Die antike griechische Philosophie als Ideologie der Sklavenhaltergesellschaft
Die frühe Philosophie des altgriechischen Ostens und Westens
Die altgriechische Philosophie entstand nicht im eigentlichen Griechenland, nicht auf der Balkanhalbinsel, sondern an der östlichen Peripherie der griechischen Welt — in den ionischen Städten an der Westküste Kleinasiens, die von den Griechen gegründet worden waren. Diese Städte entwickelten früher als das Mutterland eine sklavenhalterische Industrie, einen regen Handel und darauf aufbauend eine reiche geistige Kultur. Diese Kultur war nicht nur das Werk eines hochbegabten Volkes, sondern auch geprägt durch den Austausch mit den älteren Zivilisationen des Ostens, darunter Babylonien, Phönizien und Ägypten.
Die ersten materialistischen Lehren entstanden an der Wende vom 7. zum 6. Jahrhundert v. Chr. in Milet, der im 6. Jahrhundert v. Chr. bedeutendsten Stadt der kleinasiatischen Griechen. Zwischen dem späten 7. und dem späten 6. Jahrhundert v. Chr. lebten und lehrten dort nacheinander drei Denker: Thales, Anaximander und Anaximenes. Getrieben von der Frage, aus welchem Ursprung alles entsteht und in welches Element alles wieder zerfällt, suchten sie nach dem Urgrund der Entstehung und Wandlung aller Dinge. Dabei verstanden sie das Urstoffliche nicht als tote, träge Materie, sondern als eine Substanz, die im Ganzen wie in ihren Teilen lebendig war und mit Seele und Bewegung ausgestattet.
Diese drei ersten Philosophen von Milet verbanden ihre philosophischen und ersten wissenschaftlichen Untersuchungen mit den Anforderungen und Aufgaben einer vielfältigen praktischen Tätigkeit. Sie wurden somit zu den Schöpfern der ersten astronomischen, mathematischen, physikalischen und biologischen Begriffe und Hypothesen im antiken Griechenland. Sie entwarfen zudem die ersten einfachen wissenschaftlichen Geräte, wie den Gnomon, Sonnenuhren und ein Modell der Himmelskugel, und lieferten die ersten auf Beobachtung beruhenden Vorhersagen astronomischer Phänomene.
Die von ihnen gesammelten und eigenständig gewonnenen Erkenntnisse waren jedoch für sie weder isolierte Wahrheiten einzelner Wissenschaften, die es zu dieser Zeit noch nicht gab, noch dienten sie allein als Grundlage praktischen Handelns. Vielmehr waren diese Einsichten vor allem Bestandteile eines kohärenten Weltbildes, das die einzelnen sinnlichen Erscheinungen in der Vorstellung eines gemeinsamen stofflichen Urprinzips vereinte.
Über den Autor
Dieser Artikel wurde von Sykalo Yevhen zusammengestellt und redigiert — Bildungsplattform-Manager mit über 12 Jahren Erfahrung in der Entwicklung methodischer Online-Projekte im Bereich Philosophie und Geisteswissenschaften.
Quellen und Methodik
Der Inhalt basiert auf akademischen Quellen in mehreren Sprachen — darunter ukrainische, russische und englische Universitätslehrbücher sowie wissenschaftliche Ausgaben zur Geschichte der Philosophie. Die Texte wurden aus den Originalquellen ins Deutsche übertragen und redaktionell bearbeitet. Alle Artikel werden vor der Veröffentlichung inhaltlich und didaktisch geprüft.
Zuletzt geändert: 12/01/2025