Die Ursprünge der chinesischen Philosophie
Idealisierung der Natur
Daoismus und Konfuzianismus unterscheiden sich darin, dass sie verschiedene Aspekte des Lebens der Bauern rationalisieren oder theoretisch ausdrücken. Bauern führen ein einfaches Leben und sind in ihren Gedanken unschuldig. Betrachtet man die Dinge aus ihrer Perspektive, idealisieren die Daoisten die Schlichtheit der primitiven Gesellschaft und kritisieren die Zivilisation.
Im „Dao De Jing“ heißt es: „Möge das Reich klein sein und wenige Einwohner haben... Mögen die Menschen zu Knoten auf Schnüren [als Schriftzeichen] zurückkehren. Möge ihre Nahrung süß sein, ihre Kleidung schön, ihre Häuser bequem, und mögen die landwirtschaftlichen Arbeiten Freude bereiten. Das Nachbarreich mag so nahe sein, dass man die Hähne krähen und Hunde bellen hört. Doch die Menschen werden altern und sterben, ohne dort gewesen zu sein“. Ist das nicht ein idyllisches Bild des Landlebens?
Bauern stehen ständig in Kontakt mit der Natur, daher bewundern und lieben sie sie. Diese Bewunderung und Liebe entwickelten die Daoisten bis zur Vollendung. Sie zogen eine klare Grenze zwischen von der Natur Geschaffenem und vom Menschen Geschaffenem, zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen. Nach ihrer Auffassung ist das Natürliche die Quelle des menschlichen Glücks, das Künstliche hingegen die Wurzel allen menschlichen Leidens. Sie, so sagt der Konfuzianer Xunzi, „waren von der Natur geblendet und hatten keine Kenntnisse vom Menschen“ („Xunzi“, Kap. 21).
Wenn man diese Position konsequent zu Ende denkt, kommen die Daoisten zu dem Schluss, dass die höchste Stufe der geistigen Vollkommenheit des Weisen darin besteht, sich mit der gesamten Natur, also mit dem Kosmos, zu identifizieren.
Über den Autor
Dieser Artikel wurde von Sykalo Yevhen zusammengestellt und redigiert — Bildungsplattform-Manager mit über 12 Jahren Erfahrung in der Entwicklung methodischer Online-Projekte im Bereich Philosophie und Geisteswissenschaften.
Quellen und Methodik
Der Inhalt basiert auf akademischen Quellen in mehreren Sprachen — darunter ukrainische, russische und englische Universitätslehrbücher sowie wissenschaftliche Ausgaben zur Geschichte der Philosophie. Die Texte wurden aus den Originalquellen ins Deutsche übertragen und redaktionell bearbeitet. Alle Artikel werden vor der Veröffentlichung inhaltlich und didaktisch geprüft.
Zuletzt geändert: 05/10/2025