Die Bewertung des antiken Skeptizismus bei Hegel - Der Skeptizismus - Philosophie der hellenistischen Epoche
Antike Philosophie - 2024 Inhalt

Philosophie der hellenistischen Epoche

Der Skeptizismus

Die Bewertung des antiken Skeptizismus bei Hegel

Im Verlauf der Entwicklung der skeptischen Perspektive nimmt der antike Skeptizismus einen besonderen Platz ein. Hegel stellte zu Recht das Vorrecht des antiken Skeptizismus im Vergleich zum modernen Skeptizismus fest: Nur der antike Skeptizismus “trägt einen wahren, tiefen Charakter“ [19, Bd. X, S. 409]. Während andere philosophische Lehren entweder behaupten, sie hätten bereits die Wahrheit gefunden, oder von vornherein die Möglichkeit der Erkenntnis ablehnen, suchen die antiken Skeptiker nach der Wahrheit, und ihre Philosophie ist eine suchende, prüfende, forschende. Als philosophische Lehre richtet sich der Skeptizismus “gegen das vernünftige Denken, das die einzelnen Unterschiede als die letzten, wahren Unterschiede anerkennt“ [19, Bd. X, S. 408]. Die skeptischen “Tropen“, insbesondere die fünf später von Agrippa hinzugefügten, stellen, so Hegels Bewertung, “ein fundiertes Mittel gegen die vernünftige Philosophie“ dar [ebd., S. 438]. Ihr Ziel ist es, “die eigentliche Essenz der Bestimmtheit“ zu widerlegen, und das entwickelte Argument der Skeptiker gegen das Bestimmte bezeichnet Hegel als “erschöpfend“. Nach Hegel “war eine erstaunliche Kraft der klaren Abstraktion notwendig, um in jedem konkreten Material, in allem Denkbaren diese Definitionen des Negativen oder des Gegensatzes zu erkennen und in dieser Bestimmtheit zugleich ihre Grenze zu finden“ [ebd., S. 440].

Hegel zufolge ist die Aussage des Skeptizismus, dass alles nur zu erscheinen scheint, kein subjektiver Idealismus, da in dieser Aussage, insofern sie “das Widerspruch in demselben Objekt aufdeckt“, ein objektiver Aspekt enthalten ist [ebd., S. 420]. Da der Skeptizismus in Bezug auf jedes Gehalt, sei es ein wahrnehmbares oder gedachtes Gehalt, beweist, dass es nur erscheint und ihm ein ihm entgegengesetztes Gehalt gegenübersteht, ist er “ein Moment der Philosophie selbst“, so Hegel [ebd., S. 420].





Über den Autor

Dieser Artikel wurde von Sykalo Yevhen zusammengestellt und redigiert — Bildungsplattform-Manager mit über 12 Jahren Erfahrung in der Entwicklung methodischer Online-Projekte im Bereich Philosophie und Geisteswissenschaften.

Quellen und Methodik

Der Inhalt basiert auf akademischen Quellen in mehreren Sprachen — darunter ukrainische, russische und englische Universitätslehrbücher sowie wissenschaftliche Ausgaben zur Geschichte der Philosophie. Die Texte wurden aus den Originalquellen ins Deutsche übertragen und redaktionell bearbeitet. Alle Artikel werden vor der Veröffentlichung inhaltlich und didaktisch geprüft.

Zuletzt geändert: 12/01/2025