Über die sozialen und philosophischen Anschauungen antiker, mittelalterlicher Denker und Denker der Renaissance - Geschichte der Sozialphilosophie und Historiosophie - Grundlagen der Sozialphilosophie und der Geschichtsphilosophie
Philosophie: Mensch, Welt, Gesellschaft - Sykalo Yevhen 2025 Inhalt

Grundlagen der Sozialphilosophie und der Geschichtsphilosophie

Geschichte der Sozialphilosophie und Historiosophie

Über die sozialen und philosophischen Anschauungen antiker, mittelalterlicher Denker und Denker der Renaissance

Um beim Leser ein Verständnis für die Geschlossenheit der philosophischen Systeme herausragender Denker zu erzeugen, haben wir im Abschnitt „Geschichte der Philosophie“ neben ihren allgemeinen philosophischen Ansichten auch deren sozialphilosophische sowie historiosophische Ansichten kurz dargelegt. In diesem Kapitel werden wir nur die Ansichten jener Denker streifen, deren Werke sich nur oder hauptsächlich der Sozialphilosophie und Historiosophie widmen.

Es wird allgemein angenommen, dass Herodot (etwa 485 – etwa 425 v. Chr.) der Vater der Geschichte ist – der älteste der Historiker, der sich bemühte, nicht nur die Taten der Menschen zu beschreiben, sondern auch deren Ursachen aufzudecken, um die Wahrheit zu finden und diese Taten im Gedächtnis der Nachwelt zu bewahren.

Die Horizonte des historischen Denkens erweiterte Thukydides (etwa 460 – 400 v. Chr.) erheblich. Er setzte sich zum Ziel, die Wahrheit in der Geschichte zu finden, und stellte die Idee der Wiederholbarkeit historischer Phänomene auf, die durch die Unveränderlichkeit der „menschlichen Natur“ bedingt sei. Dieser Natur, so Thukydides, seien das Streben nach Vorherrschaft und die Gier nach Macht eigen, aber daneben auch die Gier nach Freiheit. Dieses Gefühl sei stärker und unüberwindlicher im Menschen als sein Streben nach Herrschaft.

Als bloße Beschreibung von Arbeitsprozessen, Feldzügen, Bräuchen, dem bürgerlichen Leben der Gesellschaft und Unterschieden in der Staatsordnung entstanden, löst die sozialphilosophische Idee allmählich die Erkenntnis der Ursache gesellschaftlicher Prozesse als spezifischen Gegenstand heraus, wie bei Demokrit, Aristoteles und Lukrez. Die antiken Philosophen versuchten, wie bereits erwähnt, die Natur gesellschaftlicher Bindungen, das Wesen der historischen Entwicklung und ihre Gesetzmäßigkeiten irgendwie zu entschlüsseln und zu bestimmen. Nach Platon entsteht die Gesellschaft aus dem Grund, weil die Menschen einander zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse brauchen. Aristoteles stellte den Satz auf, dass der Mensch als politisches Wesen geboren wird und in sich das instinktive Streben nach gemeinsamem Leben trägt. Die angeborene Ungleichheit der Fähigkeiten ist der Ausgangspunkt dieses Strebens nach Sozialität, woraus sich auch die Unterschiedlichkeit der Funktionen und des Platzes der Menschen in der Gesellschaft ergibt. Lukrez war der Ansicht, dass die Ursache für den Austritt des Menschen aus dem tierischen Zustand die Entwicklung der materiellen Kultur sei: die Nutzung der Felle getöteter Tiere, der Bau von Behausungen und hauptsächlich die Gewinnung des Feuers.

Mittelalterliche Denker appellierten in der Deutung der Geschichte der Menschheit in der Regel an die göttliche Vorsehung: Die Geschichte sei von Gott vorherbestimmt; alle Laster seien das Ergebnis des Sündenfalls der Menschen; die Gesellschaft gründe auf Ungleichheit, mit der sich die Menschen abfinden müssten. Augustinus beispielsweise sah in der Weltgeschichte einen sich allmählich herausbildenden Gegensatz zwischen dem Gottesstaat und dem weltlichen Staat, deren Prototypen die Kirche und das Römische Reich waren.

Beginnend mit der Epoche der Renaissance bilden sich die Elemente einer weltlichen Philosophie der Geschichte heraus, deren Begriff von Voltaire eingeführt wurde und die eine universelle historische Betrachtung der menschlichen Kultur im Blick hatte.





Über den Autor

Dieser Artikel wurde von Sykalo Yevhen zusammengestellt und redigiert — Bildungsplattform-Manager mit über 12 Jahren Erfahrung in der Entwicklung methodischer Online-Projekte im Bereich Philosophie und Geisteswissenschaften.

Quellen und Methodik

Der Inhalt basiert auf akademischen Quellen in mehreren Sprachen — darunter ukrainische, russische und englische Universitätslehrbücher sowie wissenschaftliche Ausgaben zur Geschichte der Philosophie. Die Texte wurden aus den Originalquellen ins Deutsche übertragen und redaktionell bearbeitet. Alle Artikel werden vor der Veröffentlichung inhaltlich und didaktisch geprüft.

Zuletzt geändert: 12/10/2025