Die antike griechische Philosophie als Ideologie der Sklavenhaltergesellschaft
Die frühe Philosophie des altgriechischen Ostens und Westens
Xenophanes
Die philosophische und dichterische Laufbahn Xenophanes begann in Kleinasien, in seiner Geburtsstadt Kolophon im 6. Jahrhundert v. Chr. Nach der Vertreibung aus seiner Heimat führte er ein wanderndes Leben, das ihn durch viele Städte Griechenlands führte. Schließlich ließ er sich in Elea in Süditalien nieder, wo seine Gedanken wesentlichen Einfluss auf die Entstehung der eleatischen Philosophie ausübten. Xenophanes gilt als ein früher Vertreter des freien Denkens in der griechischen Religionskritik. Beobachtend und satirisch veranlagt, wandte er sich gegen die vorherrschenden Vorstellungen einer Vielzahl anthropomorpher Götter, wie sie in der Volksfantasie und bei den Dichtern dargestellt wurden. Nach seiner Auffassung erschaffen die Menschen die Götter nach ihrem eigenen Bilde: Jede Kultur gibt den Göttern ihre eigenen physischen Merkmale. Wären Stiere, Pferde oder Löwen fähig zu zeichnen, so würden sie ihre Götter in Gestalt von Stieren, Pferden oder Löwen darstellen.
In Wahrheit, so Xenophanes, existiert nur ein einziger Gott, der den Menschen weder an Gestalt noch an Denken gleicht. Dieser Gott ist ganz und gar Sehen, Denken und Hören. Ohne Anstrengung lenkt er alles durch die Kraft seines Geistes, während er in völliger Ruhe verweilt.
Xenophanes' Sicht auf die Natur widerspricht den mythologischen Darstellungen der Dichter und den religiösen Überzeugungen seiner Zeit. Statt an die Unterwelt unter der Erde zu glauben, lehrt er die Bodenlosigkeit der Erde. Anstelle göttlicher Himmelskörper erklärt er deren natürliche Beschaffenheit: Die Sonne bestehe aus kleinen Funken und bewege sich über die flache Erde hinweg, wobei sie täglich über einem anderen Horizont aufgehe. Es gebe so viele Sonnen und Monde, wie es Horizonte gibt. Sterne entzünden sich aus Flammen in den Wolken, erlöschen am Tag und glühen nachts wie Kohlen auf.
Alles, was geboren wird und wächst, so lehrt Xenophanes, ist aus Erde und Wasser hervorgegangen. Das Meer sei der Ursprung von Wolken, Winden und Flüssen, und auch die Menschen seien aus Erde und Wasser entstanden. Über die Natur der Götter und der Welt gebe es jedoch kein wahres Wissen, sondern nur Meinungen. Daher hätten Dichter wie Homer und Hesiod schwer gefehlt, als sie den Göttern menschliche Laster zuschrieben.
Schon antike Schriftsteller bemängelten die Unklarheit und Widersprüchlichkeit von Xenophanes' Lehren, doch sein Einfluss auf die Entwicklung der griechischen Philosophie bleibt unbestritten.
Über den Autor
Dieser Artikel wurde von Sykalo Yevhen zusammengestellt und redigiert — Bildungsplattform-Manager mit über 12 Jahren Erfahrung in der Entwicklung methodischer Online-Projekte im Bereich Philosophie und Geisteswissenschaften.
Quellen und Methodik
Der Inhalt basiert auf akademischen Quellen in mehreren Sprachen — darunter ukrainische, russische und englische Universitätslehrbücher sowie wissenschaftliche Ausgaben zur Geschichte der Philosophie. Die Texte wurden aus den Originalquellen ins Deutsche übertragen und redaktionell bearbeitet. Alle Artikel werden vor der Veröffentlichung inhaltlich und didaktisch geprüft.
Zuletzt geändert: 12/01/2025