63 8, 64 S, 67 g, 68 8 (O Seele) 94 0 (O Seele), 99 8 (O Kind), 134 8, 138 8 (O Empfindung), 1620 (O0 Magie), 1940 (O0 Magnetismus), 247 , 248 (O Seele), 250 (O Gebärde) Unſchuld des Tieres 65 (O Geſchichtsphiloſophie), 412, 413 (O Sündenfall) [16, 75, 260] 109 (O Weltgeſchichte). Der Tierdienſt der Agypter 280—283. „Die Agypter haben in der Tierwelt das Innere und Unbegreifliche angeſchaut“ 280, 281, 282. Verehrung der bloßen Lebendigkeit finden wir bei den Indern, bei allen Mongolen, bei den Juden, bei Griechen und Römern 281 (ſ. ägyptiſche Religion). Im Ganzen aber find die Tiere bei den Griechen zu äußerlichen Zeichen herabgeſetzt 325 (O Myſterien) [13, 27—37] Erhebung des Menſchen über das Tier 119 (O Idee). Zur Sym metrie des animaliſch lebendigen Organismus 193 (ſ. Symmetrie). Der tieriſche Organismus erhält „ſein Fürſichſein, ſeine Einzel⸗ heit nur durch ſteten Prozeß in ſich ſelbſt und gegen eine ihm un⸗ organiſche Natur, welche er verzehrt“ 202. Sein „Leben der Be⸗ gierde“ 202, 203. Vergleich mit der Pflanze 203 (ſ. Naturſchönes). Seine Verflochtenheit mit der Außenwelt 206, 207; ſeine Be⸗ ſchränktheit und Partikulariſation 209 (O Naturſchönes) Der Symbolwert der Tiergeſtalt 470 (O ſymboliſche Kunſtform). Das Tier als Symbol bei den Agyptern 476 (O ägyptiſche Kunſt⸗ form) Das Tier in der Fabel 511, 515, 518. In der Fabel Aſops wird der Tiernatur keine Gewalt angetan 514, während dies in der modernen Fabel ſehr häufig geſchieht 515 (. Fabel). Reineke Fuchs 516, 517, 518 (ſ. Reineke Fuchs) „Die Degradation des Tieriſchen“ in der klaſſiſchen Kunſtform 27—37 (ſ. klaſſiſche Kunſtform). Bei den Griechen wird die Tier⸗ geftalt „zur Bezeichnung des Üblen, Schlechten, Geringgeſchätzten, Natürlichen und Ungeiſtigen gebraucht, während ſie ſonſt der Aus⸗ 2464
13 15 16 18 20 Tier, Tieriſches / Tierdienſt druck des Poſitiven und Abſoluten war“ 37 (O klaſſiſche Kunſt⸗ form). In den neuen griechiſchen Göttern iſt neben den allge— meinen Naturelementen auch das Tieriſche als ſolches erhalten 64. Die ſymboliſche Bedeutung und Geſtalt des Tieres wird jedoch zum bloßen Attribut 64 (O griechiſche Götter), 426, 419 [12, 421] Zur Kopfbildung des Tieres 387, 388. „Der tieriſche Körper dient bloßen Naturzwecken und erhält durch dieſe Abhängigkeit von dem nur Sinnlichen der Ernährung den Ausdruck der Geiftlofigkeit“ 388 (O Geſicht) Verbindung der Tiergeſtalt mit der menſchlichen 426, 429 (O grie⸗ chiſche Götter). Darſtellung der Tiergeſtalt als ſolcher in der griechiſchen Skulptur 429 (O Skulptur), in der ägyptiſchen Gkulptur 455 (f. ägyptiſche Skulptur) 184 (O vermitteltes Wiſſen). Inſtinktverhältnis des Tieres zur äußeren Natur 289, 290, 291 (O unmittelbare Religion) Bedeutung des Tieres in der unmittelbaren Religion 314, 315, bei den Negern, noch bei den Griechen 315 (O Zauberei), in der indiſchen Religion 399 (f. indiſche Religion), in der perſiſchen Religion 432 (O perſiſche Religion), in der ägyptiſchen Religion 445, 462. „Das Tier iſt ſelbſt ein Bewußtloſes, führt ein dumpfes Stilleben in ſich, gegenüber der menſchlichen Willkür, ſo daß es ſcheinen kann, als habe es dieſe bewußtloſe Macht, die im Ganzen wirkt, in ſich“ 463 (O ägyptiſche Religion) Das Tier kann das Göttliche weniger gut verſinnlichen als der menſchliche Körper 121, 122 (O griechiſche Religion) 184 (O römiſche Religion). Der Stand der Unſchuld iſt der Stand des Tieres 260 (O chriſtliche Religion), 75 (11, 65, 412, 413] Ariſtoteles' Tiergeſchichte 339 (O Ariſtoteles) 5, 6, 14. In der Bildung unſerer geit iſt der Geiſt im Hinblick auf Gotteserkenntnis „zu der Beſcheidenheit des Viehs“ herabge⸗ ſunken 15, 19. Es führt „in Philoſophie wie in Theologie, die tieriſche Unwiſſenheit von Gott, und die Sophiſterei dieſer Un⸗ wiſſenheit“ das große Wort 27 (O Hinrichs) 287 (O Göſchel) Tierdienſt ſ. Tier Glockner, Hegel-Lexikon 155 2465
Tierreligion / Titanen Tierreligion 2 530, 531 (ſ. unmittelbare Religion) Tigranes, der Große 11 399 (O Römer) Zimäos 1 28, 29 (O Planet) 17 285 (O Pythagoras) Timon von Phlius 18 Seine Sillen ſind wohl bitter und ſchmähend, aber viele ſind nicht ſehr witzig und des Aufhebens wert 46 (O Skeptiker) Tirol 6 374 (O Württemberg) Tiryns 11 302 (O Griechen) Tiſchbein, Johann Friedrich Auguſt 13 Betrachtung der Gemälde des alten Tiſchbein von Herder und Wieland im Hinblick auf Bekleidung und Haltung 415 (O Klei⸗ dung) Titanen (Götterkrieg) 2 Sturz der Titanen 540 (O Kunſtreligion) 11 Im Sturz der Titanen iſt „der Übergang vom orientaliſchen zum okzidentaliſchen Geiſt vorgeſtellt, denn die Titanen ſind das Natür⸗ liche, Naturweſen, denen die Herrſchaft entriſſen wird“ 320. „Die Titanen ſind Naturmächte“ 320 (O Griechen) 13 „Der Kampf der alten und neuen Götter“ 26, 37—56 (ſ. griechiſche Götter). Prometheus als Titan 46 (f. Prometheus). Der Sturz der Titanen 54— 56 (f. griechiſche Götter) 16 Zur oberflächlichen Perſonifikation der Titanen 101 (O griechiſche Religion) 2466
11 11 Titienſes / Tod Titienſes 367 (O Römer) Titus Flavius Veſpaſianus 406, 407 (O Römer) Tizian 14 Würdigung von Tizians Porträts 97 (O Porträt), 116 (O italie— niſche Malerei) Tod (Opfertod) Das „negativ Abſolute, die reine Freiheit, iſt in ihrer Erſchei— nung der Tod; und durch die Fähigkeit des Todes erweiſt ſich das Subjekt als frei, und ſchlechthin über allen Zwang erhaben. Er iſt die abfolute Bezwingung; und weil fie abſolut iſt ... — ſo iſt ſie der Begriff ihrer ſelbſt, alſo unendlich, und das Gegenteil ihrer ſelbſt, oder abſolute Befreiung, und die reine Einzelnheit, die im Tode iſt, iſt ihr eigenes Gegenteil, die Allgemeinheit“ 484, 486. Die Arbeit des Standes der Freien geht auf den Tod und ihr Produkt iſt „das Sein und die Erhaltung des Ganzen der ſittlichen Organiſation“ 495, 486, 506 (ſ. Naturrecht) „Krankheit und der Anfang des Todes iſt vorhanden, wenn ein Teil ſich ſelbſt organiſiert, und ſich der Herrſchaft des Ganzen ent⸗ zieht“ 524 (O Naturrecht) Würdigung der „ungeheuren Macht des Negativen“, der „Energie des Denkens, des reinen Ichs“. „Der Tod, wenn wir jene Un⸗ wirklichkeit ſo nennen wollen, iſt das Furchtbarſte, und das Tote feſtzuhalten, das, was die größte Kraft erfordert.“ „Nicht das Leben, das ſich vor dem Tode ſcheut und von der Verwüſtung rein bewahrt, ſondern das ihn erträgt und in ihm ſich erhält, iſt das Leben des Geiſtes“ 34 (O Phänomenologie) 74 (O Phänomenologie), 151, 152 (O Selbſtbewußtſein), 156 (O Herrſchaft). Der Tod in der Familie 343—345 (f. Familie), 354 (O Sittlichkeit) „Das einzige Werk und „der kälteſte, platteſte Tod“ Anſchauung dieſes ihres negativen Weſens“ (ſ. Freiheit) Tat der allgemeinen Freiheit iſt der Tod“, 454. „Der Schrecken des Todes iſt die 455, 457, 458 2467
DD 2 oo Tod Der Tod des göttlichen Menſchen „wird von dem, was er un— mittelbar bedeutet, von dem Nichtſein dieſes Einzelnen verklärt zur Allgemeinheit des Geiſtes, der in ſeiner Gemeinde lebt, in ihr täglich ſtirbt und auferſteht“ 597. Zugleich enthält der Tod des Mittlers aber auch „den Tod der Abſtraktion des göttlichen We— ſens“. „Er iſt das ſchmerzliche Gefühl des unglücklichen Bewußt— ſeins, daß Gott ſelbſt geſtorben iſt“ 598 (ſ. offenbare Religion) „Der Menſch ſtirbt auch aus Gewohnheit, das heißt, wenn er ſich ganz im Leben eingewohnt hat, geiſtig und phyſiſch ſtumpf ge⸗ worden, und der Gegenſatz von ſubjektivem Bewußtſein und geiſtiger Tätigkeit verſchwunden iſt“ 234 (O Sittlichkeit) [9, 718; 10, 239 g] Langanhaltender Friede bedeutet Tod 435 (O Verfaſſung) Der Tod ift ein negativ-unendliches Urteil 375 8 (O Urteil) „Im Tode erweiſt ſich die Gattung als die Macht über das un: mittelbar Einzelne“ 433 . „Der Tod der nur unmittelbaren einzelnen Lebendigkeit iſt das Hervorgehen des Geiſtes“ 433, 434 P. St. 6, 135] (O Leben) 451 (O Organik). „Die Momente des Prozeſſes der Gattung aber, da fie das uoch nicht ſubjektive Allgemeine, noch nicht Ein Subjekt, zur Grundlage haben, fallen auseinander und exiſtieren als mehrere beſondere Prozeſſe, welche in Weiſen des Todes des Lebendigen ausgehen“ 667 Z. Dieſe drei Weiſen des Todes find: „das Geſchlechtsverhältnis“ (f. d. Art.), „die Gattung und die Arten“ (ſ. Gattung) und „die Gattung und das Individuum“ (ſ. Gattung). „Der gewaltſame Tod“ 668 9 (O Geſchlechtsverhält— nis), 675 8 (O Gattung) „Die Notwendigkeit des Todes beſteht nicht in einzelnen Urſachen.“ „Dieſer iſt die Notwendigkeit des Übergangs der Individualität in die Allgemeinheit“ 7168 (O Krankheit) „Der Tod des Individuums aus ſich ſelbſt“ 6689, 717—722 (O Gattung) [P. St. 6, 224] § 375 [vgl. 6, S 297, verändert] Des Tieres „Unangemeſſenheit zur Allgemeinheit iſt ſeine urſprüngliche Krankheit und der ange⸗ borne Keim des Todes“ 717 [P. St. 6, 224], 716 Zufaß. Der Tod der Pflanze 717 8, des Tieres 718 g. „Das Le— bendige als Einzelnes ſtirbt an der Gewohnheit des Lebens, in2468
Tod 9 dem es ſich in feinen Körper, feine Realität hineinlebt 718 @ 7, 234] § 376 [vgl. 6, $ 298, verändert] Der Tod des Natürlichen iſt „das Aufheben des formellen Gegenſatzes, der unmittelbaren Einzeln⸗ heit und der Allgemeinheit der Individualität“ 719,718 [P. St. 6, 224]. „Das letzte Außerſichſein der Natur iſt aufgehoben; und der in ihr nur an ſich ſeiende Begriff iſt damit für ſich geworden“ 719 [ogl. 6, 224]. Hervorgehen des Geiſtes 719, 668 @ [10, 30 C] Zuſatz. Das Hervorgehen des Geiſtes 719 8, 7200, 721, des Bewußtſeins 720 2, des Denkens 720 H. „Das Denken, als dies für ſich ſelbſt ſeiende Allgemeine, iſt das Unſterbliche“ 720 H. Zum „Übergang des Natürlichen in den Geiſt“ 720 9, 7210. Das Ziel der Natur 7219 (ſ. Natur). Der Geiſt aber iſt „ebenſo vor als nach der Natur“ 721, 722 0 (. Geiſt). Rückblick 722 g 10 Der Tod im tieriſchen Leben 24 8, 308 (O Geiſt). Die Gattung 11 12 kommt im Tode des Individuums nur zu einer Verwirklichung, die ebenſo abſtrakt iſt, wie die Einzelnheit des bloß Lebendigen 95 8, 94 0 (O Seele). Tod durch plötzlichen Schmerz und Kum⸗ mer 1418, 140 8 (O Empfindung). „Es iſt die Gewohnheit des Lebens, welche den Tod herbeiführt, oder, — wenn ganz ab⸗ ſtrakt, — der Tod ſelbſt iſt“ 239 g (O Gewohnheit), 108 g [7, 234; 9, 718; 11, 115] Zum Tod von ganzen Völkern 111, 112, 113, 115. Es iſt die Ge⸗ wohnheit, das gegenſatzloſe Tun, was den natürlichen Tod herbei⸗ führt 115, 114. „Gewaltſamen Todes kann ein Volk nur ſterben, wenn es natürlich tot in ſich geworden“ 115. „Der allgemeine Geiſt ſtirbt überhaupt nicht bloß natürlichen Todes“ 115, 116 (O Weltgeſchichte) n Das Feſt des Adonis iſt die Feier ſeines Todes. „Der Tod wird dem Göttlichen immanent, und der Gott ſtirbt“ 259, 260 (O Sy⸗ rien). Bei den Agyptern war der Tod „eine Aufforderung, das Leben zu genießen“ 288, 289 (ſ. Agypten). Haltung des Römers der Kaiſerzeit zum Tod 406. Tod des Nero 406 (O Römer) Der Tod läßt „das ſelbſtändig auseinanderfallen, was die Be⸗ ſeelung in ungetrennter Einheit zuſammenhält“ 171 (O Naturſchönes). „Die unmittelbare und dadurch natürliche Negation in ihrer umfaſſendſten Weiſe iſt der Tod“ 465. Auf der dritten Stufe der unbewußten Symbolik wird der Tod des erſterbenden Sinn: 2469
12 13 14 15 Tod lichen ins Bewußtſein der Völker aufgenommen; „der Tod des Natürlichen wird als ein notwendiges Glied im Leben des Ab⸗ ſoluten gewußt“ 465, 466, 471. „Der Tod hat eine gedoppelte Bedeutung; einmal iſt er das ſelbſt unmittelbare Vergehen des Natürlichen, das andremal der Tod des nur Natürlichen und da⸗ durch die Geburt eines Höheren, des Geiſtigen, welchem das bloß Natürliche in der Weiſe abſtirbt, daß der Geiſt dies Moment als zu ſeinem Weſen gehörig an ſich ſelbſt hat“ 466 (O ſymboliſche Kunſtform) „Man kann nicht ſagen, daß bei den Griechen der Tod in ſeiner weſentlichen Bedeutung ſei aufgefaßt worden.“ Der Tod war ihnen „nur ein abſtraktes Vorübergehen, ohne Schrecken und Furchtbarkeit, ein Aufhören ohne weitere unermeßliche Folgen für das hinſterbende Individuum“ 127. Der Tod gewinnt für die klaſſiſche Kunſt auch nicht „die affirmative Bedeutung, die er in der romantiſchen Kunſt erhält“ 128, 129, 127. In der romanti⸗ ſchen Kunſt „iſt der Tod nur ein Erſterben der natürlichen Seele und endlichen Subjektivität, ein Erſterben, das ſich nur gegen das in ſich ſelbſt Negative negativ verhält, das Nichtige aufhebt, und dadurch die Befreiung des Geiſtes von ſeiner Endlichkeit und Entzweiung, ſowie die geiſtige Verſöhnung des Subjekts mit dem Abſoluten vermittelt“ 128, 129, 127. Der Tod hat die Bedeutung „der Negation des Negativen, und ſchlägt deshalb ebenſoſehr zum Affirmativen, als Auferſtehung des Geiſtes aus ſeiner bloßen Natürlichkeit und unangemeſſenen Endlichkeit um“ 129, 143. „Der Prozeß des Todes aber iſt in der göttlichen Natur nur als ein Durchgangspunkt zu betrachten, durch welchen fi die Verſöh— nung des Geiſtes mit ſich zuſtande bringt“ 148 (O romantiſche Kunſtform) Bedeutung des Todes von Patroklos 391. „Mit dem Tode iſt nur die Natur fertig, nicht der Menſch, nicht die Sitte und Sittlich⸗ keit, welche für die gefallenen Helden die Ehre der Beftattung fordert“ 391 Das „erſte natürliche unbefangene ſich Befreien des Endlichen von ſeiner Endlichkeit iſt der Tod“ 192. „Aber der Tod iſt nur die abſtrakte Negation des an ſich Negativen.“ „Die geſetzte Nichtig⸗ keit iſt zugleich die aufgehobene und die Rückkehr zum Poſitiven“ 192 (O Endlichkeit) 2470
Tod / Todesſtrafe 1 a Faſſung des Todes im Pantheismus der Gegenwart 226, 227 (O Glaube) Der Tod und die Totenfeier im heidniſchen Kultus 252 (. Kultus) Es gibt Negervölker, die glauben, kein Menſch fterbe eines natürlichen Todes, der Menſch habe die Macht über die Natur 305. Einen ähnlichen Glauben haben nordamerikaniſche Wilde 305. „Der Tod nimmt dem Menſchen was zeitlich, was vergänglich an ihm iſt, aber er hat keine Gewalt über das, was er an und für ſich iſt“ 319 (O Zauberei) „Was iſt, das vergeht. Der Tod iſt aber ebenſoſehr wieder der Anfang des Lebens, das Vergehen iſt der Anfang des Entſtehens und es iſt nur Umſchlagen vom Sein in das Nichtſein und um⸗ gekehrt“ 339 (O beſtimmte Religion) Bedeutung des Todes in den Übergangsreligionen zur Religion der Freiheit 421 (O beſtimmte Religion). Die Vorſtellung vom Vogel Phönix in den vorderaſiatiſchen Religionen 435, 436 (O ſyriſche Religion). Der Tod in der ägyptiſchen Religion 447 bis 451 (f. ägyptiſche Religion). Vergleich mit dem Tod des Lama, des Buddha 450, 451, 449. In der ägyptiſchen Religion wird „das Böſe, der Tod als überwunden vorgeſtellt“ 451 (O ägyptiſche Religion) 16 In der jüdiſchen Religion iſt der Tod ſo dargeſtellt, als ſei für ihn kein Troſt vorhanden 76 (O jüdiſche Religion) Im römiſchen Schauſpiel verlangte man nicht „die Anſchauung einer geiſtigen Geſchichte, ſondern einer wirklichen, und zwar einer ſolchen, welche die höchſte Konverſion im Endlichen iſt, näm⸗ lich des trockenen, natürlichen Todes, dieſer inhaltsleeren Ge⸗ ſchichte und Quinteſſenz alles Außerlichen“ 180, 179 (O römiſche Religion) Chriſti Tod 294, 296, 297, 298, 300, 304 (ſ. Chriſtus) 18 Stellung Epikurs zum Tod 502; er ſagt »gewöhne dich an den Gedanken, daß der Tod uns nichts angeht« 509, 510 (O Epikur) 20 391 (O Schubarth) Todesſtrafe 7 155, 156 (O Verbrechen) 2471
1 1 1 1 9 — S > 0 N 8 0 Ton Ton (Klang) 139 (O Fichte) „Der Ton iſt die flüchtige Erſcheinung einer Innerlichkeit, die in dieſer Außerung nicht ein Außerliches bleibt, ſondern ſich als ein Subjektives, Innerliches kundgibt, das weſentlich etwas bedeutet“ 210. Durch die Artikulation der Töne werden nicht nur Bilder, ſondern auch abſtrakte Vorſtellungen bezeichnet 210 (O Sprache) Zur Wahlverwandtſchaft im Reich des Tones 441 (f. Maß) 232 H, 234 8, 237 , 2399. Die ganzen und die halben Töne 243 8 (f. Klang) Beziehung des Gehörs zum Ton 1318, 1328 (O Gehör), der Empfindung zum Ton 137 9 (O Empfindung). Der Ton als „die erfüllte Außerung der ſich kund gebenden Innerlichkeit“ 346, 345 [P. St. 6, 270] (O Einbildungskraft) „Der Ton löſt das Ideelle gleichſam aus ſeiner Befangenheit im Materiellen los“ 129 [13, 254; 14, 128, 168] (O Muſik). In der Poeſie iſt der Ton „nicht mehr die tönende Empfindung ſelber, ſondern ein für ſich bedeutungsloſes Zeichen“. Der Ton wird zum Wort 130 [13, 260; 14, 138] (O0 Poeſie) Bedeutung der Reinheit des Tones als ſolcher im Reich des Naturſchönen 198 (0 Naturſchönes), des Kunſtſchönen 339 (O Kunſtſchönes) 254, 259 (O Aſthetil) Die Kunſt ergreift als romantiſche „ſtatt der Figurationen des Räumlichen, die Figurationen des Tons in ſeinem zeitlichen Klin⸗ gen und Verklingen; denn der Ton, indem er nur durch das Negativgeſetztſein der räumlichen Materie ſein ideelleres zeit⸗ liches Daſein gewinnt, entſpricht dem Innern, das ſich ſelbſt ſeiner ſubjektiven Innerlichkeit nach als Empfindung erfaßt“ 7, 8. Seine gedoppelte Negation der Außerlichkeit 128, ſeine Ab⸗ ſtraktheit 129, 130 (O Mufit), 221 (O Poeſie). In der Poeſie wird der Ton zum artikulierten Laut des menſchlichen Sprachorgans, zum Zeichen 138 (O0 Mufit), 221, 254 (O Poeſie). Selbſtändigkeit des Tons 154, das Tongefüge 155, 145, Beſtimmtheit des Tons 172, 173. „Das numeriſche Verhältnis der Schwingungen in der⸗ 2472
Ton / Totenverehrung 14 ſelben Zeitdauer iſt und bleibt die Grundlage für die Beſtimmt⸗ heit der Töne“ 173 16 Das Tönen zu Delphi und zu Dodona 145, 146, 147 (O griechiſche Religion) 17 Bedeutung der Zahl für das muſikaliſche Verhältnis der Töne 279, 280 (O Pythagoras) Tonarten 9 244 0 (O Klang) 14 172, 175—176 (ſ. Muſik) Tonleiter 9 2428 (O Klang) 14 172, 174, 175, 180 (O Mufit) tortos 18 Ariſtoteles über den Ort (Tönos) 352, 409 (O Ariſtoteles) Toreutik 13 444 (O Material) Totalität 1 „Vors Erſte ſchwebt der empiriſchen Wiſſenſchaft die wiſſenſchaft⸗ liche Totalität, als eine Totalität des Mannigfaltigen, oder als Vollſtän digkeit, dem eigentlichen Formalismus aber als Konjequenz vor“ 446, 447 (O Naturrecht) Totengericht (Amenthes) 12 Dem Totengericht ſteht Oſiris als Amenthes vor 474, 478 (O ägyptiſche Kunſtform) 115, 452, 454, 460] 15 452, 453, 454, 455, 460 (f. Ofitis) Totenverehrung 10 Verehrung der Verſtorbenen bei den Aſtaten 758 (O Raſſen⸗ unterſchiede) 11 Totendienſt der Neger 139, 140 (O Afrika), der Chineſen 170, 172 (O China), der Agypter 285—289 (ſ. ägyptiſche Religion) 2473
Totenverehrung / Tragik, Tragiker 15 In der unmittelbaren Religion iſt die Verehrung der Toten „noch ganz ſchwach, von zufälligem Inhalt“ 319, 320, 321, 322 (O Zauberei) Totenkult bei den Agyptern 461. „Die Ehre, welche dem Toten erwieſen wird, iſt durchaus abhängig von der Vorſtellung der Unſterblichkeit“ 461. Bei den Agyptern iſt nicht zu verkennen, „daß man den Menſchen erhoben wußte über die Naturmacht, ſeinen Körper daher vor dieſer Macht zu erhalten ſuchte, um auch ihn darüber zu erheben“ 461 (O ägyptiſche Religion) 16 Totenopfer der Griechen 156 (O griechiſche Religion) = Toulouſe 11 474 (O Frankreich) Tradition 17 Bedeutung der Tradition auch für die Philoſophie 28, 29. Sie iſt „nicht nur eine Haushälterin, die nur Empfangenes treu ver— wahrt, und es fo den Nachkommen unverändert erhält und überliefert .. . Sie iſt nicht ein unbewegtes Steinbild, ſondern leben⸗ dig, und ſchwillt als ein mächtiger Strom, der ſich vergrößert, je weiter er von feinem Urſprung aus vorgedrungen iſt“ 29 (O Ge: ſchichte) 20 Bedeutung der Tradition für die Wiſſenſchaft 40 (O Jahrbücher) Trägheit 1 Zur Kraft der Trägheit 19 (O Planet) 9 Geſetz der Trägheit 104 [P. St. 6, 170] (ſ. Stoß), 121 [P. St. 6, 165] (O Mechanik) Tragik, Tragiker (Tragödie) 12 356 (O Kunſtſchönes) 14 „Ein wahrhaft tragiſches Leiden wird über die handelnden In⸗ dividuen nur als Folge ihrer eigenen ebenſo berechtigten als durch ihre Kolliſion ſchuldvollen Tat verhängt, für die ſie auch mit ihrem ganzen Selbſt einzuſtehn haben“ 532 (O Tragödie) 18 Unterſcheidung von traurigem und tragiſchem Schickſal 48. „Im wahrhaft Tragiſchen müſſen berechtigte, ſittliche Mächte von bei⸗ 2474
18 20 14 D Tragik, Tragiker / Tragödie den Seiten es ſein, die in Kolliſion kommen; ſo iſt das Schickſal des Sokrates“ 48. „Ein Recht tritt gegen ein anderes auf, — nicht als ob nur das Eine Recht, das Andere Unrecht wäre, fondern beide ſind Recht, entgegengeſetzt, und Eins zerſchlägt ſich am Anderen; beide kommen in Verluſt, und fo find auch beide gegeneinander gerechtfertigt“ 119 (O Sokrates) Solger über die griechiſchen Tragiker 136, über die „tragiſche Ironie“ 185 (O Solger) [7, 218 Fußn.] Tragikomödie 538 (ſ. Drama) Tragödie (Drama, griechiſche Tragödie, Tragik) Zur „Aufführung der Tragödie im Sittlichen, welche das Abſo— lute ewig mit ſich ſelbſt ſpielt: daß es ſich ewig in die Objektivität gebiert, in dieſer ſeiner Geſtalt hiermit ſich dem Leiden und dem Tode übergibt, und ſich aus feiner Aſche in die Herrlichkeit erhebt“ 500, 501. Die Tragödie beſteht darin, „daß die ſittliche Natur ihre unorganiſche, damit ſie ſich nicht mit ihr verwickele, als ein Schickſal von ſich abtrennt und ſich gegenüberſtellt, und, durch die Anerkennung desſelben in dem Kampfe, mit dem göttlichen We— ſen, als der Einheit von Beiden, verſöhnt iſt“ 501, 502. Vergleich mit der Komödie 502, 504, 505. „Die Komödie trennt die zwei Zonen des Sittlichen ſo voneinander ab, daß ſie jede rein für ſich gewähren läßt, daß in der einen die Gegenſätze und das Endliche ein weſenloſer Schatten, in der anderen aber das Abſolute eine Täuſchung iſt. Das wahrhafte und abſolute Verhältnis aber iſt, daß die eine im Ernſte in die andere ſcheint, jede mit der anderen in leibhafter Beziehung und daß ſie füreinander gegenſeitig das ernſte Schickſal ſind. Das abſolute Verhältnis iſt alfo im Trauerſpiel“ 504, 505, 506 (O Naturrecht) Charakteriſtik der Tragödie als die Zuſammenfaſſung der „Mo: mente der weſentlichen und handelnden Welt“ 558—566 (f. Kunſt⸗ religion) Über den Begriff der Schuld in den tragiſchen Darſtellungen der Alten und bei uns 45, 46 (0 Propädeutik). Bedeutung der Be: trachtung der Tragödie für die Gymnaſialoberklaſſe 309 (O Philo⸗ ſophieunterricht) 2475
Tragödie 7 218 Fußn. (O Ironie), 299 (O Rechtspflege) 10 Das Lachenerregende wahrhafter Komödien liegt „weſentlich in dem unmittelbaren Umſchlagen eines an ſich nichtigen Zweckes in ſein Gegenteil; wogegen in der Tragödie es ſubſtantielle Zwecke find, die ſich in ihrem Gegenſatze gegeneinander zerſtören“ 1448 (O Empfindung) 11 „Napoleon, als er einſt mit Goethe über die Natur der Tragödie ſprach, meinte, daß ſich die neuere von der alten weſentlich da= durch unterſcheide, daß wir kein Schickſal mehr hätten, dem die Menſchen unterlägen, und daß an die Stelle des alten Fatums die Politik getreten ſei“ 361 (O Römer) 12 In der Poetik des Ariſtoteles iſt die Theorie der Tragödie noch jetzt von Intereſſe 37 (O Aſthetik). Der tragiſche Herde 219 (O Kunſtſchönes). Die Helden der franzöſiſchen Tragödie 302 (O Handlung) 13 97 (O griechiſche Götter) 14 Die Komödie braucht ſich „bei vielſeitig verwickelten Intrigen nicht ſo feſt zuſammenſchließen, als die meiſtenteils in groß— artigerer Einfachheit motivierte Tragödie. Doch iſt das roman— tiſche Trauerſpiel auch in dieſer Rückſicht bunter und in feiner Einheit lockerer als das antike“ 491. Die Tragödie erlaubt „einen geringeren Spielraum für das freie Vortreten der Subjektivität des Dichters als die Komödie“ 509 (O Drama). Sie verbietet auch zu viel Pracht und Pomp 523 (O Oper) Die Tragödie 527—533, 526 (O Drama) aa) „Den wahrhaften Inhalt des tragiſchen Handelns liefert für die Zwecke, welche die tragiſchen Individuen ergreifen, der Kreis der im menſchlichen Wollen ſubſtantiellen, für ſich ſelbſt berechtig⸗ ten Mächte“ in Familie, Staat und Kirche 527, 528, 540. Im echt tragiſchen Charakter „verſchwinden die bloßen Zufälligkeiten der unmittelbaren Individualität“ 528. Das eigentliche Thema der urſprünglichen Tragödie iſt das Göttliche, wie es in die Welt in das individuelle Handeln eintritt 528, iſt das Sittliche 528 529 (f. Sittlichkeit) 66) Die ſittlichen Mächte, unterſchieden in Rückſicht auf ihren In⸗ halt und ihre individuelle Erſcheinung, „treten in wechſelſeitiger Abgeſchloſſenheit gegeneinander auf“ 529, 530. Im urſprünglich 2476 7 7
Tragödie 14 Tragiſchen haben beide Seiten des Gegenſatzes ihre Berechtigung; verletzt die eine Macht die andere, ſo gerät ſie in Schuld 529 yy) Die tragiſche Löſung dieſes Zwieſpalts ift notwendig. „Die ſittliche Subſtanz und Einheit wird mit dem Untergange der ihre Ruhe ſtörenden Individualität wieder hergeſtellt“ 530. Die „ein⸗ ſeitige Beſonderheit“ wird in dem tragiſchen Ausgange aufge⸗ hoben 530, 531. Ariſtoteles' Forderung, daß die Tragödie Furcht und Mitleid erregen und reinigen ſolle 531, 532 (ſ. Furcht, ſ. Mit⸗ leid). Das wahrhaft tragiſche Leiden 532 (ſ. Tragik) Vergleich mit der Komödie 533 (ſ. Komödie), 536 Die moderne Tragödie 562—574 (O Drama). Während die antike Tragödie noch bei der Einſeitigkeit ſtehn bleibt, „das Gelten der ſittlichen Subſtanz und Notwendigkeit zur allein we: ſentlichen Baſis zu machen“, nimmt die moderne Tragödie „das Prinzip der Subjektivität von Anfang an auf“ 562 Wir beſprechen erſtens die Natur der mannigfaltigen Zwecke, welche als Inhalt der Charaktere zur Ausführung gelangen ſollen, zweitens die tragiſchen Charaktere ſelbſt und drittens die von der antiken Tragödie unterſchiedene Art des Ausgangs und der tragiſchen Verſöhnung 563 j Erſtens: Wohl kann auch im romantiſchen Trauerſpiel „die Grund⸗ lage beſtimmter Zwecke aus den konkreten Gebieten der Familie, des Staats, der Kirche uff. nicht ausbleiben“, aber die Zwecke partikulariſieren ſich breit und mannigfaltig, und erhalten eine durchaus veränderte Geftalt 563—566 Neben dieſer Partikulariſation und Subjektivität entfaltet, ſich dennoch auch Allgemeinheit, Weite und Subſtantialität des In⸗ halts 564. Die philoſophiſche Tragödie des Fauſt von Goethe, Schillers Karl Moor, Wallenſtein 564, Kabale und Liebe, Don Karlos 565, Calderons Tragödien 565. In der modernen Tra⸗ gödie iſt es „nicht das Subſtantielle ihres Zwecks, um deſſen Willen die Individuen handeln“, ſondern „die Subjektivität ihres Herzens und Gemüts oder die Beſonderheit ihres Charakters dringt auf Befriedigung“ 565. Beiſpiele ſind die ſpaniſchen Ehren- und Liebeshelden 565, die Helden in Schillers Jugend⸗ werken, Shakeſpeares Helden 566 Zweitens: Schilderung des Charakters und ſeiner Kolliſionen in der modernen Tragödie 566-572, 563. Im Gegenſatz zur alten klaſſiſchen Tragödie, in welcher der Held mit der gleichberechtigten 2477
Tragödie 14 ſittlichen Macht in Konflikt gerät, liegt der Konflikt in der moder⸗ 16 nen Tragödie weſentlich in dem Charakter, „dem die Individuen in ihrer Leidenſchaft nicht um der ſubſtantiellen Berechtigung wil⸗ len, ſondern weil ſie einmal das ſind, was ſie ſind, Folge leiſten“ 567. Die Individuen find oft abſtrakt und dadurch formell charak⸗ teriſtert 567. Beiſpiele ſind die tragiſchen Figuren der Italiener und Franzoſen, der Spanier 568. Meiſter in der Darſtellung da⸗ gegen ſind Shakeſpeare 568, Goethe und Schiller 569 Zur inneren Zeriſſenheit des modernen tragiſchen Charakters, feinem inneren Schwanken und feinem Zerwürfnis 569. Er ge⸗ hört ſelber „einer gedoppelten Leidenſchaft an“ 570. Goethes Weislingen, Fernando, Clavigo geben davon Beiſpiele 570. Einen anderen tragiſchen Fall ergibt das Abirren eines Gemütes „gegen fein beſſeres Wollen zu entgegengeſetzten Zwecken der Leiden⸗ ſchaft, wie z. B. Schillers Jungfrau“ 570. Schlimm iſt es, wenn ſolch ein Umſchlagen des Charakters „gleichſam als eine ſchiefe Kunſtdialektik zum Prinzipe der ganzen Darſtellung gemacht wird“ 571, 570. Anders iſt es, wenn der Wechſel im inneren Zu: ſtande des ganzen Menſchen gelegen hatte 571. Shakeſpeare gibt uns neben ſolchen Charakteren noch die ſchönſten Beiſpiele „von in ſich feſten und konſequenten Geſtalten“ 571, 572 Drittens: Der tragiſche Ausgang und die Verſöhnung in der modernen Tragödie 572—574, 563. In der antiken Tragödie waltet die ewige Gerechtigkeit 572. Liegt auch in der modernen Tragödie die Verſöhnung in der Gerechtigkeit, fo iſt fie hier ent⸗ weder abſtrakter oder kriminaliſtiſcher Natur 572. Beiſpiele bei Shakeſpeare 572, Schiller 572, 573, Goethe 573. „Bei der Sub⸗ jektivität der Charaktere tritt nun hierbei ſogleich die Forderung ein, daß ſich auch die Individuen in ſich ſelbſt mit ihrem indi⸗ viduellen Schickſal verſöhnt zeigen müßten“ 573. Dieſe Befriedi⸗ gung kann religiös oder mehr weltlicher Art ſein 573 Stellt ſich der tragiſche Ausgang nur als Wirkung unglücklicher Umſtände und äußerer Zufälligkeiten dar, ſo kann er uns zwar hart angreifen, erſcheint aber nur als gräßlich 573, 574. Zum Untergange Hamlets und Julias 574 (O Drama) „Das Fatum iſt das Begriffloſe, wo Gerechtigkeit und Ungerech— tigkeit in der Abſtraktion verſchwinden: in der Tragödie da— gegen iſt das Schickſal innerhalb eines Kreiſes ſittlicher Gerechtig⸗ 2478
16 18 19 20 11 13 10 12 13 Tragödie / Tränen, Weinen keit. Am erhabenſten finden wir das in den Sophokleiſchen Tra⸗ gödien.“ „In dieſen Tragödien wird die Gerechtigkeit begriffen“ 133, ſo in der Antigone 133, 134, im Oedipus 134, im Hippolyt 134. „Der Schluß der Tragödie iſt die Verſöhnung, die vernünftige Notwendigkeit, die Notwendigkeit, die hier anfängt, ſich zu vermitteln“ 134, 135. „Die höhere Verſöhnung wäre, daß im Subjekt die Geſinnung der Einſeitigkeit aufgehoben würde“ 135 (O griechiſche Religion). Vergleich der Myſterien mit dem Prozeß in der Tragödie und Komödie 152 (O Myſterien) 147 Nicolai über das „Vergnügen an der Darſtellung tragiſcher Gegenſtände im Trauerſpiel“ 530, 531 (O Aufklärung) 118, 147] Zur „Andacht“ in der antiken Tragödie 186 (O Solger). Bei den Griechen war die Tragödie „kein Kompendium der empiriſchen Pſychologie in nuce, wie oft heutzutage“ 454 (O Leſſing) Trajanus, M. Ulpius 406 (O Römer) Trajansſäule 299 (O Säule) Tränen, Weinen 144. „Im Weinen äußert ſich die durch ein Negatives bewirkte innerliche Zerriſſenheit des Empfindenden, — der Schmerz. Die Tränen ſind der kritiſche Ausſchlag, — alſo nicht bloß die Auße⸗ rung, ſondern zugleich die Entäußerung des Schmerzes.“ „In der Träne wird der Schmerz, — das Gefühl des in das Gemüt eingedrungenen zerreißenden Gegenſatzes zu Waſſer, zu einem Neutralen, zu einem Indifferenten“ 1458, 146 (0 Empfin⸗ dung) In den Tränen liegt ein Troſt; „der Menſch, zunächſt in Schmerz ganz verſunken und konzentriert, vermag dann wenigſtens dies nur Innerliche in unmittelbarer Weiſe zu äußern“ 81 (O Kunſt⸗ wert), 277 (O Situation) „Das Lächeln durch Tränen“ als Ausdruck im Romantiſchen be⸗ deutet „Beruhigtſein in ſich bei Qual und Leiden“ 220 (O Kunſt⸗ ſchönes) 315 (O Pathos) „Lächeln in Tränen“ 425 (O griechiſche Götter) 2479
11 16 17 E — Tranquillitas / tranſzendental, Tranſzendentalphiloſophie Tranquillitas Tranquillitas wurde bei den Römern als Gottheit verehrt 377 (O römiſche Religion) [16, 173] 173 (O römiſche Religion) transcendens Nach Sextus Empirikus haben die Pythagoreer das Eins als die oberſte Gattung (transcendens) betrachtet 267 (O Pythagoras) tranſzendent Kant bezeichnet im Unterſchied zum Tranſzendentalen das Tran⸗ ſzendente als „dasjenige, was über die Beſtimmtheit des Berſtandes hinausſchreitet und in dieſem Sinne kommt dasſelbe zu— nächſt in der Mathematik vor“. „Ein ſolches Tranſzendentes iſt nun auch das mit ſich identiſche und in ſich unendliche Selbſt— bewußtſein, im Unterſchied von dem durch endlichen Stoff be— ſtimmten gemeinen Bewußtſein. Kant bezeichnete indes jene Ein— heit des Selbſtbewußtſeins nur als tranſzendental und verſtand darunter, daß dieſelbe nur ſubjektiv ſei und nicht auch den Gegen⸗ ſtänden ſelbſt, wie fie an ſich find, zukomme“ 130 &, 136 [vgl. 6, 46] (O Kritizismus), (19, 559 f. tranſzendental] tranſzendental, Tranſzendentalphiloſophie (Kant, Kritizismus) Zu Fichtes und Kants tranſzendentalem Prinzip 35, 36 (f. Fichte) „Tranſzendentale Anſchauung“ 66—68, bei Fichte 78, 81, 95, 96, 144 (ſ. Fichte). Fichtes tranſzendentaler Standpunkt 100, 105, ſein Verhältnis zur Reflexion als Verſtand 100. „Die Tranſzendentalität geht in der Erſcheinung, und ihrem Ver— mögen, dem Verſtande völlig verloren“ 117. Über das Verhältnis der Tranſzendental-Philoſophie zur Naturphiloſophie 130, 131, 141. Grenzen der Tranſzendental⸗Philoſophie, ſobald fie ſich als die ſubjektive Vernunft abſolut ſetzt 142, 143. „Weil die Tran⸗ ſzendental⸗Philoſophie ihr Subjekt als ein Subjekt⸗Objekt ſetzt, und hiermit eine Seite des abſoluten Indifferenzpunktes iſt: ſo iſt allerdings die Totalität in ihr; die geſamte Naturphiloſophie ſelbſt fällt als ein Wiſſen innerhalb ihrer Sphäre“ 143 (O Fichte) Kants tranſzendentale Logik 306 (f. Kant) 324 (O Philoſophieunterricht) 2480
19 . 11 13 tranſzendental, Tranſzendentalphiloſophie / Trauer Zum Unterſchied von tranſzendent und tranſzendental 130 (f. tranſzendent) [19, 559] „Die Tranſzendental-Philoſophie beſtimmt Kant fo, daß es nicht eine Philoſophie ſei, die mit Kategorien hinausgeht über ihre Sphäre, ſondern die die Quellen aufzeigt von dem, was tranfzendent werden kann; es bezieht ſich dieſer Ausdruck nur auf die Quellen ſolcher Beſtimmungen, und dies iſt das Bewußtſein. Tranſzendent würde das Denken ſein, wenn dieſe Beſtimmungen von Allgemeinheit, Urſach und Wirkung vom Objekt ausgeſagt würden; man würde vom Subjektiven in ein Anderes tranſzen⸗ dieren.“ „Wir wollen alſo nicht die Beſtimmungen in ihrem ob⸗ jektiven Sinne betrachten, ſondern inf ofern das Denken die Quelle ſolcher ſynthetiſchen Beziehungen iſt; das Tranſzendentale beſteht darin, im ſubjektiven Denken ſolche Beſtimmungen auf⸗ zuzeigen“ 559. Kants „tranſzendentale Aſthetik“ 562, feine „tran⸗ ſzentale Logik“ 565 (ſ. Kant). Kants „tranſzendentale Apperzep⸗ tion“ 566 (f. Apperzeption), feine „tranſ zendentale Urteilskraft“ 569. Die verſchiedenen Arten von „tranſzendentalen Ideen“ 576 (ſ. Kant) Schellings „tranſzendentaler Idealismus“ 649, 651, 653, 665 (f. Schelling) Trauer Die Heiterkeit des griechiſchen Geiſtes iſt „nicht ein kindiſches Spielen, ſondern über die Wehmut hergebreitet, welche die Härte des Schickſals kennt, aber durch ſie nicht aus der Freiheit über ſie und aus dem Maße getrieben wird“ 237 (O Gymnaſialreden) „Die Beſtimmung der endlichen Dinge iſt nicht eine weitere als ihr Ende. Der Verſtand verharrt in dieſer Trauer der Endlichkeit, indem er das Nichtſein zur Beſtimmung der Dinge, es zugleich unvergänglich und abſolut macht“ 148 (O Endlichkeit) Zur Trauer des Hiſtorikers über den Untergang glänzenden und gebildeten Menſchenlebens 112 (O Weltgeſchichte) Die ſtrengen Trauergebote bei den Chineſen 170 (O China) Der „Duft der Trauer“ in den Götterbildern der Alten 77. „Die ſeligen Götter trauern gleichſam über ihre Seligkeit oder Leiblich⸗ keit“ 78 (O griechiſche Götter). „Dieſe Trauer ſchon iſt es, welche Glockner, Hegel-Lerifer 156 2481
Trauer / Treue 13 ihr Schickſal ausmacht, indem fie anzeigt, daß etwas Höheres über ihnen ſteht, und der Übergang von den Beſonderheiten zu ihrer allgemeinen Einheit notwendig iſt“ 101, 425 (O griechiſche Götter) 14, 35] 14 35 (O Malerei) 16 Das Walten der „antiken Notwendigkeit iſt mit einer Trauer ver— 1 1 1 1 1 > 1 6 8 De) — hängt, die nicht durch Trotz oder Erbitterung abgewieſen noch verhäßlicht wird, deren Klagen aber mehr durch Schweigen ent⸗ fernt, als durch Heilung des Gemüts beſchwichtigt werden“ 473, 475 (O Gottesbeweiſe) Traum (Schlaf) „Das Träumen“ 206—207 (O Einbildungskraft). Seine will— kürlichen Vorſtellungsreihen 206. Ahnungen, Viſionen, Schwär⸗ merei 206, 207. Hexen- und Geſpenſterglaube 206 Zur Unterſcheidung des Wachens vom Träumen 116 O, 117 g, 118 8 (f. Schlaf) „Das Träumen“ 164—165 (O Seele). „Im Zuſtande des Träumens wird die menſchliche Seele nicht bloß von vereinzelten Affektionen erfüllt, ſondern gelangt mehr, als in den Zerſtreuun⸗ gen der wachen Seele gewöhnlich der Fall iſt, zu einem tiefen, mächtigen Gefühle ihrer ganzen individuellen Natur, des ge: ſamten Umkreiſes ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ 165 g Die Träume der delphiſchen Prieſterin 311 (O Griechen) Der Traum als göttliche Offenbarung bei den Griechen 117, 146 (O griechiſche Religion) Ariftoteles’ Schrift Vom Träumen« und „Von der Weisſagung (uarıızn) aus Träumen« 369 (O Ariſtoteles) Trebra, Friedrich Wilhelm Heinrich von Trebras Beobachtung, daß die Metallgänge in die ſanften Ab— hänge fallen 4768 (O Geologie) Treue „Die Treue iſt das zweite Panier der Germanen, wie die Freiheit das erſte war. Die Individuen ſchließen ſich mit freier Willkür 2482
11 13 Treue einen Subjekte an und machen dieſes Verhältnis aus ſich zu einem unverbrüchlichen.“ „Die deutſchen Genoſſenſchaften ſtehen nicht in Beziehung der objektiven Sache nur, ſondern in Be— ziehung des geiſtigen Selbſt, der ſubjektiven, innerlichſten Per— ſönlichkeit. Herz, Gemüt, die ganze konkrete Subjektivität, die nicht vom Inhalte abſtrahiert, ſondern dieſen zugleich zur Be— dingung macht, indem ſie ſich von der Perſon und von der Sache abhängig ſetzt, macht dies Verhältnis zu einer Vermiſchung der Treue und des Gehorſams“ 450, 451 (O Germanen) Im Verhältnis des Feudalſyſtems iſt die Treue „eine Verbindlich— keit durch Unrecht, ein Verhältnis, das etwas Rechtliches bezweckt, aber zu ſeinem Inhalt ebenſoſehr das Unrecht hat; denn die Treue der Vaſallen iſt nicht eine Pflicht gegen das Allgemeine, ſondern eine Privatverpflichtung, welche ebenſo der Zufälligkeit, Willkür und Gewalttat anheimgeſtellt iſt“ 471 (O Mittelalter), 485. Sie iſt „eine wahre punica fides oder graeca fides“ 485 (O Kirche) „Die Treue“ als eine der drei Tugenden im romantiſchen Rit— tertum 167, 168, 186—190 (O romantiſche Kunſtform). Sie „ver⸗ knüpft ſich nur mit der Perſon des Herrn, der in individueller Weiſe für ſich ſelber handelt, oder allgemeinere Verhältniſſe zu⸗ ſammenhält und für ſie tätig iſt“ 168. Die Treue der romantiſchen Subjektivität iſt „weder das konſequente Feſthalten an dem einmal gegebenen Liebeswort, noch die Feſtigkeit der Freundſchaft“; ſie „hat die Jugend vornehmlich zu ihrem Boden und zu ihrer Zeit“ 186, 187. In der Jünglingsfreundſchaft „beſchließt und ſetzt keiner etwas ins Werk, was nicht unmittelbar zu einer Ange⸗ legenheit des Anderen würde“ 187 a) Dieſe Treue betrifft einen Oberen, Höheren, einen Herrn 187, 188. Bei der Vaſallen-Treue des Rittertums „bewahrt das Gubjekt, feiner Hingebung an einen Höheren, Fürſten, König, Kaiſer zum Trotz, ſein freies Beruhn auf ſich als durchaus überwiegen⸗ des Moment“ 188 b) Der inhaltsvollere Zweck ſolcher Einigung iſt „nicht etwa Pa⸗ triotismus“, ſondern ihr Grundprinzip „iſt die freie Wahl, fo» wohl in Betreff auf das Subjekt der Anhänglichkeit, als auch auf die Beharrlichkeit in derſelben“ 188, 189 e) „Die Treue und der Gehorſam gegen den Herrn kann deshalb 2483
13 1 1 9 = a Treue / Triade ſehr leicht in Kolliſionen mit der ſubjektiven Leidenſchaft, der Gereiztheit der Ehre, dem Gefühl der Beleidigung, der Liebe und ſonſtigen inneren und äußeren Zufälligkeiten kommen, und wird dadurch etwas höchſt prekäres“ 189. Zur Kolliſion im Cid 189. Die Treue der Pairs Karls des Großen, die Lockerkeit des Ver— bandes im Reineke Fuchs 189 (O romantiſche Kunſtform) 191 (O romantiſche Kunſtform) Treviranus, Gottfried Reinhold und Ludolf Zitate aus „Biologie oder Philoſophie der lebenden Natur“ im Hinblick auf die Abhängigkeit der Bewegung der Pflanzen durch Licht, Wärme und Luft 502 8, und Fußn., im Hinblick auf will⸗ kürliche Bewegung der Pflanzen 503 O und Fußn., im Hinblick auf die Wärme der Pflanzen 504 Z und Fußn., 505 8, im Hin⸗ blick auf Reizbarkeit der Pflanzen 506 8, im Hinblick auf das Geſchlechtsverhältnis der Pflanzen 510 8, 511 8, 5128, 513 Q, 5140 (O Pflanze) „L. E. Treviranus' zu Bremen Beobachtung über die Chara in Webers Beiträgen zur Naturkunde“ 541 Fußn. Zitate aus „Biologie oder Philoſophie der lebenden Natur“ im Hinblick auf die Zuſammenſetzung aller tieriſchen Organe aus Zellgewebe, Muskelfaſern und Nervenmark 589 9 und Fußn., im Hinblick auf die Muskelbewegung 597 8, 598 8 und Fußn., im Hinblick auf den Blutkreislauf 618 8, 6190 und Fußn., 6208 und Fußn., im Hinblick auf die Abhängigkeit der Funktionen untereinander je nach der Vollkommenheit des Tieres 620 g, 6210 und Fußn., im Hinblick auf den Atmungsprozeß des Tieres 638 2, 639 und Fußn., im Hinblick auf den Verdauungsprozeß niederer Tiere 649 0 und Fußn., 650 S und Fußn., 651 , 653 g, 654 O und Fußn., im Hinblick auf den Bildungstrieb geſchlechts⸗ loſer Tiere 6640 und Fußn., im Hinblick auf das Gebiß der Rinder 683 &, das fehlende Wadenbein bei ihnen 684 2, im Hinblick auf die Mollusken 689 g und Fußn. Treviranus über das Verhältnis der terreſtriſchen Polarität zur Modifikation der Pflanzen und Tiere (Biolog. II. Tl.) 70 (O Seele) [P. St. 6, 234] Triade Die Triade, eine altgermaniſche Dichtform, ſtellt in drei Gliedern 2484
14 4 8 16 17 19 11 1 Triade / Trieb drei ähnliche Begebenheiten, obſchon aus verſchiedener Zeit, zu⸗ ſammen 406 (O epiſche Poeſie) Trias (Dreieinigkeit, Dreiheit, Triplizität) 259 (O Zahl) 250 0 (O Pythagoras) 243 (O chriſtliche Religion) Die Trias in der Philoſophie des Pythagoras 272—274 (f. Py⸗ thagoras) [19,10]. Die praktiſche Anwendung der Trias im Räum⸗ lichen gibt die Fläche 276, im Geiſtigen die Meinung 284 (O Py⸗ thagoras) 10 (O Neuplatoniker). „Die nähere Beſtimmung der Idee in ihren drei Formen, — die Trinität (Toıds)” bei Proklos 78, 81, 83, 88 (ſ. Proklos) Tridentiniſches Konzil „Das Tridentinifhe Konzil ſetzte die Grundſätze der katholiſchen Kirche feſt.“ Es iſt das Hindernis für eine Vereinigung der katho⸗ liſchen und lutheriſchen Kirche 526 (O Reformation) Trieb (Begierde, Leidenſchaft) In Fichtes Philoſophie wird die Selbſtbegrenzung des Ich „ſo— wohl eine Begrenzung der ſubjektiven Tätigkeit, der Intelligenz, als der objektiven Tätigkeit; die begrenzte objektive Tätigkeit iſt der Trieb«“ 99 (O Fichte) „Der Trieb iſt ein natürliches Selbſtbeſtimmen, welches auf be⸗ ſchränkten Gefühlen beruht und einen beſchränkten Zweck hat, über den es nicht hinausgeht, oder es iſt das unfreie, unmittelbar beſtimmte, niedere Begehrungsvermögen, nach welchem ſich der Menſch als Naturweſen verhält. — Durch die Reflexion geht er über den Trieb und deſſen Schranken auch hinaus“ 26. Die Tiere „haben Begierde und Trieb, aber keinen vernünftigen Willen“ 39 (O Propädeutit). Trieb und Inſtinkt 39 (ſ. Inſtinkt). Der Trieb iſt „etwas Innerliches, etwas, das eine Bewegung von ſich ſelbſt anfängt“ 39, 40. Der „Trieb iſt 1. dem Inhalt nach beſchränkt; 2. nach der Seite ſeiner Befriedigung als von äußerlichen Amſtänden abhängig, zufällig“ 40. Naturnotwendigkeit des Triebes 2485
= * E 1] Trieb 40 (O Propädeutik). Reflexion und Trieb 40, 41 (ſ. Reflexion) „Der Trieb des Angenehmen kann mit der Vernunft überein— ſtimmen“, iſt aber „immer eigenſüchtig“ 81. Triebe und Neigun⸗ gen werden erſt durch ihre Beziehung auf den Willen zu guten und böſen 81 (O Moral) Trieb und Begierde 107, 216, 217 (ſ. Begierde) „Die innere, die eigentliche Selbſtbewegung, der Trieb überhaupt, (Appetit oder Niſus der Monade, die Entelechie des abſolut einfachen Weſens) iſt nichts anderes, als daß etwas in ſich ſelbſt, und der Mangel, das Negative feiner ſelbſt, in einer und derſelben Rückſicht iſt“ 547, 548 (O Widerſpruch) Der Begriff iſt „dies abſolute Urteil, deſſen Subjekt als die ſich auf ſich beziehende negative Einheit ſich von ſeiner Objektivität unterſcheidet, und das An- und Fürſichſein derſelben iſt, aber weſentlich ſich durch ſich ſelbſt auf ſie bezieht, — daher Selbſtzweck und Trieb iſt“ 241, 242 (O Idee) Das einfache Leben iſt „als ſubjektive Subſtanz Trieb“ 248, 251, 252, 256, 257 (ſ. Leben). Auch im Verhältnis der Gattung iſt das Lebendige Trieb 260 (O Gattung) Charakteriſtik der ſubjektiven Idee zunächſt als Trieb 274, 275 (. Erkennen), 320, 321 (f. Gutes), 331, 334, 335 (f. Idee) Die 88 392—395 entſprechen in 10, 88 473—478 und ſtehen hier unter dem Titel: „Die Triebe und die Willkür“ (f. u.) 88 392— 394 [P. St. 10, 88 473—475, mäßig verändert] 276—278 [P. St. 10, 373—377 f. u.] § 395 (vgl. 10, $ 476 und § 478) Das Intereſſe als Trieb oder Neigung hat „einen vom unmittelbaren Willen beſtimmten In⸗ halt“ 278. Zur „Dialektik dieſes mannigfaltigen beſonderen In» halts“, die ſich die Glückſeligkeit zum Zwecke macht 278 [P. St. 10, 378] 331 (f. Jacobi) „Es find die Triebe, Begierden, Neigungen, durch die ſich der Wille von Natur beſtimmt findet“ 63, 64, 69. Zur „Forderung der Reinigung der Triebe“ 70, 71 (O Wille) 232 (O Tugend) „Bedürfnis, Trieb find am nächſten liegende Beifpiele vom Zweck.“ „Der Trieb iſt ſozuſagen die Gewißheit, daß das Subjektive nur 2486
1 E D Trieb einſeitig iſt und keine Wahrheit hat, ebenſowenig als das Objef: tive. Der Trieb iſt ferner die Ausführung von dieſer ſeiner Ge— wißheit, er bringt es zuſtande, dieſen Gegenſatz, das Subjektive, das nur ein Subjektives ſei und bleibe, wie das Objektive, das ebenſo nur ein Objektives ſei und bleibe, und dieſe ihre Endlich— keit aufzuheben“ 4158 (O Teleologie) Das abſtrakte Selbſtbewußtſein als die erſte Negation des Be⸗ wußtſeins hat den Trieb „dem abſtrakten Wiſſen von ſich Inhalt und Objektivität zu geben, und umgekehrt ſich von ſeiner Sinn— lichkeit zu befreien, die gegebene Objektivität aufzuheben und mit ſich identiſch zu ſetzen“ 273, 274 [vgl. 6, 251]. Es iſt „das be⸗ gehrende Selbſtbewußtſein“ 2758 (O Selbſtbewußtſein), 276 bis 280 (ſ. Begierde) Der Wille geht als Trieb dazu fort, „die im Gefühl nur gegebene Übereinſtimmung feiner innerlichen Beſtimmtheit mit der Objeftivität zu einer ſolchen zu machen, die erſt durch ihn geſetzt wer— den ſoll“ 366 2 (O Geiſt) „Die Triebe und die Willkür“ 373-378 (O Geiſt) [P. St. 6, 276—278] § 473 [P. St. 6, 8 392, erweitert] „Der Wille iſt der Form des Inhalts nach zunächſt noch natürlicher Wille, — als unmittelbar identiſch mit ſeiner Beſtimmtheit, — Trieb und Neigung; — inſo⸗ fern aber die Totalität des praktiſchen Geiſtes ſich in eine einzelne der mit dem Gegenſatze überhaupt geſetzten vielen be— ſchränkten Beſtimmungen legt, — Leidenſchaft“ 373 [P. St. 6, 276] Zuſatz. Der Trieb iſt „eine ſubjektive Willensbeſtimmung, die ſich ſelber ihre Objektivität gibt“ 374 2, 3739. Die Begierde „it etwas Einzelnes und ſucht nur das Einzelne zu einer einzelnen, augenblicklichen Befriedigung. Der Trieb hingegen, — da er eine Form der wollenden Intelligenz iſt, — geht von dem aufgehobe⸗ nen Gegenſatze des Subjektiven und des Objektiven aus, und um⸗ faßt eine Reihe von Befriedigungen, — ſomit etwas Ganzes, Allgemeines“ 374 O. Dennoch iſt er noch etwas Beſonderes, und macht unfrei 374 © 8 474 [P. St. 6, 8 393] Die Neigungen und Leidenſchaften haben die vernünftige Natur des Geiſtes zu ihrer Grundlage, ſind aber zugleich mit Zufälligkeit behaftet 374 [P. St. 6, 276]. Die Leiden⸗ ſchaft 374, 375 (ſ. Leidenſchaft) [P. St. 6, 277]. „Die formelle Ver⸗ 2487
1 12 15 16 Trieb nünftigkeit des Triebes und der Neigung beſteht nur in ihrem allgemeinen Triebe, nicht als Subjektives zu ſein, ſondern durch die Tätigkeit des Subjekts ſelbſt die Subjektivität aufzuheben, tealifiert zu werden“ 375 [P. St. 6, 277]. Die Abhandlung der Triebe, Neigungen und Leidenſchaften iſt weſentlich „die Lehre von den rechtlichen, moraliſchen und ſittlichen Pflichten“ 3768 § 475 [P. St. 6, 8 394, verändert und erweitert] „Das Subjekt iſt die Tätigkeit der Befriedigung der Triebe“, der Überſetzung aus der Subjektivität des Inhalts in die Objektivität 376 [P. St. 6, 278]. Bedeutung des Intereſſes 376 [P. St. 6, 287]. Kritik an der ſchalen Träumerei von einem Naturglück einerſeits und dem Reden von „Pflicht um der Pflicht willen“ andererſeits 376 8, 377 Zuſatz. Das Moment „der Einzelnheit muß in der Ausführung auch der objektiveſten Zwecke feine Befriedigung erhalten“ 377 G § 476 [vgl. 6, § 395] Charakteriſtik des reflektierenden Willens 377 [P. St. 6, 278] § 477 [vgl. 6, 8 397] Charakteriſtik des Willens als Willkür 377 [P. St. 6, 279 $ 478 logl. 6, $$ 395, 398] „Der Wille iſt als Willkür für ſich frei, indem er als die Negativität ſeines nur unmittelbaren Selbſt⸗ beſtimmens in ſich reflektiert iſt“ 377, 378 [P. St. 6, 279], Über: gang zur Glückſeligkeit 378 [P. St. 6, 278] (f. Glückſeligkeit) Aus dem Drange „durch die äußere Geſtalt ſich das Innre und durch das Innre die Bedeutung der Außengeſtalten in der Ver— knüpfung beider vor die Anſchauung und Einbildungskraft zu bringen“, geht der ungeheure Trieb nach ſymboliſcher Kunſt her⸗ vor 468, 469 (O ſymboliſche Kunſtform) „Jeder Trieb als ſubjektives bezieht ſich auf Anderes, iſt endlich, aber er hebt dieſe Beziehung, dies Endliche auf, indem er ſich befriedigt, dieſe Rückkehr in feine Affirmation iſt die Befriedigung; ſie bleibt aber andrerſeits endlich, denn der befriedigte Trieb er⸗ wacht wieder und die Aufhebung der Negation fällt in das Bedürfnis zurück“ 192 (O Endlichkeit) „Das Lebendige iſt, hat Triebe, Bedürfnis, damit hat es den Unterſchied in ihm ſelbſt, daß er in ihm entſteht. So iſt es ein Widerſpruch und der Verſtand faßt ſolche Unterſchiede ſo auf, der Widerſpruch löſe ſich nicht auf“ 234, 235. Wenn „der Trieb ana⸗ 2488
16 17 18 13 12 14 11 Trieb / Trimurtis lyſiert wird, erſcheint der Widerſpruch und da kann man ſagen: der Trieb iſt etwas Unbegreifliches“ 236 (O chriſtliche Religion) „Es iſt kein Menſch zufrieden mit ſeiner bloßen Ichheit, Ich iſt tätig, und dieſe Tätigkeit iſt, fi) zu objektivieren, Wirklichkeit, Daſein zu geben. In weiterer, konkreterer Beſtimmung iſt dieſe Tätigkeit des Begriffs der Trieb“ 544. Es iſt formell richtig, zu ſagen, „jeder Trieb ſei ein Beiſpiel vom Begriff, der ſich realiſtert“, und der befriedigte Trieb ſei „unendlich der Form nach; aber der Trieb hat einen Inhalt, und nach ſeiner Inhaltsbeſtimmt⸗ heit iſt er endlich, beſchränkt: da entſpricht er dann dem Begriff, dem reinen Begriff nicht“ 545 (O Gottesbeweiſe) Der pflanzliche Keim „hat den Trieb ſich zu entwickeln, er kann es nicht aushalten nur an ſich zu ſein. Der Trieb iſt der Wider⸗ ſpruch, daß er nur an ſich iſt und es doch nicht ſein fol” 51 (O Ent⸗ wicklung) „Indem ich im Triebe abhängig von einem Anderen bin, mein Sein in eine Beſonderheit lege: fo bin ich, wie ich existiere, mir ungleich; denn ich bin Ich, das ganz Allgemeine, aber in einer Leidenſchaft befangen. Dies iſt Willkür, formelle Freiheit, die den Trieb zum Inhalte hat“ 134 (O Philoſ ophiegeſchichte) „Indem wir Triebe befriedigen, ſetzen wir das Subjektive objek⸗ tiv, und nehmen es wieder zurück“ 413 (O Anaxagoras) ö Epikur über die Triebe 510—512 (ſ. Epikur) Triglyph 314 (O Tempel) Trilogie „Die Trilogien der Alten ſind in dem Sinne Fortſetzungen, daß aus dem Ende des einen dramatiſchen Werks, die Kollifion für ein zweites hervorgeht, das wieder in einem dritten ſeine Löſung fordert“ 278 (O Kolliſion) [14, 491, 495 O Drama] Trimeter Der jambiſche Trimeter 295, 297 (O Verſifikation) Trimurtis 94 Fußn. (O Weltgeſchichte) 2489
Trimurtis / Troja, Trojaniſcher Krieg 12 Trimurtis, die dreigeſtaltige Gottheit 457, 458 (O indiſche Kunſt), 464 (O ſymboliſche Kunſtform), 487 (O indiſche Poeſie) 15 Zur Dreieinigkeit Trimurtis 367, 372, 377, 390, 394 (O indiſche Religion), 441 (O ägyptiſche Religion) 16 242 (O chriſtliche Religion) 17 166 (O Sankhya) Trinität (Dreieinigkeit, Dreiheit, Trias, Triplizität) 19 Die Trinität (rolcg) in der Philoſophie des Proklos 78, 81, 83, 88 (ſ. Proklos) Triolett 14 314 (O Reim) Triplizität (Trias) 1 Kants Triplizität 308, 309 (ſ. Kant) [2, 46; 4, 406; 5, 344; 7, 49; 8, 440; 16, 246; 19, 566, 567, 610] Triptolemos 11 301 (O Griechen) 17 103 (O Philoſophie) Trochäus 14 294, 318 (O Verſifikation), 500 (O Versmaß) Troja, Trojaniſcher Krieg 1 — Der Trojaniſche Krieg iſt das erſte Nationalunternehmen der Griechen 304. Seine Veranlaſſung 304, 305, ſein Erfolg 305. Ver⸗ gleich mit den Kreuzzügen 305 (O Griechen) 307, 328 (O Griechen), 345 (O Peloponneſiſcher Krieg) Die Trojaner als Städtegründer 366, 367 (O Römer) 13 Trojaniſcher Krieg 56, 94 (O griechiſche Götter), 428 (O Heroe) 14 Trojaniſcher Krieg 379 (O epiſche Philoſophie) 16 Troja 102 (O griechiſche Religion) 18 303 (O Ariſtoteles) 2490
Trommsdorff / Tſchudi Trommsdorff, Johann Bartholomäus 9 397 8, 398 8 (O Chemismus), 415 C, 418 @ (O Galvanismus) Tropen 18 Die älteren Tropen der Skeptiker 555, 556, 557 —568. Die neue⸗ ren fkeptiſchen Tropen 568— 575, 556 (f. Sextus Empjirikus). Kritik an den Tropen und ihre Würdigung 576, 577, 567, 575 (O Sextus Empirikus), 580. Sie ſind gegen alles Spekulative kraftlos 580, 579 (O Skeptiker) Trophonios 11 Zur Höhle des Trophonios 311 (O Griechen) [13, 42; 16, 146] Troſt Die Alten faßten die Notwendigkeit als Schickſal auf „und der moderne Standpunkt iſt dagegen der des Troſtes“ 333 g, 334 g. Die chriſtliche Religion iſt inſofern „die Religion des Troſtes“ als „die Subjektivität einen unendlichen Wert hat“ und „unfere Beſonderheit“ „als ein zu Konſervierendes anerkannt iſt“ 334 (O Notwendigkeit) 16 Die griechiſche Freiheit der Abſtraktion iſt „ohne Troſt und Hoffnung; aber ſie iſt des Troſtes auch nicht bedürftig, denn der Troſt ſetzt einen Anſpruch voraus, der noch behalten und behauptet ift“ 475 (O Gottesbeweiſe) O Troubadour 11 Die ſchöne Bildung der Troubadours im ſüdlichen Frankreich 499 (O Kreuzzüge), 511 (O Mittelalter) Troxler, Ignaz Paul Vital 9 Troxlers Formalismus 632 9 (0 Tier) Tſchirnhauſen, Walther Ehrenfried, Graf von 19 Tſchirnhauſens Verdienſt um die deutſche Bildung und Sprache 476. Seine „ſogenannte geſunde Vernunft“ 477 (O Wolff) Tſchudi, Agidius 11 Würdigung ſeiner naiven und natürlichen Schweizergeſchichte 30 (O Geſchichtsſchreiber) 2491
Tübingen / Tugend Tübingen 6 Der Tübinger Vertrag von 1514 als Grundgeſetz in der Ver⸗ faſſung des vormaligen Herzogtums Württemberg 365, 368 (O Württemberg) 410 Tugend (Geſinnung) 1 48 (O Fichte) 2 Werden der Tugend 278 (O Vernunft) „Die Tugend und der Weltlauf“ 278, 292—301 (O Ver⸗ nunft). Rückblick auf die tätige Vernunft 292 (f. Vernunft). Charakteriſtik des Verhältniſſes der Tugend und des Weltlaufs als „eine Bewegung des Geſetzes und der Individualität gegen— einander, aber eine entgegengeſetzte“ 292. Das Geſetz iſt das Weſentliche und in der „einzelnen Aufopferung wird zugleich die Individualität an dem Weltlaufe vertilgt, denn ſie iſt auch ein⸗ faches beiden gemeinſchaftliches Moment“ 293, 292 Der allgemeine Inhalt des Weltlaufs iſt einerſeits die einzelne Individualität 293, andererſeits „die Individualität, welche an und für ſich Geſetz ſein will, und in dieſer Einbildung die be— ſtehende Ordnung ſtört“ 294 Von der Tugend fol das Allgemeine „nun feine wahrhafte Wirk— lichkeit erhalten durch das Aufheben der Individualität, des Prinzips der Verkehrung“ 294. „Das Allgemeine iſt für das tugendhafte Bewußtſein im Glauben oder an fi wahrhaft; noch nicht eine wirkliche, ſondern eine abſtrakte Allgemeinheit“ 295. „Das Gute oder Allgemeine, wie es hier auftritt, iſt dasjenige, was die Gaben, Fähigkeiten, Kräfte genannt wird“ 295, 296 Charakteriſtik der Spiegelfechterei des Ritters der Tugend, „weil er ſeine wahrhafte Stärke darin ſetzt, daß das Gute an und für ſich ſei, d. h. ſich ſelbſt vollbringe“ 296, 297 Charakteriſtik des Feindes des Ritters der Tugend, des Weltlaufs 297, 298 und weshalb die Tugend von dem Weltlauf befiegt wird 298. „Der Weltlauf ſollte die Verkehrung des Guten ſein, weil er die Individualität zu ſeinem Prinzip hatte; allein dieſe iſt das Prinzip der Wirklichkeit“; „er verkehrt das Unwandelbare, aber er verkehrt es in der Tat aus dem Nichts der Abſtraktion in das Sein der Realität“ 299. Er ſiegt „über dieſe pomphaften Reden 2492
0 . A Tugend vom Beſten der Menſchheit, und der Unterdrückung derſelben, von der Aufopferung fürs Gute, und dem Mißbrauche der Ga— ben“ 299 Charakteriſtik der antiken Tugend, die nicht gegen den Weltlauf gerichtet war 299. Ihre Abgrenzung gegen „eine weſenloſe Tu⸗ gend, eine Tugend nur der Vorſtellung und der Worte, die jenes Inhalts entbehren“ 299 Das Reſultat iſt, „daß das Bewußtſein die Vorſtellung von einem an ſich Guten, das noch keine Wirklichkeit hätte, als einem leeren Mantel fahren läßt“ 300. „Es fällt mit dieſer Erfahrung das Mittel, durch Aufopferung der Individualität das Gute hervor⸗ zubringen, hinweg“ 300. „Die Individualität des Weltlaufs mag wohl nur für ſich oder eigennützig zu handeln meinen; ſie iſt beſſer als ſie meint, ihr Tun iſt zugleich an ſich ſeiendes allge— meines Tun“ 301 „Es iſt alſo das Tun und Treiben der Individualität Zweck an ſich ſelbſt“ 301 343 (O Familie), 352 (O Sittlichkeit). „Es iſt der Heroismus des Dienſtes, — die Tugend, welche das einzelne Sein dem Allgemei⸗ nen aufopfert, und dies dadurch ins Dafein bringt, — die Perſon, welche dem Beſitze und Genuſſe von ſelbſt entſagt, und für die vorhandene Macht handelt und wirklich iſt“ 387 (O Bildung), 406 (O Glaube) „Inſofern die Erfüllung der Pflichten mehr als ſubjektives Eigen⸗ tum eines Individuums erſcheint und mehr ſeinem natürlichen Charakter angehört, iſt ſie Tugend“ 88 7, 230, 232; 10, 398. Die Tugenden des Bürgers 91 (ſ. Moral) Die Tugend iſt „höchſter, vollendeter Kampf“, „fe iſt nicht nur das Poſitive, ſondern abſolute Negativität; fie ift auch nicht nur in Vergleichung mit dem Laſter Tugend, ſondern ſie iſt an ihr ſelbſt Entgegenſetzung und Bekämpfung“ 543 (O Widerſpruch) Tugend und Rechtſchaffenheit 230 (ſ. Rechtſchaffenheit), 231—233 (O Sittlichkeit). „Das Reden von der Tugend grenzt leicht an leere Deklamation.“ „Unter einem vorhandenen ſtittlichen Zuſtande, deſſen Verhältniſſe vollſtändig entwickelt und verwirklicht ſind, hat die eigentliche Tugend nur in außerordentlichen Umſtänden und Kolliſionen jener Verhältniſſe ihre Stelle und Wirklichkeit“ 231. „Im ungebildeten Zuſtande der Geſellſchaft und des Gemein⸗ 2493
A 10 11 1 14 18 Tugend weſens kommt deswegen mehr die Form der Tugend als ſolcher vor, weil hier das Sittliche und deſſen Verwirklichung mehr ein individuelles Belieben .. . iſt“ 231, 232. Die Tugend des Herku⸗ les 232. Für die Beſtimmung der Tugend tritt das Quantitative des Mehr und Weniger ein 232. Ariſtoteles' Beſtimmung der Tugend 232 (f. Ariſtoteles). Der Franzoſen vieles Reden über die Tugend 233 (ſ. Franzoſen) Die „politiſche Tugend iſt das Wollen des an und für fi) ſeienden gedachten Zweckes“ 328 (O Staat) Montesquieu gab „als Prinzip der Demokratie die Tugend an; denn in der Tat beruht ſolche Verfaſſung auf der Geſinnung, als der nur ſubſtantiellen Form, in welcher die Vernünftigkeit des an und für ſich ſeienden Willens in ihr noch exiſtiert“ 373 [11, 328, 329; 20, 475], 374 (O Berfaffung) Die Tapferkeit als eine „formelle Tugend“ 437, 438 (ſ. Tapferkeit) Es gibt kein Genie zur Tugend; „denn die Tugend iſt etwas Al: gemeines, von allen Menſchen zu Forderndes, und nichts Ange— bornes, ſondern etwas in dem Individuum durch deſſen eigene Tätigkeit Hervorzubringendes“ 89 8, 928 (O Genie) „Die ſittliche Perſönlichkeit, d. i. die Subjektivität, die von dem ſubſtantiellen Leben durchdrungen iſt, iſt Tugend.“ Ihre Be⸗ ziehung „auf äußerliche Unmittelbarkeit“ und „auf die ſubſtan⸗ tielle Objektivität“ 398 [P. St. 6, 294] (O Sittlichkeit) 65 (O Geſchichtsphiloſophie). Der Griechen Vorſtellung und Reden von der Tugend 117 (O Weltgeſchichte). Herrſchaft der abſtrakten Prinzipien von Freiheit und Tugend in der franzöſiſchen Revolution 561. „Es herrſchen jetzt die Tugend und der Schrecken; denn die ſubjektive Tugend, die bloß von der Geſinnung aus regiert, bringt die fürchterlichſte Tyrannei mit ſich. Sie übt ihre Macht ohne gerichtliche Formen, und ihre Strafe iſt ebenſo nur einfach — der Tod“ 561 (O franzöſiſche Revolution) „Ein ſittlich tugendhafter Menſch iſt darum nicht auch ſchon moraliſch. Denn zur Moral gehört die Reflexion“ 86 (O Kunſtwerk) Zum Sieg der Tugend in dem modernen moraliſchen Schauſpiel 575 (O Komödie) Zum Charakter der Tugend bei den Alten 53, 54, 77. Sokrates über die Tugend in Platons Meno 68, 69. Ariſtoteles' Kritik an 2494
Tugend / Typhon, Typhoeus 18 des Sokrates Beſtimmung der Tugenden 77—79, 82 (. Sokrates) Antiſthenes über die Tugend 162 (O Antiſthenes). Ariſtoteles' Beſtimmung des Begriffs der Tugend 395, und der beſonderen Tugenden 396 (f. Ariſtoteles) [7, 232]. Die Stoiker über den Begriff der Tugend 453—456, über das Verhältnis der Tugend zur Glückſeligkeit 457, 458, 459 und über den Gegenſatz innerhalb der Tugend ſelbſt 462 (ſ. Stoiker) 19 Plotin über die Tugend 41, 65 (O Plotin) 20 475 (O Reformbill) Tullus Hoſtilius 11 384 (O Römer) Türken 11 447 (O Völkerwanderung), 458 (O Mohammedanismus). Die Türken als Gefahr für die europäiſchen Staaten 542 (O Refor⸗ mation), 546 12 72 (O Nachahmung), 108 (O Aſthetik) 13 410 (O Kleidung) 19 486 (O neuere Philoſophie) 20 487 (O Reformbil) Turner, William 15 Seine Beſchreibung des Lama in Klein-Tibet 410 (O Buddhais— mus) 20 Sein Bericht über einen Yogi 88, 89 (O Humboldt, Wilh. v.) Tycho Brahe 9 133 8, 142 9 (O Mechanik) Typhon, Typhoeus 11 276 (O ägyptiſche Religion) 12, 478; 15, 452, 455, 460] 12 478 (O ägyptiſche Kunſtform) 13 31 (O Metamorphoſen), 34 (O Ovid) 15 452, 455, 460 (O ägyptiſche Religion) 2495
Typus / Übergangsfyftem Typus, TÜnos 9 „Es gibt nur einen Typus des Tieres, und alles Verſchiedene iſt nur Modifikation desſelben“ 679 8 (O Gattung), 584 © (O Tier) 18 Die Urbilder (18h in Platons Philoſophie 268 (O Plato) Tyrann, Tyrannis 11 Tyrannei in Indien 219 (O Indien). Tyrannis in den griechiſchen Städten 307 (O Griechen) 17 Charakteriſtik des Verhältniſſes der ſogenannten griechiſchen Tyrannen 197, 198 (O ſieben Weiſen) Fyrtäos 14 Kriegslieder des Tyrtäos 152 (O Muſik), 428 (O Gelegenheits⸗ gedicht) Tyrus 11 255, 258 (O Syrien), 270 (O Agypten) 16 138, 139 (O griechiſche Religion) übel (Böſes, Gutes — Böſes) 1 Fichtes Stellung zum Übel in der Welt 419, 420, 421, 422, 424 (. Fichte). Kants und Voltaires Stellung zum Übel 419, 420 (O Fichte) 6 Zur Frage des Urſprungs des Übels in der Welt 275 (O Gefühl) 10, 370 f. u.] 10 „Das Übel iſt nichts anders, als die Unangemeſſenheit des Seins zu dem Sollen“ 370 [P. St. 6, 275]. „Die Endlichkeit des Lebens und des Geiſtes fällt in ihr Urteil, in welchem ſie das von ihnen abgeſonderte Andere zugleich als ihr Negatives in ihnen haben, und ſo als der Widerſpruch ſind, der das Übel heißt“ 370 (O Gefühl). Jacob Böhme hierzu 370 [P. St. 6, 276] (ſ. Böhme) 15 Überwindung des Übels in der Welt im Kultus 88 (ſ. Kultus) 19 Leibnizens Faſſung des Übels 464, 465, 466 (f. Leibniz) Übergangsitufen ſ. Zwitter 2496
8 16 20 16 1 je +) 15 übergehen / Überzeugung übergehen „übergehen in anderes iſt der dialektiſche Prozeß in der Sphäre des Seins und Scheinen in anderes in der Sphäre des Weſens“ 355 (O Begriff) Eine der drei Grundweiſen, „in denen der Zuſammenhang zweier Seiten oder Beſtimmungen ſteht“, „iſt das Übergehen der einen Beſtimmung in ihre andere“ 422 (O Gottesbeweiſe) Überſetzung Wilh. v. Schlegels Einſicht in die Schwierigkeiten des ÜUberſetzens 75, 76. Gefahren des Überſetzens 114, 115, 116, 117 (O Hum⸗ boldt, Wilh. v.) Überſinnliches „Kraft und Verſtand, Erſchein ung und überfinnliche Welt“ 108—138 (f. Verſtand). 1. Das Reich der Geſetze 122—129. 2. Das Reich der Geſetze verkehrt ſich zu einer zweiten, überſinnlichen Welt, zur verkehrten Welt 129—132 (f. Verſtand) „In der Idee ſind die Unterſchiede geſetzt nicht ſich ausſchließend, ſondern ſo, daß ſie nur ſind in dieſem ſich Zuſammenſchließen des Einen mit dem Andern. Das iſt das wahrhaft Überſinnliche, nicht das gewöhnliche Überſinnliche, das droben fein ſoll: denn das iſt ebenſo ein Sinnliches, d. h. außereinander und gleichgültig“ 234 (O chriſtliche Religion) „Das Eigentümliche der platoniſchen Philoſophie iſt die Richtung auf die intellektuelle, überſinnliche Welt, die Erhebung des ‘Be: wußtſeins in das geiſtige Reich“ 170, 194 (O Plato) überzeugung (Meinung) „Es kommt nicht auf die Überzeugung an, ob das, was ich zu leiſten habe, recht oder unrecht ſei.“ Die Überzeugung oder Nicht⸗ überzeugung, ob einem Verbrecher Recht widerfahre, hat „keinen Einfluß auf das Recht, das ihm angetan wird“ 50 (0 Recht) 7, 212 ſ. Gewiffen] In neuerer geit ſpricht man nicht mehr vom Herzen, ſondern von Überzeugung. Es liegt darin, „daß der Inhalt eine Macht iſt, die mich regiert, er iſt meine Macht und ich bin der ſeinige, aber dieſe Glockner, Hegel-Lexikon 157 2497
15 11 1 so 19 1 — 1 -ı D Überzeugung / Anausſprechbares Macht beherrſcht mich in der Weiſe der Innerlichkeit, daß ſie ſchon mehr durch den Gedanken und die Einſicht vermittelt iſt“ 147 (O Gefühl) Uferland „Das Uferland“ 133—135 (O Geographie). Das Meer, das Waſſer trennt und vereinigt 133. „Das Meer gibt uns die Vor— ſtellung des Unbeſtimmten, Unbeſchränkten und Unendlichen, und indem der Menſch ſich in dieſem Unendlichen fühlt, ſo ermutigt dies ihn zum Hinaus über das Beſchränkte“ 133, 134. Das Schiff macht „ebenſo der Kühnheit des Menſchen als ſeinem Verſtande die größte Ehre“ 134. Abſonderung der Küſtenländer von den Binnenländern 135 (O Geographie) Das Uferland des perſiſchen Reiches 251 (O Perſien) Uhden, Wilhelm Ühdens Beſchreibung einer beſonderen Gattung von Totendenk— malen (Wolffs und Buttmanns Muſ. Bd. I, S. 536) 295 (O ſym— boliſche Architektur) o dv Das Prinzip der ſinnlichen Welt iſt bei Philo, wie bei Platon, das o dv, die Materie, das Negative 25 (O Philon). Für Plotin iſt „die Materie das Nichtſeiende (o örv), das ein Bild des Seienden an ihm hat“ 57 (O Plotin) Umbrer 393 (O Römer) Umweg „Die Natur kommt auf dem kürzeſten Weg zu ihrem Ziel; dies iſt richtig, — aber der Weg des Geiſtes iſt die Vermittelung, der Umweg“ 66 (O Philoſophiegeſchichte) Unausſprechbares „Die Kraft des Geiſtes iſt nur ſo groß als ihre Außerung, ſeine Tiefe nur ſo tief, als er in ſeiner Auslegung ſich auszubreiten und ſich zu verlieren getraut“ 17 (O Phänomenologie). Es iſt darum zu tun, „daß das Beſte nicht im Inneren zurückbleibe, ſon— 2498
10 12 19 12 — Unausſprechbares / unendlicher Progreß dern aus dieſem Schachte zu Tage gefördert werde“ 63 (O gefun: der Menſchenverſtand) „Obgleich man gewöhnlich meint, das Unausſprechliche ſei gerade das Vortrefflichſte, ſo hat dieſe von der Eitelkeit gehegte Mei⸗ nung doch gar keinen Grund, da das Unausſprechliche in Wahrheit nur etwas Trübes, Gärendes iſt, das erſt, wenn es zu Worte zu kommen vermag, Klarheit gewinnt“ 355 0 (O Gedächtnis) Aufgabe des Künſtlers iſt zu objektivieren; „denn das Höchſte und Vortrefflichſte iſt nicht etwa das Unausſprechbare, ſo daß der Dichter in ſich noch von größerer Tiefe wäre, als das Werk dartut, ſondern ſeine Werke ſind das Beſte des Künſtlers, und das Wahre, was er iſt, das iſt er, was aber nur im Innern bleibt, das iſt er nicht“ 390 (O Objektivität) Zur Vorſtellung der Ironie, daß in den zuſammengetragenen Außerlichkeiten die Poeſie der Poeſie ſei und in ihnen „alles Tiefſte und Vortrefflichſte verborgen, das ſich nur eben ſeiner Tiefe wegen nicht ausſprechen laſſe“ 398. So wurde in Friedrich von Schlegels Gedichten „dies Nichtgeſagte als das Beſte ausge— geben“ 398 (O Originalität) Unbedingtes (Abſolutes) Das Unbedingte iſt die Einheit von Grund und Bedingung 554 „Das relativ Unbedingte“ 585—588. „Das abſolute Unbedingte“ 588 —592 (ſ. Grund) Jacobis Vorſtellung des Bedingten und des Unbedingten 541, 542 (ſ. Jacobi). Bei Kant iſt das Vernunftprinzip „das Denken, in⸗ ſofern es das Unbedingte und Unendliche zu ſeinem Gegenſtand macht“ 574. Die drei Arten des Unbedingten bei Kant 576—582 (ſ. Kant) unbewußt Die unbewußte Symbolik 426, 428, 433—481 (ſ. ſymboliſche Kunſtform) unendlicher Progreß (Unendliches, Unendlichkeit) In Fichtes Philoſophie erhält „das reine Bewußtſein ſelbſt die Form eines Bedingten, durch eine objektive Unendlichkeit, den Zeit⸗Progreß in infinitum“ 36. Eine poſtulierte Idee iſt „der un⸗ 2499
— 0 Ha unendlicher Progreß endliche Progreß, eine Vermiſchung von Empiriſchem und Ver— nünftigem; jenes iſt die Anſchauung der Zeit, dies die Aufhebung aller Zeit, die Verunendlichung derſelben. Im empiriſchen Pro— greß iſt ſie aber nicht rein verunendlicht; denn ſie ſoll in ihm als Endliches (als beſchränkte Momente) beſtehen, er iſt eine empi⸗ riſche Unendlichkeit“ 69, 96, 102, 411, 413, 420, 422, 423, 429 (. Fichte) Der unendliche Progreß iſt „ebendieſelbe Antinomie wie der un— endliche Regreß, und ſelbſt nur für und in der Endlichkeit. Die praktiſche Vernunft, die zu ihm ihre Zuflucht nimmt, und in der Freiheit ſich als abſolut konſtituieren ſoll, bekennt eben durch dieſe Unendlichkeit des Progreſſes ihre Endlichkeit und Untüchtig— keit, ſich für abſolut geltend zu machen“ 313 (O Kant) „Das Unendliche iſt im unendlichen Progreß das Aufheben der Schranke, ſie ſei eine qualitative oder quantitative, ſo daß dieſe Schranke als Poſitives gilt und daher gegen die Negation immer wieder entſteht“ 121 (O Quantität), 175 Zum unendlichen Regreß und Progreß in der Kette von Urſache und Wirkung 128, 129 (O Urſache) [4, 176; 8, 344, 343]. Der Progreß ins Unendliche in der Antinomie der Endlichkeit oder Unendlichkeit der Welt in Anſehung der Zeit 130, 131, in An— ſehung des Raums 132, 133 und in Anſehung von Kauſalität und Freiheit 136 (ſ. Antinomie) Der unendliche Progreß im Hinausgehen des Endlichen zum Un— endlichen 163, 164, 169, 170, 171. „Dieſer Progreß tritt allent— halben ein, wo relative Beſtimmungen bis zu ihrer Entgegen— ſetzung getrieben ſind, ſo daß ſie in untrennbarer Einheit ſind, und doch jeder gegen die andere ein ſelbſtändiges Daſein zuge: ſchrieben wird. Dieſer Progreß iſt daher der Widerſpruch, der nicht aufgelöſt iſt, ſondern immer nur als vorhanden ausgeſpro— chen wird“ 164. „Das Bild des Progreſſes ins Unendliche iſt die gerade Linie, an deren beiden Grenzen nur das Unendliche und immer nur iſt, wo fie — und fie ift Daſein — nicht iſt, und die zu dieſem ihrem Nichtdaſein, d. i. ins Unbeſtimmte hinausgeht“ 173. Das Unendliche und der „Progreß ins Unendliche, wie das Sollen, ſind der Ausdruck eines Widerſpruchs, der ſich ſelbſt für die Auflöſung und für das Letzte gibt“ 175. „Der unendliche Pro— greß tritt allenthalben ein, wo in dem Widerſpruche der Einheit 2500
unendlicher Progreß 4 zweier Beſtimmungen und des Gegenſatzes derſelben verharret wird“ 176 (O Unendlichkeit) Der Kantiſche und Fichteſche Idealismus „kommt nicht über das Sollen und den unendlichen Progreß hinaus, und bleibt im Dualismus des Daſeins und des Fürſichſeins“ 191 (O Fürſichſein) „Der quantitative unendliche Progreß“ 274—284 (O Unendlichkeit), 220. Charakteriſtik des quantitativen unend⸗ lichen Progreſſes als Ausdruck des nicht aufgelöſten Widerſpruches 274, 275, des „perennierenden Erzeugens desſelben, ohne über das Quantum ſelbſt hinauszukommen, und ohne daß das Unend— liche ein Poſitives und Gegenwärtiges würde“ 275. Einmal hat das Quantum ein Jenſeits ſeiner, zum anderen kontinuiert es in ſein Anderes und „bringt die Verbindung beider in dem Aus⸗ druck des Unendlich-Großen oder Unendlich-Kleinen hervor“ 275, 276 (f. Unendlich-Großes, Unendlich-Kleines). Zur ſchlechten Unendlichkeit 276, 277. Der Progreß iſt „nicht ein Fortgehen und Weiterkommen, ſondern ein Wiederholen von Einem und eben— demſelben, Setzen, Aufheben und Wiederſetzen und Wiederauf⸗ heben“ 276, 277 Anmerkung 1. Zur ſcheinbaren Erhabenheit der ſchlechten Unend⸗ lichkeit in der Form des Progreſſes des Quantitativen ins Unend⸗ liche 277. Beiſpiele von Tiraden ſolch ſubjektiv bleibender Er: hebung bei Kant 277, 278, bei Haller 278, 279, 280 (. Unendlich⸗ keit) [8, 247, 248] Anwendung des unendliden Progreſſes auf die Moralität 280 bis 284. Die negative Beziehung des Ich auf das Nicht-Ich wird ſo vorgeſtellt, „daß die Moralität immer größer, die Macht der Sinnlichkeit aber immer kleiner werden könne und ſolle“ 281, 280. Die völlige Angemeſſenheit beider „wird in den ins Un⸗ endliche gehenden Progreß verlegt“ und „als ein abſolutes un⸗ erreichbares Jenſeits vorgeſtellt“ 281, 282 Kritik daran, daß Ich und Nicht⸗Ich „ſelbſtändig und gleichgültig gegeneinander vorausgeſetzt werden“, da doch beide „Momente eines und desſelben einfachen Weſens, des Ich“ ſind 281. „Die Ohnmacht über den qualitativen Gegenſatz des Endlichen und Unendlichen Meiſter zu werden“ „nimmt zur Größe ihre Zu— flucht“ 282 Der unendliche Progreß in Fichtes Wiſſenſchaftslehre 282. Be⸗ 2501
2 r .ı E unendlicher Progreß trachtung eines Hauptſatzes der neueren Philoſophie, nach welchem „aller Gegenſatz nur quantitativ iſt“ 283, 284 Anmerkung 2. Kants erſte Antinomie 284—289 (f. Antinomie) Die Unendlichkeit des Quantums, als Unendlichgroßes oder Unendlichkleines, iſt ſelbſt an ſich der unendliche Progreß 289, 290 (O Quantum). Die Unendlichkeit der Reihe iſt „die ſchlechte Unendlichkeit des Progreſſes“ 302 (O Mathematik), 397, 399 (O Quantität). Zum „unendlichen Progreß der Knotenreihe“ 464 (ſ. Maß), der Kette von „Bedingung zu Bedingung“ 591 (O Grund), des Verhältniſſes des Ganzen und der Teile 647, 648 (O Antinomie), des Verhältniſſes von Urſachen zu Urſachen 711, 712, 717 (ſ. Kauſalität) Der Progreß ins Unendliche im univerſellen Urteil 97 (O urteil), im formellen Schluß, indem gefordert wird, daß die Prämiſſen auch bewieſen werden ſollten 130. „Es iſt in der Sphäre des Seins gezeigt worden, daß, wo die ſchlechte Unendlichkeit, die in den Progreß hinausläuft, ſich hervortut, der Widerſpruch eines qualitativen Seins und eines darüber hinausgehenden, unmächtigen Sollens vorhanden iſt; der Progreß ſelbſt iſt die Wie: derholung der gegen das Qualitative eingetretenen Forderung der Einheit, und des beſtändigen Rückfalls in die der Forderung nicht gemäße Schranke“ 130. Der Progreß in die ſchlechte Unendlichkeit im Schluß der Induktion 154 (O Schluß) Der unendliche Progreß in der teleologiſchen Tätigkeit 229, 230 (ſ. Teleologie), in der Fortpflanzung der lebenden Geſchlechter 261 (O Gattung) [8, 433 9], in der Ausführung des Zwecks des Guten 325 (O Gutes) [8, 444 O] Der unendliche Progreß „gehört der begriffloſen Reflexion an; die abſolute Methode, die den Begriff zu ihrer Seele und Inhalt hat, kann nicht in denſelben führen“ 347 (O Idee) Fallen der Rache in den Progreß ins Unendliche 160 (O Ver⸗ brechen) 222 [P. St. 6, 59] (O Unendlichkeit). Der „unendliche quantitative Progreß“ in dem Widerſpruch, „daß die fürſichſeiende gleichgültige Grenze die abſolute Außerlichkeit iſt“ 245, 246 IP. St. 6, 64]. Zeno ſagt: „es iſt dasſelbe, etwas einmal ſagen, und es immer ſagen“ 246 [P. St. 6, 65J. Sowohl im quantitativ als auch im 2502
8 > 10 15 18 — unendlicher Progreß / Anendliches qualitativ unendlichen Progreß herrſcht die ſchlechte Unendlichkeit 2470 (O Sein), 222, 224 H. Haller 247 g, 248 0 [4, 278, 279, 280] (O Sein) Verhältnis des quantitativen unendlichen Progreſſes zum quantitativen Verhältnis 251 @ (O Sein). Der unendliche Progreß „als das ſich im Maßloſen Aufheben und Wiederherſtellen des Maßes“ 257, 258 [P. St. 6, 66, 67] (ſ. Maß) Der Progreß ins Unendliche im Verhältnis des Ganzen und der Teile 307 [4, 647, 648, P. St. 6, 81], im Verhältnis der Kraft und ihrer Außerung 310 9 (O Kraft), in der Kette der „endlichen Kauſalität“ 344, 343, 345 (O Kauſalität) [B, 128, 129; 4, 176, P. St. 6, 91] Der unendliche Progreß im qualitativen Schluß 389 [P. St. 6, 111], im Schluß der Allheit 395 (O Schluß), in der unendlichen Zweckmäßigkeit 421 [vgl. 6, 127] (f. Teleologie), im Prozeß der Gattung 433 8 (0 Gattung) (5, 261; 9, 673], in der Verwirk⸗ lichung des Guten, das als ein Sollen poſtuliert wird 444 (ſ. Wollen) [5, 325] Der Prozeß der Fortpflanzung geht „in die ſchlechte Unendlich⸗ keit des Progreſſes aus“ 673 8 (0 Geſchlechtsverhältnis) [5, 261; 8, 433 2] Die Begierde erreicht niemals ihr Ziel abſolut, ſondern führt nur den Progreß ins Unendliche herbei 279 8 (0 Begierde) Das formelle Recht verfällt wegen der Endlichkeit des Stoffes in den Progreß der ſchlechten Unendlichkeit 403 © (O Rechtspflege) 78 (O Religion), 210 (O Religion) Der zweite ſkeptiſche Tropus iſt nach Sextus Empirikus »das Verfallen« (der Progreß) »in das Unendliche«, indem „der Grund, der für eine Behauptung beigebracht wird, wieder ſelbſt einer Be⸗ gründung bedarf“ 569, 572, 574, 577. Der unendliche Progreß findet ſich in Fichtes und Kants Philoſophie 572 und wird „noch jetzt häufig gemacht“ 577, 581 (O Sextus Empirikus) Anendliches (Unendlichkeit) 45 (ſ. Fichte). Zum zweiten der fünf ſpäteren Tropen, „der aufs Unendliche treibt“ 246, 247, 250. Schulzes Behandlung des Ge⸗ genſatzes von Endlichem und Unendlichem 269, 270 (ſ. Skeptiker) 2503
— o = a A E 12 — unendliches Die Form des Unendlichen im Begriff der Glückſeligkeit 285, bei Kant, Fichte, Jacobi 287, 288, 290, 292, 293 (ſ. Glaube), bei Fichte 411 (. Fichte) Unendliches Urteil 269 (O Vernunft) [3, 150, 151, 181; 5, 89, 89—91] Das mathematiſch-Unendliche 121. „Das wahrhaft Unendliche“ iſt „die Negation der Negation“ 121 (O Quantität). Das unendliche Urteil 150, 151, 181 (ſ. Urteil) Zum Widerſtreit in den Beſtimmungen des Endlichen und Unendlichen 41, 42 (O Logik), 158, 159 „Übergang des Endlichen in das Unendliche“ 156—157 (ſ. End⸗ lichkeit), die Formen des Unendlichen ſind: a) das Un⸗ endliche überhaupt, b) Wechſelbeſtimmung des Endlichen und Un⸗ endlichen und e) die affirmative Unendlichkeit 158175 (ſ. Un⸗ endlichkeit) „Die Begriffsbeſtimmtheit des mathematiſchen Anendlichen“ 293—337 (f. Mathematik) [3, 121] Spinozas „Unendliches der Imagination“ und „Unendliches des Denkens“ 307 (ſ. Spinoza) [8, 247 Cl. Die wichtigſten Beſtim⸗ mungen des Unendlichen, welche Mathematiker gegeben haben 312—320 (ſ. Mathematik) Das unendliche Urteil 89, 89—91 (f. Urteil) Verhältnis des Verſtandes zum Unendlichen 74 (O Wille) Charakteriſtit des Dualismus, welcher den Gegenſatz von End— lichem und Unendlichem unüberwindlich macht 224%, 225 0 (. Daſein) „Das wahrhaft Unendliche iſt die Einheit ſeiner ſelbſt und des Endlichen“ 468 (0 Naturbetrachtung) 85 (O Zeit) „Das Erhabene überhaupt iſt der Verſuch, das Unendliche auszu⸗ drücken.“ Das Unendliche „bleibt ſeiner Unendlichkeit nach unaus⸗ ſprechbar, und über jeden Ausdruck durch Endliches erhaben“ 483 (O ſymboliſche Kunſtform) 5 Zum Gegenſatz des Endlichen und Unendlichen 72, 210, 425, 426 (f. Endliches). Schilderung der Beziehung des Endlichen und Unendlichen im Ich 80 (f. Endliches), 185 (ſ. vermitteltes Wiſſen). 2504
15 16 18 Unendliches Es iſt „die Güte des Unendlichen“, das mich gewähren läßt 186, 185 (O vermitteltes Wiſſen) „Der Gegenſatz des Endlichen und Unendlichen“ 195—197 (ſ. Endlichkeit). „Erſt das wahrhaft Unendliche, welches ſich ſelbſt als Endliches ſetzt, greift zugleich über ſich als ſein An⸗ deres über und bleibt darin, weil es ſein Anderes iſt, in der Ein⸗ heit mit ſich“ 195 (O Endlichkeit) Betrachtung des „abſtrakten Verhältniſſes des Endlichen zum Un⸗ endlichen“ 208, 209. Es iſt dem Unendlichen „weſentlich, ſich in ſich zu dirimieren, es iſt darin erſtens die Affirmation, dann zweitens die Unterſcheidung, und drittens tritt die Affirmation als Negation der Negation, und ſo erſt als das Wahre hervor“ 208, 209, 210 (O Endlichkeit). „Das Wahre iſt die Einheit des Unendlichen, in der das Endliche enthalten“ 210. Wir müſſen uns „von dem Schreckbild des Gegenſatzes des Endlichen und Un⸗ endlichen losmachen“ 210, 211 (O Religion), 334 Zum Übergang des Endlichen zum Unendlichen im Denken 332 bis 335 (f. beſtimmte Religion), im kosmologiſchen Gottesbeweis 335—338 (f. Gottesbeweiſe) Erſt in den Übergangsreligionen zur Religion der Freiheit wird der göttliche Begriff „Einheit des Endlichen und Unendlichen“ 418 (O beſtimmte Religion) Rückblick auf das Verhältnis des Endlichen und Unendlichen in den bisher betrachteten Religionen 6, 7,9, im metaphyſiſchen Be⸗ griff auf der Stufe der Entzweiung des Bewußtſeins in ſich 11 115, 327]. Darſtellung des Verhältniſſes des Unendlichen und Endlichen im metaphyſiſchen Begriff der Religion der geiſtigen Individualität 11 (f. beſtimmte Religion) Faſſung des Unendlichen im kosmologiſchen Gottesbeweis 452, 453, 460 (ſ. Gottesbeweiſe). Das Unendliche iſt „die Affirmation der ſich ſelbſt aufhebenden Endlichkeit, das Negieren der Negation, das Vermittelte, aber durch die Aufhebung der Vermittelung Vermittelte“ 461, 465, 466. Zum Dogmatismus der abſoluten Trennung des Endlichen und Unendlichen 486—496 (f. Gottes⸗ beweiſe). Überbrückung der Kluft zwiſchen dem Unendlichen und Endlichen im kosmologiſchen Gottesbeweis 536 (ſ. Gottesbeweiſe) Gorgias' Dialektik des Unendlichen 38, 39 (f. Gorgias). In Pla⸗ tons Philebus handelt es ſich beſonders um den Gegenſatz des 2505
Unendliches / Unendlichkeit 18 Unendlichen und Endlichen, Unbegrenzten und Begrenzenden (regas, deteigor) 238, 239 (ſ. Plato) [19, 81, 83]. Für Plato iſt die Endlichkeit im Unendlichen ſelbſt 255 (O Plato) Ariſtoteles über das Unendliche 352 19 Proklos beſtimmt die Trinität als „das Eine, das Unendliche und 2 S = 2 — die Grenze“ 81, 82, 83, 87, 89 (ſ. Proklos). Spinozas Definition des Unendlichen 382 (f. Spinoza). „Spinoza hat in dem Unendlichen näher den Begriff des Begriffes bezeichnet, als ſonſt wo. Das Unendliche iſt ihm nicht dies Setzen und dies Hinausgehen über das Setzen, die ſinnliche Unendlichkeit, ſondern die abſolute Unendlichkeit, das Poſitive, das eine abſolute Vielheit, hier, gegenwärtig in ſich vollendet hat“ 399 (O Spinoza) Kants Faſſung des Vernunftprinzips als „das Allgemeine, das Denken, inſofern es das Unbedingte und Unendliche zu ſeinem Gegenſtand macht. Ihr Produkt iſt die Idee überhaupt; und unter Idee verſteht Kant das Unbedingte, Unendliche“ 574. Kants Gründe, weshalb die Vernunft das Unendliche nicht zu erkennen vermag 575, 576 (ſ. Kant) Göſchel über den Dualismus des Endlichen und Unendlichen 290 (ſ. Göſchel) Anendlich⸗Großes (Mathematik, unendlicher Progreß, Unendlich— Kleines) Das unendlich Große ſoll das Quantum ſein, über das kein grö— ßeres geſetzt werden ſoll 120 (O Quantität) „Die Kontinuität des Quantums in ſein Anderes bringt die Ver⸗ bindung beider in dem Ausdruck eines Unendlich-Großen oder Unendlich-Kleinen hervor“ 275. „Die Vergrößerung des Quan— tums iſt keine Näherung zum Unendlichen.“ „Es iſt nur der ins Engere gebrachte Ausdruck des Widerſpruchs; es ſoll ein Großes d. i. ein Quantum, und unendlich, d. i. kein Quantum ſein“ 276 (O unendlicher Progreß), 289 (ſ. unendlicher Progreß) „Die Begriffsbeſtimmtheit des mathematiſchen Unendlichen“ 293 bis 337 (f. Mathematik) Anendlichkeit (Ewigkeit, unendlicher Progreß, Unendliches, Un⸗ endlich⸗Großes, Unendlich-Kleines) Vereinigung der objektiven und ſubjektiven Unendlichkeit durch 2506
— Unendlichkeit die Vernunft 52. Die Idee der Unendlichkeit bei Fichte 96. Sie iſt ein „Reflexions⸗Produkt“ 126, 127 (ſ. Fichte). „Die empiriſche Unendlichkeit“ in Kants mathematiſchen Antinomien 312 (ſ. Kant). Spinozas „Unendlichkeit des Verſtandes“ 340, 341, „Unendlich⸗ keit der Einbildungskraft“ 341; ſein Begriff des „Ewigen“ 341, 342, der „empiriſchen Unendlichkeit“ 341, 342, 346. „Es iſt Jacobi, der das Einzelne und die Zeit in die Unendlichkeit des Spinoza hineinträgt“ 342 (O Jacobi), 348. Zu den mathematiſchen Gleich⸗ niſſen eines actu Unendlichen bei Spinoza 345—347, 337, 340, 348 (ſ. Jacobi) Zuſammenſtellung der Formen der Unendlichkeit 347—348 (O Ja⸗ cobi). „Das wahrhafte Unendliche iſt die abſolute Idee“, „Identi— tät des Unendlichen und Endlichen ſelbſt: nämlich des Unendlichen, inſofern es einem Endlichen entgegengeſetzt iſt“ 347. Dann iſt das Unendliche „reines Denken“, „reine abfolut-formale Iden⸗ tität, reiner Begriff, Kantiſche Vernunft, Fichteſches Ich“ 347. Drittens iſt das Unendliche neben der Unendlichkeit der abſoluten Vernunft, und der der formalen oder negativen Vernunft, das Unendliche in feiner Realität, als HA — A 348, 347. Bei Ja⸗ cobi „findet ſich Unendlichkeit entweder als etwas Müßiges, oder als die empiriſche der Einbildung“ 348. Jacobis Interpretation von Spinozas Unendlichkeit 348, 342 (O Jacobi) Die Bedeutung des abſoluten Begriffs der Unendlichkeit im Kritizismus 440 (ſ. Kritizismus), 444, bei der formellen Behand⸗ lungsart des Naturrechts 457 (ſ. Naturrecht), im Kantiſchen und Fichteſchen Idealismus 458. Das Weſen der Unendlichkeit iſt „nichts anderes, als das unvermittelte Gegenteil ſeiner ſelbſt zu fein“ 458 (O Naturrecht). Das Moment der Unendlichkeit als Moment des Abſoluten ſelbſt und der abſoluten Sittlichkeit 485, 486 (f. Naturrecht) Die „einfache Unendlichkeit oder der abſolute Begriff iſt das ein⸗ fache Weſen des Lebens, die Seele der Welt, das allgemeine Blut zu nennen“, das „in ſich pulfiert, ohne fid) zu bewegen, in ſich erzittert, ohne unruhig zu ſein“ 134, 133 (O Verſtand) 121 (f. Unendliches). „Die wahre Unendlichkeit iſt die Reflexion in ſich“ 131 (O Antinomie). „Der Progreß ins Unendliche oder die ſchlechte Unendlichkeit“ 175 (O Sein) n „Unendlichkeit“ 175 (O Sein). „Die qualitative Größe iſt als 2507
ww . Unendlichkeit einfache Beſtimmung zuerſt ſpezifiſche Größe, als ſich unterſchei⸗ dendes Selbſtbeſtimmen aber eine Spezifikation von Größen“ in einem qualitativen Verhältnis 175. In dieſem Verhältnis iſt „ihre wahre, gegenwärtige Unendlichkeit“ 175 (O Sein) Zur ſchlechten Unendlichkeit im Fortgang des Schluſſes 184, 156 (O Schluß) „Die Unendlichkeit“ 122, 157—183 (O Dafein). Das Un⸗ endliche als „eine neue Definition des Abſoluten“, „als die be⸗ ſtimmungsloſe Beziehung auf ſich geſetzt als Sein und Werden“ 157, 158. Wichtigkeit der Trennung der wahren und ſchlechten Unendlichkeit, der Unendlichkeit der Vernunft und des Verſtan⸗ des 158 Das Unendliche iſt a) „in einfacher Beſtimmung das Affirmative als Negation des Endlichen“; b) „in Wechſelbeſtimmung mit dem Endlichen“ als „das abſtrakte, einſeitige Unendliche“; e) „das Sich⸗ aufheben dieſes Unendlichen, wie des Endlichen als Ein Prozeß“, — „das wahrhafte Unendliche“ 158 a) „Das Unendliche überhaupt“ 158—159. Das Unend⸗ liche als „das wahrhafte Sein“, „die Erhebung aus der Schranke“ 158. Die Unendlichkeit iſt die affirmative Beſtimmung des End: lichen, „das, was es wahrhaft an ſich iſt“ 159, 158 b) „Wechſelbeſtimmung des Endlichen und Unend— lichen“ 159-165, 158. „Das Unendliche iſt; in dieſer Unmittelbarkeit iſt es zugleich die Negation eines Andern, des Endlichen“ und zugleich „in die Kategorie des Etwas mit einer Grenze zu— rückgefallen“ 159, 160 Beſtimmung des Endlichen und Unendlichen „als bloß Andere gegeneinander“ 160, 161, 163. Das Unendliche wird „mit dem Gegenſatze gegen das Endliche behaftet“, iſt das „Nicht-endliche“, „das Jenſeits des Endlichen“ 160, 161. „Es gibt zwei Welten, eine unendliche und eine endliche, und in ihrer Beziehung iſt das Unendliche nur Grenze des Endlichen, und iſt damit nur ein be— ſtimmtes, ſelbſt endliches Unendliches“ 161 Bezogenheit ſolcher getrennter Welten 161, 162, ihre Wertung als Nichtige und als Anſichſeiende 162. Das Umſchlagen oder Übergehen des Endlichen zum Unendlichen iſt nur erſt äußerliche Beziehung 163 Charakteriſtik der Geſtalt des Prozeſſes ihres Übergehens als 2508
Anendlichkeit 4 äußerliches Überſchreiten der Grenze ins Unendliche fort 163, 164, 165. „Es iſt die Wechſelbeſtimmung des Endlichen und Un⸗ endlichen vorhanden“ 163. „Sie ſind untrennbar und zugleich ſchlechthin Andere gegeneinander“ 163. Auftreten des „Pro: greſſes ins Unendliche“ 164 (ſ. unendlicher Progreß) und der ſchlechten Unendlichkeit 164. Es fehlt die Reflexion auf die Ein⸗ heit 164, 165 und herrſcht die „leere Unruhe des Weitergehens über die Grenze hinaus zur Unendlichkeit“ und es kommt zur ſchroffen Gegenüberſtellung eines Jenſeits und eines Diesſeits 165 e) „Die affirmative Unendlichkeit“ 158, 165—175. Aus dem herüber- und hinübergehenden Wechſelbeſtimmen des Endlichen und Unendlichen iſt die Wahrheit, die Einheit beider herauszuheben 165, 166. Wird das Unendliche „Eines der bei— den“, ſo wird es verendlicht; wird das Endliche vom Unendlichen entfernt geſtellt, fo „iſt es dieſe Beziehung auf ſich, in der ſeine Relativität, Abhängigkeit, ſeine Vergänglichkeit entfernt iſt“ 166, 167. Sowohl die Beziehung beider aufeinander, als auch ihre Iſolierung voneinander geben das gleiche Reſultat. Jedes iſt ein Moment des andern 167 In der Einheit des Endlichen und Unendlichen verlieren beide ihre qualitative Natur 167. Inſofern ſie aber als unterſchieden zu nehmen ſind, ergibt ſich „ein verendlichtes Unendliches“ und ein „verunendlichtes Endliches“ 168. Der Verſtand verfälſcht dieſe gedoppelte Einheit 168, 169. „Die Einheit des Endlichen und Unendlichen iſt nicht ein äußerliches Zuſammenbringen der— ſelben“ 168, 169, „ſondern jedes iſt an ihm ſelbſt dieſe Einheit, und dies nur als Aufheben ſeiner ſelbſt, worin keines vor dem Andern einen Vorzug des Anſichſeins und affirmativen Daſeins hätte“ 169. Im unendlichen Progreß ſind beide noch nicht in ihrer letzten Wahrheit geſetzt 169, 170. Beide werden erſtens negiert und zweitens als unterſchiedene, als für ſich poſitive geſetzt 170. Der Zuſammenhang wird nur als Übergang und Abwechſelung geſetzt 170 Charakteriſtik des auseinanderfallenden Unendlichen und End⸗ lichen im unendlichen Progreß 170. Rückkehr des Endlichen und Unendlichen zu ſich 171. „Beides, das Endliche und das Unendliche, iſt dieſe Bewegung, zur ſich durch ſeine Negation zurückzu⸗ kehren“ 171. Der Verſtand überſieht die Negation beider, die im 2509
Unendlichkeit unendlichen Progreß faktiſch vorhanden ift 171. Das Endliche und das Unendliche ſind „gemeinſchaftlich das Endliche“ und beide ſind in Wahrheit das Unendliche 172. Doppelſinn des Endlichen 172 (ſ. Endliches) und des Unendlichen 172, dieſes „in ſeinen Momenten weiter beſtimmten Werdens“ 173. Charakteriſtik des Unendlichen als Inſich⸗Zurückgekehrtſein und als Daſein. „Nur das Schlecht⸗Unendliche ift das Jenſeits“ 173. „Das Unwahre iſt das Unerreichbare und es iſt einzuſehen, daß ſolches Unendliche das Unwahre iſt“ 173. „Das Bild des Progreſſes ins Unendliche iſt die gerade Linie“, das der wahrhaften Unendlichkeit der Kreis 173 [7, 74]. Faſſung der wahrhaften Unendlichkeit als die „Reali⸗ tät in höherem Sinn“ 174. Das Ideelle des Endlichen 174 (f. End⸗ liches). Idealität iſt Ideelles nur dem Realen gegenüber. Kritik an ſolcher erneuten Einſeitigkeit 174, 175 „Der Übergang“ 175—183. „Die Idealität kann die Qualität der Unendlichkeit genannt werden“ 175. Charakteriſtik des Pro⸗ zeſſes des Werdens, der Rückkehr in ſich, der „Beziehung auf ſich ſelbſt“, des Seins, „welches Fürſichſein genannt wird“ 175 Anmerkung 1. Der Progreß ins Unendliche, dieſe unvollen⸗ dete Reflexion, bringen den Gegenſatz des Endlichen und Unend— lichen, und die Einheit des Endlichen und Unendlichen nicht zu— ſammen 175. Der unendliche Progreß 176, 177 (. unendlicher Progreß). Untrennbarkeit von Urſache und Wirkung 176, 177 Die Natur des ſpekulativen Denkens „beſteht allein in dem Auffaſſen der entgegengeſetzten Momente in ihrer Einheit“ 177, 178. Zur Frage, „wie das Unendliche aus ſich heraus und zur End— lichkeit komme?“ 178 [8, 223 9]. Kritik an der Formulierung der Frage 178, 179. Beziehung zur Beſtimmung des Seins 179. Iſt unter Unendlichem das Schlechtunendliche verſtanden, ſo lautet die Antwort, „daß es nicht ein unendliches gibt, das vorerſt un⸗ endlich iſt, und das nachher erſt endlich zu werden, zur Endlich⸗ keit herauszugehen nötig habe, ſondern es iſt für ſich ſelbſt ſchon ebenſo ſehr endlich als unendlich“ 179, 180 Unfere Frage iſt vielmehr: find Unendlichkeit und Endlichkeit, wie ſie vorausgeſetzt werden, etwas Wahres? 180 Weiterhin iſt die „Einheit des Unendlichen und Endlichen und deren Unterſcheidung dasſelbe Untrennbare als die Endlichkeit und Unendlichkeit“ 181, 180 2510
Unendlichkeit 4 Anmerkung 2. „Der Satz, daß das Endliche ideell iſt, macht den Idealismus aus“ 181 (ſ. Idealismus). Die Prinzipien älterer und neuerer Philoſophien ſind „Gedanken, Allgemeine, Ideelle, nicht Dinge, wie ſie ſich unmittelbar vorfinden“ 181, 182. Wichtig iſt die Doppelſeite, „daß das eine Mal das Ideelle das Konkrete, Wahrhaft⸗ſeiende iſt, das andere Mal aber ebenſoſehr feine Momente das Ideelle, in ihm Aufgehobene ſind, in der Tat aber nur das Eine konkrete Ganze iſt, von dem die Momente untrennbar find” 182. Der ſubjektive Idealismus 182, 183 (f. Idealismus) „Die quantitative Unendlichkeit“ 242, 273—389 (O Quantum) a) „Begriff derſelben“ 273—274. „Das Quantum iſt ein Sollen; es enthält, Für-fih-beftimmt zu fein, und dieſes Fürſich⸗ beſtimmtſein iſt vielmehr das Beſtimmtſein in einem Andern; und umgekehrt iſt es das aufgehobene Beſtimmtſein in einem An⸗ dern, iſt gleichgültiges Beſtehen⸗für⸗ſich“ 273. „Die Endlichkeit und die Unendlichkeit haben beim Quantum jede das Moment der andern bereits an ihr“ 274. Unterſcheidung des qualitativen und quantitativen Unendlichen und Endlichen 274 b) „Der quantitative unendliche Progreß“ 274—284 (ſ. unendlicher Progreß). Hallers „ſchauderhafte Beſchreibung der Ewigkeit“ 278, 279, 280 [8, 247, 248]. Würdigung ſeiner Einſicht, „daß nur durch das Aufgeben dieſes leeren unendlichen Pro— greſſes das wahrhafte Unendliche ſelbſt zur Gegenwart vor ihn komme“ 279. Über das Erhabene der Aſtronomen und Mathe⸗ matiker 279, 304. Kants Unterſcheidung „der Unendlichkeit, die ſich auf die äußere ſinnliche Anſchauung bezieht“ von der anderen Unendlichkeit 279, 280 (0 unendlicher Progreß) c) „Die Anendlichkeit des Quantums“ 220, 289—389 (l. Quantum). Die ſchlechte Unendlichkeit und der Grad 290 (O Quantum). Kritik an Kants Begriff der Unendlichkeit 298. Die ſchlechte Unendlichkeit in der unendlichen Reihe 302, 303, 305. Die wahre Unendlichkeit im endlichen Ausdruck der Summe 304, 305 (O Mathematik). Spinozas Begriff der wahren Unendlich⸗ keit 305, 306, 307 (. Spinoza). Mathematiker über das Unendliche 312—320 (.. Mathematik) ER Die Unendlichkeit im umgekehrten quantitativen Verhältnis 397 (O Quantität). Gegenüberſtellung von qualitativer und quantitativer Unendlichkeit 462, 463 (O Maß). Die ſchlechte Unendlid)2511
Unendlichkeit 4 keit in der Kette von Urſache und Wirkung 712 (O Kauſalität) 9, 603] 5 Die ſchlechte Unendlichkeit „bleibt mit dem Jenſeits als einem Un⸗ erreichbaren behaftet, inſofern ſie der bloße Progreß ins Unend⸗ liche bleibt“ 97 (O Urteil). Die ſchlechte Unendlichkeit im formellen Schluß 130 (O Schluß) 7 Die Wirklichkeit der Unendlichkeit im freien Willen 74, 73. Vor⸗ ſtellung der Unendlichkeit unter dem Bilde des Kreiſes und der ſchlechten Unendlichkeit unter dem Bilde der Linie 74 (O Wille) 14, 173] Zur „Verſtandes-Unendlichkeit“ 311 (O Polizei) 8 Die ſchlechte oder negative Unendlichkeit iſt nichts „als die Nega⸗ tion des Endlichen“; ſie drückt „nur das Sollen des Aufhebens des Endlichen aus“ 222 [P. St. 6, 59], 224 g. Charakteriſtik des unendlichen Progreſſes in der ſchlechten Unendlichkeit von Raum und Zeit 2229, 223 H. „Eine Grenze wird geſetzt, darüber wird hinausgegangen, dann abermals eine Grenze und ſo fort ins Endloſe“ 2239. Zur Frage, „wie das Unendliche ſich dazu ent⸗ ſchließt, aus ſich ſelbſt herauszugehen“ 223 & [4, 178]. Die Un⸗ endlichkeit der Reflexion, der Standpunkt des Sollens in der Philoſophie Kants und Fichtes 224 8 (0 Daſein). „Etwas geht in ſeinem Übergehen in anderes nur mit ſich ſelbſt zuſammen, und dieſe Beziehung im Übergehen und im Andern auf ſich ſelbſt iſt die wahrhafte Unendlichkeit“ 224 [P. St. 6, 60], 222 Hl. Kritik an der Auffaſſung, nach welcher „die wahrhafte Unendlichkeit als Einheit des Unendlichen und Endlichen beſtimmt“ wird 226 (O Daſein). Hallers und Klopſtocks Veranſchaulichung der Unend— lichkeit 247 g, 248 © [4, 278, 279, 280] (O Sein). Charakteriſtik des Prozeſſes des Maßes als „nicht bloß die ſchlechte Unendlichkeit des unendlichen Progreſſes“, ſondern zugleich als „die wahre Un⸗ endlichkeit des in ſeinem Andern mit ſich ſelbſt Zuſammengehens“ 259 0 (O Maß) Ewigkeit 52 8, 53 8 (. Ewigkeit). Zur ſchlechten Unendlichkeit in der Frage nach der Urſache der Urſache 603 0 (O Tier). Zur ſchlechten Unendlichkeit im Prozeß der Fortpflanzung 673 @ (O Geſchlechtsverhältnis) [5, 261; 8, 433 Ol (. unendlicher Pro⸗ greß) 2512
10 1 1 [> ES] 16 18 Unendlichkeit „Die eigentliche Qualität des Geiſtes iſt ... die wahrhafte Unend⸗ lichkeit, das heißt, diejenige Unendlichkeit, welche dem Endlichen nicht einſeitig gegenüberſteht, ſondern in ſich ſelber das Endliche als ein Moment enthält“ 43 S. „Erſt im Geiſte findet abſolute Einheit des Begriffs und der Realität, ſomit die wahrhafte Unendlichkeit ſtatt“ 440 (O Geift) 54 (O griechiſche Götter) Charakteriſtit des unendlichen Verhältniſſes als „ein Verhältnis der Unendlichkeit“ 75 (O Religionsphiloſophie). Im Gegenſatz zwiſchen Gott und dem wiſſenden Geiſt kann der von Endlichkeit und Unendlichkeit liegen. „Dieſe Unendlichkeit iſt aber, weil ſie noch mit dem Gegenſatz behaftet iſt, nicht die wahrhafte“ 82 (O Kultus). Reflexion und Unendlichkeit 183—195 (f. vermittel⸗ tes Wiffen) „Der Gegenſatz des Endlichen und Unendlichen“ 195—210 (f. Endlichkeit). „Das Wahre iſt die Einheit des Unend⸗ lichen, in der das Endliche enthalten“ 210 (. Unendliches), 335. Bedeutung des Gegenſatzpaares Unendlichkeit, Endlichkeit auf der Stufe der unmittelbaren Religion 329, 330, in der Naturreligion 331, im Denken 331, 333 (f. beſtimmte Religion). Erhebungen des Endlichen zur wahrhaften Unendlichkeit 333, 334, 335 (ſ. End⸗ liches). „Weil das eine iſt, ſo iſt das andere, ſagt der Verſtand, und führet dieſe Kette des Zuſammenhanges rückkehrlos in die ſchlechte Unendlichkeit hinaus“ 358 (O indiſche Religion). In den Übergangsreligionen zur Religion der Freiheit ift „nun das Endliche, das Beſtimmte überhaupt, in die Unendlichkeit aufgenom⸗ men“ 419 (O beſtimmte Religion) 6, 7, 9 (f. Unendliches), 11 (.. beſtimmte Religion). Faſſung des Weſens ſelbſt in der beſtimmten Religion „als Einheit des Un⸗ endlichen und Endlichen, als wahrhafte Macht, als in ſich konkrete Unendlichkeit“ 11 (O beſtimmte Religion). Zur „ſchlecht-unend⸗ lichen“ Endlichkeit der römiſchen Religion 183 (O römiſche Re⸗ ligion) „Von Ewigkeit her« „iſt die Ewigkeit ſelbſt als eine unendliche nach ſchlechter Unendlichkeit vorgeſtellte Zeit, iſt nur Reflexions⸗Un⸗ endlichkeit und Beſtimmung“ 253 (O chriſtliche Religion) Zur ſchlechten Unendlichkeit in den Argumentationen vom Häu⸗ fenden (owgeitns) und Kahlen (palaxods) 139 (O Eubulides) Glockner, Hegel -Lexikon 158 2513
19 1 2 — 0 Unendlichkeit / Ungeduld Spinozas Definition der Unendlichkeit 382, 383, 399 (ſ. Spinoza). Fichtes ſchlechte Unendlichkeit des denkenden Ich 629, 630 und auch des praktiſchen Ich 635 (ſ. Fichte) Anendlich⸗Kleines (Differentialkalkül, Mathematik, unendlicher Progreß, Unendlich-Großes) 24 (O Planet) 120 (O Quantität) 117 (O Werden), 275, 276 (ſ. Unendlich-Großes). Das unendliche Quantum „iſt Quantum als ein Großes oder Kleines, und iſt zu⸗ gleich Nichtſein des Quantums. Das Unendlichgroße und Unend— lichkleine ſind daher Bilder der Vorſtellung, die bei näherer Be⸗ trachtung ſich als nichtiger Nebel und Schatten zeigen“ 289 (O Quantum) „Die Begriffsbeſtimmtheit des mathematiſchen Unendlichen“ 293 bis 337 (. Mathematit). Zur Forderung der Vernachläſſigung der unendlich-kleinen Größe 316, 293, 295, bei Leibniz 316 und Wolff 316, 317. Bedeutung des Unendlich-Kleinen bei Kepler, Valerius, Cavalieri 371, 372, im Differentialkaltül überhaupt 377—389 (ſ. Mathematik). „Es iſt die Abſicht dieſer Anmerkungen (293—389 ſ. Mathematik) geweſen, die affirmativen Beſtimmungen, die bei dem verſchiedenen Gebrauch, der von dem Unendlich-kleinen in der Mathematik gemacht wird, ſozuſagen im Hintergrunde blei— ben, aufzuweiſen und ſie aus der Nebuloſität hervorzuheben, in welche ſie durch jene bloß negativ gehaltene Kategorie gehüllt werden“ 388, 389 (O Mathematik). „In Anſehung des Entſtehens und Vergehens nimmt“ das Vorſtellen „ſeine Zuflucht zur Al: mählichkeit und in Anſehung des Seins zur Kleinheit, worin das Verſchwindende zum Unbemerkbaren, der Widerſpruch zu einer Verwirrung herabgeſetzt, und das wahre Verhältnis in ein unbe— ſtimmtes Vorſtellen hinübergeſpielt wird, deſſen Trübheit das ſich Aufhebende rettet“ 620 (0 Ding) Ungarn (Magyaren, Oſterreich) 447 (O Völkerwanderung), 465 (O Karl d. Gr.), 469 (O Mittel⸗ alter), 542 (O Reformation), 564 (O franzöſiſche Revolution) Ungeduld Ziel iſt „die Einſicht des Geiſtes in das, was das Wiſſen iſt. Die 2514
2 16 18 Ungeduld / unglückliches Bewußtſein Ungeduld verlangt das Unmögliche, nämlich die Erreichung des Ziels ohne die Mittel“ 31. Hat ja auch der Weltgeiſt Geduld gehabt 32 (O Phänomenologie) Unglück 272 (ſ. chriſtliche Religion), 474 (O Gottesbeweiſe) Unglück der römiſchen Welt 585 (O griechiſche Philoſophie) unglückliches Bewußtſein „Das unglückliche Bewußtſein“ 158, 166—181 (O Selbſt⸗ bewußtſein). Seine Abgrenzung vom ſtoiſchen und ffeptifchen Selbſtbewußtſein 166, 167, 171, 571. Das unglückliche Bewußt⸗ ſein iſt ein ſolches, „welches für ſich das gedoppelte Bewußtſein ſeiner, als des ſich befreienden, unwandelbaren und ſich ſelbſt gleichen, und ſeiner als des abſolut ſich verwirrenden und ver— kehrenden, — und das Bewußtſein dieſes ſeines Widerſpruchs iſt“. Es iſt „das Bewußtſein ſeiner als des gedoppelten nur widerſprechenden Weſens“ 166, 167. Seine Stellung zum Weſen und zum Unweſentlichen 167, 168. Beide find ihm „gleichweſent⸗ lich und widerſprechende“ 168. „Es iſt damit ein Kampf gegen einen Feind vorhanden, gegen welchen der Sieg vielmehr ein Unterliegen, das eine erreicht zu haben vielmehr der Verluſt des⸗ ſelben in ſeinem Gegenteile iſt“ 168. „In dieſer Bewegung aber erfährt es eben dieſes Hervortreten der Einzelnheit am Unwan⸗ delbaren, und des Unwandelbaren an der Einzelnheit“ 168 Charakteriſtik der dreifachen Weiſe, wie die Einzelnheit mit dem Unwandelbaren verknüpft ift 168, 169 und wie dieſe Beſtimmun— gen an dem Unwandelbaren erſcheinen 169, 170, vgl. 171. Der Gegenſatz bleibt: dort die Geſtaltung des Un wandelbaren, hier ein undurchſichtiges ſinnliches Eins mit der ganzen Sprödigkeit eines Wirklichen 170. „Die zunächſt äußere Beziehung zu dem ge⸗ ſtalteten Unwandelbaren als einem fremden Wirklichen hat es zum abſoluten Einswerden zu erheben“ 170, 171 Das unweſentliche Bewußtſein ſtrebt das Einsſein mit dem ge: ſtalteten Jenſeits nach den drei Weiſen ſeines Seins auf dreierlei Wegen an: als reines Bewußtſein 171—174, als einzelnes Weſen, welches ſich als Begierde und Arbeit gegen die Wirklichkeit verhält 171, 174-177 und als Bewußtſein ſeines Fürſichſeins 171, 177—181 2515
unglückliches Bewußtſein Das reine Bewußtſein 171—174, 177. Es iſt über Stoizis⸗ mus und Skeptizismus hinaus; „es bringt und hält das reine Denken und die Einzelnheit zuſammen, iſt aber noch nicht zu demjenigen Denken erhoben, für welches die Einzelnheit des Be⸗ wußtſeins mit dem reinen Denken ſelbſt ausgeſöhnt iſt“ 171. Es geht „nur an das Denken hin und iſt Andacht“ 172, hat „Sehn⸗ ſucht“ nach dem Weſen, das unerreichbares Jenſeits iſt 172, 173, 182. „Dem Bewußtſein kann nur das Grab ſeines Lebens zur Gegenwart kommen“ 173, 183. Aber zugleich hat damit das reine Gemüt den Gegenſtand ſeines reinen Fühlens gefühlt, es iſt Selbſtgefühl 173. Damit iſt für uns ein zweites Verhältnis ge⸗ worden 174 Das einzelne Weſen, welches ſich als Begierde und Arbeit gegen die Wirklichkeit verhält 174—177, 171. Dieſe Wirklichkeit ift „eine entzwei gebrochene“, „welche nur einerſeits an ſich nich— tig, andererſeits aber auch eine geheiligte Welt iſt“ 174 und auch das Bewußtſein iſt ebenſo gebrochen in ein Verhältnis zur Wirk— lichkeit und in ein Anſichſein 175. „Von beiden Seiten löſt ſich daher nur eine Oberfläche gegeneinander ab, welche in das Spiel der Bewegung gegen die andere tritt“ 175. Charakteriſtik wie durch dieſe beiden Momente des gegenſeitigen ſich Aufgebens doch wieder der Gegenſatz des Allgemeinen und Einzelnen hervortritt 176, 177 Das Bewußtſein feines Fürſichſeins 177—181, 171. Es hat „ſich als wirkliches und wirkendes Bewußtſein erfahren“, „dem es wahr iſt, an und für ſich zu fein“ 177. „Dies dritte Ver: hältnis . .. iſt die Beziehung der wahrhaften Wirklichkeit auf das allgemeine Weſen als der Nichtigkeit“ 177, 178. Indem wir „eine auf ſich und ihr kleines Tun beſchränkte und ſich bebrütende eben⸗ ſo unglückliche als ärmliche Perſönlichkeit“ ſehen, knüpft ſich „an beides, das Gefühl ſeines Unglücks und die Armlichkeit ſeines Tuns ebenſo das Bewußtſein ſeiner Einheit mit dem Unwandel⸗ baren“ 178, 179. Es gibt den eigenen Entſchluß auf, dann das Eigentum und den Genuß 179 und damit zugleich „das Bewußtſein der innern und äußern Freiheit“ 179, 180, 181. Werden der Vernunft, „der Gewißheit des Bewußtſeins in ſeiner Einzelnheit abſolut an ſich, oder alle Realität zu fein“ 181, 180 (O Selbſt⸗ bewußtſein) 268 (O Vernunft), 372 (O Sittlichkeit) 2516
unglückliches Bewußtſein / Aniverſum „Die Welt des ſich entfremdeten Geiſtes“ 376—414 (ſ. Geiſt). Die Sprache des zerriſſenen Bewußtſeins 399, 401, 402, 403, 404, ſeine Eitelkeit 404, 405 (ſ. Bildung). Die Religion als unglückliches Bewußtſein 407 (O Glaube) Rückblick auf das unglückliche Bewußtſein 517 (O Religion), 574, ſeine Beziehung zu Stoizismus und Skeptizismus 571, 166, 167, 171, ſein Verhältnis zum komiſchen Bewußtſein 572, zum reli⸗ giöfen Bewußtſein 583 (O offenbare Religion) unio mystica 16 338 (O Gemeinde) Unitarier 8 208 Fußn. (O Gefühlstheologie) Univerfalienftreit |. Nominalismus univerſelles Urteil |. Urteil Univerfität 3 „Über den Vortrag der Philoſophie auf Univerſitäten“ 317—324 (ſ. Philoſophieunterricht) 17 19—22 (f. Philoſophiegeſchichte) 20 „Rede beim Antritt des Rektors an der Berliner Univerſität“ 521—527 (. Rektoratsrede). „Rede bei der Promotion des Dr. Roſe“ zu Berlin 528531 (ſ. Roſe, Dr.). „Rede bei der dritten Säkular⸗Feier der Übergabe der Augsburgiſchen Konfeſſion“ 532—544 (ſ. Augsburger Konfeſſion) Univerſum 15 „Die Wiſſenſchaft bildet ein Univerſum der Erkenntnis, das für ſich Gottes nicht bedarf, außerhalb der Religion liegt und mit ihr direkt nichts zu ſchaffen hat“ 32 (O Religion) 18 Ariſtoteles über die Organiſation des Univerſums 336 (j. Ariſto⸗ teles) 19 Giordano Bruno über das Univerſum 234 (f. Bruno). Schellings Auffaſſung vom Univerſum 678 (. Schelling) 2517
D Unmittelbares, Unmittelbarkeit Unmittelbares, Unmittelbarkeit (unmittelbare Religion, unmittel⸗ bares Wiſſen) „Das Wiſſen, welches zuerſt oder unmittelbar unſer Gegenſtand iſt, kann kein anderes fein, als dasjenige, welches ſelbſt unmittelbares Wiſſen, Wiſſen des Unmittelbaren oder Seienden iſt“ 81 (O Bewußtſein) „Die Unmittelbarkeit hat die widerſprechende Bedeutung, die be⸗ wußtloſe Ruhe der Natur, und die ſelbſtbewußte unruhige Ruhe des Geiſtes zu ſein“ 367 (O Sittlichkeit) Das unmittelbare Kunſtwerk 538 (f. Kunſtreligion) 5 Das unmittelbare Urteil als Urteil des Daſeins 74, 75—91 (ſ. Ur⸗ E 12 15 teil). Rückblick auf die bisher in der Logik vorgekommenen For⸗ men der Unmittelbarkeit 176. „Sein iſt überhaupt die erſte Un⸗ mittelbarkeit, und Daſein dieſelbe mit der erſten Beſtimmtheit. Die Exiſtenz mit dem Dinge die Unmittelbarkeit, welche aus dem Grunde hervorgeht, — aus der ſich aufhebenden Vermittelung der einfachen Reflexion des Weſens. Die Wirklichkeit aber und die Subſtantialität iſt die aus dem aufgehobenen Unterſchiede der noch unweſentlichen Eriftenz als Erſcheinung und ihrer Weſent— lichkeit hervorgegangene Unmittelbarkeit. Die Objektivität end⸗ lich iſt die Unmittelbarkeit, zu der ſich der Begriff durch Auf: hebung ſeiner Abſtraktion und Vermittelung beſtimmt“ 176, 177 (O Objektivität) Verhältnis der Unmittelbarkeit und Vermittelung im Bewußtſein zueinander 570 (f. Syſtem). „Das Fürſichſe in als Beziehung auf ſich ſelbſt iſt Unmittelbarkeit“ 227 [P. St. 6, 60] (O Eins) „Das Unmittelbare halten die Menſchen oft für das Vorzüg— lichere, beim Vermittelten ſtellt man ſich das Abhängige vor; der Begriff hat aber beide Seiten, er iſt Vermittelung durch Auf⸗ hebung der Vermittelung, und ſo Unmittelbarkeit“ 58 (O Natur) Bedeutung der Form der Unmittelbarkeit für das Ideal des Kunſtſchönen 249 (0 Weltzuſtand) 59—64 (f. unmittelbares Wiſſen). Das Gerede von der Unmittelbarkeit im Schulgeſchwätz derer, die gegen die Religionsphiloſophie ſtreiten 73 (O Religionsphiloſophie). „Der Geiſt iſt überhaupt nicht unmittelbar, unmittelbar ſind die natürlichen Dinge“ 90 (O beſtimmte Religion) 2518
15 1 E 19 Unmittelbares, Unmittelbarkeit Auseinandertreten der Allgemeinheit und der Beſtimmung der Unmittelbarkeit 136 (O Gefühl). „Die Unmittelbarkeit iſt die Hauptkategorie der Vorſtellung, wo der Inhalt gewußt wird in ſeiner einfachen Beziehung auf ſich. Für das Denken gibt es nur ſolches, in dem weſentlich die Vermittlung iſt“ 171 (O Vorſtel⸗ lung). „Die Unmittelbarkeit iſt weſentlich ſelbſt vermittelt“ 174. „Unmittelbarkeit heißt Sein überhaupt, dieſe einfache Beziehung auf ſich: es iſt unmittelbar, inſofern wir das Verhältnis ent— fernen“ 174, 175. „Unmittelbares Wiſſen ift, wo wir das Bewußt ſein der Vermittlung nicht haben, vermittelt aber iſt es. Gefühle haben wir, das iſt unmittelbar, haben Anſchauung, das erſcheint unter Form der Unmittelbarkeit“ 175 (O unmittelbares Wiſſen) Entwicklung des ſich realiſierenden Begriffs der Religion aus der Unmittelbarkeit und über ſie hinweg 272, 273. „Die Unmittel— barkeit iſt das Natürliche: das Bewußtſein iſt aber Erheben iiber die Natur“ 273 (O unbeftimmte Religion) Ablehnung von unmittelbarer Schau 289, 290, 291 und auch des „unmittelbaren Willens“, „welcher in der Einzelnheit und End⸗ lichkeit ſtehen bleibt, der das Einzelne als ſolches will“ 292 (O un⸗ mittelbare Religion) „Unmittelbar und abſtrakt find gleich. Das Unmittelbare iſt das Sein, im Denken iſt ebenſo das Unmittelbare das Abſtrakte, das ſich noch nicht vertieft hat in ſich und ſich dadurch noch nicht durch weiteres Reflektieren erfüllt, konkret gemacht hat“ 329, 330 (O be: ſtimmte Religion) Die göttliche Idee hat ihre Unmittelbarkeit im Gottesſohn 282, 283. „Das Göttliche muß in der Form der Unmittelbarkeit er⸗ ſcheinen“ 285 (O chriſtliche Religion) Kritik der Anſicht, das Glauben ſei ein unmittelbares Wiſſen 380. Es gibt „keine dem Geiſte zukommende Tätigkeit, Eigenſchaft oder Zuſtand, was nicht vermittelt und vermittelnd wäre“ 380, 381, 382. Iſt die Unmittelbarkeit „die einfache Beziehung auf ſich ſelbſt, ſo iſt ſie in ihrer ſelbſt unmittelbaren Weiſe nur Sein“ 382. „Das Unmittelbare aber iſt die aufgehobene Vermittelung, oder das, worin die ſich aufhebende Vermittelung übergeht, das, zu dem ſie ſich aufhebt“ 461 (O Gottesbeweiſe) Descartes’ Ablehnung alles Unmittelbaren 337 (. Descartes) 546, 547, 548 (ſ. Jacobi) 2519
DD a unmittelbare Religion unmittelbare Religion (Naturreligion, Unmittelbares, unmittelbares Wiſſen) „Die unmittelbare und alſo natürliche Religion“ 525 (O Religion) „Natürliche Religion“ 526—535 (O Religion). Charakte⸗ riſtik des den Geiſt wiſſenden Geiſtes, ſeines Seins, ſeines Für⸗ ſichſeins und ſeiner Beſtimmtheit der Geſtalt 526. Die Beſtimmt⸗ heit der Geſtalt unterſcheidet die Religionen voneinander 526. Ziel iſt, den Unterſchied zwiſchen Bewußtſein und Selbſtbewußt⸗ ſein des Geiſtes aufzuheben 526, 527. „Der Charakter einer jeden Religion iſt durch die beſondere Einheit des Bewußtſeins und des Selbſtbewußtſeins beſtimmt“ 527, 528 a) „Das Lichtweſen“ 528—530. Charakteriſtik des reinen alles enthaltenden und erfüllenden Lichtweſens 528, 529. Seine Finſternis, Lichtgüſſe, Feuerſtröme, ſeine Maßloſigkeit und Er⸗ habenheit 529, 530 b) „Die Pflanze und das Tier“ 530-531. „Die Unſchuld der Blumenreligion, die nur ſelbſtloſe Vorſtellung des Selbſts iſt, geht in den Ernſt des kämpfenden Lebens, in die Schuld der Tierreligion, die Ruhe und Ohnmacht der anſchauenden Indivi⸗ dualität in das zerſtörende Fürſichſein über“ 530, 531 c) „Der Werkmeiſter“ 531—535. Seine erſte Form iſt der Kriſtall der Pyramide, der Obelisken 531, 532. Die Trennung des Anſichſeins und Fürſichſeins wird im Werk des arbeitenden Geiſtes gegenſtändlich 532. Das nächſte Ziel iſt die äußere Wirk: lichkeit, den Leib zur beſeelten Form auszubauen 532. Das Pilanzenleben, in ſeiner Form der ſtrengeren und allgemeinern des Gedankenlebens angenähert, wird die Wurzel der freien Archi— tektur 533. Die Tiergeſtalt wird „die Hieroglyphe einer andern Bedeutung, eines Gedankens“; aber es fehlt ihm die Sprache 533. Die tönende Sphinx 533, 534, der „ſchwarze formloſe Stein“ 534. „Dieſem äußern Selbſt der Geſtalt ſteht die andere gegen⸗ über, welche anzeigt, ein Inneres an ihr zu haben“ 534. „Beides 15 zu vereinigen“ 534, 535. Der Geiſt wird Künſtler 535 (O Re: igion) 175, 176, 177—183 (f. unmittelbares Wiſſen). In der natürlichen, unmittelbaren Religion iſt keine „Entzweiung des Bewußtſeins in ihm ſelbſt“ 273, 274. Sie iſt „Einheit des Geiſtigen und Natür⸗ 2520
15 unmittelbare Religion lichen und in dieſer noch natürlichen Einheit iſt hier Gott gefaßt“ 274, 275 (O beſtimmte Religion) „Die unmittelbare Religion“ 279—324 (O beſtimmte Religion), 96, 97. Die unmittelbare Religion iſt ſoviel wie natür⸗ liche Religion, und „dieſe trifft mit der Naturreligion zuſammen, inſofern man in dieſer den Gedanken heraushebt“ 279, 274, 275. Die Naturreligion 279, 280, 295 (ſ. Naturreligion). Kritik daran, daß man in neuerer Zeit natürliche Religion und Deismus zu— ſammenſtellt 279, 280 Ablehnung der Vorſtellung, die unmittelbare Religion ſei „die wahrhafte, vortrefflichſte, göttliche“, geſchichtlich erſte und der Vorſtellung eines religiöſen, unſchuldigen Naturzuſtandes 280, 281, 282, 283, 285 (f. Naturzuftand), 290, 291, 293, 295. „Der Begriff, das Anſich, iſt nicht Zuſtand, Exiſtenz, ſondern die Realiſierung des Begriff macht erſt Zuſtände, Exiſtenz, und dieſe Reali⸗ fierung muß von ganz anderer Art fein, als was jene Beſchrei⸗ bung vom Paradies enthält“ 284. Der Weg des Geiſtes iſt „ſich aus ſeinem Verſenktſein in die Natur herauszuziehen, ſich zu entzweien mit der Natur“ und Ziel iſt die „ſelbſtbewußte, wahre Einigkeit“ 284. Der Menſch muß ſchuldig werden 284, 285. Er iſt im tieriſchen Zuſtande wild, böſe, ſo, wie er nicht ſein ſoll 285, 287 Erklärung des bibliſchen Sündenfalls 285, 286 (ſ. Sündenfall). Zur Vorſtellung des verlorenen Paradieſes 287, 288 (ſ. Paradies). Kritik an dem „beliebten wohlklingenden Ausdruck“ der „Ein⸗ heit des Menſchen mit der Natur“ 288. Bedeutung des Klimas für die Sitte eines primitiven Volkes 288, Bedeutung der inſu— laren Lage 289. Richtig iſt, daß der primitive Menſch die Qualität der Dinge, alſo ihre natürliche, endliche Seite richtiger erfaſſe 289, 290, die Signatura rerum 289, auch die „einzelnen Begeben⸗ heiten“ 290, aber „das wahre Herz der Welt vermag nicht der Schlummer des Geiſtes uns zu offenbaren“ 291. Das Denken iſt die Vermittlung 291 (f. Denken). „Das Wiſſen der wahrhaften Natur iſt ein vermitteltes Wiſſen und nicht das unmittelbare“ 292. Das Gleiche gilt vom Willen 292 (ſ. Wille). Es beſteht die Gefahr, ein Ideal mit der Beſtimmung von Zukünftigem oder Vergangenem auszuſtatten 293, 280, 283, 284. „Um die Roſe im Kreuz der Gegenwart zu pflücken, dazu muß man das Kreuz ſelbſt auf ſich nehmen“ 293 2521
1 a 2 unmittelbare Religion / unmittelbares Wiſſen „Endlich hat man auch geſucht, die Idee von einem ſolchen Anfang des Menſchengeſchlechts hiſtoriſch nachzuweiſen“ 293, 294. Geſchichtliche Konſtruktion von großer vergangener indiſcher Kultur 294, 295 Charakteriſtik der Naturreligion 295 (ſ. Naturreligion). „Die erſte Beſtimmung, der Anfang der Naturreligion iſt alſo, daß der Geiſt iſt in unmittelbar einzelner Weiſe der Exiſtenz“ 295. Die Natur⸗ religion in ihrem Anfange als unmittelbare Religion iſt „die Religion des Geiſtigen, aber in ſeiner Außerlichkeit, Natürlichkeit, Unmittelbarkeit“ 296, z. B. als „dieſer gegenwärtige Menſch“ 296. Die Macht als Geiſtiges hat ſich vom Natürlichen noch nicht unterſchieden 297, iſt unbeſtimmte Macht 295. Die Macht fällt noch in den Menſchen 297. Wir haben keine Möglichkeit, uns in dieſe Religionen hineinzuempfinden 297, 298. Hier ſtellt der Menſch „noch keine theoretiſche Frage“, auch iſt er „noch ungeteilt in Rückſicht auf ſein Wollen“ 298. „Es iſt nur das erſte wilde Be⸗ ruhen des Geiſtes auf ſich“ 298. Furcht iſt wohl vorhanden; die vor der Naturgewalt. Es iſt „noch nicht die Furcht, die wir reli⸗ giöſe nennen könnten, denn dieſe hat ihren Sitz in der Freiheit“ 299, 298 (f. Furcht). Die Furcht vor der Naturmacht ſchlägt um in Zauberei 299 a) —c) „Die Zauberei“ 299—324 (. Zauberei). „Die allge⸗ meine Beſtimmung dieſes erſten ganz unmittelbaren Stand— punktes iſt, daß das menſchliche Bewußtſein, dieſer Menſch in ſeinem Willen als Macht über das Natürliche gewußt wird“ 301, 305 (O beſtimmte Religion) unmittelbares Wiſſen (Gefühl, Gefühlstheologie, unmittelbare Religion, unmittelbares, vermitteltes Wiſſen) Kritik an dem jetzigen Standpunkt des Geiſtes, dem das Wahre als „unmittelbares Wiſſen des Abſoluten“ erſcheint 15—18, 30 (ſ. Phänomenologie) Das religiöſe Wiſſen „von dem Abſoluten iſt ſelbſt ein abſolutes und unmittelbares Wiſſen und kann nicht etwas Endliches zu ſeinem poſitiven Grunde haben oder durch etwas, das es nicht ſelbſt iſt, als einen Beweis vermittelt ſein“ 97 (O Religionslehre) „Der Anfang der Philoſophie muß entweder ein Vermitteltes oder Unmittelbares ſein, und es iſt leicht zu zeigen, daß es weder 2522
E unmittelbares Wiſſen das Eine noch das Andere ſein könne“ 69, 70. Hinweis auf 8, 164—184 f. u. 70, 71 (O Sein) 131 (O Dafein) 9 (O Enzyklopädie) [P. St. 8, 7]. Nach Jacobi iſt die Vernunft, „indem ſie als Leben und Geiſt weſentlich die Vermittlung iſt, un⸗ mittelbares Wiſſen nur als Aufheben jener Vermittlung“ 320. „Das Erkennen, als Aufhebung der Vermittlung, iſt eben damit unmittelbares Erkennen“ 320, 321 (ſ. Jacobi) Stellungnahme zu dem „unmittelbaren Wiſſen“ 7 (O Enzyklo⸗ pädie) [P. St. 6, 9], 10 9 (ſ. Syſtem), 17 (O Philoſophiegeſchichte), 47 g, 56 8 (O Syſtem). Die abſolute Unzertrennlichkeit des Ge⸗ dankens Gottes von ſeinem Sein wurde in der Anſicht des un⸗ mittelbaren Wiſſens oder Glaubens wieder hergeſtellt 1518 (O Kritizismus), vgl. 169 O, 179 g, 1818 [15, 59, 60, 62, 134, 135, 173] „Das unmittelbare Wiſſen“ als „dritte Stellung des Denkens zur Objektivität“ 164—184 g (O Logik) 8 618 Gegenüberſtellung der kritiſchen Philoſophie als ſubjektiv und mit der letzten unüberwindlichen Beſtimmung der abſtrakten Allgemeinheit dem „Denken als Tätigkeit nur des Beſondern“ 164, 165 8 628 „Das Denken als Tätigkeit des Beſondern hat nur die Kategorien zu ſeinem Produkte und Inhalte“ 164. So erklärt ſich auch ſeine Wendung gegen die Gottesbeweiſe 164 [16, 377, 378, 382, 428, 485, 491 f. Gottesbeweife]. Er bringt feinen Gegenſtand in die Form des Bedingten und Vermittelten 164, 165, 357, auch Gott 165, 168. Damit werden „die Denkbeſtimmungen überhaupt für Anthropopathismus“ erklärt 165, 171. Jacobis Faſſung des Denkens 165, 166 (ſ. Jacobi). Lalande 166 8639 Die Vernunft iſt das Wiſſen von Gott. Sie iſt unmittelbares Wiſſen, Glaube 166. „Wiſſen, Glauben, Denken ſind die auf dieſem Standpunkte vorkommenden Kategorien“ 166, 167. Ihre Anwendung 167, 168. Unterſchied dieſes Glaubens vom „chriſtlich-religiöſen Glauben“ 168 8 640 Das unmittelbare Wiſſen weiß nicht mehr, als „daß im Bewußtſein mit der Vorſtellung von Gott unmittelbar und uns zertrennlich die Gewißheit ſeines Seins verbunden iſt“ 169. Die Philoſophie ſtimmt hierin mit ihm überein 169. Das unmittelbare 2523
x unmittelbares Wiſſen Wiſſen unterſcheidet ſich aber durch ſeine ausſchließende Stellung 170, 171. Erklärung von Descartes' cogito ergo sum 170, 171, 181, 182, welcher Satz ebenfalls die „Unzertrennlichkeit meiner als Denkenden vom Sein“ ausdrückt 171. Zitat aus Hothos Differtation 170, 171. Jacobi 171 8 65 8 Dieſer Standpunkt iſoliert das unmittelbare Wiſſen und ſchließt die Vermittlung aus, wenn es gilt, die Wahrheit zum Inhalte zu haben 171. Sein Standpunkt des Entweder — Oder 171. Kritik hieran 171, 172 § 669 Alle ſogenannte Unmittelbarkeit iſt nur ſcheinbar un: mittelbar, in Wahrheit iſt ſie „Produkt und Reſultat des ver— mittelten Wiſſens“ 172, 173 [15, 207] § 67 „Das unmittelbare Wiſſen von Gott, vom Rechtlichen, vom Sittlichen“ iſt „ſchlechthin bedingt durch die Vermittlung, welche Entwicklung, Erziehung, Bildung heißt“ 173. Ahnliches gilt für die ſogenannten „angeborenen Ideen“ 173, 174 Zuſatz. Die platoniſche Erinnerung an die Ideen ſchließt die Ent— wicklung deſſen, was an ſich im Menſchen iſt, nicht aus 174, 173 § 68 8 Die Vermittelung kann als nur äußerlicher, empiriſcher Zuſammenhang genommen werden. Sie iſt aber auch vorhanden, wenn das unmittelbare Wiſſen als ein Erheben über das Sinn: liche gefaßt wird 174, 175. Die ſogenannten Gottesbeweiſe drük— ken dieſe Erhebung aus 175 § 698 Der in 8 64 bezeichnete Übergang von der ſubjektiven Idee zum Sein zeigt in ihm ſelbſt, entgegen der Behauptung, die Vermittlung 175 § 70 8 Es iſt „weder die Idee als ein bloß ſubjektiver Gedanke, noch bloß ein Sein für ſich das Wahre“. Die eine der Beftimmungen hat nur durch die andere vermittelt Wahrheit 176 $ 710 Eine Folge der Einſeitigkeit des Standpunkts vom un« mittelbaren Wiſſen iſt, daß das ſubjektive Wiſſen die Grundlage der Wahrheit ſein ſoll 176, 177. Der Consensus gentium, aufge⸗ führt in den Beweiſen vom Dafein Gottes, die Übereinſtimmung aller ſagt demgegenüber wenigſtens aus, „daß das Bewußtſein des Einzelnen zugleich ein Beſonderes, Zufälliges iſt“ 177, 178 8 720 Eine zweite Folge ift, „daß aller Aberglaube und Götzen⸗ dienſt für Wahrheit erklärt wird“ 178, 179 8 73 2 „Endlich ſoll das unmittelbare Wiſſen von Gott ſich nur darauf erſtrecken, daß Gott iſt, nicht was Gott iſt.“ Damit iſt „die 2524
unmittelbares Wiſſen 8 Religion in ihrem Inhalte auf ihr minimum reduziert“ 179, 177-178 Fußn. § 740 Die Form der Unmittelbarkeit iſt ſelbſt einſeitig. „Sie gibt dem Allgemeinen die Einſeitigkeit einer Abſtraktion, ſo daß Gott zum beſtimmungsloſen Weſen wird“ 179 und gibt „dem Beſondern die Beſtimmung zu ſein, ſich auf ſich zu beziehen“ 180. Alſo wird wieder „die abſtrakte Beziehung⸗auf⸗ſich, die abſtrakte Identität zum Prinzip und Kriterium der Wahrheit“ 180 Zuſatz. Die Einſeitigkeit der Form der Unmittelbarkeit teilt ſich jedem Inhalt mit 180. Gott wird ein ſchlechthin beftimmungsloſes Weſen 181 8758 Das Ergebnis dieſer Unterſuchung iſt, daß es ebenſowenig ein unmittelbares Wiſſen gibt, als es ein Denken geben kann, das nur an durch anderes vermittelten Beſtimmungen fortgeht 181. Die Logik ſelbſt und die ganze Philoſophie iſt Beiſpiel eines Er⸗ kennens, „das weder in einſeitiger Unmittelbarkeit noch in ein⸗ ſeitiger Vermittlung fortgeht“ 181 8 76 0 Zur Übereinftimmung zwiſchen dem unmittelbaren Wiſſen und der Philoſophie Descartes': 1. in beiden wird die einfache Untrennbarkeit des Denkens und Seins des Denkens behauptet 181 2. in beiden iſt von der Vorſtellung von Gott ſeine Exiſtenz un⸗ zertrennlich 182 3. in beiden iſt das unmittelbare Bewußtſein von der Exiſtenz äußerer Dinge nichts anderes als das ſinnliche Bewußtſein 182. Kritik hieran 182, 183 8 770 Zu den Unterſchieden beider Standpunkte: 1. „Die carteſiſche Philoſophie geht von dieſen unbewieſenen und für unbeweisbar angenommenen Vorausſetzungen fort zu weite— rer entwickelter Erkenntnis“ 183 2. Der moderne Standpunkt ändert an der Methode Descartes’ nichts, verwirft aber „alle Methoden für das Wiſſen von dem, was ſeinem Gehalte nach unendlich iſt“ 183. Sein „Moralitäts⸗ Eigendünkel und Hochmut des Empfindens“ und fein Räſonne— ment 183 § 78 Der Gegenſatz von einer ſelbſtändigen Unmittelbarkeit und einer ebenſo ſelbſtändigen Vermittlung iſt eine bloße Vor⸗ ausſetzung und Verſicherung 183, 184 Als eine Einleitung, worin die Nichtigkeit ſolcher Vorausſetzungen 2525
unmittelbares Wiſſen 8 dargetan würde, böte ſich der Skeptizismus an. Er wäre ein Um⸗ weg 184 [P. St. 6, 48, 49] (O Logik) Das Prinzip des unmittelbaren Wiſſens und Glaubens hat das aſſertoriſche Urteilen ſelbſt in der Philoſophie zur Geltung ge— bracht 3818 (O Urteil) 10 Inhaltsloſigkeit des unmittelbaren Wiſſens von Gott 2668 (O Bewußtſein) 15 „Die Philoſophie und das unmittelbare Wiſſen“ 59—64 (O Religionsphiloſophie). In der neueren Theologie iſt „alle objektive Beſtimmtheit in die Innerlichkeit der Subjektivität zuſammengefallen“ 59. Es herrſcht die Überzeugung, „daß im Geiſte als ſolchem unmittelbar mit dem Bewußtſein ſeiner ſelbſt das Bewußtſein von Gott ſei“ 59, 60 a) Dieſe Vorſtellung enthält die Beſtimmung, daß der höchſte, der religiöſe Inhalt ſich im Geiſte ſelbſt kundgibt, und zwar „in dieſem meinem Geiſte“ 60. Dies Prinzip, wonach „alle äußere Autorität“ wegfällt, iſt „das einfache Prinzip des philoſophiſchen Erkennens ſelbſt“ 60, 61 b) Aber das Prinzip des unmittelbaren Wiſſens „tritt nun polemiſch gegen das Erkennen auf“, ſchließt die „andere Beſtimmung der Vermittelung“ aus und bekämpft die Philoſophie als „ver⸗ mitteltes Wiſſen“ 61. Das Wiſſen ſoll dabei ſtehen bleiben, daß Gott iſt, nicht was er iſt 61, 62. Definition des Erkennens 61 (f. Erkennen). „Wir können nur unſre Beziehung zu Gott wiſſen, nicht, was Gott ſelbſt iſt“ 62 c) Dem iſt zu entgegnen, daß wenn Gott in Beziehung auf das Bewußtſein ausgeſprochen iſt, „dieſe Beziehung ein Untrenn— bares iſt“, und wir beides betrachten müſſen 62, 63. Die weſent⸗ liche Beziehung aber zwiſchen beiden iſt „die philoſophiſche Idee ſelbſt“ 63. „Der Geiſt iſt für den Geiſt“ 63. „Ein Geiſt geht durch die Wirklichkeit und durch das philoſophiſche Denken“ 64 (O Re: ligionsphiloſophie) Unmittelbares Wiſſen von Gott als eine Form des Gefühls 131 bis 137 (ſ. Gefühl). „Unmittelbares Wiſſen iſt nichts anderes als Denken ganz abſtrakt genommen“ 132, 133. „Unmittelbares Wiſ⸗ ſen von Gott iſt unmittelbares Wiſſen von einem Gegenſtand, der ganz allgemein iſt, ſo daß nur das Produkt unmittelbar iſt; es iſt alſo Denken von Gott, denn Denken iſt die Tätigkeit, für 2526
15 unmittelbares Wiſſen welche das Allgemeine iſt“ 133. „Das Wiſſen von Gott will alſo nichts ſagen als, ich denke Gott“ 134, 135 (O Gefühl) „Das unmittelbare Wiſſen und die Vermittlung“ 171, 172—183 (O Denken). Allgemeine Anſicht iſt, „das Wiſſen von Gott ſei nur auf unmittelbare Weiſe“, und das vermittelte Wiſſen verderbe dieſe Sicherheit 172. „Aber Unmittelbarkeit und Vermittlung des Wiſſens ſind eine einſeitige Abſtraktion, das eine wie das andere“ 172 a) Zum vermittelten Wiſſen gehört das Schließen, die Form der Reflexion 172. Das unmittelbare Wiſſen entſernt alle Unter⸗ ſchiede, hat nur ein Einſaches 172. Unmittelbares Wiſſen iſt empi⸗ riſches Wiſſen: ich weiß es eben, das iſt Tatſache des Bewußtſeins; ich ſinde in mir die Vorſtellung Gottes und daß er iſt 173. Zum vermittelten Wiſſen gehört Wiſſen der Notwendigkeit, der Ab— hängigkeit 173. „Die höhere Vermittlung des Begriffs, der Ver: nunft iſt eine Vermittlung mit ſich ſelbſt“ 173, 174 8) Verhalten wir uns auf äußerliche, empiriſche Weiſe, fo gibt es gar nichts Unmittelbares, „die Unmittelbarkeit iſt weſentlich ſelbſt vermittelt“ 174. Beiſpiele 174. „Unmittelbarkeit heißt Sein über⸗ haupt, dieſe einfache Beziehung auf ſich: es iſt unmittelbar, infoſern wir das Verhältnis entfernen“ 174, 217. „Die Wahrheit des Seins iſt das Werden“ 174, 175 „Unmittelbares Wiſſen iſt, wo wir das Bewußtſein der Vermitt⸗ lung nicht haben, vermittelt aber iſt es“ 175. „Wiſſen iſt ganz einfach, aber ich muß Etwas wiſſen: bin ich nur Wiſſen, ſo weiß ich gar nichts“ 175. Das gleiche gilt vom religiöſen Wiſſen; es iſt „weſentlich ein vermitteltes“ 175. Poſitive Religion iſt ohnehin „geoſfenbart“ 175 Dennoch iſt an dem großen Grundſatz ſeſtzuhalten: „wir wiſſen unmittelbar von Gott, das iſt eine Offenbarung in uns“ 176. Zu Platons Anſicht, der Menſch lerne nichts, er erinnere ſich nur 176. „Der Geiſt gibt Zeugnis dem Geiſt, dies Zeugnis iſt die eigne innere Natur des Geiſtes“ 176. „Ich als religiös Wiſſender bin nur ein ſolcher vermittelſt dieſes Inhalts“ 177 y) Das religiöſe Wiſſen iſt nicht nur „als einfache Beziehung von mir auf den Gegenſtand, ſondern dies Wiſſen iſt ein viel kon⸗ kreteres: dieſe ganze Einſachheit, das Wiſſen von Gott, iſt Be⸗ wegung in ſich, näher Erhebung zu Gott“ 177 (ſ. Erhebung) Betrachtung des Verhältniſſes des Wiſſens von Gott in ſich ſelbſt 2527
15 1 S unmittelbares Wiſſen 177—183. Das Wiſſen 177, 178 (ſ. Wiſſen). Ich und Gott find voneinander verſchieden 178. „Beide ſind verſchieden und es iſt eine Einheit, worin Beide durch ein Drittes in Eins geſetzt ſind: das iſt Schluß“ 178. „Die nähere Form des Wiſſens von Gott kommt unter der Form von Beweiſen vom Daſein Gottes vor: dies iſt das Wiſſen von Gott als ein vermitteltes vorgeſtellt“ 178 Die drei verſchiedenen Arten des Beweiſens ſind: Aufweiſen eines ganz äußerlichen, mechaniſchen Zuſammenhangs 179, aufweiſen von Zuſammenhängen, die in der Sache, dem Inhalt ſelbſt liegen 180. Die Geometrie 180 (ſ. Geometrie). Solches Beweiſen iſt für das Sein Gottes unangemeſſen 181. Gott iſt ja „gerade das Nicht⸗ abgeleitete, ſchlechthin an und für ſich Seiende“ 181 Die menſchliche Vernunft ſagt ſich: „weil das Endliche ein Zufälliges iſt, muß ein an und für ſich Notwendiges fein, welches Grund dieſer Zufälligkeit iſt“ 181, 182. „Das iſt, was man nennt, die Weisheit Gottes in der Natur bewundern“ 182. „Wenn man meint, falls die Form der Beweiſe vom Daſein Gottes beſtritten wird, dieſe auch ihrem Inhalt nach antiquiert zu haben, ſo irrt man ſich“ 182, 183 (O Denken) Das „unmittelbare Wiſſen“ von Gott iſt Reſultat vieler Vermitt⸗ lungen 207. „Das Reſulat iſt es, das ſich zum Unmittelbaren macht, als Unmittelbares erſcheint“ 207 (O Endlichkeit). Vergleich des unmittelbaren Wiſſens von Gott mit der Glaubensgewißheit im Kultus 223 (ſ. Glaube), 225, 226 (O Glaube) 289, 290, 291 (ſ. unmittelbare Religion), 335 (O beſtimmte Re— ligion) 197 (O abſolute Religion). Herrſchaft des unmittelbaren Wiſſens in unſerer Zeit 366. Das Mangelhafte in der Erkenntnis der Gottesbeweiſe führte dazu, „ein beweisloſes, unmittelbares BWifſen, ein erkenntnisloſes Glauben, gedankenloſes Fühlen für die einzige Weiſe auszugeben, die göttliche Wahrheit zu faſſen“ 377, 370, 378 Beziehung des unmittelbaren Wiſſens zu den Gottesbeweiſen 377, 378, 380, 381, 382, 428, 485, 491 (f. Gottesbeweiſe) Verwandtſchaft des unmittelbaren Wiſſens mit dem Gefühl 384. Das unmittelbare Wiſſen ſpricht „ſelbſt mit der Frucht von dem Baum der Erkenntnis im Munde“ 393, ſein Begriff von Gott 441, von der Unendlichkeit 491. „Der Heerſtraßen⸗Grundſatz vom 2528
unmittelbares Wiſſen / Unorganiſches 16 ſogenannten unmittelbaren Wiſſen“ 454. „Jacobi, der Anführer 1 1 1 2 1 7 8 9 = = 6 der Partei des unmittelbaren Wiſſens, des Glaubens“ 512 (O Gottesbeweiſe) Ausſchluß des unmittelbaren Wiſſens aus der Philoſophie⸗ geſchichte 126, 127 (O Philoſophie). Bedeutung des unmittelbaren Wiſſens in neuerer Zeit 142 (O chriſtliche Religion) „Daß Gott iſt, wiſſen wir unmittelbar in uns“ 45 (O Sokrates) 143 (O Stilpo). Zur „modernen unmittelbaren Offenbarung des Subjekts“ 574, 560, 577 (O Sextus Empiricus) Jacobis Faſſung des „Unbedingten“, „Übernatürlichen“, des „un: mittelbaren Wiſſens“ 543, 542, 541. „Das unmittelbare Wiſſen iſt das natürliche, das ſinnliche Wiſſen; und wenn der Menſch dazu gekommen iſt, von Gott zu wiſſen als nur Gegenſtand des Geiſtes, ſo iſt dies Reſultat vermittelt durch Lehre, durch lang fortgeſetzte Bildung“ 547, 548, 549. Es iſt ein „Mangel der einfachen Re⸗ flexion, nicht zu wiſſen, daß das Allgemeine nicht im unmittel⸗ baren Wiſſen iſt, ſondern eine Folge iſt der Bildung, der Er⸗ ziehung, der Offenbarung des Menſchengeſchlechts“ 547. „Das Unmittelbare ift das Natürliche“ 547, 549 (O Jacobi) Bedeutung des unmittelbaren Wiſſens bei einigen Nachfolgern Fichtes 643, 644 (ſ. Fichte). In der Philoſophie Schellings iſt das unmittelbare Wiſſen als intelligente Anſchauung zum Prinzip gemacht 654, 655, 666. Doch iſt es hier „ſich in ſich vermittelnd“ 655 (ſ. Schelling) Vergleich der vierten Stufe der Yogalehre mit dem Zuſtand der abſoluten Unmittelbarkeit des Wiſſens 108, 109 (O Humboldt, Wilh. v.) 316 (O Hegel) Unorganiſches „Phyſik des Unorganiſchen“ 196—197 (. Phyſik) Geſtalt des Unorganiſchen 269 0, 2708 (j. Geſtalt). Übergang des Unorganiſchen in das Organiſche im Prozeß der organiſchen Aſſimilation 646648 2 (ſ. Tier) Zur Frage, wie paßt das Unorganiſche zur organiſchen Natur 528, 529 (s. Gottesbeweiſe) Glockner, Hegel-Lexikon 159 2529
1 1 -1 0 D = Unrecht / Anſchuld Unrecht (Recht — Unrecht) „Das Unrecht“ 92, 142—163 (O Recht) § 82 „Im Vertrage iſt das Recht an ſich als ein Geſetztes, feine innere Allgemeinheit als ein Gemeinſames der Willkür und be— ſonderen Willens“ 142. Dieſe Erſcheinung des Rechts „geht im Unrecht zum Schein fort, — zur Entgegenſetzung des Rechts an ſich und des beſonderen Willens, als in welchem es ein beſonderes Recht wird“ 142, 143. Der Schein 143 (ſ. Schein). Das Recht ſtellt ſich durch Negieren dieſes Scheins wieder her 142, 143 8 83 Charakteriſtik des unbefangenen oder bürgerlichen Unrechts, des Betrugs und Verbrechens 143, 144 Zuſatz. Unterſchied zwiſchen Betrug und Verbrechen 144 A. „Unbefangenes Unrecht“ 144—146 § 84 Möglichkeit der Rechtskolliſionen, indem verſchiedene Per— ſonen dieſelbe Sache, jede aus ihrem beſonderen Rechtsgrund, für ihr Eigentum anſieht 144 § 85 Der bürgerliche Rechtsſtreit „betrifft nur die Subſumtion der Sache unter das Eigentum des Einen oder des Anderen; — ein ſchlechtweg negatives Urteil“ 145 8 86 „In den Parteien iſt die Anerkennung des Rechts mit dem entgegengeſetzten beſonderen Intereſſe und eben ſolcher Anſicht verbunden“ 145 Zuſatz. „Dies erſte Unrecht negiert nur den beſonderen Willen, während das allgemeine Recht reſpektiert wird, es iſt alſo das leichteſte Unrecht überhaupt“ 145, 146 B. „Betrug“ 146—147 (f. Betrug) 6. „Zwang und Verbrechen“ 147—161 (f. Verbrechen) Rückblick auf das Unrecht als Entwicklungsmoment des Begriffs der Freiheit 162 (O Recht) „Das Recht gegen das Anrecht“ 388-391 [P. St. 6, 284—287 (. Recht — Unrecht) 285 (ſ. Kolliſion), 299 (0 Handlung) Anſchuld (Naturzuſtand, Sündenfall) Die Unſchuld der Kinder iſt noch nicht Moralität 45, 51 (O Propädeutik). „Die Unſchuld als ſolche hat keinen moraliſchen Wert“ 71 (0 Staatsgeſellſchaft) 2530
4 8 9 10 11 15 16 er 11 Anſchuld / Unſterblichkeit Die Unſchuld, als Mangel ſowohl des Guten als des Böfen, iſt weder poſitiv noch negativ 543 (O Widerſpruch) 929. Zur Vorſtellung, der erſte Zuſtand des Menſchen ſei ein Zuftand der Unſchuld 94 8 (O Logik) Vom „urſprünglichen Stand der Unſchuld“ 40 S (f. Naturbetrad)tung) Unſchuld der Kinder 102 © [3, 45, 51; 9, 40 ©] Die „unwiſſende Unſchuld für ein Ideal zu halten und zu ihr ſich zurückzuſehnen würde läppiſch ſein, dieſelbe iſt ohne Wert und von kurzer Dauer“ 102 8 (O Kind) [16, 260] „Der Zuſtand der Unſchuld, dieſer paradieſiſche Zuſtand iſt der tieriſche“ 413 (f. Sündenfall) [15, 285; 16, 75, 260] Zur Vorſtellung, „der Menſch habe eine wahrhafte, urſprüngliche Religion gehabt, im Stande der Unſchuld, ehe noch jene Tren— nung in ſeine Intelligenz gekommen ſei, die der Abfall genannt wird“ 280, 281, 282, 283, 284 (ſ. Naturzuſtand), 285, 288, 289, 295. „Der Menſch muß aus dem Zuſtand der Unſchuld heraus— gehen und ſchuldig werden“ 284, 285 (f. Sündenfall), 288. Im Zuſtand der Unſchuld iſt der Menſch nicht, wie er ſein ſoll 285, 288, 289. „Es hilft nichts, den Himmel noch ſo fromm, unſchuldig und gläubig anzuſchauen. Die Weſenheit kann doch nur gedacht werden“ 291 (O unmittelbare Religion) Verluſt der Unſchuld im Sündenfall 74 (O jüdiſche Religion) 11, 413; 15, 286]. „Unſchuld heißt willenlos ſein, ohne böſe und eben damit ohne gut zu fein“ 260 (f. chriſtliche Religion) 316 (O criſtliche Religion) Anſterblichkeit „Die Kantiſche Darftellung des praktiſchen Glaubens an Unfterblichkeit entbehrt aller eigenen Seiten, von denen ſie einer philo⸗ ſophiſchen Beachtung fähig wäre“ 324 (O Kant) „Wir finden bei den Juden keinen Glauben an die Unſterblichkeit der Seele, denn das Subjekt iſt nicht an und für ſich ſeiend“ 262 (O Juden) 112, 500; 16, 76, 85, 129, 130] Herodot erzählt, daß „die Agypter die erſten geweſen ſeien, welche den Gedanken ausgeſprochen, daß die Seele des Menſchen un2531
1 1 1 1 1 — 3 5 E Unſterblichkeit ſterblich ſei“ 285 [12, 474; 15, 453]. „Die Vorſtellung, daß der Geiſt unſterblich iſt, enthält dies, daß das menſchliche Individuum einen unendlichen Wert in ſich hat“ 286 (O Agypten) „Die Unſterblichkeit der Seele liegt der Freiheit des Geiſtes ganz nahe, indem das Ich ſich erfaßt als der Natürlichkeit des Daſeins entnommen und auf ſich beruhend; dies Sichwiſſen aber iſt das Prinzip der Freiheit“ 474 (O ägyptiſche Kunſtform) Die Juden kannten die Vorſtellung der Unſterblichkeit nicht 500 (O Juden) [11, 262; 16, 76, 85, 130] „Den Griechen war es nicht Ernſt mit dem, was wir Unſterblich⸗ keit heißen“. Erſt bei Sokrates hat die Unſterblichkeit einen tiefe— ren Sinn und befriedigt ein weitergeſchrittenes Bedürfnis 128 (O romantiſche Kunſtform) [16, 129] Die Abſolutheit des Selbſtbewußtſeins iſt in dem Gedanken von der Unſterblichkeit der Seele vorgeſtellt 89, 95. Darin liegt die Beſtimmung der Fortdauer in der Zeit und daß das Selbſt⸗ bewußtſein des Geiſtes ewiges, abſolutes Moment in dem ewigen Leben iſt 89. „Die Vorſtellungen von Gott und von der Unſterb⸗ lichkeit haben eine notwendige Beziehung aufeinander: wenn der Menſch wahrhaft von Gott weiß, ſo weiß er auch wahrhaft von ſich: beide Seiten entſprechen einander“ 95 (O beſtimmte Reli⸗ gion), 322. „Mit der Vorſtellung der Unſterblichkeit wächſt der Wert des Lebens“ 323 (O Zauberei) Überwindung des Todes im Nirvana 414,415 (Oindiſche Religion) Es iſt in der ägyptiſchen Religion „eine höchſt wichtige Beſtim⸗ mung, dieſe Negation der Negation, daß der Tod getötet, das böſe Prinzip überwunden wird“ 453 [11, 285; 12, 475] „Das Bewußtſein der Unſterblichkeit des Geiſtes iſt in der jüdiſchen Religion noch nicht vorhanden“ 76, 85 (f. jüdiſche Religion), 130 [11, 262; 12, 500] Bei den Griechen tritt, wenn auch zunächſt nur als ein ſchwacher Schein, die Vorſtellung der Ewigkeit des ſubjektiven, individuel⸗ len Geiſtes, die Vorſtellung von der Unſterblichkeit ein 129, 130 (O griechiſche Religion) [13, 128] Zur Vorſtellung der Unſterblichkeit in dem chriſtlichen Bild vom „Baum des Lebens“ 267, 268, 269. In dem Mythus, daß der Men unſterblich fei, wenn er vom Baum des Lebens äße, liegt, 2532
16 16 19 20 11 15 15 Anſterblichkeit / Unterſcheiden „daß der Menſch durch das Erkennen unſterblich iſt, denn nur denkend iſt er keine ſterbliche, tieriſche Seele, iſt er die freie, reine Seele. Das Erkennen, Denken iſt die Wurzel ſeines Lebens, ſeiner Unſterblichkeit, als Totalität in ſich ſelbſt“ 269. In dem Selbſt⸗ bewußtſein, „das ſich ſeiner Beſonderheit und Eigenheit unendlich entäußert“, liegt der Grund, „daß die Unſterblichkeit der Seele in der chriſtlichen Religion eine beſtimmte Lehre wird“ 313, 312 (f. chriſtliche Religion) 364 (O Gottesbeweiſe) Platons Vorſtellung von der Unſterblichkeit der Seele 117 (O ©okrates), 206, 207, 212, 213 (.. Platon) Bedeutung der Frage der Unſterblichkeit der Seele für Pompo— natius, für die Averroiſten, Alexander Aphrodiſienſis und für das Konzilium von Benevent unter Leo X. 215 (O Pomponatius) Darauf, daß der moraliſche Wille nur ein Sollen bleibt, gründet Kant das Poſtulat der Unſterblichkeit der Seele 593, 594, 595 (ſ. Kant) [8, 224] Schubarths Tirade über den Glauben an die Unſterblichkeit der Seele 378, 379 (O Schubarth) Untergang, Vergängliches, Vergehen (Tod, Werden) „Entſtehen und Vergehen“ als Momente des Werdens 119 (ſ. Werden) In der Weltgeſchichte iſt die „Veränderung, welche Untergang iſt, zugleich Hervorgehen eines neuen Lebens, daß aus dem Leben Tod, aber aus dem Tod Leben hervorgeht“ 112, 111, 118 (f. Welt⸗ geſchichte). Es iſt das Vorurteil zu entfernen, „als wenn die Dauer gegen das Vergehen gehalten, etwas Vortrefflicheres wäre“ 292, 293 (O Agypten) Zum „Unterſchied des Subſtantiellen und des Vergänglichen“ in der perſiſchen Religion 433, 432 (O perſiſche Religion) Unterricht |. Philoſophieunterricht Anterſcheiden (Unterſ chied) Das Moment des Anterſcheidens in der abſoluten Einheit des Geiſtigen und Natürlichen 219. Das ſich aufhebende Unterſcheiden im Hinblick auf Gott und feine Erſcheinung 219 (O Religion) 2533
ww 2 Unterſchied Unterſchied Der Unterſchied als zweite Beſtimmung des Weſens 122, 123 (ſ. Weſen) „Der Unterſchied“ 505, 515—534 (O Reflexionsbeſtimmun⸗ gen) 1. „Der abſolute Unterſchied“ 515-517. „Der Unterſchied iſt die Negativität, welche die Reflexion in ſich hat“ 515 Erſtens iſt „dieſer Unterſchied der Unterſchied an und für ſich, der abſolute Unterſchied, der Unterſchied des Weſens“ 515, „ſich auf ſich beziehender, alſo einfacher Unterſchied“ 515, 516. „Er iſt der Unterſchied der Reflexion, nicht das Andersſein des Daſeins“ 516. „Das Andere des Weſens iſt das Andere an und für ſich, nicht das Andere als eines andern außer ihm Befindlichen“ 516 Zweitens iſt der Unterſchied „er ſelbſt und die Identität“ 516. „Der Unterſchied iſt das Ganze und ſein eigenes Moment“ 516. „Dies iſt als die weſentliche Natur der Reflexion und als be— ſtimmter Urgrund aller Tätigkeit und Selbſtbewegung zu betrachten“ 516, 517 Drittens hat der Unterſchied „die beiden Momente, Identität und Unterſchied; beide ſind ſo ein Geſetztſein, Beſtimmtheit. Aber in dieſem Geſetztſein iſt jedes Beziehung auf ſich ſelbſt“ 517, 518. Die Verſchiedenheit 517 2. „Die Verſchiedenheit“ 505, 517—525, 535 Erſtens. „Die Identität zerfällt an ihr ſelbſt in Verſchiedenheit“ 517. Die Momente des Unterſchieds: Identität und Unterſchied find „ſich auf ſich beziehende“; „fie find nicht beſtimmt gegeneinan⸗ der“. „Der Unterſchied iſt ihnen äußerlich.“ Sie ſind Verſchiedene 518 Zweitens. „In der Verſchiedenheit, als der Gleichgültigkeit des Unterſchieds, iſt ſich überhaupt die Reflexion äußerlich geworden; der Unterſchied iſt nur ein Geſetztſein oder als aufgehobener, aber er iſt ſelbſt die ganze Reflexion“ 518. Gegenüberſtellung der Re⸗ flexion an ſich der äußeren Reflexion 519. Charakteriſtik der äußerlichen Identität als Gleichheit und des äußerlichen Unter⸗ ſchieds als Ungleichheit 519, 525 [6, 72, P. St. 8, 217] Drittens. Das Vergleichen 519, 520. Zur Trennung von Gleich— heit und Ungleichheit, die ihre Zerſtörung wird 520. „Das Ver⸗ gleichende geht von der Gleichheit zur Ungleichheit, und von 2534
Anterſchied 4 dieſer zu jener zurück; läßt alfo das Eine im Andern verſchwin⸗ den, und iſt in der Tat die negative Einheit beider“ 521. Es iſt „ſubjektives, außerhalb ihrer fallendes Tun“ 521, 522. Gleichheit und Ungleichheit haben „die anſichſeiende Reflexion außer ihnen, oder ſind die Gleichheit und Ungleichheit eines Dritten, eines Andern als ſie ſelbſt ſind“ 521. „Das Verſchiedene iſt der bloß geſetzte Unterſchied, alſo der Unterſchied, der keiner iſt, alſo die Negation ſeiner an ihm ſelbſt“ 522. „Die Verſchiedenheit, deren gleichgültige Seiten ebenſoſehr ſchlechthin nur Momente als Einer negativen Einheit find, ift der Gegenſatz“ 522 Anmerkung. Zu dem Satz: „Alle Dinge ſind verſchieden, oder: Es gibt nicht zwei Dinge, die einander gleich find“ 522 [6, 72, 73; 8, 272]. Überflüſſigkeit des Satzes, „daß alle Dinge verſchieden ſind“ 523. Zu Leibnizens Baumblätteranekdote 523. In dem Satze: es gibt nicht zwei Dinge, die einander vollkommen gleich ſind, liegt, „daß zwei oder die numeriſche Mehrheit noch keine beſtimmte Verſchiedenheit enthält“ 523 Der Satz, daß allen Dingen die Beſtimmung der Ungleichheit zu⸗ kommt, bedarf des Beweiſes 523, 524. Die Auflöſung und Nich⸗ tigkeit des Satzes der Verſchiedenheit 524, 525 3. „Der Gegenſatz“ 505, 522, 525—534 (ſ. Gegenſatz). Unter⸗ ſchied und Ungleichheit 525 (O Gegenſatz) „Der Unterſchied überhaupt enthält feine beiden Seiten als Mo⸗ mente; in der Verſchiedenheit fallen ſie gleichgültig auseinander; im Gegenſatze als ſolchem ſind ſie Seiten des Unterſchiedes, eines nur durchs andere beſtimmt, ſomit nur Momente“ 535. „Der Unterſchied überhaupt iſt ſchon der Widerſpruch an ih” 535 (O Widerſpruch) Der Unterſchied als Formbeſtimmung des Weſens 558 (O Form) 6 „Der Unterſchied“ 71—75 [P. St. 8, 270—281] (O Weſen) 8 67 [P. St. 8, 8 116, wörtlich ſ. u.] 71 [P. St. 8, 270—271 f. u.] § 68 [P. St. 8, § 117, ſehr verändert]. Der Unterſchied ift a) un⸗ mittelbarer Unterſchied, die Verſchiedenheit, in der die Unter⸗ ſchiedenen jedes für ſich iſt, was es iſt; ſeine Beziehung auf das andere iſt äußerlich 71 [P. St. 8, 271]. „Schein des Unterſchie⸗ des“ 72 8 69 [P. St. 8, § 117, ſehr verändert! „Um der Gleichgültigkeit der Verſchiedenen gegen ihren Unterſchied, fällt derſelbe außer 2535
E E Unterſchied ihnen in ein Drittes, Vergleichendes“ 72 [4, 521, P. St. 8, 217]. Über diefen Unterſchied als Gleichheit und Ungleichheit 72, 73 (4, 519, 525, P. St. 8, 272, 274] 1. „Gleichheit und Ungleichheit find die Weiſen, wie für den Ber: ſtand die Identität und der Unterſchied iſt“ 72. 2. Satz der Un⸗ gleichheit 72, 73 [P. St. 8, 272]. Kritik hieran 72, 73 ss 70—72 [P. St. 8, 88 118—120, faſt wörtlich ſ. u.] 73—75 [P. St. 8, 274—281 f. u.] „Der Unterſchied“ 270—281 [P. St. 6, 71—75 f. o.] (O We⸗ fen) $ 116 [P. St. 6, 67, wörtlich! Das Weſen enthält weſentlich „die Beſtimmung des Unterſchiedes“ 270 [P. St. 6, 71]. Im Weſen iſt „die Negation zugleich als Beziehung, Unterſchied, Geſetztſein, Vermitteltſein“ 271 [P. St. 6, 71] Zuſatz. Zur Frage, „wie kommt die Identität zum Unterſchied?“ 271 $ 117 [P. St. 6, 8$ 68, 69] „Der Unterſchied iſt 1. unmittelbarer Anterſchied, die Verſchiedenheit, in der die Unterſchiedenen, jedes für ſich iſt, was es iſt“ 271 [P. St. 6, 71]. „Dieſer äußerliche Unterſchied iſt als Identität der Bezogenen die Gleichheit, als Nichtidentität derſelben die Ungleichheit“ 272 [4, 519, 525, P. St. 6, 72, 73] Zuſatz. Das Vergleichen 272 Y, 273 g. Es iſt Geſchäft der endlichen Wiſſenſchaft 273 8, 275 g. Die vergleichende Anatomie, die ver— gleichende Sprachforſchung 273 8. Stellung der Mathematik 2730, 2749 $ 118 [P. St. 6,8 70 wörtlich! 274—275 (f. Gleichheit). „Wir verlangen beim Unterſchied die Identität und bei der Identität den Unterſchied“ 2758 (0 Gleichheit) 3 119 [P. St. 6, 8 71, erweitert] Der Unterſchied iſt 2. an ſich der weſentliche, das Poſitive und das Negative. „Indem jedes ſo für ſich iſt, als es nicht das Andere iſt, ſcheint jedes in dem Andern und iſt nur, inſofern das Andere iſt“ 276 [P. St. 6, 73, 74] Charakteriſtik des Satzes des Gegenſatzes und des ausgeſchloſſenen Dritten 276, 277 [P. St. 6, 74]. Kritik an dieſem Satz 276 g, 277 g, 278 Zuſatz I. „Das Poſitive iſt das mit ſich Identiſche, aber als gegen ein Anderes beſtimmt, und das Negative iſt der Unterſchied als 2536
8 2 E 16 6 Unterſchied / Urach folder in der Beſtimmung nicht Identität zu fein” 278 8. Bei⸗— ſpiele hierfür aus dem gewöhnlichen Leben, aus der Phyſik 278 g, 279 , 280 @ Zuſatz 2. „Alles iſt entgegengeſetzt.“ „Was überhaupt die Welt be⸗ wegt, das iſt der Widerſpruch“ 2809. Der Grund 2808, 281 bis 288 (ſ. Grund) § 120 [P. St. 6, S 72, faſt wörtlich! Definition des Poſitiven und Negativen und beider Beziehung 280, 281 [P. St. 6, 74, 75]. „Beide ſind der geſetzte Widerſpruch, beide ſind an ſich dasſelbe“ 281 [P. St. 6, 75]. „Als ſich auf ſich beziehender Unterſchied iſt er gleichfalls ſchon als das mit ſich Identiſche ausgeſprochen, und das Entgegengeſetzte iſt überhaupt dasjenige, welches das Eine und ſein Anderes, ſich und ſein Entgegengeſetztes, in ſich ſelbſt enthält“ 281 [P. St. 6, 75]. „Das In-fid)-fein des Weſens fo be— ſtimmt iſt der Grund“ 281 (O Weſen) Unveräußerlichkeit 121 (f. Eigen tum) Unzufriedenheit „Es iſt die Anſicht von der Notwendigkeit, wodurch die Zufrieden⸗ heit und die Unzufriedenheit der Menſchen und ſomit ihr Schick⸗ ſal ſelbſt beftimmt wird“ 336 9, 335 0 (0 Notwendigkeit) Gründe der menſchlichen Unzufriedenheit 110, 111. „Unglück, Un: zufriedenheit iſt nichts anderes als der Widerſpruch, daß etwas meinem Willen zuwider iſt. Iſt das beſondere Intereſſe aufge⸗ geben, ſo habe ich mich zurückgezogen in dieſe reine Ruhe, in dieſes reine Sein, in dieſes »Iſt«“ 111 (O griechiſche Religion), 473 (O Gottesbeweiſe). „Verdruß iſt die Empfindung der moder— nen Welt, Verdrießlichkeit ſetzt einen Zweck, eine Forderung der modernen Willkür voraus, wozu ſie ſich ermächtigt, berechtigt hält, wenn ein ſolcher Zweck nicht erfüllt wird ...“ 132. Die Alten kannten die Verdrießlichkeit nicht 132. „Die Trauer über das Not⸗ wendige iſt nur einfach“ 132 (O griechiſche Religion), 473, 474 (O Gottesbeweiſe) Urach 457 (O Württemberg) 2537
Uranos / Arſache Uranos 11 Uranos als Naturmacht 320 (O Griechen) 13, 44, 45] 12 461, 462 (O indiſche Kunſt) 13 44, 45, feine Stellung in der griechiſchen Theogonie 52 [12, 461, 462; 16, 101], feine Entthronung 53 (O griechiſche Götter) [20, 418] 16 101 (O griechiſche Religion) 17 152 (O orientaliſche Philoſophie) 20 418 (O Görres) 9 18 o 9 1 Uranus Der Planet Uranus 149 0 (O Mechanik) Urbanität In Platons Dialogen herrſcht „die edelſte (attiſche) Urbanität“ 184. „Urbanität iſt die wahrhafte Höflichkeit. „Urbanität bleibt da⸗ bei ſtehen, dem Anderen die perſönliche vollkommene Freiheit ſeiner Sinnesart, Meinungen zuzugeſtehen, — das Recht, ſich zu äußern, einem jeden, mit dem man ſpricht, einzuräumen: und in ſeiner Gegenäußerung, Widerſpruch dieſen Zug auszudrücken, — ſein eigenes Sprechen für ein ſubjektives zu halten gegen das Außern des Anderen“ 148. „Dieſe Urbaniät iſt nicht Schonung, es iſt größte Freimütigkeit“ 184 (O Plato) Urchriſtentum 582, 583 (O offenbare Religion) Urphänomen Goethes Urphänomen 343 8, 352 O, im Böhmiſchen Trinkglas 345 0 (f. Farbenlehre). Das Urphänomen der entoptiſchen Far⸗ ben 353 8, 354 8 (O Farbe) Urſache (causae efficientes et finales, Endurſache, Kauſalität) „Die Urſache“ 128—129, 180 (f. Raufalität) 138 (f. Kauſalität) 218 (O Teleologie). „Die Urſache ift die höchſte Stufe, in der der konkrete Begriff als Anfang in der Sphäre der Notwendigkeit ein unmittelbares Daſein hat“ 335 (O Idee) 2538
6 oo 10 15 16 1 -] 1 oo 19 2 S 1 — D m Arſache / Urteil Jacobi legt Gewicht darauf, „daß Gott nicht als Grund, ſondern als Urſache der Welt gedacht werden ſollte“ 342. Kritik hieran, da „beide gleichmäßig nur Verſtandesbeſtimmungen“ ſind 343 (O Jacobi) 341345 (f. Kauſalität) 270 0 (O Verſtand) 31 (O Religion). „Die Urſache iſt nur darin, daß ſie Wirkung hat, denn ſonſt wäre ſie gar nicht Urſache; nur in dieſem Verhältniſſe, alſo nur in dieſer Vermittlung iſt fie Urſache“ 174 (O unmittel⸗ bares Wiſſen) 296 (O unmittelbare Religion) 159 (O römiſche Religion) In der Philoſophie des Thales findet ſich weder die Gedanken⸗ beſtimmung von Urſache noch die weitere Beſtimmung der „erften Urſache“ 74 (O Philoſophiegeſchichte) In Platons Philoſophie iſt die Urſache „die Einheit der Unter⸗ ſchiedenen“ 240. Seine Unterſcheidung von notwendiger und göttlicher Urſache 266 (O Plato) Brunos wichtige Unterſcheidung von „Mittelurſache und End⸗ urſache“ 228, 229 (O Bruno). Zum Gegenſatz zwiſchen Endurſache und wirkender Urſache in der neueren Philoſophie 273 (O neuere Philoſophie). Baco iſt „gegen die Betrachtung nach Endurſachen gekehrt“; „die Betrachtung durch causae efficientes ift die Haupt⸗ ſache“ 291 (O Bacon) Mißbrauch des Wortes Urſache, indem man etwa ſagt: „Gott ſei Urſache der Menſchen“ 336 (0 Hegel) urſprünglich Urſprüngliche Geſchichte und Geſchichtsſchreiber 25—37 (ſ. Ge: ſchichtsſchreiber) Urteil (Urteilskraft) 300, 302, 304 (ſ. Kant) „Das leichteſte iſt, was Gehalt und Gediegenheit hat, zu beur⸗ teilen, ſchwerer, es zu faſſen, das ſchwerſte, was beides vereinigt, feine Oarſtellung hervorzubringen“ 13, 14 (O Phänomenologie) 2539
[2 w Urteil „Das Selbſtbewußtſein ift aber ferner die Beziehung feines reinen Bewußtſeins auf fein wirkliches, des Gedachten auf das gegen— ſtändliche Weſen, es iſt weſentlich das Urteil“ 382. Entwicklung des Urteils zum Schluß 387 (ſ. Bildung) Die Subſumtion im Urteil 58. Das negative Urteil im Zivilrecht, und das unendliche Urteil im Kriminalrecht 66 (ſ. Recht) Das Urteil 139—140 (O Begriff) § 95 Das Urteil ift „die Beziehung von Beſtimmungen des Be: griffes“ 139 $ 96 Das Urteil enthält das Subjekt „als die Seite der Einzel: heit oder Beſonderheit“, das Prädikat als „die Seite der Allge— meinheit“ und die Kopula, „die einfache inhaltloſe Beziehung des Prädikates auf das Subjekt“ 140, 147, 148, 181 (5, 66, 67, 68, 71, 76; 8, 364 P. St. 6, 101] 3 97 „Die Arten des Urteils bezeichnen die verſchiedenen Stufen, in welchen die äußerliche Beziehung des Subjekts und Prädikates zur inneren Beziehung des Begriffs wird“ 140 (O Begriff), 149, 212 „Urteil“ 147—155 (O Begriffslehre) § 11 Subjekt, Prädikat und Kopula 147, 148, 140 (f. o.) 8 12 Unterſcheidung zwiſchen Urteil und Satz 148 (f. Satz) $ 13 Im Urteil fängt die „Darſtellung des Begriffs und ſeiner Gegenſtändlichkeit, ſoweit das Gebiet der Wahrheit, an“ 148 § 14 Die Form des Urteils und die verſchiedenen Arten des Ur— teils 148, 149, 140 (f. o.) A. „Qualität der Urteile oder Urteile der Inhä⸗ renz“ 149-151, 181, 212 [5, 74, 75, 75—92, 92, 106, 110; 8, 372—375] § 15 „Das Prädikat hat hier nur die Bedeutung einer unmittel⸗ baren (oder ſinnlichen) Allgemeinheit“ 149 § 16 Das poſitive Urteil überhaupt 149 [5, 30, 76—82, 84, 89, 95, 99, 102] $ 17 Das negative Urteil 149 [5, 82—89, 102] § 18 Poſitivität des negativen Urteils 150 § 19 Das identiſche Urteil und das unendliche Urteil 150, 181 15, 89—91; 8, 374] § 20 Das identiſche ſowohl als das unendliche Urteil „ſind nicht mehr Urteile“ 150, 151 2540
Urteil 3 821 „Im identiſchen und unendlichen Urteil ift das Verhältnis von Subjekt und Prädikat aufgehoben“ 151 § 22 Möglichkeit der Umkehrung des negativen Urteils 151 B. „Quantität der Urteile oder Urteile der Re⸗ flexion“ 151—153, 182, 212, 213 [5, 75, 91—100, 110, 149; 8, 375—378] § 23 Zum quantitativen Unterſchied von Subjekt und Prädikat 151 § 24 Die eigene Allgemeinheit des Subjekts enthält, „daß das Subjekt in ſeinem Prädikat in ſich ſelbſt zurückgekehrt iſt“ 152 § 25 Ein ſolches Urteil ift ſomit „Urteil der Reflexion“ 152 § 26 Charakteriſtik des ſingulären Urteils 152, 182 (5, 94, 95, 99; 8, 376] 8 27 Übergang des fingulären Urteils in das partifuläre 152 [182, 5, 94—96, 104, 114] 8 28 Dieſes nur beſtimmte Urteil ift unmittelbar ebenſoſehr poſi⸗ tiv als negativ ausſagbar 152 (5, 94—96, 104, 114; 8, 376] 829 Im univerfellen Urteil hat das Subjekt die Beſtimmung der Allheit 152, 153, 182 [5, 96—100] § 30 Beziehung zwiſchen Subjekt und Prädikat in dieſem Urteil 153 C. „Relation der Urteile oder Urteile der Notwen⸗ digkeit“ 153—154, 182, 213 [5, 77, 100, 101110; 8, 371, 378380] 8 31 Hier iſt „die Einheit des Inhalts von Subjekt und Prädikat geſetzt, welche nur durch die Form unterſchieden ſind“ 153 8 32 Das kategoriſche Urteil 153 (ſ. kategoriſches Urteil) § 33 Das hypothetiſche Urteil 153 (f. hypothetiſches Urteil) § 34 Das disjunktive Urteil 154 D. „Modalität der Urteile oder Urteile der Be⸗ ziehung des Begriffs auf das Daſein“ 154—155 5, 75, 110—118; 8, 3719, 373 H, 380-382] 8 35 Hier ſpricht das Prädikat die Angemeſſenheit oder Unan⸗ gemeſſenheit von Begriff und Daſein aus 154 8 36 Das aſſertoriſche Urteil 154 [5, 111, 112—113 f. d. Art.] 837 Das problematiſche Urteil 154, 155 5, 111, 113, 114—116 . u.] 838 Das apodiktiſche Urteil 155 [5, 111, 116118, 178 f. d. Art.] 2541
= * ot Urteil „Arteil“ 181—182 (O Logik) 858,59 Verhältnis zwifhen Subjekt und Prädikat 181, 147, 148, 140 (f. o.) a) „Qualität des Urteils oder Beſtimmung des Prädikats“ 181, 149—151 8 60 Das poſttive, negative und unendliche Urteil 181 b) „Quantität des Urteils oder Beſtimmung des Subjekts“ 182, 151—153 8 61 Das finguläre, partikuläre und univerfelle Urteil 182, 152, 153 c) „Relation des Urteils oder Beſtimmung der Beziehung“ 182, 153—154 8 62—8 64 Das kategoriſche (aſſertoriſche), das hypothetiſche (problematiſche) und das disjunktive (apodiktiſche) Urteil 182, 153, 154 „Urteilen“ 212—214 (O Denken) § 165 „Das Urteilen iſt das Beziehen eines Einzelnen auf den Begriff“ 212, 140, 149. Subſumtion 212 § 166 a) Qualität der Urteile 212, 149—151, 181 § 167 b) Quantität der Urteile 212, 213, 151—153, 182 S 168 c) „Das eigentliche Urteilen über einen Gegenſtand iſt das Vergleichen ſeiner Natur oder wahren Allgemeinheit mit ſeiner Einzelheit oder mit der Beſchaffenheit feines Dafeins; das Ver: gleichen deſſen, was er iſt, mit dem, was er ſein ſoll“ 213. Zur Dialektik in dieſem Urteilen 213 8 169 Der Scharfſinn, der Witz und das Geiſtreiche 213, 214 Die Urteilslehre als Lehrgegenſtand auf Gymnaſien 331 (O Philo⸗ ſophieunterricht) Das „Urteil des Begriffs“ als „das Setzen der ihm {don imma: nenten Beſtimmung und damit feines Unterſchieds“ 60 (. Logik). „Der Satz, in Form eines Urteils, iſt nicht geſchickt, ſpekulative Wahrheiten auszudrücken“ 99, 506 (f. Satz) Die Form des poſitiven Urteils 30 (O Begriff). Der Begriff und das Urteil 34, 36, 56 (f. Begriff) „Das Urteil“ 65-118 (0 Subjektivität) „Das Urteil iſt die am Begriffe ſelbſt geſetzte Beſtimmtheit des⸗ ſelben“ 65. „Das Urteil iſt dies Setzen der beſtimmten Begriffe 2542
Urteil 5 durch den Begriff ſelbſt“ 65, 68. Urteilen und Begreifen 65. Das Urteil iſt „die nächſte Realifierung des Begriffs“ 66. Die Momente des Begriffs ſind ſelbſtändige Totalitäten und die Einheit des Begriffs iſt deren Beziehung 66, 68. Subjekt und Prädikat 66, 67, 68, 71, 76 [3, 140, 147, 148, 181; 8, 364, 368, P. St. 6, 101, 104] Zur Beziehung zwiſchen Subjekt und Prädikat im Urteil 68. Im Urteil teilt ſich die Einheit des Begriffs, es iſt „urſprüngliche Tei⸗ lung des urſprünglich Einen“ 68 Charakteriſtik der ſubjektiven Betrachtung von Subjekt und Prä⸗ dikat 68. Jedes wird als außer dem andern für ſich fertig betrach— tet 68, 69. Indem aber das Prädikat dem Subjekt zukommen ſoll, wird das bloße äußerliche Verbundenſein beider wieder aufge⸗ hoben 69. Die Kopula 69 (f. ift). Satz und Urteil 69 (ſ. Satz). Zur höchſt oberflächlichen Erklärung, daß ein Urteil „die Verbindung zweier Begriffe ſei“ 70 Weitere Beſtimmung des Subjekts und Prädikats als unmittelbar und abſtrakt, als Einzelnheit und Allgemeinheit 70. „Das Subjekt als das Einzelne erſcheint zunächſt als das Seiende oder Fürſichſeiende“ 71, 67; „das Prädikat dagegen als das Allge⸗ meine“ 71, 67 Der objektive Sinn des Urteils iſt, daß „das Seiende wird und ſich verändert, das Endliche im Unendlichen untergeht“ 71. „Das Einzelne wird in das Anſichſein ſeiner Allgemeinheit zurückge⸗ führt, ebenſoſehr das Allgemeine als Wirkliches beſtimmt“ 71. Ein Gegenſatz darf nicht fixiert werden. Das Subjekt iſt auch als das Anſichſein und das Prädikat als Daſein zu nehmen. „Das Sub— jekt ohne Prädikat iſt, was in der Erſcheinung das Ding ohne Eigenſchaften, das Ding-an⸗-ſich iſt“ 72 „Die Kopula drückt aus, daß das Subjekt das Prädikat iſt“ 72, 73 Charakteriſtik der bisher gezeigten Identität von Subjekt und Ob⸗ jekt als „noch erſt eine anſichſeiende“ 73. Die Beziehung zwiſchen Subjekt und Prädikat iſt allgemein, aber auch beſtimmte, auch ein⸗ zelne. Die Einheit kommt erſt im Schluß 74 Ziel der Bewegung des Urteils iſt, die Identität des Begriffs wieder herzuſtellen 74. Charakteriſtik dieſer Entwicklung 74 Einteilung in das Urteil des Daſeins 74, 75, der Reflexion, der Notwendigkeit, in das Urteil des Begriffes und in den Übergang des Urteils zum Schluß 75 2543
Urteil A. „Das Urteil des Daſeins“ 74, 75, 75—91, 92, 106, 110 (3, 149—151, 181, 212; 8, 372—373] Es iſt das unmittelbare Urteil; „ſein Subjekt iſt ein abſtraktes, ſeiendes Einzelnes, das Prädikat eine unmittelbare Beſtimmtheit oder Eigenſchaft desſelben, ein abſtrakt Allgemeines“ 74, 75. Ab⸗ grenzung zwiſchen dem ſubjektiven und unmittelbaren Urteil 75, 76, 92. „Das Urteil des Daſeins iſt auch das Urteil der Inhärenz“ 76 a) „Das pofitive Urteil“ 76—82, 84, 89, 95, 99, 102 [3, 149, 181; 8, 372 ] 1. Das Prädikat ift „das abſtrakte Allgemeine“, das Subjekt iſt „ein abſtrakt Einzelnes“ 76. „In ihm iſt der Begriff in die Außer: lichkeit übergegangen“ 77. Die Kopula hat ebenſo „nur die Be— deutung eines unmittelbaren, abſtrakten Seins“ 77. „Von der Beziehung, welche noch keine Vermittelung oder Negation ent— hält, wird dies Urteil das Poſitive genannt“ 77 2. Der nächſte reine Ausdruck des poſitiven Urteils lautet: „das Einzelne iſt allgemein“ 77, 78. Dieſer Satz zeigt „teils die Ver— gänglichkeit der einzelnen Dinge, teils ihr poſitives Beſtehen in dem Begriffe überhaupt“ 78. Er gibt umgekehrt dem Allgemeinen ein Daſein 78. Wie das Allgemeine ſich zum Einzelnen entſchließt, dies zeigt der umgekehrte Satz: „das Allgemeine iſt einzeln“ 78, 79 [8, 364, 365]. Darlegung, wie das Subjekt „an ihm ſelbſt das Allgemeine iſt“ 78 und „das Prädikat ein abſtrakt-Einzelnes“ 79. „Das Allgemeine iſt einzeln“ 79 Zuſammenfaſſung dieſer Wechſelbeſtimmung des Subjekts und Prädikats 79. Es ſtellen ſich zwei identiſche Sätze dar: Das Ein: zelne iſt Einzelnes, das Allgemeine iſt Allgemeines 80, 81 (vgl. 88, 89). Das Allgemeine iſt einzeln, drückt das Urteil ſeinem In— halte nach aus, und das Einzelne iſt allgemein, drückt das Urteil ſeiner Form nach aus 80. Form und Inhalt ſind im poſitiven Ur— teil noch vereinigt und nur an ſich unterſchieden 80 3. „Einzelnheit und Allgemeinheit können noch nicht in die Be— ſonderheit vereinigt werden, weil ſie im poſitiven Urteile noch als unmittelbare geſetzt ſind“ 81 Kritik an dem Urteil nach ſeiner Form: das Einzelne iſt allge— mein; denn „ein ſolches unmittelbares Einzelnes iſt nicht allge— mein“ 81. Kritik an dem Urteil nach ſeinem Inhalte: das Allge— meine iſt einzeln 81; denn ein ſolches Subjekt iſt nicht eine ein⸗ 2544
Urteil 5 zelne ſolche Eigenſchaft 82. Das pofitive Urteil muß alſo negativ geſetzt werden 82 b) „Negatives Urteil“ 82—89, 102 [3, 149, 181; 8, 372 2] 1. Kritik daran, daß die Wahrheit eines Urteils nur von ſeinem Inhalte abhänge 82. Das poſitive Urteil iſt ſeines rein logiſchen Inhalts willen nicht wahr und hat ſeine Wahrheit im negativen Urteil 82, 83. Das Einzelne iſt nicht abſtrakt allgemein, ſondern zunächſt ein Beſonderes und auch ebenſo das Allgemeine 83. Beide Sätze reduzieren ſich auf: „das Einzelne iſt ein Beſonderes“ 83. Die Beſonderheit entſteht „vermittelſt der am Urteil aufgezeigten negativen Beziehung“ 83. Sie ergibt ſich nur für das Prädikat 84, 83 „Das Einzelne iſt ein Beſonderes, iſt der poſitive Ausdruck des negativen Urteils“ 84. Gründe, weshalb das nicht im negativen Urteil zur Kopula gezogen wird 84, 85 und weshalb das nicht der Kopula „ebenſoſehr zum Prädikate geſchlagen und dasſelbe als das Nicht⸗allgemeine“, als das Beſondere beſtimmt werden muß 85, 86. „Schon im Daſein wird das gedankenloſe Nichts zur Grenze“ 86. „In der Reflexion aber iſt es das Negative, das ſich weſentlich auf ein Poſitives bezieht und ſomit beſtimmt iſt“ 86. „Das Nichtallgemeine iſt daher ſogleich das Beſondere“ 86 2. Im negativen Urteil bleibt die Form des Urteils. Das Subjekt bleibt von der Negation unberührt 87. „Die Beziehung des Sub⸗ jekts auf das Prädikat iſt daher weſentlich noch poſitiv; die noch gebliebene Beſtimmung des Prädikats iſt ebenſoſehr Beziehung“ 87, 89; die einzelne Beſtimmtheit iſt nur zu einer unbeſtimmten geworden 87 3. Die Beſonderheit „iſt das Vermittelnde zwiſchen der Einzeln⸗ heit und Allgemeinheit; jo iſt das negative Urteil nun überhaupt das Vermittelnde zum dritten Schritte, der Reflexion des Urteils des Dafeins in ſich ſelbſt“ 88 Ebenſo wie das Einzelne Beſonderes ift, ebenſoſehr iſt das Ein⸗ zelne auch nicht Beſonderes 88. „Das Einzelne iſt nur Einzelnes“ 88, 89 (vgl. 80). Charakteriſtik des negativen Urteils als „Nega⸗ tion der Negation“ 88, als „Herſtellung der konkreten Totalität des Subjekts“ 88. „Das Allgemeine iſt das Allgemeine“ 89 (vgl. 80). Übergang zum unendlichen Urteil 89, 87 c) „Unendliches Urteil“ 89—91 3, 150, 181; 8, 374] Das unendliche Urteil ift nad) ſeinem negativen Ausdrucke „das Glockner, Hegel-Lexikon 160 9545
or Urteil Negativ-Unendliche”, es ift ein widerſinniges Urteil 89, ja, über⸗ haupt kein Urteil 90, 91. Ein reelles Beifpiel des unendlichen Ur— teils iſt die böſe Handlung 90. „Das Verbrechen aber iſt das unendliche Urteil, welches nicht nur das beſondere Recht, ſondern die allgemeine Sphäre zugleich negiert, das Recht als Recht ne— giert“ 90 [8, 374, 375 C] Das Poſitive des unendlichen Urteils iſt die Reflexion der Ein⸗ zelnheit in ſich ſelbſt 90. „Das Einzelne iſt hiermit geſetzt als ſich, in ſein Prädikat, das mit ihm identiſch iſt, kontinuierend“ 91. „Das Allgemeine iſt allgemein“ 91. „Subjekt und Prädikat haben gar keine poſitive Beziehung aufeinander“ 91. Übergang in das Urteil der Reflexion 91 B. „Das Urteil der Reflexion“ 75, 91—100, 110, 149 13, 151—153, 182, 212, 213; 8, 375—378] Das Subjekt ift jetzt „Einzelnes als ſolches“ und das Prädikat ift geſetzt als Allgemeines 91, 92, iſt jetzt ein beſtimmter Inhalt 92. Abgrenzung gegen den Inhalt im Urteil des Daſeins 92. Re— flexionsurteile „drücken eine Weſentlichkeit aus, welche aber eine Beſtimmung im Verhältniſſe, oder eine zuſammenfaſſende Allge— meinheit iſt“ 92. Gegenüberſtellung der Allgemeinheit im Re— flexionsurteil dem Allgemeinen im Begriff 92 Charakteriſtik des Reflexionsurteils als quantitatives Urteil, ob— wohl die hier aufgehobene Unmittelbarkeit „nicht bloß Quantität“ ift 93 Im Reflexionsurteil verläuft ſich „die Fortbewegung des Be— ſtimmens am Subjekt“ 93, 94. Das Weſentliche iſt „hier das All— gemeine oder das Prädikat“ 93 Was die objektive Bedeutung des Urteils betrifft, fo „fol das Subjekt das an und für ſich Beſtimmte ſein“ 93. Das Prädikat inhäriert nicht mehr dem Subjekte; es iſt vielmehr das Anſich— ſeiende, unter welches jenes Einzelne als ein Akzidentelles ſub⸗ ſumiert iſt 94 a) „Das ſinguläre Urteil” 94, 95, 99 [152, 182, 8, 376] Es heißt: „Das Einzelne iſt allgemein“ oder näher: „Dieſes iſt ein weſentlich Allgemeines“ 94. Seine notwendig negative Form iſt: „Ein Dieſes iſt nicht ein weſentlich Allgemeines“, richtiger: „Nicht ein Dieſes iſt ein Allgemeines der Reflexion“ 94, 95 b) „Das partikuläre Urteil“ 94-96, 104, 114 [3, 152, 182; 8, 376] 2546
a Urteil Das Subjekt iſt: „Einige Dieſe, oder eine beſondere Menge von Einzelnen“ 94. Einige Einzelne find ein Allgemeines der Re⸗ flegion als poſitiv 94, aber auch als negativ 95. Übergang der negativen Beſtimmung auch auf die Kopula 95. „Das poſitive und negative Urteil fallen nicht mehr außereinander“ 95. „Aber das partikuläre Urteil iſt darum unbeſtimmt“ 95, 96 Dem Subjekt wird ein allgemeiner Inhalt beigegeben als im ſingulären Urteil. Er iſt „ein Allgemeines, weil Einige die Allge⸗ meinheit enthält“, iſt „allgemeine Natur, oder die Gattung“ 95, 149, iſt bereits „als die Totalität der Begriffsbeſtimmungen“ 96. Übergang in das Univerſelle 96 c) „Das univerſelle Urteil“ 96—100 (3, 152, 153, 182; 8, 376] Die Allgemeinheit iſt im univerſellen Urteil am Subjekte „die Reflexions⸗Allgemeinheit, Allheit“. „Alle ſind alle Einzelne“ 96. Herrſchen dieſer Allgemeinheit auch in der Analyſis 97. Aber „die Methode oder Regel iſt als das wahrhaft Allgemeine anzuſehen“; „in der Entwickelung eines Polynomiums wird fie nur wiederholt“ 97. „Progreß ins Unendliche“ 97. Abgrenzung der Allge⸗ meinheit von bloßer Allheit und Vielheit 97, 98. Charakteriſtik der Allheit als „empiriſche Allgemeinheit“ 98. Sie bleibt eine Aufgabe, ein Sollen 98 Das Subjekt des univerſellen Urteils enthält die an- und fürſich⸗ ſeiende Allgemeinheit jetzt „als geſetzt an ihm“, drückt die Gattung aus und die Vereinzelung 98. Vergleich zwiſchen der Einzelnheit des ſingulären Urteils und der im Reflegionsurteil 99. Reſultat iſt „objektive Allgemeinheit“; „ſtatt alle Menſchen iſt nunmehr zu ſagen: der Menſch“ 99. Es iſt die Gattung entſtanden, die nicht mehr ihrem Prädikate ſubſumiert iſt 99, 100. „Das Verhältnis von Subjekt und Prädikat hat ſich ſomit umgekehrt, und das Urteil ſich inſofern zunächſt aufgehoben“ 100 Subjekt und Prädikat „ſind in die Kopula zuſammengegangen“ 100. Übergang zum Urteil der Notwendigkeit 100 C. „Das Urteil der Notwendigkeit“ 75, 100, 101—110 13, 153—154, 182, 213; 8, 371 , 378-380] „Die Beſtimmung, zu der ſich die Allgemeinheit fortgebildet hat, iſt ... die an⸗ und fürſichſeiende oder objektive Allgemeinheit, der in der Sphäre des Weſens die Subſtantialität entſpricht“ 101, 2547
Urteil 104. „Im Urteil ift dieſe objektive Allgemeinheit geſetzt“, „als Gattung und Art beſtimmt“ 101 [8, 378, P. St. 6, 107] a) „Das kategoriſche Urteil“ 101—103, 104, 105, 107, 161 (ſ. kategoriſches Urteil) b) „Das hypothetiſche Urteil“ 103—105, 114, 164 (ſ. hy⸗ pothetiſches Urteil) c) „Das disjunktive Urteil“ 105—110, 111, 113 (f. dis⸗ junktives Urteil) D. „Das Urteil des Begriffs“ 75, 110—118 [3, 154—155; 8, 371 8, 373 g, 380—382] Rückblick auf das Urteil des Daſeins, der Reflexion und der Not⸗ wendigkeit 110. Jetzt erſt iſt der Gegenſtand in Beziehung auf den Begriff, und zwar als ein Sollen 110. „Solches Urteil enthält erſt eine wahrhafte Beurteilung“ 110, 111 Kritik an der üblichen Auffaſſung des Urteils der Modalität 111. Sie betrachtet ſeine Beſtimmung als etwas bloß Subjektives 111. „Das Urteil des Begriffes“ aber iſt „das objektive“, „eben weil ihm der Begriff, aber nicht in äußerer Reflexion oder in Be⸗ ziehung auf ein ſubjektives, d. h. zufälliges Denken, in ſeiner Be⸗ ſtimmtheit als Begriff zugrundeliegt“ 111. Im Vergleich mit dem disjunktiven Urteil hat ſich deſſen „Konkretes der Allgemeinheit und der Beſonderung“ nun „weiter zur Totalität auszubilden“ 112, 111. Es hat „ſich in die Extreme zu dirimieren, und auf dieſe Weiſe vollends zum Schluſſe zu entwickeln“ 112, 110, 111 a) „Das aſſertoriſche Urteil“ 111, 112-113 (f. aſſer⸗ toriſches Urteil) b) „Das problematiſche Urteil“ 111, 113, 114—116 3, 154] Vergleiche mit dem partikularen und hypothetiſchen Urteil 114. „Das Problematiſche geht die Unmittelbarkeit des Subjekts an, welche hierdurch als Zufälligkeit beſtimmt wird“ 114. Das Sub⸗ jekt wird „in ſeine Allgemeinheit oder objektive Natur, ſein Sollen, und in die beſondere Beſchaffenheit des Daſeins unter— ſchieden“ 114, 115. „Hiermit enthält es den Grund, ob es ſo iſt, wie es fein fol” 115. Charakteriſtik des Gedoppelten des Subjekts 115. Das Problematiſche iſt „als Problematiſches der Sache“ 115, 116 c) „Das apodiktiſche Urteil“ 111, 116—118, 178 (f. apo⸗ diktiſches Urteil) 2548
m -] E Urteil Urteil und Schluß 118, 170. „Die Wahrheit des Urteils ift der Schluß“ 130 (O Schluß). Selbſtändigkeit von Subjekt und Prädi⸗ kat im formellen Urteil 219 (O0 Teleologie). Das „Urteil des Le⸗ bens beſteht darin, daß es ſich als individuelles Subjekt gegen das Objektive abſcheidet“ 248 (O Leben). In ihrem Urteil iſt die un⸗ mittelbare Idee das Erkennen 262 (O Erkennen). Das Urteil, beſonders aber die Form des poſitiven Urteils, iſt unfähig, „das Spekulative und die Wahrheit in ſich zu faſſen“ 341 (O Dialektik) „Das Urteil“ 101—108 (0 Begriff) [P. St. 8, 364-382], 118 88 115—121 [P. St. 8, SS 166—173, zum Teil etwas verändert oder erweitert ſ. u.] 101—106 [P. St. 8, 364— 375 ſ. u.] 8 122 Die Subjektprädikatbeziehung im Urteil der Reflexion 106 SS 123—128 [P. St. 8, SS 175—180, zum Teil etwas verändert oder erweitert ſ. u.] 107—108 [P. St. 8, 376—382 f. u.] Das formelle Urteil ift ohne Wahrheit 239 (O Selbſtgefühl) Beſitznahme, Gebrauch und Veräußerung einer Sache als „poſi— tives, negatives und unendliches Urteil des Willens über die Sache“ 107 (O Eigentum) Die Form des Urteils iſt ungeſchickt „das Konkrete, — und das Wahre iſt konkret, — und Spekulative auszudrücken; das Urteil iſt durch feine Form einſeitig und inſofern falſch“ 105 8 (O Lo— gik). Die Urteilsweiſen lieferten Kant die verſchiedenen Bejtimmungen des Denkens, die Kategorien 128 (vgl. 6, 45), 3700, 3710 Faſſung des Urteils als die „geſetzte Beſonderheit des Begriffes“ 363 (O Begriff) „Das Urteil“ 364-382 [P. St. 6, 101—108] (O Begriff), 398 @ 8 166 [P. St. 6, 8 115, etwas verändert] „Das Urteil iſt der Be⸗ griff in feiner Beſ onderheit, als unterſcheidende Beziehung ſeiner Momente, die als fürſichſeiende und zugleich mit ſich, nicht mit⸗ einander identiſche geſetzt find“ 364 [P. St. 6, 101], 366 ©. Sub⸗ jekt, Prädikat und Kopula 364, 368 [P. St. 6, 101, 104]. Die Wortbedeutung von Arteil iſt „urſprüngliche Teilung“ 364 [P. St. 6, 101] 2549
Urteil 8 Zur Faſſung des abſtrakten Urteils als Satz 364, 365 [5, 78, 79, P. St. 6, 101, 102] 5 Zuſatz. Zur Anſicht, das Urteil ſei eine Verbindung verſchieden— artiger Begriffe 365 8, 364 0 oder „einem Subjekt werde ein Prädikat beigelegt“ 366 f, 367 9. Dem widerſpricht die Kopula iſt 366 8, 364 H. Das Urteil ift die Beſonderung des Begriffs, und der Begriff iſt das den Dingen ſelbſt Innewohnende 366 , 367 O, 361 § 167 [P. St. 6, 8 116, etwas verändert und erweitert! Das Ur⸗ teil iſt nicht ſubjektiv, ſondern ganz allgemein zu nehmen: „alle Dinge ſind ein Urteil“ oder fie find „ein Allgemeines, das vereinzelt iſt“ 367 [P. St. 6, 103]. Urteil und bloßer Satz 367, 368 [P. St. 6, 103] $ 168 [P. St. 6, 8 117] „Der Standpunkt des Urteils iſt die End⸗ lichkeit, und die Endlichkeit der Dinge beſteht auf demſelben darin, daß ſie ein Urteil ſind“ 368 [P. St. 6, 104] § 169 [P. St. 6, $ 118, ergänzt und $ 119 zum Teil] Betrachtung des abſtrakten Urteils auf Subjekt, Prädikat und Kopula hin 368, 364 [3, 140, 147, 148, 181; 5, 66, 67, 68, 71, 72, 76, P. St. 6, 101, 104]. „Das Subjekt hat erſt im Prädikate ſeine ausdrückliche Beſtimmtheit und Inhalt“ 368, 369 [P. St. 6, 104, 105] Zuſatz. „Das Subjekt iſt ſeinem Gedanken nach zunächſt das Ein⸗ zelne und das Prädikat das Allgemeine.“ Erſt in der weiteren Entwicklung kommt „der Wechſel in der Bedeutung der beiden Seiten des Urteils“ 369 8 § 170 [P. St. 6, 8 119] Das Subjekt iſt das „zugrundeliegende Feſte“ und das Prädikat iſt nur „Eine der vielen Beſtimmtheiten“ des Subjekts. „Umgekehrt iſt das Prädikat als das Allgemeine für ſich beſtehend und gleichgültig, ob dies Subjekt iſt oder nicht“ 369 [P. St. 6, 105] § 171 [P. St. 6, S 119] Subjekt und Prädikat ſind zunächſt im Urteil verſchieden, an ſich, d. i. dem Begriffe nach aber ſind ſie identiſch 369 [P. St. 6, 105]. Betrachtung der Fortentwicklung der Kopula vom abſtrakten Iſt zum erfüllten 370 9 (f. iſt). „Dies iſt die Fortbeſtimmung des Urteils durch die inhaltsvolle Kopula zum Schluſſe“ 370 g. Zuſammenhang und Sinn der Arten des Urteils 370 8 [3, 140, 149] Zuſatz. Kants Einteilung der Urteile nach dem Schema ſeiner Kategorientafel 370 g, 371 O. Die drei Hauptarten des Urteils 2550
E Urteil entſprechen den Stufen des Seins, des Weſens und des Begriffs. Die zweite iſt, der Stufe der Differenz entſprechend, gedoppelt 371 H. Die bilden eine Stufenfolge und der Unterſchied der: ſelben beruht „auf der logiſchen Bedeutung des Prädikats“ 371 a) „Qualitatives Urteil“ 372-375 (3, 149—151, 181, 212; 5, 74, 75, 75—91, 92, 106, 110, P. St. 6, 105—107] § 172 [P. St. 6, $ 120, verändert] Das Urteil des Daſeins als pofitives und negatives Urteil 372 9 [vgl. 6, 105] Zuſatz. Über richtig und wahr 3729, 373 8 (. Richtigkeit). „Die Wahrheit beſteht in der Übereinſtimmung des Gegenſtandes mit ſich ſelbſt, d. h. mit feinem Begriff“ 372 0, 373 B. Zur Unwahr⸗ heit des unmittelbaren Urteils und die Wahrheit im Urteil des Begriffs 3730 § 173 [P. St. 6, S 121, verändert] Das negative Urteil als das leere identiſche 374 [3, 150, P. St. 6, 106] und als das ſoge— nannte unendliche Urteil 374 (3, 150, 181; 5, 89—91, P. St. 6, 106] Zuſatz. Das Verbrechen und der bürgerliche Rechtsſtreit 374 2, 375 0 [5, 90]. Der Tod iſt ein negativ-unendliches Urteil, die Krankheit ein einfach-negatives 3758 86) „Das Reflexions-Urteil“ 371, 375—378 [3, 151 bis 153, 182, 212, 213; 5, 75, 91100, 110, 149, P. St. 6, 106—107] § 1740 Verhältnis zwiſchen Subjekt und Prädikat 3750 Zuſatz. Vergleich mit dem qualitativen Urteil 375 8, 376 © § 175 f [P. St. 6, 8 123, verändert] Charakteriſtik des ſingulären und partikulären Urteils und des Urteils der Allheit 376 [3, 152, 182; 5, 94, 94100, P. St. 6, 107), 376.9, 3770, 378 0 (. a. Allheit) § 176 [P. St. 6, § 124, etwas verändert] Die „Einheit des In— halts“ „macht die Urteilsbeziehung zu einer notwendigen“ 378 [P. St. 6, 107] * „Urteil der Notwendigkeit“ 3718, 378-380 [3, 153.—154, 182, 213; 5, 77, 100, 101—110, P. St. 6, 107] § 177 [P. St. 6, § 125] Das kategoriſche, hypothetiſche und dis— junktive Urteil 378, 379 [P. St. 6, 107), 379 2, 380 © (. d. Art.) 8) „Das Urteil des Begriffs“ 371, 373 g, 380—382 (3, 154—155; 5, 75, 110—118, P. St. 6, 108] § 178 [P. St. 6, § 126] Das aſſertoriſche Urteil 380, 381 (vgl. 6, 108) (f. aſſertoriſches Urteil) 2551
1 1 1 1 8 De 0 2 5 = Urteil een ee ee vv . er 8179 [P. St. 6, 8 127, nur zum Teil] Das problematiſche und das apodiktiſche Urteil 3818, 382 [P. St. 6, 108]. Übergang zum Schluß 383 g, 384 8 8 180 [P. St. 6, 8 128] Mit der Setzung der Einheit des Subjekts und des Prädikats als der Begriff, mit der Erfüllung des leeren Iſt, der Kopula, wird das Urteil zum Schluß 382 [P. St. 6, 108] (O Begriff) Faſſung der Idee als „das unendliche Urteil, deſſen Seiten jede die ſelbſtändige Totalität ſind, und eben dadurch, daß jede ſich dazu vollendet, in die andere ebenſoſehr übergegangen iſt“ 428 P. St. 6, 132] (O Idee) 399 8, 4008 (O Chemismus), 667 (0 Gattungsprozeß) Das „freie Urteil“ des Werdens oder Übergehens im Begriff 52 P. St. 6, 232] (O Seele). Das Erwachen als „das Urteil der in— dividuellen Seele“ 109, 110 [P. St. 6, 235] (O Seele), 122 G (O Empfindung). Im Urteil iſt die individuelle Seele „Subjekt überhaupt, ihr Objekt iſt ihre Subſtanz, welche zugleich ihr Prä— dikat iſt“ 157 g [vgl. 6, 237]. Hinweis auf „das ganze pſychiſche Urteil der Subſtanz, in welches die weibliche Natur, wie im Vegetativen die Monokotyledonen, in ſich entzweibrechen kann“ 159 9 (0 Seele). Erwachen der fühlenden Totalität „zum Urteil in fih” 204 0 (f. Selbſtgefühl). Das Denken als „weſentlich Diremtion, — Urteil“ 361 [P. St. 6, 272), 362 C, 363 & (f. Den⸗ ken). Urteilen und begreifen 3628, 363 @ (0 Denken), 3148 (O Geift) „Schönheitsurteil“ 40 (O Aſthetik). Kants „äſthetiſches Urteil“ 93 (ſ. Urteilskraft) Betrachtung des Begriffs der Religion auch „als ſich teilenden und unterſcheidenden Begriff, welches die Seite des Urteils, der Beſchränktheit, der Differenz und der Endlichkeit iſt“ 75, 76 (O Religionsphiloſophie) „Das Urteil oder die beftimmte Religion“ 89—98, 268, 269—472 (. beſtimmte Religion) „In dem göttlichen Urteil: Gott iſt die Weisheit, iſt enthalten ſein ih Beſtimmen, fein Urteilen, näher damit fein Erſchaffen“ 50, 51, 55. „Dieſes Ur⸗teilen iſt die ewige Güte Gottes“ 55. „Als 2552
Urteil / Urteilskraft 16 dieſes erſte Urteilen Gottes geht aber die Welt nicht zum abfoluten Gegenſatz, nur der Geiſt iſt dieſes abſoluten Gegenſatzes fähig und das iſt ſeine Tiefe“ 72 (O jüdiſche Religion) Das Urteil Gottes 226. In ihm liegt, „daß Gott, das ewig an und für ſich Seiende, ſich ewig erzeugt als ſeinen Sohn, ſich von ſich unterſcheidet — das abſolute Urteil“ 228. „Das Urteil der Idee iſt ſo zu faſſen, daß der Sohn die Beſtimmung erhält des Andern als ſolchen, daß er iſt als ein Freies, für ſich ſelbſt, daß er erſcheint als ein Wirkliches außer, ohne Gott, als ein Solches, das iſt“ 249. Das „Andere, als ein Selbſtändiges entlaſſen, iſt die Welt überhaupt. Das abſolute Urteil, welches der Seite des Anders: ſeins die Selbſtändigkeit gibt, können wir auch die Güte nen⸗ nen...” 249, 250. Das Urteil als Quell des Böſen 264 (O chriſt⸗ liche Religion) Zur Form des Urteils überhaupt 451, 452. Gründe dafür, wes⸗ halb die Natur des Urteils einen wahrhaften philoſophiſchen Be⸗ weis unmöglich macht 454, 456 (O Gottesbeweiſe) 17 Mit dem „abfoluten Urteil, der Unterſcheidung meiner von mir ſelbſt, macht ſich der Geiſt zum Dafein, ſetzt ſich als ſich ſelbſt äußerlich“ 62 (O Philoſophiegeſchichte) 19 Kants ſynthetiſche Urteile a priori 558, 567, 568 (ſ. Kant) [1, 299; 4, 251, 252; 5, 22, 29, 282, 284 ſ. Syntheſis] Arteilskraft Zu Kants reflektierender Urteilskraft 315—322 (f. Kant) Kant „definiert die Urteilskraft überhaupt als das Vermögen, das Beſondere als enthalten unter dem Allgemeinen zu denken. Iſt das Allgemeine (die Regel, das Prinzip, das Geſetz) gegeben, ſo iſt die Urteilskraft, welche das Beſondere darunter ſubſumiert, beſtimmend. Iſt aber nur das Beſondere gegeben, wozu ſie das Allgemeine finden foll, fo iſt die Urteilskraft bloß reflektierend“ 499 (O Reflexion) 12, 92; 19, 599] 35 (O Begriff) „Die reflektierende Urteilskraft“ 154-1759 (ſ. Kritizismus) 12 Zu Kants „Kritik der Urteilskraft“ 91, 92 (ſ. Kant) [12, 92 ſ. o.]. Das äſthetiſche Urteil läßt Kant „aus dem freien Spiele des Ver⸗ 2553 — —
Arteilskraft / Valens 12 ſtandes und der Einbildungskraft“ hervorgehen 92. „Das äſthe⸗ tiſche Urteil läßt das äußerlich Vorhandene frei für ſich beſtehen, und geht aus einer Luſt hervor, der das Objekt ſeiner ſelbſt wegen zuſagt, indem ſie dem Gegenſtande ſeinen Zweck in ſich ſelber zu haben vergönnt“ 93 (O Kant) 19 „Kritik der Urteilskraft“ 560, 596—609 (ſ. Kant). Ihre Mittellage zwiſchen Verſtand und Vernunft 598. „Die Idee der Urteilskraft vereinigt beides, — ein Allgemeines, welches das Beſondere an ihm ſelbſt hat“ 599. Urteilskraft und Zweckmäßig⸗ keit 600, 598. Die äſthetiſche Urteilskraft 601602, 610, die teleologiſche Urteilskraft 602 —606 (ſ. Kant) oO 17 Begriff der Subſtanz (oOν) bei Ariſtoteles 214 (O Thales) 18 Begriff der obo in Platons Philoſophie 231, 257 (O Plato), bei Ariſtoteles 319, 327, 329, 371, 372, 373, 386, 406, 407 (O Ariſto⸗ teles), bei den Stoikern 438 (O Stoiker) 19 Begriff der oon bei Plotin 48, 63 (O Plotin), bei Proklos 84, 85, 86, 87, 91, obgia in der erſten Trias 87, 90, in der zweiten Trias 89 (O Proklos) Atika 11 Phöniziſche Kolonie in Afrika 256 (O Syrien) Vacuna 1 — Vacuna (Ruhe) wurde von den Römern göttlich verehrt 377 (O römiſche Religion) [16, 173] Vaiſeſika (yaya) Die Philoſophie des Kanade 177, 178. Sie beſchäftigt ſich mit der Phyſik, d. h. mit den beſondern oder ſinnlichen Objekten 178. Ihre Ordnung iſt: Enunciation (Namengebung), Definition, Unter— ſuchung 178 (O Nyaya) 1 2 Valens, Flavins 11 431 (O byzantiniſches Reich) 2554
11 19 1 — . 12 11 19 Valentia / Vanini Valentia 375 (O römiſche Religion) Valentinus Valentinus' Faſſung des abſoluten Abgrunds (38 os) und der Auseinanderſetzung des Einen 30 (O Gnoſtiker) Valerius Das römiſche Geſchlecht der Valerier 381 (O Römer) Valerius, Lucas Valerius' Beſtimmung des Quantums 371, 372 (O Mathematik) Valmiki Valmiki, der mythiſche Sänger des Ramajana 451 (O indiſche Kunſt) [20, 113, 114, O Humboldt, Wilh. v.] Vandalen Plünderung Roms durch die Vandalen unter Genſerich 432 (O byzantiniſches Reich). Niederlaſſung der Vandalen in Spanien und Portugal 445 (O Völkerwanderung) Vanini, Julius Cäſar Zu Vaninis Ausſpruch, „ein Strohhalm reiche hin, um das Sein Gottes zu erkennen“ 55 (O Natur) [19, 244] „Vanini“ 220, 224, 244—250 (O Wiederaufleben). Geburt, Wanderleben und Tod auf dem Scheiterhaufen 244. Sein Ankläger Franconus 244, 245. Charakteriſtik feiner Art zu philoſophieren 245; ſeine Kommentarien zu phyſiſchen Schriften des Ariſtoteles 245. Seine zwei Werke 245, 246. Wieder, wie ſchon früher bei Pomponatius, „tritt Gegenſatz von Glauben und Bernunft ein“ 246. Obwohl er ſeine Überzeugung der Kirche unter⸗ warf 246, 247, 248, 452, wurde er 1619 zu Toulouſe verbrannt 247, 244. Vaninis Beweis, daß der Teufel mächtiger ſei als Gott 247, 248. „Die Kirche verfiel in den ſonderbaren Gegenſatz, daß fie Vanini darum verdammte, weil er ihre Lehren nicht der Ver⸗ nunft gemäß gefunden, aber ihnen doch ſich unterwarf“ 248. 2555
Vanini / Vauquelin 19 Streit zwiſchen „Offenbarung und Vernunft“ 249, 250 (f. Offen⸗ barung) 255 (O Reformation), 265 (O neuere Philoſophie) Varnbüler, Karl Eberhard Friedrich, Freiherr v. 6 Teilnehmer an den Verhandlungen der Württemberger Land— ſtände 481 (O Württemberg) Vaſari, Giorgio 14 Vaſari zu Angelico da Fieſole 112, 113 (O italieniſche Malerei) Vater 4 Das Vater⸗Sohnverhältnis enthält den Gegenſatz in Einem. „Die eine Beſtimmung iſt nur in Beziehung auf die andere; ihr Sein iſt Ein Beſtehen“ 548 (O Widerſpruch) 16 Das Reich des Vaters, „Gott in ſeiner ewigen Idee an und für ih“ 221, 223—247 (f. chriſtliche Religion). Das Vater-Sohn⸗ verhältnis 228, 236, 240 (O chriſtliche Religion) vates 12 510 (O Fabel) Vatikan 13 420 (O Attribut) Vaublanc, Vincent⸗Marie Viénot, Graf von 6 364 (O Württemberg) Vaudeville 14 In ihm iſt „das Singen gleichſam nur eine Ironie über ſich ſelber“ 209, 210 (O Mufit) 427 (O Epigramm) Vauquelin, Louis⸗Nicolas 9 Über das Verhältnis zwiſchen den aufgenommenen Nahrungs⸗ mitteln einerſeits und den aſſimilierten Materien und Auswurf ſtoffen andrerſeits 659 8 (O Tier) 2556
11 0 1 1 . 1 * 17 20 11 16 11 13 14 Veda / Venedig, Venezianer Veda (Humboldt, Wilh. v., Nyaya, Sankhyaſyſtem) Die Veden der Inder ſind keine Geſchichtsſchreibung 164, 165 (O China). Das Leſen der Veden iſt Geſchäft des Brahmanen 206 12, 450; 15, 371; 20, 72]. Inhalt, Einteilung und Urſprung 217. Colebrooke 217, Roſen, A. W. v. Schlegel 217 Fußn. (O Indien) 450 (O indiſche Kunſt) Die Veden enthalten „einen fruchtbaren Keim für eine epiſch darſtellbare Mythologie“ 399 (f. indiſche Poeſie) 20, 106, 107 Darſtellung Brahmas in den Veden 369, 370, 377, 380, der Schöp⸗ fung der Welt 369, 370, 371, 380, 381, 382; die Hervorhebung der Sonne 380 (O indiſche Religion) Die Veden ſind auch Grundlage der Philoſophie 162, 163 (O in⸗ diſche Philoſophie), 164, 166, Zweck und Ziel der Veden 164, Ver⸗ gleich mit dem Sankhyaſyſtem 164, 172 (O Sankhyaſyſtem), 178, 166 Die Veden ſind auch äußerlich ein Geheimnis, nur die Brahminen dürfen fie leſen 72 [11, 206; 12, 450; 15, 371]. Colebrooke über die Vedanta 74, über die Art, wie die Veden geleſen werden 100, 102, 104. Bedeutung der Veden für die indiſche Poeſie 106, 107 14, 399]. Colebrookes Verdienſt 107 (O Humboldt, Wilh. v.) 120, 124. Identifikation der Veden mit Brahm 122, 123, 126 (O Humboldt, Wilh. v.) velleitas Der Jeſuiten grübleriſches Nachdenken über die erſten Anfänge des Wollens (velleitas) 533 (O Reformation) 336 (O Gemeinde) Venedig, Venezianer 364 (O Römer), 542 (0 Reformation), 564 (O franzöſiſche Re⸗ volution) Die Malerei der Venezianer 433 (O griechiſche Götter) [14, 62, 63] „Nur die Venezianer und vorzüglich die Niederländer ſind die vollkommenen Meiſter in der Farbe geworden. Beide der See nahe, beide in einem niedrigen Lande, durchſchnitten von Sümp⸗ 2557
Venedig, Venezianer / Veränderung 14 fen, Waſſer, Kanälen.“ Durch diefes Trübe wurde man um fo mehr veranlaßt, „das Farbige in allen ſeinen Wirkungen und Mannigfaltigkeiten der Beleuchtung“ uff. zu ſtudieren 62, 63 (O Farbe) 20 476 (O Reformbill) Venus, die Göttin (Aphrodite) 12 276 (O Situation), 308 (O Individuum) 13 34 (O Ovid), die Tauben der Venus 64, 420, ihr Haſe 420, die Lilie 421 (O Attribut) 83, 92 (O griechiſche Götter), 169 (O Poeſie). Die mediceiſche Ve⸗ nus 180 (O Liebe), ihr Kinn 399, als Beiſpiel der harmloſen Situation 435, Wandel ihrer Wertſ. chätzung 432, 435, 436 (O Sta⸗ tue) 184 (O Liebe), 329 (O klaſſiſche Architektur), 409 (0 Kleidung), 427. Der Grund für ihre Nacktheit in der Darſtellung 432, venus vietrix 432 (O griechiſche Götter) Venus, der Planet 9 149 8 (O Mechanih, 1760 (0 Phyſik), 1829 (O Planet) 17 281 (O Pythagoras) 19 69 (O Plotin) Veränderung (Werden) „Durch ſeine Qualität, durch das, was es iſt, iſt Etwas der Ver⸗ änderung unterworfen“ 118 (0 Dafein) „Veränderung“ 173 (O Sein) 8 22 Es iſt die Ungleichheit des Etwas ‚mit fid) ſelbſt, wodurch die Veränderung geſetzt iſt“ 173 8 23 „Indem die Veränderung das Negieren des Negativen iſt, welches das Etwas an ihm hat, iſt das Für⸗ſich⸗ſein entſtanden“ 173 (O Sein) „In der Veränderung zeigt ſich der innere Widerſpruch, mit wel⸗ chem das Daſein von Haus aus behaftet iſt, und welches dasſelbe über ſich hinaus treibt.“ „Im Begriff des Daſeins liegt es, ſich zu verändern, und die Veränderung iſt nur die Manifeſtation deſſen, was das Oaſein an ſich iſt“ 221 8 (O Daſein), 233 g, 234 9 (0 Eins) 2558 = E
11 18 9 — 2 Veränderung / Verbrechen Bedeutung der Veränderung überhaupt und ihres Verhältniſſes zu Untergang und Werden in der Weltgeſchichte 112. „Der abſtrakte Gedanke bloßer Veränderung verwandelt ſich in den Ge— danken des feine Kräfte nach allen Seiten feiner Fülle kundgeben— den, entwickelnden und ausbildenden Geiſtes“ 113, 119 (O Welt⸗ geſchichte) Abgrenzung der Tätigkeit von der bloßen Veränderung, in wel⸗ cher „das Erhalten feiner in der Veränderung noch nicht enthalten iſt“ 320. Ariſtoteles' Faſſung der Tätigkeit und der Ver⸗ änderung 361, 363. „Veränderung iſt Bewegung am Realen“ 361, 362. Ariſtoteles' vierfache Einteilung der Veränderung 361, 362 (O Ariſtoteles), 363 Verbrechen 521, 522 (ſ. Naturrecht) Beſtrafung des Verbrechers 47 (ſ. Strafe) „Das Verbrechen iſt das unendliche Urteil, welches nicht nur das beſondere Recht, ſondern die allgemeine Sphäre zugleich negiert, das Recht als Recht negiert“ 90 (O Urteil) [7, 149, 150, 392; 8, 374 2] 143, 144 (f. Unrecht) „Zwang und Verbrechen“ 147—161 (O Unrecht) § 90 Mein Wille, wenn er ſich im Eigentum in eine äußerliche Sache legt, kann darin Gewalt leiden und es kann ihm darin Zwang angetan werden 147 8 91 „Es kann nur der zu etwas gezwungen werden, der ſich zwingen laſſen will“ 147 8 92 Gewalt oder Zwang, als Äußerung eines Willens, welche die Außerung oder Daſein eines Willens aufhebt, zerſtört ſich unmittelbar ſelbſt 148 n 8 93 So kommt es, daß „Zwang durch Zwang aufgehoben wird“ uh „Im Staat kann es keine Heroen mehr geben: dieſe kom⸗ men nur im ungebildeten Zuſtande vor“ 148, 149 8 94 Charakteriſtil des „abſtrakten Rechts“ als Zwangsrecht 149 Zuſatz. Unterſchied zwiſchen dem Rechtlichen und Moraliſchen 149 8 95 Der erſte Zwang als Gewalt von dem Freien ausgeübt, 2559
-.ı Verbrechen der das Recht als Recht verletzt, iſt Verbrechen, ein negativ un⸗ endliches Urteil 149, 150, 392 [5, 90] Die Sphäre des peinlichen Rechts 150 § 96 Für die Beurteilung eines Verbrechens tft es von Bedeu: tung, in welchem quantitativen Umfang und nach welcher quali: tativen Beſtimmung ein daſeiender Wille verletzt wird 150, 151 Das Gemeinſame in der ſtoiſchen Anſicht von Tugend und Laſter, in der drakoniſchen Geſetzgebung und in der Roheit der for⸗ mellen Ehre 150, 151. Unterſchied zwiſchen Raub und Diebſtahl, Tat und Handlung 151 Zuſatz. Bildung mildert die Anſichten über die Verbrechen 151 § 97 „Die geſchehene Verletzung des Rechts als Rechts ift zwar eine poſitive, äußerliche Exiſtenz, die aber in ſich nichtig iſt“ 151, 152 Zuſatz. „Die Tat des Verbrechens iſt nicht ein Erſtes, Poſitives, zu welchem die Strafe als Negation käme, ſondern ein Negatives, ſo daß die Strafe nur Negation der Negation iſt“ 152 S 98 Die Verletzung eines Beſitzes, ein Übel oder Schaden, muß durch Erſatz geſühnt werden 152 § 99 Die Verletzung, welche dem an ſich ſeienden Willen wider⸗ fahren iſt, „hat an dieſem an ſich ſeienden Willen als ſolchem keine poſitive Exiſtenz“ 152, 153. „Die poſitive Exiſtenz der Ver⸗ letzung iſt nur als der beſondere Wille des Verbrechens“ 153 Die Theorie der Strafe 153, 154, 155, 156 (f. Strafe) § 100 Die Verletzung, die dem Verbrecher widerfährt, iſt nicht nur an ſich gerecht, ſein Recht; „ſondern ſie iſt auch ein Recht an den Verbrecher ſelbſt, d. i. in ſeinem daſeienden Willen, in ſeiner Handlung geſetzt“ 155, 156. Kritik an Beccaria, wenn er dem Staate das Recht zur Todesſtrafe abſpricht 155. In der Strafe liegt eine Ehre 156 § 101 Die Wiedervergeltung nach dem Werte der Verletzung 156, 157, 159. Zur allgemeinen Vorſtellung, „daß das Verbrechen Strafe verdiene und dem Verbrecher geſchehen ſolle, wie er ge tan hat“ 157. „Eine Hauptſchwierigkeit hat die Beſtimmung der Gleichheit in die Vorſtellung der Wiedervergeltung hereinge— bracht“ 157, 158. „Die Gleichheit bleibt nur die Grundregel für das Weſentliche, was der Verbrecher verdient hat, aber nicht für die äußere ſpezifiſche Geſtalt dieſes Lohns“ 158, 159 2560
7 8 Verbrechen / Verdauung, Verdauungsſyſtem Zuſatz. Wiedervergeltung und Rache 159. Mord und Todesſtrafe 159, 160 8 102 Die Rache 160, 161 (f. Rache) § 103 Forderung nach einer „nicht rächenden, ſondern ſtrafenden Gerechtigkeit“ 161 „Übergang vom Recht in Moralität“ 161-16 (s. Recht) 171 (O Moralität), 173 (O Schuld). Die Bemeſſung der Größe eines Verbrechens iſt vom Zuſtande der bürgerlichen Geſellſchaft abhängig 299, 300 (O Rechtspflege) 392 (O Verfaſſung) Betrachtung des Verbrechens als negativ-unendliches Urteil 374 Y, 3759 (O urteil) [5, 90; 7, 149, 150, 392] 10 Mit dem Verbrechen iſt notwendigerweiſe Strafe verbunden 11 15 270 8 (O Verſtand) 389 [P. St. 6, 285] (O Recht — Unrecht) Verdacht Der Verdacht, die Verdächtigkeit ift eine der abſtrakten Formen der Innerlichkeit in der Nachreformationszeit 534. In gleicher Fürchterlichkeit erſcheint das Prinzip des Verdachts unter der römiſchen Kaiſerherrſchaft und unter der Schreckensherrſchaft Robespierres 535 (O Reformation), 561, 562 (ſ. franzöſiſche Re⸗ volution). Die Inquiſition iſt „ein Gericht des Verdachts“ 538 (O Reformation) Verdammnis Die „ewige Verdammnis“ in der alten Theologie 190 (O vermitteltes Wiſſen) Verdauung, Verdauungsſyſtem (Aſſimilations⸗Prozeß, Magen) 588 [P. St. 6, 207). Seine Einteilung in das Drüſenſyſtem mit Haut⸗ und Zellgewebe und in das eigentliche Syſtem der Einge— weide 589 [P. St. 6, 207] (O Tier) Die Reproduktion oder das Verdauungsſyſtem 607 —608 © (O Tier) 5 a) „Die dumpfe unmittelbare Reproduktion iſt das Zellgewebe, die Haut“ 607 Y, 589 [P. St. 6, 207). Die Lymphe 607 C, 600 0 8) Verhalten der Haut (Klauen, Knochen, Muskeln) zu Luft und Glockner, Hegel-Lezilon 161 2561
1 1 Verdauung, Verdauungsſyſtem / Verfaſſung 9 Waſſer 607 Z. Der Mund 6078, das Syſtem der Eingeweide 1 — = = 2 608 „) Der Magen- und Darmkanal 608 © 640 9, 641 8, 6429 (ſ. Aſſimilations-Prozeß). Die Verdauung 642 [P. St. 6, 213, 214], 645 8, 646 S. Spallanzanis Verſuche 652 0, 653 H. Über Verdauung als Vermittlung 642 [P. St. 6, 213, 214], 644—645 9, 648 g, 650 g, 654 © (ſ. Tier) verdumpft „Wir ſehen Agypten in gedrungener, verſchloſſener Naturan⸗ ſchauung verdumpft“ 283 (O Agypten) Verdun Der Vertrag von Verdun „im Jahre 843“ 467 (O Mittelalter) Verfaſſung (Konſtitution, Staatsrecht) Abhängigkeit der Art der Verfaſſung von dem Verhältnis der beſonderen Gewalten der allgemeinen Staatsgewalt untereinander und von der Beſtimmung, ob alle Bürger Anteil an der Regierung haben 72, 73 (ſ. Staatsgeſellſchaft). „Die Verfaſſung ſetzt die Trennung und Beziehung der verſchiedenen Staatsgewalten zueinander und den Wirkungskreis einer jeden feſt, vornehmlich die Rechte der Individnen im Verhältnis zu dem Staat und den Anteil der Mitwirkung derſelben“ 222 (O Staat) 294298 [P. St. 10, 410, 411426 f. Staatsrechtl. Die Ver⸗ faſſung iſt kein Vertrag. „Der Zuſammenhang iſt vielmehr ein ſubſtantieller und abſoluter“; die Verfaſſung iſt dies, „daß das Sich⸗ſelbſt⸗Begreifen und Betätigung der Subſtanz, der Willkür entnommen ſei“ 2968 Die Verfaſſung als „die entwickelte und verwirklichte Vernünftig— keit“ 344, 345, 347, 348 (ſ. Staatsrecht) Die politiſche Verfaſſung 366-440 (O Staatsrecht) 8 271 „Die politiſche Verfaſſung iſt fürs Erſte: die Organiſation des Staates und der Prozeß ſeines organiſchen Lebens in Be— ziehung auf ſich ſelbſt“ 366, 367—432. „Zweitens ift er als eine Individualität ausſchließendes Eins, welches ſich damit zu Ande— ren verhält“ 366, 432—440 Zuſatz. Bedeutung des Verhältniſſes der Zivilgewalt zur Militärgewalt 366, 367 2562
Verfaſſung 7 I. „Innere Verfaſſung für ſich“ 366, 367—432 8 272 „Die Verfaſſung ift vernünftig, inſofern der Staat feine Wirkſamkeit nach der Natur des Begriffs in ſich unterſcheidet und beſtimmt, und zwar ſo, daß jede dieſer Gewalten ſelbſt in ſich die Totalität dadurch iſt, daß ſie die anderen Momente in ſich wirkſam hat und enthält, und daß fie... nur Ein individuelles Ganzes ausmachen“ 367, 368, 369 Kritik an dem unendlich vielen Geſchwätz über Verfaſſung, z. B. daß die Religion die Grundlage fei 367. Eine philoſophiſche Erkenntnis kann nur aus dem Begriffe hervorgehen 368. Notwendig iſt die Teilung der Staatsgewalt 368, 347, 370, nicht aber ihre Fixierung in abſolute Selbſtändigkeit 368, 369, 370. Hinweis auf die Logik, die den Begriff und ſeine Momente beſtimmt 369. Charakteriſtik des negativen Verſtandes und der Geſinnung des Pöbels 369 Zuſatz. Zur Vernünftigkeit des Staates 369. Jede Staatsgewalt muß an ſich ſelbſt ein Ganzes bilden und die Momente der an— deren Gewalten in ſich enthalten 370, 368. Verwirrung in der franzöſiſchen Revolution 370 § 273 Diremtion des politiſchen Staates in: a) Die geſetzgebende Gewalt 371, 404—432 (f. u.) b) Die Regierungsgewalt 371, 395—404 (f. u.) e) Die fürſtliche Gewalt als Spitze und Anfang der konſtitutio— nellen Monarchie 371, 377395 (f. u.) „Die Ausbildung des Staats zur konſtitutionellen Monarchie iſt das Werk der neuern Welt“; die Geſchichte dieſer Vertiefung des Geiſtes der Welt in ſich iſt Sache der allgemeinen Weltgeſchichte 371. Zur alten Einteilung in Monarchie, Ariſtokratie und Demokratie 371, 372, 373 (f. d. Art.) [3, 222]. Kritik an Fichtes Gtaatsbegriff und ſeiner Erfindung eines Ephorats 373, 372. Zu Moſes Geſetzgebung 373. Von dieſen Formen „kann nur hiſtoriſcher Weiſe die Rede ſein“ 373. Zu Montesquieus tiefem Blick in ſeiner Angabe der Prinzipien der Regierungsformen 373, 374, 375 (ſ. Montesquieu) Zur Frage, wer die Verfaſſung machen ſoll 375. Ihre Sinnloſig— keit, wenn fie nicht eine ſchon vorhandene Verfaſſung, ſondern einen „bloßen atomiſtiſchen Haufen von Individuen“ vorausſetzt 375. Das Machen kann nur eine Veränderung bedeuten und die 2563
-1 Verfaſſung Verfaſſung darf „nicht als ein Gemachtes angeſehen werden“ 375, 376 $ 274 „Die Verfaſſung eines beſtimmten Volkes überhaupt hängt von der Weiſe und Bildung des Selbſtbewußtſeins desſelben ab“ 376. Unmöglichkeit einem Volke eine Verfaſſung a priori geben zu wollen 376 Zuſatz. Napoleon wollte den Spaniern eine ſolche geben 376, 377 a) „Die fürſtliche Gewalt“ 371, 377—395 8 275 Charakteriſtit der fürſtlichen Gewalt als Totalität der drei Momente: Allgemeinheit, Beſonderheit, Einzelnheit 377 Zuſatz. „Der Staat iſt ſo als Geiſtiges die Auslegung aller ſeiner Momente, aber die Einzelnheit iſt zugleich die Seelenhaftigkeit und das belebende Prinzip, die Souveränität, die alle Unter— ſchiede in ſich enthält“ 377, 378 § 276 1. „Die Grundbeſtimmung des politiſchen Staats iſt die ſubſtantielle Einheit als Idealität ſeiner Momente, in welcher a) die beſonderen Gewalten und Geſchäfte desſelben ebenſo auf— gelöſt als erhalten ſind“ 378, 379 Zuſatz. Vergleich mit dem Leben des Organismus 378, 379, 380 $ 277 6) „Die beſonderen Geſchäfte und Wirkſamkeiten des Staats ſind als die weſentlichen Momente desſelben ihm eigen“, können daher „nicht Privat-Eigentum fein” 378, 379 § 278 Daß die beſonderen Geſchäfte „in der Einheit des Staats als ihrem einfachen Selbſt ihre letzte Wurzel haben, macht die Souveränität des Staats aus“ 379. Zur Souveränität nach innen und außen 379, 432, 480. Souveränität und Deſpotismus 380. Souveränität ift immer „vom Zwecke des Ganzen... beſtimmt und abhängig“ 380. Die gedoppelte Weiſe der Erſcheinung der Idealität im friedlichen Zuſtand und im Zuſtand der Not 380, 381 § 279 2. Die Souveränität exiſtiert nur als die ihrer ſelbſt gewiſſe Subjektivität. Die Subjektivität iſt in ihrer Wahrheit nur als Subjekt. Das abſolut entſcheidende Moment des Ganzen iſt ſo der Monarch 381, 384, 386, 387. Charakteriſtik der Entwicklung vom Willen über die abſtrakte Perſönlichkeit zur Perſönlichkeit des Staats, zum beſchließenden Ich will des Monarchen 381, 382. Gründe für die Schwierigkeit des Begriffs des Monarchen für das Räſonnement, d. h. für die reflektierende Verſtandesbetrach— tung 382, 383, 388. Zur Volksſouveränität nach außen und innen 383. Kritik an der Fixierung des Gegenſatzes zwiſchen der Sou— 2564
-ı Verfaſſung veränität von Volk und Monarch 383, 384. „In dieſem Gegen— ſatze gehört die Volks-Souveränität zu den verworrenen Ge— danken, denen die wüſte Vorſtellung des Volkes zugrunde liegt“ 383, 384. Auch in den unausgebildeteren Geſtaltungen des Staats muß es zur Bildung einer „individuellen Spitze“ kommen, die dann oft zufällig ſein wird 385. Das reine Entſcheiden iſt dann oft ein von außen her beſtimmendes und hier liegt der Urſprung vom Orakel, vom Dämon 385. Der Dämon des Sokrates 385 Zuſatz. Der Machtbereich des Monarchen einer konſtitutionellen Monarchie 386 S 280 3. Das letzte Selbſt des Staatswillens iſt „unmittelbare Einzelnheit“, „dieſes Individuum“, „durch die natürliche Geburt zur Würde des Monarchen beſtimmt“ 387. Über das „unmittel⸗ bare Umſchlagen der reinen Selbſtbeſtimmung des Willens in ein Dieſes“ 387. Parallele mit dem Umſchlagen im ſogenannten ontologiſchen Gottesbeweis 387, 388. Über den modernen Ver⸗ zicht auf Erkennen der Wahrheit 388 Zuſatz. Bei dem Monarchen kommt es auf die Beſonderheit des Eharakters nicht an. Er „ſetzt den Punkt auf das J“ 388, 389 8 281 Die Einheit des letzten grundloſen Selbſtes des Willens mit der ebenſo grundloſen Exiſtenz, als der Natur anheimgeſtellten Beſtimmung, macht die „Majeſtät des Monarchen aus“ und in ihr liegt die wirkliche Einheit des Staates 389 Geburts- und Erbrecht iſt nicht mit Räſonnement zu verſtehen 389, darf nicht durch medios terminos geſolgert werden 390. Kritiſche Betrachtung des Wahlreichs 390, 391 Zuſatz. Betrachtungen um die Idee des Monarchen zu erfaſſen 391, 392 § 282 Das Begnadigungsrecht des Monarchen 392, 393 (ſ. Gnade) § 283 Das zweite Recht der Fürſtengewalt iſt Wahl und Ent⸗ laſſung der oberſten beratenden Individuen 393, 399, 400 § 284 „Die eigentümliche Majeſtät des Monarchen, als die letzte entſcheidende Subjektivität, iſt über alle Verantwortlichkeit jür die Regierungshandlungen erhoben” 393 8285 „Das dritte Moment der fürſtlichen Gewalt betriſſt das an und für ſich Allgemeine, welches in ſubjektiver Rückſicht in dem Gewiſſen des Monarchen, in objektiver Mückſicht im Ganzen der Verfaſſung und in den Geſetzen beſteht“ 393, 394 N 8 286 Die objektive Garantie der fürſtlichen Gewalt liegt darin, 2565
A Verfaſſung daß, indem im vernünftigen Organismus jedes Glied ſich für ſich erhält, es damit auch die anderen in ihrer Eigentümlichkeit er⸗ hält 394, 395 Die Herausarbeitung der Thronfolge nach Primogenitur „ift eines der ſpäteren Reſultate der Geſchichte“ 394. In unentwickel⸗ teren Staatsverfaſſungen bringt jeder Teil, indem er ſich erhält, nur ſich und darin nicht zugleich die anderen hervor 395 b) „Die Regierungsgewalt“ 371, 395—404 $ 287 Umfang der Regierungsgewalt, welche die richterlichen und polizeilichen Gewalten in ſich begreift 395, 396 § 288 Die gemeinſchaftlichen beſonderen Intereſſen haben ihre Verwaltung in den Korporationen. Wahl und Beſtätigung ihrer Vertreter 396, 397 § 289 Die exekutiven Staatsbeamten vermitteln zwiſchen den Korporationen und dem allgemeinen Staatsintereſſe 396, 397. Beziehung des Korporationsgeiſtes zum Geiſt des Staates 396, 397 § 290 „In dem Geſchäfte der Regierung findet ſich gleichfalls die Teilung der Arbeit ein“ 397, 398 Zuſatz. „Sie hat es mit dem Übergang vom Allgemeinen ins Be— ſondere und Einzelne zu tun“ 398. Das Schwere iſt, daß die ver— ſchiedenen Zweige nach oben und unten auch wieder zuſammen— kommen 398. Zur behördlichen Organiſation in Frankreich im Mittelalter und ſeit der franzöſiſchen Revolution 398. „In den Gemeinden liegt die eigentliche Stärke der Staaten“ 399 8 291 Die Regierungsgeſchäfte find objektiver Natur und deshalb durch dazu geeignete und nicht durch Geburt beſtimmte Indivi⸗ duen zu verwalten 399 § 292 Daß „dieſes“ Individuum aus mehreren gewählt wird, dieſe Auswahl „kommt der fürſtlichen als der entſcheidenden und ſouveränen Staatsgewalt zu“ 399, 400, 393 8 293 Charakteriſtik der beſonderen Staatsgeſchäfte 400 8 294 Aufgabe und Stellung des Staatsdieners, der weder „fah⸗ render Ritter“ noch „Staatsbedienter“ iſt 400, 401. Das Amts⸗ verhältnis iſt kein Vertragsverhältnis 401 § 295 Einſchränkung der Gewalt der Behörden und ihrer Beamten durch ihre eigene Verantwortlichkeit und durch das Recht der Gemeinden, Korporationen 401, 402 2566
Verfaſſung 7 Bedeutung des Benehmens, der Bildung der Beamten 402 (ſ. Be⸗ amte) § 296 Über die Bedingungen, unter welchen „die Leidenſchafts⸗ loſigkeit, Rechtlichkeit und Milde des Benehmens Sitte“ wird 402, 403 § 297 „Die Mitglieder der Regierung und die Staatsbeamten machen den Hauptteil des Mittelſtandes aus, in welchen die ge— bildete Intelligenz und das rechtliche Bewußtſein der Maſſe eines Volkes fällt“ 403, 404 (ſ. Mittelſtand) Zuſatz. In Rußland fällt er aus 403 c) „Die geſetzgebende Gewalt“ 371, 404—432 8 298 „Die geſetzgebende Gewalt betrifft die Geſetze als ſolche, in: ſofern ſie weiterer Fortbeſtimmung bedürfen, und die ihrem In⸗ halte nach ganz allgemeinen inneren Angelegenheiten“ 404. Sie iſt ein Teil der Verfaſſung, und ſchreitet in der Bildung fort 404, 40⁵ § 299 Der Staat gibt den Individuen Rechte, beſonders in den privatrechtlichen Geſetzen und fordert Leiſtungen, auf Geld redu— ziert 405, 406, 407. Zum Gegenſtand der allgemeinen Geſetzgebung und der Beſtimmung der Adminiftrativ-Behörden 405, 406. Rechtfertigung der bloßen Geldabgabe 406, 407. Die Leiſtungen der Individuen für den Staat im Staate Platons, in der Feudal⸗ monarchie, im Orient, in Agypten 406, 407 Zuſatz. Die Militärpflicht iſt in unſerm Staat die einzige perſön— liche Leiſtung 407 8 300 In der geſetzgebenden Gewalt als Totalität find zwei andere Momente zunächſt wirkſam: das monarchiſche, die Regie⸗ rungsgewalt und das ſtändiſche Element 407, 408 Zuſatz. Zur falſchen Anſicht, nach welcher Regierungsmitglieder von den geſetzgebenden Körpern auszuſchließen ſeien 408 § 301 Das ſtändiſche Element hat die Beſtimmung, daß in der allgemeinen Angelegenheit „das Moment der ſubjektiven for⸗ mellen Freiheit, das öffentliche Bewußtſein als empiriſche Allge— meinheit der Anſichten und Gedanken der Vielen“ zur Exiſtenz komme 408, 410, 411 Der Ausdruck: „die Vielen“ bezeichnet die empiriſche Allgemein⸗ heit beſſer als „alle“ 408, 409. Kritik an der Vorſtellung, „daß die Abgeordneten aus dem Volk oder gar das Volk es am beſten ver⸗ 2567
-ı Verfaſſung ſtehen müſſe, was zu feinem Beſten diene, und daß es den unge: zweifelt beſten Willen für dieſes Beſte habe“ 409, 410, 418. Zur tatſächlichen Leiſtung der Abgeordneten 409, 410 Zuſatz. Stellung der Regierung zu den Ständen 411. „Was die eigentliche Bedeutung der Stände ausmacht, iſt, daß der Staat dadurch in das ſubjektive Bewußtſein des Volks tritt, und daß es an demſelben Teil zu haben anfängt“ 411 $ 302 Die Stände find „vermittelndes Organ“ zwiſchen der Regierung einerſeits und dem „in die beſonderen Sphären und In— dividuen aufgelöſten Volke andererſeits“ 411, 412, 423. Sie ſind nicht in Gegenſatz gegen die Regierung zu ſtellen 412 $ 303 Über die politiſche Bedeutung des ſich näher dem Dienft der Regierung widmenden Standes und des Privatſtandes 413, 419. Kritik der Vorſtellung, der Privatſtand müſſe in Form der Ein— zelnen an der allgemeinen Sache des Staates teilnehmen 413, 414, 417, 418, 419, 421. Charakteriſtik der Vielen als Einzelne, des Volkes als unorganiſcher Geſamtheit 413, 414 § 304 Zur Vermittelung zwiſchen dem Extrem der empiriſchen Allgemeinheit und dem fürſtlichen oder monarchiſchen Prinzip 414, 411 3 305 Der Stand, der das Familienleben und in Rückſicht der Subſiſtenz den Grundbeſitz zu feiner Baſis hat, hat die Naturbeſtimmung, welche das fürſtliche Element in ſich ſchließt, mit dieſem gemeinſam 415, 416 § 306 Über die im Vergleich mit den anderen Ständen größere Sicherheit des Grundbeſitzers 415 Zuſatz. „Die Sicherheit und Feſtigkeit dieſes Standes kann noch durch die Inſtitution des Majorats vermehrt werden“ 415, 260. Zur Begründung des Majorats 416 8307 Charakteriſtik des ſubſtantiellen Standes als „zugleich Stütze des Thrones und der Geſellſchaft“ 416 § 308 „In den andern Teil des ſtändiſchen Elements fällt die be⸗ wegliche Seite der bürgerlichen Geſellſchaft.“ Sie kann nur durch Abgeordnete vertreten werden 416. Es ſind nicht Einzelne, ſon— dern in konſtituierte Genoſſenſchaften, Gemeinden und Kor po⸗ rationen Eingegliederte 416, 417, 413, 414, 419, 421 Kritik an der Vorſtellung, „daß alle einzeln an der Beratung und Beſchließung über die allgemeinen Angelegenheiten des Staats Anteil haben ſollen“ 417, 418, 413, 414. Aber das Mitglied des 2568
7 Staates ift konkreter Weiſe Mitglied zunächſt feines Standes, oder „das Individuum iſt Gattung, hat aber ſeine immanente allgemeine Wirklichkeit als nächſte Gattung“. „Seine wirkliche und lebendige Beſtimmung für das Allgemeine erreicht es daher zunächſt in ſeiner Sphäre der Korporation, Gemeinde uff.“ 418 § 309 Aufgabe der Abgeordneten 418 Zuſatz. „Der Einzelne konkurriert nun nicht mehr als unendliche Perſon.“ „Es kommt nämlich nicht darauf an, daß das Indivi— duum als abſtrakt Einzelnes zum Sprechen kommt, ſondern daß ſeine Intereſſen ſich in einer Verſammlung geltend machen, wo über das Allgemeine gehandelt wird“ 419 8 310 Die Garantie für eine entſprechende Vertretung der be— weglichen Seite der bürgerlichen Geſellſchaft zeigt ſich „in der durch wirkliche Geſchäftsführung, in obrigkeitlichen oder Staatsämtern erworbenen und durch die Tat bewährten Geſinnung, Geſchicklich— keit und Kenntnis“ 419, 420. Bedeutung des Beſitzes für den Abgeordneten 420 8 311 Die Abordnung hat von den verſchiedenen Korporationen auszugehen 420, 421. Die Abgeordneten find nicht Nepräſen— tanten von Einzelnen, ſondern „einer der weſentlichen Sphären der Geſellſchaft, Repräſentanten ihrer großen Intereſſen“ 421, 413, 414, 417, 418, 419 8 312 Teilung der ſtändiſchen Verſammlung in zwei Kammern 422 8 313 Vorteile folder Sonderung 422 8 314 Gffentlichkeit der Ständeverhandlungen 423, 422 8 315 Durch fie „kommt die öffentliche Meinung erſt zu wahr. haften Gedanken und zur Einſicht in den Zuſtand und Begriff des Staates und deſſen Angelegenheiten, und damit erſt zu einer Fähigkeit, darüber vernünftiger zu urteilen“ 423, 424 § 316 Charakteriſtik der „öffentlichen Meinung“ als „das Er⸗ kennen als Erſcheinung“ 424 . 8 317 Sie enthält „in ſich die ewigen fubftantiellen Prinzipien der Gerechtigkeit, den wahrhaften Inhalt und das Reſultat der ganzen Verfaſſung, Geſetzgebung und des allgemeinen Zustandes überhaupt, in Form des geſunden Menſchenverſtandes“ 424, 425. Je ſchlechter der Inhalt einer Meinung iſt, deſto eigentümliche iſt ſie, und „das Eigentümliche iſt das, worauf das Meinen ſich etwas einbildet“ 425. Arioſt 425, Goethe 425 Fußn. In der öffent: 2569
2 Verfaſſung lichen Meinung iſt Wahrheit und endloſer Irrtum unmittelbar vereinigt 425, 426. Zur Frage, „ob es erlaubt ſei, ein Volk zu täuſchen“ 426 Zuſatz. Die Redefreiheit 426 8 318 „Die öffentliche Meinung verdient ebenſo geachtet, als verachtet zu werden“ 427. „Die Unabhängigkeit von ihr iſt die erſte formelle Bedingung zu etwas Großem und Vernünftigem“ 427 8 319 Die Freiheit der öffentlichen Meinung und die Preſſefrei⸗ heit 427, 428 (ſ. Preſſefreiheit). Einerſeits hört man „Meinen und Denken fei nur ein Sagen“, andrerſeits wird für „geiftigftes Eigentum“ „hoher Reſpekt und Achtung“ gefordert 429. Die Wiſſenſchaft ſteht in Gegenſatz zu jeglichem bloßen Meinen 430. Die Nemeſis des Ausgleichs 430, 431 § 320 Die Subjektivität des zerſtörenden Meinens und Räfonierens „hat ihre wahrhafte Wirklichkeit in ihrem Gegenteile, der Subjektivität, als identiſch mit dem ſubſtantiellen Willen, welche den Begriff der fürſtlichen Gewalt ausmacht“ 431, 432 II. „Die Souveränität gegen außen“ 366, 432—440 § 321 Charakteriſtik der Souveränität nach innen als Fürſichſein, Individualität des Staates 432, 381 8 322 „Die Individualität, als ausſchließendes Fürſichſein, erſcheint als Verhältnis zu anderen Staaten“ 432, 433, 439. Be⸗ deutung der Selbſtändigkeit eines Staates 432, 433 8 323 Charakteriſtik der negativen Beziehung des Staates auf ſich als ſein höchſtes eigenes Moment 433 8 324 Sie iſt „das Poſitive“ ihrer „an und für ſich ſeienden In⸗ dividualität“. Es iſt Pflicht, „die Unabhängigkeit und Souveräni⸗ tät des Staats zu erhalten“ 433. Das ſittliche Moment des Krie⸗ ges 433, 434, 435, 436 (ſ. Krieg) 8 325 Der Stand der Tapferkeit 436, 437, 438, 439 (ſ. Tapferkeit) $ 326 Übergang des Verteidigungskrieges in Eroberungskrieg 436, 437. Das ſtehende Heer 437 8 327 Charakteriſtik der Tapferkeit als formelle Tugend 437, 438 $ 328 Der Gehalt der Tapferkeit als Geſinnung 438. Tapferkeit der modernen Welt 439 § 329 Über Krieg und Frieden zu entſcheiden, kommt allein der fürſtlichen Gewalt zu 439, 440 2570
10 11 1 A 18 Verfaſſung „Das innere Staatsrecht oder die Verfaſſung“ 410, 410-419 P. St. 6, 294— 298] (ſ. Staatsrecht) Sollen zu allem, was vom Staate und für ihn geſchehe, alle Ein⸗ zelnen ihre Zuſtimmung geben, „ſo iſt eigentlich gar keine Ver⸗ faſſung vorhanden“ 76. „Die Staatsverfaſſung iſt es erſt, wodurch das Abſtraktum des Staates zu Leben und Wirklichkeit kommt, aber damit tritt auch der Unterſchied von Befehlenden und Ge⸗ horchenden ein“ 76, 77. Einteilung der Verfaſſungen in Mon⸗ archie, Ariſtokratie, Demokratie 77. Zur Frage, „welches die beſte Verfaſſung ſei“ 77, 78. Die Einführung der Verfaſſung kann nicht „eine Sache ganz freier und weiter nicht als durch die Überlegung beſtimmter Wahl ſein“ 78. Die Theorie gibt der Republik den Vorzug 78, 79. Tatſächlich macht „die Verfaſſung eines Volks mit ſeiner Religion, mit ſeiner Kunſt und Philoſophie, oder wenig⸗ ſtens mit ſeinen Vorſtellungen und Gedanken, ſeiner Bildung überhaupt ... Eine Subſtanz, Einen Geiſt aus“ 79. Entwicklung der Staatsverfaſſung 79, 80. „Die Verfaſſungen, worin die welt⸗ hiſtoriſchen Völker ihre Blüte erreicht haben, ſind ihnen eigen⸗ tümlich, alſo nicht eine allgemeine Grundlage, ſo daß die Ver⸗ ſchiedenheit nur in beſtimmter Weiſe der Ausbildung und Ent⸗ wicklung beſtände, ſondern ſie beſteht in der Verſchiedenheit der Prinzipien“ 81. „Hier haben Altes und Neues das weſentliche Prinzip nicht gemein“ 81 (O Staat). Repräſentativverfaſſung 82. Beziehung zwiſchen der Staatsverfaſſung und der Religion 86, 87 (ſ. Staat) Die chineſiſche Verfaſſung 172—174 (f. China). Die Reichsver⸗ faſſung unter Karl dem Großen 461—464 (f. Karl J.). Kritik an ihr 469. „Was die Wirklichkeit einer Verfaſſung ausmacht, iſt, daß ſie als objektive Freiheit, ſubſtantielle Weiſe des Wollens, es Verpflichtung und Verbindlichkeit in den Subjekten exiſtiert 469 (O Mittelalter) 91 (O Wiſſenſchaft). Die chineſiſche Staatsverfaſſung 154, 155 (O chineſiſche Philoſophie) in den letzten dreißig Jahren hat man viele Verfaſſungen 1 81 Menſchen, der ſich viel damit Bela, hat, wird es leicht fein, eine ſolche zu machen. Aber das Theoretiſche reicht bei einer Verfaſſung nicht hin, es ſind nicht Individuen, 2571
18 19 20 2 3 8 9 11 17 D Verfaſſung / Vergeltung die ſie machen; es iſt ein Göttliches, Geiſtiges, was ſich durch die Geſchichte macht“ 177 (O Plato) „Die Franzoſen ſind in ihren Staatsverfaſſungen von Abſtraktio⸗ nen ausgegangen, allgemeinen Gedanken, welche das Negative gegen die Wirklichkeit: die Engländer entgegengeſetzt von kon⸗ kreter Wirklichkeit, dem unförmlichen Gebäude ihrer Verfaſſung“ 511 (O franzöſiſche Philoſophie) Zur ehemaligen deutſchen Reichsverfaſſung 476, zur heutigen im Vergleich mit der engliſchen 479, 493, 494, 511 (0 Reformbill) Vergangenheit (Haben) Vergangenheit und Entfernung iſt „nur die unvollkommene Form, wie die unmittelbare Weiſe vermittelt oder allgemein geſetzt iſt“ 581, 600 (f. offenbare Religion) Die Vergangenheit iſt „das Daſein als aufgehobenes, als nicht daſeiend“ 193 (O0 Mathematik) [8, 292] 292 [P. St. 6, 78] (f. Haben) 83 [P. St. 6, 156], 85 C, 86 © (O Zeit) Der Philoſophie iſt „alles in der Vergangenheit unverloren, denn die Idee iſt präſent, der Geiſt unſterblich, d. h. er iſt nicht vorbei und iſt nicht noch nicht, ſondern iſt weſentlich itzt“ 120 (O Welt: geſchichte) 5 Zur Gefahr, ein Ideal mit der Beſtimmung von Zukünftigem oder Vergangenem auszuſtatten 293, 280, 283, 284 (O unmittelbare Religion) „Bas wir find, find wir zugleich geſchichtlich“ 28 (O Philoſophie⸗ geſchichte) Vergängliches ſ. Untergang Vergehen ſ. Untergang Vergeltung (Rache) Die Wiedervergeltung „beſteht darin, daß das Unrechte ſich in das Rechte verkehren muß“ 68 (O Recht). Vergeltung und Strafe 68 (f. Strafe) 2572
oo 11 12 13 os 18 = Vergil / Verhältnis Vergil ſ. Virgil Vergleichung 272 Q, 273 0 (f. Unterſchied) Schwierigkeiten richtigen Vergleichens 109 (O Weltgeſchichte) „Die bewußte Symbolik der vergleichenden Kunſtform“ 502— 563 (ſ. ſymboliſche Kunſtform). A. „Vergleichungen, welche vom Außer— lichen anfangen“ 507—524. B. „Vergleichungen, welche in der Verbildlichung mit der Bedeutung den Anfang machen“ 524—556 (. ſymboliſche Kunſtform) 237 (O Künſtler) Vergnügen (Glück) „Das Wohlſein als die Angemeſſenheit des Außeren zu unſerm Inneren nennen wir auch Vergnügen“ 53 (O Propädeutik), 77, 78 (.. Glück). „Wer dem Vergnügen nachgeht, ſucht nur ſich nach ſeiner Akzidentalität“ 79. Beziehung der Vernunft und des Ver⸗ ſtandes zum Vergnügen 79, 80, 81 (O Moral) Faſſung der Luſt, des Vergnügens bei den Kyrenaikern 128, 146, bei uns 146, 147 (O Kyrenaiker), bei Ariſtippos 147, 148, 149 (ſ. Ariſtippos), bei Hegeſias 156 (f. Hegeſias), bei Plato im Phile⸗ bus 238, 239, 247 (ſ. Plato), bei den Stoikern 453, 465. „Das Schwatzen von der Vortrefflichkeit der Vergnügungen der Wiſſen⸗ ſchaft und Kunſt uſw. iſt etwas Schales; denn die Sache ſelbſt, mit der ſich darin beſchäftigt wird, hat eben nicht mehr die Form des Vergnügens, oder eben fie hebt jene Vorſtellung auf“ 465 (O Stoiker). Bei Epikur ſind Vergnügen und Schmerz Kriterien für das Praktiſche 483, 501 (ſ. Epikur) Verhältnis (Ganzes, Inneres — Außeres, Kauſalität, Kraft, religiöſes Verhältnis, Subſtantialität, Wechſelwirkung) „Das Verhältnis“ 125—127 (O Erſcheinung), 177—179 (ſ. Grund) 8 49 Charakteriſtik des Verhältniſſes als „eine Beziehung von zwei Seiten aufeinander“ 125 § 50 Das „bedingte Verhältnis“ 125, 126 2573
Verhältnis 3 851 Im bedingten Verhältnis „fängt die Erſcheinung an, in das . Weſen und Anſichſein zurückzugehen“ 126 852 1. „Das unmittelbare bedingte Verhältnis iſt das des Gan⸗ zen und der Teile“ 126, 177 (ſ. Ganzes) 853 2. „Das Ganze, als innere tätige Form, iſt die Kraft“ 126, 178 (ſ. Kraft) § 54 Die Kraft und ihre Äußerung 126 § 55 3. Das Verhältnis des Äußeren und Inneren 126, 127, 178—179 (f. Inneres — Außeres) „Das quantitative Verhältnis“ 220,389 —404 (ſ. Quantität e und das weſentliche Sein ſtehen ſchlechthin in Beziehung aufeinander. So iſt die Exiſtenz „weſentliches Ver⸗ hältnis“ 598 (O Erſcheinung) „Das weſentliche Verhältnis“ 598, 624, 638, 639—661 (O Erſcheinung), 662 „Die Wahrheit der Erſcheinung iſt das weſentliche Verhältnis“ 639. Charakteriſtik ſeines Inhalts als ſeiende und als reflektierte Unmittelbarkeit 639. Das weſentliche Verhältnis enthält die beſtimmte Vereinigung von Weſen und Exiſtenz 639, 640. Vergleich des weſentlichen Verhältniſſes mit den Reflexionsbeſtimmungen des Poſitiven und des Negativen 640. Das weſentliche Verhältnis „hat ſolche zu ſeinen Seiten, welche als ſelbſtändige Totalitäten geſetzt ſind“ 640. Es iſt „ein in ſich ſelbſt Gebrochenes“ 640, die „Einheit ſeiner ſelbſt und ſeines Andern“ 640 Dies iſt „der Begriff des Verhältniſſes“. Noch aber iſt ſeine Iden⸗ tität nur eine Beziehung, noch nicht die Subſtanz; der Begriff iſt ſelbſt noch unmittelbar 640 Einteilung des weſentlichen Verhältniſſes in: A. „Das Verhältnis des Ganzen und der Teile“ 641—648 (f. Ganzes), 655, 659, 665, 668 B. „Das Verhältnis der Kraft und ihrer Auße— rung“ 641, 646, 648—655 (f. Kraft), 665, 668 C. „Verhältnis des Außern und Innern“ 641, 655 bis 661, 662, 664, 668 1. Rückblick auf die beiden vorangehenden Verhältniſſe 655, 656 „Das Innere iſt als die Form der reflektierten Unmittelbarkeit oder des Weſens gegen das Außere als die Form des Seins be— 2574
2 Verhältnis ſtimmt, aber beide ſind nur Eine Identität“ 656, 660. Dieſe Iden⸗ tität iſt die „abſolute Sache“, die „Eine Sache“ 656. Sie iſt ihren Formbeſtimmungen gegenüber, die ihr äußerlich ſind, ſelbſt ein Inneres 656 2. Betrachtung der Reflexionsbeſtimmungen: „das Innere als die Form der Reflexion-in⸗ſich der Weſentlichkeit; das Außere aber als die Form der in Anderes reflektierten Unmittelbarkeit, oder der Unweſentlichkeit“ 656, 660. „Ihre Einheit iſt die reine ab⸗ ſtrakte Vermittelung, in welcher die eine unmittelbar die andere, und darum die andere iſt, weil ſie die eine iſt“ 657 „So iſt Etwas, das nur erſt ein Inneres iſt, eben darum nur ein Außeres“ und umgekehrt 657, 658. Das Innere iſt „die Boll: endung des Weſens der Form nach“, hat die „Beziehung auf ſein Anderes, das Außere“ 658, 657 Anmerkung. „Die Bewegung des Weſens iſt überhaupt das Wer— den zum Begriffe“ 658. Zur „unvermittelten Identität der Form“ 658, 659. „Das Erſte, indem Etwas nur erſt innerlich oder auch in ſeinem Begriffe iſt, iſt eben darum nur ſein unmittelbares, paſ— fives Dafein”. So im weſentlichen Verhältnis, eh es ſich durch die Vermittelung hindurch bewegt, fo die Sphäre des Seins über: haupt, oder „das Weſen als nur erſt das Innere“ 659, oder das Kind als erſt „innerlicher Menſch“ 660. Auch Gott iſt in ſeinem unmittelbaren Begriffe nicht Geiſt. „Unmittelbar iſt Gott nur die Natur“ 660 3. Charakteriſtik der erſten betrachteten Identität des Innern und Außern als Inhalt, der zweiten als reine Form 660, 556. „Aber dieſe beiden Identitäten ſind nur die Seiten Einer Totalität“ 660. Der Inhalt iſt Form, das Innere das Außere und umgekehrt 661, 660. Beſtimmung zur Wirklichkeit 661 (f. Wirklichkeit) Wirklichkeit und weſentliches Verhältnis 679 (© Wirklichkeit,) „Die Einheit des Abſoluten und ſeiner Reflexion iſt das abſolute Verhältnis“ 663 (O Wirklichkeit) RER „Das abfolute Verhältnis“ 663, 696—721 (O Wirklich keit). Charakteriſtik der abfoluten Notwendigkeit als ein Verhältnis, deſſen Momente ſelbſt ihre ganze Totalität iſt 696. „Das Weſen als abſolutes Verhältnis iſt der als Schein geſetzte Schein, der als dies Beziehen auf ſich die abſolute Wirklichkeit ft” BG: Die Auslegerin des Abſoluten ift die abſolute Notwendigkeit 697 2575
Verhältnis 4 A. „Das Verhältnis der Subſtantialität“ 697, 697 bis 701 (f. Subſtantialität), 702 B. „Das Kauſalitäts-Verhältnis“ 697, 701-717 (f. Kauſalität) C. „Die Wechſelwirkung“ 697,717 —721 (ſ. Wechſelwirkung) 5 Charakteriſtik des Begriffs als „die Wahrheit des ſubſtantiellen Verhältniſſes“ 31 (O Begriff) 288 (f. ſynthetiſch) 6 Herrſchaft des Verhältniſſes in der Sphäre des Weſens 69 © (ſ. Weſen) „Das Verhältnis“ 80—85 (O Erſcheinung) [P. St. 8, 305 bis 319 f. u.] 88 84—90 [P. St. 8, 88 135—141, zum Teil wörtlich, zum Teil etwas verändert] 80—85 [P. St. 8, 305—319 f. u.] 8 Quantitatives Verhältnis 251 IP. St. 6, 65] (O Sein) „Das Verhältnis“ 305—319 (O Erſcheinung) [P. St. 6, 80—85] § 135 [P. St. 6, § 84, faſt wörtlich! Das Verhältnis des Ganzen und der Teile 305—306 [P. St. 6, 80] (f. Ganzes) SS 136, 137 [P. St. 6, 88 85, 86 zum Teil wörtlich! Das Berhältnis der Kraft und ihrer Außerung 307—313 [P. St. 6, 81—83] (ſ. Kraft) § 138 [P. St. 6, § 87] Das Verhältnis des Inneren und Außeren. Das Innere als Grund, als leere Reflexion in ſich, ſteht dem Außeren als Reflexion in Anderes gegenüber 313 [P. St. 6, 83]. „Beide ſind dieſelbe eine Totalität, und dieſe Einheit macht ſie zum Inhalt“ 313 [P. St. 6, 83] § 139 [P. St. 6, S 88, wörtlich! „Das Außere ift vors erſte derſelbe Inhalt als das Innere“ 313 [P. St. 6, 83] 8 140 [P. St. 6, $ 89, faſt wörtlich! „Inneres und Außeres find aber auch als Formbeſtimmungen ſich und zwar ſchlechthin ent— gegengeſetzt als die Abſtraktionen von Identität mit ſich und von bloßer Mannigfaltigkeit oder Realität“ 313 [P. St. 6, 84], 315 2. Charakteriſtik ihrer Identität, indem ſie als Momente der Einen Form weſentlich identiſch ſind 313, 314 [P. St. 6, 84]. Haller, Goethe 314 [P. St. 6, 84], 314 Fußn. S Zuſatz. Der Irrtum, daß nur das Innere das Weſentliche ſei, be— gegnet uns, wenn „der Unterſchied zwiſchen der Natur und dem 2576
8 O 15 17 18 -ı Verhältnis / Verhauſen, ſich einhauſen Geiſte auf den abſtrakten Unterſchied des Außern und des Innern zurückgeführt wird“ 315 H. Aber „die Natur ift nicht minder als die geiſtige Welt eine Offenbarung Gottes“ 315 8, 316 HB. Das Kind mag als Anlage bloß ein Inneres ſein, vom Menſchen aber gilt: „was der Menſch tut, das iſt er“ 316 ©, 317 @, 318 ©, 319 ©. „An ihren Früchten werdet ihr fie erkennen“ 317 g. Dies Wort gilt auch „in Beziehung auf wiſſenſchaftliche und künſtleriſche Leiſtungen“ 317 C. Der Neid trennt Inneres und Außeres und ſagt dieſe oder jene große Leiſtung ſei nur Außeres 317 B, 318 2. Die fogenannte pragmatifche Geſchichtsſchreibung hat ſich in der neuern geit vielfältig ſo an großen hiſtoriſchen Charakteren ver⸗ gangen 318 8, 3198 S 141 [P. St. 6, $ 90, wörtlich]! „Durch die Außerung der Kraft wird das Innere in Exiſtenz geſetzt; dies Setzen iſt das Vermitteln durch leere Abſtraktionen; es verſchwindet in ſich ſelbſt zur Unmittelbarkeit, in der das Innere und Außere an und für ſich identiſch und deren Unterſchied als nur Geſetztſein beſtimmt iſt. Dieſe Identität iſt die Wirklichkeit“ 319 [P. St. 6, 84, 85] „Das praktiſche Verhältnis“ als die zweite Form des Affimilationsprozeſſes 622 8, 628—660 [P. St. 6, 209—216] (f. Tier) Über alle Reflerionsformen muß der denkende Geiſt hinaus fein, „er muß ihre Natur, das wahrhafte Verhältnis kennen, das in ihnen ſtattfindet, das unendliche Verhältnis, d. i. worin ihre End⸗ lichkeit aufgehoben iſt“ 74, 75 (O Religionsphiloſophie) „Das religiöfe Verhältnis“ 79, 114—220 (f. religiöjes Verhältnis) Betrachtung der Dinge „nach dem Verhältniſſe“ bei den ſpäteren Pythagoreern 265. Über den „Unterſchied des Verhältniſſes vom Gegenſatze“ 266 (I. Pythagoras) „Der Tropus des Verhältniſſes“ 569, 574 (f. Sextus Empirikus) Verhauſen, ſich einhauſen Über der Korporation muß „die höhere Aufſicht des Staates ſein, weil ſie ſonſt verknöchern, ſich in ſich verhauſen und zu einem elenden Zunftweſen herabſinken würde“ 327 (O Korporation). „Im Frieden dehnt ſich das bürgerliche Leben mehr aus, alle Sphären hauſen ſich ein, und es iſt auf die Länge ein Verſumpfen der Menſchen“ 435 (O Verfaſſung) Glockner, Hegel-Lexikon 162 9577
Verhauſen, ſich einhauſen / Verliebte, Verliebtſe in 10 Erlaubt man den Kindern zu tun, was ihnen beliebt . . . „fo entſteht in den Kindern ein beklagenswertes Sicheinhauſen in be— ſonderes Belieben, in abſonderliche Geſcheitheit, in ſelbſtſüchtiges Intereſſe, — die Wurzel alles Böſen“ 102 8 (O Kind). Indem der Mann ins praktiſche Leben übergeht, „hauſt er ſich in die ob— jektiven Verhältniſſe ein, und lebt in der Gewohnheit an die— ſelben und an feine Geſchäfte“ 107 8 (ſ. Mann) 11 Im Orient finden wir das ſich im Inneren Einhauſen 152 (O Orient) 453 (ſ. Mohammedaner) 13 Die klaſſiſche Kunſt kennt „das Verhauſen der ſubjektiven Inner⸗ 1 1 1 — 1 «1 LS 2 = 2 o lichkeit in ſich“ nicht 15 (O klaſſiſche Kunſtform). „Das Schlechte, Sündliche, Böſe der ſich in ſich verhauſenden Subjektivität iſt von den Darſtellungen des Klaſſiſchen ausgeſchloſſen“ 97 (O griechiſche Götter) Verjährung 119, 120, 121 (ſ. Eigentum) Verkauf „Entäußerung des Eigentums“ 121—129 (ſ. Eigentum) Verklärung Die Verklärung als Stoff der Malerei 52 (ſ. Malerei) Verletzung Bedeutung der Verletzung für die Kolliſion 278, 294 (ſ. Kolliſion) Verleumdung 93, 94 (O Moral) Verliebte, Verliebtſein In den modernen Zeiten wird bei der Eheſchließung „der ſubjek— tive Ausgangspunkt, das Verliebtſein, als der allein wichtige angeſehen“ 241 (O Ehe) 1 Verliebter, ſich in Gleichniſſen zu ergehen 546 (0 Gleich— nıs 2578
1 — 17 18 15 Vermandois / vermitteltes Wiſſen Vermandois Grafſchaft Vermandois 474 (O Frankreich) Vermeinigen Betrachtung der reinen Apperzeption „als die Tätigkeit des Ber: meinigens“ 129 (O Kritizismus) Vermiſchung (Syntheſis) „Als Vermiſchung iſt es zuerſt, daß ſich die Einheit Entgegen— geſetzter darbietet. Die Einheit Entgegengeſetzter (der Begriff, der ſich in Heraklit auftat) in ihrer Ruhe iſt für die Vorſtellung als Vermiſchung, ehe der Gedanke das Allgemeine erfaßt“ 373 (O Empedokles) „Statt der Individualität gebrauchen die Alten häufig: Ver— miſchung, Teilnahme“ 240 (O Plato) vermitteltes Wiſſen (unmittelbares Wiſſen, Vermittlung) Das unmittelbare Wiſſen, wie das vermittelte, iſt vollkommen einſeitig 74. „Das Wahre iſt ihre Einheit, ein unmittelbares Wiſ— ſen, das ebenſo vermittelt iſt, vermitteltes, das ebenſo einfach in ſich, unmittelbare Beziehung auf ſich iſt“ 74, 75 (O Religionsphiloſophie) 172 (f. unmittelbares Wiſſen) „Das vermittelte Wiſſen als Beobachtung und als Reflexion“ 183—210 (0 Denken). Dieſer Standpunkt „beobachtet die Erſchein ung und ſetzt außerhalb derſelben, was das Unendliche darin iſt“ 183, 185. Religion iſt das Bewußtſein von einem Jenſeitigen und das Bewußtſein findet ſich abhängig, endlich 183, 185 Betrachtung der Entwicklung ſolcher Reflexion 183. „Ich weiß den Gegenſtand als das Andere meiner, mich daher durch ihn be— ſchränkt und endlich“ 183. „Wir wiſſen uns endlich nach vielfachen Seiten“ 184. Aber „im Gefühl, im Bewußtſein der Schranke liegt das Darüberhinausſein“ 184, 185. „Das Unendliche iſt, was über die Schranken hinaus iſt“ 185, 187. „So haben wir Endliches und Unendliches“ 185, 187 Beide Seiten ſind in Relation miteinander 185. „Indem beide zu— ſammengebracht werden, entſteht eine Einheit, durch das Auf⸗ 2579
vermitteltes Wiſſen / Vermittlung 15 heben des Einen, und zwar des Endlichen, welches nicht aushalten kann gegen das Unendliche“ 185. Furcht und Abhängigkeitsgefühl entſtehen; es erwacht aber auch das Geſühl von der Güte des Un⸗ endlichen, der Gerechtigkeit 186 Der Beobachtung kann nur das Gegenſtand ſein, „was in uns als ſolchen iſt und was wir als die Endlichen ſind, und Gott be⸗ ſtimmt ſich für dieſen Standpunkt nur als das Unendliche, als das Andere des Endlichen, als das Jenſeits desſelben“ 186, 187. „Man bleibt bei der Endlichkeit des Subjekts ſtehen“ 187, 212. „Die Reflerion des Hinüberſeins über die Schranke iſt auch noch wohl zugegeben; jedoch iſt dies Hinausgehen nur ein Verſuchtes, eine bloße Sehnſucht“ 187 Auf dieſem Standpunkt „wechſelt mit der Negation, als die ich weſentlich beſtimmt bin, meine Affirmation, die Beſtimmung, daß ich bin, ab“ 187, 188. „Wir werden ſehen, daß beide, Negation und Affirmation, in eins zuſammenſallen und die Abſolutheit des Ich herauskommen wird“ 188 1. „Vorhanden iſt nur mein Hinaus als Richtung in die Ferne, ich bleibe diesſeits und habe die Sehnſucht nach einem Jenſeits“ 188 2. Dieſe Richtung iſt durchaus mein; meine Endlichkeit auſgeben und das Jenſeits erreichen, wäre eins. „Das Intereſſe, jenes nicht zu erreichen und mich zu erhalten, iſt identiſch“ 188 3. „Meine Richtung zum Jenſeits und meine Endlichkeit ſind Be⸗ ſtimmungen in mir; ich bleibe darin bei mir ſelbſt.“ „Meine Affirmation ſpricht ſich ſo aus: ich bin“ 188. „Dies iſt von meiner End— lichkeit ein Unterſchiedenes und die Aufhebung meiner Endlidye keit“ 188, 189. „Ich bin, was ich ſoll, d. h. ich bin gut von Natur, d. h. ich bin, und zwar inſoſern ich unmittelbar gut bin“ 189 In der alten Theologie war dagegen die Vorſtellung von ewiger Verdammnis 189, 190. „Ich kann mir kein Gutſein zuſchreiben außer meinem Willen“ 190. Weiter entwickelt, heißt es wohl auch, „daß das Gute nur in meiner Überzeugung liegt“ 190, 191 Übergang zur Betrachtung der Endlichkeit und des Verhältniſſes des Endlichen zum Unendlichen 191—210 (ſ. Endlichkeit) Vermittlung (Mitte, Verſöhnung) 2 Notwendigkeit der Vermittlung 24, 25. „Die Vermittlung iſt nichts anderes als die ſich bewegende Sichſelbſtgleichheit, oder ſie 2580
D oo 12 13 15 16 17 Bermittlung ift die Reflexion in ſich ſelbſt, das Moment des fürſichſeienden Ich, die reine Negativität oder, auf ihre reine Abſtraktion herab— geſetzt, das einfache Werden“ 25 (O Phänomenologie) „Die Reflexion iſt die reine Vermittelung überhaupt“ 553 (ſ. Grund) „Vermittlung iſt ein Anfangen und ein Fortgegangenſein zu einem Zweiten, ſo daß dies Zweite nur iſt, inſofern zu demſelben von einem gegen dasſelbe Andern gekommen worden iſt“ 57 8 (O Syſtem). „Die Unmittelbarkeit des Wiſſens ſchließt nicht nur die Vermittlung desſelben nicht aus, ſondern ſie ſind ſo ver— knüpft, daß das unmittelbare Wiſſen ſogar Produkt und Reſultat des vermittelten Wiſſens iſt“ 172 O, 173 2, 176 (f. unmittelbares Wiſſen) Stellung der Philoſophie zur Vermittlung 88, 89 (f. Philoſophie). Das Kunſtſchöne als Mittler zwiſchen Geiſt und Natur 90 (ſ. Mitte) Die chriſtliche Anſchauung faßt die Entſagung als Moment der Vermittlung zwiſchen dem bloß Natürlichen und dem Geiſtigen 107 (O griechiſche Götter) „Die Vermittlung des religiöſen Bewußtſeins in ihm ſelbſt“ 172220 (f. Denken). „Das unmittelbare Wiſſen und die Ver⸗ mittlung“ 172—183 (f. unmittelbares Wiſſen). Des Menſchen Vernünftigkeit und Wiſſen „iſt nur Reſultat der Vermittlung des Denkens und kommt nur in der letzten geiſtigen Exiſtenz des Menſchen vor“ 291. Das Denken und ſein Weg iſt „die Arbeit der Vermittlung, das Herausgehen aus der Endlichkeit“ 291. „Das Wiſſen der wahrhaften Natur iſt ein vermitteltes Wiſſen“ 292. Dies gehört ebenſo zur Erkenntnis Gottes 292 (O unmittelbare Religion). „Wie das Denken eine Tätigkeit, Vermittlung in ſich iſt, ſo enthält auch der beſtimmte Gedanke die Vermittlung in ſich“ 329 (O beſtimmte Religion) Es gibt keinen Gegenſtand der Natur und des Geiſtes, im Him⸗ mel, auf Erden und unter der Erde, „was nicht die Beſtimmung der Vermittelung, ebenſo wie die der Unmittelbarkeit in ſich ſchlöſſe“ 380. Bedeutung der Vermittlung im kosmologiſchen Gottesbeweis 381, 382, 500, 501, 504 (.. Gottesbeweiſe) Mithra als Vermittler 116, 117 (O Philoſophiegeſchichte) 2581
-] — N Vermögen / Vernunft —. — ee en Et er en Vermögen (Beſitz, Eigentum) „Das Vermögen der Familie“ 239, 249—251 (ſ. Familie) Das Vermögen der bürgerlichen Geſellſchaft 278—286 (ſ. Bedürf⸗ nis) 324 (O Korporation) Vernunft (Vernunft — Verſtand, vernünftig — wirklich, Ver⸗ nunfttheologie, Verſtand) „Poſtulate der Vernunft“ in Fichtes Philoſophie 69—70 (f. Fichte). Stellung des alten und neuen Skeptizismus zur Frage nach der Selbſterkenntnis der Vernunft 237, 238, 239 (f. Skeptiker) Zum alten Gegenſatz zwiſchen Vernunft und Glauben 279, 280 (ſ. Glaube) Der Begriff der Vernunft bei Kant 294, 301, 309—315; die praktiſche Vernunft 311, 313, 314, 315 (f. Kant) Jacobis Auffaſſung der Vernunft 328, 329, 371, 373 (ſ. Jacobi) Kants „reine Vernunft“ 405 (O Fichte). „Reine Vernunft“ 458, theoretiſche und praktiſche Vernunft 459, praktiſche Vernunft und Kauſalität 460, 462. Beſtimmung der ſittlichen Vernunft als das Abſolute in der Form der Einheit 460, 458. Kant hat erkannt, „daß der praktiſchen Vernunft aller Stoff des Geſetzes abgehe, und daß ſie nichts mehr als die Form der Tauglichkeit der Maxime der Willkür zum oberſten Geſetze machen könne“ 464 (ſ. Naturrecht) Die Vernunft als „das zweckmäßige Tun“ 25 (0 Phänomenologie) „Vernunft“ 182—334 (0 Phänomenologie), 337 V. „Gewißheit und Wahrheit der Vernunft“ 182 bis 334. Abgrenzung gegen das unglückliche Bewußtſein 182. „Das Bewußtſein geht in dem Gedanken, welchen es erfaßt hat, daß das einzelne Bewußtſein an ſich abſolutes Weſen iſt, in ſich ſelbſt zurück“ 182, 183. Als Vernunft ſeiner ſelbſt verſichert, hat es die Ruhe gegen die Wirklichkeit empfangen und kann ſie er⸗ tragen 183. Es „verhält lid)... als Idealismus zu ihr“ 183, 184 Rückblick auf den bisherigen Weg, den das Bewußtſein im Rücken und vergeſſen hat, „indem es unmittelbar als Vernunft auftritt“ 184. Aber „fie verſichert ſo nur“ 184. „Der Idealismus, der jenen Weg nicht darſtellt .. iſt ... reine Verſicherung“ 184, 185 und neben dieſe treten andere Verſicherungen von Gewißheit 185 „Die Vernunft iſt die Gewißheit alle Realität zu ſein. Die ſes An⸗ 2582
Vernunft 2 ſich oder dieſe Realität iſt aber noch ein durchaus Allgemeines, die reine Abſtraktion der Realität“ 185. Ich iſt „die einfache Kate— gorie“ 185; Selbſtbewußtſein und Sein find dasſelbe Weſen 186. Der Unterſchied dieſer Kategorie oder dieſer einfachen Einheit des Selbſtbewußtſeins iſt „im Andersſein oder im abſoluten Unter— ſchiede unmittelbar ſich ſelbſt gleich zu ſein“ 186. Er erſcheint als „eine Vielheit von Kategorien“ und dies iſt eine zweite Verſiche⸗ rung 186. Aber jetzt muß das Begreifen anfangen 186 Charakteriſtik des Übergangs der Kategorie aus ihrem Begriffe zu einer äußern Realität 187. Sie iſt „Einzelnheit“, „das reine Schema, welches ebenſowohl Bewußtſein, wie damit, daß es Einzelnheit und ausſchließendes Eins iſt, das Hindeuten auf ein Anderes iſt“ 187. „Die reine Kategorie verweiſt auf die Arten, welche in die negative Kategorie, oder die Einzelnheit übergehen“ 187; und „die letztere weiſt aber auf jene zurück“ 187, 188 Charakteriſtik des reinen Bewußtſeins „einmal als das unruhige Hin- und Hergehen“, das andere Mal „als die ruhige ihrer Wahr— heit gewiſſe Einheit“ 188. „Das Bewußtſein aber als Weſen iſt dieſer ganze Verlauf ſelbſt“ 188 „Sein erſtes Ausſprechen iſt nur dieſes abſtrakte leere Wort, daß alles ſein iſt“; damit iſt es „leerer Idealismus“ und zugleich „abſoluter Empirismus“ 188, 189, eine „ſich widerſprechende Doppelſinnigkeit“ 189. „Indem die Vernunft alle Realität in der Bedeutung des abſtrakten Meins, und das Andere ihm ein gleich— gültiges Fremdes iſt, ſo iſt darin gerade dasjenige Wiſſen der Vernunft von einem Anderen geſetzt, welches als Meinen, Wahr— nehmen und als der das Gemeinte und Wahrgenommene auf— faſſende Verſtand vorkam“ 189. Sie behauptet das „ſchlechthin Entgegengeſetzte als das Weſen. die Einheit der Apperzeption und ebenſo das Ding“ 189, 190 A. „Beobachtende Vernunft“ 190—271, 335. Die beob⸗ achtende Vernunft „ſucht ihr Anderes, indem ſie weiß, daran nichts anderes als ſich ſelbſt zu beſitzen; ſie ſucht nur ihre eigne Unendlichkeit“ 190, 191. „Das Bewußtſein beobachtet, d. h. die Vernunft will ſich als ſeienden Gegenſtand, als wirkliche, ſinnlich⸗ gegenwärtige Weiſe finden und haben“ 191. Mangel dieſes Be⸗ wußtſeins iſt, daß es nicht in ſeine eigne Tiefe ſteigt und darin ſucht, was es bei den Dingen zu finden hofft 191, 192. Die Ver⸗ nunft „erkennt die Dinge, ſie verwandelt ihre Sinnlichkeit in 2583
Vernunft 2 Begriffe, d. h. eben in ein Sein, welches zugleich Ich iſt“ 192 Betrachtung des Tuns der beobachtenden Vernunft 192—271 a) „Beobachtung der Natur“ 192—233 (ſ. Naturbeobach⸗ tung), 266, 267 b) „Die Beobachtung des Selbſtbewußtſeins in ſeiner Reinheit und ſeiner Beziehung auf äußere Wirklichkeit; logiſche und pfychologifche Geſetze“ 233—239. Rückblick auf die Naturbeobachtung 233. Das ſich in ſich ſelbſt kehrende Bewußtſein findet zuerſt die Geſetze des Denkens 233, 267. Charakteriſtik die⸗ fer logiſchen Geſetze als „außerhalb der Realität“ 233, als for— melle und zugleich „abſolute Begriffe“ 234, oder „als ein Inhalt, dem die Form genommen iſt, für etwas Abſolutes“ zu gelten 235. Dieſe negative Einheit des Denkens ift in ihrer Realität „tuendes Bewußtſein“ 235 „Es eröffnet ſich alſo für die Beobachtung ein neues Feld an der handelnden Wirklichkeit des Bewußtſeins“, das Gebiet der Pſycho— logie 235—239 (ſ. Pfycho lo gie) e) „Beobachtung der Beziehung des Selbſtbewußt— ſeins auf ſeine unmittelbare Wirklichkeit; Phy— ſiognomik und Schädellehre“ 239—271. Das Sein, der Leib der beſtimmten Individualität iſt „die Urſprünglichkeit der— ſelben“ und „auch der vom Individuum hervorgebrachte Ausdruck ſeiner ſelbſt; zugleich ein Zeichen“ 240, 241. Vergleich mit der pſychologiſchen Beobachtungsweiſe 240, 241. „Sein iſt Ausdruck des Innern“ und „dies Innere iſt .. . ein an ſich beſtimmter ur— ſprünglicher Charakter, deſſen Form nur die Tätigkeit iſt“. Das Innere wird ſichtbar durch Tätigkeit, den ſprechenden Mund, die arbeitende Hand 241. Sprache und Arbeit ſind Ausdruck des In⸗ nern und zugleich Verwandlung des Innern 242, 243, ja ſie kön⸗ nen „durch das Judividuum ſelbſt ein Anderes ſein, als ſie er⸗ ſcheinen“, entweder aus Abſicht oder aus Ungeſchicklichkeit 242 Die Phyſiognomik 239, 242—250, 251 (ſ. Phyſiognomik) Die Schädellehre 239, 251—266 (ſ. Schädellehre). Zuſam⸗ menfaſſender Rückblick auf die Beobachtung der anorganiſchen und organiſchen Natur 266, auf die Beobachtung des Selbſt— bewußtſeins, der Geſetze des Denkens 267 und des „toten Dings“ als äußere und unmittelbare Wirklichkeit des Geiſtes 267, 268, 269. Über das unendliche Urteil, daß das Selbſt ein Ding iſt 269. „Das Moment jenes unendlichen Urteils iſt der Übergang der 2584
2 Unmittelbarkeit in die Vermittlung oder Negativität“ 269. „Die Kategorie, welche die Form des Seins im Beobachten durchlaufen hat, ift jetzt in der Form des Fürſichſeins geſetzt“ 269, 268 (ſ. Ka⸗ tegorie). „Die andere Bedeutung des Reſultats iſt die ſchon be⸗ trachtete des begriffloſen Beobachtens“ 269, 270, 271. Sie ſagt „den Knochen, wie er ſich als ſinnliches Ding findet ..., für die Wirklichkeit des Selbſtbewußtſeins aus“ 269, 270, 271 B. „Die Verwirklichung des vernünftigen Gelbftbewußtſeins durch ſich ſelbſt“ 271—301. Das Selbſt⸗ bewußtſein hat erkannt, daß „Gegenſtändlichkeit nur noch als Oberfläche gilt, deren Inneres und Weſen es ſelbſt iſt“ 271. „Es iſt der Geiſt, der die Gewißheit hat in der Verdopplung ſeines Selbſtbewußtſeins und in der Selbſtändigkeit beider ſeine Ein— heit mit ſich ſelbſt zu haben“ 271. „Dieſe Gewißheit hat ſich ihm nun zur Wahrheit zu erheben“ 271 Die allgemeinen Stationen dieſer Verwirklichung 271, 272. Zu⸗ nächſt iſt die tätige Vernunft ſich ihrer ſelbſt „nur als eines Indi⸗ viduums bewußt, und muß als ein ſolches ſeine Wirklichkeit im Andern fordern und hervorbringen, — alsdann aber... wird es allgemeine Vernunft, und iſt ſich ſeiner als Vernunft, als an und für fi) ſchon Anerkanntes bewußt, welches in ſeinem reinen Be⸗ wußtſein alles Selbſtbewußtſein vereinigt“ 272. Mit dem Begriff des anerkannten Selbſtbewußtſeins ſchließt ſich „das Reich der Sittlichkeit“ auf; „denn dieſe iſt nichts anderes als in der ſelb⸗ ſtändigen Wirklichkeit der Individuen die abfolute geiſtige Ein: heit ihres Weſens“ 272. Die Sitte aber iſt die ſittliche Subſtanz als „unmittelbar wirkliches Selbſtbewußtſein“ 273 Verſchränktheit des Einzelnen in die Macht des ganzen Volkes 273, 274. „Das Ganze wird als Ganzes ſein Werk, für das er ſich aufopfert, und eben dadurch ſich ſelbſt von ihm zurückerhält“ 274. „Dieſe Einheit des Seins für Anderes oder des ſich zum Dinge Machens, und des Fürſichſeins, dieſe allgemeine Subſtanz redet ihre allgemeine Sprache in den Sitten und Geſetzen ſeines Volks.“ „Die Geſetze ſprechen das aus, was jeder Einzelne iſt und tut“ 274. „In einem freien Volke iſt darum in Wahrheit die Vernunft verwirklicht“, ſo bei den Alten 275 Aber „die Vernunft muß aus dieſem Glücke heraustreten“; denn das einzelne Bewußtſein weiß ſonſt nicht „als reine Einzelnheit für ſich zu ſein“ 275, 276, 277. Werden der Moralität 277. Oder 2585
Vernunft 2 „das Selbſtbewußtſein hat dieſes Glück noch nicht erreicht“, es wird von ſeinem Geiſte in die Welt hinausgeſchickt, ſein Glück zu ſuchen 276, 277 In der Beſtimmung ſich als Fürſichſeiendes das Weſen zu ſein, iſt das Selbſtbewußtſein die Negativität des Andern 278, 279—283 (f. u.). Dann aber will es „ſich als dieſes Einzelne in einem An⸗ dern oder ein anderes Selbſtbewußtſein als ſich anſchauen“, es will das Geſetz ſeines Herzens vollbringen 278, 283—292 (f. Herz). In der Vollbringung dieſes Geſetzes entſteht die Tugend 278, 292—301 (ſ. Tugend) a) „Die Luft und die Notwendigkeit“ 278, 279—283, 292. Das Selbſtbewußtſein, welches ſich überhaupt die Realität iſt, hat das Sein als eine andere Wirklichkeit ſich gegenüber 279. „Es ſtürzt alſo ins Leben, und bringt die reine Individualität, in welcher es auftritt, zur Ausführung“ 279, 280. „Es gelangt zum Genuſſe der Luſt, zum Bewußtſein ſeiner Verwirklichung in einem als ſelbſtändig erſcheinenden Bewußtſein“ 280, 281. Aber es iſt erſt „die Unmittelbarkeit der Einheit des Fürſich⸗ und des Anſichſeins“ 281. Was dem genießenden Bewußtſein als ſein We— ſen zum Gegenſtande wird, „iſt die Ausbreitung jener leeren Wahrheiten, der reinen Einheit, des reinen Unterſchiedes und ihrer Beziehung“, iſt die „Notwendigkeit“ 281, 282 (ſ. Notwendig⸗ keit). Die einzelne Individualität hat ſich alſo nicht in das Leben geſtürzt, ſondern hat ſich „vielmehr nur in das Bewußtſein der eigenen Lebloſigkeit geſtürzt“; „der Übergang geſchieht aus der Form des Eins in die der Allgemeinheit“; das Individuum „nahm das Leben, aber ergriff vielmehr damit den Tod“ 282. „Die abſtrakte Notwendigkeit gilt alſo für die nur negative un⸗ begriffene Macht der Allgemeinheit, an welcher die Individualität zerſchmettert wird“ 283. „Das Selbſtbewußtſein an ſich hat aber dieſen Verluſt überlebt; denn dieſe Notwendigkeit oder reine Allgemeinheit iſt ſein eigenes Weſen“ 283 b) „Das Geſetz des Herzens und der Wahnſinn des Eigendünkels“ 278, 283-292 (f. Herz) e) „Die Tugend und der Weltlauf“ 278, 292—301 (j. Tugend) C. „Die Individualität, welche ſich an und für ſich ſelbſt reell iſt 301—334. „Das Selbſtbewußtſein hat jetzt den 2586
DD Vernunft Begriff von ſich erfaßt, . . . nämlich in der Gewißheit feiner ſelbſt alle Realität zu fein“ 301. Weſen und Zweck iſt „die Durchdrin— gung des Anſich- und Fürſichſeins, des Allgemeinen und der In⸗ dividualität“ 302. Die vorherigen Geſtalten treten nur noch „in ſeinem Bewußtſein als eine Bewegung unterſchiedener Momente auseinander“; aber „es hält die einfache Einheit des Seins und des Selbſts feſt, die ihre Gattung iſt“ 303. Das Bewußtſein „geht friſch von ſich aus, und nicht auf ein Anderes, ſondern auf ſich ſelbſt“ 303. Sein Tun „ſpielt vollkommen zufrieden nur in und mit ſich ſelbſt“ 303 a) „Das geiſtige Tierreich und der Betrug, oder die Sache ſelbſt“ 303-322. „Dieſe an ſich reale Individuali⸗ tät iſt zuerſt wieder eine einzelne und beſtimmte; die abſolute Nealität, als welche ſie ſich weiß, iſt daher, wie ſie derſelben ſich bewußt wird, die abſtrakte allgemeine .. .“ 303, 304. Charakteriſtik des Auftretens dieſer Individualität als „urſprüngliche beſtimmte Natur“ 304. Inhalt und Zweck iſt „die von der Individualität durchdrungene Realität“ 305, 304 Darſtellung, wie die einfache urſprüngliche Natur in dem Tun und dem Bewußtſein des Tuns in den Unterſchied tritt, welcher dieſem zukommt 305. Die drei Momente des Tuns: Zweck, Mittel, Gegen⸗ ſtand 305, 307, 308. Dabei iſt feſtzuhalten, „daß der Inhalt in ihnen derſelbe bleibt, und kein Unterſchied hereinkommt“ 305 Charakteriſtik der urſprünglich beſtimmten Natur vorerſt als „be— ſondere Fähigkeit“, als „die Wirklichkeit, welche ſonſt als gegebe— ner Stoff des Tuns, als vorgefundene und im Tun zu bildende Wirklichkeit erſcheint“ 306. Das Bewußtſein handelt nur, „daß für es ſei, was es an ſich iſt“ 306. „Das Individuum kann nicht wiſ— ſen, was es iſt, ehe es ſich durch das Tun zur Wirklichkeit gebracht hat“ 306, 307. „Sein Weſen und anſichſeiende Natur iſt alles in Einem, Anfang, Mittel und Ende“ 307, 308. „Die ganze Handlung tritt auf dieſe Weiſe weder als die Umſtände, noch als Zweck noch als Mittel noch als Werk aus ſich heraus“ 308 Charakteriſtit der Spannung zwiſchen dem Bewußtſein und dem aus ihm durch das Tun frei entlaſſenen Werk 308, 309, 310, 312. Als Maßſtab der Beurteilung des Werks gilt allein die urſprüngliche Natur und „es findet daher weder Erhebung, noch Klage, noch Reue ſtatt“ 309, 310. „Das Individuum kann alſo ... nur Freude an ſich erleben“ 310 2587
o Vernunft „Das Werk iſt die Realität, welche das Bewußtſein ſich gibt“ 310. Einerſeits hat das Werk „die ganze Natur der Individualität mitempfangen“, und die Beſtimmtheit der Individualität kommt „als ſolche in dem Werke an den Tag“; andererſeits „iſt“ das Werk, „d. h. es iſt für andere Individualitäten, und für ſie eine fremde Wirklichkeit, an deren Stelle fie die ihrige ſetzen müſſen, um durch ihr Tun ſich das Bewußtſein ihrer Einheit mit der Wirklichkeit zu geben“, oder: das Werk iſt als „die Realität der Individualität verſchwindend“ 311, 310 „Es entſteht dem Bewußtſein alſo in ſeinem Werke der Gegenſatz des Tuns und des Seins“ 311, 312. „Das Tun aber iſt der ur— ſprüngliche Begriff, als abſoluter Übergang, oder als das Wer— den“ 312 Charakteriſtik dieſes „OHrundwiderſpruches des Werks“ 312. „Das Tun des Individuums iſt wieder zufällig gegen die Wirklichkeit überhaupt; das Glück entſcheidet, ebenſowohl für einen ſchlecht beſtimmten Zweck und ſchlecht gewählte Mittel, als gegen ſie“ 312, 313. Aber betrachten wir „den Inhalt dieſer Erfahrung in ſeiner Vollſtändigkeit, fo iſt er das verſchwindende Werk; was ſich erhält, iſt nicht das Verſch vinden, ſondern das Verſchwinden iſt ſelbſt wirklich und an das Werk geknüpft, und verſchwindet ſelbſt mit dieſem“ 313. „Das Negative geht mit dem Poſtitiven, deſſen Negation es iſt, ſelbſt zugrunde“ 313. „Das wahre Werk iſt nur jene Einheit des Tuns und des Seins, des Wollens und Bollbringens“ 313, 314 und das Bewußtſein „reflektiert ſich in ſich aus ſeinem vergänglichen Werke, und behauptet ſeinen Begriff und Gewißheit als das Seiende und Bleibende gegen die Er— fahrung von der Zufälligkeit des Tuns“ 314. Die „Sache ſelbſt“ behauptet ſich gegenüber der Sache, welche Zufälligkeit des individuellen Tuns iſt 314, 491 Charakteriſtik dieſer „Sache ſelbſt“ als „reines Tun“, als „geiſtige Weſenheit“ 314,315, als „gegenſtändlich gewordne Durchdringung der Individualität und der Gegenſtändlichkeit“ 315, als „Gat⸗ tung“, welche ſich in den verſchiedenen Momenten der urſprüng⸗ lichen Beſtimmtheit oder der Sache dieſes Individuums als ihren Arten findet und ebenſo frei davon iſt 316, 315 Bringt ein ſolch „ehrlich“ heißendes Bewußtſein „einen Zweck nicht zur Wirklichkeit, ſo hat es ihn doch gewollt, d. h. es macht den Zweck als Zweck, das reine Tun, welches nichts tut, zur Sache 2588
Vernunft 2 ſelbſt“ 316, 317, 491; „es behauptet, daß die Wirklichkeit nichts anderes wäre als ſein Mögen“ 316, 317; „tatloſes Intereſſe gilt ihm für Partei, die es dafür oder dawider genommen, und be— kämpft oder gehalten hat“ 317. „Die Sache ſelbſt iſt ihm ebenſo⸗ wohl ſeine Sache, wie gar kein Werk, oder das reine Tun und der leere Zweck, oder auch eine tatloſe Wirklichkeit“ 317. „Die Wahr⸗ heit dieſer Ehrlichkeit aber iſt, nicht ſo ehrlich zu ſein, als ſie aus⸗ ſieht“ 317. Charakteriſtik der Gedankenloſigkeit ſolcher Ehrlichkeit 317, 318 und des Spiels der Individualitäten miteinander, „wor⸗ in ſie ſowohl ſich ſelbſt als ſich gegenſeitig, ſowohl betrügen als betrogen finden“ 319, 320 „Es iſt ebenſo Betrug ſeiner ſelbſt und der andern, wenn es nur um die reine Sache zu tun ſein ſoll“ 320, 321. Das Bewußtſein erfährt, „was die Natur der Sache ſelbſt iſt“, nämlich „ein Weſen, deſſen Sein das Tun des einzelnen Individuums und aller In— dividuen, und deſſen Tun unmittelbar für andere, oder eine Sache iſt, und nur Sache iſt als Tun Aller und Jeder; das Weſen, welches das Weſen aller Weſen, das geiſtige Weſen iſt“ 321, 322 b) „Die geſetzgebende Vernunft“ 322—327, 330, 407. „Die urſprünglich-beſtimmte Natur des Individuums hat ihre poſitive Bedeutung, an ſich das Element und der Zweck ſeiner Tätigkeit zu ſein, verloren; ſie iſt nur aufgehobnes Moment, und das Individuum ein Selbſt; als allgemeines Selbſt“ 322. Cha⸗ rakteriſtik der abſoluten Sache, „deren Daſein die Wirklichkeit und das Tun des Selbſtbewußtſeins iſt; dieſe Sache iſt daher die ſittliche Subſtanz; das Bewußtſein derfelben ſittliches Bewußt— ſein“ 322. Sie „gilt als das Abſolute“, „teilt ſich in Maſſen, welche die beſtimmten Geſetze des abſoluten Weſens ſind“ 323. „Indem das Selbſtbewußtſein ſich als Moment des Fürſichſeins dieſer Subſtanz weiß, drückt es alſo das Daſein des Geſetzes in ihm ſo aus, daß die geſunde Vernunft unmittelbar weiß, was recht und gut iſt“ 323. Beiſpiele von Ausſprüchen „der wiſſen⸗ den, gefunden Vernunft“ 324: „Jeder fol die Wahrheit | prechen“ 324, 325. „Liebe deinen Nächſten als dich ſelbſt“ 325, 326. Dar⸗ legung, wie „der einfachen Subſtanz .. . jede Beſtimmtheit, die an ihr geſetzt wird, ungemäß iſt“ 326, 327. „Was dem Geſetzgeben übrig bleibt, ift... die reine Form der Allgemeinheit ...“ 327. „Die geſetzgebende Vernunft iſt zu einer nur prüfenden Vernunft herabgeſetzt“ 327 2589
Vernunft 2 c) „Geſetzprüfende Vernunft“ 327—334, 407. Charakte⸗ riſtik dieſes Prüfens 327, 328. „Das Allgemeine iſt nicht mehr die ſeiende und geltende Subſtanz, oder das an und für ſich Rechte, ſondern einfaches Wiſſen oder Form, welche einen Inhalt nur mit ſich ſelbſt vergleicht, und ihn betrachtet, ob er eine Tautologie iſt“ 328. „Die Geſetze find für das prüfende Bewußtſein ſchon gegeben“ 328 An der Frage, ob es „an und für ſich Geſetz ſein ſoll, daß Eigen— tum ſei“, zeigt ſich z. B., daß dieſes Prüfen nicht weit reicht 328, 329, 330. „Der Maßſtab des Geſetzes, den die Vernunft an ihr ſelbſt hat, paßt allem gleich gut, und iſt hiermit in der Tat kein Maßſtab“ 330. „Daß das Geſetzgeben und Geſetzprüfen ſich als nichtig erwies, hat dieſe Bedeutung, daß beides einzeln und iſo⸗ liert genommen, nur haltungsloſe Momente des ſittlichen Be— wußtſeins ſind“; „Formen der Ehrlichkeit“ 331, 332 Charakteriſtik des für das Selbſtbewußtſein „an ſich ſeienden Ge⸗ ſetzes“ als „reiner Willen aller, der die Form des unmittelbaren Seins hat“ 332, als „Gedanken ſeines eigenen abſoluten Bewußt⸗ ſeins“ 332, 333 Zum Unterſchied „des Selbſtbewußtſeins von dem Weſen“ 333. Die Unterſchiede an dem Weſen „ſind“ 333. So gelten ſie der Antigone des Sophokles „als der Götter ungeſchriebenes und untrügliches Recht“ 333. „Die ſittliche Geſinnung beſteht eben darin, unverrückt in dem feſt zu beharren, was das Rechte iſt, und ſich alles Bewegens, Rüttelns und Zurückführens desſelben zu enthalten“ 333, 334 (O0 Phänomenologie) „Die Vernunft iſt Geiſt, indem die Gewißheit, alle Realität zu ſein, zur Wahrheit erhoben, und ſie ſich ihrer ſelbſt als ihrer Welt, und der Welt als ihrer ſelbſt bewußt iſt“ 335 (O Geiſt). Rückblick auf die geſetzgebende und geſetzprüfende Vernunft 407 (O Glaube), auf das unmittelbare Daſein der Vernunft im Berhältnis zur Religion 517, 518, 520 (O Religion). Rückblick auf die beobachtende Vernunft, die im gleichgültigen Sein ſich ſelbſt ſucht und findet 604 (O Philoſophie) „Die Vernunft“ 111112 (O Bewußtſein) 8 40 „Die Vernunft iſt die höchſte Vereinigung des Vewußtſeins und des Selbſtbewußtſeins oder des Wiſſens von einem Gegen⸗ ſtande und des Wiſſens von ſich“ 111, 112. „Sie iſt ebenfofehr die 2590 =
S 1 E Vernunft Gewißheit ſeiner ſelbſt, Subjektivität, als das Sein oder die Ob— jektivität, in einem und demſelben Denken“ 112 § 41 Der durch die Vernunft eingeſehene Inhalt hat objektive Realität und iſt zugleich für das Ich kein Fremdes 112 $ 42 Das Wiſſen der Vernunft iſt „nicht die bloße ſubjektive Ge⸗ wißheit, ſondern auch Wahrheit“ 112 „Vernünftiges Denken“ 214—215 (ſ. Denken). Die Ver⸗ nunftidee 215 (O Denken) Kants Faſſung der Vernunft 23 (ſ. Kant). „Der Schluß iſt nicht nur vernünftig, ſondern alles Vernünftige iſt ein Schluß“ 119 (O Schluß) [8, 382] Faſſung der Philoſophie als „die Wiſſenſchaft der Vernunft“ und „zwar inſofern die Vernunft ihrer ſelbſt als alles Sein bewußt wird“ 220 (O Enzyklopädie) [3, 111—112] „Die Vernunft“ 247 [P. St. 10, 261], 256-257 [P. St. 10, 292—293 f. u.] Die $$ 360, 361, 362 wurden wenig verändert in die $$ 438, 439 von 10 aufgenommen; s. u. Vernunft und Wirklichkeit, Sein 33, 34, 35, 82 [8, 48 ] (f. vernünftig — wirklich). „Das Vernünftige iſt die Landſtraße, wo je⸗ der geht, wo niemand ſich auszeichnet“ 68 (O Wille). „Das an und für ſich ſeiende Allgemeine iſt überhaupt das, was man das Ver⸗ nünftige nennt und was nur auf dieſe ſpekulative Weiſe gefaßt werden kann“ 75 (O Wille). „Die Vernünftigkeit beſteht, abſtrakt betrachtet, überhaupt in der ſich durchdringenden Einheit der All— gemeinheit und der Einzelnheit, und hier konkret dem Inhalte nach in der Einheit der objektiven Freiheit, d. i. des allgemeinen ſubſtantiellen Willens und der ſubjektiven Freiheit als des individuellen Wiſſens und ſeines beſondere Zwecke ſuchenden Wil— lens — und deswegen der Form nach in einem nach gedachten, d. h. allgemeinen Geſetzen und Grundſätzen ſich beſtimmenden Handeln“ 329 (O Staat). „Die wahrhafte Idee iſt die wirkliche Vernünftigkeit, und dieſe iſt es, welche als Staat exiſtiert“ 358, 364 (O Religion), 369 (O Verfaſſung) Zur „Wirklichkeit des Vernünftigen“ 48 8, 47 (O Gyſtem), 321 0 (O Wirklichkeit) Faſſung der Vernunft im Kritizismus 133, 134 [P. St. 6, 44], 1518, 152 8, bei Kant 152 8, 1618; Kants theoretiſche und 2591
E 10 Vernunft praktiſche Vernunft 127—154 [P. St. 6, 43—44] (f. Kritizismus) Faſſung der Vernunft als „unmittelbares Wiſſen“ 166 © (O un⸗ mittelbares Wiſſen), des Vernünftigen als das Spekulative 1968 (O Spekulatives) „Der Schluß iſt das Vernünftige und alles Vernünftige“ 382 [P. St. 6, 109; 5, 119] (O Schluß) Der Zweckbegriff iſt ein Vernunftbegriff 414 [P. St. 6, 123] (O Teleologie). Zur „Liſt“ der Vernunft 420 S [5, 226; 6, 127; 9, 358, 36 8; 11, 63] (f. Lift); zum „Inſtinkt“ der Vernunft 395 0 (O Schluß) (2, 195, 196, 197, 198; 5, 303, 304; 9, 646 ©, 660 8; 15, 283; 17, 46] (f. Inſtinkt). Faſſung der Idee als Ver⸗ nunft 426, 427 [P. St. 6, 130, 131] (ſ. Idee) Die Vernunft „iſt nur ein anderer Ausdruck für die Wahrheit oder die Idee, welche das Weſen des Geiſtes ausmacht; aber erſt der Geiſt als ſolcher weiß, daß ſeine Natur die Vernunft und die Wahrheit iſt“ 51 (0 Pſychologie). Das „allgemeine Selbſt— bewußtſein“ „iſt in ſeiner Wahrheit der Begriff der Vernunft, — der Begriff, inſofern er nicht als bloß logiſche Idee, ſondern als die zum Selbſtbewußtſein entwickelte Idee eziſtiert“ 291 [P. St. 6, 256], 292 8 (O Selbſtbewußtſein) „Die Vernunft“ 261 [P. St. 6, 247], 263 8, 292— 293 P. St. 6, 256—257] (O Bewußtſein) § 438 [P. St. 6, $ 360, wenig verändert] „Die an-und⸗für⸗ſich⸗ ſeiende Wahrheit, welche die Vernunft iſt, iſt die einfache Iden⸗ tität der Subjektivität des Begriffs und ſeiner Objektivität und Allgemeinheit“ 292 [P. St. 6, 256], 293 8 439 [P. St. 6, SS 361, 362, wenig verändert] Die Vernunft als dieſe Identität „iſt nicht nur die abſolute Subſtanz, ſondern die Wahrheit als Wiſſen“. „Die wiſſende Wahrheit iſt der Geiſt“ 293 P. St. 6, 257] (O Bewußtſein) „Der freie Geiſt oder der Geiſt als ſolcher iſt die Vernunft, wie ſich dieſelbe einerſeits in die reine, unendliche Form, in das ſchrankenloſe Wiſſen — und andererſeits in das mit dieſem identiſche Objekt trennt“ 2958 (O Geiſt) Die Phantaſie als Mittelpunkt, „in welchem das Allgemeine und das Sein, das Eigene und das Gefundenſein, das Innere und Außere vollkommen in Eins geſchaffen ſind“ iſt Vernunft, aber „formelle Vernunft“ 342 8 (O Einbildungskraft) 2592
11 12 15 16 17 Vernunft Der Glaube an die Vernunft regiert die geſchichtsphiloſophiſche Betrachtung der Weltgeſchichte 34, 35, 37—88 (f. Geſchichtsphilo— ſophie). Zuſammenhang dieſes Glaubens mit dem an eine Vor— ſehung 39, 42. „Die Frage, was die Beſtimmung der Vernunft an ihr ſelbſt ſei, fällt, inſofern die Vernunft in Beziehung auf die Welt genommen wird, mit der Frage zuſammen, was der End— zweck der Welt ſei“ 43, 63, 67. „Die Vernunft iſt das Vernehmen des göttlichen Werkes“ 68 (O Geſchichtsphiloſophie). Der Gegen: ſatz zwiſchen Vernunſt und Religion iſt, näher betrachtet, „nur ein Unterſchied“. „Das Geſchäft der Geſchichte iſt nur, daß die Religion als menſchliche Vernunft erſcheine“ 429 (ſ. Chriſtentum) Mit dem Proteſtantismus iſt „die Möglichkeit einer Entwickelung und Einführung der Vernunft und Freiheit geſetzt“. „Das Ver— nünftige erfährt keinen Widerſpruch mehr von ſeiten des reli— giöſen Gewiſſens“ 531 „Die Einheit des Denkens mit dem Andern iſt an ſich vorhanden, denn die Vernunft iſt die ſubſtantielle Grundlage ebenſowohl des Bewußtſeins, als des Außerlichen und Natürlichen“ 549. Faſſung von Vernunft durch die Aufklärung 551 (ſ. Aufklärung) Kants Faſſung der „Erkenntnis der Abſolutheit der Vernunft“ 91 (f. Kant). Die „echte Originalität des Künſtlers wie des Kunſt⸗ werks liegt nur darin, von der Vernünftigkeit des in ſich ſelber wahren Gehalts beſeelt zu ſein“. Objektive Vernunft verbürgt wahrſte Subjektivität 400 (O Originalität) Die Vernunft als Gegenſtand der Religionsphiloſophie 70 (ſ. Re— ligionsphiloſophie) „Die vernünftige Betrachtung der Endlichkeit“ 191, 203—210 (f. Endlichkeit). „Natürliche Vernunft“ iſt ein ſchieſer Ausdruck. „Natur der Vernunft iſt vielmehr Begriff der Vernunft“ 279 (f. unmittelbare Religion) „Konkrete Vernünftigkeit“ der griechiſchen Religion 97 (f. grie⸗ chiſche Religion). Die Beweiſe vom Daſein Gottes ſind aus dem Bedürfniſſe die Vernunſt zu befriedigen hervorgegangen 361 (O Gottesbeweiſe) „Tempel der ſelbſtbewußten Vernunſt“ 65 (0 Philoſophie⸗ geſchichte). Zur Entgegenſetzung der menſchlichen und göttlichen Vernunft 97, 98, 99 (. Philoſophie), 111 (ſ. Glaube) Glockner, Hegel-Lexiton 163 2593
Vernunft / Vernunft — Verſtand 18 Vernunft, Vernünftigkeit in Epikurs Philoſophie 512 (ſ. Epikur) 19 „Vernunft iſt nicht leeres Wort, ſondern ſich in ſich entwickelnde — Totalität“ 389 (O Spinoza) Jacobis Faſſung von Vernunft 539, 546 (ſ. Jacobi). Kants „theo⸗ retiſche Vernunft“ 561—588, 576, 605, 609; Kants „praktiſche Vernunft“ 588 —596, 605, 609. Verhältnis der Vernunft zum Beſonderen 596, 609. Die Urteilskraft als Brücke zwiſchen Ver⸗ nunft und Verſtand 598 (ſ. Kant) Fichtes praktiſche und theoretiſche Vernunft 624, 625, 631. „Fichte kommt nicht zur Idee der Vernunft, als der vollendeten, realen Einheit des Subjekts und Objekts, oder des Ich und Nicht-Ich“ 635 (f. Fichte) Vernunft — Verſtand (Vernunft, Verſtand) Kants Behandlung des Verſtandes mit Vernunft und der Ver— nunft mit Verſtand 34. In Fichtes Syſtem übergibt die Speku— lation die Vernunft dem Verſtand 35. „Die Kraft des Beſchrän— kens, der Verſtand, knüpft an ſein Gebäude, das er zwiſchen den Menſchen und das Abſolute ſtellt, alles, was dem Menſchen wert und heilig iſt, befeſtigt es durch alle Mächte der Natur und der Talente, und dehnt es in die Unendlichkeit aus. Es iſt darin die ganze Totalität der Beſchränkungen zu finden, nur das Abſolute ſelbſt nicht ...“ 44, 45. „Die Vernunft erreicht das Abſolute nur, indem ſie aus dieſem mannigfaltigen Teilweſen heraustritt“ 45. „Der Verſtand ahmt die Vernunft im abſoluten Setzen nach“ 45. Angriffe des Verſtandes durch die Vernunft, deren er ſich nicht erwehren kann 48. Geheime Leitung des Verſtandes durch die Ver⸗ nunft 51, 52. „Sie verführt ihn, eine objektive Totalität zu pro⸗ duzieren“ 50, 51. „Nur inſofern die Reflexion Beziehung aufs Abſolute hat, iſt ſie Vernunft, und ihre Tat ein Wiſſen“ 54 (O Fichte) Höchſtes Geſetz eines philoſophiſchen Syſtems iſt „nicht der Ver⸗ ſtand, ſoudern die Vernunft. Jener hat die Entgegengeſetzten ſeines Geſetzten, ſeine Grenze, Grund und Bedingung richtig aufzuzeigen; aber die Vernunft vereint dieſe Widerſprechenden, ſetzt beide zugleich und hebt beide auf“ 60 (O Fichte) Schulzes Faſſung von Vernunft und Verſtand 261, 262 (O Skep⸗ tiker) 2594
— 5 Vernunft — Verſtand Kants Faſſung des Verhältniſſes von Vernunft und Verſtand 294, 295, 302, 306, 309. „Der Verſtand iſt Einheit einer möglichen Erfahrung, die Vernunfteinheit aber bezieht ſich auf den Verſtand und deſſen Urteile“ 310 (f. Kant) Jacobi zu Kants Begriffen der Einbildungskraft, des Verſtandes und der Vernunft 361, 362, 371 (ſ. Jacobi) „Die Erkenntnis Gottes iſt nicht über die Vernunft, denn dieſe iſt nur Widerſchein Gottes und iſt weſentlich das Wiſſen vom Abſoluten, ſondern jene Erkenntnis iſt nur über den Verſtand, das Wiſſen vom Endlichen und Relativen“ 97 (O Religionslehre) „Der Verſtand beſtimmt und hält die Beſtimmungen feſt; die Ber: nunft iſt negativ und dialektiſch, weil ſie die Beſtimmungen des Verſtandes in Nichts auflöſt; fie ift pofitiv, weil fie das Allgemeine erzeugt, und das Befondere darin begreift” 17. Der Widerſpruch iſt „eben das Erheben der Vernunft über die Beſchränkungen des Verſtandes und das Auflöſen derſelben“ 40, 41 (O Logik) Stellung von Vernunft und Verſtand zur Unendlichkeit 158 (ſ. Unendlichkeit) Wird der Verſtand der Vernunft entgegengeſetzt, ſo „bedeutet er nicht das Vermögen des Begriffs überhaupt, ſondern der beſtimmten Begriffe“ 35. Die gewöhnliche Trennung von Verſtand und Vernunft iſt zu verwerfen. „Wenn der Begriff als vernunft: los betrachtet wird, ſo muß es vielmehr als eine Unfähigkeit der Vernunft betrachtet werden, ſich in ihm zu erkennen“ 51 (O Be: griff). „Der Verſtand wird als das Vermögen des beſtimmten Be⸗ griffes genommen, welcher durch die Abſtraktion und Form der Allgemeinheit für ſich feſtgehalten wird. In der Vernunft aber ſind die beſtimmten Begriffe in ihrer Totalität und Einheit ge: ſetzt“ 119, 120 (O Schluß) Kants Vernunft: und Verſtandesbegriff 236, 237 (O Idee) „über das Unternehmen des Kritizismus, die Vernunft zu Ver⸗ ſtande zu bringen und der Philoſophie überhaupt eine neue An⸗ ſicht zu geben“ 313, 324-329 (f. Jacobi) „Der Kampf der Vernunft befteht darin, dasjenige, was der Ber: ſtand fixiert hat, zu überwinden“ 107 g (O Logik). Erſt Kant hat „den Unterſchied zwiſchen Verſtand und Vernunft beſtimmt her⸗ vorgehoben“ und in der Art feſtgeſtellt, „daß jener das Endliche 2595
10 1 — 13 17 18 19 Vernunft — Verſtand und Bedingte, dieſe aber das Unendliche und Unbedingte zum Gegenſtand hat“ 1340 (O Kritizismus). Zur Zuſammenſtellung „des Verſtandes mit dem Begriff und der Vernunft mit dem Schluß iſt zu bemerken, daß ſo wenig der Begriff bloß als Ver— ſtandesbeſtimmung, ebenſowenig auch der Schluß ohne weiteres als vernünftig zu betrachten iſt“ 385 8, 386 Z. Unterſcheidung von „bloßen Verſtandesbegrifſen und Vernunſtbegriffen“ 385 G, 386 (O Schluß), 414 [P. St. 6, 123, 124] (O Teleologie) 361 g. „Zwiſchen Verſtand und Vernunſt muß der Unterſchied feſtgeſetzt werden, daß für die Letztere der Gegenſtand das An— und⸗ſür⸗ſich⸗beſtimmte, Identität des Inhalts und der Form, des Allgemeinen und des Beſonderen iſt, — für den Erſteren hin— gegen in die Form und den Inhalt, in das Allgemeine und das Beſondere, in ein leeres An-ſich und in die von außen an dieſes herankommende Beſtimmtheit zerfällt, — daß alſo im verſtändigen Denken der Inhalt gegen ſeine Form gleichgültig iſt, während er im vernünſtigen oder begreiſenden Erkennen aus ſich ſelber ſeine Form hervorbringt“ 362 8 (O Denken) Es iſt ein eigentümliches Phänomen, daß das in ſich geiſtiger werdende, die Vernünftigkeit heraustreibende und bildende Fort⸗ ſchreiten die verſtändige Ausführlichkeit und Verſtändigkeit der Sprache vernachläſſigt, hemmend ſindet und entbehrlich macht 100. „Das Denken wird zu denkender Vernunſt hingenötigt“ 108 (O Weltgeſchichte) 106 (O griechiſche Götter) Unterſchied zwiſchen Vernunſt- und bloßer Verſtandeserkenntnis 53 (O Konkretes). „Der Verſtand iſoliert Sein und Nichtſein als wahr und geltend; hingegen die Vernunft erkennt das Eine in dem Anderen, daß in dem Einen ſein Anderes enthalten iſt, — und ſo iſt das All, das Abſolute zu beſtimmen als das Werden“ 350 (O Heraflit) Die Logik des Ariſtoteles iſt „nicht die Logik des ſpekulativen Denkens, nicht der Vernünftigkeit als unterſchieden von der Ver⸗ ſtändigkeit“ 414 (O Ariſtoteles) Kants Unterſcheidung von Vernunſt und Verſtand 574, 604, 605. Die Urteilskraft bildet die Brücke 598 (ſ. Kant) 2596
Vernunft — Verſtand / vernünftig — wirklich 20 Nach der neueren Philoſophie ſoll „nur der Verſtand denken, die 1 ww ot -ı O — Vernunft aber nicht denken, ſondern nur unmittelbar wiſſen, d. i. nur fühlen und anſchauen, ſomit nur ſinnlich wiſſen können“ 25, 26 (O Hinrichs) vernünftig — wirklich (Rinde, Wirklichkeit) „Was nicht vernünftig iſt, hat keine Wahrheit, oder was nicht begriffen iſt, iſt nicht; indem alſo die Vernunft von einem Andern ſpricht als ſie iſt, ſpricht ſie in der Tat nur von ſich ſelbſt; ſie tritt darin nicht aus ſich heraus“ 420 (O Aufklärung) „Die Vernunft iſt die höchſte Vereinigung des Bewußtſeins und des Selbſtbewußtſeins oder des Wiſſens von einem Gegenſtande und des Wiſſens von ſich“ 111, 112 (O Vernunft) „Alles Wirkliche iſt nur inſofern, als es die Idee in ſich hat und ſie ausdrückt. Der Gegenſtand, die objektive und ſubjektive Welt überhaupt ſollen mit der Idee nicht bloß kongruieren, ſondern ſie ſind ſelbſt die Kongruenz des Begriffs und der Realität; die— jenige Realität, welche dem Begriffe nicht entſpricht, iſt bloße Er⸗ ſcheinung, das Subjektive, Zufällige, Willkürliche, das nicht die Wahrheit iſt“ 238 (O Idee) „Was vernünftig iſt, das iſt wirklich; und was wirklich iſt, das iſt vernünftig“ 33, 34 [8, 48; 20, 321]. „Das, was tft, zu begreifen, iſt die Aufgabe der Philoſophie, denn das was iſt, iſt die Ver⸗ nunft“ 35 (O Rechtsphiloſophie). „Etwas vernünftig betrachten heißt, nicht an den Gegenſtand von außen her eine Vernunft hin⸗ zubringen und ihn dadurch bearbeiten, ſondern der Gegenſtand iſt für ſich ſelbſt vernünftig“ 82. „Die Wiſſenſchaft hat nur das Geſchäft, dieſe eigene Arbeit der Vernunft der Sache zum Be⸗ wußtſein zu bringen“ 82 (O Rechtsphiloſophie) Zur Wirklichkeit und damit Vernünftigkeit des Staats 362—364. „Die Wirklichkeit iſt nichts Unvernünftiges“ 364 (O Religion) 48 [7, 33, 34 f. o.] (O Syſtem). Die Wirklichkeit iſt „das durchaus Vernünftige und was nicht vernünftig iſt, das tft eben um des⸗ willen auch nicht als wirklich zu betrachten“ 3218 (O Wirklichkeit) Die Philoſophie hat zu der Einſicht zu führen, „daß die wirkliche Welt iſt, wie ſie ſein ſoll, daß das wahrhafte Gute, die allgemeine 2597
vernünftig — wirklich / Vernunfttheologie 11 göttliche Vernunft auch die Macht iſt, ſich ſelbſt zu vollbringen“ 67 (O Geſchichtsphiloſophie) 18 „Das wahrhafte Ideal ſoll nicht wirklich ſein, ſondern iſt wirklich, und allein das Wirkliche.“ „Soll eine Idee zur Exiſtenz zu gut ſein, ſo iſt dies Fehler des Ideals ſelbſt.“ „Die Wirklichkeit iſt zu gut; was wirklich iſt, iſt vernünftig“ 274 (O Plato) 20 320, 321 (O Hegel) Vernunfttheologie (Gefühlstheologie, Gotteserkenntnis, Verſtan⸗ desreligion) 8 Die Vernunfttheologie zuſammen mit der Gefühlstheologie haben die Religion von allem Inhalt ausgeleert 28 2, 29 g. Sie find „in jenem Formalismus des Negativen und in der Freiheit, die Freiheit nach Belieben und Meinung auszufüllen, ſtehen geblieben, fo daß überhaupt der Inhalt ſelbſt gleichgültig ſei“ 29 (O Syſtem) 15 Indem die Bibelexegeſe „die Vernunft zu Rate zieht, iſt es nun geſchehen, daß eine ſogenannte Vernunft⸗Theologie zuſtande ge= kommen iſt, die entgegengeſtellt wird jenem Lehrbegriff der Kirche“ 45. Sie bemächtigt ſich des beſtimmten Inhalts. „Sie faßt das Unendliche einerſeits nach ihrer endlichen Weiſe als ein Beſtimm— tes, als ein abſtrakt Unendliches und findet dann andererſeits, daß alle beſonderen Eigenſchaften dieſem Unendlichen unangemeſſen ſind“ 46, 47. Sie faßt das Jenſeits „auf endliche Weiſe, als ein abſtraktes, höchſtes Weſen, dem gar kein Charakter zu⸗ kommt“ 47. Sie iſt Aufklärung und macht Gott „hohl, leer und arm“ 47 (O Religionsphiloſophie), 450. Zum Unterſchied zwi⸗ ſchen Religionsphiloſophie und Vernunfttheologie 47—51 (f. Re⸗ ligionsphiloſophie). Die Vernunfttheologie iſt „abſtrakte Verſtan⸗ desmetaphyſik“ 47; ſie haßt die Religionsphiloſophie 49 und will „in der Nacht, die fie Aufklärung nennt“, bleiben 50 (O Religions: philoſophie). Ihre Vertreter find Theologen 54, 225 (ſ. Theologe). Einſtellung der Vernunfttheologie zur Beſtimmtheit der Dogmen 55—57 (ſ. Dogma) Vergleich des indiſchen: Ich bin Brahm mit dem „Ich des modernen Reflexions-Glaubens“ 374, 372, 373 (O indiſche Religion). Vergleich der buddhaiſtiſchen Gottes vorſtellung mit dem heutigen Vorurteil „nichts von Gott zu wiſſen“ 401 (O Buddhais mus) 2598
15 16 17 1 oo > m 10 2 12 Vernunfttheologie / Vers, Berfififation, Versmaß 419 (O beſtimmte Religion), 425, 426 (O perſiſche Religion), 450 (O ägyptiſche Religion) Die Theologie der Aufklärung 345, 346. Vergleich mit dem Mo⸗ hammedanismus 348, 349 (ſ. Gemeinde) 41 (O Philoſophiegeſchichte). „Die Philoſophie iſt dem ſogenann⸗ ten Rationalismus in der neueren Theologie entgegen; dieſer hat die Vernunft immer im Munde, es iſt aber nur trockener Ver⸗ ſtand“ 112. „Er hat den Inhalt, hat den Himmel leer gemacht, alles zu endlichen Verhältniſſen heruntergeſetzt“ 112, 125. Stel⸗ lung der Philoſophie zu ſolchem Rationalismus 112, 113 (O Phi⸗ loſophie) Verpilzung 247 (O Plato) Verrücktheit (Wahnſinn) 289 (f. Herz) Die Verrücktheit 207—208 (O Einbildungskraft). Sie iſt „eine Übermacht von Phantaſievorſtellungen im wachen Zuſtande über die Anſchauungen und verſtändigen Vorſtellungen“ 207. Modi⸗ fikationen ſind die Narrheit 207, der Wahnſinn und die Raſerei 208. Körperliche und geiſtige Urſachen der Verrücktheit 208 Die Verrücktheit als Krankheit des Selbſtgefühls 205—220 [vgl. 6, 239, 241] (f. Krankheit), 161 H. „Die Heilung der Verrücktheit“ 228—234 H, 206—207 [P. St. 6, 241] (ſ. Krankheit). Zur Not⸗ wendigkeit des dialektiſchen Fortgangs von der Verrücktheit zu der Gewohnheit 239 8, 240 (O Gewohnheit) Verſchiedenheit (Unterſchied) Zum „Satz der gleichgültigen Verſchiedenheit“ 177 (O Satz) Die Verſchiedenheit „als äußerlicher oder gleichgültiger Unter⸗ ſchied“ 505 (O Reflexionsbeſtimmungen) „Die Verſchiedenheit“ 517—525, 535 (ſ. Unterſchied) Vers, Verſifikation, Versmaß (Reim) Bedeutung der Regelmäßigkeit und Symmetrie für das Vers⸗ maß 336 (O Kunſtſchönes) 2599
Vers, Verſifikation, Versmaß 14 „Die Verſifikation“ 275, 288—318 (O Poeſie). Verſifizierte Proſa gibt noch keine Poeſie, dennoch aber iſt „Metrum oder Reim, als der erſte und einzige ſinnliche Duft, für die Dichtung ſchlecht— hin erforderlich“ 289. Leſſings Oppoſition gegen die Verſifikation 289. Schillers und Goethes Stellung 289. Die Verſifikation iſt kein Hemmnis für den freien Erguß, hemmt höchſtens bei Überſetzun⸗ gen 290. Sie fügt zum Ernſte des Inhalts die erheiternde Anmut 291; fie iſt eine Muſik 291 und gibt den Ton eines ganzen Gedichtes an 292 Einteilung in zwei Syſteme: „das Erſte iſt die rhythmiſche Verſi— fikation“; „die zweite Seite dagegen macht das Herausheben des Klangs als ſolchen aus“ 292. Alliteration, Aſſonanz, Reim 292. „Drittens endlich laſſen ſich der rhythmiſche Fortgang und das für ſich geſtaltete Klingen auch verbinden“ 292 a) „Die rhythmiſche Verſifikation“ 292—303, 308 (ſ. Reim) a) Das Rhythmiſche ift „das feſte Zeitmaß der Silben in dem ein— fachen Unterſchiede der Längen oder Kürzen“ 293—297 ad) Die natürliche Länge und Kürze der Silben geben die Ele— mente ab 293, 294, 303 66) Die verſchiedenen Zeitverhältniſſe in der beſonderen Zuſam⸗ menſetzung von Längen und Kürzen 294. Daktylus, Anapäſt, Spondeus, Jambus, Trophäus 294 yy) Die einzelnen Zeitverhältniſſe zu Verſen aneinander gereiht 295. Der jambiſche Trimeter 295, der Hexameter 295, 297, 300, 306, 451. Ordnung der Verſe zu Strophen 295. Das elegiſche Versmaß der Griechen, die alkäiſche und ſapphiſche Strophe 295, Pindar 295, 296. Vergleich zwiſchen Poeſie und Mnuſik im Hinblick des Taktes 296 (ſ. Takt), Voß 297 5) „Das eigentlich Belebende nun aber für das rhythmiſche Zeit⸗ maß bringen erſt der Akzent und die Zäſur“ 293, 297300 aa) Der Akzent eröffnet „für die Vielfältigkeit des Wertes der Silben einen großen Spielraum“ 297. Die Zäſur bringt dann wieder in die unterſchiedsloſe Regelmäßigkeit Zuſammenhang und höheres Leben 298. Der Wortakzent 299 PP) Über aller Gültigkeit der Silben und Wörter innerhalb ihrer metriſchen Stellung, ſteht „der Wert deſſen, was ſie von ſeiten der poetiſchen Vorſtellung her bedeuten“ 299 2600
14 Vers, Verſifikation, Versmaß yy) Dem Charakter des Versmaßes entſpricht, beſonders nach ſeiten der rhythmiſchen Bewegung, eine beſtimmte Weiſe des In— halts 300. Beiſpiele 300. Pentameter und Hexameter 300 y) Die rhythmiſche Verſifikation geht auch „zum wirklichen Alingen der Silben und Wörter fort“ 300, 293. Unterſchied hierin zwiſchen den alten und neueren Sprachen 300 qa) Ausbildung der Stammſilbe zu verſchiedenartig tönenden Silben, beſonders im Griechiſchen und Lateiniſchen 300, 301 66) In der deutſchen Sprache dagegen bleibt das Wort als einfaches Ganzes in ſich konzentriert 301. Der Akzent iſt überwiegend ein Akzent des Sinnes, der Bedeutung 302 yy) So hat das Rhythmiſche wenig Raum 302. Vergleich des Prinzips der rhythmiſchen Verſifikation mit der Plaſtik 303 b) „Der Reim“ 303—315, 289, 292 (ſ. Reim). Lateiniſche und römiſche Verſifikation 305, 306. Vergleich der rhythmiſchen Verſi⸗ fikation mit der gereimten 308 (O Reim) e) Vereinigung von rhythmiſcher Verſifikation und Reim 315 bis 318. In unſerer Mutterſprache griffen Klopſtock und Voß zur rhythmiſchen Verſifikation; Goethe war hierin vorſichtiger 315 a) Der Geltung der natürlichen Quantität der Silben widerſpricht heute die geiſtige Bedeutung und deren heraushebender Akzent 316 8) Akzent des Verſes und Zäſur fallen zuſammen und der Akzent iſt heute das geiſtige Element 316, 317 y) Die Verbindung des Rhythmiſchen und des Reims iſt in der neueren Verſifikation geſtattet 317 aa) Das materielle Prinzip der Längen und Kürzen wird durch den Reim verſtärkt 317 66) Das Gegengewicht zum Reimklang iſt die gleiche Wieder⸗ holung desſelben Zeitmaßes; der Takt fängt an, ſich ſtärker geltend zu machen 317, 318 yy) Die Anwendung des Reims würde „bei den reicheren, den Alten nachgebildeten Silbenmaßen, wie z. B. . . . bei der alkäiſchen und ſapphiſchen Strophe“ als ein Überfluß und Widerſpruch erſcheinen 318 Das Versmaß im Epos 300 (O ſ. o.), in der Lyrik 451452 (ſ. ly⸗ riſche Poeſie), 471 (O griechiſche Lyrik), in der dramatiſchen Poeſie 500-501 (O Drama). „Das dramatiſche Metrum hält am beſten die Mitte zwiſchen dem ruhigen, gleichförmigen Strömen des 2601
14 1 — 13 14 15 16 Vers, Verſifikation, Versmaß / Verſöhnung Herameters, und zwiſchen den mehr abgebrochenen und einge: ſchnittenen lyriſchen Silbenmaßen“ 500. Das jambiſche Metrum, der Senarius 500. Die Spanier bedienen ſich beſonders der Tro⸗ chäen 500. Der franzöſiſche Alexandriner, das jambiſche Versmaß der Engländer 500, 501 Verſöhnung (Vermittlung) „Erkennen heißt eben das Außerliche, Fremde des Bewußtſeins vernichten und iſt ſo Rückkehr der Subjektivität in ſich. Dies nun im realen Selbſtbewußtſein der Welt geſetzt, iſt die Verſöhnung der Welt“ 415 (O Sündenfall) „Die Erlöſungsgeſchichte Chriſti“ 142—149 (ſ. roman⸗ tiſche Kunſtform). „Die Verſöhnung der einzelnen Subjektivität mit Gott tritt nicht unmittelbar als Harmonie auf, ſondern als Harmonie, welche erſt aus dem unendlichen Schmerz, aus der Hin— gebung, Aufopferung, Tötung des Endlichen, Sinnlichen und Subjektiven hervorgeht“ 146 (O romantiſche Kunſtform) Die Verſöhnung im modernen Drama 538 (O Drama), 574; in der Tragödie 532, 553—558 (f. griechiſche Tragödie), 572—574 (. Tragödie). Unterſchied zwiſchen tragiſcher und epiſcher Ver— ſöhnung 554 (O griechiſche Tragödie). Die Verſöhnung in der Komödie 536, 559— 562 (f. griechiſche Komödie) Die chriſtliche Verſöhnung 558—559 (O griechiſche Tragödie) Durch einſeitige Verſöhnung zwiſchen Erkenntnis und Glaube entſtehen entweder Heuchelei und Sehnſucht oder Gleichgültigkeit gegen die Religion 66, 67 (f. Religionsphilofophie) 1 und Verſöhnung im Sündenfall 286, 288 (ſ. Sündena In der perſiſchen Religion iſt Mithras der Vermittler. „Doch ſcheint in der Religion der Parſen die Beſtimmung der Vermitt⸗ lung, Verſöhnung noch nicht überwiegend geweſen zu ſein“ 433 (O perſiſche Religion) In der griechiſchen Tragödie iſt der Schluß „die Verſöhnung, die vernünftige Notwendigkeit, die Notwendigkeit, die hier anfängt, ſich zu vermitteln“ 134, 135. „Die höhere Verſöhnung wäre, daß im Subjekt die Geſinnung der Einſeitigkeit aufgehoben würde — das Bewußtſein ſeines Unrechts und daß es ſich in ſeinem Gemüt 2602
16 17 19 1 Verſöhnung / Verſtand feines Unrechts abtut“ 135, 156. Über den „Gottesdienſt der Ver⸗ ſöhnung“ im Kultus der griechiſchen Religion 147—156 (f. griechiſche Religion) In der Religion der Freiheit, in der abſoluten Religion iſt die Verſöhnung die Negation der Trennung zwiſchen Gott und einer ihm entfremdeten Welt. „Die Verſöhnung iſt ſo die Freiheit, iſt nicht ein Ruhendes oder Seiendes, ſondern Tätigkeit“ 208 (ſ. ab⸗ ſolute Religion) Die Verſöhnung in der chriſtlichen Religion, und zwar im Reich des Sohnes 277— 286 (f. chriſtliche Religion). „Die Möglichkeit der Verſöhnung iſt nur darin, daß gewußt wird die an ſich ſeiende Einheit der göttlichen und menſchlichen Natur“ 281. Die „Ver⸗ ſöhnung als Zuſtand ausgeſprochen iſt das Reich Gottes, das Ewige als die Heimat für den Geiſt, eine Wirklichkeit, in der Gott herrſcht“ 288, 289 (O chriſtliche Religion). „Der Inhalt der chriſt⸗ lichen Glaubenslehre“ iſt „die Lehre von der Verſöhnung“ 331 bis 333, 341—844 (ſ. Gemeinde) Philoſophie und Religion haben den gleichen Gegenſtand: die allgemeine, an und für ſich ſeiende Vernunft. „Die Andacht iſt nur: daran hindenken; die Philoſophie will dieſe Verſöhnung durch denkende Erkenntnis vollbringen, indem der Geiſt ſein Weſen in ſich aufnehmen will“ 94 (f. Philoſophie) Die chriſtliche „Lehre von der Verſöhnung iſt, daß Gott gewußt wird als ſich verſöhnend mit der Welt“ 100 (O Chriſtentum), 145. Verſöhnung des Geiſtes mit ſich ſelbſt im ſubjektiven Geiſt 141. „Eine Form dieſer Verſöhnung iſt auch die, daß das Subjekt in ſich felbft mit ſich, wie es ſteht und geht, mit ſeinen Gedanken, ſeinem Wollen, mit ſeinem Geiſtigen, zufrieden iſt; ſo daß ſein Wiſſen, Denken, feine Überzeugung zum Höchſten geworden iſt“ 141, 142. „Dieſe Form der Verſöhnung iſt die neueſte, aber die einfeitigfte” 142. Im Mittelalter war „die Verſöhnung formell, nicht an und für ſich, nur Sehnſucht des Menſchen, — Befriedi⸗ gung nur in einer anderen Welt“ 200 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Verſtand (abſtrakt, Denken, Gedanke, geſunder Menſchenverſtand, Reflexion, Reflegionsbeftimmungen, Reflexionsphiloſophie, Ver⸗ nunft, Vernunft — Verſtand, Verſtandesreligion) Faſſung des Verſtandes in Kants Philoſophie 298, 308, 309; Be⸗ 2603
— Verſtand griff des „anſchauenden Verſtandes“ 309, 318; intuitiver Ver⸗ ſtand und tranſzendentale Einbildungskraft 318, 319, 320 (ſ. Kant) Jacobis Faſſung des Verſtandes im Vergleich zu der bei Kant 334, 335, 336 (ſ. Jacobi) „Der Verſtand iſt das Denken, das reine Ich überhaupt“ 20, 19. „Die Tätigkeit des Scheidens iſt die Kraft und Arbeit des Ver— ſtandes, der verwunderſamſten und größten, oder vielmehr der abſoluten Macht“ 33, 34. Stellung des „tabellariſchen Verſtandes“ zu dem, „was das Konkrete, die Wirklichkeit und lebendige Be— wegung der Sache ausmacht“ 50, 51, 52 (O Phänomenologie) „Kraft und Verſtand, Erſcheinung und überſinn— liche Welt“ 108—138 (O Bewußtſein). Rückblick auf die ſinn⸗ liche Gewißheit und das Wahrnehmen 108, 109. Das „unbedingte Allgemeine, das nunmehr der wahre Gegenſtand des Bewußtſeins iſt, iſt noch als Gegenſtand desſelben; es hat ſeinen Begriff als Begriff noch nicht erfaßt“ 108, 109. Es erkennt ſich in jenem reflektierten Gegenftande nicht 108, 109. Das Reſultat des Wahr: nehmens war die „Einheit des Fürſichſeins und des Füreinan— deresſeins“, aber dies nicht nur der Form, ſondern auch dem In— halt nach 109 An dem Unbedingtallgemeinen tritt für das Bewußtſein der Un— terfchted der Form und des Inhalts wieder hervor 109, 110. Aber da ſie in der unbedingten Allgemeinheit ſind, ſind ſie „an ihnen ſelbſt ſich aufhebende Seiten“, Übergehen ineinander 110. „Die ſelbſtändig geſetzten gehen unmittelbar in ihre Einheit, und ihre Einheit unmittelbar in die Entfaltung über, und dieſe wieder zurück in die Reduktion. Dieſe Bewegung iſt aber dasjenige, was Kraft genannt wird“ 110. Die eigentliche Kraft und ihre Auße— rung 110, 111. In ihrer Wahrheit iſt die Kraft einmal „weſent⸗ lich an und für ſich bleibend, und dann ihre Unterſchiede als ſub— ſtantiell, oder als für ſich beſtehende Momente“ 111. Ihre Exiſtenz beruht auf der Selbſtändigkeit der beiden Momente 111, 112 Betrachtung dieſer Bewegung des Sichverſelbſtändigens 111116. Dieſe Bewegung iſt nichts anderes, als die Bewegung des Wahrnehmens und hat hier ihre gegenſtändliche Form 112. Das Ver— hältnis zwiſchen der Kraft und ihrer Außerung 112, 113 2604
[8%] Verſtand Das, was als Anderes auftritt, iſt ſelbſt Kraft 113. Zur Selbſtän⸗ digkeit mehrerer Kräfte 113—116. Verwandlung des Unterſchieds, „daß das eine das Sollizitierende, das andere das Sollizitierte ſein ſollte“ 114, 115, 120, 121. Über den Begriff der Kraft, der durch die Verdoppelung in zwei Kräfte wirklich wird 115. Das Sein der zwei Kräfte hat die reine Bedeutung des Verſchwindens 115, 116. Die Einheit ihrer Momente iſt „ihr Begriff als Begriff“, „ihr Weſen, wie es ſich an und für ſich darſtellt“, „das Innere der Dinge als Inneres“ 116 Das Bewußtſein „blickt als Verſtand durch dieſe Mitte des Spiels der Kräfte in den wahren Hintergrund der Dinge“ 117, 137. Das Sein der Kraft ſchließt als Mitte den Verſtand und das Innere zuſammen. Es heißt „Erſcheinung; denn Schein nennen wir das Sein, das unmittelbar an ihm ſelbſt ein Nichtſein iſt“ 117. Das Ganze des Scheins „als Ganzes oder Allgemeines iſt es, was das Innere ausmacht, das Spiel der Kräfte, als Reflexion desſelben in ſich ſelbſt“ 117. Aber das Bewußtſein unterſcheidet dieſes In: nere von ſeiner Reflexion in ſich und „dies Innere iſt ihm daher ein Extrem gegen es“ 117. „In dieſem inneren Wahren . . . ſchließt ſich erſt über der ſinnlichen als der erſcheinenden Welt, nunmehr eine überſinnliche als die wahre Welt auf“ 118. „Unfer Gegen: ſtand ift hiermit nunmehr der Schluß, welcher zu feinen Extre— men, das Innere der Dinge und den Verſtand, und zu ſeiner Mitte die Erſcheinung hat“ 118 Charakteriſtit dieſes Inneren als „reines Jenſeits“, als „Leeres“ 118, 119, als „das Heilige“ 119. Aber „es kommt aus der Er⸗ ſcheinung her“, „die Erſcheinung iſt fein Weſen“ 119. „Das Über: ſinnliche iſt .. . die Erſcheinung, als Erſcheinung“ 119, 120 „Unmittelbar für den Verſtand iſt das Spiel der Kräfte; das Wahre aber iſt ihm das einfache Innere“ 120. Im Spiel der Kräfte aber verſchwindet „aller Unterſchied beſonderer Kräfte“, in dem abſoluten Wechſel iſt nur der Unterſchied als allgemeiner, „er iſt das Geſetz der Kraft“ 121 [10, 269] 5 Der „allgemeine Unterſchied“ „iſt im Geſetze ausgedrückt, als dem beſtändigen Bilde der unſtäten Erſcheinung. Die überſinnliche Welt ift hiermit ein ruhiges Reich von Geſetzen . 122, 121. Dies Reich der Geſetze iſt erſt die erſte Wahrheit des Verſtandes. Der Mangel des Geſetzes iſt, daß es nicht ganze Gegenwart der Er⸗ ſcheinung iſt und daß es, um beſtimmt zu fein, in viele Geſetze aus: 2605
[SJ Verſtand einander geht 122. Wohl läßt der Verſtand die vielen Geſetze wie: der „in ein Geſetz zuſammenſallen“, aber dabei wird es nicht „Einheit diefer beſtimmten Geſetze“, ſondern „bloßer Begriff des Geſetzes ſelbſt“ 122, 123. Aber der reine Begriſſ des Geſetzes „geht auch über das Geſetz als ſolches hinaus“, „ift gegen das Ge— ſetz ſelbſt gekehrt“ 123 Der reine Begriſſ des Geſetzes als allgemeine Attraktion 123, 124. Seine gedoppelte Weiſe, einmal „als Geſetz, an dem die Unter— ſchiede als ſelbſtändige Momente ausgedrückt ſind; das andere Mal in der Form des einſachen Inſichzurückgegangenſeins, welche wies der Kraſt genannt werden kann“ 124, 126. So iſt die Elektrizität „als einfache Kraft gleichgültig gegen ihr Geſetz, als pofitive und negative zu fein” 125, 124. Das Geſetz der Bewegung in Zeit und Raum geteilt 125. Als Kraft dagegen vorgeſtellt iſt die Bewegung Schwere 126, 124 Der Verſtand erklärt, d. h. drückt aus, daß der Unterſchied „kein Unterſchied der Sache ſelbſt ſei“ 126, 127. Er beharrt „bei der ruhigen Einheit ſeines Gegenſtandes und die Bewegung ſällt nur in ihn ſelbſt, nicht in den Gegenſtand“ 127, 128. „Unſer Bewußt⸗ fein tft... aus dem Inneren als Gegenſtande auf die andere Seite in den Verſtand herübergegangen, und hat in ihm den Wechſel“ 128 „Indem aber der Begriff als Begriff des Verſtandes dasſelbe iſt, was das Innere der Dinge, ſo wird dieſer Wechſel als Geſetz des Innern für ihn“ 128. „Er erſährt alſo, daß es Geſetz der Er— ſcheinung ſelbſt iſt, daß Unterſchiede werden, die keine Unterſchiede ſind“ 128. „Das Gleichnamige, die Kraſt, zerſetzt ſich in einen Gegenſatz, der zunächſt als ein ſelbſtändiger Unterſchied erſcheint, aber welcher ſich in der Tat keiner zu fein erweiſt.“ Der Unterſchied der Sache iſt nichts anderes als das Gleichnamige 129 Das Reich der Geſetze verkehrt ſich zu einer zweiten überſinnlichen Welt, zur verkehrten Welt 129. „Nach dem Geſetze dieſer verkehr— ten Welt iſt das Gleichnamige der erſten das Ungleiche ſeiner ſelbſt, und das Ungleiche derſelben iſt ebenſo ihm ſelbſt ungleich, oder es wird ſich gleich“ 130, 131. „Allein ſolche Gegenſätze von Innerem und Außerem, von Erſcheinung und Überſinnlichem, als von zweierlei Wirklichkeiten, ſind hier nicht mehr vorhanden“ 131, 132. Es iſt „die ſinnliche Vorſtellung von der Beſeſtigung der Unterſchiede in einem verſchiedenen Elemente des Beſtehens zu 2606
= Verſtand entfernen“. „Es iſt der reine Wechſel, oder die Entgegenſetzung in ſich ſelbſt, der Widerſpruch zu denken“ 132. Die überſinnliche verkehrte Welt iſt „der Unterſchied als innerer, oder Unterſchied an ſich ſelbſt, oder iſt als Unendlichkeit“ 133 Darſtellung, was es heißt: „das Einfache des Geſetzes ift die Unendlichkeit“ 133. a) „Es iſt ein Sichſelbſtgleiches, welches aber der Unterſchied an ſich iſt“; das ſich abſtoßende Gleichnamige. 6) Das Entzweite „ſtellt ſich als Beſtehendes dar“ 133. /) Drurch den Begriff des inneren Unterſchiedes aber iſt dies Ungleiche „ein Unterſchied, welcher kein Unterſchied iſt, oder nur ein Unterſchied des Gleichnamigen“ 133 „Dieſe einfache Unendlichkeit, oder der abſolute Begriff iſt das einfache Weſen des Lebens, die Seele der Welt... zu nennen“ 134, „in ſich pulſierend, ohne ſich zu bewegen, in ſich erzitternd, ohne unruhig zu ſein“ 134. „Die Einheit, von welcher geſagt zu werden pflegt, daß der Unterſchied nicht aus ihr herauskommen könne, iſt in der Tat ſelbſt nur das Eine Moment der Ent: zweiung . . .“ 134, 135 und „fein Entzweien iſt ein Aufheben deſſen, was es iſt, und alſo das Aufheben ſeines Entzweitſeins“ 135 Zuſammenfaſſender Rückblick auf „dieſe abſolute Unruhe des reinen Sichſelbſtbewegens“ 135, 136. „Indem ſie endlich für das Bewußtſein Gegenſtand iſt, als das, was fie iſt, fo iſt das Bewußt⸗ fein Selbſtbewußtſein“ 135, 138. „Es ift Unterſcheiden des Unterſchiedenen“ 136, 137 (ſ. Ich). Doch iſt „das Selbſtbewußtſein erſt für ſich geworden, noch nicht als Einheit mit dem Bewußtſein überhaupt“ 137. Doch „das Schauen des Inneren in das Innere iſt vorhanden“ 137, 138 (O Bewußtſein) Rückblick auf die Kraft des Verſtandes 139, 142 (O Selbſtbewußt⸗ ſein), 217 (O Naturbeobachtung), 272 (O Vernunft) „Der Verſtand“ 105—106 (O Bewußtſein) 817 Es iſt „der Verſtand, dem die Dinge der Wahrnehmung nur als Erſcheinungen gelten und der das Innere der Dinge be— trachtet“ 105 8 18 „Das Innere der Dinge“ iſt „die einfache Kraft, welche in das Daſein, die Außerung, übergeht“ 105 819 „Die Kraft bleibt mit dieſem Unterſchiede in aller ſinnlichen 2607
= »> a 2 Verſtand Verſchiedenheit der Erſcheinung dieſelbe. Das Geſetz der Erſchei— nung ift ihr ruhiges, allgemeines Abbild“ 105 (10, 269] § 20 Indem der Unterſchied jetzt ebenſoſehr keiner iſt, „fällt die bisherige Art des Uuterſchiedes des Bewußtſeins von ſeinem Gegenſtande hinweg“; „es hat ſich ſelbſt zum Gegenſtande“ 106 S 21 „Oder unmittelbar: das Innere der Dinge iſt der Gedanke oder Begriff derſelben“ 106 (O Bewußtſein) Das Verſtändige als Moment des Logiſchen „bleibt bei den Be⸗ griffen in ihrer feſten Beſtimmtheit und Unterſchiedenheit von anderen ſtehen“ 170 (O Logik), 313, 314 (O Philoſophieunterricht) „Verſtand“ 212 (O Denken) § 164 „Der Verſtand iſt das denkende Beſtimmen überhaupt und das Feſthalten in gedachten Beſtimmungen“ 212. Als „objektiver Verſtand“ „unterſcheidet er das Weſentliche vom Unweſentlichen und erkennt die Notwendigkeit und Geſetze der Dinge“ 212 (O Denken) 17 (ſ. Vernunft — Verſtand). Unter „reflektierendem Verſtande“ it „der abſtrahierende und damit trennende Verſtand zu ver: ſtehen, der in ſeinen Trennungen beharrt“ 40, 39 (O Logik) Der Verſtand verendlicht das Unendliche 158, 161, 168 (ſ. Un⸗ endlichkeit). Die Hartnäckigkeit des Verſtandes weigert ſich die Dialektik, daß vieles Eines iſt, aufzufaſſen 203, 204 (O Repulfion) Der Begriff erſcheint in „der Sphäre des bloßen Verſtandes“ als „der beſtimmte Begriff“ 32, 35, 47, 48. „Der Verſtand wird in neueren Zeiten gering geachtet.“ Das hat ſeine Gründe: „es iſt die Feſtigkeit, welche er den Beſtimmtheiten und ſomit den End— lichkeiten erteilt“ 48. Seine Form iſt „die un vollkommene, nämlich abſtrakte Allgemeinheit“ 49. Freilich ſtellt der Verſtand auch die unendliche Kraft dar, „welche das Allgemeine beſtimmt“, die Beſtimmtheiten „begeiſtet“, „und ſie ſo zuſchärft, daß ſie eben nur auf dieſer Spitze die Fähigkeit erhalten, ſich aufzulöſen und in ihr Entgegengeſetztes überzugehen“ 50, 51 (f. Begriff) 34 [P. St. 8, 185 ſ. u.]. Der fixierende Verſtand 261 (O Geiſt) 75 (O Wille), 270, 271 (O Bedürfnis), 369 (O Verfaſſung) „Die Allgemeinheiten und Abſtraktionen des abgeſtandenen, nicht lebendigen rationaliſtiſchen Verſtandeswaſſers“ 29 8 (O Syſtem). 2608
Verſtand „Das Denken, nur endliche Beſtimmungen hervorbringend und in ſolchen ſich bewegend, heißt Verſtand“ 97 (O Logik) Kants „anſchauender Verſtand“ 154 und „intuitiver Verſtand“ 155 (f. Kritizismus) 176 (O unmittelbares Wiſſen) Der Verſtand als Moment der Logik 184, 185—189 3, 170, 313, 314, P. St. 6, 34] (O Logik) § 80 [P. St. 6, § 14, wörtlich! „Das Denken als Verſtand bleibt bei der ſeſten Beſtimmtheit und der Unterſchiedenheit derſelben gegen andere ſtehen“ 185 [P. St. 6, 34 Zuſatz. „Die Tätigkeit des Verſtandes beſteht überhaupt darin, ihrem Inhalt die Form der Allgemeinheit zu erteilen, und zwar iſt das durch den Verſtand geſetzte Allgemeine ein abſtrakt Allge— meines, welches als ſolches dem Beſondern gegenüber feſtgehalten, dadurch aber auch zugleich ſelbſt wieder als Beſonderes beſtimmt wird“ 185 C. Zur Anſchauung und Empfindung ſteht er in Gegen— fat 185 C. Vorwürſe gegen den harten und einfeitigen Verſtand 185 B, 186 2, 187 g. Verteidigung des Verſtandes, deſſen Prinzip „die Identität, die einſache Beziehung auf ſich“ iſt 186 @. Seine Herrſchaſt in Mathematik und Jurisprudenz 186 8, 187 Z. Cha: rakteriſtik des Verſtandes als „ein weſentliches Moment der Bil: dung“ 187 (ſ. Bildung). Der Verſtand zeigt ſich „in allen Gebieten der gegenſtändlichen Welt, und es gehört weſentlich zur Voll— kommenheit eines Gegenſtandes, daß in demſelben das Prinzip des Verſtandes zu feinem Recht kommt“ 188 f, 187 H. Er herrſcht auch in der Kunſt, der Religion, der Philoſophie 188 8, 189 2. „Das Verſtändige iſt allerdings nicht ein Letztes, ſondern vielmehr endlich und näher von der Art, daß dasſelbe auf die Spitze ge— trieben in fein Entgegengeſetztes umſchlägt“ 189 8 (O Logik) „Das Abſtrahieren des Verſtandes iſt das gewaltſame Feſthalten an Einer Beſtimmtheit, eine Anſtrengung, das Bewußtſein der andern, die darin liegt, zu verdunkeln und zu entfernen“ 216 [P. St. 6, 57, 58] (O Daſein) Stellung der Verſtandeslogik zum Begriff 353 8, 354 8, 360 ©, 361 8; Stellung des Verſtandes zum Begriff 353 ©, 354 , 358 S, 359 0 (ſ. Logik) Verſtandesſchluß 384 [P. St. 6, 110], 386 2 (f. Schluß) Stellung des Verſtandes zur Idee 426, 427 [P. St. 6, 130, 131]. Glockner, Hegel-Lexikon 164 2609
Berftand 8 Er zeigt, „daß die Idee ſich ſelbſt widerſpreche“ 426, indem er „die Extreme der Idee“ feſthält 427 [P. St. 6, 131] (O Idee) Über die „als Verſtaud tätige Vernunft“ 436 [P. St. 6, 136] (ſ. Erkennen) 9 „Der Verſtand wird ſich immer an die Vermittelungen als ſolche 1 S 11 halten und ſie als äußerliche Verhältniſſe anſehen, mechaniſch und chemiſch vergleichend, was doch ganz untergeordnet iſt gegen die freie Lebendigkeit und das Selbſtgefühl“ 660 (O Tier) Unfähigkeit des Verſtandes, die Natur des Geiſtes auszudrücken 128, 13. Er fixiert „die Beſtimmung der Endlichkeit“ 42 [P. St. 6, 229] (O Geiſt). Kants „anſchauender Verſtand“ 259 [P. St. 6, 246] (O Bewußtſein) „Der Verſtand“ 2649, 269—272 [P. St. 6, 250—251] (O Bewußtſein) 8 422 [P. St. 6, SS 339, 340, etwas verändert] Für den Verſtand wird der Gegenſtand „Erſcheinung und ſeine Reflexion-in-ſich ein dagegen für ſich ſeiendes Inneres und Allgemeines“ 269 [P. St. 6, 250]. „Das Reich der Geſetze der Erſcheinung iſt ihr ruhiges all gemeines Abbild“ 269 [3, 105, P. St. 6, 250] Zuſatz. Der Verſtand ſetzt die „Beſtimmungen des Sinnlichen zur Erſcheinung eines für ſich ſeienden Inneren herab“ 269 g, 270g, 264 0, zum „Geſetz“ 270 (.. Geſetz) § 423 [P. St. 6, S 341, wenig verändert] Fortgang vom inneren Unterſchied, der im Geſetz keiner iſt, zum Ich, das als urteilend einen Gegenſtand hat, der nicht von ihm unterſchieden iſt, — ſich ſelbſt — Selbſtbewußtſein 271 [P. St. 6, 250] Zuſatz. Bewußtſein und Geſetz 2718 (ſ. Geſetz). „Im Lebendigen ſchaut das Bewußtſein den Prozeß ſelber des Setzens und des Aufhebens der unterſchiedenen Beſtimmungen an“ 272 8, 264 g. Über das Lebendige 272 9 (ſ. Leben) Der erklärende, der begreifende und der ſchließende Verſtand 3610 (O Denken). Unterſchied zwiſchen Verſtand und Vernunft 362 0 (ſ. Veruunft — Verſtand). Notwendigkeit des Verſtandes und feiner abſtrahierenden Tätigkeit 362 & (ſ. Charakter) Verſtand und Religion 459 8, 460 G, 469 8, 470 9 (.. Philoſophie) „Es iſt aber ebenſowohl Tat des Denkens, und zwar des Ver— ſtandes, einen Gegenſtand, der in ſich ein konkreter, reicher Inhalt iſt, zu einer einfachen Vorſtellung (wie Erde, Menſch, oder Alexan— 2610
1 — 12 13 1 * 15 Verſtand der und Cäſar) zu machen und mit Einem Worte zu bezeichnen, als dieſelbe aufzulöſen, die darin enthaltenen Beſtimmungen ebenſo in der Vorſtellung zu iſolieren, und ihnen beſondere Na— men zu geben“ 107, 106 (0 Weltgeſchichte) Herrſchaft des „proſaiſchen Verſtandes“ bei den Juden 262, 260 (ſ. Juden), des „reflektierenden Verſtandes“ bei den Agyptern 271, 273, 289 (ſ. Agypten). Die „Abſtraktion des Verſtandes“ aber kennzeichnet am meiſten die Römer. „Dem unfreien, geift- und gemütloſen Verſtand der römiſchen Welt haben wir den Urſprung und die Ausbildung des poſitiven Rechts zu verdanken“ 373. Herrſchaft des Verſtandes in der römiſchen Religion 373, 374 (ſ. Römer) 555 (O franzöſiſche Revolution) Kants „intuitiver Verſtand“ 91 (O Kant). Der Verſtand vermag die Schönheit nicht zu erfaſſen, weil er, „ſtatt zu jener Einheit durchzudringen, ſtets deren Unterſchiede nur in ſelbſtändiger Trennung feſthält . . . So bleibt der Verſtand ſtets im Endlichen, Einſeitigen und Unwahren ſtehen“ 160, 161 (O Schönes), 93 (O Kant) 324 (O Charakter). Die Regelmäßigkeit als „bloße unlebendige Einheit des Verſtandes“ 333, 334 (O Regelmäßigkeit). Verhältnis des Verſtandes zur Allegorie 529 (O Allegorie) 94, 96. Die chriſtliche Religion hat zur Zeit der Aufklärung „einen Punkt erreicht, auf welchem der Gedanke, der Verſtand das Ele— ment verdrängt hat, deſſen die Kunſt ſchlechthin bedarf, die wirk— liche Menſchengeſtalt und Erſcheinung Gottes“. Der Verſtand macht „Gott zu einem bloßen Gedankendinge“ 106, 107 (O grie⸗ chiſche Götter) In der Muſik herrſcht „ebenſoſehr die tiefſte Innigkeit und Seele, als der ſtrengſte Verſtand, fo daß fie zwei Extreme in ſich ver: einigt, die ſich leicht gegeneinander verſelbſtändigen“ 133. Zur „bloßen Verſtandesanalyſe“ in der Muſik 149 (O Muſik) „Der Verſtand eilt ...“; die Kunſt „verweilt“ 249 (ſ. Poeſie) Bedeutung der Ausbildung des Verſtandes für die Entzweiung in der Religion 26, 28 (O Religion). Über „die Angſt des Ver⸗ ftandes und feinen Haß gegen die Philoſophie“ 49 (O Religionsphiloſophie) 2611
16 1 2 18 19 Verſtand „Die Religion der Zweckmäßigkeit oder des Verſtandes“ 156—188 (ſ. römiſche Religion), 13, 45 (O beſtimmte Religion) [15, 98, 277] Verhältnis des Verſtandes zur ſpekulativen Idee Gottes 233, zum Unendlichen, zur Dreieinigkeit, zum Tieriſch⸗Lebendigen 234, 237, zum Selbſtgefühl 235, zu Gott 236 (. chriſtliche Religion). „Der Verſtand iſt dies Feſthalten, Perennieren bei den Denk⸗ beſtimmungen als ſchlechthin außereinander, verſchieden, felbſtändig gegeneinander bleibender, feſtſtehender“ 234 (O chriſtliche Religion), 406, 552. Verhältnis des Verſtandes zum Gottesbeweis 360, 361, 430, 552, zur Religion 553 (O Gottesbeweiſe). Un— fähigkeit des Verſtandesſchluſſes 378, 458, 462, 479, 480, 523 (ſ. Schluß). „Begriffsverſtand“ 488. Der religiöſe Inhalt heißt „Myſterium, weil er dem Verſtande ein Verborgenes iſt, denn er kommt nicht zu dem Prozeß, der dieſe Einheit iſt: daher iſt alles Spekulative dem Verſtande ein Myſterium“ 553 (O Gottesbeweiſe) 17, 112] „Es iſt das Geſchäft des Philoſophierens gegen den Verſtand, zu zeigen: daß das Wahre, die Idee nicht in leeren Allgemeinheiten beſteht, ſondern in einem Allgemeinen, das in ſich ſelbſt das Be— ſondere, das Beſtimmte iſt.“ „Die Reflexion des Verſtandes iſt abſtrakte Theorie, unwahr, nur im Kopfe richtig“ 53, 54 (O Kon⸗ kretes). Stellung des Verſtandes zum Myſterium, zum Spekula— tiven 112 (ſ. Myſterien). „Der Verſtand faßt nicht die Wahrheiten der Religion“ 124, 125 (O Philoſophiegeſchichte). „Der Begriff, die Idee iſt dem Verſtande zuwider, kann nicht von ihm gefaßt werden“ 348, 353 (O Heraklit) Anaxagoras anerkennt den Verſtand als das Prinzip 396. „Es tritt Gegenſatz der Proſa des Verſtandes gegen poetiſch religiöſe Anſicht ein“ 404, 405. Der Verluſt dieſer Anſicht iſt übrigens nicht zu beklagen 405. Der Verſtand iſt bei Anaxagoras „die ſich ſelbſt beſtimmende Tätigkeit“ 411 (O Anagagoras) 43 (O Sokrates). Das principium exelusi tertii als Grund ſatz des Verſtandes 135 (O Eubulides). Ariſtoteles' Faſſung des Verſtan⸗ des 324, 325 (f. Ariſtoteles) Der Skeptizismus richtet ſich gegen das verſtändige Denken 539 119, 479], verhält ſich aber, indem er bei dem Reſultat als einem Negativen ſtehen bleibt, ſelbſt nur als Verſtand 540 (O Skeptiker) Proklos über den Verſtand 85, 90 (f. Proklos). Der „abſtrakte, 2612
19 15 18 19 10 19 Verſtand / Verſtandesphiloſophie endliche Verſtand“ im Mittelalter 202 (f. ſcholaſtiſche Philoſophie). Entwicklung des Gegenſatzes von Verſtand und Glaube in der Renaiſſance 213 (O Wiederaufleben). Begriff des „tätigen Ver— ſtandes“ bei Bruno 237 (O Bruno) „Periode des denkenden Verſtandes“ in der neueren Philoſophie 328—534 (f. neuere Philoſophie), 274. Spinozas Faſſung des Verſtandes 387, 391, 395, 403 (ſ. Spinoza) 479 (O Wolff). Kants Definition des Verſtandes 565, 561, 596, 597, 599, 604. Seine Unterſcheidung von Verſtand und Vernunft 574, 596, 605, 609. Der Verſtand als „das Denken in endlichen Verhältniſſen“ 574, 604, 605. Das Beſondere liegt außer ihm 596, 600. Die Urteilskraft als Brücke zwiſchen Verſtand und Ver— nunft 598. Kants „anſchauender Verſtand“ 570, 598, und „in⸗ tuitiver Verſtand“ 604, 659, „intellectus archetypus“ 604. Cha⸗ rakteriſtik der Kantiſchen Philoſophie als „Verſtandesphiloſophie“ 610, 611 Fichtes Ableitung des Verſtandes 630 (O Fichte). „Es iſt der Standpunkt des Verſtandes, die Gedanken zu unterſcheiden, zu beſtimmen gegeneinander; und die Forderung des Philoſophie⸗ rens iſt, dieſe unterſchiedenen Gedanken zuſammenzubringen“ 656 (O Schelling) Verſtandesmetaphyſik Die „abſtrakte Verſtandesmetaphyſik“ der Vernunfttheologie 47, 49, 51 (O Religionsphiloſophie) Zur „Verſtandes-Metaphyſik“ in den ſkeptiſchen Tropen 577 (O Sextus Empirikus) Die Kantiſche Philoſophie hat „der Verſtandesmetaphyſik, als einem objektiven Dogmatismus, ein Ende gemacht, in der Tat aber dieſelbe nur in einen ſubjektiven Dogmatismus. über⸗ ſetzt“ 554, 570 (O Kant) Verſtandesphiloſophie 460 O, 461 8 (O Philoſophie) Charakteriſtik der Kantiſchen Philoſophie als „vollendete Berſtandes⸗Philoſophie“ 610 (f. Kant) 2613
16 17 12 i 17 * — Verſtandesreligion / Vertrag Verſtandesreligion (Vern unſttheologie) Die jüdiſche und die römiſche Religion ſind Verſtandesreligionen 161. Die römiſchen Götter ſind Verſtandesgötter 169 (O römiſche Religion) Der „Rationalismus in der neueren Theologie“ 112 (O Philo⸗ ſophie) Verſtehen „Jedes Verſtehen ſchon iſt eine Identifikation des Ich und Ob— jekts, eine Ausſöhnung der außerhalb dieſes Verſtändniſſes ge— trennten; was ich nicht verſtehe, nicht erkenne, bleibt ein mir Fremdes und Andres“ 448 (O indiſche Kunſt) 404 (O Buddhaismus) „Bei Gedanken, beſonders bei ſpekulativen, heißt Verſtehen ganz etwas anderes als nur den grammatiſchen Sinn der Worte ſaſſen und ſie in ſich zwar hinein, aber nur bis in die Region des Vor— ſtellens aufnehmen“ 25 (O Philoſophiegeſchichte). Zum Verſtehen gehört „die ſubſtantielle Grundlage des Inhalts, welche als das abſolute Weſen des Geiſtes an ihn kommend, ſein Innerſtes be— rührt, in demſelben wiederklingt und darin Zeugnis von ihm er— hält. Dies iſt die erſte abſolute Bedingnis des Verſtehens“ 102, 103. Andrerſeits iſt dieſer Geiſt, für welchen das Wahre und Ewige zunächſt iſt, „der endliche, und die Weiſe ſeines Bewußt⸗ ſeins beſteht in den Vorſtellungen und Formen endlicher Dinge und Verhältniſſe“ 103 (O Philoſophie) Verſtellung „Die Verſtellung“ 471—484 (ſ. Moralität) Vertrag „Die Form eines ſolchen untergeordneten Verhältniſſes, wie der Vertrag iſt, hat ſich in die abſolute Majeſtät der ſittlichen Totalität eingedrängt“ 525. Es iſt auch an ſich widerſprechend, „wenn für das Völkerrecht nach dem Verhältniſſe des bürgerlichen Vertrags, der unmittelbar auf die Einzelnheit und Abhängigkeit der Sub⸗ jekte geht, das Verhältnis abſolut ſelbſtändiger und freier Völker, welche ſittliche Totalitäten ſind, beſtimmt werden ſoll“ 525 (O Na: turrecht) [7, 442, 443] 2614
3 O 2 Vertrag Definition des Vertrags 63. Der Schenkungsvertrag 63, der Tauſchvertrag 64, Kaufen und Verkaufen, die Miete 64. Über die mit dem Vertrag verbundene Leiſtung 64, 65 (O Vertrag) „Der Staat beruht nicht auf einem ausdrücklichen Vertrag eines mit allen und aller mit einem, oder des Einzelnen und der Re— gierung miteinander“ 91 (O Moral) [1, 525; 6, 296 ©, 388, 389, 393, 394] § 409 [P. St. 10, § 493, mäßig verändert], 283—284 [P. St. 10, 387 ſ. u.] § 4109 „Nur um der Außerlichkeit des Beſitzes willen kann ich verletzt und gezwungen werden.“ Eine Verletzung meiner Perſön— lichkeit und ein Zwang kann und ſoll nicht ſtattfinden 284 © (O Recht) Kritik an der Vorſtellung, die Verfaſſung ſei ein Vertrag, „näm— lich die willkürliche Übereinſtimmung unterſchiedener Perſonen über eine willkürliche und zufällige Sache“ 296 8 (O Staatsrecht), 388, 389, 393, 394 (O Württemberg) 86 (O Rechtsphiloſophie), der emphyteutiſche Vertrag 116 (O Be⸗ ſitznahme) „Übergang vom Eigentum zum Vertrage“ 129—130 (O Eigentum) 8 71 „Eigentum nicht mehr nur vermittelſt einer Sache und mei⸗ nes ſubjektiven Willens zu haben, ſondern ebenſo vermittelſt eines anderen Willens, und hiermit in einem gemeinſamen Wil— len zu haben, macht die Sphäre des Vertrags aus“ 129, 130 „Der Vertrag“ 92, 130—142 (O Recht) 8 72 Charakteriſtik des Vertrags „als den Prozeß, in welchem der Widerſpruch, daß Ich für mich ſeiender, den andern Willen ausſchließender Eigentümer inſofern bin und bleibe, als Ich in einem mit dem andern identiſchen Willen aufhöre, Eigentümer zu ſein, ſich darſtellt und vermittelt“ 130, 131 § 73 Im Vertrag waltet „die Einheit unterſchiedener Willen“, aber ſo, „daß jeder ein mit dem anderen nicht identiſcher, für ſich eigentümlicher Wille ſei und bleibe“ 131 § 74 Dies Verhältnis enthält, „daß jeder mit ſeinem und des Anderen Willen, aufhört Eigentümer zu ſein, es bleibt und es wird“ 131 2615
Vertrag § 75 Der Vertrag geht von der Willkür aus; der in ihm ins Da— ſein tretende Wille iſt „nur gemeinſamer, nicht an und für ſich allgemeiner“ 131. „Der Gegenſtand des Vertrags iſt eine einzelne äußerliche Sache“ 131, 132 Weder die Ehe noch die Natur des Staats liegt im Bertragsverhältnis 132, 133, 155, 239, 242. „Der Staat beruht nicht auf Bertrag, der Willkür vorausſetzt“ 133 S 76 Charakteriſtik des Schenkungsvertrags als formellen und des Tauſchvertrags als reellen Vertrag 133, 134 § 77 Im reellen Vertrag bleibt der Wert bei aller qualitativen äußern Verſchiedenheit der getauſchten Sachen der gleiche 134 Die laesio enormis 134. Sie wird unendlich, wenn über ein un— veräußerliches Gut ein Vertrag zur Veräußerung eingegangen wird 134. Vertrag und Stipulation 134, 135, 136, einſeitige und zweiſeitige Verträge 134, 135 § 78 Der Unterſchied von Eigentum und Beſitz wird im Vertrag „zu dem Unterſchiede des gemeinſamen Willens als Übereinkunft, und der Verwirklichung derſelben durch die Leiſtung“ 135, 136. Der nur vorgeſtellten Übereinkunft wird durch Förmlichkeiten der Gebärden und in beſtimmter Erklärung durch die Sprache ein beſonderes Daſein gegeben 135, 136 § 79 Die Stipulation iſt das Subſtantielle des Rechtlichen im Vertrage; durch ſie bin ich unmittelbar zur Leiſtung rechtlich ver— bunden 136. Zum Unterſchied zwiſchen einem bloßen Verſprechen und einem Vertrag, bzw. der Stipulation 136. Zu Fichtes Be— hauptung, „die Verbindlichkeit vor der Leiſtung ſei nur mora— liſcher, nicht rechtlicher Natur“ 137, 136. Die Real- und e ſual-Kontrakte im poſitiven Recht 137, 138 $ 80 Die Einteilung der Verträge liegt in der Natur des Ver— trags ſelbſt 138 A. Der Schenkungsvertrag: 1. Schenken einer Sache, 2. Leihen einer Sache 138, 3. Schenken einer Dienſtleiſtung 138, 139 B. Der Tauſchvertrag: 1. Tauſch als ſolcher a) Tauſch einer Sache, 5) Kauf oder Verkauf. 2. Vermietung a) einer ſpezifiſchen, 6) einer allgemeinen Sache 139. 3. Lohn vertrag 139 C. Vervollſtändigung eines Vertrags (eautio) durch Verpfändung 140, 141. Das Pfand, die Verpfändung 140, die Hypothek, die Bürgſchaft 140, 141 § 81 Im Verhältnis unmittelbarer Perſonen zueinander tritt 2616
7 10 16 10 15 Vertrag / Verwandlung Unrecht auf, weil es zufällig iſt, „ob ihr beſonderer Wille mit dem an ſich ſeienden Willen übereinſtimmend ſei“ 141 Zuſatz. Der im Vertrage gemeinſame Wille iſt noch im Gegenſatz gegen den beſonderen Willen 141, 142 Vertrag und Unrecht 142, 143, 144 (O Unrecht); Vertrag und Be⸗ trug 146 (O Betrug). Vertrag und Staat 155 (O Verbrechen), 132, 133 (f. o.), 390, 391 [1, 525; 3, 91; 6, 296 8, 388, 389, 393, 394] Rückblick auf den Vertrag als Entwidlungsmoment des Begriffs der Freiheit 162, 163 (ſ. Recht). Bedeutung des Vertrags in Rouſſeaus und Fichtes Auffaſſung vom Staat 330 (f. Staat). Kritik am „Vertragsverhältnis“ zwiſchen dem Monarchen und dem Volk 390, 391. „Das Amtsverhältnis iſt gleichfalls kein Ver— tragsverhältnis“ 401 (O Verfaſſung). Das Vertragsverhältnis der Staaten untereinander 442, 443 (ſ. Staatsrecht) [1, 525] „Vertrag“ 387—388 [P. St. 6, 283284] (O Recht) § 493 [P. St. 6, $ 409, mäßig verändert] „Die zwei Willen und deren Übereinkunft im Vertrage ſind als Innerliches verſchieden von deſſen Realiſierung, der Leiſtung“ 387 [P. St. 6, 283]. „Der Vertrag iſt an und für ſich gültig“ 387 [P. St. 6, 284]. „Das Wort iſt in dieſem Tat und Sache und die vollgültige Tat“ 387 § 4949 Trennung der unmittelbaren ſpezifiſchen Beſchaffenheit einer Sache vom Subſtantiellen derſelben, dem Werte. Damit wird die Sache als abftrafte, allgemeine Sache geſetzt 387 © § 495 Der Vertrag enthält zugleich das Geſetztſein des akziden— tellen Willens und kann ſo Unrecht hervorbringen; damit entſteht ein Verhältnis des Rechts zum Unrecht 387, 388 In der jüdiſchen Religion iſt die Einheit zwiſchen der Gemeinde und der unendlichen Macht im Vertrage geſtiftet 85 (O jüdiſche Religion) Vertrauen 398 [P. St. 6, 293, vgl. 296] (O Sittlichkeit) Verviehen 289 (O unmittelbare Religion) Verwandlung |. Metamorphoſe 2617
Verwandtſchaft / Victoria Verwandtſchaft 5 Die chemiſche Verwandtſchaft 202 (ſ. Chemismus) 7 Die Ehe zwiſchen Blutsverwandten 248, 249 (ſ. Ehe) Verwunderung 10 Zu Ariſtoteles' Ausſpruch: „daß alle Erkenntnis von der Ver⸗ wunderung anfange“ 326 O. „Das philoſophiſche Denken aber muß ſich über den Standpunkt der Verwunderung erheben“ 3260 (O Anſchauung) [9, 33; 11, 308, 309] 11 „Wie Ariſtoteles ſagt, daß die Philoſophie von der Verwunderung ausgehe, ſo geht auch die griechiſche Naturanſchauung von dieſer Verwunderung aus“ 308, 309 (O Griechen) 12 „Der Menſch, den noch nichts wundert, lebt noch in der Stumpf— heit und Dumpfheit hin“ 422, 423. „Die Verwundrung kommt da hervor, wo der Menſch, als Geiſt, losgeriſſen von dem unmittel: barſten erſten Zuſammenhange mit der Natur und von der näch— ſten bloß praktiſchen Beziehung der Begierde, von der Natur und ſeiner eigenen ſingulären Exiſtenz zurücktritt, und in Dingen nun ein Allgemeines, Anſichſeiendes und Bleibendes ſucht und ſieht“ 423 (O ſymboliſche Kunſtform) Verzierung (Schmud) 13 Die Verzierungsweiſen in der romantiſchen Architektur 346—348 (f. romantiſche Architektur) Veſpaſian, Titus Flavius 11 407 (O Römer) Veſta (Heſtia) 13 Veſta wird von den Griechen bekleidet dargeſtellt 409, 410 (O Klei⸗ dung) 16 Bei den Römern iſt Veſta das Feuer zum Brotbacken 172 (O rö⸗ miſche Religion) 20 539, 540 (O Augsburger Konfeſſion) Vietoria 13 Aſthetiſche Würdigung der Schadowſchen „Viktoria auf dem Bran⸗ denburger Tor zu Berlin“ 440 (O Skulptur) 2618
13 2 0 18 — 10 13 16 02 19 Victoria / Vielheit 444 (O Elfenbein) Viele, Vieles (Alle, Eins, Vielheit) „Viele Eins“ 196—199 (f. Eins). Zu dem alten Satz, „daß das Eine Vieles und insbeſondere: daß das Viele Eines iſt“ 203 (f. Repulfion) Viele und alle 408 (f. Alle), 409, 417, 418 (O Verfaſſung) Das Eins und das Viele 230. Die Vielen, Repulſion und Attrak⸗ tion 230 [P. St. 6, 60] (ſ. Eins) Das Eins und das Viele 139, 228, 237, 241, 242, 243, 244, 246 (ſ. Eins) Vielgötterei Krugs Einſtellung zum Polytheismus 197, 204 (O Krug) 449 0 (O Kunſt), 464 S, 465 8 (O Philoſophie) „Dem Prinzip der klaſſiſchen Kunſt iſt der Polytheismus ſchlecht— hin weſentlich“ 80. „Der griechiſche Polytheismus kann nun aber keine an ſich ſyſtematiſch gegliederte Totalität ausmachen“ 81 (O griechiſche Götter). Herauswachſen des Schickſalsglaubens aus der Vielheit und Verſchiedenheit der griechiſchen Götter 100 (O Schickſal) Die Romantik und ihre Subjektivität hat alle Götter entthront, „und ſtatt der plaſtiſchen Vielgötterei kennt die Kunſt jetzt nur einen Gott, einen Geiſt, eine abſolute Selbſtändigkeit“ 123 (O ro: mantiſche Kunſtform) 15, 16, 17 (f. beſtimmte Religion). Bedarf das Göttliche zu feiner weſentlichen Darſtellung noch des Sinnlichen, ſo erſcheint es als eine Vielheit von Göttern 125 (O griechiſche Religion) Vielheit (Viele) Das Andersſein des Eins iſt die Vielheit 174 (O Fürſichſein) Faſſung der Vielheit als einfache Einheit 226 (O Quantität) Die Vielheit, ſo groß ſie auch ſei, bleibt ſchlechthin nur Partikula— rität, und iſt nicht Allheit 97 (O Urteil), 282 (O analytiſch) Begriff der Vielheit bei Proklos 79, 82 (f. Proklos) 2619
DD 2 © © 18 1 1 Jr — 11 1 13 14 Vier / Virgilius Vier (Tetraktys, Zahl) N Inſofern in der Dreieinigkeit „das Andersſein in zwei zerfällt, wäre der Geiſt in feinen Momenten beſtimmter, und wenn fie ge zählt werden, als Viereinigkeit .. . ausgedrückt“ 589 (O offenbare Religion) Quadruplizität der dialektiſchen Methode 344 (ſ. Dialektik) 250 8 (O Sein) „In der Natur, als dem Andersſein, gehört zur ganzen Form der Notwendigkeit auch das Quadrat oder die Vierheit“ 57 8 (O Natur), 75 [P. St. 6, 153] (O Raum) „Die Urſache, daß das, was im vernünftigen Schluß nur Dreiheit iſt, in der Natur zur Vierheit übergeht, liegt im Natürlichen, in: dem nämlich das, was im Gedanken unmittelbar Eins iſt, in der Natur auseinandertritt“ 254 (O Plato) Vikramäditja 223, 224 (O Indien) 161 (O indiſche Philoſophie) Virgilius, Publius Maro 44 (O Fichte), 198: Zitat aus „vom Landbau“ IV, 168 „Bei den römiſchen Dichtern, beſonders Virgil, iſt die Einführung der Götter das Erzeugnis eines kalten Verſtandes und der Nach— ahmung geweſen“ 379 (O römiſche Religion) [12, 529; 14, 370; 16, 169] Im Mittelalter „galt Virgil als ein großer Zauberer (bei Dante iſt er Führer in der Hölle, und dem Fegefeuer)“ 517 (O Mittel⸗ alter) [14, 107] 529 (O Allegorie), 536 (O Metapher), 560 (O Lehrgedicht) Virgils „ausgebildeter Stil, dem man die Vielſeitigkeit der Inten⸗ tionen, die Bemühung um das Gefallen anſieht“ 250 (O Stil). Virgil und die Laokoongruppe 438 (O Skulptur) 107 (O italieniſche Malerei), 287, Virgils gelehrte Gedichte vom Landbau 328 [12, 560]. Virgils Aeneis 365, 370 (O Handlung), 404 (O römiſche Poeſie) 2620
Virgilius / Viſchnu 14 368. Der Gegenſatz „urſprünglicher Epopoen und in ſpäterer Zeit künſtlich gemachter“, aufgezeigt an Homer und Virgil 369, 370, 371. Virgils Götter „erweiſen ſich als bloße Erdichtungen und äußerliche Mittel“ 370. Vergleich der Dido und ihrer Erlebniſſe mit Homers Kirke oder Kalypſo 371, oder des Abſtiegs des Aeneas in die Unterwelt mit dem des Odyſſeus 371 (O Handlung) 382, 387 (O epiſche Poeſie), 394 (O Idyll). Taſſo und Virgil 415 (O Taſſo) 16 169 (O römiſche Religion) virtus (Tapferkeit) „Die römiſche virtus iſt die Tapferkeit, aber nicht bloß die perſön— liche, ſondern die ſich weſentlich im Zuſammenhang der Genoſſen zeigt, welcher Zuſammenhang für das Höchſte gilt, und mit aller Gewalttätigkeit verknüpft fein kann“ 368 (O Römer). Im Mittelalter verlor die virtus ihre eigentümliche Bedeutung. „Es hieß im Gebrauch nichts anderes als Gewalt, Zwang, zuweilen ſogar Notzucht“ 476 (O Kirche) 12 Wir müffen doer; und virtus nach römiſcher Bedeutung wohl unterſcheiden 254 (O Heroenzeit) 16 „Die römiſche Tugend, die Virtus iſt dieſer kalte Patriotismus, daß dem, was Sache des Staats, der Herrſchaft iſt, das Indivi⸗ duum ganz dient“ 178 (O römiſche Religion) 1 — Viſcher, Peter 13 463 (O chriſtliche Skulptur) = Viſchnu (Kriſchna) 407 (O Maß) 203, 205 (O Indien), 212, 213. „In der Geſtalt des Wiſchnu treten die Inkarnationen auf, worin Gott als Menſch erſchien, und dieſe Menſchwerdungen ſind immer geſchichtliche Perſonen, die Ver⸗ änderungen und neue Epochen bewirkten“ 214 (O indiſche Reli⸗ gion), 222. Kriege der Anhänger des Viſchnu 225 (O Indien) 115, 235, 378] 12 452, 453, 457, 459, 460 (O indiſche Kunſt) 1 1 — 2621
Viſchnu / Viſton 15 235 (O Glaube), 378. „Kriſchna oder Viſchnu, d. i. das Inkarnieren 17 20 12 15 13 3 10 des Brahm überhaupt“ 375. Viſchnu, das Zweite in der indiſchen Dreiheit, iſt die Maniſeſtation, „das Leben in menſchlicher Ge— ſtalt“ 376, 377. „Das, was Viſchnu heißt, ſagt ſelbſt wieder von ih: er ſei alles, Brahm fei der Mutterleib, in dem er alles erzeuge“ 378. „Viſchnu wird auch genannt der höchſte Brahm“ 380. Viſchnus Rolle bei der Erfchaffung der Welt 381, 382 (O indiſche Religion) Viſchnu als „die Geſchichte der Welt“ 449 (O ägyptiſche Religion) 454, 456 (O ägyptiſche Religion) Brahma, Wiſchnu und Maheswara 166 (O San khya) 102, 120, 121. Wiſchnu oder Kriſchna im Verhältnis zu Brahma und Siwa 125, 126 (O Humboldt, Wilh. v.) Viſchvamitra 450 (O indiſche Kunſt) 377. Seine Lebensgeſchichte im Ramajana 387, 388, 389 (O indiſche Religion) Visconti, Ennio Quirino Muſeo Pio-Clementino 420 (O Attribut) Viſton 206 (O Traum) Die Viſion als dritte Erſcheinung des unmittelbaren Wiſſens 180—190 9 (0 Seele). Unterſcheidung in „bloß ſubjektive, auf nicht vorhandene Gegenſtände bezügliche“ Viſtonen und ſolche, „die etwas Wirkliches zu ihrem Inhalt haben“ 181 g. Zur „ſub⸗ jektiven Bifion“ von Fr. Nicolai 181 g. Die Anthropologie be ; ſchäſtigt ſich vorzugsweiſe mit den ſich auf wirklich vorhandene Gegenſtände beziehenden Viſionen 181 Um das Wunderbare dieſer Erſcheinungen zu begreiſen, ſind in betreff der Seele folgende Geſichtspunkte ſeſtzuhalten: „Die Seele iſt das Allesdurchdringende“, „die Idealität alles Materiellen“, „das ganz Allgemeine“, „welches nicht einſeitig dem Anderen gegenüberſteht“ 1818, „ſondern über das Andere übergreiſt“ 182. „Zugleich aber iſt die Seele individuelle, beſonders beſtimmte Seele“ 182 9. In mir, als beſtimmtem Individuum, 2622
10 13 Viſion / Vitruvius Polio erhalten dieſe mannigfachen Beſtimmungen oder Beſonderungen erſt einen beſtimmten Inhalt 182 H. Von dieſer meiner Welt weiß ich als nur erſt ſühlende Seele „auf ganz unmittelbare, auf ganz abſtrakt poſit ive Weiſe“ 1828 Beſtimmung des Inhalts dieſes ſchauenden Wiſſens: 1. „Zuerſt gibt es Zuſtände, wo die Seele von einem Inhalte weiß, den ſie längſt vergeſſen hat“ 1838, 1858, 189 g. Beiſpiele 183 g. 2. Noch wunderbarer kann „das vermittlungslofe Wiſſen von Be: gebenheiten erſcheinen, die dem fühlenden Subjekt noch äußerlich find“ 183 8, 189 Z. Das Fernſehen 184 9. Hier beſchäftigt uns das „durchaus vermittlungsloſe Wiſſen von räumlich fernen äußerlichen Begebenheiten“ 184 g. Beiſpiele für ſolches Fern⸗ ſehen in älteren Zeiten 1849, 185 8, in Spanien und Italien 185 © Das In-die-Zufunft-Gehen überwindet die Zeit 185 H. Unmöglich— keit eines Vorauswiſſens dieſer Art 186 O. Das im magnetiſchen Zuſtande ſich offenbarende Vorauswiſſen „bezieht ſich immer nur auf den einzelnen Kreis der Exiſtenz des Hellſehenden, beſonders auf deſſen individuelle Krankheitsdispoſition, und hat... nicht den notwendigen Zuſammenhang und die beſtimmte Gewißheit des objektiven, verſtändigen Bewußtſeins“ 186 8, 188 8, 189 ©. Der Hellſehende ſchaut ſein eingehülltes, prägnantes Leben auf konzentrierte Weiſe an 186 8, 187 f, und ſtellt es hinaus in die Formen des Raumes und der Zeit 187 . Das Herausheben des Zeitquantums beſteht „in einem entwickelnden Eingehen in das Intenſive des Geſchauten“ 187 . Möglichkeit „unendlicher Täu— ſchung“ 187 8, 188 Z. Beifpiele von wunderbaren Ahnungen in den „ſchottiſchen Hochlanden, in Holland und in Weſtſalen“ 188 g. Das zweite Geſicht (second sight) 188 C. 3. In einer dritten Art von ſchauendem Wiſſen überträgt die hellſehende Seele die kon⸗ zentrierte Anſchauung, die ſie von ihrem eigenen Inneren hat, in die Form des verſtändigen Denkens 189 8, 190 8. Edle Naturen unterſcheiden ſich im Hellſehen ſehr von niedrigen Menſchen 1908 Vis vamitra ſ. Viſchvamitra Vitruvius Pollio Vitruv meint, die Architektur fei vom Holzbau ausgegangen 267 (O Architektur), 307 (O klaſſiſche Architektur), 316. Vitruvs 2623
Vitruvius Pollio / Volk 13 AupınodorwAos 320, und ünaudoos 321 (O Tempel). Vitruv über die Kannelierung der Säule 323, über die Höhe der doriſchen Säule 324, der ioniſchen Säule 325 (O klaſſiſche Architektur) Voetius, Gisbert 19 Voetius' Wüten gegen die Philoſophie des Descartes 370 (O Spi⸗ nn D 1 1 1 0 8 1 — — N noza) Vogelflug (Omen) Der Vogelflug als Orakel 544 (O Kunſtreligion) [13, 28; 16, 146, 147; 18, 97, 106] Der metalliſche Farbenglanz der tropiſchen Vögel 2518, 2528 (O Wärme), der Vögel der mittleren Zone 501 (O Pflanze). Goethes Beobachtung der Farbe der Federn 637 @ (O Licht). Der Vögel fröhlicher Selbſtgenuß in ihrem Geſang 665 8 (O Bildungstrieb), 693 2, 694 8 (O Gattung), 580 @ (O Tier) 687 H. Brutpflege der Vögel 692 8, 693 9, ihr Neſtbau 693 2, ihr Geſang 693 8, 694 @ (O Gattung) 28 (O klaſſiſche Kunſtform) 146, 147 (O griechiſche Religion) 97, 106 (O Sokrates) Vogler, Georg Joſeph Abt Voglers eigentümliches Syſtem des Orgelbaus 248 (O Klaug) Vögte Die Vögte zur Zeit Karls des Großen 464 (O Karl J. der Gr.) und während des Mittelalters 476 (O Kirche). Die Stadtvögte 488 (O Stadt) Volk (Demokratie, Demos, Gleichheit, Meinung, Pöbel) „Die Philoſophie muß zwar die Möglichkeit erkennen, daß das Volk ſich zu ihr erhebt, aber ſie muß ſich nicht zum Volk erniedri— gen“ 185 (O Kritih Die ſittliche Subſtanz iſt „als die wirkliche Subſtanz ein Volk, als wirkliches Bewußtſein Bürger des Volkes“ 341 (O Sittlichkeit) 2624
A2 11 17 18 20 Volk Volksſouveränität 383, 384 (f. Verſaſſung). Kritik an der Vor— ſtellung, „daß die Abgeordneten aus dem Volk oder gar das Volk es am beſten verſtehen müſſe, was zu ſeinem Beſten diene, und daß es den ungezweifelt beſten Willen für dieſes Beſte habe“ 409, 418. „Das Volk, inſofern mit dieſem Worte ein beſonderer Teil der Mitglieder eines Staats bezeichnet iſt, drückt den Teil aus, der nicht weiß, was er will. Zu wiſſen, was man will, und noch mehr, was der an und für ſich ſeiende Wille, die Vernunſt, will, iſt die Frucht tieſer Erkenntnis und Einſicht, welche eben nicht die Sache des Volkes iſt“ 409. „Die Vielen als Einzelne, die man gerne unter Volk verſteht, ſind wohl ein Zuſammen, aber nur als die Menge, — eine ſormloſe Maſſe, deren Bewegung und Tun eben damit nur elementariſch, vernunſtlos, wild und fürchterlich wäre“ 413, 414. Kritit an der Vorſtellung, das Volk müffe „als in die Einzeluen atomiſtiſch aufgelöſt“ an der Beratung und Be— ſchließung über die allgemeinen Angelegenheiten des Staats An— teil haben 417, 418, 413, 414. Zur Anſicht vox populi, vox dei, zu Arioſts und Goethes Meinung über Volk und Maſſe 425, 426. Zur Frage, ob es erlaubt fei, ein Volk zu täuſchen 426 (f. Ver: ſaſſung) „Es iſt eine gefährliche und falſche Vorausſetzung, daß das Volk allein Vernunft und Einſicht habe und das Rechte wiſſe; denn jede Faktion des Volkes kann ſich als Volk aufwerfen und was den Staat ausmacht, iſt die Sache der gebildeten Erkenntnis und nicht des Volkes“ 76. In der Beſtimmung der Repräſentativverſaſſung wird Volk und Regierung boshaft auseinandergeriſſen 82 (ſ. Staat) Grund und welthiſtoriſche Bedeutung des Untergangs eines Volks 111 (O Weltgeſchichte) Verhältnis des griechiſchen Volks zu den Fürſtenhäuſern 303, 304, 305, ſeine Darſtellung in der griechiſchen Tragödie 305 (f. Griechen) 211, 212 (O Thales) Sokrates erklärte ſich nachdrücklich gegen das demokratiſche Volk 52 (O Sokrates) „Die Alten, welche in den Demokratien, denen ſie von ihrer Ju— gend an angehörten, eine lange Reihe von Erfahrungen durch— Glockner, Hegel-Leriton 165 2625
2 = — 3 7 10 19 11 Volk / Völkerwanderung gelebt und zugleich ihr tieffinniges Nachdenken darauf gewandt haben, hatten andere Vorſtellungen von der Volksſtimme, als heutzutage mehr à priori gang und gäbe ſind“ 474. Über die „allgemeinen Vorſtellungen von der Freiheit, der Gleichheit, dem Volke, deſſen Souveränität“ uff. 516, 517 (ſ. Reformbill) Völkerrecht Die Form eines ſolchen untergeordneten Verhältniſſes, wie der Vertrag iſt, darf keinen Platz im Völkerrecht haben 525 (ſ. Ver⸗ trag) [7, 442, 443]. Zur „Leerheit der Rechte der Menſchheit, ... eines Völkerſtaats und der Weltrepublik“ 536 (f. Naturrecht) Das äußere Staatsrecht als Völkerrecht 74, 75 (O Staatsgeſell⸗ ſchaft) Der Grundſatz des Völkerrechts iſt, „daß die Traktate, als auf welchen die Verbindlichkeiten der Staaten gegeneinander beruhen, gehalten werden ſollen“ 442, 443 (ſ. Staatsrecht). Kants Vor⸗ ſtellung eines ewigen Friedens 443, 435, 436 (ſ. Kant), 446 426 [P. St. 6, 298] (f. Staatsrecht) Hugo Grotius' Betrachtung des Rechts der Völker 439 (ſ. Grotius) Völkerwanderung „Die Völkerwanderung“ 443—453 (O Germanen). Taci⸗ tus' berühmtes Gemälde Germaniens 443. Tatſächlich iſt der Zu— ſtand der Wildheit für die Geſchichtsphiloſophie unergiebig und Rouſſeaus Anſicht hierüber ift abzulehnen 443 (f. a. Naturzuſtand) Stellung des einzelnen Individuums bei den Germanen 444. Seine Freiheit bei gewiſſer Gemeinſamkeit 444. Die Germanen und die Römer 444. Unterſcheidung der germaniſchen Nationen in ſeßhafte und wandernde 444. Sue ven und Vandalen, das Reich der Weſtgoten, der Franken, der Oſtgoten, die Langobarden, Normannen, Burgunder 445 Bildung neuer Nationen, der romaniſchen und der deutſchreden— den Völker 446. Letztere „haben ſich in dem Einen Ton der un— gebrochenen Innigkeit gehalten, nämlich Deutſchland ſelbſt, Skan— dinavien und England“ 446, 447. Das eigentliche Deutſchland und ſeine Stämme 446. Die ſlawiſche Nation, die Magyaren, Bul— garen uſw. 447 Die germaniſche Nation 447—453 (ſ. Germanen) 2626
17 19 11 15 16 = Völkerwanderung / Volksgeiſt 144 (O Philoſophiegeſchichte) 139 (O ſcholaſtiſche Philoſophie) Volksbuch Das deutſche Volk hat durch Luthers Bibelüberſetzung ein Volks— buch erhalten 525. Es gehört zu einem Volksbuche notwendig, „daß es das Anſehn des einzigen habe“ 526 [16, 290; 20, 8]. Frankreich hat ſehr wohl das Bedürfnis nach einem Volksbuch gefühlt, hat aber keines bekommen 526 (O Reformation) Zend⸗-Aveſta, die Haupt- und Grundbücher der Perſer 429 (O per⸗ ſiſche Religion) 290 (O chriſtliche Religion) 8 (O Hinrichs) Volksgeiſt (Raſſenunterſchiede, Weltgeiſt, Weltgeſchichte) „Die Volksgeiſter, die der Geſtalt ihres Weſens in einem beſon— dern Tiere bewußt werden, gehen in Einen zufammen; fo ver: einigen ſich die beſonderen ſchönen Volksgeiſter in Ein Pantheon, deſſen Element und Behauſung die Sprache“ und zwar das Epos iſt 553, 554 (O Epopoe) „Sitten, Geſetze und Verfaſſung machen das organiſierte innere Leben eines Volksgeiſtes aus.“ „Außerdem hat er ein äußerliches Verhältnis und äußerliche Schickſale“ 222. Er iſt Gegenſtand der „hiſtoriſchen Geſchichte“, während die philoſophiſche Geſchichte den „allgemeinen Weltgeiſt“ betrachtet 222, 223 (. Staat) Der wirkliche und organiſche Geiſt eines Volks wird durch das Verhältnis der beſondern Volksgeiſter hindurch in der Welt— geſchichte zum allgemeinen Weltgeiſt 85 (O Rechtsphiloſophie). „Die ſittliche Subſtanz, als das für ſich ſeiende Selbſtbewußtſein mit ſeinem Begriffe geeint enthaltend, iſt der wirkliche Geiſt einer Familie und eines Volks“ 236 (O Sittlichkeit). „Die Penaten ſind die inneren, unteren Götter, der Volksgeiſt (Athene) das ſich wijſende und wollende Göttliche“ 328 (O Staat). Die Prinzipien der Volksgeiſter ſind um ihrer Beſonderheit willen beſchränkte und ihre Schickſale und Taten die erſcheinende Dialektik der Endlich— keit dieſer Geiſter, aus welcher der allgemeine Geiſt, der Geiſt der Welt ſich hervorbringt und an ihnen in der Weltgeſchichte, als 2627
10 1 A — Volksgeiſt dem Weltgerichte, ſein Recht als das allerhöchſte ausübt 446 (O Staatsrecht), 449, 451 (O Weltgeſchichte), 454 (O Griechenland) Die Natürlichkeit des Geiſtes geht zu weiterer Beſonderung der Raſſenunterſchiede fort, „und verfällt fo in die Mannigfaltigkeit der Lokal⸗ oder Nationalgeiſter“ 79—87 8, 78 [P. St. 6, 234, 235], 88 8 (O Seele), 95 @, 109 8 (O Lebensalter). Die Charakte⸗ riſtik dieſer Geiſter gehört teils in die Naturgeſchichte des Men— ſchen, teils in die Philoſophie der Weltgeſchichte 79 8. Hier in der philoſophiſchen Anthropologie haben wir den National: charakter nur inſofern zu betrachten, als derſelbe den Keim ent— hält, aus welchem die Geſchichte der Nationen ſich entwickelt 798 Der Nationalunterſchied iſt ebenſo feſt und ſchwer veränderlich wie die Raſſenverſchiedenheit 79 8, 80 H. Bedeutung des Klimas, der geographiſchen Verhältniſſe 80 H. Undifferenziertheit der afri— kaniſchen und aſiatiſchen Naſſen, und größte Differenzierung der Europäiſchen Nationen 80 Z. Gliederung z. B. der Griechen in Lacedämonier, Thebaner, Athener 80 8, 818, 82, der chriſt— lichen Völker in Italiener 82 8, 83 8, Spanier 83 g, 84 O, Fran: zoſen 848, 85 3, Engländer 858, 868 und Deutſche 868, 879 (ſ. d. Art.) „Die frei ſich wiſſende Subſtanz, in welcher das abſolute Sollen ebenſoſehr Sein iſt, hat als Geiſt eines Volkes Wirklichkeit“ 397 P. St. 6, 292] (O Sittlichkeit). „Der beſtimmte Volksgeiſt, da er wirklich und ſeine Freiheit als Natur iſt, hat nach dieſer Natur— ſeite das Moment geographiſcher und klimatiſcher Beſtimmtheit“; er iſt in der Zeit, er hat eine Geſchichte 426, 427 [P. St. 6, 297] (O Weltgeſchichte), 433 9, iſt eine Stufe 427, 432 [P. St. 6, 299] „Der Geiſt der ſchönen Kunſt iſt ein beſchränkter Volksgeiſt“, deſſen an ſich ſeiende Allgemeinheit in eine unbeſtimmte Viel⸗ götterei zerfällt 448 8, 449 8 (O Kunſt) „Das Allgemeine, das im Staate ſich hervortut und gewußt wird, die Form, unter welche alles, was ift, gebracht wird, ift dasjenige überhaupt, was die Bildung einer Nation ausmacht. Der be— ſtimmte Inhalt aber, der die Form der Allgemeinheit erhält und in der konkreten Wirklichkeit, welche der Staat iſt, liegt, iſt der Geiſt des Volkes ſelbſt“ 84. „Der Geiſt eines Volkes iſt ein be— ſtimmter Geiſt“ 87, 113, 114. Aber „der beſtimmte Volksgeiſt iſt ſelbſt uur Ein Individuum im Gange der Weltgeſchichte.“ „Die 2628
1 — 1 o 15 16 Volksgeiſt welthiſtoriſchen Volksgeiſter“ ſind die Stufen in der Welt— geſchichte; „dieſe Stufen zu realiſieren iſt der unendliche Trieb des Weltgeiſtes“ 88, 119. „Jede Stufe als verſchieden von der an— deren hat ihr beſtimmtes eigentümliches Prinzip. Solches Prinzip iſt in der Geſchichte Beſtimmtheit des Geiſtes — ein beſonderer Volksgeiſt. In dieſer drückt er als konkret alle Seiten ſeines Be— wußtſeins und Wollens, ſeiner ganzen Wirklichkeit aus; ſie iſt das gemeinſchaftliche Gepräge ſeiner Religion, ſeiner politiſchen Verfaſſung, ſeiner Sittlichkeit, ſeines Rechtsſyſtems, feiner Sitten, auch ſeiner Wiſſenſchaft, Kunſt und techniſchen Geſchicklichkeit“ 101, 88, 111, 114. „In diefem | tem Werke, feiner Welt genießt ſich nun der Geift des Volks und iſt befriedigt“ 114. Gewohnheit iſt es dann, was ſchließlich den natürlichen Tod eines Volksgeiſtes herbeiführt 114, 115. „Ein Individuum durchläuft als Eines ver— ſchiedene Bildungsſtufen und bleibt dasſelbe Individuum; eben— ſo auch ein Volk, bis zu der Stufe, welche die allgemeine Stufe ſeines Geiſtes iſt“ 119. „Die Prinzipien der Volksgeiſter in einer notwendigen Stufenfolge ſind ſelbſt nur Momente des Einen allgemeinen Geiſtes, der durch ſie in der Geſchichte ſich zu einer ſich erfaſſenden Totalität erhebt und abſchließt“ 119 (O Weltgeſchichte) Zuſammenhang des Volksgeiſtes mit der Natur ſeines Landes 120 (ſ. Geographie) Haltung der Volksindividualitäten zur pathetiſchen Darſtellung 317 (O Pathos) Der Nationalgeiſt „macht die ſubſtantielle Grundlage im Indivi— duum aus; ein Jeder iſt in ſeinem Volke geboren und gehört dem Geiſte desſelben an. Dieſer Geiſt iſt das Subſtantielle überhaupt und das Identiſche gleichſam von Natur: er iſt der abſolute Grund des Glaubens. Nach ihm iſt beſtimmt, was als Wahrheit gilt“ 233. „So iſt eine geiſtige Anſteckung im Volke verbreitet und die Er— ziehung macht ſich darin, daß das Individuum im Dufte ſeines Volkes lebt“ 234 (ſ. Glaube) „Das atheniſche Volk, das am Feſte der Pallas ſeinen Aufzug hielt, war die Gegenwart der Athene, der Geiſt des Volks und dies Volk iſt der belebte Geiſt, der alle Geſchicklichkeit, Tat der Athene, an ſich darſtellt“ 142 (O griechiſche Religion), 157, 186 (O römiſche Religion) 319 (O Gemeinde) 2629
1 A 1 E 1 A 18 11 12 Volksgeiſt / Volkslied „Dieſer reiche Geiſt eines Volkes iſt eine Organiſation, — ein Dom, der Gewölbe, Gänge, Säulenreihen, Hallen, vielfache Ab— teilungen hat, welches alles aus einem Ganzen, einem Zwecke hervorgegangen“ 84. „Von dieſen mannigfaltigen Seiten iſt die Philoſophie Eine Form“ 84 (f. Philoſophie) „Das Volk, das allgemeine Bewußtſein, der Geiſt eines Volkes iſt die Subſtanz, deſſen Akzidenz das einzelne Bewußtſein iſt“ 291, 292 (O Pythagoras) Die Form der Konſtitution iſt der jeweilige Ausdruck des Volks— geiſtes 276, 277 (O Plato) Volkslehrer Auftreten des Pythagoras „als öffentlicher Volkslehrer mit der Beſtimmung als Lehrer, deſſen Lehre ſich nicht nur mit der Überzeugung begnügt, ſondern auch das ganze ſittliche Leben der In— dividuen einrichtet“ 242, 243, 245; er war „der Erſte, der das Lehren von Wiſſenſchaften in Griechenland eingeführt hat“ 247 (O Pythagoras) „Die Sophiſten ſind die Lehrer Griechenlands, durch welche die Bildung überhaupt in Griechenland zur Exiſtenz kam“ 9 (O So— phiſten). Protagoras fol „als erſter öffentlicher Lehrer aufge— treten ſein“ 28 (O Protagoras) Volkslied „Sagen, Volkslieder, Überlieferungen find von . . . urſprünglicher Geſchichte auszuſchließen, denn ſie ſind noch trübe Weiſen, und daher den Vorſtellungen trüber Völker eigen“ 26 (O Geſchichts⸗ ſchreibung) Durch Herders Anregung „fing man allgemeiner wieder an auf das Volkslied aufmerkſam zu werden, allerlei Liederarten im Nationaltone von Völkern und Stämmen einfacher Bildung“ zu dichten 363 (O Kunſtſchönes) „Innerhalb der Poeſie iſt wiederum das Volkslied am meiſten nationell und an Seiten der Natürlichkeit geknüpft ...“ 383; Goethes erſte Lieder; Lieder der Neugriechen 383 (O Genie) Im Volkslied bleibt das „Innere ſo ſehr verſchloſſen und konzen— triert, daß es ſich nicht zur bewußten Klarheit hervorringen und zur wahren Entfaltung kommen kann“ 388, 389; Volkslieder, äußerlich einfach, deuten ſie auf ein weiteres tiefes Gefühl hin, 2630
12 13 14 Volkslied das „ihnen zu Grunde liegt, doch ſich nicht deutlich auszuſprechen vermag...“ 389. „Auch Goethe hat in ſolcher Weiſe höchſt vor— treffliche Lieder geliefert“, z. B. Schäfers Klagelied 389 [13, 203] (O Objektivität). „Gedrückte trübe Innigkeit ſpricht ſich beſonders in den Volksliedern barbariſcher Völker aus“ 491 (14, 438] (O Mohammedanismus) Zu der „Innigkeit, die ſich nicht zur vollſtändigen Explikation ihrer herauszubilden vermag, gehören meiſtenteils auch die Volks— lieder, beſonders germaniſche, welche es in der gehaltvollen Gedrungenheit des Gemüts, wie ſehr dasſelbe auch von irgendeinem Intereſſe ſich ergriffen zeigt, doch nur zu abgeriſſenen Außerungen zu bringen vermögen, und hieran eben die Tiefe der Seele offenbar machen. Es iſt dies eine Darſtellungsweiſe, welche in der Stummheit gleichſam zum Symboliſchen wieder zurückgeht, indem, was ſie gibt, nicht die offene, klare Darlegung des ganzen Innern, ſondern nur ein Zeichen und eine Andeutung iſt“ 203. Goethes König von Thule 203, 204 [12, 389] (O Charakter) „Gar manche unſerer Volksmelodien haben etwas Lugubres, Ziehendes, Schleppendes, inſofern die Seele nur einen monoto— neren Fortgang zum Element ihres Ausdrucks vor ſich hat“ 165 (O Rhythmus). Sie ſind Ausdruck „rein innerlicher Stimmungen, Reflexionen“, „ohne ſich zu einer konkreten auch in ihrer Außer— lichkeit dargeſtellten Situation auseinanderzulegen“ 433. Goethes Lieder 433 (O lyriſche Poeſie) Die Volkspoeſie 435—438 (O lyriſche Poeſie) aa) „In ihr vornehmlich kommt die mannigfaltige Beſonderheit der Nationalitäten zum Vorſchein“ 435. Herders und Goethes Verdienſt um die Volkspoeſie 435, 436. „Vollſtändig mitempfinden kann man nur die Lieder ſeiner eigenen Nation, und wie ſehr wir Deutſche uns auch ins Ausland hineinzumachen imſtande ſind, ſo iſt doch immer die letzte Muſik eines nationalen Inneren anderen Völkern etwas Fremdes“ 435, 436 BB) Das Volkslied hat darin Verwandtes mit dem Epos als ſeine konzentrierte Innigkeit des Gemüts nicht einem einzelnen Indi⸗ viduum angehört, ſondern Volksempfindung iſt 436, 439, 440. Die „unmittelbare Urſprünglichkeit gibt dem Volksliede eine reflexionsloſe Friſche kerniger Gedrungenheit und ſchlagender Wahrheit“ 436, 437 2631
Volkslied / Voltaire 14 yy) Völker, welche es nur zur Volkslyrik ohne Weiterentwicklung E 1 1 zur Epopöe, zum Drama gebracht haben, ſind meiſt halbrohe, bar⸗ bariſche Nationen von unausgebildeter Wirklichkeit 437, 438. Ab⸗ ſchreckendes am Volkslied 437, 438 (O lyriſche Poeſie) Unterſchied zwiſchen dem Volkslied und der freien, ſich ſelbſt ge⸗ wiſſen Lyrik 439, 440. Verhältnis des Volksliedes zur begleiten⸗ den Muſik 454 (O lyriſche Poeſie) Das Volkslied 462—463 (O Lied). Dieſe Lieder bedürfen des begleitenden Geſanges 462. „Sie erhalten teils die nationalen Taten und Begebniſſe, in welchen das Volk ſein eigenſtes Leben empfindet, in der Erinnerung wach, teils ſprechen ſie die Empfin⸗ dungen und Situationen der verſchiedenen Stände, das Mitleben mit der Natur und den nächſten menſchlichen Verhältniſſen un— mittelbar aus und ſtimmen die verſchiedenartigſten Töne der Luſtigkeit oder Trauer und Wehmut an“ 462, 463 (O Lied) Volksſchule 235 (O Gymnaſialreden) Volksſouveränität (Souveränität) 381, 383 (ſ. Verfaſſung) Volkstribun 1 389 (O Römer) V Vollkommenheit Betrachtung der Vorſtellung von Vollkommenheit im Zuſammen⸗ hang mit dem ontologiſchen Gottesbeweis 216, 217 (f. Gottes⸗ beweiſe) E Volta, Aleſſandro, Graf 9 Die Voltaſche Säule 285 8 (O Magnetismus), 407 g, 409 O, 413 9 (O Galvanismus). Volta hat die Tätigkeit des Galvanismus als erſter erkannt 418 g; er hat „die Erſcheinungen vom Organiſchen befreit, und auf ihre einfachen Bedingungen redu— 110 419 H. Die galvaniſche Batterie Voltas 419 8 (O Galvanis⸗ mus Voltaire, Francois Marie Arouet de 1 Voltaire ſetzte ſich dem von der Frömmelei in die Empirie des ge⸗ 2632
— D 10 12 14 — * 19 20 19 18 Voltaire / Vorausſetzung meinen Lebens herabgezogenen Optimismus entgegen. Er ver— fuhr dabei mit echtem geſundem Menſchenverſtand 419, 420 (O Fichte) (19, 465] Voltaire hat die Newtoniſche Theorie bei den Franzoſen in Ehren gebracht 136 @ (O Mechanik) 461 (O Geologie) 84 (O Franzoſen) Claudius hat im Wandsbecker Boten Voltaire und Shakeſpeare ſo gegenübergeſtellt, daß der Eine ſei, was der Andre ſcheine 318 (O Pathos). Voltaire hat mit Unrecht geſagt, daß die Franzoſen die Werke der Alten verbeſſert hätten 359. Er macht ſich über Pindar luſtig 360. Voltaires Henriade 368 (O Kunſtſchönes) 14, 372, 416] 372 (O Handlung), 416 (O epiſche Poeſie). Voltaire ſucht häufig auch durch dramatiſche Werke ſeine Aufklärungsprinzipien zu verbreiten 509 (O Drama). Goethe überſetzte Voltaires Tankred und Mahomed für die Weimariſche Bühne, um die Schauſpieler aus der gemeinen Natürlichkeit herauszutreiben, und an einen höheren Ton zu gewöhnen 522, 523 (O Oper) Voltaires bitterſte Einfälle richten ſich gegen die Forderung des Wunderglaubens 230 (O Glaube) 250, 465 (O Leibniz), 514 (O franzöſiſche Philoſophie). Voltaire fagt zu Montesquieus ſchönem Buch: esprit des lois, es wäre ein esprit sur les lois 525 (O franzöſiſche Philoſophie) Voltaire ſagt von Deutſchland, „es ſei un pays fertile en mauvais originaux“ 40 (O Jahrbücher). Voltaire als Aufklärer in Berlin am Hofe Friedrichs II. 206 (O Hamann) 258 (O Hamann) voluntas Intellectus et voluntas in Spinozas Philoſophie 391 (O Spinoza) Vorausſetzung Der vierte ſkeptiſche Tropus iſt der „Tropus der Vorausſetzung“ 569570, 573, 575 (ſ. Sextus Empirikus) 2633
Vorfallenheit / Vorleſen, Leſen Vorfallenheit 12 510 (0 Fabel), 518, 519 (O Parabel) 11 13 12 13 Vorgeſchichte Alle Geſchichte vor der Staatenbildung iſt „Vorgeſchichte“ 96. „Erſt im Staate mit dem Bewußtſein von Geſetzen ſind klare Taten vorhanden, und mit ihnen die Klarheit eines Bewußtſeins über ſie, welche die Fähigkeit und das Bedürfnis gibt, ſie ſo auf⸗ zubewahren“ 98 (O Weltgeſchichte). „Indem das Vorgeſchichtliche das iſt, was dem Staatsleben vorangeht, liegt es jenſeits des ſelbſtbewußten Lebens, und wenn Ahnungen und Vermutungen hier aufgeſtellt werden, ſo ſind dieſes noch keine Fakta“ 158 (O Orient) Von den chineſiſchen Geſchichtsſchreibern wird das Mythiſche und Vorgeſchichtliche ganz wie etwas Geſchichtliches behandelt 166 (O China). „Das ſich Verbreiten des Indiſchen iſt vorgeſchichtlich, denn Geſchichte iſt nur das, was in der Entwickelung des Geiſtes eine weſentliche Epoche ausmacht“ 195, 222 (O Indien). Vorge⸗ ſchichte der Griechen 299, 306 (O Griechen) vorgotiſche Architektur 348—349 (f. romantiſche Architektur) Vorkunſt (Anfang) Das Symbol „macht dem Begriffe wie der hiſtoriſchen Erſcheinung nach den Anfang der Kunſt, und iſt deshalb gleichſam nur als Vorkunſt zu betrachten, welche hauptſächlich dem Morgenlande angehört“ 407 (O Symbol). In ihr haben wir „zunächſt nur abſtrakte, noch an ſich ſelbſt nicht weſentlich individualiſierte Bedeutungen vor uns“ 422 (O ſymboliſche Kunſtform) Die Kunſt in ihren Anfängen iſt nicht etwa einfach, ſondern voll „Künſtlichkeit“ 245, 246. Sie iſt abſtrakt 246 [12, 422]. Der Stil fängt erſt nach dieſer Vorkunſt an 247 (0 Stil) Vorleſen, Leſen „Ein richtiges verſtändiges Leſen erfordert verſtändigen, feinen Sinn und vieles Studium; es läßt ſich ſehr viel daran anknüpfen, oder es ſetzt vielmehr ſehr viel voraus“ 278 (O Gymnaſialreden) 2634
Vorleſen, Leſen / Vorſehung 14 „Das Leſen und Vorleſen dramatiſcher Werke“ 1 1 512—516 (ſ. Drama) Vorſatz 6 8 419 [P. St. 10, 8 504 f. u.] 288 [P. St. 10, 392393 f. u. A 0 oo — „Der Vorſatz und die Schuld“ 171, 172—176 (ſ. Schuld). Übergang vom Vorſatz zur Abſicht 176 (O Schuld) „Der Vorſatz“ 392—393 [P. St. 6, 288] S 504 [P. St. 6, S 419, mäßig verändert] Das Subjekt erkennt in ſeiner Handlung nur dasjenige Daſein in der Tat als ſeine Schuld an, „was in feinem Wiſſen und Willen lag, was fein Vor⸗ ſatz war“ 392, 393 [P. St. 6, 288] Vorſehung 435 (O Verfaſſung) „Wenn wir ſagen, daß die Welt durch die Vorſehung regiert wird, ſo liegt darin, daß der Zweck überhaupt das Wirkende iſt.“ „Man hat übrigens die Auffaſſung der Welt als durch die Notwendigkeit beſtimmt und den Glauben an eine göttliche Vorſehung keines⸗ wegs als einander gegenfeitig ausſchließend zu betrachten“ 332 O, 338 & (f. Notwendigkeit) Verhalten der göttlichen Vorſehung, der Welt und ihrem Prozeß gegenüber, als „die abſolute Lift” 420 0 (. Liſt) 55 [P. St. 6, 148] (O Natur) „Die göttliche Vorſehung iſt die Weisheit nach unendlicher Macht, welche ihre Zwecke, das iſt, den abſoluten, vernünftigen Endzweck der Welt verwirklicht: die Vernunft iſt das ganz frei ſich ſelbſt be⸗ ſtimmende Denken“ 39. Bei der „Kleinkrämerei des Glaubens an die Vorſehung“ können wir aber nicht ſtehen bleiben, und ebenſo⸗ wenig bei dem bloß abſtrakten, unbeſtimmten Glauben 40. „Die Vernunft, von der geſagt worden, daß ſie in der Welt regiere, iſt ein ebenſo unbeſtimmtes Wort, als die Vorſehung“ 42 (O Ge⸗ ſchichtsphiloſophie). Die Porſehung regiert im eigentlichen Sinne, „indem ſie aus Unglück, Leiden, aus partikularen Zwecken und dem unbewußten Willen der Völker ihren abſoluten Zweck und ihre Ehre vollführt“ 452 (O Germanen) 2635
Vorſehung / Vorſtellung 16 „Unſer Glaube an die Vorſehung, daß ſie ſich auch auf das Ein— 1 -] 18 — zelne erſtrecke“ ſieht in der Menſchwerdung Gottes ihre Beſtäti— gung 142, 143, 144 (O griechiſche Religion) 364 (O Gottesbeweiſe) Die große Präſumtion, daß es in der Welt vernünftig zugehe, iſt nichts anderes, als der Glaube an die Vorſehung, nur in anderer Weiſe 65 (O Philoſophiegeſchichte) Stellung des Skeptizismus zur Vorſehung 555 (O Sextus Empirikus) Vorſtellung (Anſchauung) Reinholds und im Vergleich dazu Bardilis Auffaſſung der Vor— ſtellung 162, 163, 164 (ſ. Reinhold) Die Vorſtellung iſt eine erſte Form des ſich ſelbſt als Geiſt wiſſen— den Geiſtes in der offenbaren Religion 581—585. Der Geiſt wird ſich ſeiner in ſeiner Gemeinde in der Form des Vorſtellens be— wußt 581. „Die Vorſtellung macht die Mitte zwiſchen dem reinen Denken und dem Selbſtbewußtſein als ſolchem aus und iſt nur eine der Beſtimmtheiten“ 583. Dies Vorſtellen iſt nicht „begreifen— des Denken“ 585, 586, 587, 582, 599. Notwendigkeit des Über⸗ gangs aus dem reinen Denken in das eigentliche Element des Vorſtellens 586, 587. Der Fortgang dieſes Vorſtellens 592, 589, 596, 597 (ſ. offenbare Religion). Rückblick auf das Vorſtellen in der offenbaren Religion 602, 608 (O Philoſophie) „Im gemeinen Leben verwechſelt man Vorſtellung und Denken“ 35. „In der Vorſtellung haben wir eine Sache vor uns auch nach ihrem äußerlichen unweſentlichen Daſein. Im Denken hingegen ſondern wir von der Sache das Außerliche bloß Unweſentliche ab“ 35, 36. „Die allgemeine Vorſtellung“ 36 (0 Propädeutik) „Die Vorſtellung“ 201—212 (O Geiſt) 8 133 Die Vorſtellung erhebt das Gefühl zu einem Gefühlten 201 § 134 „Erſt in der Vorſtellung hat man einen Gegenſtand“ 201, 202. Die Stufen des Vorſtellens find Erinnerung, Einbildungskraft, Gedächtnis 201, 202 A. „Erinnerung“ 202204 (. Erinnerung) B. „Einbildungskraft“ 202, 204—209 (ſ. Einbildungskraft) C. „Das Gedächtnis“ 202, 209—212 (ſ. Gedächtnis) 2636
S 2 10 Vorſt⸗UAung Bedeutung der Vorſtellung, des Vorſtellens bei Leibniz 189 (ſ. Leibniz) 17. Stellung der Vorſtellung bei Kant 18, 19 (O Kant) 265 0 (O Anſchauung) SS 374—383 [P. St. 10, SS 452—462 f. u.] 266—271 [P. St. 10, 330—358 f. u.] Der Begriff iſt aus der Vorſtellung in ſeine Wahrheit zu erheben 40, 41 (O Rechtsphiloſophie) Das Bewußtſein macht ſich „Vorſtellungen von Gegenſtänden früher als Begriffe von denſelben, der denkende Geiſt geht ſogar nur durchs Vorſtellen hindurch und auf dasſelbe ſich wendend, zum denkenden Erkennen und Begreifen fort“ 41 ſugl. 6, 21], 42 8. „Vorſtellungen überhaupt können als Metaphern der Ge— danken und Begriffe angeſehen werden. Damit aber, daß man Vorſtellungen hat, kennt man noch nicht deren Bedeutung für das Denken, noch nicht deren Gedanken und Begriffe“ 448, 458 (O Syſtem). Beziehung der Vorſtellung einerſeits zum ſubjektiv Sinnlichen, andrerſeits zum ſelbſtbewußten Denken 73 8, 748. Die Philoſophie tut nichts anderes als die Vorſtellungen in Ge— danken und dieſe in Begriffe zu verwandeln 74 (f. Denken) Die alte Metaphyſik gründete ſich vorzüglich auf bloße Vorſtellun— gen, wie Seele, Welt, Gott 104 [P. St. 6, 39], 107 [P. St. 6, 39, 40] (O Logik), 1130 (O natürliche Theologie) Charakteriſtik der Vorſtellung als die „aus dem Verhältnis zur Einzelnheit des Objektes ſich in ſich zurücknehmenden und das Objekt auf ein Allgemeines beziehenden Intelligenz“ 313 H. Die Vorſtellung umfaßt drei Stufen: Erinnerung, Einbildungskraft, Gedächtnis 314 (O Geiſt). Anſchauung und Vorſtellung 324 © „Die Vorſtellung“ 313 8, 3148, 328358 [P. St. 6, 266 bis 271] (O Geiſt) 8 451 „Die Vorſtellung iſt als die erinnerte Anſchauung die Mitte zwiſchen dem unmittelbaren Sich-beſtimmt-finden der In: telligenz und zwiſchen derſelben in ihrer Freiheit, dem Denken“ 328 8, 329 [2, 583] Zuſatz. Kritik daran, daß die verſchiedenen Formen des auf dem Standpunkt der Vorſtellung ſtehenden Geiſtes leicht „für ver— 2637
10 12 13 14 15 Vorſtellung einzelte, voneinander unabhängige Kräfte oder Vermögen ange⸗ ſehen werden“ 329 © Betrachtung der organiſchen Entwicklung dieſer Formen: der Er— innerung im eigentümlichen Sinne des Wortes 329 g, 330 f, der Einbildungskraft 330 O und des Gedächtniſſes 330 © oa) „Die Erinnerung“ 314 8, 329—330 8, 330—335 [vgl. 6, 265, 266] (. Erinnerung) PB) „Die Einbildungskraft“ 3148 330 8, 335—352 [P. St. 6, 266—270] (ſ. Einbildungskraft) ) „Gedächtnis“ 314 8, 330 8, 343 C, 352—358 [P. St. 6, 271] (. Gedächtnis) „Die Vorſtellung iſt die Mitte in dem Schluſſe der Erhebung der Intelligenz; die Verknüpfung der beiden Bedeutungen der Be— ziehung⸗auf⸗ſich, nämlich des Seins und der Allgemeinheit, die im Bewußtſein als Objekt und Subjekt beſtimmt find“ 336 g, 359 H. Kritik daran, „abſtrakte Vorſtellungen“ „Begriffe“ zu nennen 340 & (O Einbildungskraft) Vorſtellung und Denken 359 8 (O Denken) 3712 (O Gefühl) „Die Vorſtellung hat die Beſtimmung des Allgemeinen in ſich, und was aus ihr hervorgeht, erhält ſchon dadurch den Charakter der Allgemeinheit im Unterſchiede natürlicher Vereinzelung“ 227 (O Kunſtſchönes) Bedeutung der Vorſtellung für die Poeſie 254, 255 (O Aſthetik). Die Vorſtellung bleibt, obwohl ſie in ganz Beſtimmtem verſiert, „doch bei den ganz allgemeinen Zügen ſtehen, und iſt überhaupt erſt dann eigentlich Vorſtellung, wenn fie von der konkreten An⸗ ſchauung die ganz unmittelbare Einzelnheit der Gegenſtände getilgt und dieſelbe vereinfacht hat“ 379 (O Skulptur), 255 Die poetiſche und proſaiſche Vorſtellungsweiſe 239 (O Poeſie) „Die poetiſche Vorſtellung“ 275—280. Die proſaiſche Vorſtellung 280 — 282 (ſ. Poeſie) Unterſchied zwiſchen Vorſtellen und Denken 319, 320 (ſ. Denken) Die Vorſtellung als eine der drei Formen der Beziehung zwiſchen endlichem Bewußtſein und unendlichem Selbſtbewußtſein im reli— giöſen Ich 81 (O Religion), 107 (O Gott), 128. „Vorſtellung, oder daß etwas Gegenſtand im Bewußtſein iſt, heißt, daß dieſer Inhalt 2638
15 Vorſtellung in mir, der meinige iſt“ 128 (O religiöſes Verhältnis). Fortſchritt der Vorſtellung gegenüber der Form der Anſchauung 153 (O An⸗ ſchauung) Das religiöſe Verhältnis als die Vorſtellung 81, 153—166 (O religiöſes Verhältnis). Gegenüberſtellung von Vor⸗ ſtellung und Bild, z. B. Vorſtellung oder Bild von Gott 153, 154. „Die Vorſtellung iſt das Bild, wie es in die Form der Allgemein⸗ heit, des Gedankens erhoben iſt, ſo daß die Eine Grundbeſtim— mung, welche das Weſen des Gegenſtandes ausmacht, feſtgehalten wird und dem vorſtellenden Geiſte vorſchwebt“ 154. Der Inhalt der Vorſtellung „kann aus dem Inneren, aus der Freiheit ſtam⸗ men“, oder auch „aus der äußeren Erſcheinung genommen ſein“ 154. Iſt die Religion in die Form der Vorſtellung erhoben, ſo hat ſie etwas Polemiſches an ſich, denn „die abſolut wahrhafte Idee kann durch ein Bild nicht gefaßt werden“ 155, 154. „Endlich hat die religiöſe Vorſtellung die Bedeutung der Wahrheit, des objektiven Inhalts und iſt ſo gegen andere Weiſen der Subjektivi⸗ tät, nicht bloß gegen die bildliche Weiſe gerichtet“ 155 Zur näheren Beſtimmtheit des Weſens der Vorſtellung 155—166 a) Die Vorſtellung hat die Form des Gedankens, iſt aber „noch nicht als Gedanke geſetzt“, iſt nicht „abſolut vom Sinnlichen befreit“ 155. Sie iſt mit dem Sinnlichen noch weſentlich verwickelt 156. Ihr Allgemeines iſt ferner „abſtrakte Allgemeinheit“, iſt „ohngefähr“ 156. „Die Vorſtellung iſt in beſtändiger Unruhe zwi: ſchen der unmittelbaren ſinnlichen Anſchauung und dem eigent— lichen Gedanken“ 156. Beiſpiele von religiöſen Vorſtellungen, wie Sohn, Erzeugen 156, Gottes Zorn, Reue, Rache, Baum der Erkenntnis des Guten und Böſen 157 b) Der Weiſe der Vorſtellung gehört neben dem Bildlichen auch „Geſchichtliches als ſolches“ an 157. In der Geſchichte Jeſu Chriſti liegt neben vollkommen Geſchichtlichem „göttliches, zeitloſes Ge— ſchehen“ 157, 158. In jeder Geſchichte, im aufs äußerſte Indivi⸗ dualiſierten, ſtecken Moral, weſentliche ſittliche Mächte, auch all: gemeine Geſetze 158, 159 e) Aller geiſtige Inhalt iſt „Vorſtellung durch die Form, daß ſeine inneren Beſtimmungen ſo gefaßt werden, wie ſie ſich einfach auf ſich beziehen und in Form der Selbſtändigkeit ſind“ 159, 160. Die Lehrbarkeit der Religion beruht auf den Vorſtellungen in ihr 160, 161 (f. Pädagogik). Bedeutung des Glaubens 161, 162 (f. Glaube). 2639
Vorſtellung 15 Wichtig iſt, „daß einerſeits der Inhalt ſich für ſich berechtige, und andrerſeits die Notwendigkeit der weſentlichen Verknüpfung des— ſelben mit dem Selbſtbewußtſein entwickelt werde“ 162 Der Inhalt der Vorſtellung iſt „ein Gegebenes, von dem nur ge— wußt wird, daß es fo iſt“. Die Verknüpfung des Inhalts mit dem Selbſtbewußtſein iſt zunächſt „rein ſubjektiver Natur“, fie „er: ſcheint nur als etwas Inſtinktmäßiges“ 162. Die Reflexion ver: wirrt und wirft „auf das Feſthalten an dem Inhalt in der Ge— ſtalt, wie er gegeben iſt, zurück“ 163. Unterwerfung „der eigenen Überzeugung der Autorität bes Allgemeinen“ 163. Alle Beweiſe für die Wahrheit der Religion iſt nur Form des Räſonnements 163. Die Apologetik aber ſtützt ſich auch nur auf Autorität, auf die göttliche 163, 164 (ſ. Apologetik). Das Geſchichtliche iſt ebenſowenig eine wirkliche Stütze des Glaubens 164 (s. Geſchichte). Alle dieſe Weiſen, „den Zuſammenhang des Inhalts der Vorſtellung mit dem Selbſtbewußtſein zu vermitteln“, ſind zufällig 164, 165 „Ich bin aber nicht bloß dieſes Herz und Gemitt.“ „Ich bin abſolut konkretes Ich, ſich in ſich beſtimmendes Denken — ich bin als der Begriff.“ „Der Begriff ſucht Befriedigung und gegen dieſen iſt es, daß der religiöfe Inhalt in der Weiſe der Vorſtellung die Form der Außerlichkeit behält“ 165, 166. Der göttliche Inhalt muß als in ſich gegründet von mir gewußt werden, „daß ich darin das Bewußtſein des Begriffs habe“, „daß ich darin die Wahrheit als Wahrheit, in der Form der Wahrheit“ habe 166. „So iſt es, daß ſich die Vorſtellung in die Form des Denkens auflöſt“ 166 (O religiöfes Verhältnis), 167 (O Denken) Vorſtellung und Denken 167 (O Denken) „Die Dialektik der Vorſtellung oder das Verhältnis des Denkens zur Vorſtellung“ 167—171 (O Denken) ) Das Denken löſt die „Form des Einfachen, in der der Inhalt in der Vorſtellung iſt, auf“ 167. Es „faßt in dieſem Einfachen unterſchiedene Beſtimmungen“, will den Begriff wiſſen als Ver— hältnis ſeiner in ſich ſelbſt 168. „So iſt Gott als Inhalt der Vor— ſtellung noch in Form der Einfachheit“ 168. „Sollen wir aber den Begriff von Gott faſſen, fo ſind unterſchiedene Beſtimmungen zu geben, dieſe auf einen engen Kreis zu reduzieren, daß durch die— ſelben und die Einheit der Beſtimmungen der Gegenſtand voll— ſtändig ſei“ 168, 169 ) „Inſoſern etwas gedacht wird, jo wird es geſetzt in Beziehung 2640
15 1 E 1 18 V2 19 12 Vorſtellung / Voß auf ein Anderes“ 169. „In der Vorſtellung hat alles neben— einander ruhig Platz: der Menſch iſt frei, auch abhängig, es iſt Gutes, auch Böſes in der Welt. Im Denken wird das aufeinander bezogen, der Widerſpruch kommt ſo zum Vorſchein“ 169. Das reflektierende Denken als abſtrakter Verſtand verendlicht „die ſinn— lichen und natürlichen Beſtimmtheiten, in denen aber die Vor— ſtellung doch zugleich den Gedanken des Allgemeinen anerkannt wiſſen will“ 169. Bedeutung der Aufklärung 170. Die Vorſtellung von der Erbfünde und das Denken über die Erbfünde 170, die Vorſtellung von der Dreieinigkeit und das Denken über die Dreieinigkeit 170, 171 c) „Es kommt endlich auch die Kategorie der Notwendigkeit her— ein.“ Im Denken iſt ein Inhalt nicht als ſeiend, ſondern „als Be— ziehung Unterſchiedener“ 171 (ſ. Notwendigkeit). Die Haupt: kategorie der Vorſtellung iſt „Unmittelbarkeit“. „Für das Denken gibt es nur ſolches, in dem weſentlich die Vermittlung iſt“ 171. Die Frage, ob Religion, ob das Wiſſen von Gott, ein unmittel— bares oder aber ein vermitteltes iſt, gehört hierher 171 (O Denken) Gott iſt auch „im Element der Vorſtellung, im Element der Parti— kulariſation“ 220 (ſ. abſolute Religion). In dem, was die Vor— ſtellung als Endlichkeit vor ſich hat, hat ſie ein Daſein, aber weſentlich die Negation darin; „die Vorſtellung iſt konkreter und wahrer als der abſtrahierende Verſtand, der, wenn er von einem Negativen hört, zu leicht das Nichts daraus macht“ 497 (O Gottesbe weiſe) 99 (O Philoſophie) Den Stoikern iſt „die gedachte Vorſtellung“ wiſſenſchaftliches Prinzip 443, 444 (ſ. Stoiker), 481. Bedeutung der Vorſtellung bei Epikur 481, 482, 484 (ſ. Epikur). Karneades über die Vorſtellung 531, 532, die überzeugende 534, 533, feſte 535, 533, die entwickelte 535, 533, 536 (ſ. Karneades) Leibniz über die Perzeption, Vorſtellung 458, 459. Seine Unter⸗ ſcheidung von bewußtloſem und bewußtem Vorſtellen 460 (ſ. Leib⸗ niz). Fichtes Deduktion der Vorſtellung 630 (ſ. Fichte) Voß, Johann Heinrich Gegenüberſtellung der Luiſe von Voß und des Goetheſchen Ge⸗ mäldes Hermann und Dorothea 353 (O Kunſtſchönes) [14, 417 Glockner, Hegel-Lexikon 166 2641
1 1 2 3 4 oO 19 16 1 0 Voß / Waagrechte Voß und Creuzer über Apolls Bedeutung 62 (O griechiſche Götter) Der Hexameter ſcheint am meiſten ſich einer taktmäßig ſtrengen Fortbewegung, wie z. B. der alte Voß beſonders ſie forderte, zu fügen. „Wenn nun Voß gar die alkäiſche und ſapphiſche Strophe in fo abſtrakt gleichförmigen Zeitabſchnitten geleſen wiſſen will, ſo iſt dies nur eine kapriziöſe Willkür und heißt den Verſen Ge— walt antun“ 297 (O Verſifikation). Voß ſuchte für die rhythmiſche Behandlung unſerer Sprache nach immer feſteren Geſetzen 315 (O Reim) 417 (O epiſche Poeſie) Solgers Abhandlung: „Über die älteſte Anſicht der Griechen von der Geſtalt der Welt, geht Voßens bekannten Aufſatz über dieſen Gegenſtand durch, wo es ſich zeigt, wie dieſer leidenſchaftliche Pol: terer bei ſeinem Pochen auf Hiſtorie und Genauigkeit der Daten ſich erlaubte, feine an und für ſich kahlen Vorſtellungen mit jelbftgemachten Erdichtungen auszuſtatten“ 202 (O Solger) Vries, Simon van Simon van Vries als Gönner Spinozas 369 (O Spinoza) Vulkan Cicero ſtellt viele Vulkane, Apollo, Jupiter zuſammen 174 (O rö— miſche Religion) Prometheus ſtahl die Kunſt des Vulkan 16 (O Sophiſten) 63 (O Ironie) Vulkane 207 g, 208 3, 2099. Vulkanismus und Neptunismus 208 g, 459 9. Die Vulkane find nicht mechaniſch zu faſſen, ſondern als ein unterirdiſches Gewitter, mit Erdbeben; das Gewitter iſt um⸗ gekehrt ein Vulkan in der Wolke 208 8 (O Meteorologie) 485 0 (O Meer) Waagrechte Bedeutung der Waagrechten in der klaſſiſchen Architektur 313. „Die waagrechte Lage iſt, dem Geſetz der Schwere nach, die allein in ſich ſelbſt ſichre und gemäße, und der rechte Winkel der einzig feſt beſtimmte“ 313. Gründe für das nicht waagrechte Dach des griechiſchen Tempels 315 (O Tempel) 2642
Wagner / Wahnſinn Wagner, Johann Martin von 13 Wagners Bericht über die äginetiſchen Bildwerke mit kunſtge— ſchichtlichen Anmerkungen von Schelling (1817) 458 (O Skulptur) Wagner, Karl Wilhelm Ulrich 20 Wagner war 1829 Dekan der mediziniſchen Fakultät zu Berlin 526 (O Rektoratsrede) Wahlreich 7 „Das Wahlreich ſcheint leicht die natürlichſte Vorſtellung zu ſein, d. h. ſie liegt der Seichtigkeit des Gedankens am nächſten“ 390. Das Wahlreich iſt aber „die ſchlechteſte der Inſtitutionen“ 390. „Die Verfaſſung wird in einem Wahlreich durch die Natur des Verhältniſſes, daß in ihm der partikulare Wille zum letzten Ent— ſcheidenden gemacht iſt, zu einer Wahl-Kapitulation, d. h. zu einer Ergebung der Staatsgewalt auf die Diskretion des partikularen Willens, woraus die Verwandlung der beſonderen Staatsgewalten in Privat-Eigentum, die Schwächung und der Verluſt der Souve— ränität des Staats, und damit ſeine innere Auflöſung und äußere Zertrümmerung, hervorgeht“ 391, 421, 422 (O Verfaſſung) Wahlverwandtſchaft 4 Das Verhältnis ſelbſtändiger Maße kann ſich „zugleich zum aus: ſchließenden Fürſichſein abſchließen; — ſogenannte Wahlver— wandtſchaft“ 433, 440443 (. Maß), 443—454 (ſ. Chemismus), 454-455 (f. Maß). Rückblick auf die Wahlverwandtſchaft als ausſchließende, fürſichſeiende Einheit 455, 456 (O Maß) 5 Die Wahlverwandtſchaft im chemiſchen Prozeß 202 (O Chemis— mus) 16, 197] 6 Chemiſche Wahlverwandtſchaft 197 [P. St. 9, 432] (O Chemismus) 9 431 2, 432—433 [P. St. 6, 198, 199], 433436 2 (ſ. Chemismus) Wahnſinn (Verrücktheit) 2 289 (O Herz) 3 208 (O Einbildungskraft) 10 219 Q, die Tollheit oder der Wahnſinn 226 —228 (ſ. Krankheit) 11 Der Wahnſinn der delphiſchen Prieſterin 311 (O Griechen) 2643
DD O — 0 * wahr — falſch / Wahrheit, Wahres wahr — falſch Kritik an der Fixierung des Gegenſatzes von wahr und falſch 38, 12, 13 (O Phänomenologie) 543 (O Widerſpruch) 422 8 (ſ. Irrtum) 482 (ſ. Wahrheit) Wahrhaftigkeit Charakteriſtik der Wahrhaftigkeit und der Unwahrhaftigkeit 92 (O Moral) Wahrheit, Wahres Reinholds Begriff des „Urwahren“ als „das für ſich ſelbſt Wahre und Gewiſſe, der Erklärungsgrund alles begreiflichen Wahren“ 156, 159 (ſ. Reinhold) „Die Wahrheit iſt nicht eine ausgeprägte Münze, die fertig ge— geben und fo eingeſtrichen werden kann“ 38, 39. Zur „ſogenann— ten“ und zur „philoſophiſchen Wahrheit“ 39 (O Phänomenologie); die „hiſtoriſchen Wahrheiten“ 40 (j. Geſchichtsphiloſophie); die „mathematiſchen Wahrheiten“ 40—14 (ſ. Phänomenologie); zur Natur der philoſophiſchen Wahrheit und ihrer Methode 44, 45, 5. „Das Wahre iſt jo der bacchantiſche Taumel, an dem kein Glied nicht trunken iſt, und weil jedes, indem es ſich abſondert, ebenfo unmittelbar ſich anflöft, — iſt er ebenſo die durchſichtige und ein— fache Ruhe“ 44, 45. „Die Wahrheit iſt die Bewegung ihrer an ihr ſelbſt“, die mathematiſche Methode aber iſt „das Erkennen, das dem Stoffe äußerlich iſt“ 46. Unterſuchung von Wahrheit und Wiſſen 75, 76 (ſ. Phänomenologie) „Die Wahrheit iſt Übereinſtimmung des Begriffs mit feiner Gegen: ſtändlichkeit. Im Urteil fängt dieſe Darſtellung des Begriffs und ſeiner Gegenſtändlichkeit, ſomit das Gebiet der Wahrheit, an“ 148 (O urteil) (5, 27, 28; 7, 73; 8, 89 ©, 372 g, 424 9; 10, 17 O] „Idee des Wiſſens oder der Wahrheit“ 166—167 (ſ. Idee) „Abfolnte Idee oder das Wiſſen“ 191 (f. Wiſſen) „Der bisherige Begriff der Logik beruht auf der im gewöhnlichen Bewußtſein ein für allemal vorausgeſetzten Trennung des In— 2644
4 au 2 Wahrheit, Wahres halts der Erkenntnis und der Form derſelben, oder der Wahrheit und der Gewißheit“ 38. Das Reich der Logik iſt „die Wahrheit, wie ſie ohne Hülle an und für ſich ſelbſt iſt“ 46. Es iſt die Meinung auf die Seite zu legen, „als ob die Wahrheit etwas Handgreif— liches fein müſſe“ 46 (O Logik) 543 (O Widerſpruch) Zu Kants Beantwortung der Frage: was die Wahrheit ſei 27, 28, 29 (. Kant). Die Wahrheit im apodiktiſchen Urteil 116 (O apodik⸗ tiſches Urteil). „Etwas hat nur Wahrheit, infofern es Idee iſt“ 236, 237 (O Idee) [12, 159]. Die Metaphyſik „unterſuchte ihre Gegenſtände danach, ob fie ein Wahrhaftes ſeien oder nicht, Sub— ſtanzen oder Phänomene. Der Sieg der Kantiſchen Kritik über dieſelbe beſteht aber vielmehr darin, die Unterſuchung, welche das Wahre zum Zwecke hat, und dieſen Zweck ſelbſt zu beſeitigen“ 269 (f. Kant), 27, 28 [8, 1318; 19, 572, 657] „Die Idee des Wahren“ 274-319 (f. Erkennen) „Wahrheit in der Philoſophie heißt das, daß der Begriff der Realität entſpreche“ 73. Beiſpiele 73 (O Wille) [3, 148; 5, 27, 28; 8, 899, 372 , 424 ©; 10, 17 O] Charakteriſtik des bei ſich ſeienden Willens als „die Wahrheit ſelbſt“ 74, 75 (ſ. Wille) Kritik an der Behauptung, daß das Wahre ſelbſt nicht erkennbar ſei 189, 190 (O Gutes), 26, 31 (O Rechtsphiloſophie). Folgen fol: cher Behauptung für das moraliſche Handeln 212—216 (ſ. Ge: wiſſen), 180, 185 (O Abſicht), 191, 192 (O Gutes), 388 (O Berfaſſung) „Worauf ich überhaupt in meinen philoſophiſchen Bemühungen hingearbeitet habe und hinarbeite, iſt die wiſſenſchaftliche Er— kenntnis der Wahrheit“ 8 2. Auf ihrem Weg darf man nicht in das Eitle verfallen, „ſondern den Willen und den Mut der Wahr⸗ heit“ ſich bewahren 8 H. „Der Mut der Wahrheit, Glauben an die Macht des Geiſtes iſt die erſte Bedingung des philoſophiſchen Studiums“ 368 (O Syſtem) [17, 22] Der Gegenſtand der Logik iſt die Wahrheit. „Wahrheit iſt ein hohes Wort und die noch höhere Sache“ 67 g. Eintritt des „Aber, ob wir auch die Wahrheit zu erkennen vermögen“ 67 8, 682. Man trägt Demut zur Schau, oder es tritt der Dünkel und die Einbildung ein, daß man unmittelbar im Wahren ſei. „Man hat 2645
10 Wahrheit, Wahres der Jugend eingeredet, fie befige das Wahre (in der Religion und im Sittlichen) fchon wie fie geht und fteht“ 68 (. Jugend). Neben die Befcheidenheit gegen die Wahrheit tritt die „Vornehmheit gegen die Wahrheit“ 68 8, 69 Sund fchließlich noch die Furcht— ſamkeit 69 Z. „Man meint, wenn das Denken über den gewöhn— lichen Kreis der Vorſtellungen hinausgehe, fo gehe es zu böfen Häufern“ 69 8 (O Logik) Abgrenzung der Wahrheit im gewöhnlichen Sinn von der im philofophifchen Sinn 89 8. Im philoſophifchen Sinn „heißt Wahr— heit, überhaupt abftrakt ausgedrückt, Übereinftimmung eines Inhalts mit ſich ſelbſt“ 90 Z. Es gibt drei Weiſen, das Wahre zu erkennen 918 (f. Logik) Kant fragt nicht nach dem Wahren des Inhalts 1318 (f. Kritizis— mus) (5, 27, 28, 269] Unterſcheidung von Richtigkeit und Wahrheit 372 [P. St. 6, 105, 102], 424 8 (f. u.). „Wahrheit beruht nur auf der Form, d. i. dem gefetzten Begriffe und der ihm entfprechenden Realität; folche Wahrheit aber ift im qualitativen Urteile nicht vorhanden“ 372 [vgl. 6, 105], 3728, 373 8 (O Urteil). Auch im qualitativen Schluß liegt keine Wahrheit 388, 389 [P. St. 6, 110] (O Schluß) Wahrheit und Irrtum 422 8 (ſ. Irrtum) „Die Idee iſt die Wahrheit“ 423 [P. St. 6, 128]. „Unter Wahrheit verſteht man zunächſt, daß ich wiſſe, wie etwas iſt. Dies iſt jedoch die Wahrheit nur in Beziehung auf das Bewußtfein, oder die formelle Wahrheit, die bloße Richtigkeit. Dahingegen beſteht die Wahrheit im tieferen Sinn darin, daß die Objektivität mit dem Begriff identiſch iſt.“ Der Staat, das Kunſtwerk „find wahr, wenn ſie das ſind, was ſie ſein follen, d. h. wenn ihre Realität ihrem Begriff entfpricht“ 424 @ (O Idee) Die als Verſtand tätige Vernunft kommt nur zu endlicher Wahr— heit; die unendliche des Begriffs iſt als ein nur an ſich ſeiendes Ziel, ein Jenſeits ſixiert 436 [P. St. 6, 136] (O Erkennen) Nur wenn wir den Geiſt im Prozeß der Selbſtverwirklichung ſei— nes Begriffs betrachten, erkennen wir ihn in ſeiner Wahrheit; denn „Wahrheit heißt eben Übereinſtimmung des Begriffs mit feiner Wirklichkeit“ 17 @ (O Geiſt). „Das Ziel des Geiſtes als Bewußtfein iſt, dieſe feine Erſcheinung mit ſeinem Weſen identiſch zu machen, die Gewißheit ſeiner ſelbſt zur Wahrheit zu erheben“ 2646
10 12 — — Wahrheit, Wahres 260 [P. St. 6, 247], 261 (O Bewußtſein). „Der freie Geiſt ift als die ſich wiſſende Wahrheit zu erkennen“ 296 H. Erſt, wenn die vorerſt formelle Identität des Subjektiven und Objektiven ſich zum wirklichen Unterſchied fortentwickelt hat und „ſich zur Iden— tität ihrer ſelbſt und ihres Unterſchiedes gemacht hat“, erſt dann iſt jene Gewißheit zu ihrer Bewahrheitung gekommen 2968. Kritik an der modernen Verzweiflung der Erkennbarkeit der Wahrheit 296 Fußn. (O Geiſt), und nochmalige Stellung zur Frage, „ob wahrhaftes Erkennen, d. i. die Erkenntnis der Wahr— heit möglich ſei“ 309 8, 3108 (O Geiſt) [7, 26, 31, 189, 190; 8, 67 g, 688, 69 8; 12, 135; 17, 43; 20, 13—15] „Nur ein gewiffer Kreis und Stufe der Wahrheit ift fähig im Elemente des Kunſtwerks dargeſtellt zu werden“ 30. Die chriftliche Auffaſſung der Wahrheit erſcheint als über die Stufe hinaus, auf welcher die Kunſt die höchſte Weiſe ausmacht, ſich des Abſoluten bewußt zu fein 30, 108, 110 (O Aſthetik) 13, 144] Wahrheit liegt erſt in der Verſöhnung und Vermittlung der Gegenſätze 88, 89. „Die Kunſt hat die Wahrheit in Form der ſinn— lichen Kunſtgeſtaltung zu enthüllen“, den verſöhnten Gegenſatz darzuſtellen 89 (O Kunſtwerk). Abgrenzung der „Wahrheit des Ideals“ von der bloßen Richtigkeit 112, 113 (ſ. Ideal), 215 (O Kunſtſchönes). Die „Region der künſtleriſch für die Anſchauung und Empfindung dargeſtellten göttlichen Wahrheit bildet den Mittelpunkt der ganzen Kunſtwelt“ 123. Wenn heute „alles Wahre für unbegreiflich und nur die Endlichkeit der Erſcheinung und die zeitliche Zufälligkeit für begreiflich ausgegeben wird“, ſo iſt zu erwidern, daß „gerade das Wahre allein ſchlechthin begreif— lich iſt, weil es den abſoluten Begriff und näher die Idee zu ſeiner Grundlage hat“ 135. „Die höchſte Wahrheit, die Wahrheit als ſolche, iſt die Auflöſung des höchſten Gegenſatzes und Wider— ſpruchs“ 146, 88, 89. „Dieſen Begriff der Wahrheit zu faſſen iſt die Aufgabe der Philoſophie“ 146 (O Aſthetik) Alles Exiſtierende iſt nur Wahrheit, inſofern es eine Exiſtenz iſt der Idee 159 [5, 236, 237). Wahrheit und Schönheit 160 (ſ. Schön: heit) Für die chriſtliche Erlöſungsgeſchichte iſt die künſtleriſche Darſtellung gleichgültiger, „denn die Wahrheit iſt auch unabhängig von der Kunſt für das Bewußtſein vorhanden“ 144 (O roman— 2647
1 1 0 1 6 A Wahrheit, Wahres tiſche Kunſtform). „Die abſolute Wahrheit ſteht höher als der Schein des Schönen“ 149 (O Liebe) „Die Religion iſt nicht Bewußtſein von dieſem oder jenem Wah— ren in einzelnen Gegenſtänden, ſondern von dem abſolut Wahren, von ihm als dem Allgemeinen, dem Allumfaſſenden, außer welchem nichts mehr liegt. Der Inhalt ihres Bewußtſeins iſt ferner das Allgemeinwahre, das an und für ſich iſt, ſich ſelbſt beſtimmt und nicht von außen beſtimmt wird. Während das Endliche eines Anderen zu feiner Beſtimmtheit bedarf, hat das Wahre feine Be— ſtimmtheit, die Grenze, ſein Ende in ſich ſelbſt, wird nicht durch ein Anderes begrenzt, ſondern das Andere fällt in es ſelbſt. Dies Spekulative iſt es, das in der Religion zum Bewußtſein kommt“ 40 (O Neligion). Die denkende Vernunft, die „vom Mut der Wahrheit und Freiheit getrieben wird, faßt die Wahrheit als ein Konkretes, als Fülle von Inhalt, als Idealität, in welcher die Beſtimmtheit, das Endliche als Moment enthalten iſt“ 47, 48 (O Re: ligionsphiloſophie) Das neue Selbſtbewußtſein über das Wahre in der neueren chriſt— lichen Welt 203 (O Endlichkeit) 217 (ſ. Religion) „Die abſolute Religion iſt die Religion der Wahrheit und Frei— heit. Denn die Wahrheit iſt, ſich im Gegenſtändlichen nicht ver— halten als zu einem Fremden. Die Freiheit drückt dasſelbe, was die Wahrheit iſt, mit einer Beſtimmung der Negation aus“ 207 (O abfolnte Religion). Im Reiche des Sohnes iſt das Erſte „das Bedürfnis der Wahrheit, das Zweite die Art und Weiſe der Er— ſcheinung der Wahrheit“ 257 (f. chriſtliche Religion) Ewig ſteht der bloßen Glaubensgewißheit „die Wahrheit gegen— über und über die Wahrheit entſcheidet die Gewißheit, unmittel— bares Wiſſen, Glaube nicht“ 383, 382 (O Gottesbeweiſe) „Die Wahrheit iſt eine ſolche Macht, daß es auch am Falſchen vor⸗ handen iſt.“ „Das Wahre iſt hier die Vermittelung mit ſich durch die Negation des Anderen und der Vermittelung durch anderes“ 482 (O Gottesbeweiſe) 22 (ſ. o. 8, 36 8). „Das, was der Meinung gegenüber ſteht, iſt die Wahrheit. Wahrheit iſt es, vor der die Meinung erbleicht“ 41. Dieſen Gegenſatz erblicken wir „auch ſchon in der Bildung der ſokratiſch-platoniſchen Zeit“ und ſpäter „in der Zeit des Unter— 2648
=} Wahrheit, Wahres / Wahrnehmung gangs des römiſchen öffentlichen und politiſchen Lebens unter Auguſtus“ 42. Des Pilatus Frage an Chriſtus: »Was iſt Wahr⸗ heit?« gehört hierher 43 [8, 34 8, 68 8, 69 9]. Zur Behauptung, daß man die Wahrheit nicht erkennen könne 43. Vom Verhältnis zwiſchen Wiſſen und Wahrheit 43 (O Philoſophiegeſchichte) Heraklits Faſſung der Wahrheit 367, 368 (f. Heraklit) „Das Wahre und das Wefen ift nicht dasſelbe; das Wahre iſt das erkannte (gedachte) Weſen, das Weſen aber iſt das einfache An⸗ ſich“ 122, 123 (f. Sokratiker) Faſſung der Wahrheit in der neuen Akademie 515 (ſ. Akade mie) Descartes' Faſſung des Übergangs der Gewißheit zur Wahrheit 344—352 (ſ. Descartes). „Bei Locke hat die Wahrheit nur die Be— deutung der Üübereinſtimmung unſerer Vorſtellungen mit den Dingen“ 420, 419, 421, 424, 428 (f. Locke). Bei Kant „wird nicht gefragt, ob dieſe Erkenntniſſe an und für ſich ihrem Inhalte nach wahr oder nicht wahr find” 572 (O Kant), 657 (O Schelling) 5, 27, 28, 29, 269; 8, 1319). Bei Schelling iſt wieder der Inhalt, die Wahrheit zur Hauptſache geworden 657 (O Schelling) „Die Eine der abſoluten Vorausſetzungen in der Bildung unſerer Zeit iſt, daß der Menſch nichts von der Wahrheit wiſſe“ 13—15 (f. Hinrichs). Der Geiſt iſt „zu der Beſcheidenheit des Viehs“ ver— kommen 15. „Das gemeinſchaftliche Bedürſnis der Religion und der Philoſophie geht auf einen ſubſtantiellen, objektiven Inhalt der Wahrheit“ 23, 24 (O Hinrichs) Wahrnehmung „Die Wahrnehmung oder das Ding und die Täu— ſchung“ 92—107 (0 Bewußtſein). Unmittelbare Gewißheit und Wahrnehmung 92, 94. Für die Wahrnehmung iſt das Seiende ein Allgemeines, „Ich ein allgemeines, und der Gegenſtand ein all— gemeiner“ 92, 93. Der Gegenſtand iſt das Weſen, das Wahr: nehmen das Unweſentliche 93 Nähere Beſtimmung des Gegenſtandes 93—96, 97, 98. Da fein Prinzip, das Allgemeine, in ſeiner Einfachheit ein vermitteltes iſt, zeigt er ſich als „Ding von vielen Eigenſchaften“ 93, 94. Das Dieſes der Wahrnehmung iſt beſtimmt „als nicht dieſes, oder als aufgehoben“ 93, als „ein Nichts von einem Inhalte, nämlich dem Dieſen“ 93, 94, als „eine unterſchiedene, beſtimmte Eigenſchaft“ 2649
Wahrnehmung 94. Die vielen Eigenſchaften „ſind gleichgültig gegeneinander, jede für ſich, frei von der andern“ 94, 95. Sie ruhen in der Ding⸗ heit oder dem reinen Weſen überhaupt 94, 95, in dem „einfachen Hier, worin ſie ſich alſo durchdringen“ 94, und „jede ſelbſt ein⸗ faches Sichaufſichbeziehen iſt“ und zugleich eine Beziehung auf andere Eigenſchaften als entgegengeſetzte 95. Damit aber fallen ſie aus der einfachen Einheit ihres Mediums heraus und dieſe Einheit wird „ausſchließende Einheit“ 95, „Eins“, welches die Dingheit zum Ding macht 95 Zuſammenfaſſung der Momente des Dinges 95, 96. a) Die All: gemeinheit, 8) das Eins, y) die vielen Eigenſchaften, die „Be⸗ ziehung der zwei erſten Momente“ 96. „Der Punkt der Einzeln— heit in dem Medium des Beſtehens in die Vielheit ausſtrahlend“ 96 Nähere Beſtimmung des Bewußtſeins als wahrnehmenden 96 bis 104. Es hat den Gegenſtand „nur zu nehmen und ſich als reines Auffaſſen zu verhalten“ 96, vgl. 98. Es kann ſich täuſchen 96, 97. „Sehen wir nun zu, welche Erfahrung das Bewußtſein in ſeinem wirklichen Wahrnehmen macht.“ „Sie iſt für uns in der ſoeben gegebenen Entwicklung des Gegenſtandes“ 97, 98. Es ergibt ſich, daß das Wahrnehmen des Gegenſtandes „nicht ein einfaches reines Auffaſſen iſt, ſondern es iſt in ſeinem Auffaſſen zugleich aus dem Wahren heraus in ſich reflektiert“ 98 (vgl. 96). „Rückkehr des Be: wußtſeins in ſich ſelbſt“ 98, 99 und damit „unterſcheidet es ſein Auffaſſen des Wahren von der Unwahrheit ſeines Wahrnehmens“, „es nimmt nicht mehr bloß wahr, ſondern iſt ſich auch feiner Re: flegion in ſich bewußt“ 99. „Ich werde alfo zuerſt des Dings als Eines gewahr“; ſeine Verſchiedenheit fällt in uns; „wir find... das allgemeine Medium, worin ſolche Momente ſich abſondern und für ſich find“ 99. Dann muß ich erkennen, daß „die Dinge ſelbſt an und für ſich beſtimmte ſind“ 100. „Es iſt alſo in Wahr⸗ heit das Ding ſelbſt, welches weiß, und auch kubiſch, auch ſcharf“ iſt. „Das Ding iſt das Auch, oder das allgemeine Medium, worin die vielen Eigenſchaften außereinander beſtehen“ 100. Damit aber nimmt das Bewußtſein die „Einheit des Dings mit ſich ſelbſt“ auf ſich 100. „Das Ineinsſetzen dieſer Eigenſchaften kommt nur dem Bewußtſein zu“ 101 Es ergibt ſich alſo, daß das Bewußtſein abwechſlungsweiſe ſowohl ſich ſelbſt als auch das Ding einmal zum reinen vielheitsloſen 2650
Wahrnehmung 2 Eins, als auch zu einem in ſelbſtändigen Materien aufgelöſten Auch macht 101 (vgl. 99). „Der Gegenſtand ift ihm jetzt dieſe ganze Bewegung, welche vorher an den Gegenſtand und an das Bewußt— ſein verteilt war“ 102 Charakteriſtik des gedoppelten Seins des Dings 102. Es iſt Eins und iſt Auch; „aber da beides verſchieden iſt“, verteilt ſich der Widerſpruch an zwei Gegenſtände und jeder „hat den weſent⸗ lichen Unterſchied von den andern an ihm“ 102. Die ſonſtige Mannigfaltigkeit iſt ihm unweſentlich 103, 104 Dieſe Beſtimmtheit gibt dem Ding den abſoluten Charakter, aber gerade durch ihn und ſeine Entgegenſetzung „verhält es ſich zu anderen“; „das Verhältnis aber ift die Negation feiner Selbſtän⸗ digkeit und das Ding geht vielmehr durch ſeine weſentliche Eigen— ſchaft zu Grunde“ 103 Dies kann dem einfachen Begriff nach noch ſo betrachtet werden 103. Das Fürſichſein als abſolute Negation alles Andersſeins iſt Aufheben ſeiner ſelbſt oder ſein Weſen in einem Andern zu haben 104. Damit „ift der Gegenſtand in einer und derſelben Rückſicht das Gegenteil ſeiner ſelbſt, für ſich, inſofern er für Anderes, und für Anderes, inſofern er für ſich iſt“ 104 Zuſammenfaſſender Rückblick 104, 105. Aus dem ſinnlichen Sein wird der Gegenſtand ein Allgemeines; aber dies Allgemeine iſt „mit einem Gegenſatze affizierte Allgemeinheit, welche ſich darum in die Extreme der Einzelnheit und Allgemeinheit, des Eins der Eigenſchaften und des Auchs der freien Materien trennt“ 104, 105. „Indem aber beide weſentlich in einer Einheit ſind, ſo iſt jetzt die unbedingte abſolute Allgemeinheit vorhanden, und das Bewußtſein tritt hier erſt wahrhaft in das Reich des Verſtandes ein“ 105. „Das Fürſichſein iſt mit dem Gegenſatze überhaupt be⸗ haftet, d. h. es iſt zugleich nicht ein Fürſichſein“ 105, 109 Charakteriſtik des gefunden Menſchenverſtandes und | eines Spiels mit Einzelnheit und Allgemeinheit, mit dem Weſen und dem Unweſentlichen 106, 107. Gegenüberſtellung von geſundem Men⸗ ſchenverſtand und Philoſophie 106, 107 (O Bewußtſein) Rückblick auf das Wahrnehmen 108, 109 (O Verſtand), 139 (O Selbſtbewußtſein), 217 (O Naturbeobachtung), 272 (O Ver⸗ nunft). Vergleich zwiſchen der Bewegung der Wahrnehmung und der der Kraft 112 (O Verſtand) 2651
6 8 10 Wahrnehmung „Die finnlide Wahrnehmung iſt teils äußerliche, teils innerliche. Durch die äußerliche nehmen wir Dinge wahr, welche räumlich und zeitlich außer uns ſind und die wir zugleich von uns unter⸗ ſcheiden. Durch die innerliche ſinnliche Wahrnehmung bemerken wir Zuſtände teils unſeres Körpers, teils unſerer Seele“ 29, 30. Wahrnehmung und Erfahrung 30 (O Propädeutik) [8, 119 g, 132 „Das Wahrnehmen“ 104-105 (O Bewußtſein) § 13 Das Wahrnehmen iſt „eine Vermiſchung von ſinnlichen und von Reflexionsbeſtimmungen“ 104 $ 14 Die Eigenſchaften des Dings find a) für ſich, ß) gehören fie einem Ding an. Sind hier einerfeits in der Einzelnheit des Dings befaßt, anderfeits haben fie Allgemeinheit 104 § 15 Die Eigenſchaften verändern ſich, die Dinge löſen ſich damit auf und „ſind ein Wechſel des Entſtehens und Vergehens“ 104 § 16 Aber „die Veränderung des Veränderlichen iſt Werden des Bleibenden, an und für ſich Beſtehenden und Inneren“ 105 248250 (O Bewußtſein) [P. St. 8, 267269 fl. u. Der Empirismus erhebt den der Wahrnehmung angehörigen In— halt „in die Form allgemeiner Vorſtellungen, Sätze und Geſetze“ 117. Der feſte Halt liegt darin, „daß das Bewußtſein in der Wahrnehmung ſeine eigene unmittelbare Gegenwart und Ge⸗ wißheit hat“ 117 g. Fortgang von der Wahrnehmung zur Er: fahrung 119 (© Empirismus), von der Wahrnehmung zur Er— fahrung im Kritizismus 132 [P. St. 6, 43, 44] (f. Kritizismus) Das wahrnehmende Bewußtſein 264 O, 267—269 (O Bewußtſein) [P. St. 6, 248—250] § 420 [P. St. 6, S 337 0 Bewußtſein]. „Das Bewußtſein, das über die Sinnlichkeit hinausgegangen, will den Gegenſtand in ſeiner Wahrheit nehmen“, will „ein Wiſſen“ vom Gegenſtand 267 [P. St. 6, 248, 249]. Das Wahrnehmen in der Kantiſchen Philo⸗ ſophie 267 [P. St. 6, 249; 8, 132; 19, 569] Zuſatz. Fortſchreiten des Wahrnehmens von der Beobachtung des ſinnlichen Stoffes dazu, „das Sinnliche auf ein nicht unmittelbar zu beobachtendes Allgemeines zu beziehen“ 267 g, 268 8, 264 0. Gefahr des unendlichen Progreſſes 268 O. Die Fortbildung des Bewußtſeins erſcheint als eine Veränderung der Beſtimmungen feines Objekts 268 g, 259, 260 2652
10 19 — ou 18 11 11 19 Wahrnehmung / Walther S 421 [P. St. 6, S 338 O Bewußtfein]. Die Verknüpfung des Einzelnen und Allgemeinen iſt Vermiſchung und damit der vielſeitige Widerſpruch, „inſofern das Etwas als Objekt beſtimmt iſt“ 268, 269 [vgl. 6, 249] Bei Kant iſt Wahrnehmung noch nicht Erfahrung. „Dieſe iſt Wahrgenommenes, Empfundenes unter Kategorien gebracht“ 569 (O Kant) [8, 132; 10, 267] Wahrſagen (Aberglaube) Boi den Chineſen iſt die Wahrſagerei zuhauſe 354 (O chineſiſche Religion) Gründe für die Unglaublichkeit aller Wahrſagerei 105, 106 (O So: krates) Waiſeshica ſ. Vaiſeſika Waiſya Die Klaſſe Waiſyas in Indien 199, 201 (O Indien) Walachei 447 (O Völkerwanderung) Waldburg⸗Zeil 482 Fußn. (O Württemberg) Waldek, Georg Friedrich Karl Graf zu Seine Rolle in der württembergiſchen Ständeverſammlung 378, 379, 383, 397, 424, 428, 448 (O Württemberg) Walther von Montagne lrichtig wäre: Mortagne] „Walther von Montagne“ 182—184 (O Scholaſtik). Er „ging auf Vereinigung des Einzelnen und Allgemeinen: das All⸗ gemeine muß individuell ſein, die Univerſalien müſſen mit den Individuen dem Weſen nach vereinigt ſein“ 182. Nochmalige Gegenüberſtellung des kraſſen Nominalismus und Realismus 183, 181. Thomas von Aquino 183, 182, Duns Scotus 183, 184 2653
1 DS 8 oo Sa a Wand / Wärme Wand Die Wand hat weniger das Tragen als die Umſchließung, Berbindung zu ihrem Prinzip, und macht deshalb nicht in der klaſſi— ſchen, ſondern in der romantiſchen Baukunſt ein weſentliches Moment aus 310. Die Wand im griechiſchen Tempel 315—319 (f. Tempel) Wangenheim, Karl Auguſt, Freiherr von 441 (O Württemberg) Wärme „Verſchiedene Körper in einer und derſelben Temperatur ver— glichen, geben Verhältniszahlen ihrer ſpezifiſchen Wärmen, ihrer Wärme⸗Kapazitäten“ 420, 421 (O Maß) (6, 1909; 9, 256 8, 257 O] 187 (O Mechanismus) Die Wärmekapazität 190 8 (O Phnfit) „Die Wärme“ 2168 (O Phyſih, 2498 (ſ. Klang), 250—265 (0 Ppyſit) [8, 243] 83088 „Die Wärme iſt das ſich Wiederherſtellen der Materie in ihre Formloſigkeit, ihre Flüſſigkeit, der Triumph ihrer abſtrakten Homogeneität über die ſpezifiſchen Beſtimmtheiten“ 250 2, 251 8, 255 @ Zuſatz. Zuſammenhang der Wärme mit der ſpezifiſchen, quali— tativen Kohäſion 250 O, 252 , 255 8, der Wärme mit dem Klang 250 S, 2518, 249 g. Klang und Hitze find ſich entgegengeſetzt 251. Beiſpiele aus der Pflanzen- und Tierwelt 2518, 252 g, 501. „Der Klang geht in der Wärme zu Grunde“ 252 8, 250 § 304 Außere Wärme bedeutet „Gemeinſchaft mit andern und die Mitteilung an fie” 252 8, 253 . Zuſammenhang zwiſchen Wärmeleitung, ſpezifiſcher Schwere und Kohäſion 252 8, 253 g, 256 8, 257 8, 258 8, 259 g. Kritik an der Vorſtellung von einer Wärmematerie 2538, 2540, 255 8, 2568, 257 Z. Die Rum⸗ fordiſchen Verſuche 253 , 2568. Wärme iſt eine „Zuftandsweiſe“ 254 Zuſatz. Die Wärme iſt „als materialiſierte Negation oder negative Materialiſation, ein Vorhandenes, und zwar in Geſtalt von All— 2654
Wärme gemeinheit, Gemeinſamkeit: ebenſoſehr noch reales Beſtehen, als Negation, — die daſeiende Paſſivität überhaupt“ 254 H. Konzen⸗ tration durch Brennglas und Hohlſpiegel 254 O, 255 B. Paſſivität der Wärme 255 S. Ablehnung einer Wärmematerie 255 8, 256 g, 257 8 305 O Begriff der ſpezifiſchen Wärmekapazität 256, 257 [P. St. 6, 190]. Kritik an der Vorſtellung von „latentem, unmerkbarem, gebundenem Wärmeſtoff“ 257 C, 255 O, 256 8, 259 S. Sie beruht auf der Vorausſetzung einer materiellen Selbſtändigkeit der Wärme 257 , 197, 203 g. Beziehung der Wärme zur ſpezifiſchen Schwere und Kohäſion 257 g, 252 B, 253 g, 256 8, 258 8 Zuſatz. Die ſpezifiſche Wärme 258 8, 259 9. Ihr Verhältnis zur ſpezifiſchen Schwere 259 8, 260 O. Zur Ausrede von der Latenz der Wärme 259 , 260 , 257 G. In höheren organiſchen Naturen verliert die ſpezifiſche Schwere und die Wärmekapazität ihre Wid): tigkeit 260 G. Dagegen iſt bei Metallen die Wärmekapazität eine Hauptbeſtimmung 260. Entſtehen der Wärme a) durch Erzittern, durch chemiſchen Prozeß, 6) durch Reibung 261 8, 257 S, 258 g. „Zur Flamme geſteigert iſt die Wärme der freie Triumph der reinen Idealität über dieſes materielle Außereinander“ 262 & $ 306 8 Steigerung der Wärme zu Feuer 262 BB. „Wie das Feuer zuerſt (8 283 f. Feuer) aus dem Anſich ſich entwickelte, fo wird es hier geſetzt, daß es ſich als äußerlich bedingt aus den exiſtieren— den Begriffsmomenten innerhalb der Sphäre der bedingten Epiſtenz erzeugt“ 262 8 Zuſatz. Das Verhältnis von Licht und Wärme 262 0, 161 § 307 @ „In der Wärme iſt geſetzt das Moment der realen Auf: löſung der Unmittelbarkeit und der zunächſt vorhandenen Gleich— gültigkeit des ſpezifizierten Materiellen gegeneinander“ 263 & Zuſatz. „Übergang in die reale Individualität, in die Geſtalt“ 263 0. Überſchau des bisherigen Entwicklungsganges 263 H. Klang und Flüſſigkeit der Materie machen den realen Begriff der Indivi— dualität aus 263 O, 264 @, 265 Z. Die Schwere iſt „die totale freie Individualität“ 263 , 264 O. Die Zentralität hat dann nicht mehr die Vielen nur außerhalb ihrer 263 H. Spezifiſches Gewicht und Kohäſion, dieſe abſtrakten Momente der Individualität, müſſen dem Begriffe nach der freien Individualität vorangehen 264 8, 265 B. „Die Wärme iſt die von der Geftalt ſich ſelbſt befreiende Geſtalt, ein ſich ſubſtantiierendes Licht, das das Moment 2655
Wärme / Waſſer, Waſſerprozeß 9 der paſſiven Geſtalt als ein aufgehobenes an ihr hat“ 265 8 (0 Phyſih N 300 8 (O Phyſik), 348 8 (O Farbenlehre), 3618 (O Farbe). Die tieriſche Wärme 578 [P. St. 6, 206], 581 C, 608 G (O Tier) 10 133 9 (f. Taſtſinn) Wartburg 20 Solger über „das Gewäſch der Wartburgsredner“ 151 (O Solger) — Waſſer, Waſſerprozeß (Element, Erde, Feuer, Luft) Das Element Waſſer 506, 528 (O Naturrecht) 535 (O Naturrecht) Das Element Waſſer 380 (O Bildung) Das Waſſer als philoſophiſches Prinzip 96 (O Gottesbeweiſe). Zu— ſtandsveränderungen des Waſſers 460 (O Maß) Das Waſſer hat im Körperlichen die Funktion des Mediums 203 logl. 6, 195] (O Chemismus) $ 228 [P. St. 9, § 284] 180 [P. St. 9, 193 f. u.]. Das Element des Waſſers als „abſtrakte Neutralität“ 195 8 (ſ. Chemismus) „Die Elemente des Gegenſatzes find Feuer und Waſſer“ 185 8, Auseinandergehen des Waſſers in Sauerſtoff und Waſſerſtoff 187 (O Element) 5 284 [P. St. 6, § 228, wenig verändert] (O Element). Das Waſſer „iſt das Neutrale, der in ſich zuſammengegangene Gegenſatz, der, ohne fürſichſeiende Einzelnheit, hiermit ohne Starrheit und Beſtimmung in ſich, ein durchgängiges Gleichgewicht, alle mechaniſch in ihm geſetzte Beſtimmtheit auflöſt“ 193 [P. St. 6, 180], 195 @ Zuſatz. Das Waſſer iſt „das paſſive Sein-für-Anderes“, „abſtrakte Neutralität“, flüſſig 193 C, „nur der Richtung der Schwere unter— worfen“ 194 Z, „Löſungsmittel der Salze und Säuren“ 194. Der Dampf, das Eis 194 g. Infolge feiner Paſſivität iſt Waſſer wenig kompreſſibel 194 8, 195 8, und adhäriert leicht, d. h. macht naß 195 0 (O Element), 223 &, 232 8 Bedeutung des Waſſers im meteorologiſchen Prozeß 198-200 8 (. Meteorologie). Kritik an der Anwendung mechaniſcher Beſtim⸗ mungen und chemiſcher Vorſtellungen auf das Waſſer 200—202 & 2656 — > m au = =
Waſſer, Waſſerprozeß 9 (O Meteorologie). Kritik an der unſtatthaſten Vorſtellung von der Zerſetzung des Waſſers 202 0 (O Meteorologie), 384 G, 3858 (O Elektrizität), 398 @ (O Chemismus), 408 0 (O Galvanismus). Bedeutung des Waſſers für den individuellen Körper und deſſen Geſchmack 298 8 (O Phyſik), 364 8, 365 8 (O Geſchmack). Durch⸗ ſichtigkeit des Waſſers 305 8, 306 8 (O Durchſichtigkeit). Kriſtalli⸗ ſationswaſſer 364 (O Phyſik), 203 8 (O Meteorologie). Zer⸗ ſetzung des Waſſers durch Elektrizität 384 8, 385 8 (O Elektrizi— tät), 202 3 (O Meteorologie), 398 8, 408 8 (O Chemismus). „Waſſer iſt weſentlich Bedingung oder Produkt“ 392 g. Bedeu⸗ tung des Waſſers im realen Prozeß als „abſtrakte Neutralität“ 395 8, 396 8, im chemiſchen Prozeß 397 8, 438 8, 439 g. Kritik an der Vorſtellung, das Waſſer beſtehe aus Sauerftoff und Waſſer— ſtoff 398 @ (O Chemismus). Bedeutung des Waſſers im Galvanis— mus 405 g, 407 g, 408 g, 409 8, 4148, 416—417 g, 418 g, 419 C, 420 8, 422 (O Galvanismus), 202 0 (O Meteorologie), 384 0, 385 0 (O Elektrizität), 440 (O Chemismus). Bedeutung des Waſſers im Feuerprozeß 427 @ (O Feuerprozeß) „Neutraliſation, Waſſerprozeß“ 4048, 428431 (O Chemismus) § 332 [vgl. 6, 8 256] Das Differente iſt weſentlich nur in feiner Beziehung auf das Andere; ſeine Körperlichkeit in ſelbſtändiger getrennter Exiſtenz iſt daher nur ein gewaltſamer Zuſtand 428 g. Das Produkt aus den Differenten, aus Säure und Baſis, iſt das konkrete Neutrale, ein Salz 429 g, 431 @ [vgl. 6, 197] Zuſatz. Indem jetzt beide Seiten als entgegengeſetzt exiſtieren, iſt die „Einſeitigkeit nicht mehr nur an ſich, ſondern geſetzt“ 429 g. „Beide Seiten ſind phyſikaliſche Realitäten.“ „Jedes hat an ſich ſelbſt die Unruhe, ſich aufzuheben“ 429 H. Die Begeiſtung iſt Oxygeniſation 429 . „Was Säure und Kaliſches gegeneinander ſei, ift aber etwas Relatives ...“ 429 g, 430 C. „Was nach einer Seite Säure iſt, iſt nach einer andern Kaliſches“ und umgekehrt. Beiſpiele hierfür 430 9, 431 Z. Luft und Waſſer haben dabei die vermittelnde Rolle 4318. Das Salz als Produkt des Prozeſſes 431 C, 428 g, 433 (O Chemismus) Bedeutung des Waſſers im „Prozeß in feiner Totalität“ 431 g, 433 9 (O Chemismus). Das Waſſerreich iſt „das Reich der Neu— tralität“ 455 @ (O Organik). Bedeutung des Waſſers im Pflan— Glockner, Hegel⸗Lexikon 167 2657
Waſſer, Waſſerprozeß / Wechſelwirkung 9 zenreich 5268 (O Pflanze), im tieriſchen Organismus 638 8, 639 8, 640 C, 636 [P. St. 6, 213] (O Tier) 10 Die „Metall- und Waſſerfühler“ 177 8, 178 8 (O Seele) 17 Das Waſſer als Prinzip in der Philoſophie des Thales 214—223 (ſ. Thales) und als philoſophiſches Prinzip überhaupt 233, 236 (O Anaximenes). Vergleich des Waſſers des Naturforſchers mit dem des Naturphiloſophen 361, 362 (O Heraklit) 373 (O Empedokles) Waſſerſtoff 6 Sauerſtoff und Waſſerſtoff als „die chemiſchen Elemente des Gegenſatzes“ 195 8 [vgl. 9, 405, 406] (O Chemismus), 197 @ logl. 9, 396] 8 437 @ (ſ. Chemie) 9 Der Waſſerſtoff, das Brennbare als „das Element der dem Gegen— ſatze angehörigen Indifferenz“ 396 [vgl. 6, 197], 398 8, 399 g, 4410 (O Chemismus) Weber, Karl Maria von 12 Der Lachchor in Webers Freiſchütz und „das ähnliche Lachen in einem Dnett aus Webers Oberon, in welchem einem angſt und bange für die Kehle und Bruſt der Sängerin werden kann“ 220 (O Kunſtſchönes) Wechſelwirkung „Die Wechſelwirkung“ 129 (O Wirklichkeit) § 66 „Die Nückwirkung iſt der Wirkung gleich“ 129 § 67 Sie macht die erſte Urſache zu einem Übergehenden 129 § 68 „Die Wechſelwirkung beſteht darin, daß das, was Wirkung iſt, ſich gegenſeitig Urſache, und was Urſache, gegenſeitig auch Wirkung iſt“ 129 Die Antinomie über den Gegenſatz der Kauſalität nach Natur— geſetzen und der Freiheit findet ihre wahrhafte Auflöſung in der Wechſelwirkung 136 (O Antinomie) „Wechſelwirkung“ 180 (O Wirklichkeit) 8 53 „Die Subſtanz iſt als Urſache nur auf und in ſich ſelbſt tätig und ſteht nur in Wechſelwirkung mit lid oder fie iſt das Allgemeine“ 180 = 2658
Wechſelwirkung 4 „Die Wechſelwirkung der Dinge“ 610—613 (f. Ding) „Die Wechſelwirkung“ 697, 717—721 (O Verhältnis). Gegenüberſtellung der endlichen Kauſalität und der Wechſel⸗ wirkung 717, 718. In der Wechſelwirkung iſt der Mechanismus aufgehoben; „ſie enthält erſtens das Verſchwinden jenes ur⸗ ſprünglichen Beharrens der unmittelbaren Subſtantialität; zwei⸗ tens das Entſtehen der Urſache; und damit die Urſprünglichkeit als durch ihre Negation ſich mit ſich vermittelnd“ 718 Die Wechſelwirkung ſtellt ſich zunächſt dar „als eine gegenſeitige Kauſalität von vorausgeſetzten, ſich bedingenden Subſtanzen; jede ift gegen die andere zugleich aktive und zugleich paſſive Sub— ſtanz“ 718, bedingt und bedingend 718, 719. Damit „iſt die Kau⸗ ſalität zu ihrem abſoluten Begriffe zurückgekehrt, und zugleich zum Begriffe ſelbſt gekommen“ 719. Die Notwendigkeit iſt zur Freiheit erhoben 719, 720; Notwendigkeit und Kauſalität ſind darin verſchwunden 719, 720 Die abſolute Subſtanz unterſcheidet ſich in das Allgemeine, in das Einzelne und das Beſondere 720, 721. „Dies iſt der Begriff, das Reich der Subjektivität oder der Freiheit“ 721 (6, 93—94; 8, 346—350] 5 Die dialektiſche Bewegung der Subſtanz durch die Kauſalität und Wechſelwirkung hindurch iſt die Geneſis des Begriffes 6, 9, 11 (O Begriff) 6 88 102, 103 [P. St. 8, 8 154] 91—92 [P. St. 8, 344—345 ſ. Kau⸗ falität] 88 104-108 [P. St. 8, 88 155—158] 92—95 [P. St. 8, 345—352 ſ. u.] 8 In der Wechſelwirkung „iſt der Progreß von Urſachen und Wir⸗ kungen ins Unendliche als Progreß auf wahrhafte Weiſe aufge⸗ hoben, indem das geradlinige Hinausgehen von Urſachen zu Wirkungen und von Wirkungen zu Urſachen in ſich um⸗ und zurückgebogen iſt“ 344, 345 [P. St. 6, 91, 92] (O Kauſalität) „Die Wechſelwirkung“ 345352 (P. St. 6, 92—95 (O Wirklichkeit) § 155 [P. St. 6, S 104, verändert] „Die in der Wechſelwirkung als unterſchieden feſtgehaltenen Beſtimmungen ſind an ſich das⸗ ſelbe; die eine Seite iſt Urſache, urſprünglich, aktiv, paſſiv uff. wie die andere“ 345 C [vgl. 6, 92] 2659
E Wechſelwirkung 8 156 [P. St. 6, § 105, verändert] „Aber auch für ſich iſt dieſe Einheit“ 345 [ogl. 6, 92]. „Die Wechſelwirkung iſt ſelbſt dies, jede der geſetzten Beſtimmungen auch wieder aufzuheben und in die entgegengeſetzte zu verkehren, alſo jene Nichtigkeit der Momente zu ſetzen, die an ſich iſt“ 345 8, 3468 Zuſatz. „Die Wechſelwirkung iſt das Kauſalitätsverhältnis in feiner vollſtändigen Entwickelung geſetzt“ 346 8, 344 [P. St. 6, 91]. Die Reflexion flieht zu ihr 346 8, fo z. B. die geſchichtliche Betrachtung bei Beantwortung der Frage, ob der Charakter und die Sitten eines Volkes ſeine Verfaſſung und Geſetze bedingen oder umgekehrt, oder die Naturbetrachtung des lebendigen Orga— nismus 346 8, 347 Z. Die Wechſelwirkung ſteht „an der Schwelle des Begriffs“ 346 B. Ihre beiden Seiten müſſen „als Momente eines Dritten, Höheren, erkannt werden, welches dann eben der Begriff iſt“ 347 @ [A, 721] 8 157 [P. St. 6, § 106, wenig verändert] „Diefer reine Wechſel mit ſich ſelbſt ift die enthüllte oder geſetzte Notwendigkeit“ 347 P. St. 6, 93]. „Der Verlauf der Subſtanz durch die Kauſalität und Wechſelwirkung iſt nur das Setzen, daß die Selbſtändigkeit die unendliche negative Beziehung auf ſich iſt“ 347 [P. St. 6, 93] § 158 [P. St. 6, $ 107, wörtlich! Die „Wahrheit der Notwendig— keit iſt ſomit die Freiheit, und die Wahrheit der Subſtanz iſt der Begriff“ 348 [P. St. 6, 93], 348 g, 349 © Zuſatz. Das Harte und Traurige der unmittelbaren oder abſtrak— ten Notwendigkeit 348 @. Zur Einſicht, „daß die aneinander Ge— bundenen in der Tat einander nicht fremd, ſondern nur Momente eines Ganzen find“ 348 Z. „Verklärung der Notwendigkeit zur Freiheit“ 348 8 § 159 [P. St. 6, S 108, zum Teil wörtlich! Der Begriff iſt „die Wahrheit des Seins und des Weſens“ 349, 350 [P. St. 6, 93]. Beide gehen in ihn als in ihren Grund zurück und er „hat um— gekehrt ſich aus dem Sein als aus ſeinem Grunde entwickelt“ 349 [P. St. 6, 93]. Zur Härte des Übergangs von der Notwendigkeit zur Freiheit 350, 351 [P. St. 6, 95]. Aber die Unterwerfung der wirklichen Subſtanz unter die Notwendigkeit iſt viel härter als das Denken der Notwendigkeit; denn das Denken der Notwendig— keit iſt „das Zuſammengehen ſeiner im andern mit ſich ſelbſt, — die Befreiung“ 351 [P. St. 6, 95]. „Als für ſich exiſtierend heißt 2660
19 15 A 18 19 6 Wechſelwirkung / Weishaar dieſe Befreiung, Ich, als zur Totalität entwickelt freier Geiſt, als Empfindung Liebe, als Genuß Seligkeit“ 3518 Zuſatz. Beantwortung der Frage, weshalb nicht mit dem Begriff der Anfang gemacht wurde 3518, 3528 Weib ſ. Frau Weigel, Erhard Leibniz ſtudierte zu Jena bei dem Mathematiker und Theoſophen Weigel Philoſophie und Mathematik 449 (O Leibniz) Weihe Die Götterbilder werden „von den Negern bis zu den Griechen“ geweiht; ſelbſt bei den Katholiken findet ſolche Weihe ſtatt 468 (O ägyptiſche Religion) Weiſe (Sieben Weiſen, die) „Stein der Weiſen“ 23, 25 (O Rechtsphiloſophie) Die Kyrenaiker ſtellen den Weiſen als Ideal für das Individuum auf 153, 152 (O Ariſtipp). „Es iſt der Einzelne, aber als allgemein vorgeſtellt. Dieſe Rednerei vom Weiſen iſt allgemein bei den Stoikern, Epikureern, — ohne Begriff“ 159. „Statt der Wiſſen⸗ ſchaft des an und für fi Objektiven iſt Wahrheit, Recht, als In: halt, in Form eines eziſtierenden Subjekts. Es handelt ſich aber nicht von dem weiſen Mann, ſondern um die Weisheit des Univerſums, die reale Vernunft“ 159 (O Annikeris), 162, 163 (O An⸗ tiſthenes) Bedeutung der Fragen: wer ein Weiſer iſt, was ein Weiſer tut: im Dogmatismus 425, 428 (ſ. Dogmatismus), bei den Stoikern 445, 462, 463—468 (ſ. Stoiker) Ziel der Philoſophie Epikurs und der Epikureer iſt der Zuſtand des Weiſen, die aragakia 502, 512, 513 (f. Epikur) 521 (O Arkeſilaos) Bei den Neuplatonikern iſt das Reden vom Weiſen aufgehoben im Glauben an Gott 15 (O Neuplatoniker) Weishaar, Jakob Friedrich 440, 441, 453, 468, 482 (O Württemberg) 2661
10 Weisheit, Weltweisheit Weisheit, Weltweisheit Am Ende des Mittelalters „erwacht die Weltweisheit im Geiſte der Regierungen und der Völker, d. h. die Weisheit über das, was in der Wirklichkeit an und für ſich recht und vernünftig iſt. Mit Recht iſt die Produktion des Denkens und beſtimmter die Philoſophie Weltweisheit genannt worden; denn das Denken ver: gegenwärtigt die Wahrheit des Geiſtes, führt ihn in die Welt ein, und befreit ihn ſo in ſeiner Wirklichkeit und an ihm ſelbſt“ 438, 439 (O katholiſche Kirche) 15 Was das Vernünftige ſei, dies zu erkennen, iſt beſonders „Sache 1 1 E -ı der Philoſophie, die man in dieſem Sinne wohl Weltweisheit nennen kann“ 259. Die Weltweisheit, „welche das Wahrhafte in der Wirklichkeit erkennt“, iſt mit den religiöſen Prinzipien in Kampf geraten 262 (O Religion) Erwachen der freien Macht der Selbſtbeſtimmung, der Weisheit in der beſtimmten Religion 7. „Zweckmäßiges Tun iſt weiſes Tun“ 8. Zunächſt iſt die Beſtimmung in Anſehung der Weisheit Gottes noch unbeſtimmt 9, 10, dann wird die Weisheit „ſich in ſich be— ſtimmende Macht“ 11, 12 (O beſtimmte Religion), 33 (O Schöp— fung). Die „abſolute Weisheit“ in der jüdiſchen Religion 47, 48, 49, 51 und ihr Mangel 68, 69 (f. jüdiſche Religion) Charakteriſtik der Totalität der Erſcheinung als Ausdruck der Idee, der Weisheit Gottes. „Die Weisheit iſt aber noch ein allge— meiner Ausdruck und es iſt Sache der philoſophiſchen Erkenntnis, dieſen Begriff in der Natur zu erkennen, ſie als ein Syſtem zu faſſen, worin ſich die göttliche Idee abſpiegelt“ 254 Im teleologiſchen Gottesbeweis iſt Gott „mit der Beſtimmung der Weisheit, zweckmäßiger Tätigkeit“ gefaßt 518, 519, 532—535 (ſ. Gottesbeweiſe) In der Renaiſſance iſt das „Selbſtdenken geehrt, und menſchliche Weisheit, Weltweisheit genannt worden, da ſie Irdiſches zum Gegenſtande hatte und auch in der Welt ſelbſt entſtanden war. Dieſes war die Bedeutung der Philoſophie geweſen“ 92. „Fried⸗ rich von Schlegel hat für die Philoſophie den Spitznamen der Weltweisheit wieder aufgewärmt, und damit bezeichnen wollen, daß ſie wegbleiben müſſe, wo von Höherem, z. B. der Religion die Rede ſei“ 92. Die Weltweisheit, die menſchliche Vernunft wird hier der göttlichen entgegengeſetzt 97 (O Philoſophie) 2662
18 19 20 10 20 9 12 20 Weisheit, Weltweisheit / Wellington Als erſte Tugend in Platons Republik erſcheint »die Weisheit und die Wiffenfchafte 281 (O Plato) In der neueren Philoſophie war den sciences exactes, dieſem eigenen Verſtand die Frömmigkeit entgegen, daher auch die Philo⸗ ſophie inſofern Weltweisheit hieß 270, 271 (O neuere Philoſophie) Die Zufälligkeit und Willkür des ſubjektiven Gefühls und ſeines Meinens, mit der Bildung der Reflexion verbunden, iſt das Übel unſerer Zeit. Es wurde von alter Zeit her Sophiſterei genannt. „Sie iſt es, die den Spitznamen der Weltweisheit, den Herr Friedr. von Schlegel neuerlichſt wieder hervorgeſucht hat, verdient; denn ſie iſt eine Weisheit in und von demjenigen, was man die Welt zu nennen pflegt, von dem Zufälligen, Unwahren, Zeitlichen“ 22, 23 (O Hinrichs), 307 (O Göſchel) 117, 92] Weiß „Das formloſe Weiße“ 49 (O Phänomenologie) „Das helle Körperliche fiziert, ift das Weiße, das noch keine Farbe iſt“ 334 Z; nach Goethes Theorie ift „Weiß ſichtbares Licht“ 343 & (O Farbenlehre). Das Bleiweiß und die Zinkblume 359 80 Farbe) Das reine, lichtvolle, heitere Weiß entſpricht der Einfachheit und Heiterkeit der Unſchuld“ 136 @ (O Empfindung) Weiße, Chriſtian Hermann Die von Hegel angekündigte Rezenfion: „Über den gegenwärtigen Standpunkt der philoſophiſchen Wiſſenſchaft, in beſonderer Be— ziehung auf das Syſtem Hegels. Von E. H. Weiße, Prof. an der Univerſität zu Leipzig. Leipzig 1829. Verlag von Joh. Ambr. Barth. S. 228“ erſchien nicht 314, 393 (O Jahrbücher) Wellenlinie Möller nennt. die Wellenlinie „Schönheitslinie“ 2718, 2702 (O Geſtalt) Hogarth hat die Wellenlinie „als Linie der Schönheit bezeichnet“ 196 (O Geſetzmäßigkeit) Wellington, Sir Arthur Wellesley, Herzog von W., Fürſt von Waterloo 494, 498, 509, 513, 514 (O Reform- Bill) 2663
Welt / Weltanſchauung Welt 4 „Die erſcheinende und die an-ſich⸗ſeiende Welt“ 631—639, 598, 624 (ſ. Erſcheinung). „Welt drückt überhaupt die formloſe Totalität der Mannigfaltigkeit aus“ 638 (O Erſcheinung) 8 „Die Welt der Erſcheinung“ 3012 (f. Erſcheinung) 11 Zur Frage nach dem „Endzweck der Welt“ 43 (f. Geſchichts⸗ philoſophie), 46, 47 (ſ. Endzwech Die neue Welt 122—130, 132 (ſ. Amerika). Geographie der alten Welt im Hinblick auf Geſchichte und Weltgeſchichte 130 (f. Geo: graphie). Die „Verſöhnung der Welt“ im Vernichten des Außer— lichen, Fremden des Bewußtſeins 415 (O Chriſtentum) 12 Die Proſa der Welt und das Naturſchöne 205, 207209 (f. Naturſchönes). Die äußerliche Welt und ihre Geſtaltung im Kunſt— ſchönen 329, 345—354 (f. Kunſtſchönes). Die erſcheinende Welt in der Kunſt der Erhabenheit 494, 495, 497 (ſ. ſymboliſche Kunſt⸗ form), in der heiligen Poeſie der Juden 499 (ſ. Juden) 13 Stellung von Menſch und Welt in der romantiſchen Kunſtform 193 (f. romantiſche Kunſtform) 15 Verhältnis des „ungöttlichen Seins, der endlichen Welt, des end— lichen Bewußtſeins“ zum „abfoluten, ſubſtantiellen Weſen“ 119, 121 (. religiöſes Verhältnis). Die Welt als Ausgangspunkt der Erhebung des Menſchen vom Endlichen zum Unendlichen 330—338 (f. beſtimmte Religion) 16 Die Welt überhaupt und ihre Zufälligkeit als Vorausſetzung von Gottesbeweiſen 426, 427, 499. „Der Ausgangspunkt ſind die empiriſchen Dinge, und das Ganze dieſer Dinge, die Welt“, „das Aggregat der weltlichen Dinge“ 427, 463 (ſ. Gottesbeweiſe) 18 Ariſtoteles' Buch »von der Welte 338 (O Ariſtoteles) 19 Plotins Faſſung der „veränderlichen Welt, die im Unterſchiede befangen iſt“ 54, 55 (f. Plotin) Weltanſchauung (Weltbetrachtung) 2 „Die moraliſche Weltanſchauung“ 461—471 (ſ. Moralität) 12 Die innere Kunſtentwicklung hat „eine geiſtige und allgemeine Seite, indem die Stufenfolge beſtimmter Weltanſchauungen als 2664
12 15 12 12 Ih > 228 11 Weltanſchauung / Weltgeiſt des beſtimmten aber umfaſſenden Bewußtſeins des Natürlichen, Menſchlichen und Göttlichen ſich künſtleriſch geſtaltet“ 111 (O Aſthetik) Die religiöfe Weltanſchauung der alten Parſen, Inder und Agyp⸗ ter in ihrem Verhältnis zu den drei Stufen der unbewußten Sym⸗ bolik 429 (f. ſymboliſche Kunſtform) 23 (O Religionsphiloſophie) Weltbetrachtung Beziehung der ſich verwundernden, der ſich nicht mehr verwun— dernden und der proſaiſchen Weltbetrachtung zur Kunſtanſchauung 422, 423, 425 (ſ. ſymboliſche Kunſtform) Weltei 452 (O indiſche Kunſt) Weltgeiſt (Weltgeſchichte) „Wie in der Natur des Polypen ebenſo die Totalität des Lebens iſt, als in der Natur der Nachtigall und des Löwen: ſo hat der Weltgeiſt in jeder Geſtalt ſein dumpferes oder entwickelteres, aber abſolutes Selbſtgefühl, und in jedem Volke, unter jedem Ganzen von Sitten und Geſetzen ſein Weſen, und ſeiner ſelbſt genoſſen“ 529 (O Naturrecht) 32 (O Phänomenologie) Die philoſophiſche Geſchichte betrachtet hauptſächlich „den allge— meinen Weltgeiſt, wie er in einem innern Zuſammenhange durch die Geſchichte der getrennt erſcheinenden Nationen und ihre Schick— ſale die verſchiedenen Stufen ſeiner Bildung durchlaufen hat“ 223 (O Staat) 484 (O Württemberg) Offenbarung des Weltgeiſtes in der Weltgeſchichte 85 (O Rechts— philoſophie), 447 (O Weltgeſchichte) 446 (O Staatsrecht), 451 (O Weltgeſchichte) Die Mittel, „deren der Weltgeiſt ſich zur Realiſierung ſeines Be— griffes bedient“ 69, 47— 69. „Das Recht des Weltgeiſtes geht über alle beſonderen Berechtigungen“ 69 (ſ. Geſchichtsphiloſophie). Die hiſtoriſchen Volksgeiſter zu realiſieren iſt „der unendliche Trieb 2665
1 — 1 2 19 2 6 2 Weltgeiſt / Weltgeſchichte des Weltgeiſtes, fein unwiderſtehlicher Drang, denn dieſe Gliede⸗ rung, ſo wie ihre Verwirklichung iſt ſein Begriff“ 88 (O Welt⸗ geſchichte) 373 (O Römer), 520 (O Reformation) Im Rückblick auf die Jahre vor 1816 ſagt Hegel: „Weil der Welt⸗ geiſt in der Wirklichkeit ſo ſehr beſchäftigt war, konnte er ſich nicht nach innen kehren und ſich in ſich ſelber ſammeln“ 19, 20. „Was die Langſamkeit des Weltgeiſtes betrifft, ſo iſt zu bedenken, daß er nicht preſſiert iſt, nicht zu eilen und Zeit genug hat, — »tauſend Jahre find vor dir, wie ein Tage“ 65. „Daß er einen ungeheuren Aufwand des Entſtehens und Vergehens macht, — darauf kommt es ihm auch nicht an“ 65, 66. „Der Weg des Geiſtes iſt die Ver— mittelung, der Umweg“ 66 Arbeit, Leiſtung und Refultat der Bemühungen des Weltgeiſtes 685 (f. neueſte deutſche Philoſophie) Weltgeſchichte (Geſchichte, Geſchichtsphiloſophie, Geſchichtsſchrei— bung, Volksgeiſt, Weltgeiſt) 32 (O Phänomenologie), 231 (O Naturbeobachtung) Sg 448—451 [P. St. 10, SS 548 — 551, wenig verändert] 298-300 [P. St. 10, 426—432 f. u.] § 452 Erhebung der geiſtigen Subſtanz aus ihrer einzelnen Wirklichkeit, aus der Furcht des Todes, zur Unendlichkeit 300 & 371 (O Verfaſſung) „Die Weltgeſchichte“ 337, 446—456 (O Staatsrecht) § 341 Das Element des Daſeins iſt „in der Weltgeſchichte die geiſtige Wirklichkeit in ihrem ganzen Umfange von Innerlichkeit und Außerlichkeit“ 447, 446 (f. Geiſt). Sie iſt ein Gericht, Welt: gericht 447, 446 [10, 427] § 342 Die Weltgeſchichte ift „die Auslegung und Verwirklichung des allgemeinen Geiſtes“, die „notwendige Entwickelung der Mo— mente der Vernunft“ 447 § 343 „Die Geſchichte des Geiſtes iſt feine Tat“ und dieſe iſt „ſich und zwar hier als Geiſt ſich zum Gegenſtande ſeines Bewußtſeins zu machen, ſich für ſich ſelbſt auslegend zu erfaſſen“ 447 Zur „Frage über die Perfektibilität und Erziehung des Menſchen⸗ geſchlechts“ 447, 448 2666
Weltgeſchichte 7 § 344 Die Staaten, Völker und Individuen find „bewußtloſe Werkzeuge und Glieder jenes innern Geſchäfts“ des Weltgeiſtes 448 [10, 432] § 345 In der Weltgeſchichte „erhält dasjenige notwendige Moment der Idee des Weltgeiſtes, welches gegenwärtig ſeine Stufe iſt, ſein abſolutes Recht, und das darin lebende Volk und deſſen Taten erhalten ihre Vollführung, und Glück und Ruhm“ 448, 449 § 346 Die Entwicklungsſtufen des Geiſtes find „als unmittelbare natürliche Prinzipien vorhanden“, z. B. als geographiſche und anthropologiſche Exiſtenz 449 § 347 Das Volk, dem ſolches Moment als natürliches Prinzip zukommt, „iſt in der Weltgeſchichte für dieſe Epoche, — und es kann in ihr nur einmal Epoche machen, das Herrſchende“ 449, 448 Charatteriftif von Blüte und Verfall in der Geſchichte eines welt⸗ hiſtoriſchen Volkes 449, 450 $ 348 Träger aller welthiſtoriſchen Handlung iſt das Individuum 450, 385, 427. Sein unſterblicher Ruhm und ſeine Tragik 450 10, 432] § 349 Der Übergang vom bloßen Volk in einen Staat macht die formelle Realifierung der Idee überhaupt in ihm aus 450 Charakteriſtik des patriarchaliſchen Zuſtandes 450 § 350 Das Heroenrecht zur Stiftung von Staaten 451, 450 § 351 Kämpfe um Anerkennung eines beſtimmten Gehalts, die zivilifierte Nationen mit Barbaren führen, haben weltgeſchichtliche Bedeutung 451 § 352 Die vier welthiſtoriſchen Reiche 451 $ 353 In der erſten als unmittelbaren Offenbarung hat der Geiſt die Geſtalt des ſubſtantiellen Geiſtes 451, 452. Das zweite Prinzip bringt, die ſchöne ſittliche Individualität“ hervor 452. „Das dritte iſt das in ſich Vertiefen des wiſſenden Fürſichſeins zur abſtrakten Allgemeinheit und damit zum unendlichen Gegenſatze gegen die ſomit ebenfo Geift-verlaffene Objektivität” 452. Das Prinzip der vierten Geſtaltung „kehrt aus dem unendlichen Gegenſatze zurück“ 452 8 354 Die vier welthiſtoriſchen Reiche nach dieſen vier Prinzipien 452 . 8 355 1. „Das orientaliſche Reich“ 452, 453 (ſ. Orient) § 356 2. „Das griechiſche Reich“ 453—454 (ſ. Griechenland), 452 § 357 3. „Das römiſche Reich“ 454, 455 (f. Römer), 452, 260 2667
Weltgeſchichte 7 88 358—360 „Das germaniſche Reich“ 455—456 (ſ. Germanen), 452 10 Die geiſtige Tätigkeit des „die Weltgeſchichte hervorbringenden Geiſtes“ „richtet ſich gegen einen in ſich ſelber tätigen Gegenftand“ 28 35 O. „Die Weltgeſchichte ſtellt eine Reihe von Auffaſſungen des Ewigen dar, an deren Schluß erſt der Begriff des abſoluten Gei— ftes hervortritt“ 38 8 (O Geift). „Die Weltgeſchichte hängt nicht mit Revolutionen im Sonnenſyſteme zuſammen, ſo wenig wie die Schickſale der Einzelnen mit den Stellungen von Planeten“ 64 g. Sie iſt unabhängig von den „terreftrifhen Verhältniſſen“ 66 (O Seele). Erſt in der kaukaſiſchen Raſſe kommt der Geiſt zur ab— ſoluten Einheit mit ſich ſelber und bringt die Weltgeſchichte her— vor 768 (O Raſſenunterſchiede) 82 0 (O Volksgeiſt) „Die Weltgeſchichte“ 410, 426—445 (O Staat) 8548 [P. St. 6, 8 448, etwas verändert] Der beſtimmte Volksgeiſt hat „das Moment geographiſcher und klimatiſcher Beſtimmtheit“, iſt „in der Zeit“, „hat eine Geſchichte innerhalb ſeiner“ 426, 427 [P. St. 6, 299], 433 g. Sein Übergang in die allgemeine Welt: geſchichte, deren Begebenheiten das Weltgericht darſtellen 427 [P. St. 6, 299; 7, 446, 447] 8 549 [P. St. 6, 449, erweitert] „Dieſe Bewegung iſt der Weg der Befreiung der geiſtigen Subſtanz“; der nur erſt an ſich ſeiende Geiſt wird „ſich auch zum äußerlich allgemeinen, zum Weltgeiſt“. Die Völkergeiſter find die Stufen 427 [P. St. 6, 299], 432 Zum Vorwurf aprioriſcher Geſchichtsſchreibung 427 8, 428 8 (f. Geſchichtsſchreiber). Erdichtung eines Urzuſtandes 428 2 (ſ. Na: turzuſtand). Über die Forderung, daß „der Geſchichtſchreiber mit Unparteilichkeit verfahre“ 428 8, 429 8, 430 8. Bei aller Ge⸗ ſchichtsſchreibung iſt feſtzuhalten, daß der ſubſtantielle Zweck eines Volkes iſt, „ein Staat zu ſein und als ſolcher ſich zu erhalten“ 429 0 und daß „die weſentliche Charakteriſtik des Geiſtes und feiner Zeit immer in den großen Begebenheiten enthalten iſt“ 430 O. Partikuläres iſt in den Roman zu verweiſen 430 @. Be⸗ deutung der Biographie 430 g, 4318 Die Anforderung der Unparteilichkeit an die Philoſophiegeſchichte „pflegt die noch ausdrücklichere Ausſchließung der Vorausſetzung 2668
10 11 Weltgeſchichte Be et en en ³ ee von einem objektiven Zwecke zu enthalten“ 431 f. Damit hat die geſchichtliche Wahrheit ſelbſt „den Sinn nur von Richtigkeit“ 431 0, 432 C. Aber, „daß Vernunft in der Geſchichte ſei, — wird teils wenigſtens ein plauſibler Glaube ſein, teils aber iſt es Er⸗ kenntnis der Philoſophie“ 4328 § 550 [P. St. 6, § 450, wenig verändert] Die „Befreiung des Geiſtes, in der er zu ſich ſelbſt zu kommen und ſeine Wahrheit zu verwirklichen geht, und das Geſchäft derſelben iſt das höchſte und abſolute Recht“ 432 [P. St. 6, 299]. Dabei iſt der einzelne Volks⸗ geiſt Stufe 432 [P. St. 6, 299], 427 [7, 448, 449] $ 551 [P. St. 6, 451] Der Einzelne iſt Werkzeug, Ruhm ſeine Be⸗ lohnung 432 [P. St. 6, 299, 300; 7, 450] § 5528 „Der Volksgeiſt enthält Natur-Notwendigkeit, und ſteht in äußerlichem Daſein“ 433 0, 426, 427 [P. St. 6, 297]. Aber der in der Sittlichkeit denkende Geiſt erhebt ſich zum Wiſſen ſeiner in ſeiner Weſentlichkeit. Und der denkende Geiſt der Weltgeſchichte endlich erhebt ſich zum Wiſſen des abſoluten Geiſtes 433 8, 4348 Richtig hat Kant den Glauben an Gott aus der praktiſchen Ver— nunft hervorgehend betrachtet 433 8, 4348 (f. Kant) Die Negation, dieſes in der logiſchen Form abſtrakte Moment, erhält nun ſeine konkreteſte Bedeutung, indem der Geiſt in der ſitt— lichen Welt ſein Wiſſen von der ſubjektiven Meinung reinigt und feinen Willen von der Selbſtſucht der Begierde befreit 4348 Das „Verhältnis von Staat und Religion“ 434—445 9 (f. Re⸗ ligion) Der Gegenſtand der Geſchichtsphiloſophie iſt die Weltgeſchichte ſelbſt 25. Verweis auf 7, SS 341—360 (f. o.) 25 Fußn. (O Geſchichtsſchreiber). „Der einzige Gedanke, den die Philoſophie mit— bringt, iſt aber der einfache Gedanke der Vernunſt, daß die Ver— nunft die Welt beherrſche, daß es alſo auch in der Weltgeſchichte vernünftig zugegangen ſei“ 34, 37—39 (f. Geſchichtsphiloſophie), 67 (O Geſchichtsphiloſophie), 102 (O Weltgeſchichte) Die Unterſchiede des Wiſſens von der Freiheit geben „die Ein— teilung der Weltgeſchichte, und die Art, in der wir ſie abhandeln werden“ 46, 47—69 (f. Geſchichtsphiloſophie), 101 (O0 Weltge⸗ ſchichte', 150 (O Geſchichtsphiloſophie), 568 (O franzöſiſche Re⸗ volution). „Die Weltgeſchichte iſt nicht der Boden des Glücks. Die Perioden des Glücks ſind leere Blätter in ihr; denn ſie ſind die 2669
Weltgeſchichte 11 Perioden der Zuſammenſtimmung, des fehlenden Gegenſatzes“ 56. Weltgeſchichtliche Individuen 59—61 (ſ. Individuum). Die Philoſophie hat zu erkennen, „daß das wahrhafte Gute, die all⸗ gemeine göttliche Vernunft auch die Macht iſt, ſich ſelbſt zu voll⸗ bringen. Dieſes Gute, dieſe Vernunft in ihrer konkreteſten Vor⸗ ſtellung iſt Gott. Gott regiert die Welt: der Inhalt ſeiner Regie⸗ rung, die Vollſührung ſeines Plans iſt die Weltgeſchichte“ 67, 68 (O Geſchichtsphiloſophie). „Der beſtimmte Volksgeiſt iſt ſelbſt nur Ein Individuum im Gange der Weltgeſchichte. Denn die Welt⸗ geſchichte iſt die Darftellung des göttlichen, abſoluten Prozeſſes des Geiſtes in ſeinen höchſten Geſtalten, dieſes Stuſenganges, wodurch er feine Wahrheit, das Selbſtbewußtſein über ſich er: langt. Die Geſtaltungen dieſer Stuſen ſind die welthiſtoriſchen Volksgeiſter“ 88. „Die Weltgeſchichte zeigt nur, wie der Geiſt allmählich zum Bewußtſein und zum Wollen der Wahrheit kommt; es dämmert in ihm, er findet Hauptpunkte, am Ende gelangt er zum vollen Bewußtſein“ 88 (O Staat) Betrachtung des Ganges der Weltgeſchichte 88—120 (O Geſchichtsphiloſophie). Abgrenzung der geſchichtlichen Entwidlung vom Kreislauf der Natur 89, 90, 91. „Nur in den Beränderungen, die auf dem geiſtigen Boden vorgehen, kommt Neues hervor“, herrſcht der „Trieb der Perfektibilität“, das „Prinzip der Entwickelung“ 89, 90, 91 (ſ. Entwicklung). Wollen des Geiſtes 90, 91 (ſ. Geiſt). „Die Weltgeſchichte ſtellt nun den Stufengang der Entwickelung des Prinzips, deſſen Gehalt das Bewußtſein der Freiheit iſt, dar“ 92, 46, 101, 102, 150, 569. Die erſte Stuſe iſt Verſenktſein des Geiſtes in die Natürlichkeit, die zweite Stuſe Heraustreten desſelben in das Bewußtſein ſeiner Freiheit und die dritte Erhebung in die reine Allgemeinheit, „in das Gelbftbewußtſein und Selbſtgefühl des Weſens der Geiſtigkeit“ 92, 45. Dabei hat jede Stuſe „das ſogenannte Vollkommene als Keim, als Trieb in ſich“ 92, 93 Kritik der Vorſtellung von einem „erſten paradieſiſchen Zuſtand des Menſchen“ 93, 94 (ſ. a. Naturzuſtand) und „eines Zuſtands der Gotteserkenntnis“ 95. Vielmehr iſt „die Geſchichte da aufzu— nehmen, wo die Vernünſtigkeit in weltliche Exiſtenz zu treten beginnt...“ 95. Völker ohne Staat gehören zur Vorgeſchichte 96, 98. Die zweiſache Bedeutung des Begriffs Geſchichte 97, 98 (f. Ge⸗ ſchichte). „Erſt im Staate mit dem Bewußtſein von Geſetzen ſind 2670
11 Weltgeſchichte klare Taten vorhanden, und mit ihnen die Klarheit eines Bewußtſeins über ſie, welche die Fähigkeit und das Bedürfnis gibt, ſie ſo aufzubewahren“ 98. Indien hat z. B. keine Geſchichte, wäh— rend China eine beſitzt 99. Bedeutung der Entwicklung der Sprache, der Grammatik für die Entfaltung der Ziviliſation 100 Betrachtung der Art des Ganges der Weltgeſchichte nach der for— mellen Seite 100—111, 101, 46, 47. „Jede Stufe als verſchieden von der anderen hat ihr beſtimmtes eigentümliches Prinzip“ 101, einen „beſonderen Volksgeiſt“ 101, 102, 119 (f. Volksgeiſt), 46, 92, 150. Rechtfertigung gegen den Vorwurf ſpekulativer Geſchichts⸗ konſtruktion 102, 103, 34. Ausſchluß des Zwitterhaften 103, 104 (f. a. Zwitter). Ausſchluß abſtrakt reflektierender Vergleiche ver— ſchiedener Völker 104, 105, 106, 107, 108. Zu den Vergleichen indiſcher Epopoeen mit den homeriſchen, griechiſcher Mythologie mit indiſcher, der das Eine zugrunde legenden chineſiſchen Philo— ſophie mit eleatiſcher, ja ſpinoziſtiſcher 104, 105, 108, 109. Sitt⸗ lichkeit und Moralität iſt in ihrer hiſtoriſchen Entwicklung bei der Betrachtung der Weltgeſchichte außer acht zu laſſen. „Denn die Weltgeſchichte bewegt ſich auf einem höheren Boden, als der iſt, auf dem die Moralität ihre eigentliche Stätte hat“ 105 (ſ. Moralität), 106. Kritik an dem Formalismus, der „ſich mit den Unbeſtimmtheiten von Genie, Poeſie, auch Philoſophie herumtreibt, und dieſe auf gleiche Weiſe allenthalben findet“ 106, 107 „Es gibt freilich in allen welthiſtoriſchen Völkern Dichtkunſt, bildende Kunſt, Wiſſenſchaft, auch Philoſophie, aber nicht nur iſt Stil und Richtung überhaupt, ſondern noch viel mehr der Gehalt ver— ſchieden, und dieſer Gehalt betrifft den höchſten Unterſchied, den der Vernünftigkeit“ 108, 109 und der „Freiheit, deren Selbſt— bewußtſein dieſe iſt, und welche dieſelbe Eine Wurzel mit dem Denken hat“ 109. Völker, denen das weſentliche Bewußtſein des Freiheitsbegriffes fehlt, find auszuſchließen, obwohl z. B. die Moral, wie bei den Chineſen und Indern, ſchon ſehr rein ausge— bildet fein kann 109, 110. „Der konkrete Geiſt eines Volkes iſt es, den wir beſtimmt zu erkennen haben, und weil er Geiſt iſt, läßt er ſich nur geiſtig, durch den Gedanken, erfaſſen“ 111 (f. Geiſt) „Die Weltgeſchichte . .. tft alſo überhaupt die Auslegung des Geiſtes in der Zeit, wie die Idee als Natur ſich im Raume aus⸗ legt“ 111 Blick auf die Weltgeſchichte überhaupt 111—120. Wir ſehen „ein 2671
11 Weltgeſchichte ungeheures Gemälde von Veränderungen und Taten“ 111, „das bunteſte Gedränge, das uns in ſein Intereſſe hineinzieht, und wenn das Eine entflieht, tritt das Andere ſogleich an ſeine Stelle“ 112. Dieſe Veränderung iſt zugleich Untergang und Hervorgehen, „aus dem Leben geht Tod, aber aus dem Tod Leben hervor“ 112. Dieſen großen Gedanken faßten die Orientalen; er iſt in der Vor⸗ ſtellung der Seelenwanderung vorhanden 112 (ſ. a. Seelenwande⸗ rung), im Bilde vom Phönix 112, 113 (ſ. Phönix). Im Abend⸗ lande „verwandelt ſich der abſtrakte Gedanke bloßer Veränderung in den Gedanken des ſeine Kräfte nach allen Seiten ſeiner Fülle kundgebenden, entwickelnden und ausbildenden Geiſtes“ 113. „Der Geiſt handelt“ 113, iſt „Geiſt eines Volkes“ 113, iſt „dies Volk“ 114. „Was ihre Taten ſind, das ſind die Völker“ 114. Die Engländer 114 (ſ. Engländer). Aufſtieg, Reife und Tod durch Gewöhnung 114, 115 (ſ. Gewohnheit). „Der höchſte Punkt der Bildung eines Volks iſt nun dieſer, auch den Gedanken ſeines Lebens und Zuſtandes, die Wiſſenſchaft ſeiner Geſetze, ſeines Rechts und Sittlichkeit zu faſſen“ 116. Mit dieſem Denken „gibt es jetzt ein reales Daſein und ein ideales“ 116, 117. „Das Gerede von der Tugend ſetzt ſich teils neben die wirkliche Tugend, teils aber auch an die Stelle von deren Wirklichkeit“ 117, „es tritt zugleich die Iſolierung der Individuen voneinander und vom Ganzen ein“ 117 (f. Selbſtſucht). „Die Zeit iſt das Negative im Sinnlichen: der Gedanke iſt dieſelbe Negativität, aber die innerſte, die unendliche Form ſelbſt, in welcher daher alles Seiende überhaupt aufgelöſt wird“ 117, 118 „Das Reſultat dieſes Ganges iſt alſo, daß der Geiſt, indem er ſich objektiviert und dieſes ſein Sein denkt, einerſeits die Beſtimmt⸗ heit ſeines Seins zerſtört, andrerſeits das Allgemeine desſelben erfaßt, und dadurch ſeinem Prinzip eine neue Beſtimmung gibt“ 118, 119. „Der Geiſt iſt weſentlich Reſultat ſeiner Tätigkeit“ 119 (. Geiſt). Die Prinzipien der Volksgeiſter find nur Momente des Einen Geiſtes 119 (f. Volksgeiſt). Der Geiſt aber iſt weder vorbei noch noch nicht, ſondern er ift „weſentlich itzt“ 120, 119 (f. Gegen: wart) „Geographiſche Grundlage der Weltgeſchichte“ 120 bis 149 (ſ. Geographie) „Die Weltgeſchichte geht von Oſten nach Weſten, denn Europa iſt ſchlechthin das Ende der Weltgeſchichte, Aſten der Anfang“ 150 2672
11 16 17 20 11 10 19 Weltgeſchichte / Weltſeele (O Geſchichtsphiloſophie), 234 (O Perſien). „Die Weltgeſchichte iſt die Zucht von der Unbändigkeit des natürlichen Willens zum Allgemeinen und zur ſubjektiven Freiheit“ 150 (O Geſchichts⸗ philoſophie) „In der Weltgeſchichte hat nicht die formelle Tapferkeit, nicht das ſogenannte Verdienſt, ſondern der Wert der Sache über den Ruhm zu entſcheiden“ 336 (O Perſerkriege) „Gott wird nur fo als Geiſt erkannt, indem er als der Dreieinige gewußt wird. Dieſes neue Prinzip iſt die Angel, um welche ſich die Weltgeſchichte dreht“ 410 (O Chriſtentum) „Die Weltgeſchichte iſt nichts als die Entwickelung des Begriffes der Freiheit“ 568, 569, „die wahrhafte Theodicee“ 569 (O fran⸗ zöſiſche Revolution), 46, 92, 101, 102, 150 (ſ. o.) Faſſung der Weltgeſchichte als Darſtellung des Begriffs der ab— ſoluten Einheit der göttlichen und menſchlichen Natur, der Dreieinigkeit 319, 318, 320 (O Gemeinde) Auf den Unterſchied, ob der Menſch erſt nur an ſich vernünftig iſt oder ob er für ſich vernünftig iſt, läuft der ganze Unterſchied in der Weltgeſchichte hinaus 50 (O Entwicklung) Es wäre Gegenſtand der philoſophiſchen Weltgeſchichte, aufzu— zeigen, „wie der Geiſt einer Zeit ſeine ganze Wirklichkeit und ihr Schickſal nach ſeinem Prinzipe ausprägt“ 85 (O Philoſophie) „Rezenſion. »Über die Grundlage, Gliederung und Zeitenfolge der Weltgeſchichte. Drei Vorträge, gehalten an der Ludw.⸗Max.⸗Uni⸗ verſität zu München, von J. Görres. Breslau 18304“ 414—441 (ſ. Görres) weltgeſchichtliches Individuum ſ. Individuum Weltlichkeit „Die Weltlichkeit iſt das geiſtige Reich im Daſein, das Reich des Willens, der ſich zur Exiſtenz bringt“ 552 (O Aufklärung) Weltſeele „Die allgemeine Seele muß nicht als Weltſeele gleichſam als ein Subjekt fixiert werden“ 62 9 (O Seele) Begriff der Weltſeele (yx änavıwy) bei den Gnoſtikern 136 (ſ. ſcholaſtiſche Philoſophie) Glockner, Hegel⸗Lexikon 168 2673
Weltweisheit / Weltzuftand Weltweisheit ſ. Weisheit Weltzuſtand 12 Bedeutung des allgemeinen Weltzuſtandes als Vorausſetzung für die individuelle Handlung und deren Charak— tere 245, 245—268 (O Handlung), 253, 260, 262 (O Heroenzeit), 268, 273 (O Situation). Es fragt ſich, wie „ein allgemeiner Zu— ſtand beſchaſſen ſein müſſe, um ſich der Individualität des Ideals gemäß zu erweiſen“ 246 a) Der ideale frühere Weltzuſtand 246—263, 268 a) „Das Ideal ift Einheit in ſich.“ „Auf unſrer jetzigen Stufe wollen wir diefe Beſtimmung als die Selbſtändigkeit herausheben“ 246, 247249, 254, 268, 269 aa) Das in ſich ſelbſt Subſtantielle ift nicht das Selbſtändige, da es nicht „in ſich ſelber ſubjektiv iſt“ 247 BP) Auch der „auf ſich beruhenden Individualität in der Feſtigkeit ihres ſubjektiven Charakters“ iſt keine Selbſtändigkeit zuzuſchrei— ben, weil ihr „das wahrhaft Subſtantielle des Daſeins“ abgeht 247. „Die wahre Selbſtändigkeit beſteht allein in der Einheit und Durchdringung der Individualität und Allgemeinheit“ 247 1) „Wir müſſen für den allgemeinen Weltzuſtand die Form der Selbſtändigkeit hier ſo betrachten, daß die ſubſtantielle Allgemein— heit in dieſem Zuſtande, um ſelbſtändig zu ſein, die Geſtalt der Subjektivität an ihr felber habe“ 247—249. Das Denken als „nächſte Erſcheinungsweiſe dieſer Identität“ 247. 248. „Doch das Allgemeine des Denkens gehört der Kunſt in ihrer Schönheit nicht an“ 248. Im Ideal ſoll „die beſondere Individualität mit dem Subſtantiellen in trennungsloſem Zuſammenklange“ bleiben 248. Wir ſordern „unmittelbare Selbſtändigkeit“ 249 6) Charakteriſtik ſolcher unmittelbaren Selbſtändigkeit, ja Zu— ſälligkeit, indem wir einen Blick auf die entgegengeſetzte Weiſe der Exiſtenz werſen 249—252 aa) Der Zuſtand geſetzlicher Ordnung, des Staatslebens 249, 250 66) Trennung in Individuum und öffentliche Macht 250 yy) Unterwerfung des Individuums und der geſamten Partiku— larität der Sinnesweiſe und ſubjektiven Meinung und Empfindung unter die objektive Vernünſtigkeit und Geſetzlichkeit 250, 251. „Die untergeordnete Stellung des einzelnen Subjekts in ausgebildeten Staaten zeigt ſich endlich darin, daß jedes Indivi— 2674
12 14 Weltzuſtand duum nur einen ganz beſtimmten und immer beſchränkten Anteil am Ganzen erhält“ 252 Y) Charakteriſtik der unmittelbaren Selbſtändigkeit an der Heroen— zeit 252—263 (ſ. Heroenzeit) b) Der heutige gegenwärtige Weltzuſtand 264—266. Der Kreis für ideale Geſtaltungen iſt nur ſehr begrenzter Art 264. „Die Hausväterlichkeit und Rechtſchaffenheit, die Ideale von redlichen Männern und braven Frauen überhaupt“ iſt hauptſächlicher Stoff. Die „innere Subjektivität“ iſt der Schauplatz 264. Auch der Monarch iſt heute kein Heroe mehr 264, 265. Jeder iſt Glied nur eines Ganzen 265, 266, 268 c) Das Intereſſe an der individuellen Totalität und lebendigen Selbſtändigkeit, am Heros, wird immer beſtehen bleiben 266—268. Schillers jugendliche Verſuche 266, 267 (ſ. Schiller); Goethes Götz von Berlichingen 268 (ſ. Goethe). Hat ſich „die geſetzliche Ordnung in ihrer proſaiſchen Geſtalt“ vollſtändig ausgebildet, wird die abenteuernde Selbſtändigkeit ritterlicher Individuen lächerlich 268. Cervantes' Don Quixote 268 Verhältnis des idealen Weltzuſtandes zur Situation 268, 270 (O Situation) „Der epiſche allgemeine Weltzuſtand“ 340—355, 333, 337, 375 (O epiſche Poeſie). Im epiſchen Begebnis kann „eine in die Totalität ihrer Zeit und nationalen Zuſtände verzweigte Hand— lung“ zur Anſchauung kommen 341, 340. Die echt poetiſche Geſtalt dieſes allgemeinen Bodens liefert vor allem der ideale frühere Weltzuſtand 341 [12, 246—263 f. o.], 375 a) „Das Paſſendſte für den ganzen Lebenszuſtand, den das Epos zum Hintergrunde macht, beſteht darin, daß derſelbe für die In— dividuen bereits die Form vorhandener Wirklichkeit hat, doch mit ihnen noch in dem engſten Zuſammenhange urſprünglicher Lebendigkeit bleibt“ 341 —346 ad) „Die Verhältniſſe des ſittlichen Lebens, der Zuſammenhalt der Familie, ſowie des Volkes als ganzer Nation in Krieg und Frieden müſſen ſich eingefunden haben“; aber der Sinn des Rechts und der Billigkeit darf ſich noch nicht iſoliert haben, ſondern die handelnden Individuen beſeelen 341, 342 66) Auch zur Natur muß der Menſch noch ein unmittelbares Ver⸗ hältnis haben; ſie darf nicht bloß Mittel fein 342, 343 [12, 347 bis 354 f. Kunſtſchönes! 2675
Weltzuſtand / Wendt 14 yy) Dieſer Weltzuſtand iſt der heroiſche 343 [12, 252—263 f. He⸗ 17 roenzeitl. Ihn ſchildert Homer in der Iliade, Oſſian in feinen Gedichten; er herrſcht in der Beziehung des Cid zu den Fürſten und bei Arioſt und Taſſo 343, 344, 345. Dieſe Welt umfaßt „nicht bloß das beſchränkt Allgemeine der beſonderen Begebenheit“, „ſondern muß ſich zur Totalität der Nationalanſchauung er— weitern“ 346. Die ſchönſten Beiſpiele ſind die Odyſſee und die Iliade, während Oſſians und Dantes Welt bereits zu beſchränkt iſt 346. Im Nibelungenlied fehlt die beſtimmte Wirklichkeit 346 6) Die Welt des Epos muß die Welt eines beſtimmten Volkes ſein 347—350 ao) Das wahrhaft urſprüngliche Epos gibt „die Anſchauung eines nationalen Geiſtes“ und „ein Bild der ganzen Stufe und Weiſe des Bewußtſeins“ 347. Homer 347 66) Es gibt zweierlei Arten nationaler Wirklichkeit; erſtens eine ganz poſitive Welt ſpeziellſter Gebräuche, und zweitens die natio— nale Subſtanz des geiſtigen Bewußtſeins 347. Beide Arten müſſen im Epos in einem inneren Zuſammenhange ſtehen 347, 348 Betrachtung dieſes Zuſammenhangs bei Homer, Klopſtock und im Nibelungenlied 348, 349 yy) Neben der fremden Nationalität muß, ſoll das nationale Epos auch für fremde Völker und Zeiten ein bleibendes Intereſſe ge— winnen, auch das allgemein Menſchliche ausgeprägt ſein 349. Homers „unſterbliche ewige Gegenwart“ 349. Im Ramajana wird die Schranke indiſcher Beſonderheit nicht durchbrochen 349, da: gegen hat ſich die geſamte chriſtliche Welt im alten Teſtament von früh an heimiſch gefunden 349, 350 y) „Drittens endlich muß der allgemeine Zuſtand eines beſonderen Volks nicht in dieſer ruhigen Allgemeinheit ſeiner Individualität den eigentlichen Gegenftand des Epos abgeben, und für ſich beſchrieben werden, ſondern kann nur als die Grundlage erſcheinen, auf deren Boden ſich eine ſich fortentwickelnde Begebenheit er: eignet, welche alle Seiten der Volkswirklichkeit berührt und die⸗ ſelben in ſich hereintreten macht“ 350. Die beſtimmte Situation muß „in ſich ſelber kollidierender Art ſein“ 350. Zum Unterſchied „epiſcher und dramatiſcher Kolliſionen“ 350-355 (f. Kolliſion) Wendt, Amadeus A. Wendts Auszug aus Tennemanns Geſchichte der Philoſophie 2676
17 19 w . Wendt / Werden 146. „Man wundert ſich, was da alles als Philoſophie aufgeführt wird, ohne Unterſchied, ob es von Bedeutung ſei oder nicht“ 149 (O Philoſophiegeſchichte) Hinweiſe auf Wendts Auszug 495 Fußn., 496 Fußn. (O Hume), 616 Fußn. (O Fichte) Werden (Bewegung, Entſtehen, Prozeß, Sein — Nichts, Vermitt⸗ lung) „Das Werden der Sittlichkeit und die Erziehung“ 513, 514 (ſ. Er⸗ ziehung) Charakteriſtik der Vermittlung als „das einfache Werden“ 25 (. Vermittlung) „Die Veränderung des Veränderlichen iſt Werden des Bleiben— den, an und für ſich Beſtehenden und Inneren“ 105 (O Wahr: nehmung) „Sein, Nichts, Werden“ 117 (ſ. Sein), 172 (O Sein) 33 (O Logik) „Werden“ 88—121 (O Sein) 1. „Einheit des Seins und Nichts“ 88—118. Die Wahr⸗ heit von Sein und Nichts iſt die „Bewegung des unmittelbaren Verſchwindens des Einen in dem Anderen; das Werden; eine Bewegung, worin beide unterſchieden ſind, aber durch einen Unterſchied, der ſich ebenſo unmittelbar aufgelöſt hat“ 89, 88 Anmerkung 1. „Das dem Etwas entgegengeſetzte Nichts, iſt das Nichts von irgend Etwas, ein beſtimmtes Nichts“ 89. Ebenſo iſt „im Nichtſein die Beziehung auf das Sein enthalten“ 89. Hier jedoch handelt es ſich nicht um die Beziehung, ſondern um „das Nichts rein für ſich“ 89 Den einfachen Gedanken des reinen Seins faßten zuerſt die Eleaten, vorzüglich Parmenides 89, 90. Im Buddhaismus iſt das Nichts dann abſolutes Prinzip 90. Heraklit hob dann den Begriff des Werdens hervor 90. Einheit von Sein und Nichts in den orientaliſchen Sprüchen 90. Im Gegenſatz zu dem Satz: ex nihilo nihil fit behauptet die chriſtliche Metaphyſik „einen Übergang von Nichts in Sein“ 90, 91 Das Reſultat, „daß Sein und Nichts dasſelbe iſt“, „dieſe Einheit von Sein und Nichts“ iſt „in jedem Wirklichen oder Gedanken 2677
Werden aufzuzeigen“ 91. Es gibt „nirgend im Himmel und auf Erden Etwas, was nicht Beides Sein und Nichts in ſich enthielte“ 91, 92. „Alle Begriffe der Philoſophie ſind Beiſpiele dieſer Einheit“ 92 Einige Gründe für die Verwirrungen, in welche ſich das gewöhn— liche Bewußtſein bei einem ſolchen logiſchen Satze verſetzt 92. So bringt das Bewußtſein Vorſtellungen von einem konkreten Etwas mit 92. Beiſpiel vom Sein oder Nichtſein der hundert Taler 92, 94, 95, 96, 97. Die Anwendung macht ein beſtimmtes Sein und beſtimmtes Nichts daraus 92, 93. Zu Kants Kritik des ontologi— ſchen Beweiſes vom Daſein Gottes 93—98 (ſ. Gottesbeweiſe) Anmerkung 2. Ein weiterer Grund, welcher zu dem Wider— willen gegen den Satz über Sein und Nichts behilflich iſt, liegt darin, daß „der Akzent vorzugsweiſe auf das Eins- und dasſelbe «fein gelegt wird“ 98, 99 [8, 212, 213]. Bei näherer Betrachtung hat der Satz „die Bewegung, durch ſich ſelbſt zu verſchwinden. Da— mit aber geſchieht an ihm ſelbſt das, was ſeinen eigentlichen In— halt ausmachen ſoll, nämlich das Werden“ 99. Dieſes Refultat aber iſt nicht ſelbſt im Satze ausgedrückt, wie überhaupt „der Satz, in Form eines Urteils, nicht geſchickt iſt, ſpekulative Wahrheiten auszudrücken“ 99. Um den Mangel zu ergänzen, muß der ent— gegengeſetzte Satz hinzugefügt werden: Sein und Nichts iſt nicht dasfelbe 99. Die Unverbundenheit der zwei Sätze iſt dann der weitere Mangel 99, 100. Über das unglückliche Wort: Einheit 100 (ſ. Einheit) Das ganze wahre Refultat iſt das Werden 100, 101. Unſagbarkeit des Unterſchieds von Sein und Nichts, der nur im Meinen beſteht 101, 102. Unterſchied zwiſchen Sein und Exiſtenz 102. Es gibt keine Vorſtellung vom Sein. Beſtimmtes Sein iſt Daſein 102 Anmerkung 3. Sein und Nichts „beſtehen nicht für ſich, ſon— dern ſind nur im Werden, in dieſem Dritten“ 103, 102. „Aber dieſes Dritte hat vielfache empiriſche Geſtalten, welche von der Abſtraktion beiſeite geſtellt oder vernachläſſigt werden“ 103. Kritik an der Fixierung von Sein und Nichts 103 Betrachtung einiger Ergebniſſe der Iſolierung von Sein und Nichts 104. Parmenides hielt das Sein feſt 104, 109. Der Fort⸗ gang, daß das Sein dasſelbe iſt als das Nichts, erſcheint als ein zweiter, neuer Anfang 104. „So iſt Fichtes abſoluteſter, unbe⸗ dingter Grundſatz: A = A Setzen; der zweite iſt Entgegenſetzen“ 2678
Werden 4 104, 105. Jacobis beredte Schilderungen „über die Unmöglichkeit, von einem Abſtrakten zu einem Ferneren und zu einer Vereinigung beider zu kommen“ 105, 106, 108, 109 (ſ. Jacobi) In der reinen Reflexion des Anfangs mit dem Sein „ift der Übergang noch verborgen; weil das Sein nur als unmittelbar geſetzt iſt, bricht das Nichts an ihm nur unmittelbar hervor“. Anders wird dies mit dem Daſein 110 Fixierung des Nichts und Anfang mit dem Nichts, das dann frei: lich ſich in Sein verkehrt 110, 111. Kritik an ſolchem „äußerlichen Spiel des Abſtrahierens“ 111, 112 Charakteriſtik der dialektiſchen Behandlung des Einen in Platons Parmenides als „äußere Reflexion“ 112, 113. Verbindung des Seins mit einem Subjekte, einem empiriſchen Sein 112, 113, 115, und ebenſo des Nichts mit dem Sein 113. „Das Nichts ſei nur Abweſenheit des Seins, die Finſternis ſo nur Abweſenheit des Lichts“ 113, 114. „Das Umſchlagen des Nichts durch Teine Be: ſtimmtheit ... in ein Affirmatives, erſcheint dem Bewußtſein, das in der Verſtandes⸗Abſtraktion feſtſteht, als das Paradogefte 115. Ihm erſcheint „die Einſicht, daß die Negation der Negation Poſi⸗ tives iſt, als etwas Triviales“ 115 Der Übergang des Seins in Nichts iſt noch kein Verhältnis. „Es iſt alfo unftatthaft zu ſagen: Das Nichts iſt der Grund vom Sein; oder Sein iſt der Grund von Nichts“ 115, 116 Anmerkung 4. Charakteriſtik der einfachen, gewöhnlichen Dia— lektik, die ſich gegen das Werden, gegen den Anfang der Welt richtet 116, 311 und ihrer Beweisart 116. Das Werden oder An— fangen wird aſſertoriſch geleugnet 116, iſt etwas „Unbegreifliches“ 117. Parallele dieſer Dialektik mit der, welche ſich gegen den Be⸗ griff der unendlich-kleinen Größe in der höheren Analyſis wendet 117. Solche Dialektik ift Sophiſterei 117, 118 (f. Dialektik) 2. „Momente des Werdens“ 118—119. „Das Werden, Ent⸗ ſtehen und Vergehen, iſt die Ungetrenntheit des Seins und Nichts“, iſt „beſtimmte Einheit“ 118. Sein und Nichts „ſind in dieſer Einheit, aber als Verſchwindende, nur als Aufgehobene“, als Momente des Werdens 118. Zur gedoppelten Beſtimmung des Werdens als Entſtehen und Vergehen 118, 119 3. „Aufheben des Werdens“ 119—121. „Das Werden iſt eine haltungsloſe Unruhe, die in ein ruhiges Reſultat zufammenſinkt“ 119. „Dies Reſultat iſt das Verſchwundenſein, aber nicht 2679
. a D D 1 S 15 Werden als Nichts“, ſondern als Sein 119, 120. Das Dafein 120 (f. Daſein) Anmerkung: Wichtigkeit der Begriffe: Aufheben und Aufgehobenes 120 (f. aufheben). Das Aufgehobene kann paffend Moment genannt werden 121. Sein und Nichts als Momente des Daſeins 121 (O Sein) „Das Etwas als Werden iſt ein Übergehen, deſſen Momente ſelbſt Etwas find, und das darum Veränderung iſt; — ein bereits fonkret gewordenes Werden“ 131 (O Daſein) Das Unendliche iſt „weſentlich nur als Werden, aber das nun in feinen Momenten weiter beſtimmte Werden“ 173 (O Unendlichkeit) Das Werden des Eins zu vielen Eins 197 (f. Eins) Charakteriſtik des Seins als „das Werden zum Weſen“ 588, 589, 593 (f. Grund). Im Abſoluten iſt kein Werden, „denn es iſt nicht das Sein“ 665. In der orientaliſchen Vorſtellung der Emanation iſt das Abſolute das ſich ſelbſt erleuchtende Licht. das Werden iſt „nur als ein fortgehender Verluſt“ genommen 675 (0 Abſolutes) Das „Werden“ in der Wechſelwirkung 719 (O Wechſelwirkung) Werden des Weſens aus dem Sein und des Begriffs aus dem Weſen 36, 37 (ſ. Begriff) Das Werden iſt Einheit von Sein und Nichts 209 [P. St. 6, 54], 212 [P. St. 6, 57]. „Werden ift der wahre Ausdruck des Reſultats von Sein und Nichts, als die Einheit derſelben“, iſt „die Unruhe in fi)” 213 H. „In der Einheit des Werdens darf der Unterſchied nicht fortgelaſſen werden, denn ohne denſelben würde man wieder zum abſtrakten Sein zurückkehren“ 214 g. In der Geſchichte der Philoſophie iſt es das Syſtem des Herakleitos, welches der Stufe des Werdens entſpricht 2148, 215 ©. Vertiefung der noch höchſt armen Beſtimmung des Werdens im Leben und im Werden des Geiſtes 215 8 (O Sein) Das Werden im Dafein 215 (f. Dafein) [P. St. 6, 57] Charakteriſtik der Zeit als „das Sein, das, indem es iſt, nicht iſt, und indem es nicht iſt, iſt, — das angeſchaute Werden“ 79 (f. Zeit) [P. St. 6, 154] Im Begriff hat das Werden oder Übergehen „die beſtimmtere Be⸗ deutung des freien Urteils“ 528 (O Seele) „Die Wahrheit des Seins iſt das Werden; Werden iſt Eine Be⸗ ſtimmung, ſich auf ſich beziehend, etwas Unmittelbares, eine ganz 2680
15 17 18 20 11 15 2 11 15 9 Werden / Werner einfache Vorſtellung, enthält aber die beiden Beſtimmungen: Sein und Nichtſein“ 174, 175 (O unmittelbares Wiſſen) 367 (O indiſche Religion) „Das Sein iſt das Eine, das Erſte; das Zweite iſt das Werden, — zu dieſer Beſtimmung iſt Heraklit fortgegangen“ 344. „Heraklit ſagt, alles iſt Werden; dies Werden iſt das Prinzip“ 349, 350. „Im Sinnlichen, Anſchaubaren iſt die Zeit das Erſte, was ſich als das Werden darbietet, es iſt die erſte Form des Werdens“ 354 (O Heraklit). Leukipps Fortgang vom Werden zum Prinzip des Fürſichſeins 384, 391 (O Leukipp) Werden, dieſe einfache Vorſtellung, iſt „eine Einheit von Unter⸗ ſchieden, die ſo ungeheuer unterſchieden ſind, wie Sein und Nichts“ 67 (O Sokrates). „Im Werden iſt Sein und Nichtſein, das Wahrhafte beider iſt das Werden, es iſt die Einheit beider als untrennbar und doch auch als Unterſchiedener; denn Sein iſt nicht Werden, und Nichtſein auch nicht“ 243 (O Plato) Stellungnahme des unbekannten Kritikers Hegels zum Werden 344, 350 (ſ. Hegel) Werk (Arbeit) Zur Spannung zwiſchen dem Werk und der das Werk ſchaffenden Individualität 312, 308, 309, 310, 313, 314 (ſ. Vernunft) Luthers Lehre von den Werken 522 (O Reformation) Werktag (Sonntag) 24 (O Religion) Werkzeug Verſtändigung über das Erkennen, „als das Werkzeug, wodurch man des Abfoluten ſich bemächtige“ 67, 68,69 (O Phänomenologie) Bedeutung der Erfindung des Werkzeugs für den Menſchen, für den Griechen 316 (O Griechen) 300 (O Zauberei) Werner, Abraham Gottlob 295 0 (O Kriſtall). Werners großes Verdienſt um die Erkenntnis 2681
Werner / Weſen 9 der Formationenfolge 465 8, 459 9. Seine Unterſcheidung von Gebirgsarten und Gangarten 469 S, 4709 (f. Geologie) Weſen (Weſenheit) 1 „über das Weſen der philoſophiſchen Kritik überhaupt ...“ 171 bis 189 (ſ. Kritik) 2 Verhältnis von Form und Weſen 23, 24 (ſ. Phänomenologie) Einheit von Weſen und Sein in der Menſchwerdung Gottes 579 (O offenbare Religion) 3 „Das Sein verhält ſich als das unmittelbare zum Weſen als dem mittelbaren. Die Dinge ſind überhaupt, allein ihr Sein beſteht darin, ihr Weſen zu zeigen. Das Sein macht ſich zum Weſen, was man auch ſo ausdrücken kann: das Sein ſetzt das Weſen voraus.“ „Das Sein geht in ihm in ſeinen Grund zurück; das Sein hebt ſich in dem Weſen auf“ 116. Verhältnis von Weſen und Begriff 116 (O Logif) „Das Weſen“ 122-129 (O Logik) 833 „Das Weſen iſt das aus feiner Unmittelbarkeit und aus dem gleichgültigen Verhalten zu Anderem in die einfache Einheit mit ſich zurückgenommene Sein“ 122 Erſter Abſchnitt. „Die Beſtimmungen des Weſens an ſich“ 122— 123 § 34 Charatteriſtit der Beſtimmungen des Weſens als Beziehun⸗ gen 122 § 35 J. Die erſte Beſtimmung iſt Einheit mit ſich ſelbſt, Identität 122 8 36 2. Die zweite Beſtimmung iſt der Unterſchied, a) als die Be⸗ ſtimmung der Verſchiedenheit 122, p) als die Beſtimmung der Entgegenſetzung 123 8373. „Das Dritte, worin die geſetzten Beſtimmungen überhaupt aufgehoben ſind, iſt das Weſen, welches inſofern Grund iſt“ 123 88 38, 39 Verhältnis des unmittelbaren Daſeins zum Grund und des Grundes zum Begründeten 123 Zweiter Abſchnitt. „Die Erſcheinun g“ 124—127 (f. Er⸗ ſcheinung). Weſen und Erſcheinung 124, 125. Weſen und beding⸗ tes Verhältnis 126 Dritter Abſchnitt. „Die Wirklichkeit“ 127-129 (ſ. Wirklichkeit) 2682
3 oO — Weſen „Weſen“ 175—179 (O Logih) A. „Begriff des Weſens“ 175—176 § 33 „Als Durchdringung der Selbſtbeſtimmung und der gleich⸗ gültigen Beſtimmtheit hat es die Momente der Weſentlichkeit und Unweſentlichkeit an ſich“ 176, 175 § 34 Das „Werden des Weſens“, ſein Übergehen „in die Freiheit des Daſeins“ 176 S 35 Sein Tun 176 B. „Satz“ 176—177 (f. Satz) C. „Grund und Begründetes“ 177—179 (ſ. Grund). Übergang des Weſens zur Wirklichkeit 179 Abtrennung des Seins von dem Weſen 84 (O Sein), 110 (O Wer⸗ den). Verhältnis von Sein und Weſen überhaupt 481, 483, 484 (ſ. u.), 486, 487, 490, 492 (O Schein), 493, 501, 502 (O Reflexion), 508 (0 Identität), 518 (O Unterſchied), 525 (O Gegenſatz), 588 (O Grund), 597 (O Erſcheinung) Die Identität des Weſens 136 [3, 122] (O Dafein), 409 (O Maß) Zur „Idee des Weſens“ im Maße 409, 410 (O Maß) „Das Werden des Weſens“ 410, 466—478 (f. Maß). „Übergang in das Weſen“ 476478 (ſ. Maß) „Das Weſen“ 479—721, 19, 62, 66 (O Logik), 410, 466, 471, 478 (O Maß) „Die Wahrheit des Seins iſt das Weſen“ 481, 597. Das Wiſſen will das Anundfürſich des Seins erkennen, will hinter dieſes Sein dringen, über es hinausgehen 481. Dieſe Tätigkeit des Erkennens ſcheint dem Sein äußerlich zu ſein; aber „dieſer Gang iſt die Be⸗ wegung des Seins ſelbſt“ 481, 482. „Wenn alſo das Abſolute zu⸗ erſt als Sein beſtimmt war, ſo iſt es jetzt als Weſen beſtimmt“ 481, 482. Die Reflexion beſtimmt das Weſen „als die beſtimmungsloſe einfache Einheit“, als „Inbegriff aller Realitäten“ 482. „Das We⸗ ſen iſt auf dieſe Weiſe nur Produkt, ein Gemachtes“ 482, 485; „es iſt durch ein Anderes, die äußerliche, abſtrahierende Re⸗ flexion“; es iſt „in ſich tote, leere Beſtimmungsloſigkeit“ 482 Das Weſen aber wird durch „die unendliche Bewegung des Seins“ 482. „Es iſt An⸗und⸗Fürſichſein“ 482, 483, 484 Charakteriſtik des Weſens als „zunächſt das unbeſtimmte Weſen“ 483. Sein Übergang zum Oaſein iſt kein Werden noch Übergehen, 2683
Weſen 4 ſondern es hat „die Beſtimmtheit, welche es nur an ſich enthält, in ſeiner Sphäre zu ſetzen, um ſich Daſein und dann ſein Fürſichſein zu geben“ 483, 492. Das Weſen iſt „die abſolute Gleichgültigkeit gegen die Grenze“ 483. Vergleich hierin mit der Quantität 483, 484. Am Weſen iſt keine Beſtimmtheit. „Die Negativität des We⸗ ſens iſt die Reflexion“ 484 „Das Weſen ſteht zwiſchen Sein und Begriff“; „ſeine Bewegung macht den Übergang von Sein in den Begriff aus“ 484, 658. „Seine Bewegung beſteht darin, die Negation oder Beſtimmung an ihm zu ſetzen, dadurch ſich Daſein zu geben, und das als unendliches Fürſichſein zu werden, was es an ſich iſt“ 484 I. „Das Weſen ſcheint zuerſt in ſich ſelbſt, oder iſt Reflexion“ 484, 485—596 II. Das Weſen erſcheint, ift Erſcheinung 484, 597—661 III. Das Weſen offenbart ſich als Wirklichkeit 484, 662—721 Erſter Abſchnitt. „Das Weſen als Reflexion in ihm ſelbſt“ 484, 485—596, 597. „Das Weſen kommt aus dem Sein her“, ift Reſultat 485, 482, ift weſentliches und. unwefentliches Daſein 485. Schein nur ſteht ihm gegenüber, „allein der Schein iſt das eigene Setzen des Weſens“ 485 1. Das Weſen als Reflexion, Schein; 2. Betrachtung der Re: flexionsbeſtimmungen und 3. Beſtimmung des Weſens zum Grund und Übergang in Exiſtenz und Erſcheinung 485 Erſtes Kapitel. „Der Schein“ 485, 485504 (f. Schein). A. „Das Weſentliche und das Unweſentliche“ 486—487 (f. Schein). „Das Weſen iſt das aufgehobene Sein“ 486, 485, 492. Rückblick auf die Sphäre des Weſens 492 (O Schein) Zweites Kapitel. „Die Weſenheiten oder die Re— flegions-Beftimmungen” 485, 500, 504-551 (f. Reflegionsbeftimmungen), 539, 540 (ſ. Widerſpruch) Drittes Kapitel. Der Grund“ 485, 551—596 (f. Grund). „Form und Weſen“ 555—560 (f. Form) Zweiter Abſchnitt. „Die Erſcheinung“ 484, 597—661 (. Erſcheinung). Weſen und Exiſtenz 600 (f. Exiſtenz). Weſen und Erſcheinung 622, 623, 633 (f. Erſcheinung). Das weſentliche Ver— hältnis 639 —661 (ſ. Verhältnis). Das Weſen im Verhältnis von Innerem und Außerem 656, 657. „Das Innere iſt die Vollendung des Weſens der Form nach“ 658. „Die Bewegung des Weſens iſt 2684
He a Weſen überhaupt das Werden zum Begriffe“ 658. „Das Weſen iſt nur erſt das Innere“, Schulweſen, Zeitungsweſen 659 (O Verhältnis) 8, 263 &] Dritter Abſchnitt. „Die Wirklichkeit“ 484, 598, 661, 662—721 (ſ. Wirklichkeit). Weſen und Wirklichkeit 662 (O Wirk⸗ lichkeit). Weſen und Abſolutes 663, 664, 665, 666 (ſ. Abſolutes). Weſen und abſolute Notwendigkeit 693, 694 (ſ. Wirklichkeit). Weſen und abſolutes Verhältnis 696, 698 (ſ. Verhältnis) Das Weſen iſt neben dem Sein Moment im Werden des Begriffs 5, 6, 25. Der Begriff iſt „Einheit des Seins und Weſens“ 31, 36, 37 (ſ. Begriff) [3, 116; 4, 484, 658; 8, 261, 349, 350] Sein und Weſen ſind Stufen in der reinen Logik 17 (O Begriff). „Im Sein iſt Übergang in Anderes, im Weſen Scheinen an einem Andern, wodurch die notwendige Beziehung ſich offenbart“ 71 (O Urteil), 104 (O hypothetiſches Urteil). Rückblick auf die Dar⸗ ſtellung des Weſens im erſten Buche der objektiven Logik 172, 176 (O Gottesbeweiſe). Das Weſen als Anfang 347, 348 (O Idee) . „Die Lehre vom Weſen“ 50 [P. St. 8, 199] (O Logik), 67 P. St. 8, 259] (O Maß), 68—95 [P. St. 8, 261—352] (O Logik), 118 & (O Objekt) S 64 [ogl. 8, 88 112, 113] Das Weſen enthält das Negative als Schein und iſt Reflexion, „Beziehung auf ſich ſelbſt, nur indem fie Beziehung auf Anderes iſt, das unmittelbar nur als ein Ge— ſetztes und Vermitteltes iſt“ 68 [vgl. 8, 261]. „Das Abſolute iſt das Weſen“ 68—69 (ſ. 8, 261— 262) S 65 [vgl. 8, 88 113, 114] „In der Sphäre des Weſens macht die Relativität die herrſchende Beſtimmung aus.“ „Es iſt ein Sein der Reflexion, Verhältnis“ 69 [P. St. 8, 266, 267] A. „Die reinen Reflexionsbeſtimmungen“ 69—77 P. St. 8, 267—288] (ſ. Reflexionsbeſtimmungen) B. „Die Erſcheinung“ 77—85 [P. St. 8, 298—319] (ſ. Er⸗ ſcheinung) C. „Die Wirklichkeit“ 85—96 [P. St. 8, 319—352] (f. Wirk⸗ lichkeit) „Die Lehre vom Weſen“ 172 8 (O0 unmittelbares Wiſſen), 199 [P. St. 6, 50] (O Logik), 202 , 204 0 (O Sein), 259 [P. St. 6, 67], 260 (O Maß), 261—352 [P. St. 6, 68-95] (O Logit) 2685
E Weſen 8 112 [P. St. 6, 8 64] „Das Weſen iſt der Begriff als geſetzter Begriff“, „das durch die Negativität ſeiner ſelbſt ſich mit ſich ver— mittelnde Sein“, „Sein als Scheinen in ſich ſelbſt“ 261 [vgl. 6, 68], 262 g, 289 @ „Das Abſolute iſt das Weſen“, das „in ſich gegangene Sein“, nicht bloß „die Negativität nur in dem Sinn einer Abſtraktion von allen beſtimmten Prädikaten“ 261, 262 [P. St. 6, 68, 69] Zuſatz. Sein iſt im Hinblick auf das Weſen „bloßer Schein“ 262 g. „Der Standpunkt des Weſens iſt überhaupt der Standpunkt der Reflexion“ 262 8, 282 H. Zur Aufgabe der Philoſophie „das Wefen der Dinge“ zu erkennen 262 8, 263 Z. Das „Geweſen“ als Bezeichnung der Vergangenheit 263 O [4, 481]. Weſen in der Be— deutung einer Zuſammenfaſſung, eines Inbegriffs, wie Zeitungs— weſen 263 © [vgl. 4, 659]. Vom „endlichen Weſen“ 263 O und von Gott als dem „höchſten Weſen“ 264 9. Kritik an der Gotteserkenntnis der „modernen Aufklärung und näher des abſtrakten Verſtandes“ 265 3 (f. Gotteserkenntnis). Kritik an der Fixierung des Weſens in abſtrakter Weiſe 265 8, 2668 § 113 [vgl. 6, 8 65] „Die Beziehung⸗auf⸗ſich im Weſen ift die Form der Identität, der Reflexion-in⸗ſich“ 266 [P. St. 6, 69] § 114 [ogl. 6, 8 65] Das Sein iſt am Weſen das Unweſentliche. „Das Weſen iſt In-ſich⸗ſein, es iſt weſentlich.“ „Es hat das Un— weſentliche als feinen eignen Schein in ſich“ 266 O. Charakteriſtik der Sphäre des Weſens als „noch unvollkommene Verknüpfung der Unmittelbarkeit und der Vermittlung“, als „Sein der Re— flegion“ 267 [P. St. 6, 69], als „Sphäre des geſetzten Wider— ſpruches“ 267 H. Parallelen zwiſchen Sein und Weſen im Hin— blick auf ihre Beſtimmungen 267 & A. „Das Weſen als Grund der Exiſtenz“ 267—298 P. St. 6, 77—79] (ſ. Exiſtenz). Rückblick auf Weſen, Grund, Eriſtenz 289 8 (O Exiſtenz) B. „Die Erſcheinung“ 298—319 [P. St. 6, 79—80] (f. Er⸗ ſcheinung). Verhältnis zwiſchen Weſen und Erſcheinung 298 P. St. 6, 80] (ſ. Erſcheinung) C. „Die Wirklichkeit“ 319-352 [P. St. 6, 85-95]. Das Weſen als Moment der Wirklichkeit 319 [P. St. 6, 85]. „Der Be: griff iſt die Wahrheit des Seins und des Weſens“ 349 [P. St. 6, 93), iſt „das zum Sein als einfacher Unmittelbarkeit zurückgegan⸗ 2686
8 De 1 a 16 17 Weſen gene Weſen, deſſen Scheinen dadurch Wirklichkeit hat, und deſſen Wirklichkeit zugleich freies Scheinen in ſich ſelbſt iſt“ 350 [P. St. 6, 94] (O Wechſelwirkung). Der dialektiſche Prozeß in der Sphäre des Weſens iſt „Scheinen in Anderes“ 355 Z. Über die Beſtim⸗ mungen des Weſens als „nur beſtimmte Begriffe“ 357 [P. St. 6, 97] (O Begriff), 370 8 (O Urteil) Urteil und Weſen: die drei Hauptarten des Urteils entſprechen den Stufen des Seins, des Weſens und des Begriffs 371 8 (O Ur⸗ teil) Die Stufen des Seins und des Weſens ſind „nicht ein Feſtes und auf ſich Beruhendes, ſondern es haben ſich dieſelben als dialektiſch erwieſen und ihre Wahrheit iſt nur die, Momente der Idee zu fein“ 425 @, 426 ©. Die abſtrakte Form des Fortgangs iſt „im Weſen Scheinen in dem Entgegengeſetzten“ 450 [P. St. 6, 143] (O Idee) „Das ſind die rechten Philoſophen, die meinen, am Weſen haben ſie das Wahre, und wenn ſie immer Weſen ſagen, ſo ſei dies das Innere und Rechte! Ich habe gar keinen Reſpekt vor ihrem Weſen⸗ Sagen; denn es iſt eben nur eine abſtrakte Reflexion. Das Weſen aber explizieren, iſt, es als Daſein erſcheinend machen“ 701 8, 7002 (O Krankheit) 332 (f. beſtimmte Religion). „Weſen ohne Exiſtenz iſt eine bloße Abstraktion; die Weſenhaftigkeit, der Begriff muß exiſtierend gedacht werden: es gehört alſo die Realiſation auch zur Weſen— haftigkeit, aber die Form der Realiſation iſt noch die ſinnliche Epiſtenz, die ſinnliche Unmittelbarkeit“ 415 (O Buddhaismus) In der beſtimmten Religion iſt „das Weſen ſelbſt als Einheit des Unendlichen und Endlichen beſtimmt“, „als in ſich konkrete Un— endlichkeit“ 11, 12. Das Weſen, d. h. das Allgemeine als abſolute Macht „hat ſeine Beſtimmtheit in ihm ſelbſt und iſt die Totalität ſeines Scheines“ 12. Die teleologiſche Betrachtung iſt „eine weſentliche“ 28 (O beſtimmte Religion) Die griechiſchen Götter gehen zwar aus der menſchlichen Phan⸗ taſie hervor, „aber als weſentliche Geſtalten und das Produkt iſt zugleich als das Weſentliche gewußt“ 119 (O griechiſche Religion) Das „Weſen der Welt“ wird in den Religionen der Völker gefaßt als „an und für ſich ſeiende Vernunft, die allgemeine konkrete Subſtanz, der Geiſt, deſſen Urgrund ſich objektiv im Bewußtſein 2687
1 A 1 E 20 4 12 — 10 11 Weſen / Weſtfäliſcher Friede iſt“ 93. Sagt man, die Philoſophie erkenne das Weſen, ſo iſt ein Hauptpunkt dieſer, „daß das Weſen nicht ein dem Außerliches iſt, deſſen Weſen es iſt“. „Das Weſen iſt ſelbſt ein weſentlicher Inhalt, nicht das Inhaltsloſe, Unbeſtimmte“ 107. „Die Religion iſt nun der Zuſtand, von dieſem Weſen zu wiſſen“ 108. „Das Weſen iſt Geiſt, nicht ein Abſtraktum“ 108 (O Philoſophie) Für die Sokratiker wird die „Frage vom Verhältnis des ſeiner ſelbſt bewußten Denkens zum Weſen“ wichtig 122—123 (ſ. So⸗ kratiker). Ariſtippos faßte das Weſen „als das Sein, wie es un⸗ mittelbar für das Bewußtſein iſt, d. h. die Empfindung“ 151 (O Ariſtippos aus Cyrene). Theodoros brachte „in die Vorſtellung deſſen, was dem Bewußtſein das Weſen war, mehr das Allgemeine hinein“ 154 (O Theodoros). Platons Faſſung des Weſens 169, 170, 186, 187, 191 (ſ. Plato). Zur Zweideutigkeit, „daß unter Gott und unter dem Weſen der Dinge zweierlei verſtanden werden kann“ 244— 246 (ſ. Plato). Ariſtoteles' „Vom Weſen (odoia, Sub⸗ ſtanz)“ 406 (O Ariſtoteles) 330, 344 (O Hegel) Weſenheit „Die Weſenheiten oder die Reflexions-Beſtimmungen“ 485, 500, 504—551 (ſ. Reflexionsbeſtimmungen) 29 (O Aſthetik) Weſten Die „weſtliche Lokalität der Bildung“ ließ das Syſtem des Mate: rialismus hervorgehen 148 (O Reinhold). Der Dualismus in der Philoſophie unſrer nordweſtlichen Welt 187, 188 (0 Kritik) Weſtfalen 188 g (O Viſion) Weſtfäliſcher Friede Im Weſtfäliſchen Frieden iſt „der Zweck der vollkommenen Parti— kularität, und die privatrechtliche Beſtimmung aller Verhältniſſe ausgeſprochen; er iſt die konſtituierte Anarchie, wie ſie noch nie in der Welt geſehen worden, d. h. die Feſtſtellung, daß ein Neid) Eines, ein Ganzes ſein ſoll, ein Staat, und daß dabei doch alle 2688
11 11 11 19 do Weſtfäliſcher Friede / Widerſpruch Verhältniſſe ſo privatrechtlich beſtimmt werden, daß das Intereſſe der Teile für ſich, gegen das Intereſſe des Ganzen zu handeln, oder das zu unterlaſſen, was deſſen Intereſſe fordert und ſelbſt geſetzlich beſtimmt iſt — aufs unverbrüchlichſte verwahrt und ge— ſichert iſt“ 546. Richelieus Hilfe dabei 546, 547 (O Reformation) Wettkampf Bedeutung des Wettkampfs in den Spielen der Griechen 318 (O Griechen) Wiarda, Tileman Dothias Seine vortreffliche Geſchichte von Oſtfriesland 389, 390 (O Würt— temberg) Wiclif 513 (O Mittelalter) 254 (O Reformation) Widerſpruch (Gegenſatz, Reflexionsbeſtimmungen) Jacobis Stellung zum Satz des Widerſpruches 329 (ſ. Jacobi) „Es iſt der reine Wechſel oder die Entgegenſetzung in ſich ſelbſt, der Widerſpruch zu denken“ 132 (ſ. Verſtand) 3 177 (f. Satz) [4, 544 f. u.] 2. Bedeutung des Satzes vom Widerſpruch in der Schullogik 29, 30. Die nicht durchgeführte Einſicht erkennt nicht, „daß der Wider— ſpruch eben das Erheben der Vernunft über die Beſchränkungen des Verſtandes und das Auflöſen derſelben iſt“ 40, 41 (O Logik). Überwindung des Widerſpruchs durch die dialektiſche Methode 51 (ſ. Dialektik). Betrachtung des Satzes vom Widerſpruch 505, 506 (j. Reflexionsbeſtimmungen), 514, 515 (f. Identität) „Der Widerſpruch“ 535—551 (O Reflexionsbeſtimmungen) 1. Rückblick auf die beiden Seiten, die Verſchiedenheit und den Gegenſatz im Unterſchied 535. Die beiden Seiten können auch ſelbſtändige Neflexions-Beſtimmungen ſein: das Poſitive als das an ihm ſelbſt Poſitive und das Negative als das an ihm ſelbſt Negative 535. Jedes hat die gleichgültige Selbſtändigkeit dadurch, „daß es die Beziehung auf ſein anderes Moment an ihm ſelbſt Glockner, Hegel-Lexikon 169 2689
5-3 Widerſpruch hat“. Zugleich iſt jedes „durch das Nichtſein ſeines Andern mit ſich vermittelt; ſo iſt es für ſich ſeiende Einheit und ſchließt das Andere aus ſich aus“ 535. Die ſelbſtändige Reflexions-Beſtim⸗ mung iſt ſo der Widerſpruch 535, 536. „Der Unterſchied überhaupt iſt ſchon der Widerſpruch an ſich“ 535, 536 Das Poſitive als das Geſetztſein in die Gleichheit mit ſich enthält den Widerſpruch, „daß es als das Setzen der Identität mit ſich durch Ausſchließen des Negativen ſich ſelbſt zum Negativen von einem macht, alſo zu dem Andern, das es von ſich ausſchließt“ 536. Das gleiche gilt für das Negative 536, 537. „Aber das Poſitive ift nur an ſich dieſer Widerſpruch; das Negative dagegen der geſetzte Widerſpruch“ 537 2. „Der Widerſpruch löſt ſich auf“ 537—539. Das „raſtloſe Ver— ſchwinden der Entgegengeſetzten in ihnen ſelbſt iſt die nächſte Ein— heit, welche durch den Widerſpruch zuſtande kommt; ſie iſt die Null“ 537. Der Widerſpruch enthält aber auch das Poſitive; „oder die ſich ſelbſt ausſchließende Reflexion iſt zugleich ſetzende Re— flexion“ 537 Charakteriſtik der Reflexion in ſich, wodurch die Seiten des Gegen— ſatzes ſich zu ſelbſtändigen Beziehungen auf ſich machen und ſich zugleich zugrunde richten 538. Zugleich aber iſt dieſe ausſchließende Reflexion „anſichſeiende Selbſtändigkeit“ 538. Dieſe Selbſtändig⸗ keit „iſt durch ihre eigene Negation in ſich zurückkehrende Einheit, indem ſie durch die Negation ihres Geſetztſeins in ſich zurückkehrt“ 539 3. Nach dieſer poſitiven Seite „iſt der Gegenſatz nicht nur zu⸗ grunde, ſondern in feinen Grund zurückgegangen“ 539. „Somit ift das Weſen als Grund ein Geſetztſein, ein Gewordenes“ 539, 540. „Das Weſen ſchließt als Grund ſich von ſich ſelbſt aus, es ſetzt ſich“ 540. „Der aufgelöſte Widerſpruch iſt der Grund, das Weſen als Einheit des Poſitiven und Negativen“ 540, 541 Anmerkung 1. Der Ausdruck: „das Poſitive und Negative iſt dasſelbe“, gehört der äußern Reflexion an 541. Es iſt auf das äußerliche Vergleichen zu verweiſen, „um das Haltloſe dieſer Unterſchiedenen“ aufzuzeigen 541. Wird etwas als poſitiv beſtimmt, ſo hat ſich dasſelbe unmittelbar unter der Hand in Negatives ver⸗ kehrt 541, 542. Im Begriffe des Poſitiven liegt das Negative 541, 542 und umgekehrt 542. Kritik daran, das Poſitive als Ob⸗ jektives und das Negative als Subjektives zu nehmen 542. Über 2690
Widerſpruch den firen Gegenſatz von Licht und Finſternis 542, 543, von Tu⸗ gend und Laſter 543. Der Mangel der Unſchuld 543. Die Wahrheit und der Irrtum 543, 544. Es iſt eine der wichtigſten Erkenntniſſe über die Natur der betrachteten Reflexions-Beſtimmungen, „daß ihre Wahrheit nur in ihrer Beziehung aufeinander, und damit darin beſteht, daß jede in ihrem Begriffe ſelbſt die andere enthält“ 544 Anmerkung 2. Vom Satz des ausgeſchloſſenen Dritten: „Etwas iſt entweder A oder Nicht-A; es gibt kein Drittes“ 544 [3, 177]. Er enthält zuerſt, „daß alles ein Entgegengeſetztes iſt“ 544. Ge⸗ wöhnlich wird er aber fo aufgefaßt, „daß einem Dinge von allen Prädikaten entweder dieſes Prädikat ſelbſt oder ſein Nichtſein zukomme“ 544. Kritik an ſolcher Trivialität 544, 545. Unterſchei⸗ dung des Satzes vom ausgeſchloſſenen Dritten von dem der Iden— tität oder des Widerſpruches 545, 505, 506 Anmerkung 3. Die Faſſung des Widerſpruchs in dem Satze: „Alle Dinge ſind an ſich ſelbſt widerſprechend“ fehlt 545, 546. Seine Wichtigkeit iſt bis heute überſehen worden 546. Dieſer Widerſpruch aber iſt „die Wurzel aller Bewegung und Lebendig— keit“ 546, 547. Kritik an der Behauptung, „daß es nichts Wider: ſprechendes gebe“, und daß „das Widerſprechende weder vorge— ſtellt noch gedacht werden könne“ 546. So iſt das Unendliche der Widerſpruch, wie er in der Sphäre des Seins ſich zeigt 546. Die gemeine Erfahrung ſpricht von einer Menge widerſprechender Dinge 547. Die äußerliche ſinnliche Bewegung ſelbſt iſt das un— mittelbare Daſein des Widerſpruchs 547, 548. Ebenſo iſt „der Trieb überhaupt (Appetit oder Niſus der Monade, die Entelechie des abſolut einfachen Weſens) nichts Anderes, als daß Etwas in ſich ſelbſt, und der Mangel, das Negative ſeiner ſelbſt, in einer und derſelben Rückſicht iſt“ 547, 548. „Das ſpekulative Denken beſteht nur darin, daß das Denken den Widerſpruch und in ihm ſich ſelbſt feſthält“ 547, 548 In den Verhältnisbeſtimmungen ſtellt ſich der Widerſpruch un— mittelbar dar; ſo in oben und unten, rechts und links, Vater und Sohn 548. „Das Vorſtellen hat wohl allenthalben den Wider⸗ ſpruch zu ſeinem Inhalte, kommt aber nicht zum Bewußtſein des— ſelben“ 548, 549. „Die geiſtreiche Reflexion beſteht dagegen im Auffaſſen und Ausſprechen des Widerſpruchs“ 549. Die denkende Vernunft endlich ſpitzt den abgeſtumpften Unterſchied des Ver— 2691
2 2 1 oO 11 Widerſpruch ſchiedenen „zum weſentlichen Unterſchiede, zum Gegenſatze, zu“ 549 [12, 87] Über den ontologiſchen Gottesbeweis, infofern in der ihm zu: grunde gelegten Beſtimmung des Inbegriffs aller Realitäten kein Widerſpruch enthalten ſei“ 549, 550. „Die endlichen Dinge in ihrer gleichgültigen Mannigfaltigkeit find überhaupt dies, widerſprechend an ſich ſelbſt, in ſich gebrochen zu ſein und in ihrem Grund zurückzugehen“ 550, 551. Es iſt nicht von einem „ſich an ſich ſelbſt widerſprechenden Sein aus auf ein abſolut Notwen— diges“ zu ſchließen, ſondern es iſt aufzuzeigen, daß „das zufällige Sein an ſich ſelbſt in feinen Grund zuridgehe, worin es ſich auf: hebt, — ferner daß es durch dies Zurückgehen den Grund nur ſo ſetze, daß es ſich ſelbſt vielmehr zum Geſetzten macht“. „Das Nichtſein des Endlichen iſt das Sein des Abſoluten“ 551 (O Reſlexionsbeſtimmungen) 619 (O Ding), 681 (O Wirklichkeit) 45 [P. St. 8, 139, 140 f. u.], 249 [P. St. 10, 269] Der Gedanke, „daß der Widerſpruch, der am Vernünſtigen durch die Verſtandesbeſtimmungen geſetzt wird, weſentlich und not— wendig iſt, ift für einen der wichtigſten und tiefſten Fortſchritte der Philoſophie neuerer Zeit zu achten“ 140, 139 [P. St. 6, 45] (ſ. Antinomie) Die Sphäre des Weſens iſt „die Sphäre des geſetzten Wider— ſpruches, der in der Sphäre des Seins nur an ſich iſt“ 267 [val. 6, 69] (O Weſeu), 280 8. Das Objekt als „abſoluter Widerſpruch“ 403 0 (f. Objekt). Charakteriſtik der Philoſophie des Leibniz als „der vollſtändig entwickelte Widerſpruch“ 4038 (O Objekt) „Der Geiſt aber hat die Kraſt, ſich im Widerſpruche, folglich im Schmerz — ſowohl über das Böfe wie über das Übele — zu er— halten. Die gewöhnliche Logik irrt daher, indem ſie meint, der Geiſt ſei ein den Widerſpruch gänzlich von ſich Ausſchließendes“ 32 0 (O Geiſt) Der Widerſpruch und ſeine Auflöſung in der Verknüpſung des Einzelnen und Allgemeinen 269 [P. St. 6, 249], 270 8 (O Ver⸗ ſtand), 2640 (O Bewußtſein) „Das Un vollkommene fo als das Gegenteil feiner in ihm felbft iſt der Widerſpruch, der wohl exiſtiert, aber ebenſoſehr auſgehoben und gelöſt wird, der Trieb, der Impuls des geiſtigen Lebeus in 2692
1 — 1 14 16 18 Widerſpruch ſich ſelbſt, die Rinde der Natürlichkeit, Sinnlichkeit und Fremd: heit ſeiner ſelbſt zu durchbrechen, und zum Lichte des Bewußt— ſeins, d. i. zu ſich ſelbſt zu kommen“ 93 (O Weltgeſchichte) 466 (O Mittelalter). Der vielfache Widerſpruch in der Kirche des Mittelalters 484—485 und im mittelalterlichen Staat 485. Philo— ſophiſche Rechtfertigung dieſer Widerſprüche 486 (f. Kirche) Der Widerſpruch in der Fülle des Dafeins 86—89 (f. Gegenſatz). Kant hat „den verſöhnten Widerſpruch wohl in die Vorſtellung gebracht, doch deſſen wahrhaftes Weſen weder wiſſenſchaftlich entwickeln noch als das wahrhaft und allein Wirkliche dartun kön— nen“ 91 (O Kant). Den „Prozeß des Gegenſatzes, Widerſpruches und der Löſung des Widerſpruches durchzumachen, iſt das höhere Vorrecht lebendiger Naturen; was von Haufe aus nur affirmativ iſt und bleibt, iſt und bleibt ohne Leben“ 142. „Die höchſte Wahr⸗ heit, die Wahrheit als ſolche, iſt die Auflöſung des höchſten Gegen: ſatzes und Widerſpruches“ 146 (f. Aſthetik). „Die Kraft des Lebens und mehr noch die Macht des Geiſtes beſteht eben darin, den Widerſpruch in ſich zu ſetzen, zu ertragen und zu überwinden. Diefes Setzen und Auflöſen des Widerſpruchs von ideeller Einheit und realem Außereinander der Glieder macht den ſteten Prozeß des Lebens aus, und das Leben iſt nur als Prozeß“ 172 (O Na⸗ turſchönes). „Der Menſch iſt dies: den Widerſpruch des Vielen nicht nur in ſich zu tragen, ſondern zu ertragen und darin ſich ſelbſt gleich und getreu zu bleiben“ 324 (O Charakter), 87 Der Widerſpruch in der phantaſtiſchen Symbolik 446 (f. [ymboliſche Kunſtform) „Die Rührung iſt das Gefühl des dialektiſchen Widerſpruchs, die Perſönlichkeit aufgegeben zu haben und doch ſelbſtändig zu ſein, ein Widerſpruch, der in der Liebe vorhanden und in ihr ewig gelöſt iſt“ 36 (O Malerei) „Das Gute iſt durch ſich ſelbſt nicht widerſprechend, ſondern erſt durch das Böſe kommt der Widerſpruch herein, er fällt allein ins Böſe“ 72 (O jüdiſche Religion). Der Widerſpruch im Zufälligen 498. Abgrenzung des Widerſpruchs, der noch ſolche enthält, die ſich widerſprechen, vom inhaltsloſen, vollkommen leeren Nichts 498, 497 (O Gottesbeweiſe) Der Widerſpruch in der Beziehung des Denkens auf das Sein, 2693
Widerſpruch / Wiederaufleben 18 des Allgemeinen auf das Einzelne wird den Sokratikern bewußt 124 (O Sokratiker). „Die Griechen waren ganz verliebt im Auf⸗ finden von Widerſprüchen, die man im Sprechen, in der gewöhn⸗ lichen Vorſtellung begehe“ 133 (O Eubulides) 19 Leibniz über den Satz des Widerſpruchs 463 (ſ. Leibniz). Kant hat uns die Notwendigkeit des Widerſpruchs in den Antinomien zum Bewußtſein gebracht 581 (ſ. Kant) Wiederaufleben (Renaiſſance) 17 Die Zeit der Wiederauflebung der Wiſſenſchaften hat auch die alten Philoſophien wieder aufgewärmt 76, 77 (ſ. Philoſophiegeſchichte). Dieſer Epoche iſt die Verbindung von Philoſophie mit anderen Wiſſenſchaften eigen 90—92 (f. Wiſſenſchaft) 19 „Wiederaufleben der Wiſſenſchaften“ 212—262 (O mittelalterliche Philoſophie). Das „Erwachen der Selbſtheit des Geiſtes führte das Wiederaufleben der alten Künſte und der alten Wiſſenſchaften herbei“ 212. Die studia humaniora wurden dem Göttlichen gegenübergeſtellt 213. Indem der Gedanke ſich weiß und ſich in ſich ſelbſt findet, entwickelt ſich der Gegenſatz „vom Verſtand und der kirchlichen Lehre oder dem Glauben“ 213 A. „Studium der Alten“ 213—219. Beſonders erwacht das Stu⸗ dium der Griechen wieder 213, 219. Weniger die Kreuzzüge als der Handel und vor allem die bei dem Sturze des byzantiniſchen Kaiſertums fliehenden Griechen vermittelten die Bekanntſchaft mit griechiſchen Originalen 213, 214, 216. So lernte z. B. Petrarca griechiſch von Barlaam 214. Bedeutung der Mönche für die Ver⸗ breitung des Griechiſchen 214. Platon und Ariſtoteles wurden bekannt, dann die ariſtoteliſche, epikureiſche und ciceronianiſche Popularphiloſophie 214, 215 1. Pomponatius 215 (ſ. Pomponatius) 2. Fieinus 216 (f. Fieinus) 3. Gaſſendi, Lipſius, Reuchlin 216 (f. d. Art.) 4. Ciceronianiſche Popularphiloſophie 217218 (f. Cicero) B. „Eigentümliche Beſtrebungen der Philoſophie“ 219—258. „Ne: ben dieſem ruhigen Hervortreten der alten Philoſophie ſind auf der anderen Seite eine Menge gärender Geſtalten auffallend“ 219. Man findet „bei ihnen große Originalität; der Inhalt iſt aber höchſt vermiſcht und ungleich“ 220 2694
Wiederaufleben / Wilford 19 1. Cardanus 220—223 (f. Cardano) 2. Campanella 224, 220, 250 3. Bruno 220, 224— 244 (ſ. Bruno) 4. Vanini 220, 244—250 (ſ. Vanini) 5. Petrus Ramus 220, 250—252 (ſ. Ramus) Montaigne, Charron, Machiavell „gehören nicht eigentlich der Philoſophie, ſondern der allgemeinen Bildung an“ 252, 253. Ihr Verdienſt um die Bildung 253 C. „Die Reformation“ 253—262 (f. Reformation) Wiedergeburt 16 333 (ſ. Gemeinde) Wiedertäufer 11 526 (O Reformation) 18 „Quäker, Wiedertäufer uff., die beſtimmten Rechten des Staats, der Verteidigung des Vaterlandes, ſich widerſetzen, können in einem wahren Staate nicht Statt finden“ 115 (O Sokrates) Wieland, Chriſtoph Martin 13 415 (O Kleidung) 20 146 (O Solger), 207 (O Hamann) Wien 6 Wiener Kongreß 360, 382, 476. Wien 408, 472 (O Württemberg) 9 Wiener Jahrbücher 5418, Fußn. (O Pflanze) 11 Die Polen befreien Wien von den Türken 447 (O Völkerwande⸗ rung), 546 (O Reformation) 19 Leibniz in Wien 451 (O Leibniz) 20 Wiener Jahrbücher 36 (O Jahrbücher), 201 (ſ. Solger) Wikramaäditya ſ. Vikramaditja = Wilford, Lieutenant Colonel F. 11 Wilfords Behauptung, es gebe zwei Himmel in der indiſchen Vorſtellung 212. Seine Erfahrungen mit den Brahmanen 223 (O Indien) 120, 58 Fußn.] 2695
Wilford / Wille 20 58 Fußn. Wilfords Beobachtungen über die Beziehung der indiſchen Religion auf die Europäer und Nicht-Inder 83, und die Seltenheit, daß ein Inder die Seligkeit auf dem Wege der Yoga erlangen wollte 102 (O Humboldt, Wilh. v.) Wilhelm J., der Eroberer, König von England 11 Seine Eroberung Englands im Jahre 1066. Einführung eines ausgebildeten Lehnsſyſtems 474, 511 (O England) Wilhelm III., König von England 19 Lockes Rückkehr nach England mit Wilhelm von Oranien 422 (O Locke) Wilken, Friedrich 20 526 (O Nektoratsrede) Wilkins, Sir Charles 2 Wilkins, der erſte Überfeger der Bhagavad⸗Gita 60, 61, 64, 65, 66, 68, 75, 77, 79, 80, 82, 83, 84, 103, 105, 106, 107, 109, 123 (O Hum⸗ boldt, Wilh. v.) Willdenow, Karl Ludwig 10 Zitate aus dem „Grundriß der Kräuterkunde“ von Willdenow 501 8, 504 8 Fußn., 512 8, 5168 Fußn., 5318, 5310 Fußn., 933 8, 533 Fußn., 547 g, 5509, 5508 Fußn., 553 ©, 557 g, 559 8, 559 Fußn., 560 8, 5608 Fußn., 566 8, 566 Fußn. (O Pflanze). Meiſt Zitate aus dem „Grundriß der Kräuterkunde“ 501 Fußn. Wille (Freiheit, Gutes, Gutes — Böſes, Wollen) Fichtes „reiner Willensakt“ 414, 416 (ſ. Fichte) Der Gegenſtand der Rechts-Pflichten und Religions-Lehre ift „der menſchliche Wille, und zwar nach dem Verhältnis des beſonderen Willens zum allgemeinen Willen“ 25. „Die Beſonderheit oder Einzelheit des Menſchen ſteht der Allgemeinheit des Willens nicht im Wege, ſondern iſt ihr untergeordnet“ 46. Gleichheit und Un⸗ gleichheit des Willens mit ſich ſelbſt, wenn er etwas will 47, 48, 49. Unvollkommenheit des moraliſchen Willens und Vollkommen⸗ heit des göttlichen Willens 54, 53 (f. Propädeutik). „Nach dem 2696 8
0 2 Wille Recht ſoll bloß der allgemeine Wille geſchehen“ 55 (ſ. Recht). „Das Geſetz iſt der abſtrakte Ausdruck des allgemeinen an und für ſich ſeienden Willens“ 71 (O Staatsgeſellſchaft). „Der praktiſche Geiſt heißt vornehmlich freier Wille“ 215 (O praktiſch) Der freie Wille als Ausgangspunkt des Rechts 50 (ſ. Rechtsphilo⸗ ſophie). Der Unterſchied zwiſchen Denken und Willen geht dahin, daß der Wille eine beſondere Weiſe des Denkens iſt: „Das Denken als ſich überſetzend ins Dafein, als Trieb ſich Dafein zu geben“ 51, 52, 54, 65, 73 (ſ. u.). Freiheit des Willens 52, 58. Charakteriſtik des vormaligen Beweiſes dieſer Freiheit 52, 53. Hinweis auf die Deduktion der Willensfreiheit und den Weg des Geiſtes zum Willen über Gefühl, Vorſtellen und Denken, wie dies in der Enzy— klopädie der philoſophiſchen Wiſſenſchaften (Bd. 8—10) dargeſtellt ift 53 Der Wille 54-79 (O Rechtsphiloſophie) § 5 „Der Wille enthält a) das Element der reinen Unbeſtimmt⸗ heit oder der reinen Reflexion des Ich in ſich“, „die ſchrankenloſe Unendlichkeit der abſoluten Abſtraktion oder Allgemeinheit, das reine Denken ſeiner ſelbſt“ 54 Dieſe Seite des Willens iſt die „negative oder die Freiheit des Verſtandes“ 54, 56. Im Religiöſen der Fanatismus der indiſchen reinen Beſchauung und im Politiſchen der Fanatismus der Zer— trümmerung ſind ſeine Geſtalten 54, 55, 56 Zuſatz. Charakteriſtik dieſer negativen Freiheit im Selbſtmord 55. Ihr geſchichtliches Vorkommen bei den Indern 55, 56, in der Schreckenszeit der franzöſiſchen Revolution 56 (f. franzöſiſche Re⸗ volution) 86 6) „Ebenſo iſt Ich das Übergehen aus unterſchiedsloſer Unbe— ſtimmtheit zur Unterſcheidung, Beſtimmung und Setzen einer Be⸗ ſtimmtheit als eines Inhalts und Gegenſtands“ 56, 57. Das „Ich tritt als ein beſtimmtes in das Daſein überhaupt; — das abſolute Moment der Endlichkeit oder Beſonderung des Ich“ 56, 57, 60. Ahnlichkeit dieſer zweiten Negativität mit der erſten 56, 57. Beſtimmung dieſer zwei Momente bei Fichte 57 (ſ. Fichte) und Kant 57 Zuſatz. Jetzt „will ich nicht bloß, ſondern ich will etwas“ 57, 58. „Daß der Wille etwas will, iſt die Schranke, die Negation“ 58 87 „Der Wille iſt die Einheit dieſer beiden Momente; — die in 2697
2 Wille ſich reflektierte und dadurch zur Allgemeinheit zurückgeführte Be⸗ ſonderheit“ 58, 59. Als dieſe Einheit iſt der Wille frei 58. Dieſe Einheit iſt die Einzelnheit, das Wahre und Spekulative, in wel⸗ ches einzugehen, ſich der Verſtand weigert 59. „Der Erweis und die nähere Erörterung dieſes Innerſten der Spekulation“ gehört der Logik, als der rein ſpekulativen Philoſophie an 59 Zuſatz. Nochmalige Charakteriſtik der drei Momente des Willens und des konkreten Begriffs der Freiheit 60, 59. Dieſe Freiheit in der Freundſchaft und in der Liebe 60. Der Eigenfinn 60 (f. Eigenſinn) $ 8 Die Beſonderung macht den Unterſchied der Formen des Willens aus 60. a) Der formale Wille überſetzt als Selbſtbewußt— ſein „den ſubjektiven Zweck durch die Vermittelung der Tätigkeit und eines Mittels in die Objektivität“ 61, 60, 65 Zuſatz. Der Zweck iſt „objektiv zu ſetzen, und kommt dadurch nicht in eine neue einſeitige Beſtimmung, ſondern nur zu ſeiner Neali— ſation“ 61 89 b) Der Inhalt des Willens iſt teils innerlicher oder ſubjektiver Zweck, teils verwirklichter, ausgeführter Zweck 61 § 10 Der vorerſt noch unmittelbare Inhalt des Willens iſt an ji frei, aber er hat ſich noch nicht ſelbſt zum Gegenſtand 62 Zuſatz. „Wahrhaft frei wäre er erſt als wahrhaft beſtimmter Inhalt“ 63, 62 § 11 „Der nur erſt an ſich freie Wille iſt der unmittelbare oder natürliche Wille“ mit ſeinen Trieben, Begierden, Neigungen 63. Dieſe beſchreibt die empiriſche Pſychologie 63, 64 Zuſatz. Vergleich mit den Trieben des Tieres 64 § 12 Der Wille gibt fid) die Form der Einzelnheit, indem er beſchließt, ſich entſchließt 64 8 13 Der unmittelbare Wille ift „um des Unterſchieds feiner Form und ſeines Inhalts willen formell, es kommt ihm nur das ab⸗ ſtrakte Beſchließen, als ſolches, zu, und der Inhalt iſt noch nicht der Inhalt und das Werk ſeiner Freiheit“ 65, 64, 60, 67. „Im Willen beginnt... die eigene Endlichkeit der Intelligenz“ 65 Zuſatz. „Ein Wille, der nichts beſchließt, iſt kein wirklicher Wille“ 65, 66 § 14 Der endliche Wille als bei ſich ſelbſt ſeiendes unendliches Ich ſteht über dem Inhalt, hat die Möglichkeit der Wahl 66 8 15 „Die Freiheit des Willens iſt nach diefer Beſtimmung Will⸗ 2698
Wille 7 kür, Zufälligkeit 66, 67, 68 (ſ. Willkür). Der Streit über die Willensfreiheit zur Zeit der Philoſophie Wolffs 67. Zur Freiheit in aller Reflexionsphiloſophie, wie in der Kantiſchen und der Frieſiſchen 67, 68 Zuſatz. Verwechſelung von Freiheit und Willkür; Unfreiheit der Willkür 68. „Das Vernünftige iſt die Landſtraße, wo jeder geht, wo niemand ſich auszeichnet“ 68. „Phidias hat keine Manier“ 69 § 16 Die Möglichkeit, das im Entſchluß Gewählte wieder aufzugeben, läßt nicht über die Endlichkeit hinauskommen 69 8 17 „Der Widerſpruch, welcher die Willkür iſt (8 15), hat als Dialektik der Triebe und Neigungen die Erſcheinung, daß ſie ſich gegenſeitig ſtören“ 69 Zuſatz. Lege ich mich auf eine Neigung feſt, „ſo befinde ich mich in einer zerſtörenden Beſchränktheit“ 70 § 18 Über die beiden Anſichten, der Menſch fei von Natur gut, ſei von Natur böſe 70 Zuſatz. Die chriſtliche Lehre der Erbſünde 70 (f. Erbſünde) 8 19 Zur „Forderung der Reinigung der Triebe“ 70, 71. „Das Wahrhafte dieſer unbeſtimmten Forderung iſt, daß die Triebe als das vernünftige Syſtem der Willensbeſtimmung ſeien; ſie ſo aus dem Begriffe zu faſſen, iſt der Inhalt der Wiſſenſchaft des Rechts“ 71 8 20 Die Reflexion, die Bildung bringt „die formelle Allgemein⸗ heit“ an die Triebe heran 71 Zuſatz. „In der Glückſeligkeit hat der Gedanke ſchon eine Macht über die Naturgewalt der Triebe“ 71, 72 (f. Glück) 8 21 Charakteriſtik des an und für ſich freien Willens, der „den Willen ſelbſt als ſolchen, hiermit ſich in ſeiner reinen Allgemein⸗ heit, zu ſeinem Gegenſtande“ hat 72. „Dies Aufheben aber und Erheben ins Allgemeine iſt das, was die Tätigkeit des Denkens heißt“ 72, 73. „Hier iſt der Punkt, auf welchem es erhellt, daß der Wille nur als denkende Intelligenz wahrhafter, freier Wille iſt“ 73 8 22 Charakteriſtik der wahrhaften Unendlichkeit dieſes an und für ſich ſeienden Willens, der nicht bloße Möglichkeit iſt, ſondern das Wirklich⸗Unendliche (infinitum aetu) 73, 74. „Im freien Wil⸗ len hat das wahrhaft Unendliche Wirklichkeit und Gegenwart, — er ſelbſt iſt dieſe in ſich gegenwärtige Idee“ 74 823 Charakteriſtik dieſes bei ſich ſeienden Willens als „die Wahr⸗ heit ſelbſt“ 74, 75 2699
A Wille § 24 Gründe für die Allgemeinheit dieſes Willens 75. Dieſe All⸗ gemeinheit iſt „die in ſich konkrete und fo für ſich ſeiende Allgemeinheit, welche die Subſtanz, die immanente Gattung oder immanente Idee des Selbſtbewußtſeins iſt“ 75. Sie iſt, „was man das Vernünftige nennt“ 75 § 25 „Das Subjektive heißt in Anſehung des Willens überhaupt die Seite feines Selbſtbewußtſeins, der Einzelnheit (8 7), im Unterſchiede von ſeinem an ſich ſeienden Begriffe“ 75, 76, 77 $ 26 Der Wille als ſchlechthin objektiver Wille ift der in fein Ob— jekt oder Zuſtand verſenkte Wille, der kindliche, ſittliche, wie der ſklaviſche, abergläubiſche oder er iſt „äußerliche Exiſtenz“, der erſt durch die Ausführung ſeiner Zwecke ſich objektiv wird 76. Dialektik der logiſchen Beſtimmungen von Subjektivität und Objektivität 77. „Der Wille, als die in ſich ſeiende Freiheit, iſt die Subjektivität ſelbſt, dieſe iſt damit ſein Begriff und ſo ſeine Objektivität“ 77. Doppelbedeutung des ſubjektiven und objektiven Willens 77 Zuſatz. Nochmalige Charakteriſtik der Vieldeutigkeit von ſubjek⸗ tivem und objektivem Willen 77, 78 8 27 „Der abſtrakte Begriff der Idee des Willens iſt überhaupt der freie Wille, der den freien Willen will“ 78 § 28 „Die Tätigkeit des Willens, den Widerſpruch der Gubjeftivität und Objektivität aufzuheben .. . ift die weſentliche Entwicke— lung des ſubſtantiellen Inhalts der Idee“ 78, 79 (O Rechts⸗ philoſophie) Das Dafein des freien Willens als Recht 79—87 (f. Rechtsphilo⸗ ſophie ) Der Wille in ſeinem abſtrakten Begriffe, der für ſich freie Wille, im abſtrakten Recht 88—94 (f. Recht) „Der moraliſche Standpunkt iſt der Standpunkt des Willens, in⸗ ſofern er nicht bloß an ſich, ſondern für ſich unendlich iſt“ 164, 165, 166 (ſ. Moralität). „Das Gute iſt die Idee, als Einheit des Begriffs des Willens und des beſondern Willens“ 187192 (ſ. Gutes), 172 Charakteriſtik des Staats als „die Wirklichkeit des ſubſtantiellen Willens“ 329, 328. Rouffeau hat das Verdienſt gehabt, „den Wil⸗ len als Prinzip des Staats aufgeſtellt zu haben“, freilich „nur in beſtimmter Form des einzelnen Willens (wie nachher Fichte)“ 330. Den allgemeinen Willen faßte er nicht „als das an und für ſich Vernünftige des Willens, ſondern nur als das Gemeinſchaft⸗ 2700
1 — 10 11 Wille liche, das aus dieſem einzelnen Willen als bewußtem hervorgehe“ 330. Kritik am Prinzip des einzelnen Willens 331 (f. Staat) Die Zufälligkeit in Beziehung auf den Willen 327 & (ſ. Zufall) „Als Wille erſt, meinen die Menſchen, ſeien ſie frei: aber gerade da ſind fie zu einem Realen, Außerlichen in Verhältnis; erſt im vernünftigen Willen, der das Theoretiſche iſt, wie im theoretiſchen Prozeſſe der Sinne, iſt der Menſch frei“ 631 @, 632 @ (O Tier) Der Geiſt in der Form der Objektivität iſt der Wille 518, 528 (O Geiſt). Kritik an der Unterſcheidung, „nach welcher die Intelli— genz das Beſchränkte, der Wille dagegen das Unbeſchränkte ſein ſoll“ 306 S. Beide dürfen nicht „als eine fixe, voneinander ge: trennte Exiſtenz genommen werden“ 308 IP. St. 6, 260, 261] (O Geiſt). „Die Intelligenz ſich wiſſend als das Beſtimmende des Inhalts, der ebenſo der ihrige, wie als ſeiend beſtimmt iſt, iſt Wille“ 364 [vgl. 6, 272] (O Denken). „Der Geiſt als Wille weiß ſich als ſich in ſich beſchließend, und ſich aus ſich erfüllend“ 365 [P. St. 6, 273], 366 & (ſ. Geiſt). „Der Wille als denkend und an ſich frei“ ift der „reflektierende Wille“ 377 [P. St. 6, 278] (O Trieb). „Der wirkliche freie Wille iſt die Einheit des theoretiſchen und des praktiſchen Geiſtes; — freier Wille, der für ſich als freier Wille iſt“ 379 [ogl. 6, 280], 382 g (ſ. Geiſt) Der freie Wille iſt: A. „Das Recht“ 385, 385—391 [P. St. 6, 282—287] (ſ. Recht) B. „Die Moralität“ 385, 391—397 [P. St. 6, 287— 292 (ſ. Moralität) C. „Die Sittlichkeit“ 385, 397—445 [P. St. 6, 281, 292 bis 300] (.. Sittlichkeit) „Der ſubjektive Wille iſt eine ganz formelle Beſtimmung, in der gar nicht liegt, was er will. Nur der vernünftige Wille iſt dies Allgemeine, das ſich in ſich ſelbſt beſtimmt und entwickelt, und feine Momente als organiſche Glieder auslegt“ 82 (O Staat). „Abſolute Berechtigung haben die Einzelnen nur, inſofern ihr Wille noch der objektive Wille iſt, nicht dieſes oder jenes will, nicht bloß guter Wille iſt“ 330 (O Griechen). Der Kampf des ſub— jektiven Willens mit ſich ſelbſt 452 (ſ. Germanen) Rolle und Bedeutung des Willens in Aufklärung und Revolution 548569 (f. franzöſiſche Revolution) 2701
12 1 a 1 E 17 19 Wille Das abſtrakt Allgemeine des Willens iſt Pflicht um der Pflicht willen, hat ſeinen direkten Gegenſatz an der Natur, den Trieben, kurz an Gemüt und Herz 86 (O Kunſtwerk) 162 (O Schönes). Bedeutung des Willens für den jeweiligen Welt⸗ zuſtand 246 (O Weltzuſtand) 509 (O Fabel) Kritik an der Gegenüberſtellung von gutem Willen und Intelli⸗ genz 78 (O Religion). Vernünftiger und zufälliger Wille 147, 148. „Der vernünftige Wille beſtimmt ſich nach ſeinem Begriff, und der Begriff, die Subſtanz des Willens iſt die reine Freiheit, und alle Beſtimmungen des Willens, die vernünftig find, find Entwickelun⸗ gen der Freiheit, und die Entwickelungen, die aus den Beſtim— mungen hervorgehen, ſind Pflichten“ 148. „Der Wille iſt nur ver— nünftig, inſofern er denkend iſt“ 148 (O Gefühl) „Die Abſcheidung des Subjekts und Objekts hat erſt im Willen ihre wirkliche Erſcheinung“ 220, 221 (O Kultus). „Im Willen iſt der Menſch gegen ein Anderes, vereinzelt ſich als Individuum, hat einen Zweck, einen Vorſatz in ſich gegen ein Anderes, verhält ſich als getrennt vom Anderen; hier tritt alſo die Endlichkeit ein“ 237 (O Glaube). Der von Natur böſe Wille 254 (O Kultus), vgl. 292 „Der Wille iſt gut, inſofern er das Gute, Rechte und Sittliche will: dies aber iſt etwas ganz anderes als der unmittelbare Wille: dieſer iſt der Wille, welcher in der Einzelnheit und Endlichkeit ſtehen bleibt, der das Einzelne als ſolches will.“ „Daß der Wille dazu komme, das Gute zu wollen, dazu iſt die Vermittlung not— wendig“ 292 (O unmittelbare Religion). Der natürliche Wille als die Negation 448 (O ägyptiſche Religion) Ablehnung der Abſtraktion, daß der Wille böſe ſei 262 (O chriſt— liche Religion) „Von allem, was groß unter den Menſchen iſt, iſt die Herrſchaft über den Willen der Menſchen, die einen Willen haben, das Größte“ 403 (O Anaxagoras) Descartes über die Freiheit des Willens 352 (O Descartes). Spinoza zur Freiheit des Willens 390, und zum Willen als Modus im Denken 391, 395, 403 (ſ. Spinoza). Malebranches Faſſung des Willens als „die Liebe zu Gott“ 415 (ſ. Malebranche). Kants Faſ— 2702
19 2 D Wille / Willkür fung des Prinzips des Willens 588—596 (f. Kant), der Auto— nomie des Willens 590, 591 (O Kant) Willensfreiheit ſ. Freiheit, ſ. Wille Willkür (Freiheit, Zufälligkeit) „Der Schein der Freiheit, die Willkür (d. h. eine Freiheit, in wel⸗ cher ganz von der Notwendigkeit, oder von der Freiheit als einer Totalität abſtrahiert würde: was nur geſchehen kann, inſofern die Freiheit ſchon innerhalb einer einzelnen Sphäre geſetzt iſt), ſo wie der der Willkür für die Notwendigkeit entſprechende Zufall... ſind aus dem Begriff der Wiſſenſchaften des Abſoluten verbannt“ 137 (O Fichte) Inſofern der Wille äußerlichen Inhalt in ſich aufnimmt, iſt er nur Willkür 28. Die Willkür iſt Freiheit, inſofern ſich der Wille auf etwas Beſchränktes bezieht 47, 48. Unterſcheidung des abſolut freien Willens vom relativ freien Willen oder der Willkür 48, 49 (O Propädeutik) Die Willkür als „die Mitte der Reflexion zwiſchen dem Willen als bloß durch die natürlichen Triebe beſtimmt, und dem an und für ſich freien Willen“ 66, 67, 68, 69. „In der Willkür iſt das ent— halten, daß der Inhalt nicht durch die Natur meines Willens be— ſtimmt iſt, der Meinige zu ſein, ſondern durch Zufälligkeit“ 68 (O Wille) Die Willkür, „als die Fähigkeit ſich zu dieſem oder jenem zu be— ſtimmen, ift zwar allerdings ein weſentliches Moment des feinem Begriff nach freien Willens, jedoch keineswegs die Freiheit ſelbſt, ſondern zunächſt nur die formelle Freiheit“ 327 H. „Der Wille, welcher auf der Stufe der Willkür ſtehen bleibt, auch wenn er ſich für das dem Inhalt nach Wahre und Rechte entſcheidet, iſt doch immer noch mit der Eitelkeit behaftet, daß, wenn es ihm ſo beliebt, er ſich auch für anderes hätte entſcheiden können“ 327 & (O Zufälligkeit). Die Willkür als „die noch inhaltsloſe und bloß mögliche Freiheit“ 3498 (O Wechſelwirkung) Die geiſtige Zufälligkeit, die Willkür, ſelbſt wenn ſie bis zum Böfen fortgeht, iſt „noch ein unendlich Höheres, als das geſetz— mäßige Wandeln der Geſtirne oder als die Unſchuld der Pflanze; 2703
i 1 1 1 1 1 1 Willkür 9 denn was ſich ſo verirrt, iſt noch Geiſt“ 56 (O Natur) [P. St. 6, 148, 149] 679 2 (O Gattung) 0 „Die Triebe und die Willkür“ 373—378 (f. Trieb) [276—278] Der Wille, auf dem Standpunkt zwiſchen Neigungen zu wählen, iſt Willkür 377 (O Trieb) [P. St. 6, 279] Die Willkür und das Eigentum 386 (ſ. Eigentum) [P. St. 6, 283] 1 Im Staat wird diejenige Freiheit beſchränkt, welche Willkür iſt und ſich auf das Beſondere der Bedürfniſſe bezieht 70. Die Frei— heit darf „nicht den ſubjektiven Willen und die Willkür zum Prinzip haben, ſondern die Einſicht des allgemeinen Willens“ 82 (O Staat) Das Prinzip der Willkür in der römiſchen Religion 381 (f. rö— miſche Religion) und bei den Römern überhaupt 406 (O Römer) „Willkür heißt man zwar oft gleichfalls Freiheit; doch Willkür iſt nur die unvernünftige Freiheit, das Wählen und Selbſtbeſtimmen nicht aus der Vernunft des Willens, ſondern aus zufälligen Trieben und deren Abhängigkeit von Sinnlichem und Außerem“ 144 (O Aſthetik) Die ſubjektive Willkür in der vergleichenden Kunſtform 19 (O Künſtler) [12, 503 O ſymboliſche Kunſtform] 4 207 (O Roffini). Hinſpielen der ſelbſtändigen Muſik gegen die Willkür 214 (O Muſik) 5 „In der menſchlichen Freiheit iſt Sein und Sollen getrennt, ſie trägt die Willkür in ſich und ſie kann ſich von ihrer Notwendigkeit, von ihrem Geſetze abſondern und ihrer Beſtimmung entgegen— arbeiten“ 23 (O Religionsphiloſophie), 118 (O religiöfes Verhält— nis). „Die Schuld entſteht erſt mit der Willkür und dieſe iſt, daß die Leidenſchaſt ſich ſetzt in ihrer eignen Freiheit, das Subjekt die Beſtimmungen nur aus ſich nimmt, die es unterſchieden hat vom Natürlichen“ 280. „Dieſe Trennung des Seinſollens und ſeiner Natur tritt erſt mit der Willkür ein und dieſe hat ihre Stelle erſt in der Reflexion“ 281 (O unmittelbare Religion) 6 70 (O jüdiſche Religion), 97 (O griechiſche Religion), 261, 262 (Ochriſtliche Religion). Wird das unmittelbare Wiſſen und das D = 2704
16 17 12 20 12 13 Willkür / Windiſchmann Gefühl als ſolches Prinzip, ſo fällt damit das Beſtimmen des göttlichen Inhalts auf die Willkür 387 (O Gefühl) „Die Freiheit kann auch abſtrakte Freiheit ohne Notwendigkeit ſein; dieſe falſche Freiheit iſt die Willkür, und ſie iſt eben damit das Gegenteil ihrer ſelbſt, die bewußtloſe Gebundenheit, leere Meinung von Freiheit, — bloß formelle Freiheit“ 55 (O Kon⸗ kretes) Wilſon, Horace Hayman 457 (O indiſche Kunſt) 86 (O Humboldt, Wilh. von) Winckelmann, Johann Joachim Winckelmanns Beſtimmung des Ideals 42 (O Aſthetik). Winckel⸗ mann hat die Kunſtbetrachtung „den Geſichtspunkten gemeiner Zwecke und bloßer Nachahmung entriſſen“ 99 (O Aſthetik). Der Gegenſatz von Ideal und Natur iſt durch Winckelmann wieder angeregt worden 222. Die idealiſchen Formen der Alten heraus— gehoben und zuſammengeſtellt zu haben iſt Winckelmanns unend— liches Verdienſt 236 (O Kunſtſchönes). Winckelmanns unreifes Werk über die Allegorie 531 (O Allegorie) Winckelmann ſuchte als erſter nach dem allgemeinen Charakter der idealen Skulpturgeſtalt 381, 386 (O Skulptur). Zur Größe des Auges 394, 395 (O Auge), über das Ohr 396, den Mund 398, das Haar 399 (f. d. Art.), zur Kleidung 409 (O Kleidung), über die Attribute und äußerlichen Merkmale der Götter 418, 419, 420, 421, 422 (O Attribut). Über die Darſtellung des jugendlichen Alters in der Skulptur 424, über einen Battus auf einer Münze von Cyrene 428, über die Schönheit von Satyrn und Faunen 429, über die Juno 431, die Venus 432 (O griechiſche Götter), 435. Zur Arbeitsweiſe alter und moderner Skulptoren 442; zur Sto— ſchiſchen Sammlung 448 (0 Material), zur ägyptiſchen Skulptur 453, 455 (O ägyptiſche Skulptur), zur hetruriſchen Skulptur 460 (O etruriſche Skulptur) 438 (O Skulptur) Windiſchmann, Carl Hieronymus 545 (O Literatur) Glockner, Hegel-Lexikon 170 9705
17 1 Windiſchmann / Wirklichkeit „Die Philoſophie im Fortgange der Weltgeſchichte“ 158 Fußn. (O chineſiſche Philoſophie) Winterl, Jaeob Joſeph 542 (O Literatur) 9 393 8. Winterl, Profeſſor in Peſth, hatte den Trieb einer tiefern 1 A 2 Einſicht in die Chemie 393 8 Fußn. (O Chemismus). Winter! hat den Schwefel als ſolchen als eine Säure behauptet 427 (O Feuer) Wirbel Atomwirbel in Leukipps Philoſophie 393 (O Leukipp) 430 (O Anaxagoras) Wirklichkeit (vernünftig — wirklich) „Alles Wirkliche enthält zwei Seiten, den wahren Begriff und die Realität dieſes Begriffs“ 76, 77 (O Moral). Die Idee gibt an, „wie die Realität durch den Begriff beſtimmt iſt. Alles Wirkliche iſt eine Idee“ 116 (O Logik) „Die Wirklichkeit“ 127—129 (O Weſen) A. „Die Subſtanz“ 127—128 (ſ. Subſtantialität) B. „Die Urſache“ 128—129 (f. Urſache) C. „Die Wechſelwirkung“ 129 (ſ. Wechſelwirkung) „Wirklichkeit“ 179—180 (O Logik) S 48 „Die Wirklichkeit iſt das ſelbſtändige Verhältnis.“ „Das Wirkliche ſelbſt iſt die Einheit ſeiner Möglichkeit und ſeines Da— ſeins“ 179 1. „Subſtanz“ 179—180 (ſ. Subſtantialität) 2. „Urſache“ 180 (ſ. Urſache) 3. „Wechſelwirkung“ 180 (ſ. Wechſelwirkung) 406 (O Maß) „Die Wirklichkeit“ 484 (O Weſen), 598 (O Erſcheinung), 661 (O Verhältnis), 662—721 (O Weſen). „Die Wirklichkeit ift die Einheit des Weſens und der Exiſtenz; in ihr hat das geſtaltloſe Weſen und die haltloſe Erſcheinung — oder das beſtimmungsloſe Beſtehen und die beſtandloſe Mannigfaltigkeit ihre Wahrheit“ 662. Rückblick auf: Exiſtenz, Erſcheinung und weſentliches Ver⸗ hältnis des Innern und Außern 662. Ergebnis iſt „Einheit des Innern und Außern“, „die abſolute Wirklichkeit“ 662 2706
Wirklichkeit Einteilung: Die Wirklichkeit ift „zunächſt das Abſolute als folches“ 662, 663; dann die „eigentliche Wirklichkeit“ 663 und endlich „das abſolute Verhältnis“, „Subſtanz“ 663 Erſtes Kapitel. „Das Abſolute“ 662, 663, 663—677 (f. Abſolutes) Zweites Kapitel. „Die Wirklichkeit“ 663, 672, 677 bis 696. Rückblick auf das Abſolute und ſeine Auslegung als „erfte Identität“ oder „bloß an ſich ſeiende Einheit“ 677, 678. Die Wirk⸗ lichkeit als „die abſolute Form“ 678, 679. Verhältnis zu Sein, Eriftenz und Erſcheinung 678, zum weſentlichen Verhältnis 679. Das Wirkliche „manifeſtiert ſich; das heißt, es iſt in feiner Außer: lichkeit es ſelbſt, und iſt nur in ihr, nämlich nur als ſich von ſich unterſcheidende und beſtimmende Bewegung, es ſelbſt“ 679. Dieſe Wirklichkeit „iſt eine Wirklichkeit gegen eine Möglichkeit“, und das Dritte, die Beziehung beider aufeinander iſt die Notwendigkeit 679, 663. Ihre Zufälligkeit 679, 680. Die reale Wirklichkeit, die reale Möglichkeit und die relative Notwendigkeit 679, 680, 685. Die abſolute Notwendigkeit 680, 691 A. „Zufälligkeit oder formelle Wirklichkeit, Mög— lichkeit und Notwendigkeit“ 679, 680—685 1. Charakteriſtik der formellen Wirklichkeit als „nur unmittelbare, unreflektierte Wirklichkeit“, die aber „unmittelbar das Anſichſein oder die Möglichkeit“ enthält 680 2. Charakteriſtik dieſer Möglichkeit als „erſtes Reflektiertſein“, als „die Beſtimmung der Identität mit ſich“ 680. Nach ihrem poſi— tiven Moment als Identität mit ſich, iſt: Alles möglich, was ſich nicht widerſpricht 680, 681. Nach ihrem negativen Moment ift „die Möglichkeit ein Mangelhaftes, weiſt auf ein Anderes, die Wirk: lichkeit hin und ergänzt ſich an dieſer“ 680, 681. Flachheit des Satzes: „es iſt möglich“ 681. Die Möglichkeit als „das reflektierte In⸗ſich-reflektiertſein“ mit dem „Sollen der Totalität der Form“ 681. „Die Möglichkeit iſt an ihr ſelbſt auch der Widerſpruch, oder fie ift die Unmöglichkeit“ 682. Übergang zur Wirklichkeit 682 3. „Dieſe Wirklichkeit iſt nicht die erſte, ſondern die reflektierte, geſetzt als Einheit ihrer ſelbſt und der Möglichkeit“, geſetzt „als nur ein Mögliches“ 682, „formelle Wirklichkeit“ 683. „Das Zu— fällige iſt ein Wirkliches, das zugleich nur als möglich beſtimmt, deſſen Anderes oder Gegenteil ebenſoſehr iſt“ 683. Das Zufällige 2707
Hm Wirklichkeit ift „unmittelbare Wirklichkeit; es hat feinen Grund“ 683 und ift „ein Geſetztſein“, „oder es hat einen Grund“ 684. „Das Zufällige hat alſo darum keinen Grund, weil es zufällig iſt; und ebenſowohl hat es einen Grund, darum weil es zufällig iſt“ 684. „Es iſt das geſetzte, unvermittelte Umſchlagen des Innern und Außern“, „ab— ſolute Unruhe des Werdens“ 684. Umſchlagen in Notwendigkeit 684, 685 B. „Relative Notwendigkeit oder reale Wirklich— keit, Möglichkeit und Notwendigkeit“ 679, 685—691 1. Die aus A reſultierende formelle Notwendigkeit iſt „als un— mittelbare Einheit der Formbeſtimmung Wirklichkeit“, die einen Inhalt hat 685, „reale Wirklichkeit“ 686. Das Ding als reale Wirklichkeit als ſolche; „fein Verhalten zu Anderem ift die Mani— feſtation ſeiner“ 686. „Die reale Wirklichkeit hat nun gleichfalls die Möglichkeit unmittelbar an ihr ſelbſt“ 686 2. „Dieſe Möglichkeit als das Anſichſein der realen Wirklichkeit iſt ſelbſt reale Möglichkeit, zunächſt das inhaltsvolle Anſichſein“ 686, 687. Die reale Möglichkeit als „unmittelbare Exiſtenz“ 686, 687. Sie iſt als ein formelles Identiſches ſich nicht widerſprechend, aber als in ſich mannigfaltig iſt ſie ein Widerſprechendes 687, 688. Sie hebt ſich als ſolches auf und geht zugrunde 688. ve die ſich auf⸗ hebende reale Möglichkeit 688, 689 3. „Die Negation der realen Möglichkeit iſt ihre Identität mit ſich; indem ſie ſo in ihrem Aufheben der Gegenſtoß dieſes Aufhebens in ſich ſelbſt iſt, ift fie die reale Notwendigkeit“ 689. „Reale Möglichkeit und die Notwendigkeit ſind nur ſcheinbar unterſchieden“ 689. Die Notwendigkeit iſt infofern relativ als fie „an dem Zu— fälligen ihren Ausgangspunkt hat“ 690, 689. Die reale Möglid)keit als „Einheit der Möglichkeit und Wirklichkeit“ enthält zugleich auch Zufälligkeit 691. Übergang zur abſoluten Notwendigkeit 691 C. „Abſolute Notwendigkeit“ 680, 691—696 Rückblick auf die formelle und wirkliche Notwendigkeit 691. Die „Wirklichkeit, die ſelbſt als ſolche notwendig ift, indem fie nämlich die Notwendigkeit als ihr Anſichſein enthält, iſt abſolute Wirk— lichkeit“ 691. Notwendigkeit und Zufälligkeit 692. „Die reale Notwendigkeit enthält nicht nur an ſich die Zufälligkeit, ſondern dieſe wird auch an ihr“ 692, 693. Werden der neuen Wirklichkeit „aus der Negation ihrer ſelbſt“ 692, 693 2708
ie a A Wirklichkeit So iſt die Form „als abſolute Notwendigkeit nur dieſe einfache Identität des Seins in ſeiner Negation oder in dem Weſen mit ſich ſelbſt“ 693. Die abſolute Notwendigkeit iſt „ebenſoſehr ein— fache Unmittelbarkeit oder reines Sein, als einfache Reflexion-in⸗ ſich, oder reines Weſen“ 693, 694. Sie iſt „die Reflexion oder Form des Abſoluten“; einerſeits „ſeiende Mannigfaltigkeit“, andrerſeits „abſolutes Umkehren ihrer Wirklichkeit in ihre Mög— lichkeit und ihrer Möglichkeit in Wirklichkeit“ 694. „Die abſolute Notwendigkeit iſt daher blind“ 694, 695. „Aber dieſe Zufälligkeit iſt vielmehr die abſolute Notwendigkeit“ 695. Übergang zur Sub— ſtanz als der „Identität des Seins in ſeiner Negation mit ſich ſelbſt“ 696 Drittes Kapitel. „Das abſolute Verhältnis“ 663, 696—721 (f. Verhältnis) 177, 176 (O Objektivität). „Alles Wirkliche iſt nur inſofern, als es die Idee in ſich hat, und ſie ausdrückt“ 238 (O Idee). „Etwas Wirkliches zeigt wohl an ſich, was es ſein ſoll, aber es kann auch nach dem negativen Begriffsurteil ebenſoſehr zeigen, daß ſeine Wirklichkeit dieſem Begriffe nur unvollſtändig entſpricht, daß ſie ſchlecht iſt“ 295 (O Definition) „Die Wirklichkeit“ 85—96 (O Weſen) [P. St. 8, 319—853 ſ. u.] 88 91—97 wurden zum Teil wörtlich und zum Teil mehr oder weniger verändert in 8, 88 142—149 (ſ. u.) übernommen 85—88 P. St. 8, 319—337 f. u.] 88 98 und 99 entſprechen in 8 den 88 150—152, wenig verändert, 88—89 [P. St. 8, 337—341 f. Gubftantialität] 88 100 — 103 entſprechen in 8 den 88 152—154 (ſ. Kauſalität) 88 104—108 entſprechen in 8 den 88 155-158, wenig verändert, 92—95 [P. St. 8, 345—352 f. Wechſelwirkung! 128 [P. St. 8, 423 f. u.] wirklich — vernünftig 33 (ſ. vernünftig — wirklich). „Wirklichkeit iſt immer Einheit der Allgemeinheit und Beſonderheit, das Aus— einandergelegtſein der Allgemeinheit in die Beſonderheit, die eine ſelbſtändige erſcheint, obgleich ſie nur im Ganzen getragen und gehalten wird“ 362, 363. „Die wahrhafte Wirklichkeit iſt Not— wendigkeit: was wirklich iſt, iſt in ſich notwendig“ 363. „Die Wirk⸗ lichkeit iſt nichts Unvernünftiges“ 364 (O Religion) 2709
Wirklichkeit 8 Gegenſtand der Philoſophie iſt die Wirklichkeit 47 8 (ſ. Syſtem), 48, 49 (ſ. vernünftig — wirklich). Wirklichkeit und Erſcheinung 300 @ (O Erſcheinung) „Die Wirklichkeit“ 319—352 [P. St. 6, 85—95] (O Weſen) S 142 [P. St. 6, § 91, faſt wörtlich! „Die Wirklichkeit iſt die un⸗ mittelbar gewordene Einheit des Weſens und der Exiſtenz, oder des Innern und des Außern“ 319, 320 [P. St. 6, 85]. Das Wirk⸗ liche iſt „dem Abergehen entnommen und feine Außerlichkeit ift ſeine Energie“ 320. „Sein Daſein iſt nur die Manifeſtation ſeiner ſelbſt, nicht eines Andern“ 320 [P. St. 6, 85] Zuſatz. Kritik an dem Vorurteil, Wirklichkeit und Gedanke bzw. Idee ſeien einander entgegengeſetzt 320 , 321 8. Nur der ab⸗ ſtrakte Verſtand fiziert hier einen Gegenſatz 320 H. Die Idee ift weder fo ohnmächtig, noch die Wirklichkeit fo unvernünftig 3218, 47 Q, 48 Z. Kritik an dem Vorurteil hinſichtlich des Verhältniſſes der ariſtoteliſchen zur platoniſchen Philoſophie 3218, 3228 (f. Ariſtoteles) § 143 [P. St. 6, § 92, etwas verändert und erweitert] a) „Als Identität überhaupt iſt die Wirklichkeit zunächſt die Mög— lichkeit“, „abſtrakte und unweſentliche Weſentlichkeit“ 322 [P. St. 6, 85, 86]. Zu Kants Faſſung der Wirklichkeit als Modalität 322, 323 [P. St. 6, 86] Zuſatz. Der Vorſtellung erſcheint die Möglichkeit als die reichere und die Wirklichkeit als die ärmere Beſtimmung. Das Gegenteil aber iſt wahr 323 H. Über das leere Gerede von Möglichkeiten 324 8, 323 8, 325 & 8 144 [P. St. 6, 8 93, etwas verändert] 6) „Das Wirkliche aber in ſeinem Unterſchiede von der Möglichkeit als der Neflexion-in-ſich iſt ſelbſt nur das äußerliche Konkrete, das unweſentliche Unmittelbare“, ein Zufälliges, der bloße Zufall ſelbſt 325 ſogl. 6, 87] § 145 [P. St. 6, 5 94, ziemlich verändert] „Möglichkeit und Zufälligkeit find die Momente der Wirklichkeit, Inneres und Außeres, als bloße Formen geſetzt, welche die Außerlichkeit des Wirklichen ausmachen“ 325 H. „Sie haben an dem in-ſich beſtimmten Wirk⸗ lichen, dem Inhalte, als ihrem weſentlichen Beſtimmungsgrunde ihre Reflexion-in-ſich“ 325, 326 logl. 6, 87]. „Ob etwas zufällig und möglich iſt, kommt auf den Inhalt an“ 326 [P. St. 6, 87] Zuſatz. Charakteriſtik des Zufälligen 326—329 © (ſ. Zufall) 2710
12 Wirklichkeit S 146 [vgl. 6, $ 95, verändert] Die Außerlichkeit, Zuſälligkeit der Wirklichkeit hat die Beſtimmung aufgehoben zu werden — „die Möglichkeit eines Andern zu fein, — die Bedingung“ 329 [vgl. 6, 87 Zuſatz. Das Zufällige als Bedingung 329 Z. Der Wechſel der un: mittelbaren Wirklichkeit zu einer neuen Wirklichkeit, welche ihr eigenes Innere iſt 329 8, 330 H. Der „Prozeß der Wirklichkeit“ 330 © § 147 [P. St. 6, § 96] „Dieſe fo entwickelte Außerlichkeit als ein Kreis der Beſtimmungen der Möglichkeit und der unmittelbaren Wirklichkeit, die Vermittlung derſelben durcheinander, iſt die reale Möglichkeit überhaupt“ 330 [vgl. 6, 87, 88]. Die entwickelte Wirklichkeit als Notwendigkeit 330, 331 [P. St. 6, 88] (ſ. Not⸗ wendigkeit) Zuſatz. Der Begriff der Notwendigkeit 331—336 & (ſ. Notwendig: keit) 8 148 Z. Die drei Momente: Bedingung 336 8, 330 8 (f. Be⸗ dingung), die Sache 336 8, 330 8 (ſ. Sache), und die Tätigkeit 336 O, 330 & (f. Tätigkeit). „Inſofern dieſe drei Momente die Ge— ſtalt ſelbſtändiger Exiſtenz gegeneinander haben, iſt dieſer Prozeß als die äußere Notwendigkeit“ 337 @ § 149 [P. St. 6, 8 97, wenig verändert und erweitert] Faſſung der Notwendigkeit als „das Eine mit ſich identiſche aber inhaltsvolle Weſen“, und „als abſolute Form die Tätigkeit des Auſhebens in Vermitteltſein, und der Vermittlung in Unmittelbarkeit“ 337 [P. St. 6, 88] a) „Subſtantialitäts-Verhältnis“ 337—341 [P. St. 6, 88— 89] (f. Subftantialität) b) „Kauſalitäts-Verhältnis“ 341—345 [P. St. 6, 89—92] (f. Kau⸗ ſalität) e) „Die Wechſelwirkung“ 345—352 [P. St. 6, 92— 95] (ſ. Wechſel⸗ wirkung) „Alles Wirkliche, inſoſern es ein Wahres iſt, iſt die Idee“ 423 [P. St. 6, 128], 452 [P. St. 6, 144] (O Idee) „Erſt jenſeits der Unmittelbarkeit des Empfindens und der äußer⸗ lichen Gegenſtände iſt die wahrhaſte Wirklichkeit zu finden“ 28. Verhältnis des Kunſtwerks und der Geſchichtsſchreibung zur Wirklichkeit 29. „Im Vergleich mit dem Schein der ſinnlichen un— 2711
12 13 1 oa 18 Wirklichkeit mittelbaren Exiſtenz und dem der Geſchichtsſchreibung hat der Schein der Kunſt den Vorzug, daß er ſelbſt durch ſich hindurch— deutet, und auf ein Geiſtiges“ 29, 30 (O Aſthetik). Die Möglichkeit der Täuſchung „durch den Schein der Kunſt beruht darauf, daß alle Wirklichkeit beim Menſchen das Medium der Anſchauung und Vorſtellung hindurchgehen muß, und durch dies Medium erſt in ſein Gemüt und Willen eindringt“ 78 (O Kunſtwerk) Das eine Extrem der objektiven Wirklichkeit des Schönen iſt „noch geiſtloſe Objektivität“, das andere Extrem hingegen iſt das Gött— liche 123, 124. „In der endlichen Wirklichkeit erſcheinen die Be— ſtimmungen, welche der Wahrheit zugehören, als ein Außer— einander, als eine Trennung deſſen, was ſeiner Wahrheit nach untrennbar iſt“ 147. Verhältnis des Begriffs zur Wirklichkeit 147 (O Athetit), des Kunſtwerks zur konkreten Wirklichkeit 332 (ſ. Kunſtſchönes) Zur ſchöpferiſchen Tätigkeit der Phantaſie gehört „zunächſt die Gabe und der Sinn für das Auffaſſen der Wirklichkeit und ihrer Geſtalten“ 378. Die Wirklichkeit und Objektivität der künſtle⸗ riſchen Darſtellung 388390, 377 (.. Objektivität) Auf der unterſten Stufe der ſymboliſchen Kunſt wird „das Er— ſcheinende ſelber als die unmittelbare Wirklichkeit und Gegenwart des Abſoluten gefaßt“ 435 (O ſymboliſche Kunſtform) In der Zeit der Auflöſung der klaſſiſchen Kunſt ſteht der „bloß abftraften, endlichen, unbefriedigten Subjektivität“ eine „ebenſo endliche Wirklichkeit“ gegenüber, die „als eine götterloſe Wirk— lichkeit und ein verdorbenes Daſein erſcheint“ 115 (O Satire) Denen, welche gegen die Religionsphiloſophie ſtreiten, iſt die Wirklichkeit „nicht präſent, ſondern fremd und unbekannt“ 73. Mit der Philoſophie aber find wir „in der Welt der Wirklichkeit“ 74 (O Religionsphiloſophie). „Gott ift die abſolute Subſtanz, die allein wahrhafte Wirklichkeit“ 106 (O Gott) vernünftig — wirklich 274 (ſ. d. Art.). Das Zeitliche, Vergängliche exiſtiert wohl, iſt aber „keine wahrhafte Wirklichkeit, wie auch nicht die Partikularität des Subjekts, ſeine Wünſche, Neigungen“ 275 (O Plato) Ariſtoteles' Beſtimmung der Wirklichkeit als &reoyera, actus, noch beſtimmter als Eyredexe⁴̃ 321 (. Ariſtoteles) 2712
4 — = 10 15 Wirkung / Wiſſen Wirkung „Wirkung und Gegenwirkung“ 713—717 (f. Kauſalität) Wiſſen (Idee abſolute, unmittelbares Wiſſen, vermitteltes Wiſſen) „Bewußte Identität des Endlichen und der Unendlichkeit, die Vereinigung beider Welten, der ſinnlichen und der intellektuellen, der notwendigen und der freien, im Bewußtſein, iſt Wiſſen“ 52. „Dies Identiſchſein alles empiriſchen Bewußtſeins mit dem reinen iſt Wiſſen; und die Philoſophie, die dies Identiſchſein weiß, iſt die »Wiſſenſchaft des Wiſſens«“ 80 (O Fichte) „Glauben und Wiſſen oder die Reflexionsphiloſophie der Subjektivität, in der Vollſtändigkeit ihrer Formen, als Kantiſche, Jacobiſche und Fichteſche Philoſophie“ 277 —433 (ſ. Glaube) Die beſtimmte Seite „des Seins von Etwas für ein Bewußtſe in iſt das Wiſſen“ 75 (ſ. Phänomenologie) „Die ſittliche Handlung, das menſchliche und göttliche Wiſſen, die Schuld und das Schickſal“ 354—367, 338, 339 (f. Sittlichkeit) „Das abſolute Wiſſen“ 602-620 (ſ. Philoſophie). Das „begreifende Wiſſen“ 610, 611 (f. Philoſophie) „Idee des Wiſſens oder der Wahrheit“ 166—167 (ſ. Idee) „Abſolute Idee oder das Wiſſen“ 191 (f. Idee) „Die abſolute Idee“ 327-353 (f. Idee) Die fünf Erſcheinungen des „ſchauenden Wiſſens“ 177—191 (ſ. Seele). Entwicklung des abſtrakten, formellen Wiſſens zum konkreten, mit dem wahrhaften Inhalt angefüllten, alſo objettiven Wiſſen 312 B. Unterſcheidung des bloßen Wiſſens vom Erkennen 312 (O Geiſt) Unmittelbares Wiſſen der neueren Theologie 59—64, 173—183 (ſ. unmittelbares Wiſſen), 132, 135 (f. Gefühl) Wiſſen und Glauben 129 (O religiöſes Verhältnis). „Wiſſen drückt die ſubjektive Weiſe aus, in der etwas für mich, in meinem Be⸗ wußtſein iſt, ſo daß es die Beſtimmung hat eines Seienden. Wiſ⸗ ſen iſt überhaupt dies, daß der Gegenſtand das Andere iſt und ſein Sein mit meinem Sein verknüpft iſt“ 132 (O Gefühl). Religiöſes Wiſſen iſt weſentlich ein vermitteltes 175, 177. „Das Wiſſen iſt Verhältnis in ſich ſelbſt, vermittelt, entweder Vermittlung durch 2713
15 16 — DD = Wiſſen / Wiſſenſchaft Anderes oder in ſich, Vermittlung überhaupt, weil da Beziehung von mir ſtattfindet auf einen Gegenſtand, Gott, der ein Anderes iſt“ 177, 178 (O unmittelbares Wiſſen) 183—210 (f. vermitteltes Wiſſen) Zum ſogenannten „Gegenſatz des Glaubens und Wiſſens“ 379 (j. Gottesbeweiſe) Wiſſenſchaft (Philoſophie) „Das Weſen des Wiſſens beſteht in der Identität des Allgemeinen und Beſondern, oder des unter der Form des Denkens und des Seins Geſetzten, und Wiſſenſchaft iſt ihrem Inhalte nach eine Ver— körperung jener vernünftigen Identität und von ihrer formalen Seite eine beſtändige Wiederholung derſelben“ 254 (O Skeptizis⸗ mus). „Die beſtimmte Wiſſenſchaft iſt nichts anderes, als die fort— gehende Darſtellung und Analyfe (das Wort im höhern Sinne genommen), wie das, was die Philoſophie unentwickelt als eine einfache Beſtimmtheit läßt, ſich wieder verzweigt, und ſelbſt Totalität iſt“ 515, 516 (O Naturrecht) 11, 12, 14, 19, 31, 54. „Der Geiſt, der ſich ſo entwickelt als Geiſt weiß, iſt die Wiſſenſchaft. Sie iſt ſeine Wirklichkeit und das Reich, das er ſich in feinem eigenen Elemente erbaut“ 28 (ſ. Phänomenologie). „Der Geiſt, in dieſem Elemente dem Bewußtſein erſchei— nend, oder was hier dasſelbe iſt, darin von ihm hervorgebracht, iſt die Wiſſenſchaft“ 611, 612. „Indem der Geiſt den Begriff ge⸗ wonnen, entfaltet er das Dafein und Bewegung in dieſem Ather ſeines Lebens und iſt Wiſſenſchaft“ 617. Gegenüberſtellung von Wiſſenſchaft und Wiſſen in der Phänomenologie des Geiſtes 617, 618 (O Philoſophie) 116, 117 (O Logik). „Die abſolute Idee iſt der Inhalt der Wiſſen⸗ ſchaft“ 142 (ſ. Idee) 168, 169, 170 (ſ. Enzyklopädie) „Die Wiſſenſchaft“ 227 (0 Geiſt). Sie „iſt die begreifende Erkenntnis des abſoluten Geiſtes. Indem er in Begriffsform auf⸗ gefaßt wird, iſt alles Fremdſein im Wiſſen aufgehoben und dies hat die vollkommene Gleichheit mit ſich ſelbſt erlangt“ 227 Der Weg in der Phänomenologie des Geiſtes hat den Begriff der Wiſſenſchaft zu feinem Reſultate 44, 45 (f. Phänomenologie). „Die reine Wiſſenſchaft ſetzt die Befreiung von dem Gegenſatze des 2714
4 2 8 10 11 Wiſſenſchaft Bewußtſeins voraus“ 45 (ſ. Logik). „Die Logik iſt die reine Wiſſen⸗ ſchaft, d. i. das reine Wiſſen in dem ganzen Umfange ſeiner Ent— wickelung“ 72. Über den Anfang in den Wiſſenſchaften 79 (O Sein), 33, 36, 69—81 (ſ. Sein) „In der Wiſſenſchaft ift der Inhalt wejentlid an die Form ge— bunden“ 21, 22 (ſ. Rechtsphiloſophie). Kritik an der Forderung der Unabhängigkeit der Wiſſenſchaft vom Staate, „der nur als ein Mittel für ſie als einen Selbſtzweck zu ſorgen habe“ 357. Erſt vom Staate iſt „die Freiheit des Denkens und der Wiſſenſchaft ausgegangen“ 359, 360, 363 (O Religion) Die immanente Entwicklung einer Wiſſenſchaft, die Ableitung ihres ganzen Inhalts erfolgt aus dem einfachen Begriffe 381, 382 (ſ. Verfaſſung) Die Wiſſenſchaften fallen nicht unter die Kategorie deſſen, was die öffentliche Meinung ausmacht 430 (O Verfaſſung) Die empiriſchen Wiſſenſchaften bereiten den Inhalt des Be: ſondern dazu vor, in die Philoſophie aufgenommen werden zu können 58 Z. Die verſchiedene Art des Poſitiven der Wiſſenſchaf— ten 62, 63 [P. St. 6, 27, 28] (ſ. Syſtem). Kritik daran, nur ſolche Wiſſenſchaften als exakte zu bezeichnen, deren Gegenſtände dem mathematiſchen Kalkül unterworfen werden können 236 ©, 237 © (f. Quantität). Das Geſchäft der endlichen Wiſſenſchaft geht darauf aus, „die zur Betrachtung gezogenen Gegenſtände miteinander zu vergleichen“ 273 8, 275 8 (f. Unterſchied). In den endlichen Wiſſenſchaften bedient man ſich ſehr häufig der Reflexionsform nach Grund und Folge zu fragen 283 2, 284 8 (j. Grund) Über das Verhältnis von Inhalt und Form auf dem wiſſenſchaft— lichen Gebiete 303 &, 304 0 (O Form — Inhalt) 15 8 (O Geiſt). „Die Wiſſenſchaft erſcheint als ein ſubjektives Erkennen, deſſen Zweck die Freiheit und das ſelbſt der Weg iſt, ſich dieſelbe hervorzubringen“ 475 8 (0 Philoſophie) Die chineſiſche Wiſſenſchaft 185—190 (ſ. China). Die Wiſſenſchaft der Inder 216—218 (ſ. Indien). „Die Wiſſenſchaft iſt es allein, welche das Reich Gottes und die ſittliche Welt als Eine Idee faſſen kann, und welche erkennt, daß die Zeit darauf hingearbeitet hat, dieſe Einheit auszuführen“ 483 (O Kirche). Ausbildung der Wijſenſchaft im Mittelalter nach den Kreuzzügen 502, 503. „Kunſt 2715
1 — 12 1 = 17 Wiſſenſchaft und Wiſſenſchaft als Auflöſung des Mittelalters“ 515—518 (ſ. Mittelalter) Zur Frage, ob die Wiſſenſchaft als denkende Betrachtung der Kunſt „gemäß“ fei 25, 26; da in der Tat „das Kunſtſchöne in einer Form erſcheint, die dem Gedanken ausdrücklich gegenüber ſteht“ 33. „Die Macht des denkenden Geiſtes liegt darin, nicht etwa nur ſich ſelbſt in ſeiner eigentümlichen Form als Denken zu faſſen, ſondern ebenſo ſehr ſich in ſeiner Entäußerung zur Empfindung und Sinnlichkeit wieder zu erkennen, ſich in ſeinem Andern zu begreifen, indem er das Entfremdete zu Gedanken verwandelt, und fo zu ſich zurückführt“ 34 (O Aſthetik) Wiſſenſchaft, wiſſenſchaftliche Erkenntniſſe und Wahrheiten ſind „kein echtes Pathos für die Kunſtdarſtellung“ 316 (O Pathos) 5 27, 31. „Die Wiſſenſchaft bildet ein Univerſum der Erkenntnis, das für ſich Gottes nicht bedarf, außerhalb der Religion liegt und mit ihr direkt nichts zu ſchaffen hat“ 32, 33. Wiſſenſchaft und religiöſes Gefühl mißtrauen ſich gegenſeitig 33, 34 (ſ. Religion). „Je mehr ſich die Erkenntnis der endlichen Dinge ausgebreitet hat“, „um ſo mehr hat ſich der Kreis des Wiſſens von Gott verengt“ 52 (O Religionsphiloſophie) „Die wahrhafte Wiſſenſchaft ſucht die Aufgaben auf die einfach— ſten Elemente zurückzuführen“ 294 (O unmittelbare Religion). „In der Wiſſenſchaft iſt es nicht darum zu tun, was einer meint in ſeinem Kopfe, ſondern das Ausgeſprochene gilt“ 340 (O be⸗ ſtimmte Religion) „Die Wiſſenſchaft iſt der entwickelte Zuſammenhang der Idee in ihrer Totalität“ 467 (O Gottesbeweiſe) „Verhältnis der Philoſophie zur wiſſenſchaft— lichen Bildung“ 87—92, 125 (0 Philoſophie). Die Gegen⸗ fände der beſonderen Wiſſenſchaften find endlich; in ihrer Me⸗ thode ſetzen die ſyſtematiſchen Wiſſenſchaften die Logik, die Be⸗ ſtimmungen und Grundſätze des Denkens überhaupt voraus 87. Die Denkformen wurzeln in der jeweiligen Bildung der Zeit 87, 88 und alles Wiſſen und Vorſtellen iſt von Metaphyſik durch— webt 88 Geſchichtlicher Überblick über das Verhältnis der Philoſophie zu den Wiſſenſchaften 88—92. Wir Deutfche rechnen die allgemeine 2716
1 1 18 19 20 Wiſſenſchaft wiſſenſchaftliche Bildung nur felten zur Philoſophie 88. Der Um— fang der philoſophiſchen Fakultät zeigt, daß wiſſenſchaftliche Bildung früher zur Philoſophie gerechnet wurde 88. In England „werden die Naturwiſſenſchaften Philoſophie genannt“ 88, 89. Auch moraliſche Wiſſenſchaften werden ihr zugerechnet 89 [18, 194; 19, 364, 448] „In der Anfangszeit der Bildung begegnet uns aber dieſe Ver— miſchung von Philoſophie und allgemeiner Bildung öfter“ 89. So in den ſieben Weiſen und den ioniſchen Philoſophen 89. Thales war auch Aſtronom, Pythagoras fand das Prinzip der Harmonie der Töne 89, 90 Die Renaiſſance zeigt wieder ſolche Verbindung von Philoſophie mit anderen Wiſſenſchaften 90. So bei Hobbes, Descartes und Spinoza 90. Die Medizin reinigte ſich von „theoſophiſchem Ge— bräu“ 90. Die Philoſophie Newtons 90 Es tut ſich ein Gegenſatz auf gegen die Religion und gegen das Poſttive derſelben, auch gegen die göttliche Autorität als Quelle von Staats- und Zivil-Recht 91. Hugo Grotius 91, 92. „Dies Unterſchieben eines anderen Grundes, als den der Autorität, hat man Philoſophieren genannt“ 92. „Dieſes Selbſtdenken iſt ge⸗ ehrt, und menſchliche Weisheit, Weltweisheit genannt worden, da ſie Irdiſches zum Gegenſtande hatte und auch in der Welt ſelbſt entſtanden war. Dieſes war die Bedeutung der Philoſophie geweſen“ 92 (ſ. Weisheit) [19, 438, 439] 194 (O Plato), 445 (O Stoiker) In den Anfängen der neueren Philoſophie waren Philoſophie und Wiſſenſchaften nicht ſcharf getrennt 329 (O neuere Philo— ſophie), 332 [17, 88]; fo bei Descartes 332 (O Descartes), und beſonders bei den Engländern 448 (O Newton), 364 (O Descartes) 17, 88, 89; 18, 194], 438, 439 (f. Locke) Nach Fichte iſt „»Wiſſenſchaft ein Syſtem der Erkenntnis durch einen oberſten Grundſatz, welcher den Gehalt und die Form des Wiſſens ausdrückt«“ 616 (O Fichte) „Die weltliche Wiſſenſchaft geht auf Erkennen des Endlichen; in— dem ſie in das Innere desſelben hineinzuſteigen ſich bemüht, ſind Urſachen und Gründe das Letzte, bei welchem ſie ſich beruhigt“ 15, 16 (O Hinrichs) 2717
— 19 — 10 12 12 7 12 4 Wiſſenſchaftslehre / Wöhler Wiſſenſchaftslehre „Briefe über die Wiſſenſchaftslehre“ 193, 194—198, 205 (ſ. Krug) Fichtes Wiſſenſchaftslehre 613. Nach ihm „iſt die Wiſſenſchafts⸗ lehre die Wiſſenſchaft von dem Wiſſen, welche die Möglichkeit und Gültigkeit alles Wiſſens darlegt, und die Möglichkeit der Grundſätze, der Form und dem Gehalte nach, die Grundſätze ſelbſt, und dadurch den Zuſammenhang alles menſchlichen Wiſſens nach— weiſt“ 616, 619, 636 (O Fichte) Witt, Johann de 381 (O Jacobi) Witz (Wortſpiel) „Der Witz verknüpft ihrem äußern Anſchein nach einander fremd— artige Vorſtellungen nach einer Seite, in der ſie eine unerwartete Gleichheit darbieten“ 213 (O Urteil) [10, 339] 339 0 (O Einbildungskraft) Zur modernen „Originalität des Witzes“ 396 (O Originalität). Charakteriſtik des Rätſels als „der bewußte Witz der Symbolik“ 527 (O Rätſel). Der metaphoriſche Ausdruck kann „aus dem Witz einer ſubjektiven Willkür“ hervorgehen 539 (O Metapher) Wodan 367 (O Kunſtſchönes) Wohl (Glückſeligkeit) „Die Abſicht und das Wohl“ 171—172, 177-187 (f. Abſicht) Wohlgefallen In der Philoſophie Kants iſt das Schöne Objekt des Wohlgefallens 92, des allgemeinen Wohlgefallens 93, des notwendigen Wohl⸗ gefallens 94 (ſ. Kant) Wöhler, Friedrich Herausgeber einer deutſchen Bearbeitung von Berzelius“ »Lehr⸗ buch der Chemie 446 (O Chemismus) 2718
13 12 13 13 1 . 17 18 20 3 Wölbung / Wolff Wölbung (Bogen) In der römiſchen Baukunſt beginnt die Anwendung von Bogen und Wölbungen 328. „Die Erfindung des Wölbens ſchreibt man am wahrſcheinlichſten dem Demokritos (Seneca ep. 90) zu“ 329. Zur Technik des Wölbens bei den Römern 329, 330 (0 klaſſiſche Architektur) Wolf In Ovids Metamorphoſen „wird das phrygiſche, ägyptiſche Sym— bol, der Wolf, von ſeiner inwohnenden Bedeutung ſo abgetrennt, daß dieſelbe zu einer vorhergehenden Exiſtenz, wenn nicht der Sonne doch eines Königs gemacht, und die Wolfsexiſtenz als Folge einer Tat jener menſchlichen Exiſtenz vorgeſtellt wird“ 523 113, 31] (O Metamorphoſe) Bei den Agyptern ſpielt der Wolf eine große Rolle. Die Ver— bindung des Wolfs und Sonnengottes iſt uralt. Ovid ſtellt da— gegen „die Verwandlung des Lycaon in Wolfsgeftalt als eine Strafe für die Impietät gegen die Götter dar“ 31, 32 (O Ovid) Wolf, Friedrich Auguſt Wolfs und Buttmanns: »Muſeum der Altertumswiſſenſchaft« 295 (O ſymboliſche Architektur) Kritik an Wolfs Anſicht, „man könne ein Epos ſich beliebig enden laſſen, oder es fortſingen wie man wolle“ 388 (O epiſche Poeſie) Schleiermachers Sammlung: „»Herakleitos, der Dunkle, von Epheſus, dargeſtellt aus den Trümmern ſeines Werkes und den Zeugniſſen der Alten« in Wolfs und Buttmanns Muſeum der Altertumswiſſenſchaft, Band 1 (Berlin 1807), S. 315—533“ 347 (O Heraklit) Ritters Aufſatz über den Empedokles in Wolfs »Literariſchen Analekten« 370 (O Empedokles) Seine Stellung zu Platons Timäus 248, 249 (O Plato) Solger beſuchte in Halle Wolfs geiſtreichen Vortrag 134 (O Solger) Wolff, Chriſtian, Freiherr von Hegel erinnert ſich in ſeinem zwölften Lebensjahre die Wolffſchen Definitionen von der ſogenannten Idea clara erlernt und im 2719
Wolff vierzehnten Jahre die ſämtlichen Figuren und Regeln der Schlüſſe inne gehabt zu haben 332 (O Philoſophieunterricht) 4 Wolffs mathematiſche Methode 50 (O Dialektik). Wolff über die Vernachläſſigung der unendlich-kleinen Größen 316, 317 (O Ma⸗ thematik) 5 Kritik an Wolffs Anwendung der ſynthetiſchen Methode auf die analytiſche Wiſſenſchaft und auf alle möglichen Arten von Kennt: niffen, die er zur Philoſophie und Mathematik zog 316, 317, Beiſpiele hierfür 316, 317 Fußn. (O Lehrſatz) [19, 480, 481] 6 Jacobis Stellung zur Leibniziſch-Wolffiſchen Metaphyſik 314 (O Jacobi) 67 (O Wille), 192 (O Gutes) Die Wolffiſche Philoſophie, welche die analytiſche und ſynthetiſche Methode zum weiteſten Pedantismus ausgebildet, iſt auch ihrem Inhalte nach Verſtandes-Metaphyſik 441 (O Lehrſatz) 9 Wolffs Trennung der Kosmologie von der Phyſik 328 (O Naturphiloſophie) 10 15 8 (O Geiſt) 12 19 (O Aſthetih 14 Bei Klopſtock finden wir „die Begriffe der Wolffiſchen Metaphyſik“ 372 (O Handlung) 15 In der Wolffiſchen Philoſophie wird das Höchſte: ens, Ding, ge— nannt 41 (O Religionsphiloſophie) 16 Wolff führt den ontologiſchen Gottesbeweis neben den andern auf 547 (O Gottesbeweiſe) 17 Wolffiſche Metaphyſik in Bruders großer Geſchichte der Philo— ſophie 73 (O Philoſophiegeſchichte). Vergleich des orientaliſchen trockenen Berftundes mit einer „alten wolffiſchen Logik“ 154 (O orientaliſche Philoſophie) 18 Friedrich II. beſchäftigte ſich mit Wolffiſcher Metaphyſik 195. Men⸗ delsſohn hat Platons Phädon modernifiert und in Wolffiſche Metaphyſik verwandelt 228. Vergleich der „Vorſtellung“ bei Kar⸗ neades und Wolff 533 (O Karneades) 19 Parallelentwicklung der franzöſiſchen Metaphyſik und der deut— ſchen Wolffiſchen Metaphyſik 330, 331 (O neuere Philoſophie) 2720 0 0
19 .. rn nn 437 (O Locke). Wolffs Hochſchätzung der Theodizee von Leibniz 452 (O Leibniz) „Wolff“ 274, 449, 473—481 (O neuere Philoſophie). „Mit Wolff iſt eine ſyſtematiſche Ausführung des philoſophiſchen Stof— fes überhaupt gegeben“; die Wolffiſche Philoſophie ſyſtematiſiert jo die Leibniziſche 473, 475, 477, 478, 479. „Wolff hat ſich um die Verſtandesbildung der Deutſchen große Verdienſte, unſterbliche Verdienſte erworben“ 473, 476, 477, 479. Das beſtimmte, ver⸗ ſtändige Denken iſt Grundprinzip 473, 475, 479 Wolffs Leben: Geburt, Studium, Profeſſur der Mathematik und Philoſophie zu Halle 474. Händel mit den pietiſtiſchen Theologen, beſonders mit Lange 474. Wolff mußte auf Befehl von Friedrich Wilhelm J. Halle verlaſſen 474, 475. Profeſſur in Marburg, Ehrungen des Auslands und des Kurfürſten von Bayern 475. Zurückberufung durch Friedrich II. 475 Wolff iſt vor allem „Lehrer der Deutſchen“ 476, 475. Auch ſchrieb er in deutſcher Sprache 476 Wolffs Werke 476, 477 und ihr großer Umfang 477. Seine mathe⸗ matiſchen Arbeiten 477, 475, 480 Wolff und Leibniz 477, 473, 475, 478, 479 J. Theoretiſche Philoſophie: ſie handelt von Logik und Metaphyſik; letztere iſt untergeteilt in Ontologie, Kosmologie, rationelle Piy: chologie und natürliche Theologie 478 II. Praktiſche Philoſophie: ſie handelt von Naturrecht, Moral, Völkerrecht und Skonomie 478 „Das Ganze iſt vorgetragen in ſtreng geometriſchen Formen“ 478, 477, 479, 480 [8, 441 O]. Charakteriſtit ſeiner Manier und ſeines „barbariſchen Pedantismus“ 480, 479, 481. Beiſpiele aus feiner Baukunſt, feiner Kriegskunſt 480, 481 (5, 316, 317 Fußn.!]. „Alles Spekulative iſt entfernt“ 481, 479 (O neuere Philoſophie) Beziehung der Wolffſchen Philoſophie zur Popularphiloſophie 481 (O Popularphiloſophie) Friedrich II. und Wolff 517 (O franzöſiſche Philoſophie) [18, 195). Herrſchaft der Leibniziſch-Wolffiſchen Philoſophie 529. Stellung der deutſchen Aufklärung zur Wolffiſchen Philoſophie 531, 529, 532 (O Aufklärung), 556 (O Kant). Mendelsſohns „„Morgen— ſtunden« ſind trockene Wolffiſche Philoſophie“ 537 (O Jacobi), 556 (O Kant). Kants Stellung zu Wolff 556, 557, 582 (O Kant) Glockner, Hegel-Lerifon 171 2721
20 9 9 19 = -ı EA Wolff / Wollen „Es iſt dem deutſchen Vorwärtsgehen des Geiſtes zu feiner Frei⸗ heit eigentümlich, daß das Denken ſich in der Wolffiſchen Philo⸗ ſophie eine methodiſche nüchterne Form verſchaffte“ 206. Ha⸗ manns Stellung zur Wolffiſchen Philoſophie 246, 239 (O Hamann) 335 (O Hegel) Wolken Wolkenbildung 205 8, 207 , 208 8, 209 S. Goethe über die ver⸗ ſchiedenen Wolkenbildungen 210 8 (O Meteorologie) Wollaſton, William Hyde Wollaſton nahm an, „Elektrizität ſei nur vorhanden, wo Oxyda— tion ſei“ 417 (O Galvanismus) 434 0 (O Chemismus) Wollaſton, William Er bewegt ſich „in den Formen ſehr gewöhnlicher Verſtandes— Metaphyſik“ 501 (O ſchottiſche Philoſophie) Wollen (Wille) Wollen 140—141 (P. St. 8, 443—446]. Die SS 179—182 ent⸗ ſprechen, nur wenig verändert, in 8 den 88 233—235 (ſ. u.) „Die Lorbeeren des bloßen Wollens ſind trockene Blätter, die nie— mals gegrünt haben“ 184 (O Abſicht) „Das Wollen“ 435 8, 443446 [P. St. 6, 140141] (O Er: kennen) § 233 [P. St. 6, SS 179, 180, etwas verändert] Der Trieb der fnbjektiven Idee geht darauf, die vorgefundene Welt nach ſeinem Zwecke zu beſtimmen 443 [P. St. 6, 140]. Dieſes Wollen ſetzt die Nichtigkeit des Objekts voraus und zugleich „den Zweck des Guten als nur ſubjektive Idee und die Selbſtändigkeit des Objekts“ 444, 443 [P. St. 6, 140] § 234 [P. St. 6, $ 181, etwas verändert und erweitert] Dieſer Widerſpruch „ſtellt ſich als der unendliche Progreß der Verwirk— lichung des Guten vor, das darin nur als ein Sollen fiziert iſt“ 444 [vgl. 6, 144]. Überwindung ſolchen Widerſpruchs durch die Tätigkeit 444 Zuſatz. Hinweis auf den Standpunkt der Kantiſchen und Fichte⸗ 2722
8 19 11 10 12 14 Wollen / Wort ſchen Philoſophie 4448, 445 S. Stellung der Jugend und des Mannes zum Sollen 445 & (ſ. Mann) § 235 [P. St. 6, S 182, faſt wörtlich! „Die Wahrheit des Guten iſt damit geſetzt, als die Einheit der theoretiſchen und praktiſchen Idee, daß das Gute an und für ſich erreicht iſt“ 445, 446 [P. St. 6, 141]. Übergang zur ſpekulativen oder abſoluten Idee 446 [P. St. 6, 141] Worteſter Einwand des Biſchofs von Worceſter (Edward Stillingfleet) gegen Locke 431 (O Locke) Worms Der Reichstag zu Worms 468 (O Mittelalter) Wort (Logos, Name, Sprache) 35 (O Propäbdeutif), das Wortzeichen 210. „Das Bild wird ertötet und das Wort vertritt das Bild“ 211 (O Gedächtnis) Das Wort als Produkt des ſubjektiven Geiſtes 304 & logl. 6, 259], 306 3 (O Geiſt). Bedeutung des Worts in der Buchſtabenſchrift 349 8 (O Sprache). Charakteriſtik des Wortes als ein „innerliches Außerliches“ 355 ©. „Wie der wahrhafte Gedanke die Sache iſt, ſo auch das Wort, wenn es vom wahrhaften Denken gebraucht wird“ 355 0 (O Gedächtnis) Bedeutung des Wortes in der Poeſie 130, 131 (f. Poeſie) „Der Geiſt zieht ſeinen Inhalt aus dem Tone als ſolchen heraus, und gibt ſich durch Worte kund, die zwar das Element des Klan— ges nicht ganz verlaſſen, aber zum bloß äußeren Zeichen der Mit: teilung herabſinken“ 225 [12, 130, 131]. „Das Wort, dies bild: ſamſte Material, das dem Geiſte unmittelbar angehört, und das allerfähigſte iſt, die Intereſſen und Bewegungen desſelben in ihrer inneren Lebendigkeit zu faſſen“ 238 (O Poeſie). Es iſt „das verſtändlichſte und dem Geiſte gemäßeſte Mitteilungsmittel, das alles zu faſſen und kund zu geben vermag, was ſich irgend durch die Höhen und Tiefen des Bewußtſeins hindurchbewegt und inner⸗ lich präſent wird“ 271 (O Oichter). Das Wort als „bloßes Zeichen“ 274, 275 (O Poeſie). Wortakzent 299 (O Verſifikation) 2723
1 1 1 1 1 1 1 au 8 De} * 0 8 2 — — Wort / Wunder, Wunderglaube Hochſchätzung des Wortes bei den Indern 370 (O indiſche Religion) „Die Griechen achteten das reine Wort und die reine Behandlung eines Satzes ebenſo als die Sache. Und wenn Wort und Sache einander entgegengeſetzt wird, iſt das Wort das Höhere; denn die nicht ausgeſprochene Sache iſt eigentlich ein unvernünſtiges Ding, das Vernünſtige exiſtiert nur als Sprache“ 133 (O Eubulides) Böhmes Hochſchätzung des Wortes 313, 314 (ſ. Böhme). „1670 iſt beſtimmter als Wort. Es iſt ſchöne Zweideutigkeit des griechi— ſchen Worts, — Vernunſt und zugleich Sprache. Denn Sprache iſt die reine Exiſtenz des Geiſtes; es iſt ein Ding, vernommen in ſich zurückgekehrt“ 314 (O Böhme) Wortſpiel (Doppelſinnigkeit, Zweideutigkeit) 22 (ſ. Doppelſinnigkeit) 339 8 (O Einbildungskraft) 527 (O Rätſel) Stellung der deutſchen Ernſthaftigkeit zum Wortſpiel 132, 133 (O Eubulides) Wouwermans, Philips 233 (O holländiſche Malerei) Wunde „Die Wunden des Geiſtes heilen, ohne daß Narben bleiben“ 513 (O Böſes) Wunder, Wunderglaube 279 (O Glaube) Geringe Bedeutung des Wunders für die Beglaubigung der Göttlichkeit Chriſti 418. „Chriſtus ſelbſt tadelt die Phariſäer, welche Wunder von ihm verlangen, und ſpricht von den ſalſchen Propheten, welche Wunder tun werden“ 418 (O Chriſtentum) 15, 229; 16, 201, 202, 323; 17, 104; 19, 134]. Große Bedeutung der Wunder in der mittelalterlichen Kirche 495, 496 (O Kreuz— züge), 520 (O Reformation). Die Aufklärung widerſprach allen Wundern 550 (O Aufklärung) [15, 229] 2724
= Wunder, Wunderglaube Bedeutung des Wunders als „eine durch höhere Macht bewirkte Unterbrechung“ des gewohnten Zuſammenhangs bei den Juden 498 (O Juden). Breitinger führt das Wunderbare als den eigent— lichen Reiz der Fabel an 516 (O Fabel) „Wunder und Legenden“ in der romantiſchen Kunſtform 155, 163—164 (O Gemeinde). „Wir können die Wunder als die Konverſions-Geſchichte der unmittelbaren natürlichen Exiſtenz be— zeichnen“ 163. Ein Hauptinhalt vieler Legenden iſt das von un— natürlichen Erſcheinungen ergriffene Gemüt darzuſtellen 163. Da aber das Göttliche die Natur nur als Vernunft berühren kann, gehen die Legenden häufig ohne Not in das Abſtruſe, Abge— ſchmackte, Sinnloſe und Lächerliche über 163, 164 (O Gemeinde) 524 (O Oper) Stellung des proſaiſchen Verſtandes zu den Wundern 164 (O Vor— ſtellung). Der wahrhafte Grund des Glaubens iſt nicht das Wun— der, ſondern der Geiſt 229 (O Glaube) [11, 418]. Chriſtus ſelbſt hat gegen das Wunder geſprochen 229. Stellung der Aufklärung zum Wunder 229 (O Glaube) [11, 550]. In der indiſchen Religion kann von Wundern gar nicht geſprochen werden, weil alles ein Wunder iſt 378 (O indiſche Religion) [12, 498; 16, 60], 443 (O ägyptiſche Religion) Zur großen Bedeutung des Wunders in der jüdiſchen Religion 60, 61. Es hat hier ſeinen Platz, weil es jetzt erſt im Gegenſatze gegen die Ordnung der Natur erfaßt wird und man zugleich noch nicht die allgemeinen Naturgeſetze als Gottes Erſcheinung be— greifen kann 60, 61 (O jüdiſche Religion) „Wunder ſind ſinnliche Veränderungen, Veränderungen im Sinn⸗ lichen, die wahrgenommen werden, und dies Wahrnehmen ſelbſt iſt ſinnlich, weil es ſinnliche Veränderungen betrifft“ 200. Wun⸗ der find „nur der Anfang der Beglaubigung, die ungeiſtige Be: glaubigung, durch die das Geiſtige nicht beglaubigt werden kann“ 201, 203, „der Hauptſtandpunkt der Vernunft in Anſehung der Wunder iſt, daß das Geiſtige nicht äußerlich beglanbigt werden kann: denn das Geiſtige iſt höher als das Außerliche, es kann nur durch ſich und in ſich beglaubigt werden“ 201. Chriſtus ſelbſt ver⸗ wirft die Wunder als wahrhaftes Kriterium der Wahrheit 201, 202 [11, 418; 15, 229; 17, 104; 19, 134] (O abſolute Religion), 323, 326, 403 2725
Wunder, Wunderglaube / Wurf 16 297 (O Chriſtus). „Das Wunder ift nur eine Gewalt über natür⸗ liche Zuſammenhänge und damit nur eine Gewalt über den Geiſt, der in das Bewußtſein dieſer beſchränkten Zuſammenhänge be⸗ ſchränkt iſt“ 323. Zur Neugierde und Wißbegierde, wie denn die Wunder zu nehmen, zu erklären, zu faſſen ſeien 325. „Wunder ſind überhaupt Erfolge durch die Macht des Geiſtes über den natürlichen Zuſammenhang, ein Eingreifen in den Gang und in die ewigen Geſetze der Natur. Aber überhaupt iſt der Geiſt dieſes Wunder, dieſes abſolute Eingreifen“ 326 (O Gemeinde) 1 2 „Chriſtus verweiſt es den Phariſäern, daß ſie Wunder wollen; nur der Geiſt vernimmt den Geiſt, Wunder iſt nur Ahnung des Geiſtes, Wunder iſt Unterbrechung der Natur, der Geiſt iſt erſt das wahrhafte Wunder gegen den Lauf der Natur“ 104 (O Philo⸗ ſophie). Über die Wunder, die von Pythagoras erzählt werden 244 (O Pythagoras) 19 Die große Rolle des Wunderbaren in der Lebensgeſchichte des Plotin nach Porphyrius 37, 43 (O Plotin), 70. „Die alexandri⸗ niſche Schule iſt überhaupt nicht freizuſprechen vom Wunder— glauben“ 43. Eigentümlicherweiſe iſt bei den Neuplatonikern der Wunderglaube mit der Verſtandeslogik verbunden 70. „Im Bun: der iſt die Spekulation, göttliche Idee, gleichſam unmittelbar in Beziehung mit der Wirklichkeit gebracht, — nicht auf eine allge— meine Weiſe“ 70, 71 (O Jamblich). Marinus erzählt aus Proklos Leben die größten Wunder 72 (O Proklos). „Chriſtus ſchilt die heftig, welche Wunder von ihm verlangen“ 134 (O ſcholaſtiſche Philo ſophie) 644 (O Fichte) Würde 15 Auf der Stufe der Zauberei hat der Menſch kein Gefühl ſeiner Würde, „denn Würde hat der Menſch nicht dadurch, was er als unmittelbarer Wille ift, ſondern nur indem er von einem An- und Fürſichſeienden, einem Subſtantiellen weiß und dieſem ſeinen natürlichen Willen unterwirft und gemäß macht“ 323 (O Zauberei) Wurf 9 1049, 1108 (O Stoß) 2726
> Würmer / Württemberg Würmer 687 O, 688 O, 689 & (O Gattung) Württemberg „Beurteilung der im Druckerſchienenen Verhand— lungen in der Verſammlung der Landſtände des Königreichs Würtemberg im Jahre 1815-1816. I.—XXXIII. Abteilung“ 349—490. (Heidelberger Jahrbücher der Literatur 1817. Nr. 66—68, 73—77) Begrüßung dieſer Veröffentlichung, die ein Ganzes darſtellt 349, 350. Ihre Gegenwartsbedeutung 350, 351, 352. Württemberg hatte die neue Aufgabe, „die württembergiſchen Lande zu einem Staate zu errichten“ 351. Charakteriſtik des Kräfteſpiels zwiſchen Regierung, Ariſtokratie und dem dritten Stand in der geſchicht— lichen Entſtehung gegliederter Verfaſſungen 352. Die Umſtände in Württemberg erlaubten es, „eine Verfaſſung aus einem Guſſe geben zu können“ 353 Die „Anerkennung des neuen württembergiſchen Staats nach außen“ war vollbracht und „Friedrich II. tat nun auch den zweiten Schritt, den monarchiſchen Staat nach innen zu ſchaffen“ 353, 354. Am 15. März 1815 übergab der König feierlich ſeinem Volke eine Verfaſſung 355, 382, 397. Würdigung dieſes weltlichen Schauſpiels, das zu genießen freilich „unſere politiſche Erſtorben— heit unempfänglich iſt“ 356 Wiedergabe des Inhalts der Verfaſſungsurkunde 357—381. Der erſte Teil bringt die landſtändiſche Verfaſſung 357—379. Der zweite Teil iſt überſchrieben: „Allgemeine Be: ſtimmungen in Beziehung auf die Verfaſſung des Königreichs und die Rechte und Verbindlichkeiten der königl. Untertanen“ 357, 379—381 Erſter Teil: Er gewährt eine „ſtändiſche Repräſentation“ 357. Ihre Zuſammenſetzung 357, 359, 360. Zur Wahlfähigkeit und den notwendigen Eigenſchaften des Wahlmannes 357. Einberufung durch den König, Dauer der Verſammlung, Reiſekoſten und Tag⸗ gelder 357. Anteil der Stände an der Einführung neuer Steuern, an der Geſetzgebung 358. Ihr Beſchwerderecht 358, 359 Würdigung der „unendlichen Wichtigkeit und Liberalität der Rechte, welche hier den Landſtänden eingeräumt ſind“ 359. Ihre 2727
EN Württemberg Entfernung „vom vormaligen Feudalrechte“ 359, 360. Die Ver⸗ einigung in einer Kammer 360, 357 Zur Beſtimmung, daß „alle Staatsdiener und Geiſtliche, wie auch die Arzte und Chirurgen, ausgeſchloſſen find“ 360—369. So kommt es, daß der Advokatenſtand vorzüglich den Wählern zur Verfügung ſteht, obwohl gerade der Advokaten-Geiſt ungeſchickt iſt, in öffentlichen Angelegenheiten zu raten und zu handeln 362. Auch der Güterbeſitzer iſt inſofern ungeeignet, als das Direkte feines Zwecks das Private feines Beſitzes iſt 363. Eine „habituelle Beſchäftigung mit den allgemeinen Angelegenheiten“ bildet den Sinn des Staates am beſten aus 363, 364. Es ſollten königliche Beamte aller Art und Geiſtliche die Wahlmänner ſein 364. Kritik des Einwurfs, daß Beamte als Bedienſtete des Fürſten zu Depu— tierten untauglich ſeien 365, 366. „Die Meinung, daß, was im Intereſſe der Regierung und des Staates geſchehe, gegen das Intereſſe des Volkes ſei, unterſcheidet den Pöbel von den Bür— gern“ 365. Der Übergang vom Fürſtendiener zum Staatsdiener bedeutet die Entwickelung aus Barbarei zu einem Staatsleben 366. „Dieſer Übergang von Verwaltung eines Privat-Beſitzes in Verwaltung von Staatsrechten iſt einer der wichtigſten“ 367, 368. Zur Eignung von Magiſtrats-Perſonen vom Gericht und Rat der Städte zu Landtags⸗Deputierten 368, 369 Zur Beſtimmung, daß der Wähler 25 Jahre alt ſein und eine Ver— mögens⸗Summe von 200 Fl. aus Liegenſchaften haben müſſe 369373, 374. Kritik hieran 370. „Die franzöſiſchen Abſtraktio— nen von bloßer Anzahl und Vermögens-Quantum müſſen endlich verlaſſen werden“ 371, 373, 374. Gefahr, daß der Stimmberech— tigte gegen ſein Recht gleichgültig wird 372 Zur Einräumung des Rechts, daß ohne Einwilligung der Stände keine neuen Steuern eingeführt und die beſtehenden nicht erhöht werden ſollen 374—378, 358. Durch dieſes Recht wurden die Stände „formell ungefähr auf den Standpunkt wieder verſetzt, auf welchem ſich die vormalige württembergiſche Landſchaft befand“ 375. Doch hat „ſolches Recht eine ganz neue Stellung und einen unvergleichbar größern Umfang und Wichtigkeit dadurch erhalten, daß das württembergiſche Land aus einem Reichslehen ein ſelbſtändiger Staat geworden iſt“ 375—377, 392. Die Stände aber, anſtatt ihre Aktivität gegen die äußeren Feinde zu kehren, kehrten ſie vielmehr gegen die Regierung 376, 377 2728
Württemberg Zur Einſchränkung des Rechts der Steuerbewilligung dadurch, „daß die beſtehenden Abgaben“ „für die Lebzeiten des regieren— den Monarchen zur Grundlage genommen“ wurden 377, 378 Die Rede des Grafen von Waldek, der die Sitzungen der Stände— verſammlung eröffnet 378, 379, 383 Zweiter Teil: Die Beſtimmungen dieſes Teils der Ver— ſaſſungsurkunde ſind „einfache organiſche Beſtimmungen, welche für ſich felbft ſprechen“ 379—381. Ein „elementariſcher Katechis⸗ mus“ 380, aber „nur erſt ein Grundriß“ 381 Stellung der Landſtände zur neuen Verſaſſungs— urkunde 382—397. Die neue Verfaſſungsurkunde wird verweigert 382, 379, 395, und zwar von den Agnaten des könig— lichen Hauſes 382, vom Geſamtadel 382, 383, wobei Graf von Waldek ſeine Forderungen beſonders ausdehnt 383, 384, von den Prälaten 384. „Die Ständeverſammlung verwarf die fünigliche Verſaſſung“, „weil fie nicht die altwürttembergiſche Ber: faſſung ſei“ 385, 379. Sie wollte der alten nur einige Modifikatio— nen geben 385, 386. Beleuchtung der Nachteile, „welche die Wiedereinführung der altwürttembergiſchen Verſaſſung“ „gehabt haben würde“ 386, 387. Sie diente nur als „eine unerſchöpfliche Rüſt⸗ kammer für Advokaten und Konſulenten zu Deduktionen“; dem Volke war ſie völlig entzogen 387 Charakteriſtik der neuen geſchichtlichen Situation, welche die neue Verfaſſung nötig machte 387—397. Der „Übergang der beträcht— licheren deutſchen Länder aus dem Verhältnis von Reichslehen in das Verhältnis von ſouveränen Ländern, d. i. von Staaten“ hatte ſeine Konſequenzen 387, 388, 393. Zwiſchen Land und Leute, dem Fürſten und dem Kaiſer waren im Reichslehen Verträge notwendig 388, 393; die „eigentlichen Staatsrechte befanden ſich auf ſeiten der Untertanen“ und die Stände hatten auch die Gteuerkaſſe in Händen 388, 389, genoſſen „Privat-Plünderung“ 389 und hatten mit dem Geld auch die Möglichkeit, Truppen zu halten 390. Eine ſolche Macht wurde zur Geſahr, wenn die Obermacht des Kaiſers wegfiel, wie es in Württemberg der Fall war 389, 390. Gefahr des Staats im Staat 390 Einblicke in die württembergiſche „unabhängige ſtändiſche Kaſſen— verwaltung“ 390, 435. Plünderung der Staatskaſſe 391, 392. Hemmung des Ganges des Staats 392, 393. Endlich paßt der Be2729
Württemberg 6 griff vom Vertrag in das Privatrecht, nicht aber auf das Verhält⸗ nis von Fürſt und Untertan 393, 394. Grundirrtum der Land⸗ ſtände war, daß ſie von einem poſitiven Recht ausgingen 394. Sie hatten von der franzöſiſchen Revolution nichts gelernt 395, 396; beharrten „ſchlechthin bei dem Formalismus, ein altes poſitives Recht zu fordern“ 395, 396, und zwar „mit Advokaten⸗Eigenſinn“ 397 Geſchichte der anderthalbjährigen Verhandlun— gen der Ständeverſammlung 397—490. Art und Weiſe des Auftretens 397—404. Rede des Grafen von Waldek 397, 398. Sein Lob der alten Verfaſſung und der bisherigen ver— faſſungsgetreuen Regenten 398, 399. Seine von der Verfaſſung angenommene Adreſſe 399, 400. Ihr abgewogener Berichtsſtil voll ſelbſtgefälliger Pfiffigkeit 400, voll Delikateſſe 402, 426, 427. Über die viel gerühmte Einmütigkeit, Stummheit und Stumpfheit, womit die Adreſſe angenommen wurde 401, 402, 403. Herr Gleich, der einzige Opponent, erregte Befremden und allgemeine Miß— billigung 403. Zur „Förmlichkeit des Ganges, mit der die Ver— ſammlung ihr Geſchäft betrieb” 404—407. Die Wahl des Ko⸗ mitees 404, 405. Die Vorträge 405—407. Sie waren ohne „leben⸗ dige Rede und Gegenrede“ 405. „Diskutieren kann man ein Ab» leſen von vielerlei Abhandlungen nacheinander nicht nennen“ 406, 407 Verhalten der Verſammlung bei der Ankunft Bonapartes in Frankreich von der Inſel Elba 407—415. Sie benutzte die Ver⸗ legenheit des Königs, um ihm klar zu machen, daß ſie ihm „nur im alt⸗konſtitutionellen Wege“ Hilfe angedeihen laſſen könnte 408, 409, 412. Die „kräftige Erklärung“ des Schultheißen Reinhard von Obereßlingen über die Schwaben 409, 418, 420. Die Land⸗ ſtände wirkten bei den militäriſchen Maßregeln des Königs nicht mit 411, 412. Sie forderten vielmehr „die Konkurrenz der könig⸗ lichen Domänen⸗Kammer, des Kirchenguts uff. zu den Kriegs⸗ laſten“ 412. Kurz geſagt, machten die Stände „ihren Beiſtand von der Gewährung ihrer Forderung, der Zurücknahme der könig⸗ lichen Konſtitution und der Wiedereinführung der altwürttem⸗ bergiſchen, abhängig“ 412, 413, 414. Es hat ſich jedoch gezeigt, „daß die altwürttembergiſche Verfaſſung auf die neueren Untertanen — mehr als die Hälfte des Landes — ganz und gar keine 2730
Württemberg 6 magiſche Kraft ausübte” 414, 415, 418. Sie war eine Landplage 415, 423 Zur Stellung, welche ſich die Stände ſelbſt gaben 415—426, 425. Da ſie die königliche Konſtitution verwarfen, waren ſie „in Un⸗ gewißheit, ob fie überhaupt egiftierten oder nicht“ 415, 416. „Die beſtimmtere Behauptung der Landſtändeverſammlung war, daß dem Rechte nach die alte Verfaſſung nicht untergegangen und auf⸗ gehoben ſei“ 417. Sie übten „als wirkliche alte Landſtände“ Rechte aus 417, 418. Sie ſtützten ſich dabei auf den „Willen des Volks“ 418, und „unterhandelten“ auf „diplomatiſchem Weg“ mit ihrem König 419, 427 Die Landſtände hätten drei Möglichkeiten gehabt, auf die fünigliche Konſtitution zu antworten 419, 420. Sie aber lehnten ab, „ohne ſie zu prüfen und ohne das auszuſcheiden, was ſie aner⸗ kennen könnten, und was nicht, und was ſie noch vermißten“ 420. Dabei konnten ſie den Umfang der alten Verfaſſung nicht angeben 421, 422, 426. Charakteriſtik des Labyrinths der Quellenmaſſen für die alte Verfaſſung 421, 422. Stellung von Volk und Adel zur alten Verfaſſung 422, 423, 424, 425. Formalismus und Partikularität in der Forderung nach einem „formellen Rechts⸗ Prinzip“ 425, 426. Unfähigkeit der Verſ ammlung zu einer orga= niſchen Lebenstätigkeit 425, 426 Weiterer geſchichtlicher Verlauf 426—467. Auf die erſte Adreſſe an den König 426, 399, 400 folgte eine Eingabe der Stände vom 22. März von Grafen v. Waldek mit der Bitte, „der König möchte in die Ausdehnung der Verfaſſung der Erblande auf das ganze Königreich einwilligen“ 428 und er möge „die⸗ jenigen Modifikationen angeben, welche die gegenwärtigen Ver⸗ hältniſſe fordern zur Treffung einiger gemeinſchaftlichen Übereinkunft“ 429. Antwort des Königs am 17. April 429, 430. Dar⸗ legung des Geſichtspunkts, von welchem bei der königlichen Ver⸗ faſſung ausgegangen worden war 429, 430 und Eröffnung mündlicher Verhandlungen durch Bevollmächtigte 430. Bildung eines Komitees von ſeiten der Verſammlung aus 25 Alt⸗Württem⸗ bergern 431. Geiſt und Benehmen dieſes Ausſchuſſes 432. Die „königliche Entſchließung in betreff von ſechs Gegenſtänden der Verfaſſung“ 432 Die ſechs Präliminar⸗Artikel des Komitees 433—439. Die erſte Forderung der „Selbſt⸗Taxation“ 433. Der König gab zu, daß 2731
O Württemberg die direkten und indirekten Steuern von den Ständen bewilligt werden ſollten; „einen Anteil an der Erhebung dagegen, ſo wie auch eine unter ihrer Direktion ſtehende Kaſſe geſtand er den Ständen nicht zu“ 433. Weitere Konzeſſionen von ſeiten des Königs 434 Die zweite Forderung, die „Herſtellung des Kirchenguts“, be⸗ willigte der König 434 Der dritte Artikel betraf die Form der Repräſentation 434, 435 Der vierte Artikel forderte „ununterbrochene Ausübung der ſtändiſchen Rechte durch einen bleibenden Ausſchuß“ 435. Die dadurch bedingte Koſtenvermehrung 435, 436. „Es iſt in hohem Grade mißliebig, wenn landſtändiſche Mitglieder Beſoldungen oder Diäten beziehen“ 436. Die krauſeſte Forderung aber war, „daß ſie noch einen Ausſchuß mit beſonderen Beſoldungen und Penſionen“ verlangte 436, 437, 438 Der fünfte Artikel forderte „ſtändiſchen Anteil an der ſeit 1806 entſtandenen Geſetzgebung, nämlich Reviſion der ſeit 1806 er— laſſenen Verordnungen, durch eine gemeinſame herr- und land— ſchaftliche Deputation“ 438 „Der ſechſte Artikel iſt die Freizügigkeit im alten Sinne des Wortes“ 438, 439. Der König geſtand ſie zu 438, 439 Die Verhandlungen wurden abgebrochen, und zwar von ſeiten der Stände 439. Jegliche Diskuſſion vor dem Vorlegen der ſechs Ar— tikel, wie auch nach erfolgter königlicher Erklärung fehlte 440, 443. Wieder werden Aufſätze verleſen 440, 441. Herr Gleich aus Aalen opponiert und mahnt, „daß es den Ständen nicht um die alt— württembergiſche, ſondern um eine gute Verfaſſung“ zu tun ſein ſolle 442. Sein Antrag wird abgelehnt 442, 443 Eine Adreſſe vom 26. Juni an den König bringt zum Ausdruck, „daß die königliche Reſolution ſich mit dem Prinzip der Stände nicht vereinigen laſſe“ 443, 444. U. a. war Beilage zur Adreſſe ein Buch, „die ſogenannte Darſtellung der Beſchwerden des Landes“ 444. Betrachtung folder Landes-Gravamina 445, 446, 447 Über den Schreibereiunfug 448, 362, 423, 448—468, 474, 488. Herr von Forſtner hierüber 448, 449, 450, 465, 485. Es ſei „eine all⸗ gemeine Landplage“ und habe ſeine Wurzeln in der ehemaligen württembergiſchen ſtändiſchen Verſammlung 449, 450. Läſſigkeit der Verſammlung der Klage iiber den Schreibereiunfug gegen⸗ über, weil ihre Mitglieder zum Teil „Prinzipale in der Schreib⸗ 2732
Württemberg 6 Dynaſtie waren“ 451, 452, 464, 465. „Die eigentliche Relation des gegen den Schreiberunfug niedergeſetzten Komitees“ ift „gar nicht zuſtande und zum Vorſchein gekommen“ 452, 453. Zuſtande kam allein ein weitläufiges Gutachten des Konſulenten Grieſinger 452, 453, 476. Dieſes Gutachten ſchildert zuerſt die alten württem— bergiſchen Gerichte 453, 454, kommt dann auf den Triumph des neuen Rechts 455. Charakteriſtik der Schreiber als „bloß un— ſtudierte Praktiker“ 455, 456 und des Stadt- und Amtsſchreibers, „welcher das Monopol hat, alles, was in dieſem Bezirke Gericht— liches und Amtliches zu rechnen und zu ſchreiben iſt, ſchreiben zu laſſen“ 456, 457. Überſchwemmung des Landes mit Schreibſub— jekten 457, 458. Vergrößerung der Adminiſtrationskoſten der Ge— meindevermögen, der Armenfonds uff. 460. Die Sitten des vom Volke verachteten Schreiberſtandes 460, 461. Gefahr des Umſtan— des, „daß an den Prinzipal, den Stadt- und Amtsſchreiber, die— ſelbe Summe, welche ſeine ausgeſchickten Schreiber für ihre Ar— beiten nach ihren Aufrechnungen verdienen oder erpreſſen, be— zahlt werden muß“ 461, 642, 463. Zur „Abhängigkeit, in welche . . . die ſämtlichen Gemeindevorſteher eines Bezirks von dem Stadt: und Amtsſchreiber geſetzt find” 463, 464 Die Klagen und Beſchwerden kamen faft nur aus Neuwürttem— berg 465. Das Miniſterium, das die Ständeverſammlung doch kannte, hätte dem König raten müſſen, vor allem „die Regenera— tion des unſeligen Verfaſſungszuſtandes der allgemeinen Volks⸗ maſſe“ zu bewerkſtelligen 465, 466, 467. Befreiung von dieſer drückenden, bürgerlichen Ariſtokratie 466, 467. Das Miniſterium hätte auch die Grundſätze der neueinverleibten Ariſtokratie kennen müſſen und wiſſen, daß auch dieſe anfangen würden, „ſich ihre Rechte vorzubehalten“ 467 Weiterer geſchichtlicher Verlauf 468484. Prüfung der königlichen Reſolutionen 468, 429, 430, nachdem die Stände am 26. Juni nicht darauf eingegangen waren 468, 469. Die könig⸗ liche Reſolution vom 21. Juli vertagt die Verſammlung, weil die Landesbeſchwerden geprüft werden müßten, während die Ver— faſſungsgegenſtände von weniger großer Wichtigkeit ſeien 469. In einer Adreſſe vom 24. Juli bezeugten dagegen die Stände, „daß ihnen an den Beſchwerden gar nicht ſo viel gelegen ſei, als an der Verfaſſung“, und daß ein Komitee von 25 Mitgliedern die Ver⸗ gleichshandlungen weiterführen ſollte 469, 470 2733
O Württemberg Die königliche Reſolution vom 26. Juli weiſt den ſtändiſchen An⸗ trag ab 470, man ſolle, wie üblich, nur vier Bevollmächtigte zurücklaſſen 470, 477. Erwiderung der Stände 471, 472 Königlicher Erlaß vom 27. Juli 472, 473. Einberufung der Berſammlung auf den 16. Oktober 473, 474. Ein neuerliches Zu⸗ ſammenſitzen war wenigſtens gut „für die politiſche Erziehung“ 473, 474 und hatte „eine Wirkung wenigſtens formeller Bildung“ 474 Ein königlicher Erlaß vom 16. Oktober 1815, der die neue Sitzung eröffnet, beſtimmt klar, daß nicht davon die Rede fein könne, „die ſo verſchiedenen Teile des Königreichs jedes nach ſeinen eigen— tümlichen Normen einzurichten, ſondern eine den alten und neuen Verhältniſſen gleich angemeſſene Verſaſſung durch gemeinſchaſt— liche Übereinkunft zuſtande zu bringen“ 475, 479. Die Zuſammen⸗ ſetzung der Stände bei ihrer Wiedereröffnung 475, 476, 477. Die Erwiederung der Stände, verſaßt von Herrn Bolley, brachte „in der gewohnten Manier die alten Anſichten“ 477, 478 Das königliche Reſkript vom 13. November 1815 wiederholt, „daß es ſich um eine Staatsverfaſſung handle, wodurch die neuen und alten Lande in Ein ſtaatsrechtliches Ganzes vereinigt werden“ 479, 480, 483. Daraufhin entſchloß ſich die Verſammlung zu Unterhandlungen und es regten ſich, beſonders unter dem Adel, Stimmen des beſſeren Sinnes 480, 481, 482. In der Sitzung vom 23. November 1815 wurde „die Ernennung der Bevollmächtigten der Stände zu Vergleichsverhandlungen angezeigt“ 482. Am 4. Dezember 1815 fand die erſte Konferenz der beiderſeitigen Kommiſſarien ſtatt 483. Zugleich wurde von ſtändiſcher Seite ein „Entwurf des zu erneuernden württembergiſchen Verfaſſungs⸗ vertrags“ zuſtande gebracht 483, 484, 485 Die Geſchäfte der Ständeverſammlung vom Dezember 1815 bis Dezember 1816: das Geſchäſt „in betreff des Verfaſſungsvergleichs aber hatte die Verſammlung an ihre Kommiſſarien und Komitees übertragen“ 486. Bildung eines Komitees von mehreren Sektio— nen 487. „Von dem Verſaſſungsentwurf wurden nun das Jahr über der Verſammlung von Zeit zu Zeit.. einzelne Kapitel verleſen“ 488. Im September 1816 beendete das Inſtruktions⸗ komitee die ſich auſ die Verfaſſung beziehenden Arbeiten 488 Tod des Königs Friedrich II. Ende Oktober 1816. Wegen des Schreibereiunfugs wurde der neue Regent gebeten, „um Nieder2734
Württemberg / Kenokrates 6 ſetzung einer herr- und landſchaftlichen Kommiſſion“ 488, 489 Am 16. Dezember 1816 wurden die Stände entlaſſen und auf den 15. Januar 1817 vertagt 489, 490 Wuwang 15 Kaiſer der Dynaſtie Tſcheu 347, 348 (O chineſiſche Religion) Kanten 11 367 (O Römer) Keniades 17 Nach Tennemann iſt Xeniades ein Anhänger des eleatiſchen Sy— ſtems 343 (O Zeno) Keniades 18 Keniades aus Korinth kaufte den Diogenes von Sinope, damit er ſeine Söhne unterrichte und bilde 167 (O Diogenes) Kenien 9 Goethes Kenie über die Zweckmäßigkeit des Korkſtöpſels 36 @ (O Naturbetrachtung) [8, 417 8 O Teleologie; 19, 227 O Bruno] 12 Über die Kenien Schillers und Goethes als zum Teil bittere, zum Teil Iuftige Worte an das Publikum und die Autoren. Als Bei— ſpiel wird angeführt: „Stille kneteten wir Salpeter, Kohlen und Schwefel .. .“ 541 (O Bild) 14 Die Kenien gehören zu den witzigen Epigrammen 427 (O Epi⸗ gramm) 19 227 (O Bruno) [8, 417 2; 9, 36 8]. „Oft ſchon war ich, und hab' wahrlich an gar nichts gedacht“ 429 (O Locke) 20 Erinnerung an die unzahme Kenie, in welcher irgendeinem geſagt wird, „daß ihm gern die moraliſche Delikateſſe erlaſſen würde, wenn er nur ſo notdürftig die zehn Gebote erfüllte“ 356 und an die Kenie: „Hat man Schmarotzer doch nie dankbar dem Wirte ge— ſehen!“ 358 (O Hegel) Kenofrates 18 Xenofrates gehörte zur platoniſchen Schule. Er war beſonders „wegen der Strenge ſeiner Sitten, der ganzen Ernſthaftigkeit 2735
1 1 1 1 1 8 9 — 2 = 2 Kenokrates / Kenophanes ſeines Betragens“ berühmt 431 (O Stoiker). Epikur und Keno— krates 475 (O Epikur) Renophanes 230 (O Skeptizismus) Kenophanes warf den griechiſchen Göttern Anthropomorphis— mus vor 13 (O klaſſiſche Kunſtform) [17, 305] Sein philoſophiſcher Vortrag iſt noch epiſch-poetiſcher Art 329 (O epiſche Poeſie) [17, 329] „Ariſtoteles (Metaph. I., 5) ſagt von Kenophanes, »der zuerſt einte (Erioas), er hat nichts Deutliches vorgebracht — und ebenſo in den ganzen Himmel (wie wir ſagen: ſo ins Blaue hinein —) ſchauend gefagt, das Eine fei Gott«“ 515 (O Gottesbeweiſe) [17, 297; 19, 520] Er griff bereits die religiöſen Volksvorſtellungen an 110 (O Philo⸗ ſophie). Xenophanes iſt Italer 208 (O griechiſche Philoſophie) „RXenophanes“ 297, 298-306 (O eleatiſche Schule). Geburt, Aufenthalt, hohes Alter und Armut 298, 299. Er hat ein Buch über die Natur geſchrieben, und zwar in Verſen 299 [14, 329]. Brandis' Sammlung der Fragmente 299 Kenophanes hat „das abſolute Weſen als das Eine beſtimmt“ und nannte es auch Gott 299. Vergleich mit der phyſiſchen Philoſophie und den Pythagoreern 300. „Indem jetzt aber die Veränderung in ihrer höchſten Abſtraktion als Nichts aufgefaßt wird, ſo ver⸗ wandelt ſich dieſe gegenſtändliche Bewegung in eine ſubjektive, tritt auf die Seite des Bewußtſeins, und das Weſen wird das Un— bewegte“ 300. „Es iſt nur das Eine, es iſt nur das Sein“ 300. Alles andere hat keine Wirklichkeit, kein Sein, iſt nur Schein 300. Vergleich mit der modernen Faſſung Gottes als abſtrakte Iden— tität 301 Das dialektiſche Raiſonnement der Eleaten 301. Ihr Beweis, daß nichts entſteht und vergeht 301. Ariſtoteles hierüber 301, 302. »Wenn etwas iſt ..., fo iſt es ewig« 302. Begründung 302, 303. »Als ewig iſt das Seiende auch unbegrenzt, da es keinen Anfang hat, aus dem es wäre, noch ein Ende, worein es aufhörte« 303. „Die im Weſen vertilgte Veränderung und Vielheit tritt auf die andere Seite, in das Bewußtſein, als in ein Meinendes“ 303,304 Stellung zur „Wahrheit“ 304, 305. Sextus Empirikus hierzu 304. 2736
17 18 14 18 20 Kenophanes / Kenophon 305. Nach ihm fei das Kriterium die Meinung, d. h. das Wahr: ſcheinliche, nicht das Feſte und Sichere 305. Das Bewußtſein iſt bei Xenophanes gedoppelt als Bewußtſein des Weſens und Bewußtfein der Meinung 305 Er war Feind der mythologiſchen Vorſtellungen der Griechen 305 13, 13]. Er ſchmäht die Vorſtellungen von den Göttern bei Homer und Heſiod 306 (O eleatiſche Philoſophie) 307. Plato und Xenophanes 308 (O Parmenides), 317 (O Meliſ⸗ ſos). Zeno und Kenophanes 320, 321, 325 (O Zeno) 365 (O Heraklit) 543 (O Skeptiker) 520 (O franzöſiſche Philo ſophie) Kenophon 239 70 0 (O Seele) Kenophon iſt im „Rückzug der Zehntauſend“ ein urſprünglicher Geſchichtsſchreiber 28 (O Geſchichtsſchreiber). Kenophon über Cyrus 238 (O Zendovolf), 248 (O Medien), über die Athener 340 (O Athen), 343 (O Sparta), 346 (O Peloponneſiſcher Krieg) 377 (O Skulptur) 257 (O Geſchichtsſchreibung) 50, 51, 56. Neben den Dialogen Platos gehören die des Xenophon „zu den höchſten Muſtern feiner geſelliger Bildung“ 58. In Anſehung des Refultats laſſen uns eine Menge penophontiſcher und platoniſcher Dialoge ganz unbefriedigt 69. Kenophons Recht⸗ fertigung und getreue Schilderung des Sokrates 80, 81. Feno⸗ phon über Sokrates' Erziehung der Jünglinge 81, 81 Fußn., 83 Fußn. Über des Sokrates' Dämonion 96, über die Eingeweide⸗ deutung der Opfertiere 97. Zu Sokrates' Anklage und Verteidi⸗ gung 103, 104, 108 (f. Sokrates). Wir haben von Xenophon ein getreueres Bild des Sokrates als von Plato 125 (O Sokratiker), 80, 81 126 (O Sokratiker), 183 (O Plato) 228 (O Hamann), 402 (O Ohlert) Glockner, Hegel Lexikon 172 2737
Kerxes / Yoga Kerges 383 (O Jacobi) 11 243 (O Zendvolk), 253, 254 (O Perſien), 335 (O Perſerkriege) 17 394 (O Demokrit) 18 306 (O Ariſtoteles) — Dao 11 164 (O China) Y-fing, Pihking 11 Der Y-fing, ein Grundbuch der Chineſen, beſteht aus Figuren. Es fängt mit den Abſtraktionen der Einheit und Zweiheit an, und handelt dann von konkreten Exiſtenzen folder abſtrakten Ge— dankenformen 165, 185. Es iſt „das Buch der Schickſale, das von dem Entſtehen und Vergehen handelt“ 188 (O China) 17 Sein Urſprung wird dem Fohi zugeſchrieben. Ihm verdanken wir auch eine Tafel mit gewiſſen Zeichen, Figuren 156. Es ſind „ganz abſtrakte Kategorien, die abſtrakteſten und mithin die oberfläd)lichſten Verſtandesbeſtimmungen“ 156, 157. Angabe der Grund⸗ figuren 157, 158 Yoga (Sankhya) Die Yoga⸗ſaſtra nennt in dem einen ihrer vier Kapitel eine Menge von Übungen, wodurch tranſzendente Macht erreicht werde 173 (O Sankhya) 20 63, 68, 70. Beſtimmung der Yoga-Lehre im allgemeinen 71—74 (O Humboldt, Wilh. v.). Humboldt beſtimmt ſie als dasjenige Nachdenken, „welches ohne Raiſonnement durch eine Vertiefung zur unmittelbaren Anſchauung der Wahrheit, ja zur Vereinigung mit der Urwahrheit ſelbſt gelangen will“ 71, 73. Yoga iſt keine Wiſſenſchaft, kein entwickeltes Syſtem, ſondern bezeichnet einen Standpunkt, der, als Lehre betrachtet, nur etliche wenige Behauptungen und Verſicherungen enthält, erbaut und ermahnt 72. Vergleich mit der Yogalehre im Werke Patandſchalis 72, 73, mit der in den Vedas 74, mit der in den Aphorismen von Nyaya 74. Charakteriſtik der Yoga nach von Humboldt und nach von Schlegel 1 =] 2738
20 11 20 1 O 11 11 2 . Yoga / Zahl 74—75. Stufenfolge in der Verſenkung 78—112 (f. Humboldt, Wilh. v.) [11, 203] Dogi 203, 204. Schilderung eines Yogi durch einen Engländer 204 (O Indien). Dem Inder iſt „die vollkommene Verſenkung und Verdumpfung des Bewußtſeins das Höchſte und, wer ſich in dieſer Abſtraktion hält und der Welt abgeſtorben iſt, heißt ein Yogi“ 386 (O indiſche Religion) 20, 85] 85, 86, 90, 91, 121. Warren Haſting über einen Yogi 87. Turners Schilderung eines Yogi 88, 89. „Der Yogi, der innerlich und änßerlich unbewegt daſitzt, und auf die Spitze ſeiner Naſe hin⸗ ſtarrt, iſt jenes zur leeren Abſtraktion geſteigerte, gewaltſam feſt⸗ gehaltene Denken“ 110 (O Humboldt, Wilh. v.) Young, Edward 183 (O Viſion) Young, Thomas Er machte den Anfang in der Entzifferung der Hieroglyphen 266 (O Agypten) Zacharias, Papſt 460 (O Karl d. Gr.) Zahl (Dreiheit, Dyas, Eins, Monas, Tetraktys, Zählen, Zahlen: ſymbolik) „Die Zahl iſt die gänzlich ruhende, tote und gleichgültige Be⸗ ſtimmtheit, an welcher alle Bewegung und Beziehung erloſchen iſt“ 223, 224. Die Zahl als Moment des Unorganiſchen 226, 227, 232 (f. Naturbeobachtung) „Die Zahlen ſind weder der erſte einfache, noch der bei ſich blei⸗ bende, ſondern der ſich ſelbſt ganz äußerliche Gedanke“ 96 (O Got: tes beweiſe) „Die Zahl“ 242—261 (O Quantität). Die Quantität hat eine Grenze, „denn ſie enthält das Eins, das abſolute Beſtimmtſein, in ſich als ihr eigenes Moment“ 242, 243. Das Eins 243 (f. Eins). „Die Zahl erſcheint als diskrete Größe, aber ſie hat an der Einheit 2739
Zahl 4 ebenſo die Kontinuität“ 243. „Anzahl und Einheit machen die Momente der Zahl aus“ 244, 247 [6, 64; 8, 241]. Die Anzahl „be⸗ ſteht aus den Vielen“ 244. „Die Anzahl iſt nicht eine Vielheit gegen das umſchließende, begrenzende Eins, ſondern macht ſelbſt dieſe Begrenzung aus, welche ein beſtimmtes Quantum iſt“ 244, 245. Gleichgültigkeit der Zahl gegen andere Zahlen 245 Anmerkung 1. Zur Raum- und Zahlgröße 245, 246. Die Geo⸗ metrie 246 (ſ. Geometrie). Die Arithmetik operiert mit der Zahl und deren Figuren 246 Die Beziehungsweiſen der „trägen“ Zahl find die Rechnungs⸗ arten 246—255 (ſ. Rechnungsarten) Anmerkung 2. Pythagoras hat „Vernunftverhältniſſe oder Philoſopheme in Zahlen dargeſtellt“ 255, 258, 403. In pädagogiſcher Rückſicht iſt die Zahl wertvoll 255, 256, 261 (ſ. Päda⸗ gogik). „Der Gegenſtand iſt der abſtrakte Gedanke der Außerlich— keit ſelbſt“ und zwingt zur Abſtraktion von der ſinnlichen Man⸗ nigfaltigkeit 256. Die Zahl „macht die letzte Stufe der Unvollkommenheit aus, das Allgemeine mit Sinnlichem behaftet zu faſſen“ 257. Die Alten faßten die Zahl als in der Mitte zwiſchen dem Sinnlichen und dem Gedanken 257, 258. Platon hierzu nach Ariſtoteles 257. Moderatus hierzu 257, 258. Dieſe Alten ſahen „vors erſte das Ungenügende der Zahlformen für Gedanken: beſtimmungen ſehr richtig ein“ 258 Kluft zwiſchen den Denkbeſtimmungen eins, zwei, drei und der Bewegung des Begriffs 259. So iſt z. B. die Dreieinigkeit nicht zu zählen 259. Symbolwert der Zahlen und geometriſchen Figuren 259, 260. „In Symbolen iſt die Wahrheit durch das ſinnliche Element noch getrübt und verhüllt“ 260, 404 Mathematiſche Kategorien ſind für die Methode oder den Inhalt philoſophiſcher Wiſſenſchaft unbrauchbar 260, 261. Die Zahl und das Rechnen iſt vor allem „eine pädagogiſche Hauptgrundlage“ 261, 255, 256 (ſ. Pädagogik) 263 (O Quantum), 299 (O Mathematik) „Es iſt in der Kindheit des Philoſophierens, daß, wie von Pytha⸗ goras, Zahlen . . . zur Bezeichnung allgemeiner, weſentlicher Unter— ſchiede gebraucht worden ſind“ 403 (O Potenz). Das natürliche Zahlenſyſtem zeigt eine Knotenlinie von qualitativen Momenten 458 (O Maß) 2740
1 1 1 5 E © 5 O I Zahl Die Zahl „ift eine unpaffende Form, um Begriffsbeſtimmungen darein zu faffen, aber am unpaſſendſten vollends für Beftimmun: gen des Begriffs ſelbſt; die Zahl, da fie das Eins zum Prinzip hat, macht die gezählten zu ganz abgeſonderten und einander ganz gleichgültigen“ 52, 62 (O Begriff) [8, 250 8; 17, 258] Bedeutung der Zahlen für das analytiſche Erkennen 283 (O ana— lytiſch), 292 (O Definition). Bedeutung der Zahl für die Einteilung 303 (O Einteilung) Kontinuität und Einheit als Momente der Zahl 241 [P. St. 6, 64]. „Die Zahl iſt Gedanke, aber der Gedanke als ein ſich vollkommen äußerliches Sein“ 246 [P. St. 6, 65; 15, 170]. Progressus ad infinitum der Zahl 247, 248 [P. St. 6, 64, 65]. Bedeutung der Zahl für Pythagoras 248 —250 2 (ſ. Pythagoras) [4, 255, 258, 403; 9, 240 g; 17, 209, 253, 254] 84, 85 [P. St. 6, 158, 159] (ſ. Zahlenſymbolik). Zahlenverhältniſſe und Harmonie bzw. Disharmonie im Reiche des Klanges 238 O, 240 O, 244 0 (O Klang) Bei den Pflanzen iſt „die verſtändige Beſtimmung nach Zahlen“ noch herrſchend 525 0 (O Pflanzen) 170 (O Vorſtellung) [8, 246 f. o.], 171 (f. Dreieinigkeit) „Die Zahl hat das Eins zum Prinzip und iſt die Zuſammen— ſetzung von ſolchen, die ſelbſtändig ſind, alſo eine in ſich ganz äußerliche Verbindung“ 376 (O Gottesbeweiſe) Für die Pythagoreer iſt „die Zahl der Subſtanz, das Weſen der Dinge“ 209. „Die Zahl iſt nicht ſinnlich, auch nicht der reine Gedanke, — ein unſinnliches Sinnliches“ 209 (O griechiſche Philo— ſophie), 253—276 (f. Pythagoras). Zahlen als Ausdrücke von Idee zu gebrauchen, hat den „Schein von Tieffinn, denn daß eine andere Bedeutung darin liegt, als unmittelbar darin liegt, erhellt ſogleich ...; wieviel aber darin liegt, weiß weder der, der es aus⸗ ſpricht, noch der, der ſie zu verſtehen ſucht“ 237 (O Pythagoras) Ariſtoteles über die Zahl, das Mathematiſche 254, und Malchus dazu 255 (4, 257, 258], 256 (ſ. Pythagoras). Tatſächlich ſind „die Zahlen das Untauglichſte, Begriffs-Beſtimmungen auszudrücken“ 258 [5, 52, 62; 8, 250 9]. Die Zahl in der Philoſophie des Pytha⸗ goras und der Pythagoreer 265—286 (. Pythagoras) 2741
Zahl / Zahlenſymbolik 18 Die platoniſchen Zahlen 258, 259, 260 (O Plato). Ariſtoteles über die Zahl 384 (O Ariſtoteles) 19 Plotin über die Zahl 54 (ſ. Plotin). Proklos zur Zahl 81 (ſ. Pro⸗ klos) Zählen 2 In der Vorſtellung der Dreieinigkeit die Momente zu zählen iſt unnütz und überflüſſig, da der bloße Unterſchied der Größe und Menge begrifflos und nichtsſagend iſt 589, 590 (O offenbare Re⸗ ligion) [16, 237] 16 Die Zahl, das Zählen kann der göttlichen Idee nicht gerecht wer: den 237, 238 (f. chriſtliche Religion) 20 Görres macht in feiner Borlefung über die Weltgeſchichte die Zahl zum Prinzip 438. „Das Zählen“ aber „macht die äußerlichſte Seite der Betrachtungsweiſe aus; die grundloſe Willkür, in der es hier ſogar zum Prinzip gemacht wird, kann nur Ungeduld, Überdruß erwecken“ 438 (O Görres) Zahlenſymbolik (Zahl, Zählen) 4 Symbolwert von Zahlen und geometriſchen Figuren 259, 260 (O Zahl), 404 (ſ. Symbol) [9, 84, 85] 8 „Wenn noch heutzutage gewiſſe geheime Geſellſchaften auf aller— hand Zahlen und Figuren ein großes Gewicht legen, ſo iſt dies einerſeits als ein harmloſes Spiel, und andererſeits als ein Zeichen von Unbehilflichkeit im Denken zu betrachten“ 250 @ (O Sein) Zahlenſymbolik des Pythagoras 248 —250 9 (ſ. Pythagoras) 9 Symbolwert von Raumfignren und Zahlen 84, 85 (O Zeit) [4, 259, 260, 404, P. St. 6, 158, 159] 12 Zahlenſymbolik in der ägyptiſchen Baukunſt 470 (O ſymboliſche Kunſtform), 479 (O ägyptiſche Kunſtform) [15, 464] 13 Zahlenſymbolik in der Gotik 341 (O romantiſche Architektur) 15 Zahlenſymbolik in der chineſiſchen Religion 344, 345, 350 (ſ. chine⸗ fie Neligion), in der perſiſchen Religion 431 (O perſiſche Re⸗ ligion), in der ägyptiſchen Baukunſt 464 (O ägyptiſche Religion) 112, 470] 2742
Zahlenſymbolik / Zauberei, Zauberer 17 122 (O Philoſophiegeſchichte) Zaleukos 17 Der Geſetzgeber Zaleukus 196 (O Sieben Weiſen), 244 (O Pytha⸗ goras) Zama 11 Schlacht von Zama 395 (O Römer) Zamolxis 17 238, 239 (O Pythagoras) Zäſur 14 297 (ſ. Vers) Zauberei, Zauberer (Zaubermittel) 10 Bei Zauberei hat immer die Vorſtellung vorgeſchwebt, ſie geſchehe durch die unmittelbar wirkende Gewalt des Geiſtes, und zwar des Teufels; „ſo daß in eben demſelben Maße, wie jemand Zauberkraft beſitze, er dem Teufel untertänig ſei“ 162 0 (O Magie) 11 In der Zauberei liegt die Vorſtellung, „daß der Menſch die höchſte Macht iſt, daß er ſich allein befehlend gegen die Naturmacht ver⸗ hält“ 138 (O Neger). Moment der Zauberei in der chineſiſchen Religion 183, 184 (O China). Das Schamanentum iſt die Religion der Zauberei 232 (O Buddhaismus) 15 Zauberformeln zur Bannung der Furcht 234 (O Glaube). In der natürlichen unmittelbaren Religion iſt „Einheit des Geiſtigen und Natürlichen und in dieſer noch natürlichen Einheit iſt hier Gott gefaßt“. „Das iſt die Zauberei“ 274 (O beſtimmte Religion) a) „Die Zauberei“ 299—306 (O unmittelbare Religion). In ihr iſt „das Geiſtige die Macht über die Natur“, aber dies Geiſtige „iſt nur das einzelne zufällige, empiriſche Selbſtbewußtſein des Menſchen“ 299 1. Der Menſch unterſcheidet ſich in dem Zuſtande, wo er eine ſolche Macht iſt, von ſeinem gewöhnlichen 299. „Das Bewußtſein von ſich als Macht über die allgemeine Naturmacht“ iſt vorhanden 300, 301 2. Dieſe Macht iſt eine direkte, keine indirekte, wie ſie z. B. der 2743
Zauberei, Zauberer 15 gebildete Menſch mit dem Werkzeug ausübt 300. Dies „direkte Einwirken des Menſchen durch ſeine Vorſtellung, ſeinen Willen“ ſetzt gegenſeitige Unfreiheit voraus 301, 302. „Dieſe Zauberei iſt das Höchſte des Selbſtbewußtſeins der Völker, aber untergeordnet ſchleicht ſich die Zauberei auch auf höhere Standpunkte“ 301. Vor⸗ ſtellung von Hexen 301. In der Kantiſchen Philoſophie wollte man das Beten auch als Zauberei betrachten 301. In der Zauberei aber iſt das empiriſche Selbſtbewußtſein vom allgemeinen Selbſt— bewußtſein noch nicht abgetrennt 302, 306 Zauberei der Eskimos 302, 303. Parry und Roß hierüber 302, 303. Die Zauberei der afrikaniſchen Neger, der Mongolen und Chineſen 303. Die Nachrichten ſtammen von älteren Miſſionaren 304. Über den Vorwurf der Habſucht der Prieſter 304. Schilderung einer Zauberei bei den Negern 304. Die Schamanen 305 „Die Hauptbeſtimmung in dieſer Sphäre der Zauberei iſt die direkte Beherrſchung der Natur durch den Willen, das Selbſt— bewußtſein, daß der Geiſt etwas Höheres iſt als die Natur“ 305, 301. Bemerkung, „daß es Negervölker gibt, die den Glauben haben, kein Menſch ſterbe eines natürlichen Todes, die Natur ſei nicht die Macht über ihn“ 305. Dies glauben die „Galla- und Gaga⸗Horden“ und ähnliches gilt von nordamerikaniſchen Wilden 305 Es mangelt diefer Stufe der unmittelbaren Religion das Moment der Objektivität 306. „Das einzelne Bewußtfein als diefes und ſomit gerade die Negation des Allgemeinen ift hier das Mächtige; nicht ein Gott in dem Zauberer, ſondern der Zauberer ſelbſt iſt der Beſchwörer und Beſieger der Natur“ 306. Inſofern aber ſich die Unterſcheidung des einzelnen, empiriſchen Bewußtſeins von dem Zaubernden ſich entwickelt und ſich dieſer als das allgemeine beſtimmt, entwickelt ſich aus der Zauberei die Religion der Zau⸗ berei 306 b) „Objektive Beſtimmungen der Religion der Zauberei“ 306—323. „Mit der Unterſcheidung des Einzelnen und Allgemeinen tritt ein Verhältnis des Selbſtbewußtſeins zu dem Gegenſtande ein und hier muß die bloß formelle Objektivie⸗ rung unterſchieden werden von der wahrhaften“ 306 Betrachtung der formellen Objektivierung: 1. Das ſubjektive Selbſtbewußtſein iſt „gegen die ſchwache Objektivität als Macht noch wirkſam und behält die Obergewalt“ 307 2744
15 Zauberei, Zauberer 2. „Das ſubjektive Selbſtbewußtſein des Menſchen wird als abhängig vorgeſtellt vom Objekt“ 307 3. Die Abhängigkeit wird durchbrochen. „Der Menſch erkennt ſich in der Religion weſentlich“, weiß ſich „als Geiſt frei“ 307. Das Allgemeine wird ſich gegenſtändlich, indem „das Bewußtſein einer weſentlichen allgemeinen Macht“ neben die Zauberei tritt 308. Definition von „Selbſtbewußtſein“ 308, 309 (ſ. Selbſtbewußtſein) Der direkten Macht in der Zauberei tritt die indirekte Macht mittelſt eines andern, eines Zaubermittels, gegenüber 309 Momente dieſer Vermittlung: 1. In der „Sphäre der indirekten Zauberei durch Mittel“ nimmt ſich das Subjekt nicht die direkte Macht über die Natur, ſondern nur über die Mittel 309, 310. „Ich iſt das zaubernde, aber durch das Ding ſelbſt beſiegt es das Ding“ 310. „Das Prinzip der Zau⸗ berei iſt, daß zwiſchen dem Mittel und dem Erfolg der Zuſammen⸗ hang nicht erkannt wird“ 310. Die Arzenei als Zaubermittel 310, 311. Brown 311. Magnetismus 311. „Wenn der Kreis der Dermittlung in der Zauberei einmal aufgetan iſt, ſo eröffnet ſich das ungeheure Tor des Aberglaubens“ 311. Die unendliche Menge der Zaubermittel 312 2. „Die Naturmächte treten als ein Allgemeines und ſomit gegen das einzelne, empiriſche Bewußtſein Machthabendes auf“ 313, 312. Der Menſch bittet die Naturmächte oder er beſchwört ſie 314. „Die Bitte ſoll zugleich die Macht ſein, die über den Andern aus: geübt wird, beides vermiſcht ſich“ 314. Die Verehrung vermiſcht ſich mit Zauberei 314 3. „Die nächſte Objektivierung iſt die, daß der Menſch eine ſelb⸗ ſtändige Macht außer ihm anerkennt und findet in der Lebendig— keit“, im Baum, im Tier 314, 315. „Sein Selbſtbewußtſein iſt es, was der Menſch ſich objektiv macht“ 315. Dem verehrten Leben⸗ digen wird aber noch nicht die Bedeutung gegeben, die es ſpäter in der Vorſtellung der Seelenwanderung erhält 316. Die Leben⸗ digkeit überhaupt wird verehrt und noch nicht das ihr innewoh⸗ nende Geiſtige 316 Der Fetiſchdienſt 316, 317 (f. Fetiſch). Der Fetiſch des Negers iſt etwas ganz anderes als der Nil der Agypter 317. „Das Letzte, worin ſelbſtändige Geiſtigkeit angeſchaut wird, iſt weſentlich der Menſch ſelbſt, ein Lebendiges, Selbſtändiges, das geiftig iſt“ 317. Es find „einzelne wenige Mächtige“, die „Zaube⸗ 2745
Zauberei, Zauberer / Zeichen 1 N rer“ 317. Oft ſind es die Fürſten, z. B. in China der Kaiſer 317. Es tritt der Unterſchied ein zwiſchen der Geiſtigkeit des verehrten Menſchen und deſſen äußere zufällige Weiſe der Exiſtenz 318. Doch iſt „die geiſtige Macht für ſich nur eine oberflächliche Vor— ſtellung“, der Zauberer iſt wichtiger 318. Die Beſtimmung, „daß das Geiſtige Gegenwart hat im Menſchen“ wird erſt in der chriſt⸗ lichen Religion „er⸗ und verklärt“ 381, 319 Die Totenverehrung iſt noch ganz ſchwach, von zufälligem Inhalt 319, 320. „Das unſterblich Sinnliche ſind die Knochen“, die ver⸗ ehrt werden und mit denen man zaubert 319. Vergleich mit der Reliquienverehrung 319. Den Toten wird Speiſe und Trank gereicht; es wird auch vorgeſtellt, „daß die Toten wieder zur Gegenwart kommen“ 320. Verlebendigung durch die Macht des Zaube⸗ rers bei den Kongonegern und bei den Gagas 320, 321. Solche Vorſtellungen zeigen, daß dem Toten zwar das empiriſche äußer⸗ liche Daſein abgeſtreift iſt, aber es bleibt ihm noch ſeine ganze zufällige Natur 322. Er iſt nicht verklärt 322 „Die Vorſtellung von der Unſterblichkeit hängt zuſammen mit der Vorſtellung von Gott“ 322. Odyſſeus am Styx 322. Der Wert des Menſchen als Individuum iſt noch gering 322. Sklaverei bei den Negern 322, 323. „Mit der Vorſtellung der Unſterblichkeit wächſt der Wert des Lebens“ 323. Hier auf dieſer Stufe hat der Menſch noch kein ſubjektives Fürſichſein und er hat auch noch kein Gefühl ſeiner Würde 323 e) „Der Kultus in der Religion der Zauberei“ 323—324. Kultus iſt hier „Ausübung der Herrſchaft über die Natur“, Herrſchaft „der Zauberer über die Nichtwiſſenden“ 323. „Der Zuſtand dieſer Herrſchaft ift ſinnliche Betäubung“ 323, 324. Das Intereſſe des weiteren Fortgangs iſt dann „Objektivierung des Geiſtes“ 324 (O beſtimmte Religion) 342, 343 (O chineſiſche Religion), 390 (O indiſche Religion), 416 (O Buddhaismus), 440 (O ägyptiſche Religion) 16 6 (O beſtimmte Religion) Zaubermittel (Fetiſch) 15 309—323 (f. Zauberei) Zeichen (Omen, Orakel) 3 „Die willkürliche Verknüpfung eines äußerlichen Daſeins mit 2746
02 10 12 16 Zeichen / Zeit einer ihm nicht entſprechenden, ſondern auch dem Inhalt nach davon verſchiedenen Vorſtellung, ſo daß jenes die Vorſtellung oder Bedeutung von dieſer ſein ſoll, macht dasſelbe zu einem Zeichen“ 209 (O Gedächtnis) 112, 113 (f. Beſitz), 135, 136 (f. Vertrag) Die „zeichenmachende Phantaſie“ 3379, 343 8 (f. Einbildungskraft). „Das Zeichen muß für etwas Großes erklärt werden. Wenn die Intelligenz Etwas bezeichnet hat, ſo iſt ſie mit dem Inhalte der Anſchauung fertig geworden und hat dem ſinnlichen Stoff eine ihm fremde Bedeutung zur Seele gegeben“ 344 ©. Die Bedeutung der Zeichen muß erſt gelernt werden. Dies gilt namentlich von den Sprachzeichen 344 O. Das Zeichen hat „eine ſelbſtändige Vor⸗ ſtellung der Intelligenz als Seele, als ſeine Bedeutung in ſich empfangen“ 344, 345 [P. St. 6, 269]. Abgrenzung des Zeichens vom Symbol 345 [P. St. 6, 269]. Die Intelligenz gebraucht im Zeichen „die Anſchauung als die ihrige, deren unmittelbaren und eigentümlichen Inhalt ſie tilgt, und gibt ihr einen andern Inhalt zur Bedeutung und Seele“. „Diefe Zeichen erſchaffende Tätigkeit kann das produktive Gedächtnis“ genannt werden 345 [P. St. 6, 269] (O Einbildungskraft) Das Symbol als „ein Zeichen“ 408—409 (f. Symbol) 144, 145, 146 (ſ. Omen) Zeichnung Das vorzüglichſte Geſetz der Zeichnung in der Malerei iſt „die Richtigkeit in Form und Entfernung“ 61. Die Zeichnung macht zuſammen mit der Perſpektive das „Plaſtiſche, Skulpturmäßige in der Malerei aus“ 61 (O Malerei) 75 (O Farbe) Zeit Der Punkt im Raum und ſeine ihm eigne Form der Selbſtunter⸗ ſcheidung: die Zeit 23. Zeit und Raum als Momente der Materie 23, 24. Beziehung der Zeit zu Linie, Ebene und Quadrat 23, 24. Auf dem Übergang und der Syntheſe von Raum und Zeit beruht die landläufige Spaltung der Kräfte 26 (O Planet) „Das wahre Aufheben der Zeit iſt zeitloſe Gegenwart, d. i. Ewig⸗ 2747
— N 2 Zeit keit; und in dieſer fällt das Streben, und das Beſtehen abſoluter Entgegenſetzung weg“ 97, 96 (O Fichte) Jacobis Deduktion der Zeit 331333. Seine Kritik an Spinozas „Ungereimtheit einer ewigen Zeit“ 336—339 (ſ. Jacobi). „Nach Jacobi iſt die Zeit an ſich und abſolut“ 337 (O Jacobi) Stellung der reinen und der angewandten Mathematik zur Zeit 43, 44 (ſ. Phänomenologie). Charakteriſtik des Weſens als „das einfache Weſen der geit, das in dieſer Sichſelbſtgleichheit die ge⸗ diegene Geſtalt des Raumes hat“ 142 (O Selbſtbewußtſein). Cha⸗ tafteriftif der Zeit als „der Begriff ſelbſt, der da iſt und als leere Anſchauung ſich dem Bewußtſein vorſtellt“ 612. Überwindung der Zeit 612, 613, 618, 619, 620 (f. Philoſophie) 33 (O Propädeutik). Zur Kantiſchen Antinomie über die Endlich⸗ keit oder Unendlichkeit der Welt der Zeit nach 130—131 (f. Anti⸗ nomie) Die Zeit als Anſchauungsform 192. Ihre Dimenſionen ſind Ver⸗ gangenheit, Zukunft und Gegenwart 193. Sie iſt nicht fähig, „voll⸗ ſtändiges Schema oder Figur des Quantums zu ſein“ 193, 194 (O Mathematik). „Raum und Zeit ſind das abſtrakte Anſchauen oder die allgemeinen Formen der Anſchauung“ 202 (O Erinne⸗ rung), 192 Die Zeit als „Beiſpiel der reinen Quantität“, als „ein abſolutes Außerſichkommen, ein Erzeugen des Eins, Zeitpunktes, des Jetzt, das unmittelbar das Zunichtewerden desſelben und ſtetig wieder das Zunichtewerden dieſes Vergehens iſt“ 225 (O Quantität), 411, 423 (O Maß) 18 (O Kant). Zur „Außerlichkeit des Raums und der Zeit“ in der abſoluten Idee 353 (O Idee) Die Zeit 154-159 [P. St. 9, 78—87 f. u.] (O Mathematik) SS 200, 201 [P. St. 9, 88 257, 258, wenig verändert] 154—155 P. St. 9, 78—83 ſ. u.] 8 202 [P. St. 8, § 259, etwas verändert] 156—159 [P. St. 8, 83—87 f. u.]. Nicht übernommen wurde die dritte Anmerkung, welche rechtfertigt, daß der erſte Teil der Naturphiloſophie, der Raum und Zeit betrachtet, Mathematik genannt wurde 157 g. In 9 wurde er als Mechanik bezeichnet 8 203 [P. St. 9, 8 260 und zum Teil 8 261] 159—161 IP. St. 9, 87—90 f. Ort] 2748
2 Zeit „Die Philoſophie iſt ihre Zeit in Gedanken erfaßt“ 35 (O Philoſophie); 62 (O Wille) 128 [P. St. 6, 43] (O Kritizismus). In der erſten der kosmologi⸗ ſchen Antinomien iſt enthalten, „daß der Raum und die Zeit nicht nur als kontinuierlich, ſondern auch als diskret zu betrachten find“ 143 (O Antinomie), 239 [P. St. 6, 63] (O Quantität) „Die Zeit“ 708, 78—87 [P. St. 6, 154—1 59] (O Mechanik) § 257 [P. St. 6, 8 200, faſt wörtlich! Die Negativität iſt in der Sphäre des Außerſichſeins ebenſowohl für fi. So für ſich geſetzt iſt fie die Zeit 78 [P. St. 6, 154] Zuſatz. Gegenüberſtellung von Raum und Zeit 788, 79 g, 87 logl. 6, 159]. Die Zeit iſt „das Daſein dieſes beſtändigen Sich-Auf⸗ hebens“ 789. „Sie iſt die Negation der Negation, die ſich auf ſich beziehende Negation“ 78 H. „Die Wahrheit des Raumes iſt die Zeit“ 79 8, 87 [vgl. 6, 159] § 258 [P. St. 6, 8 201, etwas verändert] Die Zeit „iſt das Sein, das, indem es iſt, nicht iſt, und indem es nicht iſt, iſt, — das ange— ſchaute Werden“ 79, 80 [P. St. 6, 154]. Sie iſt, „wie der Raum, eine reine Form der Sinnlichkeit oder des Anſchauens“ 79 [P. St. 6, 154]. Ihre Kontinuität 79 [P. St. 6, 154]. Sie iſt „dies Werden, Entſtehen und Vergehen, das ſeiende Abſtrahieren, der alles gebärende und ſeine Geburten zerſtörende Chronos“. „Das Wahre dagegen, die Idee, der Geiſt, iſt ewig“ 80 [P. St. 6, 155], 810 (ſ. a. Ewigkeit) Zuſatz. „Der Prozeß der wirklichen Dinge“ macht die Zeit 81 8, 80 2. Die Ewigkeit dagegen „wird nicht fein, noch war fie; ſondern ſie iſt“. Die Dauer aber iſt „nur relatives Aufheben der Zeit“ 81 8. Das Schlechteſte wie das Vortrefflichſte dauert 81 8, 82 0. „Die Idee, der Geiſt iſt über der Zeit“ 829. „Das ſchönſte Leben iſt das, welches das Allgemeine und feine Individualität vollkommen zu Einer Geſtalt vereinigt“ 82 8 (ſ. Individuum). „Das Mittelmäßige dauert“ 82 g, 83 g § 259 [P. St. 6, $ 202, etwas verändert ſ. o.] Gegenwart, Zu⸗ kunft und Vergangenheit ſind die Dimenſionen der Zeit 83 [P. St. 6, 156], 85 , 86 © [3, 193]. Das Jetzt 83 [P. St. 6, 156] (ſ. Jetzt). Vergangenheit und Zukunft ſind nur „in der ſubjektiven Vorſtellung, in der Erinnerung und in der Furcht oder Hoff— nung“. In der Natur ſeiend iſt der Raum als „die negierte Zeit“ 2749
geit 9 83 [vgl. 6, 156]. „Der Geometrie ſteht keine ſolche Wiſſenſchaft der Zeit gegenüber“ 83, 84 [P. St. 6, 156]. Erſt in der Eins erhält das Prinzip der Zeit Fähigkeit zur Figuration 83, 84 [P. St. 6, 156, 157]. Gedanken über eine „philoſophiſche Mathematik“ 84, 85 [P. St. 6, 157, 158], 86 8, 87 8 (ſ. Mathematik). Symbolwert einfacher erſter Figuren und Zahlen 84, 85 [P. St. 6, 158, 159] Zuſatz. „Die Dimenfionen der Zeit machen das Beſtimmte der Anſchauung vollſtändig“ 858, 86 Z. Entſtehen und Vergehen, Ver— gangenheit, Zukunft und Gegenwart 868 (O Mechanik) 91 (O Ort), 92 8 (f. Kreis), 191 [P. St. 6, 180] (O Feuer) 10 Überwindung der Zeit im viſionären Fernſehen 185 8, 186 8, 187 (ſ. Viſion). Das Zeitliche ſtellt fi) dar „als die Form der Unruhe, des in ſich ſelbſt Negativen, des Nacheinanderſeins, des Entſtehens und Verſchwindens, ſo daß das Zeitliche iſt, indem es nicht iſt, und nicht iſt, indem es iſt“ 322 8, 323 O, 327 B. Kritik an Kant, der Zeit und Raum zu „nur ſubjektiven Formen“ hat machen wollen 323 (O Anſchauung) 11 „Die Zeit iſt das Negative im Sinnlichen“ 117 (O Weltgeſchichte) 12 Die flüchtige Zeit „befeſtigt die Kunſt zur Dauer“ 226 (O Kunſt⸗ ſchönes) 336 (O Regelmäßigkeit) 14 Bedeutung der Zeitlichkeit des Tones in der Muſik 145, 146, 150, 156, 158, 159. „Ich iſt in der Zeit, und die Zeit iſt das Sein des Subjekts ſelber“ 151. „In der Muſik iſt die Zeit überhaupt das Herrſchende“ 158. Die Muſik gibt der Zeit das Maß 159 (ſ. Muſik) Das Zeitmaß in der Poeſie 293, 296 (O Verſifikation). Verhältnis der Lyrik zur Zeit 451 (O lyriſche Poeſie). Einheit der Zeit im Drama 489 —490 (ſ. Drama) Heraklits Faſſung der Zeit 354—355 (ſ. Heraklit) Platons Faſſung der Zeit als „ewig“ oder „Gegenwart“ 262. Ihre realen Momente ſind Sonne, Mond und die Planeten 262, 263 (O Plato). Faſſung der Zeit bei Ariſtoteles 337, 350, 358—361 (f. Ariſtoteles) 19 Descartes waren Raum und Zeit „die einzigen Beſtimmungen des materiellen Univerſums“ 361 (O Descartes). Lockes Ableitung der Zeit 433 (O Locke). Kants Faſſung der Zeit als a priori 558, 1 1 0 | 2750
19 12 15 — 0 13 Zeit / Zeitſchrift, Zeitung als „reine Anſchauung, d. h. abſtrakte Anſchauung“ 561, 562, 563—564 (ſ. Kant) Zeitalter (Weltzuſtand) Heroiſches Zeitalter 252— 263 (ſ. Heroenzeit). Ideale Kunſtgeſtal⸗ ten werden gerne „in mythiſche Zeitalter, überhaupt aber in die älteren Tage der Vergangenheit, als beſten Boden ihrer Wirk— lichkeit“ hineinverſetzt 259 (O Heroenzeit). Die Proſa der Wirk⸗ lichkeit verſucht die Kunſt dann weiterhin durch „die Vorſtellung eines ſogenannten goldenen Zeitalters oder auch eines idylliſchen Zuſtandes“ zu beſeitigen 349. Am geeignetſten für die ideale Kunſt erweiſt ſich ein Zuſtand, „der in der Mitte ſteht zwiſchen den goldenen idylliſchen Zeiten und den vollkommen ausgebildeten allſeitigen Vermittlungen der bürgerlichen Geſellſchaft“ 351—354 (ſ. Kunſtſchönes) Zeitprinzipien Beziehungen zwiſchen der Religionsphiloſophie und den Zeit⸗ prinzipien des religiöſen Bewußtſeins 19, 24, 51, 52—64 (f. Re⸗ ligionsphiloſophie), 203 (O Endlichkeit) Zeitſchrift, Zeitung (Jahrbücher, Journal) Politiſches Journal 165 (O Reinhold). „Zeitſchrift für ſpekulative Phyſik“ (Jena 1800—1802) 147 (O Reinhold). „Kritiſches Journal der Philoſophie“ 171—435 (f. Jenaer Schriften). „Philoſophiſches Journal“ von Niethammer herausgeg. 204, 209, 211 (O Krug). „Maximen des Journals der deutſchen Literatur“ 539-547 (ſ. Literatur) „Jahrbücher für wiſſenſchaftliche Kritik“ 330 Fußn., 374 Fußn. (O Mathematik) „Heidelberger Jahrbücher“ 311—490 [20, 44] (ſ. Heidelberg) „über den modernen Skeptizismus in ſeiner Vergleichung mit dem alten f. Schellings und Hegels Kritiſches Journal der Philo— ſophie 1802. (I. Bd. 1. St.)“ 122 0 (O Empirismus) „Göttinger gelehrte Anzeigen“ 261 20, 36, 38] (ſ. Göttingen) „Morning Chronicle“ vom 26. Juli 1825 über die Mediceiſche Ve⸗ nus und den Apoll von Belvedere 436 (O Statue) 2751
13 19 20 1 12 — 15 11 Zeitſchrift, Zeitung / Zendvolk „Kunſtbl. Nr. 8 zum Morgenbl. 1829“ über ägyptiſche Skulptur 456, 457 (O ägyptiſche Skulptur) „The Quarterly Review, vol. XVI, April 1817, p. 51—52“ zu Bacon 291, 294, 295, 296 Fußn. (O Bacon) und „p. 70—71“ zur Verjagung Lockes von Oxford 422 Fußn. (O Locke) „Über die Einrichtung einer kritiſchen Zeitſchrift“ 29—52 (f. Jahr⸗ bücher, Berliner). „Göttinger gelehrte Anzeigen“ 36, 38. „Wiener Jahrbücher“ 36. „Journal des Savans“ 36, 45, 47. Heidelberger Jahrbücher 44 (O Jahrbücher) „Asiat. Researches“ 58 Fußn. (O Humboldt, Wilh. v.) Zendaveſta (Parſen, Perſien, perſiſche Religion, Zendvolk, Zo⸗ roaſter) 237, 238, 241, 242, 243 (O Zendvolt) Die Vorſtellungen und Inſtitutionen des alten Zendvolkes ſind uns in dem Zendaveſta aufbewahrt 435. Außer der Anbetung des Ormuzd und alles Auserleſenen unter den reinen und wohltätigen Geſchöpfen dringt der Zendaveſta auf praktiſche Aus— übung des Guten und Reinheit des Gedankens, des Worts und der Tat 439 (O Zoroaſter) Über die Religion der alten Parſen weiß man erſt in neuerer Zeit mehr durch die Entdeckung der Haupt- und Grundbücher (Zend— Aveſta) jenes Volkes durch den Franzoſen Anquetil Düperron: dieſe Bücher ſind in der alten Zendſprache geſchrieben, einer Schweſterſprache des Sanskrit 429 (O perſiſche Religion) Zendvolk „Das Zendvolk“ 237—243 (O Perſien). Seine Religion und feine Sprache find in den Zendbüchern, den Grundbüchern nieder— gelegt 237. Von der Religion der Parſen oder Feueranbeter ſind in Bombay und am Kaſpiſchen Meer noch Spuren vorhanden 237. Zoroaſter ſchrieb feine Neligionsbücher in der Zendſprache 237. Anquetil Düperron erſchloß uns dieſe Sprache 237, 238. Schwierigkeit der Beſtimmung des Wohnſitzes des Zendvolkes 238. Wahrſcheinlich war er in Baktrien 238. Die Zendſprache war die Sprache der Perſer, Meder und Baktrer 238. Die Zendbücher geben Aufſchluß über Geſetze und Einrichtungen 238, 239 2752
11 12 Zendvolk / Zeno Die Lehre des Zoroaſter iſt für uns das Wichtigſte 239—241 (f. Zoroaſter). „Ormuzd iſt der Herr des Lichtreiches, des Guten, Ahriman der der Finſternis, des Böſen“ 240, 241, 242, 243. Zeruam-Akerene iſt das gegenſatzloſe Allgemeine, das unbegrenzte All 240 (O Zoroaſter) 244 (O Aſſyrien), 248 (O Medien), 252 (O Perſien) 435 (. Zendaveſta) Zeno der Eleate 230, 245 (O Skeptizismus) 238 (O Quantität) 216 [P. St. 6, 58] (O Dafein), 246 [P. St. 6, 65] (O Sein) Die „Dialektik, die der Ort an ihm hat, ſprach Zeno aus, indem er die Unbeweglichkeit aufzeigte“ 91 (O Ort), 228 8 (O Kohäſion) 208 (O griechiſche Philoſophie), 297, 298 (O eleatiſche Philoſophie), 301, 302 (O Xenophanes), 307 (O Parmenides) „Zeno“ 318343 (O eleatiſche Philoſophie). „Zenos Eigentüm— lichkeit iſt die Dialektik“ 318. Vergleich mit den bisherigen Eleaten, mit Parmenides 318. Zenos Leben und Tod 319, 320 Seine Philoſophie: 1. Im Unterſchied zu Kenophanes und Parmenides find bei Zeno „die Momente und Gegenſätze mehr als Begriffe und als Ge— danken ausgedrückt“ 320. „Er iſt weiter im Aufheben der Gegen— ſätze und Beſtimmungen“ 320. »Es iſt unmöglich, daß wenn etwas ift, es entftehe« 320, 321. Zenos ſogenannter Pantheismus (Spi⸗ nozismus) 321. „Bei Zeno iſt Ungleichheit das andere Glied gegen die Gleichheit“ 321 Beweis der Einheit Gottes, und daß dieſer Eine Gott überall gleich iſt 321. Seine Kugelform 321, 322, weder unendlich, noch begrenzt 322. »Das Eine bewege ſich nicht, noch ſei es unbewegt« 322. Solchem „metaphyſiſchem Räſonnement“ liegt das Prinzip der Identität zum Grunde 322, 323. Die heutigen Beweiſe von der Einheit Gottes 323. Vergleich beider Arten des Beweiſens 323. Die Eleaten gingen ſpekulativ vor. „Das Spekulative iſt, daß die Veränderung gar nicht ſei“ 324. Zeno ahnt, „daß Sein das Gegenteil des Nichts iſt“, deshalb „negiert er von dem Einen das, Glockner, Hegel-Lexikon 173 2753
17 Zeno was vom Nichts geſagt werden müßte“ 324. Die höhere Oialektik finden wir in Platons Parmenides 325, 326, 327 2. Zenos „objektive Dialektik“ 325—342. Kenophanes, Parmenides und Zeno legen den Satz zum Grunde: „Nichts iſt Nichts, das Nichts iſt gar nicht, oder das Gleiche (wie Meliſſus) iſt das Weſen“ 325. Indem ſie „eins der entgegengeſetzten Prädi— kate als das Weſen ſetzen“, das andre aber als das Nichtige, er— ſcheint die „Nichtigkeit nicht an ihm ſelbſt“ 325, 326. „Das Falſche muß nicht darum als falſch dargetan werden, weil das Entgegen— geſetzte wahr iſt, ſondern an ihm ſelbſt“ 326 „Dieſe vernünftige Einſicht ſehen wir in Zeno erwachen. In Platos Parmenides iſt dieſe Dialektik ſehr gut beſchrieben“ 326, 327, 325. „In dieſer Dialektik ſehen wir den einfachen Gedanken nicht mehr ſich für ſich feſtſetzen, ſondern erſtarkt, den Krieg in Feindesland ſpielen“ 326, 327. Nach ihrer poſitiven Seite iſt die Dialektik a) äußerlich, z. B. bei den Sophiſten, g) „aus dem Weſen der Sache ſelbſt, d. h. dem reinen Begriffe des Inhalts bewieſen“, „immanente Betrachtung des Gegenſtandes“. Es zeigt ſich von ſelbſt auf, daß der Gegenſtand „entgegengeſetzte Beſtimmungen enthält, ſich alſo aufhebt; dieſe Dialektik finden wir vornehmlich bei den Alten“ 327 „Zenos Dialektik der Materie iſt bis auf den heutigen Tag un— widerlegt“ 328. »Er beweiſt, daß wenn Vieles iſt, ſo iſt es groß und klein.« »Wenn das Seiende ift, fo hat notwendig Jedes Größe und Dicke (Ausdehnung) . . .x 328 „Das Nähere von dieſer Dialektik hat uns nun Ariſtoteles aufbe— wahrt“ 329. Zeno behandelte vornehmlich die Bewegung dialek— tiſch; wohl deshalb, weil „die Dialektik ſelbſt dieſe Bewegung, oder die Bewegung ſelbſt die Dialektik alles Seienden iſt“ 329, 331. Zeno leugnete nicht die Bewegung, ſondern die Wahrheit der Bewegung 329. Er zeigt, daß die Vorſtellung der Bewegung einen Widerſpruch enthält 329 1. „Die erſte Form ift, daß er ſagt: «Die Bewegung habe keine Wahrheit, weil das Bewegte vorher bei der Hälfte des Raumes ankommen müßte, als am Zieles“ 329, 330. „Zeno kommt auf die unendliche Teilbarkeit des Raums“ 330. Widerlegung durch den Kyniker Diogenes von Sinope 330. „Wir ſehen hier das Unend— liche entwickelt zuerſt in ſeinem Widerſpruche auftreten, — ein Bewußtſein über ihn“ 330. Zum Widerſpruch zwiſchen der „Sich— 2754
Zeno 17 ſelbſtgleichheit, Kontinuität“ und dem „Punkt“, dieſem „reinen Fürſichſein“. „Dieſe beiden aber find in Raum und Zeit in Eins geſetzt; Raum und Zeit iſt alſo der Widerſpruch“ 331 Kritik an Zenos Vorgehen 331, 332, 333, 335. Die Antwort und Auflöſung des Ariſtoteles iſt, „daß Raum und Zeit nicht unend— lich geteilt ſeien, ſondern nur teilbar ſeien“ 332. Bayle zur Ant⸗ wort des Ariſtoteles 332 Zeno gegenüber iſt feſtzuhalten, daß das Unendliche eben das iſt, „daß keines ſeiner Momente Realität hat. Es kommt nicht dazu, daß eines an ſich würde, oder wirklich geſchähe, — weder abſolute Grenze, noch abſolute Kontinnität; ſo daß immer das andere Moment wegfiele“ 333. „Die Teilung als Geteiltſein iſt nicht abſolute Punktualität, noch die reine Kontinuität das Ungeteilte und Teilungsloſe; ebenſo iſt die Zeit Allgemeines, nicht reine Negativität, Punktualität, ſondern auch Kontinuität“ 333 „Das Weſen der Zeit und des Raums iſt die Bewegung“ 334. „Als Einheit der Negativität und Kontinuität iſt die Bewegung als Begriff, als Gedanke ausgeſprochen“ 334. Die wirkliche Be: wegung dagegen „iſt Durchlaufen eines begrenzten Raums und Zeit, nicht des unendlichen Raums und Zeit“ 334. Abermalige Kritik an Zenos Gedankengang 335, 336 2. Der zweite Beweis heißt Achilles, der ſchnellfüßige, und beſagt: »Der Langſamere kann auch vom Schnellſten nie eingeholt wer— dene 336. Zenos Beweisführung und Ariſtoteles' Kritik daran 336. Erläuterung dieſer richtigen Kritik 337, 338. „Zeno macht nur die Grenze, die Teilung, das Moment der Diskretion des Raums und der Zeit in feiner ganzen Beſtimmtheit geltend; da— her entſteht der Widerſpruch“ 338. Das Denken macht dieſe Schwierigkeit 338 (. Denken) 3. Der dritte Beweis erhärtet, daß »der fliegende Pfeil ruht« 339. „Er iſt immer in demſelben Raume, und in derſelben Zeit“ 339. „Die Kontinuität, Gleichheit der Hier iſt ſo hier geltend gemacht gegen die Meinung der Verſchiedenheit“ 339. „Dies kommt auch in der Mechanik vor; von zwei Körpern fragt es ſich, welcher ſich bewegt“ 339. Vergleich dieſes Beweiſes mit den beiden erſten 340. Kritik des Ariſtoteles 340 4. Aus dem vierten Beweis ſoll folgen, „daß die halbe Zeit gleich ift der doppelten“ 340, 341, 342. Vergleich von Zenos Dialektik mit Kants Antinomien 342, 343 2755
17 18 19 1 oo — 8 Zeno / Zentrifugalkraft, Zentripetalkraft Zuſammenfaſſung der eleatiſchen Schule und Fortgang 342, 343 (ſ. eleatiſche Philoſophie) Der Fortſchritt von Zeno zu Heraklit 209 (O griechiſche Philo— ſophie), 343, 344, 350, 351 (O Heraklit) 372 (O Empedokles), 381 (O Leukipp), 399 (O Anaxagoras) 38 (O Gorgias), Zenon in Platons Dialogen 183, in Platons Parmenides 240 (O Plato). Ariſtoteles über Zenons Dialektik der Bewegung, der unendlichen Teilbarkeit 362 (f. Ariſtoteles) 410 (O Ariſtoteles), 517, 518 (O Arkeſilaos) 48 (O Plotin) Zeno der Stoiker Zeno der Cittiſche iſt Stifter der ſtoiſchen Schule 430. Seine Be— ziehung zu den Sokratikern 430. Sein Verhältnis zu Kenokrates, zu Stilpo 431. Sein Studium von Heraklits Werken 431, 438. Seine der kyniſchen ſich nähernde Sittenſtrenge 432. Seine Ehrung in Athen 432. Lebensdaten 432, 433 (O Stoiker) Sein Beiſpiel der ſich ſchließenden Hand für das Begreifen der Vorſtellung 444, 445 (ſ. Stoiker) Zentrifugalkraft, Zentripetalkraft Die beiden Kräfte ſtammen aus jenem Zerſpalten der Bewegungs— richtung in mathematiſche Linien 8, 11. Prüfung ihrer Realität 8, 9, 10, 11. Zentripetalkraft und Schwerkraft 12. Zentripetalkraft und Tangentialrichtung 12. Beziehung zur Verlangſamung der Pendelbewegung in den geringeren geographiſchen Breiten 14, 15. Die Unterſcheidung einer Zentrifugal- und Zentripetalkraft iſt völlig leer 17. Newtons Erklärung ihrer beider Urſprung aus der Kraft der Trägheit 19 (O Planet) Zentrifugal-Trieb der Seele 241 Für die Zentripetal- und Zentrifugalkraft wird ein Zentrum feſtgeſetzt, „gegen das ſich die anderen Eins als nicht fürſichſeiende verhalten“. Indem man annimmt, daß „die eine zunehme wie die andere abnehme“, erklärt man daraus die Erſcheinung der Be— wegung und ihre Ungleichheit 218. Kritik hieran 218 (O Kant), 472, 473, 474. „Der untrennbare qualitative Zuſammenhang dieſes qualitativen Gegenſatzes iſt in der Theorie in ein Nacheinander 2756
4 9 11 15 10 18 11 Zentrifugalkraft, Zentripetalkraft / Zeugung auseinander gerückt; aber damit bleibt ſie die Erklärung dieſer Abwechſlung ſowohl als vornehmlich dieſes Auseinanderrückens ſelbſt ſchuldig“ 474, 475 (O Maß) Newton hat „durch die Einführung der Vorſtellung von Kräften die Beſtimmungen aus der phyſikaliſchen Wirklichkeit hinweg⸗ gerückt, und fie weſentlich verſelbſtändigt“ 105 8 Fußn. (O Stoß). Kritik an den „ſo geprieſenen Entdeckungen der Kräfte“ 121, 120 [P. St. 6, 165, 166], 123 g, 126 O. Sie find „die Linien, die für die mathematiſche Beſtimmung gezogen werden müſſen, in phyſiſche Wirklichkeiten verwandelt“ 128 8, 134 H. Charakteriſtik der Ver⸗ wirrung, die durch die Annahme von Zentrifugal- und Zentri— petalkraft angerichtet wurde 128 8, 1299, 138 8 (O Mechanik), 232 3 (O Magnetismus) Zentrum 194, 194—198 (ſ. Mechanismus), 217, 223 (O Teleologie) Zeremoniell Zur unendlichen Menge von Zeremonien bei den Römern 376 (O römiſche Religion) Das Zeremoniöfe im Kultus „beſteht darin, daß alltägliche, ge⸗ meine Handlungen — wie wir ſie anſehen — zugleich notwendige Handlungen und durch Vorſchrift beſtimmt ſind“ 246 (O Kultus) Zerſtreutheit 221 C, 222 C (f. Krankheit) dr nots 570 (O Sextus Empirikus) Zeugung „Die Zeugung muß man nicht auf den Eierſtock und den männ⸗ lichen Samen reduzieren ...; ſondern im Weiblichen iſt wohl das materielle Element, im Manne aber die Subjektivität enthalten“ 672 C, 673 8 (O Geſchlechts verhältnis) Bei den Agyptern wurde „die allgemeine Lebenskraft der er⸗ zeugenden Natur verehrt in einem Phallusdienſt, den die Griechen 2757
1 1 1 1 D = 16 1 1 1 2 a -] — Zeugung / Zölibat auch in ihren Dienſt des Dionyſos mit aufgenommen haben“ 282 (O Agypten) Kult der Zeugung und ihre Darſtellung in der indiſchen Kunſt und bei den Griechen 450, 459 [13, 279], 461 (O indiſche Kunſt). Bei den Juden verſchwinden zum erſtenmal „die Vorſtellungen des Zeugens und bloßen natürlichen Hervorgehens der Dinge aus Gott, und machen dem Gedanken des Schaffens aus geiſtiger Macht und Tätigkeit Platz“ 497 (O Juden) Die Vorſtellung des allgemeinen zeugenden Naturlebens iſt in der klaſſiſchen Kunſtform der Griechen von der Phantaſie „zu einzelnen Geſchichten der Liederlichkeit des Vaters der Götter und Menſchen umgedichtet ...“ 35, 36 (O klaſſiſche Kunſtform), 55 (O griechiſche Götter). Im Orient wurde „die produktive Gewalt der Zeugung herausgehoben und verehrt“ 279. Der Phallus- und Lingamkult in Indien, Agypten und in Griechenland 280, 281 (. ſymboliſche Architektur) Die Anſchauung vom Erzeugen der Natur, vom Entſtehen und Vergehen iſt noch in mannigfachen Anklängen im Kreis der gei— ſtigen Götter der Griechen wirkſam geweſen 114 (O griechiſche Religion) Zeus ſ. Jupiter Zeuxis Seine gemalten Weintrauben ſind von Alters her das große Bei— ſpiel täuſchender Nachahmung 72 Zirkel Quadratur des Zirkels 136 (O Eubulides) Zivilgewalt 366, 367 (O Verfaſſung) Zölibat (Eheloſigkeit) Gregor VII. ſetzte das Zölibat der Geiſtlichkeit durch 477. „Auf dieſe Weiſe wurde die Geiſtlichkeit auf ſich angewieſen und von der Sittlichkeit des Staates ausgeſchloſſen“ 477. „Man muß nicht 2758
Zölibat / Zoroaſter 11 jagen, das Zölibat ſei gegen die Natur, ſondern gegen die Gittlichkeit“ 483 (O Kirche), 530 (O Reformation) Zöllner, Johann Friedrich 20 Söllner der Aufklärer 207 (O Hamann) Zonaras, Johannes 6 406 (O Württemberg) Zoologie (Tier) 198, 199 (O Organif) 475 (O Maß) 19 (O Enzyklopädie) 439 O, 440 G (O Einteilung) „Es iſt in der Zoologie, wie in den Naturwiſſenſchaften über— haupt, mehr darum zu tun geweſen, für das ſubjektive Erkennen ſichere und einfache Merkmale der Klaſſen, Ordnung uff. aufzu— finden. Erſt ſeitdem man dieſen Zweck ſogenannter künſtlicher Syſteme bei der Erkenntnis der Tiere mehr aus den Augen ge— ſetzt hat, hat ſich eine größere Anſicht eröffnet, welche auf die objektive Natur der Gebilde ſelbſt geht“ 675 [P. St. 6, 219] (0 Gat⸗ tung) [8, 439 ©, 440 ©] > oO nm mw 8000 16 „Plato hat Gott ein unſterbliches C0 genannt, d. h. ein ewig Lebendiges“ 531 (O Gottesbeweiſe) Zorn 82 (O Moral) 374 O, 375 0 (O Elektrizität), 655 @ (O Tier) 10 128 3, 139 ©, 1418 (O Empfindung), 251 (O Gebärde) 16 Der Zorn des jüdiſchen Gottes 90 Zoroaſter (Licht, Perſien, perſiſche Religion) 11 „In Perſien geht zuerſt das Licht auf, welches ſcheint und anderes beleuchtet, denn erſt Zoroaſters Licht gehört der Welt des Bewußt⸗ ſeins an, dem Geiſt als Beziehung auf anderes“ 234 (O Perſien), 2759
11 12 Zoroaſter 161 (O Orient). Zoroaſter ſchrieb feine Religionsbücher in der Zendſprache 237, 238. Zoroaſter und damit dem perſiſchen Volke „kam zum Bewußtſein, daß die abſolute Wahrheit die Form der Allgemeinheit, die Einheit haben müſſe“ 239. Vergleich mit den Indern 239. „Dieſes Eine, Allgemeine iſt freilich noch nicht das freie Eine des Gedankens, noch nicht im Geiſt und in der Wahrheit angebetet, ſondern iſt noch mit der Geſtalt des Lichts angetan“ 239. Aber das Licht iſt „die ſinnliche Allgemeinheit ſelbſt, die einfache Manifeſtation“, es hat „die Bedeutung zugleich des Gei— ſtigen“ 239 und ſchließt den Gegenſatz, die Finſternis in ſich 240. Ormuzd und Ahriman 240, 241, 242, 243. Die Verſöhnung des Gegenſatzes beſteht freilich nur darin, „daß Ormuzd mit Ahriman kämpfen und ihn letztlich überwinden ſolle“ 241. Die Gebote 241, 242 (O Zendvolk) 254 (O Perſien) Zoroaſter 435—445 (O ſymboliſche Kunſtform). 1. In der Reli⸗ gion Zoroaſters herrſcht unmittelbare Einheit von Bedeutung und Geſtalt 434, 435. Das Licht in ſeiner natürlichen Exiſtenz wird als das Abſolute angeſehen, „ohne dies Göttliche für ſich von dem Licht als einem bloßen Ausdruck und Abbilde oder Sinnbilde zu trennen“ 435, 436. „Das Gute iſt ſelber Licht“ 436, 440, 488 a) Das Lichtreine heißt Ormuzd, das Finſtre, Unreine Ahriman. Doch ſind das bloß oberflächliche Perſonifikationen 436, 444 b) Die ſieben Hauptlichter 436, 437, die Izeds und Feruers 437. „Das Reich des Ormuzd iſt das wirklich vorhandene Reine und Leuchtende, und dabei iſt kein Unterſchied zwiſchen Erſcheinungen der Natur und des Geiſtes“ 437, 438. Gliederung der Reiche von Ormuzd und Ahriman 437, 438, 444 e) Gottesdienſt der Parſen 438—440, 442, 444. „Die Aufgabe jedes Einzelnen beſteht in nichts Anderem, als in der geiſtigen und leiblichen eigenen Reinigung“, „Ormuzd in ſeiner Schöpfung zu verherrlichen“ 438. Die Gebete 438, 439. Außer der „Anbetung des Ormuzd und alles Auserleſenen unter den reinen und wohl⸗ tätigen Geſchöpfen dringt der Zend⸗Aveſta auf praktiſche Aus» übung des Guten und Reinigkeit des Gedankens, des Worts und der Tat“ 439 [11, 241], 440 2. Man kann ſagen, „daß hier dasjenige, was wir das Symboliſche nannten, noch gar nicht vorhanden ſei“ 440. Die Trennung von 2760
1 D 15 17 9 -] 10 11 Zoroaſter / Zucht der Epiſtenz und ihrer Bedeutung iſt noch kaum vorhanden 440, 441. In den weiteren Vorſtellungen geht es dann zu einigen ſym— boliſchen Anfängen fort 441. Beiſpiele hierfür 441, 442. Auch der Kultus iſt nicht ſymboliſcher Art 442, 443 3. „Wie nun dieſer ganzen Anſchauung der Typus des Symbo— liſchen abgeht, fehlt ihr auch der Charakter des eigentlich Künſtle— riſchen“ 443. Man kann dieſe Vorſtellungsweiſe zwar poetiſch nennen, aber „die Poeſie bleibt darin ganz im Allgemeinen ſtehn, und bringt es nicht zur Kunſt und zu Kunſtwerken“ 443, 444. Beiſpiele 444. Fortgang zur phantaſtiſchen Symbolik 445 (O ſym⸗ boliſche Kunſtform) 482 (O ſymboliſche Kunſtform) Zoroaſter iſt Stifter der perſiſchen Religion 429. Zoroaſters er: ver 432 (O perſiſche Religion) Plutarch über Zoroaſters Lehre 116 (O Philoſophiegeſchichte), 152 (O orientaliſche Philoſophie) Zucht (Erziehung) 513 (ſ. Erziehung) Unterſcheidung zwiſchen Zucht der Sitten und Bildung derſelben. „Die eigentliche Zucht kann nicht Zweck der Studien Inſtitute ſein, ſondern nur die Bildung der Sitten, und auch dieſe nicht in dem ganzen Umfange der Mittel“ 253, 271, 272 (O Gymnaſial⸗ reden) Das Studium der Logik, „der Aufenthalt und die Arbeit in dieſem Schattenreich iſt die abſolute Bildung und Zucht des Bewußt— ſeins“ 57 (O Logik) „Ein Hauptmoment der Erziehung iſt die Zucht, welche den Sinn hat, den Eigenwillen des Kindes zu brechen, damit das bloß Sinn— liche und Natürliche ausgereutet werde“ 252, 253 (O Familie) Was die Zucht betrifft, „ſo iſt dem Knaben nicht zu geſtatten, daß er ſich ſeinem eigenen Belieben hingebe; er muß gehorchen, um gebieten zu lernen“ 102 (O Kind). „Ohne dieſe, den Eigenwillen brechende Zucht erfahren zu haben, wird niemand frei, vernünftig und zum Befehlen fähig“ 288 8 (O Herrſchaft) „Zucht kommt her von ziehen, zu etwas hin, und es iſt irgendeine feſte Einheit im Hintergrunde, wohin gezogen und wozu erzogen 2761
11 2 2 2 E Zucht / Zufall, Zufälligkeit werden ſoll, damit man dem Ziele adäquat werde. Es iſt ein Ab⸗ tun, ein Abgewöhnen als Mittel der Hinführung zu einer abſo— luten Grundlage“ 411. Der Widerſpruch in der römiſchen Welt zwiſchen dem „Individuum als Atom“ und der „harten Herrſchaft des Einen“ iſt das Verhältnis ſolcher Zucht 411, 412. Dieſe Zucht iſt „für die Gezogenen ein blindes Schickſal“; ſie fühlen noch nicht, „daß dies Ziehen ſich als ein Ziehen in ſich hinein zeige“ 412 (O Chriſtentum). „Dieſe Beſtimmung der Zucht in ſich ſelbſt“ gibt dem jüdiſchen Volk ſeine Wichtigkeit 412 (ſ. Juden) Zueignungsrecht 97 (ſ. Eigentum) Zufall, Zufälligkeit „Willkür und Zufall, die nur auf untergeordneteren Standpunk— ten Raum haben, ſind aus dem Begriff der Wiſſenſchaften des Abſoluten verbannt“ 137 (f. Fichte) „Zufälligkeit oder formelle Wirklichkeit, Möglichkeit und Notwendigkeit“ 679, 680—685 (f. Wirklichkeit). „Das Zufällige ift ein Wirkliches, das zugleich nur als möglich beſtimmt, deſſen An— deres oder Gegenteil ebenſoſehr iſt“ 683, 684. Notwendigkeit und Zufälligkeit 691, 692 (. Wirklichkeit) [7, 434; 8, 328 g, 329 g] „Die Vernunft iſt es ſelbſt, welche anerkennt, daß die Zufälligkeit, der Widerſpruch und Schein ihre, aber beſchränkte, Sphäre und Recht hat, und ſich nicht bemüht, dergleichen Widerſprüche ins Gleiche und Gerechte zu bringen“ 293. „Es iſt weſentlich eine Seite an den Geſetzen und der Rechtspflege, die eine Zufälligkeit enthält, und die darin liegt, daß das Geſetz eine allgemeine Be⸗ ſtimmung iſt, die auf den einzelnen Fall angewandt werden ſoll. Wollte man ſich gegen dieſe Zufälligkeit erklären, ſo würde man eine Abſtraktion ausſprechen“ 294 (O Rechtspflege) [8, 328 8] „Der Begriff und die Philoſophie machen den Geſichtspunkt der bloßen Zufälligkeit verſchwinden und erkennen in ihr, als dem Schein, ihr Weſen, die Notwendigkeit“ 434 (O Verfaſſung) [4, 691, 692; 8, 328 8, 329] Die Rolle des Zufalls in der Atomiſtik 232 8 (O atomiſtiſche Phi— loſophie) Möglichkeit und Zufälligke it als „Momente der Wirklichkeit“ 325, 2762
8 11 12 15 16 Zufall, Zufälligkeit 326 [vgl. 6, 87] (f. Wirklichkeit). Charakteriſtik des Zufälligen 326—329 H. „Das Zufällige iſt ein ſolches, welches den Grund ſeines Seins nicht in ſich ſelbſt, ſondern in Anderem hat“; es iſt „das Wirkliche in der Bedeutung eines bloß Möglichen“. „Wir betrachten demgemäß das Zufällige als ein ſolches, welches ſein oder auch nicht ſein, welches ſo oder auch anders ſein kann und deſſen Sein oder Nichtſein, deſſen So- oder Andersſein nicht in ihm ſelbſt, ſondern in Anderem begründet iſt“ 326 H. Die Natur bietet in ihrer Mannigfaltigkeit „die Anſchauung der ins Unbe— ſtimmte ſich verlaufenden Zufälligkeit“ 3268, 327 Z. Die Zu⸗ fälligkeit in Beziehung auf den Willen iſt die Willkür 327 8 (ſ. Willkür) Immerhin gebührt der Zufälligkeit als „einer Form der Idee überhaupt auch in der gegenſtändlichen Welt ihr Recht“ 328 g, fo in der Natur und auch in der geiftigen Welt 328 H. Zur Zufällig⸗ keit in der Sprache, im Recht, in der Kunſt 328 8, 329 8 (O Wirk: lichkeit) Das Zufällige als „Bedingung“ 329 [P. St. 6, 87] (ſ. Wirklichkeit) Die Natur zeigt „in ihrem Daſein keine Freiheit, ſondern Not— wendigkeit und Zufälligkeit“ 54 [P. St. 6, 147]. Die Zufälligfeit iſt am größten „im Reiche der konkreten individuellen Gebilde, die aber als Naturdinge zugleich nur unmittelbar konkret ſind“ 62 O, 63 2 (f. Natur) Man ſollte wenigſtens den feſten, unüberwindlichen Glauben haben, „daß die Welt der Intelligenz und des ſelbſtbewußten Wollens nicht dem Zufalle anheimgegeben ſei, ſondern im Lichte der ſich wiſſenden Idee ſich zeigen müſſe“ 36 (O Geſchichtsphilo⸗ ſophie) Schein der Zufälligkeit im Naturſchönen 178 (ſ. Naturſchönes). Bedeutung der Zufälligkeit des Willens im idealen früheren Weltzuſtand 249 (O Weltzuſtand) Erhebung von der Zufälligkeit der Welt zur No. wendigkeit des an und für ſich ſeienden Weſens 332, 330 (O beſtimmte Religion) „Die Notwendigkeit iſt Bewegung, Prozeß an ſich, daß das Zu⸗ fällige der Dinge, der Welt beſtimmt iſt als zufällig und dies ſich an ihm ſelbſt aufhebt zur Notwendigkeit“ 19. Dieſer Prozeß iſt in der griechiſchen Religion vorhanden 19. Vergleich mit dem von 2763
16 Zufall, Zufälligkeit der Endlichkeit zur Unendlichkeit 19, 20 [vgl. 15, 330]. „Das Zufällige kann ſein oder auch nicht ſein, zufällig iſt das Wirkliche, was ebenſo gut Möglichkeit iſt, deſſen Sein den Wert des Nicht⸗ ſeins hat. Am Zufälligen iſt ſo die Negation ſeiner ſelbſt geſetzt, es iſt ſo ein Übergang vom Sein ins Nichts“ 20. „Die Wahrheit der Zufälligkeit iſt die Notwendigkeit, dies iſt ein Daſein, ver⸗ mittelt durch fein Nichtſein mit ſich ſelbſt“ 20 (O beſtimmte Re⸗ ligion). „Die Notwendigkeit iſt die Wahrheit der zufälligen Welt“ 23 (O Notwendigkeit). Zur Frage, ob man ſtehen bleiben ſoll bei der Zufälligkeit der Dinge oder bei dem Zwecke 28. Die „Bermitt: lung zwiſchen den Zwecken und dem Zufälligen“ 33, 34 (f. beſtimmte Religion) Die Zufälligkeit als Ausgangspunkt des kosmologiſchen Gottes— beweiſes 426, 428, 431, 463, 479, 480. Rechtfertigung dieſes Aus— gangspunktes 434, 435, 499, 502. „Schon der Name der Zufällig: keit, Akzidenz, drückt das Dafein als ein ſolches aus, deſſen Be— ſtimmtheit dies iſt, zu fallen“ 435 (ſ. Gottesbeweiſe) Zufälligkeit, Notwendigkeit und abſolute Notwendigkeit 463—470 (f. Gottesbeweiſe). „Zufälligkeit und Möglichkeit find nur dadurch unterſchieden, daß dem Zufälligen ein Daſein zukommt; das Mög⸗ liche aber nur die Möglichkeit hat, ein Daſein zu haben. Aber das Zufällige hat ſelbſt eben nur ein ſolches Daſein, das ganz nur den Wert der Möglichkeit hat; es iſt, aber ebenfo gut iſt es auch nicht“ 471. Der Übergang zu „ſeinem Andern, dem Notwendigen iſt in ihm ſelbſt ausgeſprochen“ 471 (O Gottesbeweiſe) Ein Mangel im kosmologiſchen Gottesbeweis iſt, daß „das Zu⸗ fällige, Endliche als ein Seiendes ausgeſprochen wird“, während „die Beſtimmung desſelben vielmehr iſt, ein Ende zu haben, zu fallen, ein Sein zu ſein, das nur den Wert einer Möglichkeit hat, ebenſo gut iſt, als nicht iſt“ 479. Es müßte verſchwindend in das Reſultat eintreten 480, 457. „Sein iſt einfache Gleichheit mit ſich ſelbſt: die Zufälligkeit aber das in ſich ſchlechthin ungleiche, ſich widerſprechende Sein, welches erſt in dem abſolut-Notwendigen zu dieſer Gleichheit mit ſich ſelbſt wieder hergeſtellt iſt“ 482, 483 (O Gottesbeweiſe) Spekulative Betrachtung des Zufälligen 496—503 (f. Gottesbeweiſe). Das Zufällige iſt „der Widerſpruch in ſich“ 498. „Das Zufällige ſelbſt iſt dies, ſich aufzulöſen, an ihm das Übergehen zu fein“ 501, 502 (O Gottesbeweife) 2764
17 10 13 E > = — a 8 Zufall, Zufälligkeit / Zuſammenſetzung Das Ganze der Geſchichte der Philoſophie iſt ein in ſich notwen⸗ diger, konſequenter Fortgang. „Die Zufälligkeit muß man mit dem Eintritt in die Philoſophie aufgeben“ 66 (O Philoſophie⸗ geſchichte) Zufriedenheit (Glück) Zufriedenheit iſt „eine dauernde, ruhige Zuſtimmung ohne Inten— ſität“ 3710 (O Gefühl) „Zufriedenheit iſt das Gefühl der Übereinſtimmung unferer einzelnen Subjektivität mit dem Zuſtande unſeres beſtimmten, uns gegebenen, oder durch uns hervorgebrachten Zuſtandes“ 77, 78. „Zufriedenheit iſt nur die Billigung meines eigenen Seins, Tuns und Treibens, und das Extrem derſelben gibt ſich in jener Phi— liſterempfindung zu erkennen, zu der es jeder fertige Menſch bringen muß“ 78 (O griechiſche Götter) Zukunft Charakteriſtik der Zukunft als „das Nichtdaſein, aber beſtimmt, da zu fein” 193 (O Mathematik) Vergangenheit und Zukunft „ſind notwendig nur in der ſub— jektiven Vorſtellung, in der Erinnerung und in der Furcht oder Hoffnung“ 83 [P. St. 6, 156], 85 8, 86 6 (O Zeit) Zunftgeiſt 371 (O Württemberg) Zurechnungsfähigkeit 173 (O Schuld), 178, 179 (O Abſicht), 190, 191, 192 (O Gutes) „Schuld heißt im allgemeinen Zurechnung“ 285 (O Sündenfall) Zuſammenſetzung „Der begriffloſen Vorſtellung wird die Kontinuität leicht zur Zuſammenſetzung, nämlich einer äußerlichen Beziehung der Eins aufeinander, worin das Eins in ſeiner abſoluten Sprödigkeit und Ausſchließung erhalten bleibt“ 223, 224 (O Quantität). In der Kantiſchen Antinomie von der unendlichen Teilbarkeit der Ma⸗ terie wird „dem Einfachen, dem Atomen, das Zuſammengeſetzte 2765
Zuſammenſetzung / Zwang 4 gegenübergeſtellt, was gegen das Stetige oder Kontinuierliche eine ſehr zurückſtehende Beſtimmung iſt“ 229 (O Antinomie) 5 „Der zuſammengeſetzte Begriff iſt wohl nicht mehr als ein hölzer⸗ nes Eiſen“ 55. „Die ungebildete Reflexion verfällt zunächſt auf die Zuſammenſetzung als die ganz äußerliche Beziehung, die ſchlechteſte Form, in der die Dinge betrachtet werden können; auch die niedrigſten Naturen müſſen eine innere Einheit ſein“ 55 Zuſtand 4 464, 466 (O Maß) 9 Charakteriſtik der Wärme als Zuſtandsweiſe 253 8, 254 H. „Die Mitteilbarkeit und das Mitgeteiltſein iſt das Hauptmoment in der Natur des Zuſtandes; denn der Zuſtand iſt weſentlich eine ge— meinſame Beſtimmung, und eine Abhängigkeit von der Um— gebung“ 254 12 Kritik an der Anſicht, Talent und Genie ſei nur Angelegenheit eines Zuſtandes überhaupt und näher des Zuſtandes der Be— geiſterung 52 (O Kunſtwerk) „Der allgemeine Weltzuſtand“ 245—268 (ſ. Weltzuſtand). Unter Zuſtand wird hier „die allgemeine Weiſe verſtanden, in welcher innerhalb der geiſtigen Wirklichkeit das ſubſtantielle dieſelbe weſentlich Zuſammenhaltende vorhanden iſt“ 246 (O Weltzuſtand) Das beſtimmte Ideal hat die ewigen weltbeherrſchenden Mächte zu ſeinem ſubſtantiellen Gehalt. „Die Weiſe der Exiſtenz jedoch, welche in der Form bloßer Zuſtändlichkeit gewonnen werden kann, iſt dieſes Gehalts nicht würdig.“ Das Zuſtändliche nämlich hat die Gewohnheit zu ſeiner Form 270 (O Situation) 14 „Der epiſche allgemeine Weltzuſtand“ 340—355 (ſ. Weltzuſtand) Zuverſicht 16 80 (O jüdiſche Religion) Zwang 1 Bedeutung des Zwangs in Fichtes Syſtem der Legalität 476, 477. Über die Strafe als Zwang 485, 519, 520 (0 Naturrecht) 3 „Im abſoluten Sinne iſt eigentlich kein Zwang gegen den Men⸗ ſchen möglich, weil Jeder ein freies Weſen iſt, weil er ſeinen Wil— 2766
3 2 10 — o Zwang / Zweck, Zweck — Mittel len gegen die Notwendigkeit behaupten und alles, was zu ſeinem Daſein gehört, aufgeben kann.“ „Der Menſch wird nur gezwun— gen, wenn er etwas will, mit dem noch ein Anderes verbunden iſt und es hängt von ſeinem Willen ab, ob er das Eine und damit auch das Andere, oder auch keines von beiden will“ 57. Rechtlich iſt der Zwang, „wenn er geübt wird, um das Recht gegen den Einzelnen geltend zu machen. Dieſer Zwang hat eine Seite, nach welcher er kein Zwang iſt und der Würde des freien Weſens nicht widerſpricht, weil der Wille an und für ſich auch der abſolute Wille eines Jeden iſt“ 57 „Zwang und Verbrechen“ 147—161 (ſ. Verbrechen) Die Rache oder Strafe wendet ſich an die Perſon oder das Eigen— tum des Verbrechers, und übt Zwang gegen denſelben aus“ 390 g. „Mehr nicht, als möglich, aber iſt der Zwang, inſofern Ich mich als frei aus jeder Eriftenz, ja aus dem Umfange derſelben, dem Leben, herausziehen kann. Rechtlich iſt er nur als das Auf— heben eines erſten, unmittelbaren Zwangs“ 3908 (O Recht — Unrecht) Zweck, Zweck — Mittel (Endzweck, Selbſtzweck, Teleologie, 1s, Zweckmäßigkeit) Der Zweckbegriff in Fichtes Philoſophie 99, 415, 425, 426, 427, 428 (ſ. Fichte) Charakteriſtik der Vernunft als „das zweckmäßige Tun“. „Der Zweck iſt das Unmittelbare, Ruhende, das Unbewegte, welches ſelbſt bewegend ift; fo iſt es Subjekt“ 25 (O Phänomenologie). Der Zweck als Moment des Tuns 305, 307, 308 (O Vernunft) „Der Zweck oder teleologiſche Begriff“ 141, 138 (O Begriff) 8 101 „Im Zwecke iſt das, was vermittelt oder Folge iſt, zugleich Unmittelbares, Erſtes und Grund“ 141. „Das teleologiſche Tun iſt ein Schluß, worin dasſelbe Ganze in ſubjektiver Form mit ſeiner objektiven Form, der Begriff mit ſeiner Realität durch die Vermittlung der zweckmäßigen Tätigkeit zuſammengeſchloſſen wird und der Begriff Grund einer durch ihn beſtimmten Realität if“ 141, 160, 161 (. Begriff) § 102 Die äußerliche Zweckmäßigkeit als „ein Daſeiendes, inſo⸗ 2767
Zweck, Zweck — Mittel 3 fern es den Begriff, durch welchen es beſtimmt ift, nicht in ſich ſelbſt hat“ 141 § 103 Die innere Zweckmäßigkeit als ein Daſeiendes, das „feinen Begriff in ſich ſelbſt hat und zugleich Zweck und Mittel“ iſt 141 (O Begriff) Die drei Momente im Schluße des zweckmäßigen Tuns ſind: der ſubjektive Zweck, die Vermittlung oder das Übergehen in die Objektivität, der ausgeführte Zweck 161, 162 (O Begriff) Charakteriſtik des Zwecks als ganzer Schluß 186, 187 (ſ. Schluß) „Der ſubjektive Zweck“ 217—221 (f. Teleologie). Er iſt „überhaupt als das Vernünftige in ſeiner Exiſtenz zu nehmen“ 218. „Das Mittel“ 221—224. „Der ausgeführte Zweck“ 224—235 (ſ. Teleologie) Der ſich in der Idee des Guten realiſierende Zweck 320, 321 (ſ. Gutes) Der ſubjektive Zweck als freier Anfang 335 (O Idee) 126 [P. St. 8, 415] (ſ. Teleologie) Überſetzung des „ſubjektiven Zwecks durch die Vermittlung der Tätigkeit und eines Mittels in die Objektivität“ 61, 60 (ſ. Wille), 168 (ſ. Moralität) Über den berüchtigten Satz: „der Zweck heiligt die Mittel“ 211, 212 (O Gewiſſen) N 228 8 Sokrates hat, kann man ſagen, „die Beſtimmung des Zwecks ent— deckt, welche von Plato, und insbeſondere von Ariſtoteles ausge— bildet und beſtimmt erkannt worden iſt“ 16 (O Philoſophie⸗ geſchichte), 415 [P. St. 6, 126] (ſ. Teleologie) Faſſung des Zwecks in Kants Urteilskraft 1568, 157 @, 157 Fußn. (f. Kritizismus) „Teleologie“ 413—422 (f. Teleologie). „Der Zweck iſt der in freie Exiſtenz getretene, für-fich-feiende Begriff vermittelſt der Nega⸗ tion der unmittelbaren Objektivität“ 413, 414, 415 (O Teleologie) 9 Das tieriſche Leben iſt Zweck und Mittel zugleich. „Der Zweck iſt eine ideelle Beſtimmung, die vorher ſchon vorhanden iſt; und in⸗ dem dann die Tätigkeit der Realifierung eintritt, die der vor— handenen Beſtimmung gemäß ſein muß, ſo kommt nichts anderes heraus“ 583 8, 584 2, 633 O. „Der Inſtinkt iſt die auf bewußt⸗ 2768
11 12 16 Zweck, Zweck — Mittel loſe Weiſe wirkende Zwecktätigkeit“ 6339 (O Tier) [17, 412; 19, 229 52. „Die Weltgeſchichte beginnt nicht mit irgendeinem bewußten Zwecke, wie bei den beſonderen Kreiſen der Menſchen. Der ein⸗ fache Trieb des Zuſammenlebens derſelben hat ſchon den bewuß⸗ ten Zweck der Sicherung ihres Lebens und Eigentums, und in⸗ dem dieſes Zuſammenleben zuſtande gekommen iſt, erweitert ſich dieſer Zweck. Die Weltgeſchichte fängt mit ihrem allgemeinen Zwecke, daß der Begriff des Geiſtes befriedigt werde, nur an ſich an, das heißt, als Natur“ 53, 54. Die Individualitäten ſind dabei nur unter der Kategorie der Mittel zu betrachten 63, 64. Aber das Mittel iſt dem Zweck nicht äußerlich 64. „Die Menſchen ſind auch Selbſtzwecke dem Inhalte des Zweckes nach“ 64, 65 (O Ge⸗ ſchichtsphiloſophie) 92, 94 (f. Kant) 9 (f. beſtimmte Religion). Die Notwendigkeit nach ihrem höheren Begriff, die „reale Notwendigkeit“ iſt näher beſtimmt der Zweck 26, 27, 33 (ſ. Notwendigkeit). „Im Zweck beginnt das Daſein des Begriffs“ 27. In der jüdiſchen Religion korreſpondiert der „Un⸗ endlichkeit der Macht die Beſchränktheit des wirklichen Zwecks“ 43 (O beſtimmte Religion), 49. Zweck iſt „die Familie und der Zu: ſammenhang derſelben, er iſt dieſe Eine Familie ausſchließend gegen die anderen“ 69 (O jüdiſche Religion). In der griechiſchen Religion iſt „der reale Zweck nicht mehr ausſchließend, läßt vieles, alles neben ſich gelten und die Heiterkeit der Toleranz iſt hier eine Grundbeſtimmung“ 44, 45 „Der Zweck Gottes mit der Welt“ in der jüdiſchen Religion 63—71 (ſ. jüdiſche Religion), 43, 49 „Im Zwecke iſt ein Inhalt als Erſter unabhängig von der Form des Übergehens, von der Veränderung, ſo daß er ſich in ihr er— hält“ 158. „Im zweckmäßigen Tun kommt nichts heraus, was nicht ſchon vorher iſt“ 159. „Der Zweck erhält ſich, vermittelt ſich nur mit ſich ſelbſt, geht nur mit ſich zuſammen, bringt die Einheit ſeiner als des ſubjektiven mit der Realität hervor — aber durch Mittel“ 159. Vergleich des Zweckgedankens in der chriſtlichen Ne: ligion mit dem in der römiſchen 161, 162 (ſ. römiſche Religion) Unterſcheidung von Inhalt und Form in der Zweckbeſtimmung 524—535 (f. Gottes beweiſe). „Die Wahrheit der Zweckbeſtimmung Glockner, Hegel-Lexikon 174 2769
1 1 1 1 6 „I 8 2 Zweck, Zweck — Mittel iſt die, daß der Zweck an ihm felbft fein Mittel und ebenſo das Material, worin er ſich vollführe, habe“ 524, 525, 537. Kants wichtiger Begriff von „inneren Zwecken“ in feiner Kritik der Urteilskraſt 537 (O Gottes beweiſe) „Ariſtoteles vermißte ſchon das Prinzip des Guten bei Heraklit; und er wollte es daher gern bei Empedokles ſinden. Unter dem Guten iſt das zu verſtehen, was Zweck an und für ſich ſelbſt iſt, das ſchlechthin in ſich Feſte“ 375 (O Empedokles). Bei Anaxagoras tritt das „Umweswillen, die Zweckbeſtimmung mit dem „ods ein“ 410, 411, 422 (O Anapagoras), 375. „Es liegt im Zweck die Tätigkeit des Realiſierens.“ „Es iſt ein Übergang von der Subjektivität zur Objektivität; ich bin unzufrieden mit meinem Zweck, daß er nur ſubjektiv iſt; meine Tätigkeit iſt, ihm dieſen Mangel zu be— nehmen, und ihn objektiv zu machen. In der Objektivität hat ſich der Zweck erhalten“ 411. Der Zweck iſt das „Wahrhaſte, die Seele einer Sache“ 412. „Das größte Beiſpiel hiervon bietet das Leben— dige dar; es erhält ſich ſo, weil es an ſich Zweck iſt“ 412, 428. „Im Zwecke aber iſt das Reſultat der Anſang, — Anfang und Ende ſind gleich“ 412. „Anaxagoras hat den Schein, einen Zweck zu be⸗ ſtimmen, von dieſem ausgehen zu wollen; er läßt dies aber ſogleich wieder fallen, und geht zu ganz äußerlichen Urſachen über“ 426. Verbannung der teleologiſchen Naturbetrachtung 427. Betrach⸗ tungen über den Zweck 428—431 (ſ. Anaxagoras) Die Form des Zwecks bei Sokrates 430, 431 (O Anaxagoras) „Der voßs, Zweck iſt zunächſt auf ſehr ſubjektive Weiſe gefaßt: Was dem Menſchen Zweck iſt (das Gute)“ 3 (O griechiſche Philo⸗ ſophie) „In der Idee der Natur kommt es nach Ariſtoteles weſentlich auf zwei Beſtimmungen an: 1. »den Begriff des Zwecks« und 2. »den Begriff der Notwendigkeit«“ 341, 342, 343 (f. Ariſtoteles) Man iſt jetzt ſpröde gegen den Zweck 347. „Der Zweck iſt der Be— griſſ als das ſich im Anderen Wiederherſtellende“ 347 (O Ari⸗ ſtoteles) Epikurs Sträuben gegen jegliche Zweckbeziehung 491 (ſ. Epikur). Es iſt Methode unſerer Zeit 491, 492, 495 (O Epikur), 347 Der Zweckbegriff bei Bruno 229, 230, bei Kant 229. „Das orga— niſch Lebendige, deſſen Prinzip die Lebendigkeit iſt, das Bildende, das in ſich ſeine Wirkſamkeit hat, und in derſelben nur bei ſich 2770
Zweck, Zweck — Mittel / Zweckmäßigkeit 19 bleibt, ſich erhält, das iſt Zweck“ 229 [9, 663 S; 16, 30 (ſ. Zweck⸗ — * mäßigfeit); 17, 412]. „Zweck iſt die Tätigkeit, aber die in ſich be⸗ ſtimmte Tätigkeit, die in ihrem Verhalten zu Anderem nicht als bloße Urſache ſich verhält, ſondern in ſich zurückgeht, ſich erhält“ 229, 230 (O Bruno) Bacon verwies die „Betrachtung nach Zwecken aus der Phyſik, der nur die Betrachtung der Urſachen angehöre“. Im Vergleich zur äußerlichen Zweckmäßigkeit gehört „der innere Zweck“ dagegen zum „inneren Begriff der Sache ſelbſt“ 292. „Das Organiſche iſt Zweck, hat innere Zweckmäßigkeit, und ſo ſind die Glieder auch äußerlich zweckmäßig gegeneinander. Die Zwecke aber als äußer⸗ liche Zwecke ſind dieſem heterogen, haben nicht ihren Zuſammen⸗ hang mit dem Gegenſtand, der betrachtet wird“ 292 (O Bacon) „Zweck iſt der Begriff, der immanent iſt, nicht die äußerliche Form und Abſtraktion gegen ein zugrunde liegendes Material, ſondern durchdringend, ſo daß alles Beſondere durch dies Allgemeine ſelbſt beſtimmt iſt“ 600. Nach Kant ift »Zweck der Gegenſtand eines Begriffs, ſofern dieſer als Urſache von jeneme (dem Gegenſtand) »angefehen wird; und die Kauſalität eines Begriffs in Anſehung feines Objekts iſt die Zweckmäßigkeit« 602. Der Naturzweck iſt „Materie, inſofern fie organifiert iſt, innerlich organiſiertes Natur⸗ Produkt, sin welchem Alles Zweck und wechſelſeitig auch Mittel iſt«“ 603, 602, 605. Zweck der praktiſchen Vernunft iſt in feiner ganzen Allgemeinheit das Gute 606 (ſ. Kant) Zweckmäßigkeit (Teleologie, Zweck) Kant „ſtellt die Natur als ein Subjekt⸗Objekt dar, indem er das Naturprodukt als Naturzweck betrachtet: zweckmäßig ohne Zweck begriff, notwendig ohne Mechanismus, — Begriff und Sein iden⸗ tiſch“ 132. Möglichkeit des Zuſammentreffens von Naturmedanismus und Naturzweckmäßigkeit 132 (O Fichte) Zur äußerlichen und inneren Zweckmäßigkeit 141 (f. Zwech), 187 (.. Schluß) „Indem der Zweck der Begriff iſt, der geſetzt iſt, als an ihm ſelbſt ſich auf die Objektivität zu beziehen, und ſeinen Mangel, ſubjektiv zu ſein, durch ſich aufzuheben, fo wird die zunächſt äußere Zwedmäßigkeit durch die Realifierung des Zwecks zur innern und zur Idee“ 179, 180 (O Objektivität), 231 (f. Teleologie), 239 (O Idee). 2771
Zweckmäßigkeit 5 Kants Verdienſt, die Unterſcheidung „zwiſchen relativer oder äußerer und zwiſchen innerer Zweckmäßigkeit aufgeſtellt“ zu haben 213 (O Teleologie). Die Zweckmäßigkeit des Lebendigen iſt als innere zu faſſen 251 (O Leben). Der Schluß der unmittelbaren Realiſierung der Idee des Guten iſt der Schluß der äußerlichen Zweckmäßigkeit 322 (O Gutes) 6 „Mit dem Begriff der innern Zweckmäßigkeit hat Kant die Idee überhaupt und insbeſondere die des Lebens erweckt“ 125, 126 (O Teleologie) [P. St. 8, 415]. „Schon Ariſtoteles' Begriff vom Leben enthält die innre Zweckmäßigkeit“ 126 [P. St. 8, 415, 16 8; 16, 537; 19, 292, 600, 603] 8 Kants Begriff der Zweckmäßigkeit im Organiſchen 156 & (. Kriti⸗ zismus). Innere und äußere Zweckmäßigkeit in Kants Urteilskraft 415, 416 [P. St. 6, 125, 126] (. Teleologie) [1, 132; 5, 213; 12, 92, 94 Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit 332 8 (0 Notwendigkeit) 9 444 [P. St. 6, 200] (O Chemismus), 645 [P. St. 6, 216] (O Tier), 661 3 (O Bildungstrieb) 11 Zweckmäßigkeit beherrſcht die Religion der Römer 377 (f. römiſche Religion) 12 Zweckdienlichkeit der Kunſt 27, 35 (O Aſthetik), 71—90 (f. Kunſt⸗ werk) Kants Begriſſ der Zweckmäßigkeit 92. „Das Schöne exiſtiert als zweckmäßig in ſich ſelbſt, ohne daß Mittel und Zweck ſich als ver— ſchiedene Seiten getrennt zeigen“ 94 (ſ. Kant). Abgrenzung ab— ſtrakter Zweckmäßigkeit von der abſichtsloſen, ſchönen Identität der Unterſchiede am Naturſchönen 178. Zweckmäßigkeit im tieri⸗ ſchen Organismus 203 (O Naturſchönes) 14 Der bloßen Zweckmäßigkeit, „dieſem unfreien verſtändigen Berhältniſſe widerſtrebt die ſreie Schönheit der Kunſt“ 252, 253 (f. Poeſie) 15 Zur äußerlichen 8weckbetrachtung der Frömmigkeit 29, 30 (f. Re⸗ ligion) Die Religion der Zweckmäßigkeit als dritte Stuſe der Religion der geiſtigen Individualität oder der freien Subjektivität 277, 98 (O beſtimmte Religion) [16, 156—188 f. u.] 2772
15 16 Zweckmäßigkeit „Zweckmäßig iſt, was zu etwas gut iſt, ſo daß der Zweck außerhalb des Gegenſtandes liegt“ 424 (O perſiſche Religion) „Die Zweckmäßigkeit“als metaphyſiſcher Begriff der römi⸗ ſchen Religion 13, 12, 14, 27—84 (ſ. beſtimmte Religion). Die zwei Arten der Zweckmäßigkeit ſind die äußere und die innere 29—30 1. „Die äußere Zweckmäßigkeit“ 29. Inſofern das Sub⸗ jekt ein Endliches iſt mit ſeinen Zwecken, „hat es die andere Be⸗ ſtimmung der Realiſation außer ihm“ 29. „Die Realiſation iſt als Material geſetzt, was von außen her vorgefunden wird“ 29. Der Zweck iſt außerhalb des Mittels und „der realiſierte Zweck iſt ebenſo ſelbſt nur äußerliche Form an dem Materiellen“ 29 2. „Die innere Zweckmäßigkeit iſt die, die ihre Mittel an ihr ſelbſt hat“ 29. „Das Lebendige iſt dieſe einſache Innerlich⸗ keit, die ſich ſelbſt realifiert in ihren Gliedern, der gegliederte Organismus“ 30 [9, 633 O; 17, 412; 19, 229 f. Zweck]. „Aber es tritt nun ein, daß der Selbſtzweck zugleich im Verhältnis äußerer Zweckmäßigkeit iſt“ 30. „Das Leben kann die Mittel aſſimilieren, aber ſie ſind vorgefunden, nicht geſetzt durch dasſelbe ſelbſt“ 30, 31 3. „Die nächſte Wahrheit dieſes Verhältniſſes von Zweck und Mit: tel iſt die allgemeine Macht, wodurch die Mittel an ſich vorhanden ſind für den Zweck“ 30. „Dieſe Mittel ſind durchdrungen von dem Zweck, nicht ſelbſtändig für ſich, können nicht exiſtieren ohne die Seele, ohne die lebendige Einheit des Körpers, wozu ſie gehören“ 31. „Die Wahrheit der Welt iſt dieſe Macht, ſie iſt die Macht der Weisheit, die abſolut allgemeine Macht, indem ihre Manifeſtation die Welt iſt, ſo iſt die Wahrheit derſelben das Anundfürſichſein der Maniſeſtation einer weiſen Macht“ 32 (O beſtimmte Religion) Zur „Vermittelung zwiſchen den Zwecken und dem Zuſälligen“ 33—40 (f. beſtimmte Religion) „Die Religion der Zweckmäßigkeit oder des Ver⸗ ſtandes“ 156—188 (f. römiſche Religion), 13, 45 (O beſtimmte Religion) [15, 98, 277]. „Zweckmäßiges Tun iſt Eigentümlichkeit nicht nur des Geiſtes, ſondern des Lebens überhaupt — es iſt das Tun der Idee“ 158. Abgrenzung gegen den Zuſammenhang von Urſache und Wirkung 159. Die noch äußerliche Zweckmäßigkeit im Staat 163, 164 (O römiſche Religion) Faſſung Gottes mit der Beſtimmung zweckmäßiger Tätigkeit im 2773
Zweckmäßigkeit / Zweifel 16 teleologiſchen Gottesbeweis 518. Zweckmäßigkeit in der Welt der Dinge 519, im Organismus 520, 525, 526. Unterſcheidung des endlichen Zwecks vom Zweck in feiner Wahrheit 524, 525 (O Gottesbeweiſe) Unterſcheidung von Inhalt und Form in der Zweckbeſtimmung 524— 535 (f. Gottesbeweiſe) Endliche Zweckmäßigkeit 537, 532, unendliche Zweckmäßigkeit 537, 525, „abſolute, allgemeine Zweckmäßigkeit“ 538 (O Gottesbeweiſe) 17 427 (f. Teleologie) 18 Ariſtoteles' Begriff der Zweckmäßigkeit“ 343—349 (f. Ariſtoteles) [8, 415; 19, 292, 600, 603] 19 Ariſtoteles' Begriff der Zweckmäßigkeit 292 (O Bacon), 600, 603 (O Kant). Kants Unterſcheidung äußerer und innerer Zweckmäßig⸗ keit 292 (O Bacon). Kants „anſchauender Verſtand“ iſt „tiefe Beſtimmung; er gibt allgemeine Geſetze, beſtimmt aber ebenſo das Beſondere. Das Zweckmäßige gehört hierher, der Zweck iſt allge⸗ meine Beſtimmung; das Zweckmäßige iſt beſondere Realität, das nur durch das Allgemeine beſtimmt iſt“ 598, 600. „Das Prinzip der Urteilskraft, in Anſehung der Form der Dinge der Natur unter empiriſchen Geſetzen iiberhaupt, iſt die Zweckmäßigkeit der Natur in ihrer Mannigfaltigkeit“ 600. Zur äſthetiſchen und teleo⸗ logiſchen Zweckmäßigkeit 601 (f. Kant). Nach Kant iſt „»gwed der Gegenſtand eines Begriffs, ſofern dieſer als Urſache von jenem (dem Gegenſtand) „angeſehen wird; und die Kauſalität eines Begriffs tn Anſehung ſeines Objekts iſt die Zweckmäßigkeit«“ 602. Faſſung der Zweckmäßigkeit als „Geſetzlichkeit des Zufälligen“ 603, 604 (O Kant) Zweideutigkeit (Doppelſinnigkeit, Wortfpiel) 12 Zweideutigkeit des Symbols 411—419 (f. Symbol); Zweideutig⸗ keit noch in der klaſſiſchen Kunſt 415 (O Symbol) 8weifel 1 Der deutſche Ausdruck Zweifel vom alten Skeptizismus gebraucht, „tt immer ſchief und unpaſſend“ 227 (O Skeptizismus) 2 Der „Weg des Zweifels“, ja „der Weg des Verzweifelns“ des natürlichen Bewußtſeins 71, 72, 73 (f. Phänomenologie) 2774
Zweifel / Zweikampf 15 „Wird der Zweifel Gegenſtand des Zweifels, zweifelt der Zwei⸗ felnde am Zweifel ſelbſt, ſo verſchwindet der Zweifel“ 136 (O Ge⸗ fühl 16 Erſt auf dem Boden des Chriſtentums kommt „der Gegenſatz zwiſchen Glauben und Vernunft innerhalb des Menſchen ſelbſt zu ſtehen, tritt der Zweifel in feinen Geiſt und kann zu der furdtbaren Höhe gelangen, um ihm alle Ruhe zu rauben“ 361 (O Got⸗ tesbeweiſe) 18 „Das Geſchäfte des Skeptizismus iſt unrecht als eine Lehre vom Zweifel ausgedrückt.“ „Zweifel enthält leicht Zerriſſenheit des Gemüts und Geiſtes, er macht unruhig; es iſt Zweiheit des Men⸗ ſchen in ſich, er bringt Unglück. Die Situation des Zweiflers war in der Poeſie bei uns Hauptmoment“ 542. „Zweifel iſt Schlaff— heit, um zu nichts zu kommen; es ſoll den feinen ſcharfſinnigen Denker bekunden, iſt aber Eitelkeit, Quäkelei. Heutzutage iſt der Skeptizismus ins Leben getreten, — dieſe allgemeine Negativität. Der alte Skeptizismus zweifelt nicht, ſondern er iſt der Unwahr⸗ heit gewiß“ 542 (O Skeptiker). „Man muß ov nicht überſetzen: Lehre des Zweifels, oder Zweifelſucht. Skeptizismus iſt nicht ein Zweifel. Zweifel iſt gerade das Gegenteil der Ruhe, die das Re⸗ ſultat desſelben iſt. Zweifel kommt von Zwei her, iſt ein Hin- und Herwerfen zwiſchen Zweien und mehreren“ 552. Vor 40 Jahren ſchrieb man viel über den Zweifel, wie z. B. im Meſſias 552, 553 (O Sextus Empirikus) 19 „Zum erſten Erfordernis der Philoſophie macht Descartes, daß man an Allem zweifeln, d. h. alle Vorausſetzungen aufgeben müſſe“, „jedem Vorurteil entſagen“ müſſe 335, 336 (f. Descartes) Zweiheit (Dyas, Gegenſatz) 17 Nach Pythagoras iſt „der Gegenſatz die unbeſtimmte Zweiheit“. Die öyas iſt noch nicht das Zwei als ſolches. Es iſt nur Eine Dyas, durch Teilnahme an der alle zählbaren Zahlen entſtehen 262, 263. „Ariſtoteles ſchreibt es dem Plato zu, daß er zum Unbeſtimmten die Dyas gemacht habe, und das Eins zum Beſtimmten“ 263, 264 (O Pythagoras) Zweikampf 10 Der Zweikampf fällt nicht wie der Kampf um Anerkennung „in 2775
Zweikampf / Zwitter 10 den Naturzuſtand der Menſchen, ſondern in eine ſchon mehr oder d 1 — 12 weniger ausgebildete Form der bürgerlichen Geſellſchaft und des Staates. Seine eigentliche weltgeſchichtliche Stelle hat der Zweikampf im Feudalſyſtem, welches ein rechtlicher Zuſtand ſein ſollte, es aber nur in ſehr geringem Grade war“ 284 0, 2859. „Obgleich das Fauſtrecht in gewiſſe Formen gebracht war, ſo hatte dasſelbe doch die Selbſtſucht zur abſoluten Grundlage“ 285. „Bei den antiken Völkern kommt der Zweikampf nicht vor; denn ihnen war der Formalismus der leeren Subjektivität, — das Geltenwollen des Subjekts in ſeiner unmittelbaren Einzelnheit, — durchaus fremd“ 285 B. „In unſeren modernen Staaten aber iſt der Zwei: kampf kaum für etwas anderes zu erklären, als für ein gemachtes Sichzurückverſezen in die Rohheit des Mittelalters“ 285 8 (O Selbſtbewußtſein) Zwitter (Mißgeburt) Übergangsftufen in der Natur 196 (O Naturbeobachtung) 302 (O Einteilung) „Die Unmittelbarkeit der Idee des Lebens macht es, daß der Be— griff nicht als folder im Leben egiftiert: fein Daſein ſich daher den vielfachen Bedingungen und Umſtänden der äußern Natur unter— wirft, und in den ärmlichſten Formen erſcheinen kann“ 677, 678 IP. St. 6, 220], 679 H. „Es gibt auch Tiere, die Mitteldinge find; was ſeinen Grund in der Ohnmacht der Natur hat, dem Begriff nicht treubleiben und die Gedankenbeſtimmungen nicht rein feſt⸗ halten zu können“ 689 9, 6918, 6928 (O Gattung) Zwitterhaftes in Geſchichte und Natur darf die weſentliche Be— trachtung weder beeinfluſſen noch gar beſtimmen 103, 104 (O Welt⸗ geſchichte Zur Schwierigkeit untergeordnete Zwitterarten der ſymboliſchen Kunſtform in beſtimmte Hauptgattungen einzurangieren 507. „Im Allgemeinen geht es damit im Aſthetiſchen, wie mit gewiſſen Tierklaſſen oder ſonſtigen Naturvorkommenheiten in den Natur— wiſſenſchaften. In beiden Gebieten liegt die Schwierigkeit darin, daß es der Begriff der Natur und Kunſt ſelber iſt, der ſich einteilt, und ſeine Unterſchiede ſetzt. Als die Unterſchiede des Begriffs ſind dies nun auch die wahrhaft begriffsmäßigen und deshalb zu be⸗ 2776
Zwitter 12 greifenden Unterſchiede, in welche dergleichen Übergangsftufen nicht hineinpaſſen wollen... Die Schuld des Begriffs iſt dies nicht, und wollte man, ſtatt der Begriffsmomente der Sache ſelbſt, ſolche Nebenarten zum Grunde der Einteilung und Klaſſifikation machen, ſo würde gerade das dem Begriff Unangemeſſene als die gemäße Entfaltungsweiſe desſelben angeſehen werden“ 507, 508 (O ſymboliſche Kunſtform) [13, 261] 13 Zwittergeſtalten unter den griechiſchen Göttern 37 (O klaſſiſche Kunſtform) 261 (O romantiſche Künſte) 14 Zwitterarten der eigentlich epiſchen Poeſie 393—396 (f. epiſche Poeſie) 2777
Zuletzt geändert: 23/10/2026