Substrat- und Funktionsgehalt der Technik - Einheit des natürlichen und sozialen Daseins der Technik - Philosophie der Naturwissenschaften
Geschichte und Philosophie Der Wissenschaft - Philosophie der Wissenschaft - Sykalo Yevhen 2025 Inhalt

Philosophie der Naturwissenschaften

Einheit des natürlichen und sozialen Daseins der Technik

Substrat- und Funktionsgehalt der Technik

Der allgemeinste Gehalt der Technik, der ihr Funktionieren und ihre Entwicklung in allen Aspekten des Verhältnisses zur Natur umfasst, besteht in ihrer materiellen Gegenständlichkeit. Sie bringt die Bewegung technischer Objekte als bestimmter Zustände der Materie in Übereinstimmung mit den Naturgesetzen zum Ausdruck, ist jedoch nicht auf die Natürlichkeit der Technik reduzierbar, da sie in ihren konkreten Formen durch menschliche Arbeit geschaffen ist. Der allgemeinste Gehalt der Technik, der sich in all ihren Verbindungen und Beziehungen zur Gesellschaft offenbart, liegt hingegen in der Funktionalität technischer Objekte in ihrem sozialen Gebrauch gemäß den Gesetzmäßigkeiten des gesellschaftlichen Lebens. Diese Funktionalität ist jedoch nicht mit der Sozialität der Technik gleichzusetzen, da sie lediglich die Fähigkeit technischer Objekte ausdrückt, als Mittel menschlicher Tätigkeit zu dienen – unabhängig von ihrer genetischen Herkunft.

Folglich sind die Begriffe der Natürlichkeit und der Sozialität der Technik zur terminologischen Absicherung der Forschung in allen Aspekten ihrer Beziehungen zur Natur oder Gesellschaft nicht hinreichend, da sie nicht über den notwendigen Grad an begrifflicher Eindeutigkeit in Bezug auf den Untersuchungsgegenstand verfügen. Mit anderen Worten: Das Natürliche oder Soziale in der Technik kann in keinem einzelnen Betrachtungszusammenhang vollständig erfasst werden.

Materielle Gegenständlichkeit und die Fähigkeit, Mittel menschlicher Tätigkeit zu sein, bilden die beiden Grundseiten der Technik. Ihre Unterscheidung stellt die wichtigste Richtung einer möglichen Differenzierung ihrer natur-sozialen Doppelnatur dar und bildet die Grundlage für die Unterscheidung der Verbindung der Technik mit Natur und Gesellschaft. Im weitesten Sinne verhalten sie sich zueinander wie Ding und Eigenschaft. Für die Untersuchung dieser Seiten ist es zweckmäßig, bereits entwickelte und in der Wissenschaft weithin angewandte methodologische Überlegungen heranzuziehen.

Alle Objekte der Erkenntnis zeichnen sich einerseits durch ihren Aufbau und ihre Struktur aus, andererseits durch ihre Eigenschaften, Verbindungen und Beziehungen. Beide Charakteristika bedingen einander wechselseitig und existieren überhaupt nicht unabhängig voneinander. Dennoch besitzt jedes von ihnen seine Spezifik und relative Eigenständigkeit. Aufgrund dieser Eigenständigkeit sowie unter dem Einfluss der konkreten Bedingungen und Aufgaben der Forschung und des Zustands sowie der Möglichkeiten der experimentell-theoretischen Basis der Wissenschaft richtet sich die Aufmerksamkeit der Forscher gewöhnlich entweder auf Aufbau und Struktur der untersuchten Objekte oder auf deren Eigenschaften, Verbindungen und Beziehungen. Der erste Ansatz bedeutet eine substratbezogene Betrachtung der Objekte, der zweite eine funktionale. Beide Ansätze ergänzen sich gegenseitig, und erst ihre Verbindung gewährleistet eine adäquate theoretische Reproduktion der Wirklichkeit.

Die dargelegten methodologischen Überlegungen lassen sich uneingeschränkt auf die Technik anwenden. Selbstverständlich besitzen die sozialen Eigenschaften, Verbindungen und Beziehungen der Technik ihre eigene Spezifik und können nicht in eine Reihe gestellt werden mit mechanischen, physikalischen, chemischen oder biologischen Eigenschaften, Verbindungen und Beziehungen – sie gehören zu unterschiedlichen Kategorien der Charakterisierung der Technik. Dennoch verfügen ihre sozialen Eigenschaften über genügend Bestimmtheit, um es möglich zu machen, das Verhältnis von materieller Gegenständlichkeit der Technik und ihrer Fähigkeit, Mittel menschlicher Tätigkeit zu sein, in genau diesem Sinn zu untersuchen.

Unter Substrat versteht man üblicherweise den materiellen Träger von Eigenschaften, Verbindungen und Beziehungen eines bestimmten Objekts. Zugleich ist das Substrat nicht von den Eigenschaften getrennt, und die Eigenschaften sind nicht an ihren Träger „angeheftet“, sondern treten nur in der Wechselwirkung mit anderen Trägern, Substraten, in Erscheinung.

Einer der grundlegenden Momente des substratbezogenen Ansatzes zur Erforschung der gegenständlichen Welt besteht darin, dass das Substrat eines Objekts als materieller Träger seiner Eigenschaften, Verbindungen und Beziehungen eine Ganzheit darstellt, die in der Einheit all ihrer Strukturebenen erfasst wird – und nicht nur das Ausgangsmaterial, aus dem das Objekt gebildet wird.

Allerdings wird der Begriff des Substrats gewöhnlich in dem Sinn gebraucht, dass er angibt, woraus die technischen Mittel bestehen, welche Ausgangsformen bewegter Materie sie in sich einschließen. Mit ihm wird jedoch nicht der materielle Träger des sozialen Funktionierens der Technik im Ganzen verbunden, nicht ihre materielle Grundlage insgesamt.

Mitunter wird der Begriff der materiellen Grundlage der Technik nur in einem engen, wörtlichen Sinn verwendet und mit dem Begriff des Materials gleichgesetzt. In einigen Fällen wird die materielle Ganzheit der Technik unterschieden in einen stofflichen Substrat und einen Arbeitsträger, in einen materiellen natürlichen Substrat und die natürlichen Prozesse ihres Funktionierens. Es gibt auch Beispiele für noch weitergehende Unterteilungen.

Am Ende versteht man unter dem Substrat der Technik – unabhängig von terminologischen Variationen – im Unterschied zu den durchgeführten technologischen Prozessen und den elementar-strukturellen Merkmalen technischer Vorrichtungen die in ihr verwendeten Materialien.

Obwohl die grundlegenden Züge der materiellen Gegenständlichkeit der Technik, die sie mit der Natur verbinden und relativ den Zügen des sozialen Funktionierens der Technik gegenüberstellen, bereits umfassend untersucht sind, bleibt die materielle Gegenständlichkeit in ihrer Ganzheit noch nicht hinreichend bestimmt. Sie hebt die Unterschiede zwischen Materialien, Prozessen, Elementen und Strukturen der Technik in deren einheitlicher Beziehung zu ihren gesellschaftlichen Eigenschaften und Verknüpfungen auf.

In der Gesamtheit all ihrer Erscheinungen wird die materielle Gegenständlichkeit der Technik am adäquatesten durch den Begriff des Substrats der Technik erfasst, verstanden in Übereinstimmung mit dem Sinn und der Bedeutung, die das Substrat in anderen Bereichen wissenschaftlicher Erkenntnis hat.

Erstens bedeutet dies, dass das Substrat der Technik der materielle Träger ihrer gesellschaftlichen Eigenschaften, Verbindungen und Beziehungen ist, also eine Ganzheit, die in der Einheit all ihrer Elemente und Strukturebenen gefasst wird. Das Funktionieren eines Geräts vollzieht sich stets als ein komplexer Gesamtprozess, bei dem das System sich im Zustand materieller Bewegung befindet (so arbeitet beispielsweise die Dampfmaschine, nicht aber der Dampfkessel). Folglich tritt das Substrat des funktionierenden Systems als Träger des gesamten Prozesses auf. Dies ist besonders bei der Analyse der Entwicklungstendenzen der modernen Technik zu berücksichtigen, die in Richtung einer immer stärkeren Einführung kontinuierlicher Produktionsprozesse verläuft. Diese überwinden die gegenwärtige Zergliederung und Diskontinuität der technologischen Zyklen und erfordern eine organischere Gestaltung der technischen Systeme. Der Begriff des Substrats der Technik ist damit nicht nur weiter gefasst als der des Materials – da das Material im Substrat enthalten ist –, sondern stellt insgesamt einen qualitativ anderen Begriff dar, der die materielle Gegenständlichkeit der Technik als Ganzes widerspiegelt.

Zweitens lässt sich das Substrat der Technik nicht allein auf Materialien reduzieren, da in ihm auch andere Zustände der Materie enthalten sind, die nicht zu den Materialien im engeren Sinne gehören, aber zusammen mit diesen die materielle Grundlage der Technik bilden.

In der Geschichte der Technik wurde der Prozess der Erschließung neuer natürlicher Zustände der Materie meist mit den Begriffen „Stoff“ und „Material“ beschrieben. Der erste Begriff wird, zusammen mit den Bezeichnungen „Arbeitsgegenstand“ und „natürlicher Rohstoff“, für allgemeine Charakterisierungen der Technik verwendet, der zweite für die Beschreibung konkreter technischer Systeme.

Der Stoffwechsel zwischen Gesellschaft und Natur vollzieht sich in historisch-konkreten Formen auf der Grundlage der vom Menschen jeweils erschlossenen Arten bewegter Materie. So hatte die Werkzeug- und Maschinentechnik bis einschließlich des 19. Jahrhunderts eine stoffliche Grundlage, und der Begriff des Stoffwechsels zwischen Gesellschaft und Natur entsprach dem naturwissenschaftlichen Verständnis von „Stoff“. Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte eine breite Entwicklung der Elektrotechnik mit sich, die das elektromagnetische Feld zunächst als Energieträger, später auch für die direkte Einwirkung auf den Arbeitsgegenstand nutzbar machte. Heute wird in der Technik eine immer größere Zahl von Formen bewegter Materie angewandt, sodass der Begriff „Stoff“ nicht mehr imstande ist, die gesamte Vielfalt materieller Erscheinungen, die die Mittel zweckgerichteter Tätigkeit bilden, widerzuspiegeln. Er lässt sich zum Beispiel nicht auf das Magnetfeld anwenden, das zur Aufrechterhaltung von Hochtemperaturplasma und zur Erzeugung von Extremdruck beim Schmieden dient.

Daraus folgt, dass man zwischen der Stofflichkeit der Technik im naturwissenschaftlichen Sinn und ihrer Dinghaftigkeit im philosophischen Sinn unterscheiden muss. Die Lösung dieser Aufgabe ist freilich mit Schwierigkeiten verbunden, die sich aus der Relativität der Unterschiede zwischen stofflichen und nichtstofflichen Zuständen der Materie ergeben.

Dennoch ist das Material ein allgemeinhistorisches Element der Technik. Das heißt: Jeder Zustand der Materie, der als Arbeitsprozess verwendet wird, basiert immer auf einem bestimmten Material, einem stofflichen Träger – sei es chemischer Brennstoff, elektrische Leiter und anderes mehr. Schließlich sind in der Technik stets Konstruktionsmaterialien erforderlich, deren Funktion ausschließlich darin besteht, die räumliche Struktur technischer Systeme zu erhalten – bis hin zur einfachsten Aufgabe, dem Zerfall unter der Einwirkung der eigenen Schwerkraft des Geräts zu widerstehen.

Das Material dient als ursprünglicher Träger des gesamten technologischen Prozesses, und seine Hauptfunktion liegt in der Gewährleistung der Stabilität der Struktur dieses Prozesses. Die Einwirkung des Mittels auf den Arbeitsgegenstand setzt letztlich die Wechselwirkung von Körpern voraus: Axt und Holz, Schneidwerkzeug und Werkstück, Sendeantenne und Empfänger. Die Wechselwirkung von Körpern kann unmittelbar oder vermittelt durch nichtstoffliche Zustände der Materie erfolgen. So wird Energie entweder durch Zahnradzähne oder durch ein Magnetfeld übertragen. Nichtstoffliche Zustände der Materie gehören zum Substrat der Technik, sind jedoch nicht eigentliche Elemente der technischen Mittel, sondern eher ihrem Produkt zuzurechnen. Der Mensch schafft kein Feld, sondern ein stoffliches technisches Gerät, das die Eigenschaft besitzt, ein solches hervorzubringen.

Der feste Aggregatzustand von Stoffen gewährleistet die längste Speicherung von Informationen. Wie sehr sich die Technik auch entwickelt, eine Fernsehsendung unmittelbar in Radiowellen ohne einen Fernseher zu betrachten, ist unmöglich. Der Mensch ist ein makroskopisches Wesen; sein unmittelbares, gegenständliches Dasein wird stets mit der Nutzung bestimmter stofflicher Zustände der Materie verbunden bleiben.

Im Unterschied zum Material, das unabhängig von Erzeugnis, Technik oder Produktion bestehen und dabei dennoch seinen gesellschaftlichen Charakter als Gebrauchswert bewahren kann, existieren andere materielle Träger der verwendeten Formen bewegter Materie außerhalb der produktiv-technologischen Prozesse nur in Gestalt natürlicher Phänomene. Hochtemperaturplasma lässt sich beispielsweise – anders als feste oder gasförmige Stoffe zu seiner Erzeugung – nicht lagern. Deshalb ist es möglich und notwendig, das Substrat der Technik in eine dauerhafte stoffliche Grundlage und in materielle (stoffliche wie nichtstoffliche) Träger der Arbeitsprozesse zu unterscheiden, die nur im Verlauf ihres technologischen Funktionierens entstehen.

Drittens ist das Substrat der Technik eine komplexe materielle Formation und zeichnet sich durch eine bestimmte elementar-strukturelle Organisation aus, die sich erst im Prozess des Funktionierens der Technik zeigt. Ein abgestelltes Auto verliert seine elementar-strukturelle Organisation nicht, solange seine gegenständliche Ganzheit bewahrt bleibt und Fahrer existieren.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, auf das Verhältnis der in der Technik ablaufenden Prozesse zum Substrat hinzuweisen: Gehen diese Prozesse in das Substrat der Technik als dessen Bestandteile (neben den Materialien) ein, oder sind sie vielmehr substratbezogene Merkmale der Technik (neben ihrer elementar-strukturellen Organisation), die ihre Existenzweise ausdrücken?

Im Allgemeinen ist diese Frage hinreichend eindeutig gelöst: Das Sein jeder Sache stellt einen bestimmten Prozess ihres inneren und äußeren Zusammenwirkens dar. Folglich gehört der Prozess als solcher nicht zum Substrat der Technik, sondern drückt lediglich dessen Zustand aus. Wenn also von der „Einbeziehung natürlicher Prozesse in die Technik“ die Rede ist, so ist deren Reproduktion in technischen Vorrichtungen gemeint. Eingeschlossen werden in diesem Fall die notwendigen Ausgangsformen bewegter Materie, die fähig sind, solche Prozesse hervorzubringen.

Zusammensetzung und elementar-strukturelle Organisation des Substrats der Technik unterscheiden sich je nach Betrachtungsmaßstab. Man kann dabei unterscheiden: das Substrat eines einzelnen technischen Geräts; das Substrat der gesamten Technik, die der Gesellschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Verfügung steht (konkret-historische Technik im Ganzen), sowie das Substrat der Technik in prinzipiell unbegrenzter Perspektive ihrer Entwicklung (allgemein-historische Technik im Ganzen).

Auf jeder dieser Stufen bleibt das Substrat der Technik ein ganzheitlicher materieller Träger ihrer gesellschaftlichen Eigenschaften, Verbindungen und Beziehungen. Es besitzt eine eigene elementar-strukturelle Organisation, einschließlich verschiedener Ebenen innerer Struktur: von der unteren, ursprünglichen, unterhalb derer die Struktur der Materie für das Substrat der Technik keine Rolle mehr spielt (und daher als strukturlose Ebene gelten kann, in der die Elemente des Systems noch ununterschieden sind), bis zur oberen, auf der das Substrat eine vollständige Einheit bildet, deren innere Struktur nicht mehr entscheidend ist, weil die Elemente in eine größere Ganzheit eingehen.

So kann etwa eine Maschine aus Stahl bestehen, doch ist es für sie ohne Bedeutung, dass Stahl eine komplexe Legierung aus Metallen und Nichtmetallen darstellt. In gleicher Weise liegt die Struktur des Stahlbetons jenseits der architektonischen Struktur eines Gebäudes. Umgekehrt gilt: Als Träger gesellschaftlicher Funktionalität erscheint das Substrat der Technik strukturlos, weil für den Menschen nicht der innere Aufbau des Mittels zählt, sondern dessen nützliche Eigenschaften.

Die Eigenschaften des Substrats der Technik auf jeder höheren Strukturebene werden durch die Eigenschaften der vorangehenden bestimmt, lassen sich aber nicht auf diese reduzieren. So hängen Geschwindigkeit und Tragfähigkeit eines Automobils vom Brennstoff ab, obgleich dessen Eigenschaften nicht zu den Eigenschaften des Autos als Ganzem zählen. Ebenso stellen die Leistungskennzahlen einzelner Maschinen noch keine Eigenschaften des gesamten Kraftfahrzeugbestands dar.

Versucht man, die Strukturebenen einer Maschine zu differenzieren, so lassen sich mehrere Stufen ihrer substratlichen Eigenschaften ausmachen: mechanische, physikalische, chemische und andere Materialeigenschaften; konstruktiv-technologische Eigenschaften einzelner Aggregate (z. B. Motorleistung); sowie Betriebseigenschaften des Systems, die die gesellschaftliche Funktionalität der Maschine gewährleisten.

Die unterste Strukturebene des Substrats der gesamten konkret-historischen Technik bilden die einzelnen technischen Mittel. Ihre Zwischenelemente bestehen aus vereinigten technischen Systemen verschiedenen Maßstabs (Fließbänder, geschlossene technologische Ketten). Demgemäß umfasst das Substrat der Technik Elemente, die nur auf einer bestimmten Betrachtungsebene zu ihr gehören. Diese Einsicht ist methodologisch besonders bedeutsam bei der Lösung spezieller Abgrenzungsprobleme der Technik. So richtet sich etwa die Frage nach der Zugehörigkeit von Hilfsmaterialien, Straßen, Brücken oder Gebäuden zur Technik gerade auf ein mehrstufiges Verständnis der Technik. Hilfsmaterialien (Treibstoff, Schmierstoffe, Kühlmittel usw.) gehören lediglich zum Substrat einzelner technischer Mittel (die Technik im Ganzen lässt sich nicht schmieren oder streichen), während Brücken, Straßen, Kommunikationsleitungen usw. nur der Technik im Gesamten zugerechnet werden können.

Im Unterschied zum Substrat einzelner technischer Geräte oder der gesamten konkret-historischen Technik, die auf einer bestimmten Strukturebene der Materie funktioniert und sich entwickelt, ist das Substrat der allgemein-historischen Technik nicht auf konkrete mechanische, physikalische, chemische oder biologische Substrate beschränkt. Abgesehen von ihrer Materialität lassen sich ihre substratlichen Eigenschaften nicht anders ausdrücken – das Substrat der Technik kann hier lediglich als allgemein-materielles Substrat gefasst werden.

Die allgemein-historische Entwicklung der Technik ist ein unbegrenzter Prozess der Ablösung einer Form der Materie durch eine andere. Dennoch bleibt sie stets substratlich bestimmt. In einem bestimmten Sinn ist das Substrat der Technik nichts anderes als die Technik selbst, aufgefasst in der Gesamtheit ihrer materiellen Gegenständlichkeit, ohne jedoch das gesamte Wesen der Technik als Mittel menschlicher Tätigkeit zu erfassen. Die Gesamtheit der technischen Objekte, die ohne ihre gesellschaftlichen Eigenschaften, Verbindungen und Beziehungen betrachtet wird, bildet lediglich das substratliche Gehalt der Technik, das sich aus ihrer naturhaften Bedingtheit ergibt. Mit anderen Worten: Das Substrat technischer Objekte enthält nur die Möglichkeit, technische Mittel im eigentlichen Sinne zu sein. Hier bestätigt sich die Einsicht, dass die Eigenschaften der Dinge – und damit die Dinge selbst – außerhalb ihres Zusammenwirkens nur potenziell existieren, sich aber nicht manifestieren. Das Substrat der Technik tritt also, bevor es in gesellschaftliche Zusammenhänge eintritt, lediglich als materieller Gegenstand auf und offenbart noch keineswegs sein eigentlich technisches Dasein.

Einen weiteren Bestandteil des Gehalts der Technik bildet ihre gesellschaftliche Funktionalität, die unter dem Einfluss aller Faktoren des sozialen Daseins der Technik entsteht und letztlich durch die Gesamtheit gesellschaftlicher und individueller Bedürfnisse bestimmt wird. Die Spezifik der Unterscheidung von substratlichem und funktionalem Gehalt der Technik hängt mit ihrer natur-sozialen Doppelstruktur zusammen, die sich in der Doppelheit der Eigenschaften, Verbindungen und Beziehungen der Technik fortsetzt. Daraus ergibt sich insbesondere die Zweiteilung ihres funktionalen Gehalts. Zum einen handelt es sich um die Eigenschaften, Verbindungen und Beziehungen des materiell-gegenständlichen Funktionierens der Technik (chemische Eigenschaften von Brennstoffen, Motorleistung, technologische Funktionen einzelner Teile, Aggregate und Maschinensysteme usw.). In dieser Hinsicht unterscheidet sich der funktionale Gehalt der Technik prinzipiell nicht vom funktionalen Gehalt irgendeines natürlichen Objekts, etwa eines lebenden Organismus. Zum anderen lassen sich Eigenschaften, Verbindungen und Beziehungen des gesellschaftlichen Funktionierens technischer Mittel aussondern. In diesem Fall – das heißt bei der Betrachtung der Technik gerade als gesellschaftliches Phänomen – gehört die materiell-gegenständliche Funktionalität technischer Objekte ihrem Substrat an, während zum funktionalen Gehalt nur die gesellschaftlichen Eigenschaften, Verbindungen und Beziehungen dieser Objekte zählen.

Dieses funktionale Gehalt der Technik ist seinerseits ebenfalls uneinheitlich, denn aus der Doppelrichtung menschlicher Tätigkeit (Beziehung des Menschen zur Natur und zu anderen Menschen) folgt seine Unterschiedlichkeit. So stellt die Fähigkeit eines Automobils, überhaupt ein Transportmittel zu sein, ein funktionales Merkmal erster Ordnung dar. Dagegen gehören seine Eigenschaften als militärisches Transportmittel, als Mittel der Bereicherung oder Ausbeutung zu seinen funktionalen Merkmalen zweiter Ordnung.

Substratlicher und funktionaler Gehalt der Technik treten im Verhältnis zueinander in der Formbestimmung auf. Das bedeutet, dass ein und derselbe substratliche Gehalt technischer Mittel eine Vielzahl von Formen gesellschaftlichen Funktionierens annehmen kann, und umgekehrt: ein einheitlicher funktionaler Gehalt der Technik verwirklicht sich in unterschiedlichen substratlichen Formen. Doch ist die Selbstständigkeit des substratlichen und funktionalen Gehalts der Technik nur relativ – ihre Entwicklung vollzieht sich notwendig im Rahmen einer bestimmten substrat-funktionalen Einheit. Daher ist hervorzuheben, dass der strukturell-funktionale Ansatz gegenüber dem substrat-funktionalen Ansatz nachgeordnet ist. Denn die Struktur der technischen Mittel ist lediglich eine der Eigenschaften ihres Substrats. Die Funktionen der Technik stehen zwar in bestimmter Weise mit ihrer Struktur in Beziehung, doch vollzieht sich dies immer im Rahmen ihres umfassenderen Zusammenhangs mit dem Substrat der Technik überhaupt.

Mehr noch: Die Struktur technischer Geräte steht in erster Linie im Verhältnis zu ihren technologischen Funktionen, und die strukturell-funktionale Einheit der Technik zeigt sich vor allem innerhalb ihrer materiellen Gegenständlichkeit; sie ist eine Substratcharakteristik. Unter dem substrat-funktionalen Einheit der Technik versteht man die Einheit ihrer materiellen Gegenständlichkeit insgesamt und ihrer sozialen Funktionalität im Allgemeinen. Von besonderer Bedeutung ist dabei das einheitliche substrat-funktionale Verständnis der Technik im Verlauf ihrer Entwicklung. Die Technik dient dem Menschen, folglich ist ihr substrates Gehalt dem funktionalen untergeordnet, das wiederum eng mit den bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen verknüpft ist. Die Schaffung und Anwendung technischer Mittel kann nicht losgelöst vom gesamten Gefüge des gesellschaftlichen Lebens erfolgen, bis hin zu seinen moralischen Werten. Nicht zufällig gerieten einige Wissenschaftler im Prozess der Entwicklung von Atomwaffen in eine kritische Lage, indem sie nicht nur mit naturwissenschaftlich-technischen, sondern auch mit moralischen Problemen konfrontiert waren, die objektiv mit der antihumanen Ausrichtung solcher Waffen verbunden sind.

Die Unterscheidung zwischen substratem und funktionalem Gehalt der Technik erlaubt es, differenzierter an das Verständnis des technischen Fortschritts, seiner Kriterien und seiner Hauptlinien heranzugehen. Die Frage nach dem Unterschied zwischen Entwicklung und Fortschritt ist im Allgemeinen recht eindeutig gelöst: Fortschritt ist lediglich ein Moment, eine Seite der Entwicklung, die notwendig auch Rückschrittlichkeit umfasst. In Bezug auf die Entwicklung der Technik haben die Begriffe Progressivität und Regressivität vorwiegend funktionalen Gehalt, da sie die sozialen Eigenschaften bestimmter Entwicklungsrichtungen widerspiegeln. Dennoch stützt sich eine größere oder geringere funktionale Progressivität technischer Mittel – etwa im Vergleich von Handwerkzeug und Maschine – auf eine größere oder geringere substrate Progressivität. Entsprechend beruhen Übergänge von technischem Fortschritt und Rückschritt im funktionalen Bereich auf der Entwicklung der substraten Formen der Technik. Die Ausrichtung des technischen Fortschritts findet ihren historischen und logischen Ausdruck in der Klassifikationsstruktur der Technik.

Die Frage der Klassifikation der Technik nimmt einen bedeutenden Platz in der wissenschaftlichen Literatur ein, doch besteht die Notwendigkeit, einige allgemein akzeptierte Positionen aus der Sicht einer konsequenteren Unterscheidung zwischen substratem und funktionalem Gehalt zu präzisieren und zu ergänzen.

Die Klassifikationsstruktur der Technik besitzt in erster Linie funktionalen Gehalt, da es um die Klassifikation der Mittel der Tätigkeit geht und nicht um materielle Objekte an sich. Ihre logische und historische Differenzierung entspricht der Differenzierung der Funktionalität der Technik, die sich in folgenden Richtungen vollzieht:

  1. Die Art der Erfüllung der allgemein-historischen Funktion, materielles Mittel menschlicher Tätigkeit zu sein – die Technik gliedert sich in Werkzeugtechnik, Maschinentechnik und Automatisierungstechnik.
  2. Der konkrete Inhalt der von den technischen Mitteln erfüllten Funktionen – die Technik gliedert sich in formgebende, energetische, mess- und regeltechnische, transporttechnische, informationstechnische, Kommunikationstechnik usw.
  3. Die gesellschaftlichen Bereiche der Entwicklung und Funktionsweise technischer Mittel – die Technik gliedert sich in Produktionstechnik, Wehrtechnik, Handelstechnik, Medizintechnik, Sporttechnik, Haushaltstechnik, Verwaltungstechnik, Versuchstechnik, Bildungstechnik, Kulturtechnik usw.

Im Allgemeinen beruht die Klassifikation der Technik nach funktionalen Merkmalen auf der Wechselwirkung technischer Mittel mit dem Menschen. Ihre Verzweigung wird bestimmt durch das Maß der Entfremdung von Funktionen vom Menschen, ihre Vielfalt und den Umfang, in dem die Technik den gesamten Bereich seiner Lebensaktivität umfasst. Dementsprechend vollzieht sich technischer Fortschritt in all diesen Richtungen und ist gekennzeichnet durch das Vorhandensein eines konkret-historischen Optimums im Verhältnis der Entwicklungsindikatoren der Technik in jedem von ihnen.

Es sei darauf hingewiesen, dass die Klassifikation der Technik nach substraten Merkmalen bisher unzureichend ausgebaut ist, während sie auch aus dieser Perspektive sehr weit verzweigt ist und sich entsprechend den materiellen Faktoren der Entwicklung und Funktionsweise technischer Mittel differenziert.

Der allgemein-historische Substrat der Technik ist die bewegte Materie, die verwandelten Naturprozesse. Die Hauptentwicklungslinie zeigt sich in der Abfolge der Einbeziehung von Bewegungsformen der Materie in die Technik – mechanische, physikalische, chemische, biologische. Sie konkretisiert sich in den verwendeten Materialien (Stein, Holz, Metall, Glas, Kunststoffe usw.); in den Energiequellen (Wind, Wasser, Erdwärme, chemische Rohstoffe, Atomenergie, Sonnenstrahlung usw.); in den materiellen Trägern des Hauptarbeitsprozesses (Dampftechnik, Gasttechnik, Elektrotechnik, Radiotechnik usw.); in den Konstruktionsprinzipien (Radtechnik, Kettentechnik, Schreit-, Raketen- und Turbinentechnik usw.); in der Spezifik der Umweltbedingungen ihres Funktionierens (Land, Wasser, Luft, Weltraum usw.).

Natürlich sind beide Schemata – die funktionale wie die substratbezogene Klassifikation der Technik – recht bedingt, da einzelne Klassen zahlreiche Überschneidungen aufweisen und zudem weitere Grundlagen zur Abgrenzung neuer Klassen herangezogen werden können. Im Allgemeinen lassen sich beide Schemata erheblich tiefer differenzieren. Darüber hinaus muss das Gesamtschema der Klassifikation der Technik notwendigerweise auch die Wechselbestimmung ihrer funktionalen und substraten Entwicklung widerspiegeln, das heißt, jede Klasse der ersten Gruppe stimmt mit einer bestimmten Klasse der zweiten überein – und umgekehrt. Letztlich vereinigen sie sich zu einem einheitlichen Schema.

Das einzige Merkmal der Technik im allgemein-historischen Sinn ist ihre „Eigenschaft“, einerseits Mittel menschlicher Tätigkeit zu sein und andererseits eine verwandelte Natur darzustellen. In ihrer allgemein-historischen Entwicklung kann die Technik weder auf eine ihrer substraten Eigenschaften noch auf eine ihrer konkreten Funktionen reduziert werden – all diese Aspekte sind lediglich mit bestimmten Etappen ihrer Gesamtgeschichte verbunden. Doch für die Erforschung der Technik reicht es nicht aus, darauf hinzuweisen, dass sie ein materielles Mittel zweckgerichteter Tätigkeit darstellt – man muss auch ihren konkreten historischen Gehalt untersuchen. Im Zentrum steht dabei die Tatsache, dass die Technik substrat- wie funktional auf den Menschen ausgerichtet ist.





Über den Autor

Dieser Artikel wurde von Sykalo Yevhen zusammengestellt und redigiert — Bildungsplattform-Manager mit über 12 Jahren Erfahrung in der Entwicklung methodischer Online-Projekte im Bereich Philosophie und Geisteswissenschaften.

Quellen und Methodik

Der Inhalt basiert auf akademischen Quellen in mehreren Sprachen — darunter ukrainische, russische und englische Universitätslehrbücher sowie wissenschaftliche Ausgaben zur Geschichte der Philosophie. Die Texte wurden aus den Originalquellen ins Deutsche übertragen und redaktionell bearbeitet. Alle Artikel werden vor der Veröffentlichung inhaltlich und didaktisch geprüft.

Zuletzt geändert: 20/09/2025