Europäische Philosophie der Neuzeit: Die wissenschaftliche Revolution des 17. Jahrhunderts und aktuelle philosophische Probleme
Sozial-ökonomische und kulturelle Veränderungen in Europa des 17. Jahrhunderts
Der Zerfall der feudalen Gesellschaft, der im Zeitalter der frühen Renaissance begann, setzt sich mit wachsender Intensität fort. Dieser Prozess erfasst alle Lebensbereiche: politische, wirtschaftliche und kulturelle. Zunächst in den Niederlanden (Ende des 16. — Anfang des 17. Jahrhunderts), dann in England (Mitte und Ende des 17. Jahrhunderts) finden die ersten bürgerlichen Revolutionen statt. In der Gesellschaft formiert sich eine neue, unternehmerische und aktive Klasse — die junge Bourgeoisie.
Im wirtschaftlichen Bereich gewinnt die Manufakturproduktion zunehmend an Bedeutung. Die Handwerkszünfte können immer weniger mit den rationalisierten und gut organisierten Betrieben der Bourgeoisie konkurrieren. Dies ist jedoch eine notwendige Entwicklung: Der Einsatz von Maschinen und Mechanismen sowie die Arbeitsteilung fördern die Effizienz des Produktionsprozesses.
Die kirchlichen Dogmen erweisen sich als schwache Stützen in der praktischen Wirtschaft. Der neue Produktionstyp erfordert eine andere Art von Wissen, das auf Erfahrung basiert, verlässlich und rein praktisch ist — Wissen, das objektiv die Entwicklung der Produktionsaktivitäten fördern kann. Daher gewinnt das Studium der Natur sowohl im philosophischen als auch im wissenschaftlichen Sinne an Bedeutung und wird sogar zu einer Notwendigkeit. Die Wissenschaft wird zur Grundlage nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Philosophie.
Die Veränderung der sozial-ökonomischen Verhältnisse, die Schwächung des Einflusses der Kirche und die Entwicklung der Wissenschaft spiegeln sich unvermeidlich in der gesamten Kultur der Neuzeit wider, und vor allem in der Philosophie. Diese tritt immer entschiedener mit einer Kritik an der scholastischen Gelehrsamkeit hervor und strebt nach Wahrhaftigkeit sowie einer Annäherung an die Wissenschaft. Daraus ergibt sich eine der zentralen Fragestellungen der neuen Philosophie — die Frage nach der Methode der wissenschaftlichen Erkenntnis.
Über den Autor
Dieser Artikel wurde von Sykalo Yevhen zusammengestellt und redigiert — Bildungsplattform-Manager mit über 12 Jahren Erfahrung in der Entwicklung methodischer Online-Projekte im Bereich Philosophie und Geisteswissenschaften.
Quellen und Methodik
Der Inhalt basiert auf akademischen Quellen in mehreren Sprachen — darunter ukrainische, russische und englische Universitätslehrbücher sowie wissenschaftliche Ausgaben zur Geschichte der Philosophie. Die Texte wurden aus den Originalquellen ins Deutsche übertragen und redaktionell bearbeitet. Alle Artikel werden vor der Veröffentlichung inhaltlich und didaktisch geprüft.
Zuletzt geändert: 12/01/2025