Politische Philosophie
Modern treatments
Communism and Nationalism
Die drei zuvor besprochenen Ideologien sind im Wesentlichen auf das Inland ausgerichtet. Sie sind nicht aufständisch und nehmen Demokratie sowie das Streben nach sozialer Gerechtigkeit als gegeben hin. In gleicher Weise bieten sie nur eine Ideologie für ein Regime, das die Frage geklärt hat, wer innerhalb des politischen Systems dazugehört. Es lohnt sich, einen Moment innezuhalten, um zwei der sichtbarsten und dramatischsten Bewegungen des Jahrhunderts zu betrachten, um den Gegensatz zwischen domestizierten und ungezähmten Ideologien zu verdeutlichen. Der Kommunismus, nun tot und offenbar beerdigt, strebte danach, eine neue Welt von Freiheit und Wohlstand einzuleiten, jedoch nur, nachdem die alte herrschende Klasse und ihre Agenten gestürzt und vernichtet worden waren. Daher verpflichtete er sich, einen permanenten Klassenkampf zu führen, bis die neue Welt geboren war. Da neue Klassenfeinde ebenso schnell wieder auftauchten, wie ihre Vorgänger ermordet oder ins Exil geschickt wurden, lebte das Regime in einem permanenten Belagerungszustand. Es war nicht so, dass die tatsächlichen Regime immer in einem solchen Zustand verharrten: oft genug ließen sie sich in einem eher stagnierenden und konservativen Zustand nieder. Dennoch waren sie einem anderen Ziel verpflichtet als der Berücksichtigung der Bedürfnisse und dem Schutz der Rechte aller Bürger. In diesem Sinne war der Kommunismus eine Ideologie, die im Gegensatz zu reformistischen Formen des Sozialismus stand und nicht nur eine extreme Variante davon darstellte. Die Beseitigung der Hindernisse für eine Utopie ist nicht dasselbe wie die Verwaltung eines Staates und einer Gesellschaft, deren Existenz als selbstverständlich gilt. Dies soll nicht leugnen, dass der Ausgangspunkt kommunistischer Bestrebungen derselbe ist wie bei den meisten Formen des Sozialismus: ein Empfinden der Empörung über die Diskrepanz von Macht, Wohlstand und Wohlergehen zwischen den Kapitalbesitzern und den tatsächlichen Arbeitern. Doch sobald die „Lösung“ des Problems einer gerechteren Verteilung der Erträge wirtschaftlicher Zusammenarbeit die Zerstörung einer Partei im Wettbewerb bedeutet, hört die Politik auf und es beginnt der Bürgerkrieg.
Über den Autor
Dieser Artikel wurde von Sykalo Yevhen zusammengestellt und redigiert — Bildungsplattform-Manager mit über 12 Jahren Erfahrung in der Entwicklung methodischer Online-Projekte im Bereich Philosophie und Geisteswissenschaften.
Quellen und Methodik
Der Inhalt basiert auf akademischen Quellen in mehreren Sprachen — darunter ukrainische, russische und englische Universitätslehrbücher sowie wissenschaftliche Ausgaben zur Geschichte der Philosophie. Die Texte wurden aus den Originalquellen ins Deutsche übertragen und redaktionell bearbeitet. Alle Artikel werden vor der Veröffentlichung inhaltlich und didaktisch geprüft.
Zuletzt geändert: 01/11/2025