Grundlagen der Lehre der Stoiker
Aktivprinzip und Passivprinzip; Logos, der stoische Gott, als aus Äther bestehend
Die Stoiker unterschieden unter den Existenzen ein Aktivprinzip und ein Passivprinzip. Das Aktivprinzip im höchsten und absoluten Sinne ist der Äther, verstanden als eine Art Fraktion des heraklitischen Urfeuers; das Passivprinzip umfasst alles andere, insbesondere die allen vertrauten Elemente. Die primäre materielle Grundlage, die als in gewissem Maße erloschenes heraklitisches Urfeuer betrachtet werden sollte, ist ein Teil des Passivprinzips; Eigenschaften, Zustände und Beziehungen (ähnlich den „Luftströmen“ oder „Luftklumpen“) sind ebenfalls in gewissem Maße erloschenes heraklitisches Urfeuer. Der Äther jedoch unterliegt niemals der Erlöschung.
Der heraklitische und stoische Äther als Fraktion des Urfeuers ist das physische Material des Logos, das von den Stoikern als Gott und als Seele des Kosmos (der Welt) verstanden wird; dieser Äther ist im gesamten Kosmos verteilt, also im gesamten Körper des Kosmos. Der Logos, der aus diesem Äther besteht, ist überall präsent, lenkt alles, sieht alles voraus und plant alles. Der Logos wird verstanden als Vernunft, als Los (das heißt als das, was vorbestimmt) und als Notwendigkeit (das heißt als das, was bewirkt, dass das Geplante mit Notwendigkeit geschieht, also als das, was Gesetze für das Seiende setzt).
Der Logos, der stoische Gott, der materielle Gott, physisch aus Äther bestehend, ist somit das stoische Aktivprinzip. Das Passivprinzip hingegen ist, wie gesagt, alles Übrige, also der Körper des Kosmos (der Welt). Der Sinn dieser Begriffe scheint folgender zu sein: Das Aktivprinzip wirkt aktiv auf das Passivprinzip ein, während es selbst von diesem keinen aktiven Einfluss erfährt. Was das Passivprinzip, den Körper der Welt, betrifft, so kann natürlich ein Teil aktiv auf einen anderen Teil einwirken – jedoch nicht auf das Aktivprinzip.
Unter dem Passivprinzip, oder vielleicht besser unter den Passivprinzipien, ist die primäre materielle Grundlage ein „passiveres“ Prinzip als die Eigenschaften, Zustände und Beziehungen (ähnlich „Luftklumpen“ oder „Luftströmen“); letztere treten in Bezug auf die erste vor allem als aktive Wirkende auf – zumindest im Wesentlichen.
Über den Autor
Dieser Artikel wurde von Sykalo Yevhen zusammengestellt und redigiert — Bildungsplattform-Manager mit über 12 Jahren Erfahrung in der Entwicklung methodischer Online-Projekte im Bereich Philosophie und Geisteswissenschaften.
Quellen und Methodik
Der Inhalt basiert auf akademischen Quellen in mehreren Sprachen — darunter ukrainische, russische und englische Universitätslehrbücher sowie wissenschaftliche Ausgaben zur Geschichte der Philosophie. Die Texte wurden aus den Originalquellen ins Deutsche übertragen und redaktionell bearbeitet. Alle Artikel werden vor der Veröffentlichung inhaltlich und didaktisch geprüft.
Zuletzt geändert: 01/10/2025