Göttlicher Wille und die Existenz der Geister - Mozi – Der erste Gegner Konfuzius’
Eine kurze Geschichte der chinesischen Philosophie - Sykalo Yevhen 2025 Inhalt

Mozi – Der erste Gegner Konfuzius’

Göttlicher Wille und die Existenz der Geister

Es bleibt jedoch die grundlegende Frage: Wie kann man die Menschen dazu bringen, einander zu lieben? Man könnte ihnen sagen, dass die Befolgung der universellen Liebe der einzige Weg sei, um dem Weltwohl zu dienen, und dass der humane Mensch derjenige ist, der dieser universellen Liebe folgt. Doch die Menschen könnten fragen: „Warum gerade ich soll dem Weltwohl dienen, und warum gerade ich human sein?“

Man könnte ferner behaupten, dass, wenn im Allgemeinen das Wohl in der Welt herrscht, dies auch das Wohl jedes Einzelnen bedeutet. Oder, wie Mozi sagt: „Wer andere liebt, soll auch von anderen geliebt werden. Wer anderen Gutes tut, soll auch von den Menschen Gutes empfangen. Wer andere hasst, soll ebenfalls von anderen gehasst werden. Wer anderen Schaden zufügt, soll auch selbst Schaden erfahren“ („Mozi“, Kap. 17). So wird die Liebe zu anderen zu einer Art persönlicher Garantie oder „Investition“, für die man „zurückbezahlt“ wird, wie man es in den Vereinigten Staaten sagen würde.

Viele Menschen sind jedoch zu kurzsichtig, um den Wert einer solchen langfristigen „Investition“ zu erkennen, und manchmal erweist sie sich tatsächlich als unzureichend. Daher legt Mozi, um die Menschen zur Befolgung des Prinzips der universellen Liebe zu bewegen, zusätzlich zu den bereits genannten Argumenten auch mehrere religiöse und politische Sanktionen fest.

Im Werk „Mozi“ gibt es die Kapitel „Der Wille des Himmels“ und „Beweis für die Existenz der Geister“. Dort lesen wir: Es existiert ein Gottwesen, das die Menschen liebt und dessen Wille es ist, dass die Menschen einander lieben. Es beobachtet beständig die Handlungen der Menschen, insbesondere die ihrer Herrscher. Es sendet Unglücke über diejenigen, die seinem Willen zuwiderhandeln, und belohnt diejenigen, die ihm gehorchen, mit Glück. Neben dem höchsten Gott gibt es zahlreiche niedere Geister, die ebenso diejenigen belohnen, die der universellen Liebe folgen, und bestrafen, die dem Prinzip der „Ausschließung“ folgen.

In diesem Zusammenhang ist eine Episode aus dem Leben des Mozi interessant: „Als Mozi krank war, kam De Bi zu ihm und fragte: ‚Meister, Sie sagen, dass Geister vernünftig sind und über Unglück und Segen herrschen. Sie belohnen Gutes und bestrafen Böses. Sie sind vollkommen weise – wie können Sie da krank sein? Bedeutet das, dass Ihre Lehre nicht ganz korrekt ist oder dass die Geister doch nicht so vernünftig sind?‘ Mozi antwortete: ‚Auch wenn ich krank bin, warum sollten die Geister nicht vernünftig sein? Es gibt viele Wege, auf denen ein Mensch Krankheit erlangen kann. Manche Krankheiten entstehen durch Hitze oder Kälte, andere durch Erschöpfung. Wenn von hundert Türen nur eine geschlossen ist, werden die Diebe dann nicht eindringen?‘“ („Mozi“, Kap. 48)

Mit heutiger logischer Terminologie könnte Mozi sagen, dass die Bestrafung, die von den Geistern ausgeht, eine hinreichende Ursache dafür ist, dass ein Mensch krank wird, jedoch keine notwendige.





Über den Autor

Dieser Artikel wurde von Sykalo Yevhen zusammengestellt und redigiert — Bildungsplattform-Manager mit über 12 Jahren Erfahrung in der Entwicklung methodischer Online-Projekte im Bereich Philosophie und Geisteswissenschaften.

Quellen und Methodik

Der Inhalt basiert auf akademischen Quellen in mehreren Sprachen — darunter ukrainische, russische und englische Universitätslehrbücher sowie wissenschaftliche Ausgaben zur Geschichte der Philosophie. Die Texte wurden aus den Originalquellen ins Deutsche übertragen und redaktionell bearbeitet. Alle Artikel werden vor der Veröffentlichung inhaltlich und didaktisch geprüft.

Zuletzt geändert: 05/10/2025