Charles Peirce - Westliche Philosophie des späten 19. und 20. Jahrhunderts - Geschichte der Philosophie
Philosophie: Mensch, Welt, Gesellschaft - Sykalo Yevhen 2025 Inhalt

Geschichte der Philosophie

Westliche Philosophie des späten 19. und 20. Jahrhunderts

Charles Peirce

Die grundlegenden Ideen des Pragmatismus wurden erstmals von Charles Sanders Peirce (1839–1914) geäußert, einem amerikanischen Philosophen, Logiker, Mathematiker und Naturforscher. Peirces Aufsätze „Wie man unsere Ideen klar macht“ und „Die Bestimmung des Glaubens“ dienten als ursprüngliche Quelle des amerikanischen Pragmatismus. Peirces philosophische Ansichten vereinen zwei entgegengesetzte Tendenzen: die positivistische, empirische, und die objektiv-idealistische, die von Platon und Friedrich Schelling herrührt. Er lehnte angeborene Ideen und intuitive Erkenntnis ab. Nach Immanuel Kant bekräftigte er, dass der Ausgangspunkt der Erkenntnis die „Scheinbarkeit“ sei. Laut Peirce kann der Begriff eines Objekts nur durch die Betrachtung aller praktischen Konsequenzen erreicht werden, die sich aus Handlungen mit diesem Objekt ergeben. Unser Wissen über ein Objekt ist immer unvollendet, widerlegbar und hypothetisch. Dies gilt nicht nur für das Alltags- und naturwissenschaftliche Wissen, sondern auch für mathematische und logische Urteile, deren Allgemeingültigkeit durch Gegenbeispiele widerlegt werden kann. Er lehnte den mechanistischen Determinismus ab und maß der „Kreativität des Zufälligen“ in der Bewegung und Entwicklung des Seienden eine große Rolle bei. Der Geist rationalisiert die Welt nicht nur, sondern bringt auch Liebe und Harmonie in sie ein, die von der schöpferischen Freiheit untrennbar sind. Die Wahrheit in Peirces Interpretation ist eine klare, deutliche, widerspruchsfreie Wahrheit im gegebenen Stadium der Wissensentwicklung. Die Wahrhaftigkeit des Wissens ist eine zuverlässige Bedingung für eine ergebnisreiche Praxis. Die Nützlichkeit bestimmt die Bedeutung der Wahrheit, ihre Zuverlässigkeit. Das praktische Interesse ist die Ursache unseres Interesses an der Suche nach der Wahrheit.

Die höchste Verkörperung des Geistes ist Gott, dem sich der Mensch mit all seinen geistigen Kräften zuwendet – dem Gefühl der Perfektion, der Liebe und dem Glauben. Rationale Beweise für die Existenz Gottes sind nutzlos, im menschlichen Verhalten gibt es immer einen rational unerklärlichen, unerkennbaren „Rest“, der vom Glauben geleitet wird.

Peirce ist einer der Begründer der mathematischen Logik und der Semiotik.





Über den Autor

Dieser Artikel wurde von Sykalo Yevhen zusammengestellt und redigiert — Bildungsplattform-Manager mit über 12 Jahren Erfahrung in der Entwicklung methodischer Online-Projekte im Bereich Philosophie und Geisteswissenschaften.

Quellen und Methodik

Der Inhalt basiert auf akademischen Quellen in mehreren Sprachen — darunter ukrainische, russische und englische Universitätslehrbücher sowie wissenschaftliche Ausgaben zur Geschichte der Philosophie. Die Texte wurden aus den Originalquellen ins Deutsche übertragen und redaktionell bearbeitet. Alle Artikel werden vor der Veröffentlichung inhaltlich und didaktisch geprüft.

Zuletzt geändert: 12/10/2025