Dritte Phase des Daoismus – Zhuangzi
Der Weg zum Erreichen des absoluten Glücks
Es gibt jedoch auch eine andere Linie des daoistischen Denkens, die von der Relativität der Natur der Dinge und von der Einheit des Menschen mit dem Kosmos spricht. Um diese Einheit zu erreichen, benötigt der Mensch ein noch tieferes Wissen und Verständnis, und das daraus resultierende Glück ist wirklich absolut, wie Zhuangzi im Sorglosen Wandern beschreibt.
In diesem Kapitel, nach der Beschreibung des Glücks der großen und kleinen Vögel, fügt Zhuangzi hinzu, dass unter den Menschen ein Mann namens Lezi lebte, der fliegen konnte, indem er sich auf dem Wind trug. „Unter denen, die Glück erlangt haben, ist ein solcher Mensch selten“, sagt Zhuangzi. „Und obwohl er ohne Gehen auskommen konnte, konnte er nicht ohne eine Stütze auskommen.“ Diese Stütze war der Wind, und da er vom Wind abhängig war, war sein Glück nur in gewissem Maße relativ.
Dann fragt Zhuangzi: „Und wenn er die Wahrheit von Himmel und Erde reiten könnte, alle Wandlungen des Universums beherrschte und sich im Unendlichen bewegte, dann bräuchte er keinerlei Stütze. Deshalb sagt man, dass der Weise nichts Eigenes hat, der göttliche Mensch keine Verdienste und der geistige Mensch keinen Namen besitzt“.
Was hier gesagt wird, bezieht sich auf den Menschen, der das absolute Glück erreicht hat. Er ist weise, göttlich und geistig zugleich. Er ist absolut glücklich, denn er überschreitet die gewöhnlichen Grenzen der Dinge. Er überschreitet auch die Trennung zwischen sich selbst und der Welt, das „Ich“ und „Nicht-Ich“. Deshalb besitzt er kein Selbst. Er ist eins mit dem Dao. Das Dao tut nichts, und doch gibt es nichts, das nicht getan würde. Das Dao handelt nicht und hat daher keine Verdienste. Der vollkommen Weise ist eins mit dem Dao und besitzt ebenfalls keine Verdienste.
Er kann die ganze Welt regieren, doch seine Herrschaft besteht darin, die Welt sich selbst zu überlassen und jedem zu erlauben, seinen natürlichen Eigenschaften frei und vollständig zu folgen. Das Dao ist namenlos, und der vollkommen Weise, eins mit dem Dao, besitzt ebenfalls keinen Namen.
Über den Autor
Dieser Artikel wurde von Sykalo Yevhen zusammengestellt und redigiert — Bildungsplattform-Manager mit über 12 Jahren Erfahrung in der Entwicklung methodischer Online-Projekte im Bereich Philosophie und Geisteswissenschaften.
Quellen und Methodik
Der Inhalt basiert auf akademischen Quellen in mehreren Sprachen — darunter ukrainische, russische und englische Universitätslehrbücher sowie wissenschaftliche Ausgaben zur Geschichte der Philosophie. Die Texte wurden aus den Originalquellen ins Deutsche übertragen und redaktionell bearbeitet. Alle Artikel werden vor der Veröffentlichung inhaltlich und didaktisch geprüft.
Zuletzt geändert: 05/10/2025