Geschichte der Philosophie
Philosophie des Mittelalters
Wilhelm von Ockham
Eine bedeutende Figur des späten Mittelalters ist der englische Philosoph Wilhelm von Ockham (ca. 1300–1349). Er lehrte an der Universität Oxford, wurde wegen Ketzerei angeklagt und verbrachte vier Jahre in Haft. Als aktiver politischer Publizist kämpfte Ockham entschieden gegen die Herrschaft der Kirche über den Staat und für eine strikte Abgrenzung ihrer Zuständigkeitsbereiche. Er ebnete damit faktisch den Weg für die Reformation. Laut Ockham können Universalien nicht außerhalb des Bewusstseins existieren; in diesem Fall wären sie einzelne Dinge, was ihrer Natur als allgemeine Essenzen widerspricht. Eine große Rolle spielte die von ihm entwickelte Kritik am scholastischen Realismus, die den Namen „Ockhams Rasiermesser“ oder „Prinzip der Sparsamkeit“ erhielt, das in den Worten zum Ausdruck kommt: „Entitäten dürfen nicht über das Notwendige hinaus vervielfacht werden“ oder „Es ist nutzlos, durch vieles das zu tun, was durch weniger getan werden kann.“ Ockham behauptete, dass der Gegenstand jeder Erkenntnis nur das Einzelne, das Individuelle ist, wobei er zwischen intuitiver und abstrakter Erkenntnis unterschied. Er leistete einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Logik.
Über den Autor
Dieser Artikel wurde von Sykalo Yevhen zusammengestellt und redigiert — Bildungsplattform-Manager mit über 12 Jahren Erfahrung in der Entwicklung methodischer Online-Projekte im Bereich Philosophie und Geisteswissenschaften.
Quellen und Methodik
Der Inhalt basiert auf akademischen Quellen in mehreren Sprachen — darunter ukrainische, russische und englische Universitätslehrbücher sowie wissenschaftliche Ausgaben zur Geschichte der Philosophie. Die Texte wurden aus den Originalquellen ins Deutsche übertragen und redaktionell bearbeitet. Alle Artikel werden vor der Veröffentlichung inhaltlich und didaktisch geprüft.
Zuletzt geändert: 12/10/2025