Neokonfuzianismus – Kosmologen
Im Jahr 589 vereinigte die Sui-Dynastie (589–617) nach Jahrhunderten der Zersplitterung erneut China. Doch die Sui mussten bald Platz machen für die mächtige und hochzentralisierte Tang-Dynastie (618–907). In kultureller wie politischer Hinsicht wurde die Herrschaft der Tang zu einem „Goldenen Zeitalter“ Chinas, vergleichbar mit der Han-Zeit und in mancher Hinsicht sogar überlegen.
Im Jahr 622 wurde das Prüfungssystem für die Auswahl von Beamten wieder eingeführt, in dem die konfuzianischen Klassiker die führende Rolle spielten. 628 befahl Kaiser Taizong (627–649) den Bau eines Konfuziustempels in der Kaiserlichen Akademie, und 630 ordnete er an, dass Gelehrte eine offizielle Ausgabe der konfuzianischen Klassiker vorbereiten sollten. Als Teil dieser Arbeit wurden aus den damals vorhandenen Kommentaren „normative“ ausgewählt, zu denen wiederum erläuternde Subkommentare erstellt wurden.
Auf kaiserlichen Befehl wurden diese kanonischen Texte und die von oben genehmigten Kommentare in der Kaiserlichen Akademie gelehrt. So wurde der Konfuzianismus erneut zur offiziellen Staatslehre. Doch zu dieser Zeit hatte der Konfuzianismus bereits den lebendigen Geist von Mencius, Xunzi und Dong Zhongshu verloren. Es gab die Originaltexte, zahlreiche Kommentare und Subkommentare, doch sie entsprachen nicht mehr den geistigen Bedürfnissen und Anforderungen der Epoche.
Die Wiederbelebung des Daoismus und die Verbreitung des Buddhismus weckten ein stärkeres Interesse an metaphysischen Fragen und an dem, was man als übermoralische Werte bezeichnen könnte – an den Problemen von Natur und Schicksal des Menschen. Wie wir gesehen haben, finden sich solche Überlegungen sowohl in den Lunyu als auch in Mencius und im Zhongyong, besonders jedoch im Yijing. Die Realitäten der Zeit erforderten jedoch eine völlig neue Erklärung und Interpretation, die trotz aller Bemühungen der kaiserlichen Gelehrten nicht gegeben war.
Über den Autor
Dieser Artikel wurde von Sykalo Yevhen zusammengestellt und redigiert — Bildungsplattform-Manager mit über 12 Jahren Erfahrung in der Entwicklung methodischer Online-Projekte im Bereich Philosophie und Geisteswissenschaften.
Quellen und Methodik
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Zuletzt geändert: 05/10/2025