Die Entstehung der westlichen Philosophie und ihre kulturell-historischen Typen
Antike Philosophie: Kosmozentrismus
Aristoteles: Der Mensch ist ein gesellschaftliches Tier, ausgestattet mit Vernunft
Aristoteles, ebenso wie Platon, betrachtete den Staat nicht lediglich als ein Mittel zur Gewährleistung der Sicherheit der Individuen und zur Regulierung des gesellschaftlichen Lebens durch Gesetze. Das höchste Ziel des Staates, so Aristoteles, ist die Erreichung eines tugendhaften Lebens, und da Tugend die Bedingung und Garantie für Glück ist, folgt daraus auch ein glückliches Leben. Nicht zufällig definierte der griechische Philosoph den Menschen als ein gesellschaftliches Tier, ausgestattet mit Vernunft. Der Mensch ist von Natur aus zum gemeinschaftlichen Leben bestimmt; nur in der Gemeinschaft können Menschen sich als moralische Wesen bilden und erziehen. Eine solche Erziehung kann jedoch nur in einem gerechten Staat verwirklicht werden: Einerseits veredeln wahre Gerechtigkeit, gute Gesetze und deren Einhaltung den Menschen und fördern die Entwicklung edler Anlagen in ihm, andererseits “ist das Ziel des Staates ein gutes Leben… der Staat selbst stellt die Gemeinschaft von Stämmen und Siedlungen dar, um ein vollkommenes, selbsterhaltendes Dasein zu erreichen“, das beste Leben, welches Aristoteles als nicht nur materiellen Wohlstand, sondern vor allem die Wahrung der Gerechtigkeit begreift. Gerechtigkeit krönt alle Tugenden, zu denen Aristoteles auch Klugheit, Großmut, Selbstbeherrschung, Tapferkeit, Großzügigkeit, Wahrhaftigkeit und Wohlwollen zählt.
Die Grundlage der politischen Konzepte der antiken Philosophen ist die Anerkennung der Legitimität und Notwendigkeit der Sklaverei. Sowohl bei Platon als auch bei Aristoteles handelt es sich um einen Staat der Freien: Sklaven werden nicht als Bürger des Staates betrachtet. Aristoteles vertrat die Ansicht, dass die Menschen von Natur aus ungleich sind: Diejenigen, die nicht in der Lage sind, für ihr eigenes Verhalten Verantwortung zu übernehmen, die sich nicht selbst beherrschen, keine Mäßigung, Selbstbeschränkung, Gerechtigkeit und andere Tugenden entwickeln können, sind von Natur aus Sklaven und können nur den Willen eines anderen ausführen.
Über den Autor
Dieser Artikel wurde von Sykalo Yevhen zusammengestellt und redigiert — Bildungsplattform-Manager mit über 12 Jahren Erfahrung in der Entwicklung methodischer Online-Projekte im Bereich Philosophie und Geisteswissenschaften.
Quellen und Methodik
Der Inhalt basiert auf akademischen Quellen in mehreren Sprachen — darunter ukrainische, russische und englische Universitätslehrbücher sowie wissenschaftliche Ausgaben zur Geschichte der Philosophie. Die Texte wurden aus den Originalquellen ins Deutsche übertragen und redaktionell bearbeitet. Alle Artikel werden vor der Veröffentlichung inhaltlich und didaktisch geprüft.
Zuletzt geändert: 12/01/2025