Areas of Philosophy
Umweltethik
Tiere: Kreaturen aus Fleisch und Blut
Ethik ist für Menschen, aber geht es bei Ethik nur um Menschen? Wildtiere nehmen den Menschen überhaupt nicht als Maß aller Dinge. Es gibt keinen besseren Beweis für nicht-menschliche Werte und Wertschätzer als das spontane wilde Leben, das frei und auf sich allein gestellt geboren wird. Tiere jagen und heulen, suchen Schutz, finden ihre Lebensräume und Partner, kümmern sich um ihren Nachwuchs und fliehen vor Bedrohungen. Sie erleiden Verletzungen und lecken ihre Wunden. Tiere bewahren eine geschätzte Selbstidentität, während sie mit der Welt zurechtkommen. Sie verteidigen ihr eigenes Leben, weil sie ein eigenes Gut haben. Da ist jemand hinter dem Fell oder den Federn.
Ein Tier schätzt sein eigenes Leben um seiner selbst willen, ohne weiteren beitragenden Bezug, obwohl es natürlich in einem Ökosystem lebt, von dem seine Lebenserhaltung abhängt. Tiere sind wert-fähig, fähig, Dinge in ihrer Welt zu schätzen, ihr eigenes Leben intrinsisch und ihre Ressourcen instrumentell. Daher kann und sollte es eine Tierschutzethik geben; oder, wie manche es vorziehen zu sagen, eine Tierrechetethik.
Solche Ethiker mögen immer noch sagen, dass Wert nur dort existiert, wo ein Subjekt ein Objekt von Interesse hat, nur dass jetzt anerkannt wird, dass die Freuden und Schmerzen nicht-menschlicher Subjekte berücksichtigt werden müssen. Zumindest einiges von dem, was in der Ethik zählt, ist generisch für unsere Verwandtschaft mit Tieren, nicht nur spezifisch für unsere Spezies. Der gesunde Menschenverstand lehrt zuerst und die Wissenschaft später, dass wir menschlichen Tiere viele Ähnlichkeiten mit nicht-menschlichen Tieren haben. Niemand zweifelt daran, dass Tiere hungrig, durstig, heiß, müde, aufgeregt, schläfrig werden. Die Proteinkodierungssequenzen der DNA für Strukturgenen bei Schimpansen und Menschen sind zu mehr als 99 Prozent identisch.
Konfrontiert mit solchen Fakten müssen wir philosophisch darüber nachdenken. Die Schlussfolgerung scheint zu sein, dass, was auch immer unsere einzigartigen Unterschiede als Homo sapiens sein mögen, es auch eine Verwandtschaft mit anderen gibt. Aus Gründen der Gleichheit des Denkens scheint es, dass das, was Menschen an sich selbst schätzen, wenn sie dies auch anderswo finden, sie auch an nicht-menschlichen anderen schätzen sollten. Wir schätzen, was nicht direkt in unserer Abstammungslinie steht, aber uns selbst so ähnlich ist, dass wir durch Übertragung zu geteilten Phänomenen in anderen hingezogen werden. Das Prinzip der Universalisierbarkeit verlangt, dass ein Ethiker entsprechende Werte in Mitmenschen anerkennt. Wachstum in ethischer Sensibilität oder Tugend erforderte oft die Erweiterung des Kreises der Nächsten, um andere Rassen und Kulturen einzuschließen. Aber diese sich erweiternden Kreise enden nicht bei reziproken moralischen Akteuren. Eine kommunitaristische Ethik findet erweiternde konzentrische Kreise um das moralische Selbst: Familie, lokale Gemeinschaft, Nation, Menschheit und – in einem umgebenden, wenn auch entfernteren Kreis – Tiere.
Ein Elch leidet nicht unter der Winterkälte, wie wir es tun könnten (da sich der Mensch in den Tropen entwickelt hat). Vielleicht ist der Waldsänger nicht froh, wenn er singt. Aber man darf nicht den humanistischen Fehlschluss begehen, anzunehmen, dass es keine natürlichen Analogien zu dem gibt, was Menschen eindeutig schätzen. Wir haben jeden logischen, biologischen und psychologischen Grund, positive Grade der Verwandtschaft zu schätzen. Es wird zu Interessenkonflikten kommen. Es mag sogar schlechte Arten geben (Klapperschlangen?), aber prima facie zählen diese verwandten Leben zumindest. Sie sind gut angepasste Passformen an ihren Orten, koexistierend mit anderen entstanden. Vermutlich ist tierisches Leben ein evolutionärer Erfolg und eine gute Sache.
Einige mögen es für logisch oder psychologisch unmöglich halten, Arten von Erfahrungen zu schätzen, die wir nicht teilen können (jene der Schlangen). Es ist wahr, dass Tierleben nicht mit unserem eigenen zusammenfällt und es Erfahrungsbereiche gibt, die wir nicht erreichen können und die schwer zu bewerten sind. Aber wir sollten auch nicht die menschliche Genialität für nachdenkliche Wertschätzung und beträchtlichen Respekt vor fremden Formen unterschätzen. Inzwischen sollten die Ansprüche verwandter Tiere in der Umweltethik zählen.
Über den Autor
Dieser Artikel wurde von Sykalo Yevhen zusammengestellt und redigiert — Bildungsplattform-Manager mit über 12 Jahren Erfahrung in der Entwicklung methodischer Online-Projekte im Bereich Philosophie und Geisteswissenschaften.
Quellen und Methodik
Der Inhalt basiert auf akademischen Quellen in mehreren Sprachen — darunter ukrainische, russische und englische Universitätslehrbücher sowie wissenschaftliche Ausgaben zur Geschichte der Philosophie. Die Texte wurden aus den Originalquellen ins Deutsche übertragen und redaktionell bearbeitet. Alle Artikel werden vor der Veröffentlichung inhaltlich und didaktisch geprüft.
Zuletzt geändert: 17/10/2025